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Schneeleoparden



Liz Thieme:   Die North Carolina State University hat in Zusammenarbeit mit dem National Zoo in Washington, dem Philadelphia Zoo, dem Hogle Zoo in Utah und weiteren VeterinĂ€ren der American Association of Zoo Veterinarians eine Übersichtsstudie ĂŒber die MortalitĂ€t von Schneeleoparden zwischen 1999 und 2019 erarbeitet.
Ziel dieser 20-jĂ€hrigen retrospektiven Studie war es, die Todesursachen in der nordamerikanischen Schneeleopardenpopulation (NA) zu untersuchen und zusammenzufassen, um ĂŒber die Tiergesundheit und die Haltungspraktiken zu informieren und diese zu verbessern. Es wurden von allen zoologischen Einrichtungen der NA Pathologieberichte angefordert, in denen Schneeleoparden verzeichnet sind, die zwischen dem 1. Januar 1999 und dem 31. Dezember 2019 verstorben sind. Die Daten wurden ĂŒberprĂŒft und die Todesursache (cause of death, COD) sowie gleichzeitig auftretende Krankheiten wurden zusammengefasst und nach Altersgruppe, Organsystem und Krankheitsprozess verglichen .
Zu den 241 Schneeleoparden in diesem Bericht gehören 109 MĂ€nnchen, 130 Weibchen und zwei unbestimmte Tiere. Unter ihnen waren 116 geriatrische Schneeleoparden (> 15 Jahre), 72 Erwachsene (15–3 Jahre), 16 Jungtiere (3 Jahre bis 2 Monate), 32 Neugeborene (2 Monate bis 0 Tage) und fĂŒnf Feten (<0 Tage) . Insgesamt waren nichtinfektiöse Krankheiten in allen Altersgruppen der hĂ€ufigste COD (73%). Bei erwachsenen und geriatrischen Schneeleoparden waren chronische Nierenerkrankungen (chronic renal disease, CRD) (38,8%) und maligne Neoplasien (19,7%), einschließlich oraler Plattenepithelkarzinome (6,4%), ein hĂ€ufiger COD. Bei Jungtieren und Neugeborenen waren perinataler Tod und angeborene Erkrankungen, einschließlich Augenkolobom (15,6%), ein hĂ€ufiger COD. Individuen mit CRD hatten eine 13,5- bzw. 4,36-mal höhere Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine venöse Verschlusskrankheit bzw. eine Herzfibrose. Schneeleoparden mit Urolithiasis hatten mit 5,27-facher Wahrscheinlichkeit einer CRD. Infektionskrankheiten (14,1%) und entzĂŒndliche Erkrankungen (8,7%), fĂŒr die keine spezifische Ursache identifiziert wurde, waren insgesamt weniger hĂ€ufig und hĂ€ufiger bei Jugendlichen und Neugeborenen (25% bzw. 21%). Zu den bisher bei Schneeleoparden nicht berichteten oder in der VeterinĂ€rliteratur allgemein seltenen Tumoren gehörten Übergangszellkarzinome der Harnblase (n = 7) und Mesotheliome (n = 1).

Mandy Womble, Timothy A. Georoff, Kelly Helmick, Nancy A. Carpenter, Janis Joslin, Lynn Tupa, Jay Tetzloff, and Denise McAloose "MORTALITY REVIEW FOR THE NORTH AMERICAN SNOW LEOPARD (PANTHERA UNCIA) ZOO POPULATION FROM JANUARY 1999 TO DECEMBER 2019," Journal of Zoo and Wildlife Medicine 52(1), 145-156, (1 April 2021). https://doi.org/10.1638/2020-0132
(07.04.2021, 19:19)
cajun:   Erfreuliche Ergebnisse aus der Mongolei. Schön, dass hier auch die wilden Huftiere mit berĂŒcksichtigt wurden.
Ohne Ziegen, keine Katzen .-)
WWF 17.03.2021
"Eins, zwei, 
, 953 Schneeleoparden gezÀhlt
WWF veröffentlicht ersten Zensus in der Mongolei - und setzt neuen Standard im modernen Tier-Monitoring. Der WWF hat in der Mongolei die seltenen Schneeleoparden gezĂ€hlt. Der heute veröffentlichte Zensus stellt nicht nur die erste landesweite Erhebung zum Bestand dar, sondern setzt zugleich neue Standards im wissenschaftlichen Tiermonitoring. Zwischen 2018 und 2020 wurden tausende Fotos aus Kamerafallen und GelĂ€ndebeobachtungen ausgewertet und mit computergestĂŒtzten Modellierungen kombiniert. Auf Basis dieser Daten schĂ€tzt der WWF den Gesamtbestand auf 953 erwachsene Tiere und damit als stabil ein. „Die Schneeleoparden haben sich in der Mongolei behauptet. Das ist ein großer Erfolg fĂŒr den Artenschutz. Darauf dĂŒrfen wir uns aber nicht ausruhen, denn die Großkatzen sind nach wie vor gefĂ€hrdet. Die neu gewonnenen Erkenntnisse ĂŒber ihre Verbreitung werden uns kĂŒnftig dabei helfen, Schutzmaßnahmen noch effektiver und konzentrierter zu planen”, kommentiert Markus Radday, Referent fĂŒr die Region beim WWF Deutschland. „Gleichzeitig ist dieser Zensus in seiner Methodik der modernste weltweit.” Der Schneeleoparden-Zensus startete im Mai 2018 und endete im Oktober 2020. Gemeinsam mit Partnern erfasste und kartierte der WWF alle potentiellen Habitate in der Mongolei und brachte 1.475 Kamerafallen in Stellung. In 1.017 ausgewĂ€hlten Stichprobengebieten im Hochgebirge wurden GelĂ€ndebeobachtungen vorgenommen, um die Anwesenheit von Schneeleoparden nachzuweisen. Dazu zĂ€hlen Reviermarkierungen, Rufe und PfotenabdrĂŒcke. Auch die Beutetiere der Schneeleoparden, das Argali Wildschaf und der Sibirische Steinbock, wurden erfasst. Insgesamt nahmen die Kamerafallen 242 unterschiedliche Schneeleoparden auf. Auf Basis dieser Daten wurde der Bestand fĂŒr das gesamte Verbreitungsgebiet berechnet. Demzufolge leben in der Mongolei aktuell 953 Schneeleoparden. Das entspricht dem Wert mit der höchsten statistischen Wahrscheinlichkeit innerhalb der 806 bis 1.127 Individuen, die dort vorkommen. „Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Zahl zwischen 500 bis 1.000 Individuen liegt. Der neue Wert liegt am oberen Ende dieser SchĂ€tzung. Das gibt Grund zum Optimismus”, so Radday. DarĂŒber hinaus erbrachte die Erhebung den Nachweis, dass die FlĂ€che des gesamten Verbreitungsgebietes mit 328,844 km2 etwa drei Mal so groß ist, wie bislang vermutet. Sie umfasst unter anderem das gesamte Altai- und Sajan-Gebirge in der Mongolei und den Großteil des Khangai-Gebirges. Mit geschĂ€tzt 4.000 bis 6.900 Individuen, die in den Hochgebirgen Asiens leben, zĂ€hlt der Schneeleopard zu den seltensten Großkatzen der Welt. Insbesondere die Wilderei der Tiere selbst sowie ihrer Beutetiere setzt ihnen zu. Auf der Suchung nach Nahrung erlegen Schneeleoparden daher auch Nutztiere, die Hirt:innen in die Berge treiben. Daraus ergebenden sich immer hĂ€ufiger Konflikte zwischen Tier und Mensch, die fĂŒr die Großkatzen nicht selten tödlich enden. Der WWF hilft daher den Herdenhaltern:innen beim Schutz ihrer Tiere, zum Beispiel durch ZĂ€une. „Langfristig mĂŒssen wir aber mehr Akzeptanz fĂŒr die Schneeleoparden schaffen und Abmachungen mit den Herdenhalter:innen treffen”, erklĂ€rt Radday. Dazu werden die neu gewonnen Daten beitragen: „Wir können nun besser aussagen, wo genau die Großkatzen vorkommen und wo mögliche Hotspots fĂŒr solche Konflikte liegen. ” Das kommt nicht nur dem Schutz des Schneeleoparden, sondern auch seiner Umwelt zugute. Denn die Großkatze ist ein Indikator fĂŒr intakte Bergökosysteme. „Geht es dem Schneeleoparden gut, gilt das auch fĂŒr seinen Lebensraum.”
Quelle: Pressemitteilung des WWF
(22.03.2021, 16:23)
Stefanie Fischer:   In "Zootierhaltung, SĂ€ugetiere" steht der Schneeleopard in einer eigenen Gattung. Auf dieses Buch bezieht sich auch die Tierpflegerausbildung in Bayern. Es wird also noch ne Weile dauern bis sich etwas anderes durchsetzen kann.
(15.08.2012, 16:26)
Liz Thieme:   Danke Michael, um genau die beiden BĂŒcher ging es mir im Grunde. Bin gespannt, wann es in den Zoos dann angewandt wird. Dort war es mir ebenfalls bisher nirgends aufgefallen.
(14.08.2012, 22:26)
Michael Mettler:   In der 6. Auflage von "Walker's Mammals of the World" (1999 - weiß nicht, ob es danach noch weitere Ausgaben gab) ist der Schneeleopard ebenso als Panthera uncia gelistet wie im "Handbook of the Mammals of the World" von 2009 (also auch noch vor der genannten Genanalyse von 2011). Im HMW findet sich der Hinweis darauf, dass er zwar hĂ€ufig in die eigene Gattung Uncia gestellt werde, rezente genetische Untersuchungen aber den Schluss nahelegten, dass er der vermutlich Ă€lteste Seitenast der Panthera-Linie sei.
(14.08.2012, 12:03)
Jennifer Weilguni:   @ Liz
Zitat von dir:
Sacha, solltest du aus beruflichen GrĂŒnden nicht befĂ€higt sein, dass selbst zu finden? Oder bist du einfach faul und lĂ€sst andere fĂŒr dich arbeiten?
:-)
(14.08.2012, 10:15)
Liz Thieme:   Ok. Und wie steht er derzeit in den großen FachbĂŒchern drin?
(13.08.2012, 20:55)
Michael Mettler:   Der Irbis wurde schon frĂŒher zu Panthera gerechnet (mit Uncia als Untergattung), und nicht alle Systematiker haben die Einordnung als eigene Gattung mitgemacht. Siehe z.B. in einer Arbeit ĂŒber Leoparden, in welcher der Irbis und die anderen Großkatzen als Outgroup fĂŒr die gentischen Untersuchungen genutzt wurden und der Irbis als Pathera uncia lĂ€uft:
http://www.panthera.org/sites/default/
files/Uphyrkina_Johnson_Quigley_
Miquelle_Marker_2001_Phylogenetics_genome_diversity
_origin_modern_.pdf
(12.08.2012, 21:31)
Liz Thieme:   Die wohl einzige Großkatze die noch keinen Thread hat.

Ich bin gerade ĂŒber die "neue" Systematik gestolpert, in der aufgrund einer Genanalyse (2011) der Schneeleopard in die Gattung Panthera eingegliedert wurde. Ist euch diese Systematik schon mal in einem irgendwo auf einer seriösen Seite begegnet oder in einem Buch?
(12.08.2012, 20:50)

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