
| WolfDrei: | Im letzten "International Zoo News" (wohl August 2008) wird durch Probst/Mattschei eine Auswertung der auch hier diskutierten Vergesellschaftungsmöglichkeiten von Zootieren (also Säuger untereinander, auch mit Vögeln etc) aus deutschen, österreichischen und schweizerischen Zoos mit Erfolgen und Mißerfolgen anhand von 64 Beispielen vorgenommen. (02.12.2008, 18:22) | ||
| Andreas: | Herr Schülling- Asche auf mein greises Haupt- bitte könnten Sie den Beitrag in den Tread kleinere parks in MeckPom verschieben? (15.03.2008, 18:41) | ||
| Andreas: | Hatte auch schon an Dexter gedacht, aber 3000 € für EIN Zuchtier können wir als e.V. nicht aufbringen. Wäre ja schön, wenn man einen Beitrag zur Arterhaltung leisten könnte und nicht auf "Neuzüchtungen" zurückgreifen müßte. (15.03.2008, 18:39) | ||
| th.oma.s: | @Matthias: mir ging es in bezug auf den artenrückgang lediglich um den hinweis, dass eben bei nüchterner zwischen-bilanzierung der leipziger entwicklung ebenfalls ein erheblicher artenrückgang zu verzeichnen ist. in wieweit gondwana und die weiter umsetzung des konzepts diese etwicklung revidieren kann bleibt zu hoffen.meine o.g. aufzählung hatte ich zudem nicht bewertet.ich halte die auch in leipzig zu verzeichnende entwicklung der rückgangs der artenanzahl nämlich für unumgänglich und meine wir stehen hier eigentlich auch erst am anfang einer entwicklung. (29.03.2007, 21:28) | ||
| ?: | Der Opel-Zoo hat aber seit 1996 jährlich steigende Besucherzahlen , vor Eröffnung von Robbenklippen und Katzendschungel in manchen Jahren sogar mehr Besucher als der Zoo Frankfurt ! Der Umbau in Kronberg ist nicht auf Besucherrückgang zurückzuführen , sondern auf die alte und marode Bausubstanz einiger Anlagen und um eben die Besucherattraktivität weiter zu steigern. (29.03.2007, 17:34) | ||
| IP66: | Ich habe Kronberg deshalb mit Gelsenkirchen vergleichen, weil in beiden Fällen ein in den letzten Jahren nur sehr zurückhaltend erneuerter Zoo aufgrund von Besucherrückgängen unter großem finanziellem Aufwand vollständig erneuert wird. Die Frage ist, ob die unetrschiedlichen Konzepte einfach Folgen unterschiedlicher Ausgangslagen darstellen oder ob das etwas später entwickelte Konzept in Kronberg exemplarisch als neue Tendenz verstanden werden kann. (29.03.2007, 16:17) | ||
| Michael Mettler: | @Saya: Ich sehe da schon ein sehr unterschiedliches Image einer Tierart/-gruppe. Tiere, die allgemein als dressurfähig bekannt sind oder ihr "Können" sogar in Massenmedien zeigen, haben ein "lieberes" Image. Platt ausgedrückt: Otto Normalbesucher geht davon aus, dass ein Mensch mit ihnen leicht und eng Freundschaft schließen kann. Wäre z.B. nie jemand auf die Idee gekommen, Delfine zu dressieren und hätte es (als direkte Folge dieser ersten Versuche!) nie "Flipper" gegeben, würden "wildtiermäßig" gehaltene Delfine im Zoo wahrscheinlich nicht mehr Interesse bei den Besuchern wecken als irgendwelche beliebigen Großfische - mit Ausnahme von Haien, bei denen ja wieder der Gruselfaktor eine Rolle spielt. Abseits des eher biologischen Interesses von uns Zoofans möchte ich wetten, dass Otto N. Männchen machende Elefanten, durch Reifen springende Delfine und nach Futter bettelnde Hirsche und Paviane VIEL attraktiver findet als die selben Tierarten, wenn sie "nur" ihr natürliches Verhalten zeigen (sonst würde es ihn ja auch nicht so wurmen, wenn sie ihn nicht beachten, auch wenn er pfeift oder gegen Scheiben klopft). Und dass jedes beliebige Tier für Otto N. vor allem dann interessant ist, wenn er selbst oder wenigstens der Pfleger (also irgendein Vertreter der Art Mensch) mit diesem in direkten Kontakt treten oder sich wenigstens ohne trennendes Gitter (o.Ä.) dicht bei ihm aufhalten kann. Und dabei scheint es mir nicht einmal entscheidend zu sein, dass Otto N. eine Tiervorführung selbst sieht; auch ohne der Elefanten-/Seelöwen-/Delfinshow beizuwohnen, WEISS er schließlich, dass man sowas mit diesen Tieren machen kann, und sieht sie deswegen mit anderen Augen. (29.03.2007, 14:12) | ||
| Saya: | Ich kann nicht nachvollziehen, wieso sich der direkte Pflegerkontakt zu Elefanten derart positiv auf deren Besucherattraktivität auswirken soll. In den meisten Zoos (einschließlich TP Berlin) sehen die meisten Besucher nichts oder nicht viel vom Kontakt Pfleger - Elefant. Selbst in den Zoos in denen es Shows gibt, finden diese nur einmal am Tag statt und dauert zudem kaum länger als 15 Min. Das heißt die Mehrzahl der Besucher sieht sie nicht. Wenn zwischendurch ein Pfleger kurz auf die Anlage geht um Mist einzusammeln oder Futter zu verteilen ist ja wohl kaum "faszinierend" für die Besucher anzusehen. Fasziniert von Elefanten (und anderen Tieren) sind Besucher aber nach meiner Erfahrung, wenn die Tiere was TUN - baden, sich im Sand wälzen, ein Bulle eine Kuh berüsselt, Jungtiere miteinander spielen, Kühe sich um Kälber kümmern. Dann bleibt auch Otto-Normalbesucher mal länger stehen. An Elefanten die nur rumstehen verlieren sowohl Kinder als auch Erwachsene schnell das Interesse. Das lässt sich übrigens gut in Köln beobachten, wer da mal länger steht (und am Wochende versucht, eine gute Position zum Fotographieren zu ergattern ohne Köpfe und Ellenbogen im Bild zu haben) kann gut erkennen, dass die Leute da richtig lange stehen bleiben und beobachten, viel länger als in den meisten anderen Zoos. Ich glaub nicht dass sich das allein durch die Prominenz von "Marlar" erklären lässt. (27.03.2007, 21:32) | ||
| ?: | Das man in Kronberg auf den ganzen Abenteuer-Quatsch verzichtet, liegt einfach daran, das der Opel-Zoo als ein Freigehege für Tierforschung gegründet wurde und dies auch so bleiben soll, das Tier wird dort immer im Vordergrund stehen, und deswegen kommen auch die Leute, für die Kinder gibt es zum Austoben zwei große Spielplätze, und das reicht völlig aus. Außerdem wird dort das Geld sinnvoller genutzt und lieber für die TIERE verwendet, als für Goldgräberminen oder Onkel Toms Hütte.Wer auf den Abenteuer-Nonsens steht, fährt in das Taunus Wunderland oder ins Freizeitland Geiselwind. In welcher Hinsicht kann man die Umbauten von Kronberg mit Gelsenkirchen vergleichen ? (27.03.2007, 19:06) | ||
| IP66: | Immerhin werden die Elefanten in Köln ganz gezielt angefüttert. Es hat aber viele Nachfragen nach einem festen Badetermin wie im alten Haus gegeben, und ein solcher Badetermin ist in Wuppertal ein großer Publikumsrenner - wie auch die entsprechenden Dressuren. Ich würde in diesen Dingen aber keine Tendenzen, sondern eher ein "normales" Hin und Her zwischen zwei Positionen vermuten. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sich der Trend zu Großgehegen so ungebremst fortsetzt. Bei kleineren Arten ist ja auch Gelsenkirchen relativ zurückhaltend in dieser Frage - Stachelschweine, Erdmänner - und eine ähnliche Entwicklung hat sich auch in der Nachkriegszeit vollzogen, wo die Gehege erst einmal wieder kleiner wurden. Dasselbe betrifft die Freizeitparkelemente - für die Gelder, die Gelsenkirchen in Kulissen, Goldgräberstädte und Stilbauten gesteckt hat, hätte man ohne Probleme auch Gehege errichten können - man hat hier andere Prioritäten gesetzt, wogegen nichts einzuwenden ist. Interessant ist aber, daß man bei dem Umbau in Kronberg, den man mit Gelsenkirchen vergleichen kann, auf entsprechende Elemente bislang verzichtet. Was Besucher mit Migrationshintergrund angeht, scheint mir das Bild auch so eindeutig nicht. In den meisten Ruhrgebietszoos, insbesondere in Duisburg, triffte man diese Familien durchaus und ich habe manchmal den Eindruck, daß sie interessierter und engagierter umherschauen als mancher Erwachsene, der nur der Kinder wegen möglichst schnell den Zoo absolviert, um rechtzeitig zur Sportschau wieder daheim zu sein. Köln dagegen ist ausgesprochen migrantenarm - was aber auch daran liegt, daß für eine Familie der Besuch in den Nachbarzoos entscheidend weniger kostet. (27.03.2007, 10:48) | ||
| Michael Mettler: | Höchst bemerkenswert dabei, dass der Trend bei verschiedenen Tiergruppen extrem gegenläufig ist. Während man die schon genannten Menschenaffen und Elefanten nicht mehr bzw. zunehmend nicht mehr für Vorführungen (welcher Art auch immer) heran zieht, gibt es in unseren Zoos mittlerweile wohl fast so viele Greifvögel auf Falknerhandschuhen wie in Volieren. Ob der Nasenbär nun im Erlebniszoo als Hütchenspieler vorgeführt wird (Hannover) oder bei einer Schaufütterung im klassischen Zoo auf dem Pfleger herum turnt (Berlin), beides ist die Vorführung einer Mensch-Tier-Beziehung im direkten Kontakt. Im Prinzip bürgert sich gerade in unserer Zoowelt etwas ein, was man einen "didaktischen Circus" nennen könnte: Trainierte Tiere zeigen dem Besucher in direktem Kontakt mit Menschen (Trainer und/oder Besucher) ihre Eigenschaften und Fähigkeiten. Und der Begriff "Training" beginnt bereits bei einer Kornnatter, die sich ohne Gegenwehr oder Flucht von beliebigen Menschen anfassen lässt. Wird interessant sein, ob sich z.B. auch die Präsentation von Seelöwen verändern wird. Selbst in einem Zoo wie Köln, der bei Menschenaffen längst und bei Elefanten neuerdings den Weg der "wilden" Haltung beschreitet, werden ja Seelöwen noch circusmäßig (und damit zwangsläufig im direkten Kontakt) mit "Handstand", Balancier- und Apportierübungen vorgeführt. (27.03.2007, 10:29) | ||
| Konstantin Ruske: | Ich bin sehr fest davon überzeugt, das Elefanten, die ohne Pfleger " präsentiert" werden, zawr immer noch anziehend, aber lange nicht mehr so fesselnd sind. Selbes wird auch bei den menschanaffen der Fall sein, schade, das es da von damals keine Aufzeichnungen über die Verweildauern gibt, zu vergleichen. Besucher im Zoo sind am meisten vom direkten Mensch- tier- Kontakt fsaziniert, und wo sie den nicht selber ausleben können, reicht auch der Pfleger als Stellvertreter, des Bändigers, Hegers, Freundes- je nach Ansicht. Knut als Naturaufzucht würde die Leute nicht halb so viel begeistern. (27.03.2007, 10:01) | ||
| Hannes: | Hat Rotterdam auch! (27.03.2007, 07:18) | ||
| Carsten: | In Wuppertal gibt es ein Zoomobil, mit dem ältere oder schlecht laufende Besucher eine Rundfahrt machen können. Ist auch so eine überdimensionale Golfkarre für 7 Personen (27.03.2007, 01:08) | ||
| Matthias: | Im Zoo Madrid gibt es sogar bereits solhe Golfkarren, die man sich als Besucher leihen kann. Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es die als Zwei- und Viersitzer. (27.03.2007, 00:11) | ||
| Michael Mettler: | ...und für die Golfkarren müsste es ein Mindestalter geben, damit nicht jugendliche Heißsporne damit Autoscooter spielen :-) Eine andere Tiergruppe hat ja die Umstellung von der "zahmen" sprich dressierten Präsentation im Zoo zum "echten Wildtier" schon weitgehend hinter sich: die Menschenaffen. Wäre interessant zu wissen, ob die Zoobesucher sie heute interessierter (und länger) beobachten als zu Zeiten der Schimpansen-Teepartys und Dreirad fahrender Schimpansen-Babys in Kinderklamotten.... (26.03.2007, 20:54) | ||
| Shensi-Takin: | @MM: Zu letzten Satz: dann müssten aber dringendst Hupen angebracht werden-und die Fußgänger wären dann ihres Lebens nicht mehr sicher; wäre auch ein gefundes Fressen für die BILD-Zeitung: "Crash im Tierpark!";) Ob zahm oder "wild"-so oder so macht ein Elefant allein von der Körperpräsenz her beim Standard-Publikum doch schon etwas mehr aus als jeder noch so schöne Weißlippenhirsch oder Maral(persönliche Präferenzen des Zooenthusiasten mal außen vor gelassen). Kaum ein Kind geht in den Zoo, um vorsätzlich Hirsche zu sehen(wozu auch-dafür gibt's ja den Wildpark), Benjamin Blümchens Verwandte hingegen sind hingegen Pflichtprogramm-jedenfalls auch den Eltern zuliebe.;) (26.03.2007, 20:34) | ||
| Michael Mettler: | @Shensi-Takin: Mit dem "von altersher" wäre ich vorsichtig - siehe Hirsche.... Elefanten wurden schließlich von altersher in der Regel als dressierte oder zumindest zahme Tiere gezeigt, die aufkeimende Tendenz, sie als echte Wildtiere zu präsentieren, ist doch noch recht neu. Was die Beweglichkeit von Senioren angeht: Im Tierpark Berlin wären kleine Elektrowagen a la Golfplatz wegen der Wegestrecken sicher keine schlechte Lösung.... (26.03.2007, 20:19) | ||
| Shensi-Takin: | @Ollo: Daher auch die genannte Studie: zwei Soziologinnen hatten sich mit der Frage beschäftigt, warum Türken, Libanesen etc. im Vergleich zu z.B. Familien osteuropäischer/russischer Herkunft selten in dt. Zoos unterwegs sind(Antwort: zu teuer für Großfamilien, kein großes Interesse an Tieren. keine größeren Ruheplätze...). Die beiden schlossen dann ihren Bericht mit einigen Vorschlägen, wie dies zu ändern sei, ab-etwa z.B. durch u.g. Möglichkeiten. Ich sehe schon sommerliche Grillfeuer-Rauchschwaden im Zoo aufsteigen; na die Löwen werden sich sicher über schön salziges Kebab freuen...;) Die genannten "parallelen" Freizeitclubs sind mir ebenfalls des öfteren aufgefallen; soviel zum Thema eigener Beitrag zur Integration... Der Hinweis mit den Senioren ist nicht schlecht-werden sich dt. Zoos-ähnlich wie z.B. in einigen größeren US-Zoos-dann Bahnen, Busse und Gondeln anschaffen, um die älteren fußmüden Besucher von A nach B zu tragen? Doch in Hinblick auf die Wanderfreudigkeit dt. Senioren rechne ich ihnen mehr Fitness als den amerikanischen Altergenossen an. Elefanten werden allein schon ihrer Größe wegen immer interessant fürs Publikum sein-das sind sie ja schon von altersher. Doch in Hinblick auf die zunehmenden, gefordeten Änderungen in der Elefantenhaltung in Europa stellt sich die Frage, welche Zoos noch schlußendlich Elefanten pflegen werden-und wohin dann der Nachwuchs(wie jetzt schon bei den Bullen)soll? (26.03.2007, 19:10) | ||
| Ollo: | @ Shensi-Takin Was den islamischen Bevölkerungsanteil anbetrifft, habe ich das Gefühl, daß der Besuch von Tiergärten nicht unbedingt dessen Vorstellungen von Freizeitbeschäftigung entspricht (um nicht zu sagen, daß diese Art Freizeitgestaltung zu anspruchsvoll ist). Und wenn, dann würden wohl eher eigene Tiergärten gegründet, ist ja in anderen Lebensbereichen auch so (z.B. haben sie am liebsten eigene Fußballvereine, anstatt irgendwo beizutreten). (26.03.2007, 14:29) | ||
| Michael Mettler: | Wenn man die Umwälzungen in der Bevölkerungsstruktur in der Zukunft berücksichtigen will/muss, dann können vielleicht in zwanzig Jahren die meisten speziell auf Kinder ausgerichteten Angebote (Spielflächen usw.) wieder abgebaut werden, und dafür stehen dann vor den Gehegen mehr Bänke für Senioren.... Im Ernst: Der Wegfall von Sitzmöglichkeiten als Folge des Umbaues hat in Hannover bei den älteren Besuchern für Ärger gesorgt. Es gab hier vorher ein innovatives, bewährtes, wenn auch m.W. merkwürdigerweise von keinem anderen deutschen Zoo nachgeahmtes Modell der mobilen Sitzgelegenheiten, d.h. man konnte sich einen der im Zoogelände verteilten Stühle vor das Gehege seiner Wahl mitnehmen oder sie an beliebiger Stelle zusammenstellen, um z.B. eine Pause mit einer Besuchergruppe zu machen. Die jetzigen, spärlich verteilten Bänke stehen auf der falschen Seite des Besucherweges, so dass die stehenden Besucher den Einblick in die Gehege verdecken. Zurück zum Thema: Vielleicht wird sich auch die Wertschätzung mancher Tierarten durch den Besucher gerade DURCH die jetzigen Haltungstendenzen ändern. Z.B. liegt die Beliebtheit von Schimpansen in ihrer Menschenähnlichkeit und ihrem Temperament; ob die nunmehr zunehmend "forcierten" Gorillas diese Planstelle wirklich gleichwertig ausfüllen können, bleibt abzuwarten, und auch Orangs sorgen längst nicht für so viel "Leben in der Bude" wie Schimpansen. Bei den Elefanten werden wahrscheinlich in immer mehr Zoos die beim Besucher beliebten Vorführungen wegfallen - wer weiß heute, ob nicht auch das für ein allmählich sinkendes Interesse an der Tierart sorgen wird? (Provokante Frage, das weiß ich, aber trotzdem mal einen Gedanken wert.) Ich erinnere an die Geschichte mit der Beliebtheit der Hirsche...! (26.03.2007, 14:02) | ||
| Matthias: | Mit Erbesenzaehlerei, uebrigens nicht auf Shensi-Takin's Beitrag sondern th.oma.s' Beitrag gemuenzt, wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass gerade in diesem Forum, etliche Teilnehmer schnell aufzaehlen welche Tierarten in welchen Zeitraeumen "verschwunden" sind. Meiner Meinung nach wird oft vergessen, dass oft auch zahlreiche neue interessante Arten dazu gekommen sind. Gerade auch in Leipzig! Und ob die "neuen" Arten sich nun auch tatsaechlich etablieren werden, wird in der Tat interessant sein zu beobachten. Aber da ja Leipzig geradezu paradisiesche Verhaeltnisse in Sachen Kleinsaeugerschauanlagen aufzuweisen hat (zumindest fuer einen dt. Erlebniszoo) wird es dort sicher immer wieder neue interessante Arten geben, sollte sich eine alte interessante Art nicht etablieren. (26.03.2007, 13:40) | ||
| Shensi-Takin: | Man sollte meinen Beitrag bitte tunlichst nicht als realitätsferne Träumerei oder kleinliche "Erbsenzählerei" abtun; den angesprochenen finanziellen/wirtschaftlichen Aspekt hatte ich in meinen Beitrag bereits erwähnt-siehe: "(...)ökonomischer/gesellschaftsbedingter (...)Gründe". Finanzierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Zoohaltung in Hinblick auf das gehaltene Artenspektrum sind seit jeher als mit die wichtigsten Entscheidungsfaktoren ob der Haltung der jeweiligen Art anzusehen. Ohne Geld-keine Tiere oder neuen Gehege. Doch auch die anderen Aspekte spielen eine erhebliche Rolle in der individuellen Entscheidung pro/kontra Haltung. In diesen Hinblick auch interessant: könnte die Haltung der "Stars" in der Zoowelt-etwa z.B. Menschenaffenhaltung-oder in Hinblick auf rezent Berlins wichtigsten Zoobewohner-die Eisbärenhaltung in Zoos in gar nicht so ferner Zukunft erlöschen? Die ersteren womöglich aufgrund von veränderten Gesellschaftstrends infolge Bestrebungen derartiger Projekte wie dem GREAT-APE-Projekt(obwohl ich dies eher als unwahrscheinlich erachte), die anderen aufgrund der-wie uns seit Knut fortwährend immer wieder erzählt wird-geringen Nachwuchsquote samt nicht mehr-dank gesellschaftlicher Ächtung- beschaffenbaren Wildfänge. In Hinblick auf aktuelle Sozialtrends in Europa stellt sich auch die Frage, inwieweit der zunehmende islamische Bevölkerungsanteil & dessen Interessensschwerpunkte auf die Zoos Einfluß nehmen wird; folgen am Ende dann nicht alle Wildkaniden den Weg von Herrn Mettlers innig geliebten Koyoten(jk), mit den Wildschweinarten im Schlepptau...? ;)Müssen dann am Ende alle Zoos schließen, die nicht Großfamilien-Sonderrabatte & Grillflächen(wie in der Studie über zoobesuchende dt. Muslime vor ein paar Jahren vorgeschlagen wurde) bieten? Indirekt angesprochen ein weiterer Grund: die Verbesserung der Tierhaltung bzw. die teilweise erfolgte Vergößerung der Haltungsfläche: weniger Tiere auf mehr Fläche im Sinne des modernen Besucherstandpunktes("Denen gehts gut, denn die haben ja viel Platz.") Ob letzterer Aspekt wohl mit dem zunehmend engeren Aufeinanderleben der Menschen aufgrund der Überbevölkerung zu tun hat? ;) Bei den "neu" dazu gekommenen Arten stellt sich indes die Frage, wie lang diese Bestand haben bzw. sich nachhaltig etablieren können-und welche Tiere dann ggf. nachrücken. (26.03.2007, 13:22) | ||
| Niedersachse: | Ducker, Okapi, Schimpansen (ganz früher mal im Bestand) sind 3 weitere Säugetiere, die dazu kamen im Laufe des Umbaus. Und was Gondwanaland angeht, da werden noch ne ganze Menge Säugetiere, wie Tapire, Nashönrner, Malaienbären usw. hinzukommen. (26.03.2007, 12:32) | ||
| Michael Mettler: | ... sowie die Wölfe und diverse kleine Raubtierarten, die zuletzt das "Neue" Raubtierhaus bewohnten. (26.03.2007, 12:25) | ||
| Matthias: | Beim Erbsenzaehlen, welche Arten nun in den letzten Jahren verschwunden sind, sollte man doch auch ein bisschen beruecksichtigen, welche Arten seit den Umbauaktivitaeten dazu gekommen sind. Fuer den Zoo Leipzig sind das z.B. Thomson-Gazellen, Riesenhoernchen, Tuepfelhyaene (wieder im Bestand, wird man fuer Nilpferde in einigen Jahren auch sagen koennen), Strauss, Zwergflamingo, div. Kleinsaeuger. Viele der von th.oma.s genannten Beispiele sind schlieslich auch Tierearten, die bereits VOR dem Umbauboom verschwunden sind. Letztenendes sollte man froh sein, dass gebaut wurde, ansonsten wuerde der Zoo Leipzig heutzutage schliesslich weitaus weniger Raubtierarten haben. Uebrigens, Gondwanaland wird sicher auch nicht mit nur drei verschiedenen Arten besetzt werden. ;-) (26.03.2007, 12:23) | ||
| th.oma.s: | fortsetzung artenrückgang in leipzig: gepard, braune hyäne, kulan, waldbison, guanako,trampeltier,bärenstummelaffe, rentier. (26.03.2007, 11:28) | ||
| th.oma.s: | artenrückgang in leipzig:flusspferde, eisbär,braunbär, schneeziege, hirscheber,damagazelle (eine wichtige zuchtgruppe), sumatratiger, javaleopard. (26.03.2007, 11:24) | ||
| IP66: | Ich finde Herrn Mettlers Hinweis auf die Existenzbedrohung in Hannover und wohl noch stärker - in Gelsenkrichen sehr schlüssig. Man könnte die Argumentation sogar zuspitzen und behaupten, daß gerade unter dem Zwang, den ganzen Zoo neu zu erfinden und zu diesem Zweck nur begrenzte Mittel zur Verfügung zu haben, derartige Reduktionen stattgefunden haben. Denn manches am gepflegten wuppertaler Tierbestand ist ja Tradition und lebt deshalb, weil die Kleinkatzenanlagen oder das Raubtierhaus eben besetzt werden muß. Auch in Köln ist ja der reiche Primatenbestand eine Folge der überlieferten Situation vorhandener Tierhäuser. Die Sache wird also erst dann akut, wenn, wie in Gelsenkirchen, der Baubestand und das Besucheraufkommen neue Entscheidungen erzwingen. Ein wenig habe ich den Eindruck, daß sich in Frankfurt diese Situation anbahnt, wobei die Angelegenheit hier insofern gefährlich ist, als das Gelände Umbauten nach dem Muster von Gelsenkirchen und Hannover nicht zuläßt. Interessant ist, daß Leipzig, trotz massiver Neubautendenzen, noch keine so starken Artenrückgänge zu verzeichnen hat, also zumindest in dieser Argumentationskette ein wenig fremd wirkt. (26.03.2007, 10:50) | ||
| Michael Mettler: | Um den von uns gewünschten Effekt erleben zu können, braucht es allerdings auch Zooleitungen, die sich erstens für etwas speziellere Tiere interessieren und zweitens diese auch anderen Menschen nahe bringen können und wollen - und zwar nicht nur den Zoobesuchern, sondern auch (oder: vor allem) ihren übergeordneten Instanzen. Will sagen: Wenn z.B. der Direktor eines städtischen Zoos mit Sparzwängen konfrontiert wird oder vor die Aufgabe gestellt wird, die Besucherzahlen zu steigern, dann ist es nicht verwunderlich, wenn er sich vorrangig um Quotenbringer wie Erdmännchen & Co. kümmert statt um Tiere der Kategorie Kleideraffe. Und das hat m.E. nicht vorrangig damit zu tun, ob die Raritäten überhaupt beschaffbar wären oder Ziel eines Artenschutzprogramms sind. Es sei daran erinnert, dass sich Zoos wie Gelsenkirchen und Hannover ohne ihre zeitweilige Existenzbedrohung vermutlich nicht in die heutige Richtung entwickelt hätten. Oder auch, dass Zoos mit einem Wechsel in der Leitung gleichzeitig ihre Ausrichtung änderten - siehe das Beispiel München nach der Pensionierung von Heinz Heck. So wird es in einigen Jahren spannend sein zu verfolgen, ob der in Wuppertal von Schürer aufgebaute, für Zoofans hoch attraktive Tierbestand auch unter seinem Nachfolger erhalten bleibt oder man das Hauptaugenmerk auf Neuanlagen für derzeit nicht vorhandene "Besuchertiere" wie Nilpferd, Nashorn oder Giraffe legen und zu deren Gunsten diverse andere Arten abgeben wird. (26.03.2007, 09:32) | ||
| Shensi-Takin: | Nicht selten wird in diesem Forum über die zunehmende Vereinheitlichung der Tierbestände-u.a. in Hinblick auf die Wünsche des Massenpublikums-geklagt. Erschwerte Möglichkeiten des Bezugs seltener gezeigter Arten aufgrund artenschutzrechtlicher/seuchentechnischer/ politischer/ ökonomischer/gesellschaftsbedingter etc. Gründe mögen da zudem noch eine Rolle spielen. Doch ich frage mich: Werden wir wirklich irgendwann Zoos erleben, die sich-ähnlich wie die zzt. populären Zoo-TV-Sendungen-allenfalls in der Reihenfolge der Tiere im Titel bzw. im Zooplan unterscheiden? Meines Erachtens muss man nicht zwangsläufig pessimistisch sein, was die Zukunft des "Artensammlers";) im Zoo angeht: 1. Gerade in Ballungsgebieten mit vielen nah aneinanderliegenden Zoos zahlt sich der "kleine" Unterschied voneinander im "Kampf" um die Gunst der Zoobesucher aus-auch im Hinblick auf die gehaltenen Tierarten. Siehe z.B. Rheine. 2. Wie ein interessanter, rezenter Hirschthread-Beitrag zeigt, waren Hirsche früher womöglich populärere Schautiere als heute-höchstwahrscheinlich aufgrund der Fütterungsoption seitens der Zoobesucher. Wer kann also-mit Ausnahme der "Evergreens" wie große Löwe, Zebra oder Tigerpython bzw. dauerunpopulärer Tierarten(also alles außerhalb der Säuger-/ggf. Vogel-Kategorie;)- sagen, welche Tierarten in Zukunft durch veränderte Präsentation, Kulturtrends(etwa ein neuer PIXAR-Animationscharakter) etc. (wieder?) populär werden? Vielleicht gibt es irgendwann ein "Kleideraffen"-Revival, um nur ein Bsp. zu nennen. 3. Wie kommt man aber an selten gezeigte Arten, ohne sich groß den Unmut der Bevölkerung(die ja seit spätestens "Findet Nemo" weiß, wie sehr die armen Tierchen jedlicher Art unter dem gewaltsamen Entreißen aus ihrer paradiesischen Heimat leiden...j/k)? Eine engere Zusammenarbeit in Ex-Situ-Projekten mit Organisationen wie Stiftung Artenschutz oder der ZGAP wäre eine Option zu beiderseitigem Vorteil; ggf. auch engere Beziehungen zu wissenschaftlichen Einrichtungen(siehe Leipzig & Max-Planck-Institut) wären denkbar-falls nicht schon vorhanden. Und zudem eine Möglichkeit, die v.a. den Tieren hier wie dort von Nutzen wäre: eine engere Zusammenarbeit mit Zoos der 2./3. Welt in Afrika, Mittel-/Südamerika, dem Nahen Osten oder Asien, und ggf. mit Ländern wie Rußland, China oder Südkorea. Viele dieser Zoos haben Tiere, die zum einen für Zuchtprogramme essentiell wären, zum anderen bei uns wenig bis gar nicht gezeigt und dementsprechend mitunter wenig bis kein Wissen über ihre sachgemäße Haltung vorhanden ist. Von der erbärmlichen, mitunter dringend verbesserungswürdigen Haltung der Tiere dort gar nicht erst zu reden...Westliche Zoos könnten mit Know-How(u.a. längerfristige Hilfe in veterinärmedizinischen Aspekten, Gehegegestaltung) & finanz. Unterstützung(hierbei Vorsicht!) dazu beitragen, dass die dortigen Haltungssituation der Tiere verbessert wird. Darüber hinaus könnte so auf lange Sicht ein zuverlässiger & vertrauenswürdiger Abnehmer für überschüssige Tierexemplare westlicher Zoos aufgebaut werden, während man ferner über diese Bezugsquelle leichter an seltenere Arten gelangen könnte. Zwar gibt es bereits derartige Kooperationen-doch dies könnte weitaus umfassender & besser koordiniert geschehen-und den westlichen Zoobesucher auch mehr involvieren bzw. informieren. Damit könnte auch dem Tierelend, dem man in den Zoos der genannten Länder häufig begegnet, vielleicht abgeholfen werden. (25.03.2007, 22:28) | ||
| Carsten: | @Sebastian: Schön, hab ich leider noch nicht gesehen, aber werde morgen mal mein Glück versuchen... (17.02.2007, 20:47) | ||
| Sebastian: | Ja, sollen zu den Giraffen und sind teilweise auch durch das Giraffenhaus hindurch im Vorgehege zu sehen. (17.02.2007, 18:53) | ||
| Carsten: | @Sebastian: Bleiben die Nyalas auch? (17.02.2007, 16:41) | ||
| Sebastian: | Sollte natürlich Nyalas heißen. (17.02.2007, 15:25) | ||
| Sebastian: | Die Nyaleas sind aber noch da... (17.02.2007, 15:24) | ||
| Carsten: | @Michael: Also gewöhnen wir uns lieber schon mal dran, zukünftig nur noch 08/15 Zoobestand zu sehen und vielleicht mal als Lückenfüller eine Besonderheit... Die einzige Hoffnung ist dann vielleicht, daß sich Spezialzoos für Huftiere, Hirsche, etc, entwickeln... Wenn ich so nachdenke, was im Ruhr-Zoo / ZOOM verschwunden ist: Banteng, Hirschziegenantilope, Nilgau, kleiner Kudu, Mendesantilope, Tieflandnyala (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), das wären alles Tierarten gewesen, die zu den Themenbereichen gepasst hätten, aber die Attraktivität war wohl nicht groß genug... (17.02.2007, 13:13) | ||
| Michael Mettler: | @Carsten: Genau das ist das Problem. Statt aber das Image solcher Tierarten aufzuwerten, wird ihr Mauerblümchendasein in vielen Zoos weiter gepflegt oder sie werden einfach wegrationalisiert. Auch ein Bongo käme wahrscheinlich für Otto N. interessanter rüber, wenn man ihn in Dschungel-Atmosphäre präsentieren würde. Man könnte die Anlage besucherseitig mit Bambusdickichten umpflanzen, afrikanisch-rustikale Beobachtungshütten hinstellen, das Gehege mit fraßgeschützten Pflanzinseln reichhaltig strukturieren usw. - also alles das tun, was für Menschenaffen oder Großkatzen hierzulande allmählich zum Standard gehört. Aber bis es dazu kommt, müssen vermutlich schon wieder neue Anlagen für die Publikumsfavoriten errichtet werden, weil sich wieder mal der Zeitgeist und die wissenschaftlichen Erkenntnisse geändert haben werden.... (17.02.2007, 10:31) | ||
| Carsten: | @Michael: Da könntest recht haben, weiß ich nicht, sind beide schon immer so dagewesen, g... Bei Huftierhaltungen fallen schlechte Haltungsbedingungen aber nicht so ins Auge (selten begehbares Haus/Stall, für viele Besucher nur en-passant Tiere) wie bei in Käfigen gehaltenen Großkatzen... Die armen Löwen, Tiger, etc haben es aber nicht schön, hört man schon mal, aber der arme Bongo, das arme Zebra, etc, ist mir noch nicht vorgekommen... (16.02.2007, 22:48) | ||
| Michael Mettler: | @Carsten: Die Bongo-Anlage ist aber, glaube ich, noch älter *g* (16.02.2007, 22:33) | ||
| Carsten: | Das Wuppertaler Haus ist m. W. von 1970, da war der Bedarf vermutlich auch dringender, was zu tun... (16.02.2007, 21:02) | ||
| Ulli: | ... und mit den momentanen Löwen- und Tigeranlagen hat man die Besucher eher abgeschreckt... Grundsätzlich denke ich aber auch, dass man Löwen und Tiger spannender präsentieren kann als Bongos oder Takine und darüber hinaus bei einer Umfrage unter Besuchern Löwen und Tiger eher genannt werden - und damit für den Zoo ökonomisch betrachtet interessanter sind. (16.02.2007, 13:41) | ||
| Michael Mettler: | P.S., um das Thema mal unter einem anderen Gesichtspunkt zu betrachten: Mit Löwen und Tigern lockt man in Wuppertal die Besucher natürlich viel eher dazu, NOCH weiter bergauf zu kraxeln, als mit Takinen oder Bongos :-) (16.02.2007, 13:20) | ||
| Michael Mettler: | Nun, Gehegeböden wie in den jetzigen Wuppertaler Huftiergehegen wären auch in neuen Anlagen möglich. Beton wird bei den neuen Raubtieranlagen reichlich verwendet, und zwar in Form von Kunstfelsen - sowohl im Tier- als auch im Besucherbereich. Keine Ahnung, ob das preiswerter ist als eine Geländeterrassierung; für Huftiere würde man dafür wahrscheinlich auf "Aussichtshöhlen" und Felsengänge verzichten, das gleicht sich vermutlich aus. In Kronberg leben übrigens auch die Elefanten am Hang, von Unfällen aus diesem Grund ist mir nichts bekannt (was nichts heißen muss). Wäre aber interessant zu wissen, ob es irgendwelche Fuß-/Gelenkprobleme bei den dortigen Tieren gibt. Beim verstorbenen Bullen Ali waren kurioserweise die Fußnägel an EINEM Vorderfuß lang ausgewachsen. Hanggehege für Elefanten kenne ich sonst auch noch aus Neunkirchen (wobei ich das nur dunkel in Erinnerung habe) und Nürnberg. Der Kronberger Hang wird übrigens von den Tieren stark frequentiert und "modelliert". (16.02.2007, 11:40) | ||
| Sacha Beuth: | Stimmt, aber bei Anlagen mit Naturböden (wir wollen doch sicher keinen Beton) hat man an Hanglage das Problem, dass sie anfällig auf Bodenbewegungen sind. Terrassieren ist natürlich grundsätzlich möglich, aber auch teu(r)er. Ob das aber immer der Weisheit letzter Schluss ist? Wenn ich mir z. B. die terrassierte Elefantenanlage in Wuppertal anschaue, habe ich den Eindruck, dass an manchen Stellen Probleme mit Abrutschen des Bodenmaterials besteht (insbesondere oberhalb des Aussenbadebeckens). Aber vielleicht täuscht da mein Eindruck. Auch schütteln Zooleute nur den Kopf, wenn man auf das Afrika-/Giraffenhaus in Saarbrücken zu sprechen kommt, dessen Gelände ebenfalls terrassiert ist. Einhelliger Kommentar: Man hätte besser auf Antilopen und Giraffen verzichtet. Du nimmst als Beispiel gerne Kronberg. Da kann ich nicht mitreden. Aber bei den von mir weltweit besuchten ca. 130 Zoos zeigen die meisten Steppentiere auch auf mehrheitlich in ebenen Gehegen mit allenfalls minimalem Anstieg (auch wenn der Zoo selbst an einem Hang liegt wie in D etwa Nürnberg, Stuttgart). Und das sicher nicht nur aus didaktischen oder ästhetischen Gründen. Bezüglich Ngorongoro: Scheinen tatsächlich keine Giraffen darin zu leben, wenn man dieser Website trauen darf: http://www.afrika-pur.de/laender/tanzania/ngorongoro_krater/index.html (16.02.2007, 10:20) | ||
| Michael Mettler: | Erstens wäre es nicht zwingend notwendig, Huftiere auf besagtem Hanggelände auf Grasboden zu halten. Zweitens ließe sich das Erweiterungsgelände genauso terrassieren wie der "alte" Zooteil. Mit Geländestufen kommen Huftiere offensichtlich problemlos zurecht. In Osnabrück konnte ich letztes Jahr beobachten, wie die Elenkälber sie sogar in ihre Laufspiele einbauten. Drittens ist zwar mein letzter Besuch in Kronberg schon eine Weile her, aber fast alle afrikanischen Steppentiere waren (und sind auch noch heute) auf den Hangweiden untergebracht, die sich zwischen der Talsenke und der weit oberhalb verlaufenden Straße befinden. Die Zebras z.B. habe ich hangaufwärts fotografiert, und bei der Kronberg-Soap blickte man aus dem rückwärtigen Pflegerbereich eindeutig hangabwärts das Giraffengehege hinunter. Wirklich ebene Gehege haben meiner Erinnerung nach nur ein paar Tierarten am Talgrund wie z.B. die Rothirsche. Bezüglich Ngorongoro müsste ich Bücher wälzen, sollte ich da was falsch in Erinnerung haben? (15.02.2007, 19:47) | ||
| Sacha Beuth: | @Michael Mettler: Wenn eine Hanglage nicht ideal ist resp. nicht dem MEHRHEITLICHEN Lebensraum eines Tieres entspricht, dann heisst das ja nicht, dass die Tiere dort nicht AUCH (zumindest zeitweise) vorkommen könnten. Ich schreibe könnten, weil ich (wie Ulli vermutet) bei meinem Ostafrika-Urlaub vor etwa 12 Jahren auch keine Giraffen im Ngorongorokrater gesehen habe (ohne Anspruch, dass es dort wirklich keine (mehr?) gibt). Aber angenommen, die Giraffen wandern in und aus dem Ngorongoro-Krater. Dann sind sie aber nur Durchzügler und leben nicht DAUERHAFT auf oder direkt am Kraterrand. Ich denke darum nach wie vor, dass diese Ueberlegungen auch bei der Besetzung und Gehegeerweiterung in Wuppertal eine Rolle gespielt haben. Es würde ja auch keiner ein Grossaquarium ohne Landteil für Tiger bauen, nur weil die gerne mal ins Wasser gehen (Ein Extrembeispiel, aber Du weisst, wie es gemeint ist). Bei den Elenantilopen muss man in diesem Fall besonders zwischen Zoohaltung und Wildbahn unterscheiden. In Malawi haben die Elen - nehme ich mal an - die Möglichkeit, das Gelände zu wechseln, wenn es abgegrast ist. Dann hat die Gegend auch Zeit, sich vom Frass und von den Schäden der Hufe zu erholen. In den Zoos ist das ja in der Regel nicht der Fall. Wie die Praxis zeigt (und Ulli erwähnt) sind bei einer Hanglage nun mal solche Schäden im NORMALFALL schwerwiegender und nachhaltiger als auf ebenem Gelände. Möglicherweise kommt bei den Elenantilopen noch ein weiterer Punkt hinzu: Auf der "Malawi-Alm" hat es wahrscheinlich keine Löwen. Fehlt der Hauptfeind, kann man es sich als Fluchttier eher leisten, in einem Gebiet zu leben, wo man nicht so schnell vorankommt und das Risiko des Hinfallens grösser ist (Das ist natürlich nur eine Vermutung). Bez. Bongos und Takine: Darauf wollte ich hinaus. Bei Bongos, Takinen und anderen Berg/Wald-Huftieren wäre in Wuppertal eine Gehegeerweiterung/neue Anlage machbar und sinnvoll. Aber mangels grosser und einigermassen ebener Fläche nicht für Dromedar, Steppenzebra oder Rentier. Sollten die gegenwärtigen Anlagen nicht den Bedürfnissen dieser Tiere entsprechen, müsste man sich eine Abschaffung überlegen. Ob man das Erweiterungsgelände in Wuppertal statt für die "faulen" Löwen und Tiger besser für "bewegungsaktivere" Berg- und/oder Waldbewohner genutzt hätte, ist eine andere Frage...... PS: Wie steil besagtes Gelände für die Tiere effektiv ist, wird sich wohl erst nach der Eröffnung zeigen. (15.02.2007, 18:33) | ||
| Ulli: | @Michael Ich habe mir noch einmal den Plan von Kronberg angesehen und meinen Besuch vor dem geistigen Auge Revue passieren lassen - dabei fiel mir auf, daß der weitaus größte Teil der Huftiere im flachen Teil steht und im oberen Hang-Bereich nur einige europäische Arten standen, u.a. Mufflons, die eh im hügeligen Gelände vorkommen. (15.02.2007, 16:26) | ||
| Ulli: | a. Bei der ganzen Diskussion über die Huftierhaltung in Bezug auf Wuppertal muss man doch zwei Dinge in Rechnung stellen: 1. Das gesamte Gelände ist sehr bergig und damit auch anfällig für Bodenbewegungen. 2. In Wuppertal regnet es überproportional häufig im Vergleich zu anderen Gebieten in Deutschland. Beides hat doch unmittelbar Auswirkungen auf die Auswahl des Tierbestandes und speziell im Huftierbereich. Man hatte vor Jahren die Bisons durch Guanacos ersetzt, weil das gesamte Gelände total abgerutscht und "vermatscht" war. Andererseits reagieren manche Huftiere sehr empfindlich auf Feuchtigkeit. Wuppertal hat nicht zuletzt aus den oben genannten beiden Gründen einen verhältnismäßig kleinen Huftierbestand (und diesen Bestand weitgehend auf terrassierten Anlagen !) im Vergleich zum Gesamtbestand des Zoos. b. Ich habe einmal gelesen, dass es aufgrund der Steigung zum Kraterrand keine Giraffen im Ngorongoro-Krater gibt ? ist dies eine Fehlinformation ? (15.02.2007, 16:17) | ||
| Michael Mettler: | @Sacha Beuth: Und das, obwohl Giraffen in der Lage sind, den Rand des Ngorongoro-Kraters zu überwinden, und Elenantilopen auf dem Kilimanjaro schon knapp unterhalb der Schneegrenze gesichtet wurden... Ich habe selbst Fotos von einer ganzen Herde Elen in Malawi gesehen, die auf etwas steht, was man in Europa Alm nennen und wo man in Afrika allenfalls "richtige" Gebirgsbewohner vermuten würde. Und wie gesagt, zumindest die alte Kronberger Giraffenanlage - die neue kenne ich noch nicht - weist ein ziemliches Gefälle auf, und trotzdem werden dort seit Jahrzehnten Giraffen gehalten. Natürlich wäre die Wuppertaler Patagonienanlage für Giraffen und manche anderen Arten der Ebenen alles andere als ideal. Aber so steil scheint mir die obere Fläche des Erweiterungsgeländes bei weitem nicht zu sein - nach dem Eindruck, den man von außerhalb des Bauzauns gewinnen kann. War jemand schon mal dort, z.B. bei einer Baustellenführung? Bongos und Takine bewegen sich auf jeden Fall ANDERS als Steppen-Huftiere - deutlich vorsichtiger und trittsicherer. Der Vergleich Esel/Pferd bietet sich hier geradezu an. Und was die Bewegungsintensität betrifft, scheinen mir Bongos und Takine noch immer deutlicher bewegungslustiger zu sein als Löwen. (15.02.2007, 15:14) | ||
| Sacha Beuth: | @Michael Mettler: Shensi-Takin hat hier ausführlicher beschrieben, was ich in kurzen Worten sagen wollte. Bei Löwen und Tigern sind es eben genau die "Spikes", die den Unterschied ausmachen. Auch würde ich mal davon ausgehen, dass im NORMALFALL ein Elenantilopenbulle mit seinen Hufen EHER einen Wiesen-/Rasen-/Grasboden in eine Schlammunterlage verwandelt als ein Tiger. Die Gefahr ist mit der Kombi scharfe Hufe/hohes Gewicht einfach grösser. Interessant Dein Einwand mit den Bongos und den Takinen. Verhalten sich diese - sagen wir mal Bergwaldbewohner - genauso bewegungsintensiv wie ihre Verwandten in den Ebenen? Zum Schluss noch zu Emmen: Hier sind die Anstiege doch wesentlich geringer als bei der Guanakoanlage in Wuppertal. Und die Gesamtstruktur ist insgesamt flacher/horizontaler. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass auf der Emmener Anlage Giraffen gehalten werden (meines Wissens ohne dass es dort wegen der Struktur bei den G. zu Unfällen kam) und in Wuppertal wohl kaum einer auf die Idee käme, Giraffen in die Guanakoanlage zu setzen. (15.02.2007, 12:40) | ||
| Michael Mettler: | @Shensi-Takin: Aber gelten die Einwände nicht größtenteils genauso für große und schwere Raubtiere, wie es Löwen und Tiger nun mal sind? Auch die sind nicht für ein Dauerleben am Hang geschaffen, außer dass sie bei Ausrutschen auf "Spikes" zurückgreifen können. Und was die Verschlammung betrifft, habe ich schon diverse Raubtieranlagen mit Naturboden gesehen, deren Matschboden von dem eines Huftiergeheges nur durch die Form der Fährten zu unterscheiden wäre. Dazu braucht es nicht mal schwere Tiere: Für die Nepal-Anlage in Hannover reichen je zwei Kleine Pandas und Chinesische Muntjaks, um sie regelmäßig im Winter in einen Schlammhügel zu verwandeln. (14.02.2007, 21:49) | ||
| Hannes: | Danke für die Antwort. Von Taylor hab ich bislang 1 Buch und fand es großartig. (14.02.2007, 18:40) | ||
| Shensi-Takin: | Sicher, Huftiere können durchaus auch auf steileren Anlagen gehalten werden. Doch ergeben sich hier-je nach Gewicht & Trittsicherheit der Tiere, Steilheit & Bodenbeschaffenheit des Geheges-durchaus Probleme, sei es durch vermehrten Bodenabrieb, und damit Rutsch/Sturzgefahr/fehlende Standsicherheit, was v.a. bei Arten mit etwas gröberen Paarungsspiel von Bedeutung wäre, Verschlammung mit mögl. parasitären Folgen, usw., oder orthopädische Probleme(anders als in ihrer ursprünglichen (Berg-)Heimat fehlt als Ausgleich dann zumeist eine größere ebene Fläche=> Gelenke!). Ähnliches kennt man auch z.B. aus der Nutztierhaltung(Alm, bestimmte Maststallformen). Alles in allem sind bestimmte Arten(z.B. Neuweltkameliden) aufgrund bestimmter körperlicher Attribute(Bodennutzung, Gewicht etc.) eher für steilere Anlagen geeignet als größere, schwerere Arten(z.B. der genannte Bison). Ich stimme IP66 zu: der Platzbedarf für Neubauten könnte mit ein Grund dafür sein. @Hannes: Einfach mal Taylors Bücher lesen; laut diesen sind die Scheichs auf Trappen versessen(da Lieblingsbeute bei der Falkenbeiz). Wenn schon darauf angesprochen: Trappen-und dabei v.a. die europäische Großtrappe-sind ja auch kaum mehr in dt. Zoo-Haltung vorzufinden; allenfalls finden sich noch z.B. die Riesentrappe oder die Senegaltrappe. (14.02.2007, 18:22) | ||
| Michael Mettler: | @Sacha Beuth: Auch im Opelzoo leben große Huftiere und Elefanten weitgehend am Hang und scheinen damit keine Probleme zu haben. Und die Emmener Anlage besteht im Grunde aus einem rundherum ummauerten Hügel, also ebenfalls überwiegend aus Hanglage. In Wuppertal selbst ist die Patagonienanlage mit den Guanakos ein sogar recht steiler Hang, und vorher wurden in dieser Anlage über lange Zeit Damhirsche und Bisons (!) gehalten. Ich dachte übrigens nicht mal nur an afrikanische Steppentiere, was Wuppertal betrifft. Es gäbe dort auch z.B. Weißlippenhirsche, Takine und Bongos, die in ihrer Heimat sämtlich Bergbewohner sind (und schon ein wenig mehr Raum brauchen könnten, als sie jetzt zur Verfügung haben). Aber wie gesagt - vielleicht stieße deren Haltung dort oben auch auf Probleme wie Bodenbeschaffenheit usw., die ich ja überhaupt nicht beurteilen kann. Und dass die Großkatzen bessere Unterkünfte brauchten, steht außer Frage. (14.02.2007, 17:53) | ||
| Sven P. Peter: | Bergzebras sollten doch für die Hanglage prädestiniert sein ;) Ich denke aber das in Wuppertal einfach bei den Katzen der größere Handlungsbedarf war, Anlagenmäßig. (14.02.2007, 16:57) | ||
| Sacha Beuth: | @MM: Ich glaube, dass Problem in Wuppertal ist die Hanglage, die es fast unmöglich macht, für Huftiere der Savannen ein wirklich grosses Gehege zu errichten. Nun könnte man natürlich argumentieren, dass Löwen und Sibir. Tiger auch mehrheitlich in flachem Gelände leben. Aber ich glaube, dass die Raubkatzen wesentlich besser mit einem "Berggehege" klar kommen, als Zebras, Antilopen oder gar Giraffen....(Verletzungsgefahr). Und obwohl auch Afrik. Elefanten durchaus in Berggelände leben (z. B. um den Mount Kenia), bin ich kein Fan der Elefantenanlage in Wuppertal. Allerdings wüsste ich unter den gegebenen Umständen (und so auf die Schnelle) nicht, wie man die Anlagen für Elefanten und Steppenhuftiere ohne zusätzl. Risiken für die Tiere hätte grosszügiger gestalten können. (14.02.2007, 16:40) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Andererseits ist es bezeichnend, dass Wuppertal sein Erweiterungsgelände u.a. für eine ein 1 ha große Freianlage für Löwen benutzt, während den deutlich bewegungsintensiveren Huftierarten KEIN zusätzlicher Raum angeboten wird. Ein Hektar entspricht m.W. der Fläche der Afrika-Steppe in Emmen. Allerdings kenne ich die Geländeverhältnisse des Erweiterungsbereiches nicht bzw. nur das, was man über den Bauzaun hinweg sehen und sich zusammenreimen kann; vielleicht ist die Nutzung des Geländes mit Fleischfressern schlichtweg wesentlich einfacher, da für Huftiere sicher ganz andere Zuwegungen und Wirtschaftsbereiche nötig wären (Raufutterlager, Mistbeseitigung usw.). (14.02.2007, 14:10) | ||
| IP66: | Ich würde den Huftierschwund auch mit dem Platzbedarf der neuen Großanlagen begründen: Zoos wie Nürnberg, die ihren Platz für Grobauten dank riesiger Fläche nicht durch Gehegebeseitigung befriedigen müssen, haben kaum Huftiere verloren, wohingegen Köln für seinen Elefantenpark nur Huftiergehege beseitigt hat. Frankfurt ist ein vergleichbares Beispiel, auch Bonoboland wird Gehege kosten. Wuppertal hat dank großer Fläche dagegen kaum Huftierarten aufgegeben. Auf der anderen Seite brauchen Erlebniszoos Huftierflächen, um Gelände zu füllen, ansonsten wären die dort angestrebten Rundwege zu kurz. (14.02.2007, 12:28) | ||
| Hannes: | Den Gag kapier ich nicht? (13.02.2007, 20:08) | ||
| Shensi-Takin: | @MM: Wie meinte schon David Taylor-die Scheichs wüssten gar nicht, wohin mit den geschenkten Adlern; Trappen wären ihnen doch viel lieber...;) Das Schicksal von Hundeartigen/Schweinen in arabischen Einrichtungen will ich gar nicht erst erwähnen... Ich persönlich vermute aus eigener Erfahrung, dass bestimmte Tierarten in Zoos weltweit, über alle Kulturkreise hinweg, einen ähnlichen Schauwert haben-dazu gehören z.B. die großen Raubkatzen, Großbären(Pandas!), Seelöwen, Koalas, Pinguine, Flamingos, Menschenaffen, Giraffen & Elefanten-wobei hier je nach Land gewisse kleinere Unterschiede herrschen; ein Afrikaner wird wahrscheinlich von einem Eisbären ebenso genauso schwer beeindruckt sein wie ein Inuit von einem Löwen. Je "exotischer" bzw. ungewöhnlicher ein Tier für den jeweiligen Kulturkreis ist, umso größer dürfte sein Schauwert sein(Dt. Fleckviehkuh in Neu-Delhi); wie lange sich dieser jedoch auf lange Sicht halten kann, ist eine andere Sache & tierartenabhängig. Hinzu kommen gewisse kulturbedingte Hintergründe(s.o. Bsp. mit dem Islam). Was die Chinesen angeht: die benehmen sich eigentlich alles im allen wie die europäischen Durchschnittsbesucher-außer dass sie noch mehr gegen Scheiben klopfen, noch häufiger unerlaubt Tiere füttern und lautstarker unterwegs sind. Futtern tun die eigentlich meist eher die ganzen klebrigen Süsswaren, die es in den chinesischen Zoos zu kaufen gibt...;) Was ausländische Tiergärten angeht: das 0815-Sortiment ist eigentlich immer vertreten & erfreut sich überall größster Beliebtheit. Zum Thema Erdmännchen: dank dem weltweiten Erfolg vom "König der Löwen" & ihres antrophozentrisch betrachtet "niedlichen" Habitus kommen die fast überall gut an(weltweit von Kindern mit dem Kampfschrei "Timooon" angekündigt). Geier & besseres Image? Das dürfte höchstens mal in Indien der Fall gewesen sein-und da vergiftet man sie(unabsichtlich) ja zzt. lieber...;) (13.02.2007, 18:54) | ||
| Michael Mettler: | Ich frage mich immer wieder, wie unterschiedlich der Schauwert von Zootieren in verschiedenen Kulturkreisen ist. Der zitierte Adler z.B. ist - nach den Büchern von David Taylor zu urteilen - in arabischen Ländern ähnlich "beliebt" wie bei uns die Hyäne; als stolz und majestätisch gilt dort der Falke. Wenn ein Prinzip "was man essen kann, ist uninteressant" in Deutschland vielleicht noch gelten könnte, würde dies auf den Menschen als Ganzes bedeuten, dass im Süden Chinas KEIN Tier Schauwert haben dürfte :-) Sieht ein Spanier (Stierkampfkultur!) einen Banteng mit anderen Augen als ein Deutscher? Interessiert sich ein Südeuropäer genauso sehr für Erdmännchen wie ein Mitteleuropäer? (Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Tiere noch vor Jahrzehnten bei uns häufig mit dem Ausruf "igitt, irgendwelche Ratten" bedacht wurden...) Haben Schweine und Geier anderswo ein "glorreicheres" Image als bei uns? Deswegen meine Frage an die Weitgereisten: Wie sehen die Haltungstendenzen in anderen Kulturkreisen (und als solchen würde ich selbst die USA und Kanada bezeichnen) aus - was ist dort im Kommen oder am Verschwinden? (13.02.2007, 18:26) | ||
| Shensi-Takin: | Edit: Bei den Kosten müsste es natürlich "höher" heißen. (13.02.2007, 15:26) | ||
| Shensi-Takin: | Ich halte diese These eher für gewagt; vielmehr lässt sich mE die Faszination des Menschens mit großen Raubtieren u.a. als eine Art Folgeerscheinung der Angst, die wir als pot. Beutetiere über Jahrtausende und z.T. noch heute durch die Präsenz & Aktivitäten dieser Raubtiere (mit)erlebeten bzw. erleben, deuten. Diese tiefverwurzelte Angst, man mag fast sagen ein "Angstbedürfnis", dürfte vielleicht auch z.B. der Grund sein, warum Menschen immer wieder gern in abgedunkelter Atmosphäre Horrorfilme mit möglichst abscheulichen Kreaturen ansehen. David Quammen hat in seinem Buch "Monsters of God" manches davon recht treffend literarisch dargestellt. In den Zoos mag dies auch mit ein Grund für die Attraktivität von Großkatzenfütterungen sein-ebenso erklärt sich auch, warum in kaum einer Doku über Afrikas Fauna ein Wildriß durch Löwen/Hyänenen etc. fehlen darf. Dass der Anblick von Blut durchaus den beutegierigen Frühmenschen in uns wecken mag, dürfte vielleicht durchaus zutreffen; vielleicht weckt er in uns aber auch nur die mitunter recht morbide Faszination des Menschens mit dem Tod(deren Ursprung weitaus schwerer zu deuten ist). Gerade in Schlachthäusern, in denen Unmengen an Blut fließt, reagieren die meisten Menschen zuallererst eher abgestoßen, ehe sich(wie auch im Klinikalltag) eine gewisse Abgestumpftheit ggü. den Anblick/Geschmack/Geruch von Blut entwickelt(Reizüberflutung?). Hinzu kommt, dass wir Menschen gern von Äußerlichkeiten auf den Charakter schließen-Löwe, Tiger & Steinadler sind dementsprechend "stolz & majestätisch", Hyänen, Geier & Bartschwein hingegen eher weniger...;) Zwar mag auch Otto-Normalbesucher Kudu-oder Rothirschböcken v.a. in der Brunst einen gewissen "ästhetischen Charakter" einräumen-der generelle Schauwert bleibt eher gering. Was den aasfressenden Vormenschen angeht: Gerade Homo sapiens sehe ich als derart perfekten Killer(wenn auch nicht ganz wie MARTINs "Blitzkrieg"-Theorie), der selbst das größte Tier zu töten weiß, und auch Schimpansen haben bewiesen, durchaus aktive Jäger zu sein. Die zzt. recht gängige Aasfresser-Theorie über die Frühmenschen ist dementsprechend mE ebenso ein Extrem wie die früher populäre "Killeraffen"-Theorie; vielleicht ist ein Zwischending eher wahrscheinlich. @MM: Vielleicht war/ist der Schauwert & die nicht unbedingt immer apparenten Kosten bei diesen Arten in Vergleich zu anderen(ggf. leichter zu haltenden) Arten geringer-so dass die Entscheidung der Zoos ggü. weiterer Haltung negativ ausfiel. Im Sinne der genannten Arten wahrlich ein Jammer! So wie ich Hunde kenne, bleibt da die Antwort auf letztere Frage mitunter offen...;) (13.02.2007, 15:21) | ||
| Michael Mettler: | Zum besonderen Reiz von Raubtieren: Es gibt die Theorie, dass wir uns aus einem archaischen Grund besonders für große Raubtiere (und Greifvögel!)interessieren. Entgegen der oft zu findenden Darstellung begannen unsere Urvorfahren in Afrika nicht gleich als heroische Jäger in der Savanne, sondern bezogen ihr tierisches Eiweiß u.a. aus dem, was vor allem Großkatzen von ihrer Beute übrig ließen (Hyänen lassen dagegen nichts übrig - gelten sie deswegen vielleicht als unsympathisch?). Folglich lohnte es sich für jene Urmenschen, Raubtiere und Greifvögel (kreisende Geier!) als potenzielle "Versorger" zu beobachten. HÄTTEN sie von Anfang an selbst gejagt, würde uns wohl eher ein besonderes Interesse an Antilopen und Zebras im Blute liegen... Letztlich könnte es auch daran liegen, dass wir auf eigenartige Weise fasziniert sind von allem, wo Blut fließt oder fließen könnte. Wenn also im TV ein Löwe ein Gnu reißt, sich zwei Boxer kloppen oder ein Formel-1-Rennen die Möglichkeit eines Unfalles bietet, sagt vielleicht irgendwas in uns "Hey, da könnte was Leckeres für mich abfallen..." Die Entwicklung von Keulen, Lanzen und anderen Waffen könnte demnach ursprünglich den Zweck gehabt haben, Raubtiere von deren Beute zu vertreiben, und die Eignung als Jagdwaffen wurde erst später entdeckt. Durch den Anblick von Fleisch und Blut des Beutetieres wurde vielleicht die nötige Aggression ausgelöst, um als schwacher, wenn auch bewaffneter Primat auf ein eigentlich überlegenes Raubtier los zu stürmen: Man sah eben Rot! Die Theorie wirft auch ein interessantes Licht auf die Beziehung Mensch-Hund: Möglicherweise waren es Menschen, die um die "kills" und Lagerstätten von Wölfen schlichen, um sich dort Reste zu stehlen, und die den Wölfen bei der Jagd folgten, um an der Beute teilzuhaben - und nicht umgekehrt. Wer hat dann eigentlich wen domestiziert...? :-) (12.02.2007, 23:12) | ||
| Ollo: | Jaa, ich war grad von selbst draufgekommen, aber trotzdem danke. (12.02.2007, 23:08) | ||
| Carsten: | @Ollo: Wie wär es mit Heuballen? (12.02.2007, 23:04) | ||
| Ollo: | Naja naja, für mich persönlich ist ein Rothirsch oder Großer Kudu so ziemlich das ästhetischste Motiv überhaupt, aber ich bin ja nicht Otto-Normal-Zoobesucher. Vorhin wollte ich gerne ein Wort benutzen, aber mir fiel der Begriff nicht ein. Wie heißen die Heublöcke, die mit zwei Bändern zusammengehalten werden? Gibt es dafür überhaupt einen feststehenden Begriff? (12.02.2007, 22:50) | ||
| Michael Mettler: | @Shensi-Takin: Z.B. Kaffern- und Rotbüffel, Defassa- und Grays Wasserbock, Streifen- und Weißschwanzgnu, Rappenantilope, Südafrikanischer Spießbock. Sämtlich Arten, die wenig Probleme in Haltung und Zucht mach(t)en und bei denen ich mich nicht erinnern kann, aus deutschen Zoos mal etwas über Inzuchterscheinungen gelesen zu haben - scheinen also brauchbare Zuchtstämme gewesen zu sein. (12.02.2007, 22:47) | ||
| michl: | bald wird man keine reisfelder und tempelanlagen mit tigern und elefanten mehr sehen wollen...... (12.02.2007, 22:40) | ||
| Shensi-Takin: | @Ollo: Nicht alle; und wenn, dann sind sie mind. "majestätisch", "elegant" oder "schön"...;) Ist lange her, dass ich das jemandenden über z.B. Anoas sagen gehört habe...;) (12.02.2007, 21:58) | ||
| Ollo: | Also wenn jemand rumliegt, dann sind das ja wohl die Raubtiere. (12.02.2007, 21:31) | ||
| Shensi-Takin: | Exotische Huftiere-siehe Tierseuchenbestimmungen; hier gilt die ähnliche Problematik, z.T. noch verstärkt. "Es wurden und werden ja auch Arten wegrationalisiert, bei denen man nicht zwingender auf Neuimporte usw. angewiesen wäre als bei anderen."-Welche? So sehr steht der Kostenfaktor(wobei Wildwiederkäuer im übrigen beileibe nicht nur Heu bekommen-mitunter leider...) eher nicht im Vordergrun, rechnet man in Verbrauch/Kopf; da kommt hochwertiges Fleisch weitaus teuerer...Der meist eher geringere Attraktionsgrad der Wildwiederkäuer dürfte da eher eine Rolle spielen-O-Ton Besucher: "Die liegen ja nur rum". (12.02.2007, 19:39) | ||
| Michael Mettler: | Hm. Zum einen verschwinden aber auch exotischere Huftiere (z.B. afrikanische Arten) aus den Sortimenten, und zum anderen bezog sich die Sammelleidenschaft der damaligen Zoodirektoren nicht nur auf Huftiere - es gab ja auch prall gefüllte Affen- und Raubtierhäuser usw. Und was die Tiersuchengefahr betrifft: Es wurden und werden ja auch Arten wegrationalisiert, bei denen man nicht zwingender auf Neuimporte usw. angewiesen wäre als bei anderen. Ich befürchte da eher die von Ollo dargelegte Denkweise mit dem ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Denn wenn Raufutterfresser wirklich mehr Futterraum (leuchtet ein) und Zeit-(= Personal-)aufwand benötigen, müssten eigentlich Elefanten als erste Tierart rausfliegen - nur locken die eben deutlich mehr Publikum an als Hirsch & Co.... Wobei ich mich frage, ob die Versorgung von Huftieren wirklich zeitaufwändiger ist als von Raubtieren. Das Zubereiten von Futterfleisch und das Reinigen der heute unvermeidlichen Glasfronten brauchen doch auch viel Zeit? (12.02.2007, 19:07) | ||
| Shensi-Takin: | Ich glaube, da spielen noch andere Faktoren mit eine Rolle, etwa verschärfte Tierseuchenauflagen, was v.a. die Bovidae betreffen dürfte. Die damalige Überpräsentation v.a. von Hirschen würde ich auch an der größeren Popularität des Jägers/Försters(der heute mitunter ja nur pauschal als blutrünstiger "Bambi-Mörder" abgestempelt wird) in früheren Generationen in D anknüpfen. Des weiteren dürfte da eine gewisse "Sammelleidenschaft" der Direktoren/Kuratoren(z.B. Münchens Hirsch"kollektion" unter Heck) mitbestimmend bei der (Über?)Präsentation bestimmter Huftiere gewesen sein. Mit Grzimeks/Sielmanns/Arendt & Schweigers(uvm.)Filmbeiträgen wurden exotischere Tiere interessanter-und damit auch präsenter in Zoos. Dass dabei sich manche Exoten als leichter haltbar als z.B. Reh oder Gams zeigten, dürfte zum "Verschwinden" der nicht-ganz-so-exotischen eurasischen Wildtiere(v.a. Wildhuftiere) aus größeren Zoos nur beigetragen haben. (12.02.2007, 18:22) | ||
| Ollo: | Mal davon abgesehen, daß ich sowieso der Meinung bin, daß die Huftiere früher überrepräsentiert waren und jetzt auf ein gesundes Maß schrumpfen (und das meine ich, obwohl Huftiere zu meinen liebsten Tiergruppen gehören), ist der Huftierschwund sicherlich auch ein Zugeständnis an die Wirtschaftlichkeit. Das Futter für die Rauhfutterfresser ist zwar vergleichsweise billig, aber es summiert sich auch. Die Lagerung und tägliche Verabreichung von Unmengen Heu ist platz- und zeitaufwendig. Vor allem aber kostet die Reinigung der Gehege sehr viel Zeit. Wenn man hier anteilig den Lohn der Tierpfleger berechnet, sind Huftiere im Unterhalt bestimmt ne Ecke teurer als Raubtiere. (12.02.2007, 17:53) | ||
| Michael Mettler: | Könnte die sinkende Beliebtheit von Huftieren wie Hirschen, Rindern und Antilopen auch durch eine veränderte Besucherstruktur begründet sein? Vor 30, 40 Jahren dürfte noch ein erheblicher Teil der damaligen Zoobesucher auf dem Land aufgewachsen oder vielleicht sogar in der Landwirtschaft tätig gewesen sein. Da unsere wichtigsten Nutztiere größtenteils zu den heute vermeintlich langweiligen Huftieren gehören, hat man sie damals vielleicht mit anderen Augen ("wertiger") gesehen. Dazu kommt, dass viele Bauern gleichzeitig Jäger sind und waren, denen der Blick auf Trophäenträger verständlicherweise Freude bereitet. Das zoologische Weltbild der Städter wird dagegen seit geraumer Zeit vom Fernsehen geprägt, und welche Tiergruppen herrschen in den dortigen Dokus - mal ganz abgesehen von den Zoo-Soaps - vor? Raubtiere, Affen, Elefanten. Entstehen dadurch die heutigen Wünsche des Zoopublikums? (12.02.2007, 16:39) | ||
| Michael Mettler: | @Walter Koch: Damit meinst du aber eher die Gehege-Neugestaltungen? Hagenbeck, Berlin und Stuttgart sind ja nun nicht erst im genannten Zeitraum als Halter hinzu gekommen. Dafür lief die Haltung in einigen größeren Zoos seitdem aus, z.B. in Krefeld, Dortmund, Tierpark Berlin oder Leipzig, oder ist kurz davor wie in Hannover. (23.01.2007, 17:17) | ||
| Walter Koch: | Der Braunbär ist m.E. einer der großen Gewinner der letzten 30Jahre in der Zoo- entwicklung. Z.B.:München, Stuttgart, Gangelt, Zoom, Bielefeld, Hagenbeck, Lüneburg, Perle- berg,Bernburg,Zoo Berlin,Eberswalde usw. (immer im Vergleich zur jeweiligen Ver- gangenheit). (23.01.2007, 15:22) | ||
| Walter Koch: | Der Braunbär ist m.E. einer der großen Gewinner der letzten 30Jahre in der Zoo- entwicklung. Z.B.:München, Stuttgart, Gangelt, Zoom, Bielefeld, Hagenbeck, Lüneburg, Perle- berg,Bernburg,Zoo Berlin,Eberswalde usw. (immer im Vergleich zur jeweiligen Ver- gangenheit). (23.01.2007, 15:22) | ||
| Michael Mettler: | @Ollo: Wo du das jetzt sagst - das war zu der Zeit, als man sie noch als primitivste lebende Primaten darstellte (und deshalb für den Zoo-Unterricht brauchte)... Im Gegenzug gehören Kurzohr-Rüsselspringer heute als "Gewinner" zum Standard-Sortiment. (23.01.2007, 10:05) | ||
| Ollo: | Waren Spitzhörnchen nicht mal verbreiteter als heute? (23.01.2007, 09:22) | ||
| Oliver Jahn: | Passt genau! Aschersleben hat auch Brillenbären bekommen und hatte vorher Braun- und Kragenbären. (22.01.2007, 20:31) | ||
| Michael Mettler: | Mir scheinen gerade Brillenbären zu den "Gewinnern" zu gehören. Teils, weil neue Standorte für sie hinzu kamen (z.B. Dortmund und Stuttgart), teils, weil sie in manchen Zoos von der Artenreduzierung ausgenommen wurden (z.B. Tierpark Berlin, Basel) - und wenn man von Zukunftsplänen hört oder liest, tauchen sie auch relativ häufig auf (z.B. für Frankfurt oder Rheine). (22.01.2007, 20:26) | ||
| IP66: | Bei den Bären scheint mir ein Umsatteln auf Tropenbären häufig zu sein, zulasten der klassischen Bärenburgbewohner. Allerdings sind in den letzten Jahren doch eine ganze Reihe neuer Eisbärenanlagen entstanden, aber kaum etwas für Braunbären oder Baribals - oder Kragenbären, die dann im Rahmen der Tropenbären die Verlierer sind. (22.01.2007, 20:03) | ||
| Shensi-Takin: | Falls nicht anderweitig bereits erwähnt als "Gewinner" einzustufen: Schneeeulen. (20.01.2007, 12:55) | ||
| Shensi-Takin: | Hoppla, ich habe Mulans älteren Beitrag überlesen... @Mulan: Doch, Tiere können durchaus "blöd" sein-bzw. "Marotten"(= Verhalten, das uns als Mensch uneinsichtig erscheint) haben. So können Einzeltiere beispielsweise vom Eintritt in einen Warmraum abgehalten werden, wenn ein dominantes Tier den Eingang blockiert. Hier muss der Freigang durchaus kontrolliert werden-sonst bleibt das "blöde" Tier nachts gezwungenermaßen draußen. Noch "uneinsichtigeren" Tierstämmen(Vögel, Reptilien etc.)würde ich noch weniger vorbehaltlos & unkontrolliert den Zugang zur kalten Außenwelt offerieren. Ich wiederhole mich noch einmal: es ist seit längerem durch Haltungserfahrungen bekannt, dass manche größeren Säugern aus warmen Klimazonen auch mit kälteren Temperaturen gut zurechtkommen, seien es Sasins oder Zebras. Doch gibt es hier erhebliche Unterschiede hinsichtlich Tierart & Herkunftsland; Bongos z.B. sind-da z.T. auch in höheren Berglagen in ihren Verbreitungsgebietes vorkommend-durchaus in der Lage, für kurze Zeit auch bei kälteren Tmp. draußen zu bleiben. Allerdings kommt es hier nicht selten zur Extremitätenspitzenerfrierungen(Ohren!). Noch schlimmer ist das erwähnte naßkalte Wetter. Von einem Daueraufenthalt im Freien im Winter wäre daher abzusehen-wie auch beiz.B. Nashörnern. Grundsätzlich gilt die Regel, dass Regenwaldbewohner meist etwas kälteempfindlicher als Wüsten-oder Steppenbewohner, in deren ursprünglichen Habitat die Nächte durchaus recht kalt werden können. "Roßkuren" als generell probates Mittel & Heizungen sozusagen als verweichlichendes Luxusgut anzusehen, lässt die Frage übrig, ob Sie ursprünglich im Schwabenlande respektive Schottland zuhause sind;) und sich selbst ähnlicher spartanischer Lebensführung unterziehen. Im Sinne der konstanten Gesundhaltung ist für bekanntermaßen winterharte Tierarten der Auslauf im Winter durchaus OK; dies aber auf Teufel komm raus bei allen Arten, mögen sie noch so heikel sein, als durchgehend anwendbar anzusehen, würde mitunter zu sehr der Tiergesundheit entgegenhandeln. Einzig die Tierpathologen dürften sich über Bspe. für erfrierungsbedingte Gefäßschäden & womöglich gar Perniones an allerlei exotischem Getier freuen. Es bleibt dabei: winterharte Tiere können durchaus heraus; allerdings sollte der Freigang(wie auch bei heikeleren Tieren bei trockener Kälte) kontrolliert sein. Im übrigen hält Salzburg schon seit längeren keine Steppen-, sondern Grevy-Zebras. (19.01.2007, 22:02) | ||
| Shensi-Takin: | @MM: Was Tonkin-/Francoislanguren angeht-vielleicht tut sich da noch was: die von mir besuchten chinesischen Zoos hielten jene, z.T. sogar mit Nachwuchs. Da liesse sich womöglich etwas deichseln;). Vielleicht kommt es noch mal zu einem Schlankaffen-Boom-und die "Einkaufslisten" werden wieder etwas farbenfroher...;) (19.01.2007, 21:15) | ||
| Michael Mettler: | @Shensi-Takin: In meinem Streifgebiet - also überwiegend Deutschland - fiel mir schon mal auf, dass Rötelpelikane heute viel verbreiteter sind als vor 25 Jahren. Das mag daran liegen, dass sie als Nicht-Europäer problemloser über den Handel zu bekommen sind/waren. Dass sich Rosa- und Krauskopfpelikane ausbreiten, dürfte auch an den immer häufigeren Zuchterfolgen gerade mit diesen Arten liegen - vor 25 Jahren hat kaum ein deutscher Zoo Pelikane gezüchtet. (Manche legten es noch nicht mal darauf an - ich denke dabei gerade an meinen "Heimatzoo" Hannover.) Bei den Schlankaffen gab es in den 60ern einen Boom, der sie kurzzeitig zu "Gewinnern" machte; das war die Zeit, in denen sich die mehr oder weniger erfolgreichen Haltungen der Guerezas, Nasen- und Kleideraffen etablierten und andere Arten schon kurz nach dem Import wieder aus den Zoos verschwanden. Man lese sich nur mal die "Einkaufslisten" in den Jahresberichten des Duisburger Zoos durch - einschließlich Francoislanguren... Mit den Schlankaffen ist es ein wenig wie mit den Walartigen: Ein paar schafften es über den Boom hinaus, ein paar kamen nach (Haubenlanguren!), und einige wenige gibt es auch heute noch. (19.01.2007, 20:00) | ||
| Shensi-Takin: | Richtig, Hasentiere waren-wohl aufgrund ihrer Schreckhaftigkeit-noch nie besonders häufig in Zoos zu finden-mit Ausnahme des Hauskaninchens. In den von mir durchgelesenen älteren Zooführern waren indes vergleichsweise mehr Haltungen, z.B. in Schweizer Wildgärten; bei letzteren war sogar von durchgehend erfolgreicher Zucht die Rede. (19.01.2007, 18:39) | ||
| Karsten Vick: | @Shensi-Takin: Hm, Hasentiere waren noch nie häufig in Zoos, speziell exotische Arten, oder haben Sie davon historische Haltungen gefunden? (19.01.2007, 18:22) | ||
| Shensi-Takin: | Beim Durchblättern alter Zooführer fielen weitere "Verlierer" auf: Europäische Igel etwa(noch zu sehen z.B. im Budapester Zoo), Hasentiere & Schlankaffen im Allgemeinen(wusste vorher z.B. nicht, dass auch Basel & Berlin Kleider-und Nasenaffen hielten...). Von den Bären scheint ganz klar der Kragenbär hinsichtlich Zoo-Haltung in Europa auf dem absteigenden Ast zu sein-wie auch der Baribal. Wie siehts eigentlich hinsichtlich Pelikanen aus? Die europäische Haltungen scheinen mE v.a. Krauskopf-und Rosapelikan den Vorzug zu geben. (19.01.2007, 17:59) | ||
| IP66: | Ich würde generell behaupten, daß es wieder eine gewisse Neigung zu mehr Arten gibt, vor allem, aber nicht nur, in Vergesellschaftungen. Nogge hat auf die Pinguinanlage Dampfschiffenten gesetzt, in Duisburg kamen Schwarzenten dazu, nachdem doch über Jahrzehnte der alte berliner Vogelfelsen völlig ausgestorben war. Das ist nur ein Beispiel, die Nagervergesellschaftungen sind ein zweites, aber auch in Gelsenkirchen gibt es ja Braubärenmischlinge und Eisfüchse, die dortige Afrikaanlage ist auch recht dicht besetzt. Ich glaube zwar nicht, daß die Zeiten des Artensammelns wie in den 60ern anbrechen, sehe aber doch eine Tendenz, unter den gegebenen Umständen mehr Arten unterzubringen. (16.01.2007, 12:15) | ||
| Michael Mettler: | Zu den "Gewinnern" gehören auch noch ein paar unauffälligere Arten, die man oft nur als "Unterbesatz" von Klettertieren sieht: Zwergagutis und die verschiedenen wilden Meerschweinchenarten. Noch Anfang der 80er war Frankfurt vielleicht der einzige deutsche Zoo mit Zwergagutis, und Wildmeerschweinchen (Aperea, Wiesel- und Felsenmeerschweinchen) sah ich damals meiner Erinnerung nach nur im Berliner Zoo (die Ursprungstiere kamen wohl sämtlich von der Uni Bielefeld). (16.01.2007, 08:47) | ||
| Mulan: | Der Freigang muß nicht kontrolliert werden. Tiere sind doch nicht blöd, wenn es ihnen zu kalt ist, bleiben sie drinnen. Auch tropische Katzen haben mit Kälte überhaupt kein Problem. Salzburg hatte Jahrzehntelang Steppenzebras ohne Warmstall gehalten, die waren ganzjährig draußen und hatten nur einen Unterstand. Jetzt haben sie zwar einen Stall, der ist aber nicht beheizbar. Ich kenne Zoos, da kommen Bongos bei trockener Kälte im Winter den ganzen Tag raus .Nasskälte vertragen viele Tiere nicht.Ein deutscher Zoo läßt sogar im Winter ganztägig die Elefanten raus, außer bei strengem Frost, aber nur wegen der Ohren, die Tiere selbst haben mit der Kälte kein Problem und lieben es , im Schnee zu toben. Im Opelzoo werden ganzjährig Flußpferde im Freien gehalten.Die Tiere sind bester Gesundheit.Die Tiere können jederzeit einen unbeheizten Stall aufsuchen, tun das aber nicht. Und wenn die Anlage eisfrei ist, kann man auch Giraffen im Winter ganztägig rauslassen. Wenn ich den Stall aber auf 20 Grad Celsisus heize, ist es doch kein Wunder,wenn Tiere empfindlich werden. (30.12.2006, 19:23) | ||
| Shensi-Takin: | Zu: "Tiere sind nur dann kälteempfindlich, wenn man sie dazu macht." Mit Verlaub, das stimmt so nicht: es hängt stark von der jeweiligen Tierart bzw. dessen ursprünglichen Herkunftsgebiet ab, inwieweit es Kälte (und, was hierzulande zu beachten ist, Nässe!) tolerieren kann. ME wäre es absolut nicht zu verantworten, z.B. einen Bongo, eine Seekuh oder ein Löwenäffchen hierzulande ganzjährig ohne Warmhaus draussen zu halten-von tropischen Vögeln, Reptilien oder Amphibien & vielen Wirbellosen gar nicht zu reden. "Man" kann viel hinsichtlich Einsparungen machen-aber bitte nicht zuungunsten der Tiergesundheit. Dass indes Kleinkatzen(wenn o.G. zutrifft) mit einem Warmhaus auch (kontrollierten)Freigang im Winter haben sollten, dürfte eigentlich geläufig sein. (30.12.2006, 10:31) | ||
| Mulan: | Für die erwähnten Kleinkatzenarten sind Warmhäuser nicht zwingend, denn die Tiere kommen mit Kälte besser klar , als man es annimmt. Tiere sind nur dann kälteempfindlich, wenn man sie dazu macht. Mal abgesehen davon, kann man ja auch den Katzen die Wahl lassen, ob sie sich drinnen oder draußen aufhalten möchten. Honigdachse fände ich auch spannend, zumal es keinen deutschen Halter mehr gibt. Wenn Prag weiterhin züchtet ( 2 Würfe bis jetzt ), wäre es wohl auch kein Problem, diese zu bekommen. (30.12.2006, 07:12) | ||
| Oliver Jahn: | Nun, da kann ich nur empfehlen, mal hin zu fahren. Das lohnt sich beim Zoo Aschersleben eh. Und ich verspreche nicht zu viel. (29.12.2006, 23:24) | ||
| Shensi-Takin: | Was tagaktive Dachse angehen-das kann ich durchaus bestätigen (Honigdachse im Zoo Prag). Hinsichtlich Ozelotanlage; ich bin mitnichten ein Freund von (unnötigen) Millioneninvestitionen im Tierhaltungsbereich; indes würde mich eine genauere Beschreibung der ANlage(womöglich Fotos) recht interessieren. TIA. Was EU_Richtlinien anghet, so kann man durchaus geteilter Meinungs ein;). (29.12.2006, 23:15) | ||
| Oliver Jahn: | Außer dem heimischen Grimmbart finden sich in deutschen Zoos überhaupt keine anderen Dachsarten mehr. Es soll aber in einigen Zoos (auch in Tschechien)recht tagaktive Dachse geben. Was die verbindlichen Richtlinien zur Haltung von Kleinkatzen angeht, so empfehle ich auch hier einfach einen Blick auf die Ozelotanlage in Aschersleben. So kann man eben auch bauen, ohne Millioneninvestitionen und absolut zeitgemäß, modern und artgerecht. (29.12.2006, 22:59) | ||
| Shensi-Takin: | @Oliver Jahn: dass manche exotischen Tiere sich mehr oder minder akklimatisieren können, zeigten schon frühe Haltungsversuche(u.a. Hagenbeck); jedoch sollte man bei modernen Haltungen es zum Wohle der Tier nicht unbedingt ausreizen-und dementsprechend eher den (verbindlichen) Richtlinien folgen. Was den Manul angeht: ich habe Ihre Aussage noch um den Hinweis gen USA(wo die Art in den letzten Jahren vermehrt gehalten wird)erweitert. Dachse wären durchaus interessant; jedoch fürchte ich, dass Besucher bis auf den frühen Morgen und späten Nachmittag nicht viel vom Tier zu sehen bekämen-ein "Manko", dass indes auch andere Arten vorweisen. Werden indes Silberdachse noch in der EU gehalten(Duisburg?)? (29.12.2006, 22:52) | ||
| Oliver Jahn: | Genau das habe ich zum Manul geschrieben. Gewinner ist er nur im Westen. Aber auf Deutschland bezogen ist er somit ein Verlierer, denn man möge die Zahl der Halter in der ehemaligen DDR nicht unterschätzen. Zusammengenommen waren das auf jeden Fall mehr als heute in Gesamtdeutschland. Wenn ich an die einst blühende Kleinkatzenhaltung in Magdeburg denke, so ging das auch bei Ozelot, Karakal und Serval komplett ohne Warmhäuser. Ich fände auch Dachsarten noch recht spannend. Da käme bei Honig-,Schweins-, Sonnen- oder Silberdachs noch hinzu, dass der Tierpark schreiben könnte: "Einmalig in Deutschland!" (29.12.2006, 22:22) | ||
| Shensi-Takin: | Was den Manul angeht: Es ist insofern richtig, dass der Manul in ostdeutschen bzw. osteuropäischen Zoos häufiger als heute war; doch vergleicht man die frühere Zahl von Manulen in westeuropäischen Einrichtungen sowie in amerikanischen Zoos mit der heutigen Verbreitung, so kann man dieser Kleinkatze durchaus einen "Gewinner"-Status(jedenfalls im Westen) zuschreiben. Was Toxoplasmosis bei Manulen angeht: hierzu gibt es unterschiedliche Aussagen(je nach Bewertung der Fälle): whd. einige Experten v.a. bei sehr jungen Manulen eine erhöhte Anfälligkeit für eine fatal verlaufende Toxoplasmose-Infektion erkennen wollen, sehen andere darin eine ähnliche Anfälligkeitsrate wie bei jungen Hauskatzen. Hier ist in allen Fälle die Prophylaxe(Futtertierauswahl, streunende Hauskatzen fernhalten) von Bedeutung. Für den Manul spricht die klimatische Eignung für Europa sowie die gegenwärtige "Schwämme" an erhaltbaren Exemplaren. Zwar sehen Karakal, Fischkatze, Ozelot & Serval(=4 Arten;) exotischer aus(wichtig für Besucher!), doch wäre hier ein Warmhaus für oG. sowie die meisten Karakal-Unterarten anzuraten(das laut EU-Richtlinie um die 15m2 haben sollte). Weiterer Vorschlag: eine größere Marderart-z.B. Vielfraß, Buntmarder, Zobel oder gar eine unserer heimischen Marder sowie Stinktiere. (29.12.2006, 22:00) | ||
| Oliver Jahn: | Für Streifenhyänen spräche ja auch, dass der Tierpark Hamm diese ja bereits einmal gehalten hat. Außerdem sind sie recht anspruchslose Pfleglinge, die sehr alt werden und nur etwas höhere Ansprüche an die Zucht stellen, bzgl. einiger Höhlen oder Verstecke. Und man muss da nicht bis nach Tallinn schauen, ein Blick in den Tierpark Aschersleben reicht. Das erste Geschwisterpaar wurde bereits verkauft, der Wurf aus diesem Sommer waren sogar Drillinge. Bei den Kleinkatzen ist der Manul nur ein Gewinner aus westdeutscher Sicht. In den Zoos der ehemaligen DDR war er sehr viel häufiger als heute und selbst kleinere Tiergärten hielten ihn. Von daher ist er in den neuen Bundesländern eher ein "Verlierer". Allerdings finde ich @Mulans Idee sehr gut, endlich mal wieder etwas für Servale und Karakale zu tun, denn die sind in Ost und West klare Verlierer. (29.12.2006, 20:11) | ||
| Mulan: | Manule sind aber keine einfachen Pfleglinge, selbst " große " Zoos haben Probleme damit, vor allem mit der Taxoplasmose. Auch Rostkatzen sind keineswegs so einfach zu halten und außerdem noch Nachtaktiv. Wenn schon eine Kleinkatze , dann kommen Serval , Karakal , Fischkatze oder Ozelot in Frage. Alle drei Arten sind einfach zu halten und sind publikumsattraktiv. Klippschliefer sind eher langweilig für die Besucher und außerdem noch wahre Ausbrechermeister. (29.12.2006, 18:00) | ||
| Shensi-Takin: | Streifenhyänen hätten insofern den Vorteil, als dass man hier für Fleischportionen mit höherem Knochenanteil(wenn sie auch nicht so starke Knochen wie die Tüpfelhyänen zerbeißen können) einen Abnehmer hätte-was vielleicht für einen kleinen Zoo/Tierpark mit eher begrenztem Budget von Bedeutung wäre. Beziehen könnte man diese Art u.a. aus Zoos des ehemaligen Ostblocks, z.B. Tallinn Zoo (Estland). Klippschliefer(v.a. Kap-/ Abess. Klippschliefer) werden zunehmend häufiger in Zoos gehalten & nachgezüchtet; insodfern dürfte es da wenig Schwierigkeiten geben, Exemplare zu bekommen. Apropo Kleinkatzen: da fiele mir noch ein "Gewinner" der letzten Jahre ein, der auch für die engere Auswahl interessant wäre: der Manul. (29.12.2006, 09:40) | ||
| Michael Mettler: | @Zoochitekt: Schwarzfußkatzen dürften nicht "einfach zu bekommen sein" und sind - nach der Haltungsbilnaz der Art in den Zoos zu urteilen - wohl auch keine einfachen Pfleglinge. Wenn es denn eine Kleinkatze sein soll (und das Thema nicht auf Afrika festgelegt ist) - wie wäre es mit Rostkatzen? Dafür werden offensichtlich noch neue Halter gesucht, da sich die Nachzuchten in Frankfurt "stapeln". Das Angebot bezüglich der Diplomarbeit nehme ich hiermit auf, darüber würde ich gern mehr lesen! (29.12.2006, 09:03) | ||
| Zoochitekt: | Danke für die Antworten! Es geht ja bei mir im Moment darum, dass ich eine Diplomarbeit über Zooarchitektur / Zoogestaltung schreibe und in diesem Zuge den Masterplan eines kleinen Tierparks überarbeite. Das schlißet auch die Neukoordinierung des Tierbestandes ein - deshalb auch die Frage nach "in" und "out". Natürlich sind die bis jetzt gezeigten Arten größtenteils sehr einfach zu pflegende Tiere, die den meisten Zoofans mittlerweile schon zu gut bekannt sind. Neben einer Dispositionsliste von ca. 7 Arten (Doppelpräsentationen) ist aber auch geplant, zwei, drei neue Arten in neuen Gehegekomplexen zu zeigen. "Leider" hatte man sich schon für Erdmännchen und Pinguine (eine leicht zu pflegende Art) entschieden, so dass ich jetzt nur noch Entscheidungsfreiheit für ein bis zwei Arten habe. Es wäre schön, wenn es sich hierbei um besondere Tiere handeln würde, mit deren Haltungsanforderungen man einen kleinen Park nicht überfordert und die auch relativ einfach zu bekommen sind. Ich habe im Moment folgende Tiere in der engeren Auswahl: Streifenhyäne, Schwarzfußkatze, Klippschliefer. Vielleicht habt Ihr/ haben Sie ja noch einen Vorschlag...würde mich freuen. Falls übrigens Interesse an der Diplomarbeit besteht, schreibe ich gerne in einem Extra-Thread etwas dazu... (29.12.2006, 08:25) | ||
| Shensi-Takin: | Kleine Korrektur: statt Schwarzfußpinguin müsste es natürlich Brillenpinguin heißen. Bzgl. Krokodile fiele mir noch ein, dass auch hier zunehmend der Schwerpunkt auf wenige, bestimmte Arten gelegt wird. Hinsichtlich Häufigkeit der Präsentation dürfte dabei der Mississippi-Alligator Spitzenreiter sein. (28.12.2006, 19:35) | ||
| Shensi-Takin: | @MM: hinsichtlich Otter kann ich nur zustimmen, wobei bei diesen v.a. die Zwergotter(gefolgt vom Eurasischen/Nordamerikanischen Fischotter)die klaren "Gewinner" sind. Weitere "Verlierer": die Pinguine. Die Präsentation engt sich zunehmend auf Humbolt-/Magellan-/Schwarzfußpinguine(und teilweise Zwergpinguine)ein, wobei die Bestände bei anderen in Europa gehaltenen Arten(u.a. Königspinguine)eher selten selbsttragend und daher rückläufig sind(trotz Pinguin-"Zentren" wie Edinborough oder Teneriffa). Was den Sumatra-Tiger angeht: dieser Eindruck beschlich mich insofern, als dass ich in verschiedenen Einrichtungen(u.a. USA)bei späteren Besuch die Amur-gegen die Sumatra-Unterart ersetzt sah. Apropo USA und Tiger-dort scheinen immer mehr Indochina-Tiger gehalten zu werden. (28.12.2006, 17:10) | ||
| Michael Mettler: | Auch wenn es hierzulande nur wenige Zoos betrifft: Walartige sind ebenfalls rückläufig, wobei die meisten gehaltenen Arten auch nur einen in Relation zur Zoogeschichte kurzen Boom hatten. Ausbreitungstendenz gibt es noch bei Fuchsmangusten, und eigentlich müsste man nicht nur den Zwergotter anführen, sondern die Haltung von Ottern allgemein. Bis auf spärliche Reste verschwunden sind dagegen Dachsverwandte, Ginsterkatzen und Roller. Binturongs könnten hingegen die nächsten Modetiere werden, weil man sie anscheinend zunehmend als Vergesellschaftungsart ins Auge fasst. Sumatra-Tiger empfinde ich im Gegensatz zu Shensi-Takin eher als "out", was aber an meinem eingeschränkten Streifgebiet liegen mag. So sind sie innerhalb der letzten 25 Jahre z.B. aus Bremerhaven, Hannover, dem Zoo Berlin, Leipzig, München und zuletzt Wuppertal verschwunden. Deutliche "Verlierer" sind auch die Kleinkatzen. (28.12.2006, 16:58) | ||
| Shensi-Takin: | Mir fielen da u.a. noch die Pinnipeda ein-hinsichtlich Artenpräsentation engt sich da die Haltung zunehmend auf Kalifornischer Seelöwe, Seebären(meist Südafrikaner, selten Südamerikaner/Nördl.), Seehunde und Mähnenrobben ein. Desgleichen bei den Muntjaks(wie bereits u. kurz erwähnt): v.a. der Indische Muntjak scheint zunehmend vom Chinesischen ersetzt worden zu sein. War richtig froh, in China noch ein paar andere Muntjakformen sehen zu können... "In" sind des weiteren u.a. Kleiner Panda, Lar, Nasenbär, Kea, Königspython, Dendrobates-Fröschchen(meist D. auratus), Zebramanguste, Nilflughund, Schwarzschwanz-Präriehund, Nacktmull, Sumatra-Tiger, Schneeleopard und Amur-Leopard. Gerade bei den Kleintieren/-vögeln habe ich zunehmend den Eindruck, dass sich die Haltung auf recht gängige, selbst im Privathaltung eher geläufige Arten reduziert(z.B. Reisfinken, Bartagamen, Streifengrasmäuse etc). (28.12.2006, 16:42) | ||
| Michael Mettler: | @Dortmunder: Ich meine mich zu erinnern, dass es zeitweise KEINE Zwergflusspferde im Ruhrzoo gab. Weder im Elefantenhaus (dort in einer Anlage das Zuchtpaar der "normalen" Flusspferde, in der anderen Handelstiere der selben Art - oder Elefantenkälber) noch in der Nashornanlage, in der zur gleichen Zeit eben noch Nashörner standen (und später Tapire). (28.12.2006, 16:23) | ||
| Dortmunder: | Wobei Gelsenkirchen nicht nur zeitweise Zwergflusspferde hatte... Erst im Elefantenhaus und dann auf der ehemaligen Nashornanlage... (28.12.2006, 15:55) | ||
| Michael Mettler: | Vielleicht könnte man selbst das Zwergflusspferd zu den "Verlierern" rechnen. Mit Leipzig, München, Hannover, Münster, (zeitweise) Gelsenkirchen und dem Tierpark Berlin fallen mir spontan gleich sechs große Zoos ein, die innerhalb der letzten 20 Jahre die Haltung beendeten. (28.12.2006, 15:50) | ||
| Dortmunder: | Ich würde ja als "Verlierer" nicht nur die Riesen-, sondern auch (fast) alle anderen Känguruhs und Beuteltiere nennen... Wenn man mal von den Bennettkänguruhs absieht... Okapis sind aber in den letzten Jahren auch zu einer Gewinnerart geworden... Und über Elefanten möchte ich eigentlich nichts sagen, da mir das die Elefanten-Fans ziemlich krumm nehmen könnten... "Verlierer" sind aber auch die "gewöhnlichen" Schimpansen... Ansonsten die üblichen Verdächtigen, wie hier 1000-fach erwähnt ! Gnus (besonders das Weißschwanzgnu), Hyänen (vor allem Streifen- und Schabrackenhyänen), Hirsche, Rinder und Antilopen... (28.12.2006, 15:22) | ||
| Michael Mettler: | @Karsten: Na, den Berliner ZOO wollen wir dabei auch nicht vergessen.... Wobei ich nicht nur KLEINE Greife meine: Auch das Spektrum an Geiern war m.E. früher in anderen Zoos als den Berlinern größer. Über Deutschland hinaus hatte auch Antwerpen noch in den 80ern ein reiches Repertoire an tropischen Greifen und Eulen. Mit den Waranen auf der Verliererseite war ich vielleicht zu voreilig, hinterher fielen mir doch noch einige wieder ein - hier hat sich wohl eher die Artenzusammensetzung verschoben als dass es weniger Haltungen wurden. (28.12.2006, 08:32) | ||
| Karsten Vick: | Tropische und überhaupt kleine Greifvögel waren doch wohl nur in den 60ern im Berliner Tierpark "Gewinner" (wobei die letzten Wahlberg- und Prachthaubenadler ja erst in den 90ern gestorben sind) oder war das Arten-Angebot früher im Westen größer (FALLS das so war könnte dafür ein eigenes Thema eröffnet werden, das würde mich interessieren)? (27.12.2006, 21:55) | ||
| Michael Mettler: | Zu den von Sacha Beuth schon erwähnten Krallenäffchen fällt mir noch ein, dass vor 20, 25 Jahren Weißbüscheläffchen zu den häufig gehaltenen Arten gehörten und Lisztäffchen - damals nannte man sie vielerorts noch Pincheäffchen - sehr selten waren. Das hat sich genau umgekehrt. Zu den "Verlierern" in deutschen Zoos gehören noch Riesenkängurus, tropische Greifvögel und Warane, zu den "Gewinnern" Kattas, Varis, Berberaffen, Pinselohrschweine, Bongos, Bartkäuze, Grüne Baumpythons, Bartagamen, Chamäleons, Pfeilgiftfrösche. Wobei natürlich einige "Verluste" dadurch zu erklären sind, dass artenreiche Sammlungen in kleinen Unterkünften "out" sind - anders ausgedrückt, die Zahl der zur Verfügung stehenden Gehege, Käfige, Volieren und Terrarien in den Zoos hat sich drastisch verringert, wodurch logischerweise auch die "Verbreitung" mancher Zootierarten eingeschränkt wurde. (27.12.2006, 21:00) | ||
| Michael Mettler: | Bei den Flusspferden dürfte eine Rolle spielen, dass die Zoos heute bestrebt sind, Wassertiere auch mit Unterwassereinblick zu präsentieren. Und da wohl kein anderes Wassertier sein Element so schnell undurchsichtig macht wie das Flusspferd, ist eben eine sehr kostenträchtige Technik nötig. Bauen für Nashörner oder Elefanten dürfte wohl in der Relation "billiger" sein. (27.12.2006, 19:19) | ||
| Oliver Jahn: | Flusspferde sind deutlich im Rückgang, obwohl sie eigentlich dort, wo sie noch gehalten werden, zu absoluten Publikumsmagneten werden und in vielen Zoos, in denen sie gehalten wurden, zu echten Tierpersönlichkeiten wurden, da sie auch immer einen Namen hatten, der fast allen Besuchern bekannt war. Wie hier schon öfter erwähnt sind Flusspferde die häufigsten "Opfer" einer "Dickhäuterreduzierung" in den Zoos, dicht gefolgt von den Nashörnern, ganz große Gewinner hingegen sind die Elefanten. (27.12.2006, 17:36) | ||
| Michael Mettler: | Rinder (Wild- wie domestizierte Formen) und Hirsche sind ebenfalls rückläufig, Ausnahme bei letzteren dürften Chinesische Muntjaks und (Haus-)Rentiere sein. Etwas platt ausgedrückt und vor allem auf Deutschland bezogen: Alles, was nicht a) riesig groß ("Dickhäuter", Giraffen), b)"gefährlich" (Raubtiere, Schlangen, Krokodile), c) drollig oder d) für Show-Zwecke geeignet ist oder nicht e) in einer begehbaren Anlage gehalten werden kann, läuft momentan anscheinend Gefahr, durchs Sieb zu rutschen. (27.12.2006, 17:04) | ||
| Sacha Beuth: | Was mir mal so spontal eingefallen ist, habe ich kurz zusammengefasst: Vor Jahrzehnten häufig(er), heute selten: Meerkatzen und Mangaben, asiat. Languren, Kuhantilopen, Gazellen, Kaffernbüffel, Eisbär, Kragenbär, Malaienbär, Streifenhyäne, Reh, Giftnattern, Schimpansen, Dampfschiffenten, Rotschnabel-Madenhacker, Tropische Eulenarten, Bengaltiger (wenn auch selten Unterartenrein) und Schnabeligel. Heute stark vertreten, früher selten: Zwergotter, Erdmännchen, Kragenechse, diverse Krallenaffenarten, Mishmitakin, Schneeleopard und Indische Löwen. Natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bei weiteren Hinweisen in diesem Forum zu diesem Thema war Ronald Masell schon schneller....:) (27.12.2006, 17:03) | ||
| Ronald Masell: | Antilopen allgemein sind stark rückläufig, hierbei speziell Gnus, die früher in fast jedem Zoo zu sehen waren. Hyänen könnte man auch noch nennen. Bei Kleinsäuger gibt es diese Tendenz ebenfalls, ausser bei den schon erwähnten Erdmännchen. In dem Fred "ich kann sie nicht mehr sehen" oder bei "die letzten Ihre Art" könntest du auch noch fündig werden. (27.12.2006, 16:40) | ||
| Zoochitekt: | Ich habe hier zwar schon einige Threads mit ähnlichen Themen durchforstet, allerdings würde ich gerne noch einmal gezielt nachfragen: Welche Tiere sind im Tiermanagement im Moment "in" und welche "out"...schlimm genug, dass man es so titulieren kann, aber leider wird ja auch in den Zoos mittlerweile mehr nach Besucherwunsch als nach anderem geplant. Mir ist z.B. zu Ohren gekommen, dass früher Pumas deutlich weiter verbreitet waren, als heute. Genau andersherum läuft es im Moment mit Erdmännchen - die gibt es ja fast überall. Hat eventuell noch jemand Bespiele für bekannte Arten, bei denen die Haltungsanzahl sich in das Gegenteil entwickelt hat? (27.12.2006, 15:52) |
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