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Greifvögel



cajun:   Die Geierzucht geht weiter in Rotterdam:
"WEISSR√úCKENGEIER GESCHL√úPFT: NOVUM F√úR BLIJDORP
Zum ersten Mal in der 164-j√§hrigen Geschichte des Diergaarde Blijdorp schl√ľpfte ein afrikanischer Wei√ür√ľckengeier. Ein besonderer Moment, denn diese Art ist in freier Wildbahn stark gef√§hrdet. Das Ei wurde im Brutapparat ausgebr√ľtet, dann wurde das K√ľken den Eltern zur√ľckgegeben. Leider sahen sie nicht nach dem Kleinen und er ging zur√ľck in den Inkubator. Hier konnte er sich mit Hilfe der Tierpfleger erholen. Der zweite Versuch war ebenfalls erfolglos. Einige Tage sp√§ter stellte sich heraus, dass ein erfahrenes Sperbergeier-Paar kein lebensf√§higes Ei hatte. Dies war eine gro√üartige Gelegenheit. Das Ei in ihrem Nest wurde durch das K√ľken ersetzt. Sofort k√ľmmerten sich die neuen Pflegeeltern gut um den Wei√ür√ľckengeier und hielten ihn warm. Dieser Austauschtrick wurde auch im vergangenen Jahr erfolgreich bei einem Sperbergeier angewendet, der einem Wei√ür√ľckengeier-Paar untergeschoben wurde. Ein weiteres Sperbergeier-Paar br√ľtet. Man kann den Pflegeeltern, dem Jungvogel und dem anderen Brutpaar live √ľber die Webcams folgen. Verschiedene Geierarten auf dem Afrikanischen Geierfelsen. Neben den Sperbergeiern beherbergt der Afrikanische Geierfelsen auch Wei√ür√ľcken-, Wollkopf- und Kappengeier sowie Marabus, Sekret√§re und Hammerk√∂pfe. Blijdorp versucht mit allen Arten zu z√ľchten. Ein Wollkopfgeier-Paar br√ľtet ebenfalls. Gef√§hrdung. Geier sind in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht. Der Sperbergeier kommt in der offenen Grassavanne, in Strauch-, Felsen- und W√ľstengebieten in Zentral- und Nordostafrika vor. In Afrika f√ľhrt insbesondere das Wildern von Nash√∂rnern und Elefanten zu einem Anstieg der Sterblichkeit bei Geiern. Die Wilderer vergiften die Kadaver, um Geier zu t√∂ten, die sonst ihre illegalen Aktivit√§ten verraten k√∂nnten. Geier kreisen √ľber dem Aas, so dass Ranger die Wilderer leicht finden k√∂nnen. Blijdorp koordiniert das europ√§ische Zuchtbuch f√ľr Sperbergeier."
Quelle und √úbersetzung: Zoopresseschau
(06.04.2021, 16:15)
cajun:   Sc?hne Nachrichten aus den Niederlanden.
diergaardeblijdorp.nl ? 25. Feb. 2021
Ei, Ei, Ei
Zwei Sperbergeier-Paare br?ten jetzt auf dem afrikanischen Geierfelsen. Verfolgen Sie sie live ?ber die Webcams. Ihr erstes Ei, das sich im Brutapparat befand, ist jetzt ausgebr?tet. Heute wurde dieses Junge dank eines praktischen Austauschtricks bei einem Paar Wei?r?ckengeiern platziert. Ihr Ei war zerbrochen. Jetzt sind sie die Pflegeeltern des neugeschl?pften Sperbergeiers. Wir hoffen, dass das K?ken genau wie letztes Jahr aufgezogen wird, als ob es ihre eigenes Junges w?re. Diergaarde Blijdorp koordiniert das europ?ische Zuchtbuch f?r Sperbergeier und ist sehr zufrieden mit den guten Ergebnissen bei dieser vom Aussterben bedrohten Art.
Quelle: HP des Zoos
?bersetzung Zoopresseschau
(05.03.2021, 12:57)
W. Dreier:   Die √Ąu√üerung von Herrn Mettler von 2016 gilt heute weiter versch√§rft bez√ľglich der erw√§hnten Geier!
Hier ein auch gefährdeter Seeadler - erst in letzter Zeit als Art gewertet: Madagassischer Seeadler - etwa 25o Brutpaare. Hier im Tsimbazaza -Zoo in Antananarivo. 1983
(08.04.2020, 17:29)
Michael Mettler:   Die aktuelle ZOOQUARIA enth√§lt einen Artikel √ľber die Krise bei den afrikanischen Geierarten im Freiland (irgendwo hatten wir dieses Thema schon mal, fand ich eben aber nicht). Vier Arten wurden von der IUCN bereits zu "critically endangered" heraufgestuft: Sperber-, Wei√ür√ľcken-, Wollkopf- und Kappengeier; drei weitere (Fahl-, Ohren- und Schmutzgeier) gelten als "endangered". Etwas vielschichtiger als bei den s√ľdasiatischen Geiern (Einwirkung von Rindermedikamenten) sind die Ursachen, eine davon ist die Wilderei von Elefanten und Nash√∂rnern: Wilderer vergiften gezielt die Kadaver, um Geier zu t√∂ten, deren weithin sichtbares Kreisen ansonsten Wildh√ľter anlocken k√∂nnte. Es sind z.B. im Verlauf von nur drei Jahren und verteilt auf sieben afrikanische Staaten F√§lle dokumentiert, bei denen das Wildern von rund 150 Elefanten eine gleichzeitige T√∂tung von √ľber 2.000 (!!) Geiern mit sich brachte. Wegen der langsamen Vermehrungsrate von Geiern k√∂nnen die Best√§nde einen derartig hohen Aderlass nicht verkraften.

Die EAZA-Zoos werden dazu aufgerufen, sich an den Zuchtprogrammen zu beteiligen und ihre Besucher auch an den Gehegen von afrikanischen Elefanten und Nashörnern auf die Geierkrise aufmerksam zu machen.
(05.11.2016, 19:52)
Michael Mettler:   Interessanter Zufallsfund im Net: http://www.spektrum.de/news/legen-voegel-gezielt-feuer/1399195
(28.03.2016, 16:59)
Michael Mettler:   Da ich gerade die ARDEA-Hefte aus Hoyerswerda durchgebl√§ttert habe: Auch dort wurden offenbar vor√ľbergehend Fischadler gehalten, wenn auch vielleicht nicht im Schaubereich, ebenso in Cottbus. In ARDEA 6 von 1985 hei√üt es sinngem√§√ü, dass Mitarbeiter des Tiergartens Hoyerswerda in Zusammenarbeit mit den damaligen Bezirksfachgruppen verletzte, kranke und noch nicht flugf√§hige Greifv√∂gel und Eulen gesund pflegten und wieder auswilderten; in der Aufz√§hlung der Arten ist auch der Fischadler dabei. F√ľr Cottbus wird im gleichen Artikel der Fall zweier aufgefundener vierw√∂chiger Jungv√∂gel geschildert, die im dortigen Tierpark bis kurz vor Erreichen der Flugf√§higkeit erfolgreich aufgezogen wurden. Einer der Jungv√∂gel (was mit dem anderen geschah, wird nicht erw√§hnt) konnte dann einem frei lebenden Brutpaar mit wenige Tage √§lteren Jungen erfolgreich untergeschoben werden. Das Heft enth√§lt auch das Foto eines Fischadlers in einer Voliere, der auf einem Futterfisch sitzt und ihn offenbar anfrisst. Allerdings ist nicht klar, ob das Bild in Hoyerswerda oder anderswo aufgenommen wurde.

In ARDEA 7 (1986) ist wiederum ein Fischadler abgebildet, der laut Bildunterschrift 1985 als stark verletzter Fundvogel in den Tiergarten kam und "jetzt" (die Einleitung zum Heft ist mit Dezember 1985 unterschrieben) im TP Berlin lebte.
(23.07.2012, 16:55)
Gudrun Bardowicks:   Ich habe den Fischadler auch mehrere Jahre lang im Tierpark Neum√ľnster gesehen, wei√ü aber auch nicht, ob es sich immer um das selbe Tier handelte. Dieser Fischadler fra√ü aber in der Tat selbstst√§ndig.
(17.06.2012, 18:27)
Michael Mettler:   @Werner Schindler: Wenn der Vogel so dicht an einer Seitenwand landet, dass er sich die Schwanzfedern anst√∂√üt, m√ľsste er sich doch selbst bei einem "R√ľckw√§rtsabflug" dort erst recht die viel ausladendere Schwinge der selben K√∂rperseite besch√§digen...? Aber es stimmt nat√ľrlich, alles blanke Theorie.

In der Zootierliste finden sich √ľbrigens unter den ehemaligen Haltern von Fischadlern noch weitere, die einen Einzelvogel √ľber mehrere Jahre gepflegt haben. Wobei daraus nat√ľrlich nicht ersichtlich ist, unter welchen Haltungsbedingungen.

Dass die Haltung von Fischadlern so schwierig ist und der Vogel in Neum√ľnster wom√∂glich deshalb etwas ganz Besonderes war, wusste ich √ľbrigens bisher auch nicht. Dass ich so selten welche in Zoos und Wildparks gesehen habe, habe ich immer darauf geschoben, dass sie im Freiland selten waren und deshalb die Wahrscheinlichkeit schlichtweg gering war, dass mal ein Fundvogel anfiel.
(17.06.2012, 13:36)
Werner Schindler:   @Michael Mettler: Ich werde Daniel Schmidt gern bei Gelegenheit mitteilen, dass nach vorliegenden, wohl zweifelsfreien Unterlagen im Zoo Neum√ľnster ein Fundvogel(?) sich √ľber mehrere Jahre, eventuell sogar bald ein Jahrzehnt, gehalten hat. Vielleicht gibt es auch noch woanders in Europa einen √§hnlichen Fall. Aber an der dargestellten generellen Problematik von Fischadler-Pfleglingen in Zoos √§ndert das sicher wenig, und die ist schon erstaunlich.

Ich nehme die Frage zur Schwanzbesch√§digung des Adlers √ľberhaupt nicht √ľbel, warum denn auch? Wenn mir was nicht einleuchtet, hake ich auch nach. Halte auch die √úberlegungen f√ľr durchaus beachtlich.
Meine Erfahrungen mit Greifv√∂geln wurden in erster Linie mit Wildv√∂geln erworben. Auch bei gro√üen Greifv√∂geln besteht eine √§u√üerste, immer wieder verbl√ľffende Wendigkeit. Also anfliegen, zupacken und quasi r√ľckw√§rts wieder wegstarten (sogar mit gr√∂√üerer Beute) ist da gar kein Problem. Das kann wahnsinnig schnell gehen. Bei einem Rotmilan, der r√ľckw√§rts vom Nestrand weggerissen wurde (gezeigt auf einer Greifvogeltagung 2010), sah man selbst im Video kaum den Angreifer, nur einen Husch. Will damit sagen, dass sich der Vogel nicht erst auf einem Ast umdrehen muss.
In einer benachbarten Vogelpflegestation, die regelm√§√üig V√∂gel von Uhugr√∂√üe halten, wurde mir best√§tigt, dass auch einseitige Federsch√§den auftreten k√∂nnen an Gehegew√§nden (das m√ľssen ja nicht nur Gitter sein), speziell in den Ecken. Aber wir verlieren uns im speziellen Fall wirklich in der Spekulation. Mir ging es im Grunde darum, dass die einseitige Besch√§digung der Schwanzfedern aus meiner Sicht eher unwahrscheinlich als Transportschaden entstand. Es kommt schlie√ülich auch - neben wohl noch weiteren M√∂glichkeiten - in Betracht, dass die Besch√§digung bei dem unerfahrenden Jungvogel bei einer ungeschickten Landung im Freiflug geschah. Gerade bei Jungv√∂geln habe ich da vom Bartgeier bis zum Sperber die (in unseren Augen) komischsten Fehlschl√§ge bei versuchten Landungen oder Beuteversuchen gesehen.
Ich denke, wir können es bei unserer netten Diskussion belassen, weil wir es so nicht klären können. Es sei denn, durch Anfrage im Zoo Hannover (wie ich schon zuvor angeregt habe). Und da komme ich eher sehr selten hin.
(17.06.2012, 11:18)
Michael Mettler:   Mangels eines Diascanners eben mal gegen das Licht gehalten und abfotografiert: Fischadler mit Fisch im Tierpark Neum√ľnster, September 2000.
(16.06.2012, 21:15)
Michael Mettler:   Ich kann nun schlecht beurteilen, ob der Fischadler in Neum√ľnster "erfolgreich bei guter Gesundheit" gehalten wurde. Die Tierbestandslisten der genannten Jahresberichte 1992-1995 sind allerdings f√ľr alle Arten in Jahresanfangsbestand, Zug√§nge, Geburten, Verluste, Abgaben und Jahresendbestand gegliedert, und demnach lebte dort zumindest vom 1.1.1992 bis zum 31.12.1995 durchg√§ngig der selbe Fischadler, da keinerlei Bestandsver√§nderungen verzeichnet sind. Als gesch√ľtzte Tierart war der Fischadler bzw. seine Haltung in diesem Zeitraum bei der zust√§ndigen Naturschutzbeh√∂rde meldepflichtig, und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Park f√ľr die Ver√∂ffentlichung Daten verschwiegen haben k√∂nnte - aus welchem Grund? Die Aufnahme von Fundv√∂geln war doch auch zu dieser Zeit eher ein Thema, das man in Berichten gern als Naturschutzarbeit erw√§hnte. Falschbenennung ist im Fall Neum√ľnster klar auszuschlie√üen.

Vielleicht w√§re dieser Fall eine Anfrage beim Tierpark Neum√ľnster wert.

@Werner Schindler: Und wie kommt der Adler dann aus der geschilderten Ecke wieder heraus, ohne sich umzudrehen und dabei die andere Schwanzseite ins Gitter zu stoßen...? Bitte nicht falsch verstehen, ich will Sie nicht ärgern - es interessiert mich wirklich. Ich habe schon häufig Vögel beim Gitteranflug (und entsprechend Teile ihres Gefieders durch die Maschen geraten) gesehen - nur eben keine Großgreife, und deshalb weiß ich nicht, wie diese ein Gitter oder solch "enge Ecken" anfliegen. Bei einem Vogel, der in querliegender Körperhaltung am Gitter landet (wie es viele Kleinvögel tun) und sich wieder abstößt, liegt eine mögliche einseitige Beanspruchung des Schwanzgefieders auf der Hand, aber zu einem Seeadler scheint mir ein solcher Bewegungsablauf nicht zu passen.
(16.06.2012, 20:54)
Werner Schindler:   Ich bin auch nur per Zufall auf die Problematik der Fischadlerhaltung aufmerksam geworden.

2011 erhielt der Vogelpark Herborn-Uckersdorf 2011 innerhalb von zehn Tagen zwei verungl√ľckte, aber au√üer Flugunf√§higkeit vital erscheinende V√∂gel. Sie nahmen kein Futter an (Nahrung sind ja ausschlie√ülich Fische), mussten gestopft werden und starben in Wochenfrist.

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover bestätigt diese Malaise: "Generell ist es jedenfalls auch unsere Erfahrung, dass Fischadler als Findlinge sehr schwierig zu halten sind, sie fressen fast nie selbständig".

Es ist sicher auch kein Zufall, dass in der ZTL nicht eine einzige aktuelle Haltung des F. in Deutschland und Europa (mit Ausnahme von 1-2 Einzelvögeln - diese noch vorhanden?) existiert. Obwohl F. regelmäßig als Pfleglinge in Pflegestationen, Vogelparks, Zoos etc landen.

Ich wollte es noch einmal genauer wissen und habe eben mit Daniel Schmidt, der nun wirklich die Kapazit√§t in Sachen Fischadler in Europa ist, √ľber die Fragen gesprochen.
Also: Seines Wissens ist weltweit noch kein Fischadler √ľber Jahre erfolgreich bei guter Gesundheit gehalten worden. Es g√§be neuerdings wenige F√§lle, wo F. selbst√§ndig Nahrung aufnehmen w√ľrden, das sei aber noch nichts langfristiges. Die Zucht sei seines Wissens noch nirgends gelungen.

Er bittet in Betracht zu ziehen, dass in Zoos oder Pflegestationen, in denen F. √ľber Jahre aufgef√ľhrt sind, doch unterj√§hrig Wechsel stattgefunden haben. In verschiedenen F√§llen habe er zudem feststellen m√ľssen, dass die Art falsch benannt worden sei(!).

Da liegt die Frage nahe, wie denn dann die Auswildungen vonstatten gehen?
Das erfolgt nach einer in den USA, England und nun Spanien langj√§hrig erfolgreichen und in der Fachliteratur beschriebenen Methode. Nichtfl√ľgge Jungv√∂gel im Alter von etwa einem Monat, die schon auf die Art gepr√§gt sind, werden nach Aufnahme in das Programm f√ľr kurze Zeit per Pinzette gef√ľttert. Das klappt ohne gro√üe Probleme. Die Jungv√∂gel werden dabei in der Gruppe zusammen gehalten. Nach der Flugf√§higkeit sind sie arttypisch schnell selbst√§ndig und nicht auf Menschen gepr√§gt. Um Revierbindung zu erzeugen (F. siedeln sich bevorzugt dort an, wo sie aufgewachsen sind), stehen die Auswilderungspl√§tze so, dass die Jungadler wie ihre Artgenossen in den Naturhorsten einen √úberblick √ľber die Umgebung haben.

@Michael Mettler: Zur möglichen Entstehung einer einseitigen Schwanzbeschädigung. Diese tritt z.B. dann auf, wenn der Vogel in einen Winkel fliegt, in dem zwei Seiten eines Käfigs zusammenstoßen (weil dort ein Sitzplatz ist oder er dort am weitesten weg ist oder oder). Die eine Seite des Schwanzes wird dann anders als die andere beeinflusst. Nur als Beispiel.
(16.06.2012, 20:09)
Michael Mettler:   Ich habe ein paar Jahresberichte aus Neum√ľnster, deshalb bin ich jetzt in Sachen Fischadler doch mal neugierig geworden. Wie gesagt, 1987 sah und fotografierte ich bei einem Besuch dort einen einzelnen gehaltenen Fischadler. Nun habe ich JB f√ľr die Jahre 1992 bis 1997, wobei lediglich dem 1996er die Tierbestandsliste fehlt. 1992-95 und 1997 war jeweils ganzj√§hrig und ohne Individuenaustausch ein Fischadler im Bestand; ob 1996 innerhalb des Jahres ein Individuenaustausch stattfand, l√§sst sich mangels Tierbestandsliste und Angaben im Text nicht feststellen. 2000 nahm ich bei einem Besuch wiederum einen Fischadler auf, k√∂nnte aber heute nicht mehr sagen, ob es mehr als einen gab. Und nun kommt der Clou: Au√üer den genannten habe ich noch einen JB von 2005, und dessen Tierbestandsliste (hier allerdings nur mit Endbestand angegeben) enth√§lt... einen Fischadler!

Nun kann ich nicht nachweisen, dass zwischen 1987 und 2005 (oder gar noch l√§nger) immer der selbe Vogel (√ľbrigens 1992 als 1,0 angegeben) gehalten wurde, aber unm√∂glich w√§re es anscheinend nicht.
(16.06.2012, 15:43)
Michael Mettler:   @Werner Schindler: Ist denn ein einseitiges Schadbild bei Anfliegen an Gitter wahrscheinlicher...? Ich bin nicht mit dem Anblick von Adlern im Gitteranflug vertraut, aber wie muss ich mir den Bewegungsablauf bzw. die Situation vorstellen, damit nur die Schwanzfedern einer Seite, nicht aber die anderen sowie die Schwungfedern zersto√üen werden?

Zum Fischadler: Die einzigen Zoo-Exemplare, die ich meiner Erinnerung nach bisher gesehen habe, sa√üen im Tierpark Neum√ľnster (1987 und 2000) und im Zoo am Meer Bremerhaven (1986) in Schauvolieren. Ist sowas machbar, wenn die V√∂gel zwangsgef√ľttert werden m√ľssen - das regelm√§√üige Einfangen bedeutet doch einen erheblichen Stress? Mein Neum√ľnster-Dia von 2000 zeigt den Adler auf einem Futterfisch sitzend. Wie lange die alle gelebt haben, wei√ü ich allerdings nicht. Der Bremerhavener taucht nur in der Jahresendbestandsliste 1986 auf, 1985 und 1987 nicht.
(16.06.2012, 13:53)
Werner Schindler:   @WolfDrei: Der Fischadler geh√∂rt tats√§chlich zu den wenigen - welche anderen das sind, √ľberblicke ich nicht so schnell - in Europa vorkommenden Tierarten, die sich bisher jedenfalls in Tierg√§rten kaum bis gar nicht halten lassen. Fischadler geraten eigentlich gar nicht selten in Menschenhand, allein schon als Findlinge etwa nach Anflug an draht√ľberspannte Fischteiche. Dann sterben sie jedoch meist schon nach kurzer Zeit. Der Vogel in Wroclaw - wenn es denn √ľber mehrere Jahre derselbe ist, was ich aber annehme -, ist die ber√ľhmte regelbest√§tigende Ausnahme.

Dass Fischadler so schwierig zu halten sind, liegt haupts√§chlich daran, dass sie als Pfleglinge fast nie selbst√§ndig Nahrung aufnehmen. Sie m√ľssen zwangsgestopft werden, und das bedeutet Stress pur!! Meist ist es nach wenigen Tagen bis allenfalls Wochen schon mit ihnen vorbei. Im letzten mir vorliegenden Befund der TiHo Hannover hei√üt es denn auch typischerweise: "Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist als Todesursaache letztlich Unterern√§hrung und h√§morrhagische Diathese anzunehmen."
(16.06.2012, 01:12)
Werner Schindler:   Da ich in der Gegend zu tun hatte, habe ich heute kurz im Opel-Zoo Kronberg vorbeigeschaut und gefragt, was dort als beste Methode f√ľr den Greifvogeltransport gesehen wird. Die Antwort war wieder spontan: abgedunkelter, m√∂glichst weich gepolsterter Pappkarton. Und wenns nicht zu lang dauert, R√∂hre.

Sicherlich wird es auch andere Ansichten und Handhabungen geben. Wenn man eine Hartplastikbox innen √ľberall weich auskleidet und das Gitter noch von innen zuh√§ngt, mag das sicher gehen, aber was f√ľr ein Umstand. Manchmal wird es auch, wie beim Fischadlertransport aufgezeigt, zu einer durch die Umst√§nde erforderlichen, als nicht optimal angesehenen Transportart kommen. Aber ich m√∂chte mich mit den erhaltenen vier sich deckenden Antworten aus erster Hand (Bartgeier, Fischadler, Vogelpark, Zoo) zufrieden geben. Sie entsprechen auch meinen eigenen langj√§hrigen praktischen Erfahrungen aus Beringungen oder Auswilderungen der meisten hiesigen Greifvogelarten, so dass ich recht gut einsch√§tzen kann, wie diese sich in K√§figen/Kisten/Kartons/S√§cken etc verhalten und wie Schwanzfedern nach Drahtgitteranflug aussehen.
Ich lasse aber gern auch andere Meinungen und Erfahrungen gelten.

Das Manteln √ľber Beute ist bei den meisten unserer Greifv√∂gel in bestimmten Situationen √ľblich. Das beherrschen schon nichtfl√ľgge Junge im Nest. Ich habe es unz√§hlige Male gesehen. Dabei st√ľtzen sich die V√∂gel aber nicht auf dem Schwanz ab. Eine gravierende Besch√§digung aller Schwanzfedern einer Seite dabei?? Das erscheint mir im Hinblick auf das konkrete Schadbild des Vogels noch spekulativer als eine Transportsch√§digung. (Auch wenn man im Leben nichts definitives ausschlie√üen sollte.) Vielleicht lie√üe sich die Frage einfach vor Ort kl√§ren.
(16.06.2012, 00:34)
Michael Mettler:   Ich verlagere die im Hannover-Thread begonnene Diskussion um Greifvogeltransporte usw. jetzt mal hierher.

Auf der Suche im Internet sind immer wieder Hinweise auf den Transport von Greifv√∂geln in Transportkisten/-boxen zu finden, wenn auch nicht unbedingt mit Abbildungen oder Beschreibungen derselben. Das reicht vom Transport von Beizv√∂geln (wie gesagt, daf√ľr werden sogar spezielle Kisten angeboten) bis zu dem verletzt aufgefundener oder wieder ausgewilderter Seeadler durch die Projektgruppe Seeadlerschutz (siehe z.B.
http://www.shz.de/nachrichten/lokales/holsteinischer-courier/artikeldetails/article//seeadler-fit-fuer-die-freiheit.html.
(hier sogar mit Fotobeleg einer Kennelbox, allerdings mit größtenteils verkleideter Gitterfront).

Und so ganz nebenbei fand ich noch eine weitere m√∂gliche Ursache f√ľr besch√§digte Schwanzfedern, n√§mlich das Manteln = Abschirmen der Beute - hier im ersten Absatz erw√§hnt:
http://www.d-f-o.de/Publikationen/articles/lehrjahre-mit-dem-steinadler-teil-2.html
(15.06.2012, 20:58)
Henry Merker:   @Anti-Erdm√§nnchen:
"Der Wespenbussard ist hinsichtlich seiner Ern√§hrung hochspezialisiert und nimmt in dieser Hinsicht eine Sonderstellung unter den europ√§ischen Greifv√∂geln ein. Er ern√§hrt sich zumindest im Brutgebiet ganz √ľberwiegend von der Brut sozialer Faltenwespen der Gattung Vespula, in Mitteleuropa vor allem von Brut der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe. Die wesentliche Suchstrategie ist das ausdauernde Sitzen in B√§umen unterhalb der Baumkrone in aufgelockerten W√§ldern, an Waldr√§ndern und an √§hnlichen, offenen Strukturen. Dabei suchen Wespenbussarde vermutlich nach fliegenden Wespen, die in Bodenn√§he verschwinden. Die gefundenen Nester werden ausgegraben und die Teile mit Larven und Puppen st√ľckweise zum eigenen Nest transportiert, bis alle Waben ausgebeutet sind. W√§hrend des Grabens schlie√üt der Wespenbussard seine Augen; die vor allem am Kopf sehr dichten Federn sch√ľtzen den Vogel vor Stichen.
Neben Wespennestern werden auch die Nester von Hummeln ausgegraben. Kleine Wirbeltiere spielen vor allem in nassen und k√ľhlen und damit wespenarmen Sommern eine wichtige Rolle, am h√§ufigsten erbeutet die Art Fr√∂sche der Gattung Rana ‚Äď sowohl ‚ÄěGr√ľnfr√∂sche‚Äú (Teich-, See- und Kleiner Wasserfrosch) als auch Gras- und Moorfr√∂sche. Auch nestjunge V√∂gel geh√∂ren regelm√§√üig zur Beute. Nach Magenuntersuchungen umfasst das Nahrungsspektrum neben diesen Hauptbeutetieren aber auch Reptilien sowie ein breites Spektrum von vor allem bodenbewohnenden Wirbellosen; viele dieser Arten fangen Wespenbussarde offenbar bei ausgedehnten Jagden zu Fu√ü. Kleine S√§ugetiere wie M√§use sind hingegen seltene Ausnahmebeute."

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wespenbussard#Ern.C3.A4hrung

Demnach gehe ich davon aus, dass der Wespenbussard wahrscheinlich u.a. mit K√ľken gef√ľttert wird. Nicht auszuschlie√üen ist, dass er auch eine seiner Spezialisierung entgegenkommende Ersatznahrung erh√§lt. Wie gesagt: Es sind nur Spekulationen.
(17.10.2010, 16:30)
Michael Mettler:   Genau so ist es auch im Jahresbericht formuliert. Anscheinend vermisst ihn niemand...
(17.10.2010, 16:05)
Anti-Erdm√§nnchen:   In der Zootierliste steht, da√ü der W√ľstenbussard des Zoo Berlin "zugeflogen" war. Wie ist das zu verstehen???
(17.10.2010, 14:46)
Anti-Erdm√§nnchen:   Wei√ü jemand, mit was Wespenbussarde in Tierg√§rten gef√ľttert werden?
(24.07.2010, 23:27)

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