Forum

-> alle Kategorien des Forums (hier geht es auch zur Stichwortsuche)


Beitrag hinzufügen
Name: (= Nachname) Passwort: (= Kundennummer)
Sie haben noch keine Login-Daten? Hier können Sie sich anmelden!
Beitrag:
Bei längeren Beiträgen empfehlen wir, den Text in einem Textprogramm zu verfassen und aus der Zwischenablage einzukopieren.
Link zu anderen Medien:
Bitte anklicken, wenn Ihr Beitrag in erster Linie einen Link zu anderen Medien (Zeitungsmeldung etc.) darstellt.
Foto:
(gif/jpg/png / Dateigröße max. 2MB)

Systematik der Mangaben



Henry Merker:   Bei der Art Cercocebus torquatus handelt es sich nach dem momentanen Stand der Dinge um eine monotypische Art. Die Form atys wurde nĂ€mlich in den Rang einer eigenen Art erhoben. WĂ€hrend ich erstere im Tierpark Berlin erstmalig sah, konnte ich letztere zum ersten Mal im Zoo Rom sehen. Sie leben dort im alten Affenhaus und sind durch eine gute (Zucht?)gruppe vertreten. Im ĂŒbrigen wurde im Jahr 1986 noch eine weitere Art wissenschaftlich beschrieben (Cercocebus sanjei). mit der 2005 beschriebenen Form werden heute sieben Mangabenarten der Gattung Cercocebus unterschieden.

Die Gattung Lophocebus wird neuerdings nÀher zu den Pavianen gestellt, folgt man einigen Autoren wie etwa Goodman. Nach dem jetzigen Standpunkt werden drei Arten dieser Gattung zugeschrieben.

In diesem Zusammenhang sei erwÀhnt, dass auch der Dschelada (Theropithecus gelada) in die NÀhe der Mangaben gestellt wird (Vgl. "Vergleichende Primatologie"; aber aus Erinnerung heraus).


Von manchen Autoren wird die Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigroviridis) in die NĂ€he der Mangaben gestellt, wenn nicht gar als solche angesehen (alle Angaben außer Dschelada vgl "Mammal Species of the world" von Wilson & Reeder).

Je nach Standpunkt kann also die Anzahl der Mangabenarten zwischen sieben und 12 Arten schwanken.

Das Bild zeigt die Rotscheitelmangabe (Cercocebus torquatus).
(02.08.2009, 01:38)
Ollo:   Bis vor wenigen Monaten hĂ€tte ich noch gesagt, daß das Internet als Informationsquelle nicht an FachbĂŒcher herankommt. Nun aber recherchiere ich gerade zu einigen anderen Themen, und ich muß feststellen, daß mir Wikipedia immer die perfekte Lösung anbietet. Manchmal wird zwar behauptet, weil da jeder etwas hineinschreiben könnte, wĂ€re es eine unseriöse Quelle. Aber es scheint genau umgekehrt zu sein, gerade dadurch werden Fehler ausgemerzt. Und bei solchen Fragen wie Deiner bietet sich sogar noch die jeweils zugehörige Diskussionsseite an, da bekommt man prompt Kommentare. Ich frage mich, was das fĂŒr Leute sind, die sich so selbstlos um die Seiten kĂŒmmern.
(25.05.2007, 11:30)
Michael Mettler:   Du vermutest richtig, da wurden Unterarten zu Arten "befördert". Eigentlich mĂŒsste man sagen "wieder", denn vor Erfindung des Begriffes Unterart waren sie es teilweise schon. Die EigenstĂ€ndigkeiten vieler Tierarten fiel ca. ab den 60er Jahren einer umfassenden Zusammenfassungsmode in der Systematik zum Opfer, wĂ€hrend die heutige Systematikergeneration - u.a. auf Basis genetischer Untersuchungen - wieder mehr zur Artentrennung neigt. Auch der Gattungsname Lophocebus ist erst (wieder?) in neuerer Zeit allgemein gebrĂ€uchlich, vorher wurden alle Mangaben unter Cercocebus zusammengefasst.

Mit dem "Vertrauen" in Systematiken ist das so eine Sache... NĂ€mlich Ansichtssache. Nur weil irgendein Gremium sagt "ab heute verwenden wir den Gattungsnamen Lophocebus", ist die Systematik ja nicht auf alle Zeiten in Stein gemeißelt - wer weiß, was die nĂ€chste Generation herausfindet und dann wieder zur "Wahrheit" erklĂ€rt.... Die moderne, auf Genetik fixierte Systematik richtet sich bei der Einteilung u.a. danach, wie lange gewisse EvolutionsvorgĂ€nge bzw. gemeinsame Vorfahren zurĂŒck liegen. Und danach hĂ€tte es z.B. gar nicht zu den Kreuzungsprodukten aus Hirscheber und Hausschwein in Kopenhagen kommen dĂŒrfen :-)
(25.05.2007, 09:25)
sleipnir:   Upps...was wichtiges vergessen:
Nicht unterschlagen möchte ich natĂŒrlich die erst 2005 entdeckte Hochlandmangabe, allerdings spielt sie hinsichtlich meiner Frage ja eher eine untergeordnete Rolle, da sie zum Zeitpunkt des Erscheinens der von mir genannten Literatur noch gar nicht entdeckt war, die anderen Arten/Unterarten hingegen schon!
(25.05.2007, 00:13)
sleipnir:   Hallo!
Da es hier noch keinen eigenen Thread ĂŒber Mangaben gibt, habe ich mir mal erlaubt einen zu schaffen! *g*
Meine Frage bezieht sich hauptsÀchlich auf die Systematik dieser Tiere.
Mein Standardwerk hinsichtlich SĂ€ugetiersystematik ist die "EnzyklopĂ€die der SĂ€ugetiere" von Macdonald, das sich eng an Wilson und Reeder hĂ€lt. Dort sind ganze vier Arten in zwei Gattungen aufgefĂŒhrt:
Haubenmangabe (Cercocebus galeritus), Halsbandmangabe (Cercocebus torquatus), Mantelmangabe (Lophocebus albigena) und Schopfmangabe (Lophocebus aterrimus).
Ähnlich verhĂ€lt es sich in "Grzimeks EnzyklopĂ€die der SĂ€ugetiere", die genau die gleichen vier Arten auffĂŒhrt!
Recherchiert man nun aber im Internet, hier speziell bei wikipedia.de und tierdoku.com so erhĂ€lt man die Auskunft, dass es bei gleich bleibender Gattungszahl allerdings 9 Arten gibt, wobei bei tierdoku.com noch der spezielle Fall eintritt, dass Cercocebus agilis in beiden Gattungen aufgefĂŒhrt ist?!
Was bedeutet das nun - sind im zweiteren Fall ehemalige Unterarten zu Arten erhoben worden?
Sollte man eher den Internetquellen vertrauen, da flexibler und jĂŒngeren Datums? Oder doch eher den altbekannten Quellen?
Welche Informationen habt ihr?
(24.05.2007, 23:54)

alle Beiträge