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Nasenaffen



Sacha:   Wenn die Zoo-Individuen daf├╝r ausreichen auf jeden Fall.
(12.02.2020, 20:52)
Oliver Muller:   @Sacha: Bin ich komplett bei dir! Wobei es ja vielleicht sinnvoller ist, zoogeborene Tiere nach Europa zu holen und ggf. Wildf├Ąnge (eher beschlagnahmte und gefundene Tiere aus Rettungsstationen?) in den Zoos vor Ort zu halten (Klima, Di├Ąt, Tierrechtler)?
(12.02.2020, 16:51)
Sacha:   @Oliver Muller: So sehr ich mir das w├╝nsche muss ich sagen: Erst mal muss der erneute Versuch mit den Kleideraffen von Erfolg gekr├Ânt sein. Wenn es gelingt, in Chleby, Beauval, K├Âln und anderen, hier nicht genannten europ├Ąischen Zoos, einen sich selbst tragenden Bestand aufzubauen, dann kann man auch mit den Nasenaffen wieder einen neuen Versuch starten. Dann aber nicht nur mit drei (relativ alten), m├Ąnnlichen Tieren, sondern mit mindestens 5 Familien (selbst wenn ein Teil davon Wildf├Ąnge sein sollten).
(12.02.2020, 12:15)
Oliver Muller:   @W. Dreier: Danke! Demnach sollte es aber eigentlich auf lange Sicht nicht unm├Âglich sein, auch Nasenaffen wieder in Europa zu zeigen!
(11.02.2020, 21:13)
W. Dreier:   @O. M├╝ller:leider auch nicht. Nasenaffen kommen nach den Besuchen von TP-Mitarbeitern in Indonesien in fast jedem Zoo vor, in Singapur sah ich etwa 15. Im neuen Gro├čzoo Chinas (Chimelong) sollen es fast 50 sein, die vor einem Jahr noch in Quarant├Ąne waren.
Kleideraffen: in Cuc Phuong in Vietnam sah ich die 2 UA mit jeweils vielleicht 10 Tiere, die schwarzschenklige Form gab es dort nicht (mehr); in Singapur sah ich 14 der rotschenkligen Form.
(11.02.2020, 15:32)
Oliver Muller:   Hat jemand einigerma├čen aktuelle Zahlen zum Welt-Zoo-Bestand von Nasen- und Kleideraffen? Vielleicht @WolfDrei? Danke vielmals!
(10.02.2020, 14:47)
Oliver Muller:   So weit ich mich erinnere, waren ja zumindest bei einigen der Todesf├Ąlle bei den Nasenaffen in Apenheul "mitgebrachte" Probleme der Grund. Insofern war die R├╝ckgabe des letzten Tieres m├Âglicherweise eher der Vermeidung von ├Âffentlichen Diskussionen geschuldet. Es k├Ânnte dann sein, dass man einfach ein paar Jahre Gras ├╝ber die Sache wachsen l├Ąsst und dann in anderen Zoos neue Tiere einstellt.
Allerdings sind mir abgesehen von Beauval keine derartigen Pl├Ąne bekannt.
(16.02.2017, 22:33)
Hannes Lueke:   Was hat sich den seit der Abgabe des Tieres aus Apenheul ge├Ąndert?
(16.02.2017, 04:48)
WolfDrei:   Da es hier wohl um die Nasenaffen geht: Heft 3
Ansonsten sind in diesem Heft bemerkenswerte Tieraufnahmen: vom Hammerhuhn , Javaleopard ├╝ber Borneo-Goldkatze und Sumatranashorn bis Javapustelschwein , Nasenaffe, Sumatralangur . Sundanebelparder , Banteng und Koboldmaki.
(04.05.2014, 17:20)
WolfDrei:   So es denn die richtigen Inhalte in den "Milus" sind:

Band 13, Heft 6 (2012) Sumatratiger und T├╝pfelkuskus - erg├Ąnzende tierg├Ąrtnerische Beobachtungen aus Java und Singapur (Seiten 797-818)

Band 13, Heft 4 (2011) Einige Bemerkungen und Bilder zum Aussehen des Sumatraelefanten (Seiten 521-534)

Band 13, Heft 3 (2011) Koboldmaki und Java-Leopard - tierg├Ąrtnerische Beobachtungen aus Java und Sumatra (Seiten 341-372), (Autor jeweils C. Kern)
(04.05.2014, 17:13)
Oliver M├╝ller:   @Henry Merker und Michael Mettler:
Ich verstehe nicht ganz-sind das ein oder zwei Artikel ├╝ber die indonesischen Zoos im Milu? Beide im gleichen Heft? Habt ihr vielleicht die genauen Titel und/oder Seitenzahlen? Ich w├╝rde die Artikel gern in der Stadtbibliothek bestellen. Danke im voraus!
(04.05.2014, 10:52)
Oliver M├╝ller:   @ J├Ârn Hegener:
M. W. Sollen irgendwann Weibchen dazu kommen, wenn man genug mit den M├Ąnnchen "ge├╝bt" hat, wie die Haltung der Art funktioniert.
(21.04.2014, 17:01)
J├Ârn Hegner:   warum werden die in apenheul eigentlich keine weiblichen nasenaffen dazu bekommen .
(21.04.2014, 16:00)
Sacha:   @Michael G├Ârick: Neidfaktor zwischen minimal und gross = GIGANTISCH!!!;)
(23.03.2014, 17:25)
Michael G├Ârick:   Bei einer Reise nach Japan habe ich im Zoo von Kumamoto Goldstumpfnasenaffen gesehen. Seit 1989 wird die Art dort gezeigt. Die Tiere sind aus dem Zoo der Partnerstadt Xiang
(23.03.2014, 15:27)
Christian Badneck:   @Henry Merker, Michael Mettler: VIELEN DANK...Das es in dem Artikel, noch um die Zoos im Allgemeinen und den Tierbestand geht, macht es sogar noch interessanter f├╝r mich. Werde wohl noch heute bestellen.
(09.05.2013, 16:35)
Michael Mettler:   @Christian Badneck: Der Artikel handelt allerdings nicht speziell von Nasenaffen, sondern von den Zoos im Allgemeinen und ihrem Tierbestand. Insgesamt enth├Ąlt er nur wenige S├Ątze ├╝ber die Nasenaffen.
(09.05.2013, 16:09)
Henry Merker:   @Christian Badneck:
Milu Band 13 Heft 6
(09.05.2013, 14:16)
Christian Badneck:   Hallo, ich interessiere mich f├╝r die unten erw├Ąhnten Artikel, von Christian Kern, bzgl. Nasenaffenhaltungen in indonesischen Zoos. Kann mir jemand sagen in welchen Ausgaben des MILU ich diese finden kann ? Vielen Dank im Voraus.
(09.05.2013, 14:02)
WolfDrei:   Der letzte Nasenaffenmann in New York lebte noch am Tage meines Besuches am 24.9.2000. Bild anbei
(06.02.2013, 14:24)
Henry Merker:   In Sachen Berlin: Man muss erst einmal abwarten, wie sich alles dort weiterentwickeln wird. Dr. Blaszkiewitz liegt laut Presseberichten nach einem schweren Unfall im k├╝nstlichen Koma!
Da gilt es erst einmal die Daumen zu dr├╝cken, dass alles gut laufen wird - f├╝r ihn und seine Angeh├Ârigen.
(06.02.2013, 10:59)
Michael Mettler:   Zu aktuellen Nasenaffenhaltungen in indonesischen Zoos geben zwei Artikel von Christian Kern im MILU ├╝ber Besuche des Autors Aufschluss.

Taman Safari Indonesia Bogor: Zuchtgruppe

Taman Safari Indonesia Prigen: Haltung (keine Angabe, ob z├╝chtend)

Gembira Loka Zoo, Yogjakarta: z├╝chtend

Surabaya Zoo: 2012 ├╝ber 30 Tiere in vier Familiengruppen auf zwei Inselanlagen. Besonderheit: Au├čerhalb der Besuchszeiten schwimmen die Nasenaffen zur Besucherseite, um die Abfallk├Ârbe nach Fressbarem zu durchsuchen... Da ich annehme, dass auch indonesische Zoobesucher nicht unbedingt Bl├Ątternahrung zu sich nehmen, w├Ąren vielleicht derart flexible Nasenaffen besonders geeignet f├╝r den Export nach Europa ;-)
(06.02.2013, 10:08)
Sacha:   @Oliver M├╝ller:
Zu 1: Nachzucht in Singapur ziemlich regelm├Ąssig, jedoch m.W. tendenziell mehr M├Ąnnchen als Weibchen. Keine Ahnung wie die Bestandsentwicklung in den ├╝brigen, also indonesischen und malayischen Zoos aussieht.
Zu 2: Ja, sehr genau. Bestand gegenw├Ąrtig 0. Die letzten hielt bis Ende 90er/Anfang 2000 der Bronx Zoo New York in der Jungle World zusammen mit Zwergottern (nun beherbergt die Anlage Haubenlanguren). Dass San Diego zu diesem Zeitpunkt hinter den Kulissen noch welche hatte (CRES), daf├╝r konnte ich keine Best├Ątigung finden.
(06.02.2013, 09:07)
Michael Mettler:   @Oliver M├╝ller: Hoffnung brauche ich nicht, ich muss die Art nicht mehr auf meiner Sichtungsliste abhaken k├Ânnen - ich habe Nasenaffen seinerzeit noch in verschiedenen deutschen Zoos und in Basel erlebt.

Konkretes zu Berlin wei├č ich nicht, ist nur ein Verdacht:
Erstens geh├Ârt der Zoo zu den wenigen langj├Ąhrigen Haltern, so dass eigene Erfahrungen vorliegen.
Zweitens ist der Direktor als Rarit├Ątenfan bekannt.
Drittens wird im aktuellen MILU eine wachsende Zusammenarbeit mit der Taman Safari Indonesia Bogor erw├Ąhnt - und dort gibt es u.a. eine Zuchtgruppe Nasenaffen...
(06.02.2013, 09:02)
Oliver M├╝ller:   Gibt es denn ├╝berhaupt so reichlich Nachwuchs in asiatischen Zoos, dass hier ernsthaft ├╝ber mehrere Zuchtgruppen in verschiedenen deutschen Zoos zu spekulieren ist? Im Moment w├Ąre ich ja schon froh, wenn es ├╝berhaupt weiter/wieder Nasenaffen in Europa geben w├╝rde.

Und wei├č jemand, wie es diesbez├╝glich in den USA aussieht?

@Michael Mettler: Ist "Berlin" nur eine Hoffnung oder gibt es da handfeste Indizien?
(05.02.2013, 19:25)
Ralf Sommerlad:   @Sacha: Es wird mir immer schleierhaft bleiben warum sich speziell europ├Ąische Zoos so sehr vor einem offenen Erfahrungsaustausch zu scheuen scheinen, wobei ja nahezu die gesamte europ├Ąische Nasenaffenhaltung auf Frankfurter Erfhrungen basierte. Die damalige, fast "sterile" Haltungsform in gekachelten Anlagen will man heute nat├╝rlich nicht mehr sehen.
(05.02.2013, 15:13)
Michael Mettler:   Prinzipiell ist es ja nichts Schlechtes, nicht nur alte Z├Âpfe wieder aufzugreifen, sondern auch mal "zur├╝ck auf Los" zu gehen und so m├Âglicherweise neue Wege f├╝r eine Haltungsmethode zu finden bzw. auf anderen als den bisher genutzten Erfahrungen aufzubauen.

Ich gehe allerdings davon aus, dass die goldene Regel aus Zeiten des Tierfangs noch immer auch f├╝r zoogeborene Importe aus anderen Klimazonen gilt: Jungtiere k├Ânnen sich oft besser ver├Ąnderten Haltungsbedingungen anpassen als Alttiere. Wenn ├╝berhaupt f├╝r einen weiteren Neustart, dann w├╝rde ich nicht unbedingt Nasenaffen im Alter des Apeldoorner Trios nach Europa holen. Allerdings wird man solche in den Ursprungszoos wohl eher selbst behalten wollen...
(05.02.2013, 11:01)
Sacha:   @Ulli: So viele s├╝dostasiatische Zoos sind das aber auch nicht. Ausserhalb von Indonesien bzw. Malaysia ist das n├Ąmlich nur Singapur und selbst der Hauptstadtzoo Malaysias, Kuala Lumpur, zeigt keine Nasenaffen.
Zudem stand die Haltung der Nasenaffen in Jakarta in der nahen Vergangenheit in heftiger Kritik.
Ich denke darum schon, dass wir in Europa was reissen k├Ânnen, insbesondere wenn ich mir anschaue, wie lange einzelne Individuen in Stuttgart gelebt haben (nebst vielen recht jung verstorbenen, was nicht verschwiegen werden soll).

Nach Auskunft eines holl├Ąndischen Zoofreundes in einem anderen Forum haben sich die Betreuer in Apenheul wohl mit Singapur ausgetauscht, von einem Erfahrungsaustausch mit ehemaligen Haltern in unseren Klimazonen (Stuttgart, Basel, New York usw.) stand allerdings nichts. Und gerade diesen halte ich f├╝r besonders wichtig.

Das Thema wird bzw. wurde ├╝brigens auch in anderen Zooforen diskutiert.
(05.02.2013, 10:31)
Ulli:   So absolut toll ich Nasenaffen finde - ich w├╝rde einen neuen Versuch bleiben lassen.
Die s├╝dostasiatischen Zoos werden das schon managen.
Es gibt in europ├Ąischen Zoos hinreichend genug Primatenarten, die ebenfalls stark bedroht sind und f├╝r die aktuell gute Haltungsoptionen mit guten Erhaltungszuchtperspektiven vorhanden sind.
(05.02.2013, 09:48)
Holger Wientjes:   Stimmt, das Alter der Tiere hatte ich gar nicht bedacht. Wie gesagt, ich w├╝rde einen weiteren Versuch begr├╝ssen, wenn Singapur mitspielt.
(05.02.2013, 09:33)
Michael Mettler:   @Holger: Ist denn der "Misserfolg" ├╝berhaupt einer? Die drei Nasenaffenm├Ąnner kamen zwar als Junggesellen, waren aber l├Ąngst keine jungen Gesellen mehr - meiner Erinnerung nach bei Ankunft irgendwo zwischen 9 und 15 Jahren alt. Nimmt man nicht einzelne Lebensdauerrekorde zum Ma├čstab, sondern durchschnittliche Lebensdauern unter Zoobedingungen, w├╝rde mich nicht wundern, wenn man damit dem erreichten Alter der beiden gestorbenen Apenheul-Nasenaffen nahe k├Ąme.

Ohne Apeldoorn zu nahe treten zu wollen, aber es gibt Zoos, die ├╝ber weitaus mehr Haltungserfahrungen mit Bl├Ątteraffen verf├╝gen, sowohl was das Artenspektrum als auch die Zahl an Jahren betrifft oder betraf. Wenn ich die Arten in Apeldoorn richtig in Erinnerung habe, waren das dort doch bisher nur Haubenlanguren und vor Jahrzehnten kurzzeitig Hulmans (die aber f├╝tterungstechnisch als unkomplizierteste Languren gelten).
(05.02.2013, 09:22)
Holger Wientjes:   Frankfurt w├Ąre da theoretisch der F├╝nfte im Bunde. Dran glauben kann ich nach dem Misserfolg in Apenheul erstmal nicht. Wenn es selbst dort nicht klappt, wo dann ? Ich w├╝rde es noch auf einen Versuch in Holland drauf ankommen lassen, schliesslich kann es auch schlichtweg Pech mit den beiden Individuen gewesen sein.
(04.02.2013, 19:37)
Henry Merker:   Warum nicht auch Erfurt? Die haben doch auch sehr gute Erfahrungen mit Vertretern der Schlankaffen; u.a. auch mit Nasen- sowie Kleideraffen.
(04.02.2013, 19:29)
Joshua F├Ârg:   Falls man wirklich planen sollte, ein Zuchtprogramm aufzubauen, k├Ąmen meiner Meinung nach K├Âln und Berlin in Betracht. F├╝r die Zukunft w├╝rde ich mir eventuell eine neue Anlage f├╝r Nasenaffen in der Wilhelma w├╝nschen, sofern es finanzierbar ist.
(04.02.2013, 12:04)
Michael Mettler:   Ich m├Âchte fast wetten, dass in nicht allzu ferner Zukunft welche in Berlin landen...
(03.02.2013, 22:10)
Oliver M├╝ller:   Nachdem nun der zweite der drei Nasenaffen-M├Ąnner gestorben ist: Wie sch├Ątzt ihr die Zukunftschancen f├╝r diese Art in europ├Ąischen Zoos ein? Gibt es da noch Chancen?
(03.02.2013, 19:40)
Gudrun Bardowicks:   Die Nasenaffeninsel ist auf der Seite des Besucherwegs mit einer Zaunabsperrung aus Stahl oder Eisen gesichert, die m├Âglicherweise auch unter Strom gesetzt werdn kann. Die Tiere k├Ânnten also durchaus den Teich um die Insel zum Schwimmen und Baden nutzen, haben aber keine M├Âglichkeit, auf den Besucherseiten aus der Au├čenanlage zu entwischen, wenn sie nicht aus dem Wasser heraus ├╝ber den Zaun springen oder klettern.
(11.10.2011, 11:56)
Werner Schindler:   Am Mittwoch letzter Woche war ich in Apenheul, nicht zuletzt wegen der Nasenaffen. Hier ein paar Eindr├╝cke: Die Nasenaffen sind - dem Rundgang folgend - hinter der Anlage der Orang Utans untergebracht, gegen├╝ber leben die Haubenlanguren. Die Anlage besteht aus mehreren kleineren Innenr├Ąumen (alle? von au├čen einsehbar), einem rundum vergitterten hohen Au├čenk├Ąfig und der eigentlichen, als Insel gestalteten Au├čenanlage. F├╝r die Besucher sind die Tiere innen und au├čen gut zu sehen.

Als ich ankam, sa├čen die Affen innen, dicht an der Scheibe. Ich hatte, wei├č der Kuckuck warum (wegen mangelndem Gr├Â├čenvergleich in Fernsehberichten?), Schlankaffen von etwas mehr als Langurengr├Â├če erwartet. So war ich ziemlich gepl├Ąttet, als ich die gro├čen Brocken sah. Kr├Ąftige K├Ârper, massige, eckig wirkende K├Âpfe. Wegen der Nase wirkt der Blick ernst, gemessen, fast traurig. Alles in allem imponierende Tiergestalten.

Der Pfleger erz├Ąhlte mir, die Affen d├╝rften am betreffenden Tag (es war der letzte der warmen Tage, aber es tr├Âpfelte einige Male) nicht auf die Au├čenanlage, weil es regnen k├Ânnte. Das t├Ąte es zwar auf Borneo auch, aber bei deutlich mehr als 20┬░. Man hat also wohl diesbez├╝glich Sorge um die Affen (wer sie also drau├čen sehen will, m├Âglichst trockene, warme Witterung nutzen). Allerdings kletterten sie f├╝r kurze Zeit im Au├čenk├Ąfig umher, verzogen sich aber flugs wieder nach innen.

Der Pfleger schilderte die drei M├Ąnner als untereinander vertr├Ąglich, auch l├Ąnger aneinander gew├Âhnt. Jedoch Rangfolge, der Chef, na klar, hat die dickste Nase.

Als Futter schnitt der Pfleger Bl├Ątterb├╝ndel etwa auf Handl├Ąnge zu, f├╝r jeden der drei Affen gab es am Nachmittag ein Str├Ąu├čchen. Da Nasenaffen bei der Nahrungsaufnahme auch im Freileben auf Abstand zu Artgenossen bedacht sind, erhielt jeder der drei M├Ąnner sein Futter auf einem kleinen Sitz-Holzbock mehrere Meter von den anderen entfernt. Das Futter wird wohl zum wesentlichen Teil von heimischen Baumarten gewonnen (immerhin g├╝nstiger als etwa bei Koalas), ich konnte Buchen-, Robinien- und Weidenzweige erkennen.

Worauf ich nicht geachtet habe: die Au├čenanlage ist als Insel gestaltet. Wie werden diese Meisterschwimmer unter den Primaten von der ├ťberwindung des Wassergrabens abgehalten? Ich vermute, dass es durch stromf├╝hrende Dr├Ąhte erfolgt, wie anderswo in Apenheul.

Imponierend war auch die L├Ąnge der Eckz├Ąhne. F├╝r die weiche Bl├Ątternahrung brauchen sie die jedenfalls nicht. Anbei ein Foto dazu.


Der Mittwoch war der letzte Tag der warmen Wetterperiode, es tr├Âpfelte allerdings manchmal schon etwas.
(09.10.2011, 22:45)
Gudrun Bardowicks:   In einem Bericht zu Apenheul in der Zoopresseschau steht, dass es vorerst f├╝r Zoos nur m├Âglich ist, Junggesellengruppen ├╝berz├Ąhliger m├Ąnnlicher Nasenaffen zu bekommen, da die Weibchen zu wertvoll f├╝r Haltungsversuche au├čerhalb Asiens sind. Apenheul hat zwar die Option, sp├Ąter m├Âglicherweise auch potentielle Zuchtweibchen aus Asien f├╝r eine Zuchtgruppe zu bekommen, die Voraussetzung hierf├╝r ist aber, dass die Nasenaffen-M├Ąnner in Apenheul mind.3 Jahre lang ├╝berleben.
Apenheul hat sich laut dem zitierten Artikel mehr als 2 Jahre lang bem├╝ht, eine Ausfuhr- und Haltungserlaubnis f├╝r die 3 Nasenaffen zu bekommen. Apenheul unterst├╝tzt dar├╝berhinaus auch schon seit Jahren mit hohen Summen ein Primatenschutzprojekt in der Heimat der Nasenaffen. Diese finanzielle In-situ-Unterst├╝tzung und die Erfahrung, die Apenheul mit der Haltung auch heikler Primaten hat, trug wohl entscheidend dazu bei, dass Apenheul die 3 Nasenaffen vorerst auf Einstellungsbasis bekommen hat. Apenheul will sich auch bem├╝hen, ein Zuchtbuch f├╝r Nasenaffen einzurichten und zu f├╝hren, um diese Art zuk├╝nftig auch gezielt z├╝chten zu k├Ânnen, wenn es gelingt, Nasenaffen auf Dauer auch in Mitteleuropa erfolgreich halten zu k├Ânnen.
Alle diese Infos stammen aus der Zoopresseschau vom 29.7.11.
(02.08.2011, 22:15)
Sacha:   @Ottmar M├╝ller: Diese Info habe ich auch, konnte allerdings noch nicht sicher herausfinden, warum die Kanadier (noch) nicht zum Zuge gekommen sind. Ich VERMUTE mehrere Gr├╝nde (B├╝rokratische Schwierigkeiten, das Fehlen einer geeigneten Unterkunft bzw. kein Geld daf├╝r sowie das im Vergleich zu Apenheul geringeres Knowhow im Umgang mit blattfressenden Primaten).
(02.08.2011, 13:05)
Ottmar M├╝ller:   Korrigiert mich, wenn ich falsch liege aber wollte nicht der Torontoer Zoo in den letzten Jahren eine Nasenaffenzuchtgruppe aufbauen?
(31.07.2011, 17:17)
Liz Thieme:   Ja... das wurde hier im Forum auch schon beredet, nur eben bei den niederl├Ąndischen Zoos.
(31.07.2011, 16:48)
Mirko Schmidkunz:   Ich bin gerade v├Âllig ├╝berrascht worden, beim Bl├Ąttern in der Zootierliste. In Apenheul sind drei Nasenaffen-M├Ąnner eingetroffen!!!
(31.07.2011, 16:06)
Michael Mettler:   Da fehlt es eben an sozialer Gerechtigkeit. Man sollte Sozialtickets f├╝r Fernreisen einf├╝hren, damit die Beobachtungsm├Âglichkeit von Nasenaffen und anderen bei uns schwer haltbaren Arten nicht auf Besserverdiener beschr├Ąnkt bleibt ;-)
(18.04.2011, 10:44)
Ronald Masell:   @ulli, nicht jeder schafft es nach Singapur!
(18.04.2011, 10:37)
Ulli:   Ich liebe Nasenaffen - aber sie sind ganz gut in Singapur und Umgebung aufgehoben
(14.04.2011, 11:28)
Sacha:   @Ronald Masell: Ich glaube, da liegst du falsch. Nasenaffen sind f├╝r ONB sehr wohl interessant. Ein Kurator des Singapurer Zoos hat mir erz├Ąhlt, dass er eine ellenlange Liste von Zoos (insbesondere aus den USA) habe, die ihm gerne Nasenaffen abkaufen w├╝rden (trotz florierender Zucht tut man das in Singapur aber bis jetzt nicht). Die Amis w├╝rden das nicht wollen, wenn ONB kein Interesse an Nasenaffen h├Ątte.
Bez. des Imports von Blattnahrung sehe ich es allerdings genauso.
(14.04.2011, 11:14)
Ronald Masell:   wer Eukalyptus f├╝r koalas importiert, k├Ânnte auch die entsprechende Nahrung f├╝r Nasenaffen importieren, aber die sind f├╝r ONB nicht interressant
(14.04.2011, 11:01)
Sacha:   @MM: Danke Michael, mein Interesse an Botanik ist relativ bescheiden und demzufolge auch mein Wissen dar├╝ber.

Gesetzt den Fall, es liegt am Blattfutter, w├Ąre es f├╝r die letzten westlichen Zoos mit Kleideraffen-Haltung sicher interessant zu wissen, ob ein Import der entsprechenden Bl├Ątter den Gesundheitszustand ihrer Tiere verbessern kann resp. ob man - nach eingehender Untersuchung der in Bangkok verwendeten Rosenholz- und Feigenbl├Ątter - mit anderen, neuen Ersatzbl├Ąttern auch zum Ziel kommt.

Ich bin kein Arzt oder Veterin├Ąr, als dass ich das mit der Darmflora beurteilen k├Ânnte. Als Laie k├Ânnte ich es mir allerdings auch vorstellen.

Hingegen gibt es verschiedene Bananensorten/-typen sogar in der Schweiz zu kaufen und ich meine, dass Kochbananen, kleine und s├╝sse Fingerbananen u.a. auch in Deutschland erh├Ąltlich sind, oder?;-). Frische Guaven und Wickelbohnen sind zwar eher selten in unseren Gesch├Ąften im Angebot. Allerdings zweifle ich, dass diese f├╝r die naturnahe Ern├Ąhrung der Kleideraffen eine derart grosse Rolle spielen, als dass sie nicht durch andere Gew├Ąchse ersetzt werden k├Ânnten.
Unterschiede in der Zusammensetzung eines Nahrungsmittels k├Ânnte ein (IZW?-)Chemiker sicher herausfinden.
(13.04.2011, 15:48)
Michael Mettler:   @Sacha: Rosenholz d├╝rfte mit Rosen verwandtschaftlich nichts zu tun haben, zumindest ist das ein Baum mit r├Âtlichem Holz. Die kastanienfarbigen geschnitzten Elefanten, die es in allen m├Âglichen Gr├Â├čen als Souvenirs und Regaldeko zu kaufen gibt, bestehen m.W. aus Rosenholz. "Fig" k├Ânnte genausogut f├╝r den n├Ąheren Verwandtschaftskreis des Gummibaumes sprechen, der zur selben Gattung wie die Echte Feige z├Ąhlt (Ficus).

Aber selbst wenn man hierzulande exakt die gleichen Futtermittel verwenden w├╝rde wie in Bangkok: Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass sich die f├╝r deren Verdauung wichtige Darmflora unter europ├Ąischen Verh├Ąltnissen anders zusammensetzt...? Und selbst "Banane" w├Ąre ja ein weitl├Ąufiger Begriff - wir kennen bei uns doch fast nur die EU-Norm-Banane, w├Ąhrend es in den Tropen eine gro├če Vielfalt sehr unterschiedlicher Bananen geben soll (z.B. extrem st├Ąrkehaltige Kochbananen usw.).
(13.04.2011, 14:29)
Ralf Sommerlad:   Die Affen sind in geradezu hervorragender Verfassung, lebhaft, gl├Ąnzendes und dichtes Fell. Die K├Ąfige ( eigentlich sollte man besser Grossvolieren sagen) sind schattig und haben wenig direkte Sonneneinstrahlung.
(13.04.2011, 14:24)
Sacha:   Edit: Burmesisches nicht Siamesisches Rosenholz (obwohl das evtl. das Gleiche ist).
(13.04.2011, 13:20)
Sacha:   @Ralf Sommerlad: Vielen Dank. Sehr interessant.

Wenn man sich das Verbreitungsgebiet der Echten Feige anschaut (sofern diese gemeint ist), dann sollte die Beschaffung einer gen├╝gend grossen Menge frischer Bl├Ątter f├╝r s├╝deurop├Ąische Zoos m├Âglich sein (und wohl auch f├╝r s├╝dliche US-Zoos). Je nach Aufwand/Kosten ist das auch f├╝r Mitteleurop├Ąische Zoos denkbar.

Beim Begriff Siamesisches Rosenholz ist mir nicht ganz klar, welche Pflanze genau damit gemeint ist. So oder so stellt sich die Frage, ob nicht Bl├Ątter einer - f├╝r europ. Zoos - leichter zu beschaffenden Rosenart den Zweck genauso erf├╝llen.

Die anderen Futtermittel sind in Europa zu bekommen (die meisten ohne Probleme).

Deswegen ist es f├╝r mich schon verwunderlich, warum es mit der Zucht der Kleideraffen in Bangkok offenbar so gut klappt. Ist das schon seit l├Ąngerer Zeit so? Liegt es am Klima? Und sind die Kleideraffen auch sonst in guter Verfassung (Verdauungsprobleme)?
(13.04.2011, 12:01)
Ralf Sommerlad:   @Sacha: Von einem Gehegeschild....
(13.04.2011, 11:30)
Liz Thieme:   @Ralf, ich habe mir den Artikel noch nicht durchgelesen, weil ich einfach nicht dazu komme. Bin zoologisch derzeit immer nur f├╝r kurze Verschnaufpausen unterwegs im Netz.
So wie ich den Kurzartikel verstanden habe, hat man es nun auf Video genau im Freiland festhalten k├Ânnen. Der Hinweis auf den Vormagen erschien mir eher als Vermutung, was im Fachartikel steht, das wei├č ich nicht.
(12.04.2011, 16:04)
Sacha:   Mit welchen Blattsorten werden die Kleideraffen in Bangkok gef├╝ttert?

Ich frage darum, weil Kleideraffen und auch Nasenaffen gem├Ąss Aussagen in einem anderen Forum gr├Âssere Schwierigkeiten haben sollen, sich auf Dauer an (schockgefrorene) Ersatz-Blattnahrung zu gew├Âhnen.
(12.04.2011, 13:30)
Ralf Sommerlad:   Liz Thieme: Das haben die Tierpfleger im Frankfurter Zoo schon Ende der 60er Jahre untereinander diskutiert. Ich bin ├╝berrascht, dass dies erst jetzt wissenschaftlich dokumentiert wird.

Ich habe ├╝brigens letzte Woche wieder im Dusit - Zoo Bangkok die wunderbaren Zuchtgruppen der Kleideraffen bewundert.
(12.04.2011, 13:00)
Liz Thieme:   Wissenschaftler haben beobachtet, dass die Nasenaffen auf Borneo wiederk├Ąuen. Ein Artikel dar├╝ber ist im "Biology Letters" ver├Âffentlicht worden.
(11.04.2011, 19:47)
WolfDrei:   pardon - nochmals:
(19.01.2011, 08:03)
WolfDrei:   Zur weiteren Farbcharakterisierung von R. avunculus eine Seitenaufnahme
(19.01.2011, 07:50)
Ronny:   Einen so dunklen Rhinopithecus brellichi-Mann habe ich in Beijing nicht gesehen. Alle Tiere waren so grau. Dein Bild zeigt einen sehr h├╝bsches Tier.
(14.01.2011, 23:09)
WolfDrei:   Jungtier vom Tonkin-Stumpfnasenaffen, seinerzeit in der CucPhuong-Station von Herrn Tilo Nadler
(14.01.2011, 19:57)
WolfDrei:   um den Farbwechsel zu zeigen: Rhinopithecus brellichi-Mann
(14.01.2011, 19:54)
Michael Mettler:   Bei Arten wie Nasenaffe und Goldstumpfnase kommt mir immer mal der Gedanke, dass uns nur aus Knochenfunden bekannte Tierformen viel skurriler ausgesehen haben k├Ânnten als es unsere Rekonstruktionen vermuten lassen. Vermutlich k├Ąme doch kein Pal├Ąontologe auf die Idee, aus dem Skelett einer der genannten Affenformen auf ein blau-goldenes oder mit einer gewaltigen Kartoffelnase versehenes Tier zu schlie├čen.
(14.01.2011, 13:41)
Ronny:   Dann steuere ich mal noch die dritte Art hinzu, die Graue Stumpfnase (R. brelichi) - auch Zoo Beijing.
(14.01.2011, 10:50)
Sacha:   Sollte ich je mal in einen Zoo kommen, der Goldstumpfnasenaffen zeigt, dann wird daf├╝r eine ganze Fotochipkarte f├╝r die reserviert...
(14.01.2011, 10:05)
WolfDrei:   --und die J├╝nan-Stumpfnase (ein Weibchen, R. bieti) - auch Zoo Beijing
(13.01.2011, 20:42)
WolfDrei:   Immerhin, 2 Arten kann ich beisteuern:
Rhinopithecus roxellanae (Zoo Beijing)
(13.01.2011, 20:39)
WolfDrei:   Stumpfnasenaffen geh├Âren ja auch zu den Nasenaffen: Als Neujahrsgru├č erhielt ich soeben ein Foto des fast ausgerotteten Tonkin-Stumpfnasenaffen (Rhinopithecus avunculus) aus Nordvietnam (ca 200 Tiere, in den Achtzigern als ausgerottet angesehen). Foto: Cedric Libert, CEPA, der Schwesterorganisation der ZGAP (Zoologische Gesellschaft f├╝r Arten-und Populationsschutz)
(13.01.2011, 20:31)
J├Ârn Hegner:   Nasenaffen habe ich bis jetzt noch nie live gesehen . Die gibts ja heutzutage nur noch im Zoo von Singapur . Dort reise ich vielleicht in etwa zwei Jahren hin und so lange muss ich dann noch Geduld haben .
(16.07.2008, 20:58)
WolfDrei:   PS:sogar 5 unbekannte: also summarisch 23 Kleideraffen?
(05.08.2007, 22:04)
WolfDrei:   stelle soeben mit ├ťberraschung fest, da├č in San Diego nach ISIS "pl├Âtzlich", nicht nur wie bisher 0.2, sondern 9,9 +3 unbekannte KLEIDERaffen sein sollen. Kann das best├Ątigt werden???
(05.08.2007, 22:00)
IP66:   In K├Âln endete ein Vergesellschaftungsversuch zweier Nasenaffenm├Ąnner damit, da├č ein Tier dem anderen den Arm abbi├č. Das einarmige Tier hat aber noch lange gelebt, es war eines der letzten, und ich meine, da├č es auch noch abgegeben wurde.
(14.07.2007, 10:55)
Michael Mettler:   P.S. Hatte Stuttgart nicht zuletzt zwei Paare Nasenaffen, von den aber nur eins im Schaubereich untergebracht war?
(13.07.2007, 21:00)
Michael Mettler:   Zumindest auf die 80er und die hiesigen Zoos bezogen kann ich das nicht best├Ątigen. Ich habe damals in Berlin, Basel und Stuttgart adulte Nasenaffenm├Ąnner fotografiert. Aus K├Âln habe ich zwar nur ein Foto eines Weibchens, aber da es dort auch Nachwuchs gab, muss wohl mindestens ein M├Ąnnchen vorhanden gewesen sein... Habe aber dunkel in Erinnerung, dass man wegen Unvertr├Ąglichkeit nur ein erwachsenes M├Ąnnchen pro Gruppe halten konnte.
(13.07.2007, 20:54)
Albert Roolfs:   Warum gibt es in Zoos so selten m├Ąnnliche Nasenaffen zu sehen? Auch auf Borneo im Lokawi-Zoo habe ich nur 7 Weibchen, jung und alt, gesehen. In den 80ern habe ich in K├Âln und Stuttgart auch nur wenige M├Ąnnchen gesehen. Sind die M├Ąnnchen wesentlich schwieriger zu halten? Auf isis lese ich allerdings, dass der Zoo Singapore 11.5 Nasenaffen h├Ąlt.
(13.07.2007, 20:02)
Michael Mettler:   @IP66: Aus eigener Erinnerung kann ich nur f├╝r die Zeit ab den 80ern sprechen, aber in den weitaus meisten Zoos sah ich damals die Languren und Guerezas in den ├╝blichen Affenhaus-Standardk├Ąfigen, und die Einrichtung unterschied sich nicht von der anderer niederer Affenarten (oder Lemuren, wie in K├Âln oder Duisburg) nebenan. Als Ausnahme f├Ąllt mir spontan Emmen ein, wo Guerezas damals eine ger├Ąumige Voliere bewohnten. Apropos Duisburg: Im ├äquatorium, wo es damals deutlich mehr Arten als K├Ąfige gab, hatten die Schlankaffen sogar noch Mitbewohner; zumindest erinnere ich mich an Lemuren bei den Guerezas und Wei├čbart- alias B├Ąrenstummelaffen.
(13.07.2007, 14:19)
Marcia:   Die beiden Aspinall-Zoos in England sind in der Haltung und Zucht verschiedener Languren-Arten besonders erfolgreich, und das, obwohl ( oder deswegen ? )die Tiere eher unkonventionell in gro├čen, recht einfachen Holz-Anlagen gehalten werden, mit recht kleinen Innenbehausungen.Derzeit werden noch 4 Formen gepflegt und nachgezogen.
(13.07.2007, 13:50)
IP66:   Vielen Dank! Gab es eigentlich einen eigenen Bautyp f├╝r Schlankaffenk├Ąfige? Ich frage, weil ich letztens im stuttgarter Affenhaus dar├╝ber nachgeacht habe. Vermutlich ist es ein Grundproblem bei den niederen Affen, da├č es so viele Arten gibt und die Affenh├Ąuser durch Verg├Â├čerung des Platzes pro Art einfach weniger Zuchtgruppen aufnehmen k├Ânnen. Immerhin haben sich die Guerezas ja etabliert, ├Ąhnlich wie bei den rareren S├╝damerikanern die Wei├čnasensakis.
(13.07.2007, 11:53)
Michael Mettler:   @IP66: Im vom Zoo Hannover gef├╝hrten Hulman-Zuchtbuch gibt es dazu ein paar Aussagen.

Erstens ist die F├╝tterung von Schlankaffen immer noch ein Problem. Offensichtlich neigen sie dazu, von Futterzweigen nicht nur die Bl├Ątter aufzunehmen, sondern auch die Rinde in langen Streifen abzusch├Ąlen und zu schlucken, was dann zu lebensgef├Ąhrlicher Bezoarbildung im Magen f├╝hren kann. Hulmans sind in dieser Hinsicht die unkompliziertesten Languren, weil sie nicht so stark auf Bl├Ątternahrung spezialisiert sind und auch "herk├Âmmliches Affenfutter" als Teil ihrer Ern├Ąhrung einbauen k├Ânnen. Diese Flexibilit├Ąt d├╝rfte auch der Grund daf├╝r sein, dass Hulmans zu Kulturfolgern werden konnten.

Zweitens sind aus den w├Ąhrend der Schlankaffen-"Modewelle" der 60er importierten Tieren zu wenige Zuchtst├Ąmme entstanden, und auch davon sind einige zwischenzeitlich wieder zusammengebrochen (siehe Nasenaffe) oder stehen kurz davor bzw. hangeln sich seit Jahren an der Grenze dazu entlang (siehe Kleideraffe oder Brillenlangur). Die weitere Entwicklung bei den Haubenlanguren bleibt abzuwarten, die Gr├╝ndertiere dieser Art wurden erst wesentlich sp├Ąter importiert (das m├╝sste etwa Ende der 70er, Anfang der 80er gewesen sein). So erfreulich es z.B. ist, dass mit Hannover in j├╝ngerer Zeit ein neuer Halter hinzu kam, so traurig ist hier bislang die Bilanz, denn au├čer mehreren Verlusten erwachsener Tiere wurde auch noch kein einziges der geborenen Jungen aufgezogen (u.a. wegen Unruhe im Sozialgef├╝ge).

Es scheint so, als habe der in den 60ern noch in Hochbl├╝te bestehende Hang zu artenreichen Sammlungen der Etablierung im Weg gestanden. Von vielen Languren kamen nur geringe St├╝ckzahlen oder gar Einzeltiere in die Zoos (Man lese nur mal die Duisburger Chroniken aus dieser Zeit!), nur selten gab es gr├Â├čere Gruppen bzw. Arten, die in mehreren Zoos gleichzeitig gehalten wurden. Zu letzteren geh├Ârten kurioserweise ausgerechnet die Kleider- und Nasenaffen; das mag einerseits an ihrem auffallenderen ├äu├čeren, andererseits vielleicht auch an Prestigedenken gelegen haben, denn das waren anscheinend auch die teuersten Languren. Im Buch "Gottes wilde Gesch├Âpfe" des fr├╝her in S├╝dostasien t├Ątigen Tierh├Ąndlers Jean-Yves Domalain ist eine Gro├čhandelspreisliste eines Tierexporteurs in Bangkok von Ende 1973 abgedruckt. Der Preis f├╝r einen Kleideraffen lag darin bei 250 Dollar, die beiden anderen angebotenen Languren-Arten (Brillenlangur und Budeng) waren schon f├╝r 28 bzw. 30 Dollar zu haben (zum Vergleich: ein junger Rhesusaffe kostete 20 Dollar)....
(13.07.2007, 10:07)
IP66:   Mir scheint, da├č dieser Thread auch f├╝r eine generelle Frage der Haltung von Languren taugt: Es sieht ja nicht sehr gut aus, auch wenn bei den Kleideraffen in K├Âln ein Jungtier herumh├╝pft. Der Bestand bei den Brillenlanguren ist auch nicht sehr gro├č, bei den Hulmans stehen sich wohl verschiedene Unterarten im Weg, einzig den Schopflanguren ergeht es ein wenig besser, und bei den Guerezas gibt es zumindest eine Unterart, die ganz gut vertreten ist. Woran liegt das? Sind noch Haltungsprobleme zu l├Âsen? Haben wir zu wenig Affenh├Ąuser mit zu wenigen Arten? Haben zu wenige Zoos Interesse an den Tieren?
(12.07.2007, 18:37)
Shensi-Takin:   Was MM mit der medizinischen Prophylaxe anspricht: auch im s├╝dostasiatischen Raum gibt es tiermedzinisch modern gef├╝hrte Einrichtungen mit blattfressenden Schlankaffen-z.B. das Endangered Primate Rescue Center in der Ninh Binh Province in Vietnam oder der Singapur Zoo. Es gibt aber auch sogenannte "Schutzzentren", aus denen man die Tiere zu ihren Schutz entfernen sollte-weil jedliche Kenntnis ├╝ber moderne Haltung fehlt oder nicht angenommen wird bzw. es an finanz. Mitteln/guten Personal fehlt. Bei solchen in-situ Projekten vor Ort ist es ausnehmend wichtig, wer genau dahinter steckt-etwa eine westliche seri├Âse Naturschutzorganisation(beim ersteren z.B. die Frankfurter Zoologische Stiftung, im Falle der Goldstumpfnasen die chinesische Regierung). Abh├Ąngig davon, wie diese vor Ort agieren, ihrem Personal(siehe auch Sacha Beuths Hinweis mit der Korruption)auf die Finger schauen bzw. regelm├Ą├čig und sorgf├Ąltig nach dem Rechten sehen, gibt es hier z.T. gr├Â├čere Unterschiede, wobei z.B. die Chinesen allm├Ąhlich beginnen, auch mit westlichen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten-mit Folgen f├╝r das Haltungsmanagement.
Zu der Sache mit instabilen Regierungen: politische Differenzen erschweren die Arbeit gerade vor Ort, sei es, weil in milit├Ąrischen Krisen kein Platz f├╝r Naturschutz existiert, sei es, weil man als ausl├Ąndischer Wissenschaftler ganz von der Gnade der gerade Regierenden abh├Ąngig ist, die wechselhaft wie das Wetter umschlagen und Arbeiten vor Ort unm├Âglich machen kann, und sei es, weil einfach die Lage vor Ort zu gef├Ąhrlich f├╝r das eigene Wohl werden kann. Es sei an die Unruhen in Ruanda, an den Sudan, an das neuere Zimabwe unter Mugabwe oder an Nordkorea erinnert.
Was ein in-situ Projekt vor Ort betrifft-gewiss, es gibt einige Vorteile: das passende Futter ist einfachst zu beschaffen, das Klima passt, die Einheimischen k├Ânnen am Schutz aktiv mitwirken usw.
Doch hat man ebenso dort Probleme: wo kriegt man z.B. ohne weiteres die n├Âtige Einrichtungen/Ausr├╝stung f├╝r tiermedizinische Eingriffe, wo das fachkundige, arbeitswillige Personal, wo vor Ort finanzielle Unterst├╝tzung bzw. moderne Forschungseinrichtungen her, die einem bei komplizierteren Analysen das passende Equipment samt Facharbeiter liefern k├Ânnen? Nicht selten scheitert das Ganze an sinnvollen Unterbringungsm├Âglichkeiten vor Ort f├╝r die Tiere oder an der Unkenntnis des lokalen Personals ├╝ber einfache Hygienema├čnahmen/Tierhaltungsfaktoren. H├Ąufig existieren(auch hierzulande) wenig bis keine Informationen ├╝ber die Wirkung(sdosis) bestimmter Medikamente bei der jeweiligen seltenen Spezies bzw. ├╝ber deren lokalen Krankheiten/Parasiten und man hat keine F├╝lle an diversen Pharmazeutika und Fachleuten vor Ort, die man ggf. akut nutzen kann. Wenn man im ex-situ Projekt z.B. in einem dt. Zoo ein schweres Verdauungsproblem bei seinen Nasenaffen habe, kann man sich an verschiedene Einrichtungen und Fachspezialisten in diesem(z.B. im IZW)wie auch an internationale Hilfe wenden-auf Borneo d├╝rfte das weitaus schwerer sein(v.a. bei akuten F├Ąllen).

Die Angelegenheit beim Kalifornischen Kondor, beim Schwarzfu├čiltis oder der Arabischen Oryx wie auch beim gro├čen Panda liegt auch ein klein wenig anders: diese Zuchtprogramme und Wiederansiedlungsprojekten k├Ânnen sich der finanzieller Unterst├╝tzung der jeweiligen Regierung bzw. Machtinhaber samt passendem internationalen Fachpersonal und uneigenn├╝tziger Hilfe seitens der Bev├Âlkerung erfreuen erfreuen-beim Nasenaffen, Tonkinlanguren, Roten Colobusaffen oder Kleideraffen sieht die Situation schon etwas anders aus; zwar k├╝mmern sich hier auch u.a. westliche Naturschutzorganisationen um diese Tiere, allerdings eher am Randspektrum des allg. Interesses der lokalen Regierung(es sei denn, man kann daran verdienen) und mit chronisch schwinds├╝chtigen finanz. Mitteln-noch dazu in ├Ąrmeren L├Ąndern der Welt, deren Bewohner weitaus andere Sorgen als Naturschutz haben.

Dementsprechend kann mitunter nur m├╝hevoll und langwierig eine Arbeitsplattform f├╝r loake in-situ Schutzma├čnahmen geschaffen werden. Was liegt also n├Ąher, als in einigen gut ausgew├Ąhlten ex-situ Stationen parallel dazu bereits vorzuarbeiten -sodass deren Erkenntnisse auch in-situ Projekten zugute kommen -und vice versa. Des weiteren sehe ich in ex-situ Projekten den Vorteil einer "Sicherheitskopie", eines "Asses im ├ärmel"; sollte irgendein schwerwiegendes Problem in dem Ursprungsland auftauchen und das in-situ Projekte zunichte machen, h├Ątte man mit einem gutgehenden Ex-situ Projekt die M├Âglichkeit, darauf aufbauend nochmal von vorne anzufangen.
Zu der Angelegenheit mit den Nasenaffen im speziellen bzw. schwerf├╝ttrigen, schwierig zu haltenden Arten im allgemeinen: mE sollten funktionierenden In-situ Projekten der Vorrang vor nicht funktionierenden bzw. zu verlustreichen Ex-situ Projekten einger├Ąumt werden. Ebenso sollte aber nicht von Anfang an die Flinte ins Korn geworfen und die Hoffnung auf die ex-situ Haltung von Arten verworfen werden, nur weil es Schwierigkeiten gibt; auch ehemals als schwierig geltende Arten wie Guerezas oder G├Ąmsen k├Ânnen in heutigen Zoos inzwischen recht problemlos gehalten werden.
Es w├Ąre sowohl f├╝r Bem├╝hungen des Naturschutzes wie auch f├╝r viele Zoofreunde bedauerlich, wenn Haltungen von Arten wie Kleideraffen, bei denen inzwischen erste Fortschritte gelungen sind, zugunsten anderer, leichter zu haltender Affenarten aufgegeben werden.
Vielmehr k├Ânnte hier eine bessere Zusammenarbeit zw. Ex-und in-situ Projekten versucht werden.
(05.10.2006, 19:37)
Ulli:   Hallo Sascha,
danke f├╝r Deine umfassende Aufkl├Ąrung - ich denke, wir liegen mit unseren Auffassungen hinsichtlich des Nasenaffenschutzes vor Ort nicht sehr weit auseinander - Du bist hier etwas skeptischer, ich bin hier (noch) etwas optimistischer.


(05.10.2006, 14:25)
Sacha Beuth:   @Ulli: Ich kann mit den Reha-Zentren f├╝r Nasenaffen nur bedingt helfen. Weil ich die Tiere wie schon anderweitig geschildert in freier Wildbahn erleben durfte (sehr Nahe vom Boot aus), wollte ich nicht extra auch noch ein solches Center besuchen. Meines Wissens gibt es im malayischen Teil der Insel Borneo zwei solcher Center (ohne Garantie auf Vollst├Ąndigkeit): Labuk Bay Proboscis Monkey Sanctuary in Sandokan (Teilbundesstaat Sabah) und das Semenggok Wildlife Rehabilitation Center (Teilbundesstaat Sarawak). Wie es dort bez├╝glich Haltung und Zuchterfolge bestellt ist, kann ich nicht sagen.
Zu Deiner Anmerkung wegen der Verlustquote: Ich gebe Dir absolut recht, dass sie im Zoo Surabaya viel zu hoch war. Andererseits geht es beim Wildern - das Du in diesem Zusammenhang erw├Ąhnt hast - ja auch nicht um ein "einzelnes" Tier, sondern um die Gesamtmenge. Wilderei spielt beim Thema Nasenaffen allerdings nur eine geringe Rolle. Die Hauptbedrohung ist die rasante Zerst├Ârung ihres Lebensraumes (vor allem des begehrten Mangrovenholzes wegen). Und trifft es den nicht eben einen einzelnen Affen, sondern eine oder gleich mehrere Familien.
Die politische Lage in Malaysia halte ich f├╝r stabil. In Indonesien w├╝rde ich sagen, ist es von Teilregion zu Teilregion unterschiedlich. Und es kann sich schnell ├Ąndern (siehe Anschl├Ąge auf der "friedlichen" Insel Bali). Im ├╝brigen habe ich die Regierungen von Dritte-Welt-L├Ąndern nicht per se in Zweifel gezogen, sondern das Know-how der Leute, die mit dem Haltungsversuch im Zoo Surabaya zu tun hatten.
Korrupte Beamte gibt es ├╝berall. Daf├╝r braucht man nicht extra nach S├╝dostasien zu reisen (meist nur eine Frage des Preises). Der verst├Ąrkte Einbezug internationaler Naturschutzorganisationen ist w├╝nschenswert. Leider gibt es meist Aerger, wenn es ums Verteilen der finanziellen Hilfe geht. Das wollen die Einheimischen n├Ąmlich selber bestimmen und nicht selten fliesst dann das Geld in Taschen, in die es nicht geh├Ârt (was auch Freunde von mir best├Ątigen, die f├╝r ein Hilfsprojekt zum touristischen Ausbau eines Nationalpark in Bolivien arbeiten). Hierzu geh├Âren auch Deine geforderten Strafen f├╝r Wilderer und Holzschl├Ąger. Die Preise f├╝r gewisse Produkte sind so hoch, dass sich diese Menschen (die meist nichts zu verlieren haben) immer wieder dazu verleiten lassen - trotz drastischer Strafen (siehe Nashorn). Nur wenn diese Menschen vom Naturschutz profitieren, lassen sie auch das Wildern. Bei den Nasenaffen KOENNTE dies auf zwei Wegen gelingen. Einerseits durch Tourismus vor Ort (steckt noch in den Kinderschuhen) und andererseits (f├╝r Familien, die nicht das n├Âtige Kleingeld f├╝r eine Dschungeltour haben) durch Ausleihen ganzer heimatloser Gruppen an ausgew├Ąhlte Zoos (Leihgeb├╝hr wird zum Auf- und Ausbau von Schutzgebieten verwendet. Aber eben: Dann h├Ątten wir wieder das Problem mit
dem Verteilen).
Fazit: Ich bin wohl einer, der Nasenaffen im Zoo sehr gerne sieht und darum tendenziell eher f├╝r einem Aufbau einer Ex-situ-Population. Allerdings halte ich eine in-situ-Population (unter Leitung wirklich erfahrener Fachleute) gegenw├Ąrtig f├╝r noch zwingender. Da ich aber auch diverse hier eingebrachte Argumente gegen eine Gefangenschaftshaltung im Allgemeinen nicht vom Tisch wischen kann, bin ich wie gesagt noch immer gespalten.
(05.10.2006, 12:39)
Ulli:   Zu Michael:
Ich kann hier nur einen Beitrag dieses Forums von Michael Amend zitieren:
„ Der Zoo Surabaya erhielt im Fr├╝hling und Herbst 1998 in zwei Gruppen aufgeteilt, zwischen 60 und 85 Nasenaffen ( die genaue Anzahl h├Ąlt der Zoo geheim - und dies sind nur die tats├Ąchlich im Zoo angekommenen Tiere). Davon ├╝berlebten 25, der Rest starb an Stress, Krankheiten und an der Futterumstellung. Nachzuchten gab es keine“ – da kann ich ├╝ber ein einzelnes erwildertes Tier, so bedauerlich und unentschuldbar es ist (!), nur l├Ącheln.

Ob es zur Zeit ├╝berhaupt Auffangstationen f├╝r Nasenaffen gibt, wird Sascha Beuth vielleicht wissen – ich wei├č es selbst nicht. Andererseits scheint die Arbeit in Orang-Auffangstationen, auch unter Ber├╝cksichtigung aller Frusterlebnisse, durchaus Fr├╝chte zu tragen. Die prim├Ąre Aufgabe soll aber immer noch der Lebensraum-Schutz bleiben.

Inwieweit Indonesien zur Zeit ein stabiles politisches Land ist, dar├╝ber gehen zur Zeit die Meinungen und Informationen auseinander ( Es scheint sich aber nach den Jahren der Suharto-Diktatur, trotz aller ethnischen Konflikte, deutlich stabilisiert zu haben .) Dennoch ist es m├Âglich, auch in einem vermeintlich korrupten und instabilen Land effektiven Naturschutz zu betreiben, wenn die Regierenden es als Kulturauftrag verstehen. Auch ein etwas zwielichtiger Politiker wie der damalige keniatische Pr├Ąsident Moi hat auf recht drastische Weise dem Elfenbeinhandel Einhalt geboten – das dieser Handel wieder ins Gespr├Ąch kommt, liegt neben den Bef├╝rchtungen der betroffenen L├Ąnder vor eventuellen ├ťberpopulationen von Elefanten aber sicher auch an Einzelinteressen von Personen oder Organisationen aus der westlichen Welt.

Ich denke, man soll Regierungen in Dritte-Welt-L├Ąndern nicht per se und von vornherein in
Zweifel ziehen – auch wenn ich durch Informationen von amnesty international schon sehr desillusioniert bin und zweifellos auch ich Deine Bef├╝rchtungen durchaus teile.

Auch in demokratischen Musterl├Ąndern wie in der EU gibt es zweifelhafte Handlungen im Bereich des Naturschutzes ... dar├╝ber hinaus sind Publicity-Streben und vielleicht auch so etwas wie Eitelkeiten manchem westlichen Zoodirektor auch nicht ganz so fremd. Es gab und gibt immer Modetierarten, auf die man es, auch als Zoobesucher, besonders abgesehen hat – fr├╝her war es der Bongo, morgen vielleicht der Nasenaffe.

Im ├ťbrigen sprach ich auch von einer internationalen Arbeit und auch von einer unmittelbaren Einbeziehung von NGOs wie dem WWF.




(05.10.2006, 11:28)
Michael Mettler:   Was die medizinische Prophylaxe betrifft: Auch die s├╝dostasiatischen Zoos hatten 50 Jahre (und mehr) Zeit, sich in dieser Hinsicht auf den neuesten bzw. erforderlichen Stand zu bringen. So wie es sich unten liest, scheint man aber auch vor Ort nicht sehr viel weiter zu sein als au├čerhalb S├╝dostasiens. Wie sind denn die bisherigen Haltungserfolge in Auffangstationen, gibt es da Informationen?

Ein langfristiges Erhaltungsprojekt in situ ist nat├╝rlich auch von einer stabilen politischen Situation abh├Ąngig. Ich bin nun wahrlich kein Politikexperte, aber auf Indonesien w├╝rde ich dabei nicht unbedingt wetten. Und wenn der Schutz vor Ort so ├Ąhnlich aussieht wie auf Madagaskar, wo sich selbst die Wildh├╝ter hie und da einen Lemuren als Braten g├Ânnen (und daran nichts Verkehrtes finden), dann w├Ąre der Aufbau einer Parallel-Population - wo auch immer - vielleicht doch nicht ganz verkehrt.
(05.10.2006, 10:28)
Ulli:   Wenn ich die bisherigen Beitr├Ąge Revue passieren lasse, finde ich nach wie vor wenig ├ťberzeugendes f├╝r eine Zootierhaltung von Nasenaffen.

Die genannten Haltungs-Beispiele in den Zoo Surabaya, Singapur, New York oder San Diego
finde ich wenig ermutigend.

Ich bin immer noch der festen ├ťberzeugung, die Tiere sind im Ursprungsgebiet am besten aufgehoben. Wenn ich in dem Zusammenhang von einer Gefangenschaftshaltung sprach, meinte ich hiermit eine reine Auffangstation f├╝r verwaiste oder verletzte Tiere. Wenn in diesem Rahmen, neue Forschungs-Erkenntnisse zur Ern├Ąhrungsweise gefunden werden k├Ânnen, w├╝rde ich mich dar├╝ber sehr freuen.

Es nennen vor allem diejenigen Forumsteilnehmer die Entscheidung ├╝ber eine Zootierhaltung „schwierig“, die doch recht unverhohlen eine Haltung begr├╝├čen w├╝rden.

Es gibt bei der Ern├Ąhrungs-Erforschung immer noch zwei Wege: die eine Methode w├╝rde ich „Versuch und Irrtum“ nennen – man biete m├Âglichst Unterschiedliches an und konzentriere sich anschlie├čend auf das am meisten Angenommene. Die andere, deutlich m├╝hsamere aber auch wissenschaftlichere Methode ist immer noch die Kotanalyse, die Auswertung der Futterstellen und die reine Beobachtung – dies geht nun einmal nur vor Ort. Diese Aufgabe kann durchaus eine internationale Vereinigung von Universit├Ąten aus verschiedenen Kontinenten betreuen – jede Universit├Ąt bringt ihre spezifischen Erkenntnisse mit ein. Ein riesiges Schutzgebiet mit einem Holzeinschlagverbot (unter Androhung drastischer Strafen) unter der Verwaltung der Regierung oder auch des WWF bleibt aber die unabdingbare Voraussetzung wie auch die Einbindung der Bev├Âlkerung vor Ort.

Was die medizinische Prophylaxe anbetrifft, so sind die M├Âglichkeiten vor Ort ebenso gut herstellbar. Welche Gefahr man als gr├Â├čer einsch├Ątzt, ob die Nasenaffen nun von einheimischen Parasiten oder eher von Hinterlassenschaften der westlichen Industriegesellschaft (Abgase) und f├╝r die Nasenaffen unbekannte Infektionskrankheiten mehr gef├Ąhrdet werden, muss jeder f├╝r sich selbst beurteilen.

Die zahlm├Ąssigen Verluste an Nasenaffen bei einer eh schon kleinen Population w├Ąhrend der Eingew├Âhnung in einer fremden Umgebung und in einem fremden Klima sind dagegen nicht zu rechtfertigen.

Das Beispiel mit dem Kalifornischen Kondor finde ich in diesem Zusammenhang eher unpassend. Die Kondore gab es nur noch in einer absolut ├╝berschaubaren Anzahl (R├╝ckgang von 82 auf 24 Tiere), die Tiere wurden nicht (!) in ein fremdes Klima verfrachtet, ├╝ber die Gr├╝nde f├╝r ihren R├╝ckgang, ihre Biologie, ihre Verhaltensweisen sowie ihre Ern├Ąhrung gab es bereits umfassende Erkenntnisse.

Die Tiere wurden dar├╝ber hinaus unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit gehalten und gleichzeitig wurden die Lebensbedingungen f├╝r eine Wiederauswilderung (z.B. die Nutzung der Insektenvernichtungsmittel) deutlich verbessert. Womit ich wieder am wesentlichen Punkt gelandet bin: ohne geeigneten Lebensraum kann eine Art auf Dauer nicht ├╝berleben – ein Zoo
kann (!) wie im Fall des Kalifornischen Kondors eine Zeitlang so etwas wie eine „Arche Noah“ bilden – ob ich diese Strategie im Falle des Nasenaffen oder einer anderen heiklen Bl├Ątteraffen-Art als gangbaren Weg betrachten kann, daran habe ich doch ganz erhebliche Zweifel.

(05.10.2006, 09:06)
Shensi-Takin:   Soweit ich wei├č, waren die Ergebnisse in San Diego eher wenig zufrieden stellend(u.a. gastrointestinale Probleme); ob auch Einzelexemplare starben, wei├č ich allerdings nicht zu sagen.
Ich kenne vom LA Zoo v.a. seine veterin├Ąrmedizinische Abteilung-und die hat u.a. ganz interessante Untersuchungen hinsichtlich Gemeinschaftshaltungen verschiedener Arten durchgef├╝hrt, die durchaus von Bedeutung sind.
Wie gesagt, ich glaube nicht, dass von LA aus die Goldstumpfnase ihren "Siegeszug";) durch westliche Zoos beginnen wird, vermute aber, dass man in n├Ąchster Zukunft anderweitig damit rechnen kann.
(03.10.2006, 19:56)
Mulan:   @Shensi-Takin Was ist in San Diego passiert ? Das waren doch nur Leihtiere, die wieder nach China zur├╝ck gegangen sind, oder sind die am Ende in San Diego eingegangen ? Den L.A Zoo halte ich f├╝r einen der schlechtesten Zoos in den USA , von daher hielte ich es auch f├╝r sinnvoller,die Goldstumpf-Nasenaffen woanders hinzugeben,z.B in das Duke Primate Center.
(03.10.2006, 18:51)
Shensi-Takin:   @th.oma.s: OK.
@Mulan: Was das Paar angeht, das durch diplomatisches Geschick dem LA Zoo zugute kommt, so halte ich das eher f├╝r eine ungl├╝ckliche Basis f├╝r die weitere Verbreitung der Spezies in westlichen Zoos. Sicher, der LA Zoo ist einer der besseren Zoos der USA-u.a. was auch den veterin├Ąrmedizinischen Sektor angeht-doch denke ich, dass Klima(zu hei├č) und Zusammenstellung(statt einem Paar vielmehr eine kleine Gruppe) den erfolgreichen Einstieg etwas erschweren werden; rein klimatechnisch w├Ąre eher ein Zoo mit k├Ąlteren Klima, dem nat├╝rlichen Klima eher angepasst-z.B. Orgeon oder Port Defiance-besser gewesen.
Da es aber in Peking, wo die Art seit l├Ąngerem gehalten wird, im Sommer(wie ich selbst feststellen d├╝rfte) sehr hei├č werden kann, d├╝rften die Affen auch damit klar kommen.
So oder so wird die Angelegenheit sicher interessant werden; es bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht das gleiche Ende wie die Haltungsversuche in San Diego nimmt.

(03.10.2006, 13:26)
th.oma.s:   @shensi-takin: der mit "@ schensi-takin" gezeichnete beitrag war von mir, es handelt sich um ein "technisches" versehen, sorry.
(03.10.2006, 10:27)
Mulan:   Los Angeles erh├Ąlt Goldstumpf-Nasenaffen.
(03.10.2006, 06:32)
Shensi-Takin:   Sorry, muss mich selbst korrigieren: Pocken sind nat├╝rlich eine Virus- bedingte Krankheit(wobei Viren laut g├Ąngiger Lehrmeinung nicht als Lebewesen gelten); gemeint war Yersinai pestis, das PESTbakterium. Man m├Âge mir diesen Schreibfehler zur sp├Ąten Stunde bitte nachsehen.
Eine kurze Bemerkung zum Beitrag meines "Namensvetters": das Problem ist u.a. die Etablierung einer Haltungsform in den Herkunftsl├Ąndern, die mit den in westlichen L├Ąndern vergleichbar sein sollte. Wer die Zust├Ąnde asiatischer Zoos kennt, wei├č, welche Probleme damit verbunden sind, moderne Haltungsformen zu etablieren; es fehlt an Geld, Fachwissen/ausgebildeten Personal, Ausstattung/Geb├Ąuden, uvm. Insofern m├╝sste da eine st├Ąrkere Zusammenarbeit zw. westlichen und asiatischen Zoos/Institutionen erfolgen, um ├╝berhaupt eine erfolgreiche Grundlage f├╝r weitere Bem├╝hungen zu schaffen; dies ist bislang nur in Einzelf├Ąllen der Fall. Insofern w├Ąre es eher zu begr├╝├čen, zu Beginn derartiger Projekte solche Haltungsgruppen in dem Ursprungsgebiet benachbarten Einrichtungen(z.B. Singapur Zoo)mit modernen Haltungsstandards unterzubringen und zu erforschen, w├Ąhrend man parallel Schutz und Haltungsm├Âglichkeiten der Tiere vor Ort ausbaut.Die Erkenntnisse der benachbarten, modernen Einrichtungen m├╝ssten dann auf westliche Haltungen transferriert werden-was mitunter eine "Trial& Error"-Angelegenheit ist(hat man doch in Europa meist nicht die passenden Futterpflanzen parat, ein anderes Klima usw.). Ggf. k├Ânnte durch gezieltes Experimentieren in etablierten Haltungen(z.B. in Asien) sowie sorgf├Ąltige Analyse bereits bekannter Haltungsbspe. dieser
Unsicherheitsfaktor verringert werden. Ich schliesse mich aber der Meinung an, dass die Goldenen Stumpfnasen durchaus in naher Zukunft den Weg in europ├Ąische Einrichtungen finden werden-nicht nur, weil sich die Haltung/Zucht in chinesischen Zoos als relativ problemlos(ein Problem ist bis dato der ├ťberschu├č an m├Ąnnlichen Jungtieren im Vergleich zur Gesamtgeburtszahl)gezeigt hat und China mit verschiedenen Projekten dieser winterharten Art f├Ârdert, sondern weil es eine auch f├╝r das Massenpublikum ├╝beraus interessante Spezies(wie man an den Reaktionen des chinesischen Publikums erkennen kann) -sozusagen ein "Gro├čer Panda" unter den Primaten-ist; ein Faktum, das auch das Interesse Rotterdams am Erwerb dieser Tiere erkl├Ąren d├╝rfte. Zwar sind Nasenaffen ebenso f├╝r den Besucher interessant, jedoch scheint hier ein gr├Â├čeres Forschungsdefizit hinsichtlich optimaler Haltung vorzuliegen-das "Pioniere" wie Singapur oder Tokio sowie lokale Einrichtungen noch weiter ausloten m├╝ssen, ehe es vetretbar w├Ąre, die Art international zu halten, ohne gro├če Verluste riskieren zu m├╝ssen. ├ähnliches gilt auch f├╝r andere bedrohte Schlankaffen wie z.B. die herrlich skurille Braune Stumpfnase.
(02.10.2006, 23:40)
Shensi-Takin:   @MM: Hinsichtlich lokaler Krankheiten/ Parasiten ist es idT mitunter der Fall, dass so die Infektionskette(z.B. keine Vektoren) durchbrochen werden kann-und dass das tiermedizinische Wissen im ex-situ Land besser ist.
Mangel an Hygiene und resultierende Krankheitsverbreitung waren auch ein Grund f├╝r den gro├čen Verlust von Sumatra-Nash├Ârnern in indonesischen Zuchteinrichtungen.
Allerdings hat man bei ex-situ-Projekten auch das Problem, dass im ex-situ Land heimische Krankheiten/Parasiten f├╝r die hierher gebrachten Tiere verheerend sein k├Ânnen-z.B. Toxoplasmose bei Primaten. Insofern h├Ąngt der Erfolg derartiger Projekte sehr stark von der Voraussicht der behandelnden Tiermediziner sowie einer ausreichenden Wissensbasis(die durch internationalen Austausch von Infos und Erfahrungsberichten zustandekommt) ab.
Was die Handaufzucht von Menschenaffen u.a. sowie weiteres angeht, so kann ich den von Herrn Mettler bereits geschriebenen Worten nur zustimmen; diese Fehlpr├Ągung brachte bzw. bringt auch immer wieder Probleme im Fortpflanzungsgeschehen, etwa Ablehnung des als "fremd" empfundenen Sexualpartners oder fehlende Jungenf├╝rsorge der M├╝tter(da es auch an erfahrenen "Tanten" fehlt) sowie gezielte Aggression gegen├╝ber den als "Artgenossen" empfundenen Menschen mit sich.
Was die generelle Ablehnung von Wildf├Ąngen angeht: was vielen entgeht ist die Tatsache, wieviel der im Zoo und Zoohandel gezeigten bzw. gehandelten Arten Wildf├Ąnge sind-gerade im Bereich Fische oder V├Âgel. Doch scheinen sich Tiersch├╝tzer weniger ├╝ber die wildgefangenen Roten Neons im heimischen Aquarium als ├╝ber den vereinzelten wildgefangenen Elefanten Gedanken zu machen...Wenn der Fang sorgf├Ąltig und ma├čvoll(ohne die nat├╝rlichen Best├Ąnde ernsthaft zu gef├Ąhrden) und der Transport m├Âglichst verlustfrei abl├Ąuft, bevorzuge ich dies eher als die Alternative, die Art im Notfall ganz aussterben zu lassen.

PS: der Artikel von "@shensi-Takin" stammt nicht von mir; derjenige m├Âge doch bitte in Zukunft ein anderes Pseudonym w├Ąhlen, um Mi├čverst├Ąndnisse zu vermeiden. Danke.

Was Sacha Beuths Hinweis angeht, so muss ich dem zustimmen: ohne irgendwie die ach so hehre "Political correctness" verletzen zu wollen, kann man bei nicht wenigen in-situ Projekten in bestimmten L├Ąndern
eine gewisse Halbherzigkeit, ja sogar gelinde gesagt Schlampigkeit entdecken, wenn nicht vor Ort alles genau ├╝berwacht und organisiert wird. Bei ex-situ Projekten v.a. in den westlichen L├Ąndern sitzen einem nebst kritischer ├ľffentlichkeit und Medien auch verschiedene Beh├Ârden und Sponsoren fortw├Ąhrend im Nacken(v.a. weil man f├╝r den ohnehin sp├Ąrlich vorhandene Etat Erfolge sehen will), so dass die Gefahr, beim Herumschlampern entdeckt und daf├╝r bestraft zu werden weitaus h├Âher ist-was durchaus von abschreckender Wirkung ist.

Wie bereits mehrfach gesagt: anstatt eine Art in der hehren "Freiheit"(wie bemisst sich ├╝berhaupt Freiheit f├╝r ein Lebewesen? Hat ein Humanpockenbakterium auch ein Recht auf Freiheit? Oder eine "Chagas" verbreitende Raubwanze? Oder der Bonsaibaum in seinem Topf?...) aussterben zu lassen, sollte man vielleicht eher versuchen, sie zu bewahren-sei es auch "hinter Gittern"(sozusagen im "Schutzhaft").
(02.10.2006, 22:03)
Sacha Beuth:   @Michael Amend: H├Ątte bei Surabaya doch ausf├╝hrlicher sein sollen mit meinem Kommentar: Ich meinte nicht, dass die Nationalit├Ąt etwas damit zu tun hat, sondern dass das dortige "Know-how", was die Haltung anbelangt, nicht vorhanden war. Es wurden Fehler gemacht, die im Westen (da mehr Erfahrung) mit ziemlicher Sicherheit nicht passiert w├Ąren (Hinweise dazu und weitere Links u.a. ├╝ber www.ippl.org/ProboscisMonkeys.html).
Ich bin auch absolut nicht daf├╝r, Tiere zu verheizen. Aber bevor sie in der freien Wildbahn f├╝r IMMER!!! verschwinden ist es besser, man versucht (nat├╝rlich mit aller n├Âtigen Vorsicht und Erfahrung) die Art in Gefangenschaft zu erhalten.
Mit den Menschenaffen (namentlich Gorillas und Orang-Utans, die am Anfang starben wie die Fliegen) hat man also ├╝ber 50 Jahre mehr Erfahrung als mit den Nasenaffen. Ist es dann im Nachhinein legitim, wenn man die Zoohaltung mit ersteren "durchgezogen" hat und mit Nasenaffen nicht?
Nat├╝rlich sterben auch in Singapur Nasenaffen. Man kann dort aber gem├Ąss meinen Erkundigungen von einem leichten Bestandszuwachs sprechen (allerdings war meine Infoquelle NUR ein direktes Gespr├Ąch mit dem Kurator und nicht ein Kollege, der auf Besuch dort war).
Zur Verlustquote: Wie Michael Mettler schon in einem anderen Thread geschrieben hat, kommte es unter anderem auch darauf an, wie hoch denn diese in der Natur ist. Zudem bin ich noch immer der Meinung, dass eine ECHTE Erhaltungszucht in menschlicher Obhut f├╝r Nasenaffen nie versucht wurde (und die f├╝r Kleideraffen viel zu sp├Ąt initiert wurde. So soll sich K├Âln vor rund 10/15 Jahren geweigert haben, ein zuchtf├Ąhiges Tier nach Basel abzugeben, als dort noch K. gehalten wurden).
Gerade wie das Beispiel des von Saya angef├╝hrten Kaliforn. Kondors zeigt, kann das Einfangen der letzten freilebenden Exemplare (Was gab es damals f├╝r ein Emp├Ârungsgeheul bei den Tiersch├╝tzern) und anschliessende gezielte Zucht und Forschung zum Erfolg f├╝hren (und nicht immer muss das wie hier ein in-situ-Projekt sein).
(02.10.2006, 12:03)
Michael Amend:   Nasenaffenw erden bereits seit fast 50 jahren in Zoos gehalten, und die Zoos stehen in der Haltung dieser Art ( Kledieraffen ├╝brigens einbegriffen, wenn bei dieser Art die Verluste nciht ganz so hach waren wie bei den Nasenaffen waren, aber es waren noch gen├╝gend Tiere, die ├╝berd en Jordan gegangen sind )noch immer dort,wo sie am Anfang waren. Vern├╝bftigerweis ehaben die Mesiten Zoos es eingesehen, das Nasenaffen f├╝r die Zoohaltung ungeeignet sind und habend eren haltung aufgegeben. Troptzdem gibt es noch einige Zoos, die nur auf eien Gelegenheitw aren, nasenaffenw eider importiern ( und verheizen ) zu k├Ânnen.
@sascha Beuth Die Verlsute der nasenaffen in Surabaya hat nichts mit der Nationalit├Ąt der Halter zu tun.Und was die Flu├čpferde angeht, da hat es in den Anf├Ąngern der Haltung nciht einmal ann├Ąhrend sovieel Verluste gegeben wie bei nasenaffen HEUTE noch.In Singapur stereb regelm├Ą├čig Nasenaffen, nur wird das nicht ver├Âffentlicht. Ein Kollege von mir war im Mai dort und hat sich auchw egend er nasenaffen erkundigt. Nat├╝rlich ist mir klar, das es bei vielen Tierarten, Menshcenaffen z:b ind en Anf├Ąngen der Haltung enorme Verluste gab. Die waren in erster Linie haltungsbedingt, Nasenaffen wurden vor dem Krieg nicht gehalten, w├Ąre das so gewesen, w├Ąren die VErlsute bei der Art mit Sicherheit noch h├Âher gewesen. Au├čerdem warend as eben auch ncoh andere Zeiten, da k├╝mmerte es Niemanden, wieviele Orangs beim Fang eiens Jungtieres oder danach im Zoo draufgehen, heute siehtd as schon etwas anders aus.Die Meinung aht scih etwas ge├Ąndert, und das ist gut so. Es ist heutzutage unverantowrtlich, eien Tierart im Zoo etablieern zu wollen, die auf eienr Verlustquote von mehr als 50 % aufgebaut ist. Deswegen verschwinden ja auch die Kleideraffen, ├╝brigens auch in eienm in der Haltung dieser Art sehr erfolgreichen Zoo ( aber eebnfalls mit hohen Verlsuten ), n├Ąmlich San Diego.
(30.09.2006, 06:43)
Michael Mettler:   @Saya: Der Aufbau dieser Menschenaffenpopulationen hat aber auch Jahrzehnte gedauert und vor allem jede Menge weitere handaufgezogene und fehlgepr├Ągte Tiere nach sich gezogen. Zudem konnten die Zoos damals noch aus dem Vollen sch├Âpfen: Starb ein Menschenaffe, wurde eben beim H├Ąndler ein neuer bestellt. Auch dieser Weg war ja mit Verlusten erkauft.

Heute sind wir so weit, dass manche Populationen blitzartig zusammenbrechen k├Ânnen und NICHT mehr die Zeit ist, schnell darauf zu reagieren - auch deswegen, weil niemand mehr spontan losziehen und ein paar Tiere einfangen kann. Beispiel Bengalgeier: 95% Bestandsr├╝ckgang im Freiland binnen weniger Jahre. Was aus den verbliebenen 5% werden wird, wei├č heute kein Mensch - da w├Ąre eine "parallele" Zoopopulation vielleicht f├╝r das ├ťberleben hilfreich. Aber wo findet man so viele verunfallte oder beschlagnahmte Geier, um eine solche auf einer m├Âglichst breiten genetischen Basis zu begr├╝nden - und das auch noch schnell?

Was ich damit sagen will: Wenn noch Zeit ist, mit bestimmten Tierarten Haltungsversuche zu machen, dann doch VOR Erreichen der kritischen Bestandsgrenze. Und was in situ betrifft: Dort haben Tiere nicht nur die positiven Seiten ihrer Heimat, sondern auch die negativen, also heimische Krankheiten und Parasiten, von denen manche ex situ vielleicht ein weniger gro├čes Problem w├Ąren (Tiermediziner gefragt - liege ich damit richtig?).
(29.09.2006, 22:12)
@shensi-Takin:   schaut man sich die bestandszahlen und aufzuchterfolge aller europ├Ąischen langurenhaltungen an, stellt man schnell fest, auf welch d├╝nnem eis man sich bez├╝glich einer erfolgreichen erhaltungszucht befindet, dies gilt bei lichte betrachtet sogar f├╝r relativ unkomplzierte arten wie den hulman. mit den immensen finaziellen mitteln, welche der aufbau einer halbwegs erfolgreichen erhaltungszucht f├╝r schlankaffen mit nasenaffenniveau kann im interesse des erhalts dieser arten besser vorort deren lebensraum gekauft und gesch├╝tzt werden, hinzu kommt noch der versuchscharakter, der diese haltungen in amerika oder europa noch pr├Ągen immer m├╝sste. der erfolg ist nicht sicher. angesichts der bestandszahlen dieser languren sind m. e. vergleiche mit der entwicklung f├╝r haltungstechniken z. B. f├╝r flusspferde in der fr├╝hphase der zoos nicht zul├Ąssig. ich hatte das gl├╝ck, nasenaffen, kleideraffen, nilgiri-languren usw. noch in europ├Ąischen zoos zu sehen, absolut faszinierende tiere...
der m.e. einzig vertretbaren weg, diese haltung wiederaufzunehmen sieht wie folgt aus: erstens - bestandssicherung in gesicherten schutzgebieten (mit nachgewiesener anhaltend positiver bestandsentwicklung), zweitens - aufbau einer gefangenschaftspopulation in wissenschaftlich geleiteten tierg├Ąrten in den herkunftsl├Ąndern mit dort zu entwickelndem haltungsmanage-ment und drittens - nach erfolgreicher etablierung den import von tieren der f2 - gefangenschaftspopulation in ausreichend gro├čen gruppen in einer an erhaltungszucht orientierten genetischen zusammensetzung an ausl├Ąndische zoos in europa und amerika.vielleicht gelingt dementsprechendes zuerst bei der goldstumpfnase...
(29.09.2006, 22:09)
Saya:   Nun, die Zoopopulationen zB aller Menschenaffen ist auf handaufgezogenen und damit fehlgepr├Ągten und dazu noch bei Ankunft oft kranken und mit Sicherheit traumatisierten Tieren aufgebaut - hat trotzdem geklappt!

Im ├ťbrigen werden Schutzma├čnahmen f├╝r extrem bedrohte Tierarten heutzutage gl├╝cklicherweise fast immer auf Schutz der wilden Population aufgebaut, Fang von Tieren und damit Schw├Ąchung der Population wird nur in absoluten Extremf├Ąllen angewendet (Beispiel Kal. Kondor). Aufbau von Gefangenschaftspopulationen aus beschlagnahmten Tieren hat ├╝brigens schon oft prima funktioniert, der bl├╝hende Langurenbestand des endangered primate rescue center in Vietnam ist darauf aufgebaut, die Prinz Alfred Hirsche auch, ebenso die Gelbbrustkapuziner.
(29.09.2006, 20:53)
Shensi-Takin:   Entschuldigung Say, aber so m├╝sste man auf geeignete Tiere warten, bis es f├╝r die Art meist zu sp├Ąt ist. Und eine gesunde, stabile Zoopopulation aus kranken und wom├Âglich fehlgepr├Ągten Tieren aufzubauen kann auch nicht zum Erfolg f├╝hren. Man muss die Frage, ob man ein bedrohte Art nur in in-situ Projekten vor Ort oder auch in ex-situ Schutzprogrammen in ausl├Ąndischen Einrichtungen betreuen will, von der jeweiligen Art und der Lage vor Ort abh├Ąngig machen.

Zu den Schlankaffen: gewiss sind im Falle der Nasenaffen derartige Projekte zum Schutz der Art vor Ort zu begr├╝ssen. Allerdings sind auch genauere Untersuchungen hinsichtlich Digestionsphysiologie und allgemeine Parameter der Haltungsbiologie erforderlich-und die k├Ânnen westliche Zoos(bzw. moderne asiatische Zoos wie der von Singapur) besser durchf├╝hren, da sie die n├Âtigen technischen Voraussetzungen und das geeignete Fachpersonal besitzen, um im schlimmsten Fall einer F├Ąlle(wenn z.B. eine Epidemie die Wildpopulation heimsuchen sollte)besser vorbereitet zu sein, was medizinische Behandlung und Haltung der Tiere angeht.

Alles in allem scheinen bedrohte asiatische Schlankaffen wenn ├╝berhaupt, dann zunehmend meist in in-situ Projekten betreut zu werden-insofern ein Jammer, wird hier doch die Gelegenheit verpasst, den Zoobesuchern interessante, recht unbekannte Spezies wie etwa Tonkin-oder Brillenlanguren n├Ąher-und mehr ├╝ber diese Tiere in Erfahrung hinsichtlich bereits erw├Ąhnter Parameter in Erfahrung zu bringen.
(29.09.2006, 20:27)
Saya:   Ich bin prinzipiell strikt dagegen f├╝r Zoos Wildtiere zu fangen, v├Âllig unabh├Ąngig ob es seltene Nasenaffen oder nicht bedrohte Arten sind. Der einzige f├╝r mich akzeptable Weg eine neue Art in Zoos zu ethablieren ist mit beschlagnahmten Wilderer- oder sonstigen waisen oder Tieren, die krank oder verletzt gefunden wurden, bzw. deren Nachkommen. Nur setzt dies voraus dass im Ursprungsland eine Rettungs- bzw. Auffangstation besteht. Gibt es eigentlich irgendwo auf Borneo eine Station die sich um beschlagnahmte Nasenaffen k├╝mmert?
(29.09.2006, 19:36)
Michael Mettler:   Die Erfahrungen mit anderen "Bl├Ątteraffen" wurden doch gr├Â├čtenteils im selben Zeitraum gemacht: ab den 60ern. Und auch erst seit dieser Zeit hat man umfassendere Erfahrungen mit vielen Neuweltaffen. Auch Wei├čbartlanguren waren fr├╝her in etlichen Zoos vertreten und sind heute wieder verschwunden, ohne dass ich irgendwo mal gelesen h├Ątte, dass sie schlecht haltbar seien. Letztendlich kann bei der Etablierung einer Art unter Zoobedingungen auch der Zufall eine Rolle spielen: Wenn sich z.B. unter den wenigen Ausgangstieren dummerweise welche mit Erbfehlern befinden, dann hilft auch die beste medizinische Versorgung und F├╝tterung nichts (siehe zeitweise Riesenotter in Dortmund), dann ist ein in der Folge zwangsl├Ąufig eng verwandter Bestand zum Scheitern verurteilt.

Auch bei den meisten der heute "g├Ąngigen" Zootiere hat doch im Laufe der Zeit eine unbewusste Selektion stattgefunden: Tiere, die sich mit den Zoobedingungen arrangieren konnten, haben sich etabliert und fortgepflanzt, ihre Artgenossen ohne diese Anpassungsf├Ąhigkeit sind "ausgestorben" (oder haben nicht mal den Transport ├╝berlebt). Heute zu sagen "wir haben perfekte Bedingungen, also muss es klappen", w├Ąre ├╝berheblich, denn die Geschichte mit der Anpassungsf├Ąhigkeit besteht noch immer - und ist ein wichtiger Bestandteil der Evolution, nichts anderes passiert ja bei der nat├╝rlichen Besiedlung neuer Lebensr├Ąume oder bei ├änderung der Lebensbedingungen in den alten. WELCHES Tier aber die gew├╝nschten Eigenschaften mitbringt, l├Ąsst sich beim Fang nun mal nicht feststellen. Also g├Ąbe es bei problematischen Arten wirklich nur den Weg, eine gr├Â├čere Zahl zu fangen, sorgf├Ąltig zu beobachten, welches die geeignetsten Individuen zu sein scheinen, und die ├╝brigen schnellstm├Âglich wieder in die Natur zu entlassen. Was nat├╝rlich bei Affen ungleich problematischer ist als bei den schon diskutierten Schuppentieren, da man ja auch R├╝cksicht auf soziale Bande nehmen sollte.
(29.09.2006, 19:26)
Sacha Beuth:   @Saya: Bez├╝glich der medizinischen Versorgung geht der Punkt an Dich. Aber der mit "generell viel mehr Erfahrung mit Affen" ist mir zu wackelig. Erfahrungen mit z.B. Krallenaffen unterscheiden sich teilweise doch gewaltig von Erfahrungen mit z. B. Menschenaffen (in diese Richtung geht auch das Beispiel Flusspferd und Zwergflusspferd). Echtes Wissens kann man eigentlich nur an der jeweiligen Art selbst erlangen.
Aber ich finde Deine Meinung bez├╝glich dem Sinn einer Nasenaffen-Haltung trotzdem absolut nachvollziehbar. Ich weiss nur nicht, ob ich sie teilen soll.
(29.09.2006, 18:41)
Saya:   Das weniger an Zeit sollte aber dadurch wettgemacht worden sein, dass man schon generell viel mehr Erfahrung mit Affen hatte und eine viel bessere medizinische Versorgung verf├╝gbar war.
(29.09.2006, 18:25)
Sacha Beuth:   @Zoosammler und Saya: Gebe Euch bez├╝glich des Risikos recht. Glaube allerdings auch nicht, dass man die Tiere in der Natur erhalten kann, wenn der Raubbau dort so weitergeht. Wie gesagt, ne heikle Angelegenheit. Ich weiss auch nicht, ob ich selbst in diesem Fall nach "Wo gehobelt wird, fallen Sp├Ąne" handeln w├╝rde.
Uebrigens Saya: Meines Wissens liegen die ersten Versuche bei der Haltung von Flusspferden und Gorillas viel weiter zur├╝ck als die f├╝r Nasenaffen. Will heissen: Man hatte auch mehr Zeit zum "Experimentieren".
(29.09.2006, 18:04)
Zoosammler:   Ein grundlegender Unterschied ist doch, auch wenn ein Tierverlust immer schlimm, von einem bestimmten Standpunkt aus sogar gleich schlimm, ist, dass in fr├╝heren Zeiten in freier Wildbahn wesentlich mehr Individuen von Arten lebten, in deren Haltungsbeginnphase gro├če Verluste zu verzeichnen waren. Irgendwann einmal hatte man Wege gefunden, die Tiere mehr oder weniger erfolgreich zu halten. Vielleicht w├╝rde man solche Wege bei vielen Arten heute auch finden, aber heutzutage w├Ąre es noch unverantwortlicher die Verluste in Kauf zu nehmen, da man die Freilandbest├Ąnde damit viel h├Âher gef├Ąhrden w├╝rde als fr├╝her.
(29.09.2006, 17:45)
Saya:   Bei Flu├čpferden, Gorillas, ect. haben die Zoos L├Âsungen zur erfolgreichen Haltung schon vor Jahrzehnten gefunden, bei Nasenaffen aber offensichtlich bis heute nicht. MUSS man an einer so bedrohten Art unbedingt weiter experimentieren? Ich teile Michaels Meinung, muss nicht sein.

Habe bei ISIS mal nachgesehen, Singapur h├Ąlt angeblich 10.4 Nasenaffen, scheint ├╝berwiegend m├Ąnnlichen Nachwuchs zu geben...
(29.09.2006, 17:41)
Sacha Beuth:   @Michael Amend: Ist wie gesagt ne heikle Angelegenheit. Schauen wir doch mal ins 19. Jahrhundert. Wie war es denn da mit den Flusspferden. Sind da anfangs nicht auch sehr viele eingegangen. Und heute werden sie in Zoos bis zu 60 Jahre alt. Gut, das Problem ist l├Ąngst gel├Âst und zudem sind Flusspferde nicht so bedroht wie Nasenaffen. Aber was, wenn man damals gesagt h├Ątte: Flusspferde kann man nicht halten? Die Liste mit vermeintlich unhaltbaren Tierarten liesse sich beliebig fortsetzen (K├Ânigspinguine, Koalas, Gorillas, Orang-Utans usw.).
Den Bericht ├╝ber die Versuche in SurabayA(!) kenne ich auch. Eine tragische Sache. Aber selbst wenn es jetzt ├╝berheblich klingt: Unter mitteleurop├Ąischer, britischer oder nordamerikanischer F├╝hrung vor Ort w├Ąren die Resultate wohl nicht so negativ gewesen.
Bei meinem letzten Besuch (2003) habe ich ├╝brigens in New York nur noch einen Hoatzin gesehen. Besteht die Zucht wirklich noch? (Sind wahrscheinlich hinter den Kulissen, oder?)
(29.09.2006, 17:34)
Michael Amend:   Der Zoo Surabay erhielt im Fr├╝hling und Herbst 1998 in zwei Gruppen aufgeteilt, zwischen 60 und 85 nasenaffen ( die genaue Anzahl h├Ąlt der Zoo geheim ). Davon ├╝berlebten 25, der Rest starb an Stre├č, Krankheiten und an der Futterumstellung. nachzcuhten gab es keien. Na ja, solange es genug Nasenaffen ind er Natur gibt, hat man gen├╝gend Versuche, die heikle Art in den"Griff"zu bekommen, Wen juckt's, wenn drei Viertel der importierten Tieer auf der Strecke bleibt, die Aufzuchtqute sehr gering ist und immer weider Tiere importiert werden m├╝ssen, umd en Bestand zu erhalten. Hauptsache, der interssierte Zoofan kann seien Nasenaffen bestaunen. Der Bronxzoo New York, ind er Vergangenheit oft erfolgreich mit heikelen Arten, wie z.B Hoatzins, die sehr erfolgerich nachziehen, hat das Handtuch geworfen und verzichtetf reiwillig auf nasenaffen, zuviele Tiere blieebn aufd er Strecke, bei eienr Art, die schwer bedroht ist. Es gibt nun mal Tierarten, die sich nciht in menschenobhut halten lassen, und das sollten endlcih auch die fanatischsten Zoofreaks begreifen.
(29.09.2006, 14:05)
IP66:   Vielleicht ist es ja wirklich die vern├╝nftigste L├Âsung, erst Zuchtgruppen im Lande aufzubauen und dann futterfeste Tiere zu exportieren. Ich habe allerdings auch den Eindruck, da├č auch "einfachere" Affen-Arten aus unseren Zoos verschwunden sind, weil einfach die Gruppen zu klein und auch das Zuchtinteresse nicht sehr ausgepr├Ągt war. K├Âln hielt ja alle seine Bl├Ątteraffen im Lemurenhaus, dessen hinterer Teil noch erhalten ist: Dort - und nur in diesem hinteren Teil - sa├čen nicht nur die Kleider- sondern auch die Nasenaffen, zeitweise sogar noch andere Tiere. In Stuttgart war alles etwas gr├Â├čer, aber mehr als einer der K├Ąfige, die jetzt mit den Schopflanguren besetzt sind, wurde der Art auch nicht einger├Ąumt. Insofern w├Ąren neue Versuche vielleicht doch ein wenig erfolgreicher als jene der Vergangenheit.
(29.09.2006, 12:14)
ulli:   Noch eine Bemerkung zum Tourismus, bevor ihr darauf einschlagt:
Es geht hier um einen Tourismus, der gezielt Naturstudien organisiert. Es gehen sehr selten Flugzeuge in die Gegend (falls jemand sich um das Kerosin sorgt - oft nur einmal die Woche) und vor Ort soll man gezielt
geleitet werden. Dabei m├Âchte ich auch ausdr├╝cklich nicht das Klischee "vom authentischen Dorf in zwei Stunden mit Foto von Nesth├Ąkchen und dem Dorfchef" sehen.
(29.09.2006, 09:53)
Sacha Beuth:   @Ulli: Falls es mal Ernst wird mit einer Borneo-Reise, kann ich gerne mit ein paar Tipps helfen. War vor rund 3 Jahren dort und hatte Gelegenheit, die Nasenaffen in freier Wildbahn zu beobachten (und die Orangs in der Sepilok-Station).
Zur Gefangenschaftshaltung: Bei meinem letzten Besuch in Zoo Singapur erz├Ąhlte mir Kurator Kumar Pillai, dass die Zucht der N. sehr gut l├Ąuft und er "Bestellungen" von mehreren namhaften Zoos der Welt vorliegen habe. Der Bedarf ist nat├╝rlich gr├Âsser als die vorhandenen Ueberschusstiere, weshalb man wie unten richtig erw├Ąhnt auf Wildtiere zur├╝ckgreifen m├╝sste, falls man eine sich selbst erhaltende Zoopopulation aufbauen will. Ob das klug ist, ist eine andere Frage. Ich pers├Ânlich bin da inzwischen gespalten. Dass es in der Vergangenheit in den Zoos der westlichen Welt nicht gelungen ist, eine stabile Population aufzubauen, lag sicher haupts├Ąchlich an den mangelhaften Kenntnissen ├╝ber die Bed├╝rfnisse der Art. Ich bin aber auch der Meinung, dass bei der Eingew├Âhnung/Futterumstellung und bei der Zuchtkoordination unter den Zoos f├╝r diese Art (sofern man ├╝berhaupt davon sprechen kann) Fehler gemacht wurden, die heute so nicht mehr passieren w├╝rden.
Kommt hinzu, dass auf Borneo der nat├╝rliche Lebensraum der N. in schwindelerregender Geschwindigkeit zerst├Ârt wird. (Habe innerhalb von vier Stunden auf einem grossen Fluss drei Schlepper gesehen, die jeweils mehrere hundert Baumst├Ąmme hinter sich herzogen).
Sollte also eine Gruppe "enteigneter" N. nicht in einem anderen (vor Holzschlag sicheren) Gebiet wiederangesiedelt werden k├Ânnen, ist m. E. ein Aufbau einer Gefangenschaftspopulation vor Ort und je nach Situation sp├Ąter auch ein Zuchtprogramm im Ausland in Betracht zu ziehen.
(29.09.2006, 09:50)
ulli:   Genau auf die Diskussion um diese Tierart habe ich gewartet.

Vorweg : ich liebe Nasenaffen und w├╝rde sie auch mal gern in der Natur sehen.

Zwei Aussagen von Michael Amend sind eigentlich schon als abschlie├čendes Res├╝mee zu betrachten und verdeutlichen eigentlich nachdr├╝cklich, warum auch ich trotz allem hier in Deutschland keine Nasenaffen sehen will.

1. Diese Tiere sind als extreme Nahrungsspezialisten sehr, sehr schwierig zu halten. Die
Gefahr erscheint mir zu gro├č, im "Versuchsstadium" viele Tiere zu verlieren – Tiere, die man erst aus dem Ursprungsgebiet holen muss und dabei schon Verluste bei der reinen Eingew├Âhnung in Deutschland/Europa riskiert.

1. Zwar hatten fast alle Halter , z.B. Frankfurt, Stuttgart, K├Âln, Basel, New York usw. auch Zuchterfolge, aber die Verluste waren etwa doppelt so hoch wie die Aufzuchtsquote - f├╝r Zoos eigentlich ein desastr├Âses Ergebnis und ein Armutszeugnis, wenn man Artenschutz auf seine Fahne schreibt.

Wenn es denn eine Gefangenschaftshaltung sein soll, dann doch bitte ortsnah in einer speziellen Station inklusive aller Forschung hinsichtlich der Nahrungsverwertung.

Die Internationla Primatze Protection League hat eine Unterschriftenaktion gestartet, um die Ausfuhr von Tieren zu verhindern - sie werden ihre triftigen Gr├╝nde haben.

├ťbrigens hat auch der Herr Machens im Zoo Hannover vor Jahren ge├Ąu├čert, f├╝r sein Asientropenhaus Nasenaffen halten zu wollen. Ich habe dies schon damals mit unverst├Ąndlichem Kopfsch├╝tteln quittiert und es als Ausdruck von Eitelkeit und Geltungssucht eines Zooleiters betrachtet nach dem Motto:"Kommt her und schaut was wir Tolles pr├Ąsentieren k├Ânnen - das k├Ânnen andere nicht" - Menagerie l├Ą├čt gr├╝├čen.

Fazit: Kauft ein riesiges Areal in dem Verbreitungsgebiet auf; ├╝bergebt es der Verwaltung des WWF oder auch der Regierung; bindet die Bev├Âlkerung ein, gebt ihnen Arbeit als Ranger und Naturf├╝hrer; sorgt f├╝r Aufkl├Ąrung, die Tiere nicht als Bushmeat zu verwenden oder Raubbau an dem Gebiet zu treiben; macht nachhaltige Landwirtschaftsprojekte ... und baut eine , besser zwei spezielle Stationen f├╝r die Zucht, die man auch der ├ľffentlichkeit (Einnahmen!) zug├Ąnglich machen und eventuell um Borneo-Orang-Utans erweitern kann - dann besteht auch die reelle M├Âglichkeit des ├ťberlebens der Art.

Ansonsten soll man einfach nach Borneo fliegen und sein Geld als Tourist, aber bitte nicht als "habe-kein-Geld-Schnorrer-Tourist", solchen Projekten zukommen lassen.

├ťbrigens kommt der M├╝nsteraner Zoodirektor Herr Adler auch nicht auf die Idee, die seltenen Languren seines Projektes in den Allwetterzoo zu holen - seine Art von Verantwortungsbewusstsein.

(29.09.2006, 09:12)
Dortmunder:   Man sieht doch auch, dass das gleiche Schicksal in naher Zukunft auch die Kleideraffen (zumindest in Europa) ereilen wird...
(29.09.2006, 08:42)
Shensi-Takin:   Zwar sind Koala und Gro├čer Panda auch Nahrungsspezialisten, doch dank ihrer Popularit├Ąt ist ihre Verdauungsphysiologie weitaus besser im Detail erforscht als die von Nasen-, Stumpfnasen oder Kleideraffen. Dementsprechend sind die Tierverluste bei letzeren eher hoch bzw. der Kostenaufwand im Verh├Ąltnis zu Schauattraktivit├Ąt f├╝rd ei meisten Zoos zu hoch. Erst k├╝rzlich teilte der Singapur Zoo stolz der ├ľffentlichkeit neue Erkenntnisse ├╝ber die richtige F├╝tterung von Nasenaffen in Gefangenschaft mit, was unterstreicht, dass in diesen Bereich noch weiter geforscht werden muss.
(29.09.2006, 00:17)
Michael Mettler:   Nun werden aber Pandas und Koalas als massentaugliche Sympathie- und damit Werbetr├Ąger kr├Ąftig gesponsert, z.B. indem Fluglinien kostenlos das Futter transportieren. Das d├╝rfte bei Nasenaffen weniger einfach zu initiieren sein. Vielleicht sollte man mal Comic-Zeichner als Sponsoren ansprechen, von wegen der Knollennasen.... :-)
(28.09.2006, 22:35)
sleipnir:   OK, Nasenaffen sind Nahrungsspezialisten, erkl├Ąrt f├╝r mich aber trotzdem nicht, warum sie nicht dauerhaft in europ├Ąischen Zoos halt- und z├╝chtbar sind.
Wir halten heute Gro├če Pandas und Koalas in mehreren europ├Ąischen Zoos, beides ebenfalls Nahrungsspezialisten, deren Futter teilweise von sonstwoher eingeflogen wird, warum sollte das bei Nasenaffen nicht auch funktionieren?
Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es "nur" am Futter liegt, denn in unserer globalisierten Welt sollte es mit etwas Aufwand doch m├Âglich sein auch Nasenaffen in Deutschland ad├Ąquat zu ern├Ąhren?!
(28.09.2006, 22:07)
Michael Amend:   Toronto plant ├╝ber Surabaya 10 Nasenaffen ( Wildf├Ąnge ) zu importieren. Die Internationla Primatze Protection League hat eine Unterschriftenaktion gestartet, um das zu verhidnern.
(28.09.2006, 21:25)
Michael Amend:   Weil diese Tieer als extreem Nahrungsspezialisten sehr, sehr schwierig zu halten sind, selbst Singapur hat Schwierigkeiten mit den Tieren, obwohl die Haltung dort besser klappt als au├čerhalb von Asien. Zwar hatten fast alle Halter , z.B Frankfurt, Stuttgart, K├Âln, Basel,New York usw. auch Zuchterfolge, aber die Verluste waren etwa doppelt so hcoh wie die Aufzuchtsqute, das hei├čt, die Zoos mu├čten ihre bets├Ąnde st├Ąndig durch Wildf├Ąnge auffrischen. Das ist seit 1978 nicht mehr m├Âglich, Nasenaffen d├╝rfen nciht mehr expoerteirt werden, und so war es nur eien Frage der Zeit, das die Nasenaffen in Zoos aussterebn. Stuttgart hat seienn letzen nach new York gegeben und die dortigen sind wohl, wenn ich nicht irre, nach Singapur, da bin ich mir aber nciht sicher, jedenfalls hat auch New York keien mehr. Es ist jedenfalls sehr positiv von einigen Zoos zu werten, auf die Haltung dieser Art zu verzichten.Einige Zoos sind aber unverbesserlich und m├Âchten geren wieder nasenaffen halten.
(28.09.2006, 21:20)
Zoosammler:   Also gut, *g*, dann in ZWEI Zoos au├čerhalb Indonesiens. ;)
Ändert aber nichts am Kern der Fragestellung.
(28.09.2006, 19:31)
Zoosammler:   Nasenaffen werden, wie gerade von Michael Amend erw├Ąhnt, nur noch in einem Zoo der Welt gehalten.
Wieso?
Diese Tierart w├Ąre bei Besuchern sicherlich beliebt und popul├Ąr und fr├╝her hatten alle gro├čen Affenh├Ąuser des Landes Nasenaffen im Bestand, die Tiere lebten sogar in Einrichtungen wie dem Zoopark Erfurt. Wer kann das Aussterben der Nasenaffen in den Zoos der Welt erkl├Ąren?
(28.09.2006, 19:18)

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