
| Michael Mettler: | Zur Frage der Vielfraßhaltung in der Frankfurter Bärenburg anbei der Grundriss der Anlage aus 1875. Oben in der Mitte besagter Schaukäfig an der Rückseite (h) mit Bassin (i) und zwei Absperrkäfigen (k). Darunter mit dem großen Bassin der zentrale Eisbärenzwinger, rechts und links die Zwinger für andere Großbären (a = Schaukäfige, b = Bassins, c = Absperrkäfige). Die eingezeichneten Felsstrukturen stellen Wasserfälle dar, über welche die Bassins gefüllt wurden. Der Maßstab unter dem Grundriss steht für 20 Meter. (17.10.2008, 19:20) | ||
| Michael Mettler: | Der Artikel des früheren Frankfurter Zoodirektors Max Schmidt aus dem "Zoologischen Garten", in dem er sich 1865 mit dem Überwinterungsproblem von Zootieren befasste, gibt auch Informationen über das historische Raubtierhaus im Zoo an der Bockenfelder Landstraße wieder. Demnach befanden sich im Inneren unterhalb der Käfige der Großkatzen Kleinraubtierkäfige, die aber anscheinend nur im Winter benutzt wurden. Schmidt beklagt, dass die Kleinraubtiere im Winter sehr unter der schlechten Luft im Haus zu leiden hatten (kein Wunder, die müssen ja regelrecht im Ammoniaknebel geschwommen sein) und es deshalb regelmäßig Verluste und Erkrankungen gab. Wenn die Tiere, die diese Prozedur mehr oder weniger gut überlebt hatten, nach dem Winter wieder in ihre Sommerkäfige (!) gesetzt wurden, erholten sich manche zusehends. Wenn diese "Übersommerung" in externen Kleinraubtierkäfigen allgemein in Gebrauch war, müssen wir wohl davon ausgehen, dass zeitgenössische Darstellungen von Raubtiergalerien mit voll besetzten Großkäfigen oben und Kleinkäfigen unten entweder den Winterzustand zeigen oder eine gewisse künstlerische Freiheit enthalten - was sie ohnehin tun, schließlich sind auf den Bildern immer alle Tiere auf den Beinen :-) (17.10.2008, 18:53) | ||
| IP66: | Wenn ich es recht übersehe, stammte die Bärenburg aus der Gründungsphase des Zoos. Gab es da auch schon die Nebenkäfige, oder sind diese unter Herrn Seitz ergänzt worden? Ich frage deshalb, weil es auch in Köln einen solchen Vorgang gab, bei dem die aus der Anfangsphase des Zoos stammende Bärenburg durch eine kalte Raubtiergalerie in neugotischem Stil ergänzt wurde. (13.09.2008, 10:59) | ||
| Michael Amend: | @Oliver Jahn. hab heute einen Frankfurter Führer von ca. 1907/08 bekommen, und siehe da, da gab es wieder Vielfrasse, und zwar in der Bärenburg, die in einem Käfig auf der Rückseite davon untergebracht waren. Seitz war Systematiker, und damals galten Vielfrasse als nahe Verwandte der Bären ! (12.09.2008, 20:34) | ||
| IP66: | So recht vorstellen kann ich mir Vielfraße in den Käfigregalen des alten frankfurter Kleinsäugerhauses nicht vorstellen - aber es mag ja irgendwo einen etwas größeren Außenkäfig gegeben haben. Ist der frankfurter Zooführer von 1877 denn systematisch organisiert? Ansonsten müßte man doch herausbekommen können, wo die Tiere saßen. (27.08.2008, 11:34) | ||
| Oliver Jahn: | Michael,auch ich habe an das Kleinsäugerhaus gedacht. Aber wenn ich mir im Zooführer von 1911 ansehen, was da so alles drin gehalten wurde, dann sind das alles Arten, die kleiner sind, als ein Vielfraß und das Haus wird erheblich voller beschreiben, als das große Raubtierhaus. (26.08.2008, 20:28) | ||
| Michael Amend: | @Oliver Jahn. Stimmt, leider fehlen mir sämtliche Zooführere zwischen 1877 und 1905, in disem sind keine Vielfraße mehr verzeichnet.Mögliche Unterbringungen für diesen warend as raubtierhaus ( unwahrscheinlich,d a voll), die Galerie für Hudneartige Raubtiere( Seitz war Sytematiker, glaube ich von daher nicht) undd as Kleinsäugerhaus, das halte ich für recht wahrscheinlich. (26.08.2008, 20:15) | ||
| Oliver Jahn: | @MA FFM hielt Vielfraße um die Jahrhundertwende. @IP66, es gab in Leipzig keine Hyänen in einem Kleinraubtierhaus. Die Hyänen waren im Alten Raubtierhaus, in dem es über 20 Jahre lang Löwen und Tiger gab. @Ralf, den Vielfraß in Leipzig gab es wohl vor unserer Zeit. Ich habe ihn im Zooführer von 1963 gefunden, dort ist er sogar mit Bild. Mein nächster Zooführer ist dann von 1968/69, in dem sind dann schon die Guerezas in diesem Käfig. (26.08.2008, 19:58) | ||
| Ralf Seidel: | Aus Halle ist mir die Vielfraß"haltung" in der alten Malaienbärgrotte noch sehr bewusst in Erinnerung, waren aber wohl immer nur Einzeltiere, aber sonst habe ich die tatsächlich nirgends anderswo gesehen, bestenfalls in einem der tschechischen Zoos, da will ich mich aber nicht festlegen... Wie faszinierend diese Tiere in einer natürlicheren Umgebung wirken können, wurde mir erst bewusst, als in Magdeburg die Anlage am Schrotehang eröffnet wurde... Aus Aschersleben sind sie mir definitiv nicht bekannt, dürfte früher auch eine viel zu große Rarität für einen kleineren Zoo gewesen sein. Oliver hast du ungefähr den Zeitraum für Haltungen in Leipzig ? Die habe ich dort eigentlich nie gesehen, der halbrunde Eckkäfig im Affenhaus war eigentlich immer nur mit den Guerezas besetzt. Oder waren die da etwa...als Unterbesatz...))) (26.08.2008, 12:44) | ||
| IP66: | Das klingt sehr nach der Kleinraubtierkäfigvariante - wobei die Anlagen im berliner Raritätenkabinett wohl noch ein wenig kleiner waren als der durchschnittliche Kleinraubtierkäfig. Die kölner neugotsiche Galerie besaß Anlagen verschiedener Größe, ich weiß aber nicht, ob man die geräumigeren auch für die Bärenausstellung nutzte, wenn der benachbarte Zwinger keinen Platz mehr bot. Steht der entsprechend besetzte Käfig in Dortmund noch? An den Gedanken, daß man in den berliner oder leipziger Kleinraubtierhäusern Hyänen hielt, muß ich mich noch gewöhnen - in beiden Fällen bot das Hochformat der Käfige kletternden Arten ja noch gewisse Betätigungsmöglichkeiten, für größere bodenlebende Raubtiere wurde es aber doch arg eng. Das Datum 1903 für den kalten Raubtierkäfig in Breßlau paßt in Überlegungen, die wir zu den entsprechenden Erweiterungen der Raubtierhäuser in Hannover und Berlin diskutiert haben. Wenn man den Rahmen noch größer fassen möchte, könnte man auf Reformideen verweisen, wie sie die Anlage des hallenser Zoos geprägt haben. Auf derartige Wendungen zu nordischen Arten, Freilandhaltung und neuen Gehegetypen um die Jahrhundertwende habe zumindest ich zu wenig geachtet - es wird da noch einiges zu entdecken sein. Ich denke an das kleine Erweiterungsgelände um den Adlerfelsen in Berlin, aber natürlich auch an die neuen hagenbeck'schen Konzepte, auch wen da die Vielfraßfreianlage noch lange nicht stand. (26.08.2008, 11:08) | ||
| Michael Amend: | Wenn mir Jemand Zoos nennen kann, die vor 1945 Vielfraße pflgten,d anns ehe ich gern in den Zooführern nach. Berlin hatte sie meines Wissens nach, wenn ich nicht irre, auch mal im Raritätenkabinett.FFM hatte ,glaube ich, nie Vielfraße. (26.08.2008, 06:40) | ||
| Michael Mettler: | @Oliver: Zu DDR-Zeiten waren Vielfraße aber auch in westdeutschen Zoos Raritäten. Für den Beginn meiner Zootouren Ende der 70er, Anfang der 80er sind sie mir außer aus Hannover eigentlich nur aus Dortmund und Hamburg in der Erinnerung präsent, beim Berliner Zoo bin ich mir nicht ganz sicher (müsste ich in meinen Besuchslisten nachschlagen). Selbst Bremerhaven hatte zwischenzeitlich etliche Jahre lang keine, obwohl man den Zoo noch aus Tiergrotten-Zeiten irgendwie automatisch mit dieser Tierart in Verbindung bringt. Haltungen wie Springe (hier gelang m.W. die mindestens deutsche Erstzucht) oder Duisburg (hatte eventuell früher schon mal welche) kamen erst später zustande. Bei Hagenbeck hatte sie eine Freianlage, die später in die heutige Leopardenanlage eingemeindet wurde. Dortmund hielt sie in den herkömmlichen Kleinraubtiervolieren, Hannover in den Kleinraubtieranlagen, die heute längst zu Wolfsabsperrkäfig und Nasenbärkäfig umgewandelt sind. In Berlin hatten sie m.E. zumindest zeitweise den Eckkäfig am Großen Raubtierhaus gegenüber der Jaguare, in dem danach über viele Jahre die Fischermarder lebten. Aber das sind natürlich alles keine historischen Unterkünfte :-) (25.08.2008, 22:49) | ||
| Oliver Jahn: | Also Aschersleben hatte keine Vielfraße. Heute sieht man sie ja wieder öfter, aber zu DDR-Zeiten waren sie extrem selten in den Ostdeutschen Zoos und sehr viele Jahre nur in Halle zu sehen, kurzzeitig gab es sie auch mal in Leipzig, gezüchtet haben sie meines Wissens in der DDR nie. (25.08.2008, 21:57) | ||
| Ronny: | @Oliver: In Aschersleben in der Grube bei den Panthern könnten eigentlixch auch mal welche gehalten wurden sein. Auf jeden fall wurden bis 200? dort Frettchen gehalten und Waschbären. (25.08.2008, 21:42) | ||
| Oliver Jahn: | Berlin hatte Vielfraße tatsächlich im Kleinen Raubtierhaus, aber das waren dort bei weitem nicht die größten Tiere, denn dort gab es auch noch Schakale, Hyänen und Afrikanische Wildhunde. Breslau hingegen baute 1903 eine eigenen Zwinger für nordische Raubtiere. (25.08.2008, 19:09) | ||
| Oliver Jahn: | Also in Halle waren sie in der Grotte, in der auch die Malaienbären waren, in Leipzig wurden sie im Eckkäfig des Affenhauses gehalten. (25.08.2008, 18:57) | ||
| Michael Mettler: | Sehr viel kleiner als Vielfraße dürften z.B. Europäische Dachse, Honigdachse oder Afrikanische Zibetkatzen nicht sein, und die brachte man m.W. ohne weiteres in den damals üblichen Kleinraubtierkäfigen unter. In einigen Zoos - z.B. in Hannover und Köln - gab es ja auch spezielle Häuser für Wölfe, Schakale, Füchse und Hyänen, die wahrscheinlich unbeheizt waren und ebenfalls zur Unterbringung von Vielfraßen genutzt worden sein könnten. (25.08.2008, 13:31) | ||
| IP66: | Bei einem Besuch im Zoo Duisburg tauchte die Frage auf, wo man eigentlich in den Zoos des 19. und frühen 20. Jahrhunderts Vielfraße unterbrachte. Hier und da gab es ja Raubtierkäfige ohne entsprechende Innenanlagen. Wurden die Großmarder dort gehalten? In die herkömmlichen Kleinraubtierregale paßten sie schlecht hinein, und auch für die meisten Kleinraubtierhäuser dürften sie, selbst nach den Maßstäben Herrn Hecks, wohl zu groß gewesen sein. (25.08.2008, 12:06) | ||
| BjörnN: | Ich bin immer wieder überrascht und frage mich, woher manche Informationen kommen. Wo gibt es zu lesen oder zu erfahren, welche Pläne der Zoo mit der Bärenburg hat, abgesehen von der Tatsache, dass es ein Nachttierhaus und ein Spielplatz wird. (19.11.2007, 22:15) | ||
| Alexander Fuchs: | @Ralf Seidel Ja, die Bäreburg wird zum Nachttierhaus, sogar mit Nachtsichgeräte für Besucher. (19.11.2007, 20:02) | ||
| IP66: | Ich finde die Überschrift "die Zeit, über die man erst später sprechen wird", mit dem Herr Schürer sein eigenes Wirken meint, und die Gegenüberstellung auf der letzten Seite (Hirschhaus und Baustelle Löwenanlage) sehr bezeichnend und vobildlich für die Art, mit Neubauten umzugehen - man kommt da ohne nicht aus, man tut sein bestes, aber man muß sich ebenso dem Urteil der Zukunft stellen wie seine Vorgänger auch. Diese Haltung vermisse ich in Leipzig, allerdings sehe ich auch, daß die Situationen der beiden Zoos nicht vergleichbar waren: Eine derart ausgedehnte Periode massivster Kritik, wie sie der Zoo Leipzig erlebt hat, erzeugt einen gewissen Vorbehalt gegenüber der eigenen Vergangenheit, während Wuppertal sich von Anfang an recht organisch entwickelt hat. Man merkt das auch, wenn man durch das Raubtierhaus in Leipzig und das Tapirhaus in Wuppertal geht. Dabei sind die Verluste an Altbauten in Leipzig garnicht so hoch, in Hannover oder Gelsenkirchen sind sie viel ausgeprägter, und gerade Gelsenkirchen hat, obgleich der Tierbestand sich ja gar nicht so massiv verändern konnte, in allem mit seiner Vergangenheit gebrochen, was ich von Leipzig nicht behaupten würde. Und schließlich gibt es Zoodirektoren, die sich in einer Tradition sehen und gerade deshalb auch gerne selbst die Geschichte "ihres" Zoos beschreiben, während andere dies an Honorarkräfte abtreten, eben weil sie das Rad noch einmal neu erfinden wollen. Ich denke, es braucht auch diese Innovatoren, und gerade in Gelsenkirchen wäre eine organische Entwicklung sicher möglich, aber politisch erheblich schwieriger durchzusetzen gewesen, mithin ergibt sich hier der Bruch mit der Vergangenheit und das derzeitige Selbstverständnis aus der Situation, in die der Zoo vor der Totalernuerung geraten war. Hannover wäre aber auch ein Beispiel dafür, daß nach der ersten Totalerneuerung in den 60er Jahren nach gut drei Jahrzehnten der nächste Totalausbau fällig wird. (19.11.2007, 19:34) | ||
| Ralf Seidel: | Ich meine nach wie vor, dass man bei der Umgestaltung des Neuen Raubtierhauses eine Chance vergeben hat. Die Grundidee Edukation ist ja durchaus interessant und wichtig - aber Niemand will ein Haus, dass zwar mit musealen Exponaten und Schautafeln bestückt ist, aber eben keine lebenden Tiere mehr zeigt. Und gerade hier hätte sich eine sinnvolle Kombination aufgedrängt. Das Haus ist groß genug, es eben auch "lebendig" zu gestalten -aber dazu bedarf es mehr ale eines Beos und 2 kleiner Terrarien mit Fröschchen. Der begehbare Käfig, die kleine Ausstellung zu den früheren Zoodirektoren sowie alte Utensilien des sehr populären Prof. Schneider, alles gut angedacht - aber irgendwie für den "Normalo" nicht interessant genug, das Haus bei einem erneuten Zoobesuch wieder aufzusuchen. Bei so einem schönen Tierhaus und Zoodenkmal einfach nur schade. Die Lösung für die Umgestaltung des Dickhäuterhauses zum Elefantentempel hingegen finde ich unter den gegebenen Umständen recht gut, auch wenn mir am Anfang die Pagoden und das eine oder andere Pimpamporium etwas kitschig erschienen. So wie Oliver Jahn bedauere ich allerdings auch, dass der Schmuckhof geopfert wurde - auch wenn der tiergärtnerisch bedeutungslos war, durch seine einzigartige Klinkerarchitektur war der einfach nur schön und eine kleine Ruheoase im früher ja schon gut besuchten Leipzger Zoo. Übrigens soll die nicht minder attraktive alte Bärenburg ja nicht nur Tummelplatz für die Kiddys, sondern wohl auch zum Nachttierhaus umgebaut werden. Und die Pläne für die Umgestaltung des Affenhauses zu einem Insektarium kann man, denke ich, auch nur begrüßen - also, wollen wir nicht gar zu pessimistisch sehen . (19.11.2007, 15:55) | ||
| Alexander Fuchs: | Ich halte das Raubtierhaus für pädagogisch wertvoll, viele nützliche Informationen und Geschichte. Aber man muss sich schon Zeit dafür nehmen und ob es(normale)Besucher auch tun, halte ich für fragwürdig. Z.B. Eltern mit Kindern, die wollen Tiere sehen, Infos über "Sonstiges" steht im Hintergrund. Allgemein fehlt dem Besucher die Lust sich zu informieren und entdecken, in einem Haus wo keine Tiere sind. P.S. Aus der Sackgasse zum Raubtierhaus wurde ein Weg, es wurde doch ´ne neue Brücke gebaut ;-) (18.11.2007, 21:45) | ||
| BjörnN: | Ich stimme Ihnen zu, dass Kleinkatzen sicher interessant gewesen wären, doch muss ich sagen, dass ein moderner Zoo auch eine Einrichtung wie das Entdeckerhaus Arche braucht, dass dem Menschen vor Augen führt, wofür der Zoo im 21. Jahrhundert gedeacht ist. Nicht nur, um Kindern und Erwachsenen die Tiere der Welt zu zeigen, sondern auch Populationen zu erhalten und die einzigartige Tierwelt unseres Planeten zu bewahren. Kaum ein Besucher sieht diesen Aspekt. Das Leipziger Raubtierhaus ist vielen ein Begriff als Ort erfolgreicher Löwenhaltung und ich finde es mehr als angebracht, jetzt, nachdem fast 100 Jahre Löwen und Tiger dort gelebt sind, diesen Ort dazu zu nutzen, pädagogische Inhalte zu vermitteln. Ich bin sicher, dass mit dem Bau des Gondwanalandes auch das Neue Raubtierhaus mehr in die Mitte des Zoos rücken wird, vielleicht wird aus der Sackgasse dann sehr schnell ein offener Weg zu neuen tiergärtnerischen Ufern!? (18.11.2007, 21:27) | ||
| Ralf Wagner: | @BjörnN: Ja, das Tieraffenhaus soll nach dem Umbau zum Insektarium dann auch wieder für Tiere genutzt werden, das ist schon ein Unterschied zum "Neuen Raubtierhaus"! Was nützt ein Arche Noah-Haus mit "Informationskampagnen für den Umweltschutz" usw..., wenn es keiner sieht("versteckte Sackgasse") & es niemanden oder nur wenige Menschen(...keine Tiere da, brauchen wir nicht hin...) erreicht/interessiert??? Außerdem verlangt niemand, daß dieses schöne Haus (wieder) mit Tieren (schon garnicht mit Löwen!) vollgestopft wird! Ich persönlich finde die Austellungen größstenteils auch gelungen, aber einige (Klein-)Tierarten, die für mehr Publikumsinteresse(""Laufkundschaft"") sorgen, würde die Botschaft dieses Haus besser an den Mann(oder die Frau) bringen. Meine Meinung & ich glaube, das hatten wir alles schonmal!? VG (18.11.2007, 21:23) | ||
| Oliver Jahn: | @ BjörnN, ich glaube, wir sind da recht nah bei einander. Löwen im Neuen Raubtierhaus halte ich auch für absolut inakzeptabel. Interessante Kleinkatzen hingegen, mit korrespondierenden Aussenanlagen und Raubtierterassen hätte ich mir schon vorstellen können. Oder eine Zuchtgruppe Binturongs, oder Palmroller. Noch mal, ich traue da den Architekten eine Menge zu. Die Lanze für den Umweltschutz ist leider recht stumpf, denn bei meinen Besuchen waren die LEute sehr schnell wieder aus diesem Haus raus, weil es ihnen zu viel war. Das ist aber ein rein subjektiver Eindruck eines Tages, der nicht immer so sein muss. Allerdings hörte ich eben an diesem Tag auch etliche Besucher am Affenhaus mit dem Kommentar: "Hier müssen wir nicht weiter, hier kommt nichts mehr!" Wenn das Affenhaus zum Insektarium umgebaut wird, finde ich das gut, weil es dann Tiere weiterhin zeigen wird. Allerdings wäre mir auch da z.B. eine interessante Nagerkollektion lieber gewesen. (18.11.2007, 20:48) | ||
| BjörnN: | Ich verstehe Ihre Argumentation durchaus, doch bin ich der Meinung, dass das Neue Raubtierhaus für die Tierhaltung einfach nicht mehr geeignet war und bin froh, dass es der Zoo gewagt hat, mal eine Lanze für Informationskampagnen für den Umweltschutz zu brechen. Obwohl es ein Zoo ist, muss nun nicht jedes Haus mit Tieren vollgestopft sein. Ich bin der Meinung, dass man mit der Neunutzung des Hauses durchaus einen Schritt nach vorne gegangen ist und bin froh, dass die Löwen jetzt sind wo sie sind und nicht mehr in diesen sterilen Zellen. Bezüglich der Deko am Elefantenhaus muss ich Ihnen recht geben, obwohl mich die Inneneinrichtung weniger stört, nur dieser Souvenirladen und die "archäologische Ausgrabungsstätte" finde ich fehl am Platze. Ich finde es bemerkenswert, dass der Zoo fast alle historischen Bauten erhalten hat und so das Ensemble bestehen blieb. Vermutlich wird IP66 auch das Herz bluten, wenn das Tieraffenhaus zum Insektarium umgebaut wird und auch dazu muss ich sagen, dass ich es als eine gute und innovative Idee empfinde, da dieses Haus tiergärtnerisch ebenso überholt ist wie das Neue Raubtierhaus, vom Alten gar nicht zu reden.... (18.11.2007, 20:37) | ||
| Oliver Jahn: | @BjörnN, ich lese die Zeilen von IP66 da aber anders. Da ist nichst von Verklärung auf der einen und Verteufelung auf der anderen Seite, sondern eher ein Trend, den auch ich sehe. Ein Direktor schreibt eine Chronik über seinen Zoo, mit wundervollem und teils noch nie gezeigtem Bildmaterial und in einer wirklich bescheidenen Art und Weise, die dem Leser jedes Urteil selbst überlässt. Da liest sich die Leipziger Chronik schon etwas anders, nicht schlecht, aber schon so, dass der Wandel nur von alt und unhaltbar auf neu und nur gut dargestellt wird. Und an einigen Stellen zeigt sich das eben auch bei den Bauten im Zoo Leipzig. Ich stimme Ihnen voll zu, das Dickhäuterhaus hätte schlechter umgebaut werden können, ja, ein wenig war ich sogar erlecihtert, als ich es sah. Dennoch ist es für mich eine echte Sünde, mit dem Schmuckhof eine der architektonisch schönsten und wertvollsten Ecken weggerissen zu haben. Außerdem empfinde ich die mehr als künstlich wirkende Indienkulisse als nur störend. Beim Raubtierhaus aber (und jetzt meine ich das "Neue") fand ich die Umnutzung zur Entdeckerarche absolut nicht gut, denn dass man diesen Bau, stünde er nicht unter Denkmalschutz, am liebsten gar nicht mehr hätte, zeigt ja die Wegführung, die dieses geschichtlich einmalige Haus in eine Sackgasse setzt, die eben wegen der fehlende Tiere kein Besucher zweimal geht. (18.11.2007, 19:31) | ||
| BjörnN: | Ihre Formulierung kommt ja einer Apotheose für den Wuppertaler Zoo und dessen Direktor und einer moralischen Bankrotterklärung des Leipziger Zoos gleich - mein Gott, man kann es auch übertreiben mit Lob und Kritik. Ich weiß nicht, was am Leipziger Elefantenhaus schlecht sein soll, ein innovatives Konzept, welches nebenbei gute Verhältnisse für die Tiere schafft und ein architektonisches Kleinod des Zoos ansprechend erhalten hat. (18.11.2007, 17:08) | ||
| IP66: | Es wäre für die Datierung von Interesse, ob der Schutzanstrich im leipziger Raubtierhaus darunter liegende Rostschichten erkennen läßt - eine sehr speziellfe Frage, aber eine solche, die wegen des Alters des Hauses von großen Interesse sein könnte. Ich denke, der Umgang mit der eigenen Geschichte und die Fähigkeit zur Reflexion der eigenen Eporche spiegelt sich auch in den Chroniken von Leipzig und Wuppertal: Der große, zeitgemäße Zoo beschäftigt eine Honorarkraft mit mehr oder weniger Erfahrung und führt die geplanten Neubauten mit Welterlösungspathos als den Ausbruch des Paradieses auf Erden vor, der geschichtsbewußte Herr Schürer sucht seine Bilder selbst zusammen, kommentiert bescheiden und detailbewußt und besitzt die Größe, das Urteil über seine Neugestaltungen der Nachwelt zu überlassen. Der einen Haltung entspringt der Umbau des Elefanten- oder Raubtierhauses in Leipzig, der anderen die Umnutzungsn des wuppertaler Elefantenhauses. (18.11.2007, 14:21) | ||
| Oliver Jahn: | @ASH, natürlich haben Sie Recht, dass fast alle Bauten mal verändert wurden. Aber wenn ich mir die Leipziger Bärenburg ansehe, dann wird sie mir als Kinderspielplatz, obwohl ich selber eine 4,5 Jahre alte Tochter habe, nicht mehr so gefallen. Genau so geht es mir mit dem neuen Raubtierhaus. Und die indisch angeklatschten Elemente an einem der schönsten Dickhäuterhäuser, die ich kenne, würde ich auch am liebsten abreißen lassen. Was mit Raubtierterassen, Affenhaus und Affeninsel werden wird, dem sehe ich eher mit Skepsis entgegen. Wuppertal hat m.E. am besten bewiesen, wie man historisch wertvolle Bauten MIT artgerechter Tierhaltung umnutzen kann, ohne sie zu entstellen. Ich mag immer nicht so glauben, dass Architekten nicht genug Fantasie haben sollen, um auch aus Bauten, wie dem alten oder dem neuen Leipziger Raubtierhaus artgerechte Tierhäuser für bestimmte, interessante Arten zu machen. Wir fragen immer: "Was soll daraus schon gemacht werden?" oder legen fest:"Das ging gar nicht mehr für die Tierhaltung!" aber ich traue da dem Berufszweig der Architekten eine Menge mehr zu. Wie bereits geschrieben, in einigen Zoos ist es ja wunderbar gelungen. Ich empfehle da wirklich auch mal einen Blick nach Budapest. Da kann man lernen, wie so etwas gehen KANN! (16.11.2007, 18:04) | ||
| ASH: | @Oliver: Was hätte man denn konkret mit dem Alten Raubtierhaus und seinen butzeligen Käfigen in Bezug auf eine moderne Tierhaltung anstellen können? Entkernen, wobei die alte Struktur verschwunden wäre, oder die Innengestaltung mit den kleinen Käfigen und dem engen Besuchergang inklusive aller schwierigen räumlichen Arbeitsbedingungen für die Tierpfleger lassen und mit z. B. Kleinsäugern besetzen? Ich glaube nicht, dass das Potenzial dieses Gebäude z. B. dem des Schweizerhauses entsprechen würde. Wenn Leipzig tatsächlich Gefahr laufen würde, dass die historische Bausubstanz zukünftig ohne Tiere auskommen müsste, hätte man nicht z. b. den Freiflugkäfig saniert sowie das Dickhäuterhaus modernisiert und erweitert. Es ist ja auch nicht so, dass die Leipziger Bauten in der Vergangenheit (= vor 2000) ohne Umbauten ausgekommen sind. Das Innere des Aquariums ist nicht mehr original, ebenso das Terrarium, die Außenkäfige des Affenhauses ebenso oder auch mehrere Bauten im Tierkindergarten. (16.11.2007, 16:48) | ||
| Oliver Jahn: | @IP66, sie sprechen bzw. schreiben mir aus der Seele. Ihre Vorstellungen entsprechen sehr der meinen. Auch ich bedauere gerade im Hinblick auf Magdeburg und Hannover sehr, dass der Begriff Geschichte ab ca. 1950 endet. Eine Entwicklung in sichtbaren Epochen, wofür gerade Leipzig immer stand, wird es so in vielen Zoos in etlichen Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr geben. Was das alte Leipziger Raubtierhaus angeht, so empfand ich dieses Haus nie so besonders schön oder sehr historisch anmutend. Und dennoch war ich entsetzt, als es abgerissen wurde, war es doch, wenn auch verändert, der älteste Bau des Zoos und der einzige Bau, der bei Gründung bereits stand. Wieviel historische Zoos können von sich behaupten, noch über einen Bau aus dem Gründungsjahr zu verfügen? Mir fällt da ad hoc nur Halle ein, welches ja aber verglichen mit Köln, Berlin und Leipzig noch recht jung ist. Ich hätte mir für dieses Haus eine Umnutzung gewünscht. Sehr begeistert hat mich das Löwenhaus in Hamburg, in dem man einen alten Käfig hat stehen lassen, um einfach mal zu zeigen: So ist es heute, so war es damals! Die noch wertvollere Bausubstanz in Leipzig läuft ja auch geschlossen Gefahr, komplett ohne Tierhaltung umgenutzt zu werden. Das neue Raubtierhaus war da m.E. nur der Anfang, Bärenburg und andere werden folgen. (16.11.2007, 15:42) | ||
| ASH: | @IP66: Die Käfige des Alten Raubtierhauses in Leipzig sind nicht ungewöhnlich hoch. Es war einfach wenig Fläche bei üblicher Gebäudehöhe. Wenn man z. B. bedenkt, dass in diesem Haus ab den 1880er-Jahren auch Bären vermehrt wurden und natürlich auch andere Raubtiere die dritte Dimension nutzen (sofern man bei diesen kleinen Käfigen davon reden konnte), ist die Käfighöhe keineswegs widersprüchlich zur Fläche. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Gitterstäbe verrostet waren. Meines Wissens hatten sie einen Schutzanstrich wie anderswo auch. Grundsätzlich finde ich es sehr interessant, wenn ein altes (Zoo-)Gebäude saniert und dabei den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. Dabei können sehr interessante Dinge entstehen und auch der Bogen von der Historie zur Gegenwart gespannt werden. Der Abriss des Alten Raubtierhauses war für die Zoogeschichte insgesamt sicherlich nicht für jedermann toll, aber im Vergleich mit der wertvollen Bausubstanz wie Affenhaus, Neues Raubtierhaus usw. erträglich. Neben der "letzten Hyäne" gab es, wie schon erwähnt, die genannten kleineren Raubtiere, die dort bis zuletzt gehalten wurden. (16.11.2007, 13:24) | ||
| IP66: | Ich möchte keinesfalls bestreiten, daß in Leipzig mehr historische Bauten erhalten wurden als in Hannover oder Gelsenkirchen. Allerdings werden die meisten dieser Bauten sehr bewußt umgekrempelt, also nicht in ihrem ursprünglichen Sinn verwendet. Während Wuppertal versucht, seine historischen Bauten in ihrem alten Sinn zu nutzen und sie den tiergärtnerischen Erkenntnissen anzupassen, geht es in Leipzig darum, die Altbauten zu kontrastieren, wobei ich das Aquarium von dieser Beurteilung ausnehmen würde. Dieses Prinzip von konstrastierenden Traditionsinseln zwischen Neubauten ist ein Kind aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, während die stärker denkmalpflegerisch orientierten organischen Konzete mit der beginnenden Postmoderne beliebt wurden. Beides hat seine Vor- und Nachteile, bei sehr alten oder unpraktischen Architekturen stößt die organische Fortentwickelung schnell an Grenzen, das Kontrastprinzip zerstört gartenarchitektonische Zusammenhänge und ist oft nicht sinnfällig. Sehr unglücklich bin ich mit der Neigung, Geschichte irgendwo um 1950 enden zu lassen und nicht als Prozeß zu verstehen, der den derzeitigen Zustand begründet und erklärt - mich erinnert das an Kunstführer aus Italien, die so tun, als wäre Rom noch immer die Hauptstadt des Kirchenstaates und er Palazzo Montecitorio noch immer von Nepoten bewohnt und nicht vom italienischen Parlament. Ich finde, daß ein Gebäude dann historisch interessant wird, wenn es einem nicht mehr gefällt oder man es renovieren oder umbauen muß. Die geselnkirchener Bärenburg scheint mir nicht weniger wertvoll als hallenser, nur weil sie kein so großes Alter nachweisen kann. Auf der anderen Seite müssen Zoos Entwicklungsmöglichkeiten wahrnehmen können, doch Geschichtsvergessenheit dürfte keine gute Eigenschaft sein, um von einem Punkt in der Vergangenheit zu einem solchen in der Zukunft zu gelangen, der alsbald auch von der Zeit historisiert werden wird. Die Innenraumbilder des leipziger Hauses zeigen ebenfalls die seltsam hohen Käfige, so daß ich wieder an eine zweistöckige Haltung zu denken bekann. Es kann aber auch sein, daß die Käfigreihen irgend wann einmal erhöht wurden, um den Tieren mehr Platz zu bieten, ohne die Artenzahl zu mindern. Ob und wann die Gitter erneuert wurden, wage ich nicht zu entscheiden - interessant wäre diesbezüglich die Frage, ob der Stahl stark nachgerostet war- dieses würde für ein jüngeres Herstellungsdatum sprechen, da die bis in die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts verwandten Eisenkonstruktionen in der Regel kaum Rost ansetzten, was man am Dachstuhl des kölner Doms gut verfolgen kann. (16.11.2007, 11:21) | ||
| Oliver Jahn: | Ach ja, die Bilder sind von 1994. (15.11.2007, 21:55) | ||
| Oliver Jahn: | Und Nummer 2 (15.11.2007, 21:53) | ||
| Oliver Jahn: | Dann auch von mir noch mal zwei alte Erinnerungsfotos, ebenfalls nur mit kleiner Digicam abfotografiert, daher ohne Qualität (15.11.2007, 21:51) | ||
| Ralf Seidel: | @Michael Mettler, na so weit muß es mit den WURZELN ja auch wieder nicht gehen, ich freu mich schon drüber, dass der Zoo neben all dem Neuen auch noch die Chance überhaupt hat, Historisches UND Modernes zu kombinieren... Und da ich ja irgendwann früher auch schon mal Gartenbau studiert hatte, weiß ich, daß nicht nur die Grundwurzeln von Bedeutung sein können... (15.11.2007, 17:59) | ||
| Michael Mettler: | @Ralf Seidel: Stimmt. Zudem: Wenn Leipzig wirklich seine historischen WURZELN pflegen wollte (und nicht "nur" einen historischen Zwischenschritt), dann müsste der Zoo eigentlich statt einer Gondwanahalle einen nostalgischen Fettviehhof bauen und wie zu Pinkerts Zeiten mit exotischen Tieren handeln :-) (15.11.2007, 16:20) | ||
| Ralf Seidel: | @Michael Mettler, Michael - genau das wollte ich damit auch zum Ausdruck bringen, wir haben uns ja bei meinem Besuch in Hannover sehr ausführlich darüber unterhalten... (15.11.2007, 14:35) | ||
| Michael Mettler: | Ein Vergleich zwischen Leipzig, Hannover und Gelsenkirchen bezüglich der historischen Wurzeln macht wenig Sinn. Während Leipzig noch eine Menge WIRKLICH historischer Häuser und Anlagen stehen hat und hatte, war der Großteil der hannoverschen Bauwerke bei Umbaubeginn gerade mal um 30 Jahre alt, und die ganze Institution Ruhrzoo ist ein Kind der Nachkriegszeit mit eher provisorischen denn historischen Wurzeln... (15.11.2007, 13:52) | ||
| Ralf Seidel: | @Ralf Wagner, na sooo schlecht war die Beirette für die damalige Zeit ja wirklich nicht, als ich in den 70ern zu fotografieren begann bestand meine "Ausrüstung" aus einer Pouva-Start, die kostete 16,- Mark und war gänzlich aus Kunststoff - einige Bilder davon habe ich heute noch... Auch wenn ich das alte Raubtierhaus in Leipzig immer scheußlich, gerade auch in puncto Tierhaltung, fand - es hat tatsächlich etwas Berührendes, dieses Foto zu betrachten. Das weckt dann schon Erinnerungen an die ersten Besuche in Leipzig... Ich glaube, daß neben den Waschbären auch noch Krabbenwaschbären auf der rechten Seite gehalten wurden... @IP 66, ich bin der Meinung, dass gerade der Zoo in Leipzig von allen 3 "Erlebniszoos" in Deutschland am deutlichsten seine historischen Wurzeln herausstellt, die "Beibehaltung" des Gründergartens im Konzept dürfte dafür allein schon dafür sprechen. Sicherlich natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass Tierhäuser wie Aquarium, Affenhaus oder Neues Raubtierhaus nicht mal so eben heutzutage mehr plattzumachen sind - es waren und sind immer noch schöne Schauhäuser. In Hannover und Gelsenkirchen lagen die Dinge ja völlig anders, allein schon auf Grund ihrer "Ruhe-Historie". Die etwaige Nachnutzung des Alten Raubtierhauses hatten wir ja schon im Forum diskutiert, aber eben noch mehr Gastronomie oder Eisbuden bedarf es im Zoo nun wirklich nicht mehr - die Variante, das Haus als Nachttierhaus zu nutzen, kannte ich bisher allerdings noch nicht. (15.11.2007, 13:30) | ||
| IP66: | Ich finde, daß das Bild als Beispiel dafür dienen kann, daß man nicht unbedingt einen Apparat benötigt, der jedes Wimpernhärchen korrekt wiedergibt. Es ist trotzdem nicht ganz einfach, die Bauphasen auseinanderzuhalten, auch wenn die Segmentbogen über den Schiebern dafür sprechen, daß zumindest die Rückwand der Käfige zur ersten Bauphase gehören werden. Seltsam ist die hochrechteckige Form der Außenkäfige, die ich von Raubtierhäusern des 19. Jahrhunderts nicht kenne. Gab es vielleicht einmal eine zweistöckige Konstruktion, wie sie manche Kleinraubtieranlage zeigte? Außerdem sind besagte Käfige und die Stirnwand des Hauses um 1950 noch einmal überarbeitet, vielleicht auch erweitert worden. Natürlich hätte man das Gebäude nutzen können, doch will man ja in Leipzig bis heute keinen Zoo, der sich aus dem historisch überlieferten Bestand heraus entwickelt, sondern einen solchen, der sich gegen die Tradition definiert - und da sind gerade nutzbare Altbauten nicht erwünscht. (15.11.2007, 10:48) | ||
| Ralf Wagner: | Ich hab mal noch ein Foto(ich hoffe es klappt) vom Alten Raubtierhaus im Leipziger Zoo aus meiner "Teenager"-Zeit rausgekramt & mit Kompaktdigitalkamera abfotografiert(hab leider keinen Scanner). Das Originalfoto machte ich damals, weis leider das Jahr nicht mehr, muß so um 1988 gewesen sein, mit meiner Beirette SL 100, deshalb auch die schlechte Qualität, mit heutiger Technik ABSOLUT nicht mehr vergleichbar!!! Aber damals fand ich´s ganz gut gelungen & irgendwie hat es fast etwas Nostalgisches :) *schwelg*. Hier sieht man übrigends nicht sieben, sondern acht Käfige auf der linken Seite. Kann mich auch dunkel erinnern, daß ich im Inneren des Hauses auf der rechten Seite in den kleineren & sehr/ziehmlich dunklen Anlagen verschiedene Kleinraubtiere, mindestens Nasenbären, Fleckenmusangs(meist schlafend) & Waschbären(?) gesehen hab. Kann aber nicht mehr sagen, ob es bis zur Schließung des Hauses & evtl. darüber hinaus war. Übrigens sollte nach einem grundlegenden Umbau das Alte Raubtierhaus nicht nur als Kleinkatzenhaus genutzt werden, sondern auch als Nachttierhaus! Kleinkatzenhaus nein, aber als Nachtierhaus(nach entsprechendem Umbau)hätte ich mir schon vorstellen können. ...aber das WENN, HÄTTE & ABER hatten wir ja schonmal ;))) VG (15.11.2007, 01:41) | ||
| IP66: | Da erklärt die unterschiedlichen Beobachtungen sehr plausibel. Merkwürdig finde ich allerdings, daß man in Leipzig einen Altbau für ein einzelnes Tier in Betrieb hielt. Wobei ich ja den Zoo in der Zeit nach 1989 gerade wegen dieser historischen Atmosphäre sehr gemocht und die großen Erneuerungen noch immer nicht ganz verwunden habe. In Köln haben sich Hyänen in Altkäfigen allerdings auch als sehr langlebig und ausdauernd erwiesen, sowohl die Schabrackenhyänen im alten Raubtierquartier Windeckers - ohne bezeizten Stall! - wie auch Streifenhyänen in einem Käfig, der gegenüber dem heutigen Okapistall im Gelände hinter dem Schweinehaus stand. (14.11.2007, 10:14) | ||
| Ralf Wagner: | @IP66: Die von mir unten angegebenen Daten sind aus den Panthera-Jahresberichten 1994 & 1995, dort stand halt, daß 1994 die LETZTE Hyäne(Braune) getötet werden mußte! Im Veterinärbericht schreibt Hr. Eulenberger: "...im Alter von 14 Jahren mußten wir im Herbst diesen Jahres(1994) unsere letzte Braune Hyäne erlösen, als eine Krebsgeschwulst(Adenokarzinom) im Bereich der Säugeleiste sich stark ausbreitete und zahlreiche Metastasen in den Lungen und sogar in Gehirn Und Eierstöcken die Lebensfunktionen des Tieres einschränkten. Damit ist die erfolgreiche Leipziger Hyänenhaltung vorerst beendet. Unser 20jähriges Männchen hatte schon im Vorjahr aus Altersgründen und eines erheblichen Unterkiefer- und Zahnschadens wegen eingeschläfert werden müssen." Ich könnte mir denken, da das Tier im Herbst getötet werden mußte, daß es evtl. Anfang (bis Mitte?) des Jahres noch im Alten Raubtierhaus lebte(hier noch von Oliver Jahn fotografiert)& später, als das Krebsleiden zu stark & auch die Geschwulst äußerlich sichtbar(erwähnt in einem kleinem Artikel der Panthera 1995) wurde, die Hyäne dann hinter den Kulissen im Wirtschaftshof/Lichthof untergebracht war & hier auch starb(wie Maik Schilde schrieb)!? VG (13.11.2007, 22:54) | ||
| IP66: | Vielleicht gab es ja doch zu diesem Zeitpunkt noch zwei Hyänen - eine im Lichthof und eine im alten Raubtierhaus? (13.11.2007, 10:38) | ||
| Maik Schilde: | Trotzdem waren die oder das letzte Tier(e) hinter den Kulissen. Ich habe ja geschrieben, dass ich nicht mehr genau weiß wann das war. Aber kein Problem ich frage heute mal nach. (13.11.2007, 08:10) | ||
| Oliver Jahn: | Sorry Maik Schilde, ich will hier wirklich nicht streiten oder besserwisserisch klingen, es ist wirklich nur eine Frage vom Interesse. Aber meine Frage bleibt: Wie kann ich dann 1994 ein Foto gemacht haben, von einer Braunen Hyäne im alten Raubtierhaus in Leipzig? (12.11.2007, 23:43) | ||
| Maik Schilde: | @Oliver Jahn: Das bestätigt doch meine Aussage. Ich war des Öfteren während dieser Zeit im Wirtschaftshof und habe die Hyänen im Lichthof gesehen. Das Tier verstarb definitiv nicht im alten Haus. Dann war das letzte Tier erst in den 90zigern im Lichthof. Da ich so oft auch während meiner Zeit in der Tierpflege dort war, kann ich mich natürlich nicht mehr an den genauen Zeitpunkt erinnern. (12.11.2007, 08:16) | ||
| Oliver Jahn: | Danke @Ralf Wagner, nun haben wir auch die Jahre. Sie bestätigen meine Erinnerungen.Zu hause werde ich mir mein letztes Foto noch mal anschauen, aber es muss von 1994 sein und es ist aus dem alten Raubtierhaus. (11.11.2007, 16:38) | ||
| Ralf Wagner: | 1993 verstarben zwei männliche Braune Hyänen & 1994 wurde dann die bis zu dem Zeitpunkt letzt Hyäne in Leipzig, eine 15jährige weibliche Braune Hyäne, getötet aufgrund einer Krebsgeschwulst. (11.11.2007, 10:22) | ||
| IP66: | Ich kenne den Bau ja nur im Endzustand, und da war er sehr verändert - vielleicht wäre hier ein Ort für ein Zoomuseum gewesen, wo Geschichte anhand eines Gebäudes hätte nachvollzogen werden können. Immerhin wurden hier mehr Löwen nachgezogen als in dem Großbau in Berlin oder den Löwenschluchten der Jahrhundertwende. Eine Nachnutzung des neuen Raubtierhauses für kleinere Arten wäre dem Gebäude sicher gerechter geworden als die heutige Situation. Eigentlich lerne ich erst jetzt, daß in der DDR der große Artenzoo eigentlich weniger Friedrichsfelde als Leipzig war. (11.11.2007, 10:17) | ||
| Oliver Jahn: | @Ralf Seidel, da bin ich mit dir einer Meinung, das alte Raubtierhaus hatte auch nicht mehr den Reiz eines historischen Hauses, war es doch sehr stark vereinfacht worden, bei wohl so einigen Umbauten. Anfänglich gab es noch an den Ecken Halbrundkäfige und sicher war das Haus auch in seinem Inneren nicht so schlicht. Schade fand ich, dass mit dem Haus eben auch (wenn auch über einige Jahre im Verlauf) eine Artenvielfalt "gestorben" ist, die eben Leipzig immer zu etwas Besonderem gemacht hatte. @Maik Schilde, irgend etwas passt da noch nicht. Ich bin nicht zu hause, kann daher nicht nachschlagen, aber in einem Jahr (welches das war, liefere ich noch nach)gab es noch drei Braune Hyänen, die beiden anderen Arten waren schon weg. Dann starben in einem Jahr zwei Tiere. Es blieb also ein Tier übrig. Dieses Tier habe ich dann als letztes Tier des alten Raubtierhauses über die weit über die Kette gelehnt im Inneren des Hauses fotografiert. Im nächsten Jahr, als ich nach Leipzig kam, war das Haus leer und ich kaufte das aktuelle Panthera-Heft und las dort nach, dass die letzte Braune Hyäne im hohen Alter eingeschläfert wurde und somit der Zoo jetzt hyänenlos sei. Der Jahresbericht war natürlich vom Vorjahr. Wann aber waren dann zwei HYänen im Lichthof? Und es können ja dann nicht die letzten gewesen sein? Denn die letzte lebte ja allein im alten Raubtierhaus. ??? (10.11.2007, 17:46) | ||
| Ralf Seidel: | Die Käfige auf der rechten Seite waren tatsächlich wesentlich kleiner als die gegenüberliegende Käfigreihe mit Anschluß an die Außenkäfige. Dabei waren diese "Räumlichkeiten" schon sehr beengt und mit der Unterbringung größerer Raubtiere im Neuen Raubtierhaus überhaupt nicht zu vergleichen. Ich durfte Ende der Neunziger mal einen Blick reinwerfen, bei allem Respekt vor der Wiege der Leipziger Löwenzucht - diese Haus fand ich in jeder Hinsicht schlimm. Das hier später die erfolgreichste Hyänenzucht der Welt etabliert war, mochte diese meine Meinung auch nicht umstimmen. Die noch in den 90er Jahren vom damaligen Direktor Müller angestrebte Nachnutzung des Hauses nach entsprechendem Umbau mit Kleinkatzenhaltung, hätte ich mir persönlich lieber für das schöne Neue Raubtierhaus gewünscht, da hätte man unter Einbeziehung der historischen Bausubstanz wirklich was Tolles auf die Beine stellen können. So sehr ich mich für historische Bauten interessiere, das Alte Haus fand ich immer nur schlimm, sein Abriss hat mich persönlich wirklich nicht berührt. Die jetzige Nachnutzung der Fläche ist freilich auch nicht gerade berauschend. (10.11.2007, 12:15) | ||
| Maik Schilde: | Das alte Raubtierhaus in Leipzig hatte nur bei der linken Käfigseite auch Außenkäfige. Die Käfige der rechte Seite waren weniger tief und für Großraubtiere zu klein. Ob zu Pinkerts Zeiten auch größere Arten darin gehalten wurden weiß ich natürlich nicht. In den 80zigern war das letzte Pärchen der Braunen Hyänen wie gesagt im Lichthof untergebracht. Wann das letzte Tier dann verstarb, weiß ich auch nicht mehr, könnte aber so 1991 herum gewesen sein. (09.11.2007, 13:05) | ||
| IP66: | Vielleicht sollten wir doch klären, was das alte leipziger Raubtierhaus eigentlich vorstellte. Ich habe es nur im ENdzustand kennengelernt, es handelte sich aber doch um das ursprüngliche leipziger Raubtierhaus der Pinkert-Zeit, nicht um ein Kleinraubtierhaus wie das Gebäude von Strack in Berlin. Erst mit der Errichtung des zweiten Hauses verwandelte sich dieses Gebäude also in eine Kleinraubtiersammlung. (09.11.2007, 11:14) | ||
| Oliver Jahn: | Ich habe thematisch das alte Leipziger Raubtierhaus mal in diesen Thread verfrachtet. Wie muss ich mir das vorstellen, dass die Innenkäfige an der rechten Seite kleiner waren? Es waren doch auf beiden Seiten gleich viel, m.E. jeweils 7. Hatten die auf der rechten Seite weniger Tiefe? Und wie lange war denn die letzte Hyäne im Lichthof? Ich habe sie im Jahr ihrer Einschläferung (im Jahr davor gab es noch drei Tiere) noch im alten Raubtierhaus fotografiert. Als ich im nächsten Jahr in Leipzig war, las ich, dass dieses Tier nicht mehr lebt und das Haus war koplett geschlossen. (08.11.2007, 20:14) | ||
| IP66: | Seltsam - ich könnte mir allerdings vorstellen, daß beim vorletzten Umbau, bei dem ja auch die rhythmisierten Außenkäfige einander angeglichen wurden, der Wunsch nach Platz so groß war, daß man die Lichträume über den Innenkäfigen in einen Pflegergang verwandelt hat. Da die alten Galeriebauten die Innenkäfige natürlich über Oberlichter beleuchteten, der Zuschauerraum aber meist höher war als diese, müßte es die Möglichkeit auch in Zürich gegeben haben. Der Vorteil bestand in größer aussehenden Käfigen bei Beibehaltung aller Mauerfluchten. Allerdings hätte man auf diesem Wege nur im Bodenbereich gewonnen, was im Kletterbereich verloren gehen sollte - eine Lösung, die man für Löwen vielleicht brauchen kann, nicht aber für Leoparden oder Jaguare. Leider war ich in der kurzen Zeit des Vorhandenseins dieses Bauzustandes nicht im zürcher Zoo, ann also aus eigener Anschauung nichts berichten. Ich weiß aber auch nicht genau, wie man es mit den Pflegegängen in den Galeriebauten hielt - bei den meisten reichte wohl ein schlichter Raum zwischen dem Besuchergitter und den Käfigen, von denen man auch die Schieber bedienen konnte, weshalb der Ausbau in Zürich, der aber auch einen der späteren Galeriebauten markiert, relativ neu und vielleicht auch einzigartig sein dürfte. (13.06.2007, 17:17) | ||
| Sven P. Peter: | @IP66: Ich spreche von dem Zustand, den ich 1998 dort sah. Zumindest bei den Löwen gab es diesen Plegergang so. (12.06.2007, 14:19) | ||
| IP66: | Habe mich jetzt in dr zürcher Zoogeschichte kundig gemacht und festgestellt, daß die Sache komplexer ist als vermutet. Ich habe meine Erkenntnisse nach Othmas Röthlin/Kurt Müller: Zoo Zürch. Chronik eines Tiergartens. Zürich 2000 durchpaginiert: Geplant war im Rahmen der durch neue Sachlichkeit und Bauhaus geprägten Aufbauphase des Zoos der auf S. 54 abgebildete Bau, ein Kubus, der zwischen zwei Freianlagen angeordnet ist, durch ein Fensterband beleuchtet werden sollte und auch noch über zwei Viertelkreisförmige (sic!!!) Außenkäfige verfügte. Bezeichnend ist, daß die Freianlagen sich jeder Naturform verweigern. Wo hier der Pflegergang und die Käfige lagen bzw. liegen sollten, kann ich so schnell leider nicht ermitteln. Auf S. 70 finden wir dann den gebauten Zustaund: Nur die linke Anlage ist als Freianlage realisiert worden, die rechte dagegen als recht geräumiger Käfig. Ebenso verändert wurde das Fensterband, das an der Vorderfront durch größere Öffnungen ersetzt wurde. Die vorgelagerten Käfig sind jetzt Kuben, die die auch der Windfang für den Besuchereingang integriert wurde - die Bauhaus-Orientierung ist nur noch durch die Betonrahmungen erkennbar. Der Zustand findet sich auch auf dem Plan S. 75. 1933 entsteht dann der Erweiterungsbau, eine rhyhthmisierte Käfigfolge, die den schon bestehenden Großkäfig integriert, den eigentlichen Bau verdeckt. Dieser ist eine klassische Käfiggalerie, variiert nur daduch, daß der Besucherraum nach hinten halbrund ausgeweitet wurde (abgebildet S. 87). Auf S. 90 findet sich ein Querschnitt der Galerie, wo der Pflegergang hinter, nicht über den Käfigen angeordnet ist, was gegen die Vermutung von Sven. P. Peter spricht. Auf S. 101 kann man die Gesamtorganisation des Bauwerks erkennen, mit zwei Besuchereingängen, den das Haus flankierenden Großkäfigen wie auch die Tatsache, daß der rechte der Großkäfige die einstmals geplante Freianlage des Ursprungsbaus vorstellt. 1940 ist die einzige Freianlage mit Eisbären besetzt. Auf S. 220 ist ein renovierter ZUstand nur schlecht erkennbar, anscheinend ist die rhythmisierte Käfigreihe verschwunden, der Altbau aber, wie die Vogelschau S. 252 zeigt, in seiner Grundstruktur noch vorhanden. Dessen erhaltene Außenmauern sind jetzt in die Löwenanlage integriert und mit exotisierendem Dekor versehen worden. (12.06.2007, 12:23) | ||
| IP66: | Dresden wäre wohl als Galeriebau zu bewerten, wobei man da zwischen einseitig mit Käfigen bestückten Anlagen oder solchen, die auf beiden Seiten Käfige anordnen, unterscheiden kann (der Bau im alten münsteraner Zoo gehört wohl in seiner letzten Ausbauphase auch in diese Kategorie). Die Struktur in Zürich kenne ich leider im alten Zustand nicht gut genug, um sie zu bewerten. Generell verlief bei den alten Bauten der Pflegergang doch vor den Käfigen? Wie sieht es eigentlich bei Kleinbauten mit nur ein oder zwei Käfigen aus. Ich kenne nur wenige dieser Anlagen, es könnten sich aber in Kleinzoos noch manche recht alte Bauten dieses Typs finden. (12.06.2007, 11:44) | ||
| Sven P. Peter: | In Zürich lief der Pflegergang im Raubtierhaus quasi über die Innengehe. Auch das gab es davor und danach so weit ich mich entsinne nirgends sonst. (11.06.2007, 20:35) | ||
| th.oma.s: | möchte da an das alte dresdner raubtier-haus mit dem laufgang über den seelöwenfelsen hinweisen. (11.06.2007, 20:10) | ||
| IP66: | Ich hae im Thread zum kleinen Raubtierhaus in Berlin kühn behauptet, daß das dortige Gebäude für große Raubtiere nicht sonderlich innovativ gewesen ist. In Hinblick auf die Typenbildung der anderen Großbauten der Bodinus-Zeit in Berlin mag das stimmen. Mir ist aber deutlich geworden, daß mein Überblick über die entsprechenden Anlagen mehr als lückenhaft ist. Ich habe versucht, zu typisieren: Zentralbautyp: erstes Raubtierhaus in Berlin, der Altbau und der Nachkriegsbau in München (mit Freianlagen), in umgeprägter Weise Brehm-Haus in Friedrichsfelde. Galerietyp: erster Bau in London, Antwerpen, Köln, Frankfurt, zweiter Bau in Berlin, Halle, in der Zwischenkriegszeit Zürich, nach 1945 Stuttgart, Karlsruhe, Wuppertal, altes Haus in Hannover, Dortmund (mit Glasabgrenzung der Käfige zum Besucher), im Grunde auch der jüngste Bau in Berlin, auch wenn die Galerien dort um eine Eingangshalle gelegt wurden. Freianlagen des Bühnentyps: Stellingen, Wuppertal, in Umformung München. Dann die Umprägung in Berlin. Schließlich Freianlagen ohne Felskulissen: Köln, Dortmund, Stuttgart, Duisburg, Münster, Basel. Schließlich Freianlagen mit felsverkleideten Stallungen: Hannover, Gelsenkirchen, jüngst Wuppertal. Einiges ist schwer einzuordnen - die münsteraner Bauten bieten einerseits eine gezielt aufgebrochene Galerie mit Freianlage wie auch das neue Haus in Duisburg), andererseits eine Freianlage mit Nebenkäfigen. Schönbrunn bietet aufgrund des historischen Grundrisses zwei Raubtierhäuser des verkürzten Galerietyps, in Salzburg wurden einfach Gehege vor einer Felswand eingezäunt. Relativ einzigartig scheint mir auch der kölner Katzentunnel zu sein, wo naturorientierte Freianlagen nur durch Glasscheiben in einer Grotte einsehbar sind. Allerdings könnte man den hannoveraner Leopardenkäfig vergleichen, der allerdings keinen eigenständigen Raubtierbau vorstellt. Ähnlich schwer zu beurteilen ist auch daß an sich gut organisierte Löwenhaus in Krefeld, daß im Prinzip die schon im 19. Jhd. geläufige Form Innen- und Außenkäfig nebst Besucherraum verfolgt, sie aber durch Kleinraubtierkäfige bereichert. (11.06.2007, 19:53) |
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