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Der "alte" Zoo Hannover



Michael Mettler:   Also, auf DIE Idee f√ľr den Verbleib w√§re ich jetzt nicht gekommen...
(20.01.2021, 08:25)
Kai Deuker:   Der Sch√§del von Tembo stand die letzten Jahre in der Kantine im Zoo und die Sto√üz√§hne sind ja in den Vitrinen im Dschungelpalast .
(20.01.2021, 06:30)
Michael Mettler:   Ich k√∂nnte aus dem Stegreif nicht sagen, was einst auf dem Schild in der mir gut bekannten Vitrine mit Tembos Sch√§del stand, aber es k√∂nnte auch sein, dass sich der Sch√§del gar nicht mehr im Zoo befindet. Es gab m.W. (und gibt vielleicht immer noch) eine Vereinbarung zwischen dem Zoo und der Tier√§rztlichen Hochschule Hannover, dass die K√∂rper gestorbener Tiere der TiHo zur Verf√ľgung gestellt wurden und diese im Gegenzug f√ľr den Zoo jeweils Sektionsbefunde erstellte. M√∂glicherweise geh√∂rt der Sch√§del deshalb faktisch der TiHo, war damals nur als Leihgabe im Zoo ausgestellt und ist jetzt wieder in der TiHo.

Ein Schaukasten im alten Elefantenhaus enthielt au√üerdem noch einen Elefantensto√üzahn, auf dessen nach oben gerichteter Spitze eine pr√§parierte Spitzmaus (Etrusker-?) platziert war, um gr√∂√ütes und kleinstes Lands√§ugetier im Vergleich darzustellen. Ich glaube nicht, dass dieser Zahn von einem hannoverschen Zoo-Eefanten stammte, meiner Erinnerung nach war das Doppel-Exponat eine Dauerleihgabe des Nieders√§chsischen Landesmuseums Hannover. Auch dort k√∂nnte √ľbrigens Tembos Sch√§del gelandet sein, dann vermutlich aber nur hinter den Kulissen (ich war eine Ewigkeit nicht mehr dort).
(19.01.2021, 21:13)
Manuel Hoefs:   @Jan Jakobi,
erstmal danke f√ľr deine Antwort.
Ich war mir schlichtweg unsicher, ob der Schädel in den 200er tatsächlich doch schon so alt war.

Und zu meiner Verteidigung möchte ich sagen, dass ich die Suchfunktion tatsächlich benutzt habe, aber keine befriedigende Antwort erhalten habe.
(15.01.2021, 14:38)
Jan Jakobi:   @Manuel Hoefs, doch, es gibt etliche Infos (siehe in diesem Thread oder im Thread "gr√∂√üter Elefantenbulle" oder auch im Artikel √ľber Tembo in einem Zoofreund-Heft) √ľber diesen Sch√§del bzw. dessen Besitzer.

Der Sch√§del ist nach wie vor noch der von dem ber√ľhmten Hannoveraner Elefantenbullen Tembo.

Wegen einem Riss im Stoßzahn wurde Tembo am 30. August 1977 in Narkose gelegt.
Die OP selbst verlief ohne Probleme. Doch beim Aufstehen als der Bulle wieder aus der Narkose erwachte stemmte er das unter dem Körper liegende Bein an. Endergebnis: offene Femurfraktur!

Ein so riesiges Tier √ľber l√§ngere Zeit in einem H√§ngegeschirr zu fixieren ist nicht m√∂glich, daher gab es keine andere M√∂glichkeit als den Bullen einzuschl√§fern. Wolfgang Ramin selbst erl√∂ste "seinen" Bullen.

√úbrigens stand bei dem Sch√§del ein Schild bez√ľglich dem Besitzer von dem Sch√§del.
Diesen Schädel habe ich selbst ein mal gesehen.

Meiner Meinung nach lagert er (der Schädel, nicht der ganze Körper) irgendwo hinter den Kulissen.

Ich "hörte" es gäbe eine "Dame" namens Sufu (Such-Funktion) :)

PS: Es gibt einen Thread namens "Elefanten in Hannover".

(14.01.2021, 14:37)
Manuel Hoefs:   Hallo zusammen,
im alten Elefantenhaus, zu Zeiten der Show-Arena und der Tapire, stand dort immer ein Elefantenkopf in einer gro√üen Vitrine. Die Frage, dich mich schon etwas l√§nger plagt, zu der ich aber keinerlei Informationen bekomme, ist folgende: Der Kopf wessen Elefanten war dies denn und was ist mit diesem nach dem Umbau des Hauses zur Trib√ľne etc. passiert? Ich vermute zwar mal, dass dieser entsorgt wurde, aber vielleicht gibt es ja doch den einen oder anderen, der da was anderes wei√ü. Meine einzige Erinnerung ist nur, dass der Kopf "recht" gro√ü war (es war aber auch aus Kinderaugen) und dabei auch ein kleines Infoschreiben bei war.
(14.01.2021, 14:14)
Michael Mettler:   Ansichtskarte des Zoo-Restaurants, postalisch gelaufen 1964. Der Bereich, in dem sich heute der Shop befindet, wurde dann irgendwann zu einem separaten SB-Restaurantbereich umgebaut, w√§hrend der Rest des Geb√§udes "normales" Restaurant (also mit Bedienung) blieb. Wie es in den letzten Jahren seines Bestehens war, wei√ü ich nicht mehr; ich habe das Restaurant ohnehin √§u√üerst selten besucht und war damals einige Jahre lang auch kaum im Zoo.
(14.02.2017, 21:15)
Marcell Buechner:   Gibt es Bilder vom Zoo Restaurant also von jetzigen Eingangsbereich
(14.02.2017, 17:51)
Michael Mettler:   P.S. zu der Frage, warum immer nur die Nashornseite abgebildet wurde: Innenfreianlagen f√ľr Nash√∂rner und Tapire waren eben in den 60er Jahren etwas Besonderes - Elefantenst√§nde mit Anketthaltung gab es in vielen anderen Zoos auch. Wenn auch meistens nicht mit Bullen.
(28.12.2016, 18:51)
Michael Mettler:   @Jan: Kein Wunder, das IST auch das sp√§tere = heutige Eingangsgeb√§ude.

Die nebenstehende Ansichtskarte von 1942 zeigt diesen Teil der Gebäudefront aus ähnlicher Perspektive im Zustand vor der Kriegszerstörung (noch mit Giebeldach). Diesen Gebäudeteil nahm man nach dem Krieg als ersten wieder in Gebrauch, während der Part links vom Bildrand und zur vom Betrachter abgewandten Seite hin in den damaligen Zooplänen als Kriegsruine markiert ist.

√úbrigens muss ich einen Punkt von der Beschreibung der Nashornseite korrigieren: F√ľr die Pflanzenzerst√∂rung waren laut einem ZG-Artikel (komme auf den noch zur√ľck) nicht die Nash√∂rner, sondern die Tapire zust√§ndig, die sich an den Seitenw√§nden aufrichteten, um an das leckere Gr√ľn zu gelangen. Da im URANIA-Artikel sowohl Flachland- als auch Schabrackentapire f√ľr das Haus erw√§hnt sind, k√∂nnten zeitweilig sogar beide Innenanlagen mit Tapiren besetzt gewesen sein.
(28.12.2016, 18:48)
Jan Jakobi:   Ich habe vor kurzem bei ebay 3 historische Hannoveraner Zoof√ľhrer gekauft.
Im Zoof√ľhrer von 1960 (Tiger auf dem Titelbild) gibt es eine Au√üenansicht der Zoogastst√§tte.
Die hier zu sehende Außenansicht erinnert mich an das heutige Eingangsgebäude.
(27.12.2016, 22:59)
Jan Jakobi:   Schade das in mehreren Ver√∂ffentlichungen immer die Nashorn-Seite zu sehen ist.
Neben dem Nashorn-Foto aus dem Zoof√ľhrer von 1967, welches anscheinend bei derselben Gelegenheit aufgenommen wurde, gibt es noch ein weiteres Foto in der Chronik zum 100-j√§hrigen Jubil√§um.
(27.12.2016, 22:55)
Michael Mettler:   P.S. zur Erl√§uterung f√ľr diejenigen, die das Haus nicht mehr gesehen haben: Die hellen Dreiecke an der Decke sind verglaste √Ėffnungen im Beton, wodurch die zu sehenden Anlagen gut ausgeleuchtet waren - im Gegensatz zum bewusst dunkel gehaltenen Besucherraum. Die Gr√§ben beider Anlagen konnten je nach Besatz trocken oder mit Wasserf√ľllung verwendet werden und hatten jeweils an beiden Enden Ausstiege, der Graben der Nashornanlage verlief hinter der mit Baumstamm gekr√∂nten Trennmauer parallel zum Tapirgraben. Das erh√∂hte Pflanzbeet an der Wand im Hintergrund bew√§hrte sich nicht, da die Bepflanzung in Reichweite der Spitzmaulnsah√∂rner war und von diesen abgeerntet wurde. Wie man auf dem Bild sieht, blieben nur die Pflanzen oberhalb des Grabeneinstiegs verschont - der ergab die rettenden Zentimeter Abstand. Urspr√ľnglich gab es wohl auch auf der Elefantenseite des Hauses, allerdings au√üerhalb des Stalles Pflanzk√§sten. wo die Bepflanzung allerdings schnell der R√ľsselreichweite der Tiere und den dort viel schlechteren Lichtverh√§ltnissen zum Opfer gefallen sein soll. Einer der K√§sten vor dem linken Ende des Elefantenstalles enthielt eine Schautafel mit einer Elefanten-Geburtenliste.
(25.12.2016, 13:54)
Michael Mettler:   Aus einer Ausgabe der DDR-Zeitschrift URANIA (Heft 6/1968), die einen Artikel √ľber den Zoo Hannover aus der Feder des damaligen Zoologischen Leiters Dittrich enth√§lt: Innenanlagen der Tapir-/Nashornseite des Elefantenhauses.
(25.12.2016, 13:40)
Michael Mettler:   Ich bin mir nicht mehr sicher, wie dauerhaft die Wurfbox im Elefantenstall bestand. Ich meine mich dunkel an Zeiten zu erinnern, wo es zwischen den Asiaten und Afrikanern nur eine einzelne Gitterwand gab - aber vielleicht tr√ľgt mich da das Ged√§chtnis. Allerdings stie√ü ich auf der Suche nach dem Bau des Bullenstalls in den Jahresberichten auf einen Hinweis, man habe "den Geburtenstall aufgebaut". Also kann er vorher nicht da gewesen sein - oder wenigstens nicht vollst√§ndig, denn es g√§be noch die Variante, dass die Seitenw√§nde st√§ndig standen, aber die Grabenseite (in Richtung Besucherraum) nur bei Bedarf vergittert wurde und auch die Seitenw√§nde "k√§lbersicher" gemacht wurden, Vielleicht finde ich dazu noch etwas heraus.

Die Fläche zwischen dem Eingangs-/Servicegebäude, den Drehkreuzen und der Afrikasteppe war vor dem Zooumbau der Biergarten des Restaurants und eventuell zu dieser Zeit gar nicht komplett gepflastert.

Auf den verf√ľgbaren historischen Zoopl√§nen hat der Malepertus bzw. das Parkrestaurant im Laufe der Jahrzehnte bis zum 2. Weltkrieg ein wenig seinen Grundriss ver√§ndert. Bis zu einem Plan von 1950 √§hnelte der Umriss allerdings noch dem Altzustand, auch wenn das Geb√§ude teilzerst√∂rt war. Allerdings soll die neue Version der Gastst√§tte 1949/50 entstanden sein, sie hatte eine andere Form als das Original und ist auf einem Zooplan von 1954 wohl erstmals so eingezeichnet (zumindest kenne ich bisher keine Zoopl√§ne aus den Jahren 1951-1953). Es wirkt so, als habe man - von der Besucherseite aus betrachtet - nur die vordere Fl√§che des urspr√ľnglichen Geb√§udes neu bebaut und die r√ľckw√§rtigen Standfl√§chen zu Freifl√§chen (quasi dem Wirtschaftshof des neuen Restaurants) planiert.
(19.12.2016, 22:45)
Jan Jakobi:   Die Wurfbox war zwischen den beiden Toren, die dazugeh√∂rigen Trennw√§nde m√ľssten sich ungef√§hr bis zu den mittleren St√ľtzpfeilern gezogen haben.
Auf dem Stall-Foto von Indra ist rechts von ihr die Gitter-Wand, auf einem der Tembo-Fotos in "Kein Tag ohne Abenteuer) ist links von ihm eine Wand.

Entweder wurde die Wurfbox weiter nach links verlagert, so das der Doppelstall den Bereich des urspr√ľnglichen Bullenstalls und einen Teil der Wurfbox bildete oder die Wurfbox wurde zum zweiten Bullenstall umgebaut.
Die letzte Afrikanerin Bibi m√ľsste in ihren letzten 5 Hannoveraner Jahren entweder in der Wurfbox oder bei den Asiaten gestanden haben.

Nach dem ich am Samstag vor Ort war:
Der Yukon Trail verl√§uft ein St√ľck hinter der Flusspferd-Anlage.
Als Orientierung diente mir das Tropenhaus.

Der Bereich um das heutige Eingangsgebäude wurde im laufe der Jahre vermutlich auch neu gepflastert.
Theoretisch könnte das Fundament des heutigen Eingangsgebäude identisch mit dem des Malepertus sein, ebenso wie ein paar Reihen Mauersteine, welche neu verputzt und angestrichen wurden.

(19.12.2016, 20:34)
Michael Mettler:   Die ehemalige (im Originalzustand noch durch einen Graben geteilte) Nashornanlage, nach dem Umzug der Spitzmaulnash√∂rner an den Sambesi in der hier gezeigten Gestaltung f√ľr Flachlandtapire (zeitweilig in Vergesellschaftung mit Wasserschweinen und Dunkelr√ľckenagutis) genutzt. Das Foto ist vom November 2007, also kurz vor Abriss.
(15.12.2016, 19:07)
Michael Mettler:   Der fr√ľhere Elefantenstall im April 2008 nach Abriss des √ľbrigen Hausbereiches (Nashorn- bzw. Tapirseite und Besucherhalle). Dieser Teil des Hauses existiert bis heute hinter den Hafenkulissen von Yukon Bay und beherbergt als Palace Grand Theatre die Besuchertoiletten.

Von den Elefantenboxen usw. ist auf diesem Bild nat√ľrlich nichts mehr zu sehen. Nachdem die R√ľsseltiere ausgezogen waren, diente ihr Stallbereich ja etliche Jahre als (f√ľr Besucher nicht einsehbarer) Innenraum der Showarena und muss mit diversen Unterk√ľnften f√ľr V√∂gel, Nasenb√§ren, G√ľrteltiere usw. augestattet gewesen sein. Links am Geb√§uderest kann man noch sehen, wie hoch der abgerissene Bereich des Hauses war (Oberkante Betonwand), denn die L√ľcke zwischen der Betonwand und dem Dach diente einst - nat√ľrlich mit Verglasung - als Oberlicht und zog sich quer √ľber das Geb√§ude hin.
(15.12.2016, 19:02)
Michael Mettler:   Schon mal "unbebildert" vorab: Das Buch "Unser Zoo" (gro√üformatig, aber mit 72 Seiten recht d√ľnn) enth√§lt kein Herausgebedatum, dieses ist nur aus den Angaben der Zoo-Chroniken zu rekonstruieren. Die Texte wurden von verschiedenen Autoren verfasst, der erste vom damaligen Zoodirektor Otto M√ľller; herausgegeben wurde das Werk vom Zoologischen Garten der Stadt Hannover, erschienen ist es im Verlag Neuzeitliche Architektur A. Kosmala, D√ľsseldorf. Einer der Texte entspricht im Grunde einem (gut illustrierten) Zoof√ľhrer. Abgebildet sind u.a. je ein jugendlicher Afrikanischer und (m√§nnlicher) Asiatischer Elefant, wobei weder Bildunterschriften noch Kapiteltext Angaben √ľber Namen usw. enthalten und ich auch nicht meine Hand daf√ľr ins Feuer legen w√ľrde, dass es sich um die tats√§chlich zu dieser Zeit vorhandenen Individuen handelt (was nat√ľrlich auch f√ľr andere Fotos des Buches gilt). Beim Asiaten ist dies aber relativ wahrscheinlich, und dann m√ľsste es Omar gewesen sein.


(15.12.2016, 09:23)
Jan Jakobi:   Danke, war doch nicht so eng wie ich mir das vorstellte.
Vergleichfotos zu Zeiten der Flusspferde gibt es unter hipposworld.de -> Bildergalerie "Zoo Hannover".

Unter welchem Autor kann man das von dir ab und zu in diesem Thread erwähnte Buch "Unser Zoo von 1927 im Internet finden? Gibt es darin Elefanten-Fotos?

Hast du eventuell das Elefantenhaus kurz vor und kurz nach dem Umzug der Elefanten sowie kurz vor und kurz nach dem Abriss des Nashorn- und Besucher-Bereichs fotografiert?

Gibt es noch weitere Innenstall-Fotos (die Fläche rechts und links von Ilona, siehe ihre "Passfotos")?
Auf dem Foto von Februar 1987 sieht es gar nicht so dunkel aus.

War der Doppelstall f√ľr Siporex der Bullenstall und die Wurfbox oder war der Bullenstall gro√ü genug um ihn zu teilen?

Ist zu Mohti eigentlich eine H√∂henangabe √ľberliefert?

Antworten bitte in den Thread "Elefanten in Hannover" schreiben, meine Erklärung siehe mein Beitrag vom 15.03.2016.
Am liebsten w√ľrde ich selbst die Dias durch gucken, zu mal das bei mir bekannten Elefanten vermutlich schneller geht.
(13.12.2016, 22:36)
Michael Mettler:   Abschlie√üend ein weiter Sprung zur√ľck in der Historie: Das historische Zoorestaurant "Malepertus" auf einer Ansichtskarte von 1898. Wenn ich mich richtig an die Chroniken erinnere, ist das Ursprungsgeb√§ude im Laufe der Zeit durch Anbauten erweitert worden, vielleicht ist also auf dem Bild schon nicht mehr die originale Version dargestellt. Es gibt eine Reihe von Foto-Ansichtskarten, die aber nur Teile des Geb√§udes oder Innenansichten zeigen.

Welche Bedeutung und welche Dimensionen die Zoogastronomie damals hatte, wird aus zwei Zahlen deutlich, die ich eben extra noch mal nachgeschlagen habe - aber mein Ged√§chtnis hat mich nicht getrogen: Aus dem in den 1920er Jahren erschienenen Buch "Unser Zoo" geht hervor. dass das "Parkrestaurant Zoologischer Garten" (wie man es inzwischen nannte) in seinen Innenr√§umen bis zu 1.200 G√§ste unterbringen konnte und insgesamt - also innen und au√üen - √ľber 10.000 (!!) Sitzpl√§tze verf√ľgte.
(09.12.2016, 22:18)
Michael Mettler:   Die Au√üenansicht zum gleichen Zeitpunkt im Januar 2008. Die Holzplattform √ľberdeckt das alte Au√üenbecken samt Landteil, das allerdings eine andere Form hatte und deutlich kleiner war als die Plattform. Man sieht am rechten Bildrand ein St√ľck gepflasterten Bodens, dessen Vorderkante deutet an dieser Stelle die Vorderkante des Beckens an. Die verlief von dort aus parallel zur Hausfront nach links, machte dann einen Knick nach au√üen; hier taucht der begleitende Pflasterstreifen als Dreieck unter der Holzplattform auf. Von dort der schr√§gen Kante folgend weiter nach links und dann direkt auf die orangefarbige Haus-Au√üenwand zu; der dortige Durchgang war fr√ľher die Pflegert√ľr auf den Landteil, und genau davor f√ľhrte die Treppe hinab ins Becken. Der Landteil hatte Handtuchform und erstreckte sich zwischen der Pflegert√ľr und der Glasfront des Hauses.

Quasi als Sonderausstellung waren √ľbrigens mal kurzzeitig zwei Seehunde in der Au√üenanlage untergebracht, als die Hippos noch im Haus lebten.
(09.12.2016, 22:00)
Michael Mettler:   Eine fast gleiche Perspektive drei Monate sp√§ter in der Demontage-Phase. Rechts sieht man noch das vorderste St√ľck der rechten, jetzt wie beschrieben √ľberbauten Beckentreppe. Eine zweite Treppe befand sich an der linken Fensterseite, in der es √ľbrigens zu Flusspferdzeiten noch nicht die hier zu sehende T√ľr gab. Wo man hier die mit M√∂beln versperrte Doppelt√ľr hinten links sieht, befanden sich urspr√ľnglich die Schieber zur Au√üenanlage. Rechts und links der zentralen schmalen Betonmauer verliefen die Boxengitter zu den Au√üenw√§nden des Hauses, jeweils mit einem Tor genau √ľber den Beckentreppen. Auf beiden Seiten gab es jeweils zwei St√§lle, die hintereinander lagen; das Tier aus dem hinteren Stall musste also durch den vorderen gehen, um zum Innenbecken zu gelangen. Das Innenbecken war urspr√ľnglich mit einem herausnehmbaren Gitter asymmetrisch unterteilt, das rechte Abteil war kleiner als das linke. Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, dass das Haus urspr√ľnglich nur f√ľr gro√üe Flusspferde konzipiert und das kleinere Abteil zur Abtrennung des Bullen gedacht war. Da aber sehr bald auch Zwergflusspferde einzogen, wurden die gro√üen Hippos auf die linke Geb√§udeh√§lfte (und zwei erwachsene Tiere) beschr√§nkt und die rechte mit einem Zuchtpaar Zwerghippos besetzt. Nach dem Tod des Zwerghippo-Bullen in den 90er Jahren zog die Kuh ins Elefantenhaus um, das Trenngitter wurde entfernt und die Flusspferde konnten das gesamte Innenbecken nutzen. In der Zusammengew√∂hnungsphase mit Neuzug√§ngen vor dem Umzug in die heutige Anlage d√ľrfte das Trenngitter noch mal zum Einsatz gekommen sein (in der Zeit des gro√üen Zooumbaues war ich √§u√üerst selten im Zoo und habe davon nichts mitbekommen oder in Erinnerung).
(09.12.2016, 21:46)
Michael Mettler:   Das heutige Eingangsgeb√§ude mit Serviceb√ľro und Shop, das vorher ab der Nachkriegszeit bis zum Erlebniszoo-Umbau das Zoorestaurant war, soll zwar auf Grundmauern der zerbombten Vorkriegs-Zoogastst√§tte errichtet worden sein, aber alte Abbildungen des Malepertus zeigen diesen als nicht rein rechteckigen Bau. √Ąhnlichkeit haben die Bauwerke auch sonst nicht miteinander, der originale Malepertus war ein beinahe schlossartiges Geb√§ude.

Die runde Malaienb√§r"insel" (die mit Felshaufen und Trockengraben eher wie ein Affenfelsen aussah) befand sich auf der Fl√§che, auf der zwischen 1962 und 1964 die vormalige Giraffenanlage befand. Auf einer Luftaufnahme des 1962 er√∂ffneten Dickh√§uterhauses ist sie noch zu sehen. Nach heutigen Gel√§ndeverh√§ltnissen m√ľsste sich ihr Standort auf den Gehegefl√§chen der Waldbisons und/oder Waschb√§ren befunden haben.

Das erste Elefantenhaus m√ľsste eigentlich 1963 abgerissen worden sein. 1962 wurde das neue Haus er√∂ffnet, das Flusspferdhaus aber erst 1963, und bis dahin k√∂nnen Hippos nur weiterhin im alten Haus gewesen sein. 1963/64 wurde aber der ganze Bereich im Umfeld des alten Hauses umgestaltet, hier entstanden der gro√üe Zooteich, die Stelzvogelwiese mit Pelikanweiher und die Afrika-Anlage, und daf√ľr musste das alte Dickh√§uterhaus bereits weg gewesen sein. Nach heutigen Verh√§ltnissen m√ľsste es etwa im Bereich Flamingolagune/Erdm√§nnchenanlagen gestanden haben.

Die Nachnutzung des Flusspferdhauses als Eiscafé, Pastaria und Indoor-Spielplatz habe ich kurz vor und kurz nach deren Schließung fotografiert. Diesen Gastronomiebereich habe ich nie betreten, kenne nur den Einblick von außen und kann daher nichts zu dessen Details sagen.

Anbei ein Foto vom Oktober 2007, als das Haus noch in Betrieb war, aufgenommen vom fr√ľheren Besucherweg des Flusspferdhauses aus. Wichtig ist die schmale, deckenhohe Betonmauer in der Mitte, die meiner Erinnerung nach urspr√ľnglich einen Pflegergang zwischen den Hippost√§llen verdeckte und unmittelbar an der Hinterkante des Innenbeckens stand. F√ľr die Nachnutzung als Gastronomie hatte man den originalen Stallboden mit einer Holzplattform √ľberdeckt, die √ľber die urspr√ľngliche Beckenkante hinausragte; dadurch wurde das Becken f√ľr seine Nachnutzung als B√§llebad verkleinert. Das Netz hatte den Sinn, dass die B√§lle nicht hinausgeworfen werden konnten.


(09.12.2016, 21:27)
Jan Jakobi:   Hat/kennt jemand Fotos vom Flusspferdhaus nach dem Umbau zum Eiscafe mit Indoor-Spielplatz?

Der Umbau fand 2001 statt laut Michaels Bauten-Chronik im Zoofreund Heft Nr. 176 und der Abriss der alten Anlagen in dem Zoo-Bereich fand 2008 statt. In dem Zeitraum war ich 5 x im Zoo Hannover.
Erinnern kann ich mich an das Eiscafe nicht, obwohl ich da immer lang lief um zu den Elefanten zu kommen.
Den Weg gibt es noch, heute ist das der Yukon Trail.

Ich kenne nur Fotos in seinem urspr√ľnglichem Zustand als Flusspferdhaus, siehe hipposworld.de -> Bildergalerie -> Zoo Hannover

Gibt es einen Grundriss vom Flusspferdhaus? Kann mir jemand darin einzeichnen wie das als Eiscafe aussah?

Apropos Abriss: Wann wurde das 1. Elefantenhaus abgerissen?

Wo war die Bäreninsel (Malaienbären)?
Hat/kennt jemand Fotos von Restaurant Malepartus?
War der Grundriss identisch mit dem des heutigen Einganggebäudes (Kasse, Service, Shop)?
(09.12.2016, 16:15)
Jan Jakobi:   Michael, im Thread "Nash√∂rner in Deutschland" schriebst du am 09.02.2006:

" Wenn ich es richtig im Kopf habe - f√ľr pers√∂nliche Erinnerungen war das vor meiner "Zoo-Zeit" - konnte Hannover damit das vielleicht sogar einmalige Erlebnis bieten, im selben Haus gleichzeitig K√§lber bei Breitmaul- und Spitzmaulnashorn sowie Afrikanischem und Asiatischem Elefanten zu haben (wenn da mal nicht sogar noch die Flusspferde im "Anbau" auch noch ein Kalb hatten - m√ľsste ich eigentlich mal recherchieren)."

Ich habe f√ľr dich recherchiert:

Asiatischer Elefant:
1,0 Assam, geb. 07.03.1970 -> Abgabe 25.05.1971
1,0 Ramon, geb. 07.12.1970 -> Abgabe 19.12.1971
0,1 Sara, geb. 12.05.1971 -> Abgabe 16.10.1972
0,1 Indra, geb. 23.01.1973 -> bis heute in Hannover

Afrikanischer Elefant: 1,0 Hannibal, geb. 29.03.1973 -> Abgabe 00.09.1973

Flusspferd:
0,1 , geb. 03.07.1971 -> Abgabe 28.06.1973
1,0 , geb. 19.07.1972 -> Abgabe 28.06.1973

Ostafrikanisches Spitzmaulnashorn: 1,0 Fridolin, geb. 29.06.1970 -> 1981 bis 1983 in Z√ľrich, danach wieder in Hannover
S√ľdliches Breitmaulnashorn: 1,0 Theodor, geb. 02.01.1971 -> Abgabe 05.07.1972

Nur 1971 und 1972 gab es gleichzeitig Nachwuchs bei Asiat. Elefanten, Spitzmaulnashorn, Breitmaulnashorn und Flusspferd zu sehen, aber kein Afrik. Elefantenbaby.
1973 gab gab es dann auch bei den Afrik. Elefanten ein Baby, aber kein Breitmaulnashornbaby.
(25.08.2016, 21:53)
Jan Jakobi:   @Michael: Wird vermutlich Dunja gewesen sein.
Wir können auch einen Extra-Thread aufmachen: Elefanten in Hannover.
Ich wei√ü nicht ob sich das lohnt. Gibt es noch viel zu schreiben/erz√§hlen √ľber die Hannoveraner Elefanten und historische Aufnahmen?
Den Bogen zum "alten" Zoo Hannover kriege ich ohne Elefanten in diesem Thread nicht zur√ľck, daher w√§re ein eigener besser.
(15.03.2016, 19:11)
Michael Mettler:   P.S. Mit dem eigentlichen Thread-Thema, das sich ja auf den Zoo VOR der Erlebniszoo-√Ąra bezieht, hat das √ľbrigens nichts zu tun...
(15.03.2016, 09:14)
Michael Mettler:   @Jan: Das einzige digital verf√ľgbare w√§re das nebenstehende von Juni 2008. Links Jenny, in der Mitte Calvin, rechts Dunja und davor Tarak. Von Khaing Hnin Hnin ist hinter Calvin nur ein St√ľck Ohr und Schulter erkennbar, so dass sie allenfalls f√ľr einen Gr√∂√üenvergleich taugt. Auch Dunjas Schwanzspitze ist hier nur √§u√üerst sp√§rlich behaart. Ein Foto, das sie und KHH im unmittelbaren Vergleich zeigt, habe ich nicht gefunden.
(15.03.2016, 07:23)
Jan Jakobi:   Ich "f√ľrchte" die Kuh ist auch KHH.

Siehe nebenstehenden Ausschnitt meines Gruppenfotos des KHH-Clans vom 02.07.2014.
Zufällig steht KHH an fast derselben Stelle wie die unbekannte Kuh.
Auf dem Foto von August 2005 ist zwar der helle Fleck nicht zu sehen, aber achte mal auf das Schwanzende.

Könnte passen oder doch Dunja? Hast du von ihr mit KHH bzw. Jenny ein Foto?

(14.03.2016, 18:21)
Michael Mettler:   Nein, Indra kann es nicht gewesen sein, die Gr√∂√üenverh√§ltnisse sprechen eindeutig dagegen. Indra √ľberragte Jenny erheblich an R√ľckenh√∂he, siehe nebenstehendes Foto (Jenny links, Indra rechts). Die beiden Borneo-K√ľhe haben l√§ngere Schw√§nze als der gesuchte Elefant, Khaing Hnin Hnin hast du an anderer Stelle fotografiert - bleibt als erwachsene Kuh nur Dunja als M√∂glichkeit.
(14.03.2016, 07:22)
Jan Jakobi:   Elefantenkuh Jenny im August 2005 auf der Mutter-Kind-Anlage.
Die Kuh neben ihr kann ich nicht sicher identifizieren, hatte aber das Foto wie folgt beschriftet: Indra, Jenny

Zum Zeitpunkt des Besuchs befanden sich auf der Anlage auch KHH und ihre Tochter Farina.
Beide hatte ich vor dem Tor zur Herden-Anlage fotografiert.

(13.03.2016, 20:07)
Michael Mettler:   @Marcell Buechner: Mal abgesehen davon, dass die Wiederholung des Bildes wenig Sinn macht - wenn du schon fremde Fotos verwendest, um Beitr√§ge von dir zu illustrieren, dann geh√∂rt sich wenigstens ein Quellenhinweis.
(10.02.2016, 18:15)
Marcell Buechner:   Damit gehen wieder Tierarten aus dem
Zoo und es werden immer weniger
(10.02.2016, 18:06)
Jan Jakobi:   Laut "Kein Tag ohne Abenteuer" holte Wolfgang Ramin Kenny im Januar 1978 nach Hannover.

Bei Zooelefant.de steht das er Ende des Jahres 1977 nach Hannover kam.
http://www.zooelefant.de/pages/deutsche-zoos/zoo-hannover/geschichte.php

Im Elefanten-Fotolexikon steht kein genaues Ankunftdatum.
Elephant.se gibt als Ankunft Januar 1978 an.
(21.12.2015, 16:47)
Michael Mettler:   Kennt eigentlich jemand das genaue Ankunftsdatum von Kenny in Hannover? Laut der √úbersicht √ľber die in Hannover gehaltenen Elefanten in ZOOFREUND Nr. 130 war er seit dem 3. Januar 1978 im Zoo, in den Jahresberichten ist er jedoch als Zugang f√ľr 1977 aufgef√ľhrt. Dort wird erw√§hnt, dass man neben Beira mit ihrem eben geborenen Kalb Kibo und der nerv√∂sen Bibi keinen undressierten Bullen aufstallen wollte. Da Kibo am 27. November 1977 zur Welt kam, k√∂nnte Kenny also fr√ľhestens Ende November, eher im Dezember 1977 in Hannover eingetroffen sein und sich die Differenz aus den Daten vielleicht so erkl√§ren lassen, dass der Bulle zun√§chst f√ľr eine Art Probezeit vom Circus Amar eingestellt und am 3. Januar 1978 ins Zooeigentum √ľbernommen wurde.
(21.12.2015, 10:39)
Michael Mettler:   Ab ca. der 39. Sekunde ist links vorn der Einstieg ins Badebecken der Erweiterungsanlage zu sehen. Der Baum stand nach ihrem Bau tats√§chlich nicht mehr lange auf der Anlage, auch wenn ich den Zeitpunkt seiner F√§llung nicht angeben k√∂nnte.

In den ersten Szenen ist Kenny √ľbrigens noch zusammen mit Bibi auf dem alten Anlagenteil zu sehen.
(19.12.2015, 19:18)
Jan Jakobi:   Ich habe eben ein historisches Elefanten-Video auf Youtube gefunden:

"Elephants at the Zoological Gardens Hannover in 1978"
https://www.youtube.com/watch?v=k-TsCX5iPDk

Auf der Afrikaner-Außenanlage sind Bibi und Beira mit Kibo, auf der Asiaten-Außenanlage sind Sabu und Burma mit Indra sowie Siporex zu sehen. Kenny sieht man auf der dritten Außenanlage.

Fast vollständig sind die Afrikaner-Außenanlage und die dritte Außenanlage zu sehen.
Scheinbar hat sich etwas auf der dritten Außenaußenanlage verändert: Badebecken, Betonpfosten und Baum fehlen?!

Das Video könnte Anfang 1978 kurz nach Kennys Ankunft aufgenommen sein.
(19.12.2015, 15:59)
Jan Jakobi:   Der ehemalige Hannoveraner Elefantenbulle Calvin wurde heute morgen aufgrund seiner langj√§hrigen Fu√ü- und Beinprobleme eingeschl√§fert.

www.zoo-ostrava.cz/cz/novinky/1187-zdravotni-stav-sloniho-samce-se-zhorsil-musel-byt-utracen/

Anbei eines meiner sehr wenigen Calvin-Fotos, aufgenommen Juli 2004.
(22.10.2015, 14:54)
Michael Mettler:   Laut Grundriss des Hauses (siehe Thread "Dickh√§uterh√§user", August 2014) m√ľsste die komplette Stallfl√§che ca. 23 m breit und 7 m tief gewesen sein. Darauf standen kurzzeitig (1979/80) als H√∂chstbesatz zehn Elefanten (2,4 adult, 0,1 halbw√ľchsig und 1,2 jung ), nach dem Tod der Afrikanerin Beira (1980) bis 1984 (Abgabe des Afrikanerbullen Kenny) immerhin noch neun (darunter die beiden erwachsenen Bullen und mit Kibo ein heranwachsender - und das ohne Bullenstall). Kibo blieb bis 1986, war also noch im Bestand, als Jenny ihr Kalb gehabt h√§tte (wenn dieses 1985 nicht kurz vor der Geburt gestorben w√§re).

Im Grundriss ist noch die urspr√ľngliche massive Trennwand zwischen den Innenbereichen eingezeichnet, die sp√§ter entfernt wurde. K√∂nnte hinkommen, dass an gleicher Stelle die rechte Gittertrennwand der Wurfbox stand, die sich zur wechselseitigen Nutzung zwischen Afrikanern und Asiaten befand und in Zeiten, wo keine Kuh hochtr√§chtig war oder ein kleines Kalb hatte, als normale Standfl√§che mitgenutzt wurde.
(20.09.2015, 09:22)
Jan Jakobi:   Jetzt kann ich mir den Elefanten-Stallbereich besser vorstellen.
Der Asiaten-Bereich ist etwas größer als der 2er-Bereich bei den Afrikanern im TP.
Der Afrikaner-Bereich ist etwas größer als die Bullen-Box bei den Afrikanern im TP.
(19.09.2015, 22:43)
Michael Mettler:   Unter den Dia-Scans fand ich eben noch eine Aufnahme von Indra mit der Gittertrennwand rechts daneben, die offenbar bei gleicher Gelegenheit entstand. Also war Jenny zu diesem Zeitpunkt entweder auf der Au√üenanlage oder in der Wurfbox.

Mit der Größeneinschätzung tue ich mich schwer. Indra wirkt auf jeden Fall hochbeiniger als ihre Mutter und ihre Schwester.
(19.09.2015, 22:01)
Michael Mettler:   Das Bild (Ilona im Februar 1987) war griffbereit, hatte ich mit meinem fr√ľheren Diascanner schon mal digitalisiert. Der rechts ins Bild wedelnde Elefantenschwanz geh√∂rte auf jeden Fall zu Indra, denn Jenny hatte schon damals keine Schwanzspitze und Quaste mehr. Ich wei√ü nicht, ob die Stallreihenfolge der K√ľhe wirklich dauerhaft war. Die bei der Geburts-OP 1985 entstandene Dammschnitt-Wunde von Jenny heilte lange Zeit schlecht und sp√§ter war die Kuh noch mal scheintr√§chtig, da stand sie vielleicht auch l√§nger in der vergitterten Wurfbox zwischen Asiaten- und Afrikanerseite (daran habe ich keine konkreten Erinnerungen).
(19.09.2015, 21:42)
Jan Jakobi:   Ja, Tima und Indra sehen ihrer Mutter √§hnlich.
Wirkt das auf den Fotos nur so, oder sind/waren Burma und Tima kleiner als Indra heute?

Die Asiaten standen demnach zu dieser Zeit wie folgt: Siporex, Ilona, Jenny, Indra

Der Afrikaner-Bereich ist auf den Fotos in "Kein Tag ..." gut zu erkennen.
Ganz links auf den Fotos sieht man die Trennwand bzw - Gitter und auf zwei Fotos steht Tembo ganz rechts an der Wand.

Kannst du bitte das Foto (oder eins mit einem anderem Elefanten, wo man noch etwas mehr sieht) von 1987 der Vollständigkeit halber raussuchen? Das ist erst mal der letzte Foto-Wunsch.

(19.09.2015, 21:12)
Michael Mettler:   Das kann zu dieser Zeit nur Ilona gewesen sein. Allerdings wirkt Jenny hier auf den ersten Blick kleiner als sie war: Der h√∂chste Punkt ihres R√ľckens ist von Siporex' R√ľssel abgedeckt. Und Indra war nat√ľrlich noch nicht ausgewachsen.

Bevor Siporex später seinen Bullenstall an der rechten Stallseite (bis dahin Afrikaner-Seite) bekam, war er im Stall ganz links außen angekettet. Auf einer anderen Aufnahme von Ilona im Stall, die 1987 entstand, ist links neben ihrem Schild das von Siporex zu sehen, also war sie zu dieser Zeit seine unmittelbare Stallnachbarin.
(19.09.2015, 20:30)
Jan Jakobi:   Ok, dann k√∂nnte das Foto tats√§chlich DEN Deckakt zeigen.
Wer soll der Elefant links von Siporex und Jenny sein?
Ilona war kleiner. Rechts von den beiden ist Indra.
(19.09.2015, 19:57)
Michael Mettler:   @Jan: Eher im Fr√ľhjahr aufgenommen. Bei st√§rkerer Vergr√∂√üerung wirken die Baum√§ste knospig, und auch die Kleidung der Besucherin im Hintergrund l√§sst eher an einen warmen Fr√ľhlingstag denken.
(19.09.2015, 17:53)
Jan Jakobi:   Kommt drauf an wann genau du das Foto gemacht hast:

Die Geburt begann am 642. Tag und am 18. Februar 1985 wurde der Dammschnitt gemacht.
Der "entscheidene" Deckakt hat im Mai 1983 stattgefunden, auf deinem Foto sieht es herbstlich oder winterlich aus.
(19.09.2015, 17:31)
Michael Mettler:   Yhetoo steht auf dem Foto √ľbrigens auf der vormaligen Afrikaner-Erweiterungsfl√§che, zu dieser Zeit gab es keine Afrikaner mehr in Hannover und meiner Erinnerung nach waren die Gehege miteinander verbunden worden (und die letzte Afrikanerin Bibi wurde bis zu ihrer Abgabe 1993 mit den Asiaten zusammen gehalten).

Wie angek√ľndigt hier auch noch ein Foto von Jenny. Zur Abwechslung kein "Normalbild" - vielleicht war das sogar der Deckakt, der zu Jennys Tr√§chtigkeit f√ľhrte....? Aufgenommen quer √ľber die Afrikaner-Anlage hinweg, rechts im Bild Indra, hinter den Elefanten ist der damalige Kiosk zu sehen. Die Kuppel hinter den B√§umen geh√∂rt zur hannoverschen Stadthalle.
(18.09.2015, 20:58)
Michael Mettler:   ... und zur Erinnerung: Bei Eintreffen des ersten (bereits erwachsenen) Afrikaner-Paares existierte das Erweiterungsgehege noch nicht und das am Haus gelegene Ursprungsgehege war noch nur halb so gro√ü wie auf diesem Bild!

@Jan: Zum Stallplatz von Iyoti und Yhetoo kann ich nichts sagen. Aber Yhetoo im Außengehege kann ich jetzt nachliefern (Foto von April 1994).
(18.09.2015, 20:28)
Jan Jakobi:   Erg√§nzung meinerseits:

Auf dem Mahari-Foto ist fast die ganze Afrikaner-Anlage zu sehen.

Das Ilona-Foto zeigt den Asiaten-Innenbereich (auf dem linken Schild steht "Jenny" und auf dem rechten Schild steht "Heri"), rechts ist ein Gitter zu erkennen das jenen Bereich vom Afrikaner-Innenbereich trennte.

Im Afrikaner-Bereich m√ľssten kurzzeitig 6 (!!!) Afrikaner gestanden haben, n√§mlich die Altk√ľhe Beira und Bibi, die Jungk√ľhe Heri und Mahari sowie die jungen Bullen Kenny und Kibo.

Wurden Iyothi und Yhetoo "einfach so" neben/zwischen die alteingesessenen Hannoveraner K√ľhe gestellt?
Neben wem standen die?

Hast du noch mehr Fotos vom Innen-Bereich, so das diese neben einander gelegt die gesamte Innenanlage zeigen/bilden?


(18.09.2015, 19:07)
Michael Mettler:   @Hannes: Was du gesehen hast, war dann aber die ehemalige Nashorn-, nicht die Elefantenanlage. Die Elefanten waren auf der gegen√ľberliegenden Hausseite untergebracht, auf deren ehemaliger Gehegefl√§che stand zu Tapir-Zeiten die Show-Arena und ihre fr√ľhere Stallfl√§che war im Haus mit W√§nden verschlossen (dahinter waren die Show-Tiere untergebracht).

Anbei ein Foto aus dem Jahresbericht 1976; ist zwar schon irgendwo im Forum vertreten, wollte ich aber nicht lange suchen. Das ist die Afrikaner-Seite des Anlagenkomplexes, vermutlich vom Dach des damaligen Flusspferdhauses aus fotografiert. Links das urspr√ľngliche Afrikaner-Gehege, rechts die Erweiterungsfl√§che (noch mit Baum). Die verbindende Br√ľcke wird vom Afrikanerbullen Tembo verdeckt, daf√ľr ist der zentrale Schlieferfelsen gut zu erkennen. Hinten links die Asiatenanlage - Eindr√ľcke von der anderen Seite findest du auf den Ansichtskarten weiter unten im Thread (22.3. bis 24.3.2015 ). Ganz hinten die alte Giraffenanlage, nach Bau der neuen vor√ľbergehend als begr√ľnte Pony-Reitbahn genutzt, heute befindet sich dort die Waldbison-Anlage. Auf der ungef√§hren Fl√§che der Elefantenanlagen sind heute die W√∂lfe untergebracht (nebst Besucherweg, also auch der dortige Stollengang). Das Elefantenhaus gibt es als Grundkonstruktion sogar noch, heute dient es als Besuchertoilette in Yukon Bay :-)
(18.09.2015, 14:03)
Hannes L√ľke:   Michael, du hast nicht zuf√§llig ein Bild mit dem man einen Gesamteindruck der Anlage bekommt?
Ich habe Sie ein einziges mal gesehen, mit Tapiren besetz kurz vor Abgabe der B√ľffel (da f√§llt mir ein, dass die genial w√§ren in einer erweiterten Sambesifahrt!)
(18.09.2015, 10:54)
Michael Mettler:   Und zum Schluss der Afrikaner der Bulle Kenny (Wildfang aus Uganda), der sp√§ter noch vor Heri und Mahari (Wildf√§nge aus S√ľdafrika) nach Basel abgegeben und dort Vater von Pambo wurde. Er steht hier auf dem Erweiterungsteil der Anlage, der mit dem alten Teil durch eine feste Br√ľcke √ľber den Trenngraben verbunden war, die als eine Schleuse beiderseits mit Toren verschlossen werden konnte (Durchgang rechts im Bild erkennbar - rechts au√üerhalb des Bildrandes bef√§nde sich der schon erw√§hnte Klippschliefer-Felshaufen). Wie gesagt nur eine Br√ľcke, ein Rundlauf war also nicht m√∂glich. Das Erweiterungsgehege enthielt im Gegensatz zum alten Gehegeteil ein Badebecken und anfangs auch einen gro√üen Baum, der sp√§ter entfernt werden musste (vermutlich hat er die Bodenverdichtung durch Baufahrzeuge und Elefanten nicht vertragen).

Im Hintergrund wiederum das alte Flusspferdhaus.
(18.09.2015, 08:41)
Michael Mettler:   Bibi, die sp√§ter letzte hannoversche Afrikanerin (abgegeben nach Cabarceno und schlie√ülich dort gestorben). Sie war ein Wildfang aus Tansania und deutlich hochbeiniger als die eher gedrungene Beira, deren Herkunftsland mir nicht bekannt ist (ihr Name k√∂nnte auf Mosambik hindeuten, dort gibt es eine gleichnamige Hafenstadt). Die fr√ľher in Zoos verbreitete Praxis, die Augenumgebung von Elefanten regelm√§√üig einzufetten, ist hier gut erkennbar (und falls Bibi nicht kurz vor dem Foto in flachem Wasser gestanden haben sollte, waren wohl auch die F√ľ√üe gerade gepflegt worden). Die Elefanten (rechts Heri und au√üen wahrscheinlich Kibo) stehen auf diesem Foto auf dem alten Teil der Anlage, die Aufnahme ist √ľber den Erweiterungsteil und den zwischen beiden liegenden Trenngraben hinweg entstanden. Die quadratischen "L√∂cher" in der Grabenwand - es gab solche auch an anderen Stellen der Elefantenanlagen - dienten der Fixierung einer mobilen Br√ľcke, √ľber die hinweg die Anlagen im Bedarfsfall mit Fahrzeugen befahren werden konnten (zu diesem Zweck konnte ein Teil des besucherseitigen Gel√§nders ausgeh√§ngt werden).

Im Hintergrund links das fr√ľhere Flusspferdhaus und rechts die √ľberdachte Verbindung zwischen diesem und dem Elefantenhaus - knapp au√üerhalb des rechten Bildrandes gelegen, an dieser Stelle befand sich auch der diesseitige Pflegerzugang. Der war √ľbrigens gro√ü genug, um einen Elefanten ins Haus zu bringen; ich war zuf√§llig im Zoo, als 1983 die Asiatin Jenny ankam, die wurde an dieser Stelle aus dem Lkw und ins Haus gef√ľhrt.

Auch hier gibt es im Hintergrund ein zoohistorisches Detail, n√§mlich die Beschilderung am Flusspferdhaus. Die rechteckigen wei√üen Schilder sind das Tierschild und der Hinweis, nicht zu f√ľttern, das rote Dreieck enth√§lt die Gehegenummer f√ľr den in Zoof√ľhrer nummerierten Rundgang. Etwas Besonderes ist aber das gelbe Vogel-Symbol. In der Dittrich-√Ąra hatte der Zoo n√§mlich nicht nur einen Zoof√ľhrer f√ľr Kinder herausgegeben, sondern parallel gleich zwei sehr unterschiedlich konzipierte f√ľr verschiedene Altersgruppen. Der "R√§tsel-Zoo" richtete sich an √§ltere Kinder und enthielt au√üer Informationen auch Aufgabenstellungen. "Der Spatz im Zoo" war f√ľr kleine Kinder gedacht und eine Art Bilderbuch mit kurzen, einfachen Texten zu den wichtigsten Zootieren, die ein fiktiver Spatz bei einem Rundflug durch den Zoo besucht. Alle Tiere, die in dieser Brosch√ľre vorkamen, waren an ihrem Gehege mit dem gelben Spatzen-Symbol gekennzeichnet. In Sachen Besucherinformation/Zoodidaktik d√ľrfte der Zoo Hannover zu dieser Zeit zumindest in Deutschland f√ľhrend gewesen sein, nicht nur in schriftlicher Form; neben normalen Besucherf√ľhrungen gab es damals z.B. auch Spezialf√ľhrungen f√ľr taubblinde Kinder, die u.a. verschiedene Tiere (bis hin zum Walross!) betasten durften.
(18.09.2015, 08:29)
Michael Mettler:   Mahari (sp√§ter bis zu ihrem Tod in Basel, dort Mutter von Pambo). Auf diesem Bild ist zu sehen, dass die Au√üenanlage weitgehend gepflastert war, aber vor dem Haus eine Sandfl√§che enthielt. Hinter Maharis Schulter ist die Scheuers√§ule erkennbar, im Hintergrund erkennt man deren Gegenst√ľck auf der Asiatenanlage. Die frei stehenden Betonw√§nde vor der Hauswand boten eine Fluchtm√∂glichkeit f√ľr den Pfleger im Falle eines Angriffs in Hausn√§he. In anderen Teilen der Gehege half in diesem Fall nur ein Sprung in den allseits auf relativ kurzem Weg erreichbaren Graben.

Die regelm√§√üige F√ľtterung der Elefanten mit Astwerk war schon damals Standard in Hannover.
(18.09.2015, 07:52)
Michael Mettler:   Heri (heute in Basel), rechts wieder Kibo und abermals mobile Sitzgelegenheiten im Hintergrund. Heri und die gleichaltrige Mahari waren als K√§lber mit Hilfe einer Eselsbr√ľcke leicht unterscheidbar: k√ľrzerer Name = k√ľrzerer Schwanz - Heri fehlte schon damals die Schwanzspitze und damit auch die Quaste.
(18.09.2015, 07:39)
Michael Mettler:   Kibo (heute in Valencia), im Hintergrund die zweite Altkuh Bibi. Soweit ich mich erinnere, war Kibo damals innerhalb der ann√§hernd gleichaltrigen und -gro√üen "Jugendgruppe" von seinen Gef√§hrtinnen Heri und Mahari schon von weitem immer an seinen beiderseits nach vorn eingerollten oberen Ohrr√§ndern unterscheidbar. Ein weiteres Merkmal war der fehlende rechte Sto√üzahn, den er sich schon als Jungtier bei einem Grabensturz (bei dem er ansonsten unverletzt blieb) so abgebrochen hatte, dass er nicht mehr nachwuchs. Kurioserweise war genau dasselbe einst seiner Mutter Beira passiert, als sie noch in Rotterdam lebte.

Auch hier im Hintergrund ein zoohistorisches Detail: Das sind n√§mlich die im aktuellen Zoo-Hannover-Thread von Ulli und mir erw√§hnten mobilen Besucherst√ľhle.
(18.09.2015, 07:32)
Michael Mettler:   Historische Elefantengalerie, Teil 2: Afrikaner. Das beigef√ľgte Foto ist das einzige selbst aufgenommene, das ich von Beira habe, hier zusammen mit Sohn Kibo. Beira starb im Juli 1980, Kibo wurde 1977 geboren - ich sch√§tze das Aufnahmejahr auf 1979. Die Tiere stehen auf der Afrikaner-Erweiterungsanlage. Die Wiese im Hintergrund (neben dem Parterre-Eingang ins Tropenhaus) gibt es heute nicht mehr, dort beginnt jetzt der Yukon Trail. Bei genauem Hinsehen erkennt man Gest√§nge auf der Wiese: Dort befanden sich Kletterger√ľste f√ľr die bei gutem Wetter stundenweise drau√üen gezeigten Menschenaffen-Jungtiere.
(18.09.2015, 07:20)
Michael Mettler:   @Jan, als Zwischenergebnis: Yhetoo habe ich. Von den Off-topic-Fotos zudem Benny-Boy und die Hagenbeck-Tiere bis auf Birka (falls sie nicht irgendwo auf einem Gruppenfoto mit drauf ist). Die beiden gesuchten TP-Elefanten habe ich nicht, Pori nur von dort (also kein Jugendfoto), daf√ľr ein Magdeburger Foto von Mafuta von 1990.

√úbrigens habe ich kein Verzeichnis davon, welche Elefanten ich wann und wo fotografiert habe, sondern muss die Dias St√ľck f√ľr St√ľck durchforsten. Allein das macht angesichts der Menge wirklich Arbeit.
(17.09.2015, 19:41)
Michael Mettler:   @Jan: In Arbeit soll die Dia-Durchsuchung aber nicht ausarten ;-)

Eigene Mapalay-Fotos aus Hannover habe ich nicht, die habe ich erst in Gelsenkirchen fotografiert - siehe http://www.elefanten-fan.de/mapalay.htm . Hannoversche Iyoti-Fotos von mir unter http://zooelefant.de//pages/deutsche-zoos/zoo-berlin/elefanten-im-zoo-berlin/iyoti.php . Nach einem hannoversche Yhetoo-Foto werde ich schauen.
(17.09.2015, 16:25)
Jan Jakobi:   Michael, danke das du an mich gedacht hast!

Bei den Asiaten fehlen Iyothi (Zoo Berlin) und Yhetoo (Krefeld) sowie Mapalay.

Hier gibt es noch ein Tembo-Foto:

Vorne links steht Tembo, hinter ihm steht Beira (nur ein Stoßzahn) und auf der anderen Grabenseite steht Indra.
Anhand Tembos Stoßzähnen lässt sich das Foto ziemlich sicher auf Sommer 1975 datieren.
Auf dem Foto ist unten rechts im Vordergrund der Zaun der Besucher-Plattform-Kanzel zu erkennen.

http://www.ndr.de/ratgeber/reise/tierparks/150-Jahre-Zoo-Hannover,zoofeier102.html

Wie sieht es mit Elefanten aus die vor meinen Erstbesuchen in Berlin (1999 Tierpark und 2000 Zoo) und Hagenbeck (2003) nicht mehr lebten bzw. abgegeben wurden?

Konkret handelt es sich hierbei um folgende Individuen:

TP:
Afrikanerin Umtali (gest. Januar 1995) und Asiatin Kosko (gest. Juli 1994).

Zoo:
Asiatenbullen Benny Boy/Benjamin Bl√ľmchen (gest. August 1996) und Kiba (gest. August 1998).
Asiatenkuh Lakshmi (gest. April 1996)

Hagenbeck:
Asiatenk√ľhe Birka (gest. 1991), Kiri und Punchi (gest. 1993), Benga (gest. 1999), Tima (abgegeben 2001) und Sandai (abgegeben 2000).
Quelle ist asianelephant.net f√ľr die Todes-bzw. Abgabedaten.

Gibt es auch Jugend-Passfotos von Pori und Mafuta?
(17.09.2015, 13:07)
Michael Mettler:   Ilona (damals meistens Lona genannt) 1983, kurz nach ihrer Ankunft. Sie kam "in voller Bemalung" aus dem Circus in den Zoo und lie√ü sich nicht auf einen Sitz davon reinigen, ausbleichende Reste dieser Dekoration waren deshalb noch sehr lange an ihr zu erkennen.

Merke jetzt erst, dass ich kein altes Foto der ebenfalls 1983 eingetroffenen Jenny rausgesucht habe. Das schiebe ich nach, ebenso die Afrikaner.
(17.09.2015, 08:57)
Michael Mettler:   Siporex und Indra bei einer der damals regelm√§√üigen Dressurvorf√ľhrungen. Der Bulle steigt hier nicht etwa √ľber die liegende Kuh hinweg, sondern Indra robbt unter Siporex' Bauch hindurch. Mit im Bild der damalige Elefanten-Chefpfleger Rolf Amelung und jenseits des Grabens der Afrikanerbulle Kenny.
(17.09.2015, 08:51)
Michael Mettler:   Indra bei gef√§hrlichem "Sport". Alle Elefanten mit ausreichender Beweglichkeit (Sabu war durch ein steifes Vorderbein eingeschr√§nkt) angelten regelm√§√üig nach Bl√§ttern und anderem Fre√übaren, das jenseits des Grabens oder auf dessen Grund gelandet war. Auch wenn solche Gr√§ben heute als "Todesgr√§ben" gebrandmarkt werden, scheinen sich Grabenst√ľrze trotz Akrobatiken wie der abgebildeten im Verlauf der √ľber 30-j√§hrigen Nutzung der Anlage in Grenzen gehalten zu haben. Der an der Hauswand gelegene Grabenausstieg in einer Schleuse zwischen den Au√üengehege konnte jedenfalls als Lagerraum f√ľr das Dressur-Mobiliar genutzt werden...

Hinter der Betonwand auf diesem Foto befand sich √ľbrigens einer der beiden Wirtschaftszug√§nge zum Elefantenhaus. Innen an der √§u√üeren Grabenwand sind Ausstiegshilfen f√ľr die Pfleger zu sehen, und bei genauem Hinsehen erkennt man ganz rechts im Hintergrund die beiden Watussirinder in einem Gehege der alten Rinderanlagen.
(17.09.2015, 08:44)
Michael Mettler:   Siporex und Burma. Da Burma und Sabu im August 1982 starben und diese beiden Fotos aus den Anf√§ngen meiner Fotografie mit einer Spiegelreflexkamera stammen, m√ľssen sie zwischen Herbst 1980 und eben Sommer 1982 entstanden sein.

Rechts im Hintergrund sieht man eine Felsenaufschichtung, die sich - unerreichbar f√ľr die Elefanten - inmitten der drei Au√üenanlagenbereiche (alte und Erweiterungsanlage der Afrikaner, Asiatenanlage) befand. Unter ihr gab es einen heizbaren Innenraum, der Felsh√ľgel war f√ľr die Haltung von Klippschliefern konzipiert, die aus didaktischen Gr√ľnden neben ihren gro√üen Verwandten gezeigt werden sollten. Allerdings bew√§hrte sich diese Haltungsform nicht, da die Schliefer (anfangs m.W. Kap-Klippschliefer, sp√§ter auf jeden Fall Syrische) regelm√§√üig von Kr√§hen attackiert wurden und sich (vielleicht nicht nur deshalb) als nicht standorttreu erwiesen; sie waren durchaus in der Lage, die Elefantengr√§ben zu √ľberwinden und tauchten dann andernorts im Zoogel√§nde auf (u.a. auf dem Wirtschaftshof).
(17.09.2015, 08:33)
Michael Mettler:   Weil das Abfotografieren alter Dias f√ľr den Wilhelma-Thread relativ brauchbare Ergebnisse gebracht hat (zumindest, wenn man den dokumentarischen Wert √ľber die Bildqualit√§t stellt), habe ich mir in Erinnerung an die Frage von Jan Jakobi noch ein paar "historische" Elefantendias aus Hannover rausgesucht, Zeitraum ca. 1979 bis 1984. Leider habe ich erst sp√§ter damit angefangen, mir die Aufnahmedaten auf den Dias zu notieren, so dass die meisten dieser Bilder nicht auf Anhieb datierbar sind.

Vorerst die Asiatengruppe, den Anfang mache ich mit Sabu.
(17.09.2015, 08:20)
Michael Mettler:   @Gerrit: Zur Seekuh-Frage habe ich noch mal auf das alte Gehegeschild geschaut, was da als Verbreitungsgebiet genannt wird - "Ostk√ľste von Amerika". Damit kommt zwar nur der Nagelmanati in Frage, weil der Amazonas-Manati ein reines S√ľ√üwassertier ist, aber eine unterartliche Zuordnung lie√üe dieses Schild nicht zu.

W√§re aber schon bemerkenswert, wenn innerhalb von nur zwei Jahren (1934/35) gleich drei Arten Seek√ľhe in deutsche Zoos gelangt sein sollen (Amazonas-Manatis 1934 jeweils nach Frankfurt und Breslau, Nagelmanati und Dugongs 1935 nach Hannover).
(12.05.2015, 22:57)
Ulli:   Vielen Dank Michael f√ľr deine historische Abhandlung √ľber die Personal- und Baugeschichte im Jubil√§umszoofreund !!!
Das Hedt kann man nur empfehlen.
(12.05.2015, 19:06)
Michael Mettler:   Beim Wisent w√§re ich mir auch nicht so sicher, ob dessen lebendes Modell im Zoo zu finden war. 1935 waren Wisente schlie√ülich noch √§u√üerst seltene und schwer zu bekommende Tiere. Vielleicht lebte das Vorbild in Springe, zur fraglichen Zeit (und schon seit 1928, als das Wisentgehege gegr√ľndet wurde) gab es dort den aus Berlin eingestellten "Gr√ľnderbullen" Bernstein alias Iwan.

Ich vermute angesichts ihres Entstehungsdatums, dass Wisent und Hirsch als Skulpturmotive gewählt wurden, um "deutsches Wild im deutschen Wald" zu symbolisieren. Gerade am Standort Zoo hätte ansonsten schon damals eine Antilope viel besser gepasst...
(12.05.2015, 11:35)
Gerrit Wehrenberg:   auch von mir ein Internetnachtrag: Wildschweingruppe (http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Wildschweingruppe_(Fritz_Bernuth)?uselang=de)
Affengruppe (http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Affengruppe_(Fritz_Bernuth)?uselang=de)
Beide sind aus 1951 von Fritz Bernuth, von dem wohl mehrere Tierskulpturen nicht nur in Hannover stammen. Deswegen besteht wohl eher kein Bezug zu Tieren im Zoo.
(12.05.2015, 10:48)
Gerrit Wehrenberg:   Das kann sein - es m√ľsste sogar ein Bild aus den 90ern geben mit den Elefantenstatuen und mir neben der alten Elefantenanlage. Die bemalten Acryl-Elefanten waren die Aktion "Ab in die Mitte ¬Ė Die City-Offensive Niedersachsen" in 2004. In der Innenstadt verteilt standen 42 kreativ bemalter Elefanten. Drei landeten dann im Zoo bis Yukon Bay gebaut wurde. Danach habe ich nochmal einen im Prunksaal gesehen.

Aber interessant welche Spuren die jeweiligen Zootierhaltungen in der Stadt hinterlassen haben. Im Stadtpark, nicht unweit vom Zoo, gibt es auch je noch eine Wildschwein- und Mantelpavianstatue. Ob die etwas mit dem Zoo zu tun haben, weiß ich nicht.
(12.05.2015, 10:32)
Michael Mettler:   Internet macht's m√∂glich, hier fand ich das besagte Bahlsen-Wandbild mit den HZA:
http://www.ipernity.com/doc/aktion1/6002399/in/keyword/330241/self

Den Farbunterschied zwischen den beiden Tieren hatte ich als deutlicher in Erinnerung, sonst w√§re ich damals gar nicht auf die Wei√ülings-Geschichte gekommen (mein spezielles Interesse f√ľr Farbvarianten bei Tieren entwickelte sich erst sehr viel sp√§ter). Wei√ü jemand, ob solche Wandgem√§lde im Laufe der Jahrzehnte farblich "aufgefrischt" werden? Es ist ja √ľber 30 Jahre her, dass ich davor stand.
(12.05.2015, 10:22)
Michael Mettler:   @Gerrit: Diese Elefantenstatuen wurden erst f√ľr den Dschungelpalast gefertigt, die gab es zu "alten" Zeiten noch nicht; ebenso den Elefanten vor dem Leopardenk√§fig. Mag aber sein, dass die schon vorab fertig waren und dann an der alten Anlage zwischengelagert wurden. Von der ersten Umbauphase zum Erlebniszoo habe ich - dar√ľber √§rgere ich mich heute - viel verpasst, weil ich ein paar Jahre lang "zoom√ľde" war, deshalb ist mir ein vorheriger Standort der Statuen nicht bewusst. Auf der fr√ľheren Wiese neben dem Parterre-Zugang des Tropenhauses stand allerdings meiner Erinnerung nach zeitweise auch eine Dreier(?)gruppe bunt bemalter Elefantenfiguren, die man erklettern konnte.

Das Toilettenhaus und die Wisentstatue sind nicht ganz so alt, die stammen aus den 30-er Jahren. Die Statue ist von 1935. Sie hat √ľbrigens am anderen Ende der durch die Eilenriede f√ľhrenden Bernadotte-Allee (am Lister Turm) ein vom gleichen K√ľnsteler gefertigtes Gegenst√ľck, einen Rothirsch von 1936. (√úbrigens wurde u.a. diese Allee drei Jahrzehnte lang f√ľr Motorrad-Rennveranstaltungen genutzt!) Siehe http://www.stadthistorie.info/rundgang/7/Eilenriede und http://de.wikipedia.org/wiki/Eilenriede

Interessant ist auch die dort ebenfalls abgebildete "Fabeltier"-Skulptur von 1931, die etwas abseits der Bernadotte-Alle steht, aber im Vorbeifahren gut erkennbar ist. F√ľr einen zoologisch Interessierten ist es jedenfalls nicht schwer, das angebliche Fabeltier als Antilope der Gattung Damaliscus zu erkennen, der in Hannover lebende K√ľnstler hatte also unverkennbar eine Leierantilope oder einen Bunt-/Bl√§ssbock zum Vorbild genommen - da liegt die Vermutung nahe, dass sein Modell damals im Zoo gehalten wurde.

Ich bin auch anderswo schon per Zufall auf m√∂gliche hannoversche Zoo-Antilopen als Modelle f√ľr K√ľnstler gesto√üen. Als Jugendlicher habe ich mal eine F√ľhrung durch das historische Bahlsen-Fabrikgeb√§ude in Hannover (heute Teil des Podbi-Parks) mitgemacht, da zeigte man uns auch ein rekonstruiertes Wandgem√§lde (kann auch ein Mosaik gewesen sein) und auf einem Bild dessen historisches Original. Au√üer an ein zoologisches Detail habe ich wenig Erinnerung daran, aber es zeigte m.E. eine Szenerie mit Putten, Tieren usw. Was mir als Huftier-Fan nat√ľrlich sofort ins Auge stach, war die unterschiedliche Verwendung von Antilopenarten in originaler und nachgearbeiteter Version, wobei ich die Reihenfolge jetzt nicht beschw√∂ren m√∂chte. Ich habe es so in Erinnerung, dass auf dem historischen Original eine S√§belantilope abgebildet war und diese in der Rekonstruktion durch zwei m√§nnliche Hirschziegenantilopen ersetzt wurde, von denen eine als Wei√üling dargestellt war. Das war mit ziemlicher Sicherheit keine Phantasie des K√ľnstlers, denn Richard Gerlach berichtet in "Mein Zoo-Buch" (1959) davon, dass er wei√üe HZA zusammen mit normalfarbigen im Zoo Hannover erlebt hat. M√∂glicherweise war eine S√§belantilope als Vorbild f√ľr die Rekonstruktion des (kriegs-?)besch√§digten Motives zur fraglichen Zeit nicht im Zoo verf√ľgbar, und dann hat man sich f√ľr dieses Detail notgedrungen umorientiert.
(12.05.2015, 09:26)
Gerrit Wehrenberg:   Danke f√ľr die Infos! Manche Details kannte ich auch schon (wahrscheinlich letztlich durch dich). :D
In der fr√ľheren Zoogastst√§tte hat sogar mein Vater eine Zeit gearbeitet. Aber auch die Elefantenstatuen am Dschungelpalasteingang standen an der alten Elefantenanlage. Am alten Standort und auf dessen Schultern sa√ü ich als Kind... wie alt diese sind wei√ü ich nat√ľrlich nicht.
Die Wisent-/Bisonstatue sowie das Toilettenhaus vor dem aktuellen Zooeingang d√ľrften auch noch aus Gr√ľnderzeiten stammen.

Ja die Liste kenne ich - wirklich beachtlich! Unabhängig von den wiss. Namen könnten es nun drei der vier rezenten Seekuharten sein. Eine Herkunftsangabe durfte des Rätsels Lösung sein.
(12.05.2015, 00:45)
Michael Mettler:   @Gerrit: Die Bautenchronik erhebt √ľbrigens keinen Anspruch auf Vollst√§ndigkeit. Zwangsl√§ufig lie√üen sich z.B. aus j√ľngerer Zeit mehr Informationen zu Umbauten finden als aus fr√ľheren Perioden.

Allzuviel Urspr√ľngliches war beim alten Raubtierhaus nicht mehr sichtbar. Das "historischste" St√ľck war letztlich die Au√üenmauer an seiner R√ľckseite, zwischen dem giraffenhausseitigen Eingang und dem √úbergang zum L√∂wen-Tiger-Trakt; also jene Wand, vor welcher an der Innenseite des Hauses einige Jahren lang die Nagervitrinen standen.

Die "historischsten" sichtbaren Bautenreste im Zoo sind heute √ľbrigens ein paar Naturfelsen in der Showarena (√úberbleibsel der hier zugesch√ľtteten Raubtierinsel, die 1924 errichtet, aber erst in den 30er Jahren komplett verfelst wurde - vorher war das nur ein mit verstreuten Felsblocken gespickter Erdhaufen) und die r√ľckw√§rtige Mauer der Strandvogelvoliere (Rest der 1935 aus dem ehemaligen Hamburger Zoo √ľbernommenen Greifvogelvoliere). Das Eingangsgeb√§ude samt Serviceb√ľro und Shop (alles zusammen fr√ľher Zoogastst√§tte) m√ľsste zwar auf Grundmauern der historischen Gastst√§tte Malepertus stehen, aber was da wirklich noch Originalsteine w√§ren, k√∂nnte man als Besucher eh nicht sehen.

√úber einiges im Artikel von M√ľller-Schilling habe auch ich gestaunt (nicht nur √ľber die Dugongs), und ehrlich gesagt zweifele ich ein paar Daten auch an. In den 1980er Jahren hatte ich meine intensivste Besuchsdichte im Zoo und durfte auch verschiedentlich Blicke hinter die Kulissen werfen, zudem waren Dittrichs Jahresberichte zu dieser Zeit ziemlich akkurat. Wo "zu meiner Zeit" eine Vollbartmeerkatze oder Wolf-Meerkatzen im Zoo gewesen sein sollen, ist mir schleierhaft. Wenn sich da mal nicht beim √úbertragen von Daten Ziffernfehler eingeschlichen haben!

Ein historisches Gehegeschild aus Hannover ist √ľbrigens beschriftet mit "Seekuh oder Lamantin, Trichechus manatus". Falls du ihn noch nicht kennst, schau mal in den Uralt-Thread "Historische Seltenheiten in Hannover", da findest du noch mehr √ľber meine Schildersammlung.
(11.05.2015, 23:30)
Gerrit Wehrenberg:   Die zum 150. erschienenen Jubil√§umsausgabe vom ZOOFREUND habe ich verschlungen. Mich hat sehr verwundert, dass ich noch das Raubtierhaus von 1868 pers√∂nlich mitbekommen habe. Laut Michaels Chronik 1997 abgerissen (ich bin Jahrgang 1992). √úbrigens danke f√ľr die Ver√∂ffentlichung! Zoobesuch vom damals schon begeisterten kleinen Gerrit der im pr√§gnant riechenden alten Raubtierhaus stand und die gro√üen Raubkatzen bestaunte... Aber dass es so alt ist - war mir neu! Insgesamt habe ich vergleichsweise erstaunlich viele Erinnerungen an den Zoo aus der Zeit. Manche Interessen werden halt nur ausgebaut. :)

Aus einem anderen Grund musste ich stocken als es im Artikel von Klaus M√ľller-Schilling hie√ü, 1935 kamen zwei Dugongs nach Hannover. Auf zootierliste.de ist allerdings vom Karibischen Nagelmanati (Trichechus manatus manatus) die Rede. Was stimmt denn nun? (Sind alle historischen Haltungen eigentlich wirklich diese UA zuzuordnen?)
(11.05.2015, 22:13)
Michael Mettler:   @Jan: Danke f√ľr die Suchangabe.

Dieses Foto enthält gleich mehrere interessante Details: https://www.flickr.com/photos/52636462@N05/16968206591/in/photolist-qTNcyL-rRqvjv-rRquE4/
Die Fotos, die ich bisher aus der Anfangszeit des Elefantenhauses kannte, zeigten entweder Asiaten auf beiden Au√üenanlagen oder bereits Tembo und Iringa auf der kleineren Anlage. Das ist f√ľr mich das erste Bild mit anderen Afrikanern, und es muss direkt nach Fertigstellung des Komplexes (Er√∂ffnung 19.4.1962) entstanden sein. Erstens sieht man auf diesem wie auch auf einem der Mohti-Fotos, dass die Besucherwege noch nicht fertig sind (Asphaltdecke fehlt noch, deshalb die "Stufe" vor dem Gel√§nder); zweitens ist zwischen den K√∂pfen der beiden Frauen im Vordergrund hindurch ganz hinten die alte kleine Felsenanlage f√ľr B√§ren erkennbar, die sp√§ter dem Bau der Giraffenanlage weichen musste (Bauzeit Giraffenhaus und Au√üenanlagen 1962-1964). Anders als im Kommentar des Fotgrafen zu lesen sieht man hier aber keine "gemischte Elefantengruppe", man kann die Grabenkanten zwischen Asiaten und Afrikanern sehen. Und vor der helleren der beiden Asiatinnen in der Bildmitte (das m√ľsste Satu sein) steht ein (vermutlich importiertes) Jungtier.

Wenn meine Mutma√üungen vom 24.3. zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme f√ľr die Ansichtskarte zutreffen, k√∂nnte Mohtis Ankettung auch mit der Eingew√∂hnung der neu in die Gruppe geholten Mapalay zu tun gehabt haben; das w√ľrde f√ľr ein Aufnahmedatum Sommer 1967 sprechen.

Laut Planungsunterlagen f√ľr Yukon Bay soll die alte Seel√∂wenanlage eine Fl√§che von 132 qm gehabt haben, war also gr√∂√üer als es die kleinere alte Elefantenanlage urspr√ľnglich war. Von der sieht man √ľbrigens auf dem oben genannten Foto den Gro√üteil ihrer Originalfl√§che, der Beton-Scheuerpfosten links im Bild stand nicht weit von der Hauswand entfernt.
(14.04.2015, 00:43)
Jan Jakobi:   Die Ansichtskarte mit Baby Loti h√§tte das auch nicht bewiesen, aber dieses beweist das Tembo wirklich auf der Asiaten-Anlage stand.

Suche "Elefant 1962 Hannover" bzw. unter dem Namen des Fotografen (?) ergibt 5 Fotos:

- Mohti am Graben April 1962 (Vorderansicht)
- Mohti am Graben April 1962 (Seitenansicht)
- Mohti mit der alten Asiatin Satu (?) 1962
- Tembo und Iringa am Graben 1965
- Besucher an der Elefanten-Anlage mit 2 Afrikanern sowie der alten Asiatin Satu (?) April 1962

Unter dem einem Afrikaner-Foto steht das die aus Sicherheitsgr√ľnden heute nicht mehr gehalten werden...
Stimmt auch ein bisschen, immerhin mussten zwei Afrikanerinnen den Zoo verlassen f√ľr den Bau einer sicheren Box f√ľr Siporex.

Das ist das einzige Foto was ich kenne wo Mohti angekettet am Badebecken steht, alle anderen Fotos die ich kenne bzw. habe zeigen ihn ohne Kette.
Wenn das der Stöpsel sein sollte, dann hätte einer der Asiaten mal eben kurz ein bisschen dran gezogen und schon saß ein badender Elefant auf dem Trockenen ;)

Keine Ahnung warum er in der kälberlosen Zeit angekettet auf der Außenanlage stand oder könnte das eventuell mit dem Graben- oder Badebeckenunfall zu tun haben bei dem Lollo zu Tode kam?

Wie groß war eigentlich die Walross-Außenanlage oder auch die alte Seelöwen-Außenanlage?
Von der Größe her könnte letztgenannte in die Afrikaner-Anlage passen oder auch andersrum, die Walross-Anlage ist glaube ich ein bisschen zu klein gewesen.
(13.04.2015, 23:01)
Michael Mettler:   @Jan: Das Foto von Tembo habe ich gefunden, zur Durchsicht der unz√§hligen Fotos unter "Elefant Zoo Hannover" fehlte mir allerdings die rechte Lust...

April 1965 w√ľrde zur ersten Erweiterung der Afrikaner-Au√üenanlage im Winter 1964/65 passen, das erkl√§rt die Baustelle. An den Gr√§ben stehen ja auch Behelfsz√§une statt der richtigen Besuchergel√§nder. Insofern w√ľrde ich sogar auf einen etwas fr√ľheren Fotozeitpunkt tippen (vielleicht wurde im April der volle Film entwickelt...), denn ich k√∂nnte mir vorstellen, dass man den Umbau bis zur besuchertr√§chtigen Osterzeit fertig haben wollte.

Aber einen Beleg f√ľr die Vergesellschaftung der beiden Bullen sehe ich auf diesem Foto nicht.

Deine Entdeckung von Mohtis Ankettung auf der Außenanlage finde ich interessant. Auf dem Flyer-Foto, das ich am 14.2. eingestellt hatte, hängt eine Kette ins Badebecken - daran hätte ich bisher aber eher dessen Stöpsel vermutet...
(13.04.2015, 21:27)
Jan Jakobi:   Ich habe ein Beweisfoto zur Bullen-Vergesellschaftung gefunden und zwar auf flickr.com.
In Suche "Elefant Zoo Hannover" bzw. "Elefantenbulle Hannover" eingeben.
Dabei tauchen auch 2 Aufnahmen von Mohti sowie noch eine weitere Aufnahme von Tembo auf.

Die besagte Aufnahme (Beweisfoto) soll von ca. April 1965 sein und zeigt Tembo auf der Außenanlage.
Zuerst dachte ich das er auf der Afrikaner-Anlage steht und die Flusspferd-Außenanlage noch im Bau ist, denn im Hintergrund sind Bauarbeiten zu erkennen.

Aber irgendwie befinden sich auch vor (auf dem Bild neben) der Afrikaner-Anlage Bauarbeiten und seit neuestem gibt es auf jener Außenanlage ein Badebecken?!

Nein, es stimmt tatsächlich:

Tembo steht hier auf der Asiaten-Anlage!

Übrigens ist mir ein interessantes Detail auf den beiden zuletzt eingestellten Ansichtskarten von der Asiaten-Außenanlage mit Blick aufs Badebecken aufgefallen:

Ein Ring am Beckenrand und auf der anderen Ansichtskarte ist auch noch der liebe Mohti angekettet mit einer Kette an jenem Ring?!
(13.04.2015, 20:38)
Michael Mettler:   @Jan: Habe ich zwar, aber auf Dias und keine M√∂glichkeit (mehr), diese brauchbar zu digitalisieren.
(25.03.2015, 08:22)
Jan Jakobi:   Ja, dass ist die aufgelistete Ansichtskarte.

Ich finde das Lollo und Mapalay sich sehr ähnlich sahen, aus der Entfernung ist die Identifizierung schwierig.

Hast du noch weitere historische Elefanten-"Passfotos", außer denen auf Zooelefant.de?
Sind darunter auch Tima, Burma, Sabu, Kenny, Bibi und Beira?

Kannst du sie mir bitte scannen und schicken (Fotos auf CD brennen?)?
Ansonsten w√ľrde das Forum vermutlich einen "Kreislauf-Zusammenbruch" bekommen.


(24.03.2015, 18:20)
Michael Mettler:   @Jan: Ja, deine Argumente f√ľr die Datierung des Tembo-Fotos sind plausibel. Als ich sie schon vor Jahren eingescannt habe, hatte meine Uralt-Zoofotos anhand der Familienfotos auf den selben Filmen zeitlich eingeordnet und nicht weiter √ľberpr√ľft. Aber damals ging man ja sparsam mit Fotos um und es ist durchaus m√∂glich, dass der Film l√§nger als ein Jahr in der Kamera war.

Du nennst unter den dir bekannten Mohti-Fotos eine Ansichtskarte, auf der er zusammen mit drei K√ľhen zu sehen ist. Ich nehme an, dass das die nebenstehende ist. Das schon erw√§hnte Besuchergel√§nder ist auf diesem Bild bereits vom Grabenrand weg versetzt, was den Zeitraum auf nach September 1964 (Mohti-Foto von F.-D. Busch) einschr√§nkt. Die im Hintergrund noch erkennbare Afrikaner-Au√üenanlage ist bereits zum ersten Mal erweitert, das geschah im Winter 1964/65; auf dem Bild sie die B√§ume aber sommergr√ľn - also fr√ľhestens Sommer 1965. Zu diesem Zeitpunkt h√§tten allerdings Lollo und Burma K√§lber gef√ľhrt, die man sicherlich gern mit im Bild gehabt h√§tte. Burmas Kalb Tima war bis Juni 1966 im Zoo, das n√§chste hannoversche Kalb wurde im Februar 1968 geboren. Lollo war schon im Oktober 1965 aus der Gruppe genommen worden, Mapalay kam erst im November 1966 - also in der k√§lberlosen Zeit - dazu. Eine weitere Phase ohne Kalb hatte die vierk√∂pfige Elefantengruppe zwischen Mai 1969 (Abgabe von Ramona) und M√§rz 1970 (Geburt von Assam); nach der Abgabe von Mapalay im November 1971 waren nur noch zwei adulte K√ľhe im Bestand.

Daraus folgt: Die Kuh links im Bild ist nicht Lollo, sondern Mapalay, und das Foto entstand entweder im Sommer 1967 oder im Sommer 1969.

In einem Artikel √ľber die Neuanlagen des Zoos vor dem 100-j√§hrigen Bestehen im ZG ist das notwendige Versetzen des Besuchergel√§nders nur f√ľr die Afrikaner-Anlage beschrieben und nicht datiert. Da sich mit der Erweiterung der Anlage 1964/65 auch der Grabenverlauf des Au√üengehegekomplexes √§nderte, k√∂nnte zu diesem Zeitpunkt auch die Komplettversetzung aller Gel√§nder passiert sein. Da der Text des Artikels mit der im Sommer 1964 er√∂ffneten Stelzvogelwiese endet und die 1964-1966 gebaute Robben-Pinguin-Anlage nicht ber√ľcksichtigt, k√∂nnte er noch vor Erweiterung des Afrikanergeheges geschrieben worden sein. Die Illustrationen sind allerdings j√ľngeren Datums (auf dem Grundriss ist die Anlage bereits erweitert). Der Artikel wurde allerdings erst 1967 ver√∂ffentlicht, die Bilder k√∂nnten durchaus erst nach dem Manuskript eingereicht worden sein.


(24.03.2015, 08:57)
Jan Jakobi:   Nicht die Qualit√§t ist bei alten Fotos interssant, sondern was/wen das Foto zeigt: In diesem Fall Mohti bzw. Tembo.

Diese Aufnahme kann nur von Sommer (siehe B√§ume) 1975 sein, denn die beiden Afrikaner-K√ľhe trafen im November 1974 in Hannover ein und die dritte Au√üenanlage wurde Ostern 1976 er√∂ffnet, au√üerdem sind hier Tembos Sto√üz√§hne noch symentrisch und auf dem Foto im Jahresbericht 1976 nicht mehr.

Ich die beiden Fotos eben verglichen, demnach h√§ttest du im Graben zwischen den beiden Anlagen stehen m√ľssen. Von daher passt meine zeitliche Zuordnung sehr gut.

"Problem" ist nur das ich die heutige Pinguin-Anlage erst seit letztem Jahr kenne und auch nicht vor dem geistigen Auge habe, die heutige Bullen-Außenanlage schon.
(22.03.2015, 23:12)
Michael Mettler:   Ja, von Tembo habe ich auch ein einziges eigenes Foto, m√ľsste von 1974 sein. Zwar schon in Farbe, aber qualitativ nicht viel besser.

Ich habe mir die Gr√∂√üe der Afrikaner-Anlage jener Zeit mit einem anderen Vergleich plastisch vor Augen gef√ľhrt: Die heutige hannoversche Pinguinanlage (Land- + Wasserteil) soll 212 qm gro√ü sein. Und nun stellt euch auf dieser Fl√§che mal zwei bis drei ausgewachsene Afrikanische Elefanten inklusive eines riesigen Bullen vor...
(22.03.2015, 22:16)
Jan Jakobi:   Interessant, besonders dein einziges selbst aufgenommenes Mohti-Foto.
F√ľr einen der ersten Versuche mit den damaligen (billig) Kameras gut.
Dann könnte in deiner Sammlung auch ein solches Foto von Tembo existieren?
Immerhin lebte er noch 5 Jahre (von 1972 aus) länger.

Mit der Schätzung des Aufnahmejahres des Faltblatt-Fotos lag ich nicht schlecht, ich glaub kaum das der Stoßzahn innerhalb eines Jahres so viel gewachsen ist.

Das hast du gut erkannt, den Stoßzahn erkenne ich auf dem Foto auch.
Die Kuh im Hintergrund des Fotos aus dem ZF von 1972 und 1973 ist ebenfalls Mapalay.

Nebenbei hatte ich mir versucht vorzustellen wie viel 110 qm bzw. 210 qm von der heutigen 570 qm großen Bullen-Außenanlage sind.
Grob geschätzt:
Sind 210 qm bis zur vorderen Kante des zweiten Tores vom Bullenstall?

Hat jemand von den Usern die technische Möglichkeit die alte Bullen-Anlage auf die heutige Bullen-Anlage zu platzieren? (Mir ist schon klar das die Grundform nicht passt.)
(22.03.2015, 21:00)
Michael Mettler:   Zum Abschluss: Ansichtskarte des Zoos von 1965.
(22.03.2015, 19:43)
Michael Mettler:   Mein einziges selbst aufgenommenes Bild von Mohti, muss 1972 gewesen sein. Nicht sch√∂n, aber selten - die ersten eigenen Versuche mit einer Kamera, nat√ľrlich im Zoo ;-) Wie man sieht, ist hier das Gel√§nder bereits versetzt.
(22.03.2015, 19:41)
Michael Mettler:   Mohti im September 1964 auf einem Privatfoto des ZOOFREUND-Redakteurs Frank-Dieter Busch, der mir freundlicherweise gestattet hat, seine historischen Aufnahmen f√ľr Forumzwecke zu verwenden. Kleines Detail am Rande: Auf diesem Bild sieht man, dass das Besuchergel√§nder urspr√ľnglich direkt an der Grabenkante stand; sp√§ter (wann?) wurde es wegen der R√ľsselreichweite der Elefanten ein St√ľck weit von der Grabenkante abger√ľckt.
(22.03.2015, 19:38)
Michael Mettler:   Im ZF von 1971 ist nicht nur das Bild von Mohti im Hochstand enthalten, sondern auch die hier abgebildete Seite mit anderen Dressurfotos. Auf dem oberen d√ľrfte Mohti der liegende Elefant zu sein, denn ich meine da ein St√ľck Sto√üzahn zu erkennen. Die sitzende Kuh ist jedenfalls Mapalay. Das untere Foto zeigt Mohti bei seinem Kugellauf, mit dem er sowohl auf der Freianlage als auch im Haus vorgef√ľhrt wurde, sowie im Hintergrund links Burma und rechts Mapalay. Keine Ahnung, wann das Bild aufgenommen wurde und um welches Kalb es sich handelt.

Auch die Kuh hinter dem Kalb auf dem zuerst eingestellten Foto d√ľrfte Mapalay sein.
(22.03.2015, 19:20)
Michael Mettler:   Neben dem Hochstand-Foto gibt es zumindest noch weitere Mohti-Fotos in den Zoof√ľhrern von Anfang der 70-er Jahre. Leider haben die ZF dieser Generation eine Leimbindung, so dass sich beim kompletten Aufklappen die Seiten l√∂sen; deshalb m√∂chte ich sie nicht auf den Scanner legen und habe die Seiten bei nur halbge√∂ffneter Brosch√ľre abfotografiert. Glanzreflexe lie√üen sich dabei nicht vermeiden.

Zuerst ein Bild, das in den drei ZF-Ausgaben von 1972 und 1973 zu finden ist.
(22.03.2015, 19:09)
Jan Jakobi:   Sch... , da fehlten noch 2 (Kein Tag oh...):

- mit Burma am Graben als Wolfgang Ramin auf einer Trage ins Ele-Haus gebracht wurde
- mit Burma und Wolfgang Ramin bei Tonband-Aufnahmen
(22.03.2015, 18:10)
Jan Jakobi:   Stimmt, dass wei√üt du ja nicht.

Folgende Mohti-Fotos kenne bzw. habe ich:

- mit dem Erstbesatz der Anlage 1962 (Ansichtskarte)
- im Badebecken ca. 1962 (Ansichtskarte)
- auf einer Kugel ca. 1962 (Zoofreund Nr. 130)
- mit Burma am Graben ca. 1963/64 (100 Jahre Zoo Hannover)
- mit Burma, Sabu und Lollo ca. 1963/64 (Ansichtskarte)
- mit Sabu und Kalb sowie Tembo ca. 1968 (Faltblatt von 1972)
- beim Hochstand mit Wolfang Ramin ca. Ende 60er Jahre(Zoof√ľhrer, ist auch in der 1. EEG Doku)
- deckt Sabu ca. Anfang 70er Jahre? (Zoofreund Nr. 125)
- am Graben ca. 19?? (Zoof√ľhrer 1972)

Insgesamt "nur" 9 Fotos, von Tembo wahrscheinlich mehr als doppelt so viele?
Aber auch von Tembos sind Fotos gern gesehen...

Auf 2 Fotos im Buch "Erlebnisse" mit Tieren ist ein junger Afrik. Elefant zu sehen, der nicht namentlich bezeichnet ist. Da in dem Buch ein Kapitel der Knie-Elefanten Sandry und Rosa ist sowie diese auch abgebildet sind, vermute ich das die beiden erwähnten Aufnahmen Tembo zeigen.
(22.03.2015, 17:58)
Michael Mettler:   @Jan: Ich wei√ü nicht, welche Mohti-Fotos du schon kennst bzw. hast (alte Zoof√ľhrer?).

Mohti soll sich in den letzten Jahren seines Lebens von K√§lbern auf der Anlage genervt gef√ľhlt und versucht haben, diese mit seinem K√∂rper zu Boden zu dr√ľcken. K√∂nnte also auch sein, dass er bei Aufnahme des Fotos im Stall gestanden hat. Aber sonst k√∂nntest du mit der zeitlichen Einsch√§tzung des Motives ganz gut liegen.
(22.03.2015, 15:23)
Jan Jakobi:   Anhand der Tembo-Fotos sch√§tze ich das Aufnahmejahr auf 1968, damit handelt es sich bei dem Kalb um Sabus Tochter Dehli (geb. 1968).

Da Mohti mir nicht so vertraut ist wie Tembo, kann ich das nicht ganz genau sagen.
Michael, hast du noch ein paar Fotos (aus Druckwerken)/Ansichtskarten von Mohti in deiner Sammlung?

Mittlerweile habe ich noch ein paar weitere Ansichtskarten mit Hannoveraner Elefanten (eine davon mit Mohti im Hintergrund)entdeckt und gekauft.

Auf einer davon ist sehr wahrscheinlich Indra als Kalb zu sehen, aufgenommen ca. Fr√ľhherbst 1973.

Vorne sind Burma (links) und Sabu mit Kalb sowie Wolfgang Ramin zu sehen.
Im Hintergrund Iringa und Tembo (rechts).

Gr√ľnde f√ľr meine Vermutung:

- kein Mohti weit und breit zu sehen, Siporex auch nicht (eventuell im Stall?)
- scheinbar auch keine weiteren Asiaten-K√ľhe mehr im Bestand (Lollo, Mapalay)
- Tembo ist schon sehr groß und massig (im Gegensatz zu einem Foto von 1971)
- Iringa hat keine sichtbaren Stoßzähne mehr (außerdem fehlt Hannibal, geb. März 1973 und 6 Monate später abgegeben)
(22.03.2015, 14:12)
Michael Mettler:   Habe gestern in alten Faltbl√§ttern des Zoos gest√∂bert und dabei in einem Folder von 1972 das nebenstehenden Foto gefunden, an das ich ich gar nicht erinnern konnte und das auch in keinem anderen mir bisher bekannten Druckwerk auftaucht: Beide Bullen auf einem Bild, auf der hinteren (in natura linken) Anlage Tembo, auf der vorderen (rechten) Mohti. Dazu im dortigen Badebecken die Asiatin Sabu. Falls das Foto erst kurz vor Erscheinen des Faltblattes aufgenommen wurde, m√ľsste das Kalb im Badebecken Sabus Tochter Sarah (geb. 1971) sein.

F√ľr die, die es nicht mehr kennen: Im Hintergrund ist das alte Flusspferdhaus zu sehen.
(14.02.2015, 10:35)
Jan Jakobi:   Unter den Standbildern befinden sich zwei mit Elefanten:
Asiatisches Elefantenkalb und das andere zwei Afrikanische Elefanten.

Bei dem zu sehenden Afrikaner handelt es sich um Iringa, dass Hinterteil gehört zu Tembo.
(13.02.2015, 18:07)
Michael Mettler:   Scheint der hier zu sein, ist aber von 1971:
http://www.geschichte-projekte-hannover.de/filmundgeschichte/hannover_im_film/die-filme/ein-sommertag-im-zoo.html

Zwei Sequenzen daraus lassen sich herunterladen, auch ein paar Standbilder aus dem Film sind zu sehen.

In der Liste links tauchen noch zwei weitere Filme aus dem Zoo Hannover auf (1965 und 1966), leider gibt's daraus keine Bilder zu sehen.
(13.02.2015, 17:38)
Jan Jakobi:   @Kai:
Leider finde ich den Film im Internet nicht, auch nicht auf der Homepage der HAZ.
Oder meinst du eine DVD?!
(13.02.2015, 01:35)
Kai Deuker:   Wollte mal einen Tipp f√ľr bewegte Zoo.Bilder geben .Die Haz und NP haben einen Film vom Zoo aus den sp√§ten 60 zigern heraus gebracht ."Ein Sommertag im Zoo" @Jan mit Tembo und anderen Elefanten und Maxi (Schimpanse) noch ganz klein.
Gruß Kai
(10.02.2015, 19:31)
Jan Jakobi:   @Michael:
Das einzige was mir auf dem Foto komisch vorkam, war der Abstand vordere Mauer bis Mauer f√ľr das Vordach.

Bei Fotos ist das immer so eine Sache, denn manche Sachen sind näher dran oder weiter weg als in Wirklichkeit.

Die Betonkante des Badebeckens ist auch auf meinem Foto von Mai 1997 zu sehen, aber nur von vorne.

Jedenfalls hast du Recht.
(08.02.2015, 22:22)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Genau die meine ich, und links von Lollos Hinterteil sieht man im hinteren Gehege Ohr und Bein eines Afrikanischen Elefanten.

Aber du hast mich auf eine Idee gebracht, n√§mlich den Hintergrund mal genauer zu betrachten: Da IST das Flusspferdhaus, das Gelbbraune ist der Schieber zur Au√üenanlage, und √ľber die Elefanten-Betonmauer links im Bild sieht man den Giebel des Flusspferdhauses ragen. Das Foto ist schlichtweg spiegelverkehrt gedruckt, Lollo und Kalb stehen im "richtigen", im Asiaten-Au√üengehege! Und da ich bei dem Foto bis dato so richtig sch√∂n "betriebsblind" war, lege ich noch einen drauf: Die Betonkante rechts im Bild ist der Rand des Badebeckens. Die Au√üenanlage der Afrikaner hatte damals gar keins, darauf h√§tte ich schon fr√ľher kommen k√∂nnen....

Also leider kein Bildbeleg f√ľr das im Zeitungsartikel Gesagte.
(08.02.2015, 21:51)
Jan Jakobi:   Aha, wieder mal einer meiner Lieblingsthreads ;)

Du meinst sicher diese Ansichtskarte, die sich auch in einem Zoof√ľhrer des Zoos wiederfindet.
Da im Hintergrund das Flusspferdhaus fehlt, ist das Motiv richtig rum.

Selbige anbei.

Da hatte Ramin aber gut zu tun ...
(08.02.2015, 18:38)
Michael Mettler:   In einem Zeitungsausschnitt vom 3. M√§rz 1965 fand ich den Hinweis, dass es offenbar vor√ľbergehend eine Gemeinschaftshaltung Asiatischer und Afrikanischer Elefanten inklusive beider Bullen (!) in Hannover gegeben hat - siehe Scan.

Das erkl√§rt auch ein Foto von Lollo und Loti, das f√ľr eine Ansichtskarte des Zoos Verwendung fand und bei dem ich immer ger√§tselt hatte, warum die Tiere auf der "falschen" Au√üenanlage fotografiert wurden. Je nachdem, auf welcher der beiden Anlagen die im Artikel erw√§hnte Burma noch Ausgang genie√üen durfte, h√§tte es auf der (eigentlichen) Asiaten-Anlage dann mindestens folgenden Besatz gegeben: 1,1 Asiaten Mohti (alias Monti) und Sabu sowie 1,1 Afrikaner Tembo und Iringa - alle geschlechtsreif...
(08.02.2015, 17:58)
Michael Mettler:   @Jan: Steht noch nicht fest. Immer, wenn ich mich endlich mal wieder mit dem Material befassen will, kommt mir was dazwischen... Drei Teile waren √ľbrigens gar nicht geplant, sondern nur zwei.
(09.07.2014, 08:12)
Jan Jakobi:   @Michael:
Das war f√ľr den Pflegeer nicht ungef√§hrlich, schlimmsten Falls w√§re Gus auf ihn raufgefallen.
Zum Gl√ľck ist das nicht passiert!

Apropos Gus:
Wann erscheinen die letzten beiden Teile der dreiteiligen Gus-Artikel-Serie?
(08.07.2014, 23:01)
Michael Mettler:   Super Tipp, die Seite und die meisten der Fotos kannte ich noch nicht!

Nr. 11 zeigt √ľbrigens die "m√§hnenlosen" Sudanzebras, die damals als Grantzebras aus Uganda in den Zoo kamen; Nr. 21 einen Nilgirilanguren.

Das Foto von Gus k√∂nnte ganz kurz nach seiner Ankunft entstanden sein, so schlank wie er darauf aussieht. W√ľrde auch die Position von Pfleger Willi Stellmann erkl√§ren, der Gus per Besen klarmachte, dass da ein Graben vor ihm ist.
(08.07.2014, 19:34)
Jan Jakobi:   Eben auf der Internet-Seite der HAZ (f√ľr Nicht-Insider: Hannoversche Allgemeine Zeitung) entdeckt:

Eine Bildergalerie historischer Aufnahmen aus dem Zoo Hannover.

Hannover-tierisch!
www.haz.de/Hannover/Themen/Damals-in-Hannover/Bildergalerien-Hauschild/Hannover-tierisch#n2182532-p1

Ein paar Aufnahmen m√∂chte ich f√ľr euch hervorheben, leider sind alle undatiert und ohne Namen der Tiere:

Bild 5: "Mothi"!

Bild 23: Innenansicht des Giraffenhauses.

Bild 25: 3 Nashörner, im Vordergrund ist "Gus" zu erkennen!
Im Hintergrund sind "Conny" und "Suse".

Bild 26: "Mothi"!

und das Beste zum Schluss:

Bild 43: Ja, dass ist ER: "Tembo"!
Er ist auf dem Bild auf der Ostern 1976 fertiggestellten dritten Außenanlage zu sehen. Ich vermute das Bild entstand im Sommer 1976 oder wenige Wochen/Tage vor seinem Tod im Sommer 1977.
(08.07.2014, 19:04)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Nach zeitgen√∂ssischen berichten war damals (zumindest im Schaubereich des Zoos) nur ein einziger Takin zu sehen, und zwar im Antilopenhaus (ich m√ľsste nachschlagen, meine aber, es war ein weibliches Tier). Die √ľbrigen d√ľrften wohl andere Wege durch die diversen Ruhe-Standorte gegangen sein. Z.B. gab es eine Quarant√§nestation von Ruhe im Hamburger Hafen, die m.W. alle f√ľr den Export in die USA quarant√§nepflichtigen Tiere durchliefen, wobei manche davon gar nicht erst einen der Ruhe-Zoos oder den Stammsitz in Alfeld "ber√ľhrten".

F√ľr die Berliner Gr√ľnder-Takins spielte Hannover keine Rolle mehr, denn der Zoo wurde nur bis 1971 von Ruhe betrieben (danach wieder von der Stadt Hannover selbst), der erste TP-Bulle kam aber erst 1974.
(31.03.2014, 14:29)
Jan Jakobi:   @Michael:
Gerade eben erreichte mich per Mail eine traurige Nachricht f√ľr uns beide:

"Ilona" wurde heute morgen eingeschläfert.
Sie hatte schon seit Jahren schwere Arthrose.
Doch in der vergangenen Woche wurde es sehr schlimm, konnte sich kaum noch bewegen. Schmerzmittel wollten oder konnten nicht mehr helfen.

Nun ist sie also bei "Jenny".

Anbei mein einziges gutes Foto von "Ilona" aus Juli 2004, sie ist √ľbrigens auch auf dem Foto von Mai 1997 im Hintergrund zu erkennen.
(31.03.2014, 12:22)
WolfDrei:   @ Carsten Horn: Genau! Z. B. werden es sogar 5 Takins gewesen sein - jene 3, die seinerzeit Anfang der Sechziger zum Bronx-Zoo gingen und die 2 f√ľr den Tierpark.
(26.03.2014, 10:50)
Carsten Horn:   Da Hannover ja lange Jahre von Ruhe betrieben wurde, wird dort wohl das ein oder andere seltene Tier gegeben haben, zumindest vor√ľbergehend, √§hnlich wie in GE...
(26.03.2014, 10:14)
Jan Jakobi:   Nun habe ich auch einige alte Zoof√ľhrer vom "alten" Zoo Hannover.

Es gab sogar ein Okapi und einen Takin im Zoo Hannover!

Von "Mohti" gibt es in der Ausgabe von 1968 und 1972 je ein Foto, die anderen Ausgaben (2 von 1965 und 1 weiter von 1972) enthalten keine Fotos von ihm.
Aber alle f√ľnf Ausgaben enthalten Fotos von "Tembo".

Der Nördliche Breitmaulnashornbulle "Gus" ist auch in einer der Ausgaben abgebildet und wird sogar namentlich erwähnt.

Die langj√§hrige hannoversche Elefantenkuh "Ilona" ist √ľbrigens unfruchtbar. Schon im Jahresbericht 1983 wird berichtet das sie und "Jenny" geckt wurden, aber nur "Jenny" (gleich) tr√§chtig wurde.

Ob "Indra" je gedeckt wurde und einen Zyklus hat konnte ich nicht herausfinden.
(25.03.2014, 22:24)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Das historische Geb√§ude ist, den alten Zoopl√§nen nach zu urteilen, zwischen 1934 und 1941 entstanden. Im Plan von 1948 ist es als kriegsbesch√§digt/-zerst√∂rt eingezeichnet, wurde also offensichtlich danach im alten Stil rekonstruiert. √úber seine Vorkriegsfunktion sagen die Pl√§ne nichts aus, ab Wiederaufbau war es durchg√§ngig ein Toilettenhaus; deshalb nehme ich an, dass dies auch vorher schon so war, denn sonstige Funktionen waren anderen Geb√§uden im Umfeld zugeordnet (Eingang, Verwaltung, Fahrradwache, Hundezwinger).
(24.03.2014, 07:51)
Jan Jakobi:   Eine Jahreszahl, Tafel oder sonstige Informatiionen konnte ich an dem Geb√§ude nicht finden.
Heute ist darin eine öffentliche Toilette.
(23.03.2014, 22:38)
Jan Jakobi:   ... und fast derselbe Anblick heute.

Das alte Eingangsgebäude existiert schon lange nicht mehr, es wurde im 2. WK zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.

Aber die Bisonstatue gibt es noch und wie es aussieht auch das unbekannte Gebäude im Hintergrund der Bisonstatue bzw. links neben dem alten Eingangsgebäude.

Ich bin der Meinung das es sich dabei um genau dasselbe Gebäude handelt.

Ich weiß nicht wie die Hannoveraner des Forums es sehen.

Das alte Eingangsgebäude stand an der Ecke der heutigen Ecke Adenaueralle/Fritz-Behrens-Alle.

Es hat sich einiges geändert seit damals, heute ist dort eine richtige Straße.
(23.03.2014, 22:37)
Jan Jakobi:   Im "alten" Zoo Hannover war ich heute auch.

An der T√ľr des Giraffenhauses ist ein lustiges Schild mit folgender Aufschrift: Nicht erschrecken: alter Zoo.

Ich habe 2 Bauten aus dem "alten" Zoo mir genauer angeschaut, die auf einer alten Ansichtskarte zu sehen sind.

Auf der alten Ansichtskarte ist das alte Eingangsgebäude des Zoos zu sehen. Im Vordergrund eine Bisonstatue.

Damals...
(23.03.2014, 22:31)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: F√ľr dich m√ľsste eigentlich auch das antiquarisch erh√§ltliche Buch "Elefanten und Artisten" von Rolf Knie interessant sein, denn es enth√§lt viele Fotos von fr√ľheren Elefanten des Circus Knie, die sp√§ter in Zoos gehalten wurden. Darunter sind die hannoverschen Afrikaner Tembo und Iringa und die Asiatinnen Burma und Sabu zu finden, aber auch z.B. der sp√§tere Pariser Siam und der sp√§tere (u.a.) Leipziger Sahib-Fridolin. Das Buch enth√§lt auch eine Liste aller Elefanten, mit denen Rolf Knie gearbeitet hat, und wo sie verblieben. Mohti ist dort √ľbrigens mit seinem "Zweitnamen" Monti gelistet, auch in Hannover war die Verwendung des Namens nicht ganz einheitlich.
(15.03.2014, 11:16)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Auf jeden Fall gibt es Fotos von Mohti in den Zoof√ľhrern aus seiner Zeit in Hannover. Jahresberichte gab es erst ab 1972, und da Mohti schon 1973 starb und damit auch die Zucht f√ľr viele Jahre zusammenbrach, spielten die Asiaten dann erst wieder durch den Tod von Sabu und Burma und die daraus resultierende Neuzug√§nge von Ilona und Jenny eine gr√∂√üere Rolle f√ľr Jahresr√ľckblicke.
(14.03.2014, 19:48)
Jan Jakobi:   An Michael Mettler:

Das Heft mit dem "Gus"-Artikel habe ich mittlerweile.
Der Artikel und die Fotos gefallen mir.

Zoo-Literatur aus Hannover:
Neben den beiden Zoo-Chroniken habe ich mir mehrere Jahresberichte besorgt.
In den Jahresberichten sind größtenteils die Afrikaner des Zoos abgebildet.

Gibt es noch weiter B√ľcher/Hefte die Historie (und Fotos/Bilder der damaligen Elefanten) des Zoos enthalten?

Irgendwie habe ich kaum Fotos von "Mothi", von "Tembo" habe ich nun sehr viele Fotos.
Von "Mohti" habe ich in meinen B√ľchern/Heften nur insgesamt 4 Fotos, von "Tembo" √ľber 12 Fotos.

Gibt es so wenig Foto-/Bildmaterial von "Mohti" in B√ľchern/Heften?

Zum Tembo-Artikel siehe sein Thread.
(14.03.2014, 17:08)
Michael Mettler:   Nein, habe ich nicht √ľberlesen, kann aber auch nichts dazu beitragen.

Die Geschichte mit Mohti und den K√ľhen Burma und Sabu kenne ich auch. Das Wasserbecken hatte eine Treppe.
(11.03.2014, 07:51)
Jan Jakobi:   Michael, hast du meinen Beitrag zu den neuen Erkenntnissen der hannoverschen Nash√∂rner √ľberlesen?

Zu "Mohti" habe ich auf einem Scan den ich von Sven P. Peter bekommen habe was interessantes gelesen:

"Mohti" wartete bis sich eine seiner K√ľhe zum trinken an das Wasserbecken stellte. Dann schlug er zu: Er deckte. Laut dem Text soll es am Wasserbecken bergab gegangen sein und die Kuh demnach schr√§g (Oberk√∂rper tiefer als Hinterteil) gestanden haben.

Mir kam dann ein Verdacht und tatsächlich:
"Lollo" starb je nach Quelle nach einem Sturz in den Graben oder ins Wasserbecken.


(09.03.2014, 20:08)
Jan Jakobi:   Die Spitzmaulnash√∂rner des "alten" Zoo Hannovers passen besser hierher:

Im Spitzmaulnashorn-Zuchtbuch 1981 (Stand 31.12.1980) fand ich ein paar Neuigkeiten.

Darunter auch den "vermeintlichen" dritten Bullen aus der ersten Hannoveraner Zuchtgruppe, geisterte hier im Forum rum:

Unter den Daten Zuchtbuch Nr. 9/Zuchtbuch-Name HAJ 3 wird, der als Magdeburger Zuchtbulle bekannte, "Kibo" gef√ľhrt!

Unter HAJ werden die Hannoveraner Spitzmaulnash√∂rner gef√ľhrt. Laut Magdeburger Jahresbericht 1967 kam er von der Firma Ruhe, Hannover.
Wie die Angabe im Zuchtbuch zustande kam, weiß ich nicht.

Die Kälber:

Zuchtbuch-Nr. 22/Zuchtbuch-Name HOL 1 ist 1,0 "Rupert", geb. 28.06.1965 in Hannover.

Zuchtbuch-Nr. 104/Zuchtbuch-Name HAJ 4 ist 0,1 "Stella", geb. 03.01.1968 in Hannover

Zuchtbuch-Nr. 145/Zuchtbuch-Name HAJ 5 ist 1,0 "Fridolin", geb. 29.06.1970 in Hannover.

Es fehlt im Zuchtbuch 1,0 "Kaspar", geb. 28.06.1965 in Hannover. Wahrsscheinlich handelt es sich um 1,0 "Rupert" siehe ein paar Zeilen weiter oben.

Der Abort ist in dieser Ausgabe nicht enthalten.

Im Spitzmaulnashorn-Zuchtbuch 2011 fand ich folgenden Eintrag:

Zuchtbuch-Nr. 624: 1,0 "Caspar", geb. und gest. 12.09.1966 in Hannover, Eltern "Conny" und "Suse"



(07.02.2014, 12:47)
Michael Mettler:   P.S. Die Infos stammen gr√∂√ütenteils aus den Jahresberichten 1972 und 1973.
(04.09.2013, 20:39)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Im Grunde trifft Beides zu. Mit dem Ausscheiden von Ruhe als Zoop√§chter √ľbernahm die Stadt Hannover den gr√∂√üten Teil des im Zoo vorhandenen Tierbestandes. Dazu z√§hlte auch die 1971 geborene Elefantin Sarah, die somit nicht unter die Abgabeklausel fiel, denn letztere betraf nur die in den Jahren 1972/73 geborenen Jungtiere im Zoo.

Mohti hatte im Laufe der Jahre eine Abneigung gegen seine K√§lber entwickelt und konnte nicht mehr unbeaufsichtigt mit ihnen zusammen gelassen werden, weil er dann versuchte, sie zu erdr√ľcken, wenn sie ihm zwischen die Beine liefen. Ein zweites Gehege - von der Zooleitung lange gew√ľnscht - war wegen des von der Stadt verh√§ngten Baustopps noch immer nicht gebaut worden, im eigentlich f√ľr den Bullen gedachten Nebengehege waren seit Jahren die Afrikanischen Elefanten untergebracht. Man wollte - dem damaligen Zeitgeist entsprechend - die Asiatischen Zuchtk√ľhe immer m√∂glichst bald wieder von Mohti belegen lassen, wodurch aber die begleitenden K√§lber gef√§hrdet gewesen w√§ren. Der Versuch, Mutter und Kalb zeitweilig zu trennen, um die Kuh zum Bullen zu lassen, schlug fehl, weil die K√§lber nat√ľrlich nach ihrer Mutter schrieen und diese dann logischerweise Anderes im Kopf hatte als den Bullen. Letztlich endete es damit, dass die in Hannover geborenen K√§lber durchweg sehr jung abgegeben wurden, um das Problem zu umschiffen.

Sarah sollte Ende 1972 eigentlich nur vor√ľbergehend im Ruhrzoo Gelsenkirchen eingestellt werden, damit ihre Mutter Sabu von Mohti erneut gedeckt werden konnte, und dann nach Hannover zur√ľckkehren. Nur drei Monate sp√§ter wurde allerdings Indra geboren, die unter die Ruhe-Abgabeklausel fiel. Da Sarah ohnehin schon von ihrer Mutter getrennt war und in Gelsenkirchen stand, wurde Ruhes Kaufrecht auf sie √ľbertragen, Indra nahm den frei gewordenen Platz ein und konnte in Hannover bleiben.

Dennoch h√§tte es auch ganz ohne Ruhe-Klausel passieren k√∂nnen, dass Indra nicht lange im Zoo geblieben w√§re, denn das Problem mit Mohti bestand ja immer noch. So gesehen verdankt es Indra dem Tod ihres Vaters im Mai 1973, dass sie um eine fr√ľhzeitige Trennung von der Mutter herumkam.
(04.09.2013, 20:37)
Jan Jakobi:   In der 1990 erschienenen Hannoveraner Zoo-Chornik fand ich folgende Information:

Es wurde damals (Anfang 70ziger Jahre) vereinbart das von allen Zucht-Weibchen noch ein Kind der Firma Ruhe √ľberlassen werden musste, wenn das Weibchen bei √úbergabe tr√§chtig war.
Das betraf den 1973 geborenen Afrikaner "Hannibal" und ein Asiatisches Elefantenkalb, n√§mlich die 1971 geborene "Sarah". Eigentlich h√§tte "Indra" abgegeben werden m√ľssen, musste aufgrund der Beliebtheit beim Publikum unbedingt in Hannover bleiben.

Die Version widerspricht sich mit einer Info die ich hier im Forum gelesen habe, der Info zu Folge konnte "Indra" in Hannover bleiben weil ihr Vater "Mohti" in ihrem Geburtsjahr starb.

Ob das noch aktuell ist, kann ich nicht sagen.

Anbei mein letztes Bild von "Jenny", aufgenommen im Mai 2008. Das älteste aus Mai 1997 habe ich am 02.02.13 hier hochgeladen.
(04.09.2013, 15:50)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Danke, aber ich habe genug eigenes Bildmaterial von Jenny. Von ihrer Ankunft allerdings nicht.

Ich habe zwar nicht mehr selbst in Erinnerung, zu welcher Jahreszeit sie ankam, aber laut Jahresbericht 1983 trafen Jenny und Ilona innerhalb der ersten sechs Wochen des Jahres ein. Somit sollte die Januar-Version stimmen. Die fehlgeschlagene Geburt mit der Not-OP war 1985, auch das ist in den Jahresberichten nachzulesen.
(30.08.2013, 23:00)
Jan Jakobi:   @Michael:
Mir kommt es so vor, als w√§re sie ein paar Jahre j√ľnger gewesen.

Von der Ankunft selber gibt es keine Fotos im Steckbrief auf der Seite Zooelefant.

Ja, "Jenny" und "Indra" kennen "Yhetoo".
Im Zoofreund Nr. 94 gibt es ein Beweis-Gruppenbild, mit dabei ist √ľbrigens auch die Zoo-Berlin-Elefantenkuh "Iyothi".

Ich kann mal meine wenigen Bilder von "Jenny" raussuchen und hier einstellen oder Ihnen ausgedruckte Scans mitbringen am 21.09. .

Hier steht noch was zu "Jenny":
http://elefanten.wikia.com/wiki/Jenny_%28Belfast%29

Auf der Zoo-Homepage stand zu ihrem Abschied aus Hannover, dass sie am 27.10.1983 nach Hannover kam.

Zu der Totgeburt gibt es auch noch die Version 1986.
(30.08.2013, 21:47)
Michael Mettler:   As time goes by... Als Jenny damals in Hannover ankam, war ich zuf√§llig genau zur richtigen Zeit im Zoo und stand neben dem Lastwagen, von dem sie abgeladen und via Pflegergang ins Elefantenhaus gef√ľhrt wurde. Und das ist jetzt wirklich schon 30 Jahre her...?

Falls es in Hannover √úberlegungen geben sollte, Jennys alte Freundin Indra als letzte verbliebene kinderlose Kuh der Gruppe umzusiedeln, um mehr Platz f√ľr die wachsenden Matriarchatslinien zu haben, dann w√§re die durch Jennys Tod entstandene Vakanz in Belfast vermutlich eine gute L√∂sung. Immerhin kennt Indra die zweite dortige Ex-Hannoveranerin Dunja sehr gut und w√ľrde sich vielleicht auch noch an die Ex-Krefelderin Yhetoo erinnern, die in den 90ern mal f√ľr ein Jahr in Hannover (noch auf der alten Anlage) zum Decken eingestellt war.
(30.08.2013, 20:02)
Jan Jakobi:   @Michael:
Traurige Nachricht f√ľr Sie:
Ein weiteres hannoversches Urgestein und eines der vier Tiere was ich bewusst am längsten, neben "Boris" "Ilona" "Khaing Hnin Hnin", kannte ist bereits letzten Freitag (23.08.) in Belfast verstorben: Elefantendame "Jenny"

Todesursache: Herzattacke/Herzinfarkt wegen aggressiven Krebs (Englisch: Cancer), also nicht das Tier oder das Sternzeichen "Krebs"

Lebenslauf in Kurzform:

Geboren ca. 1960/61
27.01.1983 in den Zoo Hannover vom italenischen Zirkus Medrano.

18.02.1985 Dammschnitt in Vollnarkose, sie war die erste Elefantin/der erste Elefant der in Vollnarkose gelegt wurde.
Das Kuhkalb konnte nur noch tot geborgen werden.

1997 zog sie mit in den Dschungelpalast um.

04.04.2009 an den Zoo Belfast abgegeben.

Alte Bilder von ihr gibt es bei zooelefant.de in ihrem Steckbrief.
(30.08.2013, 11:15)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Unser Forum-Gastgeber nimmt bestimmt gern eine Bestellung f√ľr das Heft entgegen...
(27.07.2013, 18:14)
Jan Jakobi:   Das wusste ich nicht.

Vielleicht enthält er Informationen die ich nicht gefunden habe.

Können Sie die paar Seiten, dass Heft ist ja allgemein nicht sehr dick, hier einstellen oder mailen oder zitieren?


(27.07.2013, 17:09)
Michael Mettler:   P.S. Er wird noch eine Fortsetzung bekommen, denn √ľber Gus' Vorgeschichte in Afrika und sein Leben "nach Hannover" in England und den USA habe ich auch noch einiges Material sammeln k√∂nnen, das dann dort ver√∂ffentlicht werden soll.

Gus ist √ľbrigens auch Titelmotiv der Juni-Ausgabe.
(27.07.2013, 16:57)
Michael Mettler:   @Jan: Der Artikel enth√§lt alle Informationen, die ich √ľber Gus' hannoversche Zeit recherchieren konnte, denn ich habe ihn selbst geschrieben ;-)
(27.07.2013, 16:47)
Jan Jakobi:   @Michael:
Ich habe auf der Seite Zoofreunde Hannover entdeckt, dass das aktuelle Heft Der Zoofreund Nr. 168 Juni 2013 einen Artikel zu "Gus" enthält.

Haben Sie das Heft schon?
Gibt es da neuere Informationen zu "Gus"?

(27.07.2013, 16:36)
Gerhard Joerres:   Zu Mischlingen kann ich nichts sagen.Ich kenne zwar mehrere F√§lle, habe sie aber, wenigstens aus der Vergangenheit nicht weiterverfolgt.
(06.02.2013, 12:31)
Michael Mettler:   Wobei der "reine Zoobestand" ja ebenfalls Ruhe-Bestand war. Zumindest f√ľr die dritte B√§renmischgruppe, die kurz vor dem Wechsel von Ruhe-Verpachtung auf st√§dtischen Betrieb gegr√ľndet und aus Ruhes Eigentum √ľbernommen wurde, d√ľrfte die Nachzuchtdokumentation detailliert sein. F√ľr die Braunb√§ren werden jedenfalls 11 W√ľrfe angef√ľhrt, aus denen aber nur sechs Jungtiere (k√ľnstlich) aufgezogen werden konnten. Und sorry, es kam doch noch einmal zu Mischlingen, diesmal aus Eisb√§r (Eskimo) x Braunb√§r 1976 (hatte ich bisher √ľbersehen): zwei Jungtiere, die (bei der Mutter!) vier Tage alt wurden.
(06.02.2013, 12:28)
Gerhard Joerres:   So kenne ich ihn auch aus seinen umfangreichen Schriften. Ich bezog mich hier auch mehr auf die Ruhe Zeit, als mehr vor den siebziger Jahren. Aus dieser Zeit sind die Angaben sehr l√ľckenhaft und der Tierbestand wechselte doch auch im Monatstakt. Der Ruhebestand und der reine Zoobestand zu trennen ist jetzt kaum noch m√∂glich.
(06.02.2013, 12:18)
Michael Mettler:   @Gerhard: Zoochef Dittrich hatte m.W. √ľber die Jugendentwicklung von B√§ren promoviert und war ein ausgesprochener Datensammler, wobei das w√§hrend der Ruhe-√Ąra (als er "nur" Zoologischer Leiter war) wohl eher private Aufzeichnungen waren. Aber ab 1972, wo Dittrich Direktor des Zoos wurde, ist die Tierdokumentation zumindest bei den S√§ugetieren des Zoos m.W. recht ausf√ľhrlich.

Das mit dem Alter des Eisb√§ren kann ich nat√ľrlich nicht beurteilen. Aber die offensichtlich gleiche Kragenb√§rin hatte sich schon im Jahr zuvor von dem Braunb√§rmann decken lassen, und der war im April 1960 als etwas dreimonatige Zoonachzucht aus Leipzig gekommen und bei der erfolgreichen Zeugung der Braunb√§r-Kragenb√§r-Bastarde im Hochsommer 1961 sogar nur anderthalb Jahre alt, also ebenfalls sehr fr√ľhreif. (Von den beiden Jungtieren starb √ľbrigens eins am Tag der Geburt, das zweite nach k√ľnstlicher Aufzucht am 25. Tag).
(06.02.2013, 12:00)
Gerhard Joerres:   Nat√ľrlich sind undokumentierte Geburten m√∂glich. In dieser Zeit, auch an diesem Ort, war eine richtige Dokumentation noch selten. Es gibt Anzeichen bei den B√§rinnen, ob diese damals in Hannover auch bekannt waren, glaube ich nicht.

An den zweieinhalbjährigen Eisbären glaube ich allerdings nicht. Da dieser ein Wildfang war, glaube ich eher, dass das geschätzte Alter nicht stimmt. Wäre auch kein Einzelfall.
(06.02.2013, 11:29)
Michael Mettler:   @Gerhard: Umso erstaunlicher finde ich die beiden "Ausrutscher", bei denen dann doch mal Eisb√§ren geboren wurden, denn die Haltungsbedingungen und Gruppenkonstellationen waren ja konstant ungeeignet f√ľr die Zucht. W√§re es denn m√∂glich, dass einige Jungtiere mehr geboren und gleich aufgefressen wurden, ohne dass daf√ľr Anzeichen zu finden waren, oder gibt es unmissverst√§ndliche Verhaltensweisen kurz vor dem Werfen stehender Eisb√§rinnen? In den Jahren unter st√§dtischer Verwaltung, als noch Jahresberichte ver√∂ffentlicht wurden, wurde immerhin recht offen mit dem Thema geborener, aber nicht aufgewachsener Jungtiere im Zoo umgegangen - da w√§ren misslungene Eisb√§rgeburten vermutlich ebenfalls erw√§hnt worden, wenn man Anzeichen gefunden h√§tte.

Der Mischlingswurf Eisbär x Kragenbär, mit dem trotz beobachteter Paarungen im Sommer 1962 niemand gerechnet hatte (u.a. auch, weil der Eisbärmann bei Zeugung erst zweieinhalb Jahre alt war), wurde laut Artikel 1963 mitten auf der Freianlage geboren! Eines der beiden Jungen wurde von Mitbewohnern getötet, das andere konnte geborgen werden, starb aber am 13. Lebenstag.
(06.02.2013, 11:12)
Gerhard Joerres:   Das stimmt. Es ist der einzige Wurf von Eskimo und Irma. Mit dem von dir erw√§hnte Wurf gibt es in Hannover bis heute nur diese zwei Geburten. Dies liegt wahrscheinlich daran, das das Gehege nie als Zuchtgehege geplant war, immer viele B√§ren auf der Anlage waren und bestimmt auch an der gemischten Gruppe.
(06.02.2013, 10:31)
Michael Mettler:   @Gerhard Joerres: Das war demnach der einzige (oder zumindest einzige dokumentierte) Eisb√§renwurf in dieser Gruppe. Der erw√§hnte erste Wurf fand schon 1966 in einer der Vorg√§ngergruppen statt.

@Oliver M√ľller: Die Frage nach der "Bewertung" artfremder Tiere l√§sst sich bestimmt nicht allgemeing√ľltig beantworten, dazu entstehen manche Bastarde "zu leicht" (z.B. auch in der Wildbahn) und andere nur unter ganz bestimmten k√ľnstlichen Voraussetzungen (z.B. gemeinsame Aufzucht). Es gibt einen alten Thread "Bastarde" im Forum, da w√§re dieses interessante Thema gut untergebracht.

Es gab noch eine interessante Beobachtung zur B√§rengemeinschaftshaltung, die zwar im erw√§hnten Artikel von Dittrich nicht erw√§hnt wird, aber im Jahresbericht von 1980. Demnach starb eine der Braunb√§rinnen im Wassergraben, wobei der ausl√∂sende Vorfall nicht beobachtet wurde, aber Ger√§usche darauf hindeuteten, dass die B√§rin ertr√§nkt wurde. Herbeieilende Besucher berichteten hinterher, dass sich mehrere artverschiedene B√§ren der Gruppe, darunter auch zwei Eisb√§ren, bem√ľht haben sollen, die im Wasser treibende B√§rin mit dem Kopf √ľber Wasser zu halten und an Land zu ziehen. Der sp√§ter untersuchte Kadaver zeigte keine Verletzungen oder sonstige Spuren von Gewalteinwirkung. Es wurde angenommen, dass die B√§rin durch die wesentlich gr√∂√üeren Eisb√§ren absichtlich oder versehentlich ertr√§nkt wurde.

Wenn das Verhalten der Gruppenmitglieder als Rettungsversuch richtig interpretiert wurde, w√§re das ein weiterer bemerkenswerter Beleg f√ľr das soziale Potenzial der B√§ren.
(06.02.2013, 09:48)
Oliver M√ľller:   Danke, Michael Mettler, f√ľr die wie immer ausf√ľhrlichen und interessanten Infos. :-)

Ich frage mich jetzt, wie z.B. ein Eisb√§r einen Braunb√§ren erlebt. Als schw√§cheren Artgenossen? Als andere Art? Irgendwie m√ľssen die B√§ren ja ein Konzept von der Artzugeh√∂rigkeit gehabt haben, wenn sich die M√§nner fast immer an die eigenen Weibchen gehalten haben; aber gleichzeitig auch erkannt haben, dass die anderen Arten mit ihnen verwandt sind, wenn es dann doch Ausnahmen gab.

Das frage ich mich generell, wenn ich von Artbastarden höre: wie erleben die Tiere das artfremde Tier? Als Artgenossen oder nicht?

Nun m√ľsste man da vermutlich einen B√§ren (in diesem Fall) fragen, um das genau zu kl√§ren. :-)

Aber trotzdem: wei√ü man da irgendetwas dar√ľber? Gibt es Forschung, wie das unter verwandten Arten h√∂herer Tiere aussieht?

Solche Gemeinschaftshaltungen waren ja z.B. auch bei Elefanten fr√ľher die Regel. Hier m√ľsste man ja - schon wegen des fr√ľher intensiven Pflegerkontaktes - Erkenntnisse haben. Wobei ja so weit ich wei√ü Asiatische und Afrikanische Elefanten durchaus unterschiedliche "Sprachen" sprechen und es Verst√§ndigungsschwierigkeiten gibt.

Wäre spannend, ob da jemand etwas zu sagen kann.
(05.02.2013, 19:05)
Gerhard Joerres:   @Michael
Es ist noch ein zweiter Wurf hinzu gekommen. Am 27.11.1985 bekam Irma Zwillinge. Ein Jungtier starb am gleichen Tag und das zweite Jungtier am 30.11.1985
(05.02.2013, 17:25)
Michael Mettler:   Die gemeinsam aufgewachsenen Eisb√§ren, Braunb√§ren und Schwarzb√§ren bildeten auch als erwachsene und geschlechtsreife Tiere eine √ľberwiegend friedliche und harmonische Gemeinschaft mit vielen sozialen Interaktionen. Eine Rangordnung soll es nur unter den m√§nnlichen B√§ren gegeben haben (nach K√∂rpergr√∂√üe), bei den weiblichen soll keine feststellbar gewesen sein.

Was Nachzucht betrifft, so muss zuerst gesagt werden, dass die Anlage nie daf√ľr konzipiert gewesen war. Als das Raubtierhaus im Zuge des vorletzten Gro√üumbaues des Zoo 1959-1960 modernisiert wurde, war geplant, die Inselanlage nur noch f√ľr abgesetzte Jungb√§ren (eigene Nachzuchten und Handelstiere der Ruhe-√Ąra) zu nutzen und f√ľr Zuchttiere verschiedener Arten getrennte Anlagen im Erweiterungsgel√§nde zu errichten. Dementsprechend bekam der B√§ren-Stalltrakt am Raubtierhaus auch keine Wurfboxen; er erinnerte mit seiner nicht f√ľr Besucher einsehbaren K√§figreihe an Circus-Raubtierwagen (wenn auch mit gr√∂√üeren Abteilen). W√§hrend der gro√üen Umbauphase hatten dann erst mal andere Projekte Vorrang, und mit dem Ende der 60er Jahre verh√§ngten Baustopp der Stadt (als Verp√§chterin) und der R√ľcknahme des Zoos in st√§dtische Verwaltung 1972 wurde das Zuchtanlagen-Projekt letztlich so gr√ľndlich auf Eis gelegt, dass es bis zum Bau der Eisb√§renanlage in Yukon Bay nicht mehr dazu kam.

Die Gemeinschaftshaltung war also im Grunde ein √ľber 40 Jahre und mehrere aufeinander folgende Gruppen lang anhaltendes Provisorium, das nur deshalb nicht aufgel√∂st wurde, weil sich die B√§ren mit wenigen Ausnahmen gut vertrugen und es ab den 70er Jahren ohnehin kaum Chancen gab, zumindest die Braun- und Schwarzb√§ren in anderen Zoos unterbringen zu k√∂nnen.

Was an Nachzucht anfiel, √ľberlebte aufgrund der Haltungsbedingungen entweder nicht oder musste mit der Flasche aufgezogen werden. Der erw√§hnte Artikel berichtet von nur einem Eisb√§renwurf bis 1984 (kam nicht auf), aber etlichen Braunb√§rw√ľrfen (vereinzelt konnten Junge geborgen und k√ľnstlich aufgezogen werden); jene Braunb√§rm√§nner beider Gruppen aus dem Haltungszeitraum, die bis √ľber die Geschlechtsreife aller Tiere im Zoo verblieben, schafften es also trotz des jeweiligen rangh√∂heren Eisb√§rmannes, ihre eigenen Weibchen erfolgreich zu decken. Auch der Baribalmann wurde bei Deckakten mit seinen B√§rinnen beobachtet, es gab jedoch keine Geburten; man vermutet, dass die Schwarzb√§ren als k√∂rperlich schw√§chste Art unter einem gewissen Stress standen (auch wenn solcher nicht zu beobachten war) und eventuelle Embryonen resorbierten. Auch (reinbl√ľtigen) Kragenb√§rnachwuchs gab es nie.

"Nur" zweimal gab es Hybridw√ľrfe, wobei die Jungen jeweils nicht aufgezogen werden konnten: Einmal Braunb√§r x Kragenb√§r, einmal Eisb√§r x Kragenb√§r.

Wer die alte Bärenanlage nicht mehr kennt: Ihre Fläche inklusive des Wassergrabens ist identisch mit der Fläche der heutigen Show-Arena, die auf der stillgelegten Anlage errichtet wurde und den alten Stalltrakt nutzt. Stellt euch darauf mal bis zu 15 erwachsene Bären vor....
(05.02.2013, 16:56)
Jan Beensen:   Wurde in Hannover auch gez√ľchtet?
Gab es Hybride oder sind die Tiere im Bezug auf die Fortpflanzung unter sich geblieben?
(05.02.2013, 15:30)
Oliver M√ľller:   Solche gemischten B√§rengruppen waren ja wohl fr√ľher recht h√§ufig. Wie kamen denn die unterschiedlichen Arten in der Praxis miteinander aus und wie war es mit der Nachzucht?
(05.02.2013, 14:30)
Michael Mettler:   @Jan Beensen: Urspr√ľnglich geh√∂rten als vierte Art auch noch Kragenb√§ren zur gemischten Gruppe, die √ľbrigens mehrere ebenfalls gemischte Vorl√§ufer im Zoo hatte. Der ZOOFREUND Nr. 53 gibt mit einem Artikel √ľber diese B√§rengesellschaften Aufschluss √ľber die Herkunft auch der Tiere der letzten Gruppe: Im Fr√ľhjahr 1971 kamen als jeweils 4- bis 7-monatige Jungtiere 1,2 Eisb√§ren aus Moskau (wobei nicht zu entnehmen ist, ob Nachzuchten des Zoos oder Wildf√§nge von der Tierhandelszentrale Moskau), 1,3 Braunb√§ren aus Barcelona (Zoo-Nachzuchten, Pyren√§enb√§ren!), 1,3 Baribals aus Leipzig und Berlin (Zoo), 1,3 Kragenb√§ren aus Kalkutta.

Der Kragenb√§rmann wurde 1980 aus der Gruppe genommen, weil er zunehmend gegen die anderen B√§ren aggressiv geworden war und sich quasi aus der Gruppe ausgeklinkt hatte; 1981 wurden auch die weiblichen Kragenb√§ren abgegeben (die allerdings offenbar keine Probleme bereitet hatten). Die drei √ľbrigen Arten bildeten eine friedliche Gemeinschaft. 1980 wurde der Braunb√§rmann sterilisiert, um den nur schwer absetzbaren Braunb√§rnachwuchs zu verhindern. Der Artikel erschien 1984, da war der Baribalmann noch fortpflanzungsf√§hig; ich meine mich aber zu erinnern, dass er sp√§ter auch noch sterilisiert wurde und nur der Eisb√§rmann Eskimo fertil blieb.
(04.02.2013, 09:02)
Jan Beensen:   Wo kamen die Eisb√§ren eigentlich her?
Sie waren doch mit Braunbären und Baribals zusammen.
(03.02.2013, 19:32)
Michael Mettler:   Es m√ľssen zwei S√∂hne von Schorse sein. Retsch starb bereits 1988, Schorse kam 1989 aus Dvur Kralove nach Hannover.

Im Zuchtbuch steht Schorse √ľbrigens mit dem Namen George - Schorse ist eine hann√∂versche Mundartvariante f√ľr Georg.

Bez√ľglich der Eisb√§rinnen w√§re f√ľr mich interessant, ob sich meine (Gelegenheits-)Beobachtungen mit denen anderer Zeitzeugen decken: Ich habe eigentlich fast immer eine der beiden B√§rinnen zusammen mit Eskimo gesehen, w√§hrend die zweite eher mit den Braunb√§ren auf der Anlage interagierte als mit ihren Artgenossen.
(03.02.2013, 09:38)
Jan Jakobi:   @Michael:
Wann starb "Retsch" und wann kam "Schorse" nach Hannover?

Vermutlich sind auf dem Foto zwei Söhne von "Retsch" oder von "Schorse" zu sehen.
(02.02.2013, 22:34)
Michael Mettler:   Eskimo stimmt, die B√§rinnen konnte ich nie sicher unterscheiden. Die Elefantin hinten rechts ist Khaing Hnin Hnin, die anderen stimmen. Keiner der jungen Giraffenbullen ist Retsch oder Schorse.
(02.02.2013, 21:13)
Gerhard Joerres:   Eskimo ist am 26.04.2002 und Minna am 22.07. 2002 gestorben
(02.02.2013, 19:28)
Jan Jakobi:   Stimmt, dass hintere sieht sehr nach M√§nnchen aus, weil der B√§r gr√∂√üer ist.
Bis wann lebten "Minna" und "Eskimo"?


(02.02.2013, 18:55)
Gerhard Joerres:   Der hintere B√§r wird Eskimo sein. Der vordere entweder Irma oder Minna
(02.02.2013, 18:16)
Jan Jakobi:   Das dritte und letzte Foto:

Drei Elefanten vor dem alten Elefantenhaus.

Die drei zu identifizieren war nicht einfach, weil die damals wie "kahl rasiert" waren und die heutigen "unrasiert" sind.

Im Vordergrund ist "Jenny".
Im Hintergrund ist links "Ilona".
Die andere entweder "Indra" oder "Khaing Hnin Hin", tippe auf letztere.

An "Siporex" kann ich mich nicht erinnern, aber daf√ľr an den nicht fotografierten Walross-Bullen "Boris".
(02.02.2013, 18:14)
Jan Jakobi:   Das zweite Foto:

2 Giraffen und wie ich beim genauen hinsehen auf dem Foto erkannt habe, handelt es sich um 2 Bullen!

Ich weiß leider nicht wann "Retsch" starb und "Schorse" nach Hannover kam.

Oder es handelt sich um "Schorse" und einen Sohn von "Retsch".
(02.02.2013, 18:09)
Jan Jakobi:   Hier drei alte Fotos von Mai 1997, welche ich in meinen Fotoalben fand.

Als erstes ein Eisbären-Foto.
Einer/eine der beiden k√∂nnte/m√ľsste die 2004 verstorbene "Irma" sein.

Der/die andere, weiß ich nicht.

Vielleicht kann Michael die identifizieren.
(02.02.2013, 18:06)
Michael Mettler:   √úbrigens sind die meisten Fotos auf der bewussten HP Ansichtskartenmotive.
(28.01.2013, 21:28)
Gerrit Wehrenberg:   Das Foto soll aus dem Jahr 1927 stammen.
Vllt sind die kontrastierten Streifen auch durch Nachzeichnungen zu erkl√§ren, welche in der Zeit des √Ėfteren auf Kartenbildern zu finden sind. Ein K√ľnstler der zoologisch nicht ganz auf der H√∂he ist, w√§re zumindest denkbar.

(28.01.2013, 20:00)
Michael Mettler:   @Sacha: Nein, keine Zweifel, mich w√ľrde ein echter Liger/Tigon mit ausgepr√§gter L√∂wenm√§hne tats√§chlich interessieren. Und ich habe ja nun l√§ngst nicht alle zu Gesicht bekommen, die es jemals gab ;-)
(28.01.2013, 16:19)
Sacha:   @MM: Danke f√ľr das Bild. Stimmt, so sieht die Sache doch etwas anders aus.

Aber bez. "noch nie Liger mit Mähne gesehen". Höre ich da so etwas wie Zweifel? Und das ausgerechnet von jemanden, der derartig genetische Veränderungen immer wieder ins Spiel bringt....;)? Aber Du hast es ja mit dem als Frage formulierten Schlusssatz geschickt aufgefangen:)
(28.01.2013, 16:13)
Jennifer Weilguni:   Ich w√ľrde auch eher sagen, da√ü es sich dabei im "normale" L√∂wen handelt. Erstens habe auch ich noch nie von einem so stark bem√§hnten Liger geh√∂rt, zweitens sind L√∂wen mit starker Zeichnung ja nun wirklich nicht gerade selten.
(28.01.2013, 16:08)
Michael Mettler:   Ich habe im Buch "Unser Zoo" von 1927 nachgeschlagen, das gleichzeitig eine Art Zoof√ľhrer durch den damaligen hannoverschen Zoo darstellt und in dem von Ligern nicht die Rede ist. Ganz im Gegenteil: Das bewusste Foto ist auch hier zu finden und mit "L√∂we" untertitelt. Wie das nebenstehende Foto von der Buchseite zeigt, ist der Eindruck von Streifen bei der L√∂win m√∂glicherweise nur einer kontrasth√§rteren Reproduktion des Bildes f√ľr die Ansichtskarte (davon habe ich ebenfalls ein undatiertes Exemplar in der Sammlung) zu "verdanken", im Buch erkennt man, dass es sich lediglich um Fleckung handelt. Dass diese in vertikaler Anordnung verl√§uft, ist allerdings nichts Ungew√∂hnliches bei L√∂wen. Auch die vermeintliche Tigerung der Gliedma√üen beim Kater sieht in der Buchversion sehr viel "harmloser" aus.

Übrigens habe ich meiner Erinnerung nach noch nie einen erwachsenen männlichen Liger - egal ob auf Fotos oder in natura - gesehen, der eine voll ausgeprägte Löwenmähne trug. Gab es irgendwo schon mal so einen?
(28.01.2013, 15:06)
Sacha:   Also die Zeichnung beim weiblichen (sub?-)adulten Tier sieht mir schon mehr nach Streifen als nach "√ľbriggebliebener" Fleckzeichnung aus. Wobei dies allein nat√ľrlich nicht bedeutet, dass es deswegen ein Liger oder Tigon sein MUSS.
(28.01.2013, 14:10)
WolfDrei:   ps: zu meinem "Einwurf": die Liger (wenn sie denn welche waren) betrachtete ich schon als F 1. Derartige Verpaarungen (Liger untereinander oder mit einem reinen Ausgangstier) sind ja noch nach dem 2. Weltkrieg h√§ufig gemacht worden, um die "systematische N√§he" der Katzen untereinander zu belegen. Mitte der sechziger Jahre habe ich in Leipzig noch einen Jagoparden gesehen.

kam hei√üt nat√ľrlich "kaum"
(28.01.2013, 09:49)
Michael Mettler:   Ich schlie√üe mich Henrys Meinung an. Aus den hannoverschen Chroniken kann ich mich an eine Erw√§hnung von Ligern nicht erinnern, schon gar nicht "familienweise".

Die beiden Fotos stammen h√∂chstwahrscheinlich aus der zweiten H√§lfte der 20er Jahre, denn die L√∂weninsel am Raubtierhaus wurde f√ľr die Wiederer√∂ffnung des Zoos 1924 nach zweij√§hriger Schlie√üung errichtet und erst einige Jahre sp√§ter komplett "verfelst" (vermutlich nach der Verpachtung an Ruhe ab 1931). Das √§lteste Foto von der verfelsten Anlage, das ich bisher finden konnte, ist eine 1934 gelaufene Ansichtskarte.

Stark gemusterte L√∂wen sind in alter Zooliteratur nicht so ungew√∂hnlich, das Thema hatten wir auch schon mal in einem anderen Thread. Karl Max Schneider hat der teilweise sehr intensiven Fellmusterung der Jungtiere seiner Leipziger "L√∂wenfabrik" einst einen langen und reich bebilderten Artikel im ZG gewidmet. M√∂glicherweise spielt dabei die geografische Herkunft der Ausgangstiere eine Rolle. So scheinen Senegall√∂wen besonders dazu zu neigen, und ich meine mich aus Joy Adamsons Buch "Frei geboren" auch daran zu erinnern, dass die ber√ľhmte Elsa nicht nur auch als erwachsenes Tier noch Reste der Fleckenzeichnung behielt, sondern dies auch als typisch f√ľr L√∂wen aus dem halbw√ľstenartigen Norden Kenias (Elsas Herkunft) erw√§hnt wird.
(28.01.2013, 08:26)
WolfDrei:   Interessant!!! Speziell die Jungtiere! Aus Leipziger Ver√∂ffentlichungen wei√ü ich, da√ü es kam einmal gelang , aus der Verpaarung Liger x Liger lebensf√§hige Jungtiere in der F 2 zu bekommen - wenn es denn Liger waren.
(27.01.2013, 22:32)
Henry Merker:   Meines Erachtens sind das "normale" L√∂wen, bei denen die Jungtierfleckung nicht so richtig verschwunden ist.
(27.01.2013, 22:28)
Gerrit Wehrenberg:   Oh falsches Foto mitgeschickt - hier nochmal das gemeinte...
(27.01.2013, 21:39)
Gerrit Wehrenberg:   Bin vor einiger Zeit beim googlen auf diese Seite mit einigen historischen Bildern gesto√üen: http://www.hottenrott.de/zoo_hannover.htm

In der Galerie ist unter einigen anderen das beistehende Foto zu finden. Es zeigt eine Löwenfamilie auf der "Löwenburg" und stammt wohl aus dem Jahr 1927. Die beiden adulten Tiere weisen teilweise gestreifte Stellen auf. Handelt es sich es hier um "Liger" oder wie kann man dies erklären?
(27.01.2013, 21:37)
Michael Mettler:   Die Vorg√§nger von Boris und Tanja waren 2,0 Max und Moritz ab den 60er Jahren. Max starb 1967, Moritz lebte m.W. ein paar Jahre l√§nger, ich kann mich aus Kindertagen noch dunkel an ihn erinnern.
(22.01.2013, 21:00)
Jan Jakobi:   Vom hannoverschen Walross-Paar "Boris" und "Tanja" wei√ü ich aus einem der Threads das der Bulle deutlich gr√∂√üer war und dunkler als "Tanja". Allerdings sah ich nur ihn damals.

Hat jemand Bilder von beiden wo sie von vorne bzw. von der Seite zu sehen sind?

Es könnte eine Ausnahme sein oder sind in Harderwijk ebenfalls Bulle und Kuh so gut wie in Hannover zu unterscheiden?
(Antwort in den Thread "Walross" verlegen)

Gab es vor "Boris" und "Tanja" auch Walrosse im Zoo Hannover?


(22.01.2013, 18:05)
Michael Mettler:   Ich habe noch nichts √ľber eine Giraffe gefunden, die m√∂glicherweise vor Hanno in Hannover geboren wurde. Eine kontinuierliche Zucht begann m.W. erst in den 1960er Jahren.
(26.03.2012, 10:08)
Jan Jakobi:   Das Spitzmaulnashorn ist in der 125-Jahre-Chronik abgebildet.

In der 100-Jahre-Chronik fand ich auf Seite 211 eine Gesamtaufnahme des ehemaligen Nashorn-Innenbereichs im alten Elefantenhaus sowie auf Seite 210 eine Gesamtaufnahme der alten Elefanten-Außenanlage (mit "Mohti" und "Burma" im Vordergrund sowie mit "Tembo" und "Iringa" im Hintergrund).

Aber leider keine Gesamtaufnahme des Elefanten-Innenbereichs.

Wann wurde offiziell die erste Giraffe in Hannover geboren?

In der Pressemitteilung (14.12.2008) √ľber den Tod der Giraffenkuh "Luna" steht das sie am 17.04.1984 in Hannover geboren wurde.

In der 125-Jahre-Chronik ist ein Foto einer kleine Giraffe, √ľber dieses Bild wurde schon hier in diesem Thread und in dem Zoo-Halle-Thread viel geschrieben. Ich las hier das es sich dabei um den Giraffenbullen "Hanno" handelt der ca. 1934/35 in Hannover geboren wurde.



(25.03.2012, 22:58)
Michael Mettler:   Die Fotos in der 100-Jahre-Chronik sind nicht alle in richtiger chronologischer Reihenfolge eingeordnet. Das Breitmaulnashorn ist tats√§chlich Gus (ab 1963 im Zoo), in den 1930er Jahren gab es m.W. "nur" ein Spitzmaulnashorn in Hannover.

Es gab mindestens acht verschiedene, wahrscheinlich aber einige mehr See-Elefanten in Hannover.
(25.03.2012, 22:28)
Jan Jakobi:   Ich lese momentan die beiden "neuen" hannoverschen Zoo-Chroniken.

Dabei fiel mir in der Chronik "Hundert Jahre Zoo Hannover" auf Seite 160 ein Nashorn auf, Aufnahmezeitraum ca. 30-ziger Jahre (auf der anderen Seite ist das 2-jährige 1934 geborene Elefantenkalb "Zora" abgebildet).

Dieses Nashorn ist ein Breitmaulnashorn, dass steht auch in der Bildbeschreibung.

Aber erstens sieht das Nashorn dem auf Seite 262 abgebildeten Breitmaulnashornbullen "Gus" von der Hornform ähnlich und zweitens gelangten die ersten Breitmaulnashörner 1963 in deutsche Zoos (Hannover und Berlin).

Wie viele See-Elefanten gab es in Hannover?

Ich fand in den beiden Zoo-Chroniken folgende:

"Goliath" (1935), "Seppl" (1936), "Moritz" (1937) und nicht im Text erwähnt, aber in einer Bildbeschreibung der Name "Roland" (1936).

Im Thread "Seltene Robbenarten" las ich das es noch See-Elefanten in der Walroß-Anlage zu Zeiten von "Boris" und "Tanja" gab.
(25.03.2012, 13:22)
Michael Mettler:   @Jonas Homburg: Die drei heutigen Anlagen des Antilopenringes entstanden 1994 durch Zusammenfassen kleinerer Gehege, 1990 waren es noch acht. Auf dem heutigen Gel√§nde der Kleinen Kudus zwei (links Addax, rechts Nyalas), auf der Fl√§che der Pferdeantilopen drei (links Wei√ünacken-Moorantilopen, mittig Kleine Kudus, rechts Pferdeantilopen) und auf der Nyala-Fl√§che wiederum drei (links - also zur heutigen Show-Arena hin - S√ľdafrikanische Oryx, mittig Arabische Oryx, rechts Rappenantilopen).

√úbrigens hatte selbst dieser "Altzustand" schon eine Zusammenfassung rund zwanzig Jahre zuvor hinter sich gebracht, denn das heutige Pferdeantilopengehege bestand beim Bau der Anlage (1962-64) m.W. aus sogar f√ľnf oder sechs schlauchartigen, damals noch komplett vergitterten Gehegen. Das hatte zu dieser Zeit auch einen Sinn, denn damals wurden hier frisch importierte Antilopen eingew√∂hnt, und man hatte gute Erfahrungen damit gemacht, diese "eng" unterzubringen, damit sie bei Erschrecken keine H√∂chstgeschwindigkeit erreichen und sich m√∂glichst nicht im Zaun das Genick brechen konnten. Erst ab 1975 war der gesamte Antilopenring mit Trockengr√§ben ausgestattet.

Elen, Impala und Thomsongazelle lebten 1990 wie heute mit Böhm- alias Grantzebras zusammen, und zwar auf der alten Afrikaanlage.

Kaamas (zu dieser Zeit die einzigen eigentlichen Kuhantilopen im Zoo) und Springböcke bewohnten zusammen mit Damarazebras die linke Anlage des alten Zebrahauses, auf der rechten standen Defassa-Wasserböcke zusammen mit Straußen.

Auf der alten Giraffenanlage lebten zusammen mit den Giraffen noch Gro√üe Kudus und Bl√§ssb√∂cke. Am Giraffenhaus gab es zudem noch ein kleines Gehege f√ľr die Dikdiks, zu dem die heute als Lagerraum genutzten St√§lle gleich links hinter dem Eingang des Hauses geh√∂rten.
(18.07.2011, 16:07)
Jonas Homburg:   Ich habe beim durchforsten meines Schrankes vor kurzem einen Zoof√ľhrer aus dem Jahr 1990, also kurz vor dem Umbruch gefunden. Darin sind als Antilopenarten Elen, Impala, Gazelle, Rappen- und Pferdeantilopen, Nyala, Wei√ünackenmoorantilope, Kleiner und Gro√üer Kudu, Kuhantilope, Dikdik, Addax und Arabische Oryx verzeichnet. Zu der Zeit gab es laut dem Zoof√ľhrer die Afrikaanlage, die Zebraanlage, die Wasserbockanlage, die Giraffenalage und den Antilopenring. Wei√ü jemand genauer, wer da wo mit wem lebte? Gerade der Antilopenring erscheint mir bei so vielen Arten viel zu klein. Gab es da noch mehr Anlage als die drei von heute? Leider 6 Jahre vor meiner Zeit ;)
(18.07.2011, 15:39)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Das alte Tapirgehege entsprach in Form und Fl√§che noch den originalen Nashornanlagen von 1962 (Er√∂ffnung des Hauses). Urspr√ľnglich waren es zwei kleine, durch Graben getrennte Anlagen mit senkrechten Grabenw√§nden und jeweils eigenem Badebecken. 1978 wurden die Anlagen zusammengefasst (Trenngraben und eins der Becken verschwanden), 1991 wurde die umlaufende Grabenkante abgeschr√§gt. Als zuletzt Nash√∂rner darin lebten, war die Anlage im Grunde also die gleiche wie sp√§ter mit den Tapiren, nur dass sie f√ľr die Tapire begr√ľnt und mit Baumst√§mmen dekoriert werden konnte.
(18.05.2011, 09:11)
Jan Jakobi:   @MichaelMettler:
Ich meinte die ganz linke Kuh im Elefanten-Fotolexikon ist die Kuh die auf Bild 09 und 22 zu sehen ist.

"Indra" ist hochbeiniger als ihre Mutter und ihre Schwester.
Eine auffallende √Ąhnlichkeit mit "Burma" und "Tima" kann ich nicht so richtig erkennen. Nur die ebenfalls nach vorne gebogenen Ohrr√§nder.

War die Freilauffl√§che auf der die Tapire standen schon immer da, also schon f√ľr die Nash√∂rner gebaut? Oder wurde sie erst f√ľr die Tapire gebaut?

Wenn man das alte Elefantenhaus von den Flußpferden aus betrat, dann ging man auf den Schädel von "Tembo" zu. Da stand ein großer Glaskasten, innen drin ein Schädel und ein Schild um wen es sich dabei handelt. Aber kein Foto.

Der Schädel von "Tembo" fand sich leider nicht mehr im Dschungelpalast wieder...
Schade eigentlich, w√§re aber auch ein bisschen merkw√ľrdig gewesen.
Afrikanischer Elefant in einem Dschungelpalast passt nicht.


(17.05.2011, 22:16)
Jan Jakobi:   @MM:
Habe eben im Elefanten-Fotolexikon ein Bild von "Tima" entdeckt:

http://www.elefanten-fotolexikon.eu/index.php?seite=profil&id=1192

Alle drei Asiat. K√ľhe haben nach vorn gebogene Ohrr√§nder, die von uns aus gesehen ganz rechte Kuh ist in der Bildunterschrift mit "Tima" beschriftet.

Und wenn ich mir dann noch das unten von Ihnen eingestellte Bild von "Burma" anschaue, dann ist das richtig das die ganz rechte Kuh "Tima" ist.

Auf asianelephant.net ist also auf Bild 04 "Tima" zu sehen, Bild 09 und 11 zeigen die Kuh "Pioma", die ist die linke Kuh auf dem Bild im Elefanten-Fotolexikon.

(14.05.2011, 17:39)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Beschw√∂ren kann ich es nicht, aber ich tippe auf die Kuh auf Bild 04. Die nach vorn umgebogenen Ohrr√§nder stimmen, der wuchtige Sch√§del w√ľrde auch passen.
(27.04.2011, 08:45)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler: Ich habe ein paar Bilder auf asianelephant.net vom Zoo Madrid mir angeschaut. Eine der K√ľhe (leider unbeschriftet) m√ľsste "Tima" sein.

Hier ein Link:

http://www.asianelephant.net/madrid/madrid.htm#

Auf den Fotos Nummer 9 und 11 ist die Elefantenkuh zu sehen die ich f√ľr "Tima" halte.

Der obere Rand der Ohrmuschel ist wie bei "Burma" und "Indra" nach vorne gebogen.


(26.04.2011, 20:50)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Mein Rechner und mein Diascanner verweigern die Zusammenarbeit, und es ist mir derzeit einfach nicht den Aufwand wert, daran etwas zu √§ndern.
(19.03.2011, 22:29)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler:
Vielen Dank f√ľr die Antwort!

Die Fotos von "Indra" schaue ich mir gleich an.

Ist Ihr Scanner immer noch kaputt?!

Das mir "Iringa" ist nicht schön, man kann auch sagen: Sie hat vor schreck ein Jungtier bekommen.
(19.03.2011, 22:14)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Ich habe Fotos von Tima, kann sie aber nicht digitalisieren. Alte Fotos von Indra siehe
http://zooelefant.de//pages/deutsche-zoos/zoo-hannover/elefanten-in-hannover/indra.php

Zu Iringa, nur aus der Erinnerung heraus: Die Fehlgeburt fand statt, als die Elefantin in Panik geriet, weil auf einem dem Zoo benachbarten Grundst√ľck Feuerwerk veranstaltet wurde.
(19.03.2011, 22:05)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler:
Stimmt, könnte auch ein anderes Kalb sein.

Haben Sie ein Bild von "Tima"?

Können Sie das zum vergleichen mit "Indra" und "Burma" hier reinstellen?

Können Sie auch ein Bild von "Indra" als Jugendliche (so ca. 80-ziger Jahre) einstellen?

Ich kenne "Tima" nicht, war das erste Mal 2003 bei Hagenbeck, da wohnte ich noch mit meiner Mutter in Braunschweig.

@Niedersachse: Was ist denn mit der Afrikanerin "Iringa" nun genau passiert?
(19.03.2011, 19:12)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Kann aber durchaus sein, dass f√ľr die Karte ein schon √§lteres Foto benutzt wurde und das Kalb eben nicht Indra ist. Bis 1973 gab es ja sehr regelm√§√üig Nachwuchs in Hannover.
(19.03.2011, 18:53)
Jan Jakobi:   Ein sch√∂nes Bild von "Burma" und "Sabu" mit dem kleinem Elefantenbaby.
Das Kalb w√ľrde ich auf ca. 1 Jahr sch√§tzen, dann w√§re Ihre Vermutung, das es sich um "Indra" handelt, richtig.

War aber leider bis zu dem Zeitpunkt das letzte Kalb, "Mohti" starb 1973.

Es dauert bis das Elefantenbaby eine √Ąhnlichkeit mit seinen Eltern zeigt, bei Hagenbeck sieht man momentan das die beiden j√ľngsten K√§lber ihren Eltern noch nicht so √§hnlich sehen.
Ganz anders sieht es bei "Kandy" aus, ich kenne sie zwar seit sie ein Baby war, aber mir ist beim letzten Besuch aufgefallen das ihre Schädelhöcker so aus sehen wie bei ihrem Vater "Hussein".


(19.03.2011, 16:08)
Michael Mettler:   Und hier nun Indra in erwachsenem Zustand. Komisch, mir ist optische √Ąhnlichkeit zu Burma nie in den Sinn gekommen, w√§hrend mir das damals bei Hagenbeck mit Tima ganz anders ging. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich Indra quasi habe aufwachsen sehen, sie neben ihrer Mutter bis zu deren Tod immer sehr jugendlich wirkte und dieses Bild vielleicht immer noch im Ged√§chtnis nachwirkt.
(19.03.2011, 15:09)
Michael Mettler:   @Niedersachse: Zum Vergleich der erw√§hnten √Ąhnlichkeit zwischen Indra und ihrer Mutter Burma. Das Foto stammt von einer Bildpostkarte, die rechte Kuh ist Burma, die linke Sabu. Da die Karte von 1974 ist, k√∂nnte das Kalb in der Mitte tats√§chlich Indra (geboren 1973) sein.
(19.03.2011, 15:00)
Jan Jakobi:   Bei elephant.se steht als Todesdatum des Kalbes 18.09.1974 und bei Iringa 10.9.1974, scheint ein Fehler zu sein.

Wann war die Fr√ľgeburt?
In "Kein Tag..." steht das Iringa an den Folgen einer Fr√ľhgeburt starb.
(03.02.2011, 22:28)
Niedersachse:   Indra soll sowohl im Charakter als auch aussehen ihrer Mutter sehr √§hnlich sein.

Ne Fehlgeburt bedeutet ja nicht gleichzeitig, dass die Mutter aller Voraussicht auch stirbt.

Mit Iringa könnte ich nochmal versuchen nachzulesen.
(03.02.2011, 22:24)
Jan Jakobi:   Und der Bulle Siporex hat genau wie Indra √ľberlebt.

Sieht Indra ihrer Mutter Burma auch ähnlich?

√Ąhnlich sehen sich Indra und Jenny, man k√∂nnte denken es seien Geschwister.

1974 hatte die Afrikanerin Iringa eine Fr√ľhgeburt und starb dann.

Im Tierpark Berlin hatte 2009 die Elefantenkuh Nova auch eine Fr√ľhgeburt und sie ist nicht gestorben.

Was ist denn bei Iringa passiert?


(03.02.2011, 22:21)
Michael Mettler:   Bei Burma und Sabu war wohl eine Futtermittelvergiftung die Todesursache. Indra hatte m.W. gerade noch so die Kurve bekommen, vielleicht wegen ihres erheblich j√ľngeren Alters. Tima habe ich noch bei Hagenbeck kennengelernt, bevor sie nach Madrid abgegeben wurde; sie erinnerte mich im Aussehen sehr an ihre Mutter Burma. √úber Lollos Grabensturz wei√ü ich nichts N√§heres.
(03.02.2011, 22:11)
Jan Jakobi:   Calvin ist laut J√ľrgen Kruse/"Elefant,Tiger&Co" ein ruhiger,souver√§ner und gelassener Bulle. Er mag au√üerdem J√ľrgen Kruse und zwei weitere Kollegen.

Ich habe vor einigen Jahren einmal gesehen wie 2 Pfleger auf der Herdenanlage waren und sich das Tor öffnete durch das Calvin dann ging.
Es könnte aber auch eine Elefantenkuh gewesen sein, Calvin hat nämlich keine Stoßzähne.
(03.02.2011, 22:01)
Niedersachse:   Mehr wei√ü ich aus pers√∂nlichen Erz√§hlungen Beteiligter auch nicht dar√ľber, lediglich dass Amelung angegriffen wurde und man sich noch in Sicherheit bringen konnte.

Zu Calvin wird nicht mehr reingegangen! Nur im aller äußersten Notfall. Auf der Anlage kenn ich nur eine Szene, als Calvin mal nicht wieder in die Bullenanlage wollte. Da waren aber mind. 30m zwischen Pfleger und Calvin. Und wo man noch direkten Kontakt zu Calvin hatte war, wenn man ihn abgesamt hat, da war er aber sediert. Sonst gibt es keinen direkten Kontakt zu ihm. Calvin ist nämlich wirklich nicht ohne.

Siporex kam in ne Kiste und dann r√ľber. Jenny und Indra ebenfalls per Kiste und ich meine Ilona auch. Wobei ich mir bei Ilona nicht ganz sicher bin. M√ľsste ich nochmal nachlesen. Khaing Hnin Hnin kam auch in ne Kiste.
(03.02.2011, 21:42)
Jan Jakobi:   Wie ist denn das passiert? Mit dem Angriff?

Zu Calvin gehen J√ľrgen Kruse und zwei weitere Pfleger rein.

Wie hat man denn die Elefanten in den Dschungelpalast bekommen?

Ich nehme an das Jenny,Ilona und Indra zu Fu√ü dahin gef√ľhrt wurden.

Mit Siporex eher nicht.

Er wurde wahrscheinlich, f√ľr die ca. 100 m, in eine Kiste gestellt.
(03.02.2011, 21:35)
Niedersachse:   Ich hab ihn letztes Jahr im Zoo getroffen.

Rolf Amelung und der heutige Chefpfleger J√ľrgen Kruse waren 1988 gemeinsam in der Anlage zum Saubermachen und da kam Siporex auf die Idee Amelung anzugreifen. Seit dem zwischenfall wurde auf PC umgestellt. Umgebaut wurde nur dahingehend, dass man den Stall auf PC umger√ľstet hat. Zu Siporex ist neben Amelung auch nur ein weiterer Pfleger alleine reingegangen. Die anderen nur zusammen mit Amelung.
(03.02.2011, 21:28)
Jan Jakobi:   @Niedersachse:
Ihn als 73-jährigen zu erkennen wird sehr schwer sein.

Haben Sie ihn in den letzten 10 Jahren im Zoo gesehen und erkannt?

Die Bilder sind aus den 60-ziger und 70-ziger Jahren.

Siporex hat 1988 Rolf Amelung angegriffen. Dann musste eine extra Bullen-Box gebaut werden.

(03.02.2011, 21:24)
Niedersachse:   Wieso sollte er nen Nervenzusammenbruch erleiden? Sprech ihn ruhig drauf an. Mir hat bereitwillig was erz√§hlt, auch √ľber die anderen Elefanten.
Wenn man ihn aber nur von den Bildern von damals kennt, erkennt man ihn jetzt nicht mehr wieder.

Siporex hat im √ľbrigen sp√§ter auch nochmal Rolf Amelung angegriffen.
(03.02.2011, 21:18)
Jan Jakobi:   @Niedersachse: Tats√§chlich? Das finde ich sch√∂n das er noch unter den Lebenden ist.

So wie sich das anh√∂rt scheint sein R√ľcken (Wirbels√§ule wo sich der ein oder andere Nerv verklemmte) keine Probleme zu machen.
Ist das im Buch "Kein Tag ohne Abenteuer" ein zu sehr √ľbertrieben worden?

@Michael Mettler: Wann hat Wolfgang Ramin den Zoo verlassen?
Was w√ľrde er sagen wenn man ihn vorsichtig auf Tembo und Mothi anspricht?
Ich w√ľrde das lieber lassen ihn auf die beiden Bullen anzusprechen.
Nicht das er einen Nervenzusammenbruch erleidet, wie es passiert ist als er Tembo einschläfern musste.

Von seinen ehemaligen Elefanten lebt nur noch, die am 23.01.1973 in Hannover geborene, Indra in Hannover.
Indra war das letzte Kind der Burma.

Tima, die älteste noch lebende, lebt in Madrid.

Woran sind Burma und Sabu verstorben?

Warum fiel Lolo in den Graben? Rangelei?
(03.02.2011, 21:12)
Niedersachse:   Wolfgang Ramin lebt noch und erfreut sich bester Gesundheit. Ist auch noch h√§ufig im Zoo anzutreffen und pflegt noch sehr guten Kontakt zu den Elefanten und den Pflegern. Er erz√§hlt auch gern von fr√ľher wenn man ihn anspricht. Ist ne beeindruckende Pers√∂nlichkeit.

Sein Sohn ist Gärtner im Zoo Hannover.
(03.02.2011, 20:56)
Michael Mettler:   Bin mir nicht sicher, aber Ramin jr. arbeitet m.W. nicht als Tierpfleger, sondern im g√§rtnerischen Bereich.
(03.02.2011, 20:53)
Jan Jakobi:   Ich denke mal das Wolfgang Ramin noch lebt, er wird dieses Jahr 73 Jahre alt.

Aus "Kein Tag ohne Abenteuer":
Wolfgang Ramin wurde 1978 von Siporex einmal angegriffen, weil sich ein Nerv wieder in der Wirbelsäule verklemmt hat. Er musste dann im Rollstuhl sitzen. Als er wieder stehen und gehen konnte hatte er Direktor Dittrich darum gebeten ihn in ein anderes Revier (Antilopen und Hirsche) zu versetzen.
Das Buch erschien 1980 und Michael Mettler erwähnte in diesem Forum das Wolfgang Ramin bei erscheinen des Buches im Antilopen-und Hirschrevier arbeitete.
Ich denke dort wird er ein paar Jahre gearbeitet haben und wegen seinem R√ľcken wurde er vermutlich ein paar Jahre fr√ľher in Rente (ab 65 Jahre ?) geschickt. Das k√∂nnte vor zwischen 1980 und 1990 gewesen sein.

(03.02.2011, 20:39)
Kai Deuker:   @Jan,K.A
(03.02.2011, 20:26)
Jan Jakobi:   Lebt Wolfgang Ramin noch?
Bis wann arbeitete Wolfgang Ramin im Zoo?
Er soll ab 1978 im Antilopenrevier gearbeitet haben.
In welchem Revier arbeitet/arbeitete sein Sohn?

(03.02.2011, 18:22)
Kai Deuker:   W.Ramin hat in einem der Tierpflegerh√§user an der Adenauerallee gewohnt.Er hat sp√§ter auch das Revier gewechselt.
(03.02.2011, 12:23)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Keine Ahnung.
(03.02.2011, 10:11)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler und Kai Deuker:
Hat Wolfgang Ramin auch im Zoo gewohnt
oder in einer der beiden dem Zoo angrenzenden Straßen (Adenaueralle und ?)?
(03.02.2011, 09:36)
Kai Deuker:   @Henry,das kleine Haus oben links war Darmals die einzige Tierpfleger Wohnung im Zoo direkt.Sie wurde bewohnt von Herrn Funke(Revier Antilopen& Giraffen)der untere teil des Hauses war zwischen"Lager"und Quarant√§ne.Den rest hat M.M ja beschrieben.Danke Michael
(02.02.2011, 23:07)
Michael Mettler:   Die Luftaufnahme m√ľsste 1962 entstanden sein (entstammt aber aus einem Buch von 1965). Indizien daf√ľr sind das Gel√§nde unten rechts im Bild, wo ab 1962 die Giraffenanlage gebaut wurde, hier aber noch die historische kleine B√§renfreianlage zu sehen ist, und das 1962 fertiggestellte Elefantenhaus.

Um das Bild mal komplett zu beschriften (im Uhrzeigersinn von links unten an): Raubtierhaus mit gro√üer B√§renfreianlage, historisches Affenhaus (das Oval davor k√∂nnte die Ponyreitbahn gewesen sein), Tropenhaus mit Nebengeb√§ude (Menschenaffenquarant√§ne), Flusspferdhaus, Elefantenhaus (die "W√ľrfel" an der oberen Seite waren die Kleinkatzenk√§fige), kleine B√§renfreianlage, und schr√§g links dar√ľber die Gibbonfreianlage.

In den 70ern kam noch ein St√ľck Elefantenfreianlage f√ľr die Afrikaner hinzu, in etwa so gro√ü wie die kleinere der beiden originalen; dort gelegen, wo auf dem Bild noch ein gro√üer Besucherbereich quasi zwischen die Au√üenanlagen st√∂√üt, und mit dem alten Gehege durch eine absperrbare Br√ľcke verbunden.

@Jan Jakobi: Tembo soll seinen Pfleger sogar mehrmals vor Bibi gerettet haben.
(02.02.2011, 22:36)
Jan Jakobi:   Man sieht auf der Luftaufnahme sehr gut wie gro√ü die Elefantenau√üenanlagen waren.
Aber trotzdem lebten dort 3 Afrikaner (Tembo, Bibi, Beira) mehrere Jahre lang.
Laut "Kein Tag ohne Abenteuer" hat die Afrikaner-Kuh Bibi den Pfleger Wolfgang Ramin einmal angegriffen, dieser wurde von Tembo gerettet, weil sein Pfleger nach ihm rief.
(02.02.2011, 20:40)
Henry Merker:   @Carsten Horn:
Vielen Dank f√ľr die Info!
(02.02.2011, 19:33)
Carsten Horn:   Rechts mittig ist das Dickh√§uterhaus (Elefanten, Nash√∂rner), dar√ľber das Flu√üpferdhaus...
(02.02.2011, 19:25)
Henry Merker:   @Kai Deuker:
Stellt das Haus, das rechts zu sehen ist, das alte Elefantenhaus dar? Und stellt des eine Haus, das oben links steht und heller ist, als das daneben, das heutige Affenhaus, wo u.a. die Drills und Haubenlanguren leben, dar?
(02.02.2011, 17:42)
Kai Deuker:   Eine Lufbildaufnahme 1965
(02.02.2011, 15:11)
Gerhard Joerres:   @ Michael Mettler
Ich w√ľrde Ihnen gerne meine Datei zu Hannover und Ruhe zukommen lassen. Das w√ľrde die Suche erleichtern
(02.02.2011, 11:55)
Michael Mettler:   @Gerhard Joerres: Als erstes Ergebnis sei erw√§hnt, dass bereits auf einer anl√§sslich eines Privatbesuches am 2.9.1948 notierten, mir vorliegenden Tierliste ein Eisb√§r verzeichnet ist, der - da die Liste in Reihenfolge des Rundganges geschrieben wurde - im B√§renzwinger gelebt haben muss.

Und anbei noch ein Foto von Dezember 1938 einer der Ruheschen "Masseneinquartierungen".
(02.02.2011, 00:24)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler: Ich habe die broschierte Ausgabe.
Aber das konnte ich beim Kauf im Internet nicht wissen das da keine Bilder von Tembo drin sind.
(02.02.2011, 00:00)
Kai Deuker:   Es gibt einen Film von Horst Latske "ein Spaziergang in Zoo" da sind Aufnahmen der noch jungen B√§ren zu sehen.
(01.02.2011, 23:44)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Meine Ausgabe ist gebunden, mit dem nebenstehenden Schutzumschlagmotiv (Foto aus dem Internet). Ich wusste bisher gar nicht, dass es verschiedene Ausgaben gab.
(01.02.2011, 23:41)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler:
Ich hatte vor ein paar Jahren nach Bildern von dem sagenumwobenen Tembo gesucht und stieß dabei genau in dieses Forum wo (ich glaube) Sie schrieben in dem Buch "Kein Tag ohne Abenteuer" gäbe es Bilder von Tembo mit seinem Wärter Wolfgang Ramin in der Innenanlage. Also habe ich das Buch im Internet gesucht und gefunden und dann bestellt.

Man kann gut erkennen das keine Seiten rausgerissen wurden, weil keine Reste von den Seiten drin sind.

Sind in Ihrer Ausgabe andere Geschichten drinnen?
Die Lebensgeschichte von Wolfgang Ramin kommt offensichtlich in beiden vor.

Meine Ausgabe ist broschiert, ist ein Papierdeckel und Papierboden.

Hat Herr Klaus Sch√ľling das Buch (die andere Ausgabe) zuf√§llig noch auf Lager?

(01.02.2011, 23:23)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler:
Ich hatte vor ein paar Jahren nach Bildern von dem sagenumwobenen Tembo gesucht und stieß dabei genau in dieses Forum wo (ich glaube) Sie schrieben in dem Buch "Kein Tag ohne Abenteuer" gäbe es Bilder von Tembo mit seinem Wärter Wolfgang Ramin in der Innenanlage. Also habe ich das Buch im Internet gesucht und gefunden und dann bestellt.

Man kann gut erkennen das keine Seiten rausgerissen wurden, weil keine Reste von den Seiten drin sind.

Sind in Ihrer Ausgabe andere Geschichten drinnen?
Die Lebensgeschichte von Wolfgang Ramin kommt offensichtlich in beiden vor.

Meine Ausgabe ist broschiert, ist ein Papierdeckel und Papierboden.

Hat Herr Klaus Sch√ľling das Buch (die andere Ausgabe) zuf√§llig noch auf Lager?

(01.02.2011, 23:23)
Michael Mettler:   Und nun noch das erw√§hnte Foto aus der Umbauphase des Hauses: Der neu errichtete B√§ren-Stalltrakt steht bereits (und steht auch heute noch als letztes √úberbleibsel des Hauses, genutzt derzeit als Haus der Show-Arena), die flankierenden Gro√ükatzenk√§fige sind noch nicht fertig.
(01.02.2011, 23:17)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Hm, da habe ich eine deutlich umfangreicher bebilderte Ausgabe.

@Sven: Bild Nummer Zwei, aus den 50er Jahren ohne genaueres Datum. Zeigt noch den Altzustand des Raubtierhauses und die im Gegensatz zur älteren Aufnahme, die Gerhard Joerres eingestellt hat, komplett verfelste Insel, wie sie noch bis vor wenigen Jahren sichtbar war (und teilweise noch immer unter der Show-Arena exisitiert).
(01.02.2011, 23:14)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler:
Ich habe das Buch "Kein Tag ohne Abenteuer" und sogar die erste Auflage.
Es gibt 2 Elefantenbilder darin, das eine zeigt Wolfgang Ramin mit einer Kuh die auf einem Podest sitzt und er auf ihrem Kopf und das andere Bild zeigt Wolfgang Ramin stehend zwischen zwei liegenden K√ľhen und einem Kalb. √úbrigens alles Asiaten.
Können Sie die Seiten (wo die Bilder abgebildet sind) einscannen und mir mailen?
Einfach auf meinen Namen klicken und schreiben.
(01.02.2011, 22:59)
Michael Mettler:   @Gerhard Joerres: Das Foto zeigt allerdings nicht den B√§renzwinger, der stand an anderer Stelle und hatte erst in der Nachkriegszeit Freianlagen. Zu sehen ist vielmehr das historische Gro√üe Raubtierhaus von 1868, das ebenfalls urspr√ľnglich keine Freianlage hatte; der Felsengrotte in der Bildmitte war im Originalzustand ein L√∂wenzwinger vorgelagert. 1924 ersetzte dann die so genannte L√∂weninsel den Gitterzwinger, die im Laufe der Zeit nicht nur L√∂wen, sondern auch Tiger und verschiedenste B√§ren beherbergte. Die B√∂schungen wurden sp√§ter sehr viel massiver als auf diesem alten Foto zu sehen mit Felsen verkleidet, die Plattform betoniert. Sp√§testens ab dem Raubtierhausumbau 1959/60 (da verschwand auch die neugotische Kulisse) wurden auf der Freianlage nur noch B√§ren gehalten. Im B√§renzwinger von 1864 wurden aber ebenfalls immer wieder Eisb√§ren gehalten, bis in die Nachkriegszeit hinein.

Ich schaue mal nach, was ich √ľber hannoversche Eisb√§ren aus den diversen Chroniken zusammentragen kann. Die Fluktuation der Ruhe-√Ąra d√ľrfte aber sehr hoch gewesen sein, m√∂glicherweise sa√üen zeitweise auch gleichzeitig Jungb√§ren auf der Insel und Altb√§ren im Zwinger. Gez√ľchtet wurde in Hannover meines Wissens nie bzw. es kam zwar zu Geburten von Eisb√§ren und Eisb√§rmischlingen (mit Kragenb√§r!), aber ohne Aufzuchterfolg.

@Sven: Anbei eins der erwähnten Fotos, datiert von 1960.

@Jan Jakobi: Eigene Bilder der beiden genannten Bullen im Innenraum habe ich nicht, ich habe erst sp√§ter (in der √Ąra Kenny/Siporex) begonnen, mit einer brauchbaren Kamera zu fotografieren. Das Buch "Kein Tag ohne Abenteuer" von Gerhard Gronefeld, in dem die Geschichte von Wolfgang Ramin und sein spezielles Verh√§ltnis zu Tembo und Mothi erz√§hlt wird, enth√§lt aber einige Fotos des Afrikanerbullen im Stall. Der Stallbereich beherbergte zeitweise inklusive zweier adulter Bullen zehn Elefanten... Aus Kindertagen kann ich mich noch an Elefantenvorf√ľhrungen im Haus erinnern, bei denen Mothi auf einer riesigen Holzkugel balancierte. Auch davon gibt es √ľbrigens einen "offiziellen" Fotobeleg.
(01.02.2011, 22:47)
Gerhard Joerres:   Der erste B√§renzwinger wurde 1864 errichtet. Die ersten B√§ren waren zur Er√∂ffnung schon da. Ruhe stellte 1925 15 junge Eisb√§ren in Hannover ein. Auf einem Foto von 1938 waren 13 B√§ren zu sehen
(01.02.2011, 22:10)
Gerhard Joerres:   Mir ist bekannt, dass es 1954 2 B√§ren in Hannover gab. Von wann, bis wann habe ich noch nicht herausgefunden. 1956 wurde ein weiblicher (Astra) und ein m√§nnlicher (Nordpol) von Ruhe eingestellt. Der weitere Verbleib ist unklar. Im Jahr 1962 kam ein Weibchen (Sonja), auch deren Verbleib ist nicht ermittelbar. Erst ab 1971 habe ich gesicherte Daten √ľber B√§ren.

Gerade bei Hannover gibt es Schwierigkeiten, da der Zoo auch als "Zwischenlager" f√ľr Ruhe diente.


(01.02.2011, 22:07)
Jan Jakobi:   Hallo Herr Michael Mettler ich suche nach Bildern von der alten Innenanlage der alten Elefantenanlage es Zoo Hannovers.
Haben Sie Bilder von der Innenanlage mit einen der Elefantenbullen(Tembo oder Mothi) darin?
Wenn ja können Sie die Bilder in diesen Thread stellen oder mir schicken.
Kenne die Innenanlage als leere, war 2007 drin und der Bereich f√ľr die Tapire war gro√ü, der ehemalige Elefantenbereich war seeehr klein.
(01.02.2011, 22:01)
Sven P. Peter:   Michael, die Fotos klingen sehr interessant. Und wenn sie schon gescannt und auf dem PC sind... Zeig mal ;)
(01.02.2011, 21:55)
Michael Mettler:   Habe eben in ein paar Privataufnahmen von Bekannten nachgeschaut, die ich mir scannen durfte: Ein Foto aus dem Jahr 1960 zeigt die B√§renanlage besetzt mit einer gro√üen Gruppe Jungb√§ren verschiedenster Arten, ein Foto aus der Umbauphase des Raubtierhauses (B√§renstall bereits fertig, benachbarte Katzenk√§fige noch nicht) zeigt u.a. einen adulten Eisb√§ren und zwei Lippenb√§ren auf der Anlage. Spr√§che alles durchaus daf√ľr, dass die Aufnahme aus dem Familienalbum der Deukers tats√§chlich aus dem Winter 1959/60 stammen k√∂nnte.
(01.02.2011, 21:51)
Michael Mettler:   @Gerhard Joerres: Falls der zu sehende Eisb√§r der Hintergrund f√ľr die Frage sein sollte, schiebe ich noch ein zweites Bild nach - stammt aus dem Zoof√ľhrer von 1967 und ist aus sehr √§hnlicher Perspektive aufgenommen, nur zu einer anderen Jahreszeit. Im Hintergrund wiederum das historische Antilopenhaus. Es gab zu dieser Zeit also mindestens zwei adulte Eisb√§ren im Zoo.

Die Fotos von Kai Deuker m√ľssen aus dem Zeitraum zwischen 1959/60 (Umbau des Raubtierhauses, wobei der zu sehende Tigerk√§fig entstand) und 1968 (Errichtung der K√§nguru-Freianlagen auf dem Gel√§nde des abgerissenen historischen Antilopenhauses) sein.
(01.02.2011, 21:34)
Kai Deuker:   Nein nicht genau .Sie ist aus einem alten Familienalbum und die meisten anderen Aufnahmen sind ¬ī59¬ī60
(01.02.2011, 21:20)
Gerhard Joerres:   Kannst du sagen von wann die Aufnahme der B√§renanlage ist.
(01.02.2011, 21:04)
Michael Mettler:   Sch√∂ne historische Aufnahmen, besonders wegen der Geb√§ude im Hintergrund (hinter B√§renanlage und Lamas das alte Antilopenhaus, hinter dem Tigerk√§fig das alte Affenhaus).
(01.02.2011, 19:53)
Kai Deuker:   Die Bison¬īs die Essel(Schwarmstedt) gebracht wurden sind bald nach der Ankunft verstorben,zuerst eine Kuh und kurze Zeit sp√§ter der Bulle.Der Sch√§del des Bullen ist auf der Webseite der Bisonfarm zu sehen.Bisonfarm Essel
(01.02.2011, 18:07)
Kai Deuker:   die B√§renanlage
(01.02.2011, 17:52)
Kai Deuker:   noch eins
(01.02.2011, 17:50)
Kai Deuker:   Hier noch ein paar Fotos vom alten Zoo
(01.02.2011, 17:49)
Kai Deuker:   Die Faultiere im Tropenhaus.
(01.02.2011, 17:40)
Ronny:   Ich habe eine Auflistung der gehaltenen Greifv√∂gel im Zoo Hannover von 1906 gefunden:

Chimango
Rotmilan
Schwarzmilan (Einzeltier)
Schmarotzermilan (Einzeltier)
Mäusebussard (Normal Farben und Weiße Morphe)
Kleiner Schreiadler (Einzeltier)
Palmgeier (Einzeltier)
Malaiische Brahminenweihe
Kuttengeier (Einzeltier)
Gänsegeier
Seeadler
Schlangenhabicht
Keilschwanzadler (Einzeltier)
Blaubussard
Ohrengeier
Habicht
Andenkondor
Rabengeier
Truthahngeier
Schopfkaraka
Europäischer Uhu
Virginia-Uhu
Waldkauz
Brillenkauz
Habichtekauz
Steinkauz
Schleiereule
Turmfalke


Quelle: Detmers, Erwin (1906): Die Raubvögel des Zoologischen Garten in Hannover, Zoologischer Garten 47, Heft 11, S.329-336
(23.06.2010, 11:01)
Michael Mettler:   Der abgebildete Wombat ist einer von den Tasmaniern und das Zwerghippo die alte Kuh, die nach dem Tod des Bullen aus dem Flusspferdhaus genommen und tats√§chlich zuerst auf der gr√∂√üeren Innenfreianlage im Elefantenhaus gehalten wurde. Im Flusspferdhaus wurde danach das Trenngitter aus dem Wasserbecken entfernt, so dass die gro√üen Hippos den vorherigen Beckenbereich der Zwerge mitnutzen konnten.
(07.01.2010, 10:30)
Mel:   @Teutenberg: Danke f√ľr die Antwort und so fest gefahren bin ich da nicht in Punkto Antwortgeber ;-)
(06.01.2010, 23:50)
Oliver Jahn:   Also dieses Bild vom Zwergflusspferd halte ich f√ľr eine echte Rarit√§t. Ich kenne das Tier nur auf der kleinen Anlage. Klasse, immer mal wieder was neues! Danke Mel!
(06.01.2010, 23:50)
Teutenberg:   ich wei√ü du wolltest die antwort von michael aber ja is richtig ...
(06.01.2010, 23:30)
Mel:   Streiche meine Schichtbetriebidee....Sorry habe das mit dem nachfolgenden Spitzmaulnashornpaar falsch verstanden gehabt.
(06.01.2010, 23:26)
Mel:   √Ąhm bei der Benennung der inzelnen Innenanlagen habe ich mich jetzt nach dem Grundriss gerichtet, also formuliere ich mal um Graben vor der gro√üen Innenstallung - Zwergflu√üpferd, Graben vor der kleinen IA - Wombat.
(06.01.2010, 23:24)
Mel:   Und hier der Wombat.

Ich will jetzt nicht wiedersprechen, Du bist der Hannoverfachman, aber ich bin mir sicher das Bild am Dickh√§uterhaus geschossen zu haben. Allerdings war es kurz vor Schlie√üung des Zoos, kann es sein das da eine Art Schichtbetrieb praktiziert wurde? Tags √ľber die Nash√∂rner und Abends bzw. "Sommernachts" die Tapire?
(06.01.2010, 23:21)
Mel:   Und dann h√§tte ich da noch 2 Aufnahmen deren genauen Zeitpunkt ich leider nicht mehr fest stellen kann. Michael, Du wirst dich sicher daran erinner ich hatte mal erw√§hnt das ich eine Aufnahme eines Zwergflu√üpferdes im Wassergraben vor der ehemaligen Innenstallung der Nash√∂rner, und ein Bild eines Wombats im Graben vor den Tapirinnenstallungen habe. Ich denke mal die passen hier ganz gut rein ;-)
(06.01.2010, 23:16)
Michael Mettler:   @Mel: Seit Mitte der 60er Jahre standen m.W. durchg√§ngig auf beiden Au√üenanlagen Nash√∂rner, auch wenn die rechte urspr√ľnglich f√ľr Tapire geplant war und m√∂glicherweise im Rahmen des Tierhandels mal welche dort standen (es gab aber auch Tapirgehege am alten Antilopenhaus). Auf der linken Anlage lebten Spitzm√§uler, auf der rechten Breitm√§uler (zuerst ein N√∂rdliches, danach S√ľdliche). Bei Zusammenschluss der Anlagen waren noch beide Arten vorhanden und wurden vergesellschaftet, wobei die Bullen abwechselnd rausgelassen wurden (der Spitzmaulbulle war auch zeitweise in Z√ľrich eingestellt), w√§hrend die K√ľhe immer zusammen auf der Anlage waren. Die Spitzm√§uler wurden bis zu ihrem Tod gehalten, zu den Breitm√§ulern siehe unten. Die Flachlandtapire wurden erst nach dem Umzug des nachfolgenden Spitzmaulpaares in die heutige Anlage als "L√ľckenf√ľller" angeschafft.

√úbrigens war Hannover nicht der einzige Ort, in dem beide Nashornarten zeitweise zusammen gehalten wurden. Das Titelbild des 1974er Jahresberichtes von Dvur Kralove zeigt je ein Spitzmaul- und Breitmaulnashorn nebeneinanderstehend.
(06.01.2010, 23:11)
Mel:   Hm da kann ich auch noch was beisteuern ;-) Hier ein leider sehr schlechtes Bild (primitive Technik halt)vom Sommer 2001, welches 2 Flachland-Tapire auf der Aussenanlage zeigt. Hierbei m√ľsste es sich um die Seite der Aussenanlage handeln auf der vor dem Zusammenschlu√ü die Nash√∂rner standen.
(06.01.2010, 22:39)
Michael Mettler:   @Oliver: Ich erinnere mich nicht, ob es noch einen anderen Grabenausstieg gab. Theoretisch m√ľsste es aber, denn der alte Ausstieg befand sich zwischen den beiden Nashorngehegen vor der Stallwand und entfiel somit bei der Zusammenlegung. Einen der Tapire siehst du ja auf dem alten Foto auch hinter den Querbalken, also auf der eigentlichen Gehegefl√§che.

Im Prinzip m√ľsste es zu dieser Zeit sogar an beiden Gehegeau√üenseiten Ausstiege gegeben haben, da der Graben zu schmal war, als dass ein hinabgestiegenes Nashorn sich darin h√§tte drehen k√∂nnen, und r√ľckw√§rts bekommt man es schlecht wieder nach oben. Genau das war n√§mlich vor der Zusammenlegung zum Problem geworden: Die Breitm√§uler stiegen n√§mlich ab und zu √ľber die Grabenkante runter, und dabei war es mindestens einmal dazu gekommen, dass dann beide Rhinos unten standen - und zwar von Angesicht zu Angesicht. Bl√∂de Situation, wenn nur an einem Ende des Grabens ein Ausstieg ist.
(05.01.2010, 23:23)
Oliver Jahn:   Ach so, dann ist der Tapir also den Graben lang gegangen und hat sich in die "Ausbuchtung" gestellt? Oder hielt man das Tier nur im Graben? Nur welchen Sinn machte die Treppe, wenn dahinter ein Zaun war, der das "Treppe-Hochgehen" ja eigentlich sinnlos machte?
Mit den Breitm√§ulern hatte ich ja dann wohl noch echtes Gl√ľck. Denn ich war im Mai 1991 im Zoo.
(05.01.2010, 21:19)
Michael Mettler:   @Oliver: Die Querbalken hinter dem Tapir gingen nur bis zur linken Kante des ehemaligen Grabens, es sah also knapp au√üerhalb des linken Bildrandes √§hnlich aus wie nach rechts hin. Auf dem beigef√ľgten Foto von M√§rz 1990 sieht man die "Tapirnische" rechts im Bild.

Von den beiden Breitmaulnashörnern starb die Kuh und der Bulle wurde kurz danach in Hodenhagen eingestellt. Ich habe Umbaufotos der Anlage von Juni 1991 und solche, die im Oktober 1991 schon das erste neue Nashorn auf der Anlage zeigen.
(05.01.2010, 20:57)
Oliver Jahn:   ICh kann deinen Ausf√ľhrungen gut folgen, aber etwas verstehe ich immer noch nicht. Wenn der Tapir quasi im noch offenen Ende des zugesch√ľtteten Trenngrabens steht, dann m√ľsste dieser ja urspr√ľnglich von ihm aus nach hinten auf die L√§ngsseite des Hauses zulaufen. Beide alten Gehege waren ja so getrennt, dass man von den Pr√§riehunden aus eine Anlage links und eine rechts liegen sah. Dieser Holzzaun aber hinter dem Tapir, den verstehe ich so gar nicht, denn er scheint ja das linke Gehege noch einmal in der Querrichtung zu teilen?
Wann gingen denn die alten Nash√∂rner weg? Ich habe den Zoo 1991 das erste mal besucht, und da gab es noch zwei Breitmaulnash√∂rner auf der Anlage. Dementsprechend m√ľsste es ja dann auch noch den alten Graben gegeben haben. Allerdings fehlt mir daran jede Erinnerung und auf meinen Fotos von damals sieht man zwar die Nashornanlage, aber nur einen Teil davon ohne Graben.
(05.01.2010, 19:58)
Michael Mettler:   @Oliver: Urspr√ľnglich waren es ja zwei Nashornanlagen, die 1978 zusammengefasst wurden. Dabei wurde der Trenngraben weitgehend zugesch√ľttet, aber im vorderen Teil - zum Besucher hin - die abgebildete Treppe aus Bahnschwellen eingebaut. Der Tapir steht also gewisserma√üen im vorherigen Trenngraben zwischen den Anlagen, und die Betonkante rechts unten ist die Gehegekante des ehemals rechten Nashorngeheges. Damals gab es zwischen Pr√§riehund- und Nashornanlage noch einen Besucherweg (man konnte die Pr√§riehundanlage also noch komplett umrunden), und von diesem aus ist das Bild entstanden.

Nach der Abgabe des letzten √ľberlebenden Nashorns aus dem Altbestand wurden dann 1991 die urspr√ľnglich senkrechten Grabenkanten gehegeseitig durch eine B√∂schung ersetzt, in diesem Zusammenhang verschwand auch die Bahnschwellenkonstruktion. Und nach diesem Umbau kamen dann Kifaru und Sany als neues Paar Spitzmaulnash√∂rner in den Zoo. Da waren die Schabrackentapire aber schon lange weg. Nach diesen √ľbernahmen √ľbrigens die Tasmanischen Wombats deren "Schicht" auf der Au√üenanlage.
(05.01.2010, 19:21)
Oliver Jahn:   Na das ist ja mal wieder ein echtes Schmankerl. Dennoch bin ich etwas verwirrt...ich kenne die alte Anlage ja auch noch mit Nash√∂rnern und ich bringe den Tapir jetzt dort nirgendwo unter. Wo genau steht der denn?
(05.01.2010, 19:00)
Michael Mettler:   Ein Foto mit Seltenheitswert, das ich beim Aufr√§umen gefunden habe: Die beiden hannoverschen Schabrackentapire auf der Au√üenanlage, aufgenommen ca. 1979 mit meiner damaligen Primitivkamera. Die Anlage ist die zusammengefasste alte Nashorn- bzw. sp√§tere Flachlandtapiranlage, und die Schabrackentapire hatten immer nur dann Freigang, wenn die Nash√∂rner im Stall waren. Deshalb bekam man sie nur selten zu Gesicht.
(05.01.2010, 12:49)
Michael Mettler:   P.S. Das m√ľsste dann aber sehr fr√ľh erfolgt sein. In einer Ausgabe des "Zoologischen Garten" von 1967 (Heft 1/2) gibt es einen Artikel √ľber die Neubauten in Hannover, und da hei√üt es √ľber das 1962 er√∂ffnete Haus, dass die B√∂den der Innenfreianlagen aus Betonsteinen bestehen. Das dazugeh√∂rige Foto ist allerdings das gleiche wie im 100-Jahre-Band.
(10.12.2009, 21:11)
Michael Mettler:   @Niedersachse: Ja, das ist eins von denen, die ich meine. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo davon gelesen zu haben, dass die Innenanlagen zuerst ein Sandbett hatten und erst nachtr√§glich gepflastert wurden; m√∂glich w√§re das nat√ľrlich.
(10.12.2009, 20:41)
Niedersachse:   Ich spreche von einem Bild im Buch 100 Jahre Zoo Hannover.
Sollte dir bestimmt bekannt sein MM.
(10.12.2009, 20:34)
Michael Mettler:   Eventuell trifft beides zu, n√§mlich, dass zeitweise eine d√ľnne Sandschicht auf den eigentlich gepflasterten Boden der Innenfreianlagen aufgebracht wurde. Ich kenne n√§mlich auch alte Fotos, die eher nach Sandboden aussehen.
(10.12.2009, 20:28)
Oliver Jahn:   Wenn die St√§lle gemeint sind, die der Besucher auch sehen konnte, dann waren die nicht mit Sand ausgelegt, sondern gefliest. Wobei es nicht unbedingt gebrannte Fliesen gewesen sein m√ľssen, es k√∂nnen auch einfache Pflastersteine gewesen sein, auf jeden Fall waren sie quadratisch.
(10.12.2009, 20:02)
Niedersachse:   Waren eigentlich die Nashornst√§lle im alten Elefantenhaus mit Sandboden ausgelegt.
Hab jetzt nämlich ein Bild gesehen, wie es so scheint.
(10.12.2009, 19:38)
Henry Merker:   @Michael Mettler, @Sacha & @Niedersachse:
Ich m√∂chte mich an dieser Stelle f√ľr eure interessanten Beitr√§ge bedanken. Aufschlussreich finde ich, dass "Siam" entgegen einer anderen Quelle, √ľber die ich gerade verf√ľge, nicht in Thailand, sondern in Bengalen zur Welt kam...

@Sacha:
Zwar besitzt meine Aussage keinen Garantiewert, doch k√∂nnen f√ľr den Namen "Ma Palai" folgende Sprachen in Betracht gezogen werden: Kannada, Urdu, Telugu, Marathi, Tamil, Tulu, Hindi, Konkani, Malayalam und Coorgi. Nun ist das zwar sicherlich nicht sehr befriedigend - zumal die Bedingung ist, dass "Ma Palai" aus Mysore stammt (!)-, doch immerhin eine Grundlage.
(10.12.2009, 18:04)
Michael Mettler:   @Sacha: √úber die Sprache, der Ma Palay enstammen soll, gibt das Knie-Buch leider keine Auskunft.

Bei Circustieren denke ich, dass ein möglichst exotischer Klang den Besitzern wichtiger war als die Herkunft, zumal sie ihre Tiere von Händlern bezogen und oft bestimmt nicht mal wussten, aus welchem Land sie kamen.

Dass man fr√ľher eher vom Indischen als vom Asiatischen Elefanten im Sinne der Artbezeichnung sprach, d√ľrfte zus√§tzlich zu Unsicherheiten f√ľhren. In der Ramin-Story hei√üt es √ľber die Knie-Elefantenherde: "... die Inderinnen Burma, Ceylon und Sabu (...) der Inderbulle Siam (...) Mohti, ein j√ľngerer Bulle aus Indien." Auch die hannoversche Kuh Lollo wird als Inderin bezeichnet. Ob das aber wirklich unterartlich gemeint ist...?

Ich habe inzwischen auch versucht herauszufinden, woher H√§ndler in der Nachkriegszeit anfangs ihre Elefanten bezogen. Mohti, Burma und Sabu k√∂nnten Anfang der 50er importiert worden sein, das k√§me mit ihrem Alter hin, und vorher lag der Handel zumindest der beiden gr√∂√üten Tierh√§ndler Ruhe und Hagenbeck als Kriegsfolge noch brach. Ruhe konnte laut "Wilde Tiere frei Haus" 1951 Elefanten aus Thailand (damals Siam) importieren und danach neun K√ľhe von einer Elefantenauktion in Mysore/Indien. Ruhe und Knie k√∂nnten schon damals Gesch√§ftspartner gewesen sein, sp√§ter waren sie es jedenfalls. Karl Kock erw√§hnt in seinem Buch "Elefanten", dass Hagenbeck in den 50ern Elefanten aus Indien bekam, nur bei einer damaligen Kuh namens Birka ist Bangkok als Herkunft erw√§hnt. W√§re nachzuforschen, ob auch damals noch Colombo auf Ceylon/Sri Lanka als Sammellager genutzt wurde und eventuell dortige Tiere hinzukamnen, was einst John Hagenbeck so aufgebaut hatte. "Indien" als Herkunft k√∂nnte ja durchaus mehr bedeuten als das Festland. Ein weiterer H√§ndlerkandidat w√§re der Schweizer Ryhiner, aber in dessen Buch liest es sich so, als habe er mit eigenst√§ndigem Elefantenhandel (vor allem in die USA) erst sp√§ter begonnen und vorher mit seinem Partner Behrend haupts√§chlich S√ľdamerika beliefert.

Alles in allem scheint f√ľr Importe Asiatischer Elefanten in den deutschsprachigen Raum der 50er Jahre die Zugeh√∂rigkeit zu E.m.indicus am wahrscheinlichsten - aber eine Sicherheit ist das nat√ľrlich nicht.
(10.12.2009, 16:48)
Sacha:   @Michael Mettler: Du hast recht. Burma ist bei den Todesf√§llen von www.elephant.se verzeichnet. Ich hatte da nicht gesucht.

Also Nachtrag:

Burma, vermutlich 1945 geboren, starb 1982 in Hannover. Das Tier wurde - Niedersachse hatte doch recht - 1960 von Ruhe vom Circus Knie erworben und gelangte etwa zwei Jahre später in den Zoo Hannover.

Zur Namensgebung im Allgemeinen: Braucht kein Pfifferling zu sein - Eierschw√§mme tun's auch:) Im Ernst: Auch fr√ľher war es schon gebr√§uchlich, dass Tiere mit Namen aus ihrem Herkunftsort bezeichnet wurden. Das ist keine Garantie - habe ich auch nicht geschrieben - sondern nur ein m√∂glicher Hinweis oder Tipp.

Im Zoo Z√ľrich kommt z.B. Ceyla auch wirklich von Ceylon, Indi hingegen aus Burma. Im letzteren Fall f√ľr Systematiker kein Problem, da die beiden Populationen derselben UA angeh√∂ren. Das w√ľrde dann auch bei Deinem Beispiel von Siam und der Herkunft Kalkutta gelten. Thai als Name f√ľr einen Afrikaner ist aber m. E. schon eine extreme Ausnahme.
Der gebr√§uchlichste Name f√ľr einen Elefantenbullen (ob Afrikaner oder Asiate) d√ľrfte ohnehin Jumbo sein. Demzufolge also Herkunft USA..:)

Noch eine Frage: Ma Palay heisst in welcher Sprache "Weisse Perle"?
(10.12.2009, 14:14)
Michael Mettler:   Kurzes Zwischenergebnis nach Blick in die B√ľcher "Kein Tag ohne Abenteuer" (darin ein kurze Lebensgeschichte des fr√ľheren hannoverschen Elefantenpflegers Wolfgang Ramin) und "Rolf Knie - Elefanten und Artisten":

Mohti, Burma und Sabu wurden bereits im Circus als Teilgruppe der gro√üen Knie-Herde in anderweitige Engagements gegeben. Als Mohti f√ľr den Circus zu unzuverl√§ssig wurde, verkaufte man ihn an Ruhe, und der √ľbernahm die beiden Mohti vertrauten K√ľhe gleich mit. Da das neue Elefantenhaus in Hannover damals noch nicht fertig war, stand die Dreiergruppe noch anderthalb Jahre in Ruhes Hauptsitz in Alfeld und traf erst bei der √úbersiedlung nach Hannover auf Lollo.

Auch Mapalay war urspr√ľnglich eine Knie-Elefantin, dort schrieb man den Namen allerdings getrennt (Ma Palay bzw. Ma Palai), und er soll - daher hatte ich das also - "wei√üe Perle" bedeuten.

Was die Namensgebung bei Knie betrifft: In der fr√ľheren Herde gab es gleichzeitig Elefanten mit den Namen Burma, Ceylon, Siam und Java... Siam war jener Bulle, der sp√§ter in Paris lebte, und er stammte aus Calcutta.

√úbrigens war auch die fr√ľher bei Hagenbeck gehaltene und dann nach Spanien abgegebene Tima eine Tochter von Mohti und Burma (die jeweils die zweite Silbe ihrer Namen f√ľr den ihrer Tochter hergaben), geboren in Hannover und danach zwischenzeitlich bei Knie.
(10.12.2009, 13:02)
Michael Mettler:   Bin mir ziemlich sicher, irgendwo f√ľr Mohti (in Hannover manchmal auch Monti genannt), Burma und Sabu als Ursprung Indien gelesen zu haben. Aber die Quelle will mir gerade nicht einfallen. Genauso wie f√ľr die Aussage, dass der Name Mapalay irgendwas mit "Perle" bedeuten soll. Ansonsten w√ľrde ich auf geografische Namen f√ľr Elefanten keinen Pfifferlng geben. Siam, Nepal, Burma, Birma, Ceylon usw. waren und sind als Eigennamen g√§ngig, ohne auf die Herkunft hindeuten zu m√ľssen, Parallelen gibt es bei den Afrikanern, und in Stukenbrock steht sogar ein Afrikanerbulle namens Thai...

@Sacha: Burma und Birma II sind unterschiedliche Elefanten. Burma kam m.W. zusammen mit Sabu nach Hannover - auf jeden Fall von Knie - und starb hier im selben Jahr wie diese an der selben Ursache (vermutlich Futtermittelvergiftung). Wegen genauerer Daten m√ľsste ich nachschlagen. Die heutige Leitkuh der hannoverschen Herde, Indra, ist eine Tochter von Mohti und Burma.
(10.12.2009, 11:59)
Sacha:   @Henry Merker: Ich hab mal im Internet nachgeforscht (www.elephant.se) und auch mal ein wenig Sherlock Holmes gespielt und kombiniert:

1. Mapalay war ein Wildfang, ihr Geburtsjahr wurde auf 1954 geschätzt. Sie starb 1998 im Ruhrzoo/Zoom Gelsenkirchen (gemäss http://elefanten-inge.beepworld.de während einer Fuss-OP). Mapalay war im Umgang schwierig, hatte aber mehrfach Nachwuchs.
Bei Mapalays Herkunft w√ľrde ich auf Burma, Indien, Thailand oder Sri Lanka tippen: Palai oder Palej ist eine Stadt im indischen Gujarat.

2. Lollo war ebenfalls ein Wildfang. Gesch√§tztes Geburtsjahr 1949. Sie verstarb bereits 1965 in Hannover (Grabensturz). Der Name Lollo kann so ziemlich von √ľberall herr√ľhren. Etwa wegen Schauspielerin Gina Lollobrigida (Sch√∂nheit), der Vorliebe f√ľr Salat (Lollo-Salat) usw. Trotzdem w√ľrde ich auch hier auf eine Herkunft aus Indien, Burma, Sri Lanka oder Thailand tippen, da sich die Zirkusse und Zoos in dieser Zeit eher von dort Elefanten beschafften als etwa von Malaysia, Sumatra oder gar Borneo.

3. Burma resp. Birma II, Wildfang, kam ca. 1918 zur Welt und starb 1981 in Gelsenkirchen. Als Herkunftsort wird Burma/Myanmar angegeben (was bei diesem Namen nicht wirklich wundert). Anders als von Niedersachse geschrieben, findet sich auf elephant.se kein Hinweis darauf, dass das Tier im Circus Knie war (die genannten Zirkusse heissen Kludsky, Amar und Strassburger). Ob da eine Verwechslung vorliegt?

4. Sabu's Geburtsjahr wird auf 1948 geschätzt. Sie starb 1982 im Zoo Hannover an einer Krankheit. Dieses Tier erhielt die Firma Ruhe 1960 tatsächlich vom Circus Knie. Das Tier wurde möglicherweise nach dem indisch-amerikanischen Schauspieler Sabu Dastagir benannt, der vor allem Ende der 30er und während der 40er Jahre hohe Bekanntheit genoss (u.a. "Der Dieb von Bagdad", "Das Dschungelbuch")
Auch hier tippe ich als Herkunft des Elefanten - obwohl eine Kuh - auf Indien oder ggf. Burma.

5. Mohti oder Moti, vermutlich 1948 geboren und ein Wildfang. Er kam wie von Niedersachse geschrieben 1960 vom Circus Knie und starb 1973 in Hannover. In Indien haben diverse Namen und geografische Bezeichnungen den Zusatz "Mothi" (auch wenn ich nicht weiss, was dieser bedeutet). Das Tier d√ľrfte demnach wohl auch aus Indien stammen.

(10.12.2009, 11:29)
Niedersachse:   Auch wenn ich kein M. Mettler bin:
Bei Mothi, Burma, Mapalay und Sabu, weiß man es wohl nicht, kamen aber vom Zirkus Knie,
Lollo kam von Ruhe,
(09.12.2009, 23:47)
Henry Merker:   @Michael Mettler:
Wissen Sie eventuell aus welchem Land der Bulle "Mohti" sowie die K√ľhe "Sabu", "Burma", "Lollo" und "Mapalay" stammten?
(09.12.2009, 20:34)
Michael Mettler:   @Anti-Erdm√§nnchen: Auch das stimmt, die wurden dort √ľberwintert (erg√§nzten sich ja saisonal prima mit den K√∂nigspinguinen) und lebten ansonsten auf dem Pelikanteich.
(07.10.2009, 21:10)
Anti-Erdm√§nnchen:   Ich habe in diesem Raum auch mal Guanokormorane gesichtet. Die d√ľrften da aber nur vor√ľbergehend gesessen haben. Allerdings habe ich sie nie in einer anderen Anlage des Zoos gesehen.
(07.10.2009, 20:57)
IP66:   Ich bin ein wenig √ľberrascht √ľber die Vielzahl der aufgef√ľhrten Pinguinarten. Ich habe den Eindruck, da√ü bei der Konzeption des hannoveraner Robbenkomplexes das k√∂lner Polarium eine gro√üe Rolle gespielt hat, auch wenn man keine Gro√üanlage f√ľr Eisb√§ren baute. In K√∂ln gab es allerdings eine separate Au√üenanlage f√ľr die K√∂nigspinguine, die allerdings auch nur bedingt ger√§umig genannt werden konnte. Gerade bei der Pinguinanlage merkt man aber auch, da√ü das noch stark von Nachkriegsideen gepr√§gt, recht √ľberraschungsreiche k√∂lner Vorbild in Hannover einer geometrischen Regulierung unterworfen wurde und man an vielen Stellen auch detailorienter durchgestaltete.
Leider kenne ich au√üer den stellinger und berliner Beispielen keine Vorkriegspinguinanlage und wei√ü auch nicht, ab wann man mit dauerhaft ausstellbaren K√∂nigspinguinen rechen konnte. Insofern bietet sich die These, auch bei den Pinguinen seien die Nachrkeigsanlagen kleiner ausgefallen als die vor 1945, zwar an, m√ľ√üte aber √ľberpr√ľft werden. Bei der Konzeption der Klimakammern sollte man aber in Rechnung stellen, da√ü man hier Neuland betrat und eine gleichm√§√üige und f√ľr die Pinguine geeignete Klimatisierung bei einem kleineren Raumvolumen wohl leichter zu realisieren war.
(07.10.2009, 19:58)
Michael Mettler:   Ja. Ich glaube, sie wurden nur bei wirklicher Hitze in die Kammer gesperrt, denn es gibt auch Au√üenfotos der K√∂nigspinguine, die gr√ľnes Laub im Hintergrund zeigen. Vermutlich wurde dann wie noch heute der Wasserspr√ľher eingeschaltet. Die ganze Anlage - auch der Au√üenbereich - ist ja sehr klein geraten; kaum noch vorstellbar, dass da fr√ľher gleichzeitig K√∂nigs-, Felsen-, Humboldt- und Brillenpinguine lebten (und zu Ruhes Handelszeiten bestimmt noch die eine oder andere Art zus√§tzlich auf Stippvisite). War aber bei den benachbarten Robbenanlagen nicht anders, ich erinnere nur an Walrosse und See-Elefanten zusammen im jetzigen Kegelrobbenbecken, und auf auch der Seel√∂wenanlage lebten damals zus√§tzliche Arten: zuletzt M√§hnenrobben, vorher auch Seeb√§ren und zeitweise ein See-Elefant.
(07.10.2009, 19:48)
Niedersachse:   Eigentlich √ľbel, wenn man bedenkt, wie klein diese Kammer ist. Sowohl der Wasserbereich, als auch der Landteil.

Und im Winter lebten die Tiere im Außengehege?
(07.10.2009, 19:37)
Michael Mettler:   @Niedersachse: Ja. Bis Anfang der 80er Jahre gab es noch K√∂nigspinguine im Zoo, die dort zusammen mit Felsenpinguinen den Sommer verbrachten. Ihre Nachfolger wurden Goldschopfpinguine, aber da bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich die mal in der Kammer gesehen habe.
(07.10.2009, 19:23)
Niedersachse:   Ist der Innenraum des Polariums, der zwischen dem Pinguinbecken und dem jetzigen Kegelrobben-Becken liegt, in dem zZ immer ein paar wenige Pinguine leben, urspr√ľnglich eine Klima-Kammer f√ľr arktische Pinguine gewesen.
(07.10.2009, 18:38)
IP66:   An ein Tierhausverzeichnis in der von Liz Thieme vorgeschlagenen Form habe ich auch schon einmal gedacht. Allerdings m√ľ√üte man es √§hnlich wie Wikipedia organisieren, da die Informationen weit verstreut sind und √ľber vielen Bauten, gerade denen aus der Fr√ľhzeit Hannovers, nur rudiment√§re Informationen vorliegen. Die Raubvogelanlage haben wir hier weiter unten schein einmal besprochen - der Hinweis von 1906 stammt aus einer Zeit, in denen Flugk√§fige wie am berliner Adlerfelsen in Mode kamen - da hatte die sich deutlich romantischer verstehende hannoveraner Grotte wenig Chancen.
(15.09.2009, 11:24)
Andreas Soltwedel:   @ MM und Liz:
Auf jeden Fall ist so etwas mit viel Fleiß und Zeit verbunden. Seht euch doch mal meine Einträge vom 17.05.2005, 21.05.2005 und 14.08. 2008 an.
(05.08.2009, 23:05)
Michael Mettler:   Das w√§re doch mal ein sch√∂nes Thema f√ľr eine Doktorarbeit.
(04.08.2009, 12:31)
Liz Thieme:   danke :)
was w√ľrde ich blo√ü ohne dich machen...
ich glaube man sollte langsam mal nicht nur Graffunder-H√§user und ander Gro√übauten katalogisieren, sondern das f√ľr jeden Zoo machen.
Planung, Bau, Umbau, Abriss mit jew. Architekten
(04.08.2009, 10:55)
Michael Mettler:   @Liz: Scroll mal runter bis zum 18.2.2008, da findest du einen sp√§teren Zooplan. Nr. 3 und 4 sind Stelzvogelhaus und Raubvogelfelsen.
(04.08.2009, 10:45)
Liz Thieme:   Hmm ok, Micha das ist nat√ľrlich dann logisch.
So ungefähr die Volierenverteilung und Treppe hatte Mel sich das auch schon gedacht.

Nur w√ľrde dann 1885 und 1910 ja nicht ganz zusammenpassen.
Das mit der B√§renburg war auch nur meine letzte Idee auch wenn ich nicht gl√ľcklich damit war, hatte die Bilder unten ja gesehen.
Nu ist aber das Problem wo lag das Stelzenvogelhaus?
(04.08.2009, 10:21)
Ulli:   2. Versuch
(04.08.2009, 09:46)
Ulli:   Hallo Liz, vielleicht hilft dir dies weiter - Plan von 1910
(04.08.2009, 09:39)
Michael Mettler:   @Liz: Das erkl√§rt sich ganz einfach dadurch, dass das Stelzvogelhaus (damit sind NICHT Strau√üe gemeint) erst 1885 gebaut wurde und auf dem Zooplan von ca. (!) 1885 noch gar nicht enthalten ist. Und die B√§renburg sah tats√§chlich wie eine solche aus und nicht wie ein H√ľgel mit Grotten.

Die 6 Grottenvolieren z√§hlen mit zu den 14. Auf dem von dir eingestellten Bildausschnitt befanden sich die an der langen Au√üenseite rechts. Die beiden schmalen EINbuchtungen sind die Treppenzug√§nge auf den H√ľgel, die 4 runden AUSbuchtungen w√ľrde ich ebenso f√ľr Volieren an der H√ľgelr√ľckseite halten wie die Ecke links oben. Zusammen mit den Grotten w√§ren wir dann schon bei 11. Obenauf dem H√ľgel stelle ich mir beiderseits au√üen je eine Voliere vor und zwischen diesen eine sehr gro√üe, und schon haben wir die 14 voll. Belegen kann ich diese Anordnung allerdings nicht, nur noch das Foto eines Sturmschadens an diesem Komplex aus der 100-Jahre-Chronik liefern.
(04.08.2009, 00:17)
Liz Thieme:   Mich treibt Hannover gerade in den Wahnsinn. Va dieser Raubvogel-Grotten-Volieren-Komplex.
Ich habe mal die bisherigen hier geschriebenen Infos zusammengesammelt. Und als Bild der Grundriss von 1885.
Wo sollen da bitte 14 Volieren sein? Die Au√üenvolieren + Grotten¬ďvolieren¬ď = 14?
Warum gibt es nur die beiden Bilder von diesem Ding :(
Und wenn man das Bild (s.u. 27.10.2008), welches angeblich Stelzvögel und Raubvögel zeigt, sich mal genauer anguckt und dann den Zooplan sich mal anguckt, merkt man das da was nicht passt.
Raubv√∂gel lagen links unten im Plan, Stelzv√∂gel (wenn damit Strau√üe gemeint ist? (eigentlich ja Laufv√∂gel)) ist das rechts oben. Das Schmuckvogelhaus rechts unten. Was in der N√§he liegt, sind H√ľhner, Kampfh√§hne, eine Obstbude. Also irgendwie passt da was nicht.
Könnte das nicht auch Gastro und Bärenburg zeigen?

MM >Die Hoffnung blieb leider fruchtlos, er kann sich daran nicht erinnern... Aber ich fand im "Zoologischen Garten" von 1906 einen Artikel "Die Raubv√∂gel des Zoologischen Gartens in Hannover". Dieser best√§tigt die Zahl von sechs Grotten an der Vorderseite des Felsens ("traurige Gef√§ngnisse") und z√§hlt die Insassen auf (neben einem Turmfalken und einem Brillenkauz heimische Eulen). Leider finden sich √ľber die Gesamtanlage nur marginale Beschreibungen und keine Abbildung, da sich der Artikel haupts√§chlich mit den Bewohnern der K√§fige befasst. Insgesamt werden 14 K√§fige unterschiedlichster Gr√∂√üe bis hin zum Gro√üflugk√§fig aufgez√§hlt, in denen neben Greifv√∂geln und Neuweltgeiern auch Kolkraben, Europ√§ische und Amerikanische Uhus gehalten wurden.
(20.12.2008)<
MM >In einem "Zoologischen Garten" von 1867 fand ich den Hinweis, dass die Grotten im Raubvogelfelsen "mit k√ľnstlichen Laufg√§ngen und Luftl√∂chern" versehen waren und kleinere Raubtiere (z.B. Fuchs und Marder) sowie einige Nager (z.B. Stachelschwein, Aguti und Ferkelratte) enthielten.
(15.11.2008)<
MM >Laut der selben Chronik wurde der alte Flugk√§fig f√ľr Greifv√∂gel nach Fertigstellung des neuen, aus Hamburg geholten 1937 abgerissen.<
MM >Anbei die einzige weitere Abbildung des Raubvogelhauses, die ich bislang finden konnte (In "Hundert Jahre Zoo Hannover"): 1934 wurde der Kondork√§fig in einem Unwetter durch einen umst√ľrzenden Baum eingedr√ľckt. Rechts einer der Treppenaufg√§nge zur oberen Ebene, rechts vom Bildrand m√ľssen sich die besagten Grotten befunden haben. (08.11.2008)<
MM >...die einen Blick √ľber den vorderen Schwimmvogelteich des damaligen Gel√§ndes zeigt, gesehen wohl von der Br√ľcke aus, die diesen Teich von einem zweiten abtrennte. Ich habe mit alten Zoopl√§nen in der Hand eine ganze Weile ger√§tselt, welche Teichseite hier zu sehen ist, aber es gibt nur diese eine M√∂glichkeit, da die besser bekannten Geb√§ude des alten Zoos s√§mtlich nicht zu sehen sind. Hinten links befindet sich die Insel im Teich, die sp√§ter zur Affeninsel umgewidmet wurde (auf diesem Bild sind √ľberall noch kleine Nisth√§uschen f√ľr Wasserv√∂gel zu sehen), im Hintergrund links ist besagtes Stelzvogelhaus zu sehen, und der grottenartige Bau rechts au√üen ist das alte Raubvogelhaus. Dieses war gewisserma√üen zweist√∂ckig, denn die gro√üen Volieren waren auf und an einen Felsh√ľgel gebaut, zu dem es rechts und links der Grotten Treppenaufg√§nge gab, und die Grotten selbst enthielten wohl zeitweise heimische Kleinraubtiere, vielleicht auch Eulen. Auch von diesem Haus gibt es wenig Bildmaterial, lediglich ein Foto in der 100-Jahre-Chronik, das einen Sturmschaden an der Kondorvoliere (an einer Schmalseite neben der Treppe) zeigt. (27.10.2008)<

(03.08.2009, 23:01)
Michael Mettler:   Abschlie√üend die Front der heutigen Au√üenanlagen. Falls unter dem Besucherweg nicht gerade wichtige Versorgungsleitungen laufen sollten, w√§re eine Erweiterung der Au√üenanlagen in der von mir unten angedachten Form wohl tats√§chlich umsetzbar. Die einzigen B√§ume stehen an den Schmalseiten der Anlagenreihe und w√§ren einer solchen Ma√ünahme nicht im Wege, die "Spielnische" am parallel verlaufenden Besucherweg entlang des L√∂wencanyons w√§re f√ľr eine Forscherh√ľtte mit Einblick in die beiden dann noch bestehenden Au√üenanlagen bestens platziert. Die Trennwand zwischen den beiden Anlagen bef√§nde sich etwa dort, wo der Besucher im Hintergrund mit Kinderkarre zu sehen ist. Die vergr√∂√üerten Anlagen mit hohen Netzkuppeln zu versehen, w√ľrde ich angesichts der Perspektive nicht als gestalterischen Fremdk√∂rper empfinden.
(27.07.2009, 13:48)
Michael Mettler:   Und die untere Etage. Die alte Faultierplattform h√§ngt √ľbrigens nicht mehr, was mir vorher noch gar nicht aufgefallen war - nur, dass es im Haus wieder sehr hell geworden war...
(27.07.2009, 13:39)
Michael Mettler:   Zur Erg√§nzung der Tropenhaus-Diskussion anbei aktuelle Fotos, die aus vergleichbarer Perspektive aufgenommen sind wie die alten S/W-Fotos aus den Chroniken. Hier die obere Etage.
(27.07.2009, 13:38)
Michael Mettler:   @Ulli: Gebaut wurde es als Kamel- und Antilopenhaus, und der dem Eingang gegen√ľber liegende Innenstall nebst dem zentralen Tortenst√ľck-Au√üengehege wurde sp√§ter auch f√ľr erwachsene Giraffen genutzt. Allerdings hatte dieser Innenstall ein kuppelf√∂rmiges Dach und dadurch mehr H√∂he als die seitlicheren, aber auch die w√ľrde ich anhand des alten Innenfotos auf mindestens 3,50 hoch sch√§tzen. F√ľr einen ausgewachsenen Elefanten w√§re vielleicht die S√§ulenkonstruktion zu fragil gewesen...
(23.07.2009, 21:26)
Ulli:   Da ich das alte Antilopenhaus aus eigener Anschauung nicht kenne, wie hoch waren die Einzelboxen in dem Rundbogen. Was h√ɬ§tte das gr√ɬ∂√ɬütm√ɬ∂gliche Tier in den Boxen, speziell von der H√ɬ∂he her sein k√ɬ∂nnen (Kamele - Elefanten - Giraffen)
(23.07.2009, 20:54)
Michael Mettler:   Nochmal zum "kalten" Anbau des Raubtierhauses: 1929 - also kurz vor der Pacht√ľbernahme durch Ruhe - war an anderer Stelle ein neues Haus f√ľr kleine Raubtiere gebaut worden; 1933 baute Ruhe - inzwischen P√§chter - dieses Haus zu einem Menschenaffenhaus um. Das spr√§che daf√ľr, dass kurz zuvor der Anbau ans Raubtierhaus entstanden war, um die kleinen Raubtiere innerhalb des Zoos verlagern zu k√∂nnen. Tats√§chlich enthielt dieser Anbau, der den Krieg √ľberstand, nicht nur einen Gro√ük√§fig, sondern laut Zeitzeugen eine ganze Reihe Etagenk√§fige f√ľr Marder usw. im Karnickelstall-Baustil.

"Kleine Raubtiere" scheint √ľbrigens in der Zoo- und H√§ndlerszene etwas anders definiert gewesen zu sein als wir es heute gebrauchen, denn ich sto√üe in Chroniken oder Zoof√ľhrern immer wieder darauf, dass darunter selbst Geparden, Luchse, W√∂lfe und Hy√§nen fielen. "Gro√üe Raubtiere" waren demnach nach damaliger Definition wohl nur Gro√ükatzen und B√§ren.
(10.07.2009, 19:26)
IP66:   ... in den Gr√§ben der Dickh√§uterh√§user von Berlin und Magdeburg lebten zus√§tzlich noch G√ľrteltiere - irgendwie mu√üten die hohen Artenzahlen ja erreicht werden ...
Ich denke, da√ü die hannoveraner Zoo√ľbernahme durch Herrn Ruhe in mancher Hinsicht den entscheidenden Schritt zum Massenzoo bedeutet hat - wobei es einige der √úbernahme vorausgehende Schritte in diese Richtung gab. Mittlerweile habe ich in der j√ľngsten Zoochronik auch nachgelesen, da√ü die Verpachtung gegen den Willen des Magistrats von Seiten der Reichsregierung auf dem Notverordnungsweg umgesetzt wurde - wenn das tats√§chlich stimmt, h√§tten wir da iene Kombination, die ich f√ľr die Entwicklung der deutschen Zoos schon f√ľr typisch halte: Zun√§chst f√§llt, sp√§testens mit dem ersten Weltkrieg, das liberale Aktion√§rspublikum aus, weshalb die Zoos sp√§testens in der Inflationsphase nach Hagenbeck'schem Muster Massen von Tagesbesuchern anlocken mu√üten, was schlie√ülich in den letzten Jahren der weimarer Republik und in nationalsozialistischer Zeit durch die endg√ľltige Zur√ľckdr√§ngung der Aktion√§re und ihrer Zooauffassung zementiert wurde. In Hannover spielt noch das Zusammenspiel von Deutschnationalen mit einem Gro√üunternehmer eine Rolle. Ich sehe das gar nicht in einer verwerflichen Form, schlie√ülich schlo√ü der Aktion√§rszoo einen gewissen Teil der Bev√∂lkerung systematisch vom Zoobesuch aus und konnte nur deshalb seine exklusive Zoogestaltung entwickeln, denke aber, da√ü man bei der Betrachtung von Zwischenkriegszeitbauten diese Entwicklung mitbedenken sollte.
(10.07.2009, 19:01)
Holger Wientjes:   Wollte das auch keinesfalls nur Hannover "ankreiden" ! Meinte das auf jegliche mitteleurop√§ische Zoos bezogen !
(10.07.2009, 15:15)
Michael Mettler:   @IP66: Die r√ľckw√§rtige Erweiterung m√ľsste in den sp√§ten 20er oder fr√ľhen 30er Jahren stattgefunden haben; ich vermute eher Letzteres, weil sie dann mit dem Einstieg von Ruhe zusammenfiele, der den Zoo ja recht deutlich "umgekrempelt" hat. M.W. d√ľrfte dieser Anbau aber keine Verbindung mit dem Innenraum des historischen Hauses gehabt haben, was neben der Himmelsrichtung die Verwendung f√ľr k√§ltefeste Arten (keineswegs nur Katzen) erkl√§rt (aber eine kurzzeitige Unterbringung "warmer" Arten in der Tierhandelssaison von Fr√ľhjahr bis Herbst nicht ausschlie√üt).

Wie sich immer mehr herauskristallisiert - wir haben ja hie und da schon im Forum derlei Dinge diskutiert - waren die Ruhes nicht nur erfolgreiche Tierh√§ndler, sondern hatten auch ein H√§ndchen f√ľr schauwirksame Pr√§sentation ihrer Tiere. Die Idee einer Empore im Raubtierhaus w√ľrde also durchaus zu ihnen passen. Wenn ich mich an den Erweiterungsfl√ľgel richtig erinnere, dann war der Besucherraum im Haus dort nur in der Mitte des Ganges eben und fiel zu den Pflegerg√§ngen vor den K√§figreihen sanft ab, wodurch ein stufenfreier Trib√ľneneffekt entstand. Bin mir darin aber nicht ganz sicher, ich hatte selten Sichtprobleme :-)

@Holger Wientjes: Mit einer solchen Form der Faultierhaltung war Hannover keineswegs allein. Ich erinnere mich z.B. √ľber "schwebende" Faultier√§ste im Elefantenhaus des Berliner Zoos (ich glaube, √ľber den Breitmaulnash√∂rnern?).
(10.07.2009, 14:58)
IP66:   Wenn ich mich richtig erinnere, so gab es doch eine Umbauphase, in der man den Altbau r√ľckw√§rtig um K√§fige f√ľr kalte Katzenarten erweitert hat. K√∂nnte es sein, da√ü man in dieser Zeit auch den Innenraum in Anbetracht der steigenden Besucherzahl mit der Empore versehen hat? Der Ursprungsbau stellte ein klassisches Aktion√§rsgeb√§ude dar, wenn auch das erste in Hannover, das richtige Artengalerien besa√ü: Da d√ľrfte man mit gro√üem Gedr√§ngel bei der F√ľtterung noch nicht gerechnet haben.
Leider erinnere ich mich schlecht an die Situation vor den K√§figen im Erweiterungsfl√ľgel (das Geb√§ude scheint sich insgesamt und bei vielen Besuchern nur schlecht eingepr√§gt zu haben): Gab es dort keine M√∂glichkeiten, Menschenmengen zwecks Betrachtung gef√ľtterter Raubtiere zu versammeln?
(10.07.2009, 11:46)
Holger Wientjes:   @Michael Mettler: Unglaublich aus heutiger Sicht bez√ľglich der Faultierhaltung ! Aber auch unglaublich, dass diese Haltungsform noch gar nicht so weit zur√ľck liegt ! Hat sich in den letzten zehn bis zwanzig Jahren schon einiges getan in "unseren" Zoos. Bin gespannt, wor√ľber wir in zwanzig Jahren den Kopf sch√ľtteln was aktuelle Haltungsmethoden angeht !
(10.07.2009, 10:05)
Mel:   @MM: Also vor dem Umbau w√§re weit vor meiner Zeit und auch weit vor irgendwelchen Informationen an die ich mich erinnern k√∂nnte ;-) Eine skizze nach dem Umbau w√§re super ;-)
(09.07.2009, 22:28)
Michael Mettler:   Ich habe auch keine eigenen Fotos. Au√üer von der Nagerausstellung im Er√∂ffnungszustand, aus naheliegenden Gr√ľnden... Aber darauf ist eben nur die Holzwand mit den Terrarien zu sehen, nichts vom Haus als solchem. Allerdings habe ich auch erst sp√§t angefangen, in Hannover H√§user und Anlagen zu fotografieren, und dann auch in der Regel nur deren Bauphasen (Zusammenlegung Rinderanlagen, Umbau Tropenhaus, Bau Greifvogelanlagen usw.). Am Raubtierhaus tat sich nie Grundlegendes, und in den letzten Jahren seines Bestehens hatte ich eine Phase, in der ich nur selten im Zoo war.
(09.07.2009, 22:00)
Oliver Jahn:   Ich habe gerade auch mal nachgebl√§ttert. Ich habe tats√§chlich kein einziges Foto vom Raubtierhaus in Hannover. Das ist ungew√∂hnlich, da ich schon immer auch viele Anlagen und H√§user fotografiert habe. Ich war √∂fter in dem Haus, aber sicherlich war es fototechnisch gesehen nicht so optimal.
(09.07.2009, 21:53)
Michael Mettler:   @Mel: Kann ich machen, wenn du den Zustand nach dem Umbau 1959/60 meinst, der sich bis zum Erlebniszoo-Umbau weitestgehend unver√§ndert hielt. Das einzige Foto aus dieser √Ąra, das die Chroniken enthalten (siehe links), zeigt den 1959/60 hinzugef√ľgten Fl√ľgel mit den vier volierenartigen K√§figen (zwei entsprechend gro√üe davon befanden sich an der R√ľckseite des zu sehenden Geb√§udetraktes). Vorbild f√ľr diesen Erweiterungsbau war das Raubtierhaus in Basel. Hinter der Glasfront befand sich im Hausinneren ein Pflanzbeet, dahinter der Besucherraum (an dieser Stelle eher nur ein Gang) und dann die Wand, hinter der sich Wurfboxen verbargen. An dieser Wand hing ein Leuchtkasten mit einer gro√üen Weltkarte, an der im Endlos-Verfahren nacheinander die Verbreitungsgebiete der verschiedenen gro√üen Katzen und die dazu geh√∂rende Tierart aufleuchteten. Diese ebenso simple wie eindrucksvolle Einrichtung erfreute sich bei Besuchern aller Altersstufen gro√üer Beliebtheit.

Die K√§fige des Erweiterungsbaues beherbergten zwar hie und da auch die gefleckten Gro√ükatzenarten oder Geparde, aber mindestens seit Ende der 70er durchweg nur noch (Zoo-)L√∂wen und Tiger; von letzteren √ľber lange Zeit gleichzeitig Amur-, Sumatra- und (nicht reinbl√ľtige) Bengaltiger. Als man sich sp√§ter auf die Amurtiger beschr√§nkte, wurden die beiden K√§fige jeder Hausseite f√ľr diese und die L√∂wen zusammengefasst.
(09.07.2009, 21:48)
Mel:   @MM k√∂nntest du mal eine Freihandskizze vom alten Raubtierhaus probieren???
(09.07.2009, 21:23)
Michael Mettler:   Ja, das ist eine M√∂glichkeit. Andererseits befand sich diese Empore - sie war ja gerade mal eine Treppenstufe hoch - nicht vor den Gro√ükatzenarten, bei denen sich die meisten Besucher sammelten (Tiger und L√∂wen), sondern vor den Leoparden, Jaguaren usw. im alten Fl√ľgel des Hauses. Vielleicht stellte die Stufe einfach nur den Rest von etwas dar, was dort vor der Teilzerbombung des Hauses war (Sockel unter Kleinraubtierk√§figen? Decke eines Heizungskellers?).
(09.07.2009, 20:44)
IP66:   Ich k√∂nnte mir vorstellen, da√ü die Trib√ľne im Innenraum des Raubtierhausdes vor allem errichtet wurde, um das Publikum bei F√ľtterungen zu bedienen. Das j√ľngst weitestgehend beseitigte Raubtierhaus in Z√ľrich war genau zu diesem Zweck gebaut worden und sollte das Gedr√§ngel beseitigen, da√ü regelm√§√üig in dem mit der Zoogr√ľndung errichteten √§ltesten Bau entstand. Auch die Raubtierh√§user in Wuppertal und Stuttgart wurden so konzipiert, da√ü bei F√ľtterungen viele Menschen Einblick in die K√§fige haben, w√§hrend der Neubau in Duisburg auf dergleichen Vorkehrungen verzichtet.
(09.07.2009, 18:23)
Michael Mettler:   @Niedersachse: Zumindest mit Innenfotos k√∂nnte das schwierig werden... Muss mal suchen.
(09.07.2009, 14:47)
Niedersachse:   Gibts auch Bilder von dem Raubtierhaus?
(09.07.2009, 13:45)
Michael Mettler:   Der langgestreckte Besucherraum im Raubtierhaus - √ľbrigens ebenfalls mit (wenn auf nur einstufiger) "Trib√ľne", auf der sp√§ter die Nagerausstellung aufgebaut wurde - k√∂nnte in etwa gleich gro√ü gewesen sein, aber aber √ľber viele Jahre hinweg nicht st√§ndig ge√∂ffnet (wenn alle Tiere in den Au√üenk√§figen waren, hing eine Kette vor der T√ľr). Als st√§ndig begehbares Schauhaus war das Tropenhaus deutlich wichtiger.
(09.07.2009, 13:12)
IP66:   Das obere Foto konnte ich erfolgreich stabilisieren, aber mit dem Sekundenblick sieht man auch einiges. Anscheinend empfand man die von Oesterlen gebaute Halle schon recht fr√ľh als recht gro√ü - der Faultierast bedeutete gleichsam den ersten Versuch, hier Abhilfe zu schaffen, die Auspflanzung von rankenden Gew√§chsen eine andere. Allerdings gab es auch bei den Menschenaffenh√§usern in M√ľnchen und N√ľrnberg recht ausgedehnte Besuchertrib√ľnen, auch in den Innenr√§umen, und ich k√∂nnte mir vorstellen, da√ü Herr Oesterlen diese politisch belasteten Vorbilder durch die neue, offene Halle konterkarieren und zugleich mehr Menschen unterbringen wollte. Er hat ja auch den Trib√ľnencharakter vermieden, sondern eine relativ zwanglose, nicht symmetrische Struktur geschaffen, die trotz dieser Konzeption eine Menge Besucher aufnehmen und die Tiere sehen lassen konnte. Sp√§testens mit dem Auszug der Menschenaffen, wom√∂glich aber auch schon durch den R√ľckgang der Besucherzahlen und den verringerten Sensationswert der "Anthropoiden" mag das Geb√§ude aber auch ein weig zu gro√ü geworden zu sein, obgleich es, wenn ich es recht √ľbersehe, bis zum Errichtung des neuen Menschenaffenhauses die gr√∂√üte √ľberdachte Besucherfl√§che gestellt haben d√ľrfte.
(09.07.2009, 11:37)
Michael Mettler:   Ja, den gab es. Den Bodenbereich darunter bewohnten kurzzeitig Neunbinden-G√ľrteltiere, und Gr√ľne Leguane waren dort auch mal beigesellt.
(08.07.2009, 23:53)
Anti-Erdm√§nnchen:   Und zeitlich dazwischen gab es f√ľr die Faultierhaltung aber noch einen aufrechtstehenden Stamm in der Nische hinter der Treppe, oder?
(08.07.2009, 23:14)
Michael Mettler:   Ja, das war tats√§chlich so. Das Tier hatte nicht mehr zur Verf√ľgung als einen waagrecht von der Wand abstehenden Ast (mehr als anderthalb Meter ma√ü der meiner Erinnerung nach nicht) mit einem Futternapf dran (ich kann mich nicht mal an ein Tr√§nkgef√§√ü erinnern) - quasi die Faultierversion einer B√ľgelhaltung von Papageien. Und √§hnlich, wie manche solcher Papageien sehr alt wurden, lebte das bereits erwachsen in den Zoo gelangte Faultier 14 Jahre (!) an diesem Ast, bis es 1977 eines nachts in das Krokodilbecken st√ľrzte. Man fand es morgens noch lebend, aber durch die Alligatoren schwer verletzt vor und musste es einschl√§fern.

Zum Gl√ľck wurde diese Art der Haltung nicht fortgef√ľhrt, aber sonderlich besser war eine sp√§tere auch nicht. Das nebenstehend abgebildete Gestell (eigenes Foto von 1992) hing vor dem heutigen Tamarin-Innenk√§fig √ľber dem Besucherraum von der Decke und diente gleich zwei Faultiere als "Gehege". Mindestens eins davon entwischte aber immer wieder und musste irgendwo im Haus eingesammelt werden, so dass man die Tiere schlie√ülich in K√§fighaltung verbrachte. Das Gestell h√§ngt m.W. immer noch, dient aber nur noch als Rankunterlage f√ľr die Pflanzen und Sitzplatz f√ľr die Loris.
(08.07.2009, 22:49)
Holger Wientjes:   Und das Faultier hatte dann auch nur diesen einen Ast zur Verf√ľgung ?
(08.07.2009, 21:10)
Michael Mettler:   @Holger: Ja, genau die. Der H√§ngeast des Faultieres war an der Wand angeschraubt, die man auf dem zuletzt eingestellten Foto links ins Bild ragen sieht, die Schraubenl√∂cher kann man noch heute in der Wand sehen. Das Foto d√ľrfte √ľbrigens, wie ich gerade festgestellt habe, aus der Zeit zwischen 1956 und 1962, also von vor der Sanierung stammen, denn man sieht unten Gel√§nder statt der Glasabsperrung der Krokodilanlage. Die drei Jungs in der unteren Etage stehen √ľbrigens vor einer deckenhohen Glaswand, hinter welcher der Pflegergang entlang der K√§fige verlief. Hinter dem Schieber in der K√§figr√ľckwand m√ľssten sich jeweils die Schlafboxen der Affen befunden haben (also auf der Empore der heutigen Innenanlagen).
(08.07.2009, 19:55)
Holger Wientjes:   War das die Krokodilanlage √ľber der ein Faultier eine Zeit lang lebte ? Oder verwechsel ich da jetzt was ?
(08.07.2009, 19:27)
Michael Mettler:   @IP66: Angesichts deines technischen Problems n√ľtzt es dir nat√ľrlich jetzt wenig, dass ich auf den Besucherbalkon √ľber dem Krokodilbecken hinweise, aber andere Nutzer k√∂nnen ihn hoffentlich sehen. Es handelte sich um eine Art schwebende Trib√ľne mit abgestuften "Stehpl√§tzen", von der aus man in der zweiten Etage √ľber die unten stehenden Besucher hinweg die Affen sehen konnte. Mein vermutetes Beet an Stelle der Krokodilanlage h√§tte also bis zu mannshohe Pflanzen enthalten k√∂nnen, ohne Besuchern den Platz wegzunehmen oder die Sicht zu verdecken.

Das beigef√ľgte, leider undatierte Foto aus der 100-Jahre-Chronik gibt den Blick von oben auf die Affenk√§fige und ein St√ľck des Besucherbalkons wieder (und wie man sieht, gab es schon damals Kastanienwein an den Betons√§ulen).

Der Balkon m√ľsste 1991 abgerissen worden sein, denn in diesem Jahr wurde die jetzige Pflanzung mit dem Wassergraben auf der Fl√§che der vorherigen Krokodilanlage errichtet. So weit ich mich erinnere, hatte man aber schon vorher durch davor gestellte Pflanzk√ľbel das Betreten des Balkons unterbunden - vielleicht war er marode, oder es gab neue Sicherheitsvorschriften (immerhin ragte er √ľber die Krokodilanlage und hatte ein bekletterbares Gel√§nder)? Heute verhindern die immer noch an dieser Stelle platzierten, aber noch gr√∂√üeren Pflanzk√ľbel einen Panoramablick von den Empore auf die Affen.
(08.07.2009, 19:23)
IP66:   Leider habe ich bei manchen Deiner eingestellten Bilder das Problem, da√ü sich sie nicht dauerhaft laden kann, sondern sie nach etwa zwei Sekunden vom Bildschirm verschwinden - wenn man da Bepflanzungsstrukturen analysieren m√∂chte, mu√ü man sehr schnell schauen.
Inwiefern sich an der Stelle der Krokodilanlage ein Beet bestand, kann ich schwer entscheiden - f√ľr unm√∂glich halte ich das nicht. Ansonsten zeigen die Bilder in der Tat wenig Pflanzen, auch wenn man immerhin den Wunsch versp√ľte, mittels K√ľbelpflanzen ein wenig Atmosph√§re zu schaffen. Die heutige L√∂sung Kastanienwein scheint mir eine Art "Kunstfels f√ľr Arme" zu markieren, mit der man zuwachsen l√§√üt, was man lieber verkleidet oder gar abgerissen s√§he. Wir haben uns, wenn ich es recht √ľbersehe, noch nie gefragt, weshalb die zwei Ebenen in dem Geb√§ude eingef√ľgt wurden. Sicher liegt es am Hang, so da√ü eine solche Anordnung nahe lag, doch bietet die obere Ebene eigentlich nur die Vitrinen, die sich unter dem gro√üen Gestus des hohen Daches trotz monumentaler Gestaltung ein wenig mickrig ausnehmen. Ich habe mich deshalb gefragt, ob nicht die Struktur deshalb geschaffen wurde, um m√∂glichst vielen Besuchern den Einblick in die Affenk√§fige zu erm√∂glichen. Auch die Affenfelsen in Berlin oder K√∂ln, aber auch die B√§ren/L√∂wen-Anlage in Hannover wurden ja so konzipiert, da√ü viele Menschen gleichzeitig die Tiere sehen konnten. Da w√ľrde dann ein Pflanzbeet anstelle des Krokodilbeckens nur insofern Sinn machen, als man schon ein so hochgewachsener Zoofreund sein mu√üte, um von dort hinten noch einen Affen zu sehen.
Das Ph√§nomen der Vitrinen scheint mir auch noch nicht hinreichend durchdacht worden zus ein. Herr Ruhe hat sich solche sogar in das Freiland in Gelsenkirchen gestellt und im Elefantenhaus mehrere solcher Mehrweckk√§fige einbauen lassen, doch auch sonst gibt es dergleichen Einbauten, etwa im Vogelhaus in Berlin. Ich vermute, da√ü sie einfach dazu dienten, kurzlebige oder nur auf Durchreise befindliche Arten schnell ausstellen zu k√∂nnen, ohne etablierte K√§fige frei machen zu m√ľssen. Bei Herrn Ruhe machte des besonders viel Sinn, doch auch anderenorts bestand sicher das Bed√ľrfnis, eine Rarit√§t weder hinter den Kulissen noch in einem dicht besetzten Gro√ük√§fig verschwinden zu lassen, sondern sie, angemessen angepriesen, in einem solchen Mehrzweckgebilde dem Publikum n√§herzubringen.
(08.07.2009, 18:16)
Michael Mettler:   @Niedersachse: Das Foto der unteren Etage ist von 1963, das undatierte Foto der oberen Etage vermutlich ebenfalls. Denn das Haus wurde 1956 er√∂ffnet und schon 1962/63 erstmals saniert, wobei dann die noch heute bestehenden Vitrinen entstanden (die vorherigen waren aus Holz). Beide Fotos stammen √ľbrigens aus den beiden Zoo-Chroniken, wobei das der oberen Etage im Buch seitenverkehrt gedruckt ist (habe ich beim Einstellen korrigiert). Grund f√ľr die Sanierung war damals laut 100-Jahre-Chronik ein nicht mehr zu kontrollierender Schabenbefall des Hauses.
(08.07.2009, 17:31)
Niedersachse:   @MM: Von wann sind denn die beiden Bilder?

Auf mich pers√∂nlich √ľbt dieses Haus immer noch einen ganz interessanten Charakter aus, der mich auch durchgehen und verweilen l√§sst, obwohl die Affen im Au√üenk√§fig sind.
(08.07.2009, 17:08)
Michael Mettler:   Und hier die untere Etage im Zustand nach der Wiederer√∂ffnung (wenige Jahre nach Erster√∂ffnung war das Haus schon mal ein Sanierungsfall, und die urspr√ľngliche Holzauskleidung der oberen Etage wurde durch Eternit ersetzt). Zwischenzeitlich standen meiner Erinnerung nach statt der kleinen T√∂pfe quadratische, aber noch immer nicht besonders gro√üe Eternit-Pflanzk√ľbel im Haus.

Die in diesem Foto zu sehende, glasumgrenzte Krokodilanlage entstand erst im Zuge dieser ersten Sanierungsaktion, vorher mag dort ein Beet gewesen sein. Urspr√ľnglich diente eine Becken auf der oberen Etage (heute verf√ľllt und bepflanzt, dort ist der Lori-Futterplatz) als Krokodilbecken, wurde danach aber √ľber Jahrzehnte f√ľr Wasserschildkr√∂ten benutzt. Der Balkon vor der oberen Etage existiert nicht mehr.

Im Hintergrund sieht man oberhalb der Futterk√ľche (heute durch den Drill-Schaukasten verdeckt) den damaligen Spielk√§fig f√ľr junge Menschenaffen (mit Kinderrutsche), der heute als Innenk√§fig f√ľr die Kaisertamarine dient und im Original keinen Au√üenk√§fig hatte. Zwar habe ich keinen Beleg daf√ľr, k√∂nnte mir aber vorstellen, dass dieser Glask√§fig urspr√ľnglich f√ľr V√∂gel (Papageien?) gedacht war, um die Urwaldatmosph√§re abzurunden.

In den kleinen, noch heute genutzten Vitrinen auf beiden Etagen (die Vorg√§nger aus anderem Material hatten) waren fr√ľher (bis weit in die 80er Jahre hinein) nicht nur recht gro√üe Reptilienarten bis zu Nashorn- und Gr√ľnem Leguan oder Gro√üer Anakonda (!) untergebracht, sondern zu Tierhandelszeiten auch S√§ugetiere bis Wickelb√§rgr√∂√üe (u.a. Krallen√§ffchen, Rote Uakaris, Quastenstachler, M√§hnenratten, Faultiere usw.), allerdings wohl immer nur vor√ľbergehend (Eingew√∂hnung nach Frischimport). Die letzte f√ľr die Bedingungen eigentlich zu gro√üe (und in diesem Fall auch l√§nger gehaltene) S√§ugerart war ein P√§rchen Malaiischer Riesenh√∂rnchen, von der ein Tier auch noch bis in die 80er Jahre in der heute mit Stachelm√§usen besetzten Vitrine leben musste.
(08.07.2009, 11:26)
Michael Mettler:   In gr√∂√üeren Abst√§nden wird der Kastanienwein im Haus radikal zur√ľckgeschnitten, der als Kletterpflanze immer wieder lichtundurchl√§ssige Matten bildet und damit nicht nur den "luftigen" Eindruck des Hauses unterbindet, sondern auch den unter ihm befindlichen Pflanzen das Licht klaut. Nach einem solchen R√ľckschnitt sieht das Hausinnere dann erst mal f√ľr l√§ngere Zeit recht traurig aus, da im Geflecht der √ľbriggelassenen Ranken in ein paar Metern H√∂he auch noch vertrocknete h√§ngen, deren Verbindung zum Boden bei der Schnittaktion durchtrennt wurden, und sich auch die Bodenvegetation erst wieder erholen bzw. die wieder gewonnene Lichtf√ľlle nutzen muss.

Die "gepflegten Beete" des Ursprungszustandes muss ich allerdings widerlegen, denn fast alle heutigen Pflanzk√ľbel wurden erst in den 80er Jahren eingebaut. Die bei Er√∂ffnung des Hauses angepriesene "Tropenatmosph√§re" wurde bis auf ein, zwei tats√§chliche (aber fl√§chenm√§√üig kleine) Beete fast ausschlie√ülich mit Blument√∂pfen erzeugt - siehe nebenstehendes Foto der oberen Etage.
(08.07.2009, 11:09)
IP66:   Bei meinem letzten Besuch ist mir auegfallen, da√ü die Bepflanzung im Geb√§ude einerseits ziemlich wuchert, an manchen Stellen aber auch ein wenig verwahrlost wirkt. Das ist nat√ľrlich nicht im Sinne des Erfinders, der, wie in fast allen Zoos der Nachkriegszeit, mit wohl gepflegten Beeten gerechnet hat. Auch durch einen dementsprechenden Pflanzplan k√∂nnte man das Haus aufwerten.
(08.07.2009, 10:39)
Michael Mettler:   Was mir gerade noch einfiel: Selbst bei einem Deckengitter der Au√üenk√§fige, das dem historischen Dachverlauf folgen w√ľrde, lie√üe sich in vergr√∂√üerte Au√üenanlagen mehr H√∂he einbringen: Man m√ľsste lediglich den Au√üenbereich "tiefer legen" sprich ausbaggern. Dann bek√§me man au√üen eine angedeutete Baumkronen-Perspektive. Um eine Grubenatmosph√§re zu vermeiden, k√∂nnte man den Gel√§ndeeinschnitt als schmalen Flusslauf mit Uferb√∂schungen gestalten.
(08.07.2009, 09:43)
Michael Mettler:   @Ulli: Das Haus ist doch heute gar nicht mehr in seiner Gesamtheit erkennbar wie auf dem alten Foto (s.u.), und bei einem Erhalt des Hauses m√∂chte ich wetten, dass sein √Ąu√üeres dem Erlebniszoo-Stil angepasst werden w√ľrde. Daher m√ľsste die Dachlinie m.E. auch nicht zwingend mit den vorgezogenen K√§figen verl√§ngert werden. Falls eine Kuppel (die den meisten Platz f√ľr Kletterm√∂glichkeiten bieten w√ľrde) g√§nzlich unpassend erscheint, k√∂nnte man das Deckengitter/-netz der Au√üenk√§fige auch ab der "historischen Dachkante" pultartig in Richtung Giraffen/L√∂wen ansteigen lassen und h√§tte dann wenigstens am "Waldrand" einige H√∂he gewonnen.

F√ľr die Umwandlung von Besucherr√§umen in Affenanlagen g√§be es nat√ľrlich noch eine Variante Drei: Der obere Besucherbereich bliebe samt Terrarien erhalten und w√ľrde optisch zum unteren Teil hin wieder mehr ge√∂ffnet (Pflanzk√ľbel am "Balkon" weg), und unten w√ľrden die jetzigen Innenanlagen um den Besucherbereich erweitert. So h√§tten - ausgehend von meinem Denkmodell der vergr√∂√üerten Au√üenk√§fige - die beiden dort untergebrachten Arten enormen Raumgewinn, vor allem in der H√∂he, und die Besucher eine (zumindest angedeutete) Baumkronen-Perspektive.

Mit einer Kleinfamilie Wei√ükehlmeerkatzen - vermutlich kann man diese Art nicht in gr√∂√üerer Horde halten? - schiene mir eine solche Anlage dann allerdings schautechnisch unterbesetzt. Da l√§ge eine Gemeinschaftshaltung mit Duckern nahe - oder man vergesellschaftet die Meerkatzen nach Amsterdamer Vorbild mit den Gorillas und h√§tte dann im Tropenhaus Platz f√ľr eine andere Primatenart. Als Innenanlage f√ľr die Art, die auf der Anlage am oberen Hauseingang gehalten werden w√ľrde, k√§me ja noch das Nebengeb√§ude in Frage. Blieben die Kattas, k√∂nnte man diese Anlage sogar begehbar gestalten, und in den beiden "unteren" Affenanlagen w√§ren dann die Drills und Haubenlanguren untergebracht.
(08.07.2009, 09:32)
Ulli:   @Michael Mettler
Mit dem oberen Vorschlag bin ich einverstanden.
Wenn man unten die Anlage vorziehen w√ľrde, m√ľsste das Dach aus optischen Gr√ľnden entsprechend ebenfalls vorgezogen werden und es w√ľrde alles sehr flach. Da ist der Vorschlag von IP66 mit den Reptilien naheliegender, zumal es kaum Reptilien im Zoo gibt.

Das ganze Haus zu einer einzigen Innenanlage zu machen, die nur von den Seiteneing√§ngen einsehbar w√§re, h√§tte auch etwas. Die bestehenden Innenanlagen f√ľr affen w√ľrden zu Reserveanlagen. Man k√∂nnte eine tolle Drilgruppe unterbringen und ggf. die Wei√ükehl-Meerkatzen als Untermieter. Mehr geht dann leider nicht.

(08.07.2009, 08:21)
Michael Mettler:   So schwierig w√§re es vom Gel√§nde her gar nicht, das Haus mit gro√üen Au√üenanlagen zu versehen. Man k√∂nnte einen Besucherweg zur oberen Eingangst√ľr zwischen den jetzigen Katta-K√§fig und das Nebengeb√§ude verlegen (diesen Weg gab es fr√ľher schon mal) und k√∂nnte dann unter Wegfall eben dieses Katta-K√§figs, des Tamarin-Au√üenk√§figs, der gro√üen Besucherplattform und der Treppe einen sehr gro√üen Au√üenk√§fig (Grabenabsperrung w√§re baulich hier wohl schwierig und klaut den Tieren Kletterm√∂glichkeiten) ansetzen, der von oben und von unten aus einsehbar w√§re. Unten m√ľsste nat√ľrlich der Zugang zum Pflegerbereich erhalten bleiben, und f√ľr die jetzige Reihe der Au√üenk√§fige bietet sich die Wuppertaler L√∂sung an: Man k√∂nnte den Besucherweg davor einbeziehen und zwischen Anlage 2 und 3 die Trennmauer bis √ľber diesen hinweg fortsetzen. Jeweils zwei Anlagen beiderseits dieser Mauer w√ľrden zusammengelegt und mit einer hohen Gitterkuppel versehen, der Besucher h√§tte von den Schmalseiten her Einblick durch Glas (wegen der Trennmauer w√ľrden sich die Betrachter nicht durch die K√§fige hindurch gegenseitig sehen). Zur trennenden Pflanzung in Richtung Giraffen/L√∂wen hin k√∂nnte man Gitterfl√§chen nehmen (Kletterm√∂glichkeiten, bessere Bel√ľftung, preisg√ľnstiger, durch sichtbares Gr√ľn "Waldatmosph√§re"). Die Nische in der Pflanzung, in der jetzt ein Kletterger√§t f√ľr Kinder steht, k√∂nnte man f√ľr eine "Forscher-Beobachtungsh√ľtte" √° la Leipziger Pongoland nutzen, aus der man durch Glas Einblick in beide Anlagen hat, ohne wiederum den Betrachtern an dem Schmalseiten der Au√üenanlagen ins Blickfeld zu geraten (und umgekehrt).

Drei der vier gr√∂√üeren Primatenarten (Drill, Haubenlangur, Wei√ükehlmeerkatze, Katta) w√§ren damit ad√§quat untergebracht. Eine noch rigidere Version w√§re es, die obere Ebene des Hauses f√ľr Besucher zu sperren und als gro√üe, nur von unten aus einsehbare Innenanlage f√ľr eine Affenart zu nutzen. W√§re eine grandiose B√ľhne f√ľr die Drill-Gruppe, die man dann sogar zu einer Mehr-M√§nner-Gruppe anwachsen lassen k√∂nnte. Alles nat√ľrlich unter der Bedingung, dass sich eine Sanierung des Hauses - m.W. eine Energieschleuder - √ľberhaupt lohnt.
(07.07.2009, 13:54)
IP66:   Vielleicht w√§re ja eine Umnutzung des gesamten Geb√§udes, etwa als Reptilienhaus, denkbar - da k√∂nnte man die Au√üenanlagen zur√ľckbauen und der Zoo erhielte ein begehbares Tierhaus, das Sommer wie Winter f√ľr die Besucher Attraktivit√§t ausstrahlt. Hat man Herrn Oesterlen denn gebeten, selber die Au√üenanlagen zu erweitern oder ihn mit einem eigenen Entwurf konfrontiert?
(07.07.2009, 10:39)
Ulli:   Das Haus ist sch√∂n und deshalb habe ich auch damals nicht verstanden, warum Herr Oesterlen der Erweiterung mit echten Freianlagen ohne das Haus unmittelbar in Mitleidenschaft zu ziehen, nicht zugestimmt hat.
So wurde ein sehr ungl√ľcklicher Kompromi√ü gefunden.
Die fließende Architekturlinie ist im Eimer und die Affen haben nur teilweise befriedigende Außenanlagen erhalten. Und der Traum vom Rasen hat nicht lange und selbst bei den Meerkatzen nicht lange Bestand gehabt.
Heute ist das Haus leider hochgradig sanierungsbed√ľrftig, nach vorne versperrt die Giraffenanlage eine Erweiterung der Au√üenanlage, bei der zweiten m√∂glichen Option nach Osten macht sich der Yukon breit.
Wenn man das Haus erhalten und gleichzeitig bessere Freianlagen will, bleibt nur ein Gitterweg nach Norden und gleichzeitig den Hang hoch. Räumlich wäre dort einiges an Platz - aber die Erschließung wäre extrem aufwendig.
(07.07.2009, 09:46)
IP66:   In dieser Perspektive wirkt der Bau sehr elegant und wegen des durchgezogenen Daches auch recht einheitlich. Auch die verschiedenen Etagen und Innenraumstrukturen spiegeln sich in Wandgestaltung und Fenstern. In dieser Hinsicht w√ľrde ich sogar das Brehm-Haus f√ľr ein wenig konservativer halten. Allerdings gibt es dort ein Miteinander von Au√üenbau und Au√üenanlagen, w√§hrend mir in Hannover die Au√üenk√§figreihe, auch wenn sie sich der Dachlinie unterordnet und wegen der Aufteilung der Decke in Gitter und Dach durchgestaltet wirkt, eher als Konzession an die Tierhaltungsaufgabe ausnimmt. Allerdings neige ich dazu, eine der gro√üen Qualit√§ten des Geb√§udes in der Aufteilung und Struturierung des Innenraumes zu sehen - davon zeigt das Bild nichts und da wird sich vielleicht auch manch innovative Gehegeidee spiegeln.
(01.06.2009, 11:36)
Michael Mettler:   Ich habe gerade eine Ansichtskarte von 1957 aufgetan, die das im Jahr zuvor er√∂ffnete Tropenhaus "dank" unbelaubter B√§ume recht gut in seiner Gesamterscheinung zeigt. Die Au√üenk√§figgalerie rechts unten war zu dieser Zeit f√ľr junge Menschenaffen, Gibbons und besonders empfindliche Niedere Affen (z.B. Neuwelt- und Schlankaffen) in Benutzung. Der Boden dieser K√§fige ist noch heute in den Au√üenanlagen der Niederen Affen zu sehen, n√§mlich als Betonfl√§che vor der Hauswand. Der heute mit Kaisertamarinen besetzte Au√üenk√§fig entstand erst 1989 und urspr√ľnglich f√ľr Totenkopf√§ffchen, die vorher an gleicher Stelle seit 1978 einen viel kleineren Rundk√§fig zur Verf√ľgung hatten.

Der im Vordergrund zu sehende Zaun könnte in Zusammenhang damit stehen, dass das Tropenhaus anfangs nur gegen Extraeintritt besucht werden konnte.
(30.05.2009, 22:19)
IP66:   Immerhin d√ľrfte es sich um das einzige neugotische Elefantenhaus der Welt gehandelt haben ... insofern liegt f√ľr Nachgeborene diese Deutung nahe.
Allerdings steht das Bauwerk nicht in der Traditionslinie neugotischer Kirchenbauten, wie sie sich in der ersten H√§lfte des 19. Jahrhunderts nach kathedralartigen Vorbildern entwickelt, sondern eher in jener der englischen Parkstaffagen, die sich st√§rker an gotischen Profanbauten orientieren - ein fr√ľhes, gar nicht so schlecht vergleichbares Beispiel w√§re das gotische Haus in W√∂rlitz, dessen Schauseite mit Rosenfenster allerdings einer italienische Kirche (Madonna dell'Orto in Venedig) nachgebildet wurde. Wie weiter unten geschildert wird man diese Ausrichtung an gotisierenden englischen Parstaffagen als ein in Hannover besonders konsequent ge√ľbtes Prinzip verstehen m√ľssen, auch wenn Dickh√§uter- und Raubtierhaus aufgrund von Gr√∂√üe und Disposition gleichsam aus dem Parkrahmen hinauswuchsen.
(04.03.2009, 13:02)
Michael Mettler:   "Kirche" ist gut, das war "Hanova Mandir" :-)
(21.02.2009, 23:07)
Oliver Jahn:   Einfach mal in diesem Thread nach unten scrollen und schon werden viele Informationen zu diesem Haus sogar mit zahlreichem Bildmaterial zum Vorschein treten.
(21.02.2009, 20:07)
Bj√∂rnN:   Ich habe soeben einen √§lteren Leipziger Zoof√ľhrer durchgebl√§ttert und bin dabei im Zusammenhang mit einem Elefantentransport 1938 auf eine Abbildung des alten Hannoveraner Elefantenhauses gesto√üen. Hielt man in Hannover die Elefanten in einer umfunktionierten Kirche mit Rosettenfenster??
(21.02.2009, 16:44)
IP66:   Ich w√ľrde auch sagen, da√ü der Plan des Ruhr-Zoos in Hannover den alten romantischen Park nur noch reduziert wiedergibt, denke aber, da√ü man ihn an vielen Stellen nachvollziehen konnte. Auch in der Bewertung des Nachkriegsumbaus folge ich Ihnen - wobei sich die Frage stellt, warum man sich f√ľr eine derart radikale √úberformung entschlossen hat. In der Tat gab es in den f√ľr den hannoveraner St√§dtebau zust√§ndigen √Ąmtern einen ausgepr√§gteren Willen zur Modernit√§t als anderernorts, aber das bis auf das Raubtierhaus wirklich alle Erinnerungen an die Vergangenheit verschwanden, sehe ich eher als Ausnahme. Interessanterweise hat man beim Umbau der Innenstadt die Kernbauten aus der K√∂nigszeit ja erhalten, w√§hrend man vom L√ľer-Zoo nicht einmal einen Teich √ľbrig gelassen hat. Allerdings blieben mit Raubtierhaus nebst B√§renanlage und √ľber l√§ngere Zeit auch dem Niederaffenhaus zwei Bauten erhalten, ganz radikal war also auch dieser Umbau nicht.
(24.12.2008, 10:54)
Michael Mettler:   Ruhe hat nach der Pacht√ľbernahme 1931 gleich zu Beginn das Wegesystem ver√§ndert und diverse Gehege neu zugeschnitten. Gro√übauten entstanden bis in die fr√ľhe Nachkriegszeit hinein nicht mehr, es wurden nur vorhandene Bauten umgewidmet und reichlich neue Gehege vor allem f√ľr Huftiere und mit einfachen St√§llen errichtet - in weiten Teilen d√ľrfte der Charakter des Zoogel√§ndes dem des sp√§teren Ruhrzoos ge√§hnelt haben, nur deutlich enger bebaut. In der gro√üen Umbauphase der 60er Jahre wurden die vorhandenen Strukturen radikal auf- und gr√∂√ütenteils auch abgebrochen; die erneute Zweiteilung in ein Alt- und und Erweiterungsgel√§nde konnte eigentlich nur deshalb haften bleiben, weil der Umbau nie zu Ende gef√ľhrt wurde. H√§tte man dies getan, w√§re w√∂m√∂glich ein √§hnlich einheitliches Erscheinungsbild wie im Allwetterzoo M√ľnster das Resultat gewesen, wenn auch mit deutlicher l√§ngerer Bauzeit.

Die Anordnung der historischen Gro√übauten mag besonderen Umst√§nden geschuldet gewesen sein. √úber Jahrzehnte hinweg hatte das hannoversche Forstamt laut Quellenlage quasi den Daumen auf dem Zoogel√§nde und lie√ü keinerlei Baumf√§llungen zu, so dass Bauten und Gehege dort platziert werden mussten, wo es von vornherein Freifl√§chen oder nur Minderbewuchs gab. Gleichzeitig aber mussten die Gehege und K√§fige f√ľr die tropischen Tiere so ausgerichtet werden, dass die umstehenden Baumpartien sie nicht zu sehr beschatteten. Zeitgen√∂ssische Berichte kritisierten immer wieder, dass es dem hannoverschen Zoo damals an Licht (= Sonne) und Luft (= Eindruck von Weitl√§ufigkeit) mangelte.
(23.12.2008, 15:25)
IP66:   Diese Zweiteilung des hannoveraner Zoos scheint mir bis in die Ruhe-Zeit hinein erlebbar gewesen zu sein - wobei ich allerdings nach meinem Wissensstand den Umgang mit dem Altzoo f√ľr recht r√ľcksichts- und verst√§ndnisvoll bezeichnen w√ľrde. Immerhin hat selbst Herr Ruhe seine Neubauten im Erweiterungsgel√§nde errichtet. Ich denke, da√ü wenn man in Hannover einen √§hnlichen Respekt vor der Gartenkunst gekannt h√§tte wie in der Nachkriegszeit in M√ľnchen, das Ganze vielleicht sogar eine gewisse √úberlebenschance gehabt haben w√ľrde.
Ich finde es dennoch bemerkenswert, daß man bei der Konzeption von Antilopen- wie Raubtierhaus so völlig jenseits jeder gärtnerischen Gestaltung plante, die Gebäude standen im Gelände wie vom Himmel gefallen herum, obschon es kein Problem gewesen wäre, das Antilopenhaus in irgend einer Form auf das Raubtierhaus zu beziehen.
(23.12.2008, 14:01)
Michael Mettler:   Man darf nicht vergessen, dass das Raubtierhaus und das Antilopenhaus im Gegensatz zum Elefantenhaus gar nicht in die L√ľersche Ursprungsgestaltung des Gartens eingepasst wurden, sondern hinter dessen Hintergrundkulisse (der Felsenpartie) auf einem Erweiterungsgel√§nde entstanden, auf dem in der Folgezeit von einigen gro√üen Fixpunkten abgesehen immer mal wieder Gehege und kleine H√§user ganz neu arrangiert wurden. Als einheitlich "durchgestylter" Garten bestand der Zoo ja nur in seinen ersten zwei bis drei Jahren, danach begann - wahrscheinlich auch bedingt durch den fr√ľhen Tod L√ľers - eher ein Hinzuflicken von H√§usern und Anlagen als eine stimmige Weiterentwicklung der Keimzelle.
(23.12.2008, 13:36)
IP66:   Es ist gut, da√ü sie mich wieder einmal auf den so √ľberraschend fr√ľhen Entstehungszeitpunkt des hannoveraner Raubtierhauses hinweisen! Es hatte zwar Vorbilder, pa√üte aber sicher schlechter in das hannoveraner Konzept als das Elefantenhaus. Stilistisch hatte man sich aber auch bei dem √§lteren Neubau darum bem√ľht, mit Zinnen, Spitzb√∂gen und Knospenkapitellen den mittelalterlich-romantischen Charakter des Parks beizubehalten, mit einem meines Erachtens eher eingeschr√§nkten Erfolg.
Weshalb das Elefantenhaus dann noch einmal die Bauten der Zoogr√ľndungszeit paraphrasiert, w√§re zu fragen. Ich kann mir drei Erkl√§rungen vorstellen: Zum einen gab es eine gerade hier im Forum zusammengestellte Tradition recht einfacher und kleiner Elefantenst√§lle, w√§hrend schon kurz nach der Jahrhundertmitte die ersten gro√üz√ľgigen Raubtierh√§user entstanden waren. Zweitens stand das √Člefantenhaus im Gef√ľge der Sichtachsen um den Hauptteich des Zoos - ein Gro√übau wie das Raubtierhaus h√§tte hier viele m√ľhsam geplante und erreichte Effekte zerst√∂rt. Schlie√ülich k√∂nnte ich mir vorstellen, da√ü bei den Planungen des Dickh√§uterhauses aufgrund der preu√üischen Annektion des welfischen K√∂nigreichs und dem mittlerweile erfolgten Gr√ľnderkrach eine Art R√ľckbesinnung auf die Gr√ľndungszeit des Zoos und die sehr englischen Traditionen der alten Residenz ganz bewu√üt unpreu√üisch gebaut wurde. Frau Rieke-M√ľller hat zwar nachgewiesen, da√ü die Gr√ľndung des Zoos in denkbar gr√∂√üter Entfernung zu den Schichten um den hannoveraner Welfenhof erfolgte, ich k√∂nnte mir aber vorstellen, da√ü auch das liberale B√ľrgertum der Stadt, selbst wenn es die Reichsgr√ľndung begr√ľ√üt hatte, die Dinge gegen Ende der 70er Jahre schon ein wenig anders sah und vor allem Acht gab, die Hannover Odium einer reinen Provinzhauptstadt m√∂glichst frei zu halten.
(23.12.2008, 11:36)
Michael Mettler:   Was das hannoversche Antilopenhaus betrifft, so fand ich aus der √Ąra Anfang des 20. Jh. noch eine bemerkenswerte √Ąu√üerung des sp√§teren Zoodirektor von Rom, Knottnerus-Meyer, der offenbar ein guter Kenner der hannoverschen Verh√§ltnisse war. Da die Haltungsverh√§ltnisse f√ľr das Flusspferd im Dickh√§uterhaus trotz eines speziellen Anbaues noch immer sehr beengt waren und das Tier innen f√ľr das Publikum nur im Becken, aber nicht an Land sichtbar war, schlug er in einem Artikel √ľber den Zoo vor, das Haus in ein reines Flusspferdhaus umzubauen und die Elefanten in das Antilopenhaus umzusiedeln, weil dieses ohnehin nie vollst√§ndig besetzt sei... Zudem lernte ich bei der Recherche gleich noch dazu, dass das Antilopenhaus auch zur √úberwinterung verschiedener Tiere (ohne genauere Angabe) genutzt wurde. Im fraglichen Zeitraum gab es √ľbrigens auch eine zeitweilige Aquarienausstellung im Antilopenhaus. Angesichts der schon im Thread √ľber das K√∂lner Elefantenhaus andiskutierten Gedanken frage ich mich dann allm√§hlich, ob die Nutzung der Halle als Ausstellungsraum und Stellfl√§che f√ľr √úberwinterungsk√§fige bei Zentralbauten nicht sogar von vornherein eingeplant war.

√úbrigens entstand das Dickh√§uterhaus (1881) erst eine ganze Weile nach dem Raubtierhaus (1868), womit sich die beiden Konzepte (Parkstaffage/Artensammlung) √ľberschnitten haben m√ľssten. Konzipiert war das Haus anfangs f√ľr je einen Asiatischen und Afrikanischen Elefanten in getrennter Haltung und hie√ü auch "nur" Elefantenhaus, womit man es eigentlich auch als Artensammelbau einordnen k√∂nnte. Das erste Flusspferd kam erst ein paar Jahre sp√§ter hinzu, das erste Nashorn gar erst in den 1920er Jahren.
(22.12.2008, 20:32)
IP66:   Meine √úberlegungen zu den Tierh√§usern als Parkstaffagen bezogen sich mehr auf den Gr√ľndungsbestand oder den Besatz in den ersten Jahren des Zoos - ich denke, da√ü das Dickh√§uterhaus noch in diesen Rahmen gepa√üt hat, da√ü aber mit der Errichtung von Raubtier- und Antilopenhaus Bauten entstanden, die sich nurmehr bedingt in den Park einf√ľgten und vor allem die Ausstellungsm√∂glichkeiten f√ľr viele Arten boten.
Man k√∂nnte sich sogar vorstellen, da√ü gerade im Vergleich mit dem Antilopenhaus das Affenhaus oder die diskutierte Greifvogelanlage ein wenig altbacken gewirkt haben, so da√ü die Kritik des zitierten Besuchers gar nicht einmal Freiluftzoos nach hallenser Muster voraussetzte, sondern die Bauten der 1860er Jahre f√ľr so veraltet hielt wie wir jene des Betonzeitalters. Herr Heck dachte in Berlin ja ganz √§hnlich und konnte mit den Sch√∂pfungen Bodinus auch wenig anfangen.
(22.12.2008, 18:53)
Michael Mettler:   Ein paar Exoten, die auch heute noch Zoofans begl√ľcken w√ľrden, gab es im 1906er Bestand schon: Ohne nachzuschlagen, fallen mir spontan Palmgeier, Brahminenweih und Schlangenhabicht ein, letzterer als Glanzst√ľck der Kollektion gefeiert. Damit w√§re auch der Gedanke der wenig prachtvollen Tiere vom Tisch (ein Andenkondor z√§hlte z.B. auch noch zum Bestand - war der damals eigentlich selten in Zoos?). Der Berichterstatter erw√§hnt auch, dass wohl erst k√ľrzlich diverse Greife gestorben sein mussten, da im Zoof√ľhrer weitaus mehr Arten erw√§hnt wurden als tats√§chlich vorhanden waren. Skurril ist, dass er zwar die Enge einiger K√§fige zutiefst bedauerte, andererseits aber manche V√∂gel mit seinem Stock auf ihrer Sitzstange anstie√ü, um sie zu Bewegungen zu animieren. Eine seltsam widerspr√ľchliche Form von "Greifvogelliebhaberei".
(22.12.2008, 17:45)
IP66:   An den ausgestellten Raubvogelarten scheint sich ja zwischen 1900 und 2008 nur wenig ge√§ndert zu haben - die k√§lteresistenten und leicht zu beschaffenden europ√§ischen Vertreter sind wohl nach wie vor die beliebtesten, stellen in Gestalt des Uhus sogar einen der am h√§ufigsten ausgestellten V√∂gel √ľberhaupt.
K√∂nnte es sein, da√ü der gestalterische Aufwand, der in Hannover getrieben wurde, auch von der nur bedingt prachtvollen Gestalt der vorgef√ľhrten Tiere ablenken sollte?
Auf der anderen Seite zeigen die langen Greifvogelgalerien in Antwerpen, K√∂ln oder Berlin, da√ü im Aktienzoo diese Vogelarten durchaus ihre Liebhaber fanden und man auch gen√ľgend Importe erhielt, um Dutzende von Anlagen zu besetzen.
Auf der anderen Seite mag f√ľr die Gr√ľndungszeit des hannoveraner Gartens gelten, da√ü man durch die phantasievolle Gestaltung neu verstandener Bauten von dem Problem ablenken wollte, sich keine allzu kostspieligen Tiere leisten zu k√∂nnen.
(22.12.2008, 11:11)
Michael Mettler:   @IP66: Nein, einen solchen Hinweis fand ich nicht. Zwischen 1900 und 1904 wurden die K√§fige zwar renoviert und teilweise neu unterteilt, aber von einer v√∂lligen Neuerrichtung ist keine Rede. Besagter Gro√üflugk√§fig war √ľbrigens 1906 besetzt mit je drei Seeadlern und G√§nsegeiern sowie einem M√∂nchsgeier.
(21.12.2008, 16:42)
IP66:   Immerhin wissen wir schon wieder ein wenig mehr - vor allem, da√ü man im Zeitalter der Freiluft- und Reformkultur f√ľr kleine romantische Grottenk√§fige fantasievollster Anordnung nur wenig Verst√§ndnis aufbrachte, abe rauch, da√ü man dergleichen noch besetzte, wenn auch mit billigen Tieren. Fand ich in dem Artikel ein Hinweis darauf, da√ü der Flugk√§fig nicht aus der Gr√ľndungszeit der Anlage stammen k√∂nnte?
(21.12.2008, 15:27)
Michael Mettler:   Die Hoffnung blieb leider fruchtlos, er kann sich daran nicht erinnern... Aber ich fand im "Zoologischen Garten" von 1906 einen Artikel "Die Raubv√∂gel des Zoologischen Gartens in Hannover". Dieser best√§tigt die Zahl von sechs Grotten an der Vorderseite des Felsens ("traurige Gef√§ngnisse") und z√§hlt die Insassen auf (neben einem Turmfalken und einem Brillenkauz heimische Eulen). Leider finden sich √ľber die Gesamtanlage nur marginale Beschreibungen und keine Abbildung, da sich der Artikel haupts√§chlich mit den Bewohnern der K√§fige befasst. Insgesamt werden 14 K√§fige unterschiedlichster Gr√∂√üe bis hin zum Gro√üflugk√§fig aufgez√§hlt, in denen neben Greifv√∂geln und Neuweltgeiern auch Kolkraben, Europ√§ische und Amerikanische Uhus gehalten wurden.
(20.12.2008, 14:00)
Michael Mettler:   @IP66: Das kann ich nun leider nicht weiter beantworten... Ich hoffe noch auf einen Zeitzeugen, der die Nachkriegsreste der Anlage noch gesehen haben k√∂nnte, aber gerade nicht verf√ľgbar ist.
(18.11.2008, 19:30)
IP66:   Dort z√§hle ich sechs Grotten in Galerieform, wobei es, der Baumst√§mme wegen, auch ein oder zwei mehr sein k√∂nnten. Allerdings frage ich mich, wie die in solcher vergleichsweise gro√üe K√§fige Laufg√§nge oder Luftl√∂cher zu integrieren waren. K√∂nnte es sein, da√ü es ein paar H√∂hlensysteme f√ľr M√§use oder Meerschweinchen auch noch an anderen Ecken des Geb√§udes gegeben hat?
Einen wichtigen zweistöckiger Bau der Heck-Zeit in Berlin stellte das Nagetierhaus, das allerdings im Untergeschoß bereits Freianlagen verwendete.
(18.11.2008, 18:26)
Michael Mettler:   @IP66: Diese Frage l√§sst sich mit Blick auf das von mir am 27.10. eingestellte Ansichtskartenmotiv beantworten, denn es muss sich um die Reihe bogenf√∂rmiger Grotten in der Felsanlage gehandelt haben.
(18.11.2008, 11:39)
IP66:   Ein wichtiges zweist√∂ckiges Bauspiel bietet auch das Gesellschaftshaus in Antwerpen, wo die Raubtiere im Sockelgescho√ü untergebracht waren. Interessant zu wissen w√§re, ob die Kleinraubtierk√§fige in Hannover als Galerie angeordnet oder malerisch √ľber das Sockelgescho√ü des Felsens verteilt wurden.
(18.11.2008, 11:13)
Michael Mettler:   Die "k√ľnstlichen Laufg√§nge und Luftl√∂cher" klingen ein wenig nach der Darstellung eines unterirdischen H√∂hlensystems, wie man sie heute vorwiegend auf Nachttierh√§user beschr√§nkt, und nicht nach einer lediglich auf Kleintierma√üst√§be minimierten Grotte √° la B√§renburg.

Das Prinzip der Doppelst√∂ckigkeit findet sich im hannoverschen Zoo der Gr√ľnderzeit in gr√∂√üerem Ma√üstab an der gro√üen Felsenanlage wieder, in deren Parterre ein grottenartiger Wolfszwinger eingelassen war.
(17.11.2008, 12:01)
IP66:   Als Vorbild f√ľr solche mehrst√∂ckigen Haltungen w√ľrde ich vor allem auf eine K√§figwand der ersten Bauphase des berliner Zoos verweisen. Die Integration dieser K√§fige in einen Raubvogelfelsen d√ľrfte jedoch eine innovative Leistung der Gr√ľndungsphase des hannoveraner Zoos vorstellen. Ich frage mich allerdings, ob es vergleichbare Kleink√§fige nicht auch in dem einen oder anderen k√ľnstlichen Gebirge in den fr√ľhen Aktienzoos gab.
(17.11.2008, 10:40)
Michael Mettler:   In einem "Zoologischen Garten" von 1867 fand ich den Hinweis, dass die Grotten im Raubvogelfelsen "mit k√ľnstlichen Laufg√§ngen und Luftl√∂chern" versehen waren und kleinere Raubtiere (z.B. Fuchs und Marder) sowie einige Nager (z.B. Stachelschwein, Aguti und Ferkelratte) enthielten.
(15.11.2008, 22:30)
IP66:   Da kommt doch einiges zusammen. Allerdings ist die Quellenlage f√ľr die Fr√ľhzeit d√ľnn. Ich vermute, da√ü die interessantesten, weil ungew√∂hnlichsten Bauten einmal in der Phase zwischen Gr√ľndung und Elefantenhausbau und dann w√§hrend der Erneuerung der 60er Jahre entstanden. Gerade die Diskussion zum Stelzvogelhaus zeigt allerdings, da√ü auch in Zeiten, in denen Hannover sich eher rezeptiv verhielt, Neuentdeckungen m√∂glich sind.
Stellt sich die Frage, was man will. Wir k√∂nnen hier sicherlich einzelne Bauten diskutieren und versuchen, sie besser zu verstehen, als das bisher der Fall war. Nat√ľrlich k√∂nnte man auch versuchen, die gehaltenen Arten so zusammenzustellen, wie Herr Schlawe das f√ľr den Zoo Berlin bis 1888 bearbeitet hat.
(14.11.2008, 10:40)
Andreas Soltwedel:   Zur Quellenlage der Bauhistorie.
Grundlegende Werke:
Hundert Jahre Zoo Hannover
Ein Garten f√ľr Menschen und Tiere ¬Ė 125 Jahre Zoo Hannover

Zooeigene Schriften:
Zoof√ľhrer ab 1867 (sofern erhalten)
Die Tierwelt ¬Ė Zeitschrift des Zoologischen Gartens Hannover; Mai 1929 bis April 1930
Unter die Lupe genommen; Jahresberichte 1972 bis 1992
Der Zoofreund, Zeitschrift des Vereins der Zoofreunde Hannover eV; ab 1972 vierteljährlich (auch Bestand der Fachbibliothek der TiHo Hannover, Signatur: ZF 206)

Andere Schriften:
Der Zoologische Garten inkl. Der Zoologische Beobachter
- Alte Folgen ab 1860, l√ľckenhaft; darin enthalten sind Gesch√§ftsberichte des Aktienvereins sowie Beschreibungen des Zoos
- Neue Folgen ab 1929 fortlaufend
(Bestand der Fachbibliothek der TiHo Hannover, Signatur: ZF 15)
(Bestand der Stadtbibliothek Hannover ab NF 33/1967 fortlaufend, Signatur: Nat765/15)
Geschäftsberichte der Naturhistorischen Gesellschaf Hannover: Nr. 13 1863/64; Nr. 14 1864/65
(Bestand der Stadtbibliothek Hannover, Signatur: Nds 110/3)
G. Schoenermark: Die Architektur der hannoverschen Schule, 7 Jahrg√§nge 1889 bis 1895; darin enthalten sind 14 Bl√§tter l√ľerscher Zoobauten (Magazin der Stadtbibliothek Hannover)

Archive und Sammlungen:
Stadtarchiv Hannover; HR X C 9, insg. 33 Akten zu verschiedenen Aspekten der Zoogeschichte, u.a. in Akte 13 die Geschäftsberichte des Aktienvereins, abgedeckt wird der Zeitraum von 1862 bis 1956
Stadtvermessungsamt; historische Stadtpläne von Hannover mit großen Maßstäben

(14.11.2008, 02:11)
Michael Mettler:   Erst 1906, also zwei Jahre nach Eintreffen des vermutlich auf dem Foto zu sehenden Flusspferdkalbes, wurde das Elefantenhaus so umgebaut, dass die Innenr√§ume f√ľr die Tiere gr√∂√üer wurden, und erst ab dann war auch das schon vorher vorhandene Flusspferd innen f√ľr Besucher sichtbar; vorher konnte man offensichtlich nur die Elefantenst√§lle einsehen. Die zus√§tzlichen Unterbringungsm√∂glichkeiten f√ľr Nashorn und Tapire (und damit R√§ume, in denen man gegebenenfalls ein junges Hippo notd√ľrftig h√§tte platzieren k√∂nnen) kamen wahrscheinlich noch sp√§ter hinzu.
(10.11.2008, 11:24)
IP66:   Die Flu√üpferdunterbringung ist auf diesem Weg ja recht schl√ľssig erkl√§rt. Es zeigt sich zudem, da√ü in dem kleinen Dickh√§uterhaus die M√∂glichkeiten, neue Tiere unterzubringen, sehr begrenzt waren und es auch keine f√ľr das Jungtier verwendbare Resservebox gegeben zu haben scheint.
Bez√ľglich des Stelzvogelhauses wollte ich schon einen allgemeinen Thread zur Geschichte dieses Bautyps er√∂ffnen, bin aber nicht nicht dazu gekommen und auch ein wenig skeptisch, ob das hannoveraner Geb√§ude so gut ins Bild passen w√ľrde. Allerdings zeigt dieses Geb√§ude das Schicksal von Holzbauten, wie es sich derzeit auch in der Totenkopfaffenanlage in Halle manifestiert: Zun√§chst zerfallen die √§u√üeren Ornamente und exponierte Konstruktionen, am Ende aber ist das ganze Geb√§ude gef√§hrdet. Ich w√ľrde allerdings weniger von einer Krigszerst√∂rung als von mangelnder Baupflege in den Jahren nach 1918 ausgehen und den 1948 manifest gewordenen Abri√ü der T√ľrme auch √§sthetisch verstehen, wurde das Gr√ľnderzeitgeb√§ude doch auf diesem Wege im Sinne der 50er Jahre entdekoriert. Da es dann, gerade im der Moderne sehr zugeneigten Hannover, aber immer noch die Zeichen seiner Entstehung trug, stand dem Abri√ü wenig im Wege, zumal nach 1945 ja kaum ein Stelzvogelhaus wiederauf- oder neugebaut wurde, es also auch f√ľr den Bautypus keine Verwendung gab. √úberhaupt ist die Zahl der √ľberlieferten Holzbauten aus der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts unterdurchschnittlich niedrig - die bekanntesten Beispiele in Zoos d√ľrften die k√∂lner Rinder- und das kleine Hirschhaus in Berlin stellen.
Bei der Greifvogelanlage vermute ich angesichts der von Michael Mettler eingestellten Aufnahme einen Umbau um die Jahrhundertwende, da ich die dort gezeigten Volieren nicht mit dem Grundriß in der Chronik in Deckung bringen kann. Ich vermute, daß die kleine Voliere, die man im Vordergrund sieht, dem Erbauungszustand entspricht und der Flugkäfig dahinter im Rahmen von Neubauten, wie man sie in Dresden oder Arnheim noch nachvollziehen kann, entstand. Der Druck des Zwischenkriegszeitzooplanes ist bei mir so schlecht, daß ich den Aufbau der Volieren dort nicht entziffern kann.
Ich halte es f√ľr denkbar, da√ü die hannoveraner Anlage auch noch die Errichtung des noch heute teilerhaltenen Adlerfelsens in Berlin beeinflu√üt hat. Bis zu dessen Errichtung dominierten die meist durch eingeschaltete Gro√ük√§fige rhythmisierten K√§figgalerien die Greifvogelausstellung, doch die hannoveraner Idee, die in der Familie Heck bekannt gewesen sein k√∂nnte, legitimierten das neue Beispiel, da√ü Ideen √ľbernahm, die auch die Reformzoos von Halle und Stellingen pr√§gen sollten.
(10.11.2008, 10:59)
Michael Mettler:   Da ich mich auf der Nachsuche nach diesen beiden Bauwerken speziell mit einem bestimmten Zeitraum befasst habe, komme ich nicht umhin, die Zeit zwischen 1924 (Wiederer√∂ffnung des Zoos nach 1922 erfolgter Schlie√üung) und dem Ende der 30er Jahre (ab 1931 Pacht√ľbernahme durch Fa. Ruhe) als eine Totalumbauphase zu bezeichnen, wie es sie in diesem Ma√üe dann nochmals in den 60er und in den 90er Jahren gab. W√§re nicht der Zweite Weltkrieg mit diversen Zerst√∂rungen dazwischengekommen, h√§tte es den Gro√üumbau in den 60ern vielleicht gar nicht gegeben, sondern eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Zwischenkriegskonzeptes. Zwar blieben im genannten Zeitraum einige besonders markante Bauten und Anlagen bestehen (Elefanten-, Raubtier- und Antilopenhaus, B√§renzwinger, Felsenanlage, Restaurant), doch wurde Einiges aus dem 19. Jh. abgerissen (z.B. Affenhaus, Schmuckvogelhaus, Greifvogelvolieren) oder ver√§ndert (neue Raubtierfreianlage am Raubtierhaus, B√§renzwinger z.T. in Freianlagen umgebaut), Wegesystem und Zuschnitte von Gehegen ge√§ndert, Teichanlagen teilweise zugesch√ľttet), und es kamen diverse Neuanlagen hinzu (z.B. Affenhaus, Greifvogelvoliere, Tierkinderzoo, Pavian-, Nagetier- und Malaienb√§rfelsen, Einhufergehege).

Die Intensit√§t dieser √Ąra war mir bisher nicht richtig bewusst (vielleicht, weil ich zu sehr die Zeiteinteilung "vor Ruhe" und "mit Ruhe" im Hinterkopf hatte), aber ich glaube, IP66 hatte Hannover schon mal als einen Zoo bezeichnet, der sich alle drei√üig Jahre neu erfindet (oder √§hnlich). Rein rechnerisch k√∂nnte ich also den n√§chsten Totalumbau auch noch miterleben :-)
(10.11.2008, 10:57)
Michael Mettler:   Ich habe mich nun nochmal auf gezielte Suche nach dem Ende von Stelzvogel- und Raubvogelhaus begeben. Im Stelzvogelhaus gab es laut 100-Jahre-Chronik 1938 einen Brand; m√∂glicherweise wurde es danach nicht mehr in den Urzustand zur√ľckversetzt, denn ein Zooplan von 1941 bezeichnet das noch vorhandene Haus nicht mehr, sondern nennt nur noch die Fl√§che davor "Gehege f√ľr Stelzv√∂gel". In meinem √§ltesten Nachkriegs-Zooplan von 1948 hat der Geb√§udeumriss seine Eckt√ľrme verloren, und die Fl√§che davor ist nicht als Gehege bezeichnet. Demnach k√∂nnte das Haus unter die Kriegsverluste zu rechnen sein.

Laut der selben Chronik wurde der alte Flugk√§fig f√ľr Greifv√∂gel nach Fertigstellung des neuen, aus Hamburg geholten 1937 abgerissen. Die Felsenanlage, auf der er stand, hat aber offensichtlich den Krieg √ľberdauert, und vielleicht wurden die Grotten sogar noch zur Tierhaltung genutzt. Kurioserweise findet man auf dem Zooplan von 1941 wie schon erw√§hnt nur ein nicht bezeichnetes, rechteckiges Geb√§ude an ihrer Stelle, auf dem Plan von 1948 sogar √ľberhaupt nichts. Auf einem perspektivisch gezeichneten Plan von 1954 taucht dann pl√∂tzlich dort eine unbezeichnete Felsenanlage ohne K√§fige oder Gehege auf, √ľber die ich mir schon mehrfach den Kopf zerbrochen, sie aber nie in Zusammenhang mit dem historischen Raubvogelhaus gebracht habe. Auch 1956 ist sie auf einem stilisierten Plan noch zu sehen (siehe anbei), wenn auch in √ľbertriebener Gr√∂√üe dargestellt. 1958 taucht sie nicht mehr auf. Sie muss sich auf dem Areal befunden haben, das heute au√üerhalb des eigentlichen Zooareals liegt, zwischen Verwaltungsgeb√§ude, Parkplatz und heutigem Eingang.
(10.11.2008, 09:40)
Michael Mettler:   @IP66: Das Flusspferdgehege war zur fraglichen Zeit mit einem Flusspferd besetzt. Dort lebte seit 1885 (und noch bis 1918) die schon erw√§hnte Kuh Jeko/Mariechen, und f√ľr einen Zusammengew√∂hnungsversuch d√ľrfte das Kalb deutlich zu klein gewesen sein.

Anbei die einzige weitere Abbildung des Raubvogelhauses, die ich bislang finden konnte (In "Hundert Jahre Zoo Hannover"): 1934 wurde der Kondork√§fig in einem Unwetter durch einen umst√ľrzenden Baum eingedr√ľckt. Rechts einer der Treppenaufg√§nge zur oberen Ebene, rechts vom Bildrand m√ľssen sich die besagten Grotten befunden haben. In den Jahren danach scheint das Raubvogelhaus zumindest seinen Zweck verloren zu haben (wenn nicht abgerissen worden zu sein), denn auf dem Zooplan von 1941 ist an dieser Stelle nur noch ein nicht beschriftetes Geb√§ude zu sehen. In den 30er Jahren hatte der Zoo aus dem in Aufl√∂sung begriffenen Hamburger Zoo eine gro√üe Greifvogelvoliere √ľbernommen, die fortan f√ľr die Haltung von Greifv√∂geln und Eulen diente. Ihre √úberreste sind noch heute zu sehen, n√§mlich die r√ľckw√§rtigen Mauern der Limikolenvoliere.
(08.11.2008, 11:58)
IP66:   Bez√ľglich des Flu√üpferdes k√∂nnte man sich die Frage stellen, womit zu dem fraglichen Zeitpunkt das √ľberkommene Flu√üpferdgehege des Dickh√§uterhauses besetzt war. Gerade bei einem Flu√üpferds√§ugling k√∂nnten allerdings auch praktische Erw√§gungen wie eine m√∂gliche Pflegerwohnung im Antilopenhaus die Unterbringung dort bedingt haben.
Zur Baudokumentationslage: Ich denke, da√ü eine Zusammenstellung aller Quellen zur hannoveraner Baugeschichte bis hin zum Oesterlen-Zoo sinnvoll w√§re. Die Zoogeschichte selbst ist ja so schlecht nicht aufgearbeitet, und die j√ľngste Zoochronik, die sicher im Bereich der Abbilungen einige Fehler enth√§lt, hat doch eine Menge Quellen aufgedeckt und auch sozial- und kulturgeschichtliche Aspekte eingearbeitet, die andernorts fehlen. Insofern w√§re eine Zusammenstellung der fraglichen Abbildungen und der Informationen, die man √ľber die Bauten erhalten kann, schon n√ľtzlich, zumal wir in der Anfangszeit des Zoos und bei der Umgestaltung in den 60er Jahren auf eine Reihe einzigartiger Bauten zur√ľckblicken k√∂nnen. Allerdings d√ľrfte die Quellenlage selbst l√ľckenhafter sein als in Berlin, so da√ü man, etwa bei der so interessanten Raubvogelgrotte, auf manches Nichtwissen wird verweisen m√ľssen.
(08.11.2008, 11:03)
Michael Mettler:   @Andreas Soltwedel: Nach dem, was ich in den letzten Wochen √ľber Unterbringung "erster" Elefanten in anderen Zoos in B√ľffelh√§usern, Raubtierh√§usern, Pflanzenkellern, Huftier-Winterst√§llen und Nebenr√§umen von Kassengeb√§uden gelesen habe, g√§be es da auch f√ľr Hannover diverse M√∂glichkeiten... Ich vermute ein Hirsch-, Kamel- oder B√ľffelhaus als Quartier, auch noch f√ľr die nachfolgenden Artgenossen. In der selben Chronik hei√üt es auf S. 45 f√ľr das Gesch√§ftsjahr 18879/80 in Zusammenhang mit der Planung f√ľr das erste "richtige" Elefantenhaus: "Aber der Elefant w√§chst ohne R√ľcksicht auf den Kassenstand seiner Eigent√ľmer und muss eine andere Unterkunft finden oder verkauft werden." Da die ersten Elefanten des Zoo ausnahmslos Afrikaner waren - die erste Asiatin kam erst nach Fetigstellung des Elefantenhauses - d√ľrfte es sich beim Ankauf um K√§lber gehandelt haben, die vorl√§ufig noch in normale Huftierst√§lle o.√Ą. passten.

Nochmal zum Flusspferdkalb: Ich neige dazu, das Foto mit dem 1904 erhaltenen Tier zu verkn√ľpfen, als ein G√∂nner dem Zoo "ein junges Flusspferd" aus Ostafrika schenkte. Daf√ľr spr√§che allein die Tatsache, dass es sich um ein Foto handelt, w√§hrend auf den Ansichtskarten der fr√ľhen 1890er Jahre Lithografien die Regel zu sein schienen. In der 125-Jahre-Chronik nennen die Autoren zwei Artikel im Hannoverschen Anzeiger als Nachweis f√ľr das Kalb von 1904; mag sein, dass das Ansichtskartenfoto gleichzeitig eine Presseaufnahme von der Ankunft war. Die Daten der Artikel (31.8.1904 und 2.9.1904) lassen den Schluss zu, dass das "kurz nach seiner Ankunft gestorbene" Tier sogar nur wenige Tage im Zoo lebte; allerdings genau √ľber einen Monatswechsel hinweg, wodurch ohne Kenntnis der Tage der Eindruck enstehen kann, es habe wenigstens einen Monat √ľberdauert.
(08.11.2008, 10:08)
Andreas Soltwedel:   Nach langer Abwesenheit melde ich mich gleich mit einer Frage zur√ľck. Aus der 100er Chronik geht hervor, dass bereits 1868 ein Elefant in Hannover lebte. Das erste Elefantenhaus wurde aber erst 1880 er√∂ffnet. Die Frage lautet also, wo dieser Elefant untergebracht war, da mir keins, der 1868 bestehenden Geb√§ude so recht f√ľr die Elefantenhaltung geeignet scheint.

@IP66 zum Beitrag vom 05.11.: Meinen Sie eine Aufarbeitung im Stil von ¬ĄDer Berliner Zoo im Spiegel seiner Bauten¬ď, oder eine Diskussion in diesem Treat? Ein √§hnlicher Vorschlag bzw. Anregung wurde schon im Mai 2005 in diesem Treat gemacht. Das Thema flackerte kurz auf, wurde dann aber nicht mehr weiter verfolgt.
(08.11.2008, 07:42)
Michael Mettler:   Ein neues, altes Fundst√ľck: Foto auf einer 1906 gelaufenen Ansichtskarte. Da zu dieser Zeit an eigene Flusspferdzucht in Hannover noch nicht zu denken war, muss es sich bei dem Kalb um ein in ungew√∂hnlich zartem Alter importiertes oder aus einem anderen Zoo erworbenes Tier handeln. Bemerkenswert ist aber auch, dass dieses Bild nicht am 1881 erbauten und 1885 auch f√ľr Flusspferdhaltung eingerichteten Elefantenhaus entstanden ist, sondern - wie an den Zierklinkern und der oben geraden T√ľr erkennbar ist - in einem der "Tortenst√ľckgehege" des Antilopenhauses (er√∂ffnet 1892)! Somit kann es sich bei dem Hippo nicht um Jeko alias Mariechen handeln, die schon seit 1885 im Zoo lebte. Ein ca. 1891 von Reiche kurzzeitig eingestelltes Tier unbekannter Herkunft k√§me in Frage oder ein 1904 aus Daressalam in den Zoo gelangtes, das hier nach einem Monat starb.
(07.11.2008, 23:33)
IP66:   Das d√ľrfte gut zur Au√üengestalt des Geb√§udes passen - und enge Verbindungen zum ersten k√∂lner Stelzvogelgeb√§ude erkennbar werden lassen, da√ü ein wenig aussah wie eine dezent exotisierende Kirmesbude. Das k√∂lner Haus diente wohl auch als Winterunterkunft, in Berlin hingegen waren die Stelzvogelh√§uschen am Neptunteich eher Dekoration - die w√§rmebed√ľrftigen Bewohner wurden winters in an die Rinderst√§lle angelehnten Schuppen gesperrt, die die K√∂rperw√§rme der S√§uger temperierte ...
(05.11.2008, 19:33)
Michael Mettler:   Ich denke, dass das Gemeinschaftsgehege vor dem Stelzvogelhaus auf der Darstellung k√ľnstlerischer Freiheit entspringt. Ein Zooplan von Anfang des 20. Jh. zeigt jedenfalls "Tortenst√ľckgehege".
(05.11.2008, 18:25)
IP66:   Wenn man bedenkt, da√ü die hannoveraner Chronik in enger Verbindung zu einem Lehrstuhl f√ľr historische Tierhaltungen entstanden ist, kann man froh sein, da√ü damals noch keine Universit√§tsrankings stattfanden.
Allerdings hat Michael Mettler gleich eine ganze Serie von Fragen geklärt:
Die Ansicht des Teiches zeigt sehr gut, wie man sich den romantischen Parkcharakter vorzustellen hat, wobei das ja erst 1885, also nach der Erstkonzeption entstandene Stelzvogelhaus die Teichansicht st√§rker dominiert, als da√ü die urpsr√ľngliche Planung, wie wir sie in Gestalt der Greifvogelanlage erkennen, vorsah. Sehr wichtig dabei war die Zuf√§lligkeit des Blicks, die Vermeidung fester Rundg√§nge und gewisse √úberraschungen, wie sie die Mehrst√∂ckigkeit der Grottenanlage erm√∂glicht. Es k√∂nnte allerdings sein, da√ü sie in enger Verbindung zur grottenartig gestalteten ersten antweroener B√§renanlage steht. Allerdings k√∂nnte man die Zweist√∂ckigkeit auch als eine Parallelerscheinung zum besteigbaren Gebirge in der Hauptachse des Parks sehen. Die mehrst√∂ckigen Kleinraubtieranlagen biedermeierlicher Herkunft w√ľrde ich ungern als Vergleichsbeispiele heranziehen, √§hnelten sie doch eher Tierregalen, wie wir sie heute in Zoohandlungen vorfinden.
Das Stelzvogelhaus ist ein schwieriger Fall, zumindest f√ľr mich, der ich zu wenig Vergleichsbeispiele kenne. Mich irritiert vor allem die Gemeinschaftsanlage au√üen, die es unter Bodinus weder in K√∂ln noch in Berlin gegeben zu haben scheint. Allerdings k√∂nnte es sein, da√ü unvertr√§gliche Kostbarkeiten auf der anderen Seite des Geb√§udes oder in Innenk√§figen untergebracht wurden. Der Vergleich mit dem malerisch gestalteten Schmuckvogelhaus zeigt √§hnlich wie beim zweiten Antilopenhaus, da√ü die gr√ľnderzeitlichen Geb√§ude √ľppiger dekoriert wurden, auch wenn exotische Vorbilder nicht erkennbar sind. Eine Architekturgeschichte des hannoveraner Zoos steht, wie die Bilder zeigen, noch aus.
(05.11.2008, 17:59)
Michael Mettler:   ...die einen Blick √ľber den vorderen Schwimmvogelteich des damaligen Gel√§ndes zeigt, gesehen wohl von der Br√ľcke aus, die diesen Teich von einem zweiten abtrennte. Ich habe mit alten Zoopl√§nen in der Hand eine ganze Weile ger√§tselt, welche Teichseite hier zu sehen ist, aber es gibt nur diese eine M√∂glichkeit, da die besser bekannten Geb√§ude des alten Zoos s√§mtlich nicht zu sehen sind. Hinten links befindet sich die Insel im Teich, die sp√§ter zur Affeninsel umgewidmet wurde (auf diesem Bild sind √ľberall noch kleine Nisth√§uschen f√ľr Wasserv√∂gel zu sehen), im Hintergrund links ist besagtes Stelzvogelhaus zu sehen, und der grottenartige Bau rechts au√üen ist das alte Raubvogelhaus. Dieses war gewisserma√üen zweist√∂ckig, denn die gro√üen Volieren waren auf und an einen Felsh√ľgel gebaut, zu dem es rechts und links der Grotten Treppenaufg√§nge gab, und die Grotten selbst enthielten wohl zeitweise heimische Kleinraubtiere, vielleicht auch Eulen. Auch von diesem Haus gibt es wenig Bildmaterial, lediglich ein Foto in der 100-Jahre-Chronik, das einen Sturmschaden an der Kondorvoliere (an einer Schmalseite neben der Treppe) zeigt. Ein zweites, mit Raubvogelhaus beschriftetes Bild ist wiederum falsch zugeordnet und zeigt das Affenhaus.

Diese Zuordnungsfehler m√∂gen durch Mangel an Bildmaterial entstanden sein; manches Motiv, das auf Ansichtskarten noch zu finden ist, k√∂nnte in keinem "richtigen" Bildarchiv mehr vorhanden und daher nur mit Gl√ľck aufzutreiben sein.
(27.10.2008, 09:35)
Michael Mettler:   Diese Abbildung in der 125-Jahre-Chronik, die als "Stelzvogelhaus" beschriftet ist, wurde offenbar falsch zugeordnet, denn das Haus d√ľrfte eher das Schmuckvogelhaus sein (von dem gibt es Fotos). Auf die Idee w√§re ich allerdings nicht gekommen, wenn ich nicht die nachfolgende Ansichtskarte aufgetrieben h√§tte...
(27.10.2008, 09:23)
Michael Mettler:   Da wir in anderen Threads gerade in historischen Pomp√∂sbauten schwelgen, anbei noch ein Beispiel aus Hannover. Dieses "Schloss" war das das 1885 fertiggestellte - Stelzvogelhaus!! Die Abbildung stammt von einer Ansichtskarte, ein Foto des Hauses habe ich bisher noch nicht gesehen.
(27.10.2008, 09:08)
Michael Mettler:   @IP66: OK, unsere beiden letzten Beitr√§ge haben wir wohl gleichzeitig gepostet. Trotzdem bleibt die interessante Frage nach der unterschiedlichen Platzierung der Eisb√§ren in den damaligen B√§renburgen. Hannover war ja zu seiner Gr√ľndung ein "romantischer" Park, in dem die heimische Tierwelt und ihre Rolle in der Sagenwelt im Vordergrund stand und Exoten nur Nebenfiguren bildeten. Da w√ľrde es ins Bild passen, dass man dem heimischen Braunb√§ren den "wichtigsten" Zwinger des Geb√§udes gab. Bei symmetrischen Bauten wie in Frankfurt steht doch m.E. die √Ąsthethik bei der Besetzung mehr im Vordergrund als die Herkunft der Tiere; da k√∂nnten die Haltungsbedingungen (genanntes Wasserbecken) oder die Farbe des Tieres (wei√üer B√§r im Zentrum, flankiert von den dunklen Arten) anders als in Hannover die Hauptrolle gespielt haben.
(10.10.2008, 12:12)
Michael Mettler:   Nun wich der hannoversche B√§renzwinger insofern von den anderen ab, als er nicht symmetrisch aufgebaut war. Der Frankfurter hingegen war es. Fragt sich nun, ob man den Eisb√§ren dort wegen seines gr√∂√üeren Schauwertes in den Mittelzwinger setzte, oder weil er das gr√∂√üte Wasserbecken brauchte, was man aus Symmetriegr√ľnden eben im Mittelzwinger platzierte.
(10.10.2008, 11:48)
IP66:   "Frankfurt" ist nat√ľrlich Unfug!
(10.10.2008, 11:44)
IP66:   Den Hinweis auf den Eisb√§renzwinger im Nebenabteil finde ich sehr interessant - mir scheint f√ľr die Beurteilung der Angelegenheit aber wichtig, da√ü man in Frankfurt mit den ersten Bauten noch vor den neuen Pl√§nen Bodinus' f√ľr Berlin lag, auch wenn diese in K√∂ln hier und da schon Vorl√§ufer zeigten.
(10.10.2008, 11:35)
Michael Mettler:   Interessanterweise folgte man im 19. Jh. anscheinend einer anderen Zeitrechnung, was das "Geburtsjahr" des Zoos betrifft. W√§hrend der Zoo heute seine Jubil√§en auf das Gr√ľndungsjahr 1865 ausrichtet (oder auf den Umbau zum Erlebniszoo...), wird in einem zeitgen√∂ssischen Artikeln √ľber Zooentstehungen im "Zoologischen Garten" 1863 als Gr√ľndungsjahr angef√ľhrt. Das bezieht sich wohl auf das "Gesamtprojekt", denn vor Er√∂ffnung des heutigen Standortes gabe es einen provisorischen Zoo am Neuen Haus, in dem die bereits reichlich eintreffenden Tiergeschenke und -anschaffungen auf ihren Einzug in den eigentlichen Zoo warteten. Sie konnten dort bereits von den Aktion√§ren als auch gegen Eintritt von weiterem Publikum besucht werden, was laut einem Bericht aus dem Jahre 1864 auch reichlich genutzt wurde. Streng genommen m√ľsste man also diese beiden Jahre vorweg zum Alter des Zoos hinzurechnen - auch Frankfurt oder Rotterdam z√§hlen ja alte und neuen Standorte zusammen.

Über den schon mal diskutierten Standortes der neuen Zooanlage mitten im Wald heißt es in besagtem Bericht, der auch die Baufortschritte des Geländes zum Inhalt hat: "Als die Anlage auf dem 12 Morgen grossen Terrain im Herbste 1863 in Angriff genommen ward, lichtete man zunächst den dichten Wald von allen kranken und unschönen Bäumen, wodurch sich 2 grössere freie Flächen ergaben, (...), beide voreinander getrennt durch eine schmale, lange Baumgruppe." Auf den beiden Freiflächen entstanden die Felsenanlage, "Weideflächen" und Teiche.

√úber die B√§renburg wird erw√§hnt, dass der mittlere Zwinger bereits mit braunen B√§ren besetzt war, der n√∂rdliche mit schwarzen B√§ren und einem Fuchs, und der s√ľdliche f√ľr Eisb√§ren bestimmt war und ein gr√∂√üeres Bassin enthielt; das Konzept sah die Eisb√§ren also nicht als Bewohner des Mittelzwingers vor.

Über das erste, gerade im Bau befindliche Affenhaus heißt es, dass sein "Winterhaus" eine Fläche von 50 x 25 Fuß habe und sich daran ein "Sommerpavillon" mit einem Durchmesser von 25 Fuß sowie 4 kleine Sommeraufenthaltsräume anschließen. Wie auch das Schmuckvogelhaus soll das Affenhaus "den Besuchern des Gartens auch im Winter einen angenehmen Aufenthaltsort darbieten".

Die Felsanlage war 240 Fu√ü lang, die Br√ľcke 40 Fuss √ľber dem Erdboden.

F√ľr den beabsichtigten Tierbestand ist noch bemerkenswert, dass man sich geschenkte Tiere "mit R√ľcksicht auf die beabsichtigte Z√ľchtung" paarweise w√ľnschte - eine museale Sammlung von Einzelst√ľcken war also nicht Ziel des im Aufbau befindlichen Zoos.
(09.10.2008, 22:45)
IP66:   B√§renf√ľttern w√§re wohl, wollte man es erlauben, noch heute eine beliebte Attraktion, und ich denke, da√ü in den meisten Zwingern die Architektur dadurch bestimmt war, eine M√∂glichkeit zur F√ľtterung zu schaffen.
(23.07.2008, 10:51)
Michael Mettler:   @IP66: Die "Furcht erregende Pose" musste gar nicht hineinretuschiert werden. Der B√§r steht n√§mlich nicht angriffslustig br√ľllend am Gitter, sondern um Futter bettelnd: Er streckt seine ge√∂ffnete Schnauze durch die Stangen, damit man ihm Futter hineinwerfen kann. Man beachte nur die erhobene Hand der erwachsenen Person in Richtung des B√§renmauls. Auch in grabenbegrenzten Anlagen von Parks, in denen das B√§renf√ľttern erlaubt ist, setzen oder stellen sich die Tiere gern mit auffordernd ge√∂ffnetem Maul hin.

In der Pose des Braunb√§ren auf dem alten Foto k√∂nnte ich mir ja gut eine lebensgro√üe Malaienb√§renfigur im alten Hallenser Malaienb√§renzwinger vorstellen, noch dazu mit weit herausgestreckter Zunge (das macht diese B√§renart ganz gern), auf der Besucher Spendenm√ľnzen in den Rachen der Statue rollen lassen k√∂nnen - w√§re doch mal was anderes als die ewigen Spendentrichter und dazu eine originelle Nutzung eines historischen K√§figs! (In entsprechend abgewandelter Form w√ľrde sich ein lebensgro√üer "Spendenrachen" auch f√ľr stillgelegte Flusspferdbecken usw. eignen...)
(22.07.2008, 21:06)
IP66:   Das Bild aus Hannover l√§√üt mit dem Wimperg links und der spitzbogigen Zwinger√∂ffnung rechts den malerischen, unsymmerischen Charakter des Bauwerks gut nachvollziehen, wobei ich vermute, da√ü die furcherregende Pose des Tieres hineinretuschiert wurde. Bezeichnend ist, da√ü jener Wimperg im katholischen K√∂ln weggelassen wurde, als man die kalte Raubtiergalerie neben die B√§renburg stellte - die noch der ersten, etwas zaghaften Historismus-Phase der Bodinus-Zeit angeh√∂rte. Dergleichen Domzitate an Tierunterk√ľnften h√§tte sicher in ultramontanen Kreisen Ansto√ü erregt.
Der K√∂nigsberger Bau schont mir eher in die Zeit vor 1880 zu geh√∂ren, zumal die T√ľrme, aber auch die Art der Galerie lassen sich gut mit dem noch von Schinkel-Sch√ľlern in Potsdam errichteten Schlo√ü Babelsberg parallelisieren.
Die k√∂lner Felsanlage hat ja schon einmal im Rahmen der Diskussion des amterdamer Kletterfelsens eine Rolle gespielt. Mann k√∂nnte mit dem begleitenden Grottenb√§renzwinger (bei H√§√ülin Nr. 30 und schlecht dokumentiert) und der Teichlandschaft, die ich den Wasservogelgehegen zwischen dem √úberwinterrungshaus und dem Pelikanteich noch rudiment√§r erhalten ist, eine Blickachse konstruieren, vor allem von der Portikus des Gro√ütierhauses und dem Aussichtspunkt innerhalb der Teichanlage aus. Allerdings bildete der Berg auch den Endpunkt einer Rinderallee, die schnurgerade vom Wapitipark und vorbei an der B√Ąrenburg zum Fels f√ľhrte (die Anlage hat nichts mit der heutigen Rinderallee zu tun, sondern befand sich im Bereich der heutigen Kleins√§uger- und B√§renanlagen. Es kann sein, da√ü sich Herr L√ľer hier hat inspirieren lassen, man darf aber nicht vergessen, da√ü es Felspartien ohne Tiere zwischen W√∂rlitz und Kassel in sehr vielen anglisierenden Parkanlagen gab. Wenn man eine Verbindung herstellt, so hat der hannoveraner Architekt die etwas verquaste und von neubarocken Elementen nur bedingt geschickt durchdrungende k√∂lner Anlage in Hannover in vieler Hinsicht konsequenter und durchdachter umgeformt, vielleicht auch, weil der mit den f√ľr die Rheinprovinz naheliegenden franz√∂sischen und belgischen Modeerscheinungen nur wenig anfangen konnte. Nimmt man dies an, so hat er zudem den exotisierenden Teil der Perspektive gekappt und auf das orientalisierende Gro√ütierhaus verzichtet, gleichsam nur von diesem Weg √ľber den Teich zum Felsen geschaut.
(22.07.2008, 20:07)
Michael Mettler:   Und noch eine B√§renburg: Zoo K√∂nigsberg, Postkarte von 1915. F√ľr die Raubtierhaltung vor 1900 (ich nehme an, dass der K√∂nigsberger Zwinger auch dieser Zeit zuzurechnen ist) w√ľrde sich eigentlich schon ein eigener Thread lohnen.

Die B√§renburg in Mulhouse ist √ľbrigens nach der hannoverschen entstanden, der Zoo wurde erst nach dem Zoo Hannover gegr√ľndet, und in letzterem geh√∂rte der Zwinger ja schon zum Anfangsbestand (und war bereits fast ein Jahr vor der eigentlichen Zooer√∂ffnung ab Juli 1864 fertiggestellt und mit Braunb√§ren besetzt).
(21.07.2008, 23:00)
Michael Mettler:   Ich habe noch ein burgartiges Raubtierhaus entdeckt (wenn auch nicht f√ľr Gro√ükatzen), das - ob nun vom hannoverschen beeinflusst oder nicht - lange nach diesem, n√§mlich ca. 20-30 Jahre sp√§ter errichtet wurde (das genaue Datum fand ich nicht): Das Haus f√ľr W√∂lfe, F√ľchse und Schakale des K√∂lner Zoos, das laut alten Pl√§nen gleich neben die B√§renburg gebaut wurde. Das Foto stammt aus der H√§√ülin/Nogge-Chronik.
(21.07.2008, 21:51)
Michael Mettler:   Anbei das schon erw√§hnte zeitgen√∂ssische Foto der hannoverschen B√§renburg. L√ľer hat auf jeden Fall Anregungen aus K√∂ln aufgenommen; in der Dittrich-Chronik fand ich den Hinweis, dass der K√∂lner Kletterfelsen f√ľr Schafe und Ziegen L√ľer als Vorbild f√ľr die hannoversche, hier noch weiter ausgedehnte Felsenanlage diente.
(21.07.2008, 11:01)
IP66:   Nach Schlawe soll die √§lteste Raubtiergalerie des von uns ins Auge gefa√üten Typus in London gestanden haben - leider liegt mir die entsprechende Monographie hier nicht vor. Man darf aber nicht vergessen, da√ü schon station√§re Menagerien der ersten Jahrhunderth√§lfte ihre K√§fige um rechteckige Besucherr√§ume anordneten. Die gro√üe Leerstelle in dieser Hinsicht d√ľrfte die Menagerie im Neugeb√§ude in Wien gewesen sein, wo noch zu Maria Theresias Zeiten die die Raubkatzen untergebracht waren. Das manieristische Geb√§ude ist schlecht dokumentiert und nur sehr fragmentrisch √ľberliefert, wurde aber seit dem 16. Jahrhundert f√ľr die Tierhaltung genutzt. Ich denke aber, da√ü man gerade in Hannover auf Vorbilder in London oder K√∂ln geschaut hat.
Gibt es Fotos von der els√§ssischen B√§renburg? Die optische Wirkung des hannoveraner Geb√§ude k√∂nnen wir nur rekonstruieren, doch in M√ľhlhausen k√∂nnte man die Wirkung eines solchen Geb√§udes nachvollziehen - und zugleich neu √ľber Nachfolgebauten der in der ersten hannoveraner Ausbauphase entwickelten Typen nachdenken.
Ich glaube nicht, da√ü man es in der Mitte des 19. Jahhrunderts f√ľr notwendig gehalten hat, Eisb√§ren ein Wasserbecken zur Verf√ľgung zu stellen, obgleich in beiden berliner B√§renburgen im Zentralk√§fig ein solches bereitstand. Immerhin zeigt die fr√ľhe Anschaffung der Art in Hannover, da√ü sie auch f√ľr kleinere Zoos zum eisernen Bestand z√§hlte. Ich neige dazu, die zweite berliner B√§renburg in zweierlei Hinsicht f√ľr mit der hannoveraner nicht vergleichbar zu halten: Zum einen zeigt der von Bodinus konzipierte Bau keinerlei Burgenelemente (Zinnen, Wehrg√§nge, gotische Dekoration), zum zweiten wurde er achsial und symmetrisch auf den alten Haupteingang vom Tiergarten aus ausgreichtet, war gleichsam der Blickfang eines neubarocken Gartenpaterres. In Hannover setzte das Geb√§ude mit seinem romantischen Zierrat das Gebirge mit anderen Mitteln fort und grenzte an den Vorplatz der Restauration.
Wie licht- und luftlos der Menschenaffenk√§fig sich darstellte, wissen wir ja nicht. Krokodilb√§nke mit Oberlichtern sind ja noch lange gebaut worden. Ich m√∂chte die Fehlinvestition des Geb√§udes an der Leine nicht sch√∂nreden, habe aber den Eindruck, da√ü der Bau ungl√ľcklicherweise in eine Phase geriet, in der man bei der Affenhaltung viel experimentierte und in der auch Bodinus in Berlin seine Pl√§ne mehrfach √§nderte und mit der Haltung empfindlicherer Affenarten doch nur Anfangserfolge erzielte.
(21.07.2008, 10:50)
Michael Mettler:   @Oliver Jahn: Wei√üt du zuf√§llig, wann die gebaut wurde? Wegen der Berliner B√§renburgen hatte ich gerade nachgeschlagen: Die erste, zum Anfangsbestand des Zoos geh√∂rende (und erste B√§renburg √ľberhaupt in der Zoowelt?) hatte noch eine gerade Front und √ľberdachte Seitenzwinger; die zweite (die noch den 2. Weltkrieg √ľberdauerte) wich dagegen vom geraden Galerieprinzip ab, wenn auch in der hannoverschen Burg entgegengesetzter Form, mit weit nach vorn herausragendem Zentralzwinger. Sie wurde 1870 fertiggestellt, sechs Jahre nach der hannoverschen. Die B√§renburgen in Frankfurt und K√∂ln folgten offensichtlich der geraden Bauweise.

Wo stand denn eigentlich die erste Raubtiergalerie in einem europ√§ischen Zoo? Wenn schon Antwerpen laut IP66 als Kandidat ausscheidet, blieben doch noch ungenannte "Klassiker" wie Paris oder Wien als M√∂glichkeiten. Interessant finde ich √ľbrigens, dass im Frankfurter Zoo vor Umsiedlung auf das heutige Gel√§nde eine rechtwinklig verlaufende Greifvogelgalerie vorhanden war, deren gro√üer Zentralk√§fig im Winkel schlie√ülich als L√∂wenzwinger genutzt wurde!
(20.07.2008, 23:37)
Oliver Jahn:   Der alte Stich der B√§renburg erinnert unheimlich an die B√§renburg von Muhlhous. Diese steht noch heute und unterscheidet sich kaum von diesem Bild.
(20.07.2008, 20:42)
Michael Mettler:   Vielleicht waren Alligatoren auch nur leichter wiederbeschaffbar als Menschenaffen... Allerdings scheinen sie ja auch bei schlechten Haltungsbedingungen lange zu leben (oder, wie mal jemand in Bezug auf Landschildkr√∂ten sagte, lange zum Sterben zu brauchen), sonst h√§tten sie wohl nicht zeitweise ihre zweifelhafte Karriere als Badewannen-Heimtiere antreten k√∂nnen.

Der erste Zugang eines Eisb√§ren ist f√ľr das Gesch√§ftsjahr 1865/66 verzeichnet, noch vor der Jahrhundertwende folgten weitere. Ob die allerdings schon fr√ľher im Zentralzwinger untergebracht waren, wei√ü ich nicht; ein um 1900 entstandenes Foto zeigt einen Braunb√§ren im mittleren und einen Eisb√§ren im rechten Abteil. Immerhin wurden Braunb√§ren auch gez√ľchtet, also mindestens paarweise gehalten (brauchten also mehr Platz als ein einzelner Eisb√§r), und der auf der Zeichnung zu sehende Kletterbaum w√§re von einem Eisb√§ren nicht genutzt worden. Vielleicht besa√üen die drei Abteile urspr√ľnglich nicht mal Badebecken; es muss ja einen Grund geben, dass dem Mittelzwinger sp√§ter nachtr√§glich ein solches vorgebaut wurde.
(20.07.2008, 20:30)
IP66:   Den malerischen Charakter des B√§renzwingers leite ich vornehmlich aus der ohne Not in eine polygonale Form verschobenen Frontseite und der bewu√üt asymmetrischen Gestaltung der Seitenfl√ľgel ab. Zudem bildete die B√§renburg, wenn auch durch einen Weg getrennt, eine optische Fortsetzung des Felsgebirges. Das Raubtierhaus hingegen wurde als Monumentalbau freigestellt, die Front in einer Achse symmetrisch gestaltet und das von Ihnen angef√ľhrte Grottenwerk auf den Hintergrund der K√§fige beschr√§nkt. Ich vermute, da√ü es in einer reduzierten Form auch in den kleineren K√§figen eine Rolle spielte, allerdings mu√ü man bedenken, da√ü in den polygonalen Eckk√§figen nur der kleinere Teil der Seitenabschnitte mit Grottenwerk dekoriert werden konnte, somit dieses f√ľr die Betrachtung der Tiere eine geringere Rolle spielte. Dergleichen wurde in der Zwischenkriegszeit gerne entfernt, so wie sich ja auch kaum vorhagenbecksche Felsanlagen in unseren Zoos erhalten haben. Man kann insofern eine Art genetische Entwicklung veranschlagen, von malerischen Adlerfelsen √ľber die schon ansatzweise regelm√§√üige B√§renburg zum die romantischen Elemente zur K√§figdekoration degenerierenden Raubtierhaus (und analog zur berliner Etwicklung vom Landschaftspark zur Dreisterneallee). Dabei mu√ü man in der Tat den nach oben offenen Mittelk√§fig hervorheben. Ich kenne dergleichen anderenorts nicht und habe schon gemutma√üt, es handle sich um eine Ma√ünahmen, am Eisen f√ľr die Gitterst√§be zu sparen. Da√ü das Ergebnis aber auch in kleineren Zoos keine Nachfolge gefunden hat, wundert mich. Die Beziehungen zur k√∂lner Raubtiergalerie w√ľrde ich aber ein wenig enger sehen als Sie. Richtig ist, da√ü K√∂ln mit zehn K√§figen, davon vier halbrund in den Publikumsbereich ausgreifenden, einen etwas weniger monumentalen Charakter entwickelte und man dort auch auf neugotischen Dekor verzichtete. Der dort durch die Grenze des Gartens, an der das Haus stand, vorgegebene Galeriecharakter wurde jedoch in Hannover √ľbernommen und nur m√ľhsam durch den K√§figrisalit auf der - schattigen - R√ľckseite √ľberspielt (eine √§hnliche L√∂sung realisierte man in Berlin). Es gab in London eine √§ltere Raubtiergalerie, und es mag sein, da√ü der Bautypus durch station√§re Menagerien vorgepr√§gt war. In dieser Form jedoch und in Analogie zu den langgestreckten Kunstgalerien des 19. Jahrhunderts scheint mir der Bautypus nicht zuf√§llig, sondern bewu√üt gew√§hlt, um den "Kunstwerken der Natur" einen angemessenen und gleichsam musalen Besichtigungsrahmen zu bieten. Konnte sich Hannover eigentlich Eisb√§ren f√ľr den Mittek√§fig der B√§renburg leisten?
Beim Affenhaus habe ich das Zitat so verstanden, als ob nur Innenk√§fige gemeint sind. Allerdings spricht die gerade Zahl zw√∂lf dagegen, denn wer von korrespondierenden K√§figeen ausgeht, die symmetrisch an den Seitenfronten des Hauses erg√§nzt werden, m√ľ√üte bei einer ungeraden Zahl von Au√üenk√§figen (5 oder 3) auch eine solche im Innenraum erwarten, w√§hrend sich bei einer Gesamtz√§hlung immer eine gerade Zahl ergeben mu√ü. Interessant ist, da√ü das √§ltere erste k√∂lner Affenhaus die gleiche Zahl von Au√üenk√§figen und wohl auch mehrere Innenk√§fige an den Raumseiten besessen haben k√∂nnte.
Menschenaffenk√§fige interessieren mich in Bezug auf die √úberlegung, da√ü hieraus neue Bautypen entwickelt wurden. Wenn man dem Zitat glaubt, scheint man in Hannover ohne Fenster und T√ľren auszukommen versucht zu haben - vielleicht kam aber auch nur eine ungl√ľckliche Halle mit Oberlicht zustande, wie es sie sp√§ter im k√∂lner Vogelhaus gab. Allerdings hat man in Hannover wohl nirgendwo gr√∂√üere verglaste Bauten f√ľr Tiere errichtet und derartige Konstruktionen den Kollegen in Berlin √ľberlassen zu haben. Immerhin scheinen Krokodile in diesem Geb√§ude l√§nger √ľberlebt zu haben.
(20.07.2008, 19:34)
Michael Mettler:   ...und - wenn auch nur als Zeichnung - die Ur-Version des hannoverschen B√§renzwingers (sp√§ter ebenfalls umgebaut). In seiner letzten Version stand nur noch der zentrale Zwinger, allerdings ohne Frontgitter und mit vorgelagertem Schwimmbecken f√ľr Eisb√§ren; von den seitlichen Zwingern blieben nur die R√ľckw√§nde √ľbrig, erhielten aber grabenbegrenzte Felsfreianlagen.
(20.07.2008, 18:33)
Michael Mettler:   Um die Diskussion f√ľr Mitleser transparenter zu machen, welche die alten H√§user und Abbildungen nicht kennen, hier mal eine historische Aufnahme des Gro√üen Raubtierhauses (noch ohne die erst 1924 fertiggestellte Freianlage, die bis letztes Jahr als B√§reninsel in Betrieb war)...
(20.07.2008, 18:28)
Michael Mettler:   Was mich auf den Vergleich des Raubtierhauses mit der B√§renburg brachte, waren neben dem burgartigen Baustil erstens die Naturfels-/Grottenkulisse(n) und zweitens der oben offene, zentrale L√∂wenzwinger (der sp√§ter der Freianlage weichen musste) - dergleichen ist auf den Darstellungen der K√∂lner Raubtiergalerie in der H√§√ülin/Nogge-Chronik nicht zu sehen. Leider lassen die wenigen historischen Aufnahmen des Hauses nicht erkennen, ob nur der L√∂wenzwinger eine Felsr√ľckwand enthielt oder auch andere (oder sogar alle) K√§fige. Es gibt aber Aufnahmen aus dem fr√ľhen 20. Jh., die Pumas in Zusammenhang mit solchen Felsen zeigen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese im Vergleich zu L√∂we und Tiger deutlich unspektakul√§rere und sprunggewaltigere Art jemals im offenen Zentralzwinger gehalten hat. Die Hundert-Jahre-Chronik enth√§lt ein paar Bilder gro√üer Katzen, die vor dem endg√ľltigen Umbau des Hauses Anfang der 60er entstanden sein m√ľssen und sehr schlichte Hintergr√ľnde zeigen; allerdings war das Haus ja nach dem Krieg teilweise zerst√∂rt, so dass man sicherlich zur Wiederinbetriebnahme erst mal schmucklose W√§nde hochgezogen und vielleicht Reste ehemaliger Felsen entfernt hat.

Zum am 27.8.1882 mit einem Sommerfest eingeweihten zweiten Affenhaus ein Zitat aus der Hundert-Jahre-Chronik: "Das neue Affenhaus entsteht nach den Pl√§nen des Architekten B√ľhrung an der alten Stelle, freilich in verbesserter Form. Der Besucherraum ist gr√∂√üer geworden und statt 7 z√§hlt man jetzt 12 Tierbeh√§lter. Ein Wasserverdunstungsapparat ist eingebaut, um in der kalten Jahreszeit f√ľr W√§rme und Feuchtigkeit zu sorgen." Das liest sich nicht so, als habe auch schon das erste Haus eine solche Anlage enthalten - zumal jenem an anderer Stelle mehr oder weniger bescheinigt wird, f√ľr die Affenhaltung nicht sonderlich geeignet gewesen zu sein.

Nebenbei stie√ü ich auch noch auf einen Hinweis zum Menschenaffenk√§fig im Schlangenhaus, der sp√§ter zum Alligatorenbecken umgebaut wurde; er wird bezeichnet als "der gro√üe vergitterte, bisher ungenutzte Mittelraum". Offensichtlich hat also nie ein Menschenaffe darin gelebt. Es hei√üt an anderer Stelle, dass er f√ľr deren Haltung auch ungeeignet gewesen sei, da ihm eine direkte Zufuhr von Licht und Luft fehlten - muss also ein ziemlicher Kerker gewesen sein.
(20.07.2008, 18:20)
IP66:   Was die Fehler in der Rieke-M√ľller/Dittrich-Chronik angeht, so m√ľ√üten sie auf eine mangelnde Verzettelung des Archivmaterials zur√ľckgehen - f√ľr fast jede Angabe findet sich ein Beleg, allerdings sind sie nach einem √ľbergeordneten Schema sortiert, was dazu f√ľhrt, da√ü die Tieranschaffung von zwei Jahrzehnten in ein oder zwei Abs√§tze rutschen. Man wollte im Grunde keine Chronik, sondern eine auf gesicherten Quellen beruhende Darstellung der Fortschritte in der Zoogeschichte unter besonderer Ber√ľcksichtigung Hannovers, wobei man aber nicht die Ideen aus den Quellen ableitete, sondern die Quellen gem√§√ü der Ideen sortierte, was fehlertr√§chtig sein kann. Es spricht ja nichts dagegen, da√ü man die Befeuchtungsanalge schon in das erste Affenhaus eingebaut hat - die Probleme bei der Affenhaltung des Jahres 1881 unterschieden sich ja nur bedingt von jenen 1883.
Die Vergleichbarkeit des hannoveraner Raubtierhauses mit B√§renburgen, selbst jener in K√∂ln, h√§ngt von der Bewertung des Galeriekonzepts im Innenraum ab. Bislang hab ich hierin die entscheidende Verbindung zum Raubtierhaus in K√∂ln und auch zu den sp√§teren Bauten dieser Art gesehen. Immerhin gibt es einen galerieartigen Innenraum, der den meisten B√§renburgen fehlt. Ihre Bemerkung zur Orientierung der K√§fige nach S√ľden mag die Planung solcher Galerien beg√ľnstigt haben, dennoch w√ľrde ich hier so etwas wie eine entscheidende Qualit√§t, auch und gerade f√ľr den Besucher erkennen wollen. Bei den B√§renburgen sind reine Galerien selbst bei den Au√üenk√§figen eher selten, meist wird der mittlere Eisb√§renk√§fig besonders hervorgehoben, manchmal, wie in Hannover, das ganze Gef√ľge auch bewu√üt malerisch verschoben. Richtig ist allerdings, da√ü Raubtierh√§user mit burgartigen oder neugotischen Elementen jenseits Hannovers nicht vorkommen. Da mag es verschiedene Gr√ľnde geben: In K√∂ln, dem Zentrum des neugotischen Kirchenbaus, ging es sicher nicht an, Raubtiere in einem Geb√§ude auszustellen, da√ü einer gotischen Kathedrale glich, anderenorts, etwa in Berlin, waren die klassizistischen Traditionen noch zu stark, schlie√ülich wollte man so exotische Tier wie Tiger oder L√∂wen vielleicht doch nicht unbedingt in einer als europ√§isch angesehenen Architektur unterbringen. So weit ich es √ľbersehe, sind die Traditionen des englischen Gartens, aber eben auch malerischer Einzelbauten nicht exotisierenden Stils besonders virulent, und bisher habe ich es so gesehen, da√ü man einfach einen Galeriebau fremder Tradition nach dem Muster der vorhandenen Parkbauten einkleidete.
(20.07.2008, 15:05)
Michael Mettler:   In der Dittrich-Chronik sind zwar verschiedene Affenarten des Hauses aufgef√ľhrt, aber keine Kleinstaffen - die zu Zeiten des Hauses wegen ihrer Hinf√§lligkeit sicher als Besonderheiten bezeichnet worden w√§ren. Andererseits m√ľssen auch die Innenk√§fige f√ľr gr√∂√üere Arten nicht unbedingt gro√ü gewesen sein - sieht man ja noch heute am Leipziger Haus.

Auch in diesem Zusammenhang wird √ľbrigens mal wieder die Verwirrung bei manchen Daten deutlich, denn in der Dittrich-Chronik hei√üt es auf S. 67, dass ab 1881 wegen einer Wasserverdunstungsanlage im Hause auch empfindlichere Affenarten gehalten werden konnten. Diese Anlage geh√∂rte aber zu den Neuerungen beim Bau des zweiten Affenhauses, und das wurde erst 1882 fertiggestellt. Nebenbei erlaubt besagte Technik die Vermutung, dass der beim Brand des ersten Hauses umgekommene Alligator ein geschlossenes Terrarium bewohnt haben d√ľrfte, denn ein offenes, lediglich umz√§untes und zwangsl√§ufig beheiztes Krokodilbecken h√§tte sicherlich ebenfalls durch Verdunstung zum Wohlbefinden der Affen beigetragen, so dass man auch damals schon die empfindlicheren Arten h√§tte halten k√∂nnen.

In gewissem Sinn stellt doch das Gro√üe Raubtierhaus in Hannover in seinem trutzigen Stil eine "gerade gebogene" B√§renburg dar, w√§hrend das K√∂lner Haus noch sehr an die Raubtierk√§figreihe der Wandermenagerien erinnert. Anders als den √ľblichen, nordischen Bewohnern der B√§renburgen gestand man aber den tropischen Gro√ükatzen mehr Sonne zu - gerade in Hannover, dessen Zoo ansonsten sehr waldig und damit schattig war. Die Ausrichtung fast aller Katzenk√§fige in gerader Linie nach S√ľden (in den K√§figen an der Schmalseite k√∂nnten k√§lteresistentere Arten wie z.B. Luchse oder Pumas gesessen haben) k√∂nnte also dazu gef√ľhrt haben, das eher bogenf√∂rmige B√§renburg-Grundschema von L√ľer f√ľr die Gro√ükatzen in eine gerade Galerie umzuwandeln.
(18.07.2008, 20:07)
IP66:   Ich stelle einmal die noch in Hannover vorhandenen, zum auf der Ansichtskarte abgebildeten passenden Bauten zusammen: Goethebr√ľcke 1872 (Launhardt), landschaftliches Haus 1846 - 49 (Ebeling), Palais Grothe 1862 - 64 (Goetze), K√ľnstlerhaus 1853 - 55 (Fr√ľhwerk von Hase), Villa Simon 1858 - 60 (Tamm), Regierungsgeb√§ude 1837 - 79 (Hunaeus), Marstall Welfelschlo√ü 1863 - 66 (Tamm), dieses selbst 1864 - 79 (Tamm, Hunaeus) und die Wasserkunst Herrenhausen 1861 - 63 (Schuster). Sicher ist mir das ein oder andere Geb√§ude entgangen, man merkt aber, da√ü es eine stilistische Grundhaltung gibt, die von der Jahrhundertmitte bis in die 70er Jahre reicht. Wenn ich den √§lteren Zooplan in der Dittrich-Chronik zugrundelege, w√ľrde ich den gro√üen Saal auf der dem Affenhaus zugewandten Seite vermuten, wo man auch einen Risalit erkennen kann. Der k√∂nnte dann in der fraglichen Zeit, vor 183/84 entstanden sein. Das gro√üe Restaurantgeb√§ude blieb in allen Aktienzoos eine Notwendigkeit.
Mit den Raubtierh√§usern habe ich nunmehr meine Probleme und fast den Eindruck, da√ü der hannoveraner Bau das √§lteste Beispiel des Galerietyps in Deutschland vorstellen k√∂nnte. Ich kenne das genaue Errichtungsdatum des k√∂lner Geb√§ude nicht, es k√∂nnte aber insofern vorbildlich f√ľr den Bau an der Leine gewesen sein, als es schon auf dem Plan von 1864 verzeichnet ist - der vergleichsweise einfallslose Stil des Geb√§udes pa√üt zu diesem fr√ľhen Entstehungsdatum. In Hannover wird man diesen Galerietypus nicht erfunden haben, wu√üte man doch noch beim Elefantenhaus ein Geb√§ude aus verschiedenen Fl√ľgeln um einen Turm malerisch zu gruppieren (deshalb neige ich dazu, das Geb√§ude als Musterbeispiel daf√ľr zu interpretieren, bei dem der neugotische Stil den tierg√§rtnerischen Anforderungen entgegenstand). Man kann aber auch nicht ausschlie√üen, da√ü der erste Zoovorstand, auch wenn er seinen k√∂niglichen Herrn nur bedingt liebte, nach England, vorz√ľglich nach London geschaut hat, zumal den berliner wie den amsterdamer Bauten in den 1860ern eine Vorbildfunktion kaum zuzutrauen ist (in Antwerpen sa√üen die Gro√ükatzen zu diesem Zeitpunkt wohl noch im Keller des Gesellschaftshauses).
Beim Affenhaus √ľberzeugt mich Ihre Idee, die K√§fige zusammenzuz√§hlen. Der Altbau mag wirklich nur je drei oder vier Innen- wie Au√üenk√§fige besessen haben, bei f√ľnf au√üen und sieben Innenk√§figen w√§re ein merkliche Verbesserung ablesbar und der Schritt vom Gesellschaftsk√§fig mit Nebenquartieren (z. T. f√ľr Hunde) zu einem mehrere korrespondierende Affenanlagen bietenden Geb√§ude vollzogen worden sein. Man kann immer noch diskutieren, ob bei diesen Zahlen Kleinstaffenvitrinen oder das Alligatorenbeh√§ltnis eine Rolle gespielt haben, doch in der Tendenz pa√üt die Deutung zu s√§mtlichen Grundrissen und Aufnahmen. Man kann - mit Herrn Wunderlich - einwenden, da√ü um diese Zeit in anderen Zoos bereits neuere Ideen erprobt wurden, aber das gilt ja auch f√ľr das Elefantenhaus.
(18.07.2008, 19:05)
Michael Mettler:   Das hannoversche Gro√üe Raubtierhaus wurde 1866-68 errichtet, das √§hnlich strukturierte Berliner 1870/71, das Frankfurter ca. 1873/74 (bei Neubebauung des endg√ľltigen Zoostandortes, vorher befand sich der Zoo ja an anderer Stelle). Z√§hlte die Ursprungsversion des ersten, in der Folgezeit mehrfach erweiterten hannoverschen Elefantenhauses von 1881 (Fotos hatten wir schon mal weiter unten im Thread) mit seinen Zinnen und dem Turm auch noch zur Neugotik?

Die Nicht-Tiergeb√§ude des Zoos haben mich bisher nicht sonderlich interessiert, und so fiel mir auch jetzt erst auf, dass das Eingangsgeb√§ude und das Zoorestaurant bei Er√∂ffnung des Gartens 1865 noch gar nicht standen bzw. fertig waren; die Fertigstellung beider f√§llt erst in das Gesch√§ftsjahr 1867/68. F√ľr das Gesch√§ftsjahr 1883/84 fand ich beim Querlesen einen "Erweiterungsbau des Restaurationsgeb√§udes", der einen Saal enthielt. Ob es sich dabei um den fraglichen Fl√ľgel handelt, wei√ü ich aber (noch) nicht, da andernorts erw√§hnt wird, dass der "Malepertus" seit seiner Er√∂ffnung mehrfach erweitert werden musste. Kurioserweise zeigt ein Gem√§lde, das mit der Bildunterunterschrift "Gartenrestaurant um 1890" in der Hundert-Jahre-Chronik abgedruckt ist, den fraglichen Anbau nicht; angesichts der Verwechslung von Raubvogel- und Affenhaus im gleichen Buch bin ich allerdings hinsichtlich der Bildunterschriften nun etwas skeptisch geworden...

Tierbestandslisten der Aktion√§rszeit gibt es zwar, aber diese weisen nicht darauf hin, wo im Zoo die Arten untergebracht waren. Der Hinweis auf die beim Brand des Affenhauses geretteten Hunde weist aber auf Au√üenk√§fige hin, da man Hunde wohl kaum ausschlie√ülich innen gehalten h√§tte, und der beim Brand umgekommene Alligator umgekehrt auf wohl nicht urspr√ľnglich f√ľr Affen gedachte Innenbereiche. Es d√ľrfte sich also um ein Mehrzweckhaus gehandelt haben, das lediglich nach seinen prominentesten Bewohnern benannt wurde. Affen-Au√üenk√§fige w√ľrde ich aber ohnehin nur an der Hausseite mit den Gro√ük√§figen und allenfalls an der von dort aus gesehen linken Au√üenseite vermuten, da man Affenk√§fige gemeinhin nach der Sonnenseite ausrichtet und die drei Gro√ük√§fige des zweiten Hauses laut Zooplan exakt nach S√ľden wiesen. Somit d√ľrften sich die angegebenen 12 K√§fige eher auf die Summe von Innen- und Au√üenk√§figen beziehen. Durchaus m√∂glich, dass z.B. Hunde-Au√üenk√§fige durch Versetzen der Au√üenwand zu Affen-Innenk√§figen gemacht wurden.
(18.07.2008, 13:43)
IP66:   Ich habe das hannoveraner Raubtierhaus f√ľr 10 Jahre j√ľnger gehalten - und m√ľ√üte recherchieren, wie dieses Fehlurteil zustandekam. Mit dem Berliner Bau w√§re es ihrer Angabe so gut wie gleichzeitig entstanden, mit dem Ergebnis, da√ü man in Hannover das Geb√§ude in der √ľberlieferten Neugotik dekorierte, w√§hrend man sich in Berlin an die Prinzipien der sp√§ten Schinkelschule hielt. Auff√§llig ist diese Neigung zur anglisierenden Neugotik schon, vor allem, weil Frau Rieke-M√ľller nachweist, da√ü die Zoof√∂rderer und -Freunde eher im preu√üenfreundlichen Milieu angesiedelt waren und nach 1866 eigentlich keinen Grund hatten, architektonisch dem depossedierten Welfenk√∂nig nachzutrauern.
Ihre Datierung der auf der Ansichtskarte abgebildeten Restaurantfront √ľberzeugt mich nicht ganz - man kann anhand der Fassaden am Opernplatz in Hannover ganz gut ablesen, da√ü sich in den 70er und 80er Jahren eine Abwendung von der sehr englisch gepr√§gten Neugotik vollzog, der um 1900 sicherlich abgeschlossen war. Ich denke, da√ü dies durch die Borussifizierung der Lehrinstitute, den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt und eine gewisse Beruhigung des Welfenproblems, die sich schon beim Regierungsantrittsbesuch Kaiser Wilhelms II. Ende der 80er Jahre in Hannover spiegelte, eine Art Internationalisierung der hannoveraner Architektenszene vollzog, auch wenn sie mit dem Kreis um Herrn Hase eine eigene Note beibehielt.
Was den Grundri√ü des ersten Affenhauses angeht, so halte ich es nach ihren Informationen f√ľr kaum widerlegbar, da√ü auf dem von Ihnen eingestellten Erstbau das erste Geb√§ude dargestellt ist. Ich vermute, da√ü der √ľbriggebliebene K√§fig und die Fundamente den Neubau einfacher machten. Ich frage mich allerdings, ob die Erh√∂hung der K√§figzahl den Innen- oder den Au√üenbau betraf. Bisher bin ich davon ausgegangen, da√ü sie √§hnlich wie K√∂ln oder beim ersten Affenhaus in Berlin einfach an den Seitenfronten angebracht wurden. Auf unseren Abbildungen k√∂nnen wir bestenfalls f√ľnf Au√üenanlagen veranschlagen, die drei Hochgehege und die beiden Zwischenr√§ume. Die Seitenaufnahme zeigt, da√ü es weder an der R√ľckfront noch an den Seiten weitere Au√üenk√§fige gab, man hat angesichts der Dachkonstruktion eher den Eindruck, da√ü die K√§fige den Besucherraum innen umlaufen haben. Ich will nicht einmal ausschlie√üen, da√ü man ehemalige Au√üenk√§fige durch Verlegung der W√§nde zum Innenraum geschlagen hat. Vielleicht kennen sie Bestandslisten, die diverse Nichtaffen im Geb√§ude nachweisen, die f√ľr diese K√§fige geeignet w√§ren. Wunderlichs Kritik scheint mir die Bauentwicklung in Berlin zu spiegeln, wo gegen Ende der Amtszeit von Bodinus ein nicht sehr gro√ües Glashaus errichtet wurde, da√ü den genannten Bedingungen entsprach. Interessant scheint mir, da√ü dort w√§hrend des Baufortgangs Au√üenk√§fige hinzugef√ľgt wurden, aber auch, da√ü man in Berlin f√ľr die h√§rteren Affenarten das erste Raubtierhaus verwendete, da√ü zwar nicht stilitisch, aber tierhaltungstechnisch dem hannoveraner Geb√§ude entsprach. Allerdings sollte Wunderlich insofern recht behalten, als man sich in Hannover recht bald gedanken √ľber eine passende Unterbringung von Menschenaffen machen mu√üte.
(18.07.2008, 11:08)
Michael Mettler:   Und hier ein weiterer Beleg - sowohl f√ľr das Restaurant (mit Anbau) wie f√ľr das zweite Affenhaus. Die Karte ist 1903 gelaufen; da das abgebildetet "Kameelhaus" (= Antilopenhaus) 1891/92 erbaut wurde, kann es sich bei dem Affenhaus rechts oben im Bild nur um das zweite handeln.
(17.07.2008, 21:11)
Michael Mettler:   Das neugotische Geb√§ude im Hintergrund der Ansichtskarten-Lithografie ist wirklich das damalige Zoorestaurant "Malepertus", aber dieser Geb√§udeteil ist wahrscheinlich nachtr√§glich angesetzt worden (auf einer Darstellung des Restaurants von ca. 1890 ist er nicht zu sehen - das lie√üe nunmehr eine relativ genaue Datierung des Postkartenmotivs - und des Restaurantanbaues - zu, da ja die Karte 1896 gelaufen ist). Zu erkennen ist der Geb√§udefl√ľgel in der 125-Jahre-Chronik auf S. 54 rechts unten. Mit der Baugeschichte des Restaurants habe ich mich bislang noch nicht n√§her befasst, obwohl von diesem einiges Bildmaterial √ľberliefert ist (u.a. Ansichtskarten). Welche Ausma√üe und Bedeutung die Gastronomie im Zoo Hannover schon in fr√ľheren Zeiten hatte, zeigt eine Schilderung im Buch "Unser Zoo" von 1927 (da war der Zoo nach zwischenzeitlicher Schlie√üung gerade erst drei Jahre wieder ge√∂ffnet): Das Parkrestaurant wird als zweitgr√∂√üte Wirtschaft Hannovers bezeichnet - mit 10.000 Sitzpl√§tzen! Allein in den Innenr√§umen konnten 1.200 G√§ste untergebracht werden.
(17.07.2008, 21:02)
Michael Mettler:   P.S. Das Foto MUSS das Affenhaus zeigen. Die auff√§llige, in sich gedrehte Ziers√§ule an der R√ľckseite des gr√∂√üten Au√üenk√§figs ist auch auf dem nebenstehenden Foto des Affenhauses in der 125-Jahre-Chronik im Hintergrund des mittleren K√§figs erkennbar.
(17.07.2008, 20:01)
Michael Mettler:   @IP66: Wieso wurde der Grundriss des Raubtierhauses "aus Berlin und Frankfurt √ľbernommen"? Deren H√§user entstanden doch erst nach dem hannoverschen... Als dieses 1868 er√∂ffnet wurde, befand sich der Frankfurter Zoo noch nicht mal am heutigen Standort!

Zur Geschichte des ersten und zweiten Affenhauses in Hannover gibt die Hundert-Jahre-Chronik Aufschluss. Zum Brand am 16. Januar 1881 hei√üt es: "Nur 12 Hunde, die dort auch untergebracht sind, k√∂nnen gerettet werden, 32 Affen und ein Alligator fallen den Flammen zum Opfer, die in kurzer Zeit das Geb√§ude bis auf die Grundmauern vernichten. Lediglich der eiserne Zwinger bleibt √ľbrig." Also nur EIN Zwinger - das spr√§che daf√ľr, dass genau dieses Haus auf dem alten Zooplan abgebildet ist. Die Verwaltung plante zun√§chst, den Nachfolgebau an anderer Stelle zu errichten, um den Kaffeegarten und Konzertplatz erweitern zu k√∂nnen. Man entschied sich dann aber doch f√ľr den Neubau an alter Stelle in verbesserter Form (er√∂ffnet am 27. August 1882); Architekt war B√ľhring. "Der Besucherraum ist gr√∂√üer geworden und statt 7 z√§hlt man jetzt 12 Tierbeh√§lter." Wie es NICHT aussah, zeigt die Kritik des Frankfurter Zoodirektors Wunderlich, der den Garten 1885 besuchte: Er forderte die Einrichtung eines Wintergartens und eines Winterk√§figs f√ľr besonders wertvolle Affenarten sowie eine Glasabgrenzung zu den Besuchern hin. Den letzten Satz des Absatzes k√∂nnte man auch f√ľr heutige Zoo-Diskussionen verschiedenster Art in Stein mei√üeln: "Das sieht in der Theorie wunderbar aus, aber leider sagt der Kritiker nicht, woher das Geld kommen soll"...

Ein in der selben Chronik gedrucktes Foto des Raubvogelhauses (das von L√ľer entworfen und bereits bei Er√∂ffnung des Zoos vorhanden war) zeigt √ľbrigens so viel √Ąhnlichkeit mit dem auf der Postkarte dargestellten Affenhaus, dass ich nunmehr an der Richtigkeit der Bildunterschrift in der Chronik zweifele; zu den Grundrissen des Raubvogelhauses in den Pl√§nen will dieses Bild (siehe anbei) jedenfalls nicht passen. Der im Vordergrund rechts zu sehende umgedrehte Stuhl k√∂nnte auf den Restaurantgarten hinweisen, und dann w√ľrde das (leider undatierte) Bild in Wirklichkeit die Seitenansicht des zweiten Affenhauses zeigen. Daf√ľr sprechen auch die B√§ume in den K√§figen: F√ľr einen Greifvogel-"Flug"k√§fig w√§ren sie recht unpraktisch drapiert.
(17.07.2008, 19:56)
IP66:   Ihre Theorie, der Grundri√ü auf dem eingestellten Plan k√∂nnte das alte Affenhaus zeigen, hat einiges f√ľr sich. Ich habe noch einmal die Abbildung S. 41 aus dem Rieke-M√ľller-Band vorgenommen, die mit den Halbrundgiebeln des Mittelk√§figs den flachen Dreiecksgiebeln der Seitenk√§fige alls Charakterika zeigt, die auch die von Ihnen eingestellte Lithographie vorf√ľhrt. Auff√§llig finde ich allerdings, da√ü das neugotische Geb√§ude im Hintergrund der Lithographie auf der fotographischen Aufnahme im zitierten Band fehlt (es erinnert mich stilistisch sehr an das St√§ndehaus in Hannover). Vom Habitus, der Vielzahl der K√§fige und der soliden Ausf√ľhrung pa√üt das fragliche Geb√§ude eher in die 80er als in die 60er Jahre.
Wenn es sich nicht um einen an dieser Stelle aber sehr merkw√ľrdigen Zeichenfehler handelt, k√∂nnte man das Geb√§ude in dem von Ihnen eingestellten Plan f√ľr malerischer halten, da es, √§hnlich wie die B√§renburg, seine Hauptansichtsseite nicht symmetrisch inszeniert, was zu den restlichen Bauten aus der Gr√ľndungszeit des Zoos passen w√ľrde. Allerdings fehlt es schwer, die au√üen umlaufenden Linien mit den Ausbuchtungen an drei Ecken des Geb√§udes nicht als K√§figreihen zu interpretieren - und wenn dem so ist, sind mit Ausnahme des einen Eckk√§fig durch den Neubau kaum Au√üenanlagen hinzugekommen. Man k√∂nnte allerdings die alten Au√üenanlagen h√∂her angelegt und mehrfach unterteilt haben. Wissen wir eigentlich sicher, da√ü das neue Affenhaus am Standort des alten errichtet wurde? Ich finde es merkw√ľrdig, da√ü sich von diesem zentralen Geb√§ude des Zoos keinerlei Abbildungen finden. Bisher bin ich davon ausgegangen, da√ü die Anlage, √§hnlich wie die ersten Affenk√§fige in Wuppertal, zu unscheinbar war, um irgendwo publiziert zu werden, aber das ist Spekulation. F√ľr nicht spekulativ halte ich aber die Annahme, da√ü wir in ihrem Plan den Grundri√ü des ersten Affenhauses lesen k√∂nnen.
Eine recht enge Verbindung zwischen Alt- und Neubau w√ľrde zu den Neubauten der Zeit passen. Das Elefantenhaus distanziert sich massiv von den zeitgen√∂ssischen Bauten anderenorts, um in die alte romantische Anlage zu passen - Generationen von Dickh√§uterpfleger werden √ľber diese Entscheidung geflucht haben - und noch das Raubtierhaus versucht, den aus Berlin und Frankfurt √ľbernommenen Grundri√ü in ein Gewand englischer Neugotik zu kleiden. Da w√ľrde es wundern, wenn man beim durch den Brand erzwungenen Neubau eines so beliebten Tierhauses den architektonischen Aufstand geprobt h√§tte.
(17.07.2008, 19:08)
Michael Mettler:   @IP66: Der Plan ist ja mit "ca. 1885" in der Chronik datiert. Nach allem, was ich bisher √ľber die alten Zoof√ľhrer herausfinden konnte, erschien 1882 eine Ausgabe, die n√§chste aber erst 1894. Da wie erw√§hnt einige Geb√§ude auf dem Plan fehlen, k√∂nnte es sich also auch um jenen handeln, der im 1882er Zoof√ľhrer verwendet wurde und vielleicht in der Folgezeit auch eigenst√§ndig erschien. Das wiederum r√ľckt in den Bereich des M√∂glichen, dass der Grundriss tats√§chlich das erste Affenhaus zeigt - allerdings w√§re dessen √úberschneidungszeit mit dem erst 1881 er√∂ffneten Elefantenhaus recht kurz.

Andersrum ist es auch m√∂glich, dass das Postkartenmotiv das erste Haus zeigt; die Karte ist zwar 1893 verwendet worden, k√∂nnte aber durchaus √§lter sein. Ich habe es aus den Chroniken so in Erinnerung, dass das zweite Haus mehr K√§fige gehabt haben soll (m√ľsste nochmal nachschlagen) - vielleicht kam man auf die h√∂here Zahl, indem man einen der Gro√ük√§fige beim Neubau weglie√ü und daf√ľr kleinere errichtete?

Genau die von Ihnen genannte Geb√§udelinie muss die Grenze des Zoos bei seiner Er√∂ffnung gebildet haben, nur dass das Elefantenhaus noch nicht existierte. Vielleicht geh√∂rte dessen Fl√§che noch nicht mal zum Ursprungsgel√§nde: Dieses war 12 Morgen gro√ü und m.W. zur Er√∂ffnung komplett strukturiert. Noch im Er√∂ffnungsjahr bekam der Zoo allerdings weitere 15 Morgen dazu, die in Richtung Stadthalle gelegen waren (in Fortsetzung des Planes st√ľnde die au√üerhalb des oberen rechten Bildrandes). Da aber der Erweiterungsbereich im oberen Teil des Zooplans von ca. 1885 keineswegs gr√∂√üer als das untere Gel√§ndest√ľck ist, geh√∂rte dieses wohl auch nicht in voller Ausdehnung zum Ursprungsbestand. Vielleicht lief die Ursprungsgrenze quasi diagonal durch die sp√§teren Elefantenausl√§ufe auf den Biberteich zu.
(16.07.2008, 19:36)
IP66:   Vielen Dank f√ľr die Informationen und Korrekturen
Das Geb√§ude auf der von Ihnen eingestellten Abbildung entspricht dem mir bekannten Darstellungen des zweiten Affenhauses: Es zeigt einen erweiterten Typus, in dem dem obligaten Gesellschaftsk√§fig weitere kleinere Anlagen angegeliedert werden und der vermutlich im Innern nicht mehr die Zellen der Geb√§ude der Jahrhundertmitte, sondern ebenfalls gr√∂√üere K√§fige verwendete. Wenn man allerdings den von Ihnen eingestellten Plan zugrundelegt, so erkennt man, da√ü zuseiten des Gesellschaftsk√§figs dort der linke Eckk√§fig fehlt. Ich glaube nicht, da√ü der Risalit, den der Plan auf der R√ľckseite des Geb√§udes meldet, als Grundri√ü des K√§figs interpretiert werden kann. Wegen dieser Differenz ging ich davon aus, den Grundri√ü des ersten Affenhauses zu sehen, woraus sich dann meine Spekulationen √ľber Wiederverwendungen im Zweitbau ergaben. Durch Ihre Datierung des Plans sind diese hinf√§llig. Leider gibt es in dem mir vorliegenden Band wenig Informationen zum Erstbau, au√üer der Tatsache, da√ü die dort untergebrachten Tiere teilweise nicht lange lebten, woraus man wenig f√ľr die Architektur schlie√üen kann. Ich finde das insofern schade, als das Geb√§ude aufgrund der unten geschilderten Situation recht interessant sein k√∂nnte.
Leider liegt mir momentan der Rieke-M√ľller-Band nicht vor, insofern kann ich zum Weiher hinter der B√§renburg wenig sagen. Wen ich den von Ihnen eingestellten Plan zugrundelege, so ergibt liegt er schon hinter einer Geb√§udelinie, zu der sich B√§renburg, Felsanlagen und Elefantenhaus verbinden. Allerdings gibt es Blickachsen, vor allem quer von der Fasanerie zu den gegen√ľberliegenden Gehegen, aber auch das Raubtierhaus ist, so integriert, da√ü seine Schmalseite hinter der Bibergrotte gleichsam als Geb√§ude kleineren Ma√üstabs wahrgenommen werden kann. Meine antiromantische Deutung des Gel√§ndes bezog sich auf das Antilopenhaus, da√ü, anders als sein berliner Vorg√§nger, ja nicht √ľber einen Teich hinweg als orientalische Erscheinung wahrgenommen werden konnte. Allerdings hat Herr Heck das von ihm geerbte Geb√§ude an der Spree ja auch von der Hirschrevierseite her entromantisiert, indem er es zum Schlu√üpunkt der Dreisterneallee machte und den malerischen √úbergang vom Hirsch- und Rinderrevier beseitigte. Vielleicht mu√ü man es so sehen, da√ü das Raubtierhaus zwar von Geb√§udema√üstab her die alten Vorgaben sprengte, aber dem Park noch angegegliedert wurde, w√§hrend beim Antilopenhaus mit dem exotisierenden Stil auch in der Gartengestaltung neue Ideen eine Rolle spielten.
(16.07.2008, 18:32)
Michael Mettler:   @IP66, kleine Korrektur: Der Plan d√ľrfte den Grundriss des zweiten (nicht des ersten) Affenhauses zeigen, wenn die Datierung ca. 1885 stimmt; das erste Haus war ja schon 1881 abgebrannt. Leider wei√ü ich nicht, woher dieser in der Hundert-Jahre-Chronik ver√∂ffentlichte Plan stammt; aus einem Zoof√ľhrer kann er nicht sein, denn es wird ja auf dem Plan extra darauf hingewiesen, dass ein solcher an der Kasse erh√§ltlich ist. 1885 wurden aber ein Stelzvogelhaus und ein Haus f√ľr kleine Raubtiere er√∂ffnet, die auf dem Plan noch fehlen.

Das nebenstehende Bild entstammt einer Ansichtskarte, die 1896 gelaufen ist (fand ich im Internet), und zeigt vermutlich das zweite Affenhaus. Das Gebäude im Hintergrund kann nur das Restaurant sein.

Dass bei der Erweiterung des Zoos auf gr√∂√üere Gew√§sser verzichtet wurde, ist nicht richtig. Was auf dem Plan von 1885 gleich oberhalb der B√§renburg (also auf dem neuen Gel√§nde) zu sehen ist, ist eine Teichanlage, deren Form zwar in der Folgezeit ge√§ndert wurde (u.a. Teilung durch einen Weg mit Teichbr√ľcke), die aber etwa bis zu Ruhes Pacht√ľbernahme (danach gab es einige √Ąnderungen im Wegenetz) erhalten blieb.
(16.07.2008, 14:06)
IP66:   Derzeit arbeite ich, so gut ich vorankomme, die j√ľngere Chronik durch. Sie ist, wie sie zu Recht sagen, in Bezug auf antiquarische und architektonische Fragen schlecht konzipiert, allerdings liegen ihr interessante Archivforschungen zugrunde, die in Bezug auf die personelle Besetzung des Aufsichtsrates, das politische Umfeld der Zooentwicklung und eine gewisse sozialgeschichtliche Vernetzung durchaus interessant sind. Leider gelingt Frau Riede-M√ľller es nur selten, ihre Archivfunde in eine gr√∂√üere Linie einzubinden und rutscht bei ihrer Interpretation schnell in Gemeinpl√§tze, die bisweilen den Quellen sogar widersprechen.
Zu den problematischen Fehlern des Buches z√§hlt die Identifikation des zweiten Affenhauses auf. S. 64/65 als Stelzvogelhaus, und es hat man einige M√ľhe gekostet, sie durch Bildervergleiche zu korrigieren. Dank des von Ihnen eingestellten Plans kenne ich jetzt den Grundri√ü des ersten Affenhauses. Interessanterweise hat man ihn zum Restaurantvorplatz hin nicht symmetisch organisiert, auch wenn der gro√üe Gesellschaftsk√§fig in diese Richtung zu zeigen scheint. Daneben scheint es jedoch die umlaufenden K√§figgalerien gegeben zu haben, wie wir sie etwa in K√∂ln finden k√∂nnen. Die Entwicklung der Affenh√§user in den deutschen Zoos scheint mir von Berlin wenig gepr√§gt worden zu sein, da man dort die Affen lange in biedermeierlichen Geb√§uden (erst im Affen-, dann im ersten Raubtierhaus hielt) und Bodinus mit seinem k√§figbest√ľckten Gew√§chshaus f√ľr empfindlichere Arten kaum Nachfolge fand. So w√ľrde ich bei dem zweiten hannoveraner Bau auch eher eine Vorbildfunktion des ersten Hauses in Hannover annehmen, dessen Fundamente bei dem Neubau sicher benutzt worden sind. Die andere, sehr interessante Frage ist allerdings die, wie dieses Geb√§ude im Aufri√ü aussah - die L√ľhr'schen Bauten folgen ja sehr eigenen Gesetzen.
Diese eigenen Gesetze, die eine sehr malerische, "englische" Struktur des Gartens vorsahen, in dem sich jeder Bau in ein Landschaftsgef√ľge integriert sah, haben den alten Zoo zweifelsohne gepr√§gt, und man hat vermutlich schon, als man das Raubtierhaus konzipierte, gemerkt, da√ü man mit den neuen Forderungen des artenorientierten Aktion√§rszoos in diesem Gef√ľge nichts mehr erreichen konnte, auch wenn man bei diesem Geb√§ude noch eine mittelalterorientierte Richtung verfolgte. Insofern war es konsequent, da√ü man, als man endg√ľltig berliner Ideen verwirklichte, auf ein Erweiterungsgel√§nde auswich, das bezeichnenderweise auf gr√∂√üere Gew√§sser, Gebirge und andere anglisierende Strukturen verzichtete.
In Bezug auf die F√ľhrungslinien stand die hannoveraner B√§renburg wie die berliner am Ende des Rundganges, was aber auch damit zusammenh√§ngen kann, da√ü man die Besucher am Ende ihrer Besichtigung in das Restaurant f√ľhren wollte.
(16.07.2008, 10:50)
Michael Mettler:   Ermutigt durch in anderen Threads neu eingestellte Bilder versuche ich es nochmals mit dem Plan...
(16.07.2008, 09:03)
Michael Mettler:   Hm, da hat leider die Fotofunktion wieder mal nicht funktioniert - damit blieb mein Beitrag "planlos".
(13.07.2008, 00:22)
Michael Mettler:   Das erste Affenhaus muss ein sehr kleiner Bau gewesen sein, denn das zweite wurde bereits gr√∂√üer gebaut. Dass das aber relativ ist, zeigt der nebenstehende Plan von ca. 1885, entnommen der erw√§hnten Hundert-Jahre-Chronik: Das Affenhaus ist der kleine Bau rechts neben dem Restaurant (irgendwie bezeichnend, dass man "lustige Tiere" wie Affen und B√§ren in unmittelbarer N√§he der Gastronomie-Au√üenfl√§che unterbrachte).

Anhand dieses Plans kann man sich ganz gut vorstellen, wie klein der Zoo zum Zeitpunkt seiner Er√∂ffnung 1865 - also 20 Jahre vor diesem Plan - noch war. Er ma√ü ganze 3 Hektar, also drei Viertel der Fl√§che des Landauer Zoos oder anderthalb Mal K√∂lner Elefantenpark... Der B√§renzwinger (links in der Bildmitte) und die Felsenanlage (unterhalb der Beschriftung "Ziegen") bildeten die vom Eingang (rechts unten) entferntesten Anlagen. Das Elefantenhaus gab es zudem damals noch gar nicht, wie √ľberhaupt der Exotenbestand sehr √ľberschaubar war: L√∂wen z.B. waren eigentlich am Anfang gar nicht eingeplant, da man aber √ľberraschend welche geschenkt bekam, brachte man sie notgedrungen im f√ľr W√∂lfe gedachten Zwinger der Felsenanlage unter! Um mal einen Vergleich mit den heutigen Verh√§ltnissen zu erm√∂glichen: Der alte Zooeingang bef√§nde sich heute direkt an der dem Zoo vorgelagerten Stra√üenkreuzung, und etwa in H√∂he Nashornanlage h√∂rte das zur Er√∂ffnung 1865 bebaute Zoogel√§nde schon auf. Das heutige Eingangsgeb√§ude samt Hauptshop steht ziemlich genau auf der Fl√§che des historischen Restaurants. Die Fl√§che des Elefantenhauses und seiner beiden Au√üengehege aus dem 1885er Plan w√ľrde heute problemlos in die neue Show-Arena passen (also auch in die vorher dort befindliche B√§renanlage - beides wohlgemerkt ohne deren Haus gerechnet!).
(13.07.2008, 00:19)
Michael Mettler:   @IP66: Zur Erg√§nzung Ihrer Hannover-Historien-Unterlagen empfehle ich nach wie vor die Chronik "Hundert Jahre Zoo Hannover" als Sonderausgabe der Hannoverschen Geschichtsbl√§tter, die antiquarisch erh√§ltlich ist. Sie enth√§lt viele Fotos und Informationen, die in der Dittrich-Chronik nicht enthalten sind. Viele chronologische Zusammenh√§nge muss man buchst√§blich "im Zickzack-Lesen" zwischen beiden Chroniken rekonsturieren.

Von den beiden fraglichen Gebäuden habe ich bislang auch noch keine Abbildungen gesehen. Ich vermute aber, dass der Menschenaffenkäfig im Schlangenhaus eine reine Innenhaltung war bzw. gewesen wäre.
(11.07.2008, 19:57)
IP66:   Mit der Geschichte der Affenh√§user kl√§ren sie eine Frage, die der Band aufwirft: Es gab bis 1945 nur drei Niederaffenh√§user: Den Erstbau, das abgebildete Geb√§ude und schlie√ülich das dritte expressionistische Affenhaus. Dagegen habe ich weder von dem ersten Affenhaus noch von dem "Schlangenhaus" je eine Abbildung gesehen, obgleich der Bau wegen des Menschenaffenk√§figs (ob nun brauchbar oder nicht) von einigem typologischen Interesse w√§re.
(11.07.2008, 18:31)
Michael Mettler:   Falls ich nicht etwas √ľberlesen habe, sieht die ver√∂ffentlichte Bauhistorie der Affenh√§user so aus: Das erste Affenhaus (vermutlich schon bei der Zoogr√ľndung vorhanden) brannte 1881 ab. 1882 wurde sein Nachfolgebau fertiggestellt, der bis 1924 stand. Dann wurde n√§mlich an anderer Stelle das dritte Affenhaus er√∂ffnet, welches erst dem Bau des Urwaldhauses Anfang der 80er Jahre weichen musste.

1887/88 wurde ein "Schlangenhaus" (Reptilienhaus) errichtet, in dem sich auch ein K√§fig f√ľr Menschenaffen befand. Der ist aber wohl nie oder nicht so recht seinem eigentlichen Zweck zugef√ľhrt worden, weshalb man ihn 1894 durch ein Alligatorenbassin ersetzte.

Das erste mir bekannte "echte" Menschenaffenhaus entstand erst 1933, also nach Antritt von Ruhe als Pächter, durch Umbau des vorherigen Kleinen Raubtierhauses. Ruhe wollte seine kostbaren Import-Menschenaffen räumlich von den Niederen Affen trennen - also lebten Menschenaffen vorher wohl auch im Affenhaus von 1924 (z.B. auch die Orangs der Massenimporte Ende der 20er Jahre).
(11.07.2008, 15:14)
IP66:   Ich habe bei der Durchsicht des Dittrich/Rieke-M√ľller-Jubil√§umsbandes dazugelernt: Bislang hatte ich gedacht, da√ü die meisten Tierh√§user des alten hannoveraner Zoos die Struktur des Gr√ľndungsgel√§ndes erg√§nzt h√§tten. Es war aber wohl doch eher so, da√ü es um 1900 mit dem Affenhaus und einigen Neubauten an alter Stelle doch so etwas wie eine Neubauwelle gegeben hat, die man, wenn auch in kleinerem Ma√üstab, mit Berlin unter Heck vergleichen kann. Demnach mu√ü man das Antilopenhaus als einen Teil dieser Neubauwelle verstehen. Interessant fand ich auch, von einem Menschenaffenhaus zu lesen, da√ü im Rahmen dieser Erneuerung errichtet wurde, von dem sich aber keine Abbildung in dem fraglichen Band gefunden hat. Wei√ü jemand mehr √ľber diese Geb√§ude?
(11.07.2008, 10:56)
Oliver Jahn:   Auch ich meine, ohne weitergehendes Bildmaterial aus dem Inneren des Hauses kommen wir nicht weiter.
Zum Ende des Halbrundes hin sind n√§mlich die B√∂gen der Stallungen gar nicht mehr so im Halbrund, sondern relativ in einer Linie. Und wenn meine Vermutungt stimmen w√ľrde, dass der Gang nach links als Giraffenstall genutzt wurde und ebenfalls einen Rundbogen hatte, dann h√§tten wir n√§mlich mit Gang, K√§fig 6 und K√§fig 5 drei Anlagen, die relativ gerade nebeneinander lagen. Die Verzerrungen eines starken Weitwinkels noch gar nicht mit eingerechnet. Und dass bei mehreren Giraffen diese auch auf mehreren Au√üenanlagen zu finden waren, das wundert mich wenig. Bulle allein, Kuh mit Kalb erst mal allein und die anderen Weibchen ebenfalls in einem Gehege. Vielleicht wurde ja gerade deshalb die Erweiterung erst n√∂tig.
(21.02.2008, 12:14)
IP66:   Ich w√ľrde so k√ľhn sein, zu behaupten, da√ü, wenn wir auch den genauen Ort des Bildes immer noch nicht bestimmt haben, ausgeschlossen werden kann, da√ü es in der alten Giraffenloge entstanden ist - insofern w√ľrde ich auch nicht ausschlie√üen, da√ü zeitweise oder kurz hintereinander sowohl in der alten Giraffenloge wie in der Box, in der das Bild entstanden ist, Giraffen gehalten wurden. Ich m√∂chte Herrn Jahn auch darin zustimmen, da√ü wir erkundet haben, was angesichts der Quellenlage erkundbar war - vielleicht findet Herr Mettler ja noch einen alten hannoveraner Zoofreund, der sich an das Antilopenhaus gut erinnert. Ich habe allerdings auch meine M√ľhe, Gehegefolgen, die ich in K√∂ln als Kind erlebt habe, zu rekonstruieren, und erinnere mich beispielsweise viel besser an die Struktur des alten Raubtierquartiers als an die Innenverteilung der St√§lle im Elefantenhaus vor der Renovierung. Sowohl Wahrnehmung wie Erinnerung erfolgt selektiv, und da sind Bilder eine bessere Quelle. Immerhin gibt es ein Innenraumbild der Haupthalle, allerdings ist das das einzige, das wir auftreiben konnten. Auf der anderen Seite stellte sich w√§hrend unserer Nachsuche heraus, da√ü der Au√üenbau weitaus besser dokumentiert ist, als ich dachte.
(21.02.2008, 10:30)
Michael Mettler:   Sorry, das Foto ist nicht das selbe, wie ich behauptet habe, sondern "nur" die gleiche Situation aus einer anderen Perspektive aufgenommen und stammt aus dem Zoof√ľhrer von 1954. Und da fiel es mir eben wie Schuppen von den Augen: Tiere und Pfleger stehen da im ALTEN Auslauf, im "Tortenst√ľck"! Indizien: Der Zaun auf dem nebenstehenden Foto entspricht dem, den man auf der Aufnahme des Giraffenpaares aus dem 1934er Zoof√ľhrer links im Bild sieht (hatte ich unten eingestellt), im Hintergrund ist ein schmales Gehege mit einer Antilope (vermutlich Litschiwasserbock) zu sehen und dahinter wiederum eine Zwischenpflanzung zum n√§chsten Gehege, wie es sie m.W. nur auf dieser Seite des Hauses gab. Auch der Hintergrund auf dem zuerst eingestellten Foto spricht daf√ľr, denn eine solche Baumreihe gab es vor dem sp√§teren Giraffenauslauf am S√ľdfl√ľgel anscheinend nicht, und das rechts im Hintergrund zu sehende Geb√§ude d√ľrfte das im Plan von 1929/30 unterhalb der Nr. 19 an der Zoogrenze stehende, nicht beschriftete Haus sein. Der Zwischenzaun, vor dem die Giraffen auf diesem Foto stehen, sieht eindeutig provisorisch aus, da er nur aus Rundh√∂lzern und Maschendraht besteht. Vermutlich hatte man den Auslauf geteilt und den Bullen im besuchern√§heren Abteil untergebracht.

Das wirft nun (leider) wieder eine neue Frage auf: Wenn Klein-Hanno im alten Auslauf Frischluft schnuppern konnte, d√ľrfte er wohl auch noch im alten Stall (also in der Giraffenloge der Haupthalle) geboren worden sein. Und dann geh√∂rt das Foto aus der Halle-Chronik zu DIESEM Geb√§udeteil. Aber wo stand dann diese verd... wei√üe Wand?? Die Zierb√∂gen im Hintergrund scheinen nicht in einer Kurve zu stehen wie die auf der Innenaufnahme der Haupthalle, sondern in (relativ) gerader Linie (das Bild ist ja etwas verzerrt). Noch dazu ist durch den Bogen hinter dem Pfleger relativ nah dran etwas Eckiges zu sehen, was nicht daf√ľr spr√§che, dass sich im Hintergrund die Besucherhalle befindet. R√§tsel √ľber R√§tsel...
(21.02.2008, 00:34)
Michael Mettler:   Auch ich denke, dass wir an dieser Stelle ohne einen wirklichen Kenner des Hauses bzw. der H√§user (Dickh√§uterhaus eingeschlossen) nicht mehr weiterkommen. Prof. Dittrich m√ľsste die H√§user nat√ľrlich noch recht gut kennen, war er doch seit 1961 im Zoo t√§tig, als beide Bauten noch standen.

Das nebenstehende Foto der Junggiraffe ist in seiner Chronik abgedruckt, aber undatiert und ohne begleitenden Text. Ich vermute, dass es keine entsprechenden Unterlagen √ľber das Tier gab; woher sollte er auch wissen, dass dar√ľber etwas in Halle zu finden gewesen w√§re... Das selbe Foto ist √ľbrigens auch in einem Nachkriegs-Zoof√ľhrer der Ruhe-√Ąra zu finden, womit mal wieder bewiesen w√§re, welch olle Kamellen noch in solchen Ver√∂ffentlichungen Verwendung fanden!
(20.02.2008, 17:56)
Oliver Jahn:   In der Chronik von 1965 "Hannoversche Geschichtsbl√§tter" sind ja auf den letzten Seiten eigentlich sehr detailliert bis 1922 alle Tiere aufgelistet, die gekauft, geschenkt oder nachgezogen wurden. Leider aber nicht √ľber diese Zeit hinaus, obwohl die Chronik ja auch die Jahre bis 1965 beleuchtet. Von daher finde ich es schon verwunderlich, dass die Giraffengeburt nirgendwo Erw√§hnung findet. Wir haben uns dem Foto ja recht intensiv gewidmet und m√ľssen nun wohl mit unseren Meinungen und Vermutungen dennoch das R√§tzel als ungel√∂st betrachten. Es sei denn, von irgendwo her kommt doch noch mal ein Bild vom Inneren des Antilopenhauses, welches den Blick in den linken Fl√ľgel preisgibt. Aber ob solch ein Bild √ľberhaupt existiert ist ja eher fraglich. Dennoch, Spa√ü hat es gemacht!
(20.02.2008, 17:29)
IP66:   Ist denn nach 1945 noch einmal eine echte Zoo-Chronik geschrieben worden? Das Buch von Herrn Dittrich und Frau Rieke-M√ľller hat ja eine etwas andere Ausrichtung und k√ľmmert sich weniger um Erstzuchten als um Verwaltungs- und Kulturgeschichte. Im hannoveraner Zoo wird Kontinuit√§t ja bis heute nur bedingt gro√ü geschrieben und insofern vielleicht auch weniger Wert auf solche Dinge wie den ersten Giraffenzuchterfolg gelegt.
(20.02.2008, 16:56)
Michael Mettler:   Lustigerweise wissen wir ja nur durch die Halle-Chronik und den Bildvergleich, dass es in den 30er Jahren eine Giraffennachzucht in Hannover gab - das war zwar offensichtlich die erste hier geborene Giraffe √ľberhaupt, aber sie wird in keiner hannoverschen Chronik erw√§hnt! Der Grund daf√ľr d√ľrfte darin liegen, dass Unterlagen aus der Ruhe-√Ąra erstens √ľber die verschiedenen Firmensitze verstreut waren (zumindest in der Nachkriegszeit war das so) und zweitens das hannoversche B√ľrogeb√§ude im Krieg ausbrannte. Beides macht es f√ľr Chronisten nat√ľrlich schwierig, Sachverhalte zu rekonstruieren und Bilder zeitlich zuzuordnen.
(20.02.2008, 13:13)
IP66:   Die unten eingestellte Aufnahme des Innenraumes zeigt allerdings, da√ü die Halbrundstelle von oben beleuchtet wurden - ein aus Berlin √ľbernommenes Element, dem bei der Bewertung gr√ľnderzeitlicher Tierh√§user vielleicht mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Ob dies in den Fl√ľgeln ebenso war, wei√ü ich nicht - wir wissen ja bisher nicht, ob diese f√ľr Besucher √ľberhaupt begehbar waren. Immerhin haben uns die hallenser Giraffen ein mittlerweile verschwundenes und nicht ganz unbedeutendes Tierhaus besser verstehen lassen - nicht auszuschlie√üen, da√ü sich irgendwo noch ein Bild findet, da√ü die Hypothesen best√§tigt.
(20.02.2008, 11:45)
Michael Mettler:   @Oliver: Die sechste Box befindet sich an der Grenze der hell ausgeleuchteten halbrunden Halle zum mit deutlich weniger Licht√∂ffnungen best√ľckten L√§ngstrakt, schon das macht eine gute Ausleuchtung des hinteren Bereiches schwierig, und da sich bei unseren Deutungen im R√ľcken des Fotografen die Nordseite des Hauses befand, kommt zwangsl√§ufig aus dieser Richtung auch kein Sonneneinfall. Wir m√ľssen also davon ausgehen, dass die Szenerie - entgegen meiner weiter unten ge√§u√üerten Vermutung - mit Kunstlicht ausgeleuchtet wurde, wobei der lange Schattenfall f√ľr einen Scheinwerfer oder einen weit neben der Kamera stehenden Blitz spricht. Das dabei die hinteren Bereiche in einem harten Schlagschatten "absaufen", liegt auf der Hand. Von einer nur halbhohen Abtrennung zur Nachbarloge w√ľrde ich bei der Einquartierung von Giraffen nicht mehr ausgehen, die ben√∂tigen nun mal deutlich h√∂here Zwischenw√§nde als Antilopen.

Ich glaube zudem nicht, dass der Gang unbeleuchtet war. In den historischen Tierh√§usern war es doch urspr√ľnglich gerade so, dass die Besucher im Hellen und die Tiere im Halbdunkel standen. Wie man an der Au√üenansicht des Hauses erkennen kann, hatte urspr√ľnglich keiner (!) der St√§lle in den Seitenfl√ľgeln irgendwo ein Fenster, seitliches Licht konnte also nur aus der Haupthalle und durch das Zierfenster an der Schmalseite eintreten, und in beiden F√§llen w√§re es eher die Stallgasse gewesen als die St√§lle selbst, die davon profitierten. Oberlichter sind auf dem Plan von 1929/30 auf beiden Seitenfl√ľgeln zu erkennen, aber auch die waren mittig auf dem Dach platziert und erhellten somit eher den Gang als die St√§lle. Das Argument spr√§che also sogar eher f√ľr meine Variante. Was auf dem gleichen Plan oberhalb der Zierb√∂gen an der Westseite des Hauses zu sehen ist, sind vermutlich keine Fensterchen, sondern wie an der Frontseite an entsprechenden Stelle Sterndekore.

Lichteinfall von der S√ľdseite her w√§re in meiner Variante durch die Licht√∂ffnung im Hintergrund gegeben. Wenn rechts und links davon ge√∂ffnete Holztore ins Bild ragen sollen, ist es logisch, dass die entgegenkommendes Licht abschatten (Vielleicht SOLLTEN sie das zum Zwecke der Aufnahme sogar?, so wie es der Reliefbogenoberhalb der Tore (und des r√ľckw√§rtigen Gitters) tat.
(19.02.2008, 17:21)
Oliver Jahn:   @Michael, deine Vermutung hat f√ľr mich gegen√ľber der meinigen einen Haken. W√ľrden die Girafen tats√§chlich, wie von dir vermutet, im 6. Absperrgehege stehen, dann w√§re auf dem Foto der Hintergrund nicht so dunkel. Alle St√§lle waren nur mit halbhohen Trennungen versehen. √úber dieser Trennung h√§tte dann das Licht einfallen m√ľssen, wie auf dem Bild der Innenansicht. Und somit w√§re von der rechten Seite des Bildes her ein deutliche Lichteinfall sichtbar.
Bei meiner Variante passen die Lichtverhältnisse schon besser, denn der Gang war unbeleuchtet und könnte so den recht dunklen Hintergrund der Giraffen erklären.
(19.02.2008, 15:58)
Michael Mettler:   Anbei zur Verdeutlichung meiner letzten Interpretation: Rot wieder die vermuteten Stallbereiche nach Hausumbau. In dieser Variante w√§re es m√∂glich gewesen, nicht nur bis zu sechs Einzelst√§lle f√ľr Giraffen nutzen zu k√∂nnen: Man konnte ihnen auch die alte Stallgasse als zus√§tzlichen Laufraum anbieten, so lange sie nicht f√ľr pflegerische Arbeiten benutzbar sein musste! Der Anschluss der zur Frontseite des Hauses weisenden St√§lle verbot sich wahrscheinlich durch die dortige wesentlich niedrigere Deckenh√∂he.

√úber der von mir vermuteten sechsten Loge macht ein Blickfang wie das vermutliche Relief deutlich Sinn: Eine Absperrbox ist ja nur dann als solche zu gebrauchen, wenn sie die meiste Zeit leer steht, weil sich die Tiere in ihren "richtigen" Logen befinden - also bot man dem Betrachter eine optische Ablenkung. Meine neue Idee, die Box k√∂nnte im Original noch einmal unterteilt gewesen sein, b√∂te f√ľr den hinteren Bereich - der dann nur vom Pflegergang aus einsehbar war - sogar ein gesch√ľtztes Wurfabteil f√ľr (urspr√ľnglich) Antilopen, ohne die Absperrm√∂glichkeit in den vorderen Teil zu behindern.

@IP66: Wenn ich mir den Eingangs"turm" des Hauses anschaue, scheint er mir eine quadratische Grundfl√§che zu haben. Damit w√ľrde er auf meinem Grundriss in H√∂he der vermuteten Stallgasse enden. Falls es sich um einen bis auf die Besucherdurchg√§nge geschlossenen Vorraum handelte, d√ľrfte der jeweils erste Stall links und rechts des Einganges die gleiche Tiefe gehabt haben wie die benachbarten. Sollte sich das Haus allerdings nach Betreten des Eingangstores gleich optisch in seiner vollen Imposanz pr√§sentiert haben, spr√§che dies nach meinem Empfinden f√ľr die abgestufte Version, wie ich sie versuchsweise eingezeichnet habe. Irgendwo muss sich auch noch ein Treppenhaus zur oberen Etage des Turms befunden haben.

Die L√∂sung mit einem Vorraum w√§re wahrscheinlich nicht nur heizungstechnisch gut denkbar (Im niedrigsten Geb√§udeteil waren rechts und links des Eingangs urspr√ľnglich mit Kamelen die klimatisch widerstandsf√§higsten Bewohner untergebracht!), sondern w√ľrde auch die Kameraperspektive der Innenaufnahme der Haupthalle erkl√§ren. Links und rechts des Bildrandes bot sich von dieser Stelle aus nichts, was man unbedingt h√§tte mit aufs Bild nehmen m√ľssen (Nach meiner Theorie Absperrboxen mit wahrscheinlich zur Stallgasse hin geschlossenen Seitenw√§nden!). Der Fotograf h√§tte demnach also im √úbergang vom Vorraum zur Haupthalle gestanden.


(19.02.2008, 12:06)
Michael Mettler:   @Oliver: Deine Variante ist insofern reizvoll, als sich im R√ľcken des Fotografen die wei√üe Mauer aus dem Foto der Halle-Chronik befunden haben k√∂nnte. Das hei√üt, er k√∂nnte in etwa dort gestanden haben, wo auf dem Chronik-Foto die Giraffen stehen: Das w√ľrde die hinter der Mauer erkennbaren Rundb√∂gen ("Einfassung" der Haupthalle) sehr sch√∂n erkl√§ren und auch die Tatsache, dass man laut Frank-Dieter Busch im Haus keine Giraffen zu sehen bekam (dazu h√§tten sie genau an den kleinen Gittersegmenten der Maueroberkante stehen m√ľssen). Eine solche Bildperspektive w√ľrde auch erkl√§ren, warum man nirgends im Hintergrund des R√§tselbildes die wei√üe Mauer sieht, die ja unzweifelhaft schon VOR der Aufnahme gestanden haben muss - denn das Jungtier auf dem R√§tselbild ist das selbe (Hanno) wie auf dem Halle-Foto, aber eben schon etwas √§lter! Das Relief macht an der von dir vermuteten Stelle ebenfalls Sinn, da genau in bzw. √ľber der Blickachse platziert. Der Lichtausschnitt hinter den Tieren k√∂nnte dann darauf hin deuten, dass das urspr√ľngliche Au√üentor am Ende der Stallgasse in den S√ľdfl√ľgel noch benutzt wurde (und auf dem Bild offen stand), und sei es nur als Pflegert√ľr: Falls es in den Seitenfl√ľgeln keinen umlaufenden Pflegergang gab, sie also doch so in die Ecken gebaut waren wie auf meinem Grundriss, dann konnte der Pfleger √ľber die Stallgasse ins Au√üengehege gehen und von au√üen die "neuen" gro√üen Stalltore √∂ffnen. Drinnen h√§tte er ansonsten durch den Stall der Tiere hindurch gehen m√ľssen.

Knackpunkte an dieser Deutung sind f√ľr mich momentan, dass der durch das Relief bedingte niedrige Durchgang den in dieser (Blick-)Achse ausgerechnet recht hohen Geb√§udeteil optisch stark eingegrenzt und den Durchblick auf das Tor mit dem Tierfenster erschwert h√§tte. Zudem l√§gen dann ein Rundbogen (der Zierbogen mit dem Relief) und ein Spitzbogen (das Zierfenster) hintereinander in der selben Blickachse - f√ľr meinen Geschmack bei√üt sich das. Zudem will mir der vordere Torbogen mit seinen wei√üen Mauerkanten f√ľr einen ehemaligen Besucherdurchgang nicht so recht zusagen: In der Haupthalle verwendete man zum Betrachter hin Ziers√§ulen, warum nicht auch hier?

Aber: Verlagern wir doch deine Interpretation einfach um eine "Box" nach rechts. Nach wie vor bef√§nde sich im R√ľcken des Fotografen die wei√üe Mauer, die den Stall zur Besucherseite hin abschirmte. Das Relief bef√§nde sich an der in meiner Version angezeichneten Stelle, aber auf der zur Haupthalle hin gewandten Seite - oder aber sogar HINTER dem Pflegergang an der Grenze zum Seitenfl√ľgel. Das Gitter im Hintergrund ist die originale R√ľckfront der von mir vermuteten sechsten Loge, der r√ľckw√§rtige Lichteinfall k√∂nnte auf eine ge√∂ffnete Pflegert√ľr auf der anderen Seite des Ganges hinweisen. Der rechte Holztorfl√ľgel vor dem Gitter ist der ge√∂ffnete Durchgang zur rechten Nachbarloge (sowas muss es nach meiner √úberlegung ja gegeben haben, damit man die Antilopen zwecks Stallreinigung in die Ausweichbox umschiebern konnte), und falls sich tats√§chlich auch links ein ge√∂ffneter T√ľrfl√ľgel im Hintergrund befindet (den ich nicht erkenne), w√§re dies das Tor in die alte Stallgasse, die in diesem Bereich nunmehr m√∂glicherweise als Nebenstall genutzt wurde.. Der vordere Mauerbogen w√ľrde sich somit innerhalb der fr√ľheren sechsten Loge befinden und k√∂nnte - wie von mir vermutet - an dieser Stelle urspr√ľnglich eine Holztrennwand enthalten haben, so dass sogar ZWEI Absperrm√∂glichkeiten entstanden. Nach meinem Grundriss w√§re die vermutete sechste Loge ohnehin fl√§chenm√§√üig gr√∂√üer als jede der f√ľnf "Tortenst√ľck"-Logen gewesen und h√§tte eine Unterteilung "gut schlucken k√∂nnen". Anders als bei den f√ľnf Nachbarlogen f√ľhrte in deren Hintergrund keine Stallt√ľr in ein Au√üengehege, also kann sich dort problemlos eine zum Pflegergang hin gerichtete, fest eingebaute Gitterfront befunden haben.
(19.02.2008, 11:19)
IP66:   Ich finde die Rekonstruktionsversuche sehr interessant und mir scheint auch, da√ü, wenn man nicht meine Theorie von der Haltung der Giraffen im Besuchereingang verfolgen m√∂chte, eigentlich nur der Seitenfl√ľgel in Frage kommt. Ich habe mit beiden Deutungen aber noch zwei Schwierigkeiten. Die erste betrifft die Tatsache, da√ü das Fenster, da√ü sich am Ende von dem von Herrn Mettler rekonstruierten Gang befindet, bei Dittrich S. 133 abgebildet ist und drei gestaffelte Lanzetten zeigt. Eine parallele Konstruktion findet sich schon auf den √§ltesten Abbildungen der Frontseite, demgem√§√ü hat es an dieser Stelle des Geb√§udes immer das Lanzettfenster und nie ein Relief gegeben. Wenn sich das Rellief √ľber einer Tor√∂ffnung weiter innen im Haus befunden hat, macht das Fenster, da√ü die recht dunklen Fl√ľgel beleuchten soll, eigentlich keinen Sinn. Insofern w√ľrde ich vermuten, da√ü wenn es das Relief in den Seitenfl√ľgeln gegeben hat, es nur so weit innen im Haus gelegen haben kann, da√ü es die Beleuchtung durch das Lanzettfenster nicht mehr behinderte - und das funktioniert nur, wenn es ein Besucher- oder Pflegertor zierte, da√ü unmittelbar in die eigentliche Halle f√ľhte und vielleicht zwischen den kleinen St√§llen angeordnet war, an die Herr Busch sich erinnert. Ein solches Tympanon macht sicherlich nur da Sinn, wo die Besucher es sehen, es mu√ü allerdings nicht zwangsl√§ufig √ľber einer T√ľre angeordnet sein, durch die man auch hindurchgehen kann. Das zweite Problem sind die gemauerten S√§ulen auf dem Giraffenbild, die ebenfalls nur aus der Ursprungszeit des Geb√§udes stammen k√∂nnen, nicht zum Halbrund geh√∂ren und anscheinend kein Gitter st√ľtzen. Leider wissen wir nicht, ob die Antilopenst√§lle am Eingang stufig angeordnet waren, wie Herr Mettler das rekonstruiert hat, oder ob sie vielleicht in einer Reihe standen. Wir wissen allerdings, da√ü eine Glast√ľre zun√§chst in einen rechteckigen Turmraum f√ľhrte, der sich in einer uns unbekannten Weise einmal zu den beiden Seitenfl√ľgeln und zum zweiten in die Halle √∂ffnete. Meine Vermutung sah in den Backsteins√§ulen die St√ľtzen eines Bogens, der sich in die Halle √∂ffnete, man k√∂nnte aber einen ebensolchen Boden auch als √úberfankonstruktion √ľber St√§lle oder einen Vorraum vor St√§llen annehmen. Merkw√ľrdig bleibt allerdings, da√ü man ein teures skulptiertes Tympanon nicht √ľber einem der Haupteingange, sondern in einem der Nebenfl√ľgel anbrachte.
(19.02.2008, 10:49)
Michael Mettler:   Auch von mir nun noch eine Skizze zur Veranschaulichung meiner Deutung des R√§tselfotos. Rote Fl√§che = erweiterter Innenstall f√ľr Giraffen (zwei alte St√§lle + Endst√ľck der Stallgasse als abtrennbarer Nebenraum). Der Pfeil, der die Blickrichtung des Fotografen darstellt, weist auf das linke der beiden nachtr√§glich f√ľr die Giraffen eingesetzten Stalltore. Falls meine Theorie mit der Platzierung des Reliefs zutr√§fe, w√§re es nat√ľrlich denkbar, dass sich auf seiner R√ľckseite - der R√ľckwand der letzten Antilopenloge - ebenfalls ein solches Schmuckelement befand, das man von der Haupthalle aus durch den Rundbogen √ľber dem Frontgitter der Loge in deren Hintergrund sah - ein √§hnlicher "Doppelbogen-Effekt" wie auf unserem R√§tselbild.
(19.02.2008, 09:39)
Oliver Jahn:   Also ich pl√§diere noch immer f√ľr meine Variante. Ich habe sie mal leicht abge√§ndert.
Der gr√ľne Strich ist das "Elefantentor", ein mit Bild verziehrter Durchgang ehemals f√ľr Besucher zu den hinteren Gehegen, oder eine verziehrte Absperrung in den hinteren Teil.
Der rote Strich ist das Tor, in dem die Giraffen stehen. Vor der Erweiterung vielleicht mal ein normaler Stall, daher die Gitterösen.
Und da man f√ľr die Giraffen erweitert hat, war das Innengehege nun da mit Gittern verschlossen, wo der √úbergang zur Rundhalle ist. Und der Fotograf steht entweder direkt hinter dem Gitter und fotografiert dort durch, oder er steht innen und macht das Foto.
(19.02.2008, 09:28)
Michael Mettler:   P.S. Ich verga√ü das von Oliver entdeckte Holztor im Hintergrund: Neben den beiden im Bild sichtbaren Stallboxen befand sich die von mir gemutma√üte fr√ľhere Stallgasse, die nunmehr (ebenfalls gemutma√üt)Giraffenstall und wahrscheinlich separabel war. Wenn der fotografierten f√ľnfk√∂pfigen Gruppe beide Bereiche zur Verf√ľgung standen, m√ľsste dann logischerweise eine Zwischent√ľr offengestanden haben. Demnach k√∂nnte diese gegen das r√ľckw√§rtige Gitter hin ge√∂ffnet worden sein. Sie diente also nach dieser Annahme nicht dazu, die Gitterfront zu verschlie√üen, sondern einen Durchgang, der sich vor der Gitterfront nach rechts in den Nebenraum befand.
(19.02.2008, 00:26)
Michael Mettler:   Hier noch mal das Foto der Giraffen aus dem Zoof√ľhrer von 1934, eindeutig entstanden im alten Tortenst√ľckgehege. Direkt √ľber der Dachkante setzt die kleine Kuppel an, √ľber dem Tor w√§re also kein Platz f√ľr den Zierbogen mit dem Elefanten-oder-was-auch-immer. Und es sieht auch nicht so aus, als w√ľrde sich das "Relief" an der Innenseite einer Kuppel befinden, dann m√ľsste es optisch verzerrter wirken, und wahrscheinlich w√ľrden sich rechts und links weitere Rundb√∂gen anschlie√üen. Zudem ist auf dem Foto der Haupthalle des Hauses im Hintergrund der Giranneloge ein hohes rechteckiges Tor gerade noch zu erkennen, aber kein Zierbogen. Der Rundbogen zum Besucherraum hin ruht auf einer Ziers√§ule, die unser R√§tselbild nicht zeigt. Und zudem h√§tte man f√ľr dieses Bild das Frontgitter der Loge herausnehmen, den Stall also zur Besucherhalle hin √∂ffnen m√ľssen... Zuammengefasst: Die alte Giraffenloge kommt als Bildmotiv nicht in Frage.

Wenn es sich beim "Elefanten" um ein wirkliches Dekormotiv handelt, muss es an einer Stelle platziert gewesen sein, wo es vom Publikum gesehen werden konnte; einen schon urspr√ľnglich nicht einsehbaren Pfleger- oder Stallbereich hat man damit bestimmt nicht geschm√ľckt. Und um ein Zierfenster in einer Trennwand scheint es sich nicht gehandelt zu haben, sonst g√§be es wohl ein wenig mehr Lichteinfall von hinten hindurch.

Alle St√§lle im halbrunden Geb√§udeteil scheiden aus √§hnlichen Gr√ľnden aus wie die Giraffenloge. Im Nordfl√ľgel waren Giraffen nach allen zur Verf√ľgung stehenden Informationen nie untergebracht - direkt neben einer Reitbahn mit all ihrem Trubel h√§tte das wohl nicht mal Ruhe gewagt. Die St√§lle links und rechts des Einganges befanden sich im niedrigsten Geb√§udeteil, da spricht die Wahrscheinlichkeit ebenfalls gegen eine Giraffeneinquartierung. Und selbst wenn man die Idee von IP66 noch mal aufgriffe, der Eingangsbereich des Hauses sei vor√ľbergehend in einen Giraffenstall umgewandelt worden, k√∂nnte das Relief allenfalls innen √ľber der Eingangst√ľr platziert gewesen sein - dann aber erkl√§rt sich der Backsteinbogen im Vordergrund nicht, denn der m√ľsste dann im √úbergang von Eingangsbereich zu Haupthalle gestanden haben und st√ľnde optisch in deutlichem Kontrast zu den B√∂gen auf Ziers√§ulen an den Logen. Bleibt also wirklich nur der S√ľdfl√ľgel des Hauses.

Tr√§fe die Annahme von IP66 zu, dass die Seitenfl√ľgel auch vor dem Umbau nie f√ľr Besucher gedacht gewesen seien, h√§tte man sich dort m.E. ein Wandrelief schenken k√∂nnen. H√§tte es meine vermutete "Stallgasse" gegeben, die aber nicht f√ľr Besucher begehbar gewesen w√§re, dann k√§me nur das originale Tor als Ende der Sichtachse f√ľr eine Dekoration in Frage - und das HATTE ja auch eine, nur "leider" ein Zierfenster und kein Elefantenrelief. Dass sich ein solches Relief noch nach dem Umbau an der selben Innenwand (Schmalseite des Hauses) links oder rechts neben dem besagten Zierfenster befand, ist praktisch unm√∂glich, denn da waren ja zu diesem Zeitpunkt schon die beiden gro√üen Giraffentore eingebaut worden. Blieben also die "kurzen" Wandfl√§chen in Richtung Westen (zu den Tortenst√ľckgehegen hin) und Osten (zur Frontansicht des Hauses hin). Wenn es dort einen solchen Wandschmuck gab, spricht das m.E. sehr daf√ľr, dass der Seitenfl√ľgel urspr√ľnglich eben DOCH auf Besucherverkehr ausgerichtet war. Warum auch nicht? Die schreckhaftesten und empfindlichsten Tiere (Antilopen und Giraffen) durfte der Zoobesucher in der Haupthalle in ihren St√§llen sehen, warum nicht auch die etwas weniger "kitzligen" Kamele, Einhufer und Strau√üe in ihren seitlichen St√§llen?

In diesem Fall hie√üe es f√ľr unser R√§tselbild, dass es quasi quer durch das Geb√§ude aufgenommen sein m√ľsste und der Rundbogen im Vordergrund urspr√ľnglich die seitliche Begrenzung der Stallgasse war. Das erkl√§rt aber nur schlecht das Vorhandensein von Holztor UND Gitterfront hinter den Tieren.

Bliebe nach meinen √úberlegungen (und meinem Grundriss-Entwurf) eigentlich nur EINE M√∂glichkeit: Wenn man als Besucher am Ende der Stallgasse (also am Originaltor mit dem Zierfenster) angekommen war und wieder kehrt machte, hatte man nach den St√§llen des S√ľdfl√ľgels zur Rechten einen Geb√§udebereich, der NIEDRIGER war als der, in dem man sich selbst befand, und zur Linken mit der Haupthalle einen, der H√ĖHER war. Wenn genau an diesem "H√∂hensprung" auf der linken Seite ein Zierrelief mit Bogen oberhalb der vordersten Stallbox des Halbrunds angebracht war, h√§tte man es aus dieser Position gut sehen k√∂nnen. Soll hei√üen, dass Relief m√ľsste sich, von der Haupthalle aus gesehen, √ľber der R√ľckwand der ganz linken Stallbox (also der, die ich als sechste Box zum Umsperren "einplante") befunden und in Richtung S√ľdfl√ľgel gezeigt haben. Danach erg√§be sich f√ľr das R√§tselfoto folgende Bildperspektive, wie ich sie ja auch schon angedacht hatte: Der Fotograf steht, von der Schmalseite des Hauses aus betrachtet, im linken der beiden nachtr√§glich eingebauten Tore. Der Backsteinbogen im Vordergrund war fr√ľher die "Trennwand" zwischen den beiden Stallboxen auf dieser Seite der Stallgasse, aus der man beim Umbau die vermutlich aus Holz bestehende Zwischenwand herausgenommen hat. Der Stall, in dem die Giraffen stehen, ist derjenige, der r√ľckw√§rtig an den mutma√ülichen Pflegergang in den halbrunden Geb√§udeteil angrenzt. Damit lie√üe sich ein r√ľckw√§rtiges Gitter erkl√§ren, denn nach dem mutma√ülichen Wegfall der Stallgasse zu Gunsten einer gr√∂√üeren Stallfl√§che musste es ja f√ľr den Pfleger eine M√∂glichkeit geben, in den Stall zu schauen; das Gitter w√§re demnach keine Einblickm√∂glichkeit f√ľr Besucher. Hinter dem Gitter bef√§nde sich also der Pflegergang und hinter diesem die (geschlossene) R√ľckwand der √§u√üersten Antilopenloge, √ľber der sich das Relief befindet. Was ich dabei nur immer noch nicht untergebracht habe, ist das "Lichtfenster" hinter dem Gitter und die wei√üe Wand vom Foto aus der Halle-Chronik....
(19.02.2008, 00:19)
Oliver Jahn:   Das ist das Gitter der Au√üenanlage, oder das Spitzbogentor hatte, bevor es zugemauert wurde, nur ein Gittertor.
Und selbst das Doppeltor scheidet nicht aus. Holztor geschlossen im Winter und offen im Sommer, damit in diesen Teil des Hauses bei sch√∂nem Wetter auch etwas Luft und Licht kam. Denn wie auf dem Bild sichtbar, war der Bereich ja recht dunkel. Solche Doppeltore gab es h√§ufiger, ich habe selber schon welche gesehen, wei√ü jetzt leider nur nicht, wo, bilde mir aber ein, sie sogar in j√ľngerer Zeit noch gesehen zu haben.
(18.02.2008, 23:12)
Michael Mettler:   Und wie passt das Gitter im Hintergrund zu deiner Idee? Ein Holztor, das sich direkt vor einem Gitter befindet...?
(18.02.2008, 23:06)
Oliver Jahn:   @Michael, ich musste auch mehrmals verg√∂√üern und verkleinern, bis ich es sah. Aber es ist definitiv ein rechteckiges Holztor mit breiten Eisenbeschl√§gen und Scharnieren.
(18.02.2008, 22:59)
Oliver Jahn:   Schitt, das war es doch nicht. Das Tor mit den drei Fenstern ist ein Spitzbogen, der auf dem Bild ist ein Rundbogen. Langsam habe ich keine Ideen mehr. Oder doch? Meine Darstellung passt schon, nur m√ľssen wir alle beteilgten noch ein St√ľck nach rechts schieben. Und das Holztor mit dem Elefanten dar√ľber befand sich ziemlich genau dort, wo mein Pfleger steht. Darum erscheint der Ausgang ins Freigehege auch im Hintergrund so klein. Das nach links hinten war also kein Besuchergang, sondern der mit einem Tor noch einmal abgetrennte Bereich. Das w√ľrde jetzt passen.
(18.02.2008, 22:57)
Michael Mettler:   @Oliver: Ich muss wohl mal wieder zum Optiker, ich sehe da im Hintergund nirgends ein Holztor, weder offen noch geschlossen. Nur ein helles Feld, das wie ein Fenster aussieht und vor dem man Gitter erkennen kann. Und zwar genau in der Mitte, hinter dem Kopf der gro√üen Giraffe mit den abgewetzten Hornspitzen.

Das Au√üengitter eines Giraffenstalls f√ľr den Fotografen zu entfernen halte ich f√ľr reichlich riskant. Was w√§re, wenn sich die Giraffen bei irgendwelchen Kamerager√§uschen (Und wir reden von Kameras der 30er Jahre!) erschrecken? Im Tor zum Au√üengehege stehend k√∂nnte sich der Fotograf noch in Sicherheit bringen und die Tiere w√§ren nach wie vor in eigenen vier W√§nden, aber wenn sie durch die Besucherhalle toben...?

Zu deinem vorletzten Beitrag: Ich meine eines der beiden Holztore, die auf dem Nachkriegs-Farbfoto zu sehen sind. Und die m√ľssen beim Umsetzen der Giraffen in den S√ľdfl√ľgel Anfang der 30er Jahre eingebaut worden sein. Wie man sieht, war das dazwischen befindliche Originaltor mit dem Lichtbogen f√ľr ausgewachsene Giraffen zu niedrig.
(18.02.2008, 22:45)
Oliver Jahn:   Nach dieser Skizze bleibt eigentlich fast doch nur noch eine M√∂glichkeit.
Das auf den späteren Fotos zugemauerte Außentor mit den 3 Fenstern ist hier der Hintergrund unserer Giraffen.
Bevor man es vermauerte, war dort sicher ein eckiges Holztor, denn die drei Fenster sehen nicht nachträglich eingesetzt aus. Und der Treibergang schloss nach vorn ab mit einem Rundbogen. So könnte es am ehesten gewesen sein.
(18.02.2008, 22:44)
Oliver Jahn:   Aber ein paar Detaills habe ich doch noch. Vielleicht helfen sie ja weiter.
Im Hintergrund der Giraffen ist zwar ein Bogen, mit einem vermeindlichen Elefanten, aber dieser Bogen ist oben massiv gef√ľllt. Bis zur halben H√∂he in etwa ist das im Hintergrund ein Holztor. Bei diesem Tor ist der rechte Fl√ľgel geschlossen. Man erkennt bei guter Vergr√∂√üerung am rechten Fl√ľgel das untere Scharnier (roter Pfeil) und das obere Scharnierband, welches ich anf√§nglich f√ľr ein Lichtband hielt (gr√ľner Pfeil).
Der linke Torfl√ľgel ist ge√∂ffnet und ragt in das Bild hinein (t√ľrkiser Pfeil). Dieses Tor ist eigentlich zu niedrig f√ľr Giraffen, das kann aber optisch t√§uschen. Aber da das Tor eckig ist, w√ľrde es sogar zu dem tats√§chlichen Giraffenstall im Turm (Zentralstall in der Mitte des Rundbaus)passen. Und vielleicht hat man das Gitter davor lediglich f√ľr das Foto rausgenommen, denn die Metall√∂sen am Bogen zeigen ja deutlich die F√ľhrungs√∂sen eines Gitters, die man bei der Innenansicht an jedem Rundbogen findet. Und warum sollte man nicht sogar die Wand √ľber dem Tor, welches die Giraffen nach Au√üen l√§√üt, exotisch mit einem Elefantenreliev verziehren?
(18.02.2008, 22:20)
Michael Mettler:   So, nun habe ich meinen diversen Gedankenspielen zum Haus mal eine grafische Form gegeben. Als Grundlage dient die Gehegeanordnung den Plans von 1934, wie sie auch Oliver eben zur Verdeutlichung der Kameraperspektive benutzt hat (die Form der Au√üengehege blieb nur auf der halbrunden Seite im Laufe der Jahrzehnte unver√§ndert, alle anderen einschlie√ülich der Reitbahn wurden hie und da modifiziert und mit anderen Stalltoren verbunden). Da ich es √ľbersichtlicher finde, habe ich die Darstellung allerdings gedreht. Wie erw√§hnt verlief der eckige Trakt des Hauses exakt in Nord-S√ľd-Richtung, folglich liegt der Besuchereingang auf der Ost- und der halbrunde Hausbereich auf der Westseite.
AG = Außengehege
ST = Stallbox
Pfeil = Weg vom Stall in die Außenanlage.

Bei den drei Boxen links vom Eingang habe ich mir aufgrund der merkw√ľrdigen Anordnung der Au√üengehege (zwei gleich breite Einheiten, f√ľr die drei Stalltore zur Verf√ľgung standen) gespart. Da hier 1934 offensichtlich kleine Tierarten gehalten wurden, waren wahrscheinlich auch die Boxen ebenso wie die Au√üengehege unterteilt, so dass man durch Hin- und Herschiebern vielf√§ltige Wege schaffen konnte. Dass die jeweils dem Eingang n√§chste Box auf beiden Seiten kleiner ist als die beiden anderen, ist "k√ľnstlerische Freiheit", denn so wirkt der Innenraum der Halle optisch gef√§lliger. Zudem erw√§hnte Frank-Dieter Busch ja "kleine St√§lle" gleich hinter dem Eingang, w√§hrend auf alten Darstellungen und Fotos in den Au√üengehegen beiderseits des Einganges Dromedare, Trampeltiere und Lamas zu sehen sind, die deutlich mehr Platz innen beanspruchten. Bei "meiner" L√∂sung w√§re das immerhin noch in je zwei Boxen gegeben.

Sowohl in diesen beiden Boxenbereichen als auch im Halbrund der Haupthalle habe ich einen Pflegergang zwischen Boxen und Au√üengehege gelegt, der gleichzeitig als Treibgang bei Umsperrarbeiten oder beim Aufstallen neu angekommener Tiere n√ľtzlich w√§re. Immerhin darf man nicht vergessen, dass der Besatz in der Anfangszeit des Hauses teilweise sehr kurzlebig war und das Geb√§ude sp√§ter als "Handelslager" diente - in beiden F√§llen mussten also h√§ufig Tiere rein und raus rangiert werden, wof√ľr man wohl kaum st√§ndig die Frontgitter der Logen abmontiert hat. Der gro√üe zentrale Stall f√ľr (urspr√ľnglich) Giraffen k√∂nnte in H√∂he des auf beiden Seiten an ihm endenden Pflegerganges zeitweise geteilt gewesen sein, um zwei vorhandene Tiere voneinander zu trennen - wie man aus der Geschichte der Giraffenhaltung in dieser Anlage ersehen kann, war das aber nur selten n√∂tig... Ein f√ľr seine Zwecke unpraktisches Haus h√§tte sich Ruhe sicherlich nicht lange angetan, aber er nutzte es immerhin fast vierzig Jahre lang f√ľr sein Spezialgebiet!

Beiderseits des urspr√ľnglichen Giraffenauslaufes gab es anscheinend zu jeder Zeit f√ľnf Tortenst√ľckgehege, von denen das jeweils √§u√üerste √ľber zwei Stalltore erreichbar war, aus der halbrunden Halle und aus dem jeweiligen Seitentrakt. Ich habe innen eine sechste Box angef√ľgt, und zwar nicht nur, weil es dann optisch gef√§lliger wirkt: In der Dittrich-Chronik findet sich auf S. 89 das Foto der Haupthalle, das auch Oliver Jahn unten eingestellt hat, nur ist der Bildausschnitt hier etwas breiter und zeigt, dass sich die Bogenreihe der f√ľnf Logen nach vorn fortsetzt (auf beiden Seiten ist ein weiterer Bogen gerade noch zu erkennen). Und da machte es bei mir "klick": Als das Haus gebaut wurde, war man von den Hagenbeckschen Akklimatisationsversuchen mit tropischen Tieren noch einige Jahre entfernt bzw. diese hatten in den "richtigen" Zoologischen G√§rten noch nicht Fu√ü gefasst. Folglich wird man so kostbare Tiere wie Antilopen damals im Winter kaum ins Au√üengehege gelassen haben. Irgendwie aber mussten die Boxen gereinigt werden, und die Pfleger werden wohl kaum zu einem Gnu, einer Oryx- oder Pferdeantilope in den Stall gegangen sein. Also brauchte man in jeder Logenreihe eine Wechselbox, um die Tiere jeweils "eins aufr√ľcken zu lassen", wenn ihr Stall ges√§ubert wurde.

In den Seitenfl√ľgeln habe ich wahrscheinlich zu voreilig die St√§lle direkt an die Au√üenw√§nde gesetzt, auch hier k√∂nnte noch ein Pflegergang verlaufen sein. Wie schon erw√§hnt vermute ich einen Mittelgang - ob nun f√ľr Besucher zug√§nglich oder nur f√ľr Pfleger - der als Blickachse l√§ngs durch das Haus auf die urspr√ľnglichen Tore mit den Lichtb√∂gen zulief und als Treibgang benutzt wurde, um die Tiere aus den Eckboxen in die Au√üengehege zu lassen.

Zu beachten w√§ren noch die unterschiedlichen Raumh√∂hen innerhalb des Bauk√∂rpers: Die Besucherhalle war am h√∂chsten, die Tierlogen in der Haupthalle deutlich niedriger; √ľber der urspr√ľnglichen Giraffenloge erhob sich eine kleine zus√§tzliche Kuppel. Die Stallungen rechts und links des Einganges waren ebenfalls deutlich niedriger als die Haupthalle und auch als die St√§lle in den Seitenfl√ľgeln, das ergibt sich beim Blick auf die Frontpartie des Hauses.

Zum urspr√ľnglichen Besatz: Gebaut wurde das Haus f√ľr Antilopen, Giraffen, Kamele und Einhufer; die auch in anderen Zoos √ľbliche Nebennutzung f√ľr K√§ngurus und Laufv√∂gel ergab sich von allein. Es liegt auf der Hand, dass man den empfindlichsten Pfleglingen (Antilopen und Giraffen) die sonnigsten Gehege zuwies: Die Nordseite kam also nicht in Frage, die Ostseite nur bedingt, und von der S√ľdseite her gab es dichten Baumbestand, der viel Schatten warf. Folglich waren anfangs wahrscheinlich nur die Gehege der halbrunden Westseite, die ja auch von S√ľden her noch Sonne bekam, mit Antilopen und Giraffen besetzt. Wie schon erw√§hnt, blieb die Ostseite anscheinend lange den Gro√ü- und Kleinkamelen vorbehalten; erst viel sp√§ter wurden hier auch Kleinantilopen oder Tapire untergebracht, aber da hatte sich inzwischen auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass viele Tropentiere nicht so empfindlich sind wie man Ende des 19. Jh. noch annehmen musste. Blieben also noch die Einhufer: Zebras w√ľrde ich im S√ľdfl√ľgel vermuten (wo sp√§ter die Giraffen untergebracht wurden), k√§ltefestere Arten wie Halb- oder Wildesel im Nordfl√ľgel. Alle Einhufer zogen aber sp√§ter aus und in andere Zoobereiche um. M√∂glicherweise waren daher in den Seitenfl√ľgeln zeitweise auch Zebus, Strau√üe usw. untergebracht.

Beim Umbau des S√ľdfl√ľgels f√ľr die Giraffen entfiel nach meiner Theorie der zentrale Gang zu Gunsten einer gr√∂√üeren Stallfl√§che, und zwar durch Zusammenfassen mit den vorderen (√∂stlichen) St√§llen. Denn auf dem Nachkriegs-Farbfoto sieht man, dass der hintere Gehegezaun der Giraffen noch vor dem hinteren gro√üen, nachtr√§glich eingebauten Holztor an die Hauswand st√∂√üt, dieses also ins Nachbargehege f√ľhrt. Und man wird wohl kaum die gro√üe Giraffengruppe in den kleineren Innenraum gesperrt haben, der mitsamt hinterem Gehege m√∂glicherweise als Absperrm√∂glichkeit f√ľr Kuh mit Kalb oder f√ľr Bullen diente.

Bei all diesen √úberlegungen m√∂chte ich noch mal daran erinnern, dass Pflegerg√§nge, Boxenzahl und -gr√∂√üen usw. reine Fiktion von mir sind und nichts weiter als die Kombination aus Indizien wie Zahl und Position der Stalltore, Abbildungen usw. mit praktischen √úberlegungen darstellen. So dachte ich mir z.B., dass die schmalen Fenster, die den niedrigen Vorbau an der Frontseite des Hauses au√üen neben den drei Stalltoren "abschlie√üen", meinen fiktiven Pflegergang sehr sch√∂n ausleuchten w√ľrden!
(18.02.2008, 22:17)
Oliver Jahn:   Schwupp, schon wieder bin ich drau√üen! :-(
In was f√ľr einem rechteckigen Tor denn?? Ich denke, es gab zu der Zeit nur das Mitteltor. Und wo w√§re dann der Bogen im Hintergrund zu vermuten, mit dem Elefantenbild(?), auch nur eine Trennwand zwischen zwei Innengehegen?
(18.02.2008, 21:50)
Michael Mettler:   @Oliver Jahn: Die Blickrichtung hast du schon ganz gut getroffen, falls meine Vermutung stimmen w√ľrde, aber die Achse der drei Komponenten m√ľsste noch ein wenig ins Hausinnere verschoben werden: Meines Erachtens st√ľnde der Fotograf im (rechteckigen) Tor nach au√üen, der Pfleger im unmittelbar dahinter befindlichen Stall und die Giraffen im √ľbern√§chsten Stall. Der Backsteinbogen w√§re nach meiner Theorie urspr√ľnglich die Trennwand zwischen diesen beiden St√§llen gewesen. Inzwischen h√§tte ich sogar noch einen neuen Verdacht bez√ľglich des hellen "Fensters" im Hintergrund, das so merkw√ľrdig weit unten zu sitzen scheint: Wie man auf der Aufnahme der Haupthalle sehen kann, befanden sich oberhalb der einzelnen Logen schmale Fenster, deren Lichteinfall die Halle ausleuchtete. Nun verlaufen die Seitenfl√ľgel des Hauses exakt in Nord-S√ľd-Richtung, das hei√üt, bei Mittagssonne k√∂nnte der Lichteinfall eines solchen Fensters im Hintergrund auf den Boden gezeichnet worden sein. In diesem Fall m√ľsste die Ausleuchtung der Giraffen allerdings doch mit Kunstlicht vorgenommen worden sein, sonst passen die beiden Lichtrichtungen nicht zueinander.
(18.02.2008, 21:15)
Oliver Jahn:   Ich habe ja bereits recht fr√ľh meine Vermutung bez√ľglich des linken Fl√ľgels (links gesehen vom Eingang aus, wenn man vor dem Haus steht) und seiner Front ge√§u√üert. Allerdings kann ich schon wieder kaum noch folgen. Wo stehen nun (nach neuester Vermutung) die Giraffen und wo der Pfleger und wo der Fotograf? Kann man die nicht mal einzeichnen? Ich mache mal einen Anfang.
G f√ľr Giraffen
P f√ľr Pfleger
F f√ľr Fotograf
(18.02.2008, 20:12)
IP66:   Ich habe mir meinen Blickwinkel interessanterweise an dem √§lteren bei Dittrich publizierten Plan auf S. 64/65 zusammengebastelt, weil dort die Ma√üangaben zuverl√§ssiger sein k√∂nnten - aber der Zwischenkriegsplan illustriert die Verh√§ltnisse ebenfalls sehr gut.
Die Erinnerung von Herrn Busch best√§tigt meinen Verdacht, da√ü es keine langen f√ľr Besucher abschreitbaren Stallgalerien in den Seitenfl√ľgeln gegeben hat. Wenn man sich den Grundri√ü des Hauses anschaut, kann man erkennen, da√ü die Ansicht der Eingangsseite einen Galeriebau nur vorspielte, da√ü die Seitenfl√ľgel in Wirklichkeit lediglich zweieinhalb Achsen √ľber das Halbrund hinausragten. Vielleicht hat man ja gerade aufgrund dieser Umsperrm√∂glichkeiten in vom Besucherandrang abgeschirmte St√§lle die Umsiedlung der Giraffen vorgenommen. Man darf allerdings auch nicht vergessen, da√ü das Geb√§ude in der Zwischenkriegszeit als hoffnungslos veraltet gelten und man sich deshalb nicht an √ľberlieferte Konzepte halten mu√üte. Ich halte es auch nicht f√ľr ausgeschlossen, da√ü die nicht nur positiven Erfahrungen mit dem berliner Vorbildbau die sparsamen Hannoveraner veranla√üt haben, entsprechend abgeschirmte St√§lle einzuplanen und nicht, wie Bodinus bzw. die Herrn Ende und B√∂ckmann, jeden Stall dem Besucher offenzulegen.
(18.02.2008, 18:53)
Michael Mettler:   Da er nun schon mehrfach zitiert, aber noch nicht eingestellt wurde, f√ľge ich den Plan von ca. 1929/30 in ganzer Ansicht bei. Auf diesem Plan w√§re die Blickrichtung des Fotos folglich von Nr. 8 (Hirschwiese) in Richtung Nr. 11 (das vorab als Ausschnittvergr√∂√üerung eingestellte Dickh√§uterhaus).

Zumindest in der Nachkriegsversion des alten Antilopenhauses waren die Seitenfl√ľgel laut Frank-Dieter Busch nicht mehr begehbar und der Giraffenstall auch nicht einsehbar; das entspricht aber meiner Vermutung nach schon dem Zustand ab den 30er Jahren. Laut Busch, der sich leider nicht an Details erinnert, sah man beim Betreten des Hauses seitlich kleine St√§lle und gelangte dann direkt in die Haupthalle.

Die Haltung von Giraffen war beim Bau des Hauses 1891/92 mit Sicherheit einkalkuliert. Schon 1874 hatte der Zoo im vorherigen Kamel- und Antilopenhaus zwei von Hagenbeck eingestellte Junggiraffen zeigen k√∂nnen, 1876 folgte eine weitere (vermutlich an gleicher Stelle) als Leihtier von Reiche. Die n√§chste Giraffe - die erste vom Zoo erworbene - ist erst f√ľr 1905 datiert und lebte nur kurz. F√ľr diese lange Pause mag aber der Umstand gelten, dass ausgerechnet bei Bau des neuen Hauses die Einfuhr von Giraffen aus dem damaligen Fanggebiet Sudan wegen des Mahdi-Aufstandes nicht m√∂glich war - hatten wir ja schon mal in Zusammenhang mit dem K√∂lner Haus diskutiert. Es scheint so, als folgte danach wieder eine lange giraffenlose Zeit bis 1925 (ein Tier bis 1926 gehalten), danach kamen 1927 zwei, die ebenfalls relativ schnell durch Unfall und Krankheit zu Tode kamen. Wie man sieht, war eine Erweiterung des Stalles bis zu diesem Zeitpunkt nicht gerade zwingend notwendig... 1931 kamen zwei Giraffen als Einstellung von Ruhe, und die werden nun f√ľr unsere Diskussion interessant: Erstens, weil es sich h√∂chstwahrscheinlich um die Eltern des sp√§ter nach Halle abgegebenen Nachzuchttieres handelt, und zweitens, weil es wohl diese beiden Giraffen waren, die im Zoof√ľhrer von 1934 vor dem Tor des zentralen Tortenst√ľckgeheges abgebildet sind: Sie lebten also zuerst in dem urspr√ľnglich f√ľr Giraffen vorgesehenen Abteil des Hauses, bevor man die selben Individuen bzw. mindestens die Mutter des Kalbes (nach der Fleckenzeichnung eine der beiden Giraffen aus dem Zoof√ľhrer) in den Seitenfl√ľgel umquartierte.
(18.02.2008, 13:55)
IP66:   Wenn ich Sie richtig verstehe, schaut man vom Hirschhaus auf das Geb√§ude, also auf dem alten Dittrich Plan von 7 nach 10. Interessanterweise gibt es keinen Windfang, was bei einem zu beheizenden Geb√§ude zu erwarten st√ľnde, und auch den Vorbau, der auf in Richtung Hrischhaus zeigt, darf nicht als solcher gedeutet werden. In der Tat wirkt das Ganze eher wie die T√ľre zu einem Arbeiterhaus, auch wenn es wohl mit Haustein verkleidet war, und es sit zweifelsohne nicht auf gro√üen Besucherbetrieb ausgerichtet. Angesichts dieser Eingangssituation kann ich mir gut vorstellen, da√ü es auch im Inneren des Geb√§udes eher wie in einem Wohnhaus ausgesehen haben mu√ü.
Zur Stallt√ľrenverteilung beim Antilopenhaus habe ich mir noch einmal die Dittrich-Chronik angeschaut. Auf S. 80 gibt es ein Bild von etwa der H√§lfte einer der Schmalseite, das keine √Ėffnung erlemmem l√§√üt, wohl aber eine Reihe von √Ėffnungen der Front, hinter denen man wohl St√§lle vermuten mu√ü. Die Lithographie auf S. 66 zeigt auch im jeweils vorletzten Joch der Front eine Au√üen√∂ffnung, insofern w√ľrde ich eher vermuten, da√ü der Besuchergang schon vor dem Enden der Front, im drittletzten Joch mit dem Lanzettfenster, geendet hat. Das ist um so wahrscheinlicher, als ja ein wirklicher Gang nur durch die L√§ngsfront suggeriert wird, es aber vielmehr so war, da√ü diese gr√∂√üeren St√§lle enteder an das Halbrund im Innenraum anschlossen oder nur ein wenig nach au√üen verschoben waren. In dieser Verschiebung sehe ich eine gewisse Chance, den Raum des Giraffenbildes zu finden, ich vermute aber, da√ü der Innensaal keinesfalls wie ein Halbrundbau mit einem angeschlossenen Querhaus, sondern eher wie eine Halbrundhalle mit rechteckiger Erweiterung gewirkt hat.
Auffällig ist die Entwicklung: Im Elefantenhaus ein paar Innenzimmer, keine repräsentative Besucherhalle, im Antilopenhau dagegen ein feierlicher, schon vom Habitus her besuchenswerter Raum, der neue Maßstäbe setzte, die man aber auch schon an das Raubtierhaus anlegen kann. Gerade aufgrund der neuen Maßstäbe muß sicherlich von Anfang an mit der Absicht einer Giraffenhaltung gerechnet werden, ob sich diese nun realisieren ließ oder nicht.
(18.02.2008, 10:28)
Michael Mettler:   Auf der Suche nach Fotos, in deren Hintergrund m√∂glicherweise f√ľr uns interessante Details erkennbar sein k√∂nnten, stie√ü ich im Buch "Unser Zoo" von 1927 auf die beigef√ľgte Aufnahme. Das im Hintergrund zu sehende Geb√§ude kann nur das Dickh√§uterhaus sein, und zwar dessen Nord- gleich Eingangsseite. An die schmale Eingangst√ľr kann sich Frank-Dieter Busch, den ich danach umgehend befragt habe, auch noch erinnern - statt eines rustikalen Portals, wie es der Rest des burgartigen Hauses vermuten lie√üe, eine geradezu elegante Eingangsgestaltung.
(18.02.2008, 10:09)
Michael Mettler:   √úber das Nashorn habe ich auch schon nachgedacht. Da es gleichzeitig mit Elefanten, Nilpferden und Tapiren im Haus lebte und deutlich mehr Platz beanspruchte als Tapire, bleibt eigentlich nur der ann√§hernd dreieckige Auslauf rechts unten vor dem Haus in meiner Ausschnittvergr√∂√üerung. Dieser war durch ein Tor mit dem Elefantenauslauf verbunden und muss zeitweise auch zus√§tzlich f√ľr Elefanten genutzt worden sein. Die helle Fl√§che darin spricht - analog zum Nilpferdbecken auf der anderen Hausseite - f√ľr ein Badebecken. Ich stelle mir das so vor, dass das Nashorn den Landbereich bewohnte und, wenn es im Stall war, die benachbarten Elefanten zum Baden in diesen Auslauf gelassen wurden.

Wenn ich das Nashornfoto in der Dittrich-Chronik optimistisch deute, sieht man links im Hintergrund belaubte B√§ume. Das Tier wirft aber einen langen Schatten in Richtung Hauswand, es ist also keine Mittagsaufnahme. Morgensonne scheidet aus, da Richtung Osten die Flusspferde untergebracht waren; Nachmittagssonne w√ľrde hingegen zu meinem Verdacht passen.

Ein Kuriosum des Zooplans von 1929/30 ist mir jetzt ganz nebenbei aufgefallen, ist auch in der Ausschnittvergr√∂√üerung des Elefantenhauses erkennbar. Der Zeichner des Planes hat sich um gr√∂√ütm√∂gliche Plastizit√§t bem√ľht und sogar den Schattenfall der H√§user und B√§ume eingezeichnet - nur h√§tte nach der Richtung des Schattenfalls damals die Sonne im Norden stehen m√ľssen!

Zum Antilopenhaus: Alle Fotos und Zeichnungen, die vor dem 2. Weltkrieg entstanden, zeigen dort, wo auf dem Farbfoto die beiden gro√üen rechteckigen Holztore an der Schmalseite sind, keinerlei T√ľr√∂ffnungen, sondern nur Zierb√∂gen. Der einzige Stalleingang war demnach urspr√ľnglich der zugemauerte mit dem Blendbogen. Auch die T√ľr√∂ffnung gleich um die Ecke zur Frontseite hin, die man auf meinen am 30.1. eingestellten Nachkriegsfoto sieht (und deren Rand wie gerade erst herausgebrochen wirkt), war offensichtlich im Originalzustand nicht vorhanden, und auf der R√ľckseite des Hauses gab es an entsprechender Stelle ebenfalls keine Stallt√ľr (kann man auf perspektivisch dargestellten Zoopl√§nen erkennen, Fotos fand ich leider nicht). Das k√∂nnte bedeuten, dass sich in beiden Ecken des Seitenfl√ľgels ger√§umige St√§lle befanden, die beiderseits des damals einzigen Tores an der Schmalseite lagen. Will also sagen, vielleicht befand sich der Stall gar nicht direkt hinter dem Tor, sondern dieses war der Auslass eines Treibganges, der wiederum als Blickachse von der Eingangshalle aus gedient haben k√∂nnte und deshalb mit dem Fensterbogen verziert war. Ich habe schon √ľberlegt, ob uns dieses dreiteilige Fenster das vermeintliche Elefantenrelief vorgaukeln k√∂nnte, die Perspektive unseres R√§tselbildes also die Blickrichtung durch den von mir "vorgeschlagenen" Treibgang (der gleichzeitig Besucherweg war) gegen die Innenwand der Schmalseite des Hausfl√ľgels wiedergibt. Aber das will in der Form nicht so recht passen.
(17.02.2008, 22:10)
IP66:   Vielen Dank! Jetzt bin ich kl√ľger, aber es verschwindet eine M√∂glichkeit mehr, die vielen Leihtiere, von denen berichtet wurde, in dem kleinen Geb√§ude unterzubringen. Auf S. 106 in der Dittrich-Chrnik findet sich ein Nashorn, das wohl in einem der Au√üengehege des Elefantenhauses steht. Hat man daf√ľr einen Auslauf geteilt?
Jedenfalls d√ľrfte nach unseren Erkundungen und der Kl√§rung der Gehegefrage auf dem Zwischenkriegsplan (Ruhe-Plan kann ich ihn ja nicht mehr nennen) eine Entstehung des Giraffenbildes im Kontext des Elefantenhauses sehr unwahrscheinlich sein.
√úber ein Detail habe ich noch nachgedacht, und ich m√∂chte Ihnen die √úberlegung nicht vorenthalten, auch wenn ich selbst nicht wei√ü, wie sie zu deuten ist. Auf dem Farbild der Giraffen in ihrem neuen Gehege vor dem linken L√§ngsstall des Antilopenhauses findet sich zwischen den Stalltoren ein Fels, in dem ein Blendbogen drei gestaffelte Lanzettfenster umfa√üt. Es handelt sich um ein Joch, in dem man einen Stall vermuten k√∂nnte, der sich dort aber wohl nicht mehr befand. Wenn man sich den Grundri√ü des Geb√§udes anschaut, handelt es sich genau um jenen Bereich des Fl√ľgels, an dem der Halbrundinnenraum auf der R√ľckseite des Geb√§udes anst√∂√ür, also den Bereich, der f√ľr einen umgenutzten Besucherraum in besonderer Weise in Frage kommt. Ob sich da Verbindungen zum Giraffenbild ergeben?
(17.02.2008, 10:27)
Michael Mettler:   @IP66: Der undatierte Plan von S. 109 der 125-Jahre-Chronik stammt noch aus der Vor-Ruhe-√Ąra. Das habe ich bis vor kurzem auch nicht gewusst, aber ich konnte gerade ein paar Exemplare der Zeitschrift "Die Tierwelt" auftreiben, die 1929/30 vom Zoo herausgegeben wurde und bei der genau dieser Plan jeweils auf der R√ľckseite abgedruckt ist. "Vor Ruhe" soll in diesem Fall allerdings auch nur hei√üen, dass der Zoo noch st√§dtisch und nicht in Ruhes Pacht war; faktisch nutzte Ruhe den Zoo durch Leihtiere und hie und da auch Masseneinstellungen schon als "Lager".

Ich habe das Haus aus dem Plan nebenstehend als Ausschnitt herausgenommen. Das "zus√§tzliche Gehege" IST das Flusspferdgehege: Der helle Bereich rechts ist das Wasserbecken, die oberhalb der Zahl 11 sichtbare Fl√§che der Landbereich. Die Form dieses Au√üengeheges hat sich im Lauf der Jahrzehnte nur dadurch etwas gewandelt, dass das Haus gewisserma√üen weiter ins Gehege wuchs; die Kontur des Au√üenzauns ist dagegen die gleiche wie auf dem Grundriss von 1910, den ich unten ebenfalls eingef√ľgt habe. Die "historische", also von Anfang an bestehende Ostwand des Hauses (in Richtung Felsenanlage) wird von diesem Gehege nicht ber√ľhrt (und darauf bezog ich mich), der Au√üenzaun setzt genau an der Hausecke an.
(15.02.2008, 13:43)
IP66:   Leider verf√ľge ich hier nicht √ľber die erforderliche Technik, um Bilder zu posten - ich werde aber versuchen, mich, so gut es denn geht, auf hier eingestellte Abbildungen zu beziehen.
Zu der Querstall-Theorie: Leider wissen wir von den Querfl√ľgeln des Hauses ja nicht einmal, ob sie f√ľr Besucher begehbar waren und wie ihr Anschlu√ü an den Besucherraum aussah. Den Au√üenbildern kann man entnehmen, da√ü in diesem Bereich mehrere St√§lle aneinander gereiht waren, da der Turm an der Sirnseite des Hauses nicht die Breite der Halle einnahm, mu√ü ein Teil der St√§lle aber schon die R√ľckwand der halbrunden Halle gebildet haben, und ob man zwischen diesen R√§umlichkeiten und den St√§llen, die in den Fl√ľgeln folgten, eine Zwischenwand nebst Portal mit Tympanon eingezogen hat, kann man ohne Bilder schlecht sagen. Der Aufsicht im Ruhe-Plan folgend w√ľrde ich sagen, da√ü es hinter einer solchen Wand bestenfalls zwei St√§lle gegeben haben kann, so da√ü nur ein sehr kleiner Besucherraum vermutet werden kann. Ausgangspunkt der √úberlegungen war, weshalb sich in dem Bogen √ľber die Giraffen kein Gitter befindet. Da wir nachweisen k√∂nnen, da√ü es eine solche Anlage im √§u√üeren Bereich des Hauses nicht gab, stehen wir vor demn Problem, eine Innenloge ohne Gitter begr√ľnden zu m√ľssen, in deren Hintergrund sich t√ľckischerweise auch ein mit einem Relief geschm√ľckter Besuchereingang befindet. Mir scheint, wegen des Turms und des Reliefs, immer noch der Haupteingang als Giraffenstall die wahrscheinlichste Erkl√§rung, ich kann mir aber auch eine entsprechende Abtrennung eines Seitenfl√ľgels, wie Herr Mettler sie anf√ľgt, vorstellen - immerhin spricht die einfachere Realisierung ohne Sperrung des Haupteingangs f√ľr diese Variante. Ohne Innenraumbilder der fraglichen Bereiche ist die Frage aber kaum zu beantworten.
In der Elefantenhausfrage bitte ich noch einmal den Ruhe-Plan S. 109 bei Dittrich zur Hand zu nehmen: Hier befindet sich hinter dem Flußpferdauslauf eindeutig ein weiters Gehege, daß die dem Felsen zugewandte Seite hinterfängt. Weshalb sollte es dieses Gehege nicht gegeben haben, vor allem nicht in einer Zeit, wo Ruhe sehr viele Tiere in dem nicht sehr großen Gebäude unterbringen mußte?
Wenn ich das letzte von Herrn Mettler eingestellte Elefantebild recht verstehe, zeigt es das Haus von der Elefantenseite mit dem gro√üen Kreisfenster in einem reduzierten Zustand unter neuen, etwas niedrigeren D√§chern. Vor allem k√∂nnen wir aber auf die dem Eingang zugewandte Seite schauen und finden dort einen zinnenbekr√∂nten Vorbau, eigentlich sogar derer zwei: Zum einen wohl eine kleine Vorhalle und dahinter den durch den modernen Aufbau √ľberh√∂hten Raum. Da die Zinnendekoration aus der Vorkriegszeit stammt, vielleicht sogar schon im Erstzustand des Geb√§udes vertreten war, k√∂nnen wir zumindest f√ľr die Zeit des Giraffenbildes eine repr√§sentative Eingangssituation nachweisen, mit Windfand und anschlie√üendem Besucherraum, vor dem sich von Anfang an der Elefantenstall befunden hat. Auch wenn wir nicht wissen, wie man von dort den Flu√üpfderdabschnitt erreichen konnte, so w√§re hier die Anbringung eines Tympanonreliefs denkbar - allerdings kein Backsteinbogen und schon gar kein Giraffenstall.
Ich neige zu der Ansicht, da√ü das Geb√§ude so organisiert war, da√ü dieser Eingangs- und Besucherraum immer vorhanden war, da√ü sein Pendant auf der Flu√üpferdseite zun√§chst als Elefanten-, dann als Flu√üpferdstall genutzt wurde, w√§hrend der zweite Elefantenstall sp√§ter zu der gro√üen Giebelfront erweitert wurde. Anscheinend war der sp√§tere Flu√üpferdstall vom Besucherraum nicht einsehbar, zumindest nicht nach dem Umbau mit der Elefantenerweiterung. So mu√üte eine M√∂glichkeit geschaffen werden, vom alten Besucherraum in einen Vorraum des Flu√üpferdstalles zu gelangen. Dieser wurde mehrfach erweitert, und ich halte es nicht f√ľr unwahrscheinlich, da√ü zu Ruhes Zeiten dieser Komplex um ein Gehege in Richtung Felsseite angef√ľgt wurde.
(15.02.2008, 11:07)
Michael Mettler:   Und zur Abrundung noch ein zweites Bild des Flusspferdstalles im Dickh√§uterhaus, dessen Schlichtheit daf√ľr spricht, dass es eher KEINE Backstein-Zierb√∂gen im Haus gab.... Foto aus dem Zoof√ľhrer von 1956. Das von Oliver eingestellte Bild entstammt dem Zoof√ľhrer von 1954.
(15.02.2008, 00:08)
Michael Mettler:   Zur Erg√§nzung eine Nachkriegsaufnahme der Giraffenseite des Hauses. Ich gehe davon aus, dass die beiden rechteckigen Tore nachtr√§gliche Modifikationen waren (denn urspr√ľnglich waren Giraffen ja in der Haupthalle untergebracht) und das originale, f√ľr Giraffen zu niedrige Stiltor in ihrer Mitte daf√ľr vermauert wurde.
(15.02.2008, 00:02)
Michael Mettler:   @Oliver: Den Gedanken, dass wir im Hintergrund einen Elefantenrelief einfach nur sehen WOLLEN, hatte ich vorhin auch schon mal...

Also: Auch ich glaube nach dem Heraussuchen der alten Bilder nicht mehr an meine Elefantenhaus-Variante, aber auch nicht an Giraffen in einer Besucherhalle. Zu einer Zeit, in der es nur wenige begehbare Warmh√§user im Zoo gab und von diesen wohl das Antilopenhaus noch am angenehmsten "duftete", kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass man es unzug√§nglich machte. Ich erinnere noch mal daran, dass das fragliche Giraffenfoto VOR der Kriegsbesch√§digung des Hauses entstand, als Notunterk√ľnfte i.e.S. noch nicht notwendig waren.

Fakt ist: Das Foto mit dem Giraffenkalb in der Halle-Chronik zeigt definitiv den sp√§teren Hallenser Bullen Hanno, wie aus dem Vergleich der Fleckenmuster ersichtlich ist. Damit ist eindeutig, dass das "Babyfoto" in Hannover entstand. Hanno ist auch die kleinste der Giraffen auf dem "R√§tselfoto", und wie ich inzwischen beim Bildvergleich mit einem weiteren Foto aus einem hannoverschen Zoof√ľhrer feststellen konnte, ist die ganz linke Giraffe Hannos Mutter (ebenfalls duch Fleckendetails belegbar). Da Hanno bereits 1936 nach Halle abgegeben wurde, kann unser 1941 ver√∂ffentlichtes R√§tselfoto also nur vor 1936 entstanden sein, wenn auch nicht weit vorher: vermutlich 1934/35. 1933 erfolgte die bauliche Erweiterung f√ľr Giraffen: Vielleicht, weil man die Tr√§chtigkeit von Hannos Mutter erkannt hatte und Vorbereitungen f√ľr ein Mutter-Kind-Abteil treffen musste?

Im Hintergrund des Halle-Fotos sind aneinander sto√üende Rundb√∂gen zu erkennen, wie sie auch das Bild der Haupthalle des Antilopenhauses zeigt. Aber: Hinter den Giraffen stehen diese B√∂gen in GERADER Linie nebeneinander, in der halbrunden Haupthalle verlaufen sie zwangsl√§ufig anders. Die Haupthalle hatte 11 Tortenst√ľck-Au√üengehege, und auf ihrem Foto sind 11 Logen zu sehen: Sie ist also komplett auf dem Bild wiedergegeben. Aber wie sah der Gang von dort - also von linken und rechten Bildrand aus - in Richtung Hauseingang aus? Mein Gedanke: Dort setzten sich die Rundb√∂gen aus der Haupthalle beiderseits des Besucherwegs fort, und zwar in GERADER Linie. Mindestens einer dieser B√∂gen diente auf jeder Seite urspr√ľnglich als Besucherdurchgang in den jeweiligen Seitenfl√ľgel, die anderen mochten eventuell vergittert gewesen sein und seitliche Einblicke in die dortigen Innenst√§lle erlaubt haben. Beim Umbau des Hauses sperrte man diesen Bereich f√ľr Besucher und schlug ihn den Giraffen als Stallfl√§che zu. Die wei√üe Wand, vor der Hanno und seine Mutter auf dem Halle-Chronik-Foto stehen, wurde zu diesem Zweck in Richtung Besucherdurchgang zur Haupthalle gezogen; der Pfleger oben rechts im Bild steht also mit dem R√ľcken zu den Besucher. Wie schon erw√§hnt und auch im Bild gezeigt k√∂nnte die Form dieser wei√üen Mauer dem damaligen "Zeitgeschmack" geschuldet sein, da √§hnliche Mauern ebenfalls in den 30er Jahren f√ľr die neuen Einhufergehege gebaut wurden: Auf dem Foto mit dem Panoramablick √ľber die Freianlagen im Hintergrund gut zu erkennen.

Nun zur√ľck zum hannoverschen R√§tselfoto: Im aufgehellten Hintergrund ist eine Gitterfront zu erkennen. Das spricht daf√ľr, dass sich dahinter ein Besucherbereich befindet, denn ein Au√üentor kann es nicht sein, und zu den Pflegerg√§ngen hin sind die St√§lle schreckhafter Huftiere wohl √§u√üerst selten komplett durchsichtig. Und nun bringe ich eine neue Variante ins Spiel: Der Bogen im Vordergrund war urspr√ľnglich m√∂glicherweise weder Au√üentor (passt ja in der Form nicht) noch vergitterte Schauseite, sondern die Trennung zwischen zwei Stallabteilen, aus der man die h√∂lzerne Zwischenwand herausgenommen hat. Der Fotograf stand also eventuell im Tor zum Au√üengehege (mit dem R√ľcken dorthin) und hat durch das vordere Stallabteil hindurch in das hintere (zwangsl√§ufig dunklere) hinein fotografiert - und hinter den Giraffen befand sich der vergitterte Besuchereinblick in den Innenstall. Was dann wiederum bedeuten w√ľrde, dass sich das eventuelle Elefantenrelief nicht √ľber der Eingangst√ľr des Hauses oder im Hintergrund eines Stalles befand, sondern oberhalb des Durchganges in den Seitenfl√ľgel. Das Einzige, was mir diese sch√∂ne Theorie noch versaut, ist der Lichteinfall durch die t√ľr- oder fensterartige √Ėffnung hinter den Giraffen....

Der Ausschnitt aus dem Zooplan von 1934 (also der ungef√§hren Zeit der Aufnahme des Bildes) zeigt die Anordnung der damaligen Au√üengehege, was R√ľckschl√ľsse auf die Anordnung der St√§lle zul√§sst. Wie man sieht, war das sonst deutlich gr√∂√üere Giraffengehege hier geteilt - Hinweis auf die Aufzucht von Hanno?
(14.02.2008, 23:58)
Oliver Jahn:   Man oh man, da telefoniert man mal einen Abend mit Jenny und schreibt nicht im Forum, und dann kommt man kaum noch hinterher.
Aber jetzt.
Ich möchte mal versuchen, ein wenig Struktur hier ein zu bringen.
1. IP66, Ihre Ausf√ľhrungen sind sehr interessant und ich finde sie absolut spannend. Dennoch w√§re es f√ľr mich sehr hilfreich, wenn Sie die Bilder, die Sie beschreiben, dazu posten k√∂nnten. Das w√ľrde es leichter machen, Ihren Ausf√ľhrungen zu folgen.
2. Haben wir bzgl. des Bildes aus der Halle Chronik Einigkeit erzielt, dass dieses im Antilopenhaus in Hannover entstanden ist? F√ľr mich ist das klar, obwohl auch ich sehr erstaunt war, als ich auf Grund von Michaels Knobelei zur Giraffenerstzucht die Hannover-Chronik durchbl√§tterte und absolut NICHTS zu einer Giraffengeburt fand. Gerade Giraffen sind doch Tiere, bei denen ich eine Erw√§hnung erwartet h√§tte. Dennoch scheint mir dieses Foto zweifelsfrei im Antilopenhaus entstanden zu sein. F√ľr Euch auch? Oder bestehen da noch Zweifel?

So, und nun noch mal zum anderen R√§tzel-Foto. Ich wei√ü, meine Begr√ľndung ist die schlechteste, die es gibt, aber rein vom Gef√ľhl her tippe ich noch immer auf das Antilopenhaus. Das Dickh√§uterhaus ist irgendwie anders, grober, genau so wenig verspielt, wie die Alfelder Bauten. Ich habe noch mal eines der wenigen Bilder vom Inneren, auf dem man auch nicht wirklich viel erkennt, aber es vermittelt einen anderen Eindruck.
Ich tippe noch immer auf ein Gehege bzw. einen Stall im Antilopenhaus, und zwar an den schmalen Stirnseiten. Unter Umst√§nden waren die nicht so hell wie die Mittelhalle und das Foto ist doch innen entstanden. Man hat das Gitter entfernt, welches durch die abgebildeten √Ėsen nur gef√ľhrt wurde und hat somit einen Teil des Besucherraumes noch mit f√ľr die Giraffen genutzt. Und im Hintergrund der Giraffen sieht man das Tor, welches nach Au√üen f√ľhrt, zur Au√üenanlage.
Bliebe da noch das Elefantenrelief. Auch da gibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder der K√ľnstler hat das Haus mit allem verziert, was ihm in den Sinn kam und was f√ľr ihn exotisch wirkte. Schlie√ülich war das √Ąu√üere des Hauses mit zwei Davidssternen geschm√ľckt. Ich frage mich noch immer, wie der Zoo es schaffte, diese beiden j√ľdischen Symbole √ľber die Zeit von 33 bis 45 an diesem Haus zu halten? Aber das ist eine ganz andere ¬ĄBaustelle¬ď! Fakt ist, dass ein Elefant sicher nicht weniger mit einem Antilopenhaus zu tun hat, als ein Davidsstern.
Die zweite Möglichkeit ist, wir sind einfach einer optischen Täuschung zum Opfer gefallen.
Ich habe das Bild aufgehellt und dort einen Elefanten erkannt. Und jetzt, da ich das schreibe, sehen die anderen diesen Elefanten auch. Aber wer weiß, vielleicht sind es wirklich nur etwas schlecht vermauerte Fenster, wie Andreas am Anfang vermutete?
K√∂nnt Ihr Euch noch an diese B√ľcher erinnern, die es so Anfang der 90er gab? Da musste man lange auf ein Bild starren, und dann sah man etwas, was mit der Zeit immer deutlicher wurde. Die Krux an der Sache war nur, jeder sah da was anderes. K√∂nnte es so hier nicht auch sein?

(14.02.2008, 22:23)
Michael Mettler:   Und dieses leider undatierte Privatfoto (40er/50er Jahre?) zeigt links im Bild, dass das Haus offensichtlich nicht nur in der Horizontalen ausgebaut worden war, sondern dass man es teilweise auch kr√§ftig (und stilbrecherisch) aufgestockt hatte. Unterhalb dieses schlichten Aufbaues muss sich der Nashorn-Tapir-Trakt befunden haben.
(14.02.2008, 19:31)
Michael Mettler:   Vor der originalen Hausseite, die in Richtung Felsenanlage zeigt (Ostseite, bei den Zoopl√§nen ist Norden nicht oben), gab es zu keiner Zeit ein Gehege; von dem dort entlang f√ľhrenden Weg konnte man lediglich von der Seite her in das vor der S√ľdseite gelegene Flusspferdgehege schauen. Wahrscheinlich wurde diese Hausfront deshalb genauso selten fotografiert wie die Nordseite. Mit dem von mir am Turm vermuteten Eingang habe ich mich vertan, der Zooplan von 1954 (unten von mir am 8.2. eingestellt) zeigt einen Zugang an der Nordseite.

Das beigef√ľgte Foto aus dem Zoof√ľhrer von 1954, das wahrscheinlich vom Dach des Raubtierhauses aus aufgenommen wurde, zeigt hinten links die Ostseite des Dickh√§uterhauses. Details sind naturgem√§√ü kaum erkennbar, aber hier sieht man noch einen zweiten Turm!
(14.02.2008, 19:24)
IP66:   Ich haben Plan der Dittrich-Chronik auf S. 64/65 aufgeschlagen und frage mich, von wo aus zu diesem Zeitpunkt das Elefantenhaus betreten wurde. Auf der Nordseite befindet sich ein Vorbau, der auf dem Grundri√ü einen halbierten F√ľnfecks errichtet wurde, den ich bislang f√ľr den Windfang einer Eingangshalle gehalten habe. Ein weiterer querrechteckiger Vorbau zeigt nach Westen. Der Ursprungsbau wurde dem Park dergestalt eingef√ľgt, da√ü nur von Osten ein Weg achsial auf eine L√§ngsfront des Geb√§udes zuegf√ľhrt wurde, w√§hrend die √ľbrigen Wege auf die Ecken des Geb√§udes zielten, wie es sich f√ľr einen auf malerische Perspektiven orientierten Landschaftspark geh√∂rt. Die Ostseite mu√üte demgem√§√ü besonders abwechslungsreich gestaltet werden, woraus sich der zinnenbekr√∂nte Turm erkl√§rt. Die von ihnen geschilderten Anbauten befinden sich einmal an der Elefantenseite, zum anderen an der Flu√üpferdseite. Hier kann eigentlich kein Besuchereingang mit Tympanon in einen Stall geraten sein, weil es dort keine solchen Eing√§nge gab. √úberhaupt zeigt dieses Haus, anders als die meisten Vertreter seiner Gattung, zwei nicht von Gehegen eingenommene Schauseiten, an denen keine Erweiterungen vorgenommen wurden. Man kann mit etwas Phantasie auf dem Ruhe-Plan auf S. 109 den neuen Elefantenstall recht gut ablesen, das erweiterte Flu√üpferdquartier immerhin erahnen, auch wenn die Zeichnung wenig √Ąhnlichkeiten mit dem Nachkriegsbild des Hauses aufweist. F√ľr unsere Ausgangsfrage interessant ist vor allem die dem Felsen zugewandte Nordseite des Geb√§udes, vor der sich auf besagtem Plan ein Gehege befindet. Wenn sich ehemals ein Eingang in das Geb√§ude auf dieser Seite befand, der polygonale Vorbau mit einem solchen in Verbindung stand und das von Herrn Jahn entdeckte Tympanon sich dort befand, k√∂nnte hier die M√∂glichkeit bestehen, da√ü es hier in den Giraffenstall geraten ist. Vorrausetzung w√§re allerdings, da√ü diese Front des Hauses, von der wir keine Ansicht kennen, aus Backstein gestaltet wurde und man das Tympanon √ľber einem Besuchereingang angebracht hat, der eher in einen Flu√üpferdstall denn in einen solchen f√ľr Elefanten gef√ľhrt hat. Auf besagtem Plan befindet sich der letzte benutzte Besuchereingangs des Hauses auf der Westfront, so da√ü auch im Innenraum die ehemalige Besucherfl√§che hinter diesem Eingang als Stall h√§tte verwendet werden k√∂nnen. Wenn wir davon ausgehen, da√ü der nach S√ľden gerichtete Giebel die h√∂he der nach Norden gerichteten St√§lle bestimmte, w√ľrde hier auch die M√∂glichkeit bestehen, Giraffen unterzustellen. Das spricht allerdings gegen die zitierten Berichte, das Innere des Hauses habe aus mehreren gegeneinander abgegrenzten Abteilungen bestanden. . Es k√∂nnte aber sein, da√ü diese Berichte sich auf einen √§lteren Zustand oder auf den Flu√üpferdfl√ľgel bezogen, da letzterer aus dem Anbaustall, dem "Turm" sowie einem sich n√∂rdlichen an denen anschlie√üenden Anbau bestand. Wir stehen jetzt vor einer √§hnlichen Frage wie beim Antilopenhaus, da wir nunmehr wissen m√ľssen, wie die dem Felsen zugewandte Seite des Elefantenhaus aussah. Immerhin eine Au√üenfront mit einem Gehege davor, so da√ü die Chance, Tierbilder mit aufschlu√üreichen Hintergr√ľnden zu finden, vielleicht ein wenig gr√∂√üer ist als bei der Innenansicht des j√ľngeren Geb√§udes.
(14.02.2008, 18:32)
Michael Mettler:   @IP66: Meine Idee zielte darauf, dass man einen urspr√ľnglich kleinen Innenstall aus der Anfangszeit durch Wegnehmen des Frontgitters mit dem davor befindlichen urspr√ľnglichen Besucherraum zusammenfasste, w√§hrend ein neuer Besucherraum entstand - m√∂glicherweise auf genau umgekehrte Weise auf einer vorherigen Stallfl√§che. Denn bei den diversen Vergr√∂√üerungen des Hauses wurden ja immer nur neue Stallfl√§chen oder vielleicht auch Wirtschaftsbereiche au√üen angesetzt, so konnte man m√∂glicherweise von den vier originalen R√§umen des Ursprungsgeb√§ude einen weiteren als Besucherraum gewinnen: Irgendwo muss ja der zus√§tzliche Einblick in den Flusspferdstall entstanden sein. W√ľrde mein Gedanke zutreffen, w√§re das eine um viele Jahrzehnte vorweg genommene Durchf√ľhrung des Wien-Sch√∂nbrunner Prinzips, wo der Besucher heute aus dem Altk√§fig heraus in die Neuanlage blickt...

Was mir noch zu Gr√ľbeln gibt: Wie erw√§hnt war das Haus m.W. f√ľr zwei einzeln untergebrachte Elefanten konzipiert, und der um 1885 entstandene Zooplan zeigt zwei Gehege, die an unterschiedlichen Hausseiten anschlossen. Warum aber gab es dann zumindest an der auf diesem Plan nach rechts weisenden Hauswand ZWEI Stalltore, wie auf dem Flusspferdfoto von 1910 zu sehen? Von der anderen Hauswand, die mit Gehege(n) versehen war (die Nashorn-Tapir-Seite, hie und da auch mit anderen Tieren besetzt), konnte ich bisher kein Foto finden. Das Nashornfoto in der Dittrich-Chronik liefert leider keine zu diesem Zweck brauchbaren Hintergrunddetails.

Die wichtigste Schauseite des Hauses wies allerdings sowohl im Ursprungszustand als auch mit der Giebelfront NICHT in Richtung der historischen Felsenanlage. Das hatte vermutlich eher praktische als gestalterische Gr√ľnde: Die Gehege waren nach S√ľden und Westen ausgerichtet, ein Gehege im Osten des Hauses h√§tte in Richtung der an dieser Stelle recht hohen Felsenanlage gezeigt und w√§re vermutlich von ihr stark beschattet worden (der Abstand zwischen Dickh√§uterhaus und Felsen war nicht besonders gro√ü).
(14.02.2008, 14:42)
IP66:   Vielen Dank! Ich habe mich schon immer gewundert, weshalb der gro√üe Giebel hinter dem Elefantengehege so schlecht zu den Proportionen des Restgeb√§udes passen wollte. Der Innenraum mu√ü in der Anfangszeit eher einem begehbaren Stall denn einem repr√§sentativen Tierhaus geglichen haben, die Schauseite des Geb√§udes scheint mir immer auf den Felsen hin ausgerichtet gewesen zu sein. Die Frage ist allerdings, wo wir das Elefantenrelief vermuten wollen, das Herr Jahn auf dem Giraffenbild entdeckt hat. Angesichts der von Herrn Mettler geschilderten Entstehungsgeschichte des Geb√§udes und der orientalisierenden Form des Tympanons m√∂chte ich ausschlie√üen, da√ü das gesuchts Objekt zum Ursprungsbestand des Geb√§udes geh√∂rt. Allerdings gab es angesichts der Erweiterungen im 19. Jahrhundert Gelegenheiten, einen neuen Eingang zu konzipieren, und man kann sich vorstellen, da√ü man diesen deshalb aufwendig gestaltete, um das kleine und altmodische Haus aufzuwerten. Ich habe allerdings noch nicht ganz verstanden, wo sich ein solher Eingang befinden sollte, vor den ein Stall gebaut wurde, in dem dann die Giraffen standen. Au√üerdem habe ich auf keinem der eingestellten Bilder eine Backsteinwand entdecken k√∂nnen. Man m√ľ√üte eine Stelle finden, an der ein Stall vor den alten Besuchereingang gebaut wurde.
(14.02.2008, 10:48)
Michael Mettler:   Es gibt eine Merkw√ľrdigkeit: Ich habe eben noch mal die beiden Hannover-Chroniken f√ľr den entsprechenden Zeitraum "gefilzt", ob ich bisher irgendwo eine (Um-)Bauma√ünahme des Dickh√§uterhauses √ľberlesen habe - das war nicht der Fall. Aber: Auf einem Zooplan von 1912 ist das Haus im Gegensatz zu 1910 in der erweiterten Form abgebildet - nur beschreiben die Chroniken diese Zeit als finanziell extrem schwierig f√ľr den Zoo, weswegen keine gr√∂√üeren Ma√ünahmen umgesetzt werden konnten! Und ein derartiger Erweiterungsbau, der ansonsten keinerlei Erw√§hnung findet, ist ja nun wirklich eine Gro√üma√ünahme, noch dazu f√ľr eine sehr popul√§re Tierart. Ich frage mich nun, ob der Umbau von 1906 (Vergr√∂√üerung der Innenr√§ume) gleichbedeutend mit dem gro√üen Anbau war, so dass die Ver√§nderung des Hausgrundrisses entweder keinen Eingang in den Plan von 1910 fand - oder dieser in der 125-Jahre-Chronik falsch datiert ist. Vielleicht wurde im entsprechenden Zoof√ľhrer schlichtweg ein Plan aus einer vorangegangenen Ausgabe weiterverwendet.

Ich fand √ľbrigens in beiden Chroniken keinerlei Erw√§hnung der Giraffengeburt, die ja immerhin f√ľr die damalige Zeit etwas Besonderes war; Mutter und Kalb sind in der 125-Jahre-Chronik allerdings abgebildet. Auch eine zeitweilige Einquartierung von Giraffen in irgendeinem Hausbereich im Zoo, in den sie eigentlich nicht geh√∂rten, ist nirgends erw√§hnt, weder f√ľr das Antilopen- noch f√ľr das Dickh√§uterhaus.
(13.02.2008, 23:46)
Michael Mettler:   Das durch den Luftangriff vom 18./19. Oktober 1943 in Mitleidenschaft gezogene Haus. Vorn rechts ist der besagte Flusspferd-Anbau gut zu sehen, der √ľbrigens ein Rolltor hatte. Der Hauseingang m√ľsste sich etwa im Bereich des Turmes befunden haben, rechts vom Bildrand begann die historische Felsenanlage. Erst 1948 war das Haus wieder normal nutzbar (vorher nur provisorisch). Das genaue Abrissdatum habe ich noch nicht gefunden, aber 1962 wurde das neue Elefantenhaus er√∂ffnet und 1963 das neue Flussferdhaus. Auf dem Zooplan von 1965 fehlt das alte Haus bereits, muss also zwischen 1963 und 1965 abgerissen worden sein. Zeitweise waren anscheinend noch Dickh√§uter handelsbedingt gleichzeitig in altem und neuem Haus untergebracht. In der Nachkriegszeit ist das Haus m.W. nicht mehr erweitert worden, wahrscheinlich, weil bald nach der Wiederherstellung feststand, dass es im Zuge der Neugestaltung des Zoos ab den 50er Jahren irgendwann w√ľrde weichen m√ľssen.
(13.02.2008, 19:53)
Michael Mettler:   Aus dem Zooplan von 1941: Wieder hat das Haus sich vergr√∂√üert und seine Grundform ge√§ndert, der Nilpferdbereich ist nun bis an den Beckeneinstieg heranger√ľckt. Diese Innenraumvergr√∂√üerung mit einem zus√§tzlichen Stall (wann gebaut?) war auch l√§ngst n√∂tig: Als man 1928 vom damaligen Paar Nachwuchs erwartete und den Bullen absondern wollte, fehlte ein Ausweichstall - also wurde kurzerhand √ľber dem Innenbecken eine Zwischenetage eingezogen und der Bulle quasi im ersten Stock einquartiert!
(13.02.2008, 19:36)
Michael Mettler:   Aus dem selben Artikel: Omar im Innenstall (eine der ganz wenigen Innenaufnahmen aus dem Haus, die ich bisher gefunden habe), die Bildunterschrift weist auf das Schmuckfenster in der Giebelfront hin. Das Bild l√§sst erahnen, dass dieser Innenraum sehr hoch gewesen sein muss.
(13.02.2008, 19:29)
Michael Mettler:   Dieses Bild stammt aus einem Heft der "Mitteilungen des Leipziger Zoos" und erschien in einem Artikel √ľber den Transport des Elefantenbullen Omar aus Hannover nach Leipzig. Vor dem Stalltor steht die Transportkiste. Die √§lteren Bilder lassen nur den Schluss zu, dass die zu sehende Giebelfront des Hauses gar nicht original war, sondern als Anbau irgendwann nach 1910 nachtr√§glich angef√ľgt wurde; ihre rechte Seitenwand ist auf dem Foto mit den beiden Flusspferden links im Bild zu sehen. Ein Datum oder n√§here Informationen √ľber diese doch recht erhebliche Bauma√ünahme habe ich bisher nicht gefunden.
(13.02.2008, 19:26)
Michael Mettler:   Dieses Bild aus dem Buch "Unser Zoo" von 1927 - also nach Wiederer√∂ffnung des 1922-1924 geschlossenen Zoos - zeigt das selbe Flusspferd-Stalltor wie das untere, aber wie man sieht, ist daneben (Elefantenbereich) inzwischen ein Anbau entstanden, so dass die Au√üenfront des Hauses nunmehr verwinkelt ist.
(13.02.2008, 19:20)
Michael Mettler:   Im Zooplan von 1910 hat das Haus bereits deutlich seine Grundform ver√§ndert und sich vergr√∂√üert, und auch die Gehege sind anders geschnitten. Das Nilpferdgehege ist beschriftet, der gro√üe Auslauf darunter geh√∂rte den Elefanten, der dritte ganz unten k√∂nnte mit Tapiren oder w√§rmebed√ľrftigen Nicht-Dickh√§utern besetzt gewesen sein; ein Nashorn gab es m.W. zu dieser Zeit nicht im Zoo. Wichtig ist die durchgehende Au√üenwand rechts (wie auf dem Foto) und die Entfernung des Nilpferd-Beckeneinstieges von ihr.
(13.02.2008, 19:15)
Michael Mettler:   Im Oktober 1885 wurde das erste Nilpferd angeschafft (vorher gab es schon mal kurzzeitig Leihtiere) und im Haus untergebracht. Im Folgejahr baute man f√ľr dieses Tier ein Innenbecken und erst 1887 ein Au√üenbecken - es bleibt ein Geheimnis des Chroniken, wie man es vor dem Einbau des Innenbeckens √ľberhaupt mit Wasser in Verbindung brachte... Bereits 1889 wurde der Flusspferdstall vergr√∂√üert, erst 1906 aber auch f√ľr Publikum einsehbar (im gleichen Jahr erfolgt eine Vergr√∂√üerung der Innenr√§ume des Hauses).

Da man in dem winzigen Haus mit Sicherheit keinen Platz bei den Elefanten abknapsen konnte, um ein noch so kleines Flusspferdabteil einzubauen, muss das Haus schon zu diesem Zweck erweitert worden sein. Und auch die Vergrößerung der Innenräume 1906 war ja nur möglich, wenn man neue Außenwände zog!

Das beigef√ľgte Foto des Flusspferdes Jeko soll laut Chronik um 1910 entstanden sein. Im Hintergrund links sieht man das h√∂here Gitter des Elefantenauslaufes, und beide Tore befinden sich in der selben Wandfl√§che - dieses Detail ist f√ľr sp√§ter wichtig.
(13.02.2008, 19:10)
Michael Mettler:   Soo niedrig war das Elefantenhaus ja nun auch nicht. Durch das Tor im auf besagtem Foto zu sehenden Geb√§udefl√ľgel mit dem Giebel passte immerhin ein ausgewachsener Elefantenbulle, und im Giebelbereich ist das Haus dreimal so hoch wie dieses Tor.

Ich will mal anhand einiger Fotos und Ausschnitte aus Zooplänen versuchen, die Entwicklung des Elefantenhauses zu dokumentieren.

Das Haus wurde 1881 fertiggestellt und besa√ü urspr√ľnglich nur zwei gleich gro√üe Ausl√§ufe, zwischen die ein Hirschgatter hineinragte - siehe Abbildung aus einem Zooplan um 1885. Konzipiert war es f√ľr je einen Afrikanischen und Indischen Elefanten; falls meine Idee bez√ľglich des Giraffenbildes zutr√§fe, w√ľrde ich also in einem anderen Abteil das Relief eines Inders vermuten... Laut 100-Jahre-Chronik enthielt das Haus anfangs 4 R√§ume, von denen einer dem Publikum zug√§ngig war. Hinter den drei anderen vermute ich die beiden Elefantenst√§lle und einen Heizungs-/Wirtschaftsbereich. Es gab zu keiner Zeit eine Besucherhalle i.e.S., wie wir sie aus Dickh√§uterh√§usern gemeinhin kennen; noch vor seinem Abriss in den 1960ern ging man als Besucher im Hausinneren quasi "von Zimmer zu Zimmer", um nacheinander in die St√§lle der Flusspferde, Elefanten, Nash√∂rner und Tapire sehen zu k√∂nnen. Man k√∂nnte das so deuten, dass die urspr√ľnglichen Tierr√§ume sp√§ter f√ľr das Publikum genutzt wurden, w√§hrend man ringsum an das Haus neue Stallbereiche anf√ľgte. Wie auf dem nebenstehenden Grundriss zu sehen, hatte das Haus urspr√ľnglich eine ganz schlichte Rechteckform, w√§hrend es sp√§ter sehr verschachtelt war.
(13.02.2008, 18:59)
IP66:   Die Anregung Herrn Jahns, sich einmal √ľber die Helligkeit der Innenk√§fige und die Dunkelheit auf dem Foto Gedanken zu machen, finde ich au√üerordentlich interessant. Sie scheint mir darauf hinzuweisen, da√ü es sich bei dem Bild nicht um einen der St√§lle im Halbrund, die wir kennen, handeln kann, sondern entweder um einen solchen der L√§ngsfront oder eben eine Engangshalle, von der wir ja nicht wissen, ob sie sich nach au√üen oder nach innen √∂ffnete. Leider habe ich noch immer nicht verstanden, weshalb sie sich zwingend nach au√üen √∂ffnen sollte, allerdings habe ich bisher immer dergestalt gedacht, da√ü es vielleicht sinnvoll sein k√∂nnte, eineen besonders hohen Innenraum den Besuchern wegzunehmen, weil er sich f√ľr die Giraffenhaltung eignet, w√§hrend ich eine Sperrung eines Hauptweges nicht recht nachvollziehen konnte. Anhand von Dittrichs Chronik habe ich versucht, einmal zusammenzufassen, was wir √ľber diese Halle wissen: Dem Grundri√ü auf S. 65 folgend war trat sie nicht aus der Geb√§udeflucht vor, mithin ist es sehr wahrscheinlich, da√ü es keine zwei Eingangsr√§ume gab (einen inneren und einen √§u√üeren), sondern nur einen. Auf S. 55 ist links das Engangstor des Geb√§udes angeschnitten - es zeigt eine hufeisenbogige √Ėffnung, die im oberen Feld verglast ist, bietet also keinen Platz f√ľr unser Tympanonrelif mit Elefant, aber schon eine M√∂glichkeit, Giraffen hinein- und hinauszuf√ľhren, die in den Nachbarst√§llen nicht gegeben war. Auf der selben Seite unten findet man eine Illustrtion, der zu entnehmen ist, da√ü ich oberhalb des Tores noch ein Ziererker befand. Auf S. 53 finden wir dieselbe Geb√§udeseite in Farbe, an der man nachvolziehen kann, weshalb ich einen besonders hohen Stall f√ľr recht hohe Tiere hier f√ľr besonders wahrscheinlich halte. S. 66 zeigt die zuverl√§ssigste Ansicht des Au√üenbaus aus dieser Richtung und die Organisation des Bauwerks in diesem Bereich: Die seitlichen St√§lle waren deutlich niedriger als die Besucherhalle, es folgten aber noch einmal etwas h√∂here Stallanlagen am Ende dieses Au√üenfl√ľgels. Interessant ist allerdings, da√ü das Geb√§ude hinter den Eckverzierungen des Turmes noch einen weiteren erh√∂hten Raum zeigt, der zwischen der eigentlichen Besucherhalle und dem Turmraum vermittelt. Insofern gab es anscheinend nicht nur das verglaste Eingangstor und die Vorhalle dahinter, sondern noch einen weiteren √úbergangsraum in die Halbrundhalle, √ľber dessen weitere Gestaltung wir nichts wissen, der aber Raum f√ľr Elefantentympannon und Giraffenunterbringung bot. Leider zeigt das Bild auf S. 80 nur den Turm und endet an der f√ľr uns interessanten Stelle, es l√§√üt allerdings erkennen, da√ü es vergleichsweise nahe lag, die Reitbahn f√ľr ein Giraffengehege zu nutzen. S. 89 zeigt den auch hier eingestellten Innenraum, etwa von jener Stelle aus fotografiert, die als Standort der Giraffen auf dem fraglichen Bild in Frage kommt. Im Plan auf S. 109 finden wir das Geb√§ude als Isometrie, mit ver√§nderter Haube auf dem Turm, was aber der Schludrigkeit des Zeichners geschuldet sein mag.
Auf S. 133 finden wir schlie√ülich den Nachkriegszustand es Geb√§des: Der linke √§u√üere Stall wurde neu gedeckt und mit Lichtb√§ndern versehen, die restliche Stallreihe wurde zwar √ľberputzt, blieb aber unver√§ndert, der rechte √§u√üere Stall, dessen linke Ecke man erkennen kann, scheint in gleicher Weise ver√§ndert worden zu sein wie sein Pendant. Der Turm wurde gekappt und der Stumpf mit einem Satteldach versehen, allerdings ist die Struktur mit dem alten Eingang und dem dar√ľberliegenden Erker unver√§ndert. Man kann gut sehen, wie die alte Turmhalle auf den Besucherinnenraum st√∂√üt und anhand der alten backsteindekorierten Lisenen auch den Punkt ausmachen, hinter dem ich die Wand mit dem Elefantentympanon vermute. Da Die Dekoration der Stirnwand der Besucherhalle wie auch das Dach des Giraffenstalls unbesch√§digt geblieben waren, d√ľrften die Reduktionen des Geb√§udes nicht zwingend auf Bombensch√§den zur√ľckzuf√ľhren sein.
Auf S. 131 taucht das zerst√∂rte und interessanterweise kaum ver√§nderte Elefantenhaus auf - wo befanden sich die Erweiterungen? Ich finde die Idee, ein Elefantentympanon im Elefantenhaus zu suchen, sehr naheliegend, kann aber nicht recht nachvollziehen, da√ü dieser kleine und niedrige Bau (man vergleiche die Grundri√üfl√§che mit der des Antilopen- oder des Raubtierhauses) als Giraffenausweichquartier in Frage kam. Allerdings sollte man doch noch einmal die Erweiterungsgeschichte zusammenstellen und zu verstehen versuchen, wie dieses Geb√§ude im Innern organisiert war, vor allem wo die alten Besuchereing√§nge lagen, √ľber denen das Tympanon zu vermuten ist.
(13.02.2008, 11:25)
Michael Mettler:   Ein herausgenommenes Frontgitter w√ľrde auch erkl√§ren, warum die senkrechten Fl√§chen der "Zarge" nicht komplett aus Backstein bestehen wie der Bogen: Im Bogen gab es vorher kein Gitter, dieses beschr√§nkte sich auf den unteren Bereich und war rechts und links festgemauert. Als man es heraustrennte, wurden die Fl√§chen einfach nur "verputzt" statt mit Klinker verbr√§mt. Das, was am Bogen links wie T√ľrangeln aussieht, muss einem anderen Zweck gedient haben, denn in der versetzten Anordnung w√ľrden Angeln keinen Sinn ergeben: Ein T√ľrfl√ľgel lie√üe sich so gar nicht √∂ffnen!

Daf√ľr, dass das Foto lange vor 1941 entstanden sein k√∂nnte, fand ich einen weiteren Hinweis: Die Junggiraffe in der Gruppe scheint n√§mlich der 1936 nach Halle abgegebene Jungbulle Hanno zu sein. Indiz daf√ľr ist ein dreigeteilter, ann√§hernd kleeblattf√∂rmiger Fleck vorn an der linken Schulter, der auch auf Hannos Fotos in der Halle-Chronik (S. 155 unten) zu sehen ist. Hanno kann aber nach dem Foto unten rechts in der Chronik zu urteilen nicht √§lter als zwei Jahre gewesen sein, als er im Fr√ľhsommer 1936 nach Halle kam. Folglich wurde er erst nach dem 1933 erfolgten Umbau in Hannover geboren, und es gibt ja auch ein Foto von ihm als kleines Kalb im seitlichen Au√üengehege des Antilopenhauses (also nicht im urspr√ľnglichen Giraffengehege an der halbrunden Seite des Geb√§udes). Also kann meine Idee mit der Auslagerung wegen Erweiterungsbauarbeiten so nicht stimmen - nat√ľrlich kann es auch andere Gr√ľnde daf√ľr gegeben haben. Auf unserem "R√§tselfoto" d√ľrfte Hanno noch kein Jahr alt sein, also k√∂nnte es von ca. 1934/35 stammen.
(12.02.2008, 23:02)
Michael Mettler:   Es g√§be noch eine M√∂glichkeit, n√§mlich dass das Foto DOCH aus dem historischen Dickh√§uterhaus stammt, aber der Torbogen nicht das Au√üentor darstellt (passt ja nicht zur Au√üenansicht des Hauses), sondern sich innen zwischen zwei St√§llen bzw. Geb√§udefl√ľgeln befindet (was das fehlende Gitter erkl√§ren w√ľrde). Als das Haus gebaut wurde, war es ja kleiner als sp√§ter, da man es mehrfach erweiterte. War es anfangs als reines Elefantenhaus f√ľr zwei Elefanten konzipiert (ein Afrikaner und ein Inder mit getrennten Gehegen!), musste es in Ruhes Bl√ľtezeit bei der vor√ľbergehenden Einstellung von Handels- und Circuselefanten in einem Extremfall 13 (!!) Elefanten aufnehmen (√ľberwiegend erwachsene Tiere!), dazu Flusspferde und Nashorn! Die sp√§tere verschachtelte Bauweise des Hauses lie√üe einen Mauerdurchbruch in Bogenform denkbar erscheinen, und Zierat gab es definitiv im Haus: Auf einem alten Flusspferdfoto sieht man Mauerecken, die mit Mosaikklinkers√§ulen verkleidet sind (Fachleute m√∂gen mir diesen Ausdruck verzeihen, ich wei√ü nicht, wie ich es sonst beschreiben soll). Wenn ich mich nicht t√§usche, wurde bei einer Umbauma√ünahme der Besucherraum verkleinert, um mehr Stallfl√§che zu gewinnen. Das k√∂nnte also des R√§tsels L√∂sung sein: Die Giraffen stehen auf der originalen Elefanten-Stallfl√§che, in deren Hintergrund das Relief f√ľr die Besucher zu sehen war, und der Bogen ist original (also nicht nachtr√§glich reingemauert) und war urspr√ľnglich vergittert (als Elefantenk√§fig). Durch Wegnehmen des Gitters und Hinzunehmen des Besucherraumes davor gewann man beim Umbau Stallraum hinzu - die Aufnahme w√§re demnach von dieser hinzugekommenen Fl√§che aus gemacht. Das halbhohe Gitter im Hintergrund k√∂nnte eine Abgrenzung zum Pflegergang gewesen sein, der durch ein "Burgenfenster" (der r√ľckw√§rtige Lichteinfall!) ausgeleuchtet wurde. Frank-Dieter Busch beschrieb das Innere des alten Dickh√§uterhauses als sehr d√ľster, auch das w√ľrde zum Bild passen - denn die Giraffen stehen anscheinend in einem Raum ohne Oberlicht. Meine Theorie von der tief stehenden Sonne w√ľrde dann allerdings nur noch passen, wenn Tageslicht durch ein Au√üentor im R√ľcken des Pflegers (und des Betrachters) einfiele - sonst bliebe doch nur die M√∂glichkeit eines Blitzes oder Scheinwerfers, aber danach wirkt das Bild eigentlich nicht.

Bleibt aber die Frage: Warum Giraffen im Elefantenhaus, wenn doch extra f√ľr sie im Antilopenhaus etwas erweitert worden war? M√∂gliche Antwort: Das Foto entstand genau w√§hrend dieser Erweiterungsarbeiten (also 1933), und die Giraffen waren eben wegen der Bauarbeiten anderweitig untergebracht. Fragt sich nur, ob es dann zu diesem Zeitpunkt keine Elefanten im Zoo gab....
(12.02.2008, 22:34)
Oliver Jahn:   Da habe ich tats√§chlich nur den letzten Zoo in Alfeld gesehen, schade. Aber dennoch ist der Zoo, den du Michael hier auf den beiden Bildern zeigst, ganz anders vom Bautyp. Nicht so leicht und verspielt und doch eher schmucklos.
Das Gitter habe ich jetzt auch entdeckt.
Meinen Lichteinfall (Lichtband?) sehe ich genau zwischen den H√§lsen der Giraffe ganz rechts und der daneben. Allerdings kann das im Hintergrund kaum ein Tor sein, welches den Bogen ausf√ľllt, denn dann w√ľrde beim √Ėffnen der Elefant in der Mitte geteilt. Das halte ich f√ľr eher untypisch. Also was bleibt dann noch?
Eine Innenaufnahme schlie√üe ich aus. Zum einen, weil der Hintergrund zu dunkel ist, auf dem Bild des ganzen Hauses ist es im Inneren der St√§lle sehr hell, zum anderen fehlen dann wirklich die Gitter, diese m√ľssten ja da sein, wo der Pfleger steht.
Ich vermute also immer noch, dass der Fotograf vor dem Haus (egal vor welchem) steht, in einem Auslauf und die Tiere kommen aus dem Haus heraus in die Außenanlage. Eine Innenaufnahme ist das nicht. Wenn es aber eine Außenaufnahme ist, dann bleibt das Rätsel, wo sie entstand. Der Mittelkäfig scheint außzuscheiden, weil er nach außen keinen Rundbogen hatte. Schade, denn der Turm wäre ansonsten sehr passend gewesen. Nur da bliebe auch die Frage, warum verziehrt man dann die Hinterwand, die keiner sieht, mit einem Elefantenrelief?
An den Seiten gab es keine Vorbauten. Ist das wirklich sicher? Denn hier w√ľrde alles passen!
Der Eingang bliebe noch. Aber warum holt man die Giraffen √ľber den Besuchereingang aus dem Haus? Warum streut man Stroh in den Besuchereingang? Und warum verziert man den Eingang zu einem Antilopen-, Kamel- und Giraffenhaus mit einem Elefanten?
(12.02.2008, 21:36)
IP66:   @Oliver Jahn: Wo sehen Sie denn auf dem Giraffenbild irgend eine Form von Lichteinfall? Meiner √úberlegung, da√ü es sich bei dem abgebildeten Raum um die innere Eingangshalle des Antilopenhauses handelt, k√§mt eine solche Interpretation ja sehr zupa√ü. Man k√∂nnte nat√ľrlich auch vermuten, da√ü es sich nicht um die Eingangshalle handelt, in die man vom Innenraum des Hauses hineinschaut, sondern um eine solche, die man von au√üen sieht. Da m√ľ√üte man aber erkl√§ren, wie man die hohen Tiere durch die niedrige Besuchert√ľre gef√ľhrt hat. Wegen des Tympanonreliefs halte ich eine Aufnahme aus Alfeld f√ľr unwahrscheinlich, weil ich mir ub deb abgebildeten Geb√§uden weder gemauerte S√§ulen mit Kapitellen noch aufwendigen Skulpturenschmuck vorstellen kann. Der dritte Punkt betrifft die Frage, weshalb der Stall zwischen den beiden S√§ulen kein Gitter aufweist, wie dies bei den uns durch Abbildungen bekannten Innenk√§figen in Hannover der Fall war.
(12.02.2008, 10:39)
Michael Mettler:   Und hier h√§tten wir - im selben Buch - einen Beleg f√ľr Rundbogentore mit Backsteinumfeld auf dem Alfelder Gel√§nde.
(12.02.2008, 09:40)
Michael Mettler:   Eine Aufnahme aus Ruhes Buch "Wilde Tiere frei Haus", die einen Teilbereich des Stammsitzes an der Wei√üen Erde in Alfeld zeigt. Nicht im Bild sind z.B. die ausgedehnten Huftierstallungen. Im selben Buch findet sich eine Liste von Ruhes Lagerbestand im Jahre 1930 (vor √úbernahme des hannoverschen Zoos!), die neben einer Giraffe allein rund 90 Gro√üantilopen (!!), 5 junge Nash√∂rner, 9 junge Elefanten, 2 junge Flusspferde und 28 Haus- und Wildrinder enth√§lt, um nur mal die volumin√∂sesten "Waren" zu nennen. Ruhe schildert, dass sein Gel√§nde wegen der st√§ndig eintreffenden Transporte aus allen N√§hten platzte und ihm deshalb die M√∂glichkeit, den Zoo Hannover (in dem er schon l√§nger immer wieder Leihtiere eingestellt hatte) in Pacht zu √ľbernehmen, sehr gelegen kam.
(12.02.2008, 09:39)
Michael Mettler:   @Oliver Jahn: Das, was du als Zoo in Alfeld-Brunkensen noch kennengelernt hast, war NICHT Ruhes Stammsitz. Der war n√§mlich innerst√§dtisch gelegen und besa√ü ausgedehnte Geb√§ude aus Backstein, darunter Dressurhallen, Huftierh√§user, ein Krokodil- und Schlangenhaus usw., das hei√üt also die Ausstattung eines Zoos fr√ľherer Zeiten, nur ohne gro√üe Freigehege und Parkanlagen - denn es war ja nur ein Quarant√§ne- und Handelslager ohne Publikumsbesuch (von den K√§ufern mal abgesehen). Das ganze muss immerhin so umfangreich gewesen sein, dass Ruhe den kompletten Tierbestand eines nicht zu gro√üen, aber gut und vielf√§ltig sortierten Zoos darin unterbringen konnte - plus zus√§tzlich Abertausende von Kanarienv√∂geln, die ja √ľber Jahrzehnte hinweg das zweite wichtige Standbein des Handels bildeten!

Was das Foto betrifft: Hinter dem gleich rechts neben dem Pfleger befindlichen, genau "von oben" zu sehenden Giraffenkopf mit den abgewetzten Hörnern siehst du im Hintergrund den "Durchblick", den ich meine. Einen Vorbau gab es meines Wissens an der Schmalseite des Hauses nie, zumindest taucht eine solche Form auf keinem der mir bisher bekannten Zoopläne auf.
(11.02.2008, 22:58)
Oliver Jahn:   Ich habe den Zoo in Alfeld noch vor seiner Schlie√üung besucht und du wei√üt ja, auch f√ľr Reste historischer Bauten habe ich ein Auge. Und da war nichts, was auch nur im Ansatz h√§tte mal ein solches Geb√§ude sein k√∂nnen. Als "Schaufenster" hatte ja Ruhe schlie√ülich auch Hannover.
Der Klinkerbogen ist haargenau so gemauert, wie die B√∂gen im Innenraum. Aber was meinst du mit der vergitterten "√Ėffnung" mit Rundbogen? Ich sehe im Hintegrund eine Bogent√ľr mit einem Elefantenrelief. Und diese T√ľr scheint auf halber h√∂he ein durchbrochenes Band zu haben, durch welches etwas Licht f√§llt. Vielleicht gab es ja an den Seiten, die du mal auf dem Foto wei√ü gekennzeichnethast, mal einen Vorbau, der dann weggerissen wurde? Dann w√ľrde es passen.
(11.02.2008, 22:38)
Michael Mettler:   @Oliver: Nur leider hatte das Au√üengehege des zentralen Stalles kein Rundbogen-Tor, sondern ein eckiges - siehe die Giraffenpostkarte...

Mir fiel nun noch ein Detail am Foto der Giraffengruppe auf: Hinter den K√∂pfen der fressenden Giraffen sieht man eine von hinten beleuchtete, vergitterte "√Ėffnung", die ebenfalls einen Rundbogen zu haben scheint. Wegen der Perspektive kann das eigentlich unm√∂glich der Lichteinfall durch den Besuchereingang gegen√ľber in der Halle sein, dann n√§mlich m√ľsste dieser Lichtausschnitt h√∂her positioniert sein, um in perspektivischer Fluchtlinie zu liegen. Merkw√ľrdig.

Woher weißt du das mit Alfeld? Warst du mal da?
(11.02.2008, 22:21)
Oliver Jahn:   Also das Bild aus der Halle-Chronik ist aus dem Antilopenhaus. Das ist f√ľr mich ohne Zweifel. Michael, schau dir bitte das Bild mal im Original an. Wenn das besonders rechts neben dem Mittelk√§fig befindliche kein Mutter-Kindbereich ist, dann ist es ein Gang zum Au√üengehege oder ein etwas abgeh√§ngterer Bereich. Auf jeden Fall sieht man etwas, das von den anderen Innenst√§llen noch einmal abgetrennt ist. Weiterhin wird man die Kuh mit dem Kalb auch in den ersten Tagen nicht umgesiedelt haben.
Das zweite Bild ist etwas schwieriger, aber auch hier finde ich, hilft das Bild vom Antilopenhaus. Genau in der Mitte ist ein zentraler Stall mit einer gro√üen Holzt√ľr im Hintergrund. Und wenn nun auf der Au√üenseite dieser Bau gena so aussah, wie innen, dann haben wir mittig ein Holztor und nach innen und nach au√üen einen Bogen. Und da der innere Bogen vergittert war, das aber beim √§u√üeren Quatsch w√§re, stehen die Giraffen unter diesem Bogen mit dem Pfleger, der bereits auf der Au√üenanlage steht.
Alfeld scheidet aus. Da gab es nicht einen einzigen solchen Bau.
(11.02.2008, 21:54)
IP66:   So richtig gl√ľcklich macht mich meine Idee nicht, allerdings glaube ich mittlerweile nicht mehr daran, da√ü das Bild in der alten Giraffenloge des Halbrunds entstanden ist, weil Tympanon und fehlendes Gitter dagegen sprechen. Helfen w√ľrden hier nur Bilder vom Innern des Altbaus, die auch die Eingangsseite zeigen. Allerdings macht ein so anfwendiges Relief wie das von Herrn Jahn durch Aufhellung ahnbar gemachte nur dort Sinn, wo es vom Besucher wahrgenommen werden kann. Vielleicht w√ľrde es helfen, wenn jemand, der sich mit Giraffenhaltung besser ausgeknnt als ich, noch einmal die Gr√ľnde f√ľr die Ruhe'sche Verlagerung der Art durchgeht. Ich k√∂nnte mir vorstellen, da√ü der √ľberlieferte Stall f√ľr mehr als zwei Tiere einfach zu klein war.
Allzu ernst w√ľrde ich allerdings den Kriegsdruck eines Zooplanes nicht nehmen, jedenfalls nicht in solchen Details wie der F√ľhrungslinie in ein Haus, denn ob man in schwierigen Zeiten wirklich einen Vorkriegsplan aktualisieren konnte, ist die Frage.
(11.02.2008, 17:45)
Michael Mettler:   @IP66: Bez√ľglich der abgebildeten Giraffen habe ich doch f√ľr das Foto der Halle-Chronik den Beweis bereits erbracht: Das Fleckenmuster der Junggiraffe ist identisch mit dem des laut Chronik in Hannover geborenen Bullen Hanno, und das fragliche Bild zeigt ihn als sehr junges Kalb - kann folglich nur aus Hannover stammen. Und Oliver Jahn wies auf die von mir √ľbersehene Textkorrektur in der Halle-Chronik hin, nach der das Foto NICHT in Halle entstand.

Leider habe ich bisher aus den 30er und 40er Jahren nur zwei Zoopl√§ne zu Gesicht bekommen, von 1934 und 1941. In beiden f√ľhrt aber der mit Pfeilen angedeutete Rundgang auch IN das Antilopenhaus. Falls man wirklich den ungew√∂hnlichen Weg gegangen sein sollte, den Besucherraum auch nur teilweise vor√ľbergehend f√ľr Giraffen zu nutzen, geht das jedenfalls aus diesen Pl√§nen nicht hervor.

An eine "Noteinstellung" der Giraffen mag ich auch nicht so recht glauben, denn im Zweifels- bzw. Ernstfall hat Ruhe seine Tiere aus Hannover nach Alfeld verlagert. Dort gab es au√üer Stallungen auch Dressurhallen, die mit Sicherheit f√ľr die vor√ľbergehende Unterbringung von Giraffen h√§tten genutzt werden k√∂nnen (Deckenh√∂he usw.).
(11.02.2008, 13:20)
IP66:   Der von Herrn Jahn dankenswerterweise aufgehellte HIntergrund wirft neue Fragen auf, √§hrend die Ansicht des Antilopenhausinnenraumes mir nachzuweisen scheint, da√ü zwischen den Seitenabteilen Haustens√§ulen standen, mithin unser Bild, wenn √ľberhaupt, nur die Mittelloge mit backsteinernen Wandpfeilern zeigen kann. Allerdings mu√ü man bedenken, da√ü wir die Innenansicht der gegen√ľberliegenden Seite des Hauses nicht kennen, an der sich mit Sicherheit Stallungen befunden haben, die mit gro√üer Wahrscheinlichkeit sehr √§hnlich gestaltet waren wie die uns bekannten, zumal die Spiegel auf den Pfeilern zuseiten der Giraffenloge die Dekoration der Strebepfeiler am Au√üenbau wiederholen. Wenn wir bedenken, da√ü die Giraffen wenig sp√§ter in einem dieser Au√üenfl√ľgel aufgestallt wurden, w√§re es sicher denkbar, da√ü das Bild dort entstanden ist. Problematisch ist allerdings das Tympanon, das auf dem aufgehellten Giraffenbild auftaucht. Das von Herrn Mettler eingestellte Bild mit dem Giraffenbullen l√§√üt im Hintergrund erkennen, da√ü, wenn man keine zweigeteiltes Tor mit Blendfl√ľgeln in der oberen H√§lfte annehmen m√∂chte, hinter dem Wandstreifen kein Raum f√ľr eine solche Form bleibt. Obgleich f√ľr die Giraffen ja eine halbzylinderf√∂rmige Erweiterung zur Verf√ľgung stand, kann ich mir eine entsprechende Dekoration einer Zwischenwand nicht vorstellen, da sie einerseits ein kompliziertes Umstallen verursacht, andererseits v√∂llig unsinnig wird, wenn man unter ihr eine T√ľr√∂ffnung vermuten m√ľ√üte, die f√ľr die gehaltenen Tiere nicht verwendet werden kann. Wenn wir das Bild also weiterhin f√ľr Hannover beanspruchen wollen, scheint mir nur die M√∂glichkeit denkbar, da√ü es sich um einen uns unbekannten Teil des Hauses handelt. Mir scheint da der Eingangsturm in der Mitte der L√§ngsfront wahrscheinlich: Zum einen gibt es hier keine Gitter, weil es sich ja um einen Besucherweg und keinen Raum handelt, zum zweiten k√∂nnte man sich hier gut ein Tympanon mit exotisierender Dekoration vorstellen, sind doch auch die - ganz anders gearteten - Darstellungen der "Antilopenhetze im Sudan" in Berlin an √§hnlicher Stelle angebracht. Schlie√ülich lie√üte sich ein Bild √ľber einem Eingang nat√ľrlich viel besser in einer von Besuchern genutzten Vorhalle betrachten als an der R√ľckwand eines Stalles. Es stellt sich allerdings die Frage, wie die Giraffen in die Eingangshalle kamen. Da kommt vielleicht doch der Krieg und der Tierh√§ndler ins Spiel: Vielleicht war der alte Stall zu klein, vielleicht auch schlecht zu pflegen, zudem d√ľrfte der Raum unter dem Eingangsturm besonders hoch und leicht abzusperren gewesen sein. Ohne ein entsprechendes Bild dieses Bauteils im "Normalzustand" l√§√üt sich wenig sagen, und vielleicht sollte noch einmal einer der Halle-Kenner alle Indizien daf√ľr zusammenstellen, da√ü das Bild in Hannover entstanden sein mu√ü, die sich nicht auf architektonische Details beziehen.
(11.02.2008, 11:28)
Michael Mettler:   Vielleicht ist mein Schluss zu optimistisch, aber der auf dem Foto in der Halle-Chronik zu sehende Stall bzw. dessen hinter den Tieren zu sehende Wand mit dem bogigen Randverlauf k√∂nnte tats√§chlich das Produkt eines Umbaues im hannoverschen Antilopenhaus in den 30er Jahren gewesen sein. 1933 gab es einen Erweiterungsumbau f√ľr Giraffen im Haus. 1935 entstanden neben der alten Felsenanlage mehrere neue Gehege f√ľr Einhufer, und nun schaut mal hinter die nebenstehend abgebildeten M√§hnenschafe, mit welcher Art Mauer die zu den Bergtieren hin abgeschlossen wurden!
(10.02.2008, 23:45)
Michael Mettler:   @Andreas: Das Motiv der besagten Postkarte kenne ich aus dem Ruhe-Buch "Wilde Tiere frei Haus", und da ist es so beschriftet, dass die frisch angekommenen Elefanten durch ALFELD gef√ľhrt werden...

@Oliver Jahn: Der Argumentation mit den Klinkerb√∂gen kann ich noch folgen. Aber wo erkennst du die Absperrabteile und f√ľr jedes davon drei B√∂gen?

Ich nehme an, dass der mittlere Bogen im Hintergrund (hinter dem Palmenstamm) ein Stall ist und nicht der Eingang, eher ist das Bild von diesem aus aufgenommen. Vielleicht WILL ich das ja nur erkennen, aber im Hintergrund jenes mittleren Bogen k√∂nnte sich ein hohes rechteckiges Tor befinden; also das, vor dem die beiden Giraffen auf dem von mir am 30.1. eingestellten Zoof√ľhrerfoto von 1934 stehen.

Das Elefantenrelief ist mir nicht aufgefallen, aber das damalige hannoversche Elefantenhaus kommt f√ľr das Foto nicht in Frage: Seine Torb√∂gen bestanden nicht aus Klinker, sondern aus gro√üen Steinbl√∂cken.

Neuer Ansatz: Auf dem Foto sieht man, dass die Tiere lange Schatten ins Hausinnere werfen. Eine Blitzlichtaufnahme w√ľrde ich ausschlie√üen: Erstens m√ľsste der Blitz dann ein ganzes St√ľck neben der Kamera gez√ľndet worden sein (sonst stimmt der Schattenfall nicht), zweitens wage ich zu bezweifeln, dass man mit damaligen Mitteln so schreckhafte und kostbare Tiere mal eben angeblitzt hat, und drittens w√ľrde die Aufnahme mit Blitz insgesamt anders wirken. Bleibt also nur tief stehende Sonne. Damit scheidet die Nordseite eines beliebigen Hauses aus. An der Westseite des hannoverschen Hauses gab es nur einen Stall, dessen Tor hoch genug f√ľr Giraffen war, n√§mlich den zentralen Stall der halbrunden Hausseite; der hatte aber unzweifelhaft ein eckiges Tor. An der S√ľdseite (bei Wintersonne denkbar) befand sich ebenfalls kein passender Bogen, siehe das Nachkriegsfoto, auf dem ich meinen Verdacht eingekringelt hatte. Zudem gab es dort au√üerhalb des Giraffengeheges relativ dichten Baumbestand, der einen Gro√üteil tief stehender Sonne abgefangen h√§tte. Die Ostseite des Hauses war schlie√ülich die Seite mit dem Eingang und den Gehegen f√ľr kleinere Tiere - also ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Da ich es zudem f√ľr merkw√ľrdig hielte, in einem f√ľr Kamele, Antilopen und Giraffen erbauten Haus ein Elefantenrelief anzubringen, w√§chst mein Verdacht, dass die Aufnahme mit der Giraffengruppe gar nicht aus Hannover stammt. Auf dem Alfelder Gel√§nde war ich nie, m√ľsste mal in Ruhes Buch nachschauen, ob die dortigen Fotos etwas hergeben. Andererseits f√§nde ich es auch ungew√∂hnlich, wenn es im Zweckbau einer Tierhandelsfirma ohne Massenpublikum k√ľnstlerischen Wandschmuck g√§be.

Anbei der Zooplan von 1941 aus dem selben Zoof√ľhrer, dem auch das Giraffen-Gruppenbild mit Pfleger entstammt.
(10.02.2008, 23:31)
Oliver Jahn:   Wer sich jetzt mal den Innenraum des Antilopenhauses anschaut, der findet hier die Klinkerb√∂gen exakt wieder. Neben dem Mittelgehege (oder ist das der Eingang?) gibt es rechts und links im Hintergrund Absperrgehege hinter den Innengehegen. Sicher waren es Wurfboxen bzw. Mutter und Kind Abteile. Auf diesem Bild sind diese Gehege noch durch Gitter von den anderen Innengehegen getrennt. Evtl. waren diese Abteile aber zu unruhig, so dass man sie hochmauerte, bis auf die Restgittermulden. Und nun stand der Fotograf auf dem Bild der Halle-Chronik in diesem Mutter-Kind-Abteil und auf seinem Foto sind Kuh und Kalb vor der Abgrenzungsmauer und im Hintergrund sieht man noch die gemauerten Backsteinb√∂gen, die man auch auf dem Foto √ľber jedem Innengehege sieht. Und wer sich das noch vergitterte Absperrgehege auf diesem Foto ansieht, erkennt auch, dass es genau DREI B√∂gen sind, pro Absperrgehege (auf jeder Seite), genau wie man sie auf dem Halle-Bild durch sieht.
Leider wissen wir aber nun noch immer nicht, wo die Giraffen auf Michaels Foto stehen.
(10.02.2008, 21:28)
Oliver Jahn:   Hier ist das Foto, um das es urspr√ľnglich ging. Der sp√§tere hallische Giraffenbulle Hanno mit seiner Mutter. Abgebildet in der Halle-Chronik ohne Bildbeschreibung. Und ich sage jetzt mal, dieses Bild ist aus dem Antilopenhaus in Hannover!!!!
(10.02.2008, 21:19)
Andreas:   @ Oliver Jahn Danke,da sieht man, wohin das f√ľhrt, wenn man Tag aus, tag ein auf olle Mauern und Steine starrt, ist halt der denkmalpfleger in mir durchgegangen. Hatte den Hintergrund auch aufgebessert, aber als schlecht vermauerte Fenster gedeutet. Jetzt, wo Du es sagst...Werd eben doch alt (seuftz). Mann sollte immer eben die Tiere im Auge behalten.
(10.02.2008, 21:10)
Oliver Jahn:   Ich habe mal versucht, den Hintergrund etwas aufzuhellen. Ich sehe da einen Elefanten. Und zwar einen Afrikaner.
(10.02.2008, 20:55)
Oliver Jahn:   Also entweder habe ich jetzt etwas nicht mitbekommen, oder ich habe etwas √ľberlesen. Aber die Grundfrage war ja, woher ist das Giraffenbild in der Chronik des Zoo Halle.
Dieses Bild fehlt hier noch komplett. Auf diesem Bild sind Torbögen.
Und weil Michael diese Bild Hannover zuordnete, weil dort der Bulle, um den es geht, gebohren wurde, stellte er ein Bild von Hannover hier ein, mit Giraffen in einem Torbogen, der denen auf dem Chronik-Bild ähnelt.
Jetzt ist aber wohl die Frage, in welchem Haus stehen die Giraffen auf Michaels Bild, die gerade gef√ľttert werden.
Und da kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses im Kassenhaus stehen. Au√üerdem sehe ich auf diesem Bild die Giraffen in einem Torbogen, mit einer Wand dahinter. Und oben auf dieser Wand ist m.E. ein Elefantenrelief. Wo gab es denn H√§user in Hannover oder Alfeld, mit einem Elefantenrelief √ľber einem Tor?
(10.02.2008, 20:44)
Andreas:   War halt eben ein Versuch. Am Antilopenhaus komme ich mit meiner grafischen Rekonstruktionsmethode nicht weiter. Die Abweichungen auf grund der zu kleinen Abbildung w√§re zu gro√ü. K√∂nnte aber gut m√∂glich sein. √úbigens wurde heute bei ebay eine Postkarte versteigert : Titel- Zoo Hannover, Motiv- 4 Elefanten + Pfleger mitten in der Stadt (im Hintergrund Eckvilla Fachwerk) :-)

(10.02.2008, 20:13)
Michael Mettler:   @ Andreas: Moment, dann habe ich etwas komplett falsch verstanden. Ich dachte, du meintest den Eingangsbereich des Antilopenhauses, nicht den Zooeingang! Na, das halte ich aber f√ľr √§u√üerst unwahrscheinlich, dass man da Giraffen statt Kassiererinnen unterbrachte :-)

Das bewusste Foto stammt wie gesagt aus dem Zoof√ľhrer von 1941. Zu dieser Zeit war noch nichts im Zoo kriegszerst√∂rt, also mussten auch keine provisorischen Tierbehausungen gefunden werden (√† la Berliner Schuhschnabel im Badezimmer usw.). Eine weitere Deutung des Fotos k√∂nnte √ľbrigens noch sein, dass es gar nicht in Hannover aufgenommen wurde, sondern in Ruhes Stammsitz in Alfeld...
(10.02.2008, 19:44)
Andreas:   Hab versucht, die vermtl.S√§ulen(Abschnitte) zu vergr√∂√üern. Wie w√ľrdest Du das beurteilen ?
(10.02.2008, 16:27)
Andreas:   Hab versucht, die vermtl.S√§ulen(Abschnitte) zu vergr√∂√üern. Wie w√ľrdest Du das beurteilen ?
(10.02.2008, 16:25)
Andreas:   @IP 66
Ich hab mich bei meinen √úberlegungen zuallererst von den Proportionen des Torbogens leiten lassen, die 1:1 ( bis auf die H√∂he) in den Eingang passen. Dann betrachtete ich den Zeitraum f√ľr den Umbau ab ca. 1937. So Mancher Architekt w√§hnte sich damals als Albrecht Speer-Verschnitt. Und wenn auch eine Vollverklinkerung teurer ist, so hat man sich doch ein (wenn auch grottenh√§√üliches) Denkmal gesetzt. Warum sollte Hannover von dieser Modewelle ausgenommen sein ? Wenn mir dann jemand die Sanierung noch sponsern w√ľrde...
Nat√ľrlich war das nur ein Vorschlag :-) und ich wollte Euch keineswegs vom Antilopenhaus abbringen. Die Kombination Backstein- bzw. Klinkerornamente+ verputzte Fl√§che al`a Siemenstadt finde ich genial und bis heute un√ľbertroffen. Das ist Architektur- funktional und √§sthetisch. F√ľr alle weiteren, von Dir angef√ľhrten Aspekte fehlt es mir schlicht weg an Hintergrundwissen. :-))

(10.02.2008, 15:27)
IP66:   Die √úberlegung erscheint mir interessant, allerdings w√ľrde es statisch kaum etwas helfen, eine zerborstene Sandsteins√§ule durch Ummauern festigen zu wollen. Von den Porportionen scheint mir der Bogen auf dem fraglichen Bild zudem kein Korbbogen zu sein. Letztlich spricht einige Wahrscheinlichkeit daf√ľr, da√ü man Giraffen dort fotografiert, wo man sie schon immer gehalten hat. Sicher ist das aber, wenn wir Ruhes Umsiedlungsaktionen, die ja nachgewiesen sind, zugrunde legen, keinesfalls. Hilfreich w√§ren weitere Abbildungen des Inneren des Antilopenhauses, nicht nur in Hinblick auf die Giraffenhaltung, sondern auch, um diesen Bau besser verstehen zu k√∂nnen.
Ein kleines Detail am Rande w√§re zum Verst√§ndnis der alten hannoveraner Bauten wichtig: Die Herren Hase und Adler h√§tten sicher Wert darauf gelegt, da√ü sie ihre Bauten vollst√§ndig aus Backstein aufmauern lie√üen und keinesfalls irgendwelche Beton- oder Hausteinkerne "verklinkern" wollte - erstere gab es noch nicht, zweitere wollten sie ja gerade vermeiden, da Backstein vor allem in Gegenden, in denen kein Haustein gebrochen werden konnte, eine deutlich preiswertere Baumethode bedeutete, die man etablieren wollte. Im Grunde stehen die ersten Gro√übauten Bodinus' in Berlin noch in der gleichen Tradition, w√§hrend die leipziger H√§user durch ihre Fertigung aus Haustein sicher auch eine Emanzipation von den backsteinernen Fabrik-Hallen der Gr√ľndungszeit der Anlage bedeuteten - hier wurde ein Backsteinkern mit teuren Hausteinen verblendet.
(10.02.2008, 14:42)
Andreas:   @ Michael Mettler
Trefflich, wie Du mein Ges√ľlze auf den Punkt gebracht hast. :-) Aber ich mu√üte ja eine schl√ľssige Beweiskette vorlegen, sonst h√§tte mich IP 66 in der Luft zerrissen! (Augenzwinker ) Nun hast Du mich aber auch neugierig gemacht, ob es stimmt. Gibt es Bilder von dem Haus voll verklinkert? Alle, die ich mir runtergeladen habe (10) zeigen die Sandsteins√§ulen. Auf einem ist zu erkennen, da√ü der Besuchereingang gesperrt ist und ein gro√ües Schild dar√ľber weist nach links.
Zentrales Tor glaube ich nicht,eher links (Fahnenhalterungen)
(10.02.2008, 07:38)
Michael Mettler:   Wow, CSI Antilopenhaus :-)

@Andreas: Wenn ich deine Idee richtig verstehe, standen die Giraffen also bei der Aufnahme in einem ehemaligen Besucher(vor)raum und der Torbogen gehört dann zu jenem zentralen Tor, vor dem auf dem am 30.1. von mir eingestellten Bild die einzelne Person (Pfleger?) vor dem Haus steht?
(09.02.2008, 21:23)
Andreas:   @Michael Mettler Entweder habe ich jetzt die L√∂sung, wo das besagte Bild entstanden ist, oder ich stifte noch mehr Verwirrung. Als erstes sind mit an der Seite die Kapitellchen aufgefallen. Es sieht so aus, da√ü prim√§r Sandsteins√§ulen vorhanden waren, die sp√§ter mit Klinkern verblendet wurden. Auf der linken Seite noch sorgf√§ltig angepa√üt, rechts einfach aufgesetzt. Dann habe ich mir den Hintergrund n√§her angesehen und wei√ü, wie Du auf den am Antilopenhaus gekennzeichneten Torbogen gekommen bist. Im ersten Moment sieht es wirklich so aus. Aber am Antilopenhaus sind neogotische Spitzb√∂gen. Danach habe ich den Eingang ins Auge gefa√üt, der als einziges einen Rundbogen aufwies. Unlogisch, da dicht im Hintergrund Wand mit B√∂gen. Da ich keine weiteren Vergleichsm√∂glichkeiten habe, blieb mir nur das Eingangsgeb√§ude. So sch√∂√∂√∂ne runde B√∂gen :-) Hab dann aus Deinem Bild das Tor separiert (Sandsteins√§ulen gr√ľnlich) und siehe da, es pa√üt ! Allerdings sind die Pfeiler zu kurz. Virtuell den Fu√üboden angehoben, pa√üt wieder ! Man beachte auch die Fensterb√∂gen im Hintergrund. Nun begannen die √úberlegungen, warum das Eingangsgeb√§ude umgebaut werden m√ľ√üte. Die plausibelste Begr√ľndung f√ľr mich w√§re, das Haus war stark sanierungsbed√ľrftig, die zierlichen Sandsteins√§ulen konnten die Last nicht tragen und der ganze Bau ist nach vorne gesackt. (Risse im Hintergrund Giraffenbild) Um das abzufangen, wurden die S√§ulen durch Klinker verst√§rkt, die alten Zierziegel in den B√∂gen der Fassade abgenommen und eine einheitliche Klinkerfassade entsprechend der ¬ďBlut und Erde¬ď Zeit hergestellt. Sogar die kleinen Metallhalterungen (o.l. im Bild) passen fast f√ľr die pomp√∂sen Fahnenhalterungen. Der Boden herum wurde angef√ľllt und neu befestigt ( vielleicht treppenartig) und bildet so einen neuen ¬ĄRinganker¬ď um das Haus, um ein weiteres Auseinanderdriften zu stoppen. Die Fenster (vielleicht auch nur eines) wurden zugemauert, aber so, da√ü als Solches noch kenntlich. Wurde das Eingangsgeb√§ude in der fraglichen Zeit umgebaut ? Wenn ja, dann war der Architekt es ein Zeitgenosse, der nicht alles Alte unkenntlich machte.
Und wie kommen nun die Giraffen dorthin ? Wir d√ľrfen nicht vergessen, da√ü Fotos Momentaufnahmen sind. Vielleicht war es eine Werbeaktion anl√§√ülich der Einweihung, ein Zoojubil√§um ( fr√ľher sind halbe Zoos durch die St√§dte gelaufen) oder auch Tiere, die bald weiter verkauft wurden und f√ľr die in den H√§usern momentan kein Platz war. Und da es ein ganz tolles Bild war, hat man es einfach in den Zoof√ľhrer von 1941 √ľbernommen.
Ich finde noch heute in Brosch√ľren oder B√ľchern (Neuauflagen) Bilder die mit baulichen Anlagen werben, die es so schon seit Jahren nicht mehr gibt. Nur weil das Foto eben toll ist.
Na, wie schaut es aus ? Kannst Du mit diesem M√§rchen leben? Mir hat es jedenfalls Spa√ü gemacht, ein wenig zu t√ľfteln. Die digitale Bildbearbeitung hat mir schon oft bei verschiedenen Projekten weitergeholfen. Zur Not sind noch ganz, ganz viele Torb√∂gen am Antilopenhaus, die im Laufe der Jahrzehnte auf- und zugemauert werden k√∂nnen :-)))

(09.02.2008, 16:44)
IP66:   Auf dem Dittrich-Plan zum Jahrhundertende befand sich zwischen diesen beiden H√§usern der gro√üe Spielplatz, den Ruhe demnach zumindest tweilweise in Gehege verwandelt hat. Zu dieser Zeit boten Antilopen- und Raubtierhaus im Zoo die einzigen gr√∂√üeren Innenraume, allerdings waren die Besucherzahlen eines Aktion√§rszoos ja nicht so gro√ü, so da√ü auch das Elefanten- oder Affenhaus hinreichend Raum zum Aufw√§rmen boten. Gerade f√ľr Ruhe bedeutete die Unterteilung des Zoos in Eingew√∂hnungs- und Schaugehege eine √úberlebensfrage. War das bei Hagenbeck nicht √§hnlich, wo der Bereich zwischen Giraffenhaus, heutiger Tapiranlage und chinesischem Teich ebenfalls f√ľr solche Zwecke genutzt wurde?
(09.02.2008, 10:54)
Michael Mettler:   Anbei der Zooplan von 1954. Wenn die Tiere an den richtigen Stellen eingezeichnet sind, waren also in Richtung Raubtierhaus die publikumswirksamen Arten Strau√ü, Giraffe und K√§ngurus untergebracht (sowie gleich neben den Giraffen laut Frank-Dieter Busch auch Tapire), w√§hrend die f√ľr die Masse uninteressanteren Antilopen auf der R√ľckseite waren. Das hatte bei der Eingew√∂hnung frisch importierter Antilopen sicher Vorteile, zumal man den Weg in diesem Bereich sogar vor√ľbergehend h√§tte sperren k√∂nnen, ohne dass die Besucher von Publikumslieblingen ferngehalten wurden. Es w√ľrde mich nicht wundern, wenn die noch bestehende Anordnung der Anlagen f√ľr die gleichen Tierarten ab den 60er Jahren auf diesen Erfahrungen basiert, denn auch hier hatten wir ja die attraktiven Giraffen und K√§ngurus am vorderen Weg (von der Afrika-Anlage √ľber das Raubtierhaus zum Elefantenhaus), die empfindlicheren Antilopenarten aber an einer Au√üenschleife - und auch dort fand ja urspr√ľnglich Eingew√∂hnung in kleinen, vergitterten Ausl√§ufen statt.

Der Weg zwischen Raubtierhaus und Antilopenhaus war laut altem Plan flankiert von Huftiergehegen, wobei das rechte von Hirschen oder Hirschziegenantilopen bewohnt wurde (Ich erinnere daran, dass gerade Hirsche in fr√ľheren Zeiten als beim Publikum sehr beliebte Zootiere galten!). Die beiden Anlagen links des Weges (eingezeichnet Zebu und Gnus) waren insofern etwas Besonderes, als es die ersten grabenbegrenzten Huftieranlagen des Zoos waren, was f√ľr die Besucher damals ebenfalls ein Highlight gewesen sein d√ľrfte. Rechnet man das alles zusammen und die vor der Raubtierfreianlage gelegene Sitzterrasse hinzu, hatte der Bereich zwischen Antilopen- und Raubtierhaus zeitweise tats√§chlich eine Art Zentrum-Charakter.
(08.02.2008, 19:28)
IP66:   Wenn meine Interpretationen der Bilder stimmen, m√ľ√üte die Giraffengruppe im Halle-Thread ja im alten Stall im halbrunden Teil des Geb√§udes gehalten worden sein - insofern wurde die alte Anlage zumindest zeitweise genutzt. Ich k√∂nnte mir allerdings vorstellen, da√ü nicht seinsehbare St√§lle, wie man sie zumindest am Ende der L√§ngsfl√ľgel etablieren konnte, bessere Haltungsbedingungen f√ľr Frischimporte geboten haben. Vor allem scheint mir aber wichtig, da√ü das Geb√§ude zu Ruhe-Zeiten √§hnlich √ľberholt gewirkt haben mu√ü wie heute gewisse Betonanlagen und man es deshalb weniger archtekturkonform besetzen konnte, zumal die F√ľlle von St√§llen und Ausl√§ufen sich f√ľr tempor√§re Unterbringungen anbot. Ich wei√ü allerdings nicht, wie der Platz zwischen Raubtier- und Giraffenhaus genutzt wurde, kann mir aber schon denken, da√ü ein derartiges Zentrum mit Besucherlieblingen durchaus erw√ľnscht war - K√∂ln besa√ü √§hnliches, wo noch heute Elefanten-, Giraffen- und Lemurenhaus als beliebte gro√üe Tierh√§user unmittelbar nebeneinanderstehen und lange Zeit das Gros der begehbaren Tierh√§user darstellten.
(08.02.2008, 18:28)
Michael Mettler:   Ich nehme an, dass es schlichtweg eine Platzfrage war, denn sonderlich schauattraktiv war ja das sp√§ter benutzte Gehege auch nicht - wirkte eher wie ein Tennisplatz... Vermutlich war es handelsbedingt eher selten, dass nur eine oder zwei Giraffen vorhanden waren (f√ľr mehr war der alte Stall wahrscheinlich nicht gebaut worden), sondern es mussten h√§ufig gleich mehrere importierte Tiere auf einen Schlag untergebracht werden. In den 30er Jahren importierte Ruhe jedenfalls regelm√§√üig Giraffen aus verschiedenen Teilen Afrikas, in √Ąthiopien hatte er sogar eine eigene Fang- und Eingew√∂hnungsstation f√ľr Tiere. Zudem ist es sogar denkbar, dass BEIDE Unterbringungsm√∂glichkeiten zeitweise zugleich benutzt wurden, indem z.B. ein Transport einer Gruppe j√ľngerer Tiere ins gro√üe Gehege kam und ein ausgewachsenes Exemplar wie das auf der Postkarte, das vielleicht vom letzten Transport √ľbrig war oder aus einem Zoo erworben wurde, ins alte Gehege.
(08.02.2008, 12:24)
IP66:   Im Hintergrund der Giraffe k√∂nnen Sie jetzt geau sehen, da√ü das Tor unter der Halbkuppel die gesamte Breite des halbierten Achtecks einnahm, da√ü es also, anders als in Berlin, keine Portikus oder eine andere Art Vorraum gab. Es stellt sich allerdings die Frage, weshalb Ruhe seine Giraffen nicht im alten Gehege ausstellte. Vielleicht wollte er diese wichtigen Schautiere nicht hinter dem Altbau verstecken?
(08.02.2008, 11:28)
Michael Mettler:   Praktischerweise habe ich ausgerechnet heute eine alte Ansichtskarte in eBay gefunden (und erworben), die meine Vermutung best√§tigt und - wie nebenstehend zu sehen - eine Giraffe in jenem zentralen Tortenst√ľckauslauf zeigt (erkennbar an der kleinen Kuppel). Voila!
(07.02.2008, 19:41)
IP66:   Leider komme ich erst jetzt dazu, fundiert zu antworten, da ich √ľber Karneval unterwegs war - und Schopfhirsche in Heidelberg und neue √úberlegungen zum frankfurter Flu√üpferdhaus zu liefern habe.
Ich habe mir das Giraffenbild im Halle-Thread noch einmal gr√ľndlich angesehen und neige dazu, die St√ľtzen unter dem Spitzbogen eher f√ľr vollst√§ndig aus Backstein geformte Zylinder zu halten, wie sie zwischen den einzelenen Antilopenlogen im Innenraum des Hauses zu sehen waren. Wenn das von Ihnen in diesem Thread angef√ľhrte Giraffenbild tats√§chlich die Au√üenansicht des halbrunden Anbaus zeigt, m√ľ√üte ich damit richtig liegen, da sich dort hinter den Tieren keine Portikus, wie in Berlin, sondern lediglich eine besonders hohe T√ľre befindet. Wenn man das oberste Bild mit dem Kudu neben das Giraffenfoto legt, k√∂nnte man den der Wand vorgelagerten Pfeiler als √úberschneidungszone ansehen, und dann w√§re es schon von den Proportionen her unwahrscheinlich, da√ü der Anbau √ľber zwei Stallt√ľren und eine dazwischen gelegene Spitzbogen√∂ffnung auf zylinderf√∂rmigen St√ľtzen verf√ľgt h√§tte. Selbst wenn jedoch die Ansicht auf dem Giraffenbild im Hall-Thread die von Ihnen angef√ľhrten Strebepfeilder mit einem verputzten Spiegel und einem Zierfeld am oberen Ende zeigt, sind diese am Au√üenbau ja an keiner Stelle so angeordnet, da√ü sie einen Spitzbogen tragen und sich zwischen ihnen eine √Ėffnung befindet auch nicht auf dem Giraffenbild in diesem Thread.
Die zweite Frage nach den Vorbildern f√ľr das hannoveraner Geb√§ude und der angestrebten Giraffenhaltung halte ich f√ľr noch interessanter, zumal ihre Bildersammlung mich eine wichtige Reihe von Dingen neu hat sehen lassen: Da√ü berliner Geb√§ude stellte zwar einen Quantensprung beim Strukturieren von Tierh√§usern dar, es war aber in seiner Ornamentik und architektonischen Organisation fast noch ein sp√§tklassizistischer Bau, jedenfalls der Mitte des Jahrhunderts weitaus n√§her als den Nebauten der 90er Jahre. Es ist interessant, da√ü Hannover schon in den letzten Jahren der Welfenzeit durch Konrad Wilhelm Hase einen neuen Backsteinstil entwickelte, der st√§rker vom Historismus als vom Sp√§tklassizismus der Schinkelschule gepr√§gt war, und da√ü man dann im Zoo in die Lage geriet, den berliner Bau zwar vom Typus her kopieren zu m√ľssen, aber ihn gleichzeitig gestalterisch so aufwerten zu wollen, da√ü er den neuen, gr√ľnderzeitlichen Anspr√ľchen gen√ľgte: Ich denke, da√ü die Fassade zum Raubtierhaus mit dem schweifhauben bekr√§nten Mittelturm, den f√ľnfachsigen Fl√ľgeln und den zwei Minaretten diesen Anspr√ľchen eher gen√ľgte als die R√ľckseite, die nur durch den Anbau f√ľr Giraffen und die von Ihnen angef√ľhrten Strebepfeiler ausgezeichnet wurde und in mancher Hinsicht noch hinter Berlin zur√ľcksteht. Wenn also das zentrale Gehege f√ľr Giraffen vorgesehen war - was ich wegen der hohen Stallt√ľre f√ľr wahrscheinlich halte, dann hat man es doch immerhin auf die R√ľckseite des Hauses verlegt und nicht, wie man das auch h√§tte tun k√∂nnen, den Mittelturm der Fassade als willkommenen Hintergrund f√ľr ein Giraffengehege verwandt. Da√ü es sich bei der r√ľckw√§rtigen Mittelloge um das Gegenteil des berliner Giraffengeheges, das die entscheidende Perspektive √ľber den vierwaldst√§tter See pr√§gte, handelt, zeigt schon der Plan bei Dittrich, S. 64/65, wo sich der Besucherweg zwischen Giraffenloge und Zoogrenze hindurchzw√§ngt. Der langen Rede kurzer Sinn: Offensichtlich vermied man nicht nur, das Geb√§ude als Giraffenhaus zu bezeichnen, sondern wollte auch nicht in die Lage geraten, diese Tiere auf der Schauseite des Geb√§udes vorf√ľhren zu m√ľssen, weshalb man eine Haltungsm√∂glichkeit zwar realisierte, aber auf die R√ľckseite verlegte, wo ein Besatz mit gr√∂√üeren, aber leicht zu beschaffenden Tieren nicht ins Gewicht fallen w√ľrde.

(07.02.2008, 19:22)
Michael Mettler:   Und dieses Bild der Gro√üen Kudus, aufgenommen zur gleichen Zeit und vom gleichen Fotografen (Danke f√ľr die Genehmigung zur Verwendung, Frank!) m√ľsste sogar genau jenen Auslauf zeigen. Wie man sieht, ist die Ziers√§ule am Haus hier h√∂her als bei den Nachbarabteilen unter dem Flachdach. Es k√∂nnte sich also um das selbe Gehege handeln, in dem 1934 die beiden Giraffen aufgenommen wurden (siehe unten).

Nur eine Vermutung: Vielleicht war dieser Auslauf und der dazugeh√∂rige Stall zwar von Anfang an f√ľr Giraffen konzipiert, aber in den ersten Jahrzehnten mangels Verf√ľgbarkeit nicht immer mit diesen besetzt, und man nahm dann einfach die n√§chstgr√∂√üere Huftierl√∂sung als Ersatz: Gro√ükamele (f√ľr gro√üe Wildrinder d√ľrften die Ausl√§ufe nicht stabil genug umgrenzt gewesen sein). Denn das Haus wurde 1891/92 errichtet, als die Einfuhr von Giraffen aus dem damaligen Hauptfanggebiet Sudan kaum m√∂glich war (dieses Thema hatten wir schon mal in Zusammenhang mit dem K√∂lner Haus). Das w√ľrde auch dem anf√§nglichen Namen "Kamel- und Antilopenhaus" (n√§mlich eben NICHT "Giraffen- und Antilopenhaus", was ja viel spektakul√§rer gewesen w√§re) eine viel wichtigere Bedeutung zuweisen. Das eigentliche (vermutlich im Gegensatz zum Antilopenhaus ungeheizte) Kamelhaus entstand n√§mlich erst 1937, also in der Ruhe-√Ąra, in der durch die Handelst√§tigkeit ein mehr oder weniger st√§ndiges Vorhandensein von Giraffen garantiert war. F√ľr 1933 (also das 2. Jahr unter Ruhe) fand ich zudem den Hinweis, dass im Haus ein Erweiterungsumbau f√ľr Giraffen stattgefunden habe (leider ohne weitere Details).
(30.01.2008, 23:06)
Michael Mettler:   Dieses Foto von 1958, aufgenommen von Frank-Dieter Busch, zeigt eine Beisa in einem der Tortenst√ľckgehege an der R√ľckseite des Antilopenhauses. Ich gehe davon aus, dass die kleine Kuppel rechts im Bild zum Stall des zentralen Auslaufes im Halbrund geh√∂rte, also zu meinem vermuteten originalen Giraffenauslauf.
(30.01.2008, 22:45)
Michael Mettler:   ...Auslauf AN der Haupthalle muss es nat√ľrlich hei√üen, denn es ist eine Au√üenaufnahme..
(30.01.2008, 13:16)
Michael Mettler:   @IP66: In gewissem Sinne war das Haus auch schon vor Ruhe ein Sammelsurium-Geb√§ude, denn er√∂ffnet wurde es als Kamel- und Antilopenhaus, beherbergte aber im Lauge der Zeit mindestens auch Giraffen, Anoas, Einhufer und Laufv√∂gel sowie immer mal wieder K√§ngurus (also bis auf die Kamele und Anoas das gleiche Sortiment, das man bis in die 1980er Jahre noch im Berliner Haus vorfand). F√ľr Gro√ükamele entstand sp√§ter ein anderes Haus, in dem auch Rinder untergebracht wurden, die Kleinkamele "wanderten" regelrecht durch das Zoogel√§nde, waren mal hier und mal da untergebracht. Erst im Zuge des Gro√üumbaues der 1960er spielten Kamele wieder Gastrollen im Antilopenhaus, das zu diesem Zeitpunkt vielfach aus Ausweichquartier diente. Laut Aussage eines Bekannten, der das Haus noch kennt, gab es zudem √§hnlich wie in Berlin kleine Gelasse im Inneren, die rechts und links des Durchganges zur Haupthalle lagen. Anzunehmen, dass dort nicht nur Kleinantilopen, sondern auch andere Tiere untergebracht wurden.

Der Wechsel der Giraffen innerhalb des Hauses erg√§be insofern Sinn, als man in der Vor-Ruhe-Zeit allein aus Kostengr√ľnden mit Sicherheit nur die Haltung von ein bis zwei Giraffen einplante, die eventuell im zentralen Tortenst√ľck-Gehege unterzubringen waren, w√§hrend Ruhe sp√§ter Platz f√ľr mehr Individuen brauchte. Anbei die erw√§hnte Giraffenaufnahme aus dem Zoof√ľhrer von 1934, die m√∂glicherweise in jenem mittleren Auslauf der Haupthalle entstand.
(30.01.2008, 11:16)
IP66:   Es ist schade, da√ü wir √ľber diesen Bau, der im Gegensatz zu Leipzig und wohl auch Dresden mit dem berliner Vorbild sehr sch√∂pferisch umgegangen ist, so wenig wissen.
Der von ihnen eingekreiste Bogen scheint mir jenem auf dem FOto nicht zu entsprechen, da ich die aufgenommenen S√§ulenreste nicht wiederfinden kann, diese aber sehr gut zu den in typisch Hase'scher Weise aus Backsteinen gefertigten St√ľtzen im Innenraum passen. Au√üerdem m√ľ√üte der Bogen ja nach dem Giraffenimport in der Zwischenkriegszeit vermauert worden sein, wozu das dreiteilige Fenster nicht passen will.
Der Verlust der orignalen Tore im raubtierhausseitigen Fl√ľgel erkl√§re ich mir weniger durch Kriegszerst√∂rung denn durch die Verwendung der St√§lle f√ľr gr√∂√üere Arten, da der Stallraum im rechteckigen Fl√ľgel des Hauses besser zu versorgen und auch leichter zu ver√§ndern war. Wenn allerdings meine Vermutung in Hinblick auf die Stallung der Giraffen stimmt, m√ľ√üten sie im Halbrund untergebracht gewesen sein und demgem√§√ü nicht in dem Au√üengehege, in dem sie sie nachgewiesen haben. Die klassischen Tortenst√ľckgehege besa√ü das Geb√§ude ja von Anfang an nur auf der Halbrundseite, und es w√§re interessant zu wissen, ob die Giraffen hier das Mittelgehege bewohnten, da√ü immerhin jene Vorhalle besa√ü, die in ungleich monumentalerer Ausf√ľhrung schon in Berlin vorhanden war und viele Nachfolger finden sollte. Die gr√∂√üeren Gehege lagen freilich um den dem zentralen Felsen abgewandten Seitenfl√ľgel herum, w√§hrend man um den gegen√ľberliegenden Bauteil deutlich kleinere Anlagen gruppiert hat, was einerseits daran liegen k√∂nnte, da√ü dort Heulager untergebracht waren, andererseits aber auch der kleinteiligen Parkanlage geschuldet war, der man den langen Gehegefl√ľgel nicht zumuten wollte.
Schlie√ülich f√§llt auf, da√ü das Geb√§ude das mit Abstand ger√§umigste Tierhaus im Zoo vorstellte, sich somit f√ľr die Haltung gr√∂√üerer w√§rmebed√ľrftiger Tiere anbot, zumal die Geb√§ude der Gr√ľndungszeit gerade aufgrund ihrer malerischen Konzeption zur Haltung von w√§rmebed√ľrftigen Exoten kaum taugten. In der Ruhe-Zeit mu√ü der Bau der mit Abstand am altmodischsten wirkende des Zoos gewesen sein (vergleichbar unseren Betonanlagen), weit √ľberst√§ndiger als die anglisierenden H√ľtten und der zentrale Felsen, aber auch das Elefantenhaus. Da√ü er dadurch und aufgrund seiner Nutzbarkeit f√ľr Huftiere aller Art zu einer Art Resevegehegesammlung verkam, wundert nicht, und so sieht er zumindest auf den Nachkriegsbildern ja auch aus.

(30.01.2008, 10:56)
Michael Mettler:   @Ulli, um die HAZ-Meldung zu aktualisieren: Die Watussirinder, Papageien und Sittiche sind schon seit Anfang November 2007 in Jaderberg, die Tapire gingen letzte Woche Donnerstag (24. Januar) nach Krakau. Wollen wir mal hoffen, dass die Infos der HAZ nicht so alt sind wie manche der Umz√ľge, denn DAMALS war S√ľdafrika f√ľr die Kaffernb√ľffel m.W. noch das realistische Ziel, aber mir scheint es so, als st√ľnde dahinter noch immer ein dickes Fragezeichen... So weit ich geh√∂rt habe, sollen die Bisons und Riesenschildkr√∂ten in dieser Woche umziehen.
(30.01.2008, 09:39)
Ulli:   Der bef√ľrchtete Suppentopf bleibt leer:
Laut HAZ vom 30.01.2008 gehen die Kaffernb√ľffel in einen Nationalpark in S√ľdafrika,
Die Watussirinder, Graupapageien und Amazonenpapageien gehen nach Jaderberg, die Bisons √ľbergangsweise nach Schwarmstedt, die Flachlandtapire in den Zoo Kraukau, die Riesenschildkr√∂ten zu Hagenbeck.
(30.01.2008, 08:29)
Michael Mettler:   @IP66, zu der im Thread "Zoo Halle" aufgeworfenen Frage: Leider geben die wenigen Fotos und sonstigen Darstellungen des historischen Antilopenhauses keine weiteren Details her, mir fehlt auch brauchbares Bildmaterial von der R√ľckseite. Auf dem schon einmal verwendeten Bild habe ich den m√∂glichen Giraffen-Torbogen eingekreist, zumindest wurde das dazugeh√∂rige Gehege in der Nachkriegszeit f√ľr Giraffen verwendet. Im Zoof√ľhrer von 1934 stehen allerdings zwei Giraffen - darunter die Mutter des sp√§teren Halleschen Bullen - vor einem "normalen" rechteckigen Stalltor. Das k√∂nnte im Mittelauslauf des halbrunden Geb√§udeteils gewesen sein, zumindest ist im Zooplan von 1954 an dieser Stelle eine eckige Stallt√ľr eingezeichnet, w√§hrend die T√ľren der benachbarten "Tortenst√ľck"-Aufl√§ufe einen Rundbogen haben.

Was die Kriegszerst√∂rung betrifft: Auff√§llig ist, dass der Frontpartie des wiederhergestellten Hauses z.B. die Zierb√∂gen um die Stallt√ľren herum fehlen, die auf den Vorkriegsfotos und -zeichnungen zu sehen sind.

Ich halte √ľbrigens f√ľr gut m√∂glich, dass das Originalgeb√§ude im Laufe der Zeit auch innen mehrfach den Anforderungen angepasst und ausgebaut wurde (wie auch das historische hannoversche Dickh√§uterhaus). Daf√ľr spr√§che auch die etwas unorthodoxe Aufteilung der Au√üengehege, die keineswegs symmetrisch um das Geb√§ude angeordnet waren und deren Aufteilung und Form sich alle paar Jahre √§nderte, wie man aus den alten Zoopl√§nen ersehen kann (eines davon war √ľbrigens kein Gehege i.e.S., sondern eine Reitbahn). In der Ruhe-√Ąra wurden z.B. drei Au√üengehege extra mit Badebecken f√ľr die Haltung von Tapiren umger√ľstet, da das Dickh√§uterhaus (wo vorher Tapire gehalten wurden) in der Regel mit Elefanten, Nash√∂rnern und Nilpferden voll ausgelastet war.
(30.01.2008, 00:35)
IP66:   Der von Herrn Jahn eingestellte Plan erm√∂glicht interessante Beobachtungen: Zum einen waren die ersten Tierkinderzoos wohl nicht nur Anlagen f√ľr Menschen-, sondern auch f√ľr Tierkinder, die den Haustierbestand zumindest in Leipzig dominiert haben. Es scheint fast so, als h√§tten die Haustierarten nur dazu gedient, die F√ľlle an Jungtieren zu vergr√∂√üern. Zudem scheint mir der sp√§ter so h√§ufig realisierte Bauernhofgedanke an der Plei√üe noch nicht sehr pr√§sent.
Der zweite Punkt, um dessentwillen mich die Kinderzooentwicklung interessiert, betrifft den Schritt wegn vom Aktion√§rszoo, in den eine solche Anlage eigentlich nicht pa√üt. Die Daten aus Leipzig und Berlin fallen ja in beiden Zoos in eine Phase, in der, nach dem Verschwinden der klassischen Zootr√§gerschicht in der Zwischenkriegszeit, neue Besuchergruppen angesprochen werden sollen. Das mag in Leipzig mit mehr Nachdruck betrieben worden sein als in Berlin, ich denke aber, da√ü auch dort der Kinderzoo, der Ersatz des halben Raubtierhauses durch die L√∂wenanlage und der neue Affenfelsen einen Schritt in diese Richtung bedeutet haben. Zu Ruhe und Hannover pa√üt die Entwicklung doch noch besser, ging es dort doch darum, einen Aktion√§rszoo durch Steigerung der Einmalbesuche weniger zuschu√übed√ľrftig zu machen, weshalb er von der Stadt ja teilprivatisiert wurde.
(21.01.2008, 17:47)
Hannes L√ľke:   Hat evtl jemand noch mehr Bilder von diesen Tierkinderzoos.
Das mit den Wildtieren höre ich zum ertsen mal...
(21.01.2008, 00:45)
Oliver Jahn:   Das mit dem Sondereintritt war wohl √ľblich, denn auch auf dem Leipziger Plan sieht man eine Kasse. Von daher halte ich es f√ľr Berlin durchaus m√∂glich, dass das nicht unbedingt nur Zootiere waren.
(20.01.2008, 19:52)
Michael Mettler:   Berlin hatte ein Jahr Vorsprung: 1931 wurde auf dem damaligen Sonderschaugel√§nde zusammen mit Fa. Ruhe (!) ein Tierkindergarten mit Dressurschule aufgebaut; letztere l√§sst den Schluss zu, dass auch hier nicht nur Haustiere gehalten wurden. F√ľr den Tierkindergarten wurde gesonderter Eintritt erhoben. Scheint so, als habe Ruhe in Berlin erstmals das verwirklicht, was er im folgenden Jahr dann nach der Pacht√ľbernahme in Hannover auf "eigenem" Boden fortsetzte. W√§re interessant, ob der Tierbestand der Berliner Einrichtung wirklich dem Zoo geh√∂rte oder von Ruhe gestellt wurde; wie gesagt, es war ein Sonderschaugel√§nde, auf dem z.B. auch Hagenbecks Wanderschauen unterkamen, so dass man dortige Einrichtungen nicht automatisch als Berliner Ideen abbuchen darf.
(20.01.2008, 18:41)
Oliver Jahn:   Wer hier wem ggf. als Vorbild gedient hat, kann ich nicht sagen, aber zumindestens hat Leipzig ebenfalls 1932 seinen Kinderzoo er√∂ffnet. Die Pl√§ne sind von B√ľhring und auch hier wurden neben Haustieren z.B. junge L√∂wen, Affen, B√§ren, K√§nguruhs und ein junger Elefant gehalten.
(20.01.2008, 16:42)
Michael Mettler:   Ich bin mir ziemlich sicher, dass Berlin schon vorher einen Kinderzoo hatte, m√ľsste das Datum aber auch nachschlagen. Ist m.W. in Kl√∂s' Bauten-Chronik enthalten.
(20.01.2008, 15:36)
IP66:   Gab es f√ľr den 1932 er√∂ffneten Kinderzoo irgend ein Vorbild?
(20.01.2008, 14:46)
Michael Mettler:   Was wohl die Medien HEUTE daraus gemacht h√§tten: Braunb√§rin Newa, geboren Anfang 1976 in Hannover, lebt seit Herbst 1976 in Landau. Alles schon mal dagewesen...
(19.01.2008, 17:43)
Michael Mettler:   Der Aufnahmezeitraum l√§sst sich noch ein wenig mehr eingrenzen: Der Tierkinderzoo wurde 1932 er√∂ffnet, der Zoo nach Zerbombung 1944 geschlossen (bis 1946, nach dem Krieg sah der Tierkinderzoo allerdings ganz anders aus). Im fraglichen Zeitraum gab es ein junges Hippo aus eigener Nachzucht (geboren im Herbst 1931) und mehrere j√ľngere Tiere im Handels-Durchlauf.
(18.01.2008, 23:10)
Michael Amend:   Das mit dem Flu√üpferd ging jahrelang ganz ausgezeichnet, nur den Elefantenbullen hat man nach 12 Jahren dann doch aus dem Streichelzoo genommen, als er st√§ndig Kinder nach seinem Pfleger geschmissen hat, weil keine Steine greifbar waren....
(18.01.2008, 19:15)
Michael Mettler:   Das ist ja ein interessantes Bild, das kannte ich noch gar nicht! Flusspferd ist eindeutig, und rechts von dem √ľberdachten H√§uschen erkenne ich auch noch eine Beisa... Bei den alten Karten wurde zwar hie und da mit Fotomontagen gearbeitet, aber ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass man unscharfe bzw. schr√§g von hinten fotografierte Tiere extra in ein Bild einarbeitete. Bis jetzt hatte ich noch keinen textlichen Hinweis darauf gefunden, dass im damaligen Kinderzoo (das Foto muss in den 30er oder 40 Jahren entstanden sein) auch Wildtiere im "Streichelbereich" untergebracht wurden, so wie es Ruhe ja viele Jahre sp√§ter im Babyzoo Wingst und teilweise wohl auch in Brunkensen machte.
(18.01.2008, 11:48)
Bj√∂rnN:   Ein junges Ffusspferd oder ein ausgewachsenes Zwergflusspferd - sieht wirklich danach aus.....
(18.01.2008, 11:07)
Tim Sagorski:   Ich hab da mal ne Frage... Habe ne alte Postkarte vom Hannoveraner Kinderzoo gefunden, an dir mir eine Sache ganz besonsers aufgefallen ist... L√§uft da im Hintergrund wirklich ein junges Flu√üpferd rum, oder t√§uscht der Eindruck ?
(18.01.2008, 09:20)
IP66:   Wenn ich ihre Angaben richtig interpretiere, dann war es wohl eher so, da√ü man im gro√üen Raubtierhaus mangels Ressourcen manches ausstellte, was in Berlin eher das Kleinraubtierhaus bev√∂lkerte, und erst 1885, als man nach einer guten halben Generation Betrieb den nicht mehr ganz neuen Bau einigerma√üen best√ľckt hatte, ein Kleinraubtierhaus errichtete. Die √ľbrige Geschichte haben sie ja geschildert, wobei ich nur erg√§nzen kann, da√ü mir die Errichtung von Etagenk√§figen in den 20er oder 30er Jahren recht sp√§t vorkommt, war dies doch eine Zeit, in der mancher Zoo seine K√§fige aus der Aktion√§rszeit lieber durch aufwendige Freianlagen erg√§nzte. Es mag aber sein, da√ü solch' eine Anlage f√ľr einen Handelszoo praktisch war, zumal es Bedarf an Kleinraubtieren in dieser Zeit gegeben hat. Allerdings mag es manchenorts nicht anders gewesen sein als in Hannover, wo man die Frontseite seines Raubtierhauses mit einer markigen Freisichtanlage zierte, um hinter dem Geb√§ude die Arten zu stapeln.
(28.12.2007, 17:38)
Michael Mettler:   Die Chronik "Hundert Jahre Zoo Hannover" gibt mit ihren relativ detallierten Tierlisten im Anhang ganz gut Aufschluss, welche Raubtierarten zwischen Er√∂ffnung des Zoos (1865) und Fertigstellung des Gro√üen Raubtierhauses (1868) hinzukamen, vorhanden waren oder gar schon z√ľchteten. Gro√üb√§ren lasse ich mal weg, da diese im B√§renzwinger (B√§renburg) untergebracht waren und somit nicht oder nur als Gelegenheitsg√§ste f√ľr das Gro√üe Raubtierhaus in Frage kommen: So gab es am 29.10.1864, also noch vor der Er√∂ffnung des Zoos, 1 Mungo, 1 Steinmarder, 1 Iltis, 2 Dachse und 8 F√ľchse - also nichts, was nach aufw√§ndigerer Unterbringung schrie. Im Gesch√§ftsjahr 1864/65 wurden noch 1 Fischotter und 1 Nasenb√§r angekauft.

1865/66 gekauft 1 L√∂we und 1 Wickelb√§r; als Geschenke erhalten 2 Tigerkatzen, 2 Wildkatzen, 1 Afrikanische Zibetkatze, 3 Waschb√§ren, 1 Nasenb√§r, 2 W√∂lfe, 1 Palmenmarder (Palmenroller?); gez√ľchtet 6 W√∂lfe, 2 Waschb√§ren und 4 Nasenb√§ren (letztere angeblich eine Erstzucht!).

1866/67 als Geschenke 1 Zebramanguste, 2 F√ľchse, 1 Paar Wildkatzen; Nachzucht 5 W√∂lfe, 4 Nasen- und 2 Waschb√§ren.

1867/68 als Käufe 4 Hyänen, 1 Puma, 1 Panther, 1 Waschbär, 1 Paar Korsaks; als Geschenke 1 Dachs, 1 Pumaweibchen, 4 Fischotter; Nachzucht 6 Wölfe und 3 Waschbären. Wie man sieht, dominieren bis dahin die winterharten Raubtierarten.

1868/69, also im Gesch√§ftsjahr, als das Gro√üe Raubtierhaus er√∂ffnet wurde: K√§ufe 2 L√∂wen und 1 Luchs; Geschenk 1 Tigerkatze; Nachzucht 5 W√∂lfe und mehrere Hy√§nen (im Text des Buches als Streifenhy√§nen geschildert). Geld f√ľr Neuanschaffungen war in dieser Phase so gut wie nicht vorhanden! Mag sein, dass die K√§fige des Hauses deshalb auch mit anderen Arten gef√ľllt wurden, z.B. kam im selben Gesch√§ftsjahr ein Brillenb√§r in den Zoo.

√Ąhnlich schleppend geht es in den Folgejahren weiter, so ist erst f√ľr 1870/71 der erste Tiger verzeichnet und f√ľr 1872/73 der erste Jaguar. Die erste Katzennachzucht waren 2 L√∂wen 1869/70, die ersten Leopardenjungtiere wurden 1875/76 verzeichnet, 1879/80 erstmals junge T√ľpfelhy√§nen. Falls ich nichts √ľberlesen habe, lie√ü die erste Tigernachzucht bis 1906/07 auf sich warten, die erste Pumanachzucht gar bis 1915/16 und der erste Jaguar bis 1920/21!
(28.12.2007, 12:01)
Michael Mettler:   P.S. Bis zum Bau des Gro√üen Raubtierhauses waren die wenigen Raubtiere des Zoos bis auf die B√§ren (in der B√§renburg) eher provisorisch untergebracht, die L√∂wen z.B. in einem eigentlich f√ľr W√∂lfe gedachten Zwinger in der Felsenanlage.
(28.12.2007, 11:21)
Michael Mettler:   "Karnickelboxen" w√ľrde auch ich als mindestens doppeletagig deuten. Immerhin gab es genau so etwas sogar noch f√ľr kleine Greifv√∂gel und Eulen bis Mitte der 1980er in Antwerpen.

Zu hannoverschen Kleinraubtierunterk√ľnften: 1877 wurde ein Hundeasyl im Zoo gebaut, das insofern von Bedeutung ist, als man es ab 1903 (nach dem Bau eines Nachfolgehauses) f√ľr Schakale und F√ľchse nutzte. Was aus dem 1886 errichteten Schakalzwinger wurde, wei√ü ich leider nicht. Ab 1885 gab es ein Haus f√ľr kleine Raubtiere. Ich nehme aber an, dass winterharte Arten hie und da auch in Einzelk√§figen gezeigt wurden oder w√§rmebed√ľrftige z.B. im Affenhaus. 1929 wurde erneut ein Haus f√ľr kleine Raubtiere (bis Hy√§nengr√∂√üe) erbaut, das jedoch 1933, zwei Jahre nach der Pacht√ľbernahme Ruhes, zu einem Menschenaffenhaus umgebaut wurde, um die empfindlicheren Menschenaffenjungtiere nicht mehr im selben Geb√§ude wie die Niederen Affen unterbringen zu m√ľssen. Vermutlich f√ľhrte diese Umwidmung zum Bau der K√§fige an der R√ľckseite des Gro√üen Raubtierhauses, die ja im Zoof√ľhrer von 1934 als "neu" bezeichnet wurden. Bis wann die Geb√§ude des 19. Jh. standen, m√ľsste ich mal anhand der verf√ľgbaren Zoopl√§ne zu rekonstruieren versuchen. Auf jeden Fall wird deutlich, dass man Geb√§ude f√ľr kleine Raubtiere erst errichtete, als das Gro√üe Raubtierhaus schon stand.

Als erster "deutscher" Sibirischer Tiger wird im "Zoologischen Garten" ein Exemplar genannt, das schon Ende des 19. Jh. (ich meine, 1893) in den Hamburger Zoologischen Garten gelangte.
(28.12.2007, 11:19)
IP66:   Der Begriff "Karnickelst√§lle" l√§√üt mich an in mehreren Etagen angeordnete Kleinraubtierk√§fige wie im alten Zoo in N√ľrnberg denken. Immerhin g√§be es eine Verbindung nach Berlin, allerdings nur insofern, als auf beiden Hausr√ľckseiten die eher kleineren Arten gehalten wurden. Gab es denn im Zoo des sp√§ten 19. Jahrhunderts √§ltere Kleinraubtierunterk√ľnfte, die abgerissen und durch diesen Neubau ersetzt wurden? Schlie√ülich finde ich es auch noch interessant, da√ü es schon vor dem zweiten Weltkrieg Importe sibirischer Tiger gab. Hier d√ľrfte sich doch, wie bei den Schneeleoparden das Problem ergeben haben, diese Arten in den vorhandenen H√§usern nur schwer unterbringen zu k√∂nnen. Allerdings gab es ja in M√ľnchen schon in der Zwischenkriegszeit einen Raubtierhof f√ľr kalte Arten, der in seinen Grundz√ľgen bis heute erhalten ist.
(28.12.2007, 10:56)
Michael Mettler:   Anbei ein seltener Bildbeleg: Sibirischer Tiger auf der Freianlage am hannoverschen Raubtierhaus (Ansichtskarte aus dem Zoo Hannover). Das Foto selbst ist leider undatiert, die Karte wurde aber laut handschriftlichem Vermerk am 22.4.1949 im Zoo erworben. M√∂glicherweise handelt es sich also um einen der beiden Tiger, die den Krieg in Alfeld √ľberstanden hatten und nach einem einj√§hrigen Gastspiel in Frankfurt nach Hannover zur√ľckkehrten. Eine zweite, gleichzeitig gekaufte Postkarte zeigt eine L√∂wenfamilie auf dem hinteren Teil der Freianlage, vor dem K√§fig rechts neben der Grotte.

Heute konnte ich dann auch einen Zeitzeugen befragen, der das Haus noch aus den 50ern kennt. Er kann sich nicht daran erinnern, dass es an der R√ľckseite einsehbare Innenk√§fige gab. In Richtung Affenhaus zeigte ein gro√üer halbrunder Au√üenk√§fig, und neben diesem befanden sich (Zitat) "gemauerte Karnickelboxen", in denen kleine Raubtiere untergebracht waren. Ich selbst kann mich auch nicht daran erinnern, dass die r√ľckseitige Au√üenwand des Hauses, die ja nach dem Umbau 1959/60 ohne K√§fige davor wieder sichtbar war, irgendwo einen offensichtlich zugemauerten Wanddurchbruch zeigte. Also waren die r√ľckw√§rtigen K√§fige tats√§chlich nur f√ľr winterharte Arten bzw. f√ľr anderweitig √ľberwinterte Sommerbewohner gedacht und geeignet.
(27.12.2007, 19:40)
IP66:   Schlawe nennt ja als Vorbild f√ľr die Raubtiergalerien englische, in diesem Fall dann wohl londoner Vorbilder. Allerdings ist, wenn ich mich recht erinnere, auch das k√∂lner Raubtierhaus schon in den 60er Jahren entstanden, und es mutet recht naheliegend an, da√ü Herr Bodinus in Berlin seine k√∂lner Pl√§ne in einer verbesserten Version ausf√ľhren hat lassen. Es ist schade, da√ü anscheinend vom k√∂lner Bau keine brauchbaren Bilder vorliegen. Immerhin erlauben uns die vorhandenen Hinweise eine stilistische Eindorfnung des hannoveraner und des berliner Baus. Vorauzuschicken w√§re allerdings, da√ü die Zeit zwischen 1870 und 1890 eine stilistische Wende im Historismus markiert, da sich einerseits eine gr√∂√üere Gewandheit im Umgang mit den notwendigen gro√üen Bauvolumina entwickelt und auch die Stilnachahmung immer korrekter gelingt, da die historischen Vorbilder durch entsprechende Publikationen immer leichter rezipierbar werden. Insofern stehen die uns interessierenden Bauten noch im Zeichen der vorangegangenen, fr√ľhhistoristischen Entwicklung, aber in verschiedenen Kontexten. In Hannover wurde auf malerische Weise und ziemlich fantasievoll, aber ohne dogmatischen Blick auf den Stil ein romantischer Bau geschaffen: Da gerieten dann Burgzinnen √ľber die K√§fige, Halbs√§ulen liegen den W√§nden vor und man hat den Eindruck, da√ü auch die K√§fige unter den Segmentb√∂gen so etwas wie Grotten vorstellen sollten. Inkonsequent war der Entwerfer aber insofern, als er alle den Zierrat um einen streng symmetrischen Bau anh√§ufte und diesen nicht, wie das Dickh√§uterhaus, in eine malerisch-assymmetrisch-mittelalteriche Komposition verwandelte. Da sind Grundri√ü und Erscheindungsbild im von Schinkel in solchen Dingen bis in die zweite Jahrhunderth√§lfte gepr√§gten Berlin besser in Deckung gebracht, und auch das Formvokabular, das verwendet wird, erzeugt einen Eindruck, der im Vergleich mit Hannover nachgerade √§rmlich wirkt, K√§figgr√∂√üe und Vergeilung erschlie√üt sich dem Betrachter sofort, geometrisch abwegige Formen wie Segmentb√∂gen und Kindereien wie Zinnen finden sich nicht. Interessant ist, da√ü keiner der beiden Bauten exotisierende Elemente enthielt und das beide schon ein bis zwei Jahrzehnte nach ihrer Errichtung √ľberholt gewirkt haben m√ľssen und beide gro√üe Umbauten in der Zwischenkriegszeit erfuhren.
(23.12.2007, 15:00)
Michael Mettler:   Wenn man die Luftaufnahme des historischen Originalzustandes mit der Frontaufnahme der umgebauten Variante vergleicht, kann man ganz gut erkennen, dass die neuen Au√üenk√§fige auf der Fl√§che der alten entstanden sind; unterhalb der modernen Frontgitter verlief die alte Hausmauer. Die Helligkeit der neuen K√§fige war bedingt dadurch, dass man das alte massive (und damit verdunkelnde) Dach gegen eine Gitterdecke mit √ľbergelegtem, transparentem Kunststoff-Welldach austauschte; allein dadurch d√ľrften die K√§fige gr√∂√üer gewirkt haben als vorher. Aber auch im Originalzustand d√ľrften sie gr√∂√üer gewesen sein als die Frankfurter. Man sieht z.B. an der rechten Seite zwischen Freianlage und Eckk√§fig zwei l√§ngliche Au√üenk√§fige. Auf der Aufnahme des umgebauten Zustandes sind f√ľnf etwa quadratische Gittersegmente rechts der Freianlage erkennbar. Das √§u√üere linke war der besagte Absperr-/Reservek√§fig, die anderen bildeten zu je zweit das Frontgitter der beiden Au√üenk√§fige, die damit √§hnlich gro√ü geblieben sein d√ľrften wie ihre historischen Vorg√§nger.

Was ich bisher auch nicht wusste und erst beim Nachschlagen erfahren habe: Das hannoversche Raubtierhaus (gebaut 1866-68) war √§lter als das Frankfurter (gebaut ca. 1873/74 nach dem Umzug des Zoos auf den heutigen Standort) und sogar als das in der Konzeption vergleichbare Gro√üe Raubtierhaus in Berlin (gebaut 1870/71). Interessanterweise wurde auch das Letztere nachtr√§glich, n√§mlich 1899, an der "kalten", nach Nordwesten weisenden Seite durch K√§fige f√ľr weniger empfindliche Arten erweitert.
(22.12.2007, 11:49)
IP66:   Leider kann man in Frankfurt ja nicht mehr nachmessen, aber ich habe den Eindruck, da√ü dort die Vergr√∂√üerung der K√§fige des 19. Jahrhunderts nur nach oben h√§tte erfolgen k√∂nnen. Waren denn die hannoveraner K√§fige schon im 19. Jahrhundert ger√§umiger als jene in Frankfurt oder hat man dort einfach die Front in Richtung Besucher verschoben? Die Situation in Frankfurt lie√ü eine solche Erweiterung ja nicht zu, wenn man den Besucherweg nicht im Weiher versenken wollte.
(22.12.2007, 10:27)
Michael Mettler:   @MA: Im Vergleich zu den Frankfurter K√§figen d√ľrften 7 der 9 "normalgro√üen" hannoverschen Au√üenk√§figen etwa die anderthalbfache bis doppelte Fl√§che gehabt haben. Die beiden √ľbrigen k√∂nnten ungef√§hr gleich gro√ü oder etwas kleiner gewesen sein (wurden eigentlich nur als Absperr- bzw. Reservek√§fige genutzt).
(21.12.2007, 18:22)
Michael Amend:   @MM. im Zoo Frankfurt Thread habe ich ein Foto der Frankfurter Au√üenk√§fige eingestellt. Die waren, mit Ausnahme der beiden Eckk√§fige, alle gleich gro√ü.Die " M√∂belierung" d√ľrfte die Gleiche wie Hannover gewesen sein...
(21.12.2007, 14:58)
Michael Mettler:   @MA: ich habe die Frankfurter K√§fige kaum in Erinnerung und kann auch zu den hannoverschen keine Meterangaben machen, m√∂chte aber behaupten, dass man auf dem Bildausschnitt unten etwa weniger als die H√§lfte des K√§figs sehen kann. Die Einrichtung bestand aus einem erh√∂hten Liegebrett und einem Ast f√ľr die Krallenpflege. In diesem "Standard" lebten au√üer den Irbissen auch Leoparden, Pumas, Nebelparder und Jaguare, f√ľr k√ľrzere Zeit auch Goldschakale (nur im Au√üenk√§fig gehalten, dort mit einer Holzh√ľtte), Hy√§nen oder in den 60ern ein Rothund. Tiger und L√∂wen waren normalerweise in den gr√∂√üeren Au√üenk√§figen des Anbaues untergebracht (obwohl ich auch ein Tigerfoto aus einem der kleineren K√§fige habe), m.W. lebten dort auch die Geparden vor dem Bau ihrer eigenen Anlage und kurzfristig auch mal Leoparden oder Jaguare. In den letzten Jahres ihres Bestehens wurden die Au√üenk√§fige geringf√ľgig besser "m√∂bliert", ich erinnere mich z.B. an eine "Badewanne" f√ľr Jaguare.
(21.12.2007, 14:37)
Michael Amend:   @MM. Wie gro√ü waren denn diese Au√üenk√§fige ? Auf dem Bild wirkt der Au√üenk√§fig der Schneeleos nicht wesentlcih gr√∂√üer als die Frankfurter K√§fige.
(21.12.2007, 12:21)
IP66:   Das Sietenfoto des B√§renstalls zeigt noch einmal dessen recht elegante Formulierung und den Kontrast zur Freianlage.
Der Schneeleopardenk√§fig, der ja in den Altbau integriert wurde, zeigt, wie sehr man bestrebt war, nichts von den alten K√§figen Gittern √ľbrig zu lassen: Ein √ľberaus leichtes Gitter in einem Metallrahmen mit hochrechteckigen √Ėffneungen, dahinter l√§ngsrechteckige Fliesenw√§nde und als Kontrast Seitenw√§nde aus Beton. In solchen Details zeigt sich die Qualit√§t der hannoveraner Bauten, und die sparsame M√∂blierung war sicher nicht tiergerecht, pa√üte aber in diese √§u√üerst elegant formulierten R√§ume, in dem nichts vom ausgestellten Tier ablenken, aber alles dieses hervorheben sollte.
(21.12.2007, 11:02)
Michael Mettler:   Diese Aufnahme m√ľsste 1971/72 entstanden sein und zeigt die Freianlage mit der noch jungen B√§renspielgruppe, die dann zusammen alt werden und schlie√ülich den letzten B√§renbesatz der Anlage darstellen sollte.
(21.12.2007, 10:51)
Michael Mettler:   Schneeleoparden im Au√üenk√§fig an der (von der Freianlage aus gesehen) linken Schmalseite des Hauses, ca. 1979. Das Paar (meines Wissens noch Wildf√§nge) lebte zeitlebens zusammen und z√ľchtete nie.
(21.12.2007, 10:48)
IP66:   Leider habe ich unten vergessen, auf die Stellungnahme von Herrn Schr√∂der einzugehen: Ich denke auch, da√ü ein Zoo wie der von Hannover geschichtsvergessen wirkt und seinen Besuchern zumindest eine Dimension der Anlage vorenth√§lt. Allerdings w√ľrde ich dem nicht durch die Rekonstruktion von Altbauten begegnen - das macht allenfalls Sinn, wenn diese noch am alten Ort vorhanden sind. Jetzt sollte man eher die wenigen Bauten der Nachkriegserneuerung, die vorhanden sind, in sein Konzept integrieren, damit man an ihnen in zwei bis drei Jahrzehnten die historische Dimension des Zoos erfahren kann.
(19.12.2007, 18:36)
IP66:   Die Artenliste von 1927 enth√§lt ja einer Reihe kalter Arten, √≠nsofern w√§re eine Nutzung des r√ľckw√§rtigen K√§figs auch f√ľr diese Tiere denkbar. Das Berliner Raubtierhaus (das zweite aus der Bodinus-Zeit!) besa√ü auch kleinere K√§fige auf der R√ľckseite, und da es zwar nicht stilistisch, aber wohl von der Konzeption her mit dem hannoveraner Bau zusammenh√§ngt, k√∂nnte man sich auch hier eine Verbindung denken.
(19.12.2007, 18:33)
Thomas Schr√∂der:   @MM: Ja, ich meinte die Vorkriegs-Version. Und diese h√§tte ich gerne im heutigen Zoo nicht aus architektonischen Gr√ľnden (Architektur finde ich in Zoos eh mind. dritt- wenn nicht viert-rangig), sondern aus Zoo-historischen Gesichtspunkten. Einen Zoo, der 142 Jahre alt ist, dem man dieses aber nicht die Spur ansehen kann, finde ich eben nicht so spannend, wie die Zoos in Leipzig, K√∂ln, Wien, Berlin u.v.m., in denen man zum Teil noch sehr gut die fr√ľheren Haltungsbedingungen nachvollziehen kann. Somit ist es m.E. nach viel besser m√∂glich, beim Publikum ein Bewu√ütsein f√ľr angemessenere Haltungsbedingungen zu schaffen - der sichtbare Vergleich von Alt und Neu bleibt sicherlich besser haften als blo√üe Beschreibungen.
Um nicht falsch verstanden zu werden; ich empfinde die Ver√§nderungen in Hannover seit 1995 l√§ngst nicht alle als negativ, ganz im Gegenteil! Nur ein bi√üchen mehr Geschichte gepaart mit fortschrittlichen (im Sinne der Tiere) Tierhaltungen w√ľrden mir noch mehr Spa√ü machen ;-).
(19.12.2007, 16:49)
Michael Mettler:   @IP66: Schon m√∂glich, dass die Sibirischen Tiger an der R√ľckseite des Hauses untergebracht waren. Die Seite mit der Freianlage wies nach S√ľdwesten, was daf√ľr spr√§che, dass man dort vor allem die w√§rmebed√ľrftigeren Katzenarten unterbrachte. Die R√ľckseite des Hauses scheint allerdings vorwiegend kleineren Raubtieren vorbehalten gewesen zu sein. Da ich von ihr kein Foto gefunden habe, wei√ü ich auch nicht, ob der dortige K√§fig √ľberhaupt eine Tigerhaltung erlaubt h√§tte; ich tippe eher auf Luchse.

F√ľr 1927 erw√§hnt das Buch "Unser Zoo" folgende Arten als Hausbewohner: L√∂we, Inseltiger, Bengaltiger, Puma, Jaguar, Leopard, schwarzer Panther, Schneeleopard, Ozelot, Europ√§ische Wildkatze, Nordluchs, Rotluchs, Karakal, Gepard, Marderhund, T√ľpfelhy√§ne, Streifenhy√§ne. Macht 17 Formen, wobei f√ľr manche wahrscheinlich zwei oder gar mehr K√§fige gebraucht wurden, falls man Paare nicht st√§ndig beisammen lassen konnte.

Es gab tats√§chlich eine Umbauma√ünahme zu Gunsten besserer Oberlichter, das Datum m√ľsste ich raussuchen.

Nach dem endg√ľltigen Umbau 1959/60 hatte das Raubtierhaus 13 Au√üenk√§fige: Neben der Freianlage jeweils drei auf jeder Seite, an der linken Schmalseite einen, an der rechten zwei, am neuen Anbau vier (je zwei an jeder Seite). Wieviele Innenk√§fige dazu geh√∂rten, kann ich aus der Erinnerung nur schlecht rekonstruieren, auf jeden Fall mehr. Der Anbau mit den vier Gro√ük√§figen hatte jedenfalls meiner Erinnerung nach auf jeder Seite drei einsehbare K√§fige. Um Paare bei der F√ľtterung zu trennen, wurden aber auch die nicht einsehbaren Wurfboxen genutzt.
(19.12.2007, 12:43)
IP66:   Mich w√ľrde es nicht wundern, wenn der mit der Errichtung der Freianlage verbundene Umbau ein wenig weiter ging und auch die neuen Licht√∂ffnungen √ľber den Innenk√§figen und vielleich sogar die Kuppel betraf. K√∂nnten Ruhes gerettete sibirische Tiger auch in dem r√ľckw√§rtigen Gro√ük√§fig untergebracht gewesen sein? Immerhin brauchten sie keinen gro√üen Innenk√§fig wie die anderen Arten.
Die B√§renboxen hatten, wenn ich die Bilder recht interpretiere, auch noch die Funktion, da√ü f√ľr die Oesterlen-Schule untragbare Walmdach des Altbaus, da√ü wohl, wegen der zu erwarteneden Flachdachprobleme, die Zooleitung nicht beseitigen wollte, zu kaschieren.
In Sachen Käfigzahl gehe ich doch davon aus, daß es keine 16 Außenkäfige gegeben hat, das somit, ähnlich wie in Gelsenkirchen, auf einen Außenkäfig mehrere Innenkäfige kamen.
Der neue Fl√ľgel verdiente es, in ein paar Detailfotos vorgestellt zu werden - die k√∂nnten dann als Beleg daf√ľr fungieren, da√ü im "Betonzeitalter" nicht nur Betonbauten entstanden.
Was das Verschwinden des Hauses angeht, so lag das sicher einmal daran, da√ü der hannoveraner Zoo ja derzeit zum zweiten Mal in der Nachkriegszeit sehr weitgehend umgestaltet wird und da√ü kein selbst die Bauten der Zwischenkriegszeit wie das Affenhaus diesen Neugestaltungen zum Opfer fielen und somit nicht der n√§chsten, sie vielleicht sch√§tzenden Generation √ľberliefert wurden. Beim Raubtierhaus w√§re es sicher einfach gewesen, die alte Erscheinung zu rekonstruieren, doch stie√ü dies in Hannover auf drei Problemkreise. Zum einen war die Wertsch√§tzung gr√ľnderzeitlicher Architektur in der Nachkriegszeit √§u√üerst gering, wobei das hannoveraner Haus stilistisch auch noch in den Bereich der anglisierenden Neugotik geh√∂rte, die wegen ihrer Bindung an das 1866 vetriebene K√∂nigshaus besonders unbeliebt war. Zum zweiten war Hannover zur Hauptstadt eines erheblich vergr√∂√üerten Bundeslandes geworden, feierte die mit einem besonders zeitgem√§√üen Wiederaufbau, der auch den Zoo erfa√üte.
Dritter Punkt ist schließlich die durch die Ruhr-Verpachtung abgerissene Tradition eines von mehr oder weniger unabhängigen Direktoren geleiteten Zoos mit einem stabilen Tierbestand und einer Födererschicht, die auch an den alten Bauten hängen mochte.
Insofern wiederholt sich in Hinblick auf die Affenhäuser gerade jene Situation, die sich in der Nachkriegszeit stellte, während die Bauten, die man vielleicht in ein neues Konzept integrieren könnte, schon lange verschwunden sind bzw. so stark verändert wurden, daß sie dem Verdikt der Söhne gegen ihre Väter zum Opfer fielen.
(19.12.2007, 11:41)
Michael Mettler:   @Thomas Schr√∂der: OK, die Vorkriegsversion des Hauses w√ľrde ich noch heute optisch ganz reizvoll finden, aber die n√ľchterne Version von 1960, die bis zum Bau des Erlebniszoos stand...? Mag ja architektonisch wertvoll gewesen sein, aber einen richtigen Charme hatte das Haus f√ľr meinen Geschmack nicht - und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich das in 20, 30 Jahren anders sehe :-) Dagegen f√§nde ich es durchaus reizvoll, die Felsstruktur der Freianlage nach der geringf√ľgig n√∂tigen Restaurierung bei einer zuk√ľnftigen Neuverwendung der Fl√§che beizubehalten - und sei es, dass zu ihren F√ľ√üen und auf der dann entsiegelten "Plattform" Kaffernb√ľffel weiden...
(18.12.2007, 23:34)
Michael Mettler:   Und nun die letzte Phase bis zum Gro√üumbau des Hauses: In der Nachkriegszeit wurden die Architekten Oesterlen und H√ľbotter f√ľr einen Vorentwurf zum kompletten Wiederaufbau des Zoos engagiert. Der Lageplan - heute w√ľrde man ihn wohl Masterplan nennen - ist zwar in "Hundert Jahre Zoo Hannover" abgedruckt, doch fehlt jegliche Beschriftung, und da nur H√§user, aber keine Gehege eingezeichnet sind, l√§sst er sich nicht recht deuten. Auff√§llig ist jedenfalls, dass fast alle Geb√§ude schlicht rechteckig sind; verwirklicht wurde davon nur das Tropenhaus (heute Niederaffenhaus). Ein rechteckiges Geb√§ude findet sich auch an der Stelle, wo das Raubtierhaus stand, l√§sst aber keinen Schluss zu, ob es dieses oder auch nur einen Nachfolger dessen darstellen soll. Auf jeden Fall h√§tten Oesterlen/H√ľbotter die Freianlage entfernt, denn an dieser Stelle findet man nur einen breiten Publikumsbereich und eine Gr√ľnfl√§che!

1958 - zwei Jahre nach Er√∂ffnung des Tropenhauses - wurde ein Gutachten durch den st√§dtischen Oberbaurat Kleinau erstellt, inwieweit sich alte Bausubstanz noch f√ľr den "neuen" (und heute schon wieder "alten") Zoo Hannover nutzen lie√ü. W√§hrend s√§mtliche anderen Altbauten als abg√§ngig beschieden wurden, galt die Grundsubstanz des Raubtierhauses als noch stabil genug, um als Basis f√ľr den neubau zu dienen. 1959-60 wurde das Haus nach den Pl√§nen des Architekten Erlhoff umgebaut und erweitert. W√§hrend es im bisherigen Nachkriegszustand insgesamt nur "13 feuchte, dunkle K√§fige" hatte, waren es nach dem Umbau 13 neue K√§fige nebst Wurfboxen sowie 6 B√§renst√§lle im neuen Anbau. Die nebenstehende Seite aus "Hundert Jahre Zoo Hannover" zeigt oben das umgebaute alte Haus, an das eigentlich nur noch der schmale Streifen aus Steinquadern unterhalb der Dachtraufe erinnert (die W√§nde der Au√üenk√§fige waren gefliest) und unten den zus√§tzlich angebauten Fl√ľgel nach Baseler Vorbild, in dessen deutlich gr√∂√üeren Au√üenk√§figen sp√§ter vor allem L√∂wen und Tiger untergebracht wurden (bei genauem Hinsehen entdeckt man auf dem Foto in jedem dieser K√§fige einen schwarzen Panther). Die auf der B√§renanlage zu sehenden Tiere sind √ľbrigens NICHT die k√ľrzlich endg√ľltig ausgestorbene Gruppe von 1971, denn das Buch erschien bereits 1965, und es gab im Laufe der Zeit diverse Mischgruppen.
(18.12.2007, 23:22)
Thomas Schr√∂der:   So, erst schon einmal auch von meiner Seite vielen Dank f√ľr die letzten Einstellungen hier - f√ľr jemanden wie mich, der leider sehr wenig Literatur vom Hannoveraner Zoo (meinem urspr√ľnglichen Heimatzoo) hat, sind Ihre Schilderungen und Fotos √§u√üerst spannend!!! Wenn ich die Fotos des Raubtierhauses so betrachte, dann finde ich es erneut extrem schade, da√ü solche oder √§hnliche Bauten nun nicht mehr im Erlebniszoo zu sehen sind; und sei es "nur" als Entdeckerarche, aber immerhin f√ľr die Nachwelt erhalten...!!!
(18.12.2007, 23:09)
Michael Mettler:   So, dann weiter im Text: Mit dem Zerst√∂rungsgrad des Hauses habe ich ein wenig daneben gelegen. Hermann Ruhe schildert in "Wilde Tiere frei Haus", dass er im Krieg unter Vorahnungen litt. So gab er einer pl√∂tzlichen Eingebung folgend eines Tages seinen Leuten den Befehl, die in einem Au√üenk√§fig des Raubtierhauses untergebrachten Sibirischen Tiger (damals gro√üe Kostbarkeiten) sofort einzupacken und nach Alfeld zu schaffen. In der folgenden Nacht fiel eine Bombe in genau diesen K√§fig... Vermutlich handelte es sich um den rechten Eckk√§fig des Hauses, dazu gleich mehr. Nach diesem Treffer lie√ü Ruhe das Haus komplett evakuieren, und kurz danach wurde es von einer Brandbombe getroffen und brannte v√∂llig aus. Zwar waren s√§mtliche K√§figgitter danach zerschmolzene Schrotthaufen, aber das relativ gut erhaltene Gem√§uer erlaubte es, die Ruine f√ľr einen Wiederaufbau stehen zu lassen. Die Knappheit an Baustoffen - vor allem an Eisen f√ľr die Gitter - erlaubte es dem Zoo erst 1948, das Haus wieder in Betrieb zu nehmen. Zwar war der Zoo bereits seit 1946 wieder ge√∂ffnet, doch wurden einige Raubtiere in der Zwischenzeit im Affenhaus gezeigt (vermutlich nur im Sommer, da auch dieses Haus Kriegssch√§den hatte; in den Nachkriegsjahren wurden viele Tiere in Alfeld √ľberwintert) und die beiden geretteten Sibirischen Tiger auf der Freianlage.

Im meines Wissens ersten Nachkriegs-Zooplan von 1948 sind alle zerstörten bzw. stark beschädigten Gebäude(teile) schraffiert eingezeichnet, alle intakten dagegen schwarz. Vom Raubtierhaus ist nur ein kleiner Teil schwarz, nämlich die beiden Außenkäfige links neben der Freianlage, der Eckkäfig und der Käfig an der Schmalseite. Auf einer Tierbestandsliste vom 21.6.1948 in "Hundert Jahre Zoo Hannover" finden sich als große Raubtiere 1 Eisbär, 7 Braunbären, 4 Kragenbären, 1 Lippenbär, 2 Löwen, 2 Sibirische Tiger und 3 Europäische Wölfe. Dabei ist aber zu bedenken, dass einige der Bären in der Bärenburg lebten. Die Sibirischen Tiger hatten zwischendurch ein Jahr in Frankfurt verbracht.

Das Haus wurde danach wieder aufgebaut, doch war die Symmetrie vorerst dahin: Der Zooplan von 1954 zeigt auf der rechten Seite der Freianlage f√ľnf (vielleicht sechs) kleinere Au√üenk√§fige ohne Rundb√∂gen, und es gibt rechts keinen Eckk√§fig mehr (daher meine Vermutung, dass dort vor dem Bombenangriff die Amurtiger gehalten wurden). Auf der Hausr√ľckseite scheint es aber auch wieder K√§fige gegeben zu haben. Laut Zoof√ľhrer 1954 war das Haus wohl trotzdem nur ein Provisorium, denn der Pfleger musste "nur mit einem Gabelstock bewaffnet" zu den B√§ren auf die Freianlage gehen, um ihnen die K√§figt√ľr nach innen zu √∂ffnen... Anbei ein Foto aus dem 54er Zoof√ľhrer.
(18.12.2007, 22:42)
Oliver Jahn:   Super! Ich liebe solche Gegen√ľberstellungen fr√ľher/heute! Wahnsinn, wenn man sieht, wie wenig sich doch tats√§chlich dort ver√§ndert hat.
(18.12.2007, 20:43)
Michael Mettler:   So, hier der entsprechende Anblick 70 Jahre sp√§ter.
(18.12.2007, 19:57)
Michael Mettler:   Eine leider undatierte Aufnahme, die in beiden hannoverschen Chronik zu finden ist; m√∂glicherweise ebenfalls aus den 30er Jahren. Zuf√§lligerweise habe ich die B√§renanlage am vergangenen Samstag aus fast exakt der gleichen Perspektive fotografiert, das Foto schiebe ich zum Vergleich nach: Die Felsformation ist noch die selbe.
(18.12.2007, 19:56)
Michael Mettler:   Hier nun eine Luftaufnahme des Raubtierhauses von 1935, stammt aus der Chronik "Hundert Jahre Zoo Hannover" (rechts oben ist √ľbrigens das 1924 erbaute, in den 70ern abgerissene Affenhaus zu sehen). Wie erkennbar, ist die Freianlage zu diesem Zeitpunkt bereits komplett verfelst und betoniert. Die Seitengitter der Plattform (zwischen Graben und Haus)stammten wie gesagt noch vom vorherigen L√∂wenzwinger. Der in Richtung Affenhaus weisende Anbau war im Urzustand deutlich kleiner, wie aus √§lteren Zoopl√§nen ersichtlich ist; laut Zoof√ľhrer 1934 wurden kurz vorher "neue Au√üenk√§fige gebaut", was den Enstehungszeitraum dieser Erweiterung ein wenig eingrenzt. Von den Gittern des L√∂wenzwingers aus gerechnet gab es auf jeder Hausl√§ngsseite 2 normale Au√üenk√§fige und einen vieleckigen Turmk√§fig, dazu an jeder Schmalseite des Hauses wieder einen rechteckigen Au√üenk√§fig. Zu den Au√üenk√§figen auf der R√ľckseite fand ich keinerlei Hinweis.

F√ľr 1911 (also vor dem Bau der Freianlage) vermerkt die besagte Chronik ein voll besetztes Haus: "Auf verh√§ltnism√§√üig engem Raum" wurden damals 8 L√∂wen, 2 Tiger sowie je 3 Leoparden, Jaguare und Pumas gehalten. Schon bei diesem Besatz war f√ľr die Jungtiere nach dem Absetzen kein Platz mehr, so dass sie notd√ľrftig im Haus f√ľr kleine Raubtiere untergebracht werden mussten.
(18.12.2007, 19:00)
Michael Mettler:   Die zu sehenden Eisb√§ren waren Jungtiere, von denen damals nach manchem Ruhe-Import bis zu 30 (!) St√ľck gleichzeitig auf der Anlage waren.

Aber die letzte B√§rengruppe des Zoo bewies ja, dass es trotz "Intensivhaltung" durchaus ohne schwere Auseinandersetzungen funktionieren kann: Die 1971 aus Jungb√§ren aufgebaute und zusammen herangewachsene Gruppe aus Eis-, Braun-, Schwarz- und Kragenb√§ren umfasste insgesamt 15 Tiere, die alle auf dieser Anlage das geschlechtsreife Alter erreichten. Die Kragenb√§ren als kleinste Art gerieten Anfang der 80er zunehmend ins Hintertreffen, wurden aber lediglich an den "Rand der Gesellschaft" gedr√§ngt, nicht im eigentlichen Sinne bek√§mpft; sie wurden dann abgegeben. M√∂glicherweise h√§tte es sogar funktioniert, wenn es reichlich Kletterm√∂glichkeiten gegeben h√§tte - dann w√§ren die Kragenb√§ren auch nicht so dick geworden... Selbst in der Paarungszeit lebten die B√§ren zusammen, obwohl der Eisb√§rmann als rangh√∂chstes Tier regelm√§√üig ALLE B√§rinnen f√ľr sich beanspruchte; die drei M√§nner der anderen Arten wichen ihm dann einfach aus (die Stallungen waren zu diesem Zweck auf Durchlauf geschiebert). So weit ich wei√ü, kam es nie zu Auseinandersetzungen mit Verletzungsfolge und schon gar nicht mit t√∂dlichem Ausgang. Der Braunb√§rmann schaffte es √ľbrigens immer wieder, trotz der Konkurrenz des eigentlich √ľberm√§chtigen Eisb√§rmannes die Braunb√§rinnen zu decken. Die Mischgruppe starb schlie√ülich √ľber einen langen Zeitraum verteilt aus.

Ich will das Konzept nicht bef√ľrworten, aber es l√§sst sich nicht leugnen, dass es tats√§chlich √ľber Jahrzehnte hinweg funktioniert hat. Es fehlte nat√ľrlich die M√∂glichkeit zur nat√ľrlichen Aufzucht von Jungtieren. Andererseits legte man auf Nachzucht von Braun- und Schwarzb√§ren ohnehin schnell keinen Wert mehr (die M√§nner wurden sterilisiert - wohlgemerkt nicht kastriert, ihr Sexualtrieb blieb also erhalten!). Die Eisb√§ren, bei denen Nachwuchs h√∂chst erw√ľnscht gewesen w√§re, h√§tten ja eigentlich schon seit den 60er Jahren eine eigene Anlage im Erweiterungsgel√§nde bekommen sollen, aber das ist eine ganz andere Geschichte, die erst mit Yukon Bay demn√§chst ein Ende finden wird...!
(18.12.2007, 17:33)
Hannes L√ľke:   Oder auch nicht....
Keine Reviere - Keine Revierverteidigung!

Nur ne Vermutung!
(18.12.2007, 16:57)
Sacha:   9 (oder noch mehr, man kann es nicht genau erkennen) Grossb√§ren zur gleichen Zeit auf dieser doch relativ kleinen Anlage. Da wird es wohl die eine oder andere Auseinandersetzung mit t√∂dlichem oder zumindest √ľblem Ausgang gegeben haben, oder?
(18.12.2007, 15:35)
Michael Mettler:   Anbei vorab schon mal das erw√§hnte Foto aus "Unser Zoo" von 1927, auf dem die Freianlage noch mit Naturboden (ich bin fast geneigt zu sagen, mit Naturschlamm...) zu sehen ist. Sieht so aus, als habe die Halbinsel trotz des Wassergrabens urspr√ľnglich noch ein separates Badebecken besessen (rechts im Bild zu sehen). Im Hintergrund ist unter dem Mauerbogen die Grottenr√ľckwand zu sehen, die beiden Gelasse links und rechts geh√∂rten aber schon zu Zeiten des gro√üen zentralen L√∂wenzwingers zu diesem dazu; zwei seiner frei stehenden S√§ulen und die rechtwinklig zum Geb√§ude stehenden Gitterfronten blieben, wie zu sehen, nach dem Umbau zur Freianlage erhalten. Auf dem Foto ist auch erkennbar, dass das linke Seitengelass zur Anlage hin mit einem Gitter abgetrennt ist, also als Nebenk√§fig bzw. Vorgehege genutzt wurde. Der Besucherweg lief auf beiden Seiten des Hauses "blind" auf die Seitengitter zu, so dass auch dort abgesperrte Tiere betrachtet werden konnten.

Der sp√§tere Vorbau f√ľr die B√§ren war so breit, dass er das zentrale Geb√§udeelement ganz und die beiden Nebengelasse der gro√üen Anlage jeweils zur H√§lfte abdeckte. Das kann man dann auf einem der Bilder aus den 60ern sehen, die ich nachher nachreiche.
(18.12.2007, 14:24)
Michael Mettler:   @IP66: Eigentlich schon. Allerdings frage ich mich, wie man gr√∂√üere K√§fige plus Wurfboxen in dem alten Geb√§ude unterbrachte, ohne dass sich die K√§figzahl betr√§chtlich verringerte. Das versuche ich zu kl√§ren. Vielleicht wurden die Innenk√§fige nur nach oben erweitert, um einen besseren Lichteinfall zu erzeugen...?
(18.12.2007, 11:19)
IP66:   Man hat den Altbau aber doch recht gr√ľndlich erneuert und wohl auch die K√§fige erweitert?
(18.12.2007, 10:56)
Michael Mettler:   @IP66: Richtig, der Fl√ľgel mit den gro√üen Au√üenk√§figen war der nachtr√§glich angebaute. Als Vorbild daf√ľr wurde das Baseler Raubtierhaus genannt. Der Umbau des "Kernhauses" erfolgte u.a. auch deswegen, weil man den d√ľsteren Innenk√§figen mehr Licht verschaffen wollte.
(17.12.2007, 19:15)
IP66:   Ich erinnere mich nicht eben gut an das Geb√§ude, mich w√ľrde aber doch interessieren, welcher Fl√ľgel f√ľr Tiger und L√∂wen neu errichtet worden ist: Handelts es sich um jenen Teil mit den polygonen Au√üenk√§figen? Wenn wir den Stil einmal abrechnen, waren sich die Raubtierh√§user von Frankfurt und Hannover, wohl infolge des gemeinsamen Vorbilds in Berlin, recht √§hnlich, und einschlie√ülich des Anbaus einer Freianlage hatten sie auch eine √§hnliche Geschichte. Mit dem Umbau von 1959/60 allerdings ver√§ndert sich das Schicksal insofern, als Grzimek seinem Bau das alte Aussehen verordnete, w√§hrend unter Herrn Ruhe anscheinend doch die Oesterlen-Schule mit ihrem umfassenderen Konzept zum Zuge kam.
Die Idee einer B√§renfreianlage scheint mir durch die Bauten der Zwischenkriegszeit bedingt, die, wenn man das duisburger Geb√§ude abzieht, f√ľr die meisten anderen Anlagen nachgerade normativ war, sehr sp√§t und klein in Bochum, aber eben auch in ansonsten konsservativ gestalteten Zoos wie Frankfurt oder Gelsenkirchen. Man merkt es ja auch daran, da√ü kein einziges der √§lteren Exemplare mehr steht, und vielleicht ist auch der Zuspruch des Publikums und der Ankauf der B√§rengruppe durch die Stadt auf diesen Zwang zur Freianlage zur√ľckzuf√ľhren. Die K√§figreihe hinter der Anlage erinnert mich an das Raubtierhaus in Gelsenkirchen, wo man anstelle der B√§ren eine gro√üe Anzahl gro√üer Katzen auf √§u√üerst engem Raum unterbringen konnte.
(17.12.2007, 18:45)
Michael Mettler:   @IP66, zum im "Yukon Bay"-Thread begonnenen Thema altes Raubtierhaus habe ich mal den zeitlichen Ablauf nach den mir zur Verf√ľgung stehenden Quellen zusammengefasst:
1866-68 Bau des Raubtierhauses
1924 Bau der Freianlage (damals "Löweninsel")
1944 Beschädigung des Hauses durch Kriegseinwirkung
1959-60 Umbau und Erweiterung des Hauses durch Hinzuf√ľgen der B√§renstallungen und eines neuen Geb√§udefl√ľgels f√ľr Tiger und L√∂wen
1997 Abriss des Hauses, nur der Bärenanbau bleibt bis heute stehen

Dazu ein paar Anmerkungen: W√§hrend f√ľr andere Bauwerke des Zoos als Kriegsfolge Begriffe wie "zerst√∂rt", "ausgebrannt" oder "zerbombt" zu finden sind, war das Raubtierhaus lediglich "besch√§digt", also wohl relativ wenig mitgenommen.

Die Freianlage, die nach einem Foto im Buch von 1927 urspr√ľnglich Naturboden hatte und nur an den B√∂schungen mit Felsbrocken abgefangen war, wurde zu einem nicht auffindbaren Zeitpunkt komplett verfelst und betoniert. 1971 soll es nochmals zu einem "Umbau" der B√§renanlage gekommen sein, jedoch konnte ich nichts dar√ľber finden, WAS damals umgebaut wurde; es war jedenfalls das Jahr, in dem die letzte artlich gemischte B√§rengruppe in Hannover zusammengestellt wurde, deren letztes Mitglied nun k√ľrzlich starb.

Dazu ist es noch wichtig zu erw√§hnen, dass der Zoo von 1931 bis 1971 an Ruhe verpachtet war; besagte B√§rengruppe entstand also noch gerade so eben zu Zeiten des Zoos als "Handelslager" und wurde Ruhe von der Stadt Hannover wegen ihrer Schauwirkung und Beliebtheit beim Publikum abgekauft, als dieser sich aus dem Zoo zur√ľckzog.

Der langj√§hrige Zoochef Dittrich trat 1961 in die Dienste Ruhes in Hannover ein, √ľbernahm allerdings nicht sofort die Leitung des Zoos. Der grundlegende Umbau des Raubtierhauses 1959-60 fiel also nicht in seine √Ąra. √úbrigens wurden erst bei diesem Umbau spezielle, vom Schaubereich separierte Wurfboxen installiert.

Die "L√∂weninsel" wurde sehr schnell auch als B√§reninsel genutzt, obwohl es schon seit Er√∂ffnung des Zoos (1865) eine B√§renburg mit mehreren Zwingern gab und nur ein Jahr nach der L√∂weninsel eine weitere B√§renfreianlage f√ľr Jungb√§ren bzw. kleinere Arten an anderer Stelle hinzukam ("Malaienb√§rfelsen" bzw. "B√§reninsel"). Beide bestanden bis zum Zooumbau in den fr√ľhen 60ern. Wie es aussieht, diente die Anlage am Raubtierhaus damals vor allem der Unterbringung von B√§ren-Gro√ügruppen und schwerpunktm√§√üig von Eisb√§ren.
(17.12.2007, 16:01)
IP66:   Ich denke, da√ü auch in anderen Zoos durch den Schl√ľssel f√ľr Dauerkarteninhaber die Besucherzahlen gesch√∂nt werden. In Hannover finde ich das Ergebnis aber insofern bezeichnend - und gerade in Hinblick auf die vom Zoo selber gestellten Ma√üst√§be fragw√ľrdig - als man dort bei der Berechnung besonders intensiv manipuliert und mit seinen Besucherzahlen unterhalb von Friedrichsfelde rangiert, wo ja doch eine Art Antithese zum Rasbachzoo formuliert wurde und wird.
(06.12.2007, 11:18)
Thomas Schr√∂der:   Vielen Dank f√ľr die nochmaligen, genaueren Ausf√ľhrungen, JETZT hab auch ich es verstanden ;-). Ich finde es zwiesp√§ltig, wie man als Zoo die JahreskarteninhaberInnen statistisch behandeln sollte. So weit ich wei√ü, spricht der Zoo Hannover nicht von ZAHLENDEN BesucherInnen, wenn er vollmundig die Million in den Mund nimmt... Genauer w√§re es sicherlich, den Absatz von Einzelkarten und Dauerkarten getrennt voneinander zu nennen. F√ľr die Vollheit im Zoo macht es aber keinen Unterschied, ob √ľbers Jahr 50 verschiedene Leute oder eine Person 50 Mal als Dauerkarten-Nutzerin den Zoo "bev√∂lkert". Von daher finde ICH auch die Anzahl der Menschen, die sich durch die Drehkreuze zw√§ngten, durchaus spannend und ver√∂ffentlichenswert.
Zum Thema Zooeintritt f√ľr Kindergruppen/-g√§rten und/oder Schulen kann ich Ihnen nur zu 100% zustimmen; als Erzieher kann auch ich leider viel seltener mit den mir anvertrauten Kindern meinen Heimatzoo in M√ľnster besuchen, als ich es f√ľr sinnvoll f√ľr die Kinder erachte - das k√∂nnen wir uns als Kindergruppe schlicht und einfach nicht mehr als zweimal im Jahr leisten! Wie oft ich mir da schon Berliner Verh√§ltnisse gew√ľnscht habe...
(05.12.2007, 17:00)
Ulli:   @Thomas Schr√∂der

Dies hatte ich schon einmal unten weiter ausgef√ľhrt.

In der Anlage 1 zur Vorlage I 566/2005 im Rahmen des Wirtschaftsplanes 2006 der Hannover Zoo GmBH stehen interessante Zahlen. Dort wird wie √ľblich von 1.000.000 anwesenden Besuchern gesprochen - beim Absatz der Karten(!) werden als Ist-Zahl 2004 625.630 Karten, als Planzahl f√ľr 2005 644.676 Karten, f√ľr die Hochrechnung 2005 632.422 Karten und f√ľr den Plan 2006 636.539 Karten genannt. (14.11.2005/www.hannover.de/data/download/RH/DS/2005/55/566-05.pdf)

In der Beschlu√üvorlage Nr. II 1058/2006 im Rahmen des Wirtschaftsplanes 2007 der Hannover Zoo GmBH stehen interessante Zahlen. Dort wird wie √ľblich von 1.000.000 anwesenden Besuchern gesprochen - beim Absatz der Karten(!) werden als Ist-Zahl 2005 654.775 Karten, als Planzahl f√ľr 2006 636.539 Karten, f√ľr die Hochrechnung 2006 695.891 Karten und f√ľr den Plan 2006 637.406 Karten genannt.
(30.11.2006/www.hannover.de/data/download/RH/DS/2006/105/1058-06.pdf)

Diese dort erw√§hnten Zahlen der verkauften / abgesetzten Eintrittskarten liegen damit sogar in den meisten F√§llen etwas unterhalb (!!!) des langj√§hrigen Mittels w√§hrend der Dittrich-Zeit (ein Blick in die damaligen Jahresberichte gen√ľgt).

Nebenbei: in Hannover muss man immer das Drehkreuz passieren, w√§hrend fr√ľher Besuchergruppen, Schulklassen oder Kleinkinder so durch gewunken wurden. Zooschulbesuche waren unentgeltlich, Ferienpass-Zoobesuche waren unentgeltlich. Heute finanzieren die Zoofreunde Eintrittskarten, damit sozialschwache Kinder √ľberhaupt in den Zoo kommen. Mit der Ferienpass-Variante w√§re dies nicht notwendig¬Ö

In der Beschlußvorlage Nr. II 1058/2006 wird die Anzahl der Jahreskarten vorsichtig mit 69.080 geplant.

Die Wertschöpfung pro Eintrittskarte beträgt 10,48 Euro (2005) bzw. 10,87 Euro (2006).

Fazit: Hannover lebt in erster Linie von den Dauerkartenkunden. Da aber die Anzahl der Besuche mit Dauerkarten deutlich √ľber der Anzahl der bezahlten Dauerkartenbesuche liegt,
besteht eine riesige Diskrepanz zwischen anwesenden Besuchern und tats√§chlich zahlenden Besuchern im h√∂heren sechsstelligen Bereich oder anders ausgedr√ľckt der Durchschnitt der Wertsch√∂pfung liegt deutlich unter dem nominellen Eintrittspreis.
(05.12.2007, 14:37)
IP66:   Naturgem√§√ü besitzt jeder Zoo, der etappenweise entsteht, irgendwo Altbauten, die man f√ľr problematisch h√§lt, sei es in der Substanz oder aufgrund der Haltungsmethoden. Im Grunde l√∂ste sich ja schon das Menschenaffenhaus vom Vorbild der Oesterlen-Schule, mit dem Erfolg, da√ü es derzeit weder anderen noch mir gef√§llt. Ich denke aber, da√ü der Trend zu Gro√üanlagen, zu Kunstfelsen oder zu geographischen Gliederungen sich ebenso in sein Gegenteil verkehren kann - und dann ist eben nicht der der Dumme, der ein oder zwei solcher Anlagen vorfindet, sondern einen ganzen Zoo in diesem Stil. Wenn ich mich zur Zooer√∂ffnung in M√ľnster zu der Behauptung verstiegen h√§tte, in weniger als drei Jahrzehnten w√ľrde man das Elefantenhaus innen exotisierend dekorieren, h√§tte ich √§hnliches Unverst√§ndnis geerntet wie heute, wenn ich einen der Oesterlen-Bauten f√ľr erhaltenswert erkl√§re. Im Grunde war es Dittrichs Fehler, Raubtier- und Antilopenhaus umdekoriert zu haben - ansonsten w√ľrden sei heute, wenn auch als Dekorationen, weiterhin genutzt.
(03.12.2007, 18:33)
Thomas Schr√∂der:   K√∂nnen sie n√§her erl√§utern, inwiefern die BesucherInnenzahlen nicht objektiv sind? Beim Einla√ü-System des Hannoveraner Zoos m√ľ√üte es doch m√∂glich sein, bis auf den letzten Kopf genau diese Zahlen anzugeben?! Blenderei wird doch vielmehr durch das Hochrechnen von JahreskarteninhaberInnen betrieben - auf das der Zoo Hannover doch verzichten kann, oder?
(03.12.2007, 14:15)
Ulli:   Die beiden Affenh√§user brauchen dringend eine Grundrenovierung bzw. im Urwaldhaus eine Anpassung an artgerechte Haltungsbedingungen. Besonders das Haus f√ľr die "Niederen Affen" hat extreme Baum√§ngel, so dass man abwarten muss, inwieweit es erhalten werden kann.
Da ich immer noch von einer baulichen Veränderung in Richtung Gemeinschaftsanlage Gorillas, Drils und Meerkatzen träume, muss meiner Ansicht nach das Haus auch strukturell verändert werden.

Zum Thema "S√ľndenfall": Ich bin auch immer noch der Auffassung, dass man den Zoo Hannover auf Basis des Dittrich-Zoos effizient, und dies zu einem Bruchteil der Kosten, h√§tte umgestalten k√∂nnnen. Der von Michael zitierte Masterplan war bei weitem nicht der letzte Stand der √úberlegungen. Das Gro√üaquarium am Eingang war eine √úberlegung eines Architekten und war letztendlich nie ernsthaft in Erw√§gung gezogen worden.
Sehr wohl standen aber beispielsweise eine gro√ür√§umige Ersweiterung der Afrikasteppe und eine gro√üz√ľgige Erweiterung der Elefantenanlage √ľber die gesamte davor gelagerte Wiese bis zur Gibboninsel im Raum. Meyers Hof und der Gorillaberg sind in den wesentlichen Grundz√ľgen Planungen von Dittrich bzw. seiner Mitarbeiter. Beim Gorillaberg sollten allerdings mehrere Affenarten auf einer bedeutend gr√∂√üeren verf√ľgbaren Fl√§che f√ľr die Tiere gehalten werden. Aber f√ľr das Besucher-Auge ist eine scheinbar barrierefreie Gr√ľnkulisse hinter einem viele Meter breiten, ungenutzten Graben "verhei√üungsvoller". F√ľr die Zukunft wird der Zoo Hannover noch "viel Freude" am Machens-Erbe haben - aber wie man bei den Yukon-Bay-Planungen sieht, ist man nicht lernf√§hig und auch nicht bereit, auf warnende Stimmen allerorten zu h√∂ren. So rennt die Region Hannover halt sehenden Blickes in ihr Ungl√ľck.
In einer Zeitungsbeilage stand zum Yukon-Bay, damit wird der Zooumbau abgeschlossen. Ich habe dazu als Anmerkung geschrieben: Danach f√§ngt er eigentlich erst an ... dann muss der Zoo vom Kopf auf die F√ľ√üe gestellt werden bzw. anders ausgedr√ľckt dem empathischen Anlagenbau muss eine substantiell vern√ľnftige Zoogestaltung folgen. Wo es bei den Neubauten im argen liegt, wurde immer wieder schon ellenlang aufgelistet ... w√§re eine reine Wiederholung... dies ist halt eine Lebensaufgabe oder auch Herausforderung f√ľr den neuen Zoodirektor ... wenn er denn noch einmal Geh√∂r finden wird bei den politischen Entscheidungstr√§gern, die zwar wahrscheinlich viel von Finanzen, aber, wie man gesehen hat, wenig von Zoogestaltung verstehen. Und mit den Besucherzahlen bindet Herr Machens der √Ėffentlichkeit ja seit Jahren einen B√§ren auf. Aber auch dies scheint ja in der Regionsversammlung Hannover niemanden zu interessieren.
Wie gesagt: die Dittrich-Bauten waren in ihrer Funktionalit√§tsausrichtung sicher nicht besonders sch√∂n, aber eine gute Basis f√ľr eine Neugestaltung und keinesfalls der "S√ľndenfall". Die Nyala-Anlage finde ich √ľbrigens nach wie vor als eine der sch√∂nsten, wenn nicht die sch√∂nste Tieranlage im Zoo Hannover - es stimmt instinktiv alles: Raumtiefe, Sichtschutz, Wechsel der Blickwinkel, Ruhe zur Beobachtung - leider hat man die St√ľhle entsorgt.
(03.12.2007, 13:33)
IP66:   Ich w√ľrde sogar behaupten, da√ü in diesem Neubauzwang f√ľr Publikumslieblinge der Fluch des empathischen Anlagebaus liegt. Hinzu tritt ein ein pseudo√∂konomisches Argumentieren mit Besucherzahlen, und so wird es sehr schwierig, eine organische Entwicklung von zoologischen G√§rten zu bewirken. Ich w√ľrde allerdings gerade f√ľr den hier in der Diskussion stehenden Zoo Hannover den "S√ľndenfall" eher in dem Masterplan der Dittrich-Zeit sehen, denn in Zoos, die nicht in der Nachkriegszeit komplett erneuert wurden, ist der Ver√§nderungsdruck weniger stark. Hannover hat allerdings die Chance, mit den beiden Affenh√§usern zumindest zwei Altbauten durch die jetzige Neubauphase zu bringen, und es mag sein, da√ü auf diesem Wege eine dritte Totalerneuerung der Anlage verhindert wird.
(03.12.2007, 11:26)
Michael Mettler:   @IP66: Beim Raubtierhaus bezog sich die Kritik auf die nach dem Zeitgeschmack zu kleinen K√§fige - die Badezimmerarchitektur spielte dabei sicher mit.

Das von Ihnen beschriebene Ph√§nomen beschr√§nkt sich aber nicht auf Hannover, sondern ist doch der Pferdefu√ü, den die Haltung der popul√§rsten Zootierarten f√ľr die Zoos heute bedeutet: F√ľr Gro√üraubtiere, Menschenaffen und Elefanten als die (Wild-)Tierarten, welche die meisten Emotionen beim Zoobesucher wecken, werden in immer k√ľrzeren Abst√§nden immer gr√∂√üere und modernere Anlagen gefordert, womit eine parallele, Schritt haltende Entwicklung der √ľbrigen Anlagenkomplexe der Zoos immer schwieriger werden wird - weil ein Gro√üteil der Finanzen f√ľr die "Stars" n√∂tig ist.
(02.12.2007, 15:01)
IP66:   Die von Ihnen angef√ľhrten Besonderheiten w√ľrde ich dahingehend interpretieren, da√ü man zu einem Zeitpunkt, als eine ganze Reihe von Neuanlagen schon standen und langsam der Raum knapp zu werden begann, sich mit √úberlegungen trug, wie man die Neubaut√§tigkeit koorodinieren und welche Maximalideen noch m√∂glich waren. Interessant ist dann die weitere Entwicklung: Erst stagnierte die Entwicklung, und als man sich zu Neuanlagen entschlo√ü, baute man nicht die W√ľnsche des Matserplans, sondern erneuerte die vorhandenen Gehege, wobei interessanterweise das alte Raubtierhaus, da√ü ja eher umdekoriert als neu gabeut worden war, einen der Hauptanst√∂√üe der Kritik vorstellte - der Dekoration oder der Haltung wegen?
(02.12.2007, 14:34)
Michael Mettler:   Wie im Thread "Seltenere Robbenarten" erw√§hnt habe ich einen Plan des hannoverschen Zoos von etwa 1977, den man als Masterplan bezeichnen k√∂nnte, da dort neben dem aktuellen Baubestand die Umrisse von H√§usern und Anlagen eingezeichnet sind, die gr√∂√ütenteils nie gebaut wurden. So finden sich dort:

- Aquarium auf der Fläche der "Papageienwiese" am damaligen Haupteingang. Wäre ein stattliches Gebäude geworden, die eingezeichnete Grundfläche ist größer als die des Tropenhauses (Niedere Affen)!

- Mehrzweckhaus auf der Fl√§che der K√§nguru-Anlagen (heutige Australien-Anlage). Leider kein Hinweis, WELCHE Zwecke; ich wei√ü nur, dass dort eigentlich mal ein Haus f√ľr Kleins√§uger entstehen sollte.

- Au√üenanlagen f√ľr Zwergflusspferde auf der R√ľckseite des damaligen Flusspferdhauses

- Kleintieranlagen am fr√ľheren "H√∂henweg" = Lauenrothpfad zwischen Reihervoliere/Gepardenanlage und Lama-Anlagen. Hier sollten meines Wissens Arten vom Kaliber Stachelschweine, Kleinb√§ren usw. unterkommen. Was den R√ľckschluss nahe legt, dass das Mehrzweckhaus vielleicht Kleins√§ugerarten aufnehmen sollte, die f√ľr solche Gehege zu klein oder zu w√§rmebed√ľrftig sind.

- Bergtieranlagen oberhalb der damaligen Gepardenanlage; beiderseits eines Weges, der √ľber den H√ľgel zu den Besuchertrib√ľnen der Seel√∂wenanlage gef√ľhrt h√§tte. Auch hier keine artliche Beschriftung, aber gemeint waren wohl - wie in den Planungen der 60er Jahre - noch immer Wildschafe und -ziegen.

- Pavian-Anlage am Tropenhaus (heute Katta-Voliere und Hang zum Besucherweg in Richtung Affen-Außenanlagen).

Eher zu ahnen als wirklich zu erkennen ist au√üerdem ein Wegesystem zwischen Tropenhaus, Flusspferdhaus und Gepardenanlage - also dort, wo im kommenden Januar der Umgehungsweg um die Yukon-Bay-Baustelle angelegt werden wird. Au√üer der erw√§hnten Zwergflusspferdanlage ist auf dem Plan aber in diesem Bereich nichts beschriftet und somit nichts √ľber die weitere Nutzung zu ersehen.

Bemerkenswert an diesem Plan sind zwei Details, die sich auf bestehende Anlagen bezogen: Das damalige Gehege der Barasinghas (Fl√§che heutiger Kleinpanda-Anlage) ist mit "Damwild" beschriftet; sehr merkw√ľrdig, da die Barasingha-Zuchtgruppe damals eine Besonderheit darstellte. Vielleicht wurde da versehentlich eine Beschriftung der selben Anlage aus den 60ern √ľbernommen? √Ąhnliches gilt f√ľr die Nashornseite des alten Elefantenhauses. Damals war die heutige Tapiranlage noch geteilt und beherbergte Spitzmaul- und Breitmaulnash√∂rner. Das kleinere, rechte Au√üengehege ist allerdings auf dem Plan mit "Tapire" beschriftet - f√ľr diese war es ja urspr√ľnglich auch konzipiert. Entweder wurde auch hier eine alte Beschriftung in einen neuen Plan √ľbernommen, oder es gab schon damals die √úberlegung, sich zuk√ľnftig von einer der beiden Nashornarten zu trennen. Schabrackentapire waren ja damals im Bestand.
(01.12.2007, 12:25)
IP66:   Ich w√ľrde ungern behaupten, da√ü sich in Hannover zum Zeitpunkt der neuen Ideen f√ľr den Zoo wirklich die Existenzfrage gestellt hat. Es gab eine ziemlich gravierende Finanzkrise. Hinzu kam der f√ľr den Umgang mit Kulturinstitutionen typische Wunsch der Stadt, diese sollten sich m√∂glichst selbst finanzieren - das trifft in regelm√§√üigen Abst√§nden ein Theater, ein Museum, ein Konsveratorium oder eben den Zoo. Versch√§rft wurde diese Krise dadurch, da√ü es in den 60er Jahren einen Zooneubau gegeben hatte, der, bei ein wenig zur√ľckhaltende betriebener Bauunterhaltung, dazu f√ľhrte, da√ü die Substanz der meisten Anlagen auf einmal renovierungsbed√ľrftig wurde. Man hat darauf mit einer sehr stark an √Ėkonomen-Denken orientierten L√∂sung reagiert, die f√ľr diese Zeit typisch war und die, ebenfalls typisch, auch bei gewandeltem Bewu√ütsein nun nach Plan fortgebaut wird. Dramatisch finde ich das nicht, eher charakteristisch, insbesondere f√ľr Zoos, die sich nicht organisch entwickeln, sondern alle zwanzig bis drei√üig Jahre einen Neubau w√ľnschen.
Existentiell bedrohlich war die Lage eher in Gelsenkirchen, wo man dann auf das hannoveraner - oder leipziger - Modell zur√ľckgegeriffen hat und den Neubaugedanken noch konsequenter umsetzt als in Hannover.
(13.10.2007, 11:24)
Oliver Jahn:   @Ulli, eine m√∂gliche Beantwortung Ihrer Frage habe ich im Thread "Besucher" geschrieben. Ansonsten finde ich Ihre Ansichten zwar verst√§ndlich, dennoch sehr subjektiv. Hagenbeck hat viele Jahre unter seinen veralteten Gehegen gelitten und tut es an vielen Stellen noch. Auch ist der Tierbestand l√§ngst nicht mehr das, was er mal war. Mir gef√§llt Hagenbeck sehr gut, aber der Tierbestand in Hannover ist aus meiner sicht qualitativ deutlich besser. Allein bei den Dickh√§utern stehen Elefanten und Tapire in Hamburg gegen Elefanten, Tapire, Flusspferde und Nash√∂rner in Hannover. Was die Riesenotter in Hamburg, sind die Wombats in Hannover. Die Antilopensammlung in Hannover ist noch immer die gr√∂√üte in einem deutschen Zoo und auch qualitativ sehr gut, Alleinstellungsmerkmale wie Kaamas suche in Hamburg vergebens. Sicher wird noch einiges dem Bagger f√ľr Yukon Bay zum Opfer fallen, was davon allerdings erhaltenswert ist, und was nicht, dar√ľber l√§sst sich sicher trefflich streiten. Fakt ist aber auf jeden Fall, wer noch heute durch den Zoo Hannover mit offenen Augen geht, wird feststellen, dass "faktisch unter Herrn Machens bei weitem nicht jeder Quadratmeter umgew√ľhlt wurde. Und was die Besucherzahlen angeht, da habe ich ebenfalls nur ein subjektives Empfinden. Aber allein auf meinen Fotos vom Anfang der 90er ist zu erkennen, dass es mir doch noch relativ oft gelungen ist, Tiere und vor allem Anlagen zu fotografieren, ohne dass auf diesen Fotos auch nur ein einziger weiterer Besucher zu sehen ist. Heute gelingt mir das selbst bei wirlicher Engelsgeduld nicht mehr. Nach meinem Empfinden ist der Zoo heute nicht nur voller, mir pers√∂nlich ist er oft fast schon zu voll.
(12.10.2007, 23:50)
Ulli:   Die Existenzfrage hatte sich beim Zoo Hannover seit seiner Existenz st√§ndig gestellt - die Stadt Hannover wollte den Zoo zweifellos loswerden, die Gr√ľndung einer GmbH geschah auf einen allgemeinen Konsens hin - die Besetzung des Chefpostens war eine ausschlie√ülich politische Entscheidung (manche b√∂se Zungen sprachen auch von einer ¬ĄAbschiebung¬ď, die aber Herr Machens wohl sehr gerne angenommen hat). Mit etwas mehr Umsicht h√§tte man aber auch eine kl√ľgere Wahl treffen k√∂nnen ¬Ė es gab im Vorfeld bereits noch unter der st√§dtischen Leitung eine Vorstellungsrunde mit Fachzoologen f√ľr den Posten des Zoodirektors. Erst danach kam es zur √úbernahme durch den Gro√üraumverband und der √ľberraschenden Berufung von Herrn Machens.

Es gab auch umfangreiche Planungen in der Schublade - der Gorillaberg und Meyers Hof sind Produkte dieser Planungen. Aber alle Planungen beruhten auf einer Fortschreibung vorhandener Strukturen und nicht wie bei Herrn Machens auf eine Baggerzahnmethode bzw. kompletter "Umgrabvariante". Faktisch wurde unter Machens ja fast jeder Quadratmeter umgew√ľhlt.

Ich denke, mit einer vorsichtigeren Planung w√§re vieles deutlich kosteng√ľnstiger zu verwirklichen gewesen. Was ich damals im Zusammenhang mit den Planungen in der kurzen Fuhlrott-Zeit geh√∂rt hatte, klang wirklich vern√ľnftig.

Was die Existenz des Zoos Hannover anbetrifft - warten wir erst einmal den Kassensturz nach dem Abtritt von Herrn Machens ab - vielleicht stellt sich die Existenzfrage dann unter veränderten Vorzeichen aufs Neue.

Das Konzept, dass unter Machens umgesetzt wurde, finde ich ¬Ąunzeitgem√§√ü¬ď - in Hinblick auf die Gestaltung eher antiquiert, in Bezug auf den Bildungsauftrag finde ich das Konzept zu stark dem Fernsehen nachempfunden und hinsichtlich der verbauten Gelder- in Anbetracht der Erfordernisse im Arten- und Naturschutz mit einer permanenten Geldknappheit und Ehrenamtlichkeit - schlichtweg unangemessen.

Noch etwas zu den Besucherzahlen:
In der Anlage 1 zur Vorlage I 566/2005 im Rahmen des Wirtschaftsplanes 2006 der Hannover Zoo GmBH stehen interessante Zahlen. Dort wird wie √ľblich von 1.000.000 anwesenden Besuchern gesprochen - beim Absatz der Karten(!) werden als Ist-Zahl 2004 625.630 Karten, als Planzahl f√ľr 2005 644.676 Karten, f√ľr die Hochrechnung 2005 632.422 Karten und f√ľr den Plan 2006 636.539 Karten genannt. (14.11.2005/www.hannover.de/data/download/RH/DS/2005/55/566-05.pdf)

Diese dort erw√§hnten Zahlen der verkauften / abgesetzten Eintrittskarten liegen damit sogar etwas unterhalb (!!!) des langj√§hrigen Mittels w√§hrend der Dittrich-Zeit (ein Blick in die damaligen Jahresberichte gen√ľgt) - erstaunlich nicht oder anders gesagt: quod erat demostrandum - um es mit Euklid oder Archimedes auszudr√ľcken.

Herr Machens verkauft demnach Legenden hinsichtlich seiner Besucherzahlen. Sagen wir es einmal so: Herr Machens hat es geschafft, eventuell sogar 10 bis 20 Prozent mehr faktisch anwesende (!) Besucher im Vergleich zur Dittrich-Zeit. zu gewinnen (oder auch nicht) - dies ist aber in Anbetracht des extrem gestiegenen Eintrittspreises auch ein beachtenswerter Erfolg - so weit, so gut.

Aber wie gesagt - warten wir den tatsächlichen Kassensturz am Ende der Machens-Zeit ab.
(12.10.2007, 16:38)
Michael Mettler:   @Ulli: Zur Hagenbeck-Frage kann ich nur eine Vermutung √§u√üern: Hagenbeck hatte m√∂glicherweise √ľber viele Jahrzehnte seines Bestehens hinweg wenig Tilgung zu leisten, da die baulichen Hauptinvestitionen in der ersten H√§lfte des vergangenen Jahrhundert geleistet wurden und der Park lange von diesen zehren konnte. Meiner Erinnerung nach hat Hagenbeck schon vor der Neuorientierung Hannovers deutlich mehr Eintritt gekostet als jeder andere deutsche Zoo, ohne mehr als diese zu bieten, und f√ľr jedes Extra (Troparium, Fahrgesch√§fte, Elefantenreiten usw.) zus√§tzlich Geld genommen. (√úbrigens habe ich bei meinem letzten Besuch nicht schlecht gestaunt, wieviele Eis- und Imbissbuden sich mittlerweile im Gel√§nde verteilen - das nur zum Thema "zuviel Gastronomie".)

Man k√∂nnte das hannoversche Konzept als Versuch deuten, das vor hundert Jahren entwickelte Hagenbeck-Konzept in einer modernen Variante neu entstehen zu lassen. Nur hatte Hannover nicht die M√∂glichkeit, f√ľr den "neuen Zoo" wie Hagenbeck auf "jungfr√§ulichem" Ackerland bauen zu k√∂nnen, denn der Ort - der "alte" Zoo - war nun mal vorgegeben und damit auch der finanzielle Aufwand, Strukturen abrei√üen oder wenigstens aufw√§ndig umwandeln zu m√ľssen. Gleichzeitig sollte sich das neue "Produkt" vom Vorg√§nger deutlich unterscheiden, so wie sich damals Hagenbecks Tierpark vom Hamburger Zoologischen Garten unterschied (und letztlich den Konkurrenzkampf f√ľr sich entschied).

Und bei all dem habe ich nicht vergessen, dass die Alternative zum heutigen Erlebniszoo darin bestand, GAR KEINEN Zoo mehr in Hannover zu haben - denn schon weit vor der Machens-√Ąra wurde erstmals die Existenzfrage gestellt. So weit ich mich erinnere, gab es das Erlebniskonzept schon vor Machens' Amtsantritt, doch √ľbernahm dieser bald darauf die Rolle des Motors f√ľr diese Entwicklung - tat also den Job, f√ľr den er eingestellt wurde, denn er hat sich ja den Posten nicht per "Staatsstreich" selbst angeeignet. Mir ist es jedenfalls trotz aller Restaurants und des √ľbrigen viel gescholtenen Drumherums in der jetzigen Form immer noch lieber, als wenn etwa auf dem Gel√§nde ein "Roncalli-Land" o.√Ą. entstanden w√§re, wie es ja angesichts √§hnlicher Probleme in Gelsenkirchen mal angedacht war.

Und au√üerdem: Ich kann mir wirklich Schlechteres vorstellen, als in der Mitte einer mich umgebenden Erlebniswelt zu sitzen. Wenn ich mich in meinen eigenen Garten setze, tue ich im Grunde nichts Anderes, denn auch dieser erzeugt eine Illusionskulisse: nachgeahmte Natur, Pflanzen "in Gehegen", Fische in Plastikfolienteichen, eventuell erg√§nzt durch dekoratives Beiwerk von der alten Holzschubkarre bis zum Gartenzwerg. Ist es dann nicht eine logische Folge, dieses Prinzip in einen Zoologischen Garten (!) zu √ľbertragen, wo sich der Besucher ja ebenfalls wohlf√ľhlen soll?
(12.10.2007, 14:58)
Ulli:   Auf einer Versammlung hatte einmal Herr Machens sein Credo ausgef√ľhrt.
Der Mensch sitzt in der Mitte einer ihn umgebenden Erlebniswelt...
F√ľnf Erlebniswelten... vier Gastronomien (Gorillaberg geht rein r√§umlich nicht) plus Mullewap = f√ľnf

Der Zoo Sch√∂nbrunn hat dieses Prinzip 1752 mit dem Fr√ľhst√ľckspavillon
eingef√ľhrt ...

Noch etwas: viele Familien m√∂chten ihre selbst mitgebrachten Speisen (schon aus Kostengr√ľnden) essen - im Zoo Hannover gibt es aber kaum M√∂glichkeiten dazu, da es kaum B√§nke gibt und sich das Gro√ü der Sitzgelegenheiten konsequent auf die Gastronomie beschr√§nkt. Welch einen Kontrast bietet gerade in dieser Hinsicht der Naturzoo Rheine.
(12.10.2007, 13:33)
Ulli:   @Michael Mettler
Wiso kann ein Tierpark Hagenbeck seinen laufenden Betrieb weitgehend selbst finanzieren, bei niedrigerem Eintritt und mehr Tieren, w√§hrend der Zoo Hannover immer noch mit gut 19 Prozent am Tropf der Zusch√ľsse h√§ngt?
In absoluten Zahlen sind dies Millionen-Betr√§ge, die andere Zoos als Gesamtbudget zur Verf√ľgung haben.
Der Logik des Zoo Hannover nach und der immer wieder betonten Wichtigkeit der Gastronomiebetriebe d√ľrfte dies doch gar nicht sein ?
(12.10.2007, 13:20)
Michael Mettler:   @Ulli: Drehen wir es doch mal andersrum: Wenn sich nach dem Bau der - laut Planung - ausgefeilteren Gastronomie in Yukon Bay erweisen sollte, dass der Wok- und Pommes-Imbiss am Dschungelpalast gegen die "Konkurrenz im eigenen Betrieb" nicht mehr ankommt, w√§re es die logische Folge, ihn zu schlie√üen. Als er damals errichtet wurde, gab es viele andere gastronomische Angebote im Zoo noch gar nicht, also war er damals n√∂tig. Mittlerweile fand aber im Zoo eine Art gastronomische Evolution statt - warum sollte die nicht auch das "Aussterben" eines Imbisses beinhalten? Ver√§ndert hat sich das Angebot dort ohnehin schon, immerhin war die Terrasse anfangs ein "richtiges" Restaurant mit Speisekarte und Bedienung.

Die Einsch√§tzung mit dem Cafe Kifaru in "Afrika" und dem Biergarten an Meyers Hof teile ich √ľbrigens nicht, bei gutem Wetter finde ich beide recht gut besucht. Auch da sage ich: Wenn der Schnitt zwischen guten und schlechten Tagen nicht stimmen w√ľrde, h√§tte der Zoo beides l√§ngst dicht gemacht. Der Besuch ist nun mal wetter- und damit auch saisonabh√§ngig, da kann man Leerzeiten nicht vermeiden - das ist auch au√üerhalb eines Zoos nicht anders.

Und das Prinzip schlägt sich gerade in der Gastronomie auch im Kleinen nieder: Wenn man alle Gerichte von der Karte streicht, die nur alle paar Tage mal bestellt werden, ist die Rest-Karte schließlich nur noch unattraktiver Einheitsbrei. So ähnlich sehe ich das Prinzip der Souvenir- und Gastro-Angebote des Zoos auch im Ganzen.

Das im Vergleich zu heute √§rmliche Imbiss- und Souvenirangebot der Zoo-Kioske zu st√§dtischen Zeiten war √ľbrigens auch gleichm√§√üig √ľber das Zoogel√§nde verteilt (und es gab √ľberall das Gleiche). Ich kann mich nicht an Kritik erinnern, es habe damals zu viele Kioske (es waren mindestens sechs, dazu die Gastst√§tte) gegeben...
(12.10.2007, 12:32)
Ulli:   @Michael Mettler
meine persönlichen Beobachtungen:
das Afrika-Cafe ist praktisch immer leer. Der Sambesi wird immer als erstes aufgesucht, da ist den wenigsten Besuchern gleich der Sinn nach Restaurant.
Am Dschungelpalast-Cafe werden praktisch nur Pommes verkauft - dies geht auch im Mullewap.
Die L√§den im Afrikabereich bzw. im Dschungelpalast werden nur halbj√§hrlich genutzt, im letzten Winter hatte man dann die Idee mit der Teestube - √ľber den Erfolg wei√ü ich nichts.
Der Biergarten ist abends wirklich leer - vielleicht eine Frage der Preise.
Ich sehe bei alle dem keinen wirklich Verlust der Einnahmen - sie werden nur st√§rker konzentriert. Einmal ehrlich: braucht ein Zoo f√ľnf Gastst√§tten und genauso viele L√§den (jeweils best√ľckt mit Pl√ľschtieren - nur thematisch leicht abgewandelt ?)
Nicht dass ich falsch verstanden werde - aber Gastronomiebetriebe sind nicht nur Einnahme sondern auch laufende Betriebskosten.

Was ich nebenbei auch etwas befremdlich finde ... eventuelle √úbersch√ľss werden wieder in weitere
Gaststätten investiert ... und nicht in die Tierhaltung bzw. in die Renovierung von Tieranlagen. Demnach laufen diese Dinge also eher parallel nebeneinander her - und die Argumentation, die Einnahmen dienen der Tierhaltung, wird hinfällig.

Musterbeispiel: 900.000 Euro f√ľr den Maharadschapalast und auch die Millionen f√ľr den Mullewap. Angeblich wurden beide Projekte aus den √úbersch√ľssen der Gastronomie finanziert - die seit Jahren sanierungsbed√ľrftigen Scheiben bei den Affen √ľbernehmen die Zoofreunde, von den eklatanten Bausch√§den im Affentropenhaus mag ich gar nicht erst reden.

Ein wirklich durchschlagender Erfolg im Schuldenabtrag ist und bleibt in den ersten Jahren einzig die Sondertilgung ... in Hannover werden stattdessen neue Kredite aufgenommen.
Außerdem behindert langfristig jeder Kreditvertrag neue Planungen und neue Projekte.

Hier geht es inzwischen doch nur noch darum, in der Amtszeit von Herrn Machens auf Biegen und Brechen alle f√ľnf von Herrn Machens konzipierte Projekte umzusetzen - vielleicht aus Eitelkeit (?) - sorry - ich sehe dies so

(12.10.2007, 12:02)
Michael Mettler:   @Ulli: Ich denke, dass sich der drastische Verzicht auf Einnahmem√∂glichkeiten nach deinen Ideen zwangsl√§ufig auch auf die Tierhaltung (und die Abtragung der bisherigen Kredite) durchschlagen w√ľrde.... W√ľrden die genannten Shops "nicht funktionieren", h√§tte der Zoo sie mit Sicherheit schon geschlossen. Das bei Konzentration auf zwei Shops entstehende Gedr√§ngel in der Hauptsaison (der Shop am Eingang ist schon unter heutigen Verh√§ltnissen zeitweise √ľberf√ľllt) w√§re zudem kontraproduktiv, denn es w√ľrde etliche Besucher davon abhalten, √ľberhaupt erst hinein zu gehen. Und das w√ľrde einen weiteren Einnahmeknick nach sich ziehen.

Ob ein eintrittpflichtiges Trampolin Geldschneiderei ist, bleibt eine Ansichtssache. Auch zu Zeiten des "alten" Zoos wurde dem Besucher nicht alles gratis geboten, z.B. kosteten die Kutschfahrten oder das Futter auf der Streichelwiese extra - hat sich dar√ľber jemand aufgeregt...? Ehrlich gesagt warte ich eigentlich nur noch auf die Forderung, der Zoo solle aufgrund seiner didaktischen und sozialen Aufgaben freien Eintritt f√ľr Jedermann gew√§hren - nat√ľrlich bei gleichzeitig h√∂chster Qualit√§tsstufe in der Tierhaltung.

Allen Gegnern des Kommerziellen m√∂chte ich einfach mal zu bedenken geben, dass auch der Natur- und Artenschutz au√üerhalb der Zoos nicht unkommerziell funktioniert. Jeder Nationalpark ist ein Betrieb, in dem Arbeitspl√§tze geschaffen und unterhalten werden, und auch hier d√ľrften die Kosten f√ľr Menschen (Personal, Arbeitsr√§ume, technische Ausstattung, Fuhrpark) den weitaus gr√∂√üten Teil des Budgets ausmachen. Touristisch erschlossene Parks m√ľssen zudem in Stra√üenbau, √úbernachtungsm√∂glichkeiten, Gastronomie usw. investieren, was ebenfalls nicht vordergr√ľndig, sondern nur auf Umwegen den Lebensr√§umen und Tieren n√ľtzt - WENN es ihnen denn n√ľtzt (ich denke da gerade an die Beeintr√§chtigung der Jagdm√∂glichkeiten von Geparden durch Touristenfahrzeuge in ostafrikanischen Nationalparks, die vor einigen Jahren mal bekannt wurde). In S√ľdafrika werden touristisch wichtige Tiere in gro√üem Ma√üstab umgesiedelt, z.T. auf Kosten "weniger wichtiger" Arten - Kommerz pur. Viele Forschungsprojekte werden aus Industriekreisen finanziert - nicht weil die Konzerne Pfeilgiftfr√∂schchen oder Orchideen so toll finden, sondern weil es ja sein k√∂nnte, dass gerade in diesem St√ľck Regenwald aus irgendeinem Tier oder irgendeiner Pflanze ein vermarktbares Medikament, Nahrungsmittelaroma oder sonstwas gewonnen werden kann. Und die Forscher, die mit ihren Feldstudien √ľberhaupt erst die Wichtigkeit eines Lebensraumes nachweisen k√∂nnen, DAMIT er unter Schutz gestellt wird, tun dies ebenfalls nicht aus reinem Idealismus, sondern ihr Arbeitsplatz und Equipment wird von irgendwem finanziert - auch das kann man als kommerziell definieren, wenn man will. Dass auch Wissenschaft dazu verleiten kann, seine eigene Karriere (und damit nat√ľrlich auch das eigene Einkommen) √ľber das Projekt zu stellen, ist eine weitere Parallele zur Wirtschaft. Ist es da von der in der Relation kleinen Einrichtung Zoo nicht ein wenig zuviel verlangt, "unbelastet" von Kommerzialit√§t die Robin-Hood-Rolle zu spielen...?
(12.10.2007, 11:28)
Ulli:   Der Ausgangspunkt war ja eigentlich der Tod des Braunb√§ren und die zeitgleiche Genehmigung des YukonBays im Kultur- und Umweltausschu√ü.

Also wenn der YukonBay kommen wird, kann ich mich bei einer etwas abgewandelten Gestaltung damit durchaus einverstanden erkl√§ren. Die Eisb√§ren w√ľrden nach meinen Vorstellungen die Seite wechseln und den gesamten Bereich der W√∂lfe, Rentiere und Bisons beziehen, das Mammutskelett w√ľrde im Bereich der Pr√§riehunde ausgebreitet (f√ľr die Pr√§riehunde kann man einen Platz im Mullewap-Bereich finden) und die Robben, warum nicht N√∂rdliche Seeb√§ren, w√ľrden den gesamten Bereich Eisb√§ren, Pinguine und Robben in einer Art Meeresbucht beziehen. Die Pinguine k√∂nnen theoretisch an ihrem alten Platz bleiben und deren Anlage eine Kopie von Rheine werden. Auf die Geldschneiderei mit den Trampolinen wird nat√ľrlich auch verzichtet. Umgekehrt kann man zwei weitere unentgeltliche Trampoline im Bereich der Brodelburg errichten.

Beim Durchgehen der bisher verwirklichten Projekte und hier speziell der Gastronomie und der Shops sind mir durchaus Umnutzungsideen gekommen.

Das zuk√ľnftige YukonBay Cafe erg√§be einen passablen Rahmen f√ľr ein Arche-Noah-Artenschutzzentrum ersatzweise f√ľr die alte Idee des Zoos der Sinne.

Der Afrikashop (nur im Sommer genutzt) wird entweder zu einem Infozentrum √ľber Kultur und Gegenwartsprobleme Afrikas oder zu einem √ľberdachten Zooschulraum bei schlechtem Wetter oder f√ľr gr√∂√üere Bastelaktivit√§ten. Ersatzweise kann man auch √ľber Kleins√§uger- oder Reptilienanlagen mit afrikanischen Arten nachdenken.

Das Afrika-Cafe gibt eine brauchbare Haustieranlage f√ľr Zwergziegen und Schafe ab.

Den Dschungelpalast-Shop kann man wie im Allwetterzoo M√ľnster zu einem Elefanten-Informationszentrum mit Experimentierm√∂glichkeiten umfunktionieren.

Das Dschungelpalast-Cafe wird zu einem Familien-Picknickbereich (f√ľr mitgebrachtes Essen) sowie zu einer Aussichtsterrasse - der Verkauf von Kalt- und Hei√ügetr√§nken sowie von Eis kann durchaus bestehen bleiben.

Im Eingangsbereich kann man das Shop-Lager, den √ľberdimensionierten Serviceraum sowie die Freifl√§chen dahinter zum Zoo der Sinne ersatzweise zum Arche-Noah-Artenschutz-Infozentrum nutzen.

Der sinnlos herumstehende Pavillon bei den Gibbons wird abgerissen und dieses Areal den Gibbons zugeschlagen.

Im Bereich Mullewap zieht der Au√üenspielplatz auf das Areal des ziemlich √ľberfl√ľssigen Teiches. In dem Zuge wird der Spielplatz auch vern√ľnftig eingrenzbar ¬Ė Eltern von kleinen Kindern werden dies danken. Weiterhin muss auch wieder eine gr√∂√üere Rutsche (wie fr√ľher am Hang ¬Ė Erh√∂hung des Spielwertes) gebaut werden.

Zusammen mit der Ponyreitbahn und der Wiese mit dem LKW ergibt sich ein gr√∂√üeres Areal f√ľr eine Tieranlage, beispielsweise f√ľr W√∂lfe oder K√§nguruhs (wenn man deren Anlage f√ľr Kaffernb√ľffel verwenden w√ľrde).

Meyers Hof (gehobene Qualität) und Mullewap (Kindergastronomie) verbleiben als zentrale Gastronomie-Bereiche, Meyers Scheune und der Maharadschapalast bleiben Eventräume und am Eingang bzw. im Mullewap gäbe es weiterhin zwei Shops.

Im Biergarten m√ľssen aber zus√§tzliche B√§ume gepflanzt werden und man soll die auch die M√∂glichkeit des Selbstgrillens wie im alten Biergarten (heute Eingangsbereich) schaffen und damit zus√§tzlich an Attraktivit√§t gewinnen. Zur Zeit wirkt der Biergarten oft etwas "verlassen".

Weiterhin werden wieder transportable St√ľhle zum Verweilen und Beobachten angeschafft.

Wenn man dann auch noch bei der Wegf√ľhrung Durchbr√ľche zwischen Sambesi und Affenbereich in der Trommelh√ľtte, zwischen Gorillaberg und Robben/Showb√ľhne sowie vom Eingang aus - an der zu errichtenden Orang-Au√üenanlage vorbei - in Richtung Affenhaus (leider zu Lasten der Limikolenanlage) schafft, wird meiner Ansicht nach das Konzept des Zoos Hannover attraktiver und auch besucherfreundlicher (zumindest f√ľr die nicht so Konsum orientierten Besucher, die Mobilit√§tseingeschr√§nkten oder f√ľr Familien), das Konzept damit vom Kopf auf die F√ľ√üe gestellt und dadurch etwas durchaus Positives daraus.

An die Region Hannover kann man mit der Bitte herantreten, die angeh√§uften Schulden zu tilgen und auf diese Weise auch eine w√ľnschenswerte Senkung der Eintrittspreise herbeizuf√ľhren - neue Besuchergruppen werden es ihnen danken.

An Tierarten gingen zun√§chst eigentlich "nur" die Bisons (stattdessen blieben eventuell die Kaffernb√ľffel) sowie die Rentiere ( sie k√∂nnen auch das Areal der Vicunjas beziehen) verloren.

Ich denke, Michael und ich können auf diese Weise einen gewissen Konsens oder auch nur Annäherung in der Einschätzung des Zoos Hannover erzielen.

Manche Problembereiche (Elefanten-Innenhalle, Leopardenanlage, B√§reninsel, Urwaldhaus, Affenhaus, Erweiterung des Gorillaberges in Richtung Affenhaus mit Gemeinschaftshaltung von Drils und Meerkatzen, Beschattung am Gorillaberg bzw. bei den Elefanten) bleiben nat√ľrlich trotzdem erst einmal bestehen.
(12.10.2007, 09:48)
Oliver Jahn:   V√∂llig wertfrei m√∂chte ich die Prognose wagen, dass das sehr gut geht. Ich h√∂re √∂fter mal ein: "Mensch ist der Zoo teuer!" aber danach folgt immer gleich der Satz: "Aber es hat sich gelohnt!". Ich pers√∂nlich streife auch noch sehr gern durch den alten Teil des Zoos in Hannover und Giraffenhaus, Antilopenst√§lle, Elefantenhaus und B√§reninsel, ja sogar das Cafe Hippo √ľben noch eine gewisse Faszination auf mich aus, da ich alle diese Anlagen noch mit ihren Ursprungstieren kenne. Und auch im Tieraffenhaus halte ich mich oft l√§nger auf. Aber ich bin da bei all meinen Besuchen eher die Ausnahme gewesen. Die Masse der Besucher findet den neuen Zoo Hannover sehr ansprechend. Und wenn ich gelegentlich mal darauf hinweise, welch einmaliges Flair das alte Elefantenhaus hatte, weil man diese riesigen Tiere so nah mit allen Sinnen erleben konnte, dann ernte ich fast ausschlie√ülich verst√§ndnisloses Kopfsch√ľtteln. Und letztlich sind ja auch die Besucherzahlen der letzten Jahre ein nicht wegzudiskutierender Beweis daf√ľr, dass das Konzept aufgeht.
(11.10.2007, 20:13)
IP66:   Ich kann nicht ganz verhehlen, da√ü es mich freut, wenn neue Konzepte sich selbst aushebeln, insbesondere, wenn sie von √Ėkonomen unter der Pr√§misse entwickelt wurden, sie w√ľrden sich selbst tragen. Hannover ist da einem AUtoproduzenten zu vergleichen, der alles auf eine Karte setzt und sich zwingt, innerhalb weniger Jahre seine ganze Produktion umzukrempeln und neu anzulegen - man wird sehen, ob das gut geht.
(11.10.2007, 19:01)
Michael Mettler:   Na, da l√§sst sich doch noch was machen: Wenn der Zoo an einem Tag nicht mehr schaffbar ist, wird eben ein Hotel gebaut :-) (War nur Scherz - in Hannover gibt es REICHLICH Hotels, da muss nicht noch eins gebaut werden.)

Stimmt √ľbrigens, schon Yukon Bay allein h√§tte l√§ngst einen eigenen Thread verdient - das war hier sch√∂n √∂fter Thema als so mancher ganze Zoo.
(11.10.2007, 18:52)
Oliver Jahn:   Auch wenn ich jetzt eigentlich gar nicht mehr wei√ü, warum das hier "Der alte Zoo Hannover" hei√üt, m√∂chte ich ganz pers√∂nlich mal feststellen, dass dann, wenn Yukon Bay steht, wir den Zoo wohl gar nicht mehr an einem Tag ganz "schaffen" werden. Wir waren mit Freunden aus Hessen dort, denen der Zoo sehr gut gefallen hat, aber die eben bei dem hohen Eintritt auch gern alles sehen wollten. Selbst ich war danach fix und fertig. Wenn dann auch noch Yukon Bay mit zus√§tzlichen "Interaktionen" aufwartet, dann kann man den Zoo Hannover sicher an einem Tag nicht mehr besuchen, sondern man muss vorher gezielt sagen: "Heute fahren nach zum Sambesi und wenn dann noch Zeit ist, eventuell noch in den Indientempel."
Was die zusätzliche Gastronomie angeht, so kann ich eigentlich nur sagen, es sind alle angebotenen gastronomischen Einrichtungen gut besetzt. Das einzige, was sich nach der Eröffnung von Mullewap z.B. geändert hat, man steht am Sambesi oder am Indientempel nicht mehr so lange an. Persönlich finde ich das eher positiv, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die gesamte Gastronomie in Hannover ausgesprochen gut ist und mit einer Qualität aufwartet, die man ansonsten gerade in Zoos oft eher vermisst.
(11.10.2007, 18:05)
Michael Mettler:   @Ulli: Jawoll, ich w√§re sogar schon mit M√∂wen zufrieden - die sind haltungstechnisch unkomplizierter als Alken usw. und w√ľrden gleich noch f√ľr eine akustische K√ľstenatmosph√§re sorgen...

Von meinen eigenen Neigungen her mache ich gar keinen Hehl daraus, dass auch mir zus√§tzliche Tieranlagen (z.B. f√ľr Dallschafe) lieber w√§ren als zus√§tzliche Gastronomie. Und statt Bisons d√ľrften es auch gern Moschusochsen sein... Aber andererseits sehe ich auch den Aspekt der √∂ffentlichen Wirkung. So bringt ein Projekt wie Yukon Bay den Zoo eher ins Gespr√§ch (und zieht damit zus√§tzliche Besucher an) als ein vergr√∂√üerter Orang-Au√üenk√§fig (derzeit einer der gr√∂√üten Schwachpunkte des Zoos) und weitere "Kleinbaustellen" (klingt komisch, aber in Vergleich mit dem Umbau ganzer Zooteile ist alles Andere eben einige Nummern kleiner). Yukon Bay ist somit gleichzeitig eine PR-Inszenierung, und das Hin und Her um die Realisierung hatte wahrscheinlich eine gr√∂√üere Werbewirkung, als wenn man damals das Projekt Arctica gleich in die Tat umgesetzt h√§tte. Diese Werbewirkung wiederum kommt dem Zoo ohne Zweifel zugute.

Desweiteren befindet sich der Zoo auch in Zugzwang, denn mit den bisherigen "Erlebniswelten" hat er sich selbst einen Standard gesetzt und Erwartungen beim Publikum geweckt, die er nun in den noch nicht umgebauten Zooteilen erf√ľllen muss. (Aus der Beschlussvorlage geht u.a. hervor, dass erst ein Drittel der Zoofl√§che umgestaltet ist, trotz der immer wieder vom Zoo postulierten "letzten fehlenden Erlebniswelt" bleibt also auch nach Yukon Bay noch viel zu tun.) Stellt sich also die spannende Frage, ob der Besucher einen neuen Alaska-Zooteil in "Normaldekor" - sprich ausschlie√ülich schlichte Tiergehege ohne Dorfkulisse usw. - in Hannover noch akzeptieren oder ihn wom√∂glich sogar als R√ľckschritt betrachten w√ľrde.

Zum Abblasen: Mit B√§ren, Robben und Pinguinen sind gleich drei Publikumsfavoriten Nutznie√üer des Projektes. Der Handlungsbedarf bei den Pinguinen d√ľrfte au√üer Frage stehen, B√§ren k√∂nnen unter derzeitigen Bedingungen im Zoo √ľberhaupt nicht mehr untergebracht werden. Die Robbenanlage ist dagegen vielleicht eher optisch als haltungstechnisch √ľberholt, aber der gesamte Robben-Pinguin-Komplex f√§llt gegen√ľber den neueren Zoobereichen so deutlich ab, dass er auch bei Verzicht auf Yukon Bay zur Diskussion stehen m√ľsste (und Kosten verursachen w√ľrde).

Zur Steigerung der veranschlagten Baukosten seit der ersten Arctica-Planung: Jeder von uns hat in den letzten Jahren miterlebt, wie sehr Lebenshaltungs-, Energie- und Spritkosten gestiegen sind. Warum sollten also ausgerechnet bei einem gro√üen Bauprojekt die Preise seit √ľber einem Jahrzehnt - und √ľber die (T)Euro-Umstellung hinweg - stabil geblieben sein...?
(11.10.2007, 17:49)
Sacha:   @Ulli: Ich kann Dir in praktisch allen Dingen nur zustimmen. Gerade was den im Verh√§ltnis doch sehr grossen Nicht-Tier-Bereich angeht.
Trotzdem f√§nde ich es schade, wenn man das Projekt KOMPLETT sterben lassen w√ľrde. Gute Ans√§tze sind vorhanden und √ľber die Menge des Beigem√ľses kann man wie immer streiten. Ich bin zwar auch kein Fan von Schiffswracks in Tiergehegen. Das Wrack an sich st√∂rt mich aber nicht, sondern nur die Geschichte, die damit verkauft wird. Wenn man eine s√ľdafrikanische K√ľstenlandschaft mit entsprechenden Tierarten - wie von MM vorgeschlagen - gestaltet h√§tte, warum nicht? Aber so bin ich wie Du der Meinung: Besser Lummen, Alken, Basst√∂lpel o. √§. zum Wrack (und dann ggf. mit Netz √ľberspannt) und f√ľr die Pinguine eine neue Anlage (evtl. am alten Standort).
Und bei dieser Gelegenheit k√∂nnte man auch √ľberlegen, ob statt Bisons und Pr√§riehunde (die zwar einigermassen passen), nicht Vielfrasse, Elche oder Kanadabiber gezeigt werden sollten (Bei den UAs w√§re ich grossz√ľgig, k√∂nnten bei ersteren auch Eurasier sein).
(11.10.2007, 17:43)
Ulli:   @Michael Mettler
Ich habe die vern√ľnftige Strukturierung der neuen Eisb√§renanlage auch gar nicht in Frage gestellt. Auch die Gr√∂√üe einer Anlage habe ich in meinem Beitrag ausdr√ľcklich nur als einen Aspekt einer gelungenen Anlage angesehen.

Meine beiden genannten Vergleichsanlagen sind nun aber in der "Nachbarschaft" von Hannover. Ich war auch nur darauf gekommen, weil der Zoo Hannover in der Beschlu√üvorlage ausdr√ľcklich die Gehegevergr√∂√üerung als Argument benutzt, aber gleichzeitig die H√§lfte des Yukon-Areals ausschlie√ülich f√ľr die Besucherbereiche verwendet. Im Bereich Yukon ist das Verh√§ltnis sogar sehr g√ľnstig f√ľr Hannoversche Verh√§ltnisse - beim Gorillaberg nutzen die Gorillas von 7000 qm mal gerade 10 Prozent !

Unten weiter f√ľhrst du aus, dass von den 31,5 Mio. Euro nur die H√§lfte auf die eigentlichen Tieranlagen entf√§llt - das bewegt sich also im selben Rahmen wie Elefantenpark, Urwaldhaus und Lagune.
Zwei kurze Bemerkungen hierzu: 1. auch dort fielen Kosten f√ľr Besucherbereiche und Planungen an
und - und dies finde ich viel gravierender - der Zoo Hannover "verplempert" wieder riesige Summen in das reine Ambiente oder in fragw√ľrdige Ozeanschiffe sowie in weitere Gatronomiebereiche, als ob man davon im Zoo Hannover nicht schon heute mehr als genug hat. Die vierzig zus√§tzlichen sogenannten umgerechneten Vollzeitarbeitspl√§tze sind wahrscheinlich meistens auch nur Saisonarbeitskr√§fte auf sehr niedrigem Lohnniveau.

Ich bleibe dabei, ich finde das vorgelegte Konzept von YukonBay in Teilen (habe ich schon mehrfach angesprochen) sowohl f√ľr tierhalterisch bedenklich, sogar f√ľr falsch, als auch f√ľr unzeitgem√§ss. Den dann errichteten Geb√§udekomplex halte ich f√ľr neue zuk√ľnftige Entwicklungen auch nur f√ľr schwer modifizierbar. Der Komplex steht dann dort wie ein Fels in der Brandung.

Ich hoffe immer noch, dass es zu einer Verz√∂gerung des ganzen Projektes bis nach dem Ende der Amtszeit von Herrn Machens kommt und der Nachfolger aus guten Gr√ľnden das ganze Projekt abbl√§√üt. Die 31 Millionen Euro hat der Zoo f√ľr die Sanierung seiner wirklich neuralgischen Punkte und die Behebung/Abwandlung der gr√∂bsten Fehlplanungen der Machens-Zeit noch bitter n√∂tig.

Noch etwas Positives hinsichtlich der √úbereinstimmung:
Ich denke, wir beide sind uns einig - dies kam zumindest auch in deinen Beitr√§gen so r√ľber -, dass Pinguine eine sehr ungl√ľckliche Besetzung f√ľr ein Nordland-Panorama sind und dass Seeschwalben, Lummen oder Papageitaucher die vern√ľnftigere Besetzung w√§ren.
(11.10.2007, 16:35)
Michael Mettler:   @Ulli: Wenn man lange genug sucht, findet man f√ľr jede Tierart irgendwo ein Gehege, das gr√∂√üer ist. In Springe laufen auch Wisente oder Elche auf Fl√§chen herum, die jeweils gr√∂√üer sind als der K√∂lner Elefantenpark - es d√ľrfte trotzdem f√ľr "gew√∂hnliche Zoos" schwierig sein, das als Ma√üstab f√ľr ihre Wisenthaltung zu betrachten.

An einem K√ľstenabschnitt in Namibia (oder war es S√ľdafrika?) leben Seev√∂gel und Schakale auf, in und neben gestrandeten Schiffswracks - da kann man sich sicher ein paar Anregungen f√ľr die Pinguinanlage holen :-)
(11.10.2007, 15:35)
Ulli:   Beim Mammutskelett h√§tte man aber selbst bei einer Attrappe wenigenstens etwas biologisch Sinnvolles pr√§sentieren k√∂nnen: Dimensionen des Mammuts, die Dimensionen seiner Knochen bzw. seiner Sto√üz√§hne, die
Vermittlung der Stammesgeschichte der Säugetiere (Mammut und heutige Elefanten), die Eiszeit an sich, die Anpassung an die sich verändernden Lebensräume mit dem Aussterben der Mammuts bis hin zu der spannenden Geschichte vom Sichern des kompletten Mammuts in Sibirien (ähnlicher Biotop wie Alaska).

Stattdessen:
Direkt neben der Goldw√§scheranlage gibt es den obligatorischen Shop - da kann man gleich sein gewonnenes Gold in Pl√ľsch-Eisb√§ren anlegen - sowie als wesentliches naturnahes Element des Yukons die heute schon vorhandenen und dann verlegten Trampoline - Geld muss ja auch in die Kasse kommen.

Noch eine kleine Anmerkung: Das Wolfsgehege vergr√∂√üert sich um 182 Prozent auf 1.365 qm... Wow ... in Osnabr√ľck sind es 3500 qm in einem auch g√ľnstiger geschnittenen Areal.

Die Eisbären bekommen 2604 qm. Wow... in Springe haben die Braunbären das Vierfache an Areal. Da es aber nicht allein auf die Größe ankommt: Die Eisbärenanlage aber scheint von der Strukturierung her o.k. zu sein.

Ach ja ... Besucherbereiche, Gastronomie, Shop und "Edutainment" (!...?) machen 11000 qm, also knapp die Hälfte des Gesamtareals aus ... irgendetwas muss ich in Bezug auf die Zooarchitektur falsch verstanden haben ...

@Michael Mettler
Ich denke an der Planung f√ľr die Pinguine hat sich auch anhand der Zeichnung in der NP nichts Substantielles ge√§ndert. Die an das Schiff angrenzenden Wasserbecken ordne ich eher der Eisb√§renanlage zu. Die Brutboxen f√ľr die Pinguine kann man sicher auch im "Schiffambiente" funktionsgerecht gestalten k√∂nnen, z.B. als F√§sser, Maschinenraumt√ľren etc.

Die nördlichen Seebären sind seit jeher der Traum von Herrn Machens - ob er diesen Traum umsetzen kann, steht sicher auf einem anderen Blatt.
(11.10.2007, 14:41)
Ulli:   Beim Mammutskelett h√§tte man aber selbst bei einer Attrappe wenigenstens etwas biologisch Sinnvolles pr√§sentieren k√∂nnen: Dimensionen des Mammuts, die Dimensionen seiner Knochen bzw. seiner Sto√üz√§hne, die
Vermittlung der Stammesgeschichte der Säugetiere (Mammut und heutige Elefanten), die Eiszeit an sich, die Anpassung an die sich verändernden Lebensräume mit dem Aussterben der Mammuts bis hin zu der spannenden Geschichte vom Sichern des kompletten Mammuts in Sibirien (ähnlicher Biotop wie Alaska).

Stattdessen:
Direkt neben der Goldw√§scheranlage gibt es den obligatorischen Shop - da kann man gleich sein gewonnenes Gold in Pl√ľsch-Eisb√§ren anlegen - sowie als wesentliches naturnahes Element des Yukons die heute schon vorhandenen und dann verlegten Trampoline - Geld muss ja auch in die Kasse kommen.

Noch eine kleine Anmerkung: Das Wolfsgehege vergr√∂√üert sich um 182 Prozent auf 1.365 qm... Wow ... in Osnabr√ľck sind es 3500 qm in einem auch g√ľnstiger geschnittenen Areal.

Die Eisbären bekommen 2604 qm. Wow... in Springe haben die Braunbären das Vierfache an Areal. Da es aber nicht allein auf die Größe ankommt: Die Eisbärenanlage aber scheint von der Strukturierung her o.k. zu sein.

Ach ja ... Besucherbereiche, Gastronomie, Shop und "Edutainment" (!...?) machen 11000 qm, also knapp die Hälfte des Gesamtareals aus ... irgendetwas muss ich in Bezug auf die Zooarchitektur falsch verstanden haben ...

@Michael Mettler
Ich denke an der Planung f√ľr die Pinguine hat sich auch anhand der Zeichnung in der NP nichts Substantielles ge√§ndert. Die an das Schiff angrenzenden Wasserbecken ordne ich eher der Eisb√§renanlage zu. Die Brutboxen f√ľr die Pinguine kann man sicher auch im "Schiffambiente" funktionsgerecht gestalten k√∂nnen, z.B. als F√§sser, Maschinenraumt√ľren etc.

Die nördlichen Seebären sind seit jeher der Traum von Herrn Machens - ob er diesen Traum umsetzen kann, steht sicher auf einem anderen Blatt.
(11.10.2007, 14:41)
Michael Mettler:   Daf√ľr ist das auszubuddelnde Mammutskelett nicht mehr im Entwurf enthalten... :-) √úbrigens sieht es auf der Planung in der NP so aus, als wolle man die Pinguinanlage auf dem Schiff eher "nat√ľrlich" gestalten als die V√∂gel einfach nur "an Deck zu setzen" wie im Modell, das im Zoo zu besichtigen ist. Schau'n mer mal.
(11.10.2007, 08:57)
Ulli:   Wer in der Gegend von Hannover wohnt - in der Neuen Presse von heute gibt es eine gro√üe Zeichnung vom YukonBay. Kleine sp√∂ttische Bemerkung: es fehlt nat√ľrlich nicht ... na ... die Goldw√§scheranlage...100 Punkte.

@Michael Mettler:
Ich ging davon aus, dass die Trib√ľne mit den Sitzb√§nken √ľberbaut wird. Dein Vorschlag, die Trib√ľnen an dem sanfter abfallenden Gel√§nde zu bauen, macht nat√ľrlich absolut Sinn ebenso wie die wetterunabh√§ngige Showb√ľhne.
(11.10.2007, 08:52)
Michael Mettler:   Vielleicht sogar SEHR bald. Die Hauptsaison endet nominell am letzten Oktoberwochenende, und es ist anzunehmen, dass dann relativ bald der Auszug der Tiere aus den abzurei√üenden Gehegen stattfinden wird....
(10.10.2007, 22:29)
IP66:   Dann m√ľssen die, die den alten Oesterlen-Zoo von Hannover in einem seiner charakteristischsten Teile noch einmal sehen wollen, sich bald an die Leine aufmachen ...
(10.10.2007, 19:43)
Michael Mettler:   @Ulli: Danke f√ľr den Link. Interessant √ľbrigens, dass darin wieder durchweg von Seeb√§ren die Rede ist - sollten die N√∂rdlichen aus der Ursprungsplanung also doch noch im Bereich des Machbaren liegen...?

Im Vergleich mit den von mir genannten Beispielen schneidet Yukon Bay gar nicht so schlecht ab: Von den 31,5 Mio. Euro entf√§llt nur die H√§lfte auf die eigentlichen Tieranlagen - das bewegt sich also im selben Rahmen wie Elefantenpark, Urwaldhaus und Lagune. Meine Frage nach den Technikkosten l√§sst sich allerdings durch die Beschlussvorlage auch nicht kl√§ren bzw. in diesem Fall auch nicht, ob die darin erw√§hnte Wasseraufbereitung zum Kostenanteil der Tieranlagen gerechnet wird oder als Infrastruktur zur anderen H√§lfte der Baukosten. Ebenfalls unerw√§hnt ist, ob die Kosten zur Errichtung einer neuen Show-Arena im Yukon-Bay-Etat enthalten sind. Meines Wissens entsprechen n√§mlich die jetzigen Betontrib√ľnen an der Robbenanlage gar nicht mehr geltenden Sicherheitsbestimmungen. Selbst wenn die "Bestuhlung" der alten Arena √ľbernommen w√ľrde, entst√ľnden immerhin Abrisskosten am neuen Standort.

√úbrigens w√ľrde ich die neue Arena auf der anderen Seite des alten Robben-Pinguin-Komplexes anlegen, mit den Trib√ľnen am Hang zum fr√ľheren H√∂henweg und der Pr√§sentationsfl√§che im Bereich Walrossbecken/Pinguink√ľhlhaus/Besucherweg (der an dieser Stelle sehr breit ist). Das h√§tte den Vorteil, dass Robben- und Pinguinanlage bis zum Umzug in Yukon Bay besetzt bleiben k√∂nnen. Danach k√∂nnte man den Robbenbereich bis hinauf zum Scheitelpunkt der jetzigen Trib√ľnen mit einem Zeltdach versehen und dadurch eine tageslicht- und wetterunabh√§ngige zweite Pr√§sentationsb√ľhne schaffen (die sich zus√§tzlich f√ľr Abendveranstaltungen eignen w√ľrde und vermieten lie√üe). Die Robbenbecken beider Seiten lie√üen sich nach Teilabdeckung/-verf√ľllung dazu nutzen, auch Wassertiere (Pelikan, Otter usw.) in der Show pr√§sentieren zu k√∂nnen. Die Fl√§chen am H√∂henweg bis zur fr√ľheren Panda-Anlage k√∂nnten Volieren f√ľr einige der in der Show gezeigten V√∂gel aufnehmen. Und die jetzige Pinguinanlage g√§be nach gro√üz√ľgiger Erweiterung um einen Landbereich (jetziger Besucherweg in Richtung Lamas) eine nette Otteranlage (weiterhin mit Unterwassereinblick) ab, die f√ľr Ablenkung beim Warten auf den Showbeginn sorgt (analog zu den Erdm√§nnchenanlagen bei der Bootsfahrt).
(10.10.2007, 15:47)
Ulli:   Zur Kl√§rung aller offenen Fragen zum YukonBay:

www.hannover.de/data/download/RH/DS/2007/40/439-07.pdf

(Beschlußvorlage der Region Hannover vom 24.09.2007)

@Jennifer Weilguni
Wie gesagt, der Bereich der Robben wird zur Showb√ľhne, die vorhandenen Terrassen werden zur Trib√ľne.
Was aus dem Bereich der Pinguine und der Walrosse (Seehunde) wird, wei√ü ich nicht. Ich tippe aber, dass sie f√ľr die Infrastruktur bzw. zur Unterbringung der Tiere aus der Show genutzt werden.

Pers√∂nlich w√ľrde ich es begr√ľ√üen, wenn man die alte Pinguinanlage zusammen mit der Walro√üalage sowie der Lamaanlage zu einer gro√üen Pinguinanlage wie im Naturzoo Rheine gestalten w√ľrde.
(10.10.2007, 13:44)
Jennifer Weilguni:   Was passiert eigentlich mit der alten Anlage f√ľr Robben und Pinguine, wenn die dann alle nach Yukon Bay umziehen ? Ich h√§tte mir ja sehr gewunschen, man h√§tte sich dazu entschieden, die Anlage zu sanieren und umzubauen und dann die Pinguine dort zu lassen.
(10.10.2007, 13:17)
Ulli:   @Michael Mettler / IP66 :
Die Baukosten f√ľr die Lagune belaufen sich inzwischen auf 17 Millionen Euro - daf√ľr bekommen die Seek√ľhe ihr eigenes Separee. (Ironie)
Die Kosten f√ľr den Yukon haben sich seit 1994 auch nur schlapp verdoppelt.
Es ist mir sowieso r√§tselhaft, wie man in Osnabr√ľck f√ľr ein Drittel des Aufwandes (um Unkenrufen vorzubeugen: die Unterlagen sind offiziell bei der EU-F√∂rderkommision eingereicht worden) und dies einschlie√ülich der gesamten Erschlie√üungskosten f√ľr 5,5 ha Gel√§nde und der komplett neuen Versorgungsleitungen ein vergleichbar gro√ües Projekt (zumindest was die Gro√ütierarten Schimpansen, weitere Affenarten, diverse Beutegreifer, Bongos usw. anbetrifft) stemmen kann. Die Glasscheiben im Yukon allein werden es doch wohl kaum sein.

So weit ich wei√ü, wird doch die Fundamentplatte des Elefantenhauses (f√ľr "Yukon-Town" ?) wiederverwendet, demnach sind doch die Wasser- und Versorgungsleitungen in diesem Bereich alle bereits vorhanden - wenn auch sanierungsbed√ľrftig. F√ľr die Robben und Eisb√§ren kommen zweifellos neue leistungsf√§higere Leitungen hinzu.

Aber alle von Michael zitierten anderen Gebäude haben eines gemeinsam - sie kosten durch die Bank alle nur halb so viel !!!

F√ľr IP66:
der Yukon Bay entsteht auf dem heutigen Areal der Ponyreitbahn (dort ziehen die Bisons hin), der Showb√ľhne (diese zieht auf die alte Robbenanlage), dem Elefantenhaus, der Tapiranlage, den Rindernanlagen, der Bisonanlage, der Riesenschildkr√∂tenanlage sowie dem Cafe mit dem B√§llchenbad (deshalb wurde auch u.a. Mullewap gebaut) YukonBay reicht von der r√ľckw√§rtigen Grenze der L√∂wenanlage, der r√ľckw√§rtigen Zoogrenze bis zum Elefantenbullenstall.
Das Areal ist etwas √ľber 2 ha gro√ü.
(10.10.2007, 11:56)
IP66:   Was wird denn zugunsten der neuen Anlage abgebrochen?
In K√∂ln waren die Erschlie√üungskosten nicht so hoch, und man hat sich auch vor allzu massiven Gel√§ndebewegungen geh√ľtet. Dephine waren wohl immer teuer, aber wenn man die Kosten einer Elefantenhaltung wie in Cottbus oder Kronberg mit denen f√ľr manchen Neubau vergleicht, kann man schon verstehen, da√ü der Zookritik hier ein neues Bet√§tigungsfeld erw√§chst.
(10.10.2007, 11:10)
Michael Mettler:   P.S. zum Thema Baukosten, nur zum Vergleich: Der K√∂lner Elefantenpark lag laut Jahresbericht bei 15 Mio. Euro (f√ľr EINE Tierart), das M√ľnchener Urwaldhaus f√ľr Gorillas und Schimpansen nebst ein paar Fischen und Reptilien bei ca. 14 Mio. Euro.

Ist eigentlich irgendwo mal eine Zahl genannt worden, wie hoch die Abriss- und Entsorgungskosten der jetzt auf dem Areal befindlichen Anlagen und der Kostenanteil der Technik von Yukon Bay (Wasseraufbereitung usw.) gesch√§tzt werden? Die geplanten gro√üz√ľgigen Unterwassereinblicke f√ľr Eisb√§ren, Robben und Pinguine legen ja einen Vergleich mit Gro√üaquarien oder Delfinarien nahe. Ich kenne den letzten Stand f√ľr N√ľrnberg nicht, aber m.W. war man doch dort f√ľr die Lagune auch schon bei gesch√§tzt √ľber 12 Mio. - wiederum nur f√ľr EINE Tierart.
(10.10.2007, 10:02)
Michael Mettler:   @Ulli: Da haben wir gerade die Neuigkeit parallel gepostet, mein Beitrag ist im B√§ren-Thread...

Falls die Anlage in n√§chster Zeit nicht gravierend umgebaut werden kann, weil alle Geldmittel auf Yukon Bay ausgerichtet sind, k√§me vor allem ein winterharter Besatz in Frage, der mit dem m.W. noch immer ungeheizten B√§renhaus zurechtk√§me. Um die Felsenanlage in das Umgebungsthema Afrika einzubinden, k√∂nnte ich mir z.B. M√§hnenschafe und/oder Magots vorstellen. Vermutlich w√§re das aber nur ein vor√ľbergehender Besatz, denn der Bereich wird mit Sicherheit eines Tages optisch zum "Sambesi" hin ge√∂ffnet werden, und dazu m√ľsste das jetzige B√§renhaus weichen. Bei einem Abriss der Anlage stehen nat√ľrlich noch ganz andere M√∂glichkeiten offen, die Fl√§che zu nutzen - vom Huftiergehege (meine Hoffnung auf Kaffernb√ľffel ist noch nicht erloschen) bis zur Gro√üvoliere f√ľr afrikanische St√∂rche, Reiher usw.
(10.10.2007, 09:40)
Ulli:   Der letzte Braunb√§r von Hannover ist im Altervon 36 Jahren eingeschl√§fert worden.

Über die Neubesetzung der Anlage will der Zoo nächstes Jahr entscheiden.

Den Spekulationen ist nun T√ľr und Tor ge√∂ffnet:

Naheliegend wäre eine Besetzung mit Nasenbären, da die Tiere zur Zeit wenig attraktiv untergebracht sind.

Auch Drils w√§ren denkbar, auch wenn ich pers√∂nlich eine Gemeinschaftshaltung mit den Gorillas favorisieren w√ľrde.

Ohne großen Umbau sind auch Steppenpaviane (Anubis- oder Sphinx-) denkbar, zumindest passen sie thematisch in das Umfeld.

Zoologisch am interessantes w√§re eine Kopje mit Klippschliefern, Klippspringern und Mangusten - aber wahrscheinlich interessieren diese Arten den Standard-Zoobesucher √ľberhaupt nicht.

Wahrscheinlich liegt die Lösung auch ganz woanders.

Ansonsten hat gestern der Finanz- und Umweltausschu√ü mit gro√üer Mehrheit dem 31,6 Millionen Euro teueren Bau zum Yukon-Bay zugestimmt. Nur die Fraktion der Linken hat dagegen gestimmt, weil sie lieber einen freien Eintritt f√ľr Kinder und Jugendliche sehen w√ľrde (P.S. kann ich nur unterstreichen).

Damit begl√ľckw√ľnsche ich die Region Hannover zu einer weiteren s√ľndhaft teuren Bauruine im Zoo Hannover. Die Verantwortlichen im Zoo Hannover haben √§hnliche, bereits fertig gebaute Anlagen in US-Zoos gesehen - deren
Planung war also bereits Jahre vorher abgeschlossen -, und eine derartige Anlage 1994 in ihr Konzept aufgenommen. Das hei√üt doch nichts anderes, als dass man √ľber zwanzig Jahre alte Konzepte wieder aufw√§rmen will. Die Zooarchitektur hat aber seither nicht stillgestanden...

Der Nachfolger von Herrn Machens wird sich √ľber so ein "Abschiedsgeschenk" sicher richtig freuen...
(10.10.2007, 09:18)
@Michael Mettler:   An die r√ľckw√§rtige Erweiterung hatte ich auch schon gedacht - ich pers√∂nlich w√ľrde einen Wassergraben begr√ľ√üen, so dass man auch von der anderen Seite (wo heute der Yukon-Pavillon steht) einsehen k√∂nnte, aber dort befindet sich das Wasseraufbereitungsbecken.
(04.07.2007, 08:20)
Michael Mettler:   @Ulli: Nachdem mich die angedachte umlaufende L√∂wenanlage am alten Haus irritiert hat, f√§llt bei mir gaaaanz langsam der Groschen: Habe ich eventuell gar nicht mehr in Erinnerung, dass in den 90ern L√∂wen und Tiger kurzzeitig die Seiten getauscht haben? Wenn du schreibst "von der B√§renanlage bis zum L√∂wenk√§fig", meinst du dann die Katzenk√§fige in Richtung Fasanerie? Dann verstehe ich das Konzept n√§mlich sehr viel besser... In meiner Erinnerung sind die L√∂wen untrennbar mit den K√§figen zwischen den beiden Hauseing√§ngen verbunden.

In Sachen heutiger Tigeranlage: Allein schon durch Hinzunahme der f√ľr den immensen r√ľckw√§rtigen Graben ben√∂tigten Fl√§che (stattdessen berankter Gitterzaun als Abgrenzung) und des Besucherwegst√ľckes zwischen Palast-Toilette und Gastro-Terrasse lie√üe sich die Anlage um etliche Quadratmeter vergr√∂√üern, ohne die Schilfkl√§ranlage dahinter antasten zu m√ľssen. Und man h√§tte von der Terrasse aus einen grandiosen Ausblick... Die Leopardenanlage lie√üe sich m.E. nach vorn durchaus erweitern (au√üer im Bereich des Durchganges zum Festsaal). Aber die Meinung, dass ihr mehr H√∂he gut t√§te (sowohl effektiv f√ľr die Tiere als auch optisch f√ľr die Besucher), teile ich mit dir. Was den erh√∂hten Ausblick betrifft: Ich f√§nde es sch√∂n, die Gesamtanlage des Dschungelpalastes von dessen Dach aus √ľberblicken zu k√∂nnen. Allerdings w√ľrde man dann leider einige n√ľchtern-funktionale Bauelemente hinter der Kulissenwelt sehen... Als der H√∂henweg noch zug√§nglich war und die Heckenpflanzung noch Durchblicke erlaubte, fand ich den Ausblick von der alten Anlage der Kleinen Pandas √ľber das Elefanten-Areal sehr sch√∂n - obwohl man auch den r√ľckw√§rtigen Graben und die Elektrodr√§hte davor sah.
(03.07.2007, 17:05)
Ulli:   Eilenriedebeirat: Es ist Jahre her, viele der damaligen Mitglieder sind nicht mehr aktiv, es hat andernorts gelungene Erweiterungen von Zoos gegeben - meiner Ansicht nach k√§me es auf einen neuen Versuch an.

Es ist kein (!) Schildb√ľrgerstreich - wenn der Zoo einen permanenten und kostenlosen Pendeldienst an Wochenenden bzw. in den Ferien anbieten w√ľrde, w√ľrde es schon angenommen. Es gibt sicher kosteng√ľnstige Busse zu kaufen und pensionierte Busfahrer k√∂nnen sich √ľber einen kleinen Nebenverdienst freuen. Im √úbrigen habe ich selbst gesehen, dass Autofahrer an dem Kassenkreuz umdrehen und sehr weit weg in Richtung Lister Turm parken. F√ľr normale Werktage reicht der Parkplatz aus. Die Parkebene betrachte ich pers√∂nlich als Baus√ľnde, die zumindest vor der Greifvogelvoliere m√∂glichst schnell verschwinden muss.

Die alte Zooleitung war von jeher nur von drei Gro√üanlagen f√ľr L√∂wen, Tiger und einer gefleckten Katzenart ausgegangen. Die kleinen Anlagen w√§ren h√∂chstens, wenn √ľberhaupt, als zeitweilige Absperranlagen (daf√ľr aber kurzfristig durchaus sinnvoll) genutzt worden.

Die zeitweilige L√∂sung mit den Leoparden in der Reiheranlage fand ich pers√∂nlich sehr sch√∂n, vielleicht h√§tte man sogar die Gepardenanlage in einem weiteren Schritt mit einbeziehen k√∂nnen. Die den Leoparden/Reihern gegen√ľber liegende Luchsanlage fand ich ebenfalls gelungen und die sp√§tere Unterbringung der Luchse hat mir jedes Mal das Herz bluten lassen.

Die damalige Gutachter-Planung: man h√§tte auf dem Gel√§nde ausschlie√ülich L√∂wen gehalten, es war eine Art sichelf√∂rmige Anlage geplant, die um das Raubtierhaus herumlief. (Planung habe ich noch zu Hause). Ich pers√∂nlich h√§tte in dem Zuge auch das Antilopenhaus abgerissen, die Antilopenanlage mit der alten Steppentieranlage verbunden und in der Mitte einen H√ľgel aufgesch√ľttet. Man h√§tte die Stppentieranlage mit immer neuen Blickperspektiven umrunden k√∂nnen, die L√∂wen h√§tten freien Ausblick auf "ihre Beute" haben k√∂nnen... h√§tte, w√§re, k√∂nnte ... Schnee von gestern.

Was die heutige Tigeranlage betrifft:
Hinter deren Anlage befindet sich meines Wissens ein Wasseraufbereitungsareal, das verlegt werden muss.
Was die Leopardenanlage betrifft:
Abgesehen davon das ich sie nach wie vor f√ľr absoluten Murks halte, muss die gesamte Mauer abgerissen werden, das Areal erheblich vergr√∂√üert werden, diverse Kletterb√§ume eingebaut werden, das Netz erheblich erh√∂ht werden und erh√∂hte Besucherplattformen errichtet werden - von der bisherigen Anlage blieb praktisch nichts bestehen.

Die Nageranlagen waren ja urspr√ľnglich nur f√ľr eine kurzzeitige Ausstellung errichtet worden, aus diesem Provisorium wurden, wie du selbst wei√üt, Jahre. Allerdings h√§tte man durchaus drei attraktive Nager-Anlagen errichten k√∂nnen. Die bestehende Zwergmaus-Anlage w√§re noch hinzugekommen. Ich h√§tte aber auch ohne diese neuen Nageranlagen gut leben k√∂nnen.

Insgesamt muss ich sagen, dass der Zoo Hannover zur Zeit schnell beim Abrei√üen von alten Anlagen ist. Nur wenn Anlagen im Fokus von Herrn Machens als nicht so wesentlich erscheinen, haben die Zoomitarbeiter Gelegenheit, auch bei bestehenden Anlagen mit kreativen Ideen etwas Vern√ľnftiges auf die Beine zu stellen.
(03.07.2007, 14:38)
Michael Mettler:   @Ulli: "...nur mit dem Eilenriedebeirat verst√§ndigen" - soweit ich geh√∂rt habe, ist an diesem "nur" schon in st√§dtischen Zeiten der Bau gro√üer B√§renfreianlagen an der Grenze zur Eilenriede (f√ľr Nicht-Hannoveraner: der hiesige Stadtwald) gescheitert, und es soll auch danach noch vergebliche Versuche gegeben haben, den Zoo in diese Richtung zu erweitern. Wei√üt du dar√ľber eventuell mehr?

Der Abriss der Parkebene w√§re in meinen Augen ein Schildb√ľrgerstreich, schlie√ülich wurde sie errichtet, WEIL die Besucher den abgelegenen Parkplatz an der Stadthalle nicht annehmen. Ansonsten w√§re der Zoo wohl schon selbst auf die Idee gekommen, diesen Bereich f√ľr Tieranlagen zu nutzen und auf diese Weise den "Greifvogelring" zus√§tzlich aufzuwerten.

Zu der Altplanung: Die L√∂wenanlage rings um das Haus ist f√ľr mich neu (B√§renanlage und L√∂wenk√§fige befanden sich auf gegen√ľber liegenden Seiten des Raubtierhauses!), ich kannte bisher nur die fr√ľheren Gedankenspiele, L√∂wen- und Tigerk√§fige in Richtung zweitem Hauseingang resp. Fasanerie zu erweitern. Deiner Schilderung nach zu urteilen, h√§tte f√ľr die gro√üe Version der zweite Hauseingang sowie der noch heute genutzte Pflegerzugang ins B√§renhaus still gelegt werden m√ľssen, und die Anlage h√§tte in Richtung Antilopenhaus/Dikdikgehege einen Engpass gehabt - den dort wegfallenden Besucherweg h√§tte man verschmerzen k√∂nnen, da das Raubtierhaus ja auch anders herum zu umrunden war. Und: Vorab h√§tten erst mal neue Anlagen f√ľr die B√§ren entstehen m√ľssen, denn wie "einfach" es ist, erwachsene B√§ren abzugeben, sieht man ja an diversen Zoos. Die Anwesenheit der letzten Braunb√§rin blockiert noch heute die Entwicklung in diesem Bereich...

F√ľr die L√∂wen und Tiger w√§re eine Vergr√∂√üerung ihrer K√§fige noch machbar gewesen, aber f√ľr Leoparden, Panther, Jaguare, Pumas, welche die sieben kleinen Au√üenk√§fige bewohnten, w√§re auch bei diesem Modell kein Platz mehr gewesen. Vier der sieben K√§fige befanden sich, nur durch den Pflegerzugang getrennt, unmittelbar hinter der B√§renanlage, zwei in Richtung Antilopenhaus - allein vier davon w√§ren also der gro√üen L√∂wenanlage zum Opfer gefallen, und da man wohl kaum die zweite Zufahrt zum Haus h√§tte zubauen k√∂nnen und auch der dann einzige Besucherweg zwischen Raubtierhaus und Defassa-Anlage keine gro√üe Verschwenkung erlaubte, h√§tte man die Haltungsbedingungen f√ľr die √ľbrigen Gro√ükatzen nur marginal verbessern k√∂nnen. Zwar zogen die Persischen Leoparden sp√§ter in die Reihervoliere um, aber daf√ľr musste dann eben auch die Haltung der dortigen Vogelgesellschaft aufgegeben werden.

Die Nagerausstellung h√§tte nicht nur erneuert werden k√∂nnen, sondern sogar m√ľssen - und zwar inklusive der pflegerischen Betreuung. Die zehn kleineren Ausstellungsboxen waren zwar f√ľr die eigentlich angepeilte dreimonatige Verwendung gerade noch brauchbar, aber nicht f√ľr jahrelange Verwendung gedacht. Es handelte sich um ehemalige Eternit-Pflanzk√ľbel, die einfach auf eine Seitenwand gestellt und gegen eine Glasscheibe geschoben waren. Man konnte sie nur durch eine winzige √Ėffnung, die oben hineinges√§gt worden war (sch√∂ne Gr√ľ√üe ans Asbest...) bedienen - mit kurzen Armen war da nichts zu machen. Auf der √Ėffnung stand die Beleuchtung: Wenn man reinfassen wollte, hatte man kein Licht mehr in der Box.... Eine Reinigung war nur schwer m√∂glich, da man die (schwere!) Box mangels vorderer Begrenzung nicht von der Scheibe ziehen konnte, ohne dass Einstreu und Tiere herauspurzelten, und durch die besagte √Ėffnung nur mit viel Geschicklichkeit ein Kehrblech passte. In der nahezu komplett geschlossenen Box war kein richtiger Luftaustausch m√∂glich - verbrauchte Luft sinkt bekanntlich zu Boden, die einzige √Ėffnung war oben... So lange die Boxen d√ľnn besetzt waren und noch regelm√§√üig gereinigt wurden, ging es gut. Sp√§ter aber setzte sich bei den Pflegern durch, einfach nur neue Streu auf die alte (und die Futterreste!) drauf zu streuen, so dass sich allm√§hlich ein durch die Frontscheibe einsehbarer Komposthaufen bildete. Da der Besatz der Boxen zudem immer dichter wurde bzw. kleine durch gr√∂√üere Arten ersetzt wurden, kann man sich leicht ein Bild √ľber die hygienischen Verh√§ltnisse machen. Das war √ľbrigens auch der Grund daf√ľr, dass ich - als sich diese Entwicklung abzeichnete und meine Kritik auf taube Ohren stie√ü - meine leihweise eingestellten Nager aus der Ausstellung abzog. Folglich: Man h√§tte sicherlich bessere Terrarien statt der Eternitk√§sten hinstellen k√∂nnen, aber auch dann h√§tte es erst mal eines pflegerischen Umdenkens bedurft, dass darin nicht nur "l√§stiges Kroppzeug" durchgef√ľttert wird, sondern Nager vollwertige Zootiere sind.

Warum man √ľbrigens die jetzigen Tiger- und Leopardenanlagen bei einer Neukonzeption komplett abrei√üen m√ľsste, erschlie√üt sich mir nicht, eine Erweiterung lie√üe sich schlie√ülich mit √§hnlichen Mitteln bewerkstelligen wie eine Erweiterung der fr√ľheren K√§fige.
(03.07.2007, 13:33)
Ulli:   Ist zwar nicht "alter Zoo" - aber inhaltlich hinsichtlich der Sanierungsbereiche irgendwie doch.

Die Alaskawelt steht einer wirklich erforderlichen Neugestaltung der Sanierungsbereiche des Zoos schlichtweg im Weg - ich denke hier nur an die extrem notwendigen Ver√§nderungen im Affenbereich. Irgendwo m√ľssen die vorhandenen (!)Affen doch, zumindest √ľbergangsweise, untergebracht werden.

Eine Sanierung des Urwaldhauses mit Innenkuppeln (l√∂sbar !!) inklusive einer Erweiteung mit einer zweiten Gorillainnenanlage, einer gro√üen Orang-Au√üenanlage(leider wohl unter Einbeziehung der Limikolenanlage - schluchz) sowie einer Erweiterung der Gibboninsel ist absolut vorrangig und muss in jedem Fall gegen√ľber der Alaskawelt vorgezogen werden. Aber vielleicht kommt f√ľr die Alaskalandschaft noch etwas dazwischen - ein m√∂glicher neuer Zoodirektor will von dieser Alaskalandschaft vermutlich eh nichts mehr wissen wollen, da sie auch konzeptionell nicht mehr zeitgem√§ss und nur bedingt tiergerecht geplant ist.

F√ľr die W√∂lfe liegt eine Erweiterung in die Eilenriede geradezu auf der Hand - man muss sich nur mit dem Eilenriedebeirat verst√§ndigen.

Und was die Pinguine betrifft, braucht man nur Anschauungsunterricht in Rheine nehmen - eine neue Anlage auf dem Areal der alten Pinguinanlage, der alten Walroßanlage und der Lamaanlage
ist relativ leicht umsetzbar.

Damit sind schon zwei neuralgische Punkte entsch√§rft. So schrecklich schlecht finde ich die Robbenanlage auch nicht. F√ľr die B√§ren l√§√üt sich auch eine L√∂sung finden - vielleicht durch Abriss der Parkebene am Zoo oder wenn man die ungenutzte Wiese mit dem LKW im neuen Mullewap f√ľr Kragen- oder Brillenb√§ren nutzen w√ľrde. Mit einem Bus-Pendelservice zum riesigen Parkplatz an der Stadthalle l√§√üt sich das scheinbare Parkplatzproblem leicht beheben.

Was die immer wieder ins Gespr√§ch gebrachte Asienhalle betrifft - da hat man leider den Pfleger-Zugang zum Elefantenhaus dazwischen gebaut - wie man dies bei einer Einbeziehung einer einsehbaren Elefanteninnenanlage baulich l√∂sen will, ist mir v√∂llig schleierhaft. Ich lasse mich aber gerne √ľberraschen.
(03.07.2007, 11:29)
Ulli:   @Michael Mettler
So ganz teile ich deine Meinung zu den Erweiterungsmöglichkeiten des alten Raubtierhauses nicht.
"Schön" war das haus unter den gegebenen Bedingungen sicher nicht.
Allerdings gab es durchaus Optionen f√ľr ein Neukonzept.
1. In einer offiziellen Planung,noch zu Dittrichs Zeiten in Auftrag gegeben, war eine große Löwenanlage rings um das Haus (also Bären plus alter Löwenbereich)vorgesehen.
2. Alternativ: Wenn man die alten L√∂wen- und Tigeranlage zusammengelegt und bis zum Antilopenhaus vorgezogen h√§tte, w√§re eine Katzenanlage entstanden, die der Gr√∂√üe der heutigen Tigeranlage (f√ľr Tiger verf√ľgbarer Raum !) in Nichts nachgestanden h√§tte.
In ganz √§hnlicher Weise h√§tte auch gegen√ľber auf der Tigerseite eine relativ gro√üe Anlage entstehen k√∂nnen,
man hätte sogar die alte Glasscheibe als Sichtfenster integrieren können.
4. Bei einer Neukonzeption hätte die Nagerausstellung, sicherlich optisch aufgewertet, durchaus eine Zukunft haben können. Allerdings war das Interesse der Pfleger daran, abgesehen von Herrn Wiedenbohm, nicht wirklich vorhanden.
5. Wie man sieht, war das alte Raubtierhaus durchaus funktional und was Neustrukturierungen betrifft
durchaus brauchbar. Wenn man die jetzigen Tiger- und Leopardenanlagen neu konzipieren w√ľrde, w√§re dies dagegen tats√§chlich ein Totalabriss.
(03.07.2007, 11:01)
IP66:   Insofern w√§re meine Kritik auch nicht die, da√ü man neue Dinge baut, sondern sie lautet dahin, da√ü man die Neubauten so anlegt, da√ü man die Altbauten nicht mehr brauchen kann. Wenn man einen Altbau nicht mag und beseitigen will, dann ist er entweder "marode" (der Begriff ist besonders beliebt, weil er juristisch keine Konsequenzen beinhaltet), er verbraucht zu viel Energie oder er ist h√§√ülich. Interessant ist, da√ü sich dieser Zustand √§ndert, sobald man den Erhalt des Geb√§udes w√ľnscht: Mietwohnungen in Gr√ľnderzeitbauten in M√ľnchen oder K√∂ln waren bis in die 70er Jahre hinein Ladenh√ľter, mittlerweile sind selbst die schlecht geschnittenen Dreiachser zu hervorragenden Preisen zu vermieten. Derzeit beginnt man, die D-Z√ľge der 50er Jahre zu sch√§tzen, und so wird es auch den noch so ungeliebten Hochh√§usern der 70er ergehen - und wohl auch dem hannoveraner Affenhaus, wenn man es bis dahin nicht beseitigt hat. Haltungstechnisch ist es kein Problem, die Fenster lassen sich isolieren, und ob man den Besucherraum auf 25¬į heizt, ist den Betonst√ľtzen vermutlich auch egal.
(03.07.2007, 10:44)
Michael Mettler:   In punkto altes Raubtierhaus: Laut Jahresberichten wurde die Nagerausstellung 1993 aufgel√∂st. Der √ľbrige Tierbestand des Hauses war zu diesem Zeitpunkt bereits "auf Auslauf". Da es so gut wie keine Erweiterungsm√∂glichkeiten f√ľr die alten Gro√ükatzenk√§fige gab, wurde im Haus nur noch der bis auf wenige Ausnahmen √ľberalterte Bestand gehalten und durch Verluste frei werdende K√§fige mit eingestellten "Rentnern" aus anderen Zoos besetzt (z.B. Schwarze Panther aus Duisburg, Chinaleoparden aus Hamburg und Persische Leoparden aus Augsburg). Im Laufe der Zeit zogen auch die Kleinkatzen und die vorher nur hinter den Kulissen gehaltenen Fenneks hierher um, z.T. ebenfalls Senioren. Man hoffte damals auf die M√∂glichkeit, neue Raubtieranlagen errichten zu k√∂nnen - das Erlebniszookonzept stand noch gar nicht, als die Artenreduzierung im Raubtierhaus (Nager/Raubtiere) in gro√üen Schritten begann. Wie schon mal erw√§hnt, wurden in dieser "Zwischenperiode" auch die Antilopenarten zwecks Zusammenlegung von Gehegen reduziert sowie aus dem gleichen Grund auch die Riesenk√§nguru-Arten.
(03.07.2007, 00:05)
Michael Mettler:   Ich m√ľsste nachschauen, meine aber, dass das Tropenhaus (Niedere Affen usw.) mittlerweile auch schon "√ú 50" sein m√ľsste - es entstand jedenfalls in den 50er Jahren. So weit ich wei√ü, ist es allerdings inzwischen in einigen Teilen marode und vor allem eine gro√üe Energieschleuder. Vermutlich steht es nach "Yukon Bay" in der internen Priorit√§tenliste weit oben. Wie man sieht: Mit dem Alaska-Teil ist der Zoo noch lange nicht "fertig", auch wenn dieser immer als letzte noch fehlende Erlebniswelt propagiert wird. Vermutlich darf man das eher so deuten, dass alle weiteren noch nicht oder nur vor√ľbergehend (z.B. Wolfsanlage) umgebauten Bereiche themenm√§√üig nur noch den bestehenden "Erlebniswelten" angegliedert werden.
(02.07.2007, 13:02)
IP66:   Ich wollte den Frankfurt-Thread nicht noch voller machen, deshalb wollte ich hier berichten, da√ü ich den hannoverander Zoo eigentlich nie als "Mauerbl√ľmchen" wahrgenommen habe. Ich kenne ihn seit den 70ern, aber immer nur durch wenige Besuche. Was Ihre Listen belegen, best√§tigen auch meine Erinnerungen: Viele Gro√ütiere in meist neuen Anlagen, die bei den ersten Besuchen auch noch sehr neu und mit ihren Gr√§ben passend zu den Publikationen von Dittrich auch innovativ wirkten. Dabei war ich bei den allerersten Besuchen noch sehr klein und habe recht selektiv geschaut. Damals gefiel mir die Innenanlage im Elefantenhaus sehr gut, dagegen fand ich die Au√üenanlagen mickrig, wohl im Vergleich zu dem Haus in Berlin. An das Raubtierhaus habe ich aus dieser fr√ľhen Zeit wenig Erinnerungen, Menschenaffen haben mich als Kind ebenfalls wenig interessiert. Allerdings fand ich schon damals, da√ü es zu wenig V√∂gel und Kleins√§uger g√§be - wie auch in M√ľnchen oder N√ľrnberg, und mir gefiel auch nicht, da√ü alle Anlagen relativ gleich aussahen. Ich wurde √§lter, es kam das Menschenaffenhaus, das mir recht gut gefiel, weil es die krefelder Gew√§chshaushalle uminterpretierte, ich fand allerdings den Innenraum zu verschachtelt und bem√§ngle noch heute, da√ü der Bau als solcher sich schamhaft hinter den Au√üenanlagen versteckt. Damals lernte ich auch das alte Menschenaffenhaus sch√§tzen als ein Beispiel einer sehr einf√ľhlsamen und eleganten Architektur, ebenso die Robbenanlagen und den Giraffenhauskomplex. Die Nutzung des Raubtierhauses f√ľr die Kleins√§ugergalerie fand ich genial und nachahmenswert. Mit dem Jubil√§umsbuch lernte ich dann auch die Zoogeschichte kennen, fast gleichzeitig wurden die Pl√§ne f√ľr die Umbauten bekannt, und ich begann, den Zoo mit der Neigung der DDR, sich alle 30 Jahre neu bauen zu wollen, zu vergleichen - mit dem Ergebnis, da√ü das im hannoveraner Zoo viel besser gelungen war als im sozialistischen Teil Deutschlands. Mittlerweile finde ich auch manchen Neubau interessant, habe aber zugleich den Eindruck, etwas √§hnliches zu erleben wie in den 70er Jahren - die jeweils vorangegangene Epoche wird so umfassend wie m√∂glich beseitigt, und wo das nicht geht, stellt man neben dem eleganten Graben unelegante Blechkulissen auf, verkleidet elegante Tierh√§user mit uneleganten Holzstammreihen usf. Hinzu kommt, da√ü das Vogelhaus, das Aquarium, das Kleins√§ugerhaus, eine vern√ľnftige Fasanerie und, ganz wichtig, ein ansprechend besetzter Ententeich immer noch fehlen. Noch mehr w√ľnsche ich mir aber, da√ü man nicht alle Erzeugnisse der Zoogeschichte, die ja durchaus noch da sind, jetzt auch noch vernichtet - √§lter als ein halbes Jahrhundert ist noch der B√§renfelsen, aus den 60ern haben wir noch Anlagen und eine Reihe Gro√übauten, und den 80ern das Menschenaffenhaus, und wenn man diese H√§user ansprechend besetzt, wird man die verlorenen Zeiten zwar nicht wiedergewinnen, aber eben einen Zoo mit Geschichte und Atmosph√§re haben - und vielleicht irgendwann auch einen Ententeich.
(02.07.2007, 11:39)
Michael Mettler:   So, und jetzt als Erg√§nzung die Formen, die seit dem Umbau vom "alten" zum Erlebniszoo neu (oder nach langer Unterbrechung wieder) angeschafft wurden:

Australischer Nacktnasenwombat
S√ľdliches Sumpfwallaby
Wei√üborsten-G√ľrteltier
Katta
Rotstirnmaki
Kaiserschnurrbarttamarin
Java-Haubenlangur (beide Farbschläge)
Gelbwangen-Schopfgibbon
Sumatra-Orang-Utan
Weißschwanz-Stachelschwein
Gewöhnlicher Degu (nach langer Unterbrechung wieder)
Timberwolf (zwei Farbschläge)
Streifenskunk
Gewöhnlicher Nasenbär
Erdmännchen
Fuchsmanguste
Ceylon-Elefant
Borneo-Elefant
Flachlandtapir
Somali-Wildesel
Hartmann-Bergzebra
Chinesischer Muntjak
Rotducker
Sahara-Dorkasgazelle
Blässbock (nach mehrjähriger Unterbrechung)

Dazu kommen mehrere Formen, die zwar hinzu kamen, inzwischen aber aus unterschiedlichen Gr√ľnden nicht mehr im Bestand sind:

Dunkelr√ľckenaguti (A. prymnolopha), zeitweise statt Goldaguti
Europäischer Wolf (Nachfolger der Mischlinge, dann aber Tausch gegen Timberwolf)
Halsbandpekari
Westliche Sitatunga
(die f√ľr diesen Sommer eingestellten Europ√§ischen Seehunde werden demn√§chst ebenfalls in diese Kategorie fallen)

Einige der Neuzug√§nge l√∂sten "ausgestorbene" oder im (Ring-)Tausch abgegebene Formen oder Individuen ab, bei anderen wurde von Mischlings- auf reinbl√ľtige Zucht umgestellt (Orang, Dorkasgazelle).

Nur pro forma soll erwähnt werden, dass während der Umbauphase des "Sambesi"-Bereiches aus Platzmangel zeitweise keine Löwen gehalten wurden - der Altbestand wurde vorher abgegeben, nach Fertigstellung der Anlage zogen neue Tiere ein.
(01.07.2007, 23:37)
Michael Mettler:   Habe gerade bemerkt, dass noch zwei Formen in der Liste fehlen:
Dorkasgazelle (Gazella dorcas ssp.)
Dorkasgazelle (G. d. osiris)
Auch diese beiden Formen bildeten zusammen eine Zuchtgruppe.

(01.07.2007, 23:05)
Michael Mettler:   Nachdem in einem anderen Thread gerade mal wieder ge√§u√üert wurde, der Zoo Hannover habe vor seiner Privatisierung (also in Zeiten drohender Schlie√üung) einen an Besonderheiten armen Tierbestand gehabt, habe ich mal eine Wilds√§uger-Artenliste aus dieser Zeit heraus gesucht. Die Umwandlung in eine GmbH war Anfang 1993. Nun schreibe ich f√ľr Hannover im Gegensatz zu ausw√§rtigen Zoobesuchen nicht nach jedem Besuch eine aktuelle Liste; die nachfolgende ist vom November 1991, und einige Arten daraus waren Anfang 1993 schon nicht mehr im Bestand (z.B. diverse Antilopen). Zu beachten ist auch, dass sich die Liste auf WILDs√§ugetiere beschr√§nkt, also Ren, Dromedar, Lama usw. fehlen. Daf√ľr ist sie hinsichtlich der Unterart- oder Hybridzugeh√∂rigkeit so genau wie m√∂glich, auch wenn einige dieser Formen zusammen eine Zuchtgruppe bildeten (z.B. die Schimpansen, Wei√ükehlmeerkatzen oder Pferdeantilopen).

Alle Kleinnager bis auf die Streifenh√∂rnchen waren seinerzeit im alten Raubtierhaus untergebracht; ihr Terrarienkomplex verschwand jedoch schon einige Zeit vor dem sp√§teren Abriss des Hauses. Die urspr√ľnglich nur f√ľr eine dreimonatige Sonderausstellung ausgerichtete, eigentlich provisorische Nageranlage d√ľrften nach mehreren Jahren der Nutzung ziemlich marode gewesen sein. Aber nun zur Liste:

Tasmanischer Nacktnasenwombat
Bennett-Känguru
√Ėstliches Bergk√§nguru (Macropus r. robustus)
Schwarzgesichtkänguru (M. fuliginosus melanops)
Rotes Riesenkänguru
Tupaia
Bolivianisches Totenkopfäffchen
Schweinsaffe (ziemlich sicher die s√ľdliche Form Macaca (n.) nemestrina)
Mohrenmakak
Drill
Weißkehlmeerkatze (ssp.)
Mount-Kenya-Weißkehlmeerkatze
Rotscheitelmangabe
Hulman
Weißwangen-Schopfgibbon
Borneo-Orang-Utan
Borneo- x Sumatra-Orang-Utan
Westlicher Flachlandgorilla
Schimpanse (ssp.)
Zentralafrikanischer Schimpanse
Zweifinger-Faultier
Große Rohrratte (Thryonomys swinderianus)
Capybara
Großer Mara
Goldaguti
Langschwanz-Chinchilla
Gewöhnlicher Degu
Asiatisches Streifenhörnchen
Schwarzschwanz-Präriehund
Indische Nacktsohlen-Rennmaus (Tatera i. indica)
Nordafrikanischer Gerbil (Gerbillus spec.)
Roborowski-Zwerghamster
Rötelmaus
Brandts Steppenw√ľhlmaus (Lasiopodomys = Microtus brandti)
Vielstreifen-Grasmaus
Nil-Grasratte (Arvicanthis n. niloticus)
Palästina-Stachelmaus (Acomys d. dimidiatus)
Schwarze Nil-Stachelmaus (A. c. cahirinus, Schwärzling)
Westliche Hausmaus
Europäische Zwergmaus
Wolf (Nachfahren aus Kreuzung Timber- x Sibirischer Wolf)
Polarfuchs
Mitteleuropäischer Rotfuchs
Fennek
Braunbär
Eisbär
Baribal
Mitteleuropäische Wildkatze
Salzkatze
Oncilla
Ozelot
Karakal
Eurasischer Luchs
S√ľdafrikanischer Gepard
Jaguar
Schwarzer Jaguar
Nordchinesischer Leopard
Nordpersischer Leopard
Schwarzer Panther (ssp.)
Amurtiger
Bengaltiger (reinbl√ľtig?)
Löwe
Pazifisches Walross
Kalifornischer Seelöwe
Asiatischer Elefant (ssp.)
Indischer Elefant
Afrikanischer Steppenelefant
Ostafrikanisches Spitzmaulnashorn
Böhm-Steppenzebra
Damara-Steppenzebra
Zwergflusspferd
Flusspferd
Guanako
S√ľdliches Vikunja
Chinesisches Wasserreh
Europäischer Elch
Davidshirsch
Barasingha
Altai-Maral
Rothschild-Giraffe
Präriebison
Kaffernb√ľffel
Rotb√ľffel
Kirk-Dikdik
Senegal-Schirrantilope (Tragelaphus s. scriptus)
Tiefland-Nyala
Kleiner Kudu
Gro√üer Kudu (wahrscheinlich S√ľdafrikaner = Nominatform)
Elenantilope
Mendesantilope
Arabische Oryx
S√ľdafrikanische Rappenantilope (Hippotragus n. niger)
Pferdeantilope (Nachfahren aus Kreuzung Sennar- x Angola-Pferdeantilope)
Sennar-Pferdeantilope (Hippotragus equinus cottoni)
S√ľdafrikanischer Bergriedbock
Weißnacken-Moorantilope
Defassa-Wasserbock
Impala
Blässbock
Kaama-Hartebeest (nördliche Form, teilweise als Unterart selbornei abgegrenzt)
Springbock
Thomsongazelle

Vogel-, Haustier- und sonstige Listen habe ich nie gef√ľhrt, kann also den Bestand zu diesem Zeitpunkt nur schwer rekonstruieren. Da Hannover aber trotz einiger Vogel-Erstzuchten immer ein ausgepr√§gter S√§uger-Zoo war (mangels Vogelhaus und Aquarium/Terrarium), ist die oben stehende Liste f√ľr eine Imagebildung des damaligen Zoos aussagekr√§ftig genug.
(01.07.2007, 21:12)
Langhals:   Das Buch habe ich auch, liest sich sehr nett, diese abenteuerlichen Tierpfleger-Geschichten. Die Frage ist, was ist wahr daran, was dazugedichtet. Ich halte es f√ľr ein Ger√ľcht, das sich Herr Ramin in seinem Urlaub nicht weiter als eien gewisse Entfernung ( die genaue Klometerangabe habe ich jetzt nicht im Kopf ) von Hannover entfernen durfte, solche Klauseln waren schon damals in einem Arbeitsvertrag unzul√§ssig. Die Fotos, wo Herr Ramin zum tobendem Tembo in die Box geht, sind schon heftig. Lebt Herr Ramin eigentlich noch ?
(21.11.2006, 13:21)
Holger:   Ich habe inzwischen festgestellt, dass ich doch Bilder von Tembo haben (im Buch "kein Tag ohne Abenteuer" sind welche, war mir nie aufgefallen ...)
(21.11.2006, 10:51)
Holger:   Danke f√ľr den Tipp!
Ein Bild von Mohti habe ich auf www.asianelephant.net gefunden.
Aber von Tembo kenne ich nur den imposanten Schädel. Vielleicht hat ja jemand ein Foto und kann das online stellen? Fände ich toll! ;-)
Gruß, Holger

(20.11.2006, 17:57)
Michael Mettler:   @Holger: Es gibt Bildmaterial von beiden in den zeitgen√∂ssischen Zoof√ľhrern und Jahresberichten aus Hannover sowie in verschiedenen B√ľchern, u.a. in den Dokumentationen der European Elephant Group oder auch in den Lebenserinnerungen von Rolf Knie, in dessen Circus beide (und ihre K√ľhe) ihre Jugend verbrachten.
(20.11.2006, 16:41)
Holger:   Gibt es eigentlich irgendwo Fotos von den beiden Bullen Mohti und Tembo? Ich habe im Netz nichts gefunden.

(20.11.2006, 16:08)
Hannover:   Und hier, Dennis, kannst Du Dir die von Michael Mettler beschriebene alte Elefantenanlage / heutige Showarena ansehen:
http://img243.imageshack.us/my.php?image=hannoverhn3.jpg
(12.09.2006, 17:04)
Dennis I:   @ Michael Mettler
Danke
(12.09.2006, 16:54)
Michael Mettler:   @Dennis I: Da stehen nun zwei zur Auswahl.

Der unmittelbare Vorg√§nger des Dschungelpalastes als Elefantenunterkunft ist das Haus, in dem heute die Tapire untergebracht sind. Der Elefantenstall befand sich gegen√ľber den Innenfreianlagen hinter der Wandverkleidung; der Graben davor ist noch der originale Elefantengraben. Auf der Fl√§che der Showarena befanden sich drei (!) grabenumgrenzte Au√üenanlagen mit bis zu zehn (!) Elefanten beider Arten, darunter zwei erwachsenen Bullen. Dieses Haus wurde in den 60ern gebaut und sp√§ter nur geringf√ľgig modifiziert (f√ľr Elefanten Bau des dritten Au√üengeheges und - viel sp√§ter - Einbau eines Bullenstalls, f√ľr Nash√∂rner Zusammenfassen der beiden urspr√ľnglichen Au√üenanlagen zu einer - heute von den Tapiren bewohnt).

Das ERSTE Elefantenhaus, das fast 80 Jahre lang benutzt wurde, m√ľsste ungef√§hr da gestanden haben, wo sich heute das Au√üenbecken der Flusspferde befindet. Es wurde nach Umzug der Bewohner in den 60ern abgerissen (ich habe es nicht mehr erleben d√ľrfen), danach befand sich dort bis zum Sambesi-Umbau der Bereich Afrika-Anlage/Pelikanteich.
(12.09.2006, 15:13)
Dennis I:   kann mir jemand sagen , wo das alte Elefantenhaus im " alten " Zoo Hannover war ?
(12.09.2006, 15:01)
Michael Mettler:   Im Jubil√§umsband von 1990 fand ich nun doch noch etwas mehr √ľber das alte Affenhaus, auch ein besseres Foto.

√úber das Innere ist zu lesen, es habe "hinter den K√§figen und zwischen K√§figen und Besucherraum" Pflanzungen gegeben. Das Haus m√ľsste also - wenigstens urspr√ľnglich - ziemlich hell im Inneren gewesen sein, sonst w√§re Pflanzenwuchs nicht m√∂glich gewesen. Und da die Pflanzen vor und hinter den K√§figen einen gewissen Schutzabstand von den Affen haben mussten und auch noch irgendwo ein Pflegergang verlaufen sein muss, w√ľrde ich daraus schlie√üen, dass die den K√§figen gegen√ľber liegende Wand ungenutzt war - ansonsten h√§tte das Haus wesentlich tiefer sein m√ľssen.

Due Außenansicht lässt wiederum offen, ob sich zwischen den größeren End- und Mittelkäfigen nun beiderseits je 5 oder je 6 kleinere Außenkäfige befanden. Nimmt man die auf dem Foto zu sehenden Zoobesucher als Maßstab, muss die Höhe der Außenkäfige allerdings weit mehr als vier Meter betragen haben!
(23.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Ergebnisse eines - wenn auch oberfl√§chlichen - Nachbl√§tterns in der Festschrift "100 Jahre Zoo Hannover":

Das Tropenhaus wurde 1955/56 gebaut, tats√§chlich mit dem Hauptzweck, dort die Menschenaffen unterzubringen. Und das unten erw√§hnte "Schneidehaus" diente als Quarant√§nestation f√ľr junge Menschenaffen. Auch das von mir erw√§hnte Foto fand ich dort, allerdings sind die zu sehenden Affen keine Gibbons, sondern Languren.

F√ľr das alte Affenhaus finden sich nur wenige Angaben, darunter auch nichts √ľber die Innengestaltung. Wie von Andreas Soltwedel richtig in Erinnerung behalten ist von 18 Au√üenk√§figen die Rede. Leider ist das Haus nirgends in voller L√§nge abgebildet, doch eine Luftaufnahme, auf der eine H√§lfte durch B√§ume verdeckt ist, l√§sst einige R√ľckschl√ľsse zu. So sind nicht nur die Endk√§fige vorgezogen, sondern auch der mittlere Au√üenk√§fig. Zwischen diesen gr√∂√üeren K√§figen sieht man auf der sichtbaren Seite des Hauses deutlich f√ľnf Au√üenk√§fige, ein sechster d√ľrfte vom Schatten verschluckt sein. Da die K√§figreihe symmetrisch gebaut war, erg√§be sich mit 12 normalen K√§figen und 3 gr√∂√üeren eine Zahl von 15. Die drei fehelden lie√üen sich vielleicht dadurch erkl√§ren, dass die gro√üen K√§fige urspr√ľnglich noch jeweils einmal unterteilt gewesen sein k√∂nnten.

F√ľr 1933 wird erw√§hnt, dass man das "Kleine Raubtierhaus" zu einem Menschenaffenhaus umgebaut habe, um die empfindlicheren Menschenaffen von den anderen Affen getrennt unterzubringen. Daraus folgt im Umkehrschluss, dass das alte Affenhaus zwischen 1924 und 1933 (und danach anscheinend nicht wieder) auch gelegentlich Menschenaffen beherbergt hat, darunter mindestens einen ausgewachsenen Orang-Utan.
(21.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @IP66: Zumindest seit Bestehen des Tropenhauses gab es im alten Affenhaus mit Sicherheit keine Menschenaffen mehr, denn haupts√§chlich f√ľr diese war das Tropenhaus (Ende 50er? Anfang 60er? M√ľsste ich nachschlagen.) gebaut worden. Dabei dachte man allerding
(21.02.2006, 00:00)
IP66:   Das klingt interessant: Zum einen, weil der Bau keine bepflanzten Teile aufwies, zum anderen, weil Affengalerien eher selten sind - mir fallen aus dem 19. Jahrhundert die H√§user in M√ľnster und Wuppertal ein (und nat√ľrlich Leipzig, wie Herr Mettler schon angef√ľhrt hat), im Prinzip auch das zweite in Berlin, da√ü aber nur wenige Au√üenk√§fige hatte. Es f√§llt wieder einmal auf, da√ü zumindest Aquarium und Affenhaus f√ľr die Zwischenkriegszeit in Wuppertal doch recht gro√ü, aufwendig und ideenreich waren. Wo brachte man denn in dem hannoveraner Geb√§ude die Menschenaffen unter?
(21.02.2006, 00:00)
Andreas Soltwedel:   @Michael Mettler
Ich meine, mal etwas von 18 Au√üenk√§figen gelesen zu haben. Da Innen- und Au√üenk√§fige miteinander korrespondierten, m√ľsste es also ebenso viele Innenk√§fige gegeben haben. Ich war in den sp√§ten 60ern oder fr√ľhen 70ern in dem Haus, und das a
(19.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Andreas Soltwedel: Was befand sich denn an der anderen Innenwand des Hauses, also auf der Seite des Besucherganges, die den Innenk√§figen gegen√ľber lag? Gab es da noch irgendwelche kleineren K√§fige? Und wieviele K√§fige enthielt die Reihe der Innen- und Au
(18.02.2006, 00:00)
Andreas Soltwedel:   @IP66
Erg√§nzend zu Michael Mettlers Ausf√ľhrungen: Das Haus hatte einen Grundriss ca. 10 mal 30 Metern, einige Quellen sprechen auch von 12 x 34 m. Die Au√üenk√§fige waren nach S√ľden ausgerichtet und korrespondierten mit Innenk√§figen. Das ganze Haus konnte d
(18.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Ich kann mich nur noch dunkel daran erinnern, da sein Abriss und mein aufkeimendes Zoointeresse fast gleichzeitig waren (und ich Affen als Kind nicht mochte...). Kann mich auch nicht erinnern, jemals im Inneren gewesen zu sein. Jedenfalls war es ein langgestrecktes Geb√§ude mit schmalen, aber hohen Au√üenk√§figen (ich glaube, bis zu 4 Meter hoch), in denen es immer mal zu schweren Sturzverletzungen oder gar Todesf√§llen von Affen kam, die St√ľrze aus dieser H√∂he auf festen Untergrund offensichtlich nicht abfangen k√∂nnen. Das Bodenniveau der K√§fige m√ľsste etwa auf H√∂he der Besucherabsperrung gewesen sein, und mindestens die Endk√§fige der Reihe ragten erkerartig aus der Front vor.
Auch wenn ich es nur schwach in Erinnerung habe, hat es in der Struktur mit den aufgef√ľhrten Vergleichsbeispielen keine √Ąhnlichkeit, eher mit dem (allerdings nicht frei stehenden) Kleinaffenhaus in Leipzig; allerdings mit wesentlich h√∂heren K√§figen und in einem anderen Baustil.
(17.02.2006, 00:00)
IP66:   Wie sah das Affenhaus von 1924 denn aus? Wie Z√ľrich als Saal mit K√§figen an drei Seiten oder ein Halbrundbau wie das nachmalige Rarit√§tenkabinett in Duisburg? Gab es anschlie√üende Freianlagen oder nur K√§fige? Oder war es ein Gro√übau wie das Beispiel in Wuppertal?
(17.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   In besagtem altem Affenhaus wurden durch den Ruheschen Tierhandel bedingt auch immer mal Rarit√§ten gehalten, zum Beispiel die sp√§ter nach Erfurt gelangten Nilgiri-Languren. Auch Schopfmakaken gab es dort, vielleicht sogar bis zum Abriss.
Saßen im Provisorium in der hinterliegenden Käfigreihe neben Dscheladas und Wollaffen anfangs nicht sogar noch Wanderus?
(16.02.2006, 00:00)
Andreas Soltwedel:   @Michael Mettler und Ollo
In Zusammenhang mit dem Nebengeb√§ude des Tropenhauses meine ich auch schon mal die Bezeichnung "Quarant√§ne-Station" gelesen zu haben. Bin mir nur nicht sicher, ob das in einem der Jahresberichte (Lupe), einem Zoof√ľhrer oder einer
(16.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Ja, gab es. Das war auch der Grund f√ľr die Errichtung des Provisoriums: L√§ngst war der Bau eines neuen Menschenaffenhauses (das heutige Urwaldhaus) geplant, und die Niederen Affen sollten dann aus ihrem maroden, historischen Altbau ins Tropenhaus umziehen (wie sp√§ter auch geschehen). Nur verfiel das alte Affenhaus schneller, als der Urwaldhausbau in Gang kam. Als schlie√ülich die Affen selbst die alten Eisengitter aus den br√∂ckelnden Mauern dr√ľcken konnten (!) - das Innere des Hauses war f√ľr Besucher schon wegen Bauf√§lligkeit gesperrt - musste schnell etwas passieren. Und da man sich nicht auf Jahre hinaus von allen Affen trennen wollte, wurde das Provisorium errichtet. Um dieses wiederum nicht zu massiv einrichten zu m√ľssen, wurden wenigstens die beiden gr√∂√üten und st√§rksten Affenformen (Tschakma- und Gelber Pavian) aus dem Bestand abgegeben.
(16.02.2006, 00:00)
IP66:   Das provisorische Affenhaus in Hannover habe ich noch kennengelernt. Wie war denn die Situation, bevor das Provisorium entstand: Gab es ein Haus f√ľr niedere Affen?
(16.02.2006, 00:00)
Ollo:   Ja ich war auch schonmal drin in dem Haus. Der Name Schneidehaus wird von Dittrich in einem seiner B√ľcher erw√§hnt. Ich benutze ihn dann mal gegen√ľber dem fr√ľheren Kurator (?) Merz, der sp√§ter auf der Autobahn ums Leben kam, und wurde verstanden.
(15.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Da hab' ich eine Wissensl√ľcke, ich kenne keinen Namen f√ľr dieses Haus (obwohl ich sogar schon mal drin war). Es k√∂nnte urspr√ľnglich als Aufzuchtstation f√ľr die von Ruhe importierten Menschenaffenbabys gedient haben - liege ich da richtig?

Und ja, es dient immer noch der Affenhaltung. Zu diesem Zweck ist es damals umger√ľstet worden, weil nicht alle Arten der Niederen Affen aus dem Provisorium nach dem Umbau des Tropenhauses Platz fanden. Im Nebenhaus wurden daher die Makaken (Mohrenmakak und Schweinsaffe) untergebracht. Wahrscheinlich ist an diesem Haus nie viel mehr als das N√∂tigste gemacht worden, weil es im Laufe der Zeit immer wieder neue Ideen f√ľr eine Nutzung seiner Umgebung gab: Affenwald hinter dem Tropenhaus (in Richtung des jetzigen Dschungelpalastes), Affenfelsen vor dem Tropenhaus (jetzige Kattavoliere und der Hang davor) usw.
(15.02.2006, 00:00)
Ollo:   Dieses Nebengeb√§ude trug inoffiziell den Namen Schneidehaus, oder?
Werden darin heute etwa immer noch Affen gehalten. Die beiden Anlagen (irgendwann dann zu einer zusammengefaßt) empfand ich schon vor dem großen Zooumbau als scheußlichste von allen.
(15.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Auch auf die Gefahr hin, dass ich in diesem Thread zum Alleinunterhalter werde (aber ich BIN nun mal Hannoveraner, und es macht wirklich Spa√ü, die alten Geschichten rauszuholen): Das Nebengeb√§ude des Tropenhauses (in Richtung Gorillaberg gelegen) hatte fr√ľher nicht die beiden heutigen vergitterten Au√üenk√§fige f√ľr Affen, sondern eine verglaste Anlage. In dieser lebten lange Zeit miteinander vergesellschaftet Zuchtgruppen von Flachlandpakas und Nilflughunden, und soweit ich mich erinnere, wurden dort auch kurzzeitig Tamanduas gehalten (an die ich mich aber nicht erinnern kann). Die Pakas, heute in unseren Zoos seltener als Prinz-Alfred-Hirsche, z√ľchteten so gut, dass man schon mal eins von ihnen als Futtertier in der Greifvogelvoliere liegen sehen konnte... Sp√§ter - bis zu ihrem Abschied aus Hannover - siedelte die Paka-Gruppe auf jene Innenanlage im Elefantenhaus um, welche heute die Tapire bewohnen, und sie waren da mit Capybaras vergesellschaftet. Ihre Nachbarn auf der kleineren Innenanlage waren die Wombats.
(15.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Und da wir ohnehin bei hannoverschen Altbest√§nden waren, nebenbei eine Liste des hannoverschen Raubtierhauses Ende der 70er bis in die 80er:
Afrikanischer L√∂we, Amur-, Sumatra- und Bengaltiger, Jaguar, Schwarzer Jaguar (hier wenigstens f√ľr Deutschland erstmals nachgez√ľchtet), Chinaleopard (Einzeltier, als "Asiatischer Leopard" augeschildert), Schwarzer Panther, Schneeleopard (bis Anfang der 80er), Nebelparder (ab ca. 1981, nicht allzu lange), S√ľdamerikanischer Puma (ohne genaue Unterartangabe). Sp√§ter waren noch Nordpersische Leoparden und Fenneks in den K√§figen.
Ab Ende der 80er zus√§tzlich Nagerterrarien im Raubtierhaus, besetzt z.B. mit folgenden Arten (nicht alle zeitgleich) Degu, Langschwanz-Chinchilla, Graues Wieselmeerschweinchen, Busch-Hamsterratte, Gro√üe Rohrratte, Wanderratte (domestizierte Form), Hausmaus (Wild- und domestizierte Form), Sinai-Stachelmaus, Schwarze Nil-Stachelmaus (die fr√ľher noch als angebliche "Kreta-Stachelmaus" betrachtet wurde), Europ√§ische Zwergmaus, Brandts Steppenw√ľhlmaus, Silbergraue Bergw√ľhlmaus, Roborowski-, Dsungarischer und Campbell-Zwerghamster, Nordafrikanischer Gerbil (Art unbestimmt), Blasser Gerbil, Roter Pakistan-Gerbil, Mongolische Rennmaus, Indische Nacktsohlen-Rennmaus, Vielstreifen-Grasmaus.... Fast schon Friedrichsfelder Verh√§ltnisse.
(13.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Das Sch√∂ne an den Themen im Forum ist, dass man zum Nachschlagen und Suchen immer mal wieder B√ľcher etc. in die Hand nimmt, die man lange nicht mehr beachtet hat...

Zur Frage von ZooFanKarlsruhe: Im Buch "Kein Tag ohne Abenteuer - Tiere und ihre Pfleger" von Gerhard Gronefeld (1980) findet sich einiges aus der Lebensgeschichte von Wolfgang Ramin und "seinen" Elefanten.

Ramin hatte die Asiaten Mohti, Burma und Sabu und die Afrikaner Tembo und Iringa bereits im Circus Knie gepflegt (sowie auch den sp√§teren Pariser Zuchtbullen Siam!) und die drei Asiaten auch in der Manege vorgef√ľhrt. Mohti und Burma wurden im Circus zunehmend unzuverl√§ssiger; da Hermann Ruhe Bereitschaft zeigte, beide f√ľr das im Bau befindliche Elefantenhaus in Hannover zu √ľbernehmen und man die Dreiergruppe nicht auseinander rei√üen wollte, gelangten alle drei Asiaten in Begleitung von Wolfgang Ramin 1960 nach Alfeld, wo der Circusmann einen Pfleger f√ľr Hannover anlernen sollte. Ramin blieb aber "h√§ngen" und zog mit den drei Asiaten 1962 nach Hannover um, wo bis dahin nur die einzelne Kuh Lollo vorhanden war.

Ein Jahr sp√§ter wurde auch Tembo zu aufs√§ssig f√ľr den Circus, und wieder griff Ruhe zu - "im Paket" mit der Afrikanerkuh Iringa.

Beide Bullen waren so extrem auf Ramin fixiert, dass er mehrfach aus dem Urlaub und einmal sogar aus dem Krankenhaus geholt werden musste, wenn sich die Bullen den anderen Pflegern widersetzten - Tembo ließ sich sogar in Musth von Ramin noch kommandieren.

Das enge Verh√§ltnis wurde Ramin zum Verh√§ngnis, denn er selbst musste beiden Bullen (Mohti 1973 wegen Tb, Tembo 1977 wegen Beinbruches) schlie√ülich die Todesspritze setzen, weil sie sonst niemand an sich heranlie√üen. Nach Tembos Tod erlitt er einen Nervenzusammenbruch. Tembos Nachfolger Kenny wurde aber doch noch von Ramin √ľbernommen und in seinem ersten hannoverschen Jahr betreut.

Ein - nicht durch Elefanten erlittener - R√ľckenschaden zwang Ramin schlie√ülich, aus dem Elefantenrevier vorerst (aber schlie√ülich doch endg√ľltig) auszuscheiden; der noch junge Asiatenbulle Siporex (seit 1973 in Hannover) hatte offensichtlich erkannt, dass sein "Meister" schw√§chelte, und niemand wollte das Risiko eingehen.

Als das besagte Buch erschien, arbeitete Ramin bei den Antilopen; sp√§ter und bis zu seinem endg√ľltigen Zoo-Abschied dann wie schon erw√§hnt im Hirschrevier.

Und auch die Sache mit Ramins Stimme findet sich gleich mehrfach in den Schilderungen wieder.
(13.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Ollo: Mit deiner Frage nach dem Fasaneriebestand hast du ganz sch√∂n was angerichtet.... Um die Eventualit√§ten meiner nach Erinnerung aufgestellten Liste pr√ľfen zu k√∂nnen, habe ich die hannoverschen Jahresberichte von 1972 bis 1991 durchgebl√§ttert (und mi
(12.02.2006, 00:00)
ZooFanKarlsruhe:   Wielange war Wolfang Ramin eigentlich im Zoo Hannover aktiv und hat er sich mal dazu ge√§ussert, wie es ihm gelang, solange unverletzt Hannovers Elefantenbullen im direkten Kontakt kontrollieren zu k√∂nnen ? Das ist schon unglaublich irgendwie.
(12.02.2006, 00:00)
Ollo:   Hier wird der Herr Mettler demn√§chst eintragen, welche Arten es alle in der hannoverschen Fasanerie vor deren Umbau gab (dieser Umbau lag auch noch lange vor dem gro√üen Umbau des Zoos). Besonders w√ľrde mich interessieren, welche Arten unmittelbar vor diesem Umbau in den Volieren sa√üen.
(12.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Wer kann das zehn Jahre vorher wissen?? Mich wundert ja schon, dass die aktuelle Zooleitung in diesem Jahr nicht das zehnj√§hrige Zoo-Jubil√§um gefeiert hat, denn 1995 begann der Umbau, und der "alte Zoo" wurde damit ja zu Grabe getragen....
(29.11.2005, 00:00)
Andreas Soltwedel:   Als Zoosammler mit kleiner, aber feiner Sammlung interessiert mich nicht nur das aktuelle Geschehen in einem Zoo und dessen Tierbestand, sondern auch die jeweilige Geschichte. In jeder Beziehung ist mir nat√ľrlich an meinem Heimatzoo Hannover gelegen. Gerade zu dessen Historie zwei Fragen:
1.) Vor kurzem konnte ich einige Exemplare "Die Tierwelt - Zeitschrift des Zoologischen Gartens Hannover" erwerben. Die ertse Ausgabe erschien nach meinen Quellen Mitte Juni 1929 und ist datiert mit Mai 1929. Weiß jemand, wann die letzte Ausgabe erschienen ist?
2.) Es ist zwar noch eine Weile hin, aber in zehn Jahren besteht der Zoo Hannover immerhin 150 Jahre! Soweit ich wei√ü, begannen die Vorbereitungen f√ľr den Jubil√§umsband zum 125sten bereits Mitte der 80er Jahre. Angesichts meiner Vermutung, dass sich der hiesige amtierende Direktor beharrlich weigert, die Historie seines Zoos anzuerkennen, lautet meine Frage: wird es von offizieller Seite einen Jubil√§umsband zum 150sten Geburtstag des hannoverschen Zoos geben?
(29.11.2005, 00:00)
Ingo Rossi:   Stimmt, in Bonn begann der Denkmalschutz leider erst nach dem Neubau des Stadthauses...
Auch ich halte es f√ľr problematisch, Denkm√§lern ihren eigentlichen Sinn zu entziehen, daher Tierh√§user nicht mehr f√ľr die Tierhaltung zu gebrauchen. So ist das neue Raubtierhaus in Leipzig in meinen Augen durch den Umbau auch sehr entstellt und hat den urspr√ľnglichen Charakter verloren. Das gleiche gilt jedoch auch f√ľr mich bei dem Umbau des Raubtierhauses in Halle, das jetzt vielleicht tiergerechter ist aber auch den urspr√ľnglichen Charakter nur noch erahnen l√§sst.
Denke jedoch auch, da√ü der Zweck dieser H√§user, lebende Tiere zu halten, sich sehr schwer mit dem Denkmalschutz verbinden l√§sst ohne wesentliche Ver√§nderungen zu unternehmen. In Wuppertal ist es sicherlich gelungen, das ehemalige Elefantenhaus in einTapirhaus umzuwandeln, allerdings ist das haus ja auch schon im Laufe der Zeit immerwieder leicht ver√§ndert worden, das alte K√∂lner Elefantenhaus ist ja noch sehr reich an Verzierungen, schwer sie alle bei einen Umbau zu ber√ľcksichtigen und zu erhalten.
Die Lösung in Duisburg, ein altes Affenhaus so zu erhalten wie es war und dann zum Museum zu machen, ist bestimmt die artgerechteste Version oder wie kann man je den Tempel in Antwerpen in ein modernes Elefantenhaus umgestalten?
(23.09.2005, 00:00)
IP66:   Historistische Bauten wurden in 60ern nur √§u√üerst selten in die Denkmallisten eingetragen, und √§ltere Bauwerke gab es au√üer dem Kleinraubtierhaus in Berlin in Deutschland nicht. Eine der fr√ľhesten Unterschutzstellungen von Bausubstanz nach 1850 betraf die bonner Neustadt, und das war erst in den 1970ern. Die Nichtnutzung von Tierhausbauten ist immer problematisch, insofern halte ich die Idee, das Antilopen/Elefantenhaus in K√∂ln von jedem Tierbesatz zu befreien, f√ľr falsch. Der Bestand hier ist auch gar nicht mehr so umfangreich, da man die den Innenraum pr√§gende Bedachung oberhalb des Stuckgesimses, die noch der ersten Bauphase angeh√∂rte, ohne R√ľcksicht auf den Bestand erneuert hat, was sogar im neuen Dehio-Handbuch f√ľr das Rheinland erw√§hnt wird. Gelungene Umnutzungen hingegen verk√∂rpern das Elefanten/Tapirhaus in Wuppertal oder das Aquarium in Leipzig. Heute betrifft der Ver√§nderungsdruck eher Anlagen der 70er Jahre, mit den gleichen Argumenten, mit denen man um diese Zeit die Bauten vor 1945 beseitigte.
(22.09.2005, 00:00)
Ingo Rossi:   @ Oliver Jahn : Es gab bestimmt schon einen Denkmalschutz in den 60zigern, aber der galt bestimmt f√ľr eine weiter zur√ľch liegende "Epoche". In Diettrichs Buch "Auf Safari in Europa" beschreibt er z.B. die Zukunftspl√§ne f√ľr den K√∂lner Zoo aus Sicht der 60ziger. Alle, den Krieg √ľberlebten,alten Tiergeb√§ude sollen noch abgerissen werden... Das Geld fehlte dann, zum Gl√ľck. Und heute stehen sie unter Denkmalschutz, noch als Geb√§ude mit Tieren. Den heutigen Pl√§nen nach, werden sie eines Tages keine Tiere mehr beinhalten, zumindest das Elefantenhaus. Die Elefanten sind ja auch schon keine Mieter mehr da und eine Ersatzart wird wohl nicht mehr einziehen.
(21.09.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Da ich erst seit letzter Woche im Forum bin, dringe ich nur so nach und nach zu den "√§lteren" Themen vor.
Nach allem, was ich aus dem Zoo geh√∂rt habe - gr√∂√ütenteils √ľber Frank-Dieter Busch, der Mitglied im Zoofreunde-Vorstand ist - hat die derzeitige Zooleitung sehr wenig Interesse an der historischen Vergangenheit des Zoos. So sollte z.B. das von der fr√ľheren Pressesprecherin bearbeitete Fotoarchiv komplett im M√ľll landen!!! (Die Zoofreunde haben es davor bewahrt und vorerst in Privatr√§umen eingelagert...)
Man werfe nur mal einen Blick auf den historischen R√ľckblick in den letzten Zoof√ľhrern: F√ľr die Zeit vor dem Zoo-Umbau erinnert das doch sehr an mein fr√ľheres Schulzeugnis, wenn da stand "Religion: teilgenommen"....
Demzufolge wäre der richtige Ansprechpartner eher die vorherige Zooleitung. Allerdings betätigt sich Prof. Dittrich selbst als Zoohistoriker.
Was Material betrifft: Ich fotografiere seit 1981 im Zoo Hannover, wobei mich allerdings die Anlagen fotografisch weniger interessieren als der Tierbestand. Dennoch habe ich auch diverse "Baufotos". Und außerdem Aufnahmen von allen seitdem im Schaubereich gehaltenen Tierarten mit Ausnahme der Fische im Urwaldhausbach...
(21.09.2005, 00:00)
Oliver Jahn:   Ich habe gestern einen Zoo-F√ľhrer von hannover erhalten von 1955. Also ihr k√∂nnt euch nicht vorstellen, wie erstaunt ich war. Was war das mal f√ľr ein historisch und baulich spannender Zoo!!!! Und alles Aufnahmen, die nach dem krieg entstanden, hei√üt also, alle diese Bauten waren nicht zerst√∂rt!! Wie kann es nur sein, dass ein Zoo, der eben nicht wie der M√ľnsteraner seinen Platz in G√§nze wechselt, so komplett sein Gesicht ver√§ndert, dass man nicht ein einziges winziges St√ľckchen des alten Zoos mehr findet? In Dresden und Frankfurt muss man auch ein wenig suchen, nach den Wurzeln des alten Zoos. In Halle, Leipzig, Berlin, K√∂ln u.a.ist er √ľberall zu finden! Aber in Hannover selbst vor dem Umbau zum Expo-Zoo findet man wirklich √ľberhaupt nichts. Gab es in den 60er Jahren noch keinen Denkmalschutz?
(28.07.2005, 00:00)
Hannovi:   Der Meinung war ich auch. Nur dem war ja leider nicht so, so dass sich die Frage stellt, wie viel Sinn das Ganze √ľberhaupt macht.
Wir sind ja alle Menschen, die leider Gottes nicht all zu Viel Zeit zu verschenken haben.
(17.06.2005, 00:00)
Andreas Soltwedel:   Es ist nicht so, dass ich kein Interesse mehr an der sache h√§tte. Nur war ich auch der Meinung, dass sich auch andere Foren-Teilnehmer an der sache beteiligen.
(16.06.2005, 00:00)
Hannovi:   Nun gut, wenn kein Interesse mehr besteht... Schade eigentlich.
(16.06.2005, 00:00)
Hannovi:   Vielleicht sollten wir das Thema mal wieder aufgreifen.
Eine Internetseite könnte ich gestalten, auch Kontakt mit Zoo und Zooverein aufnehmen, es sei denn jemand hat da Connections.
Aber mit Inhalten (wie z.B. Andreas eindrucksvolle Architekturgeschichte)
muss man sie dann mal gemeinsam f√ľllen.
(05.06.2005, 00:00)
Hannovi:   Respekt! Das klingt ja mehr als beeindruckend.
(22.05.2005, 00:00)
Andreas Soltwedel:   Ich habe eine erste Gliederung meines Manuskriptes vorgenommen. Das k√∂nte so aussehen:
Einleitung
Planung des Zoos
Die Wahl des Standortes
Die esrten Bauten
Teiche
Bärenzwinger
Raubvogelfelsen
Antilopenhaus (sp√§ter B√ľffelhaus)
Hirschhaus
Die Felsenpartie und ihre Einrichtungen
Ziervogelhaus
Affenhaus
Wirtschaftshof und Wirtschaftsgebäude
Andere Tieranlagen und Einrichtungen
Zusammnefassende Betrachtung zur Eröffnungsphase des Zoologischen Gartens Hannover

Die Entwicklung des Zoos in der Zeit von 1866 bis 1870
Restauration
Veranda und Orchestertrib√ľnen
Eingangsgebäude und Kleine Waldschänke
Känguruhaus
Straußenhaus
Schweinehaus
Kamel- und Antilopenhaus
Raubtierhaus
Bärenhausteich
Nebeneingang
Pumpenstation
Die landschaftliche Gestaltung des Zoos von 1863 bis 1870
Schlußbetarchtung zu der Zeit bis 1870

Die Neubauten im Zoo von 1871 bis 1889
Terrarium
Hundeasyl
Edelhirschpark
Elefantenhaus
Zweites Affenhaus
Biberteich und Sumpfbiberbecken
B√ľffelpark
Volieren f√ľr V√∂gel
Eichbaum mit Umzäunung
Stelzvogelhaus
Haus f√ľr kleine Raubtiere
Nagetierhaus
Schlangenhaus
Gehege f√ľr Pampashasen
Kinderspielplatz
Die Geländeerweiterung von 1886
Gestaltung der Zoolandschaft von1865 bis 1889
Schlußbetarchtung zu der Zeit von 1871 bis 1889

Die Neubauten zwischen 1890 und 1914
Antilopenhaus
Musiktrib√ľne
Maschinenhaus
Fasanerie
Zweites Schweinehaus
Zweites Hundeasyl
Zweite Fasanenpark
Tennisplätze
Kängurugehege
Affeninsel und Nasenbäreninsel
Zweites Haus f√ľr kleine Raubtiere
Andere Tieranlagen
Schlußbetrachtung zu der Zeit von 1890 bis 1914

Die Zeit wärend und nach dem ersten Welkrieg
Deusches Terrarium
Die Situation des Zoos zwischen 1914 und 1922
Die Nutzung des Gartengeländes zwischen 1922 und 1924

Die Wiedereröffnung des Zoologischen Gartens 1924
Löwenschlucht
Kamelwiese
Kamelwiese
Drittes Affenhasu
Affenfelsen
Arena
Wiederherstellung und Ausbau des Gartenlokals
Schlußbetrachtung zum Jahr der Wiedereröffnung des Zoologischen Gartens

Neubauten bis zur Verpachtung des Zoos an den Tierhändler Ruhe (1925 - 1931)
Nagetierfelsen
Bäreninsel
Reihervoliere
Gehege f√ľr Wildschweine und Rotwild
Neues Haus f√ľr Kleine Raubtiere, sp√§ter Menschenaffenhaus
Vogelhäuser
B√ľffelstall
Schlußbetrachtung zu der Zeit von 1925 bis 1931

Der Zoo unter der Leitung der Tierhandlung Ruhe bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges (1932 bis 1939)
Tierkindergarten
Elchhaus
Fasanerie
Greifvogelvoliere
Huftiergehege an verschiedenen Stellen des Gartens
Die Entwicjklung der Gartenlandschaft von 1924 bis 1939
Schlußbetrachtung zu der Zeit von 1932 bis 1939

Die auswirkungen des zweiten Welkrieges

Die ersten Jahre des Wiederaufbaus
Die Geländeerweiterung an der östlichen Gartenseite
Verwaltungsgebäude
Zebrahaus
Die Zoogaststätte mit ihren Nebengebäuden

Die Neugestaltung des Zoos zwischen 1955 und 1965
Tropenhaus
Quarantänestation
Rinderanlagen
Umbau des Raubtierhauses
Raubtierkinderstube
Eingangsgebäude
Gibboninsel
H√§user f√ľr Elefanten, Flu√üpferde und andere "Dickh√§uter"
Elch- und Hirschhaus
Erweiterund des Zebrahauses
Afrika-Anlage
Zooteich und Stelvogelwiese
Giraffenhaus
Antilopenhäuser
Fasanerie und Flamingowiese
Robben- und Pinguinanlage
Die Gebäude des Wirtschaftshofes
Haustiergehege
Schlußbetrachtung zur Phase des Wiederaufbaus

Der Ausbau des Zoos zwischen 1966 und 1989 Die Neubauten nach dem hundertjärigem Jubiläums (1966 bis 1989)
Hirschanlagen
Volieren f√ľr Waldv√∂gel
Nebeneingang
Kamelanlage
Känguruanlagen
Wolfsanlage
Eulenvolieren
Anlagen f√ľr S√ľdamerikanische Kamele
Anlagen f√ľr kleine Raubtiere
Streichelwiese
Reiher- und Ibisvoliere
Umbau des Amtilopenhauses II
Erweiterund der Elefanten-Außenanlage
Provisorisches Affenhaus
Erste Gepardenanlage
Umbau und Erweiterung der Kleinkatzenkäfige am Elefantenhaus
Urwaldhaus f√ľr Menschenaffen
Neugestaltung des Tropenhauses
Brutvolieren und Flugvoliere f√ľr Greifv√∂gel
Watvogelanlage
Neugestaltung der Rinderanlagen
Kinderspielplatz
Die Pläne zur Bebauung des Zooberges
Die Fortschreibung des Generalbebauungsplans bis 1989
Schlußbetrachtung zu der Zeit von 1965 bis 1989

Der Ausbau des Zoos zwischen 1990 und 1994
Umbau der Fasanerie
Neugestaltung der Nashornanlage
Mehrzweckanlage f√ľr kleine Affenarten
Anlage f√ľr Kleine Pandas
Neugestaltung der Wolfsanlage
Neugestaltung der Antilopenanlagen
Neugestaltung der anlagen f√ľr S√ľdamerikanische Kamele
Haus f√ľr Riesenschhildkr√∂ten

Um- und Neubauten im Hinblick auf die EXPO 2000 (1995 bis 2000)
Neugestaltung des Eingangsbereichs
Kaninchengehege ("Hoppel-Poppel-Land")
Gorilla-Berg (EXPO-Projekt)
Dschungelpalast (EXPO-Projekt)
Zoobauernhof "Meyer¬īs Hof" (EXPO-Projekt)
Die Afrikanische Landschaft "Sambesi" (EXPO-Projekt)
Landschaft f√ľr arktische und antarktische Tiere "Yukon-Bay" (EXPO-Projekt, in der Planungsphase seit 1998)

Bautätigkeit nach der EXPO 2000 in Hanover (2001 bis heute)

(21.05.2005, 00:00)
Klaus Sch√ľling:   Grunds√§tzlich steht der Tiergarten Rundbrief nat√ľrlich zur Verf√ľgung.
Wir können das Ganze aber auch erst einmla hier an die Website hängen...
(19.05.2005, 00:00)
Andreas Soltwedel:   Also nochmal: f√ľr so ein Projekt w√ľrde ich mein Material zu Verf√ľgung stellen. Mir stellen sich folgende Fragen:
In welcher Form k√∂nnte man an die √Ėffentlichkeit treten?
Bietet sich der TGR als Medium an?
Soll man einzelne Geb√§ude oder vielleicht einzelne Zeitabschnitte abhandel (Gr√ľndungsphase, erste Bauten, Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg usw.)?
Sicher stellt sich auch die eine oder andere Frage nach rechtlichen Hintergr√ľnden.
Wenn sich so ein Projekt etablieren sollte: Ich bin dabei!
(18.05.2005, 00:00)
Hannovi:   Das das Arbeit macht muss man nat√ľrlich bedenken und ich denke keiner von uns hat all zu viel Zeit √ľbrig, aber so etwas kann ja langsam wachsen. Und es ist eine Idee, das hei√üt, man kann immer sagen, so jetzt ¬īh√∂ren wir damit auf, wir haben uns das alles einfacher vorgestellt oder so. Aber es muss ja nichts so gro√üartiges sein, Fotos, etc., eine wissenschaftliche Abhandlung muss ja nicht gleich das Ziel sein. Und so ein begonnener Text, wie von dir Andreas, das ist doch schon was tolles und so st√ľmperhaft ist er bestimmt nicht, wie gesagt, es sollte ja keine wissenschaftliche hundertprozentige Dokumentation sein.
Nat√ľrlich kann es nur zum Vorteil sein, den Zoo mit einzubeziehen, ich meinte ja nur, dass der Zoo einem schwerlich verbieten kann, so ein Projekt zu machen.
(18.05.2005, 00:00)
Andreas Soltwedel:   Ich finde die Idee ebenfalls sehr gut. Nur m√∂chte ich an dieser Stelle auf zwei Dinge hinweisen:
1.) Vor einigen Jahren erschien das Buch " Der Berliner Zoo im Spiegel seiner Bauten". Wer nur das Vorwort dieses aus meiner Sicht nicht zu toppenden Buches liest, ahnt, welche Arbeit dahinter steckt.
2.) Herr Sch√ľling hat an anderer Stelle dieses Forums bereits darauf hingewiesen, dass es einfach zum guten Ton geh√∂rt, den betreffenden Zoo mit ein zu beziehen. Au√üerdem k√∂nnte besagter Zoo auch wichtiges oder interessantes Archivmaterial zur Verf√ľgung stellen. Diese Chance w√§re m√∂glicherweise schnell vertan, wenn man besagten Zoo au√üen vor l√§sst.

Eher st√ľmperhaft habe ich vor einigen Jahren ein Manusskript (handgeschrieben) zur Architekturgeschichte des hannoverschen Zoos begonnen. Quellen waren meine eigene Sammlung, eigene Notizen, selbst geschossene Fotos sowie die Archivalien des hannoverschen Stadtarchives. Leider konnte ich zu den Magazinen des Zoos und des hiesigen Historischen Museums keinen Zugang erlangen. Wer also Lust hat...
(17.05.2005, 00:00)
Hannovi:   Das muss ja nichts toll programmiertes sein, sonst w√ľrde ich das auch programmieren, das Problem ist eher, das ganze mit Inhalten zu f√ľllen.
Die Zustimmung des Zoos br√§uchte man denke ich nicht, es gibt auch inofizielle Seiten √ľber den Zoo Dortmund (sehr gute, sogar) und viele Fan-Seiten zu diesem oder jenem Zoo.
(17.05.2005, 00:00)
Oliver Jahn:   Ein spannender Vorschlag, leider sehr zeitintensiv und so eine HP verlangt schon eine Menge an fachlicher Versiertheit. Au√üerdem w√§re so etwas sicher nicht ohne Zustimmung des Zoos m√∂glich!
(17.05.2005, 00:00)
Hannovi:   Der alte Zoo Hannover - trotz zum Teil r√ľckst√§ndiger Tierhaltung hat er mich nicht minder fasziniert wie der neue und wo hier im Forum immer wieder die Rede von seinem alten "betonigen" Glanz ist, dachte ich, es w√§re wirklich sch√∂n, die Erinnerung an den Zoo, wie er war, zu erhalten. Dabei kann es nicht darum gehen, das zu verherlichen, was war, sondern sich daran zu erinnern, wie es war und was anders (vielleicht auch besser) war.
Das k√∂nnte vielleicht gut auf einer Internetseite sein, wie die "70 Jahre Zoo Duisburg"-Seite. Jeder der mitmachen wollte, k√∂nnte Material wie Fotos, Berichte, Eindr√ľcke, Erinnerungen, Anekdoten, Fakten, etc. hinzuf√ľgen.
Was haltet ihr davon?
(16.05.2005, 00:00)

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