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Artenschwund und Zookritik



W. Dreier:   Hier das Statement:
``Heute sind die LöwenĂ€ffchen wieder einmal in Gefahr. Dieses Mal werden sie von einer Krankheit bedroht - dem Gelbfieber. Dieser von MĂŒcken ĂŒbertragene Virus wird nicht nur uns Menschen gefĂ€hrlich, sondern auch den Affen und hat bereits zu einem enormen RĂŒckgang der Population gefĂŒhrt. Wo 2014 dank der Auswilderungen noch fast 4000 Tiere lebten, sind es nun nur noch 2500.

Deshalb ist es wichtig, dass Zoos auch weiterhin bedrohte Tierarten halten. Denn sollten die Zahlen weiter sinken, gibt es immer noch unsere "Notfallpopulation", mit der wir die Tiere in freier Wildbahn unterstĂŒtzen können.
Damit auch Generationen nach uns die niedlichen kleinen Äffchen mit der LöwenmĂ€hne im Dschungel Brasiliens beobachten können. ``
(20.10.2019, 21:47)
W. Dreier:   Noch etwas aus einer Diskussion in Magdeburg um die Notwendigkeit von Zuchten - hier am Beispiel der Zucht von goldenen LöwenĂ€ffchen - da wird mĂ€chtig in die Zucht von den Koordinatoren eingegriffen.
Hier aus Krefeld ein Beispiel der Notwendigkeit:

(20.10.2019, 21:45)
W. Dreier:   So sich jemand ĂŒber die Zahlen von Schlangennachzuchten im Tierpark von Zollifreund wundern sollte, da doch die ``Schlangenfarm`` geschlossen wurde (u. a. wurde als ein Grund der Schließung die Parasitierung des Bestandes angegeben) - das Haus steht ja weiter - und im neuen ABH sollen ja Schlangen ausgestellt werden.
Nachzulesen sind die Bestandszahlen des Tierparkes Berlin von Kroks, Schildkröten, Echsen und Schlangen auf Seite 192 des JB 2018.
(20.10.2019, 18:57)
zollifreund:   ĂŒbrigens: Schlangenachzuchten 2018 im Zoo Berlin: 0,0,10; im Tierpark 0,2,4...

( nochmals LA im Bild)
(20.10.2019, 18:11)
zollifreund:   weil es gerade W.Dreier im Magdeburg-Thread angesprochen hat - die "panische Angst vor Nachwuchs von manchen Zoodirektoren...": das GefĂŒhl habe ich in einigen Zoos auch immer mehr. Ganz extrem finde ich da Berlin im Bereich Vogelnachzucht: es kann ja kein Zufall sein, dass im Zoo Berlin bis auf HĂŒhner- und GĂ€nsevögel fast keine Nachzuchten erfolgen ( 2018: Pinguine 1,0,1; Flamingos 0,0,1; Schreitvögel 6,4,14; RuderfĂŒĂŸer 0,1,2; Greifvögel 0,0,0; Kranichvögel 0,0,0; Wat- und Möwenvögel 0,0,4; Tauben 1,0,16; Papageien 2,1,5; Kuckuckvögel 0,1,0; Eulen 0,0,0; Rackenvögel 0,0,1, Sperlingsvögel 10,3,19) - und dass der Zoo nicht gerade wenige Arten hĂ€lt brĂ€uchte ich eigentlich gar nicht erwĂ€hnen... Beim Tierpark sieht es ĂŒbrigens auch nicht gerade anders aus. Da sieht man ganz genau die PrioritĂ€ten der Zooleitung... Was mich hier nur wundert, dass da niemand mal nachfragt. Erhaltungszucht ist doch eine Aufgabe von Zoos, nicht nur die Nachzucht von EisbĂ€ren und Pandas ( die natĂŒrlich super sind).

FĂŒr mich stellt sich die Frage, ob ihr noch andere Zoos kennt, wo die Nachzuchten so extrem vermieden werden? Wo gibt es ganz tolle Gegenbeispiele ?

FĂŒr mich sehr interessant war das LA: in dem neuen, 2012 gebauten Terrarium wird auf die Vermehrung von Schlangen viel Augenmerk gelegt. Und nicht nur bei einer Art. Im Juni waren hier Nachzuchten u.a. von Kaukasusottern, Tamaulipas-Felsenklapperschlangen, Durango-Felsenklapperschlangen, Palmlanzenotter, Armenische Bergotter etc) zu sehen.
(20.10.2019, 18:08)
Gudrun Bardowicks:   Ich finde den Artikel nicht schlecht, finde aber den Lobgesang auf Jon Co ebenfalls sehr nervend.

DarĂŒber hinaus Ă€rgert es mich, dass unbedarfte Leser des Artikels/ Radiohörer denken könnten, dass in Hannover immer noch "tierquĂ€lerische" Elefantenshows stattfinden, die es aber seit mind. 2017 schon lange nicht mehr gibt. Dort werden die Elefanten mittlerweile auch in PC gehalten. Im Übrigen ist fĂŒr mich der Zoo Hannover keine tierquĂ€lerische Einrichtung und war es auch noch nie solange ich ihn kenne und das sind mittlerweile ĂŒber 40 Jahre. Ich weiß nicht weshalb immer wieder auf den Zoo Hannover eingedrescht wiird und ein so mißlungenes Menschenaffenhaus wie das in Stuttgart (innen) ĂŒber den grĂŒnen Klee gelobt wird.
(04.09.2019, 16:37)
Sacha:   Also ich finde den Artikel nicht schlecht. Beide Seiten kommen ausbalanciert zu Wort und man bemĂŒhte sich zumindest, Emotionen mit Fakten zu begegnen. Die SelbstbeweihrĂ€ucherung von Jon Coe geht mir aber auf den Sack. Die Verbindungswege in luftiger Höhe im Zoo von Philadelphia sind jetzt nicht wirklich das Gelbe vom Ei (unnatĂŒrliche Materialien, einengend, Tiere oftmals aus Blickfeld der Besucher etc.). Auch gibt es bessere Beispiele fĂŒr moderne (= artgerechte und naturnahe) Menschenaffenanlagen als die der Wilhelma (gut, aussen sind die okay, aber innen......).
Die Ideen von Torsten Schmidt, mehr einheimische statt exotische Arten zu halten zeugt nicht unbedingt von Sachverstand. Er mĂŒsste eigentlich wissen, dass z.B. Rehe, Elche und Feldhasen zu den schwierigsten Zoopfleglingen gehören...
Auch der Vergleich mit den 20 Mio. Euro, des Loro Parks zu den "nur" 4 Mio. Euro der VdZ-Zoos fĂŒr den Artenschutz dĂŒrfte hinken. Ohne jetzt dies in meinen Unterlagen ĂŒberprĂŒfen zu können habe ich in Erinnerung, dass die Spenden fĂŒr den Artenschutz von Seiten Loro Park von deren Stiftung stammen, also nicht ĂŒber einen Extra-Euro bei den Eintritten. Wenn man fair sein möchte, mĂŒsste man die Investitionen der auf VdZ-Zoos basierenden/durch sie hervorgerufenen Stiftungen ebenfalls beiziehen. So hat allein die Zoolog. Gesellschaft Frankfurt am Main im Jahr 2017 14 Mio. Euro in Naturschutzprojekte gesteckt. Zudem kostet der Tageseintrittspreis in den LoroPark fĂŒr einen Erwachsenen 38 Euro. Das ist dann deutlich mehr als bei (fast?) allen zoologischen Einrichtungen in Deutschland (sogar im Vergleich mit der Kombikarte des ebenfalls privaten TP Hagenbeck).
(04.09.2019, 12:41)
Sacha:   Wo hat er denn Recht?

Nehmen wir doch mal seine Argumentation auseinander:

1. Dass Zoos ĂŒber biologische Vielfalt aufklĂ€ren, ist nicht nur eine Behauptung, sondern schlicht ein Fakt (ĂŒber das "wie" kann man natĂŒrlich diskutieren). "Die Masse lernt nichts Nachhaltiges" ist ebenfalls nur eine Behauptung von ihm. Wie ich an meinen eigenen Kindern sehen kann, sind gewisse Informationen ĂŒber Zootiere (darunter auch Aussehen, Geruch, Bewegung) auch nach Jahren noch "abrufbar" und somit nachhaltig. NatĂŒrlich mag dies nicht fĂŒr alle Personen zutreffen (und VERMUTLICH je Ă€lter diese sind, wenn sie an die Infos gelangen, desto weniger), aber dann gleich "die Masse" fĂŒr seine Behauptung einzunehmen, ist doch sehr gewagt.
Und bitte was ist eine "belastbare" Studie? - Wie auch immer, wenn es keine Studie fĂŒr den Beweis einer positiven Wirkung gibt, dann gibt es folglich auch keine, die dies widerlegt.
Die Verweildauer weniger als eine Minute? Im Durchschnitt - also wenn man alle Gehege zĂ€hlt, mag dies stimmen (mir liegen keine Zahlen dazu vor). Es gibt aber durchaus Tierarten, bei denen die durchschnittliche Verweildauer wesentlich lĂ€nger ist (Elefanten, Raubkatzen, Menschenaffen etc., kann jeder nachmessen). Diese erfĂŒllen absolut den Zweck als Botschafter fĂŒr sich und ihren Lebensraum und ziehen die anderen, "nicht so spannenden" Arten mit.
Zu behaupten, es finde eine Desinformation statt, ist schon ein starkes StĂŒck. Was ist denn die Alternative? Die Art ausrotten zu lassen? Naturnahe Gehege wieder in Beton- und Gitterburgen zurĂŒckverwandeln? Die Tiere in vermĂŒllten, abgeholzten Anlagen zeigen? - Der reinste Quatsch.

2. Artenschutz: Ohne die beschriebenen Massnahmen funktioniert der ex-situ-Artenschutz gar nicht. Viele Zoos beweisen ausserdem, dass Eigeninteresse eben nicht im Vordergrund steht, indem sie "schauattraktive" und meist zugleich bedrohte Arten an Zoos abgeben, welche die entsprechenden Tierarten besser/artgerechter halten können.

3. Das Ausmass an Forschung in einem Zoo ist im Vergleich zu den anderen Aufgaben relativ klein. Aber nicht, weil man dies nicht will, sondern weil in fast 100 Prozent der FĂ€lle die nötigen finanziellen Mittel fehlen. Von einem Feigenblatt zu sprechen ist unfair. Vielleicht könnte der Arbeitgeber von Sommer dies ja Ă€ndern, indem er dem lokalen Zoo Geld fĂŒr Forschungsprojekte zur VerfĂŒgung stellt? An dieser Stelle erinnere ich auch gerne an den Zoo Leipzig und das Max-Planck-Institut.

4. Was unter Erholung zu verstehen ist, ist bei jedem Menschen verschieden. Die einen können bei lauter Diskomusik bestens abschalten und den Alltagsstress vergessen, die anderen ziehen es vor, einen Spaziergang in der Natur zu unternehmen. Unbestritten ist jedoch, dass Zoos in vielen StĂ€dten beliebte GrĂŒne Lungen/Oasen darstellen. Nun kann man sicher argumentieren, dass diesen Zweck auch ein Park, Friedhof oder ein StĂŒck unbelassene Natur erfĂŒllt. Tiere ĂŒben auf viele (wenn nicht die meisten) Menschen eine starke Anziehung auf und können somit ein verstĂ€rkender Faktor bei der Wahl zum Besuch einer grĂŒnen Erholungszone sein. Hier aber gleich von "LĂŒsten" zu sprechen ist schon schrĂ€g (wobei ich natĂŒrlich nicht von den Empfindungen von Herrn Sommer sprechen kann).
Inwiefern Tiere dabei "ausgebeutet" werden, ist mir ebenfalls schleierhaft. Wie sich Zebras und Antilopen in der Natur an die Anwesenheit von Löwen und HyÀnen in ihrem Territorium gewöhnen, gewöhnen sich auch Zootiere an die Anwesenheit von Menschen. Bei einigen Arten bzw. Individuen wird die Interaktion mit dem Besucher sogar gesucht.
Dass sie instrumentalisiert werden, muss per se nicht negativ sein. Fungieren Zootiere als Botschafter fĂŒr ihre Artgenossen in der Natur bzw. ganze LebensrĂ€ume sehe ich das sogar positiv.
(10.04.2019, 12:08)
W. Dreier:   Wenn auch schon 5 Jahre alt: ein Artikel zum Nachlesen und Nachdenken (zum Googeln) von Peter Dollinger (Schweiz), nicht ganz unbekannt bezĂŒglich seiner Arbeiten im VDZ:

DOLLINGER, P. (2014)

Nachhaltige Zucht im Zoo ? ein Zukunftsprojekt?
(25.03.2019, 17:23)
Patrick Marburger:   Das trifft es gut...
Tiermedizin-Stdium ist da bestimmt die richtige Entscheidung....
(18.02.2019, 10:19)
Frank Albrecht:   WWF entdeckt jetzt auch effektiven Artenschutz
http://fleischfrage.wwf.de/worum-gehts/#c1319
Vom WWF hÀtte ich es nie gedacht.
(05.11.2011, 13:12)
Alexander Fuchs:   Habe mir mal die Recherche angeschaut und manche Sachen sind haltungstechnisch nicht mehr zu vertreten.

Nur bin ich ein wenig skeptisch, was PETA betrifft. Es wird nicht in einer aggressiven Art und weise propagandiert, eher ruhiger.
Auch Peta hat erkannt, dass man seit Knuts Geburt, mit EisbĂ€ren Geld verdienen kann und somit sind die Worte nicht mehr ganz so extrem. Kann ich PETA auch nicht verĂŒbeln, da man immernoch kapitalistische Zwecke anstrebt, egal fĂŒr was.
(14.09.2009, 19:19)
HoyWoy:   Ich wusste ja nicht, dass 2008 in den 70er Jahre ist.
Sorry!!!
(13.09.2009, 18:11)
IP66:   So können wir den Tag des offenen Denkmals dazu nutzen, die letzten Relikte der Zookritik der 70er Jahre zu bestaunen und als DenkmĂ€ler lĂ€ngst vergangener Ansichten unter Schutz zu stellen ...
(13.09.2009, 15:05)
HoyWoy:   Was Sie schon immer (nicht) wissen wollten!

Ist der EisbÀr vom Klimawandel wirklich bedroht?
Was bedroht den EisbÀren?
Kann man EisbÀren artgerecht in Gefangenschaft halten?
Wie sehen die Gefangenschaftsbedinungen fĂŒr EisbĂ€ren in Deutschland aus?
Sind grĂ¶ĂŸere Gehege besser fĂŒr EisbĂ€ren?

Antworten finden Sie unter:
wwww.freiheit-fuer-eisbaeren.de

Lesen Sie PETAs große "EisbĂ€ren-Recherche 2008" durch.

Danke!

(13.09.2009, 13:33)
IP66:   Ich denke, daß man beim Artenreichtum eines Zoos nicht nur die Großtierformen zĂ€hlen sollte. Die Formen fĂŒlle schon der Aktienzoos war ja in Ă€hnlicher Weise einer Vielfalt von Vogel- und Haustierformen geschuldet, und BiodiversitĂ€t lĂ€ĂŸt sich in einem BĂ€renpark auch nur bedingt vermitteln. Ich frage mich, ob die ArtenfĂŒlle als Kritikpunkt den Normalbesucher so stark beschĂ€ftigt hat - in der publizierten Zookritik speilte sie eine große Rolle, doch Besucherbemerkungen dieser Zeit zielten wohl eher auf kleinrĂ€umige und substituierend ausgestattete Gehege beliebter Großtierarten.
(12.06.2009, 11:35)
Michael Mettler:   @Guddy: 26 zusĂ€tzliche SĂ€ugerformen sind fĂŒr einen Zoo wie Erfurt tatsĂ€chlich ein stattlicher Sprung, und die Eröffnung des Elefantenhauses erklĂ€rt natĂŒrlich einen erheblichen Teil davon. Wenn ich mal raten darf: Der Rest waren neu hinzugekommene Haustierrassen.
(11.06.2009, 09:16)
Guddy:   @ Michael Mettler
Endlich ist mir ein Licht aufgegangen, woher der enorme Anstieg der AtenfĂŒlle im Erfurter Zoo von 1989 im Vergleich zu 1974 resultiert. Die ErklĂ€rung liegt in der Eröffnung des Elefantenhauses im Jahr 1984. Das Elefantenhaus zeigte (und zeigt) in der Terrarienabteilung ja zahlreiche Reptilien, Kleinvögel, KleinsĂ€uger und Wirbellose, die vordem im Zoo gar nicht vorhanden waren. Beim restlichen Tierbestand deckt sich die Liste der Arten und Formen, wie sie im 1974er ZoofĂŒhrer beschrieben werden ĂŒber weite Strecken mit dem Tierbestand, den ich aus der Wende-Zeit in Erinnerung habe. Der Wegfall der Asiatischen Elefanten wird beispielsweise durch das Hinzukommen der Breitmaulnashörner ausgeglichen.
(11.06.2009, 01:13)
Michael Mettler:   Bei den Orangs wĂ€re m.W. noch zu unterscheiden zwischen dem freiwilligen Ankaufsstopp, den sich Verbandsmitglieder selbst auferlegt hatten, und der gesetzlichen Regelung. FĂŒr Moschusochsen gab es meiner Erinnerung nach schon vor den Orangs einen freiwilligen Kaufverzicht, nachdem sich unter den Zoos herumgesprochen hatte, dass fĂŒr den Fang der KĂ€lber jeweils die ganze Familienherde abgeschossen worden war.
(10.06.2009, 13:20)
IP66:   Ich stelle mir die Frage, wann es die ersten ImportbeschrĂ€nkungen gab. Bei den Orang-Utans traf man wohl in den 80er Jahren die ersten Vereinbarungen, keine Jungtiere mehr zu importieren, allerdings war dies eine gut zĂŒchtende Art und die EinschrĂ€nkung wurde nicht ĂŒberall beachtet. In den Aquarien ist es ja noch heute so, daß man recht gut an Importfische kommt, und viele der neuen Großaquarien, in diversen Sea-Lifes, aber auch in Großanlagen wie in Arnheim oder Hamburg, sind auf Verbrauch angelegt, zum Teil sogar dergestalt, daß man RĂ€uber und Beute gemeinsam ausstellt.
(10.06.2009, 11:45)
Michael Mettler:   @IP66: Mir fallen dazu GesprĂ€che ein, die ich in den Jahren kurz nach der Wende mit PrivatzĂŒchtern in den neuen BundeslĂ€ndern fĂŒhrte. Als ich erwĂ€hnte, dass die guten zĂŒchterischen Erfolge z.B. bei Reptilien auch "bei uns im Westen" viel Anerkennung gefunden hatten, bekam ich immer wieder die Antwort: Wir mussten uns ja auch viel mehr um Erhaltungszucht bemĂŒhen als ihr im Westen, denn wenn uns was wegstarb, wusste man nie, ob man jemals wieder drankommen wĂŒrde! Es war eben schon ein erheblicher Unterschied, ob man jederzeit auf freien Tierhandel zurĂŒckgreifen konnte oder dieser staatlich zentralisiert ablief und somit die zur VerfĂŒgung stehenden Tiere vorgab. Das wird im Großen fĂŒr die Zoos genauso gegolten haben, und z.B. die Chronik II aus Halle lĂ€sst das auch immer wieder durchklingen - ebenso wie die Notwendigkeit, bestimmte SpezialitĂ€ten möglichst zahlreich zu zĂŒchten, um sie als Tauschmaterial nutzen zu können.
(05.06.2009, 19:57)
IP66:   Wenn ich die Liste anschaue, so gab es in der DDR vor 1989 wohl keinen Artenschwund - obgleich sich die wirtschaftliche Lage des Landes rapide verschlechterte. Man muß dabei aber in Rechnung stellen, daß in der DDR-Wirtschaft ArbeitskrĂ€fte ja nicht in Devisen entlohnt wurden, die entsprechenden PflegetĂ€tigkeiten also in anderer Weise zu Buche schlugen.
Stimmt somit die These, daß der Artenschwund eine Reaktion auf die Zookritik der spĂ€ten 70er und 80er Jahre war? Ich weiß nicht, ob die hier von Michael Mettler angefĂŒhrte These, die Zusammenlegungen seien eine Folge des Aufbaus von Zuchtgruppen, dem wirklich entgegensteht. Ich stelle es mir so vor, daß die Arche-Ideologie als Antwort auf die Zookritik entstand, und da spielten zwei Faktoren eine große Rolle: Zum einen die Zucht bedrohter Arten, aus denen eigenstĂ€ndige Populationen zwecks Auswilderung gebildet werden sollten, zum anderen die BeschrĂ€nkung auf bedrohte Formen, die zugunsten nicht bedrohter oder nicht in ausreichender Anzahl vorhandener Arten mehr Raum erhalten sollten.
Der dritte Punkt, das Errichten grĂ¶ĂŸerer Gehege, scheint mir auch eine Rolle zu spielen, etwa beim Umbau des berliner Hirschreviers oder bei der Errichtung des kölner Gepardenanlage anstelle einer Reihe von Raubtieranlagen. In beiden FĂ€llen dĂŒrfte der Anlagenneubau mit der Aufgabe von Haltungen einhergegangen sein.
Vielleicht mĂŒssen wir auch nach der Arche-Ideologie der DDR fragen. Gab es dort Zuchtprogramme, Artenschutzideen in Zoos oder die Aufgabe in freier Wildbahn zu hĂ€ufiger Arten?
(05.06.2009, 19:22)
Michael Mettler:   Und noch ein Vergleich: Die Zootierliste fĂŒhrt derzeit 62 SĂ€ugerformen fĂŒr Magdeburg an (inklusive des als Mischling "entlarvten" Tigers). Ganz aktuell scheint die Liste aber nicht zu sein, darin ist z.B. noch die Amurkatze vermerkt (laut JB seit 2007 nicht mehr im Bestand), und sind nicht die beiden Großkamelformen inzwischen weg? DafĂŒr scheint mir der Artenbestand der Tiershow teilweise zu fehlen (z.B. der Yak). Jedenfalls dĂŒrften es immer noch um ca. 65 Formen sein.
(04.06.2009, 23:01)
Michael Mettler:   P.S. Zum Magdeburger Katzengarten: Die besagten 4 Formen waren damals Puma, Schnee-, China- und Persischer Leopard. Davon ist der Schneeleopard noch im Bestand, und statt der drei anderen Formen kamen danach Rothund, Husky und Tigeriltis in diesem GelĂ€nde in den Bestand (die Muntjaks zogen ja nur dorthin um). Zwar ĂŒberschnitt sich die Haltung der Rothunde und der Leoparden noch, aber heute steht unter dem Strich fĂŒr diese Ecke des Zoos kein Artenschwund!
(04.06.2009, 22:41)
Michael Mettler:   Laut letztem veröffentlichtem Jahresbericht waren es in Magdeburg am 31.12.2007 immer noch 68 SĂ€ugetierformen. Zumindest bis dahin - ist aber auch schon wieder fast anderthalb Jahre her - ist der Artenschwund zahlenmĂ€ĂŸig gegenĂŒber der Wende-Zeit nicht sonderlich hoch.
(04.06.2009, 22:30)
Oliver Jahn:   Also hat mich mein GefĂŒhl nicht getĂ€uscht! Die Zahlen zeigen es deutlich! Und mich wundert das nicht. Denn wenn ich nur mal in Magdeburg an die Eröffnung des Katzengartens denke, da kamen auf einmal 4 völlig neue Arten großer SĂ€uger in den Zoo, das merkt auch der Besucher.
(04.06.2009, 21:35)
Michael Mettler:   Mir ist eben eingefallen, dass das Zoo-Verzeichnis im International Yearbook einen ungefĂ€hren Überblick ĂŒber die quantitative Entwicklung der ArtenbestĂ€nde geben mĂŒsste. Und so habe ich mir die BĂ€nde 16 und 30 genommen, um die Artenzahl (wobei man "Art" hier wohl eher "Form" nennen mĂŒsste und Haustiere einbezogen sind) der DDR-Zoos aus diesen JahrgĂ€ngen zu vergleichen (Stand 31.12.1974 bzw. 31.12.1989):
Berlin TP 885 (1974) > 991 (1989)
Cottbus 139 > keine Angabe
Dresden 450 > 472
Erfurt 166 > 282
Halle 402 > 349
Leipzig 555 > 713
Magdeburg 280 > 187
Rostock 232 > 318
Schwerin keine Angabe > 139

Nun stellen natĂŒrlich Fische, Kleinvögel usw. eine ziemliche "Manövriermasse" dar; beim Magdeburger Artenschwund schlĂ€gt allein die Reduzierung von 33 Reptilienformen (Wo wurden die denn gehalten?) auf 4 ganz schön zu Buche, außerdem wurden die Vogelarten drastisch reduziert (180 > 106). Der "Absacker" von Halle geht ausschließlich auf das Konto der Tiere "ab Reptilien abwĂ€rts". Wenn ich mich nicht tĂ€usche, machen Zoofans einen Artenschwund vor allem an den SĂ€ugetieren eines Zoos fest, deshalb zum Vergleich deren Zahlen (die beiden Zoos ohne Vergleichsmöglichkeit lasse ich gleich weg):
Berlin TP 181 > 213
Dresden 69 > 80
Erfurt 96 > 122
Halle 95 > 104
Leipzig 130 > 136
Magdeburg 63 > 76
Rostock 57 > 66

Wie man sieht, kann es sich beim "Artenschwund" der letzten DDR-Jahre nur um einen gefĂŒhlten gehandelt haben, denn tatsĂ€chlich hat sich die Formenvielfalt in diesem Zeitraum vergrĂ¶ĂŸert (teilweise sogar erheblich, siehe Erfurt). Vielleicht rĂŒhrt der gefĂŒhlte Eindruck daher, dass RaritĂ€ten durch hĂ€ufigere Arten ersetzt wurden oder zwischenzeitlich ihren Status der Einmaligkeit verloren hatten?
(04.06.2009, 21:09)
Ralf Sommerlad:   ..und wer CITES unterzeichnet hat, der muss es auch nicht unbedingt auch
( wirksam ) umgesetzt haben.
(04.06.2009, 15:16)
Michael Mettler:   @IP66: Beispiele, in denen Zuchtgruppenaufbau zu Artenreduzierung fĂŒhrte, sehe ich z.B. im Raubtierhaus des Berliner Zoos (Kleinraubtierabteilung), im Lemurenhaus des Kölner Zoos oder im Duisburger Äquatorium. Alle diese HĂ€user, die ich selbst seit 1981/82 (und damals noch knĂŒppelvoll) kenne, haben sich seit ihrem Bau nur unwesentlich im fĂŒr die Tierhaltung nutzbaren Volumen (vor allem innen) verĂ€ndert und durchliefen seitdem die Phasen a) artenreiche Sammlung in kleinen KĂ€figen mit Gelegenheitszuchterfolgen, aber auch Einzeltieren (z.T. in Vergesellschaftung), b) zunehmende Konzentration auf zĂŒchtende Arten, c) Zusammenlegung von KĂ€figeinheiten (z.B. Köln) oder Besatz mehrerer Einheiten mit der selben Tierart (z.B. Berlin). Der Frankfurter Zoo bietet gleich eine ganze Reihe von Beispielen, wo Tierarten vom Igeltanrek bis zum Amurleoparden und Klippspringer nach und nach in mehreren Gehege parallel gehalten wurden, die vorher unterschiedliche Arten beherbergten, ohne dass sich an den Gehegen zwischenzeitlich nennenswert etwas verĂ€nderte (ich erinnere an die VerĂ€nderung des Artenspektrums im oft diskutierten Rundbau!). Ob die vorherigen Bewohner der Anlagen abgegeben wurden oder ausstarben und nicht ersetzt wurden, spielt fĂŒr die Diskussion im Grunde keine wichtige Rolle, denn unter dem Strich steht bei beiden Varianten das PhĂ€nomen des Artenschwunds.

Übrigens ist die Unterzeichnung des WA ĂŒberhaupt nicht mit dessen rechtlicher Wirkung gleichsetzbar. Zwischen diesen beiden VorgĂ€ngen lag nĂ€mlich je nach Land noch ein unterschiedlich langer Zeitraum.
(04.06.2009, 14:53)
IP66:   Ich wĂ€re ein wenig vorsichig, die Unterzeichnung etwelcher Abkommen in Diktaturen mit deren rechtlicher Wirkung gleichzusetzen. Das Problem liegt darin, daß in einem autori- wo nicht totalitĂ€r regierten Staat sich die StaatsfĂŒhrung vorbehĂ€lt, ĂŒber die Geltung oder eben auch Nichtgeltung von in diesen Abkommen garantierten Standards zu befinden, weshalb es in derartigen Staaten ja auch keine unabhĂ€ngige Justiz gab bzw. gibt. In der DDR lagen die Dinge zwar insofern etwas anders, als die StaatsfĂŒhrung nur da diktatorisch regieren konnte, wo ihr die sowjetischen Diktatoren freie Hand ließen, was vielleicht eine gewisse Form von Gewaltenteilung bedeutete, aber keine unabhĂ€ngige Justiz schuf, die dem CITES-Abkommen oder auch diversen UN-Konventionen zu konkreter Wirkung auf dem Territorium der DDR hĂ€tte verhelfen können.
Ich frage mich, inwiefern die Zookritik in der Bundesrepublik gewisse Zoos wann zum Handeln zwang - so kann ich mich erinnern, daß die kölner Menschenaffenunterbringung vor der Errichtung des heute verwendeten GebĂ€udes vor allem deshalb kritisiert wurde, weil sie nicht so hygienisch und hell aussah wie in Duisburg oder Stuttgart, obgleich es ja bei Schimpansen und Orang-Utans so gute Zuchterfolge gab, daß man kaum mehr Menschenaffen fĂŒr die Jungtierabteilung ankaufen mußte. Allerdings gab es bei den MenschenaffenhĂ€usern durch die Möglichkeit, erwachsene Gorillas in Zuchtgruppen halten zu können, einen Handlungsdruck, dem sich kaum ein Zoo entziehen konnte. In anderen Bereichen, etwa in der Huftierhaltung, sah etwa der mĂŒnsteraner Zoo allenthalben Zuchtgruppen vor, wie es ĂŒberhaupt schon in den spĂ€ten 70er Jahren kaum noch Einzeltierausstellung im SĂ€ugerbereich gab. Insofern wĂ€re schon zu fragen, wann und wo die Zuchtgruppenhaltung tatsĂ€chlich zur Reduktion der Artenzahl fĂŒhrte.
Interessant finde ich, daß die großen Spaßzooumbauten, wie Michael Mettler einmal recht schlĂŒssig nachgewiesen hat, eben nicht mit dem Artenschwund einhergingen, sondern erst ein bis zwei Jahrzehnte spĂ€ter einsetzten. Das scheint mir darauf hinzuweisen, daß die Zooneugestaltungen, die recht konkret auf die Zookritik der 80er Jahre reagieren, eben nicht den Artenschwund bewirkten, sondern, wie ich das einmal als These formuliert habe, den wegen der geringen Zahl der augestellten Formen unattraktiv gewordenen Zoo fĂŒr die Besuche auf neue Weise interessant machen sollten. Gerade deshalb finde ich die Frage nach den BestĂ€nden in den letzten beiden Jahrzehnten der DDR ja so interessant.
(04.06.2009, 11:01)
Oliver Jahn:   @MM, da habe ich aber mit Halleund Leipzig die genauen Gegenbeispiele. Zu Zeiten, in denen es in beiden RaubtierhĂ€usern noch Gruppen mit bis zu 15 Löwen gab, waren in diesen HĂ€user auch noch etliche weitere Arten zu sehen (die teilweise selber noch zĂŒchteten, siehe Pumas in Halle), die dann nach und nach verschwanden, und zeitgleich wurden z.B. die Löwen nicht mehr gezĂŒchtet.
(03.06.2009, 23:51)
Michael Mettler:   @Matthias: Die DDR hatte ĂŒbrigens seinerzeit schon kurz VOR der BRD das "Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen" in ihr Recht ĂŒbernommen.

Zu meinem letzten Beitrag: FĂŒr diese Variante des Artenschwundes wĂ€ren Frankfurt, ZĂŒrich oder (leider noch nie besucht) Jersey wohl gute Beispiele. Denn dort wurden ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht unbedingt Anlagen vergrĂ¶ĂŸert oder zusammengefasst, aber mehrere alte Anlagen mit jeweils der selben Tierart besetzt, um einen grĂ¶ĂŸeren Zuchtbestand halten zu können. Und auch dafĂŒr mĂŒssen eben andere Arten weichen oder nicht mehr ersetzt werden.
(03.06.2009, 23:21)
Michael Mettler:   Ich möchte behaupten, dass der Artenschwund auch (!) etwas mit den immer besseren Haltungs- und Zuchterfolgen der Zoos zu tun hatte. Statt sich ein Paar irgendeiner Tierart in die vorhandenen, dem Zeitgeschmack entsprechend kleinrĂ€umigen KĂ€fige/AuslĂ€ufe zu setzen und nach Abgang wieder ersetzen zu mĂŒssen, wurden allmĂ€hlich auch bei schwierigeren Arten nicht nur hie und da Jungtiere geboren, sondern dies immer hĂ€ufiger, und sie blieben auch immer öfter am Leben. So konnten Zuchtgruppen heranwachsen, und wenn sich ein Zoo nicht umgehend wieder von den aufgezogenen Nachzuchten trennen wollte - sei es, um die Zuchtbasis zu verbreitern, sei es, um sein Prestige zu mehren - dann brauchte er fĂŒr diese Platz. Und da wurde dann bestimmt auch schon damals immer mal der NachbarkĂ€fig von gĂ€ngigeren Arten gerĂ€umt. Wobei in der Vor-EEP-Ära sicher auch bei mehr Tierarten als heute der finanzielle Wert mancher Zuchtgruppe in die Entscheidung einfloss.
(03.06.2009, 22:42)
Matthias:   Weiss ich nicht.
Hier (http://www.cites.org/eng/disc/parties/chronolo.shtml) kann man sehen, das viele Ostblockstaaten nach 1989 der CITES beigetreten sind.
Die DDR ist in dieser Liste nicht gefĂŒhrt.
(03.06.2009, 22:18)
Oliver Jahn:   @Matthias, nur die BRD oder auch die DDR? Denn ich habe jetzt im Bereich der SĂ€uger mal in Magdeburg nachgesehen, hier ist der Bestand sogar gestiegen, von 63 Arten in 1985 auf 78 Arten in 1991.
(03.06.2009, 21:32)
Matthias:   Ein weiterer Grund fĂŒr den einsetzenden Artenschwund ab Anfang der 80er dĂŒrfte CITES sein. 1976 ist Deutschland der CITES beigetreten.
(03.06.2009, 20:43)
Michael Schulz:   Ich habe mal vor einiger Zeit damit angefangen aus Langeweile und Interesse eine Statistik zu machen bezĂŒglich der verschwundenen Arten in den letzten paar Jahrzehnten anhand der Zootierliste.
Nach dieser noch unvollstĂ€ndigen Liste begann das große Artensterben in deutschen Zoos im Laufe der 80er Jahre und nimmt seitdem zu. So habe ich bereits jetzt im neuen Jahrtausend schon einen deutlichen Anstieg in der Liste im Vergleich zu den 90er Jahren.
Ich denke hauptsĂ€chlich hĂ€ngt dies mit den neuen Haltungsbedingungen zusammen. Gehege werden grĂ¶ĂŸer und weitlĂ€ufiger, aber die GrundflĂ€che der Zoos nicht mehr, somit mĂŒssen Arten reduziert werden und dies eben kontinuierlich seit den 80er Jahren sogar sehr drastisch
(03.06.2009, 20:35)
Oliver Jahn:   GefĂŒhlt hĂ€tte ich sofort gesagt, dass der Artenschwund in den Zoos der DDR erst nach der Wende einsetzte. Aber das ist eben nur ein GefĂŒhl. Die Hochzeit der Artenvielfalt war auch hier in den 70er Jahren, aber das was Guddy unter "Erfurt" mit dem Devisenmangel beschreibt, das wurde durch regelmĂ€ĂŸige SU-Transporte wieder ausgeglichen und somit verfĂŒgten die DDR-Zoos ĂŒber gute und begehrte Tauschobjekte. Dennoch habe ich jetzt einfach mal das Zahlenmaterial bemĂŒht. Exemplarisch habe ich (wie sollte es anders sein) da mal Halle herausgegriffen. Der Artbestand war noch in den 80er Jahren tatsĂ€chlich relativ konstant. Vor allem ergaben sich die geringen Schwankungen kaum bei den SĂ€ugern. So war deren Bestand bei 109 Arten 1984, hatte seinen Tiefststand 1988 mit 98 Arten, ging dann aber wieder hoch auf 104 Arten in 1989. !990 fiel er dann auf 94 SĂ€ugerarten und entwickelte sich von dort aus bis heute auf 69 Arten. Somit ist die Tendenz doch recht eindeutig. Direktor Jacob beschrieb das in einem Artikel, der bereit schon vor lĂ€ngerer Zeit mal erschien auch mit den neuen Haltungsrichtlinien, welche den Zoo auch zu verschiedenen Abgaben zwangen, welche der Zoo nur sehr schweren Herzens vollzog.
(03.06.2009, 20:08)
IP66:   Die Bemerkung Michaels Mettlers, in Erfurt habe es in den 80er Jahren einen RĂŒckgang der Artenzahl, vor allem bei Huftieren, gegeben, hat eine Ă€ltere Überlegung bei mir wachgerufen.
In der Bundesrepublik kann man hĂ€ufiger die Meinung hören, die Zoos hĂ€tten mit einer Reduzierung der Artenzahl auf die Ende der 70er Jahre aufkommende Zookritik reagiert. Das wirkt zumindest insofern ĂŒberzeugend, als das Ansteigen der Kritik und der RĂŒckgang der Artenzahlen sich einigermaßen parallelisieren lassen. In der DDR gab es bis 1989 keine öffentliche Kritik an Zootierhaltungen, und ich war bislang davon ausgegangen, daß dort der Artenschwund erst 1989 eingesetzt hat. Insofern wĂ€re die Frage sehr interessant, ob tatsĂ€chlich auch die Zoos der DDR vor 1989 einen signifikanten RĂŒckgang der Artenzahl zu verzeichnen hatten. Wenn dem so war, mĂŒssen wir wohl noch andere GrĂŒnde fĂŒr diese Entwicklungs suchen.
(03.06.2009, 18:51)

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