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Zoo Kopenhagen



cajun:   Eine, wie ich finde, sehr guet Stellungnahme vom Zoo Kopenhagen. √úbersetzt aus der Zoopresseschau, mit der Kommentierung einkopiert:
zoo.dk ? 3. Nov. 2020
To hunleoparder sendt til Frankrig ? en hanleopard aflivet
Zwei weibliche Leoparden nach Frankreich geschickt - ein männlicher Leopard getötet
Am Dienstagmorgen wurden zwei weibliche Leoparden des Kopenhagener Zoos in den französischen Zoo Ecozonia geschickt. Hier sollen sie langfristig Teil der wichtigen globalen Zuchtkooperation sein, die eine lebensfähige Population von Leoparden in Gefangenschaft und in der Natur gewährleistet. Der dritte Leopard im Wurf - ein Männchen - wurde leider nicht untergebracht und deshalb getötet. Zoo-Chef Mads Frost Bertelsen erklärt ein wenig den Hintergrund, wie entschieden wird, welche Tiere ausgewählt werden, um die Art fortzusetzen:
"Als Ausgangspunkt ist es ein guter und aufregender Tag, an dem wir zwei junge Leoparden in Europa verschicken und so unseren Beitrag leisten k√∂nnen, dass die Leopardenpopulation auch in 20 bis 30 Jahren besteht. Leider wird es auch h√§ufig vorkommen, dass in den 50 europ√§ischen Zoos, die f√ľr die Haltung der Population zugelassen sind, nur eine bestimmte Anzahl von Leoparden gehalten werden kann. Hier ist es f√ľr die weitere Reaktion der Population ganz entscheidend, dass der Platz von zuchtf√§higen Tieren besetzt ist. Da das M√§nnchen in keine der europ√§ischen Einrichtungen passt und wir es nicht l√§nger bei uns behalten k√∂nnen, wurde es also get√∂tet. Ungeachtet der Tatsache, dass hinter einer solchen Entscheidung viele gute und rationale Argumente stehen, macht es nie Spa√ü, gezwungen zu werden, einen gesunden Leoparden zu t√∂ten. Aber wir sind verpflichtet, uns um die Zukunft der gesamten Leopardenpopulation zu k√ľmmern und sie zu sichern - und bei dieser Berechnung sind wir gezwungen, von Zeit zu Zeit einige schwierige Entscheidungen zu treffen."
Mads Frost Bertelsen ist sich bewusst, dass eine Tötung viele Fragen unter den Zoobesuchern aufwirft. Er appelliert daher an die Besucher, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um die Antworten auf die häufig gestellten Fragen weiter unten auf der Seite zu lesen und die Videos anzusehen, die der Zoo regelmäßig veröffentlicht.
Die Leopardenpopulation des Zoos besteht nun aus:
? Zwei Männchen, geboren im Juli 2020
? Ein Weibchen, geboren im Juli 2020
? Ein Weibchen, Mutter der drei im Juli 2020 geborenen Jungtiere
? Ein Männchen, Vater der drei im Juli 2020 geborenen Jungtiere
Lesen Sie hier die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen:
WAS IST MIT DEN DREI JUNGEN LEOPARDEN PASSIERT?
Die drei jungen Leoparden (zwei Weibchen und ein Männchen) sind jetzt eineinhalb Jahre alt. In freier Wildbahn verlassen sie im Alter von 12 bis 14 Monaten ihre Mutter, und die Welpen bewohnen daher seit Beginn des Sommers, als ein neuer Wurf geboren wurde, einen separaten Teil der Leopardenanlage. Dienstagmorgen wurden die beiden Weibchen in den französischen Zoo Ecozonia geschickt. Hier ist die Art völlig neu und es muss daher eine Zeit dort vergehen, bis der Zoo soweit ist, den Bestand mit zwei Männchen zu erweitern. Leider passt [unser] Männchen nicht in eine der europäischen Einrichtungen, und da wir es nicht mehr bei uns haben können, wurde es getötet.
WER ENTSCHEIDET, DASS DAS M√ĄNNCHEN GET√ĖTET WERDEN SOLL?
Die Entscheidung, das M√§nnchen zu t√∂ten, wird in Zusammenarbeit mit dem europ√§ischen Artkoordinator f√ľr Amurleoparden getroffen, der im Zoo Berin [Berlin ?] sitzt. Bereits bei der Geburt der Leoparden macht sich der Zuchtkoordinator daran, den richtigen Zoo zu finden, der die Jungtiere abnimmt, wenn sie nicht mehr bei ihren Eltern bleiben k√∂nnen. In diesem Fall wurde somit ein neues Zuhause f√ľr die beiden Weibchen gefunden, nicht jedoch f√ľr das M√§nnchen.
LEOPARDEN SIND STARK BEDROHTE TIERE - WIE K√ĖNNEN SIE EIN GESUNDES M√ĄNNCHEN T√ĖTEN?
Es ist ganz richtig, dass Amurleoparden in freier Wildbahn gef√§hrdet sind (es gibt weniger als 100 in freier Wildbahn und die IUCN listet sie als vom Aussterben bedroht auf), und nicht zuletzt, weil es gute Gr√ľnde gibt, diejenigen, die wir in Gefangenschaft haben, mit gro√üer Sorgfalt, Ernsthaftigkeit und Weitblick zu verwalten. Es mag unlogisch klingen, dass gesunde Tiere get√∂tet werden, aber auf lange Sicht kann es durchaus passieren, dass die weltweite Population von Leoparden in Gefangenschaft sicherstellen muss, dass Amurleoparden in freier Wildbahn auch in Zukunft gefunden werden. In unserer Zusammenarbeit mit den anderen Zoos ist es daher ganz entscheidend, dass wir einen optimalen Bestand von Leoparden verteilt in den Zoos haben. Dies gilt rein genetisch, wobei die besten und st√§rksten Gene die Grundlage f√ľr zuk√ľnftige Generationen von Leoparden bilden m√ľssen.
Und dies gilt einfach, wenn der Platz in den Zoos von der optimalsten Zusammensetzung von M√§nnchen und Weibchen eingenommen werden muss. Daher darf ein M√§nnchen, das aufgrund seiner engen Verwandtschaft mit den Weibchen entweder nicht f√ľr die Zucht geeignet ist, oder ein M√§nnchen mit weniger starken Genen keinen Platz einnehmen, der f√ľr ein M√§nnchen mit den richtigen Genen reserviert ist. Es mag hart klingen, aber in der freien Wildbahn k√ľmmert sich die Natur um diese Auswahl, in den Zoos liegt es in unserer Verantwortung. Dies bedeutet nicht, dass wir gl√ľcklich sind, einen Leoparden zu t√∂ten, der nicht passt, aber wir sind froh, dass die Leoparden, die wir haben, so gute und starke Jungtiere bekommen, dass die beiden Weibchen in Zukunft zum Fortbestand der Art beitragen k√∂nnen.
Derzeit gibt es 123 Amurleoparden in europäischen Zoos und insgesamt 231 auf globaler Ebene.
WARUM LASSEN SIE LEOPARDEN SICH VERMEHREN, WENN SIE RISKIEREN, ANSCHLIESSEND JUNGTIERE ZU T√ĖTEN?
Erstens ist es, wie bereits erw√§hnt, ganz wichtig, eine weiterhin gesunde und lebensf√§hige Population von Leoparden zu garantieren, die √ľber Zoos auf der ganzen Welt verteilt sind. Gleichzeitig hat sich bei vielen Tierarten gezeigt, dass es sehr schwierig - und in einigen F√§llen unm√∂glich - sein kann, die Zucht neu zu starten, wenn Sie in der Zucht eine "Pause" einlegen, indem Sie das M√§nnchen kastrieren oder einem Weibchen eine "Antibabypille" geben. Auf diese Weise werden Leoparden in Gefangenschaft, die nicht z√ľchten, zu einer Sackgasse in der wichtigen Arbeit zur Erhaltung der Art.
Schlie√ülich - und mindestens genauso wichtig mit dem Wohlergehen der Tiere vor Augen - ist es die Aufzucht der Jungen selbst, die einen sehr gro√üen Teil des nat√ľrlichen Verhaltens der Tiere ausmacht. Das elterliche Verhalten, das die Leoparden 24 Stunden am Tag ein ganzes Jahr lang zeigen, ist daher entscheidend, damit wir ihnen einen sinnvollen und herausfordernden Alltag erm√∂glichen k√∂nnen. Wenn wir also verhindern, dass Leoparden Nachwuchs bekommen, reduzieren wir ihr Wohlergehen erheblich - um nicht in eine Situation zu geraten, in der wir die Tiere t√∂ten m√ľssen, die nicht an andere Zoos abgegeben werden k√∂nnen.
Es ist auch erw√§hnenswert, dass z.B. in einem Wurf L√∂wen in der Natur nur einer von vier Welpen bis zum Alter von zwei Jahren √ľberlebt, w√§hrend es bei Leoparden ein Junges aus einem Wurf von zwei bis drei Jungtieren ist. In Zoos spielt die nat√ľrliche Auslese keine so gro√üe Rolle, denn Bedrohungen wie Hunger, Durst, Krankheit usw. sind deutlich reduziert. Daher haben Raubtiere, die in Zoos gut gedeihen und werfen, h√§ufig weitaus lebensf√§higere Welpen, wenn diese 2 Jahre alt sind, als in der Natur. Unsere Aufgabe ist es, in Zusammenarbeit mit den Zuchtkoordinatoren diese an andere Zoos vermittelt zu bekommen und in einigen F√§llen diejenigen zu t√∂ten, die f√ľr die weitere Zucht nicht geeignet sind.
WARUM KANN MAN DIE LEOPARDEN NICHT AUSWILDERN?
Bei allen Arten, die ausgewildert werden sollen, steckt eine gro√üe und langfristige Arbeit dahinter - sowohl bei den Vorbereitungen als auch bei der Verwaltung der Auswilderung. Zu den vielen Herausforderungen geh√∂rt u.a., unber√ľhrte Naturgebiete zu finden, die nicht durch Infrastruktur fragmentiert sind, oder Gebiete zu finden, in denen die Tiere die lokale Bev√∂lkerung nicht st√∂ren, indem sie z. B. ihre Ernte verzehren oder sich an ihrem Vieh vergreifen.
Was die Amurleoparden betrifft, wurde seit mehreren Jahren versucht, ein Auswilderungsprojekt im russischen Teil der Amurregion zu schaffen. Die bisherige Zeit wurde damit verbracht, Individuen auszuw√§hlen, die f√ľr eine Auswilderung geeignet sind, rein genetisch und morphologisch. Es ist geplant, genetisch geeignete Individuen in das Reservat der Region Primorje zu bringen, wo ein sehr gro√ües Naturschutzgebiet eingerichtet wurde, in dem die Tiere so wild wie m√∂glich leben werden. Bisher wurden einige in das Reservat aufgenommen, und es ist beabsichtigt, dass sie hier bleiben, w√§hrend ihre Nachkommen in die freie Wildbahn entlang der K√ľste der Amurregion ausgesetzt werden. Die Amurleoparden vom Kopenhagener Zoo sind noch nicht berechtigt, zu diesem Teil des Programms beizutragen.
WAS PASSIERT MIT DEM GET√ĖTETEN LEOPARDEN?
F√ľr die Forschung werden wichtige Proben entnommen: Augen, Gehirn und Herz werden in gr√∂√üere Projekte einbezogen. F√ľr die anatomische Sammlung der Landwirtschaftlichen Universit√§t werden zwei Beine verwendet.

Anmerkung der Redaktion: Folgendes Problem konnte nicht gekl√§rt werden. Die Entscheidung, das M√§nnchen zu t√∂ten, wird in Zusammenarbeit mit dem europ√§ischen Artkoordinator f√ľr Amurleoparden getroffen, der im Zoo Berin [Berlin ?] sitzt. Google kennt keinen Zoo Berin. Und falls Berlin gemeint ist - soweit sich die Redaktion erinnern kann, gab (und gibt) es im Zoo Persische Leoparden. Und die Amurleoparden im Tierpark sind schon eine Weile weg. Laut zsl.org ist der EEP Coordinator in London zu finden ist.
Quelle: Zoopreseschau vom 15.11.2020
(17.11.2020, 16:15)
cajun:   Es ist echt noch zu toppen.."Unser alter m√§nnlicher Elefant ist im Juli an einer Krankheit gestorben. Wir haben also eine ganze m√§nnliche Pflanze, die leer ist, und es gibt nicht nur M√§nner, die bereit sind, dauerhaft einzuziehen.".... kopfsch√ľttel*
(24.09.2020, 09:47)
cajun:   "Der Hanelefant ist gestorben weil er einen Gewebetod in einer Dr√ľse im Tempel hatte....." hoffentlich hat diese √ľ√úbersetzung kein Geld gekostet. :-)).Sowas kann man doch korrigieren bevor man es einstellt....
(24.07.2020, 21:55)
Adrian Langer:   https://www.dr.dk/nyheder/indland/hanelefant-i-kobenhavn-zoo-er-dod-efter-lang-tids-sygdom

Elefantenzuchtbulle Chang ist an einer seltenen Erbkrankheit verstorben.
Hanelefant im Kopenhagener Zoo ist nach langer Krankheit gestorben
Im Zoo herrschte Optimismus, weil der Hahnelefant Chang angefangen hatte zu essen, aber heute Morgen starb der Elefant.


Chang wurde 38 Jahre alt. Er wurde im Kopenhagener Zoo geboren, aber an andere Zoos ausgeliehen (Archivfoto). (Foto: Kopenhagener Zoo © Kopenhagener Zoo)
HEUTE UM 10:42
Der männliche Elefant Chang aus dem Zoo in Kopenhagen ist heute Morgen nach langer Krankheit gestorben.

Der Elefant ist seit anderthalb Monaten in Behandlung wegen einer seltenen Erkrankung, die die Ursache f√ľr den Gewebetod in einer Dr√ľse im Tempel war.

Der Elefant, der 1981 in Kopenhagen geboren wurde Zoowurde 38 Jahre alt.

Ich fing wieder an zu essen
- Wir waren immer optimistisch in Bezug auf seine √úberlebenschance. Am Montag dachten wir, wir h√§tten einen Wendepunkt erreicht, weil er wieder zu essen begonnen hatte, sagt Tierarzt Carsten Gr√łndahl.

- Aber nach so langer Zeit hat Krankheit das Immunsystem wurde geschw√§cht und dies war wahrscheinlich die Ursache f√ľr den Durchfall, der schlie√ülich seinen K√∂rper in einen Schockzustand versetzte.

Nach einer so langen Krankheit ist das Immunsystem geschw√§cht und dies war wahrscheinlich die Ursache f√ľr den Durchfall, der seinen K√∂rper schlie√ülich in einen Schockzustand versetzte.
TIERARZT CARSTEN GR√ėNDAHL, ZOO IN KOPENHAGEN
Chang ist in Kopenhagen aufgewachsen Zoo, wurde aber als Zuchtmann an verschiedene Zoos in Europa verliehen.

Wurde Vater von 20 Kindern
Der männliche Elefant ist daher Vater von 20 Jungen - und hat auch 16 "Enkel" und 3 "Urenkel".

Eine Autopsie des Elefanten wird im Zoo durchgef√ľhrt, was voraussichtlich sechs Stunden dauern wird.

Die Autopsie wird sowohl verwendet, um die genaue Todesursache zu bestimmen als auch um mehr √ľber die seltene Krankheit zu erfahren.

Dem Zoo werden auch Proben f√ľr Forschungszwecke entnommen. Die Proben werden vor Ort untersucht, aber auch an internationale Laboratorien geschickt.

(24.07.2020, 20:53)
Sebastian Gellert:   Die Pandaanlage wird wohl erst 2019 fertig, statt wie oft in einigen Berichten zu lesen schon in 2018.
(19.12.2017, 20:35)
zollifreund:   in der Eisb√§renanlage gibt es auch einen Tunnel durch das Wasserbecken - tauchende Eisb√§ren durch eine Scheibe zu beobachten ist schon beeindruckend, das schl√§gt aber nochmals jede Scheibe! Das w√§re mal ein Besucherhighlight f√ľr die Eisb√§renanlagen in Berlin...
(23.04.2017, 18:40)
zollifreund:   ansonsten noch erw√§hnenswert? W√ľstenkrokodile im Tropenhaus und v.a. ein Aufstieg auf den Zootower: die vielen Treppen lohnen sich wirklich, gerade der Blick auf den Arktik Ring ist sehr faszinierend!
(23.04.2017, 18:34)
zollifreund:   eine, in meinen Augen viel interessanteres Projekt, wurde bereits vor kurzem abgeschlossen: die neuen Anlagen f√ľr Beutelteufel, Tasmanische Riesenk√§ngurus und Wombats. Obwohl es richtig kalt und regnerisch war ( oder gerade deswegen) sind die Teufel richtig aktiv gewesen - f√ľnf tobten und rannten um die Mittagszeit durch die zwei gro√üen Anlagen, einfach super diese Tiere :-)
Auch die Eisbären waren sehr aktiv, das neue Männchen versteht sich augenscheinlich sehr gut mit seiner Partnerin. Interessant, dass die alte Eisbärenanlage noch weiter bestehen blieb und in die neue Anlage integriert ist. In der Lummenanlage gibt es leider nur noch zwei Tordalke.
Eine weiter Neuheit, die ich pers√∂nlich weniger gelungen und n√∂tig fand, war bei der Afrikasavanne ein Holzsteg, der zwischen dem Bereich der Breitmaulnash√∂rner und der restlichen Anlage war ( so sind die Nash√∂rner nun rundum von Besuchern umgeben und nur die Stallung ist f√ľr sie noch ein ruhiger Gehegebereich). Und nat√ľrlich hat es auch Kopenhagen hierbei geschafft noch etwas Platz f√ľr Erdm√§nnchen abzuzwacken... :-)

(23.04.2017, 18:31)
zollifreund:   die Anlage scheint architektonisch sehr anspruchsvoll zu werden, was weiter noch positiv anzumerken ist: es m√ľssen keine andere Arten weichen - die Anlage entsteht wirklich nur auf dem Platz des alten Elefantenhaus.
In Kopenhagen sind an der Baustelle etliche Planzeichnungen zu sehen ( anbei ist auch der genaue Standort zu erkennen)
(22.04.2017, 17:09)
Oskar Schwitters:   Der Zoo Kopenhagen bekommt auch sicher Gro√üe Pandas. Die vom d√§nischen Stararchitekten Bjarke Ingels entworfene Anlage soll schon 2018 er√∂ffnet werden.
www.kleinezeitung.at/international/tiere/5190519/Kopenhagener-Zoo_Stararchitekt-entwirft-PandaGehege
(03.04.2017, 15:03)
Stefanie Fischer:   Danke f√ľr die Tipps. Mal sehen wie ich es mache, die Planung ist ja recht spontan.
(23.07.2014, 00:22)
Gudrun Bardowicks:   Ich war Ende Oktober in Kopenhagen. Um die Jahreszeit schlo√ü der Zoo schon gegen 18 Uhr. Im Sommer kann ich mir gut vorstellen, dass der Zoo bis 20 Uhr auf ist und auch abends noch die Mehrzahl der Tiere auf den Anlagen zu sehen ist. In diesem Fall k√∂nnte man nat√ľrlich auch erst Den Bla Planet besuchen und danach den Zoo. Allerdings war das Aquarium bei meinem Besuch (es regnete damals stark)besonders um die Mittagszeit und am fr√ľhen Nachmittag sehr gut besucht.

Das alte Elefantenhaus war im Oktober 2013 geschlossen. Ich habe bei meinem Zoobesuch die meiste Zeit im Tropenhaus verbracht, war allerdings auch viel mit Fotografieren besch√§ftigt. Wenn man nicht fotografiert und nicht l√§ngere Zeit in den Freiflughallen f√ľr V√∂gel und Schmetterlinge verbringt d√ľrfte man das Haus auch in einer halben Stunde oder k√ľrzer gut schaffen.
(22.07.2014, 22:25)
Michael Mettler:   Wie lange man f√ľr Kopenhagen braucht, h√§ngt auch ein bisschen davon ab, wieviel Zeit man f√ľr das Nebenher neben den Tieren investiert. Wir haben uns damals z.B. die ganze museale Didaktik im neuen Elefantenhaus nicht n√§her angesehen, daf√ľr aber eine Ausstellung √ľber die Zoogeschichte im alten Elefantenhaus (und das Geb√§ude selbst auch recht ausgiebig).
(22.07.2014, 08:58)
Stefanie Fischer:   Danke f√ľr die Infos. Ich habe mir schon fast gedacht das die Tiere morgens aktiver sind, allerdings hat der Zoo laut Internetseite bis 20Uhr auf das Aquarium dagegen nur dis 18Uhr. Sodass man anders herum zwei Stunden gewinnen k√∂nnte, n√ľtzt nur nix wenn die Tiere dann schon alle im Stall verschwunden sind.
(21.07.2014, 22:46)
Gudrun Bardowicks:   Die Tiere im Zoo werden √ľber nacht aufgestallt. Ab kurz vor Zooschlie√üung sind viele Tiere schon nicht mehr zu sehen.
F√ľr Den Bla Planet sollte man eigentlich einen ganzen Tag einplanen, wenn man alle Anlagen in Ruhe genie√üen will. Sehr lohnenswert sind die F√ľtterungen im Gro√übecken mit den vielen Haien und Rochen, auch wenn diese in der Regel nur d√§nisch kommentiert werden. Einen Schnelldurchlauf kann man nat√ľrlich auch machen, sollte hierf√ľr aber ebenfalls mindestens 3 Stunden einplanen. Mit √∂ffentlichen verkehrsmittel braucht man auch knapp eine Stunde bis zur Entsprechenden Bahnhaltestelle und mu√ü dann noch etwa 20 Minuten gehen bis man am Ziel ist.

F√ľr den Zoo braucht man auch eigentlich einen ganzen Tag, wenn man alle teile genie√üen will. Alleine im Tropenhaus kann man sich Stunden aufhalten. auch hier ist nat√ľrlich ein Schnelldurchgang in etwa 3 Stunden m√∂glich.

Wenn man beide Einrichtungen an einem Tag besuchen will sollte man sich zuerst den Zoo ansehen, da die Tiere dort in den Morgenstunden aktiver sind als nachmittags. Die Beutelteufel werden allerdings erst gegenMittag in die Au√üenanlage gelassen, zumindest die M√§nnchen, f√ľr die dann eine Sichtungsgarantie besteht. Diese werden nach den Weibchen mit Nachwuchs und getrennt von diesen auf die Anlage gelassen. Die weibchen und Jungtiere k√∂nnen zwar morgens durchg√§ngig die Anlage nutzen, tuen dieses in der Regel aber nicht. Bei meinen 3 Besuchen im Oktober 2014 habe ich niemals Weibchen und jungtiere auf der Anlage gesehen, die M√§nnchen am fr√ľhen Nachmittag aber immer. auch im stall sieht man die Jungtiere nur mit viel Gl√ľck, da diese und ihre M√ľtter wohl sehr l√§rmempfindlich sind und sich daher meistens nur au√üerhalb der Zoobesuchszeiten zeigen.

Den Bla Planet ist am späteren Nachmittag nicht mehr ganz so stark besucht wie morgens und zumindest in den Ferien und an Wochenenden länger als der Zoo geöffnet, nämlich bis 19 oder 20 Uhr (Schließungszeit). Ich war allerdings in den Herbstferien um Halloween da.

Ich w√ľrde eine Kopenhagen Card kaufen, da in deren Preis neben Nahverkehrstagestickets auch Eintrittserm√§√üigungen f√ľr beide Einrichtungen enthalten sind (oder der Besuch sogar kostenlos ist).

Ich w√ľrde f√ľr Zoo und Aquarium jeweils einen ganzen Tag einplanen.

(21.07.2014, 00:57)
Stefanie Fischer:   Da es am Mittwoch auf meine D√§nemark-Zootour geht, mal eine Frage. Wollte den Zoo gerne zusammen mit den Aquarium Den Bla Planet besuchen. Wielange brauch man ungef√§hr f√ľr diese Einrichtungen als Zoofreund? Schafft man das √ľberhaupt? Wenn ja, welches als Erstes? Werden im Zoo die Tiere √ľber nachts alle aufgestallt? Vielen Dank
(20.07.2014, 23:58)
Michael Mettler:   Vom "Giraffenm√∂rder" zum "Kopenhagener des Jahres":
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article128452849/Marius-Zoochef-ist-Kopenhagener-des-Jahres.html

(28.05.2014, 08:34)
Carsten Horn:   Ist Dvur Kralove als Nicht-EAZA-Mitglied √ľberhaupt als "seri√∂ser" Zoo zu sehen, an den man Tiere abgibt? K√∂nnte ja auch ein Grund sein...
(05.04.2014, 12:28)
Michael Mettler:   Ich m√∂chte nicht vom Zoo ablenken, sondern lediglich eine Relation aufzeigen: Was glaubt ihr, wie die "offizielle Todesliste" eines durchschnittlichen d√§nischen oder deutschen Wildparks auss√§he? Wer hat zuletzt in einem Hirschrudel einen Althirsch gesehen, der offenkundig √ľber seine besten Zuchtjahre hinaus war (eigentlich relativ leicht zu erkennen: kr√§ftiger K√∂rperbau, schwaches Geweih)? Und sich Gedanken gemacht, ob die Nachzuchten des Rudels aus dem Vorjahr tats√§chlich s√§mtlich neue (und nat√ľrlich seri√∂se) Halter gefunden haben und Alttiere nach dem Herausnehmen aus der Zucht ihr Gnadenbrot in einem Extra-Gehege oder irgendwo anders bekommen? Statt Hirsch k√∂nnte ich jetzt auch Wildschwein oder Mufflon schreiben, und da m√∂gen etliche gesunde und reinbl√ľtige Individuen unter den "nicht mehr sichtbaren" gewesen sein. H√∂chstwahrscheinlich wurden sie nicht √∂ffentlich ausgeweidet, aber manches Wildpark-Restaurant bietet auch Wildspezialit√§ten an (und die stammen wahrscheinlich nicht von krankheitsbedingt ausgemerzten Tieren)...

Ich kann durchaus Verst√§ndnis daf√ľr aufbringen, wenn jemand wegen seiner pers√∂nlichen Weltsicht oder mangels n√§herer Kenntnis dar√ľber, was Zucht bedeutet und mit sich bringt, die T√∂tung gehaltener Tiere anprangert. Das ist immerhin in gewisser Hinsicht konsequent. Aber wie steht es um die Sichtweise der "Pro-Zoo-Gemeinde"? Begr√ľndet sich die Ablehnung nun darauf, dass:
a) es Löwen waren und man Löwen im Gegensatz zu vielen anderen Tieren einfach nicht töten darf,
b) die L√∂wen gesund gewesen sein sollen und man zwar bei vielen anderen Tierarten gesunde, alte oder √ľberz√§hlige Tiere aus z√ľchterischen Gr√ľnden aussortieren darf, aber eben nicht bei L√∂wen,
c) der Zoo weiterhin mit L√∂wen unklarer Unterartzuordnung z√ľchten will (Stecken Puristen, f√ľr die ein "Zoomix-L√∂we" vermutlich knapp √ľber Haustierniveau rangiert, eine solche T√∂tung besser weg, wenn durch sie Platz f√ľr reinbl√ľtige Tiere entstehen w√ľrde?),
d) der Zoo recht offen mit dem Vorgang umgeht (also mit einer Ehrlichkeit, wie sie auch Zoobef√ľrworter von einer solchen Institution erwarten),
e) der Zoo nicht schon bei Zeugung des L√∂wennachwuchses einen sicheren Abnehmer vorweisen konnte, obwohl zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen war, ob der Wurf √ľberhaupt heranwachsen und hinsichtlich Menge und Geschlecht zum Bedarf passen w√ľrde - abgesehen davon, dass mancher Bedarf (z.B. durch Tierverluste in anderen Zoos) m√∂glicherweise erst in den Monaten entsteht, die zwischen Geburt und Abgabereife der Jungen verstreichen?

Der Grat zwischen Mut und Dummheit ist bekanntlich schmal, manche Tat wird je nach Sichtweise unterschiedlich gewertet - ebenso, was "richtig" ist. Giraffe und L√∂wen werden m.E. auch im √ľbertragenen Sinne √∂ffentlich ausgeschlachtet, weil ihre Arten Star-Bonus genie√üen und Quote bringen, w√§hrend nach anderen Tieren kein Hahn kr√§ht (siehe oben). Ist die mediale Ausschlachtung dann wirklich weniger verwerflich als die k√∂rperliche?

Aus dem offenen Brief des Prager Direktors finde ich ein Detail interessant. Nach seiner Aussage suchte Dvur Kralove L√∂wen und Kopenhagen reagierte auf die Anfrage nicht. Dvur h√§lt bereits Indische L√∂wen, oder was ist mit denen passiert? Meines Wissens sorgt das Zuchtprogramm f√ľr Indische L√∂wen daf√ľr, dass diese nicht in der selben Einrichtung gehalten werden d√ľrfen wie Afrikaner oder L√∂wen unklarer Zugeh√∂rigkeit bzw. Mixe. Was also will Dvur entgegen dieser Richtlinie mit Nicht-Indern, und k√∂nnte Kopenhagen schlichtweg nicht reagiert haben, weil man sich an die Richtlinie h√§lt und deshalb keine Panthera leo ssp. an Inder-Halter abgibt?
(05.04.2014, 11:17)
Mark Meier:   Ach ja, hier gibt es die offizielle "Todesliste" die EndZoo erstellt hat: http://endzoo.at/wp/wp-content/uploads/2014/04/2014-04-03_Zoo_DK_Kopenhagen_Todesliste.pdf

Man kann jedenfalls noch von Gl√ľck reden, dass die Schimpansen nicht √∂ffentlich seziert wurden...
(04.04.2014, 22:35)
Mark Meier:   Und hier sieht man schon, dass der Prager Direktor nicht v√∂llig √ľbertreiben hat (und gleichzeitig, dass in Kopenhagen offenbar noch viel √∂fter Tiere eingeschl√§fert werden) - die negative PR um Nutznie√üer wie Herrn Albrecht ist da: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140404_OTS0013/schlachthof-zoo-kopenhagen-jetzt-auch-toetung-eines-gesunden-wolfes
(04.04.2014, 22:26)
Jonas Homburg:   Miroslav Bobek, Direktor in Prag, hat einen offenen Brief an seine EAZA-Kollegen geschrieben, der unterstreicht, dass die Vorgehensweise zwar nicht grunds√§tzlich falsch, aber doch sehr fragw√ľrdig ist:
https://www.facebook.com/notes/prague-zoo/an-open-letter-to-the-directors-of-eaza-member-zoos/617620281655239
(03.04.2014, 17:42)
Michael Mettler:   Disney selbst ist doch auch nicht besser. Millionen von Menschen weltweit, die sich vermutlich fast ausnahmslos als Tierfreunde bezeichnen w√ľrden, haben im "K√∂nig der L√∂wen" widerstandslos hingenommen, dass auch diese Tierart zum "ewigen Kreis"/"circle of life" geh√∂rt und Vater L√∂we seinem Sohn arg vereinfacht erz√§hlt "wenn wir sterben (Anm.: Und er sagt ja nicht, wie und welchem Alter), werden unsere K√∂rper zu Gras, und das Gras fressen dann die Antilopen". Wenn der Kopenhagener Zoo seine get√∂teten L√∂wen geschreddert und zu Rasend√ľnger verarbeitet h√§tte, um in der n√§chsten Saison Futter f√ľr seine Huftiere ernten zu k√∂nnen, DAS w√§re dann also Naturkreislauf √° la Disney gewesen (Achtung, Sarkasmus)...

@Heidemarie Busch: Kopenhagen vertritt m.W. den Standpunkt, dass Fortpflanzung und Jungtieraufzucht elementare Bestandteile im Leben eines Tierindividuums sind und ohne beides eine "artgerechte" Zootierhaltung ihren Namen nicht verdient.

Geregelte bzw. unterdr√ľckte Vermehrung dient nach meiner Ansicht weniger dem Tier als eher menschlichen Zwecken. Genau genommen ist JEDE Vermehrung bzw. Fortpflanzung arterhaltend (egal, ob im Zoo oder in der Natur), denn dazu ist sie schlie√ülich da. Gesundheit und Jugend sind auch in der Natur keine Garantie daf√ľr, zu √ľberleben - das ist m.E. eher ein menschlicher Wunschtraum.

Jungtiere im Zoo auf den Vorwurf der Besucherbeschaffung zu reduzieren, finde ich fahrl√§ssig. Warum sollen sich z.B. Krallen√§ffchen oder Hirschziegenantilopen vermehren (sprich: ihre arteigenen Bed√ľrfnisse ausleben) d√ľrfen, L√∂wen hingegen nicht? Nur weil Krallen√§ffchen kleiner (und damit r√§umlich leichter unterzubringen) sind und das Publikum zu Antilopen keine emotionale Bindung aufbaut, so dass ihre Schlachtung (auch von gesunden Tieren!) zu Futterzwecken keinen weltweiten Entr√ľstungssturm ausl√∂st?

Arterhaltende Zucht ist m.E. dadurch definiert, dass als Minimum eine zuchtf√§hige Population mit guter Altersstruktur vorhanden sein muss. Daf√ľr sind zwangsl√§ufig Individuen im besten Fortpflanzungsalter "wichtiger" als Senioren und Jungtiere: Der Tod eines Zuchttieres rei√üt eine L√ľcke, der Tod eines Jungtieres kann hingegen durch die n√§chste Geburt ersetzt werden. Das √úberleben von alten Tieren und von eigentlich √ľberz√§hligen Jungtieren h√§ngt schlichtweg von den verf√ľgbaren Ressourcen ab. Und zu denen z√§hlen bei Zoohaltung nun mal auch die Unterbringungsm√∂glichkeiten.

Wohin es f√ľhren kann, wenn nur noch bei Vorbestellung gez√ľchtet wird, hat ja die Zoo-Amurtigerzucht gezeigt: Vor einigen Jahren stand man pl√∂tzlich mit einer √ľberalterten Zoopopulation da, weil kaum noch jemand zur Verj√ľngung beigetragen hatte und die Platzressourcen vielerorts als Altersruhesitze dienten. Wenn man da nicht noch die Kurve gekriegt h√§tte, h√§tte man mit der Erhaltungszucht praktisch wieder von vorn anfangen k√∂nnen - mit allen Risiken.
(30.03.2014, 09:38)
Heidemarie Busch:   Dann bin ich wohl ein Tiersch√ľtzer, denn ich habe auch kein Verst√§ndnis f√ľr das T√∂ten von Tieren ohne triftigen Grund, wie Human auch immer.
Den Begriff 'arterhaltene Zucht' im Zusammenhang mit der T√∂tung von gesunden Tieren zu nennen, ist f√ľr mich schon ein Widerspruch in sich. Was ist das denn f√ľr ein 'arterhaltenes Zuchtprogramm', bei dem gesunde Tiere bzw. junge Tiere, wenn sie nicht mehr in das Konzept eines Zoos passen, get√∂tet werden. Dann aber munter weiter gez√ľchtet wird, um dem Publikum Jungtiere zu bieten, bei denen man wieder nicht sicher ist, ob diese in einen anderen Zoo abgegeben werden k√∂nnen, und wenn man angeblich keinen findet, t√∂tet man sie eben wieder, und spielt 'Natur' und das nennt sich dann arterhaltene Zucht?
Z√ľchterische Eingriffe sind f√ľr mich bei Tieren vertretbar, die nicht gesund sind bzw. bei Tieren, die sich, aus welchen Gr√ľnden auch immer, nicht fortpflanzen k√∂nnen, dies schlie√üt f√ľr mich aber immer noch nicht die willk√ľrliche T√∂tung ein. Und sich an den Verh√§ltnissen der Natur zu orientieren bedeutet f√ľr mich auch, ein Tier altersbedingt sterben zu lassen und nicht, es vorzeitig zu t√∂ten, weil ich mir ausmale aus welchen Gr√ľnden es in der freien Natur evtl. schon l√§ngst tot sein k√∂nnte oder ich es evtl. nicht mehr 'ben√∂tige'.
Was hat es denn mit 'ehrlicher z√ľchterischer Arbeit' zu tun, wenn ich Nachwuchs t√∂te, weil ich angeblich keine Verwendung daf√ľr habe. Ein Zoodirektor hat nicht nur die Aufgabe die Kassen klingeln zu lassen und Tiere zu horten, sondern auch ein vern√ľnftiges Tiermanagement zu f√ľhren, dazu geh√∂rt auch Weitblick. Aber es ja einfacher und g√ľnstiger sich 'unerw√ľnschter' Tiere zu 'entledigen' als sich nachhaltig zu k√ľmmern. Und die Aussage, dass der Zoo kein Disneyland ist rechtfertigt es ja au√üerdem. (= Ironie)

(29.03.2014, 23:12)
Mark Meier:   Das finde ich jetzt interessant, auch wenn es vielleicht nicht Kern dieses Themas ist: Bei afrikanischen L√∂wen werden also teils gar keine Unterarten anerkannt? Das ist mir v√∂llig neu. Ich h√∂re immer wieder Kritik an der Praxis Zoomix-L√∂wen zu z√ľchten statt konsequent umzustellen. Mich verwirrt das Ganze mit den Arten und Unterarten aber ohnehin schon l√§nger und leider auch eher zunehmend. Bei manchen Tieren wird wie Du schreibst immer wieder betont, es d√ľrften keinesfalls Hybriden erzeugt oder mit solchen weitergez√ľchtet werden, bei anderen hingegen wird weniger konsequent darauf geachtet, bei wieder anderen gibt es ohnehin (fast) nur noch Hybride. Und dann gibt es teils noch hartn√§ckige Differenzen in den Sichtweisen wie die einzelnen Unterarten voneinander abzugrenzen seien...

Wenn der Kulan ein anderes Zootier gefressen h√§tte w√§re das in der Tat kurios ;) Aber ich sehe was Du meinst. "Altersbedingt" ist nat√ľrlich Auslegungssache und kann theoretisch das Gleiche hei√üen wie in Kopenhagen - nur das man hier nat√ľrlich nicht die frisch gezeugten Fohlen gleich mit schlachten musste.
(29.03.2014, 22:25)
Michael Mettler:   @Mark Meier: ...wenn es denn SICHER ist, dass sie nicht unterartrein sind. Immerhin gibt es auch Systematiker, die beim afrikanischen L√∂wen keine Unterartsplittung anerkennen, und nach dieser Version m√ľsste dann Asiateneinkreuzung vorliegen, um einen wirklichen UA-Mischling zu erzeugen. Aber egal ob unterartrein oder nicht, zur ARTerhaltenden Zucht tr√§gt jeder Panthera leo bei, und inzwischen gelten ja auch die Afrikaner als gef√§hrdet. Die Zoowelt entscheidet sich offensichtlich nach Einzelfall, wo Unterartreinheit Priorit√§t genie√üt und wo sie nachrangig ist (siehe z.B. die Elefanten-UA-Mixe in Hannover und TP Berlin). Die Ans√§tze der vergangenen Jahre, afrikanische L√∂wenzuchtst√§mme mit genau definierter geografischer Herkunft in den Zoos zu etablieren, zeichneten sich ja nicht gerade durch gro√üe Erfolge aus, da ist wohl eine einigerma√üen vitale Population von "Zool√∂wen" besser als nichts.

Ich hatte heute √ľbrigens zuf√§llig den druckfrischen Jahresbericht 2013 eines deutschen VDZ-Zoos in der Post, in dem man sich √ľber den ersten Nachwuchs eines neuen Kulan-Zuchthengstes freut und gleichzeitig bekannt gibt, seinen Vorg√§nger altersbedingt geschlachtet zu haben. Der wurde vermutlich nicht √∂ffentlich zerlegt und hat wohl auch vorher kein anderes get√∂tetes Zootier zu fressen bekommen, aber wo bitte soll denn nun die Grenze zwischen D√ľrfen und Nicht-D√ľrfen, zwischen ehrlicher z√ľchterischer Arbeit und Vor-der-√Ėffentlichkeit-kuschen-m√ľssen gezogen werden?
(29.03.2014, 21:11)
Mark Meier:   Ich glaube nicht, dass Tiersch√ľtzer das "humane" T√∂ten von Tieren ohne triftigen Grund gut finden. PETA USA, Albrecht & Co bef√ľrworten das mW nur wenn Tiere in ihren Augen (e.g. unter vermeintlich oder tats√§chlich schlechten Haltungsbedingungen) leiden - nicht aber um die nat√ľrlichen Widrigkeiten und den Selektionsfaktor zu simulieren. Au√üerdem m√ľsste man dann wie gesagt konsequenterweise eigentlich auch mit diversen H√§rte-Methoden testen wie fit die Tiere sind bevor man sie z√ľchten l√§sst. Eine reine Zuchtwahl wer z√ľchten und damit seine Gene weitergeben darf und wer nicht kann auch ohne T√∂ten von Tieren durchgef√ľhrt werden. Aber wie gesagt ist das in diesem Fall ohnehin hinf√§llig, wenn die Tiere offenbar nicht unterartenrein sind.
(29.03.2014, 20:17)
Oliver M√ľller:   Ich w√ľrde sogar drei Ebenen unterscheiden:

a) Tierschutz: Der Zoo hat genau das simuliert, was in " freier Wildbahn"auch passiert w√§re, allerdings mit humanen T√∂tungen. Hier m√ľsste eigentlich jeder Tiersch√ľtzer, der artgerechte Tierhaltung und naturnahe Bedingungen fordert, jubilieren.

b) Natur- und Artenschutz: Hier ist der Tod der Löwen völlig sinnlos, wenn nicht gleichzeitig auf reinerbige Tiere umgestellt wird.

c) Marketing: auf der Ebene halte ich das Ganze f√ľr einen Super-GAU. Entscheidend f√ľr die Frage, ob man eine derartige Diskussion anst√∂sst sollte nicht sein, ob sie ( nach welchen Massst√§ben auch immer) "n√∂tig" ist, sonder, ob man sie f√ľr sich entscheiden kann. Das halte ich heute f√ľr nahezu ausgeschlossen. Insofern war die Aktion m. E. Unter imageaspekten ein gewaltiges Eigentor.
(29.03.2014, 19:30)
Mark Meier:   Nach den Informationen im Zoofreunde-Forum handelt es sich bei diesen L√∂wen um die Unterart "Zoomix". Da kann von "arterhaltender Zucht" leider auch nach dem geplanten Generationenwechsel kaum die Rede sein. Es wird ja nun mit den √§lteren T√∂chtern des get√∂teten M√§nnchens weitergez√ľchtet - nur eben mit einem neuen M√§nnchen. Wenn das so stimmt, wundere ich mich auch weshalb sich Kopenhagen so sehr seiner bisherigen Beitr√§ge zur L√∂wenzucht r√ľhmt. Das w√§re dann in etwa so glaubw√ľrdig wie die PMs zu wertvollen Geburten bei der seltenen Giraffenunterart im TP Berlin.

Davon abgesehen ist es nat√ľrlich eine berechtigte Frage wie Zuchtgruppen sinnvoll zu managen und zugleich ein m√∂glichst naturnahes Verhalten zu erm√∂glichen sind. Ich will da keine abschlie√üende Bewertung zu abgeben. Da ist mE einiges abzuw√§gen. Aber dass der Zoo nicht die Natur ist, sollte mE schon allen klar sein. So wie Zoos ihre Tiere keine D√ľrrezeiten, akuten Nahrungsmangel, Rivalenk√§mpfe, Beutejagd etc. nacherleben lassen, sollte mE auch das T√∂ten von Tieren nach M√∂glichkeit(!) vermieden werden. Bei Herdentieren die nur ein M√§nnchen zulassen o.√Ą. wird man sicher nicht darum herumkommen. Aber ein Zoo der sich wie Kopenhagen auf das kluge Management seiner Zuchtgruppen beruft, sollte doch in der Lage sein etwas l√§ngerfristig zu planen wann ein Generationenwechsel sinnvoll ist und dann einen Zeitpunkt bestimmen wo die Zucht eingestellt wird. Der Verweis auf medizinische Unklarheiten bei der Verh√ľtung bei ein bzw. zwei Tieren (die nun ohnehin sterben sollten) wie in Kopenhagen vorgebracht hat ist angesichts der Einschl√§ferung von vier Tieren mE etwas fadenscheinig bzw. fast schon paradox.

Unabh√§ngig von dem konkreten Fall gef√§llt es mir nicht, dass bei solchen Themen immer von zwei Alternativen geredet wird: Dem biologisch korrekten Zugang oder aber der Vermenschlichung bzw. Disneyfizierung der Tiere. Wie oben geschrieben ist ein Zoo nie in allen wichtigen Aspekten wie die Natur. So wie der Mensch die Verantwortung hat, die nat√ľrlichen Lebensr√§ume zu erhalten ergibt sich auch aus selbst gestalteten Haltungen eine spezielle Verantwortung. Und auch wenn Tiere keine Menschen sind, so sind sie andererseits auch keine Gegenst√§nde oder Objekte. Dass teils sogar auf die M√§ngel in der Massentierhaltung verwiesen wird um die "heuchlerische" Debatte um Wildtierhaltung ad absurdum zu f√ľhren, tut der Sache mE auch keinen Dienst. Indem man beides √ľberhaupt nebeneinanderstellt, macht man mE schon einen Fehler und schadet dem kollektiven Konzept davon was ein Zoo ist (kein Disneyland aber eben hoffentlich auch keine reine Zuchtfabrik). Das spielt dann schon (sicher unbewusst) in die H√§nde von denen, die meinen in Situ-Projekte seien das einzig sinnvolle...
(29.03.2014, 10:18)
Michael Mettler:   Ich finde, die Fragen, ob so etwas sein darf und ob der Zoo taktisch unklug gehandelt hat, sollte man getrennt bewerten.

Ist es denn ethisch und moralisch weniger verwerflich, Zootiere per Chemie, operativem Eingriff oder Auseinanderrei√üen sozialer Einheiten zu einem quasi geschlechtslosen Dasein zu zwingen, um sie f√ľr den Menschen bequemer zu machen (weil er dann um die unpopul√§re Selektion herumkommt) - und das teilweise f√ľr den Rest ihres Lebens und unter Gef√§hrdung der Gesundheit (erh√∂htes Krebsrisiko bei Gro√ük√§tzinnen nach Verabreichung von Verh√ľtungschemie)...? Ist Artenschutz im Sinne arterhaltender Zucht unter k√ľnstlichen Bedingungen wirklich ohne solche z√ľchterischen Eingriffe m√∂glich?

Wenn ich mir √ľberlege, wie h√§ufig hier im Forum dar√ľber diskutiert wird, dass Zoos sich mehr an den Verh√§ltnissen in der Natur orientieren sollten, dann w√§re ich doch auch in diesem Fall mal auf einen entsprechenden Vorschlag gespannt. L√∂wen untereinander l√∂sen den Generationswechsel schlie√ülich recht pragmatisch (und nicht selten ebenfalls mit Todesfolge).

Dass der Zoo so kurz nach der Giraffengeschichte eine weitere nachliefert, kann man von zwei Seiten sehen. Immerhin kann er es auch schlichtweg genutzt haben, eine - m.E. durchaus notwendige - Diskussion in Gang zu halten, um zu einer Versachlichung des Themas beizutragen statt sich abzuducken. Wenn der VDZ den gesetzlich vorgeschriebenen "vern√ľnftigen Grund" als solchen benennt, weshalb in seinen Mitgliedszoos eher selten Tiere aus Zuchtgr√ľnden get√∂tet werden, dann sei erw√§hnt, dass diese Gesetzgebung auch schon in manchem Jahresbericht eines VDZ-Zoos als Behinderung der z√ľchterischen Arbeit kritisiert wurde.
(29.03.2014, 08:07)
Mark Meier:   Et voila:
"Deutsche Zoos t√∂ten nach Einsch√§tzung des Verbands deutscher Zoodirektoren im europ√§ischen Vergleich eher selten Tiere aus Zuchtgr√ľnden. ¬ĄDaf√ľr ist ausdr√ľcklich ein ¬Ąvern√ľnftiger Grund¬ď n√∂tig¬ď, sagte Gesch√§ftsf√ľhrer Peter Dollinger. Das Vorgehen des Zoos in Kopenhagen h√§lt Dollinger f√ľr prinzipiell nachvollziehbar. Allerdings bleibe zum Beispiel die Frage offen, warum sich die beiden L√∂wen noch paaren durften."
http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Deutsche-Zoo-Chefs-distanzieren-sich-nach-Loewentoetung-von-Kopenhagener-Kollegen
(28.03.2014, 13:09)
Oliver M√ľller:   Ich bin gespannt, ob sich der VDZ dazu positioniert. Laut Bonner General-Anzeiger von heute haben sich bereits einige deutsche Zoochefs √∂ffentlich und offiziell distanziert.


(28.03.2014, 10:41)
Jonas Homburg:   Wenn das so ist... dann w√ľrd ich es schlicht als sehr schade bezeichnen, dass da so mit umgegangen wird. Niemals w√ľrd ich mir anma√üen, die EAZA-Position zu kritisieren, aber irgendwie ist das doch sehr ungl√ľcklich. Sein Image pflegt man damit defintiv nicht...
(27.03.2014, 14:01)
Sven P. Peter:   Wieso sollte die EAZA r√ľgen, wenn sie doch voll dahinterstehen?!
http://www.eaza.net/News/newsblog/Lists/Posts/Post.aspx?ID=188
(26.03.2014, 19:02)
Jonas Homburg:   Auch wenn ich den Tod von Marius noch in Ordnung fand, das ist jawohl nun ein absolutes No-Go. Wie kann man sich so ins eigene Fleisch schneiden? Ich hoffe wirklich, dass da jetzt eine vern√ľnftige Antwort der anderen Zoos kommt. Im Fall Marius haben einige Kopenhagen ja den R√ľcken gedeckt - aus meiner Sicht sehr richtig, besonders K√∂ln und N√ľnrberg haben da wirklich aufschlussreiche Artikel gebracht. Bei diesem verwerflichen Vorgehen allerdings muss jetzt auch deutliche Kritik kommen. Welche Handhabe hat die EAZA eig. da? Zumindes eine offizielle R√ľgung des Vorgehens w√§re da doch angebracht.
(26.03.2014, 11:59)
Holger Wientjes:   So wie ich das verstanden habe, will man mit den √§lteren T√∂chtern des get√∂teten Katers weiterz√ľchten. Also nicht mal das Argument des Artenschutzes greift hier.
Während ich die Tötung der Giraffe noch nachvollziehen konnte, finde ich das Vorgehen hier unmöglich.
(26.03.2014, 11:07)
Oliver M√ľller:   Taktisch maximal unklug ist das Mindeste, was man - jenseits aller ethischen Fragen - wohl dazu sagen kann.

Laut ZTL hat(te) Kopenhagen Zoomixe, vielleicht will man auf reinerbige Tiere umstellen. Das w√§re dann zumindest Populationsmanagement in allerletzter Konsequenz bis ganz zu Ende gedacht. Trotzdem h√§tte man zumindest warten k√∂nnen bis die alten Tiere nat√ľrlich sterben und schon fr√ľher f√ľr Verh√ľtung sorgen k√∂nnen.
(26.03.2014, 10:58)
Peter Lohse:   Mal voraus gesetzt das es so stimmt wie die Presse berichtet, Ethisch und Moralisch sehr verwerflich. Es kann doch nicht sein das man Tiere nur weil Sie alt geworden sind einfach einschl√§fern. Die Zoos habe doch auch eine F√ľhrsorgepflicht den Tieren gegen√ľber. Genau solche Verhaltensweisen sind es doch die all den Zookritikern wieder neue Argumente gegen die Zoos liefern. Da hat man allen anderen keinen Gefallen mit getan. Ich hoffe nur dass es dies Mal von den anderen Zoos eine Endsprechende Reaktion gibt und man ein derartig verwerfliches Verhalten nicht so ohne weiteres hinnimmt.
(26.03.2014, 08:22)
Heidemarie Busch:   'Da ist etwas faul im Staate D√§nemark'. Jetzt wurden im Zoo Kopenhagen vier L√∂wen get√∂tet u.a. ein L√∂wenp√§rchen und ihre beiden Jungen, die 10 Monate alt waren. Nicht etwa weil diese krank waren, nein, das Zuchtp√§rchen war angeblich zu alt und die Jungen w√§ren angeblich noch nicht alleine zurechtgekommen, au√üerdem wollte sie angeblich keiner nehmen (das hat man doch schon einmal geh√∂rt). Und wieder die Aussage von Inzuchtgefahr. Es ist ja auch viel einfacher, sich '√ľberfl√ľssiger Tiere' zu entledigen, als sich zu k√ľmmern. Au√üerdem soll ein Generationswechsel stattfinden, ein neuer L√∂wenmann ist schon eingezogen, na dann gibt es ja bald wieder L√∂wenbabys als Publikumsmagneten, mal sehen was mit denen geschieht, wenn sie nicht mehr klein und niedlich sind.
http://www.spiegel.de/panorama/giraffe-marius-zoo-kopenhagen-toetet-jetzt-vier-loewen-a-960702.html

(25.03.2014, 19:26)
Ingo Rossi:   Ich finde die Frage ¬Ąwas will ich den Kindern vermitteln¬ď durchaus gerechtfertigt. Meine Antwort ist dazu: Normalit√§t. Wenn ich als Erwachsener ein unerverkrampftes Verh√§ltnis im Umgang und auch mit dem Tod von Tieren habe, werden Kinder das genauso empfinden. Vielleicht als etwas trauriges aber etwas das ebenso ist.
Die lange Diskussion um dieses Thema, fast schon eine p√§dagogische Abhandlung, verhindert jeden normalen Umgang und gerade die daf√ľr sensible Kinder sp√ľren, hier stimmt irgendwas nicht, hier kommen Erwachsene nicht klar mit der Situation. Also ist es etwas Besonderes, etwas anderes und das macht den Kindern Angst oder verhindert einen normalen kindlichen Umgang damit. (am Beispiel Sexualit√§t werden es die meisten ja schon selbst erlebt haben)
Daher finde ich den Umgang der D√§nen mit dem Thema einfach nur bewundernswert. Die zusehenden Kinder werden genau das verstehen, was sie altersbedingt verstehen k√∂nnen. Wenn ich mich daran erinnere, wie interessiert ich mir als Kind tote Tiere, ob √ľberfahren oder sonst welche, angeschaut habe, √ľbt das einfach eine Faszination aus.

(21.02.2014, 15:20)
Mark Meier:   P.S.: Die Verf√ľtterung an sich fand er aber auch √ľberhaupt nicht schlimm, wenn ein Tier ohnehin schon get√∂tet wird.
(20.02.2014, 12:19)
Mark Meier:   Ich habe mich gerade mit jemanden unterhalten der einige Jahrzehnte lang Grundschullehrer war. Dieser brachte das Thema Kopenhagen auf und meinte dass er die √∂ffentliche Sektion vor kleinen Kindern ziemlich fragw√ľrdig findet. Nachdem ich ihm das mit den Ank√ľndigungen und den Hinweisen vor Ort erkl√§rte, nahm er das schon als gewisse Relativierung an. Aber er meinte auch dass man ja auch eine Vorstellung haben muss was genau man so kleinen Kindern wirklich damit vermitteln will, wenn man so eine Veranstaltung f√ľr sie √∂ffnet. All die abstrakten Dinge und Themen (wie Achtung vor dem Tier und seinen Leben, Bewusstsein f√ľr Fleischkonsum etc.) die wir hier diskutiert haben oder gar die vom d√§nischen Direktor angef√ľhrte Anatomie einer Giraffe geh√∂ren jedenfalls in seinen Augen nicht dazu. Selbst wenn irgendwelche wissenschaftlichen Mitarbeitet irgendetwas dazu erkl√§rt haben sollten, w√ľrde das bei Kindern kaum wirklich registriert und verstanden werden. Ich selbst sehe nach wie vor auch allenfalls einen potentiellen Gew√∂hnungseffekt darin. Aber ob der wirklich langfristig zu einem ges√ľnderen/ nat√ľrlicheren Umgang mit Tieren an sich, Fleischprodukten usw. beitragen wird steht aber auf einem anderen Blatt.
(20.02.2014, 12:14)
cajun:   Mal ein anderer Aspaekt zum Thema: http://www.stltoday.com/news/local/govt-and-politics/what-happens-when-zoo-contraceptives-work-too-well/article_8e71a4c4-2cd1-58d7-b8af-8fe8eb1be30c.html
(19.02.2014, 20:49)
Daniel Meier:   M.E. hat der Zoo in der Sache v√∂llig richtig gehandelt. Und ich behaupte, dass f√ľr eine Mehrheit der Bev√∂lkerung der Zoo (ev. bei entsprechender Erkl√§rung) korrekt gehandelt hat oder es vielen sogar v√∂llig egal ist. Das Problem (wie so oft in der heutigen Zeit) ist/war die v√∂llig √ľbertriebene mediale Ausschlachtung inklusive unqualifizierte Berichterstattung und, dass sich bei solchen Themen immer laute Minderheiten finden, die sich damit profilieren wollen.
(19.02.2014, 09:00)
Mark Meier:   @Stefanie Fischer: Die ersten drei Abs√§tze unterschreibe ich sofort.

Was die √∂ffentliche Sektion angeht, habe ich k√ľrzlich geh√∂rt, dass es wohl rings herum gen√ľgend Hinweisschilder gab. Also konnte niemand versehentlich dort landen. Das relativiert jedenfalls das was ich zuvor √ľber die Verantwortung des Zoos schrieb. Ich w√ľrde es aber nach wie vor nicht mit so kleinen Kindern durchf√ľhren. Die Zusammenh√§nge sind mE in dem Alter einfach noch nicht nachvollziehbar, weshalb dann so etwas zeigen. Nur f√ľr den Gew√∂hnungseffekt? Schulkinder sollten es mE mindestens sein und eine angemessene Begleitung/ Vor- und Nachbereitung ist mE ebenso absolut notwendig. Wir sind nun mal keine J√§ger mehr, da muss so etwas angemessen vermittelt werden. Dass es pauschal schlecht ist, sage ich aber auch nicht. Nur sollte jedem vorher klar sein worum es geht und es sollte selbst bestimmt passieren. Das ist bei sooo kleinen Kindern mE aber ebenfalls nicht m√∂glich.
(18.02.2014, 23:09)
Stefanie Fischer:   Ich finde das Thema wird viel zu sehr aufgebauscht. √úberz√§hlige Tiere zu t√∂ten finde ich nicht problematisch, egal aus welchen Grund. Da im deutschen Tierschutzgesetz Verf√ľttern als vern√ľnftiger Grund angesehen wird, ist es auch ein ganz legales Vorgehen.

Ich finde es viel besser, dass Tier hier zu t√∂ten und zu verf√ľttern, als es √ľber Tierh√§ndler nach China abzugeben, nur damit ich meinen Besuchern sagen kann "der ist in einen anderen Zoo gegangen", weil dann will ich garnicht dr√ľber nachdenken was mit dem Tier in China passiert.

Außerdem ging es diesen Tieren wenigstens bis zu ihrem Tod gut, wer mal die Abzesse und Hämatome im Fleisch von Massentierhaltungsrindern gesehen hat, weiß selbst Geschlachtetes richtig zu schätzen.

Das Vorgehen der öffentlichen Sektion finde ich super, wäre wirklich gerne dabei gewesen. Finde sowas total spannend!
Das Problem mit den Kindern sehe ich nicht, da das ja alles vom Zootierarzt erklärt wurde und man da sicherlich nicht völlig unvorbereitet rein geraten konnte. Kinder, gerade kleine, sind da wirklich sehr offen.
Letztes Jahr zum Zootag war im N√ľrnberger Tiergarten eine Futterschau der Gro√ükatzen inklusive ganzer Sasin und Kaninchen. Die Kinder haben den ganzen Tag das Kaninchen gestreichelt und waren dem ganzen sehr aufgeschlossen. Erst die √§lteren Kinder fingen an Ekel zu zeigen, aber wenn man ihnen erkl√§rte, dass ihr Schnitzel auch mal ein Tier war, verstanden sie das auch.
Das gr√∂√üte Problem waren die Erwachsenen, die immer ihre Kinder zur√ľck halten wollten.
(18.02.2014, 22:15)
Mark Meier:   So pauschal habe ich das doch gar nicht behauptet/ geschrieben. Aufmerksamkeit ist nat√ľrlich nicht immer gleich Abschreckung, Trauma. Sie kann ja sowohl f√ľr die Verschaffung von Vorteilen wie f√ľr die Vermeidung von Gefahren elementar sein. Wobei "zu viel" rot auf den Lippen f√ľr mich z.B. auch nicht den gew√ľnschten sondern eher den gegenteiligen Effekt hat ;) Aber dass Blut f√ľr den Menschen generell eher positiv besetzt ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Es steht sicherlich irgendwo tief in unserem Gehirn u.a. f√ľr die Fruchtbarkeit der Frau und auch f√ľr das Blut der Beute aber eben genauso auch f√ľr das von Artgenossen bzw. das eigene und damit f√ľr potentielle Gewalteinwirkung oder eigenen Schmerz, also auch eine (wom√∂glich sehr akute) Gefahr. Nat√ľrlich wird das bei einem reinen Naturvolk aber im Zuge des regelm√§√üigen Jagens eine v√∂llig andere Zuschreibung besitzen als f√ľr naturentw√∂hnte Menschen wie die meisten von uns es sicherlich sind und die es wiederum eher mit kleinen oder gro√üen Unf√§llen oder aber Gewalt in Verbindung bringen als mit Nahrungsbeschaffung. Auch Regelblutungen oder gar die Blutungen bei der Geburt werden bei uns ja nicht kultisch begeistert begleitet, sondern viel lieber ausgeblendet. So weit stimme ich zu.

Phobien vor Tieren sind nat√ľrlich eigentlich ein anderes Thema, aber warum sollte die Giftigkeit von einigen Spezies solcher Tiergruppen keine solchen Effekt haben k√∂nnen? Zumal ich nicht wei√ü wie viele Menschen wirklich durch solche Bisse oder Stiche zumindest zu Schaden kommen (diese Tiere kommen ja deutlich leichter nah mit dem Menschen in Kontakt als Wildkatzen). Zudem w√ľrde zumindest bei mir geh√∂rig das Adrenalin pumpen wenn ich eine Wildkatze au√üerhalb der ritualisierten Zooroutine treffen w√ľrde! Das ist nat√ľrlich dann eher Angst, kein Ekel, aber der ist bei so einem so gro√üen Tier auch nicht so n√∂tig wie bei unauff√§lligen und kleineren Kriech- oder Krabbeltieren. Es k√∂nnte zudem auch sein, dass unsere fast rein positive Faszination f√ľr gef√§hrliche Gro√ütiere ein recht modernes Ph√§nomen (anders als Spinnen erleben wir sie ja auch kaum noch aus der N√§he oder wirklich mal ohne Zaun etc.)... Davon abgesehen sind Hy√§nen mW mindestens ebenso erfolgreiche J√§ger wie etwa L√∂wen und werden anders herum auch √∂fters mal von Wildkatzen ihrer Beute beraubt. Das reine Aasfresser-Image ist inzwischen widerlegt. Das ist aber nat√ľrlich off Topic.
(16.02.2014, 22:50)
Michael Mettler:   ... und im Grunde habe ich gerade selber die m√∂gliche Erkl√§rung geliefert, warum es keine Leopardenphobiker gibt ;-)
(16.02.2014, 10:39)
Michael Mettler:   @Mark Meier: Der Erkl√§rungsversuch mit der Farbe (Blut-)Rot ist zu einseitig, denn es gibt reichlich Beispiele daf√ľr, dass sie auch positiv besetzt ist. Nicht ohne Grund verschenken wir am Valentinstag rote Herzen und rote Rosen, malen sich Frauen Lippen und N√§gel rot usw. - wovor soll das warnen oder abschrecken? In einigen Kulturen - ich habe zuf√§llig gerade Entsprechendes √ľber Aborigines gelesen - wird Blut u.a. mit Geburt und ritueller Neugeburt assoziiert, Menstruationsblut gilt sogar als heilige Kraftquelle. Bei diversen Primatenarten gilt Rotf√§rbung als Fruchtbarkeitssymbol, siehe die Brunstschwellung einiger Arten oder die rote Brust bei Dscheladaweibchen. Richtig ist also, dass Rot (Blut) beim Menschen besondere Aufmerksamkeit erzeugt, aber sogar eher mit Anziehungskraft als auf absto√üende Weise.

Bei den Phobien √ľberzeugt mich der Hinweis auf die Giftigkeit vieler tropischer Spinnen (und Schlangen) nicht wirklich - die Theorie ist mir bekannt. Es d√ľrften wohl im Laufe der Menschwerdung mehr unserer afrikanischen Vorfahren durch Leoparden und S√§belzahnkatzen umgekommen sein als durch Spinnen- und Schlangenbisse, weil sie zur nat√ľrlichen Beute der Gro√ükatzen geh√∂rten. Da w√§re eine Gro√ükatzenphobie doch einleuchtender. Aber kennt jemand einen Leopardenphobiker?

Der Anblick eines Tierkadavers ist wie bei der Farbe Rot ebenfalls nicht generell negativ besetzt, das ist eher eine Frage kultureller Pr√§gung. Ein Kleinkind der !San in der Kalahari steht m√∂glicherweise mit den gleichen leuchtenden Augen vor einer ausgeweideten toten Giraffe wie sein Altersvetter in Deutschland vor der Kuchentheke, und auch ein Inuit-Kind wird der Schlachtung einer Robbe wohl eher mit der Hoffnung auf ein paar noch blut(!)warme Leckerbissen zusehen statt ein Trauma zu erleiden. Deshalb glaube ich, dass es eher eine Erziehungs- und damit Kulturfrage ist, inwieweit man einem Kind solche Anblicke zumutet. Fakt ist, dass die beiden genannten Volksst√§mme in unverf√§lschtem Zustand eine tiefe innere Beziehung zur Natur pflegen, von der wir in unserem Kulturkreis zwar romantisch tr√§umen, sie aber gleichzeitig so aseptisch wie m√∂glich haben wollen. Das passt nicht zusammen, und wenn wir uns darin nicht r√ľckbesinnen, dann wird sich vermutlich nie wieder etwas in die gew√ľnschte Richtung √§ndern.

√úbrigens gibt es sogar Querverbindungen zwischen der Anziehungskraft der Farbe (Blut-)Rot, dem Anblick eines (bereits ge√∂ffneten) Tierkadavers und der Faszination f√ľr Gro√ükatzen, wenn wir schon menschliche Ur-Instinkte usw. in Betracht ziehen. Unsere Vorfahren wurden ja nicht schlagartig von Menschenaffen zu heroischen Gro√üwildj√§gern, sondern durchliefen aller Wahrscheinlichkeit nach eine mehr oder weniger lange Phase als Aasfresser/-diebe. Gro√ükatzen waren daher f√ľr sie nicht nur eine Bedrohung, sondern auch Nahrungslieferanten (quasi Proto-Metzger), die es zu beobachten lohnte. Ein "geschlachtetes", blutendes Tier in der Savanne war somit attraktiv (als Nahrungsquelle), aber das frische rote Blut warnte gleichzeitig davor, dass der rechtm√§√üige Eigent√ľmer noch ganz in der N√§he sein konnte. Somit diente das Rot gleichzeitig als Lock- und Warnfarbe, in einem sp√§teren Stadium vielleicht sogar als Ausl√∂ser f√ľr einen Adrenalinschub, der unsere Vorfahren dazu anstachelte, das Raubtier von seinem Riss aktiv zu vertreiben ("man sieht Rot" = aggressiv werden!). Dass Gro√ükatzen √§u√üerst beliebte Zootiere sind (und mit Wappen und Standbildern heroisiert werden), w√§hrend Hy√§nen (unmittelbare Nahrungskonkurrenten unserer Vorfahren bei der Kadaver-Nachnutzung, vor allem um die begehrten Markknochen!) nicht nur in unserer Kultur das gegenteilige Image genie√üen, k√∂nnte auf dieses archaische Erbe zur√ľckzuf√ľhren sein.
(16.02.2014, 09:30)
Mark Meier:   Interessantes Thema. Wie im Tierreich gibt es auch bei Menschen erlernte und angeborene Reaktionen und Verhaltensweisen.

Bei Spinnen z.B. hat es mW neben dem Aspekt mit dem erlernten Ekel auch mit den vielen Beinen und der v√∂llig andersartigen Bewegungskoordinierung zu tun (dazu gibt es mW Untersuchungen die ich aber nicht so genau kenne). Zudem gibt es bekanntlich gerade in w√§rmeren Zonen ja auch giftige Exemplare so dass eine gewisse Scheu durchaus sinnvoll und somit sogar angeboren sein k√∂nnte. Da Menschen durch Darmkeime und -parasiten krank werden k√∂nnen, k√∂nnte es auch hier eine angeborene Komponente geben, aber das wei√ü ich nicht so genau. Auf jeden Fall ist das gesellschaftliche Tabu dar√ľber zu sprechen nat√ľrlich komplexer und in dieser Form nicht angeboren w√ľrde ich sagen.

Die Angst vor Gewalt und Tot ist definitiv angeboren, u.a. deshalb ist die Farbe rot (=Blut) die klassische Warnfarbe die am meisten Aufmerksamkeit/ Alarmbereitschaft erzeugt. Wenn man also live sieht wie eine Giraffe zerschnitten wird, wird das durchaus auch bei kleinen Kindern Emotionen ausl√∂sen. Ich sage nicht, dass es jedes gleich Kind traumatisiert aber in einzelnen F√§llen kann das passieren bzw. es kann ein Kind einfach belasten. Zudem wird ein Kind wie gesagt in dem Alter einfach nicht verstehen was damit wirklich vermittelt werden soll und daher auch nicht wirklich etwas lernen. So √§hnlich meinte ich das ja mit den Anti-Kriegsfilmen oder √§hnlich gelagerten Dokus: Lernpotential wird noch nicht genutzt, allzu explizite Darstellungen l√∂sen aber unangenehme Reaktionen aus. Sonst m√ľsste es ja keinen Jugenschutz geben. Also macht es mE auch einfach keinen Sinn so etwas so kleinen Kindern zu pr√§sentieren, auch wenn sie wom√∂glich in einigen F√§llen keine (extremen) Reaktionen zeigen.

Und ja: (Ganz) kleine Kinder k√∂nnen noch nicht so gut zwischen Fiktion und Realit√§t unterscheiden. Und ich w√ľrde ganz kleine Kinder auch nicht unbedingt solche Filmaufnahmen zeigen, wenn die Darstellung von Gewalt/ Leiden zu explizit ist. Trotzdem ist das Erleben teilweise noch etwas anders wenn etwas real passiert und so unmittelbarer/ intensiver und mit mehr Sinnen aufgenommen wird.
(15.02.2014, 16:37)
Michael Mettler:   Mir mangelt es an praktischer Erfahrung in Sachen Kleinkindp√§dagogik. Aber nach dem, was ich dar√ľber mitbekommen habe, sollen doch kleine Kinder bis zu einem gewissen Alter sehr unvoreingenommen sein und erst dann - vor allem durch elterliches Vorbild - dahingehend beeinflusst werden, was "igitt" ist und was nicht. So zumindest habe ich es immer wieder in Zusammenhang mit z.B. der Furcht vor Schlangen und Spinnen gelesen und ebenso in Bezug auf Tabuisierung von z.B. Verdauungsprodukten. Wenn das stimmt, w√ľrden doch im Falle des Schlachtens eher die Eltern/die Gesellschaft f√ľr eine Traumatisierung sorgen als der Vorgang an sich...? Hei√üt es nicht immer, kleine Kinder k√∂nnten noch nicht zwischen Realit√§t und Fiktion unterscheiden? Dann w√§re doch f√ľr sie eine Raubtier-Beute-Szene im Fernsehen genauso schrecklich wie eine Schlachtszene in natura - oder beides gleich "normal"...?

Der Gedanke, dass ein Zoo etwas Paradiesisches sei - ein Ort f√ľr unbeschwerte Stunden - scheint mir doch auch eher einer Erwachsenen-Denkweise zu entspringen als der durch Neugier und Entdeckungslust gepr√§gten Welt eines Kindes.

Irgendwie erinnert mich die Diskussion jedenfalls an den Spruch "Alle wollen zur√ľck zur Natur - aber keiner zu Fu√ü".
(15.02.2014, 12:03)
Jennifer Weilguni:   @Mark Meier:
Eben das sehe ich auch so. Viel schlimmer w√ɬ§re es f√ɬľr mich gewesen, h√ɬ§tte man die Giraffe einfach entsorgt. So war sie wenigstens noch als Futter n√ɬľtzlich.
Hier werden kleine Kinder nicht mit zur Schlachtung genommen, sondern es werden eben einfach Kaninchen, H√ɬľhner, Enten und G√ɬ§nse geschlachtet und zubereitet. Klar, da√ɬü die Kinder das auch mitbekommen und manchmal auch helfen (wollen). Das ist eben so normal, wie √ɬĄpfel pfl√ɬľcken oder Salat ernten.



(14.02.2014, 23:16)
Mark Meier:   @Jennifer Weilguni: Wie gesagt gibt es ja nicht nur die Extreme. Meine Kinder wissen durchaus wo Fleisch herkommt. Trotzdem h√§tte ich sie nie zu so etwas mitgenommen. Mir selbst h√§tte ich es wenn nur aus wissenschaftlicher Neugier zugemutet. Mir reicht in solchen F√§llen das abstrakte Wissen aus. Sterben und Tod habe ich auch so schon miterlebt, das Innenleben eines toten K√∂rpers muss ich nicht unbedingt sehen. Meine √§ltere Tochter hat durch Zufall auch mal eine Schlachtung miterlebt. Sie ist eigentlich ein ziemlich stabiles M√§del. Sie war auch nicht schwer traumatisiert, aber doch erst einmal ziemlich geschockt. Weniger (gern) Fleisch isst sie deswegen aber auch nicht. Ich glaube der nachhaltige Lerneffekt ist gerade bei noch kleineren Kindern oft nicht vorhanden, weil sie solche abstrakten Zusammenh√§nge und Reflektionen nicht vollziehen. Aber Schmerz oder Trauer m√∂gen sie schon sp√ľren, wenn sie so was mit ansehen. Ich glaube auch, dass es durchaus zu viel sein kann.

Verstehe ich das richtig, bei Eich auf dem Land werden (so kleine) Kinder auch mit zur Schlachtung genommen? Macht man das gezielt so damit sie die Zusammenh√§nge verstehen oder m√ľssen sie einfach mit helfen? Oder meintest Du nur, dass sie wissen dass das Tier nun geschlachtet wird? √úbrigens haben meine Gro√üeltern hier in Berlin fr√ľher auch noch eigene Tiere gehalten und auch selbst geschlachtet. Aber ich glaube die kleineren Kinder mussten da weder mithelfen noch mit dabei sein. Nur essen sollten es alle, was manche aber nicht wollten bzw. konnten (meine Mutter hat sich mal richtig √ľbergeben). Manche Leute tauschen ja auch Tiere damit sie die eigenen nicht selbst essen m√ľssen...

Davon abgesehen ist f√ľr mich eine Schlachtung keine Hinrichtung, aber es wird doch ein Leben geopfert. Entsprechend sollte man mE respektvoll damit umgehen, Tiere nicht grundlos t√∂ten, Fleisch verschwenden, wegwerfen, √ľberm√§√üig und unreflektiert konsumieren. Aber das muss jeder selber entscheiden. Nur ist es tats√§chlich eine Doppelmoral wenn man es anders h√§lt und dann so einem Zoo schwere Vorw√ľrfe macht. Die T√∂tung und die Verwertung an sich finde ich jedenfalls keiner Kritik w√ľrdig.
(14.02.2014, 22:02)
Jennifer Weilguni:   Ich glaube nicht, da√ɬü ein Kind zwangsl√ɬ§ufug traumatisiert ist, wenn es die Schlachtung und Zerlegung eines Tieres mit ansieht. Im Gegenteil. Sonst m√ɬľssten bei uns auf dem Land nur noch traumatisierte Menschen herumlaufen. Hier in Ostfriesland haben die meisten K√ɬľhe noch Namen und werden in der Regel auf den H√ɬ∂fen von den Bauern nebst Familien selbst gro√ɬügezogen. Und da bekommen die Kinder dann auch mit, wenn die "Mona" oder die "Uschi" ihren letzten Gang geht. Von den hier √ɬľblichen Hausschlachtungen speziell bei Gefl√ɬľgel und Kaninchen mal ganz zu schweigen.

Ich glaube, da√ɬü hier eher noch die Erwachsenen das Problem sind, was sich leider auch zeigt, wenn im Falle einer Schlachtung gleich von "Hinrichtung" gesprochen wird. Die Anwendung eines Bokzenschu√ɬüger√ɬ§ts ist vollkommen √ɬľblich bei der T√ɬ∂tung von Schlachttieren. So gesehen wird also jedes Schwein und jedes Rind "hingerichtet" - und trotzdem st√ɬ∂rt sich keiner daran, wenn er sein Schnitzel isst.

Seltsame Welt ... Kindern vorzuenthalten, da√ɬü f√ɬľr Fleischkonsum Tiere sterben m√ɬľssen ist meiner Meinung nach eine weitere Entfremdung der Natur.
(14.02.2014, 21:32)
Mark Meier:   @Michael Mettler: Bei so einem Fall w√§re es exakt wie bei allen anderen halboffenen Veranstaltungen auch. Es gibt einen Hinweis zu der Veranstaltung (e.g. auf der Website des Zoos) und eine kurze Erl√§uterung/ Beschreibung. Damit wird direkt eine Zielgruppe angesprochen. Dazu dann noch eine Kontaktadresse und ggf. auch eine Platzzahlbeschr√§nkung, Altersempfehlungen oder -vorgaben. Das war's schon an Aufwand. Da sehe ich ehrlich gesagt keinerlei Problem.

Was kleine Kinder wie auf dem Foto angeht, werden sie in diesem Alter wie gesagt sicher rein gar nichts von den Dingen lernen die Dir vorschweben und die ich an sich selbst sehr sinnvoll finde. Und nat√ľrlich wird auch weiterhin im Bio-Unterricht seziert aber in einer ganz(!) anderen Altersstufe und mW auch ohne entsprechenden Zwang. Das ist ja kein Medizinstudium. Bei uns z.B. musste nie jemand sezieren, wer wollte konnte aber(u.a. Schweine- oder Rinderaugen und sonstige Organe, kleine Wirbeltiere usw.). Lernen am Modell finde ich hingegen ehrlich gesagt wirklich keine gro√üe Zumutung (das ist doch nur Kunststoff, riecht nicht, wabbert nicht, keine Fl√ľssigkeiten spritzen heraus...). Wenn etwas √ľber Bilder oder das Medium Film vermittelt wird gibt es zudem eine gewisse eingebaute Distanz. Trotzdem gibt es aber selbst da bekanntlich noch FSK-Freigaben als Filter. So didaktisch wertvoll ein halbwegs authentischer Anti-Kriegsfilm auch sein mag, Kleinkinder w√ľrde ich damit noch nicht zu Pazifisten erziehen wollen. √Ąhnlich ist es mit den Dokus zur Massentierhaltung die wir im Religions- bzw. fast schon eher Ethikunterricht gesehen haben. Sicher lehrreich, aber nichts f√ľr Kinderaugen.

Es gibt ja noch eine ganze Bandbreite zwischen den Extremen einen Menschen immer nur in Watte zu packen oder schon Kleinkinder so direkt mit solchen Szenen zu konfrontieren.
(14.02.2014, 15:22)
WolfDrei:   Nochmals D√§nemark: ein √§hnlich gelagerter Fall steht erneut an in einem kleinen mir unbekannten Zoo/Tierpark (Videbaek). Zuf√§lligerweise hei√üt der Giraffenbulle auch Marius (Berliner Zeitung, 14.2.: Weiterer d√§nischer Zoo erw√§gt Giraffen-T√∂tung)
(14.02.2014, 10:54)
Heidemarie Busch:   Thema Kastration: Ich glaube es gibt inzwischen auch schon medikament√∂se Varianten
(14.02.2014, 10:29)
Michael Mettler:   P.S., zum Thema Kastration: M.W. geh√∂ren Giraffen noch immer zu den Tieren, bei denen eine Narkose mit hohen Risiken f√ľr das Leben des Tieres verbunden ist. Und auch mit dem besten Medical Training wird man einen Giraffenbullen nicht dazu bewegen k√∂nnen, sich ohne Narkose freiwillig K√∂rperteile amputieren zu lassen.
(14.02.2014, 08:28)
Michael Mettler:   @Mark Meier: Wie stellst du dir denn in einem solchen Fall "nur mit Voranmeldung" vor? Wie und wo h√§tte der Zoo "einladen" sollen, (falls er das nicht sogar gemacht haben sollte - ich kenne die Vorgeschichte der Aktion nicht), ohne damit in die √Ėffentlichkeit zu gehen und damit ein "Lautwerden" zu provozieren?

Ich wei√ü nicht, wie heutige Schullehrpl√§ne in Deutschland und in anderen L√§ndern (immerhin geht es ja um D√§nemark) aussehen, aber ich durfte/musste als Kind im Biounterricht noch selbst einen Fisch sezieren (m.W. nimmt man andernorts gern Fr√∂sche daf√ľr) und wurde mit Abbildungen und Plastikmodellen von ge√∂ffneten Menschen- und Tierk√∂rpern konfrontiert, um deren Anatomie kennen zu lernen. Und auch im Kindesalter hatte ich schon -zig Male im Fernsehen gesehen, wie L√∂we, Gepard & Co. gerissene Beutetiere zerfleischten und ihnen die Eingeweide heraus zogen.

Einerseits beklagen sich heutzutage die "Wissenden", wie naturfremd Kinder aufwachsen und Milch, Fischstäbchen und Schnitzel nur noch mit der Verkaufsverpackung statt mit dem lebenden Ursprung in Verbindung bringen; andererseits soll ihnen dieser auch nicht zu Augen gebracht werden. Und nun?

Bei meiner D√§nemark-Zootour vor einigen Jahren war ich in Ebeltoft zuf√§llig Augenzeuge der kommentierten Schwarzb√§ren-F√ľtterung (wobei ich mangels D√§nischkenntnis den Wortlaut nicht verstehen konnte). Im Gehege lagen diverse K√∂pfe von Pferden, komplett mit Fell und teilweise heraush√§ngender Zunge. An entsetzt fl√ľchtende Besucher - es war nicht wenig Publikum in allen Altersstufen anwesend - erinnere ich mich dagegen nicht.

√úbrigens werden in Deutschland noch in vielen Familien Kaninchen und Gefl√ľgel aus eigener Zucht selbst geschlachtet, d.h. es ist sogar ein Familienmitglied des Kindes der "T√§ter". Ich will Traumatisierungen keineswegs ausschlie√üen, aber wenn sie die Regel w√§ren, g√§be es wohl kaum noch Kleintierz√ľchter, bei denen schon Eltern und Gro√üeltern ebenso gehandelt haben.
(14.02.2014, 08:16)
Mark Meier:   @Michael Mettler: Das sehe ich anders. Das w√§re alles ohne Weiteres eine Nummer kleiner und weniger laut gegangen. Bei uns an der Uni gibt es immer wieder kostenlose √∂ffentliche Veranstaltungen zu denen eingeladen wird, manche aber (aus verschiedenen Gr√ľnden) nur mit Voranmeldung. Wenn man das in so einem halboffenen Format nach den √Ėffnungszeiten gemacht h√§tte (ohne Eintritt aber eben nur mit Voranmeldung), dann h√§tte es weder etwas verschleiert noch h√§tte es den Anschein eines bewussten Spektakels erweckt. Das h√§tte die Kritik an der T√∂tung an sich nicht v√∂llig erstickt aber wom√∂glich doch etwas ged√§mpft. Denn viele st√∂ren sich gerade an den Bildern mit kleinen Kindern in erster Reihe. Dass die so nachhaltig f√ľr ihr Leben lernen, bezweifle ich. Allenfalls die Emotionen werden sie noch l√§nger begleiten, die spezielle Anatomie einer Giraffe sicher nicht. Auch Reflektionen √ľber die Existenz an sich, den Konsum von Fleisch o.√Ą. werden so in dem Alter sicher nicht losgesto√üen. Dass man weggucken k√∂nnte ist klar, entbindet aber eine Einrichtung wie einen Zoo nicht von der Verantwortung. So einer Institution vertrauen die Menschen eben leicht. Wer sagt denn, dass nicht auch Eltern mit Kindern ohne Vorkenntnis im Zoo waren und dann mal sehen wollten was da hinter der gro√üen Menschenmenge los ist...

Und ehrlich gesagt kann ich auch nicht so recht glauben, dass es dem Zoo bei dieser Aktion allein um Bildung und Aufkl√§rung ging. Wie gesagt w√§re dann ein anderes Format sinnvoller gewesen. Die mediale Kritik mag extrem und √ľbertrieben ausgefallen sein, aber so etwas hat man mE mehr oder weniger bewusst provoziert bzw. zumindest billigend in Kauf genommen. Da kann ich ehrlich gesagt auch die wenig kollegialen Reaktionen der meisten anderen Zoos verstehen, denn auch auf deren R√ľcken wurde das Ganze ausgetragen. Die d√ľrfen jetzt n√§mlich alle auch mit dieser Welle √∂ffentlicher Missgunst k√§mpfen...
(13.02.2014, 22:49)
Michael Mettler:   http://www.tagblatt.ch/aktuell/panorama/panorama/Giraffenkalb-im-Kopenhagener-Zoo-getoetet;art253654,3697489

Auf dem Foto in diesem Artikel sehe ich keine entsetzte Menge angesichts des bereits toten Tieres - das Publikum wirkt nicht anders als bei einer Zoof√ľhrung und wird offenbar auch wie bei einer solchen durch die Akteure informiert. Wer nicht zuschauen wollte, h√§tte einfach weitergehen k√∂nnen.

Diese Aktion ohne Publikum "hinter den Kulissen" durchzuf√ľhren h√§tte bedeutet, entweder
a) einen Teil des Zoos vor√ľbergehend zu sperren, denn der Wirtschaftzugang des Kopenhagener Giraffenhauses liegt meiner Erinnerung nach ohne jegliche Sichtblende am Besucher-Rundweg, f√ľr den es an dieser Stelle keine Ausweichstrecke gibt;
b) die Giraffe im Haus zu zerlegen, dann wären die anderen Giraffen Zeugen der Prozedur gewesen;
c) den Jungbullen in eine Transportkiste zu verpacken und zur Tötung anderswohin zu schaffen, dann hätte man ihn vorher noch Stress ausgesetzt;
d) die bereits tote Giraffe durch die Gegend zu fahren und anderswo zu zerlegen - auch diesen Transport hätten Besucher womöglich sehen können;
e) alles au√üerhalb der Besuchszeiten und unter dem Deckm√§ntelchen des Schweigens zu machen. DAS w√ľrden diverse Tiersch√ľtzer dann aber genauso kritisieren (wegen angeblicher Verschleierung).
(13.02.2014, 17:39)
Heidemarie Busch:   @Mark Meier Ich sehe es √§hnlich.
Nat√ľrlich kann man davon ausgehen, dass '√ľbersch√ľssige' Tiere im Zweifel verf√ľttert werden. Aber, einen jungen, gesunden Giraffenbullen, der ja zur Arterhaltung gez√ľchtet wurde, so medienwirksam hinzurichten und ihn vor Publikum auszuschlachten, halte ich f√ľr schwierig! Insbesondere auch, da andere Zoos Interesse gezeigt haben, das Tier zu √ľbernehmen. Kann man jetzt davon ausgehen, dass allen zuk√ľnftigen Bullk√§lbern in Kopenhagen das gleiche Schicksal erwartet, da ja angeblich alle weiblichen Tiere in den f√ľr die Zucht angeschlossenen Zoos genverwandt sein sollen. Ich gehe in den Zoo um mich zu entspannen und Freude an den lebenden Tieren zu haben und selbst ich m√∂chte nicht so einem 'Schlachtfest' beiwohnen und w√ľrde dies schon gar nicht einem Kleinkind zumuten. Evtl. noch, wenn ich f√ľr dieses Tier eine Patenschaft habe. Was hinter den Kulissen passiert ist eine andere Geschichte und das Raubtiere keinen Rosenkohl fressen wusste schon meine Oma. Ich w√ľrde solche Aktionen definitiv nicht unterst√ľtzen.

(12.02.2014, 22:38)
Mark Meier:   Bez√ľglich nat√ľrlichem Zucht-, Aufzucht- und Herdenverhalten sowie Verf√ľtterung habe ich keine Probleme. Da muss sich der Zoo mE nichts vorwerfen lassen. Ung√ľnstig ist aber, dass man erst behauptete es ginge nur darum Inzucht zu verhindern. Sp√§ter erst kam heraus, dass es eigentlich nur um den Platz ging. Aber selbst dann wurde gesagt eine Kastration sei extrem schmerzvoll und folgenschwer. Wenn sich die Biologie einer Giraffe nicht stark von der anderer S√§uger unterscheidet, ziehe ich diese Behauptung eher in Zweifel. Zumal es auch noch andere Methoden als eine Kastration gibt.

Sehr ung√ľnstig finde ich zudem die √∂ffentliche Inszenierung der Zerlegung. Gerade so kleine Kinder m√ľssen so etwas mE nicht sehen, um f√ľr die Schattenseiten des Fleischkonsums sensibilisiert zu werden. Ich bef√ľrchte eher, dass das ein oder andere Kind etwas traumatisiert werden k√∂nnte. Sicher meinen die Eltern es gut und vertrauen dem Zoo, aber ich h√§tte es so nicht gemacht. Man sollte nat√ľrlich nicht ein Leben lang die Realit√§t ausblenden, aber das Gegenextrem finde ich in dem Alter wie gesagt auch fragw√ľrdig. Keine Ahnung ob bzw. wie das ganze vom Zoopersonal begleitet wurde. Aber die Bilder an sich finde ich eher nicht so positiv. Dann k√∂nnte man Kindern auch authentische Gewalt- oder Kriegsaufnahmen zeigen um sie zu f√ľr ein Leben als Pazifisten zu sensibilisieren. Zumal Kinder Filme sogar noch besser verarbeiten als Live-Erlebnisse...
(12.02.2014, 20:49)
cajun:   Man kann sich hierzu innerhalb eines Sozialen Netzwerkes engagieren.
https://www.facebook.com/SupportcphZOO
(12.02.2014, 19:20)
Jennifer Weilguni:   Titel der Bild gestern "BILD verh√ɬ∂rt herzlosen Zoo-Chef"
Ehrlich gesagt, manchmal kann man gar nicht so viel fressen, wie man ko.... m√ɬ∂chte. Was macht den Zoodirektor denn herzlos? Da√ɬü er seine L√ɬ∂wen f√ɬľttert? Lasst die Raubtiere in Zukunft verhungern, damit beweist ihr echtes "Herz".
Rinder und Pferde zu verf√ɬľttern ist in meinen Augen nichts anderes als eine Giraffe oder eine Antilope zu verf√ɬľttern. Mit dem Unterschied, da√ɬü der Zoo bei Tieren aus eigener Nachzucht nicht nur genau wei√ɬü, was er da verf√ɬľttert, sondern sich auch sicher sein kann, da√ɬü das Tier vorher ein artgerechtes Leben gef√ɬľhrt hat. Das ist doch eigentlich viel humaner, als Rindfleisch aus der Massentierhaltung zu verf√ɬľttern (wie es wohl auf fast jedem Teller landet).

Da√ɬü die Giraffe vor den Augen der Besucher zerlegt wurde, finde ich pers√ɬ∂nlich nicht problematisch. Warum sollen Besucher (und auch deren Kinder) nicht wissen, da√ɬü Giraffen zum nat√ɬľrlichen Speisezettel von L√ɬ∂wen geh√ɬ∂ren. Ehrlich gesagt finde ich es angesichts der vielen Fleischmassen, die in Europa verzehrt werden eher traurig, da√ɬü es scheinbar Eltern gibt, die ihren Kindern nicht verraten wollen, da√ɬü es sich bei der Mahlzeit auf dem Teller mal um ein Tier gehandelt hat. Kein Wunder, da√ɬü unsere Gesellschaft immer mehr und mehr den Bezug zu unseren Lebensmitteln verliert und entsprechend unachtsam damit umgeht.

Zwei Daumen hoch f√ɬľr den Zoo Kopenhagen! Ich w√ɬľrde mir w√ɬľnschen, da√ɬü mehr Einrichtungen diesen Mut aufbringen.

Was wäre eigentlich passiert, wenn die Giaffe tatsächlich durch einen Käufer "gerettet" worden wäre? Dann hätten die Löwen eine Kuh, einen Ochsen oder ein Pferd verspeist. Und dieses Tier hätte dann sicher auch einen Namen, in jedem Fall aber ein Leben gehabt..
(12.02.2014, 09:34)
WolfDrei:   Nachdem in der "Berliner Zeitung" gestern nur eine Kurzfassung erschien, wird das Thema nun etwas ausf√ľhrlicher behandelt. Sicherlich war die Zerlegung der Netz-Giraffe (dazu ein Bild auch mit herumstehenden Kindern)vor dem Publikum nicht sonderlich g√ľnstig. Auch wird berichtet. dass es durchaus Interessenten f√ľr eine √úbernahme gegeben h√§tte - aber die waren nicht EAZA-Mitglieder. Berichtet wird auch , dass doch viele D√§nen als Vertreter eines ackerbaulich ausgerichteten Volkes Verst√§ndnis gezeigt h√§tten "denn L√∂wen fressen nun mal keinen Rosenkohl".
(11.02.2014, 10:20)
cajun:   Dazu auch: http://www.sueddeutsche.de/wissen/kopenhagener-zoo-zoodirektor-erhaelt-morddrohungen-wegen-toter-giraffe-marius-1.1884870
(10.02.2014, 22:55)
Michael Mettler:   @Regina Nieke: Die Praxis ist in Kopenhagen nicht neu, schon vor etlichen Jahren gab es sogar im Zoof√ľhrer ein Foto ihren L√∂wen mit einer toten Antilope.
(10.02.2014, 21:02)
WolfDrei:   Auch in der "Berliner Zeitung" dazu ein Kommentar: ein hochgradiges Inzuchttier (m√§nnlich), das auch durch die EAZA nicht vermittelbar war
(10.02.2014, 17:24)
Regina Nieke:   Mir ist auch so, als h√§tte ich irgendwo mal gelesen, dass die dort ihre "√úberschusszootiere" an die Raubtiere verf√ľttern.... und zwar sehr oft auch so, dass man noch erkennen kann, was es f√ľr ein Tier war. Leider wei√ü ich nicht mehr, wo ich das "aufgeschnappt" habe...
(10.02.2014, 14:41)
Carsten Horn:   Die D√§nen sind da etwas anders drauf, letzten Monat wurde in Odense ein L√∂we get√∂tet und pr√§pariert, ebenfalls √∂ffentlich...
(10.02.2014, 13:09)
Sacha:   Im Moment ist gerade eine Hetzkampagne gegen den Kopenhagener Zoodirektor im Gange. Ursache ist der Umstand, dass er eine Giraffe √∂ffentlich an die L√∂wen verf√ľttern liess und das auch noch "vor Kinderaugen"....

http://www.bild.de/news/ausland/giraffe/nach-verfuetterung-von-giraffe-zoo-direktor-erhaelt-todesdrohungen-34609480.bild.html

Mal abgesehen davon, dass die nun wieder vor Emp√∂rung kreischenden Tierrechtler und andere Fanatiker ausser Acht lassen, dass auch in der Natur nicht alle Jungen aufkommen und Giraffen dort L√∂wen zum Opfer fallen k√∂nnen, so wird der Fakt v√∂llig ausgeblendet, dass es aus ethischer Sicht √ľberhaupt keine Rolle spielt, ob nun eine Giraffe oder ein Pferd verf√ľttert wird.
Die, die jetzt vor Empörung schreien, sind nicht alle Vegetarier/Veganer, und kaufen am nächsten Tag ohne mit der Wimper zu zucken ihr Schnitzel im Supermarkt.

Ich bin der Meinung, dass dem Direktor vielmehr Lob geb√ľhrt. Er hat das Heranwachsen eines Tieres trotz √ľberrepr√§sentierter Gene erm√∂glicht, was ein nat√ľrlicher Prozess ist und innerhalb der Giraffenherde sicher zu einer Verhaltensanreicherung gef√ľhrt hat. Und er hat den L√∂wen eine √§usserst naturnahe (und zudem gesunde) Mahlzeit vorgesetzt sowie den Kindern (und Erwachsenen) zeigen k√∂nnen, welches Schicksal Giraffen in der "sch√∂nen, freien Wildbahn" bl√ľht.

Zudem sind mir im Artikel einige Ungereimtheiten aufgefallen wie etwa der Umstand, dass jemand 500 000 Euro geboten haben soll, um die Giraffe zu retten...
(10.02.2014, 11:18)
Jan Jakobi:   Laut Facebook-Zoo Kopenhagen:
Das Kalb hatte einen Herzfehler, ein großes Loch zwischen den Vorhöfen.

Ich habe gerade nachgesehen, es handelt sich zufällig um das 13. Kalb das "Chieng Mai" gezeugt hat.

(27.08.2013, 19:07)
Jan Jakobi:   Heute fr√ľh um 3:15 Uhr brachte die Elefantenkuh "Surin" ihr erstes Kalb tot zur Welt :(

Es war ein Mädchen.

Und ich habe es wieder mal verpasst, als ich wenige Stunden vorher in die Webcam guckte, sah ich noch nichts was nach einer Elefantengeburt aussah.

Am 25.02. kam "Khao Sok" zur Welt, Mutter ist "Kungrao". Er wächst als Einzelkind auf.


(26.08.2013, 19:35)
Jennifer Weilguni:   Anl√ɬ§sslich unseres zehnten Hochzeitstages, hat mein Mann beschlossen, mich zum Teufel zu schicken. Denn ich bekam einen Hotelgutschein f√ɬľr ein Wochenende in Kopenhagen. Obwohl ich bei meinem letzten Besuch dort ja schon Gl√ɬľck mit den Teufeln hatte, freue ich mich schon darauf, die Neuimporte zu sehen. Und auch das Nordlandpanorama wird f√ɬľr mich dann eine spannende Neusichtung sein.
(22.07.2013, 10:44)
Jan Jakobi:   Das ist "Chieng Mai".
Er ist nicht nur alt, er ist sogar der älteste Elefantenbulle in einem Zoo in Europa.
Geboren ca. 1959, also ca. 54 Jahre alt.
(19.07.2013, 19:35)
Oliver Jahn:   Und hier noch ein Bild des alten Elefantenbullen, einem wirklich beeindruckenden Tier.
(19.07.2013, 18:43)
Oliver Jahn:   Hier noch der Arabische Karakal, leider etwas vom Gitter verdeckt, aber die Katze lie√ü ihn nicht weiter raus.
(19.07.2013, 16:06)
Oliver Jahn:   Zur√ľck aus D√§nemark habe ich nun auch erneut Kopenhagen besucht und dieses Mal hatte ich um einiges mehr Gl√ľck bei den unterschiedlichen Sichtungen.
Nat√ľrlich die Teufel! Endlich! Es ist schon etwas Au√üergew√∂hnliches, diese Tiere einmal live zu erleben. Die Teufel nutzten die Au√üenanlage im Wechsel, auch ein Weibchen war f√ľr kurze Zeit drau√üen und aus dem Beutel schaute immer mal ein Jungtier.
Die Männchen waren dann abwechselnd auf der Anlage und deutlich länger, so dass auch das Fotografieren bei dieser Anlage eine echte Freude war.
Als weitere Erstsichtung gab es einen Arabischen Karakal, der bereits mit dem Weibchen (ohne UA) f√ľr einen Drillingswurf gesorgt hat. Die Katze wollte ihn aber nicht in der N√§he der Jungtiere, so dass er nur ein einziges Mal f√ľr ca. 20 Sekunden raus kam, sich dann aber sofort wieder in den Innenbereich zur√ľckzog.
Schade, dass hier nicht unterartenrein gez√ľchtet wird. Vor allem deshalb ist es bedauerlich, da der Kater vom Aussehen her sich doch recht deutlich von den mir bisher bekannten Unterarten unterschied.
Das neue Nordlandpanorama hat mir nicht gefallen, es ist genau so betonlastig, wie das Elefantenhaus, das ist nicht so ganz mein Geschmack.
Die Haustierkollektion ist ebenfalls sehr sehenswert, auf der Afrika-Anlage waren alle Tiere zu sehen, bei den Rappenantilopen gab es reichlich Nachwuchs.
Das alte Dickh√§uterhaus war leider wieder verschlossen, daf√ľr war der alte Elefantenbulle auf der Au√üenanlage des neuen Hauses und somit dann auch sichtbar.
Dieser Besuch war doch deutlich ¬Ąerfolgreicher¬ď, als mein letzter Besuch dort. Zwei Erstsichtungen an einem Tag bedeutet f√ľr mich noch immer etwas Besonderes.

(19.07.2013, 16:03)
Ingo Rossi:   @Michael: Stimmt, diese "Pickel" (oder was auch immer) waren dann wohl schon immer da- w√§re ja beruhigend.
Und wie schon geschrieben, auch wenn diese(r) etwas mitgenommen aussah, er wirkte äusserst agil.
(04.07.2013, 19:35)
Michael Mettler:   @Ingo Rossi: Abgesehen vom "Grinsen" unterscheidet sich der Beutelteufel auf deinem Foto eigentlich nicht wirklich von den fr√ľheren Kopenhagener Tieren - hier ein Vergleichsbild (2009), auch mit rosigen Stellen √ľber den Augen (hatten alle beide gesehenen Tiere).
(04.07.2013, 19:21)
Ingo Rossi:   Ich meinte auch eher die Ver√§nderungen am Kopf: "Geschw√ľlste" √ľber den Augen, die allerdings auf dem Foto deutlich harmloser aussehen als vor Ort und der stark verzogene Mund, der Dauerzustand war. Aber es ist nat√ľrlich sehr zu hoffen, dass es sich um "normale" Verletzungen handelt.
(04.07.2013, 18:51)
Michael Mettler:   Die teufel-spezifische Krebskrankheit sorgt auch eher f√ľr Geschwulste am Kopf als anderswo. Verletzungen wie die auf dem Foto zu sehenden f√§ngt sich ein Tier meistens ein, wenn es vor einem √ľberlegenen Artgenossen nicht schnell genug fliehen kann, um seine R√ľckpartie zu sichern. Aus diesem Grund haben manche Tierarten an dieser K√∂rperpartie besonders dicke Haut oder besonders widerstandsf√§higes Haarkleid.
(04.07.2013, 15:41)
Jennifer Weilguni:   Also f√ľr mich sieht das eher nach Bissverletzungen aus, als nach Geschw√ľren.
(04.07.2013, 14:22)
Ingo Rossi:   Kopenhagen scheint ja im Trend zu sein, auch ich war letzte Woche dort.
Die Jungen der Beutelteufel waren nicht zu sehen, allerdings verteidigte das abgebildete Tier den Innenbereich gegen ein weiteren Teufel vehement und hielt diesen im Aussenbereich.. Optisch sah das verteidigende Tier etwas mitgenommen aus und ich hoffe nur, es sind nicht die vielzitierten Geschw√ľre.
Die Eisbärenanlage gefiel mir recht gut, besonders der Besucherbereich. Struktur der neuen Anlage hat mir auch zugesagt, wenn gleich die Größe nicht umwerfend war. Ich denke mal, die alte Anlage wird hoffentlich als Gehege den Eisbären zusätzlich erhalten bleiben.
Papageientaucher habe ich noch einen gesehen, daf√ľr waren im neuen Aquarium noch mehrere zusehen ¬Ė beide Anlagen waren irgendwie sehr √§hnlich.
Die ehemalige Wolfsanlage wurde umgebaut und ich hoffe, sie wird den Braunbären als Erweiterung dienen.


(02.07.2013, 10:50)
Michael Mettler:   @Jennifer: Webspace auch ;-)
(24.06.2013, 15:23)
Jennifer Weilguni:   Es liest sich eben immer gut, wenn man eine echte Erstzucht zu verbuchen hat. Papier ist und war schon immer geduldig...
(24.06.2013, 09:57)
Michael Mettler:   @Henry: Mag ja sein. Aber woher bezieht der Kurator dann seine "Kenntnis", dass die fr√ľheren Zuchterfolge keine echten Zoo-Nachzuchten gewesen sein sollen - was doch den Eindruck erweckt, er habe sie durchrecherchiert...?
(24.06.2013, 09:31)
Henry Merker:   @Michael:
Vielleicht kennt er den "Zoologischen Garten (N.F.) nicht bzw. konkret die älteren Ausgaben.
(24.06.2013, 02:38)
Oliver Jahn:   @Bj√∂rn N, in einem Artikel war zu lesen, dass die Tiere ausschlie√ülich als Staatsgeschenk das Land verlassen. Verb√ľrgen m√∂chte ich mich daf√ľr aber nicht.
(21.06.2013, 21:33)
Michael Mettler:   Laut einer australischen Pressemeldung behauptet Kopenhagen, dass es sich um die erste "wirkliche" Beutelteufel-Nachzucht au√üerhalb Australiens handele, weil fr√ľhere Zuchterfolge in Europa und Amerika ausschlie√ülich auf mit Beuteljungen importierte Weibchen zur√ľckgingen:
http://www.news.com.au/breaking-news/national/tassie-devils-make-history-in-denmark/story-e6frfku9-1226667191108

Das lässt sich allerdings leicht widerlegen, denn Duisburg z.B. hatte seine erste Nachzucht Anfang 1977 von einem ein Jahr zuvor importierten Paar, 1978 vom selben Paar ein weiteres Junges (das allerdings nicht aufwuchs) und 1979 bereits Nachwuchs in 2. Generation. Auch Neuwied hatte ab 1971 mehrere Jahre hintereinander Nachzucht - alles nachzulesen im "Zoologischen Garten" Bd. 50, Heft 2/3 (1980). Wäre mal interessant zu wissen, wie der Kopenhagener Kurator zu seiner Version kommen konnte...
(21.06.2013, 21:10)
Bj√∂rnN:   Das K√∂nigshaus hat die ersten 4 Tiere geschenkt bekommen. Die jetzigen Tiere auch?
(21.06.2013, 20:21)
Oliver Jahn:   @Holger, wenn jemand mitreden darf, dann allenfalls das K√∂nigshaus. Denn dieses hat die Tiere ja geschenkt bekommen. Tasmanien d√ľrfte da kein Mitspracherecht mehr haben.
(21.06.2013, 20:12)
Michael Mettler:   Unmittelbar benachbart zur Beutelteufel-Anlage liegt doch die gro√üe Bennettk√§nguru-Emu-Anlage; aus der k√∂nnte man ein Paradies f√ľr eine Kolonie Beutelteufel machen...
(21.06.2013, 17:16)
Holger Wientjes:   Wie sieht es eigentlich mit den Besitzverh√§ltnissen aus ? Geh√∂ren die Elterntiere -und somit die Jungen- dem Zoo ? War ja ein Geschenk ! Oder darf Australien da mitreden ?
(21.06.2013, 14:52)
Oliver Jahn:   Vor einem Jahr war an der Anlage ein Schild, auf dem stand, dass die Anlage umgebaut werden w√ľrde. Scheinbar ist das kein sehr deutlicher Umbau geworden. Aber ich finde auch, dass man jedes Risiko f√ľr die Weibchen minimieren sollte. Und dann mal schauen, was mit den Jungtieren dann geschieht.
(21.06.2013, 14:41)
Regina Nieke:   Stimmt! Und DAS dann aber bitte in Deutschland :-) :-)
(21.06.2013, 13:24)
Michael Mettler:   Da r√§cht sich dann, dass Kopenhagen zwar eine sch√∂ne Anlage f√ľr die Beutelteufel hat, dass es aber eben nur eine und diese nicht √ľberm√§√üig gro√ü ist. Denn Neuwied hat ja schon vor gut vierzig Jahren bewiesen, dass man Beutelteufel in gro√üen Anlagen sogar "in Kolonie" halten und z√ľchten kann. Wenn es wirklich darum gehen sollte, einen gesunden Zoobestand als Reservepopulation aufzubauen, sollte man sp√§testens mit den ersten Nachzuchttieren auch mal auf derartige Erfahrungen zur√ľckgreifen.
(21.06.2013, 09:51)
Jennifer Weilguni:   An Stelle des Zoos w√ɬľrde ich auch alles nur Denkbare tun, um die beiden Muttertiere so st√ɬ∂rungsfrei wie nur m√ɬ∂glich zu haalten. Wenn das bedeutet, da√ɬü die B√ɬ∂cke dann eben kurzfristig ausziehen m√ɬľssen, ist das nur verst√ɬ§ndlich. Wenn schonmal so ein Erfolg da ist, will man ihn sicher nicht zunichte machen.
(21.06.2013, 09:27)
Regina Nieke:   Das kann nat√ľrlich auch sein. Ich hab nicht darauf geachtet, ob die "T√ľr" (wenn √ľberhaupt von Besuchern einsehbar, worauf ich noch nie geachtet habe)zwischen Innen- und Au√üenbereich offen war.
(21.06.2013, 08:58)
Michael Mettler:   Es bliebe immerhin noch die M√∂glichkeit, dass die M√§nnchen aus dem Haus genommen wurden, um den Weibchen eine st√∂rungsfreiere Aufzucht zu erm√∂glichen, bzw. auch sonst gar nicht st√§ndig darin gehalten werden. Bei meinem Besuch 2009, als die alten Paare noch lebten, diente eine Voliere in der Fasanerie als zus√§tzliches Beutelteufel-Quartier.
(21.06.2013, 08:02)
Regina Nieke:   @Oliver Jahn: N√∂, ich konnte keinen Grund erkennen...Auch ein Blick durch die zwei kleinen Scheiben ins Innengehege zeigte nur Leere (nat√ľrlich auch die mit Stroh "vollgestopften" Holzkisten, wo sich problemlos Tiere h√§tten aufhalten k√∂nnen. Es war an dem Freitag extrem windig. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass es daran lag, das keines der M√§nnchen zu sehen war. Mein Freund meinte spa√üeshalber: Vielleicht sind sie in der Stadt Babysachen kaufen :-)
(21.06.2013, 06:47)
Oliver Jahn:   @Regina, da ja beide Weibchen Jungtiere im Beutel haben, ist es ja nachvollziehbar, dass sie in Ruhe gelassen und dem Publikum noch vorenthalten werden. Aber gab es einen ersichtlichen Grund daf√ľr, dass auch die beiden M√§nnchen nicht zu sehen waren?
(20.06.2013, 19:08)
Gerhard Joerres:   @Regina
Nat√ľrlich h√§tte man das Eisb√§rengehege auf Kosten anderer Gehege gr√∂√üer bauen k√∂nnen. Das geht immer und √ľberall, wenn man auf andere Tiere verzichten will. Ohne Verzicht geht es hier nicht.

Das alte Gehege ist in die Anlage eingebunden worden. Ob eine M√∂glichkeit besteht die Braunb√§ren auf diesen Bereich zu lassen, kann ich nicht sagen. Eine Verbindung m√ľsste √ľber die Innengehege passieren.
(20.06.2013, 09:06)
Regina Nieke:   @ Oliver Jahn: Ich hatte auch nicht mit den Jungiteren gerechnet :-)... Aber als ich vor ca. 3 Jahren dort war hat sich ein Teufel jedes Mal,wenn wir vorbeikamen irgendwie auf der Anlage gezeigt (schlafend, Wasser trinkend...)Naja und als ich den Flug gebucht habe, war an Nachwuchs bei den Beuteltieren eh noch gar nicht zu denken. Hauptgrund war ja die neue Anlage.

@ Gerhard Joerres: Dass in Kopenhagen eine gr√∂√üere Eisb√§ranlage nicht m√∂glich gewesen w√§re, w√ľrd ich so nicht unterschreiben.. man h√§tte einfach das Flamingogehege ein wenig versetzen bzw. diesen gesamten Bereich etwas verkleinern k√∂nnen. Das ist ja auch alles nagelneu...

Die alten Eisb√§rgehege als Ausweichm√∂glichkeit nutzen? Ist das so angedacht? Ich hatte gehofft, dass die Braunb√§ren diesen Bereich √ľber kurz oder lang "dazubekommen". Auch wenn die Mutter-Kind anlage soweit okay ist, find ich den aktuellen "Papa B√§r-Bereich" alles andere aus ausreichend...Zumal es wohl regelm√§√üig dort zur Zucht also zur Trennung der Elterntiere kommt. Bei meinem leztten Besuch gab es zwei schon recht gro√üe Jungtiere mit Mutter auf der gr√∂√üeren Anlage zu sehen und der Vater im Minibereich.
(20.06.2013, 06:26)
Oliver Jahn:   @Regina Nieke, normalerweise verlassen die Jungtiere erst nach ca. 100 Tagen den Beutel, daher warst du vielleicht einfach etwas zu fr√ľh.
(19.06.2013, 18:33)
Holger Wientjes:   @Gerhard J.: O.k. Danke f√ľr die zus√§tzlichen Infos ! Das relativiert den schlechten Eindruck etwas.
(19.06.2013, 18:06)
Gerhard Joerres:   Ein gro√üer Wurf, im Sinne von Hannover, Orsa oder M√ľnchen, also der Gr√∂√üe der Anlage ist das nicht. F√ľr einen kleinen Stadtzoo finde ich sie aber nicht schlecht.

Wenn man die verbundene alte Anlage hinzurechnet, dann ist sie fast doppelt so gro√ü wie Hamburg. Ein gro√üer Vorteil besteht darin, dass die alte Anlage als Absperrgehege und als Mutter-Kind-Anlage genutzt werden kann. Dies hat Hamburg nicht. In Hamburg k√∂nnten die B√§ren nach oben gehen, in Kopenhagen nach unten in den Graben. In beiden St√§dten nehmen die B√§ren dieses Angebot kaum an. In Kopenhagen gibt es verschiedene B√∂den. Dies gibt den B√§ren verschiedene Reize. In Hamburg ist Substrat eher sp√§rlich. Ein Vorteil von Kopenhagen sind die verschiedenen Einsichtm√∂glichkeiten f√ľr die Besucher. In Hamburg geht das nur von der Ferne oder durch zwei Scheiben.

Im direkten Vergleich finde ich die Hamburger Anlage f√ľr die Eisb√§ren und die Besucher schlechter.

Als Gesamtanlage "Eismeer" ist die Hamburger Anlage wesentlich besser. Die Vogelanlage in Kopenhagen ist, vorsichtig ausgedr√ľckt, suboptimal. F√ľr die V√∂gel, die nicht ins Freie k√∂nnen, aber auch f√ľr die Besucher, denen nur eine Scheibe zur Verf√ľgung zum Schauen haben.

Wenn man die Platzverh√§ltnisse in Hamburg ber√ľcksichtigt, dann h√§tte die Eisb√§renanlage in Hamburg gr√∂√üer ausfallen k√∂nnen. Bei den Platzverh√§ltnissen in Kopenhagen war nicht viel mehr drin.

Die Braunbären sind aber zur Zeit der absolute Hammer in Kopenhagen. Die laufen im Moment den Eisbären den Rang ab.

Leider war ich f√ľr die Jungtier Tasmanischen Teufel zu fr√ľh in Kopenhagen.
(19.06.2013, 17:13)
Holger Wientjes:   Also auf den verlinkten Bildern schaut die Anlage wenig strukturiert aus. Da finde ich HH deutlich besser. Daf√ľr hat Kopenhagen mehr und unterschiedlicheren Naturboden. Von der Fl√§che k√∂nnten beide in etwa gleich gross sein. F√ľr einen Neubau aber kein grosser Wurf. )-:
(19.06.2013, 16:55)
Gerhard Joerres:   F√ľr die Leute, die noch nicht in Kopenhagen waren:

http://ullijseisbaeren.wordpress.com/haltungen-enclosures/aktuelle-haltungen/kopenhagen-eisbarenanlage-den-arktiske-ring/

http://ullijseisbaeren.wordpress.com/haltungen-enclosures/aktuelle-haltungen/eisbarenhaltung-im-kobenhavn-zoo/
(19.06.2013, 16:19)
Regina Nieke:   Bitte nicht falsch verstehen: Nat√ľrlich ist die neue Eisb√§ranlage VIEL VIEL besser als die alte in Kopenhagen, die ja auch aus zwei winzigen Gehegen nur aus Beton oder Stein bestand! Von der Grundfl√§che her, mag sie √§hnlich gro√ü sein wie in HH, aber im deutschen Eismeer k√∂nnen die B√§ren ja auch noch nach oben, das ist in der d√§nischen Variante leider nicht m√∂glich.
Man sollte halt nicht √ľberall eine Yukon-Bay-Anlage wie in Hannover erwarten, auch wenn sie nagelneu ist...
(19.06.2013, 15:26)
Holger Wientjes:   Na wenn die Eisb√§renanlage in Hamburg schon gr√∂sser war, kann ich Deine Entt√§uschung √ľber die dortige Anlage teilen.
(19.06.2013, 14:30)
Regina Nieke:   Es handel sich nat√ľrlich um INKA Seeschwalben :-) und bei den Tigern meinte ich : beide M√ľtter mit Papa und den KINDERN zusammen... Sorry!
(19.06.2013, 13:31)
Regina Nieke:   Heut find ich mal ein bisschen Zeit und will kurz von meinem Besuch in Kopenhagen letzten Freitag berichten: Leider bekam ich keinen Beutelteufel zu Gesicht, daf√ľr habe ich mehrere Jungtiere aktiv gesehen. Ein Einzelkind ( geb.Jan. 2013) spielte mit seiner Braunb√§r-Mama (ich habe noch nie eine sooo bewegungsfreudige erwachsene Braunb√§rin gesehen!)w√§hrend Papa im Nachbargehge auf den Hinterbeinen h√ľpfend (!!!)versuchte, seine Familie zu sehen. Bei den L√∂wen scheint sich Papa um die Erziehung der zwei Spr√∂sslinge zu k√ľmmen... allerdings sind diese auch schon so gro√ü,dass sie an Fleischmahlzeiten gehen. Eine L√∂win war weit und breit nicht auszumachen... ebenso fehlte ein "geboren-am"-Schild. Bei den Tigern gab es lt. Internetseite des Zoos 6-fachen Nachwuchs (von 2 M√ľttern), gesehen habe ich 3 erwachsene Tiger und EIN Jungtier. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind beide M√ľtter mit Papa und den Tieren zusammen....Vielleicht waren alle anderen Kleinen drinnen beim Mittagsschlaf?

So, nun noch kurz zum von mir erwarteten Eisrevier: Also das Eismeer in HH ist um L√§ngen besser! Nicht nur, weil es mehr Platz f√ľr die Eisb√§ren bietet, sondern auch von dem Drumherum (ich meine hiermit Schautafeln), die in Kopenhagen sehr sporatisch angebracht waren. Die Eisb√§ranlage an sich find ich zu klein f√ľr zwei Tiere. Ich kann allerdings nicht mal ann√§hernd einen Vergleich zu einer anderen Anlage anstellen, weil man als Besucher mehrere Einblickm√∂glichkeiten durch Fenster -oder auch √ľber ein "Mauer" hat. Auch konnte ich als "normaler Besucher" nicht erkennen, ob es eine weitere Ausweichanlage gibt. Die Gestaltung selbst ist aber sehr abwechslungsreich (Felsen, Gras, Sand)und man hat auch an zwei Stellen einen Unterwassereinblick.
Sehr entt√§uscht war ich von der Papageitaucheranlage. Es handelt sich hier um einene sehr hohen Innenraum (ganz oben wohl Fensterglas), der von der Besucherseite aus von unten bis oben komplett verglast ist.Man kann sich also vorstellen, wie "toll" man da fotografieren kann (ich sag nur : Wasserspritzer ohne Ende an der Scheiben innen). Lediglich wenn man ganz nach oben geht ist die Scheibe einigerma√üen super und mit Zoom kann man die Tiere dann doch relativ gut ablichten. Einsicht von oben hei√üt nach einigen Stufen nochmals Blick auf die Eisb√§ranlage (durch Scheiben) und gegen√ľber eben auf die Papageitaucher. Die (gesehenen) 6 Tiere teilen sich die Felsenlandschaft mit Alken und Trottellummen. Von beiden gibt es sehr sehr viele! Im oberen Bereich auf der rechten Seite findet sich hier noch eine kleine Grasfl√§chenh√ľgellandschaft. Ich hab leider nicht darauf geachtet, ob es von dort auch einen Pflegerzugang gibt, sonst stell ich mir das sehr schwierig vor, den Rasen zu pflegen....

Mein absolutes Highlight aber war die auch nagelneue begehbare Flamingo-Anlage. Sehr gro√üz√ľgig angelegt und nur an zwei Stellen von Besuchern begehbar. Also viel R√ľckuzugsm√∂glichkeit f√ľr die Flamingos, einige wenige Entenarten und Ilka Seeschwalben (folglich komplett eingenetzt). Angrenzend finden sich Krauskopfpelikane mit einer Totenkopfinsel.
(19.06.2013, 13:12)
Jennifer Weilguni:   Sch√∂n, dass das so gut geklappt hat. Vielleicht gelingt es ja doch, eine kleine Population in Europa am Leben zu halten, man wird sich nicht auf ewig darauf verlassen k√∂nnen, da√ü die Beziehungen des K√∂nigshauses f√ľr Nachschub sorgen.
(11.06.2013, 10:03)
Oliver Jahn:   Hier die Pressemitteilung:

http://www.zoo.dk/BesogZoo/Nyhedsarkiv/2013/Juni/Verdenssensation%20tasmanske%20djaevle.aspx

"Nun ist es best√§tigt. Die Paarung hat Fr√ľchte getragen, und die beiden Weibchen zusammen mindestens f√ľnf Welpen erhalten haben"
Somit hat es bei beiden Weibchen geklappt.
(10.06.2013, 09:02)
Regina Nieke:   Super Neuigkeiten und auch f√ľr mich sehr passend, da ich am Freitag f√ľr einen Zoobesuch nach Kopenhagen fliegen werde! Hauptgrund beim Buchen des Fluges war √ľbrigens das neue Eisrevier, auf das ich auch sehr gespannt bin...
(10.06.2013, 07:59)
Gudrun Bardowicks:   Sehr sch√∂ne Nachricht. Hoffentlich wachsen die Jungtiere gesund heran.
(09.06.2013, 23:08)
Oliver Jahn:   Im Zusammenhang mit der Planung meiner n√§chsten D√§nemarkreise hat mich eben die Nachricht erreicht, dass nach d√§nischer Pressemitteilung 5 junge Beutelteufel geboren wurden. Am 7.6. waren sie 10 Wochen alt. Damit d√ľrfte ja dieses mal die Chance steigen, die Tiere auch mal zu sehen. Bei meinem letzten Besuch waren ja die letzten beiden Tiere gerade erst wenige Tage vorher gestorben.
(09.06.2013, 21:52)
Regina Nieke:   Eben zuf√§llig entdeckt... Es gibt jetzt das neue Eisrevier zu bestaunen:
http://ullijseisbaeren.wordpress.com/zoo-nachrichten/europa-mit-dem-asiatischen-teil-russlands/kopenhagen-artic-ring-of-zoo-wurde-eroffnet/
(06.02.2013, 09:07)
Oliver M√ľller:   Im Bonner General-Anzeiger stand ein Artikel, dass die Teufel in Tasmanien durch ansteckenden Krebs sehr im Bestand bedroht sind und man daher vorsorglich r√§umlich abgetrennte Kolonien von nachweislich gesunden Tieren aufbauen will. Hier wird wohl vor allem an vorgelagerte Inseln gedacht, aber es w√ľrde sicherlich auch Sinn machen, gezielt Tiere in Zoos umzusiedeln. Bei angeblich noch ca. 20.000 wildlebenden Individuen w√§re es in dieser Situation sicherlich vertretbar, ein paar Dutzend f√ľr Zoos in anderen Kontinenten einzufangen und eine gezielte und systematische Zucht aufzubauen.
(26.10.2012, 19:21)
Michael Mettler:   Zumindest die ersten Nachzuchttiere w√ľrde ich in einem solchen Fall lieber zus√§tzlich in Kopenhagen belassen. Bei nicht gerade langlebigen Tieren ist es doch ratsam, erst mal an einer Stelle eine Kolonie aufzubauen, damit man im Falle eines Zuchttierverlustes nicht gleich wieder auf (Re-)Import angewiesen ist.
(26.10.2012, 11:41)
Ottmar M√ľller:   F√ľr den Fall, dass die Beutelteufel diesmal z√ľchten: W√ľrden die Tiere dann in europ√§ische Zoos kommen oder nach Australien?
(26.10.2012, 09:48)
Carsten Horn:   Jetzt ist Kopenhagen jedenfalls wieder besonders reizvoll, 2,2 Teufel sind neu im Bestand...

Aber nicht gleich losfahren, g, noch ist Quarantäne...
(25.10.2012, 23:30)
Jennifer Weilguni:   Wobei ich sagen mu√ɬü, da√ɬü Kopenhagen auch ohne die Teufel durchaus seinen Reiz hat. Wenn ich die Wahl zwischen Odense und Kopenhagen h√ɬ§tte, w√ɬľrde ich mich f√ɬľr letzteres entscheiden....
Bin aber trotzdem froh, daß ich die Teufel noch erleben durfte.
(29.08.2012, 10:25)
Liz Thieme:   Ich glaube, in diesem Fall spielt einfach die Erfahrung des Zoos eine Rolle, dass sie noch mal welche erhalten. Es war vor ein paar Jahren ja extra ein Spezialist aus Australien nach Kopenhagen gekommen, um eine Erkl√§rung zu finden, warum die Tiere nicht z√ľchteten. Es waren ja leider medizinische Gr√ľnde.

Und von Zoo-Seite kann ich mir eine Initiative gut vorstellen, wieder welche zu erhalten. Denn irgendwie geht Kopenhagen langsam unter in der Zoowelt. Sie k√∂nnen halt froh sein, dass sie auf S√¶land keine gro√üe Konkurrenz haben und mal so eben f√§hrt man nicht nach Odense (Fyn) oder gar √Ölborg (Jylland) r√ľber.
(28.08.2012, 19:16)
Oliver Jahn:   Am Gehege steht auf jeden Fall, dass neue Tiere kommen werden.
(28.08.2012, 18:50)
Henry Merker:   PS:
Mir f√§llt gerade auf, dass der Teil mit der Queen tats√§chlich Quatsch sein d√ľrfte: W√ľrde dies eine Rolle spielen, so w√§ren Beutelteufel wohl auch in GB zu sehen....
(28.08.2012, 18:46)
Henry Merker:   @Sacha:
Es ist gut m√∂glich, dass D√§nemark aufgrund der Tatsache, dass eine Australierin zur k√∂niglichen Familie geh√∂rt, bessere Karten hat, was einen Neuanfang bei den Beutelteufeln betrifft. Aber inwiefern dies dann tats√§chlich eine Rolle spielt d√ľrfte schwer zu sagen sein. Sicherlich k√∂nnte aber auch die Beziehung zur Queen, die ja auch das Oberhaupt des K√∂nigreich Australien ist, eine Rolle spielen. Freilich alles leicht spekulativ.

@Liz:
Das freut mich zu hören.
(28.08.2012, 18:45)
Liz Thieme:   Ob da die k√∂nigliche Familie eine Rolle spielt wei√ü ich nicht.
Aber es wird am Papierkram gearbeitet.
(28.08.2012, 18:37)
Sacha:   Danke Liz.

Was meinst Du mit "Hoffnung besteht allerdings"? Besteht f√ľr Kopenhagen die Chance/Hoffnung, wegen der royalen Verbindungen neue Beutelteufel aus Tasmanien zu bekommen?
(28.08.2012, 18:01)
Liz Thieme:   Ja, sie waren an der √ľblichen Altersgrenze angelangt. Hoffnung besteht allerdings.
(28.08.2012, 17:36)
Sacha:   Soll das jetzt heissen die sind alle √ľber den Jordan?
(28.08.2012, 00:22)
Oliver Jahn:   @Henry, das stimmt. Leider.
(27.08.2012, 23:50)
Henry Merker:   Folgt man der Zootierliste, so sind die Beutelteufel in Kopenhagen nicht mehr im Bestand.
(27.08.2012, 22:58)
Stefanie Fischer:   Vielleicht gibt es auch einen Unterschied, ob ein Tierpfleger in das Gehege gelangt oder ein Fremder. Bei einem bekannten Pfleger k√∂nnte ich mir gut vorstellen, dass sie diesen als Eindringling sehen. Schlie√ülich sperrt der Pfleger die Tiere hin und her oder bringt den Tierarzt mit. Ein Fremder wird eher als Spielzeug gesehen.
(13.07.2012, 18:42)
Regina Nieke:   Naja... meine beiden Katzen spielen auch mal ne Maus tot, auch wenn sie gerade erst Futter bekommen haben und lassen die Beute dann einfach liegen... Aber mit dem Eindringen ins Revier kannst Du schon recht haben. :-)

Also teilweise find ich die Zoo-Dokus schon √§hnlich verniedlichend wie die "Knut-Dokus", insbesondere wenn es um Tierkinder geht. Mal ganz davon abgesehen, wei√ü ich auch gar nicht, ob es in D√§nemark √§hnliches im TV zu sehen gibt. Da dort aber (wohl) ganze Tiere verf√ľttert werden, also so dass man auch noch das Tier erkennen kann, d√ľrfte dort eigentlich f√ľr die Menschen klar sein, dass das keine Kuscheltiere sind. Ich habe im Kopenhagen-Zoof√ľhrer ein Bild von einer L√∂win mit Zebrakopf im Maul... oder √§hnliches, habs nicht genau vor Augen.
Ist ja eigentlich auch egal. Wie schon gesagt: Da es keine Zeugen gibt, wird man es vermutlich nie rauskriegen..
(13.07.2012, 12:27)
Jolantha Belik:   F√ľr die Katzis ist das ja keine Beute, die sie fangen wollen, weil sie Hunger haben, sondern schlicht und einfach gesagt ein Eindringling in ihr Reich. Also damals in Wien, als die Pflegerin bei den Jaguaren einen Schuber offen gelassen hatte, da waren die Katzis nicht erfreut dr√ľber. Ein Biss und die Pflegerin hat nimmer gelebt (vor den Augen von Besuchern, da ja F√ľtterungszeit war!). Und das, obwohl die Katzis ihren Geruch kannten und sie ja immer das Futter brachte.

Den Zoo-Dokus gebe ich da keine Schuld, im Gegenteil, da wird sehr oft drauf hingewiesen, dass es sich um Wildtiere und keine Haustiere handelt. Aber das, was um Knut und seinen Pfleger herum abgegangen ist, das war nimmer ok. Mich hat es gewundert, dass nicht noch mehr Leute auf die Idee gekommen sind, zu Knut & Co. hinein zu klettern ...
(13.07.2012, 11:47)
Regina Nieke:   @ Jolantha: Meist Du nicht, dass Gro√ükatzen (wie Hauskatzen) ihre Beute totspielen, wenn sie diese erstmal in den F√§ngen haben? Ich w√§r mir da nicht so sicher....:-)

Stimmt! Das Fernsehn und auch die Zoo-Dokus sind bestimmt nich unschuldig an dem teilweise unvern√ľnftigen Verhalten von Zoobesuchern.
(13.07.2012, 06:15)
Jolantha Belik:   @Regina: Wenn die Tiger sofort "richtig" zugebissen haben, dann war das ein sehr schneller Tod.

Zur Motivation, ich finde, gerade bei "mit Eisbär kuscheln wollen" waren zum Teil auch die Medien mit schuld dran, da wurde ja monatelang transportiert, dass man mit einem Eisbären kuscheln "muss", damit es ihm gut geht.

(13.07.2012, 02:23)
Regina Nieke:   @ Jennifer Weilguni: Jetzt f√§llts mir auch wieder ein! Aber ein junger Mann kletterte damals zu Knut ins Gehege, weil er mit ihm "KUSCHELN" wollte. Ich glaube, da konnten andere Besucher Knut ablenken und somit ist da nichts weiter passiert... DAS ist wahrscheinlich f√ľr so einige Leute die Motivation... die Tiere sehen ja sooo lieb aus und sind einfach nur zum Knuddeln da (wie halt Stofftiere, die allerdings leben)....
(12.07.2012, 10:04)
Jennifer Weilguni:   @Michael Mettler
Sorry, aber wenn jemand wirklich aus freien St√ľcken in ein Tigergehege klettert, dann ist das f√ľr mich kein Ungl√ľck, sondern pure Dummheit, Leichtsinn und evtl. sogar Lebensm√ľdigkeit.

@Regina Nieke

Die Dame sprang damals nicht zu Knut, sondern zu seinen Artgenossen.

Abgesehen davon, daß die Dame in Berlin ja ganz offensichtlich verwirrt war, wäre es schon interessant zu wissen, was manche Menschen eigentlich dazu bewegt in Zoogehege mit mehr oder weniger gefährlichen Tieren zu klettern?
(12.07.2012, 09:21)
Regina Nieke:   Tja, vermutlich wird man nicht rauskriegen, wie es dazu gekommen ist. Als damals eine "verwirrte Frau" zu Knut ins Gehege (oder waren es die anderen Eisb√§ren?.. ist zu lange her) gestiegen/gesprungen war, gab es ja etliche Zeugen, was in DK nicht der Fall ist. Ich pers√∂nlich k√∂nnte mir aber einen sch√∂neren Tod vorstellen, als von Tigern (oder anderen Raubtieren) umgebracht zu werden :-)
(12.07.2012, 08:51)
Michael Mettler:   Ungl√ľck in Kopenhagen:
http://www.bild.de/news/ausland/tiger/kopenhagen-tiger-frisst-mann-25105824.bild.html
(11.07.2012, 17:07)
Michael Mettler:   Auch wenn inzwischen in diversen Zoos gro√üe Volieren f√ľr Flamingos entstanden sind, d√ľrfte ein Gro√üteil der (sehr langlebigen) V√∂gel darin noch aus "alten Zeiten" stammen und kupiert sein, da ist dann nat√ľrlich nix mit Fliegen...
(23.09.2011, 14:14)
Steffen Purgander:   Hallo Leute ich war mal wieder in der gro√üen Zoowelt unterwegs und diesmal hatte es mich nach Kopenhagen verschlagen von den ich euch meinen Bericht r√ľberbringen will.
Ich war nat√ľrlich an verschiedene Tierarten des Zoos wie Tasmanischen Teufel, Okapis den 52 j√§hrigen Elefantenbullen aber auch das Haus in dem sich die Elefanten befanden interressiert. Ich beginne mal mit dem √§lteren Teil des Zoos und f√ľge denn den neueren Teil dazu: also der Weg f√ľhrte vom gro√üem Turm beim Eingang gleich zu der neu gebauten Flamingoanlage die komplett √ľbernetz ist wo die Tiere auch frei umher fliegen k√∂nnen was aber nur die L√∂ffler und roten Sichler machen werden, weil bei den Flamingos kann ich mir das nicht vorstellen aber man muss sagen das die Anlagen ganz gelungen ist und bestimmt noch mehr Zeit brauch das das neue alles etwas verschwindet sowie es auch besser zugewachsen ist. Danach kam der Artic Ring der voll in Bau ist aber wenn dat mal fertig ist mann oh mann. Nun war ne sch√∂ne L√∂wenfamilie zu sehen mit 1,2 √§lteren Tieren und 5 kleinen Babys eine wirklich sch√∂ne Sache, weiter ging es an der Trampeltier-,.u. S√ľdamerika Anlage vorbei wo man das √ľbliche( gro√üer Ameisenb√§r ausgenommen ) zu sehen gab. Jetzt gings zum Tropenhaus mit kleinen Vogelarten sowie Kronentauben, Fasanentaube und Faultier, Terrarien u. Aquarien( die wirklich sehr sch√∂n dekoriert waren ) bis zu gr√∂√üeren Volieren mit verschiedensten V√∂geln bis zu L√∂wenkopf√§ffchen und Kantschil mit Jungtier. Der Gang f√ľhrte weiter in der Schmetterlingshalle mit vielen bunten Flatterm√§nnern und auch kleine V√∂gel befanden sich dort sowie ein Bereich f√ľr 2 Nilkrokodile, danach kam man zu den Schimpansen und zwei Hornvogel Verwandten.
Aus dem Haus raus waren denn gleich die Schabrackentapiranlagen mit 1,1 Besatz, die sibierischen Tiger 1,2 mit( f√ľr mich zu kleiner Anlage ),1,1 kleinen Pandas ne kleine Gruppe mit kurzkrallen Otter und Amurleoparden.
Und jetzt kam ich halt zu den Elefanten wo ich auch gleich den Bullen auf seiner Aussenanlage sah und gegen√ľber waren die K√ľhe zusehen und im Haus war auch schon ein junger Bulle der die Zucht weiter f√ľhren soll der aber bei weitem dem alten Bullen nicht das Wasser reichen kann alleine schon vom Aussehen wegen den fehlenden Stossz√§hnen, die Aussenanlagen waren doch gut ger√§umig mit gro√üem Badebecken auf der gro√üen Anlage wo sich die K√ľhe befanden, weiter ging es ins Haus rein das alles hatte was man so brauch und auch viel im Besucherbereich gabs zu sehen sowie auch viel f√ľr Kinder zum entdecken im gro√üen und ganzen fand ich das neue Haus sehr gelungen super klasse gerade im Bezug auf den alten Haus das noch nebendran stand was nat√ľrlich irgendwo Nostalgie hat aber das da mal Elefanten drin standen ist schon gruselig, naja das hat man ja ge√§ndert.
Nun waren noch das Primatenhaus, Seehund.-, Seel√∂wen.-,Pinguinanlage zu zu sehen weiter waren denn die Eisb√§ren, Braunb√§ren( mit 3 jung B√§ren und der Mutter super klasse ), Rentiere, Moschusochsen und W√∂lfe zu sehen. Jetzt ging es halt in den neuen Bereich wo ich meiner Meinung sehr gelungene Anlagen befanden wie die Afrikaanlage mit ner gro√üen Gruppe Impalas, Giraffen, Zebras,Rappenantilopen, 3 Breitmaulnash√∂rner, 3 Blessb√∂cke sowie Strausse, Perlh√ľhner, Kronenkraniche und Wei√üst√∂rche wobei die letzt erw√§hnten eher seperat gehalten wurden und die Perlh√ľhner konnten sich auch frei bewegen, dort neben befand sich auch das Hippohaus mit 4 Tieren 2 Alttiere mit 2 Jungtieren( zum Haus noch zu sagen fast wie Zoo Berlin aber nur fast ).
Jetzt kamen noch Okapis wo sich einer der beiden gehaltenen Bullen auf der Aussenanlage befand und da soll demn√§chst auch ein Weibchen kommen. Auf dem Weg neben dem Giraffenhaus befanden sich noch Volieren wo sich Kongopfauen mit verschiedenen anderen Vogelarten drin waren, Hornraben, daneben waren denn auch noch 1,1 Karakale mit 2 Jungtieren, so jetzt kam man zu den Ausralienbereich wo sich Benetts u. Emus befanden wobei mich eigentlich nur die Teufel interessiert haben und da waren sie noch 2 St√ľck und die waren auch zu sch√∂n agil zu sehen wor√ľber ich mich sehr gefreut hatte und die Fotos geben das auch wieder.
Mein Fazit zu dem Zoo ich war doch sehr angenehm erstaunt wie man auf nur 11 ha so viel an Tieren zu sehen gab und die Gehege waren auch sehr sch√∂n bis auf Ausnahmen aber die gibs ja √ľberall.
(23.09.2011, 13:43)
Liz Thieme:   Noch eine weitere Meldung zu den Teufeln. Auch ein Weibchen wurde nun euthanisiert. Sie hatte starke R√ľckenprobleme und hatte schon ein sehr hohes Alter f√ľr die Art - 8 Jahre.
(17.07.2011, 10:58)
Liz Thieme:   Um die Tasmanischen Teufel sieht es nicht gut aus. Ich hatte ja im Thread "Die R√ľkkehr der Teufel" am 20.12.2009 schon √ľber die Gruppe und deren physiologischen Probleme berichtet.

Gerade habe ich nun den Jahresbericht 2010 gelesen und etwas unschönes gefunden.
Neben einer gut ausgegangenen Zahnbehandlung beim Teufel "Montagu" sieht es beim Männchen "Morton" ganz anders aus.
Er zeigte letztes Jahr pl√∂tzlich krampfartige Anf√§lle. Man hatte die Bef√ľrchtung, dass er Tumore gebildet hat, wie seine wilden Verwandte. Daher wurde ein MRT durchgef√ľhrt, um Gehirntumore auszuschlie√üen. Zum Gl√ľck zeigte sich keine Ver√§nderung des Gehirns bzw. des Sch√§dels. Daher wurde er mit Epilepsie Medikamenten behandelt und die Anf√§lle blieben eine Weile aus. Aufgrund seines h√∂heren Alters reduzierte er seine Aktivit√§t und auch die Sehkraft lies nach. Die Zoomitarbeiter beschlossen ihn zu erl√∂sen. Die Autopsie zeigte eine fortgeschrittene degenerative Leukenzephalopathie (krankhafte Ver√§nderung der wei√üen Hirnsubstanz), diese wurde schon bei alten Tieren in Nordamerika und Australien festgestellt.
(14.07.2011, 19:45)
Gerhard Joerres:   Zu Kopenhagen habe ich folgendes gefunden?

http://knutisweekly.com/2009/08/ein-besuch-bei-boris-und-noel-in-kopenhagen/
(15.07.2010, 21:37)
Gerhard Joerres:   Die Anlage in Kopenhagen war schon ziemlich klein, besondern wenn man noch bedenkt das zwei Gehege zusammengelegt worden sind.
(15.07.2010, 21:28)
Henry Merker:   Uups, ich habe gerade gesehen, dass der Bau der Eisb√§renanlage nichts neues ist. Jedenfalls ist der Bau recht weit fortgeschritten...

Erg√§nzend zum Nordoppossum: Es ist in etwa so gro√ü wie der Beutelteufel, wie einge Leser wissen d√ľrften. Diese f√ľhrten auch eindrucksvoll ihr Lautrepertoir vor...
(15.07.2010, 21:21)
Henry Merker:   Den Beutelteufeln geht es nach wie vor sehr gut. Am Montag d√∂sten zwei der Tiere im Gehege, eines nahe des Hauses und eines am kleinen "T√ľmpel". Dort war dann auch der dritte sehr rege. Am Mittwoch dann war nur ein Tier zu sehen, das am Morgen noch schlief, um am Nachmittag dann durch das Gehege zu traben und sich sehr fotogen zu zeigen. Im Haus setzte sich das Tier in K√§ngurumanier auf seine Hinterpfoten, um Witterung aufzunehmen. Darum ist es nicht auszuschlie√üen, dass im Zoo noch vier Tiere leben, die abwechselnd die Anlage aufsuchen k√∂nnen - zumindest hypothetisch. Da ich momentan meine Fotos nicht verkleinern kann, kann ich dies leider nicht mit einem Foto belegen...

Gl√ľcklicherweise konnte ich am Mittwoch auch das Nordopposum eine Viertelstunde beobachten. Dachte ich bis gestern noch, dass diese Art sehr klein ist - halt wie eine Ratte - belehrte mich das Tier eines besseren. Leider waren die Lichtverh√§ltnisse nicht f√ľr Fotos geeignet...

Hatte ich sie am Montag noch nicht gesehen, so wurde ich am Mittwoch nicht enttäuscht: Sowohl die Kongopfauen als auch der Dumerillswaran zeigten sich.

√úbrigens: Direkt zwischen dem Turm, den L√∂wen und der Seehundanlage entstehen momentan eine neue Anlage f√ľr Eisb√§ren sowie eine begehbare Voliere f√ľr Flamingos und weiteren Wasserv√∂geln, wo diese dann auch fliegen k√∂nnen sollen. Letztere soll n√§chstes Jahr fertig gestellt sein. Die Eisb√§renanlage, die 2012 er√∂ffnet werden soll, erh√§lt den Namen "Arktischer Ring", da hierzu auch eine Anlage f√ľr Papageientaucher oder eine mit ihm verwandte Art geh√∂rt. Via eines Tunnels - wenn ich es richtig verstanden habe - soll man die Eisb√§ren biem Tauchen beobachten k√∂nnen. Auf jeden Fall d√ľrfte die Anlage eine deutliche Verbesserung zur derzeitigen sien, da diese mir doch sehr klein und auch nicht ohne erscheint; dass dort noch keine B√§ren herausgesprungen sind (oder sein solen), √ľberrascht mich regelrecht...aber vielleicht t√§usche ich mich, was die Sprungkraft der B√§ren betrifft.
(15.07.2010, 21:16)
Karsten Vick:   F√ľr mich ist Det nordatlantiske fuglefjeld interessanter als alle Eisb√§ren...
Die neue Eisb√§renanlage wird schon im Zoof√ľhrer von 2005 als Gro√üprojekt angek√ľndigt, allerdings nicht im 2007er. Da haben sich wohl die Hippos vorgedr√§ngelt...
(27.10.2009, 21:40)
Stefan Schubert:   Nun habe ich auch das hier geschafft.
Im Falle der Verbindung von Kuhanlage und Bullenkral sei noch angef√ľhrt, dass bevor die Absperrung des Besucherweges zugezogen werden kann, das Gel√§nder abmontiert werden muss. Merkw√ľrdig, da diese drehbar ausgef√ľhrt sind, doch deren Angelpunkt die Verbindungstore blockieren!

Noch eine Neuigkeit d√ľrfte der beabsichtigte Neubau der Eisb√§renanlage sein.
http://img136.imageshack.us/i/polarbearcopenhageninfoxk9.jpg/
Laut dem Modell d√ľrfte die neue Anlage das Areal der gegenw√§rtigen nutzen. Es soll Unterwassereinblicke auch mittels Glastunnel erhalten. Die Finanzierung ist durch eine millionenschwere Schenkung gesichert. Er√∂ffnet werden soll sie im Fr√ľhjahr 2012!
http://www.zoo.dk/BesogZoo/OmZoo/Pressemeddelelse/Pressemeddelelse%20-%20isbjoerne.aspx
(27.10.2009, 18:06)
Michael Mettler:   Ich habe beim R√§umen noch zwei Zoof√ľhrer aus den 80er Jahren entdeckt, die wahrscheinlich die Frage kl√§ren, was sich au√üer der alten Giraffenanlage noch auf dem Gel√§nde des heutigen Elefantenparks befand. Da w√§re zun√§chst ein Gehege f√ľr Gaur (heute nicht mehr im Zoo vertreten) zu nennen, das sich r√ľckseitig an die Giraffenanlage anschloss (in Richtung Tiger- und Leopardenanlagen). Dann ein Volierenkomplex, eine Reihe ehemaliger Robbenbecken, die man nach Bau der heutigen Seehundanlage "trockengelegt" und nur noch "provisorisch f√ľr Kleine Pandas, Marabus usw. genutzt hatte - und die alte Flusspferdanlage! Tats√§chlich befanden sich die Hippos zu dieser Zeit gar nicht (mehr) im historischen Elefantenhaus, sondern (wieder) im Seel√∂wen-Flusspferd-Haus. Die meisten Tierarten mussten also f√ľr den Bau der Elefantenanlagen den Zoo nicht oder nur vor√ľbergehend (Flusspferde) verlassen, sondern erhielten Gehege an neuen, z.T. vorher ungenutzten Stellen.
(23.10.2009, 18:38)
IP66:   Flachd√§cher gab es schon in vorgeschichtlicher Zeit. Sie funktionieren allerdings nur dort, wo es wenig regnet - was auch die Bauahusarchitekten vielfach haben erfahren m√ľssen. Ich halte es f√ľr recht wahrscheinlich, da√ü die Stalltrbereiche des L√§ngstraktes stark ver√§ndert wurden. Noch mehr irritiert mich aber die gro√üe √Ėffenung oberhalb des Dachanasatzes im zum L√§ngstrakt gerichteten Turm. Die macht eigentlich nur Sinn, wenn eine ganz andere Fortsetzung dieses Geb√§udes geplant war.
EIne Fortsetzung der Giebelkanten der Portikus (man nennt sie Schr√§g-Geison bzw. Geisoi, was man aber gleich wieder vergessen darf) halte ich f√ľr unwahrscheinlich, kenne jedenfalls keine Vergleichsbeispiele.
(09.10.2009, 14:41)
Mel:   Ah danke.

Okay da sieht man es ganz deutlich, naja war ne Idee :D solche Details können manchmal echt täusche.
(08.10.2009, 21:15)
Michael Mettler:   @Mel: Nein, das ist die Kante des Oberlichtes (das √ľbrigens in seinem Gef√§lle auch sehr gut zur Dachschr√§ge daneben passt). Schau dir mal das am 30.9. von mir eingestellte Foto der anderen Hausseite mit dem ehemaligen Hirschebergehege an, da kannst du die Oberlichte auf dem Flachdach des Stalles sehen; so sieht das an beiden Hausseiten aus.

√úbrigens k√∂nnte man in die Portikusseite noch hineininterpretieren, dass es dort urspr√ľnglich vier statt zwei Eingangst√ľren gab (also eine je S√§ulen-Zwischenraum) und die beiden √§u√üeren nachtr√§glich zugemauert wurden. Auf jeden Fall hat die Wand dort "passende" Nischen im Mauerwerk.
(08.10.2009, 20:42)
Mel:   Ein interessanter Gedanke, dazu noch eine Frage die das Bild betrifft. der von mir markierte Bereich (roter Pfeil) ist das eine "wei√üe Linie" von Dir? Wenn nicht k√∂nnte das eventuell mit Deiner Dachidee zu tun haben. es k√∂nnte n√§hmlich dann eine ehemalige Anschlu√üstelle des Schr√§gdaches an den angrenzenden Turm sein.
(08.10.2009, 19:58)
Michael Mettler:   Auch zu diesem Gedanken ein eventuelles Indiz: W√ľrde man die Dachschr√§ge des Tempeltraktes auf dessen westlichen Stallanbau hinaus verl√§ngern, w√ľrde sie recht genau bis zu jener auf dem Bild mit einem Pfeil markierten Stelle reichen, die danach aussieht, als habe man den Stall irgendwann etwas in die Tiefe erweitert (Steine und Fugen sehen ab dieser gedachten Linie anders aus). Der Stallanbau auf der Gegenseite wirkt sogar im Ganzen anders bzw. "neuer". Nun k√∂nnte es nat√ľrlich sein, dass man irgendwann vor dem Problem gestanden hat, dass die mit der Flusspferdhaltung verbundene Feuchte die Bausubstanz marodiert hatte, und bei der n√∂tigen Renovierung gleich noch einen Meter Stalltiefe herausschlug. In diesem Zusammenhang w√§re es wiederum interessant zu wissen, ob die Hippos mal die Hausseite gewechselt haben; die Feuchte-Theorie w√ľrde nat√ľrlich noch besser auf den √∂stlichen Stalltrakt passen, der "neuer" wirkt, aber das Foto im 1963er Zoof√ľhrer belegt ja die Haltung im westlichen Stall (falls es nicht seitenverkehrt gedruckt wurde). Erw√§hnenswert sei dabei, dass der √∂stliche Stallanbau zwei (Rundbogen-)Tore zum Au√üengehege hat, der westliche aber nur eines; dort fehlt das dem F√ľnf-T√ľrme-Bau n√§her positionierte der Gegenseite.
(08.10.2009, 19:39)
Michael Mettler:   Seit wann sind eigentlich Flachd√§cher √ľblich? Oder, anders gefragt: K√∂nnten die beiden Stallanbauten des Tempeltraktes urspr√ľnglich ein Schr√§gdach mit Dachpfannen und kleineren Oberlichtern besessen haben, das man sp√§ter durch ein Flachdach ersetzte und die Lichtb√§nder zur Besucherhalle hin √ľberhaupt erst zu diesem Zeitpunkt einbaute - wobei dann auch die Hochkant-Vermauerung stattfand?
(08.10.2009, 15:29)
IP66:   Da kommt jetzt einiges zusammen. Was das Grotierhaus in Antwerpen angeht, so spielen da noch klassizistische Ideale eine gro√üe Rolle, die allerdings nicht die √úbernahme der ja √§gyptischen Formen beeinflu√üt haben, wie aber die Bevorzugung von Freis√§ulen. Deren Verteilung im Raum folgt Modellen, die auf franz√∂sische Architekturlehrb√ľcher aus dem ersten Jahrhundertdrittel zur√ľckgehen und √ľber die man in einem eigenen Thread sprechen k√∂nnte.
In Kopenhagen, gute zwei Generationen später, haben wir es dann mit zwei Reformstilen zutun, die in der Tat nicht recht zueinander passen wollen.
Das zeigt gerade das von Michael Mettler eingestellte Bild, das die Kollision der beiden Stile vorf√ľhrt, recht deutlich. Ich k√∂nnte mir durchaus vorstellen, da√ü es einmal die Idee eine Fortsetzung der toskanischen S√§ulen in den L√§ngsraum hinein gegeben hat. Die Deckenstruktur zeigt allerdings, da√ü man, als man sie konzipierte, nicht mehr damit rechnete, ansonsten m√ľ√üte man hier ja noch auf ein Geb√§lk sto√üen, wie es die S√§ulen im T√ľrmebau tragen. Stattdessen finden wir Wandzungen, deren oberer Abschlu√ü von einem Profil gebildet wird. Ich w√ľrde das Ganze, wenn es am unteren Ende auch noch √§hnliche Strukturen aufweist, vielleicht als Wandpfeiler durchgehen lassen, zumal die Gebilde ja so etwas tragen wie einen Architrav, also einen das Geb√§ude umlaufenden "Sturz". Strukturell handelt es sich aber eher um die Vorderkante von Mauerzungen, die auf denen die Betondecke ruht. Diese Flachdecken, die man vermittels Stahlbeton herstellen konnten, bedeuteten gerade f√ľr die Strukturierung gro√üer R√§ume einen gewaltigen Fortschritt. Bis dato war man gezwungen, zu Gew√∂lbekonstruktionen zu greifen oder die Tragekonstruktion unter Kassettierungen verschwinden zu lassen, jetzt war das nicht mehr M√∂glich und die pr√§gende Wirkung von Flachdecke und -dach hatte begonnen. Der kopenhagener Bau ist da, wegen der Einf√ľhrung der "Wandpfeiler" und der flachen Vertiefungen ein wenig inkonsequent, doch wenn man auf die Lichtb√§nder schaut, sie sich in den vorderen beiden Jochen des Raums finden, kann man schon an das Arbeitsamt in Dessau oder auch das Bauhaus selbst dort denken.
Merkw√ľrdig ver√§ndert dagegen scheint mir die Eingangsfront - ich glaube nicht, da√ü sie einst so kahl ausgesehen hat, wie sie das heute tut, auch wenn dort, mangels Architrav, weder S√§ulen noch Pfeiler gestanden haben k√∂nnen.
Die Diskussion macht deutlich, da√ü man mit jenem Neklassizismus letztlich auch nicht aus der Falle entkommen konnte, in die man dadurch geraten war, da√ü man zur Gestaltung neuer Bauaufgaben auf historische Stile zur√ľckgreifen zu m√ľssen glaubte. Die Portikus ist ja nichts anderes als eine von einem Tempel gleichsam abgeschnittene Vorderfront, die einen recht schmucklosen, aber √§u√üerst praktisch organsierten Tierhausbau verdecken soll. Ein griechischer Tempel h√§tte, mangels Stahlbeton, nie einen so gro√üen Saal enthalten k√∂nnen, ja die in der Portikus zum Ausdruck kommende S√§ulenf√ľlle war gerade entwickelt worden, um einen ungew√∂lbten Bau mit steinernen D√§chern errichten zu k√∂nnen.
Insofern verk√∂rpern beide Bauteile des kopenhagener Gro√ütierhauses jene Probleme, die erst die expressionistischen Bauten in Leipzig oder die Bauahus-Adaptionen in Frankfurt und Z√ľrich l√∂sen sollten, weshalb sie vielelicht doch eher f√ľr ein Epochenende denn f√ľr einen Neuanfang stehen, auch wenn sie viele Elemente enthalten, die f√ľr die Architekturmoderne Europas wichtig werden sollten.

(08.10.2009, 14:40)
Michael Mettler:   Ist eigentlich die Anordnung der Deckenbalken im Tempeltrakt wirklich typisch f√ľr eine solche Halle? Im Zentralturm kam man jedenfalls ohne kreuzf√∂rmig angeordnete Tr√§ger/Balken aus, obwohl die dortige Decke vermutlich nicht weniger Gewicht zu tragen hatte. Oder ist das Geb√§lk vielleicht doch ein √úberbleibsel einer vorherigen Glasdachkonstruktion...?
(07.10.2009, 22:54)
Oliver Jahn:   @Michael, keine Frage, der antwerpener Bau ist deutlich homogener in seiner Erscheinung. Gerade aber bei den Au√üentoren wird auch hier eben deutlich, dass man sogar drei verschiedene "Modelle" vorfindet, die auf den ersten Blick gar nicht zu einander passen und die man sicher mit viel Fantasie auch ganz unterschiedlichen Epochen zuordnen k√∂nnte.
(07.10.2009, 22:47)
Michael Mettler:   Mein letzter Beitrag bezog sich √ľbrigens auf den vorletzten von Mel.

@Oliver: Die Stalleinblicke der Ecklogen im Antwerpener Tempel spiegeln aber wenigstens genau die Form der ihnen gegen√ľber befindlichen Stalltore in die Au√üengehege wieder. In Kopenhagen wirkt das alles viel zusammengew√ľrfelter.
(07.10.2009, 22:27)
Mel:   Also da w√ľrde ich doch glatt auf "sp√§ter eingef√ľgt" tippen, da ja s√§mtliche eckigen S√§ulen in Reihe verlaufen und das Haus in Stall und Besucherbereich unterteilen.
(07.10.2009, 21:53)
Michael Mettler:   ...was wiederum die Frage offen lie√üe, ob sie erst nachtr√§glich eingef√ľgt wurden und auch die tempelartige Portikus nicht den Originalzustand des Hauses zeigt. Immerhin haben die eckigen S√§ulen, die zwischen den runden optisch untergehen, "Dekorleisten" (ich kenne den Fachbegriff daf√ľr nicht), die man sich im Grunde h√§tte sparen k√∂nnen.
(07.10.2009, 21:47)
Oliver Jahn:   ..und gerade bzgl. des nicht reinpassens. Hier muss ich noch mal Antwerpen bem√ľhen. Schaut man sich die wundersch√∂n verziehrten S√§ulen des Hauptraumes an, dann muten die Eckst√§lle auch recht fremd an, so als w√ľrden sie gar nicht in diesen Tempel passen.
(07.10.2009, 21:46)
Mel:   Ich w√ľrde mich da Oli anschlie√üen und sie auch eher als Schmucks√§ulen deuten, eventuell um das Thema "Tempel" etwas zu untst√ľtzen...so richtig passen sie ja nicht ins Haus rein irgendwie.
(07.10.2009, 21:41)
Oliver Jahn:   Ich kenne das Haus ja leider nicht und m√ľsste es mir vor Ort mal genauer ansehen, um mir da ein wirkliches Urteil bilden zu k√∂nnen. Aber allein auf den Bildern vermitteln die Runds√§ulen eher den Eindruck, als w√§ren sie Schmucks√§ulen. Statisch machen sie an diesen Stellen keinen Sinn.
(07.10.2009, 21:31)
Michael Mettler:   @Oliver: Ja schon, aber insgesamt drei St√ľck dicht an dicht nebeneinander quasi √ľber Eck? Warum setzte man dann nicht eine von den dicken S√§ulen in die Ecke und lie√ü die anderen weg? Dein Antwerpen-Foto zeigt aber sehr sch√∂n, wie ich mir die Eingangssituation eines verglasten Kopenhagener Hauses nach meiner unten angef√ľhrten Gedankenspielerei vorstellen w√ľrde.
(07.10.2009, 21:20)
Oliver Jahn:   Der nachtr√§gliche Einbau der runden S√§ulen ist m√∂glich, aber es gab auch andere Bauten, die Rund- und Ecks√§ulen bereits nebeneinander zeigen, ganz so ungew√∂hnlich ist das nicht. Zum Beispiel hier in Antwerpen.
(07.10.2009, 20:57)
Michael Mettler:   Ist der Tempeltrakt also vielleicht wirklich eine nachtr√§glichte "verfachte" S√§ulenhalle? Selbst aus der Innenwand des Hauseingangs bzw. eigentlich der Zwischenmauer zum Vorraum des Hauses kann man drei S√§ulen herauserkennen, die denen an der L√§ngsseite des Hauses in der Struktur √§hneln. Nun stehen solche viereckigen S√§ulen ja auch in den "Winkeln" zwischen den optisch auff√§lligeren runden S√§ulen (siehe waagrechter Pfeil). Vielleicht gehe ich mit der Spinnerei zu weit, aber w√§re es m√∂glich, dass die runden S√§ulen erst nachtr√§glich in den Entwurf eingef√ľgt wurden - z.B., um einen Zentralaufbau zus√§tzlich zu st√ľtzen, der urspr√ľnglich gar nicht in der verwirklichten Massivit√§t geplant war? Mir kommt da IP66' Anmerkung von der Kuppel statt des Spitzdaches wieder in den Sinn: Denken wir uns im Zentralbereich eine mindestens teilweise verglaste Kuppel statt des zus√§tzlichen Stockwerkes mit Spitzdach, nehmen die dicken braunen Runds√§ulen weg und verglasen die Abst√§nde zwischen den eckigen S√§ulen im Tempeltrakt (auch an dessen Eingangsseite, statt der dortigen geschlossenen Mauer), ersetzen wom√∂glich sogar das Dach des Tempeltraktes durch ein Gew√§chshausdach, erg√§be sich ein viel einheitlicheres Bild der beiden Geb√§udebestandteile und ein sehr leicht wirkender Bau, quasi ein "Elefanten-Palmenhaus".
(07.10.2009, 20:19)
Michael Mettler:   Bin noch auf einem weiteren Foto f√ľndig geworden, das ich wegen der vermeintlich schlechteren Perspektive bei zwei einander √§hnlichen Bildern bisher nicht beachtet hatte, und siehe da: Die senkrechten Steine bilden den Fenstersturz √ľber dem Lichtband der Besucherhalle. Dennoch: Sowas ist mir sonst nur in einer Dicke bzw. eigentlich H√∂he von einer Ziegelsteinl√§nge als Anblick vertraut, aber nicht in der hier eingesetzten Weise.
(07.10.2009, 20:01)
IP66:   Spontan habe ich an ein vermauertes Oberlicht gedacht. Dazu pa√üt freilich nicht, das es zwischen den senkrecht gestellten Backsteinen auch einen normalen Verband von L√§ufern und Bindern gibt. In diesem Verband ragen immer Steine in die Wand hinein, was anzeigt, da√ü er zumindest so dick ist wie ein Stein lang. Der merkw√ľrdige senkrechte Verband dagegen k√∂nnte erheblich d√ľnner sein, da es dort keine Binder gibt. Das w√ľrde daf√ľr sprechen, da√ü man aus zu findenden Gr√ľnden den Raum hinter der vermauerten √Ėffnung nutzen mu√üte.
(07.10.2009, 19:47)
Michael Mettler:   @Liz: Kann ich nicht sagen; wie gesagt, es ist mir erst auf dem Foto aufgefallen und wohl auch nur durch die Kameraperspektive sichtbar. Auf den Au√üenfotos ist jedenfalls sonst nichts Vergleichbares zu sehen, und ich kenne senkrecht gestellte Steine auch bei anderen Ziegelbauten eigentlich nur als Ober- und Unterkanten von Mauern - also als "Band", nicht als Fl√§che.

Eine weitere Bildersuche ergab √ľbrigens, dass die Durchg√§nge von den Elefantenst√§llen in die Eckst√§lle Rundbogentore sind. Und das entlarvte gleichzeitig eine Fehlerinnerung: Mein Foto aus dem Elefantenstall kann nicht im Stall an der Stirnseite entstanden sein, denn sonst m√ľsste die Wand hinten einen solchen Durchgang haben. Das ist also der Stall an der Westseite, und dann befindet sich hinter dieser Wand der Turm 4 - sorry.
(07.10.2009, 19:37)
Liz Thieme:   ist das die einzige Stelle am Haus mit hochkantigen Steinen? Dann w√§re es seltsam. Ich hab schon h√§ufiger an alten Geb√§uden "Schmuckbereiche" gesehen, wo hochkant gemauert wurde. Den Sinn des Ganzen, abgesehen von der Abwechslung, sehe ich allerdings nicht.
Wenn es zum L√ľcken stopfen w√§re, w√ľrde ich es ebenfalls nicht verstehen.
(07.10.2009, 17:48)
Michael Mettler:   Nein, von dem alten Flusspferdgehege kenne ich noch kein Bild. Aber da der dortige Bulle sich weigerte, ins neue Haus umzuziehen, verbrachte er ja immerhin noch zw√∂lf Jahre im alten Haus. So stand der Zoo 1914 also vor der Situation, dass er eine f√ľr Hippos vorbereitete Unterkunft im neuen Haus hatte, der geplante Bewohner aber nicht dorthin umzusetzen war, und dass dessen alte Unterkunft, die man wahrscheinlich l√§ngst f√ľr andere Zwecke vorgesehen hatte, nun doch nicht frei werden w√ľrde und wom√∂glich sogar noch renoviert/stabilisiert werden musste. Immerhin nutzte man sie sp√§ter sogar noch als zweites Elefantenhaus.

Bei der Detailsuche auf meinen eigenen Fotos stie√ü ich quasi mit der Lupe auf etwas Ungew√∂hnliches, wei√ü das aber nicht recht zu bewerten. Der nebenstehende Bildausschnitt stammt von der Ostseite des Hauses, der das zuletzt f√ľr Hirscheber genutzte Gehege vorgelagert ist. Unten im Bild die Au√üenwand des eigentlichen Stallbereiches, dar√ľber links und rechts die Oberlichter der St√§lle, dahinter die Au√üenwand des eigentlichen Tempeltraktes bzw. von dessen Besucherhalle. Unter dem mittleren Pfeil verlaufen die Ziegelsteine normal waagrecht, nach der Anordnung der Stall-Oberlichter zu urteilen m√ľsste sich hier einer der Mauerpfeiler befinden. Rechts und links davon (siehe Pfeile) stehen die Steine aber merkw√ľrdigerweise hochkant. M.E. spricht das daf√ľr, dass hier nachtr√§glich etwas zugemauert wurde. Nur warum macht man sowas mit hochkant gemauerten Steinen, und was k√∂nnte dort vorher gewesen sein? Das ist es, was mich auf den Gedanken brachte, dass der Tempeltrakt anfangs ohne die au√üen angesetzten Stallbereiche gestanden haben k√∂nnte und seitlich entweder offen oder z.B. mit gro√üen Fensterfl√§chen versehen war, bevor man ihn f√ľr zus√§tzliche Tiere nachr√ľstete.
(07.10.2009, 14:59)
IP66:   Die Bauausf√ľhrung im Portikustrakt scheint mir eher f√ľr go√üe Solidit√§t als f√ľr Eile zu sprechen - wissen kann man das aber nie, und gerade im fr√ľhen 19. Jahrhundert konnte man sehr schnell und effektiv bauen. Gibt es denn Bilder von dem Flu√üpferdquartier? Die k√∂nnten vielleicht helfen, seine Tragbarkeit zu beurteilen.
(07.10.2009, 13:56)
Michael Mettler:   Deshalb w√§re es eben interessant zu wissen, wann √ľberhaupt mit dem Bau begonnen worden war - 1914 ist ja lediglich das Datum der Fertigstellung - und ob die Erweiterung "made in Eile" war, z.B. weil unerwarteterweise g√ľnstig junge Flusspferde bekommen waren oder sich die bisherige Unterkunft des bereits vorhandenen Hippo-Bullen als nicht mehr auf Dauer haltbar erwiesen hatte.
(07.10.2009, 12:40)
IP66:   M√∂glich w√§re eine solche Planung schon - ich halte sie aber nicht f√ľr wahrscheinlich. Ich hatte ja shcon weiter unten darzulegen versucht, da√ü der S√§ulenverwendung im T√ľrmebau und an der Protikus ein recht unterschiedliches Verst√§ndnis dieser architektonischen Elemente zugrundeliegt. Hinzu treten die unterschiedlichen Entwurfsstile der beiden Bauteile und das Problem, da√ü die wuchtigen dorischen S√§ulen in den Innenraum des L√§ngsbaus kaum h√§tten einegef√ľgt werden k√∂nnen, ohne die Besucher zu behindern.
Auch die unterschiedlichen Deckenstrukturen sprechen f√ľr eine solche Auffassungsdiskrepanz, vor allem das im T√ľrmebau umlaufende, reich dekorierte Gesims mit Konsolfries und zu den toskanischen S√§ulen passenden Dekorationen. Allerdings stehen wir, √§hnlich wie bei dem zwei Generationen √§lteren Geb√§ude in K√∂ln, vor der Frage, weshalb man einen Bau schon kurz nach der Erweiterung umfassend und in einer Art stilistischer Neudefinition erweitert hat.
(07.10.2009, 11:29)
Michael Mettler:   Ich frage mich immer noch, warum zwar die Halle im Zentralturm und die Portikus S√§ulen aufweisen, aber der Rest des Hauses nicht. W√§re es denn denkbar, dass die Portikus urspr√ľnglich zum F√ľnf-T√ľrme-Bau geh√∂rte und man sie kurzerhand um einige Meter versetzte, um ein St√ľck Geb√§ude dazwischenzuf√ľgen? Auch das Elefantenhaus in Frankfurt wurde ja beim Umzug vom alten auf das neue Zoogel√§nde um zwei dazwischengesetzte Stallabteile verl√§ngert.

Ein anderer Gedanke w√§re, dass der Tempeltrakt zwar von Anfang an eingeplant, aber nicht f√ľr Tierhaltung gedacht war, also nur die Stallbereiche kurzfristig (wegen der Nilpferde?) hinzugef√ľgt wurden. Die Lage des Geb√§udes lie√üe ja durchaus an eine geplante Nutzung als Festhalle denken, und vielleicht h√§tte es dann eine Glasfront zwischen Halle und Tierbereich gegeben.
(06.10.2009, 17:08)
IP66:   Die √úberlegung, da√ü man die Seitenanlagen f√ľr zu dunkel hielt und zumindest die abgebildete sp√§ter mit einem Glasdach versehen hat, halte ich f√ľr wahrscheinlich. Irgendwelche Oberlichter k√∂nnte es allerdings gegeben haben - selbst die berliner Elefantenpagde war so konzipiert, da√ü sich √ľber den St√§llen Oberlichter befanden, die sie gegen√ľber dem Besucherraum heller erschienen lie√üen.
Wenn man den Mittelturm nicht als Turm, sondern als nicht realisierte M√∂glichkeit einer im Geb√§ude wirksam werdenden Kuppel versteht, k√∂nnte man das Unbehagen mit dem Geb√§ude noch leichter nachvollziehen. Viele hier im Forum kennen das Berliner Antilopenhaus, das um ein entsprechendes Zentrum organisiert wurde, es gibt aber um 1900 eine ganze Reihe von Bauten, vor allem Kirchen, in denen ein kuppelbekr√∂nter Zentralraum von zwei oder mehr T√ľrmen flankiert wird. Gerade im evangelischen Kirchenbau spielte eine solche Kombination von Kuppelbau und Jugendstilformen als "wiesbadener Programm" eine gro√üe Rolle, und mit der Grundtvigskirche gibt es in Kopenhagen eine Geb√§ude, das dieser von Johannes Otzen betriebenen Reformbewegung recht nahe steht. Zwar ist ein Elefantenhaus keine Kirche, und ob sich die D√§nen gerne daran erinnerten, da√ü die nach ihrem Glaubenshelden benannte Kirche deutsche Vorbilder hatte, kann man auch bezweifeln - dennoch halte ich es f√ľr m√∂glich, da√ü viele Besucher, die solche Kirchen kannte, beim Au√üenbau an diese gedacht und deshalb das Innere unbefriedigend gefunden haben. Im Tempeltrakt wir jedenfalls eine deutlich √ľberzeugendere Kongruenz von Innen- und Au√üenbau erzeugt, ohne den repr√§sentativen Anspruch aufzugeben.
(06.10.2009, 11:00)
Michael Mettler:   @Mel: Die Innenaufnahme des Elefantenstalles zeigt in Blickrichtung geradeaus dessen Schmalseite (hinter dieser Wand befindet sich also ein Eckturm), links die Au√üenwand, rechts die Gitterfront zur Besucherhalle. Es m√ľsste der Stall an der Stirnseite des Hauses sein. Leider erinnere ich mich nicht, wie hoch die beiden St√§lle in den "√§u√üeren" Eckt√ľrmen waren, aber ich w√ľrde behaupten, dass die Decke oberhalb der drei Rundbogenfenster verlief und diese als Lichteinfall f√ľr die recht dunklen Eckst√§lle dienten (wahrscheinlich werden sie wegen genau dieser schummerigen Lichtverh√§ltnisse derzeit als Mini-Kinos verwendet).

Nach Ansicht der Luftaufnahme habe ich mal im Groben die Dachlandschaft des Hauses darzustellen versucht; ohne proportionale Genauigkeit nur Pi mal Daumen, aber das sollte ungef√§hr hinkommen. Die flachen Dachbereiche √ľber den Elefantenst√§llen, die man aus Besucherperspektive nicht sieht, bestehen heute komplett aus Oberlicht, was die recht gute Ausleuchtung der St√§lle erkl√§rt. Ich k√∂nnte mir aber vorstellen, dass das fr√ľher nicht so war, sondern es sich quasi um Dachterrassen handelte, und die h√§tten in Verbindung mit den Eckt√ľrmen (die habe ich jetzt zwecks praktischerer Diskussion einfach mal durchnummeriert) einen Umlauf um den Zentralturm ergeben, √ľber den man Heu und Stroh beliebig verteilen konnte. Dadurch h√§tte ein Lastengalgen an einem der Eckt√ľrme ausgereicht, und es gibt ihn ja tats√§chlich auch nur dort (Eckturm 4). Und es h√§tte via Dachterrasse auch eine Zugangsm√∂glichkeit zum Zentralturm gegeben, der ja gen√ľgend Volumen hat, Lagerraum UND Wohnung zu enthalten (fr√ľhere Pflegerwohnungen waren ja nicht gerade gro√ü). Stellen wir uns nun vor, dass an der Nordseite urspr√ľnglich nur ein √§hnlicher Raum wie die Elefantenst√§lle vorhanden (oder auch nur geplant) war, dann k√∂nnte sich dort das Treppenhaus befunden haben, √ľber das man in den Zentralturm und auch auf die nordseitige Dachterrasse gelangte. Durch das Ansetzen des Tempeltraktes verschwand das Treppenhaus bzw. wurde neben den Vorraum der Besucherhalle verlagert (vielleicht in einen der Erker). Man w√ľrde heute also dort hinaufsteigen und durch den "Dachboden" des Tempeltraktes laufen, um zur ehemaligen Treppenhaust√ľr des Zentralturmes zu gelangen.

Um die o.g. Bildbeschreibung nun noch mit der Skizze zusammenzuf√ľhren: Hinter der geradeaus zu sehenden Schmalseite m√ľsste sich der Eckturm 1 befinden. Und was ich mich nun frage: K√∂nnte der frei liegende Doppel-T-Tr√§ger, der oben im Stallraum zu sehen ist, nicht von einer fr√ľheren Zwischendecke √ľbrig geblieben sein, auf der sich "meine" Dachterrasse befand? Da k√§me n√§mlich die Anmerkung von IP66 wieder ins Spiel, dass ein hoher Stall wie der heutige unn√∂tig schwer zu beheizen war.
(06.10.2009, 10:17)
Mel:   Also ich vermute mal sehr stark das einer der vier Eckt√ľrme eine nach au√üen liegende Eingangst√ľr hatte, wie auf einem der Bilder zusehen (30.09 Au√üenseite des Hauses links vom Tempeleingang) es w√§re logisch gewesen in diesem Turm auch eine Treppe hinauf zum Lagerraum ein zubauen. Wenn wir da von ausgehen das im Innenbereich des ¬ĄT√ľrmehauses¬ď nur die zwischen den Eckt√ľrmen liegenden Innenst√§lle einsehbar waren (wie Michael ja schon geschrieben hatte) liegt diese Vermutung nahe, denn irgendwie mu√üte man ja darauf kommen. Und ich vermute mal, da√ü eventuell nur die T√ľrme beidseitig der Frontseite (gegen√ľberliegend der ¬ĄTempeleingangsseite¬ď) Innen bzw. Umspeerst√§lle beinhalteten. Ein Umsperren der Tiere im Winter f√ľr Reinigungszwecke w√§re auch in diesem Falle m√∂glichgewesen wenn diese Turmst√§lle zu jedem angrenzenden Stall einen Zugang f√ľr die Tiere gehabt h√§tten. Ich denke mal Karstens Idee mit der Verbindung der Lagerr√§ume in den Turmbereich ist nicht so abwegig, auf dem Foto vom Elefanteninnenstall sind drei Rundb√∂gen zu erkennen und zus√§tzlich noch ein ¬ĄFenster¬ď oberhalb dieser Rundb√∂gen. Wenn ich jetzt die auf dem ¬ĄInnenstallbild¬ď oben links liegende Dachschr√§ge mit der Au√üenaufnahme von 1914 vergleiche, w√ľrde ich das obere eckige ¬ĄFenster¬ď dem vermuteten Lagerraum zuweisen. Die drei Rundb√∂gen k√∂nnten entweder zu den nicht einsehbaren Innenst√§lle geh√∂ren oder einem Gang. Michael, in welche Blickrichtung hast Du diese Bild geschossen? Richtung ¬ĄTempeleingang¬ď oder genau entgegen gesetzt? Die auf der Au√üenansicht zu erkennenden Dachfenster w√§ren ja sicher ohne weiteres √ľber Spanndr√§hte oder Seile zu √∂ffnen gewesen, dies w√§re auch meine Vermutung f√ľr das Seil oder den Draht, der auf dem Innenstallbild von der hinteren rechten Ecke zur linken Seite mittig der dort liegenden Wand geht. Was ist aber mit den fenstern im Zentralturm? Auf dem 1914 Bild ist ja das ganz linke der vier zusehende Fenster offen und es sieht nicht wirklich nach einem angekippten Fenster aus. Ein Fenster links oder rechtsseitig zu √∂ffnen ist mit Spanndr√§hten per ¬ĄFernbedinung¬ď schon etwas komplizierter als bei einem Dachlukenfenster. Ich tippe mal darauf, da√ü es im Zentralturm im H√∂henbereich der Fenster einen Umlauf gegeben haben mu√ü, auch mu√üte man ja sicher auch mal irgendwie an die Mechanik der Uhr kommen. Hoch genug ist dieser Trum ja. Denkbar w√§re in diesem Falle auch das von diesem Umlauf die einzelnen Turmkammern (Lagerr√§ume) zug√§nglich waren, durch eine Wendeltreppe zum Beispiel. So w√ľrde ein Au√üenzugang zur oberen Ebene vollkommen ausreichen, und der restliche Au√üenbereich konnte komplett mit Au√üenanlagen umgeben werden. Die nicht durch einen Wegezugang platzraubend getrennt werden mussten. Auch vermute ich, da√ü der auf dem 1914 Bild gezeigten Bereich zwischen der links liegenden und der rechts liegenden Au√üenanlage eventuell als Schleuse gedient haben k√∂nnte.
(06.10.2009, 01:16)
Michael Mettler:   Mir ist gerade noch etwas aufgefallen: Der F√ľnf-T√ľrme-Bau hat zwar im Zentralturm Abluftsch√§chte und sogar eine Uhr, aber keinerlei Schornstein, und das bei einem Haus f√ľr tropische Tiere! Der Schornstein steht auf dem Tempeltrakt. Was bedeutet: FALLS unsere Annahme stimmt und der F√ľnf-T√ľrme-Bau quasi den Urzustand des Hauses darstellte, d√ľrfte sich an dessen Nordseite die Heizungsanlage und somit auch ein Schornstein befunden haben - den Ofen an die k√§lteste Hausseite (und damit auch in meinen fiktiven Besucherbereich) zu stellen, machte ja durchaus Sinn.

Ich nehme an, dass der F√ľnf-T√ľrme-Bau nicht unterkellert ist, der Tempeltrakt hingegen schon. Die Position des Schornsteins l√§sst nur zwei M√∂glichkeiten zu: Entweder stand der Ofen unter dem Giebel der Portikus (was Bl√∂dsinn gewesen w√§re) oder im Keller, und der Schornstein verl√§uft zwischen den beiden Eingangst√ľren der Besucherhalle bis dort hinab. Von den beiden auf den umlaufenden Pflegergang m√ľndenden Rundbogent√ľren rechts und links des Halleneinganges k√∂nnte mindestens eine zu einem Treppenhaus im Vorraum des Hauses geh√∂ren, das in den Keller herab f√ľhrt; auch der "Dachboden" des Tempeltraktes ist vielleicht von hier aus erreichbar. Mein Foto der Portikus von schr√§g links zeigt im Sockelbereich zwei kleine Fenster, und hinter der Metall-Doppelt√ľr links k√∂nnte sich z.B. eine Kohlenrutsche in den Keller hinab befunden haben. Die einzelne Metallt√ľr w√§re eine weitere Zugangsm√∂glichkeit nach unten (oder der Zugang zu einem Kellerraum, in dem z.B. Futterr√ľben eingelagert werden konnten). Ich nehme √ľbrigens an, dass der heute sichtbare Betonsockel unter den roten Mauersteinen urspr√ľnglich durch irgendetwas verbr√§mt war (oder es dort eine B√∂schung gab).

Karsten, an der Theorie mit dem zentralen Heuboden und den Futterluken in den T√ľrmen gibt es einen Haken: Die obere Etagen der vier T√ľrme sind mit dem zentralen Turm gar nicht verbunden, da dort einfach Ecke an Ecke st√∂√üt. Man h√§tte also √ľber die D√§cher der Elefantenst√§lle laufen m√ľssen, um Heu usw. vom Zentralturm in die Eckt√ľrme zu bringen. Dann aber h√§tte man sich die Luken auch schenken und das Heu gleich vom Stalldach runterschmei√üen k√∂nnen. Sieht also eher danach aus, als h√§tten nur die vier T√ľrme als Futterlager gedient und w√§ren einzeln best√ľckt worden. Allerdings m√ľsste dann der Pfleger irgendwie dort hinauf gekommen sein...
(05.10.2009, 23:43)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: Und gerade Letzteres wird ja zumindest f√ľr die Westseite des Hauses durch das Foto von 1914 widerlegt: Da gibt es bereits den Stallanbau, der in Fluchtlinie mit den T√ľrmen verl√§uft (siehe Pfeil), und dessen Au√üengehege noch gar nicht fertig ist. Sollte dieses Foto erst nach 1914 entstanden sein, bliebe nur der Zeitraum bis 1917, denn auf dem so datierten Zooplan hat das Haus bereits den heutigen Grundriss. Aber warum sollte dann der Weg vor dem Elefantengehege noch im Bauzustand sein?

Eigentlich bliebe nur eine L√∂sung: Das Haus war urspr√ľnglich nur f√ľr Elefanten und als F√ľnf-T√ľrme-Bau geplant, seine Nordseite vielleicht nicht mal als Eingang: Die Rundbogent√ľren in den heute mittig gelegenen T√ľrmen k√∂nnten die Besucherzug√§nge gewesen sein. Seht euch den von Mel unten eingestellten Grundriss des ersten Berliner Elefantenhauses an, der hatte einen solchen geraden Besuchergang - nur dass man diesen in Kopenhagen durch die gro√üe Mittelhalle erg√§nzte, die zum Gang hin eventuell mit T√ľren versehen war, so dass der Gang als Temperaturschleuse diente. Die Wand nach Norden blieb ungenutzt; Au√üengehege f√ľr tropische Tiere richtete man ohnehin nicht in diese Himmelsrichtung aus. Was f√ľr einen solchen Besuchergang spr√§che: Der Sockel der noch heute dort sichtbaren St√§lle entspricht nicht dem der eigentlichen Elefantenst√§lle, sondern dem der St√§lle im Portikustrakt (sieht man auf den Innenfotos), der Boden ist also in diesen T√ľrmen wohl erst nachtr√§glich angehoben worden.

Ich wei√ü nun nicht, wie lange an dem Haus gebaut wurde, aber ab 1910 begann eine Serie von Nilpferdimporten aus Ostafrika nach Europa, durch die es m√∂glich wurde, junge Paare zu erwerben (und das vielleicht sogar zu g√ľnstigeren Preisen als die vorherigen Gelegenheitsimporte und seltenen Nachzuchten). Das k√∂nnte zu der Entscheidung gef√ľhrt haben, das bereits geplante oder in Grundz√ľgen schon stehende Elefantenhaus kurzerhand um einen Hippo-Trakt zu erweitern, bei dem man dann den Eingang an die Nordseite verlegte und - da nun n√§her an den Schlosspark und damit ins Blickfeld dortiger Besucher ger√ľckt - repr√§sentativ als Tempelportikus gestaltete.
(05.10.2009, 22:53)
Karsten Vick:   Wenn auch die Fenster am gro√üen Turm Richtung Elefantenbullenanlage etwas wohnraum-√§hnliches haben, denke ich doch, dass es auf dieser Ebene ein Futterlager gibt/gab. F√ľr einen ungeheizten trockenen Raum sprechen z. B. die Abluftsch√§chte oben am gro√üen Turm. Die Tore auf dieser H√∂he in den vier Eckt√ľrmen habe ich mir schon immer als Luken vorgestellt, durch die Futter auf den Boden gelangte oder von dort in die Anlagen geworfen wurde. Nicht nur die Luke mit der Seilwinde diente zur Futteranlieferung, auch die genau gegen√ľber liegende konnte mittels F√∂rderband oder Gebl√§se mit Heu oder Stroh beschickt werden.
Aus den Luken √ľber den Au√üenanlagen k√∂nnte Heu zu den Tieren heruntergeworfen werden.
Und nun seht euch die Fotos von der Nordseite an. Welchen Sinn ergeben die Tore, die auf die Stallanbauten des Portikusteils weisen? Keinen, wenn man nicht annimmt, dass der Portikusteil, zumindest aber die Stallanbauten sp√§ter an das F√ľnf-T√ľrme-Haus angebaut wurden.
(05.10.2009, 21:50)
Michael Mettler:   @IP66: Der noch heute existierende Lastengalgen an einem der T√ľrme l√§sst den Schluss zu, dass es oben im Haus einen Heuboden gab. Immerhin musste eine ganze Reihe von Dickh√§utern mit Raufutter versorgt werden. Auch Tierpflegerwohnr√§ume sind nicht auszuschlie√üen.

Die eigentlichen Eckt√ľrme - also die an der Stirnseite des Hauses - enthalten St√§lle, die vom Besucherraum aus nicht einsehbar waren, also folglich auch nicht besonders hervorgehoben werden konnten. Und die R√§ume der beiden anderen T√ľrme, die letztlich nur den √úbergang zum Tempeltrakt bilden, liegen so in Reihe mit den dortigen St√§llen, dass auch sie keine besonderen Akzente setzen. Ganz im Gegenteil: Da dort das Fensterband fehlt, das √ľber den St√§llen des Tempeltraktes zu finden ist, wirken sie sogar nachrangiger. Vielleicht wurden sie wie auch die in den Eckt√ľrmen nur als Wechselst√§lle benutzt, wenn die Dickh√§uter im Winter nicht ins Au√üengehege durften und ihre St√§lle ges√§ubert werden mussten.
(05.10.2009, 20:26)
Oliver Jahn:   Gerade angef√ľllt mit all den Eindr√ľcken aus Wien stellt sich mir wieder einmal die Frage, warum solche wirklich beeindruckenden H√§user nicht f√ľr die Tierhaltung weiter genutzt werden? Gerade in fl√§chenm√§√üig kleineren Zoos kann ich solche "Verschwendung" doch eigentlich nicht leisten.
(05.10.2009, 20:14)
IP66:   Der eigentliche Besucherbau scheint demnach erheblich niedriger als die Stallungen zu sein - was bei mir die Frage provoziert, was sich denn dar√ľber und unter dem Pyramidendach befindet.
Dergleichen hohe St√§lle halte ich f√ľr wenig praktikabel, jedenfalls dann, wenn man keine Giraffen halten will. √Ąhnlich wie beim neuen Elefantenhaus in K√∂ln stellt sich ja das Problem, den Standort der Tiere hinreichend zu erw√§rmen. In Krefeld sah ich vorgestern, da√ü sich auch Heizstrahler zu diesem Zweck nutzen lassen, doch ich wei√ü nicht, ob die 1920 schon so leistungsf√§hig waren, da√ü das ausreichte. Anders als beim m√ľnchner Geb√§ude scheinen auch die Eckt√ľrme nicht als irgendwie hervorgehobene Innengehege gedient zu haben.
(05.10.2009, 19:21)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: OK - ich hatte mir alternativ schon ausgemalt, dass sich der Bewohner √ľber sein altes Haus √§rgert und auch lieber sowas sch√∂n Modernes h√§tte wie die Elefanten nebenan :-)

@IP66: Die Stallr√§ume im T√ľrmebau sind sehr hoch, wie das nebenstehende Bild zeigt; das ist im Inneren eines der vorherigen Elefantenst√§lle aufgenommen. Der Besucher konnte also beim Betreten des Hauses zwar schon die Elefanten am Ende der Halle sehen, aber die H√∂he von deren Unterkunft erschloss sich ihm erst, wenn er direkt vor dem Stall stand. Ein √§hnlicher Effekt also wie in manchem Giraffenhaus (z.B. Hannover oder M√ľnster). Zum historischen Affenhaus hatte ich mir noch gar keine weiteren Gedanken gemacht.
(05.10.2009, 16:50)
Karsten Vick:   @Michael Mettler: Deine Sorge um den Wohnwert des Fachwerkhauses ist unbegr√ľndet. Wenn du mal bei Google Maps guckst, dann siehst du, dass das Haus schon vorher eine B√∂schung und Stallr√ľckwand genau neben sich hatte. Denn wie ich schon schrieb, sieht man bei Google noch den Bauzustand vor dem gro√üen Abriss.
(05.10.2009, 15:21)
IP66:   Mittlerweile kann man ja Tierh√§user ganz gut k√ľnstlich beleuchten - zudem k√∂nnte es schon in der Erbauungszeit √ľber den Innenk√§figen Oberlichter gegeben haben. Maine Bedenken bezogen sich eher darauf, da√ü der Besucher von au√üen ein hohes Kegeldach mit vier Begleitt√ľrmen wahrnimmt, dann nur einen dunklen und relativ niedrigen Innenraum erlebt.
Was sagst Du denn zu den verglasten Pavillion des Affenhauses?
(05.10.2009, 14:28)
Michael Mettler:   @IP66: Der Gedanke an Giraffen liegt zwar auf der Hand, aber die Badebecken in jedem der drei Au√üengehege sprechen dagegen. Wann Kopenhagen in die Giraffenhaltung eingestiegen ist, wei√ü ich allerdings nicht. Interessant aber, dass auch hier die Giraffen wenigstens in unmittelbare Nachbarschaft der Dickh√§uter gestellt wurden. Es gab anscheinend √ľber verschiedene Epochen hinweg eine Vorliebe daf√ľr, die Riesen des Tierreiches dicht beieinander zu zeigen; wenn schon nicht in der anderweitig diskutierten "Exotenkarawane" zusammen im selben Haus wie in Antwerpen oder M√ľnchen, so doch wenigstens in benachbarten H√§usern und Anlagen, was bis in die j√ľngere Vergangenheit reicht (siehe M√ľnster oder Magdeburg).

Ich habe vor Ort nicht darauf geachtet, ob der Lichteinfall im Dickhäuterhaus durch eine originale oder eine nachträglich eingerichtete Lösung gewährleistet wird, aber im jetzigen Zustand ist das Haus innen nicht gerade dunkel. Die unten eingestellten Fotos sind sämtlich ohne Blitz und Stativ entstanden, und zumindest im Tempeltrakt gibt es in der Besucherhalle nur vereinzelte Leuchtstoffröhren.
(05.10.2009, 13:31)
IP66:   Wenn ich es richtig verstehe, dann k√∂nnte man das zweite Bild vom Gro√ütierhaus als eine Best√§tigung meiner √úberlegung sehen, da√ü es in zwei Abschnitten gebaut wurde. Ich halte es dann f√ľr sehr wahrscheinlich, da√ü wir mit zwei Architekten rechnen m√ľssen. Seit l√§ngerem frage ich mich, ob nicht die "Kuppel" resp. der mittlere der f√ľnf "T√ľrme" schond den Zeitgenossen als wenig ansprechend aufgefallen ist. Der Au√üenbau wirkte dadurch bereichert, vor allem, wenn man bedenkt, da√ü es sich wohl um das gr√∂√üte Tierhaus im damaligen Zoo gehandelt haben wird, doch im Innern mu√ü das Ganze recht d√ľster gewesen sein. Zwar ist Herrn von Seidls m√ľnchner Glaskuppel eine sehr avantgardistische L√∂sung, doch wirkt das kopenhagener Geb√§ude, ohne Oberlichter oder wenigstens ein durchgehenes Fensterband, in dieser Hinsicht wenig ansprechend und antiquiert. Ich k√∂nnte mir vorstellen, da√ü dieser Befund bei Zooleitung und Aktion√§ren den Wunsch geweckt hat, zwar nicht nach deutschen Mustern, aber eben doch repr√§sentativer zu bauen und das Ergebnis als heutige Gestalt des Protikustraktes vor uns steht.
Die Besatzgeschichte des Hauses erinnert mich an Wuppertal, wo allerdings auch das Elefantenpaar zur Er√∂ffnung gekauft wurde. Dort gab es auch kein Geld f√ľr ein Nashorn, das Flu√üpferdpaar dagegen konnte man sich leisten. Die Besatzgeschichte des mit Kopenhagen fast gleichzeitigen m√ľnchner Gro√ütierhauses kenne ich nicht gut genug, habe aber angesichts der H√∂he des d√§nischen Geb√§udes schon √ľberlegt, ob nicht dort zumindest Giraffen ausgestellt werden sollten.
F√ľr wichtig halte ich auch das Affenhaus: Der Spielk√§fig in der Mitte und die anschlie√üende Galerie erinnert mich an die Geb√§ude der zweiten Generation, in denen der zentrale Spielk√§fig von Au√üenanlagen f√ľr empfindlichere Arten flankiert wird (etwa das erste hannoveraner Geb√§ude f√ľr diesen Zweck). Der maurische Dekor pa√üt gut zu dem k√∂lner Haus, das dort schon zur Zoogrundung bestand. Ich frage mich allerdings, ob das kopenhagener Geb√§ude anders organisiert war, da es ja zuseiten der K√§figgalerien noch Pavillions gab, von denen der auf dem Foto vorn liegende geschlossene Fenster aufweist und auch der hintere wohl keinen Spielk√§fig vorstellt. Wenn diese Anlagen die Innenr√§ume beherbergten, so w√§re ein Umsperren der Tiere aus dem Mittelk√§fig eine ziemlich komplizierte Angelegenheit gewesen. Vielleicht handelt sich sich aber auch um verkleidbare Au√üenk√§fige - √§hnlich wie im alten Zoo in N√ľrnberg, wo man eine Generation sp√§ter auch nach Belieben Glasscheiben vor die Gitter setzen konnte. Das Prinzip spielte bei einer Reihe von Winterg√§rten eine Rolle (das am besten zug√§ngliche befindet sich im Schlo√üpark von Karslruhe), lag somit nahe und wurde schon im sp√§ten 18. Jahrhundert praktiziert.
Der orientalisierende Dekor spricht ein wenig gegen meine These, da√ü man sich in Kopenhagen nach der Niederlage von 1864 in der Tiergartenarchitektur von den deutschen Vorbildern gel√∂st hat. Allerdings gab es in Berlin zu diesem Zeitpunkt noch kein orientalisierendes Affenhaus, und die Reichsgr√ľndung lag zum Entstehungszeitpunkt des Geb√§udes gerade ein Jahr zur√ľck, was eine echte Neuorientierung erschwert haben d√ľrfte (die fragliche Niederlage konnte man allerdings schon √ľber f√ľnf Jahre verarbeiten). Allerdings, und das ist wichtig, scheint man in Kopenhagen, anders als im das ganze Jahrhundert eng verb√ľndeten Gro√übritannien, 1872 noch auf aufwendig exotisierende Tierh√§user gesetzt zu haben, wie es sie eigentlich nur in einigen deutschen Aktienzoos und in Antwerpen gab.
(05.10.2009, 11:33)
Michael Mettler:   @Ingo Rossi: Mit der Verbindungsm√∂glichkeit liegst du bestimmt richtig. Was mir in natura nicht ins Auge fiel, entdeckte ich jetzt bei der Detailsuche auf den Fotos: Das Besuchergel√§nder links des Weges l√§sst sich so aufschwenken, dass es den Weg beiderseits absperrt (siehe Rollen), und das graue Metallgatter hinter den Betons√§ulen der rechts gelegenen gro√üen Anlage d√ľrfte dann eine Seite des Elefanten-Laufganges bilden. √úber diese Verbindung w√§re die gro√üe Au√üenanlage im Prinzip auch per Fahrzeug zu erreichen (f√ľr die Anlieferung von Sand und Baumst√§mmen immerhin nicht ganz unwichtig), den sie liegt exakt in der Fluchtlinie des gro√üen Gehegetores in der Bullenanlage.

Trotzdem eine aufw√§ndige und optisch unbefriedigende Situation, da man die Tiere vom Besucherweg aus entweder hinter Betons√§ulen oder hinter den rechteckigen "L√∂chern" sieht. Eine Verl√§ngerung des Balkons der oberen Hausetage in Richtung Bullenau√üengehege h√§tte vielleicht eine bessere Einblickm√∂glichkeit ergeben und den "Besuchertreibgang" um die Bullenanlage herum, der im hinteren Bereich ohnehin nur Einblicke durch S√§ulenreihen hindurch bietet, √ľberfl√ľssig gemacht (bzw. es w√§re eben ein reiner Wirtschaftsweg geblieben).
(04.10.2009, 16:00)
Ingo Rossi:   @Michael: Danke. JA, ich habe die Stelle als m√∂gliche Verbindung der beiden Gehegen gesehen. Wie ist mir allerdings nicht ganz klar gewesen. Auch ich dachte an irgendwelche Hebeplattformen, die den Graben verschliessen k√∂nnen. Optisch sah es allerdings wirklich nicht sehr ansprechend aus.
(04.10.2009, 14:56)
Michael Mettler:   P.S. Die auf dem historischen Foto ganz rechts au√üen vermutlich im rechten Nebengehege zu sehende Silhouette k√∂nnte man als Nilpferd deuten. Da das Gehege ein Becken hatte, w√§re es durchaus m√∂glich, dass das 1914 eingetroffene Nilpferdpaar dort untergebracht war und man es erst sp√§ter f√ľr Elefanten nutzte.
(04.10.2009, 14:52)
Michael Mettler:   Das nebenstehende Foto stammt von einer der im Zoogel√§nde aufgestellten Schautafeln zur Zoohistorie und soll laut Bildunterschrift um 1914 entstanden sein. Bei genauerem Hinsehen offenbart es ein paar interessante Details. So sieht der Weg, auf dem die Besuchergruppe steht, noch nach Baustelle aus. Hinter dem linken hinteren Eckturm (dem mit dem Lasten-Galgen) lugt noch ein weiteres Mauerst√ľck hervor, das belegt, dass der Tempeltrakt tats√§chlich seit dem Bau des Hauses vorhanden ist. Aber er hatte bei Aufnahme des Bildes noch kein Au√üengehege, denn man sieht im Hintergrund des linken Elefantenauslaufes keine weiteren Gitter, sondern einen Haufen Erdaushub und (vermutlich) zwei Bauarbeiter. Das Foto zeigt zudem je ein Badebecken in beiden sichtbaren Gehegen. Auf dem Zooplan von 1917, der auf der selben Schautafel als vermutlich erster nach dem Hausbau erschienener abgebildet ist, sind am Tempeltrakt beiderseits je zwei kleine Au√üengehege zu sehen, in denen nichts auf ein Badebecken hinweist.

Zum Tierbestand bei Eröffnung habe ich ein wenig recherchiert:

Die drei auf dem Foto zu sehenden Elefanten repr√§sentieren den kompletten damaligen R√ľsseltierbestand. Im Hauptgehege das Zuchtpaar Chang (seit 1878 im Zoo, gestorben 1918) und Ellen (seit 1896 im Zoo, gestorben 1929), im seitlichen Gehege der am 6.4.1912 geborene Jungbulle Julius (blieb im Zoo, gestorben 1921).

Ein Flusspferd, der Bulle Jeppe, war als erster Vertreter seiner Art schon seit 1905 im Zoo vorhanden. Er lebte in jenem Haus, das sp√§ter als Elefanten-Gemsen-Haus genutzt wurde und heute noch als Tapir-Seel√∂wen-Haus besteht. Jeppe galt als wilder Geselle, und alle Versuche, ihn ins neue Dickh√§uterhaus umzusiedeln, schlugen fehl. So blieb er bis 1926 in seinem alten Haus; da gelang es, ihn in eine Kiste zu verpacken und abzugeben (vermutlich via Hagenbeck nach S√ľdamerika). Bereits 1914 war ein ca. 3-j√§hriges Nilpferdpaar eingetroffen, vermutlich kurzfristig beschafft, damit das in diesem Jahr neu zu er√∂ffnende Haus nach dem Fehlschlag mit Jeppe ad√§quat besetzt werden konnte. Das vermutliche Geburtsjahr der beiden Hippos legt den Verdacht nahe, dass sie der damaligen Importwelle aus Deutsch-Ostafrika entsprungen sein k√∂nnten. W√§hrend die Kuh Stine schon 1915 starb, lebte der Bulle August bis 1953 im Zoo, allerdings nach Stines Tod bis 1923 allein.

Nash√∂rner hat es in Kopenhagen bis 1933 √ľberhaupt nicht gegeben. Das erste Rhino war der Spitzmaulnashornbulle Stamper, der Fa. Ruhe geh√∂rte, seinen "Hauptwohnsitz" in Hannover hatte und 1933 f√ľr die Sommersaison nach Kopenhagen vermietet worden war. Stamper kam am 15.5.1933 an, bezog ein Gehege des Dickh√§uterhauses und verlie√ü den Zoo im Oktober wieder in Richtung Hannover.

Wie man sieht, war das Haus also in seiner ersten Zeit nicht gerade stark mit gro√üen Dickh√§utern besetzt. √úber Tapire und Zwergflusspferde (oder auch tropische Schweine) habe ich keine Daten, aber da Zwerghippos erst kurz vor der Hauser√∂ffnung "wiederentdeckt" worden und noch nicht beliebig zu bekommen waren, w√ľrde ich diese nicht im Besatz der Anfangsjahre des Hauses vermuten.

Ein Farbfoto im Zoof√ľhrer von 1963 l√§sst darauf schlie√üen, dass die Nilpferde damals (und bis zur Aufgabe der Haltung?) den Tempeltrakt rechts vom Hauseingang bewohnten, da im Hintergrund der Tiere au√üerhalb des Au√üengeheges eine der Eingangss√§ulen zu sehen ist.
(04.10.2009, 14:47)
Michael Mettler:   @Ingo Rossi: Die Fotos zeigen genau die Situation, die auch wir vorfanden und uns √ľber die rechteckigen Sch√§chte gewundert haben. Wenn das ein St√ľck Trockengraben sein soll - auf der Elefantenseite gab es E-Dr√§hte - dann wirkt dieser im baulichen Umfeld durch seine Rechteckform seltsam unpassend. Wir hatten schon ger√§tselt, ob sich darin eine Hebeplattform o.√Ą. verbergen k√∂nnte.

Sandboden gibt es drinnen immer noch, es wird sogar im Zoof√ľhrer besonders darauf hingewiesen. Auch in der Halle des alten Bullen Chieng Mai gab es einen Sandhaufen, allerdings auch unbesandeten Hartboden. Die siebenk√∂pfige Elefantengruppe war bei unserem Besuch dreigeteilt: Altbulle Chieng Mai im seiner Halle, zwei K√ľhe mit dem dreij√§hrigen Nachzuchtbullen Gandhi in der gro√üen Halle, zwei weitere K√ľhe mit dem potenziellen Zuchtbullen Tonsak auf der gro√üen Au√üenanlage (die Bullen-Au√üenanlage war an diesem Tag leer).
(04.10.2009, 13:57)
Ingo Rossi:   Noch einer....
(04.10.2009, 13:32)
Ingo Rossi:   Noch ein Versuch das Foto einzustellen.
(04.10.2009, 13:30)
Ingo Rossi:   Gleicher Stelle nur der Blick ins Bullengehege.
(04.10.2009, 13:28)
Ingo Rossi:   Blick vom Besucher weg in das Kuhgehege mit dem mir merkw√ľrdig vorkommenden √úbergang (?), der geschlossen war.
(04.10.2009, 13:27)
Ingo Rossi:   Nun wieder zuhause angekommen hae ich mal in meinen letztj√§hrigen Fotos nachgeschaut. Auch ich hatte die Tafel von Herrn Dreyer falsch in Erinnerung. Er ist nicht der Architekt. Das neue Elefantenhaus ist sicherlich nicht ganz einfach zu verstehen. Viele Eindr√ľcke, wie auf den Fotos der √úbergang zwischen Bullen und Kuhgehege, f√ľr den anscheinden der Besucherweg gesperrt werden muss, waren f√ľr mich nicht klar oder sch√∂n. Zu gross kam mir der Innenraum f√ľr die Besucher allerdings nicht vor. Ich wurde bei meinem Besuch kurz vor dem Elefantenhaus von einem heftigen Regenschauer √ľberrascht. Das Haus war sehr voll, viele Besucher hielten sich dort sehr lange auf. Obwohl es ja einige begehbare Tierh√§user in Kopenhagen gibt, schient mir sowohl die Ausstellung, die didaktischen Spiele sowie das Forum-Kino sehr gut besucht und ausgelastet. F√ľr die eigentlichen Bewohner allerdings fand ich die Innenr√§ume recht ansprechend und gut f√ľr die langen, windigen Wintertage geeignet. Bei meinem Besuch 2008 war der Boden der grosse Halle ganz mit Sand unterschiedlicher H√∂he gef√ľllt. Wurde das beibehalten?
(04.10.2009, 13:25)
Michael Mettler:   Den Architekten des Elefantenhauses von 1914 habe ich nun auch rausgefunden: Peter Andreas Rosenkilde Gram. F√ľr das von Liz eingestellte Affenhaus (1872-1921) zeichnete Christian Frederik Hetsch verantwortlich. Ein weiteres Affenhaus, das offenbar die Basis des noch heute stehenden darstellte, wurde 1891 von Alfred Evers erbaut und 1928 durch Edvard Thomsen und Frits Schlegel umgebaut - m√∂glicherweise entstanden dabei die beiden angeschlossenen Freianlagen, denn die 20er Jahre waren ja die Bl√ľtezeit der Affenfelsen und "-paradiese".

√úber die Fl√§chenverh√§ltnisse des neuen Elefantenhauses bietet der Zoof√ľhrer ein paar Fakten:
Fläche Elefanten außen 3.350 qm
Fläche Elefanten innen 1.360 qm
"Service area" (d√ľrfte wohl der Pfleger- und Wirtschaftsbereich sein) 770 qm
Besucherbereich 2.300 qm

Bei der letztgenannten Zahl wage ich allerdings zu bezweifeln, dass die Wegef√ľhrung um die gro√üe Au√üenanlage herum tats√§chlich eingerechnet ist, denn schon der Besucher-Innenbereich des Hauses und die direkt benachbarten Wege (um die Bullenanlage herum, Eingangsbereich) d√ľrften diese Fl√§che m.E. locker erreichen.
(04.10.2009, 12:07)
Liz Thieme:   dann erkl√§rt sich auch der Rest des Textes. Es ist halt schon nicht immer einfach das D√§nische eindeutig zu verstehen. Aber freu mich √ľber jeden Text den ich zu 90% verstehe.

Das mit dem Haus erinnert bisschen an den Norden *seufz* da wo die Häuser den Deich vor der Nase haben.
(03.10.2009, 23:02)
Michael Mettler:   @Liz: Waldemar Dreyer war allerdings nicht der Architekt des Hauses, sondern w√§hrend dessen Bauzeit der Zoodirektor - "von ihm gebaut" ist also relativ.

Was die von Liz eingestellte Modellzeichnung des neuen Elefantenhauses verschweigt: Neben dem dortigen Buchstaben "B" verl√§uft der von mir unten (am 28.9.) illustrierte "Besucher-Treibgang", und hinter dessen Au√üenmauer befindet sich eben nicht nur eine Gr√ľnanlage, sondern dort steht ein bis dahin idyllisch gelegenes Fachwerk-Wohnhaus, dessen Wohnwert durch die neue (und hohe) "Zonengrenze" wenige Meter vor den Fenstern bestimmt nicht gerade erh√∂ht wurde. Vom Platz vor dem Eingang des Elefantenhauses aus bietet sich dorthin der nebenstehende Anblick.
(03.10.2009, 22:50)
Liz Thieme:   und noch ein Nachschlag an alten H√§usern
das alte Affenhaus von 1872.

weiß nicht ob es schon irgendwo erwähnt wurde. Das Elefantenhaus (1914) wurde von Waldemar Dreyer gebaut.
(03.10.2009, 00:03)
Liz Thieme:   ich habe noch mal ein gutes Modell gefunden, was die M√§ngel, die Jenny und Micha genannt haben, zeigt.
A Besucherbereich
B Bullenareal + nebenliegende Kuppel
C Kuh/Kalbareal + nebenliegende Kuppel
D Badebereich
E altes Elefantenhaus (1914)
F Frederiksberg Have

es ist erschreckend wie viel Platz die Besucher bekommen haben.
(03.10.2009, 00:00)
Michael Mettler:   Ein Beispiel daf√ľr, dass hochtrabende Namen f√ľr Zooanlagen keine Erfindung der Neuzeit sind: So sah um 1920 herum in Kopenhagen ein "Tierparadies" aus. Viel interessanter daran ist aber, dass sich auf dieser Fl√§che sp√§ter (und bis vor gar nicht langer Zeit) das Giraffenhaus und -gehege befand und heute das neue Elefantenhaus steht. Somit ist auch die Frage gekl√§rt, ob es dort fr√ľher ebenen Boden gab, und dann bleibt eigentlich nur die L√∂sung, dass es in Richtung Schlosspark eine Terrassierung gegeben haben muss.

Ebenfalls interessant: Im Hintergrund ist das Elefantenhaus von 1914 zu sehen, aber dessen nach links weisender Tempeltrakt wirkt hier deutlich länger als heute in natura oder auf dem zugehörigen Zooplan von 1920 im Grundriss. Rätselhaft.
(02.10.2009, 21:30)
Michael Mettler:   Nachdem ich nun die beim Besuch abfotografierten Historien-Schautafeln unter die Lupe genommen habe, lassen sich vielleicht ein paar Fragen kl√§ren. So fand ich auf jener, die das ehemalige Haus f√ľr kleine Raubtiere zeigt (Foto siehe "Zoo-Architektur", weil es sich auf ein dort schon vorher platziertes bezieht), einen Zooplan von 1899; da stand noch das erste Elefantenhaus. Anbei der Plan, mein etwas krakelig eingezeichneter Pfeil deutet auf das Geb√§ude, das von der Grundform her als einziges f√ľr das Elefantenhaus in Frage kommt. (Die Bildlegende ist leider auf der Tafel nicht komplett abgedruckt.) Das Gehege"rondell", in das ich den Pfeil eingezeichnet habe, ist die Standfl√§che des noch bestehenden, zweiten historischen Elefantenhauses. Der Plan belegt also, dass kein Teil des heutigen alten Hauses schon zu dieser Zeit stand. Die Pl√§ne ab 1914 auf diesen Tafeln zeigen das zweite Haus aber schon mit dem noch heute bestehenden Grundriss. Falls es also mehrere Bauphasen gegeben haben sollte, h√§tten die s√§mtlich vor 1914 stattgefunden.
(02.10.2009, 21:20)
Michael Mettler:   @IP66: Mann, erst such ich mir in Wikipedia unter "Dorice" oder "Fottenr√ľstung" einen Wolf, und jetzt bist du bei der Analyse von S√§ulen mit den Gedanken mehr bei Inge als bei Atte und machst 'ne Plinge aus der Platte. Wie soll ich denn da blo√ü Architekturdeutsch lernen? :-D

Aber besonders gut gefallen mir die Kanneluren. Ich hätte ja glatt "Rillen" dazu gesagt, aber mit dem eleganten Fachbegriff konnte man dorische Säulen beim Bau bestimmt gleich viel teurer abrechnen. Und diese Masche hat zweitausend Jahre lang funktioniert...? ;-)
(02.10.2009, 16:54)
IP66:   Ich habe schon versucht, mit sehr wenig Fachbegriffen auszukommen - es ist aber gut, wenn Ihr nachfragt, dann versuche ich, das noch st√§rker zu reduzieren. "Plinge" ist Unfug, ich wollte wohl Platte schreiben und meinte jenes Gebildes, das den oberen Abschlu√ü des Kapitells bei der toskanischen S√§ule bildet und die streng genommen Abacus hei√üt. "Portikus" w√ľrde ich gerne beibehalten, weil sich darin bei dem kopenhagener Gro√ütierhaus ein Anspruch manifestiert, der auf ein klassisches Gebilde zielt und damit √ľber ein simples Vordach hinauszielt. Die vier wichtigsten S√§ulenordnungen zu kennen, kann auch im normalen Leben manchmal n√ľtzen, weil sie zur architektonischen Grundgrammatik der letzten zwei Jahrtausende geh√∂ren, auf die Kenntnis der Kanneluren kann man aber recht gut verzichten. In Kopenhagen sind sie aber gerade deshalb wichtig, weil sie fehlen. Da sie das in den zweitausend Jahren beim dorischen S√§ulentyp nur in wenigen Ausnahmef√§llen getan haben, m√∂chte ich eine Absicht unterstellen, die in diesem Fall zum einen auf Neuartigkeit, zum anderen aber auch auf eine besondere Monumentalit√§t zielt. Es gibt zwar einen recht bekannten Tempel in S√ľditalien, der einen √§hnlichen S√§ulentyp vorf√ľhrt, ich denke aber, da√ü es hier weniger um ein Zitat als um eine Bezunahme auf die im Haus ausgestellten Dickh√§uter geht, die im Tierreich ja auch durch besondere Kraft und Urw√ľcksigkeit auffallen. Das ergibt wiederum im Hinblick auf die exotisierenden Tierh√§user einen interessanten Kontrast: Versuchte man in Berlin noch dem exotischen Aspekt der ausgestellten Tiere architektonisch zu entsprechen, so geht es, zumindest bei der Portikus, in Kopenhagen darum, die klassische europ√§ische Architektursprache so zu nutzen, da√ü sie dem Inhalt entspricht - worin ich eine Art Paradigmenwechsel sehen wollen w√ľrde.
(02.10.2009, 14:20)
Liz Thieme:   danke :)
Warum kann man das nicht gleich so sagen?
Klar, wir haben in unserer Bio-Ausbildung auch mit den Fachw√∂rtern um uns geschmissen, weil es lustig war √ľber rauhe Endoplasmatische Retikula zu reden (die haben uns n√§mlich verfolgt). Aber da waren wir unter uns.

Und das Architektur-Lexikon das ich kenne steht in einem B√ľcherregal etwas mehr als 600km von mir entfernt.
Von daher werde ich weiterhin nachfragen.
(02.10.2009, 13:41)
Michael Mettler:   @Liz: In Normaldeutsch w√ľrde man zum Portikus wohl schlichtweg "Vordach mit S√§ulen" sagen, so verstehe ich das jedenfalls. Allerdings muss ich jetzt schon wieder nachschlagen, was eine Plinge ist. Wikipedia habe ich ja auch schon bem√ľht, aber auch die erkl√§ren da gern einen Fachbegriff mittels eines anderen (oder gar mehrerer), den/die man als Normalo genausowenig kennt. (Beispiel gef√§llig? "Der dorische Eckkonflikt ergibt sich aus dem Gegensatz zwischen zwei Ordnungsprinzipen des Triglyphenfrieses.") Da bleibe ich doch lieber bei meiner Laienlogik: Die Basis ist die Grundlage eines jeden Fundaments :-)
(02.10.2009, 12:52)
Liz Thieme:   auch wenn Micha wei√ü was ein Portikus ist, ich wei√ü das nicht. Und da ich auch nicht vor Ort war, kann ich das √ľber die Beschreibungen hier auch nicht nachbauen im Kopf.

Ich pl√§diere hier f√ľr ein Architekturlexikon.

Aber nu weiß ich auch warum ich keine Architektin geworden bin, wenn die auch Grammatik haben *grusel* die ist noch unverständlicher als die bei den Sprachen.
(02.10.2009, 11:49)
IP66:   Man kann das an dem kopenhagener Bau erkl√§ren: Die dorischen S√§ulen, eine besonders archaische, von den R√∂mern vernachl√§ssigte Form, findet sich an der Portikus: Die S√§ulen haben keine Basis, einen nach oben leicht konisch zulaufenden Schaft und ein Kapitell, das aus einem meist auskragenen Wulst und einer Platte darauf besteht. Die toskanische Ordnung wurde als eher niederrangige Form von den R√∂mern entwickelt, allerdings erst in der Fr√ľhrenaissance, die in Florenz und Umgebung besonders innovative Ideen entwickelte, sehr beliebt, weshalb sie so hei√üt, wie sie hei√üt: Hier stellt man den S√§ulenschaft auf eine Basis, meist eine Folge von W√ľlsten und Kehlen und unterlegt dem meist nicht auskragenden Wulst unter der Plinge eine Folge von Ringen. Kanneluren tauchen schon bei den ersten dorischen S√§ulen auf - dabei handelt es sich um eine Folge von senkrechten Einkerbungen gerundeten Schnitts, die den Schaft vollst√§ndig umgeben, wobei im Falle der dortischen Ordnung zwischen den Kerben Grate, keine Fl√§chen stehen gelassen werden.
Solche S√§ulenordnungen haben die neuzeitliche Architektur bis ins 20. Jahrhundert pr√§gend bestimmt, gleichsam als Bestandteile einer Architekturgrammatik, die selbst in Elementarschulen gelehrt wurde - isnofern d√ľrfte der Besucher zur Errichtungszeit des Hauses sie anders als heute sofort eingeordnet und verstanden haben.
(02.10.2009, 11:21)
Michael Mettler:   @IP66: Dann w√ľrde ich jetzt gern wissen, was eine Dorice, toskanische Ordnung und Kanneluren sind, damit ich besser dar√ľber staunen kann, was ich gesehen bzw. nicht gesehen habe. Wenigstens den Begriff Portikus konnte ich mir schon aus dem Zusammenhang erschlie√üen...
(01.10.2009, 15:54)
IP66:   Die Bilder scheinen mir auch im Innern so etwas wie eine Entwurfsnat anzuzeigen, wobei ich den Portikustrakt im Zweifel f√ľr den j√ľngeren halten w√ľrde. Sehr wesentlich scheint mir ein Blick auf die Proportionen der S√§ulen: Im Inneren finden wir eine toskanische Ordnung, der Portikus dagegen zelebriert eine Dorice in fast schon karrikierter Form - eine starke Schwellung (Enthasis) an den S√§ulensch√§ften und weit auskragende Kapitelle, sowie, im 20. Jahrhundert sehr beliebt, keine Kanneluren.
Einen zweiten Punkt, der mich auch an verschiedene Architekten denken l√§√üt zeigt sich in der S√§ulenverwendung: W√§hrend der Protikus eine echte Tempelfront mit frei stehenden, gleichsam eigenwertigen S√§ulen vorstellt, betonen die St√ľtzen im T√ľrmebau lediglich Gelenkstellen des Innenraumes und sind Wandabschnitten so vorgelegt, da√ü sie gleichsam als Bestandteil einer imagin√§ren Wandzunge verstanden werden k√∂nnen. Eine √§hnliche Subordination zeigt sich auch im Verh√§ltnis zwischen Eckt√ľrmen und Kuppeln. Auff√§llt ist allerdings, da√ü im T√ľrmebau flache St√ľrze und keine Rund- oder Stichb√∂gen √ľber den Boxen verwendet werden - das ist ein Avangardismus, der im Rahmen dieses Abschnittes fremdartig wirkt, aber den Stil des "Tempelteils" vorbereitet, der dergleichen statische Leistungsbeweise ja in Gestalt der gro√üen Flachdecke regelrecht inszeniert.
(01.10.2009, 14:15)
Michael Mettler:   Was hier gut zu sehen ist: Im F√ľnf-T√ľrme-Bereich gibt es unter der Decke ein Dekor, im Tempelbereich nicht; dessen Schlichtheit beschr√§nkt sich also nicht nur auf das Weglassen innerer Ziers√§ulen.
Wer noch die Gelegenheit nutzen will, das Haus in m√∂glichst vielen Innenbereichen im jetzigen bzw. historischen Zustand zu erleben, darf m√∂glicherweise nicht zu lange warten. Im Thread ¬ĄDickh√§uterh√§user¬ď, auf den Ingo Rossi dankenswerterweise verwiesen hat, √§u√üerte seinerzeit Michael Amend, dass eine Nachnutzung als Restaurant geplant sei. Alte Stallungen, die in diesem Jahr noch als Ausstellungsr√§ume wegen des 150-j√§hrigen Zoogeburtstages genutzt werden und deshalb dem Besucher zug√§nglich sind, k√∂nnten also m√∂glicherweise schon in n√§herer Zukunft als K√ľchen-, Lager- oder Sanit√§rr√§ume hinter den Kulissen verschwinden.
(01.10.2009, 13:24)
Michael Mettler:   Die (ann√§hernd) umgekehrte Blickrichtung. F√ľr mich merkw√ľrdig: das unmittelbare Nebeneinander der eckigen Besuchereingangst√ľren und der Pflegert√ľr daneben mit Rundbogen.
(01.10.2009, 13:16)
Michael Mettler:   Innenraum des alten Elefantenhauses. Die im Hintergrund zu sehenden braunen S√§ulen beschr√§nken sich auf den Bereich des F√ľnf-T√ľrme-Baues (ich bleibe der Einfachheit halber mal bei der Benennung der beiden Geb√§udeteile), im Inneren des Tempelbereiches gibt es keine ¬Ė obwohl sie dort eigentlich viel besser hinpassen w√ľrden. Hat man wom√∂glich die S√§ulen des Hauseingangs von einem alten Standort nach au√üen versetzt, um einen neuen Geb√§udetrakt zwischenzuf√ľgen¬Ö?
(01.10.2009, 13:12)
IP66:   Vielleicht sollten wir unser n√§chstes Zoofreundetreffen in Kopenhagen veranstalten! Den Gestaltungsbruch empfinde ich √§hnlich wie Du.
Im verschlachtelten Eckbereich sehe ich unterschiedliche Backsteinfarben - das kann ein Signal f√ľr unterschiedliche Bauzeiten bedeuten, wobei ich dann den Anbau f√ľr sp√§ter halten w√ľrde. Hingegen kann ich zwischen den Backsteinen am "F√ľnft√ľrme-Teil" und denen an der Protikus keinen Unterschied erkennen. Die Eckt√ľrmabschl√ľsse zeigen Elemente des skandinvischen Jugendstils, der in Kopenhagen nicht so verbreitet war wie in Schwenden oder vor allem Norwegen. Wenn wir die T√ľrme dem Ursprungsbau zuschreiben, k√∂nnte dieser nicht viel fr√ľher als der Portikusteil entstanden sein. Zwei Bauabschnitte nebst einem Planwechsel k√∂nnte ich mir aber vorstellen, wobei ich mir nicht sicher bin, welcher Teil nun der √§ltere sein k√∂nnte.
Leider kenne ich die Geschichte des Zoos zu wenig, um zu entscheiden, ob sich zu diesem sp√§ten Zeitpunkt die Errichtung eines zentralen Warmhauses anbot. Interessanterweise wurden die Elefanten in dem parallel zum kopenhagener Geb√§ude entstandenen n√ľrnberger Zoo nicht im zentralen Warmhaus, sondern in einem eigenen Geb√§ude ausgestellt. Auf der anderen Seite scheint das abgebildete erste kopenhagener Elefantenhaus zu jener Generation romantischer St√§lle zu geh√∂ren, die um 1900 alt zu werden begannen und auch dem Trend zu neuen Gro√übauten in Zoos nicht sntsprachen.
(01.10.2009, 10:43)
Michael Mettler:   Zuf√§llig fand ich noch auf dem Foto einer Schauvitrine im neuen Elefantenhaus etwas √ľber seine Vorg√§nger; die Bildqualit√§t ist zwar flau, aber immerhin belegt es ein erstes Elefantenhaus von 1877 bis 1914, auf dem bei genauem Hinsehen auch die erw√§hnte Zierkante erkennbar ist und vor dem folglich das besagte Foto von 1907 entstanden ist. Auf einem anderen Foto in der Vitrine ist √ľbrigens das noch bestehende Haus mit "1914-2008" beschriftet. Das k√∂nnte die Umbautheorie st√ľtzen - oder bedeuten, dass das erste Haus an ganz anderer Stelle stand.
(01.10.2009, 09:53)
Michael Mettler:   Mir kam nach dem Einstellen meiner letzten Beitr√§ge noch in den Sinn, dass das Haus vielleicht auch nach seiner letzten Ausbaustufe noch gar kein reines Dickh√§uterhaus war, sondern √§hnlich wie der Antwerpener Tempel, das Maurische Haus in Frankfurt oder das K√∂lner Elefantenhaus eher ein Warmhaus f√ľr exotische Gro√ütiere schlechthin, so dass der F√ľnf-T√ľrme-Bau zwar schon mit Dickh√§utern besetzt war (oder - falls eine Art gerade nicht zu bekommen war, mit Giraffen, Kamelen oder Rindern) und der Tempel-Trakt mit Zebras, Antilopen usw.

Auch auf den Innenfotos des Hauses meine ich Indizien zu erkennen, dass die beiden Hausbereiche nicht gleichzeitig errichtet wurden; stelle ich später noch ein.

Ein paar Anhaltspunkte habe ich zudem noch gefunden: Ein Foto von 1983 zeigt ein Elefantengehege entlang der Westseite des Hauses (das ist die mit der heutigen Sauriersilhouette) ohne Gel√§ndegef√§lle; mindestens dort muss es also eine Terrassierung gegeben haben. Zwei historische Fotos aus der ersten EEG-Doku zeigen die Kopenhagener Elefantenk√§lber von 1907 und 1912 mit ihrer Mutter Ellen. Auf dem √§lteren Foto ist im Hintergrund im Nebengehege nicht nur der Bulle Chang zu sehen, sondern es handelt sich (auch wenn nur wenig zu erkennen ist) offensichtlich um ein ganz anderes Haus, denn es gibt eine hervorspringende, waagrechte Zierkante knapp √ľber Bullen-R√ľckenh√∂he entlang der Hauswand, und das gerade noch ins Bild ragende Stalltor hinter der Kuh ist eckig, ohne Rundbogen. Auf dem Foto von 1912 stehen Kuh und Kalb wiederum vor einem ganz anderen Geb√§ude; man sieht hinter ihnen eine Hauswand aus Holz. Ein Kurzaufenthalt nur f√ľr das Foto scheidet aber aus, denn hinter einem seitlichen Gehegegitter schimmert eine T√ľr hervor, √ľber der ein Schild "Elefant" zu erkennen ist. Von der Chronologie her f√§llt das in die Zeit, in der vermutlich schon am noch bestehenden Haus gearbeitet wurde. Neben dem Zuchtpaar und dem aktuellen Kalb war zu dieser Zeit auch noch der 1907 geborene, also inzwischen f√ľnfj√§hrige Jungbulle Kaspar im Zoo, der aber Ende 1912 nach Hannover verkauft wurde.

Daraus k√∂nnte man sich auch folgende Version zusammenreimen: Der Tempel ist der Ursprung des Hauses, seine damalige Gehegeseite war das, was auf dem Foto von 1907 zu sehen ist. Wegen der unerwarteten Zuchterfolge und der notwendigen zeitweiligen Trennung des Paares wurde der Platz zu eng, also quartierte man die Tiere sp√§testens 1912 kurzzeitig um und errichtete als Erweiterung des Tempels den F√ľnf-T√ľrme-Bau. Als Ausweichquartier k√§me das Haus in Frage, in dem noch 1963 junge Asiatische Elefanten (neben Lamas und Gemsen) gehalten wurden, das aber heute nicht mehr steht und von dem ich noch keine Bilder kenne. Allerdings w√ľrde diese Reihenfolge nicht erkl√§ren, warum der F√ľnf-T√ľrme-Bau eher wie ein ehemals eigenst√§ndiges Geb√§ude wirkt.
(01.10.2009, 09:25)
Mel:   die beiden an den Seiten liegenden aussenanlagen denken wir uns jetzt einfach mal weg. ;-)

Mir ist auch so als wäre mir im Laufe der Zeit auch mal ein Grundriss mit der von Michael beschriebenen Aufteilung unter gekommen, leider weiß ich nicht mehr wo und wann und welches Gebäude es war, eine "Schnellsuche" brachte leider auch keinen Fund.
(01.10.2009, 00:44)
Mel:   Gut wenn man sich jetzt den Grundriss betrachtet, ist zwar nicht die erw√§hnte Aufteilung verwendet aber im ansatz als Grundform ersichtlich. Ein gr√∂√üere Innengehege mit links und rechts ligenden Einzelst√§llen, denkt man sich jetzt statt der halbkreisf√∂rmigen Aussenanlage, dort den Besucherbereich der beidseitig erneut mit gr√∂√üeren Innengehegen flankiert wird und dann am oberen ende des Hauses links und rechts wieder nicht einsehbare Einzelst√§lle und den mittig liegenden Besuchereingang hat man im groben eine √§hnliche grundform des Kerngeb√§udes. √úbrigens handelt es sich hier um das erste Elefantenhaus des Zoos Berlin 1859-60 erbaut.
(01.10.2009, 00:40)
Mel:   Also wenn ich mir die Darstellung des Hauses auf den von Karsten eingestellten Zooplan so anschaue und dann Michaels Gedankeng√§nge und Fotos da zu nehme, finde ich die √úberlegung der verschiedenen Ausbauphasen gar nicht mal so abwegig, und zur damaligen Zeit war die Zurschaustellung von nur einem Exemplar je Art (im H√∂chstfalle 1,1 je Art) ja Gang und Gebe. Dies w√ľrde sich auch mit der von Michael vermuteten Aufteilung des innen Bereiches decken. Und irgendwie erinnert mich dieses ganze Gedanken Spiel an das im bild gezeigte Geb√§ude (Sorry f√ľr die Qualit√§t ich hatte leider nur eine Minicam zur Hand.
(01.10.2009, 00:34)
Michael Mettler:   Abschlie√üend der verschachtelte Eckbereich; dieses Foto unterstreicht meine Gedanken wohl am deutlichsten, dass das Haus vielleicht nicht einheitlichen Datums - und einheitlicher Stilrichtung? - sein k√∂nnte.

@Karsten: Nach heutiger Lage s√§he es so aus, dass unter Nr. 33 die Kattas und Keas zu finden sind, unter 34 die Bennettk√§ngurus/Emus und Beutelteufel, 36 und 37 (Okapis und Zebramangusten) sind geblieben, 40 (Nash√∂rner) im Prinzip ebenfalls, aber erweitert und an die Savanne angeschlossen. Das Flusspferdhaus steht im rechten Teil von Nr. 35, das neuen Giraffenhaus links neben dem Nashornhaus. Von den √ľbrigen Huftieren sind Sitatunga und Elen weg, daf√ľr Impala, Bl√§ssbock und eben Giraffe neu und diese mit den √ľbrigen "alten" Arten zusammen auf der Savanne, die fast die H√§lfte des gesamten Zooteils einnimmt.
(30.09.2009, 23:58)
Michael Mettler:   Die Au√üenseite des Hauses, die links vom "Tempeleingang" gelegen ist. Links der F√ľnf-T√ľrme-Bau mit dem Pflegereingang, rechts davon ein vielleicht nachtr√§glich an den "Tempel" angesetzter Vorbau, der zuletzt den Hirscheber und seine Mischlingskinder beherbergt hatte und dessen Gehege jetzt leer ist und verwildert. Es wirkt so, als habe es an Stelle des linken Stalleinganges im Anbau vorher etwas nach links versetzt einen gr√∂√üeren gegeben, den man zugemauert hat. Und zu diesem Thema nochmal ein R√ľckgriff auf das vorangegangene Foto: Dort wirkt es so, als best√ľnden die Stalltrakte rechts und links der Tempelfront, von denen man vor allem die Schmalseiten sieht, aus unterschiedlichem Steinmaterial - was f√ľr eine mehrfache nachtr√§gliche Erweiterung bzw. Umr√ľstung des Hauses sprechen k√∂nnte.
(30.09.2009, 23:46)
Michael Mettler:   Die Eingangsseite, die mir schon wegen des Dachwinkels nicht so recht zum F√ľnf-T√ľrme-Bau passen will. War das wom√∂glich einst ein eigenes kleines Geb√§ude, das man nachtr√§glich mit dem Ur-Elefantenhaus verband? In diesem Zusammenhang ist vielleicht erw√§hnenswert, dass nicht weit davon entfernt am Rande des Zoogel√§ndes ein "Artemis-Tempel" steht, der in Richtung Schlosspark weist; auf dem von Karsten eingestellten Plan ist es das rote Geb√§ude neben dem Ausgang oberhalb des gro√üen Zooteiches.
(30.09.2009, 23:36)
Michael Mettler:   Rechts im Bild nun die Au√üenseite der bewussten Mauer. Der Hausbereich, der mit der Dinosauriersilhouette bemalt ist, entspricht in Ansicht und Gr√∂√üenverh√§ltnissen ziemlich genau der Stirnseite, und auf der Gegenseite sieht es genauso aus (abgesehen von einer Wandbegr√ľnung). Das l√§sst den Verdacht zu, dass die Ausgangssituation ein nahezu quadratischer Bau mit vier Eckt√ľrmen und einem gro√üen Zentralturm (dem mit der Uhr) war, der nachtr√§glich erweitert wurde. Die beiden Eckt√ľrme zur Au√üenanlage hin enthalten √ľbrigens St√§lle, die vom Besucherraum aus nicht einsehbar sind (die man aber heute betreten kann). Ich halte es f√ľr m√∂glich, dass dieser "Kernbau" urspr√ľnglich gedacht war f√ľr einen Elefanten (Stirnseite), ein Nashorn und ein Nilpferd (seitliche Gehege).
(30.09.2009, 23:30)
Michael Mettler:   Als kulturhistorischer Laie musste ich zwar auch in der neuen Erl√§uterung manchen Satz noch mehrfach lesen, aber ich glaube es jetzt einigerma√üen zu verstehen.

Ich w√§re mir gar nicht so sicher, dass das alte Elefantenhaus √ľberhaupt in einem Guss erbaut wurde. Zwar fiel mir vor Ort nur der merkw√ľrdige Kontrast zwischen dem tempelartigen Eingang und der R√ľckseite (aus Richtung Zooeingang kommend ist das ja im Grunde die Vorderseite) mit dem Uhrturm usw. auf. Jetzt, nach genaueren Ansehen der Fotos, k√∂nnte ich mir durchaus mindestens drei verschiedene (Aus-)Bauphasen vorstellen.

Auf dem nebenstehenden Foto ist die "R√ľckseite" mit der Uhr zu sehen. Das ehemalige Elefantengehege wird jetzt nur noch von Topfpflanzen bewohnt - in meinen Augen sehr unbefriedigend, denn selbst wenn man die Heizung des energietechnisch mit Sicherheit nicht mehr tragbaren Hauses nicht mehr nutzen wollte, lie√üe sich die Anlage ohne Weiteres noch f√ľr z.B. Kamele oder k√§ltefeste Rinder nutzen. Ganz links am Bildrand - etwas dunkel - die Schmalseite einer Mauer, die hier das Au√üengehege begrenzt und als √úberleitung f√ľr das n√§chste Foto wichtig ist.
(30.09.2009, 23:19)
Karsten Vick:   @Michael: Die Giraffen hatten wohl eine ebene Terrasse mit einer St√ľtzmauer nach S√ľden. Daf√ľr spricht sowohl das Luftbild als auch der dicke Strich auf meinem Lageplan.
Das Erweiterungsgel√§nde war schon damals als Afrikasavanne gestaltet, wenn auch einige Hauptdarsteller wie Giraffe (13) und Flusspferd (20) noch fehlten. Lt. Plan (f√ľr den Bestand bei meinem Besuch leg ich die Hand nicht ins Feuer) waren die Gehege so besetzt: 32 Kinderzoo, 33 Papageien und Meerkatzen (welche (Unter)arten???), 34 Gnu, 35 Zebra, Elen, Strau√ü, 36 Okapi, 37 Zebramanguste, 38 Sitatunga, 39 Rappenantilope, 40 Nashorn.
Und was das Innere des Seel√∂wen-Tapirhauses betrifft, da hatte ich dir das sehenswerteste schon mal zukommen lassen. Hier noch mal f√ľr alle: das Flusspferd-Maren-Relief.
(30.09.2009, 23:12)
IP66:   Ich habe in der Tat versucht, viel zu viel auf einmal zu erk√§ren und versuche es noch einmal:
Karsten Vick jat ja schon einiges erl√§utert: D√§nemark hatte 1864 Schleswig und Holstein an die Preu√üen verloren und stand in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg unter dem Druck, sich vom deutschen Reich im Falle eines Kriegsausbruchs widerstandslos besetzen lassen zu sollen - deshalb halte ich es f√ľr unwahrscheinlich, da√ü man man sich seine Elefantenhausvorbilder in Berlin suchte.
Mit "kanonischer Konsensmoderne" wollte ich erkl√§ren, warum es f√ľr die heutige Einordnung des Elefantenhauses so entscheidend ist, ob es vor oder nach dem ersten Weltkrieg geplant wurde. Es ist h√§ufig so, da√ü avantgardistische und nicht √ľberall akzeptierte Bewegungen sich nach ein oder zwei Jahrzehnte so erfolgreich etablieren, da√ü die fraglichen Kunstwerke hohe Preise erzielen, ihre Vertreter die Lehrst√ľhle an Kunstakademien besetzen und auch das allgemeine Publikum deren Werke sch√§tzt. Das betraf etwa die Bauhausbewegung, deren erste Werke in der Zwischenkriegzeit auf wenig Akzeptanz gesto√üen sind, nach 1945 aber geradezu globale Vorbilder abgaben, ohne die der St√§dtebau √ľber Jahrzehnte nicht auskommen konnte. So etwas bezeichne ich gerne als Konsensmoderne, die schnell zu einem Kanon werden kann, au√üerhalb dessen es schwer werden kann, auch nur eine Baugenehmigung zu bekommen.
Mit dem Heimatstil verh√§lt es sich ein wenig anders. Karsten Vick hat ja schon darauf hingewiesen, da√ü das Backsteinmaterial, aber auch die Portikus spezifisch d√§nische Entwicklugen aufgreifen, wobei man auch den Turm und die Dachform im kopenhagener Biedermeier verorten k√∂nnte. Dergleichen bot sich in der oben geschilderten politischen Situation an und wurde wom√∂glich durch die recht schlichten Tierhausbauten in London legitimiert, allerdings mu√üte man zun√§chst einmal darauf kommen, solche Vorbilder zu verwenden. Der Historismus war ja eher bem√ľht, Spitzenwerke des jeweiligen Stils zu adaptieren und dabei auf Formen zur√ľckzugreifen, die zumindest ein Jahrhundert alt waren. Das war bei der Heimatstilbewegung anders, die suchte ihre Vorbilder zum einen in der fraglichen Landschaft, zum anderen h√§ufig in gr√∂√üerer zeitlicher N√§he. Wenn sich also Herr Rathenau bei der Einrichtung seiner Landsitze an Friedrich Gilly oder Schinkel orientierte, die Kopenhagener an ihrem damals entdeckten "goldenen Zeitalter", dann wirkte das zun√§chst auf die Zeitgenossen eher befremdlich, zumal die Bauten mit viel weniger Dekor auskamen als ihre Vorg√§nger. Nach dem ersten Weltkrieg allerdings verschoben sich die Gewichte, da in den meisten Staaten international gepr√§gte Avantgardekunst gef√∂rdert wurde - im Zoobereich k√∂nnte man die B√ľhring-Bauten in Leipzig oder die Bauhausadaptionen in Z√ľrich nennen. Gerade in Deutschland ergab die neue demokratische Regierungsform eine Folie f√ľr dergleichen Baukunst ab, so da√ü man gerade in gro√üen Siedlungsprojekten f√ľr einkommensschw√§chere Schichten die Formen der damaligen "Konsens"-Moderne finden kann. Der Heimatstil dagegen wurde zum Heimatschutz und schlie√ülich zu einer vom nationalsozialistischen Regime gef√∂rderten Richtung.
(30.09.2009, 11:04)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: Die Erinnerung bez√ľglich der Rentiere und Moschusochsen nach heutigem Stand (also gegen√ľber den schon 1963 bestehenden B√§renanlagen) tr√ľgt dich nicht, da gibt es ein Gef√§lle. Aber von der in Richtung Schlosspark weisenden Eingangsseite des alten Elefantenhauses bis zum Parkweg hinunter ist es nochmals ein ganz erheblicher H√∂henunterschied auf relativ geringer Distanz. In H√∂he der Wolfsanlage d√ľrfte der nicht mehr so hoch sein, denn wenn man den Zoo vom Elefanten-Schaufenster aus in diese Richtung umrundet, geht es bergauf. Die Giraffen hatten also entweder fr√ľher ein relativ steiles Hanggehege (glaube ich nicht), oder es gab eine gro√üfl√§chige Terrassierung. F√ľr letztere spr√§che auch, dass das alte Dickh√§uterhaus so wirkt, als habe man in dieser Richtung Boden abgetragen, denn da kommen Kellerau√üenw√§nde (oder Grundmauern) zum Vorschein.

Karsten, wie war denn damals der neuere Zooteil besetzt? Den Kinderzoo gab es offenbar schon, aber was wurde in den alten Gehegen sonst noch gehalten?
(30.09.2009, 09:20)
Karsten Vick:   Kommando zur√ľck. Das Luftbild bei Google Maps (und wom√∂glich auch Google Earth) zeigt noch den Bauzustand vor dem Bau des Elefantenhauses. Und tats√§chlich sieht es so aus, als ob hinter der Zoogrenze das Gel√§nde abf√§llt. Eigentlich m√ľsste man hinter dem Wolfsgehege (11 auf meinem Plan) das noch immer erkennen k√∂nnen.
(29.09.2009, 23:53)
Karsten Vick:   Die kanonische Konsensmoderne kann ich dir auch nicht erkl√§ren, aber Fottenr√ľstung scheint mir ein simpler Schreibfehler f√ľr Flottenr√ľstung zu sein, n√§mlich die von Kaiser Wilhelm, die zu der Zeit nicht nur die durch den Verlust Schleswigs gedem√ľtigten D√§nen ge√§rgert hat.
Die Mischung von Heimatstil und Klassizismus zeigt sich wohl in der Verbindung eines bodenst√§ndigen Backsteingiebels mit einer antiken S√§ulenreihe. Auf der R√ľckseite hat dieser Tempel ja sogar eine Turmuhr...

Zur fr√ľheren Nutzung der jetzigen Elefantenanlage habe ich einen Plan von 1993 eingestellt. Damals habe ich zum ersten Mal den Zoo Kopenhagen besucht. Ich kann mich allerdings kaum an die Gegebenheiten damals erinnern. Bei meinem n√§chsten Besuch 2005 war schon alles als Baustelle abgez√§unt und in fertigem Zustand habe ich den Komplex noch nicht gesehen. Ich glaube aber, dass es schon bei den Rentieren und Moschusochsen bergab geht (8, 9) und dass daher die Gr√ľnfl√§che vor dem alten Haus einen Hang darstellte, der auf dem Niveau des Schlossparks endete. Wie weit aber die Giraffen (13) auf einem Hang laufen mussten, wei√ü ich auch nicht mehr.
(29.09.2009, 23:45)
Michael Mettler:   @IP66: Zum Beispiel darin, dass ich Begriffe wie "Fottenr√ľstung" und "kanonische Konsensmoderne" nicht zu meiner Allgemeinbildung z√§hle...
(29.09.2009, 14:17)
IP66:   Wo liegt denn das Problem? In der Stilwahl f√ľr das kopenhagener Haus oder in der Verortung des Heimatstils in der Architekturgeschichte?
(29.09.2009, 14:03)
Michael Mettler:   Hm. Gibt es von Langenscheidt zuf√§llig ein W√∂rterbuch "Kulturhistorisch - Deutsch", das ich mir zu Weihnachten w√ľnschen kann? Ich verstehe nur Bahnhof (und wei√ü auch f√ľr den nicht, welcher Stilrichtung ich ihn zuordnen soll).
(29.09.2009, 12:25)
IP66:   Zum alten Haus: Eine Errichtung 1914 halte ich stilistisch durchaus f√ľr m√∂glich - allerdings mu√ü ich dann den Begriff "reaktion√§r" zur√ľcknehmen, weil zu diesem Zeitpunkt die Mischung aus Heimatstil und Klassizismus durchaus eine akzeptierte, wenn auch nicht avantgardistische Gestaltungsform vorstellt - vergleichbar etwa jenem Schinkel-Revival, da√ü Herr Rathenau in dieser Zeit in Deutschland bevorzugte. Ich k√∂nnte mir vorstellen, da√ü man im 1864 durch das Reich massiv verkleinerten und von der aktuellen Fottenr√ľstung bedrohten D√§nemark auch in den 1910er Jahren kein Elefantenhaus sehen wollte, da√ü in irgendeiner Form an die berliner Elefantenpagode erinnern k√∂nnte. Als "reaktion√§r" w√ľrde ich das nur dann bezeichnen wollen, wenn es durch gewollt unzeitgem√§√üe Formwahl auf verbreitete Avantgardismen zu reagieren versucht. Es gibt durchaus Denkmodelle, die dem Heimatstil diese Eigenschaft zuschreiben, die mir aber gerade f√ľr die fr√ľhe, vor dem Weltkrieg festzustellende Phase nichtzuzutreffen scheinen, da sie einerseits eine Art kanonische Konsensmoderne postulieren, die mir nicht vorhanden gewesen zu sein scheint, und andererseits kaum erkl√§ren k√∂nnen, wie sie die einzelnen Reformbewegungen voneinander scheiden
zum Neubau: Leider habe ich mir den neuen Bau nicht anschauen wollen - was ich h√∂re spricht f√ľr die bisweilen Starb√ľros vorgeworfene Methode, allenthalben architektonische Duftmarken zu setzen, die jeder erkennt und zuordnet, aber weder einen Bezug zur Umgebung noch zur Bauaufgabe zu entwickeln. Ich denke, da√ü Neubauten zur Tierausttellung letztlich nur im Kontext der jeweils aktuellen architektonischen Entwicklung funktionieren k√∂nnen - es k√∂nnte aber sein, da√ü der kopenhagener Bau aus den oben genannten Gr√ľnden dennoch Probleme aufwirft.
(29.09.2009, 10:51)
Michael Mettler:   Zur Verdeutlichung der Situation der genannte Zooplan von 1963 (habe nur den alten Zooteil gescannt). Der neue Elefantenpark nimmt (alle Besucherbereiche eingeschlossen) im oberen linken Bereich die Fl√§che ein, die in etwa folgende "Eckpunkte" hat: Greifv√∂gel (Rovfugle), St√∂rche, Pinguine, Guanakos, Ponys, Moschusochsen, Emus.
(29.09.2009, 09:18)
Michael Mettler:   @Jennifer: Das Nachttierhaus war zwar ge√∂ffnet, aber bis auf die nimmerm√ľden Nilflughunde zeigte sich uns leider keiner der Bewohner.

Da ich wie schon erw√§hnt die Geschichte des Zoos nicht sonderlich kenne, w√ľrde mich interessieren, wie der Bereich, auf dem die neuen Elefantenanlagen stehen, unmittelbar vor dem Umbau aussah. Mein Zoof√ľhrer von 1963 zeigt dort n√§mlich noch Anlagen (u.a. f√ľr Giraffen) und Wegf√ľhrungen, die nicht unbedingt vermuten lassen, dass es ein relativ starkes Hanggef√§lle gibt; es sind auch nur wenige und sehr kurze Treppen eingezeichnet. Gab es zum Schlosspark hin wom√∂glich fr√ľher eine festungsartige Mauer, so dass das Zooniveau noch gar nicht wie heute einen flie√üenden √úbergang zum an dieser Stelle tiefer gelegenen Park hatte?
(29.09.2009, 09:02)
Jennifer Weilguni:   @Michael Mettler
Ich habe √§hnliche Eindr√ľcke des Kopenhagener Elefantenhauses mit nach Hause genommen und war gelinde gesagt sehr entt√§uscht. Viel Platt verschwendet f√ľr unn√∂tige Dinge, Platz den man sicher auch noch den Dickh√§utern h√§tte zuschlagen k√∂nnen. Insgesamt wirkte das Geb√§ude auf mich von innen wie von aussen eher be√§ngstigend.

Mit dem Virginia-Opossum hatten wir auch kein Gl√ľck, denn just an diesem Tage war die "Living Night" geschlossen. √Ąrgerlich wenn man weiss, dass man in diesen Zoo ja nicht alle Tage wieder mal hinkommt, aber immerhin hat sich ja ein Teufel gezeigt und das alleine hat den Besuch schon wett gemacht.

(29.09.2009, 07:45)
Dan Koehl:   Habe gerade aktualisiert http://www.elephant.se/location2.php?location_id=10 mit die Daten √ľber Elefanten in Copenhagen 1859-heute. Das Sammlung ist sowie ich weiss, komplett!
(29.09.2009, 02:22)
Michael Mettler:   Nein, nicht Jurassic Park: "Besucher-Treibgang" um die Bullen-Seite des Hauses herum. Rechts die Zoo-Au√üenmauer, links die Mauer zum Bullengehege. Ist gleichzeitig wohl streckenweise auch die Lkw-Zufahrt f√ľr Elefantentransporte und Sandlieferungen (aus Gegenrichtung), da in H√∂he der B√§ume ein riesiges Stahltor von diesem Gang aus auf die Bullenanlage f√ľhrt.

Was sich mir nicht so recht erschlie√üen will: Man hat hier mit enormem Aufwand ein Haus und Gehege f√ľr Riesentiere ausgerechnet an einen Hang gesetzt, statt die in etwa gleich gro√üe, aber v√∂llig ebene Fl√§che im anderen Zooteil daf√ľr zu nutzen, auf der sich jetzt Kinderzoo und Insel-Themenbereich befinden; den Hang h√§tte man genausogut f√ľr baulich weniger anspruchsvolle Tiere nutzen und sich dabei viele aufw√§ndig terrassierte Besucherwege sparen k√∂nnen. Wahrscheinlich wollte man das architektonische Prunkst√ľck schlichtweg durch die Einblickm√∂glichkeit vom Schlosspark aus zus√§tzlich unterstreichen.
(28.09.2009, 22:56)
Michael Mettler:   Abseits der beiden geschilderten Gehegeeinsichten vom Schlosspark und vom Zoo aus an den L√§ngsseiten der gro√üen Au√üenanlage bietet sich dem Betrachter fast √ľberall - und stellenweise von zwei Ebenen aus - ein solches Bild: Mehr S√§ulen als auf der Akropolis...? Die Bullen-Au√üenanlage ist ausschlie√ülich durch S√§ulen einsehbar. Da waren sogar die dicken Eisengitter historischer Elefantenausl√§ufe transparenter. DAS meinte ich damit, dass man sich m.E. manche Blickebene auch einfach h√§tte sparen k√∂nnen.
(28.09.2009, 22:42)
Michael Mettler:   Um das Kritisierte mit einem Foto zu belegen: Diese Fl√§che fressende Wegkonstruktion dient lediglich als Verteiler, um Besucher zum unteren Weg entlang der gro√üen Au√üenanlage und zu einer kleinen Aussichtsplattform zu f√ľhren.
(28.09.2009, 22:35)
Michael Mettler:   Einen Ausstellungscontainer gibt es noch immer, nur hei√üt der nun "neues Elefantenhaus".... Das war jetzt sicher sehr geh√§ssig, aber das neue Haus enth√§lt soviel Drumherum um die R√ľsseltiere, dass es in fremden Kulturen wahrscheinlich als Beweis daf√ľr angesehen werden w√ľrde, dass man im Norden Europas Elefanten anbetet. Und das alles mit so viel Besucherfl√§che davor und dazwischen, dass man das Haus auf beiden Ebenen mit einem Pkw durchfahren k√∂nnte...

Das hinterlie√ü bei mir einen zwiesp√§ltigen Eindruck, v√∂llig unabh√§ngig davon, ob das Haus nun von einem Stararchitekten entworfen wurde oder nicht. Dabei kritisiere ich keineswegs die Form der Elefantenhaltung, die - so weit ich das beurteilen kann - wohl auf hohem Niveau anzusiedeln ist, sondern lediglich die - in meinen Augen - Platzverschwendung in diversen Bereichen um die eigentliche Haltung herum. Das hat sicher auch mit barrierefreiem Bauen und den daf√ľr notwendigen langen Rampen zu tun (Haus und Anlage liegen am Hang), aber wenn man erst gar nicht verschiedene Blickebenen erzeugen w√ľrde, m√ľsste man logischerweise auch keine Rampen bauen und k√∂nnte das in einem engen Innenstadtzoo kostbare Gel√§nde durchaus f√ľr weitere Tierarten oder meinetwegen auch gr√∂√üere Elefantenanlagen nutzen (die Gesamtfl√§che au√üen f√ľr die Tiere entspricht mit 3.350 qm in etwa der in Hannover). Allein in dem Bereich im Inneren des Hauses, der zur musealen Darstellung des Elefanten in Biologie und Kultur genutzt wird, lie√üen sich problemlos weitere bedrohte Tierarten erhaltungsz√ľchten, von drau√üen ganz zu schweigen.

Wer es √ľbrigens nicht ertragen kann, wenn ein Zoo direkt neben einer Parkanlage liegt, ohne diese mit Gehegen f√ľllen zu d√ľrfen, sollte sich f√ľr einen Besuch in Kopenhagen mit reichlich Baldrian versehen. Der Zoo ist im Grunde ein kleiner Teil einer gro√üen Schlossparkanlage, und vom Elefantenhaus aus blickt man √ľber die Haupt-Au√üenanlage hinweg direkt auf gro√üe Rasenfl√§chen au√üerhalb des Zoos.

Der umgekehrte Blick ist allerdings auch m√∂glich, denn die Anlage ist ein Zooschaufenster! Im Park stehend hat man im Vordergrund einen Schilfg√ľrtel, dann den Wassergraben und dahinter das zum alten und zum neuen Elefantenhaus hin ansteigende Freigehege - f√ľr meinen Geschmack eine viel sch√∂nere Perspektive als hangabw√§rts aus dem Zoo heraus (und - f√ľr Fotografen interessant - mit besserem Lichteinfall). Der Weg um den Zoo herum lohnt sich also (und ist wegen der geringen Gr√∂√üe des Zoos nicht allzu lang). Von hier aus entstand auch das nebenstehende Foto (vor Zoo-√Ėffnung, die Elefanten waren noch nicht drau√üen), welches das in meinen Augen sehr reizvolle Nebeneinander von historischem und modernem Elefantenhaus zeigt.
(28.09.2009, 22:21)
Karsten Vick:   Im Zoof√ľhrer von 2007 wird in Zusammenhang mit dem neuen Elefantenhaus 1914 als Baujahr f√ľr das alte genannt: Det gamle hus er bygget i 1914. Damals gab es auch einen Ausstellungscontainer mit Blick auf die Baustelle und vielen Informationen √ľber die Kopenhagener Elefantenhaltung, aber das konnte man sich nat√ľrlich nicht alles merken...
(28.09.2009, 20:46)
Ingo Rossi:   Im Thread Dickh√§uterh√§user gab es schon einmal Fotos und Meinungen zu dem Kopenhagener Elefantenhaus. In dem Haus gibt es eine Tafel mit der Jahreszahl 1914. Ich bin davon ausgegangen, es handelt sich dabei um das Baujahr, ist aber nicht ganz eindeutig.
(28.09.2009, 20:02)
Michael Mettler:   Ich fand inzwischen in einem EEG-Magazin die Formulierung "das altehrw√ľrdige Elefantenhaus von 1914". Es gab aber noch in den 60er Jahren eine zweite Unterbringungsm√∂glichkeit f√ľr Elefanten im Zoo; im Zoof√ľhrer von 1963 findet man ein Haus mit dem interessanten Besatz von jungen Asiatischen Elefanten, Lamas und Gemsen.
(28.09.2009, 16:48)
Henry Merker:   @IPP66:
Bitte die Frage nicht falsch verstehen: Was kann ich mir unter einem
reaktionären Baustil vorstellen? ("Reaktionär" kannte ich bislang nur - grob vereinfachend - als "gegensätzlich zur Revolution"; und hier zumeist politisch gemeint.)
(28.09.2009, 16:37)
Liz Thieme:   also ab 1878 gab es Elefanten da, leider steht das in dem Text nicht, ob das damalige Haus bis zu dem derzeitigen Neuen das gleiche war und evtl nur mal renoviert/erweitert wurde, oder ob es schon mal einen Neubau gab.
Ein anderer Text hört sich so an, dass alle Bauten inkl. Elefantenhaus 1914 fertig waren. Man könnte es aber auch so interpretieren dass alle Bauten fertig waren und auch das Elefantenhaus erst 1914 beendet wurde.
Wobei 1907 schon die erste Elefantengeburt in Kopenhagen war und garantiert nicht in einem Kuhstall.
(28.09.2009, 15:17)
IP66:   Wenn ich recht informiert bin, stammt das kopenhagener Dickh√§uterhaus aus der Zwischenkriegszeit. Es w√ľrde dann ein Beispiel f√ľr einen eher reaktion√§ren, vor allem an englischen Vorbildern orientierten Baustil stellen. Von dem Kamelhaus wei√ü ich interessanterweise nichts. Wenn Interese besteht, k√∂nnte ich versuchen, Bilder der Bauten in diesem Thread zu kommentieren.
(28.09.2009, 14:05)
Michael Mettler:   P.S. D√§nemark f√§llt nicht in mein Zoof√ľhrer-Sammelgebiet, deshalb habe ich neben dem aktuell mitgebrachten und einem aus den letzten Jahren nur - eher aus Zufall - eine Ausgabe von 1963. Wenn ich dessen Zooplan mit dem heutigen vergleiche, dann hat sich das Gel√§nde seitdem in weiten Bereichen gewaltig ver√§ndert. Es wurden also nicht etwa alte Geb√§ude und Anlagen durch neue f√ľr die gleichen Tierarten/-gruppen ersetzt oder auch nur modernisiert, sondern der Zoo wurde kreuz und quer umbesetzt - und dabei nicht unbedingt mehr "Ordnung" geschaffen... Siehe beigef√ľgtes Foto: links das Affenhaus (auch der Glasanbau geh√∂rt dazu, im Hintergrund das historische Elefantenhaus, rechts das Haus der relativ neuen Seehundanlage - an dessen Stelle befand sich 1963 noch ein Hirschgehege, und das Gesamtbild war damals sicherlich weniger eingeengt.
(26.09.2009, 20:29)
Michael Mettler:   Als Abschluss meiner D√§nemark-Reiseberichte nun Kopenhagen an dieser Stelle, da nun mal schon ein eigener Thread besteht.

Der Zoo feiert in diesem Jahr sein 150-j√§hriges Bestehen und pr√§sentiert zu diesem Anlass u.a. im leer stehenden historischen Elefantenhaus eine Fotoausstellung zur Zoogeschichte. Angeblich soll √ľber eine Chronik noch nachgedacht werden, aber das Bildmaterial w√§re es allemal wert, darin verewigt zu werden. An verschiedenen Stellen im Gel√§nde stehen zus√§tzlich Tafeln mit historischen Fotos, die vom betreffenden Standpunkt aus aufgenommen worden waren. In natura ist aus der Anfangszeit des Zoos allerdings nicht mehr viel √ľbrig; neben dem Elefantenhaus, dessen Baudatum ich noch nicht herausgefunden habe, gibt es noch ein altes h√∂lzernes Kamelhaus von 1872 (√§ltestes Geb√§ude des Zoos), den Zooturm, ein Restaurant, einen ehemaligen Eulenturm (dient heute als ¬ĄWartezimmer¬ď f√ľr die V√∂gel der benachbart gezeigten Flugshow) und eine recht alt wirkende Fasanerie. Ansonsten hat hier wohl jede √Ąra der Zoowelt ihre noch sichtbaren Spuren hinterlassen, was zwar Architekturfans begeistern d√ľrfte, aber wegen der zusammengew√ľrfelten Anordnung der H√§user und Anlagen in der Gesamtgestaltung etwas merkw√ľrdig wirkt. Der Zoo hat etwa die gleiche Fl√§che und vielleicht auch Geb√§udezahl wie der Frankfurter, ist aber deutlich un√ľbersichtlicher. Hinzu kommt, dass man in manchen Bereichen des Zoos das Gef√ľhl hat, √ľber dessen Wirtschaftshof zu laufen, weil keine Tiere, sondern Mistpl√§tze, Rollcontainer usw. das Bild bestimmen. Damit erh√§lt man zwar selbst auf Hauptwegen automatisch eine Art Blick hinter die Kulissen, aber es verstr√∂mt halt auch stellenweise Hinterhof-Ambiente. Das f√ľhrte dazu, dass wir manche Wege gar nicht gegangen sind und auf diese Weise erst hinterher merkten, dass das Tapirhaus f√ľr Besucher begehbar gewesen w√§re.

Nirgends f√§llt die gew√∂hnungsbed√ľrftige Wegef√ľhrung so ins Auge wie beim Flusspferdhaus, dem neuesten Geb√§ude des Zoos. Der Zoo besteht aus zwei Gel√§ndest√ľcken beiderseits einer Hauptstra√üe, die man per Tunnel unterquert, und im neueren Teil wird man per Foto und Richtungspfeil bei Verlassen des Tunnels sofort auf das neue Haus hingewiesen. Wenn man der empfohlenen Gehrichtung folgt, bekommt man als ersten Eindruck des Hauses allerdings nicht dessen ¬ĄPrunkseite¬ď, sondern den unverbr√§mten Wirtschaftsbereich pr√§sentiert (das nebenstehende Foto entstand auf der zweiten Runde, da sah es dort schon wieder recht aufger√§umt aus).

Besagtes Haus geh√∂rt zu einem gro√üem Afrikakomplex, der noch sehr neu ist und durch seine vernetzte Gehegestruktur besticht. Die Au√üengehege f√ľr Flusspferde, Breitmaulnash√∂rner und Giraffen grenzen an eine zentrale Afrikasteppe bzw. gehen im Grunde flie√üend in diese √ľber, denn sie sind nur durch Baumstammpfosten voneinander getrennt, so dass zumindest Zebras, Antilopen und Strau√üe beliebig zwischen allen Bereich wechseln k√∂nnen und man den gro√üen Arten durch verschlie√übare Tore wechselseitig Zutritt zum Zentralbereich erlauben kann. Das j√ľngste Flusspferd passt noch durch die Absperrung und verlie√ü bei unserer ersten Runde gerade die ¬Ągro√üe¬ď Steppe. Der Besucherweg f√ľhrt in einer gro√üen Runde au√üen herum ¬Ė was leider den Nachteil hat, dass man fast √ľberall den Effekt hat, hinter den beobachteten (oder fotografierten) Tieren Besucher zu sehen. Ebenfalls im neueren Gel√§ndeteil legen der Kinderzoo, der Themenbereich ¬ĄInseln¬ď inklusive der Beutelteufelanlage (auf die gehe ich im ¬ĄTeufel¬ď-Thread ein) und die Okapianlagen (neben dem Giraffenhaus).

Im alten Zooteil findet sich bis auf die Elefantenanlagen ¬Ė auf die ich gesondert zur√ľckkommen m√∂chte ¬Ė wenig Au√üergew√∂hnliches oder gar Innovatives. Im Umfeld alter B√§renanlagen wurde ein Themenbereich mit nordischen Tieren eingerichtet, jedoch wurde nur eine der B√§renanlagen dabei auch erweitert; da die Braunb√§rin dort Junge f√ľhrt, ist ihr Partner ¬Ė und das wahrscheinlich seit Fr√ľhjahr ¬Ė auf eine winzige Felsenanlage beschr√§nkt, gegen die selbst die Frankfurter gro√üz√ľgig wirken. √úbrigens haben L√∂wen und Amurtiger ebenfalls diesj√§hrige Nachzucht.

Etwas entt√§uscht bin ich von einer historischen, wenn auch wenig pomp√∂sen Galerie f√ľr Rinder und Einhufer, deren Gehege inzwischen zu einer enorm langgestreckten Anlage zusammengefasst sind. Es l√§ge ja nun wirklich auf der Hand, diese mit wenigstens einer der fr√ľher hier vertretenen Arten zu besetzen, aber stattdessen findet man hier die ¬Ė sorry ¬Ė Wald- und Wiesenkombi Guanako/Nandu/Mara/Capybara, die mittlerweile selbst mancher Kleinzoo bietet.

Abseits der Beutelteufel kommen Rarit√§tenfans in Kopenhagen nicht sonderlich auf ihre Kosten, Highlights f√ľr mich als S√§uger-Fan waren noch Virginia-Opossums (wenn ich sie denn zu Gesicht bekommen h√§tte), Tamanduas (dito), Braune Goldstirn-Klammeraffen und Schabrackentapire, im Vogelbereich waren Kap- und Kurzfl√ľgelweber f√ľr mich ¬ĄFirsts¬ď (und Kongopfauen noch immer etwas Besonderes). Daneben viel ¬ĄMainstream¬ď.
(26.09.2009, 20:16)
Michael Amend:   Welche Zoos kann man von Kopenhagen aus mit dem Zug erreichen, Odense,Aalborg und Givskud eventuell ?
(05.08.2008, 18:59)
Saya:   Auswilderung mag das Fernziel einiger Zoo-Zuchtprogramme sein, aber bei Amurtigern ist die Frage ob derzeit Auswilderung √ľberhaupt Sinn machen w√ľrde da die Wildpopulation sehr gut z√ľchtet und Zootiere den wilden den engen Platz und die wenige Beute streitig machen w√ľrden. Auswilderung von Amurtigern wird von den Tigerexperten vor Ort zur Zeit als nicht erforderlich angesehen, konsequenterweise nicht durchgef√ľhrt und angesichts der enormen Kosten die damit vebrunden w√§ren werden die sicher keine Ausnahme machen nur weil ein Zoo 2 Tiger nicht los wird. Zum anderen sollten Zoonachzuchten, wenn Auswilderung in Betracht gezogen wird, fr√ľhzeitig darauf vorbereitet werden, dh mit m√∂glichst wenig Kontatkt zu Menschen aufwachsen. Das ist bei ganz normalen Zootigern in den wenigsten F√§llen der Fall.
(26.06.2007, 13:00)
IP66:   Die kopenhagener Tiger stehen f√ľr zwei Probleme in der Selbstdarstellung von Zoos: Zum einen der Paradies-Gedanke, der immer dann eine Rolle spielt, wenn es um Todesf√§lle von Tieren geht (Jahrebericht K√∂ln, die Pressemeldungen zu den Jungelchen in Gelsenkirchen), was bei paradiesischen Zust√§nde nun einmal nicht sein darf und der auch dazu f√ľhrt, da√ü unansehnliche oder kranke Tiere sehr schnell hinter den Kulissen verschwinden, Anlagen, die die Mehrheit der Besucher nicht mag, abgerissen werden usf.
Der zweite Punkt spiegelt die Schwierigkeiten, die die Organisation der Zuchtprogramme mit sich bringt, die dem Ideal folgen, eine gewisse Zahl von Planstellen mit einer gewissen Zahl von nachzuz√ľchtenden Tieren einer von einer Person f√ľr sinnvoll erachteten genetischen Disposition zu besetzen, wobei hier und da der Leiter des Programms auch noch seine pers√∂nlichen Vorstellungen von Tierhaltung umzusetzen bestrebt ist.
Bei Raubtieren kommt noch hinzu, daß der Wandel zu Großanlagen die Zahl besagter Planstellen erheblich reduziert hat und nur durch Häuser alten Typs (etwa Friedrichsfelde, Berlin, Wuppertal) Bestandsverlagerungen und die Haltung einzelner, nicht in geographische Programme oder Großgruppen passender Tiere noch möglich ist.
(26.06.2007, 11:41)
Jennifer Weilguni:   @Michael Mettler
Eben genau darauf wollte ich hinaus. Denn aus dem Bericht der Zoopresseschau war nicht wirklich ersichtlich um es sich um genetisch interessante Tiere handelt die nur aus reinem Platzmangel get√∂tet werden mussten oder um Tiere die ohnehin nicht f√ľr die weitere Zucht in Frage gekommen w√§ren. Gegen die Verf√ľtterung der Tiger (wenn sie denn nun schonmal tot sind) h√§tte ich prinzipiell auch nichts einzuwenden, immer noch besser, als sie der Tierk√∂rperverwertung zuzuf√ľhren und damit einfach "wegzuwerfen", aber wie Du schon sagst wird es da sicher Bestimmungen geben, die das zu verhindern w√ľssten. Bleibt f√ľr mich aber noch die Frage, was die Auswilderung dieser beiden Tiere verhinderte ? Letztendlich heisst es ja Erhaltungszucht-Programm was meiner Meinung nach nur Sinn macht, wenn man damiz daf√ľr Sorge tr√§gt, dass freilebende Populationen im Bestand gesichert werden, denn sonst haben wir eines Tages wohl nur noch (wenn auch genetisch hochwertige) lebende Museumsst√ľcke im Zoo.
(26.06.2007, 11:17)
Michael Mettler:   @Jennifer: In F√§llen wie dem diskutierten bei√üt sich die Katze (oder der Tiger) in den Schwanz. Nat√ľrlich H√ĄTTEN die beiden Tiger einen Beitrag zum Erhalt ihrer Art leisten k√∂nnen - nur waren sie (quasi als "Verpackung" ihrer Gene) von vornherein vom Zuchtprogramm unerw√ľnscht, sonst h√§tte es ja eine Empfehlung zur Erzeugung dieses Wurfes gegeben. Letztlich ist ihre T√∂tung eigentlich auch eine Folge der Inzuchtpanik bzw. der Ansicht, dass keine Blutlinie √ľberrepr√§sentiert sein darf.

Was die Verf√ľtterung √ľberz√§hliger Tiere betrifft: Laut Literatur fallen Tiger in der Natur schon mal einem Rothundrudel zum Opfer (oder auch L√∂wen einem Hy√§nenrudel), also h√§tte man die beiden nach der T√∂tung eigentlich - mit dem gleichen Recht verf√ľttern k√∂nnen wie Antilopen oder Ziegen... Nat√ľrlich nur, wenn man auch hier konsequent w√§re - wahrscheinlich gibt es aber irgendwelche Bestimmungen, die das verhindern(?). Und um den ketzerischen Gedanken die Krone aufzusetzen: H√§tte man die beiden Kadaver nach Ostasien verschenkt, damit dort aus ihren K√∂rperteilen Medizin gemacht werden kann, w√§ren vielleicht zwei frei lebende Artgenossen weniger gewildert worden.

Alles keine schönen Überlegungen, das finde ich selbst, aber sowas kommt einem eben in den Sinn, wenn man mal versucht, die Emotionen zur Seite zu schieben und das Thema möglichst neutral zu betrachten.
(26.06.2007, 09:37)
Jennifer Weilguni:   @Karsten Vick
Ja in der Zoopresseschau habe ich den entsprechenden Artikel auch gelesen, allerdings war mir das einfach ein bisschen zu d√ľnn mit den Hintergrundinformationen.
@Saya
√úberz√§hlige Jungtiere zu t√∂ten ist nicht nur in Kopenhagen Praxis, sondern auch in vielen Deutschen Zoos √ľblich. √úber Sinn und Unsinn dieser Verfahrensweise zu dieskutieren war allerdings hier nicht mein Anliegen, ich finde es nur lediglich sehr schade, wenn es gesunde Tiere einer bedrohten Art betrifft die dann entsorgt werden. Leider ging aus dem Artikel der Zoopresseschau n√§mlich nicht genau hervor, WARUM sich die besagten Tiere auch nicht f√ľr die Auswilderung eigneten. Immerhin handelt es sich ja hier nicht um √ľberz√§hlige Hauskatzen auf dem Bauernhof, sondern um Tiere, deren Bestand kritisch bedroht ist.
@Michael Mettler
Naja ob nun √ľberz√§hlige Antilopen oder Ziegen aus dem Streichelzoo.. Fleisch fressen m√ľssen Raubtiere ja ohnehin. Und dann besser √ľberz√§hlige Antilopen verf√ľttern ( und das dann auch noch mit Fell, Haut, Kochen und Innereien) als pures, gehaltloseres Muskelfleisch das wom√∂glich noch aus der Massentierhaltung stammt. Aber soweit denken eben viele Zoobesucher nicht.
@Jimbo J
Nat√ľrlich ist ein Zoo keine "Bambiwelt" (obwohl dessen Mami ja auch erschossen wurde :-)) aber wie schon gesagt, mit ging es hier nicht um das T√∂ten von Jungtieren an sich, sondern eben um die tatsache, dass wertvolle Zuchttiere eingeschl√§fert werden mussten, die einen Beitrag zum Erhalt ihrer Art h√§tten leisten k√∂nnen. Und das nur aus Platzmangel !
Im √úbrigen h√∂rt sich Deine Aussage aber wieder schwer danach an, als w√ľrde es sich bei einem Zoo um einen Knast handeln und wenn die armen Tierchen schon eingesperrt sein m√ľssen, dann lasst sie doch wenigstens z√ľchten. Mhmm also ich weiss nicht, ob das Wohlbefinden von Tieren nur von der erfolgreichen Nachzucht abh√§ngt, aber unsere kastrierten Haushunde und Hauskatzen in Deutschland f√ľhren sicherlich kein elendiges Dasein, nur weil sie sich nicht fortpflanzen k√∂nnen. Aber wie gesagt, ich wollte hier auch eigentlich keine Diskussion √ľber ethische Grunds√§tze vom Zaun brechen, mit geht es hier nur um den Verlust zweier Tiere, die einer bedrohten Art angeh√∂ren.
Gehören eigentlicht Tierpfleger, Direktor und Zootierarzt nicht auch zu dem, was man unter dem Überbegriff "Zoo" versteht ?
(26.06.2007, 08:26)
Jimbo J.:   Lasst die Tiere z√ľpchten! Wenn die Tiere im Zoo schon leben m√ľssen, dann sollen sie auch ein artgerechtes Leben f√ľhren, Balz,Paarung,Geburt und Jungenaufzucht mit eingeschlossen. Und das der Zoo keine Bambiwelt ist, sollte Jedem eigentlich klar sein. √úbrigens schl√§fert Kopenhagen, wie jeder Zoo auch, solche Jungtiere erst ein,wenn es keine andere M√∂glichkeit gibt,die Entscheidung wird auch nicht von den Zoos allein getroffen,sondern von einer Ethik-Kommission, bestehend aus Tierpflegern,Direktor und Tierarzt. Es wird ein Geschrei um die wenigen Tiere gemacht, die in Zoos eingeschl√§fert werden m√ľssen, ist es nicht viel verwerwerflicher, das pro Jahr Millionen von Tieren auf der Welt von Menschen gefressen werden, nachdem sie ein echt beschissenes Leben hatten ?
(26.06.2007, 06:45)
Michael Mettler:   Meines Wissens macht doch Kopenhagen auch Ganzk√∂rperverf√ľtterung √ľberz√§hliger Antilopen an die Gro√ükatzen? In D√§nemark scheint man mit solchen Themen etwas unverkrampfter umzugehen. Wobei ich mich allerdings frage, warum ein Zoo bei einem EEP mitmacht, wenn er sich ohnehin nicht an dessen Empfehlungen halten will.
(26.06.2007, 00:34)
Saya:   In Kopenhagen z√ľchtet man auch ohne Empfehlung des EEP und ohne voher andere Abnehmer zu haben, mit dem Wissen dass man die Jungtiere wahrscheinlich einschl√§fern muss. Das h√§lt man f√ľr besser als Verh√ľtung weil Jungtieraufzucht zum nat√ľrlichen Verhalten der Elterntiere geh√∂rt. An der Argumentation ist zwar was dran aber trotzdem finde ich es extrem bedenklich dass jetzt schon wieder ein neuer Wurf Tiger da ist, der wahrscheinlich auch eingeschl√§fert wird, genauso wie zuk√ľnftigen Geschwister die im n√§chsten Jahr wahrscheinlich geboren werden. Dann noch lieber Verh√ľtung... L√∂wen werden √ľbrigens in Kopenhagen (und auch in Givskud) auch jedes Jahr einige totgespritzt.
(26.06.2007, 00:27)
Karsten Vick:   @Hajo: Nach den ganzen Pl√§nen und Modellen die ich in Kopenhagen gesehen habe, soll das alte Elefantenhaus auf jeden Fall erhalten bleiben, aber was sie damit machen wollen, hab ich nicht rauskriegen k√∂nnen. Die alte Kuh-Freianlage wird teilweise von der neuen Anlage √ľberbaut.
@Jennifer: Lt. Zoopresseschau war es mit den Tigern so wie du schreibst. Der Zoo hat mit Sicherheit intensiv versucht, sie woanders unterzubringen, aber wenn sie keiner haben will... Im Geburtszoo n√ľtzt ihnen ihr noch so tolles Erbgut nichts. Ich habe sie bei meinem Besuch noch gesehen, sie waren wirklich fast erwachsen. Da blieb dem Zoo wahrscheinlich wirklich nur die Euthanasie und in dem Fall ist es schon wieder mutig vom Zoo, dass er mit der Meldung offensiv an die Presse geht.
(25.06.2007, 23:38)
Jennifer Weilguni:   Wirklich eine Schande. Da hat man zwei kerngesunde Tigerkater mit bestem Erbgut und aus Platzmangel muss man denen den Garaus machen. So sollte Artenschutz dann ja wohl auch nicht betrieben werden :-(((( W√ľsste nur einfach gerne mehr √ľber den Sachverhalt, bevor ich den Kopenhagener Zoo zu unrecht verteufele.
(25.06.2007, 21:06)
Carsten:   Das hab ich auch irgendwo gelesen, da√ü es so war mit den Tigern, wei√ü nur nicht mehr wo...
(25.06.2007, 21:03)
Jennifer Weilguni:   Wie genau √§ussert sich denn nun eigentlich der Sachverhalt mit den beiden jungen Sibirischen Tigern aus Kopenhagen..? Ich habe nur mitbekommen, dass die wohl eingeschl√§fert werden mussten, weil sich nirgends ein anderer Zoo bereit erkl√§rte die beiden Kater aufzunehmen. Stimmt das so..?
(25.06.2007, 19:58)
Hajo:   N√§chstes Jahr soll das neue Elefantenhaus er√∂ffnet werden. F√ľr was soll das alte Haus genutzt werden ? Noch sind dort die Hirscheber mit untergebracht.
(25.06.2007, 19:43)
Konstantin Ruske:   War 2004 ( September) im Zoo Kopenhagen, wahrscheinlich sind seitdem die Gaure abgeschafft worden. Wenn auch die Stallgeb√§ude und die Karakalk√§fige im neuen Teil recht formsch√∂n sind, gibt es, wohl bis zur Elefantenhauser√∂ffnung, auch architektonisch keine echten Glanzpunkte.
(02.10.2006, 14:18)
Ollo:   Man sollte sich in Kopenhagen nicht dazu verleiten lassen, die mehr oder weniger als "National-Aquarium" titulierte Einrichtung im Norden der Stadt anzuschauen. Dieses Aquarium ist l√§ngst nicht mehr auf der H√∂he der Zeit.
(30.09.2006, 00:55)
maloney8032:   Ich interssiere mich in Kopenhagen weniger f√ľr die Terwelt (soll nicht heissen das es nicht auch dort interessanten Tierarten gibt aber Gaure hab ich schon zu gen√ľge gesehen) alsf√ľr die Architektur!
(29.09.2006, 15:10)
Karsten Vick:   @maloney8032: Wenn du zuf√§llig den neuen Kopenhagenf√ľhrer hast, kannst du den vorgeschlagenen Rundweg von Gehege zu Gehege als wachsende Rote Linie verfolgen. Beim schnellen durchbl√§ttern a la Daumenkino sieht das ganz witzig aus wie der Weg sich schl√§ngelt und dann wei√üt du, was Konstantin mit dem wilden Durcheinander meinte. Es gibt dort eigentlich alles was ein Zoo so haben muss: Tropenhaus, Afrikasavanne, S√ľdamerikaanlage, Kinderzoo, K√§nguruhs, Gro√ükatzen- und B√§renfreianlagen, Affenhaus, Menschenaffenhaus nach Krefelder Vorbild, kleines Nachttierhaus. Au√üer dem Beutelteufel keine Tierart, die man nicht auch in Deutschland sehen kann (f√ľr die Schweiz bin ich nicht so ganz auf dem laufenden). Ein uriger Elefantenbulle mit seiner Familie wartet auf sein neues Haus, geplant von Sir Norman Foster. Die Afrikagehege im Erweiterungsteil sollen zu einer gro√üen Savannenanlage zusammengefasst werden, dazu ist ein Flusspferdhaus geplant. Dabei ist die Giraffen- und Okapianlage noch gar nicht so alt und war wirklich gut gelungen.
@Konstantin: Hast du die Mischlingsferkel gesehen? Und wo waren die Gaure? Voriges Jahr gab es keine, ihr ehemaliges Gehege musste dem neuen Elefantenhaus weichen.
(29.09.2006, 14:40)
ruhr:   also ich war vor einem Jahr in Kopenhagen. Der Zoo ist nix besonderes, aber wenn man schon in D√§nemark bzw. Kopenhagen ist, kann man sich den Zoo gut ansehen. Evtl. kann man ja auch schon mehr von der neuen Elefantenanlage erkennen, als im letzten Jahr.
(29.09.2006, 12:50)
Frank Kreuz:   In Kopenhagen ist mir vor allem eine sehr gute interaktive besucherinformation in erinnerung geblieben, vor allem bei Seehunden und Roten Ibissen. Zudem d√ľrfte sich jetzt ein Besuch lohnen, um die Hybriden zwischen Babirusas und Hausschweinen zu sehen;-)))
(28.09.2006, 22:58)
Konstantin Ruske:   Wenn ich es mir aussuchen m√ľ√üte, w√ľrde ich sicher nicht gleich wieder den Zoo Kopenhagen besuchen. Die Tierhaltung ist vollkommen in Ordnung, viel neues wird gebaut. Ich habe aber zuvor noch nie ein so wildes Durcheinander von Tiergehegen und H√§usern gesehen wie in Kopenhagen. Da fehlt anscheinend seit altersher ein Raum- und Gartenkonzept, was mir einen genu√üvollen Besuch doch einigerma√üen verleidete. Wie harmonisch und ausgefeilt ist da die Anlage des K√∂lner Zoos! Beutelteufel m√∂gen als Art reizvoll sein, neben Gauren war das aber eigentlich schon die einzige wirkliche Besonderheit dieses Zoos. Positiv vom Kreuz- Und Quer des alten Teils hebt sich der neue Teil ab, der einen durchdacht angelegten Parkeindruck erweckt. F√ľr mich fast am sch√∂nsten waren die vielen Zooplakate aus aller Welt, die die verbindene Unterf√ľhrung zwischen altem und neuen Teil schm√ľcken.
(28.09.2006, 15:39)
maloney8032:   Hi, wollte mal fragen opb der zoo von kopenhagen zu empfehlen, hab nur bilder in F√ľhrern und im internet gesehen und war begeistert wie seht ihr war mein Eindruck richtig?
(28.09.2006, 15:11)

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