Forum

-> alle Kategorien des Forums (hier geht es auch zur Stichwortsuche)


Beitrag hinzufügen
Name: (= Nachname) Passwort: (= Kundennummer)
Sie haben noch keine Login-Daten? Hier können Sie sich anmelden!
Beitrag:
Bei längeren Beiträgen empfehlen wir, den Text in einem Textprogramm zu verfassen und aus der Zwischenablage einzukopieren.
Link zu anderen Medien:
Bitte anklicken, wenn Ihr Beitrag in erster Linie einen Link zu anderen Medien (Zeitungsmeldung etc.) darstellt.
Foto:
(gif/jpg/png / Dateigröße max. 2MB)

Das Hallenser Affenhaus



Oliver Jahn:   Martertiere im halleschen Affenhaus konnte ich nicht finden, allerdings hatte das Haus sehr früh in zwei Käfigen schon die interessantesten Gemeinschftshaltungen. Was für mich auch noch ein gravierender Unterschied zwischen dem halleschen Haus und dem Wuppertaler ist, in Halle hatte das Haus nur auf einer Seite Außenkäfige. Das ist für Halle nicht untypisch, denn das finden wir ja auch schon beim Raubtierhaus. Durch den geringen Platz an größeren, ebenen Flächen, wurde eben bis an den Rand gebaut, so dass Affen- genau wie Raubtierhaus auf einer Seite durch die Zoomauern begrenzt waren.
(11.01.2007, 21:14)
IP66:   Die Parallelen zwischen den Vogelhäusern von Basel und Köln sind mir bei meinem Besuch in Basel zwischen den Jahren - beiläufig auch ein Zoo mit recht viel historischer Atmosphäre - schlagend deutlich geworden. Köln ist allerdings einer jener dogmatischen Stilbauten, die möglichst historisch korrekt halbwegs exotische Architektur abbilden, Basel verfolgt dagegen einen etwas plumpen Neuklassizismus. Der Unterschied betrifft selbst so unhistorische Elemente wie das Glasdach, daß in Köln in Giebeln ausläuft, in Basel dagegen ein wuchtiges angeschweizertes Walmdach vorstellt. Die von Herrn Mettler dankenswerterweise erwähnte Menschenaffenhaltung ließ mich auf den Gedanken verfallen, ob nicht die Affenhäuser der Zwischenkriegszeit wie Halle oder Wuppertal letztlich aus dem Gedanken der Adaption dieses Vogelhaustyps für Affenhäuser entstanden ist. Die klassischen Bauten sind auch in der Spätzeit um einen Gesellschaftskäfig angeordnet wie Schönbrunn oder das Affenpalmenhaus in Berlin, Wuppertal und Halle sind sind, wenn ich es recht verstehe, so organisiert, daß es keinen Gesellschaftskäfig mehr geben kann, weil sie auf die Menschenaffenkäfige fluchten. Allerdings ist die Längsstreckung der Vogelhäuser in Köln und Basel ausgeprägter. Die zweite Frage ist die, wann Vogelhäuser des diskutierten Typus zum ersten Mal auftauchen oder ob sie erst Folge der Kombination des Vogelhauses mit den Menschenaffenkäfigen sind. Hier würde ich aber einen neuen Dikussions-Thread öffnen wollen.
Die Verbindung von Wuppertal und Halle zu einem Typus ist allerdings nicht so glatt möglich, wie das die heutigen Bauten suggerieren: Wuppertal hatte nämlich zumindest auf zwei Seiten des Bauwerks Innenfreianlagen. Affen in einem Haus wuppertaler Größe hinter Gräben zu halten erwies sich natürlich als unmöglich, mithin wurde der Zustand bald geändert, aber der planende Architekt, der vom Entwurf her sehr konventionell dachte und dann expressionistisch dekorierte, hat ja ein Haus mit Freianlagen geplant, daß dann schon fast eher in die Ahnenreihe des Menschenaffenhauses in Krefeld gehört.
Die Außenanlagen an der Südseite des Hauses sind zumindest zum Teich hin fertig - eine ziemlich mutige Käfigkonstruktion nach dem Muster der neuen hellabrunner Orang-Utan Käfige, mit ein ein paar ziemlich albernen Kunstfelsen garniert, allerdings landschaftlich gut eingebunden. Auf der gegenüberliegenden Hausseite ist aber die Käfigdisposition der Zwischenkriegszeit noch gut ablesbar, und auf die Substanz hat man auch bei den Neubauten, wie in Wuppertal die Regel, sehr viel Rücksicht genommen.
(11.01.2007, 19:07)
Ralf Seidel:   @Michael Mettler, da ergeben sich ja völlig neue Betrachtungsweisen. Außer den beiden von mir genannten Formen gibt es ja noch die "Halloren". Das sind dann praktisch die Aborigines unter den hier Geborenenen. Und die Hallorenzunft: merkwürdige Männlein, die in albernen alten Kostümen mit riesigen Silberknöpfen und dreieckigen Hüten bei sich jeder bietenden Gelegenheit durch die Stadt ziehen...
Natürlich auch die Hallorenkugeln aus Deutschlands ältester Schokoladenfabrik, ja davon hat man schon gehört. Aber die Einordnung der
"Hallodri´s" ???? Durchaus interessante These, die es lohnt weiter verfolgt zu werden...
(11.01.2007, 18:06)
Michael Mettler:   @Ralf Seidel: Ja, wurde denn das besagte Haus gar nicht in Halle "geboren"? Und was bitte ist dann ein "Hallodri" - jemand, der so TUT, als sei er in Halle geboren...? :-)
(11.01.2007, 17:29)
Ralf Seidel:   @Michael Mettler, dein Hinweis betreffs des Kölner Südamerikahauses ist mir bekannt, ich meine eben wirklich die jetzige Nutzung und Struktur die Parallelen zum alten halleschen Affenhaus (bitte nicht "Hallenser" schreiben, Hallenser heißen die hier Geborenenen; als Zugezogener bin ich z.B. ein "Hallunke")aufzeigt.
Und dein Hinweis auf die genannten Häuser in Leipzig trifft voll zu. Das Terrarium von 1913, das Dickhäuterhaus
aus den 30er Jahren - ich denke auch heute noch faszinierende Bauten mit einer einzigartigen Atmosphäre. Auch wenn ich den Leipziger Umbau für die Elefanten für sehr gelungen halte - die Erinnerung an das "alte Haus" mit seiner grandiosen Flußpferdinnenanlage
bleibt. Es war eben der damalige Zeitgeist, der für uns Zoofreunde heute
diese Faszination ausübt.
(11.01.2007, 17:21)
Michael Mettler:   @Ralf Seidel: Wobei das Kölner Südamerikahaus ursprünglich ein Vogelhaus war und erst nach und nach zur Primatenhaltung umgerüstet wurde. So gesehen müsste dann auch das Baseler Vogelhaus im gleichen Atemzug erwähnt werden, ebenfalls mit einer zentralen Tropenpflanzeninsel ausgestattet und mit Käfigen/Volieren an der Außenseite des Besucherweges. Meines Wissens wurde dort auch bis zum Bau des Affenhauses die Menschenaffen gehalten, womit die Parallele zu Köln noch augenfälliger wäre.

Löst man sich für einen solchen Haustyp vom Thema Affen, müssten doch eigentlich auch das Leipziger Terrarium und - in größerem Maßstab - das Dickhäuterhaus (vor dem Umbau) in eine ähnliche Strukturkategorie fallen?
(11.01.2007, 16:36)
Karsten Vick:   Ich überlege gerade, ob zu meinen frühkindlichen Erinnerungen ein Martertier gehört. Bis 1974 hatte nämlich der Rostocker Zoo ein Kurzschwanzstachelschwein aus Vietnam, das mangels besserer Unterbringungsmöglichkeit im Affenhaus lebte, jedenfalls im Sommer. Das wäre dann mein allererstes Stachelschwein, aber ich hab keine Erinnerung an das Tier.
(11.01.2007, 15:53)
Ralf Seidel:   @IP66, @Oliver, stimmt - der Innenraum des halleschen Hauses entsprach in seiner Struktur dem Wuppertaler Haus. Auch das jetzige Südamerikahaus in Köln dürfte in seiner Anordnung in etwa vergleichbar sein, natürlich ohne die
Verbindungen zwischen den gegenüberliegenden Anlagen. Hat denn in Wuppertal der neuerliche Umbau des Affenhauses oder von Teilen davon schon begonnen? Dr. Schürer erzählte vor 2 Jahren bei einem Zoorundgang davon. Insbesondere die Außenanlagen sollten verändert werden - nach halleschem Vorbild !
"Martertiere" - jetzt mußte ich gleich noch mal lesen, beim ersten Überfliegen las ich "Mardertiere"...
Ich persönlich kann dazu keine Auskünfte geben, wie gesagt, an die meisten Arten im Alten Haus kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern.
Wickelbären, Faultiere und ähnliche
"Sonderlinge" kenne ich nur aus dem
Raubtierhaus und das in separater Haltung. Die waren auf der jetzigen Terrarienseite untergebracht, ohne Außenkäfige.
(11.01.2007, 13:47)
Albert Roolfs:   @Wolf Drei; im Allwetterzoo hat ein 7-jähriger Mandrillmann jetzt ebenfalls einen nach vorn stehenden linken unteren Eckzahn. Nach einer Beißerei mit dem 11-jährigen Paraku, dieser verlor wenige Tage vorher am 30.12 durch den 7-jährigen bereits seinen linken Zeigefinger. Folglich kann der 7-jährige mit dem schrägen Eckzahn alt werden?
(11.01.2007, 12:59)
Oliver Jahn:   @Ralf, es kommt noch schlimmer!!! Jetzt wollte ich dich, nach Wolf Drei auch noch beneiden, und was muss ich da erfahren??? Ich muss das Haus kennen, kann mich aber überhaupt mit keinem Stück daran erinnern! :-(
Meine Eltern haben schon sehr früh ihrem Jungen die Zoowünsche erfüllt! Ich wohnte 21 Jahre mal gerade 15 Minuten zu Fuß weg vom Zoo Magdeburg. Da gabs natürlich immer eine Jahreskarte. Aber auch (natürlich) mit dem Zug wurden die Zoos in der Nähe besucht. Ich bin 1967 geboren und meine Eltern sagen nun klipp und klar, ich ging noch nicht zur Schule, als wir gemeinsam im Zoo Halle waren. Das heißt, es gab das Haus also noch, als ich das erste mal im Hallenser Zoo war. Kaum zu glauben, aber es wird wohl stimmen. Leider hatte Vati nur eine Beirette. Da wurde eben nur jedes dritte Foto etwas. Und von Halle gibt es eben keine. Oh wie schade!!!! Leider gibt es auch selbst in der wirklich guten Chronik von diesem Haus nur sehr wenige Fotos. Aber allein von den Bildern her finde ich schon, dass IP66 recht hat. Das Wuppertaler Haus hat große Ähnlichkeit. Ich habe mir die Bilder gerade in der Wuppertaler Chronik angesehen, kenne dieses Haus aber selber auch recht gut und so kann ich ja mit ein wenig Fantasie mir vorstellen, wie das so 1972 in Halle gewesen sein muss!! :-)
(10.01.2007, 22:34)
IP66:   Die Beschreibungen erinnern an den Zustand des wuppertaler Affenhauses vor der letzten Renovierung, daß ja auch um diese Zeit entstanden war. Hier hatte man allerdings zu Anfang mit offenen Anlagen im Innenraum experimentiert, aus denen die Affen natürlich herauskletterten. Gab es in Halle eigentlich auch noch "Martertiere". Ich habe viel davon gelesen, daß man Gürtel- udn Faultiere, Dachse oder Wickelbären mit den Affen zusammenhielt, damit diese sie für die Besucher hervorscheuchten, mithin sichtbar machten. Ich kann mich aber an solche Gemeinschaftshaltungen nicht mehr erinnern.
(10.01.2007, 18:43)
Ralf Seidel:   Fast in jedem Jahr führten Anfang der Siebziger unsere Schulwandertage nach Halle in den Zoo. Das war noch in der Unterstufe, meine Mitschüler wurden von Jahr zu Jahr mißmutiger - meine Begeisterung wuchs um so mehr! Von Bernburg aus waren es ja nur 40 km mit dem Zug. Mein Berufsentschluß war bereits getroffen - klar, ich wollte
Zoodirektor werden. Und im Bergzoo gabs ja soviel zu sehen. Meine berufliche Entwicklung ist in anderen Bahnen verlaufen, meine Begeisterung für den Zoo und gerade auch das alte Affenhaus ist geblieben. Ja, das war Rallemanns Welt, allein in diesem Haus hätte ich Stunden zubringen können. Es gab einen kleinen Vorraum, in der rechten Wand eingelassen waren 2 oder 3 "Terrarien", besetzt mit kleineren Säugern. An
Gürteltiere (ne kleine Art)und Weißbüscheläffchen kann ich mich noch dunkel erinnern. Und dann ging es in die Halle: In der Mitte tropische Bepflanzung, rechts die Käfige mit den Primaten, links waren Aras, Amazonen, Kakadus und andere ewig kreischende Krummschnäbel untergebracht. An einzelne Arten kann ich mich nicht mehr erinnern, wohl aber an die Mandrills. Wie bei denen die Zahnstellung war, weiß ich freilich nicht mehr...
Auf der dem Eingang entgegengesetzten Seite (heute Schimpansenbereich) war ein großer Käfig mit Klammeraffen, später waren da wohl die Mandrills untergebracht - oder umgedreht.
Es war eine unnachahmliche Atmosphäre in diesem Haus, schon allein durch das Papageiengeschrei. Auch wenn die Haltungsbedingungen heutigen Anforderungen weit nicht mehr standhalten könnten, es war ein herrliches Tierhaus aus meiner Erinnerung heraus. Mitte der Siebziger Jahre wurde das Haus geschlossen, verursacht durch Geld-und Materialmangel. Das umgebaute Menschenaffen-Flußpferdhaus konnte diesen Charme nie wieder herüber bringen. Es wirkte mit seinen kleinen, verglasten Käfigen ohne Außengehege immer steril - auch wenn es dem damaligen Zeitgeist entsprach mit gekachelten Wänden und Holz-Metallklettergerüsten. Die hydraulische Dachlüftung sollte die Außenanlagen ersetzen....
Um so mehr freue ich mich über die gelungene Reaktivierung des alten Affenhauses zum jetzigen Schimpansenhaus - auch wenn es heute eben ganz anders, dafür aber artgerechter aussieht.
@Oliver, tja Oliver, du hast den alten Halle-Zooführer, ich eben die hoffe so halbwegs richtige Erinnerung an ein wunderschönes Tierhaus aus meinen Kindertagen.
(10.01.2007, 13:48)
Oliver Jahn:   @Wolf Drei, ich bin fasziniert. Ich habe selber das Haus nie erlebt. Ich bin zwar 1967 gebohren, habe den Zoo Halle aber erst später kennengelernt. Darf ich Ihnen sagen, wie sehr ich Sie beneide, auch wenn das 50er Objektiv nicht gereicht hat. Den Mandrillmann mit dem nach außen stehenden Zahn kenne ich aber auch noch, wenn auch nur vom Foto. Ich habe auch lediglich bei meinem Beitrag vom 02.01. das Fragezeichen vergessen.
(04.01.2007, 22:43)
Wolf Drei:   @Oliver Jahn: Mitnichten Herr Jahn, ich meine die alte Affenanlage, nur mein Datum stimmte nicht: meine Mandrillaufnahmen sind von 1970: 1 Paar mit Jungtier. Der Mann war ja durch den rechten unteren Eckzahn „gekennzeichnet“, der nach außen stand. Die Brillenlanguraufnahmen waren von 1972. Die „Außenanlage“ war so schmal, daß selbst mit einem 50mm-Objektiv nur Teilaufnahmen gemacht werden konnten. Ansonsten erinnere ich mich bezüglich der Innenanlagen noch an einen Mongozmaki-damals ja noch relativ häufig zu sehen. Im Jahresbericht 1975/76 wird dann mitgeteilt, daß im Rahmen des 75. Geburtstages 1975 der untere Bereich des „Menschenaffen-Affen- Flußpferdhauses“ renoviert wurde, anschließend wurde die obere Etage zur „Unterkunft für Tieraffen“ umgebaut, die dann am 19.2.75 eröffnet wurde-u.a. mit Umzug der Mandrills. Die Brillenlanguren haben das nicht mehr erlebt. Das alte Affenhaus wurde dann zum „Zentralen Wirtschaftsgebäude“ umfunktioniert.
(04.01.2007, 09:15)
Oliver Jahn:   Das war aber im ehemaligen Antropoidenhaus und späteren Flusspferd-und Affenhaus.
(02.01.2007, 21:00)
Wolf Drei:   Im "Nachkriegsaffenhaus" , so um 1969, habe ich meine ersten Brillenlanguren gesehen, dann natürlich die Mandrills.
(02.01.2007, 12:25)
Oliver Jahn:   In dem waren zum Ende hin die Waschbären. Es war aber keine Kugel, sondern ein Sechseck, in etwa zwischen Außenanlage der Elefanten und Aufgang zur Saubucht. Direkt danach kamen die Volieren und dann ging es leicht nach unten auf das alte Affenhaus zu.
(01.01.2007, 22:00)
Michael Mettler:   @Oliver: Ja, das ist gut möglich. Das Affen-Flusspferd-Haus habe ich auch nicht mehr in Erinnerung, denn sowohl der Zugang zum Haus als auch der Weg zum Flusspferd-Außengehege waren gesperrt, und somit habe ich den Bau weitestgehend ignoriert.... Dafür habe ich einen kugelförmigen (!) Käfig für Jungbären kurz hinter dem Eingang noch recht gut in Erinnerung - aber damit weiche ich jetzt vom Thema Affenhaus ab.
(01.01.2007, 21:55)
Oliver Jahn:   Waren das evtl. die alten Vogelvolieren am Aquarium? An denen ging man ja vorbei, bevor man am alten Affenhaus und den Karakalen vorbei zum Außengehege der Flusspferde kam. Diese Volieren wurden abgerissen, bei der Erweiterung der alten Elefantenanlage und sie wurden unten bei den Bären als Abschluss des Cafe-Gartens und der Kollonaden wieder aufgebaut.
Unser Besuch in Halle wird sicher spannend werden, denn diese Ecken habe sich ja heftig verändert, aber ich kenne sie noch recht gut aus der Zeit davor. Allerdings wusste ich auch lange nicht, dass der alte Wirtschaftsschuppen mal das alte Affenhaus war.
(01.01.2007, 21:27)
Michael Mettler:   @Oliver: Komisch, irgendwie habe ich für diese Ecke auch Papageien im Hinterstübchen, an deren Futternäpfen ich ganze Herden von Hausmäusen gesehen habe - was mir als Nagerliebhaber deutlicher in Erinnerung blieb als die zugehörige Voliere....
(01.01.2007, 21:14)
Oliver Jahn:   Den "Namen" Raritätenkabinett" erhielt das Haus nie, zumindestens ist mir keine solche Veröffentlichung bekannt. Bei den Ferkelratten handelete es sich um Kuba-Ferkelratten und Haiti-Ferkelratten. @Michael, der Krakal-Käfig war kein Original-Außenkäfig, sondern er wurde erst nach der Umnutzung des Hauses zum Wirtschaftsgebäuder dort angebaut. Er befand sich nämlich genau dort, wo im Original die Eingangtür war. Meines Wissen wurde die Karakal dort bis zum Umbau des Hauses gehalten. Ich habe sie auf jeden Fall im Sommer vor Umbau dort noch gesehen.
(01.01.2007, 20:27)
Langhals:   Wurde das Affenahus eigentlich auch als " Raritätenkabinett " in Zooführern oder Jahresberichten genannt ? Die erwähnten, als ausgestorben gehaltenen Ferkelratten, waren das Jamaika-Ferkelratten, die auch im Grizmekhaus lebten ?
(31.12.2006, 07:26)
Michael Mettler:   Hatte das besagte Haus zuletzt noch einen benutzten Außenkäfig? Ich war 1989 erstmals in Halle und habe für diese Ecke (?) einen Karakal und später Papageien in Erinnerung. Oder leide ich da schon genauso an Alzheimer wie beim Duisburger Raritätenkabinett ? :-)
(30.12.2006, 18:47)
Oliver Jahn:   Das Haus wurde bis 1975 für die Tierhaltung genutzt und dann wegen schlechter Bausubstanz geschlossen und als Wirtschaftsgebäude nach Entkernung weitergenutzt. Auf seinen alten Fundamenten und in den vorgegebene Maßen der Außenhülle wurde dann das neue Schimpansenhaus 1998 gebaut.
(29.12.2006, 20:38)
Langhals:   Was ist denn aus diesem Haus geworden ?
(28.12.2006, 23:38)
Oliver Jahn:   Ja, das stimmt in den Fällen der Ameisenbären, der Ducker und des Tapirs. Schweine fand man in diesem Haus hingegen nicht, was aber auch nicht wundert, denn Halle verfügte ja über eine, den damaligen Verhältnissen entsprechend große Saubucht, so dass für diese Tiergruppe Platz war. Später wurde die Saubucht dann auch für die Tapire genutzt. Im Affenhaus hingegen wurden auch Menschenaffen gehalten. Neben den Schimpansen waren vor allem die Orangs damals eine absolute Sensation.
(28.12.2006, 22:46)
Langhals:   @Oliver Jahn. Damit revidiere ich natürlich meine Aussage, ich habe nur ein paar Nachkriegszooführer zu Rate ziehen können, da ich keine alten Sachen von Halle habe. Wenn ich aber lese, das Schwarzrückenducker bereits 1931 und Kronenducker 1861 das erste Mal züchteten, zweifele ich die Hannoveraner " Welterstzucht " des Rotflankenduckers in den 60 iger Jahren an. Wie dem auch sei, so wurden also auch im Hallenser " Raritätenkabinett " ein paar Arten gehalten, die auch im Frankfurter Rundbau zu sehen waren.
(28.12.2006, 22:27)
Oliver Jahn:   Also die Aussage von Herrn Langhals im Thread "Frankfurter Rundbau" bzgl. des Hallenser Affenhauses möchte ich so nicht stehen lassen. Zum einen stimmt es nicht, dass es nach dem Krieg umgewandelt wurde, schon zur Eröffnung schreibt Dr. Hauchecorne es soll kein Affenhaus im landläufigen Sinne sein, sondern ein besonders heller, sonniger und gut zu heizender und zu lüftender Raum, der zur Unterbringung der verschiedenartigsten Säugetiere, Vögel und auch großer Kriechtiere gedacht sein soll. "Darum sollen hier alle interessanten Tierarten Platz finden, die irgendwie als merkwürdige Anpassungsformen, markante Entwicklungsstufen oder sonst besonders auffällige Erscheinungen bemerkenswert sind. Bereits zu seiner Eröffnung 1928 gab es in diesem Haus einige Raritäten, neben etlichen, heute kaum noch zu sehenden Affenarten, wie unter anderem auch Blaumaul-, Diadem- und Dianameerkatzen gab es auch schon Galagos, Greifstachler, einen kleinen Ameisenbären und einen jungen Tapir.
Ein Jahr später gab es in diesem Haus dann Viscachas, Pakas, Baumstachler und Schwarzrückenducker, welche dort sogar 1931 züchteten.
Im Zooführer von 1935 bezeichnet Schmidt-Hoensdorf das Haus als Affen- und Kleintierhaus.
Etwas später dann kamen Wasserschweine hinzu, Flugbeutler und die damals nahezu unerreichte Sammlung an Baumratten. Von der Hutia Conga über die schwarzschwänzige Baumratte bis hin zur Ferkelratte, die man zu diesem Zeitpunkt schon für ausgestorben hielt.
Und auch nach dem Krieg gab es in diesem Haus auch noch unterschiedliche Arten von Gürteltieren und auch der 1954 dort gehaltene Gepard war zu dieser Zeit noch eine echte Rarität.

(28.12.2006, 21:30)

alle Beiträge