
| cajun: | Naja... 0b das der große Wurf ist... " Neue Wege führen zu den Tieren im Zoo Das neue Wegeleitsystem umfasst mehr Tiere als das alte. Die Piktogramme auf den Schildern wurden speziell für den Zoo entworfen. Das neue Wegeleitsystem umfasst mehr Tiere als das alte. Die Piktogramme auf den Schildern wurden speziell für den Zoo entworfen. Im Zoo Krefeld leben 159 Tierarten. Die sind nicht alle auf den neuen Schildern vertreten, die der Zoo nun installiert hat, damit sie den Besuchern den Weg durch den Tierpark aufzeigen. Die neue Beschilderung weist aber auf sehr viel mehr Tiere hin als der alte Rundgang es tat. „Das alte System war schon 25 Jahre alt und in die Jahre gekommen“, sagt Petra Schwinn, Sprecherin des Zoos. „Die neuen Schilder zeigen eine größere Vielfalt. Zum Beispiel weisen sie auf das letzte Berg-Anoa der Welt hin, das bei uns im Zoo lebt.“ Die Rinderart aus Indonesien sei schon seit Jahren nicht mehr im Freien beobachtet worden. Der Zoo geht davon aus, dass das Tier in Krefeld das letzte seiner Art ist. Die neuen Schilder sollten Besucher auf solche besonderen Tierarten aufmerksam machen. 35.000 Euro kostet das neue System, 25.000 Euro davon hat die Volksbank Krefeld gesponsort. Das neue System führt verschiedene Tierarten mit Namen und Piktogrammen auf. Die Piktogramme wurden speziell für den Zoo entworfen. Der Rundgang führt nicht an jedem Gehege vorbei, soll aber den Besuchern helfen, einen schönen Weg durch den Zoo zu finden. „Besucher brauchen eine verständliche Orientierungshilfe,“ sagt Zoodirektor Wolfgang Dreßen. „Mit dem neuen Leitsystem ist uns eine gute Synthese zwischen konkreter Wegeführung und gleichzeitiger Einladung zum Entdecken gelungen. Die modernen Piktogramme machen die Orientierung für jeden Menschen anhand der Symbole möglich.“ Die Schilder sind mit Folie versehen, die sich abziehen lässt, sodass neue Tierarten darauf geklebt werden können. Weil in einem Zoo immer Tiere dazukämen und auch welche gingen, müsse ein Beschilderungssystem dynamisch sein, erklärt Schwinn. „Der Zoo ist wie ein lebender Organismus“, vergleicht die Sprecherin. Auch er ändere sich andauernd. Die Informationen an den Gehegen sind nicht erneuert; diese Schilder würden aber ohnehin regelmäßig aktualisiert, sagt Schwinn. Auch eine App für den Zoobesuch gebe es nicht. Besucher sollten die Natur wahrnehmen, statt auf ein Smartphone zu schauen. Für die nächsten Monate gibt es aber andere Erneuerungspläne: Mit weiteren Spenden der Volksbank sollen neue Plätze zum Picknicken und zur Erholung entstehen. Nah an dem Nandugehege liegen die Plätze aber nicht: Der Hahn schnappe nämlich auch schonmal nach Besuchern oder deren Masken." Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/nachwuchs-und-neue-schilder-zoo-krefeld-nandus-und-strasse-haben-kueken_aid-69972615 (24.05.2022, 13:15) | ||
| zollifreund: | das es auch anders geht: Monde Sauvage. Hier sind sehr viele unterschiedliche Schilder im Einsatz. Bei den ganz neuen sah das dann so aus ( sehr ausführlich und wirklich zweisprachig g*) Im Hintergrund dafür das in meinen Augen nicht so beispielhafte Gehege der Ozelot. Sehr großzügig, aber kaum Deckungs- und Klettermöglichkeiten. Die Bambusbepflanzung im Hintergrund ist genau vor dem Gitter ( eher als Sichtschutz gedacht). (06.09.2015, 18:39) | ||
| zollifreund: | stimmt, das ist mir als noch gar nicht aufgefallen - und das war kein Zufall.... :-) (06.09.2015, 18:27) | ||
| Michael Mettler: | Na, wenigstens ist das Gibbon-Schild mehrsprachig (Niederländisch, Deutsch, Englisch, Dänisch...) :-) (06.09.2015, 17:38) | ||
| zollifreund: | bei meiner Tour durch durch die Niederlande stellte ich mir in Mierlo, anlässlicher der dortigen Gehegeschilder und des überall zu lesenden Leitbildes " Dierenrijk - De Kinderdierentuin" die Frage, ob holländische Kinder nicht lesen können... :-) es waren alle Schilder so gestaltet, weniger geht echt nicht mehr und nur bei den Tigern gab noch eine Beschilderunge zu der Bedrohung der Art. Nur in dem Zooführer werden einige ergänzenden Angaben gemacht. Bin ansonsten ja ein Fan der holländischen Zoos, aber das Beispiel macht hoffentlich keine Schule. ( Obwohl sicher viele Erwachsene bei uns darüber froh wären, müssten sie ja nicht ihren Kindern so fürchterlich lange Tiernamen als vorlesen.... :-) (06.09.2015, 16:26) | ||
| Michael Mettler: | Eine sehr schöne Schautafel (Zoo Magdeburg), aber ich möchte nicht wissen, wieviele Zoobesucher nach Blick darauf BEIDE Arten in der Anlage suchen, weil ein Hinweis darauf fehlt, dass nur die eine davon durch die benachbarte Scheibe zu sehen ist. Vergleichbares habe ich schon öfter in Zoos erlebt, z.B. wenn die Fellmuster verschiedener Zebra- oder Giraffenformen vor einem Gehege mit nur einer Form darin präsentiert werden. "Für mich sehen die alle gleich aus", bemerkte dabei mal kopfschüttelnd eine Besucherin angesichts einer Gruppe Grevyzebras, aus denen sie bemüht auch die vor dem Gehege illustrierten Steppen- und Bergzebras herauszufinden versuchte. (04.10.2011, 19:15) | ||
| Liz Thieme: | Ich finde den Artikel sehr interessant. Die Studie wurde letztes Jahr im Juli veröffentlicht und 2005 durchgeführt. Da ich mit dem unten angezeigten Link ein Problem habe, hier noch mal ein Link zu dem Bericht: http://www.thefreelibrary.com/What+information+do+zoo+%26+aquarium+visitors+want+on+animal...-a0219824500 (31.10.2010, 18:30) | ||
| uru: | Welche Information interesiert US Zoobesucher am meistens? Verhalten und seltsame Angaben 34% Gefährdung status 31% Verbreitung 28% Lebenserwaetung 25% Wie das Tier uns Zoo kam 24% Und am wenigtens? Taxonomische Beziehungen 6% Lateinische Name 2% Quelle:www.thefreelibrary.com/What+information+do+zoo+%26+aquarium+visitors+want+on+animal (31.10.2010, 08:40) | ||
| Michael Mettler: | P.S. Zumindest entdecke ich im polnischen Text nichts, was auf Heck, Berlin oder München hindeutet - "Konik" taucht darin ja auf. Kann jemand Polnisch...? (23.09.2008, 16:15) | ||
| Michael Mettler: | Fundstück aus Ueckermünde: Die Beschilderung erklärt den Tarpan für ausgestorben und enthält keinen Hinweis auf die "Rückzüchtung". Da darf sich der Besucher dann fragen, ob die im Gehege zu sehenden Tiere nur eine Halluzination sind :-) Gerade in einem Zoo mit vielen polnischen Besuchern würde sich doch der Hinweis auf die wichtige Rolle des Koniks bei der Züchtung der Heck-Tarpane anbieten. (23.09.2008, 16:10) | ||
| IP66: | Ob eine graphisch ausgefeilte und mit Tierzeichnungen garnierte Beschilderung wie in Köln wirklich so viel preiswerter zu haben ist als ein gediegener und informativer Zooführer wie in Wuppertal, weiß ich nicht - zumal auch die Schilder und Tafeln nach wenigen Jahren verwittern. (01.09.2008, 10:35) | ||
| Ralf Sommerlad: | Ich stimme nicht unbedingt zu. Aber natürlich kann sich nicht jeder Zoo, es sei denn er wird nebenbei von Land und Bund gesponsert, regelmässig neue Zooführer (und teuere Jahresberichte) leisten. Frankfurt ist da ein gutes Beispiel, der Zoo hängt am Tropf des nicht gerade zoofreundlichen Magistrats ohne weitere nennenswerte Zuschüsse...Andere Zoos, wie Karlsruhe, haben Zooführer nahezu ohne edukativen Inhalt. In Chennai, wo ich die Tafel aufgenommen habe, kommen die Tafelnsehr gut an, insbesondere indische Besucher lesen das sehr aufmerksam. Auch in den USA, wo es ja bei Weitem nicht überall Zooführer gibt, ist man auf diese günstigere Art der Wissensvermittlung angewiesen. Vielleicht sind das aber auch Mentalitätsfragen??? (01.09.2008, 10:10) | ||
| IP66: | Generell scheint sich mir die Neigung zu verbreiten, auf ausführliche Zooführer zu verzichten und gleichsam als Ersatz riesige Tafeln neben bestimmte Tiergehege zu stellen, von denne man hofft, daß sie gelesen werden. Der Effekt ist wohl eher ein umgekehrter - die Tafeln signalisieren die Erfüllung des Bildugnsauftrages, werden aber nur in dieser Hinsicht und nicht ihres Inhalts wegen wahrgenommen. Es ist ja auch gut nachzuvollziehen, daß ein Zooführer, der abseits vom Gedränge oder daheim gelesen werden kann, nachhaltigere Bildungserlebnisse vermittelt als eine Tafel nach dem Muster einer Wandzeitung, der in Konkurrenz zum lebenden Exposit steht. (30.08.2008, 11:16) | ||
| Ralf Sommerlad: | Ich persönlich halte edukative Gehegebeschilderungen ( allerdings nur wenn sie gut gemacht sind ) für unverzichtbar...viele Zoos scheinen allerdings anderer Meinung zu sein. Ich wünsche mir oft Beschilderungen,die denen der guten modernen US-Zoos nahekommen. (29.08.2008, 17:28) | ||
| Gudrun Bardowicks: | Im Wildpark Lüneburger Heide gibt es seit Anfang 2008 wieder einen aktuellen Wildparkführer, der zwar alle wichtigen gezeigten Arten auch in der Form eines Rundgangs nennt, aber vom Informationsgehalt über die einzelnen Arten her nicht mehr so ausführlich ist wie die früheren Wildparkführer. Dieses scheint allerdings ein Trend in neueren deutschen Zoo- und Wildparkführern zu sein. Häufig sind die Artbeschreibungen auf der Homepage der einzelnen zoologischen Einrichtungen ausführlicher als in den Führen. Dieses gilt im Übrigen auch häufig für die Gehegebeschilderungen, und zwar nicht nur in Hannover, wenn es dort auch besonders auffällig ist. (29.08.2008, 12:21) | ||
| Ralf Sommerlad: | Teil des edukativen Beschilderungssystems der Madras Crocodile Bank (29.08.2008, 11:59) | ||
| Michael Mettler: | @Ollo: Ich vermute eher, dass in den Eulenvolieren des Wildparks immer wieder haufenweise das käufliche Wildfutter landete... ("Was frisst denn so eine Eule?" - "Keine Ahnung, aber die würden das Futter hier doch bestimmt nicht verkaufen, wenn sie es nicht vertragen würde...") (24.05.2007, 23:20) | ||
| Ollo: | @MM Ich hatte in Hannover mal einer Eule so eine Süßigkeiten-Weiße-Maus gezeigt. Da wurden schon etwas die Pupillen geschärft. (24.05.2007, 22:38) | ||
| Michael Mettler: | Nein, im Moment gibt es überhaupt keinen Parkführer, und die Verkäuferin im Shop zuckte auf die Frage, wann ein neuer rauskommt, nur mit den Achseln. (24.05.2007, 22:36) | ||
| Zooguidecollector: | Ist der für dieses jahr angekündigte Zooführer vom Wildpark Lüneburger Heide schon erhältlich ? (24.05.2007, 22:31) | ||
| Michael Mettler: | Im Wildpark Lüneburger Heide entdeckte ich gestern zu meiner Belustigung ein Schild "Eulen bitte nicht füttern". Würde mich ja wirklich mal interessieren, was da alles in die Voliere gereicht wurde - Mäuse wird wohl kein Besucher bei sich gehabt haben... (24.05.2007, 21:33) | ||
| Michael Mettler: | Die Idee mit den in verschiedenen Höhen angebrachten Schildern für Ober- und Unterbesatz finde ich gut. Allerdings traue ich einer nicht unerheblichen Zahl von Besuchern zu, dass sie mit der Zuordnung Probleme bekommen, sobald ein "Oben-Vogel" auf dem Boden rumläuft.... ("Der Farbe nach ist das der Bali-Star." - "Kann gar nicht sein, der müsste doch in den Bäumen sitzen...") (20.05.2007, 20:41) | ||
| Karsten Vick: | In der Walsroder Indonesienhalle haben sie die Beschilderung schön gemacht: Jeweils auf einer Tafel zusammengefasst mehrere Arten, teils nach Verwandtschaft, teils nach Lebensweise (Boden - Baumkronen). Für Besucher ohne ornithologische Vorbildung immer noch ganz schön happig, aber immerhin schon ein Ordnungsprinzip. (20.05.2007, 19:17) | ||
| Ollo: | Sollten die einzelnen Artenschilder bei Gemeinschaftsanlagen Eurer Meinung nach in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet sein? Ich denke ja. Wenn ich selbst etwas für mich plane, führe ich die Arten immer nach der verwandtschaftlichen Systematik auf. Das sieht man in den Tiergärten leider nicht so. Für Volieren schlage ich aber ein anderes System vor: Eine obere Schilderreihe mit den nicht-bodenlebenden Arten, und eine untere mit den bodenlebenden. Innerhalb der beiden Reihen erfolgt die Anordnung dann wieder nach systematischen Gesichtspunkten. (20.05.2007, 18:12) | ||
| Ulli: | @IP66 - Grundsätzlich gebe ich Dir recht - als Entschuldigung kann man vielleicht gelten lassen, daß man auf den Internet-Seiten eine Fortschreibung des Zooführers "Auf die Spur gekommen" vornimmt (zur Zeit 73 Einträge - davon 50 Säugetierarten). Wenn man Mitglied der Zoogesellschaft ist, bekommt man darüberhinaus einen gedruckten Jahresbericht (Stil wie früher in Hannover) Ich persönlich finde die momentane Situation in Bezug auf gedruckte Informationen auch unbefriedigend. Bei dem Beitrag ging es mir auch weniger um den Zoo Osnabrück an sich, als vielmehr um die Erschließung anderer Medien speziell für die Jugendlichen, die Zoos in der Regel "uncool" finden. Apropos Medien: Die Panoramafahrten, die der Allwetterzoo Münster im Internet anbietet, finde ich absolut schön und gehen im Grunde ja schon in die Richtung des Forschungsvorhabens. (28.03.2007, 08:42) | ||
| Michael Mettler: | Da wir gerade bei der Aktualisierung von Zoo-Information sind: Gibt es eigentlich in Krefeld noch immer das Ringbuch-Tierlexikon, und hat es dafür jemals aktualisierte Einlegeblätter gegeben? (27.03.2007, 18:57) | ||
| IP66: | Die Information war Ziel meiner Bemerkung: Es ist doch dreist, der Presse gegenüber von der Ergänzung eines "herkömmlichen" Zooführers zu reden, wenn man einen solchen garnicht vorlegen kann. Eigentlich mag ich den osnabrücker Zoo und ich habe auch nichts gegen neue Informationsformen, zumal der Artikel ja wirklich neue Ideen verfolgt. Aber man sollte doch einräumen, wie schwer es manchem Zoo fällt, aktuelle Zooführer zu publizieren, obwohl die ja leichter zusammenzustellen sind als multimediale Animationen, die ja auch aktualisiert werden müssen. (27.03.2007, 18:05) | ||
| Ulli: | Zur Zeit gibt es keinen aktuellen gedruckten Zooführer. Ich warte auch schon eine Weile darauf. (27.03.2007, 12:33) | ||
| IP66: | Die Ergänzung eines Zooführers durch die angeführten Medien ist aber nur möglich, wenn es einen gibt - habe ich da in Osnabrück etwas verpaßt? (27.03.2007, 11:14) | ||
| Ulli: | http://www.igf.uni-osnabrueck.de/institut/pdfs/presse/070306_zoo-osnabrueck.pdf Zoobesuch der dritten Dimension: Mit neuen Medien Tieren auf der Spur Internet und mobile Info-Angebote halten in Osnabrück Einzug – Taschencomputer und Handys im Einsatz Die elektronischen Medien und ihre Nutzungsmöglichkeiten gerade für Kinder und Jugendliche sind in der Kritik. Doch das, was heute viele mit Blick auf Killerspiele im Internet als Fluch der modernen Zeit geißeln, kann auch ein Segen sein. Im Zoo Osnabrück etwa sollen Informationen über die dort lebenden Tiere, ihren natürlichen Lebensraum und ihre Gefährdung mit Hilfe neuer Medien angeboten werden. Durch dreidimensionale Darstellungen im Internet und mobile Informationsangebote sollen insbesondere Schüler und Studenten gezielt angesprochen werden. Das in Deutschland und Europa einmalige Projekt des Instituts für Geoinformatik und Fernerkundung (IGF) der Universität Osnabrück und der Zoogesellschaft Osnabrück wird mit fast 100.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt. Neue Medien zur Umweltbildung im Zoo zu erproben und einzusetzen Ziel des Projektes sei es, neue Medien zur Umweltbildung im Zoo zu erproben und einzusetzen, betonte heute bei der Übergabe des Bewilligungsschreibens an Dr. Ulrich Michel von der Universität Osnabrück und Reinhard Coppenrath sowie Andreas Busemann von der Zoogesellschaft DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Zum einen würden die Informationen dem Besucher bereits im Vorfeld mit einem dreidimensionalen Zoo-Rundgang im Internet vorgestellt, zum anderen über einen mobilen und elektronischen Zooführer während des Besuchs präsentiert. Bildmaterial, Videoclips, Tiergeräusche und Interviews aufs Handy Die Informationen sollten in einer neuen Tiefe angeboten werden, betonte Zoogesellschafts-Präsident Coppenrath. Dies könne etwa durch Bildmaterial, kurze Videoclips, die das Tier in seiner natürlichen Umgebung zeigen, Tiergeräusche oder Interviews mit Pfleger und Zooärztin verwirklicht werden. So solle der Nutzer animiert werden, sich mit dem Tier und seinem Lebensraum intensiver auseinander zu setzen. Die Besucher könnten so auch auf Maßnahmen zum Schutz der Tiere hingewiesen und für diese Thematik interessiert und sensibilisiert werden. An den einzelnen Gehegen könnten je nach Wunsch weitere Informationen abgerufen werden. Der bislang gedruckte Zooführer solle um ein digitales mobiles Informationssystem ergänzt werden, das auf Taschencomputern(PDA) oder Handys genutzt werden könne. Zoobesuch via Internet für die schulische Nachbereitung vertiefen Die Internet-Darstellung des Zoos könne zum Besuch motivieren und differenzierte Informationen zu einzelnen Tieren hinterlegen, die nach einem Zoobesuch beispielsweise für die schulische Nachbereitung vertieft werden könnten, betonte Dr. Michel von der Universität Osnabrück. Das mobile Informationssystem biete die Möglichkeit, live vor dem Gehege oder im Tierhaus stehend, erweiterte Informationen zu den jeweiligen Tieren abzurufen. Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren nutzen zu 96 Prozent das Internet Einsatz elektronischer Medien ermögliche neue Formen der Umweltwissensvermittlung, unterstrich Brickwedde. Informationen könnten schnell zugänglich, individuell aufbereitet und abfragbar gemacht werden. Der Trend gehe weiter in Richtung neuer Medien. Wie eine aktuelle Online-Studie von ARD und ZDF zeige, nutzten Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren zu 96 Prozent das Internet. Die Umfrage habe zudem ein hohes Interesse an mobiler Mediennutzung ermittelt. Sinnvolle Wege erproben, um Medien gezielt und sinnvoll einzusetzen „Aus Sicht der Umweltbildung ist es wichtig, diese neuen Medien und Möglichkeiten der Informationsvermittlung und der Integration in Umweltbildungskonzepte nicht auszublenden, sondern vielmehr sinnvolle Wege zu erproben, die es ermöglichen, diese Medien gezielt und sinnvoll einzusetzen,“ betonte Brickwedde. Insbesondere vor dem Hintergrund der Diskussion um eine mangelnde Naturnähe bei Jugendlichen gelte es, zielgruppengerechte Alternativen zu entwickeln, um diese Altersgruppe wieder für die Natur zu interessieren. Brickwedde: „Die neuen Medien können dabei eine Mittlerrolle einnehmen und eine Brücke zwischen dem Medienalltag der Jugendlichen und der Naturbegegnung sowie dem Naturerlebnis schlagen.“ Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 24898): Dr. Ulrich Michel, Universität Osnabrück, Telefon: 0541/969-4591, Fax: 0541/969-4061, Andreas Busemann, Zoo Osnabrück, Telefon: 0541/951050, Fax: 0541/9510522. (Quelle: http://www.dbu.de/123artikel26366_106.html vom 07.03.2007) (26.03.2007, 12:38) | ||
| Ulli: | Man kann die Mauer mit den Gucklöchern doch in Richtung des Weges errichten, der zum Gehege hinführt, anschließend wird man entweder durch ein chinesisches Tor oder durch einen Bambushain um das Gehege herumgeführt - dann ist das Gehege umfassend einsehbar- der Ausgang kann entsprechend gestaltet werden. Ddesweiteren kann man mehrere Gucklöcher anbringen.Bei Massenbesuch werden viele das Guckloch auch gar nicht sehen, wenn es an Alltagen ruhiger im Zoo ist, wird man sich eher die Muße für jegliche Form von didaktischen Begleitelementen nehmen. Ein Zoopädagoge würde bei einer Führung natürlich an den offenen Seiten die Tiere erläutern und nur auf die Möglichkeit der Gucklöcher hinweisen. (08.02.2007, 13:06) | ||
| IP66: | Gucklöcher sind auch ein Dauerproblem bei Massenbesuch, man kann auch kaum vor einer Gucklochanlage mit Kindern kommunizieren. (08.02.2007, 12:21) | ||
| Michael Mettler: | @Shensi-Takin: Auch eine sehr schöne Idee, wie man angeblich langweiligen Tieren ein interessanteres Image verschaffen kann! "Schlüssellocheffekte" haben sich ja bereits vielerorts bewährt. Ein Zwei-Meter-Wandstück würde auch gut neben ein Gehege für Gaur oder Wisente passen, um für den Aha-Effekt zu sorgen, dass selbst diese Kolosse solche Höhen im Sprung überwinden können. (07.02.2007, 22:39) | ||
| Shensi-Takin: | Mir fiele hinsichtlich Mauer/Wand auch eine zoopädagogische Idee ein-allerdings beim Pater-Davidshirsch. Der Besucher wäre dabei der Blick auf die Tiere vorerst durch ein ca. 2-3 m hohes Mauerstück im chinesischen Design(Drachenziegel)versperrt, flankiert von der grimmig dreinblickenden Statue einer stilisierten altchinesischen Palastwache(http://mg.mud.de/Regionen/fernwest/Sam6.gif). Ein kurzer, kindgerechter Text erläutert kurz die Geschichte des Paters Armand Davids, der auf seiner Reise von einem Tier namens "sì bú xià ng"(etwa "Vier in einem") hörte, das nur noch im kaiserlichen Palastgarten lebt und streng bewacht wird. Der Zoobesucher wird aufgefordert, es David gleichzutun und einen Blick über die Mauer zu riskieren-wobei ein adäquat plazierter, solider Steinblock für Leute kleinerer Statur ;) von Nutzen ist. (Die Tiere selbst sind dabei zusätzlich durch einen sichelförmigen Wassergraben von den Besuchern agetrennt.) Auf weiteren Schautafeln entlang des weiteren Wegs kann der Besucher mehr über die Geschichte/ Besonderheiten des Davidshirsches lernen. (07.02.2007, 21:19) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Bei großem Besucherandrang dürften aber wohl die weit unten auf die Scheibe geklebten Tiernamen ebenfalls nicht sichtbar sein... @Ulli: Meine Holzwand und die Sprungweitendarstellung könnte man sogar noch verbinden, indem man eine lebensgroße Impala-Silhouette in entsprechender Entfernung zum Standort des Wand-Betrachters aufstellt. Angeblich soll der Rekord für Impalas bei 12 Metern liegen, das dürfte schon für einen ziemlichen Aha-Effekt sorgen und vielleicht das vermeintliche "Reh" ein wenig interessanter wirken lassen. Auch z.B. die Bekanntheit von Geparden dürfte weitgehend auf ihrem Geschwindigkeitsrekord fußen. (06.02.2007, 15:10) | ||
| Ulli: | @Michael Mettler Deine Ideen finde ich sehr schön. Sonstiger kleiner Nachtrag von mir: - im Zusammenhang mit dem Räuber-Beute-Thema oder Fleisch- und Pflanzenfresser kann man die verschiedenen Blickwinkel von Antilopen im Vergleich zum Löwen zeigen. (06.02.2007, 11:17) | ||
| IP66: | Herrn Mettlers Eindruck, Köln sei ein Schilderwald, ist mir schon von einigen Besuchern bestätigt worden. Der Eindruck kommt aber nicht nur durch die vielen Schilder, sondern auch durch derehn Größe und ziemlich schreierisch bewerkstelligte Plazierung zustand. Im Urwaldhaus haben die Dinge ihre Geschichte. Man wollte Didaktik und Regenwaldhalle völlig voneinander trennen und vor allem auf jede Form von Gehegeschild, daß eine Art erläutert, verzichten. Daraufhin wurde natürlich jeder Pfleger mehrfach pro Minute gefragt, welches Tier denn das Baumkänguruh sei oder welcher Vogel in der Paradiesvogelgrotte sitzt, da nur wenige Besucher von den stationären Heftchen oder den großen Tafeln auf die Tiere im nächsten Gehege schließen kann - zum Teil geht das auch gar nicht, weil bei großem Besucherandrang man nicht gleichzeitig zu Tafel und Gehege kommt. Deshalb wurden schließlich die Artennamen an die Scheiben geklebt. Momentan wird die Ton-und-Bild-Installation im Eingangsbereich abgebaut - es scheint sich also doch so etwas wie die Rückkehr zum klassischen Gehegeschild anzubahnen. (06.02.2007, 11:16) | ||
| Michael Mettler: | @Ulli: Ich finde, dass man die Tafeln am Sambesi-Bereich nicht ZU ernst nehmen sollte - letztendlich handelt es sich bei der Bootsfahrt um ein "Fahrgeschäft" und nicht um eine Lehrveranstaltung. Schließlich gleiten ja auch Boote in Afrika nicht an Zugvorrichtungen ohne Motor und Ruder über einen Rundlauf-"Fluss" aus Beton :-) Und ich denke, dass die romantische Vorstellung von Afrika in Hannover durchaus ihren Gegenpart findet, denn das heutige Afrika besteht nun mal zu weiten Teilen aus Wellblechsiedlungen, zu allen möglichen Zwecken recycelten Ölfässern und Autoreifen usw. - und nicht nur aus gras- und palmwedelgedeckten Forschercamps und Eingeborenenhütten, wie sie momentan in anderen Zoos sehr beliebt sind. Genau aus diesem Grund würde ich mir z.B. für das Rentier-/Karibugehege in "Yukon Bay" nicht unbedingt eine verrostende Lore o.Ä. als Deko wünschen, sondern ein Stück Pipeline, das auf eines der Umweltprobleme in der Tundra hindeutet. Zur Didaktik bei Huftieren (keineswegs nur Antilopen, das mangelnde Interesse betrifft z.B. Hirsche, Rinder oder Gebirgswiederkäuer genauso) habe ich mir schon oft Gedanken gemacht. Da sich meines Erachtens am ehesten Lerninhalte einprägen, die den Besucher beeindrucken (z.B. durch Rekorde), frage ich mich z.B., warum keiner der Impala-Halter bisher auf die Idee gekommen ist, anhand von Markierungen neben dem Gehege zu demonstrieren, wie hoch und wie weit diese Tierart springen kann. Sowas ginge nämlich ohne lange Texte und große Tafeln. Weiß nicht, ob ich das irgendwo im Forum schon mal erwähnt habe, aber mir würde auch ein sehr einfacher Aha-Effekt vorschweben, um die Variationsbreite von Antilopen darzustellen: Eine zwei Meter hohe Bretterwand (darf ruhig nach "Kral" aussehen) mit einem untertassengroßen Schlupfloch in Bodennähe. Darauf müsste dann nur stehen: "Die kleinste Antilopenart der Welt kann durch dieses Loch laufen, die größte ohne Anlauf über diese Wand springen". Und ein kleiner Verweis auf die Rückseite, auf der Alle, die dadurch neugierig geworden sind, lebensgroße Silhouetten von Kleinstböckchen und Riesenelenantilope sowie ein paar Informationen über die Vielfalt der Antilopen im Allgemeinen finden würden. Das wäre dann, da erst bei Nachsuche zu finden, weniger plakativ als manche Schautafel - aber wahrscheinlich nicht weniger wirkungsvoll. In Zoos, die beide Arten halten (wie Hannover), könnte man natürlich auch Dikdik und Steppenelenantilope als Beispiele nehmen, und für Hirsche wäre das Prinzip in Abwandlung ebenfalls machbar. Auf Stirnwaffenträger im Allgemeinen ausgedehnt könnte man noch darauf hinweisen, dass ein Steinbock oder Takin auf der Oberkante der Bretter stehen kann oder ein Moschusochse die Wand einfach dadurch überwinden würde, dass er sie zertrümmert :-) (06.02.2007, 10:55) | ||
| Ulli: | Noch einmal zu den Schautafeln : In der Beurteilung der Tafeln beim Sambesi in Hannover bin ich etwas gespalten. Einerseits sind die zitierten Texte von Afrikaforschern des 19.Jh. durchaus spannend und anschaulich (als Kind fand ich solche Afrikaberichte toll), andererseits vermittelt es einen sehr romantischen Eindruck von Afrika, der so nicht mehr zutrifft. Heute geht niemand mehr wochenlang mit Buschmesser durch unerforschte Regionen außerdem ist man heute mit GPS jederzeit zu orten. Die Probleme in Afrika sind heute auch sicher andere als wie in den zitierten Texten. Der Hinweis auf Malaria ist gut und wichtig, nur sagt es wenig über den heutigen Umgang mit der Malaria. Nur wie man es besser machen kann, weiß ich auch (noch) nicht. Bei den Antilopen - Michaels Mettlers besondere Vorliebe, von der Mehrzahl der Besucher aber leider eher wenig beachtet kann man sehr schöne Schautafeln (am Rand des Geheges oder im Rücken der Besucher aufgestellt) entwickeln, die vielleicht sogar erst die Aufmerksamkeit auf die Tiere selbst lenkt: - Antilopenbilder mit den verschiedenen Hörnern und Gesichtsmasken, exemplarisch kann man dann als lebende Anschauungsarten z.B. Mendesantilopen und Dorcasgazellen zeigen, eventuell in einem Nachbargehege als optischen Kontrast Rappenantilopen oder oder - eine Schautafel mit Antilopen verschiedener Größe und Form und als lebende Beispiele z.B. wie in Hannover Pferdeantilopen und Zwergrüssel-Dik-Diks - bei den Duckern, um auch diese Klientel zu berücksichtigen, kann man auf einer farbigen Tafel die verschiedenen Duckerarten in ihrem Lebensraum (Regenwald, Sekundärwald, Gebirgswald, Dornbusch, Savanne) zeigen und exemplarisch eine Duckerart, abhängig von den Bestanden in Europa oder den Anforderungen eines EEPs oder ESBs, halten. Auf diese Weise kann man viele Themen veranschaulichen: Mannigfaltigkeit der Arten, Artenbildung, Evolution, Lebensräume oder auch Anpassung an Lebensräume. Die Ideen von Michael Ducker als Samenverteiler (auch als Spiel gestaltbar) oder urtümlich anmutendes Huftier - finde ich darüber hinaus wirklich gut - es gibt sehr schöne Bilder über das unterschiedliche Fraßverhalten von Antilopen (häufig kombiniert mit Breitmaulnashörnern, Zebras oder Giraffen) - im alten Zooführer von Hannover gab es einen schönen Comic mit dem unterschiedlichen Kampfverhalten von Elen- und Kuhantilopen - analoge Anpassung an Lebensräume und ökologische Nischen bei verschiedenen Säugetierordnungen: z.B. Aguti im Vergleich zum Hirschferkel oder Kantschil oder auch Ducker - auf Biotop-Übersichtskarten (wie in Grzimeks Tierleben und falls man sie an einer Stelle im Zoo aufstellen möchte) werden ebenfalls Biotop-typische Antilopen abgebildet. - apropos Biotopkarten Es macht durchaus Sinn, Weltkarten mit allen Wüstengebieten oder mit allen Waldgebieten im Zoo aufzustellen, um sich in der Tierhaltung dann aber exemplarisch jeweils auf eine Region, die dann aber umfassend über alle Tierstämme, Wirbeltierklassen und Säugetierordnungen hinweg, zu beschränken. (06.02.2007, 09:49) | ||
| Karsten Vick: | Für Kinder sind Spielstationen mit Aha-Effekt sehr schön und bei ihnen sehr beliebt. Zwei Beispiele aus Rostock, eins neu eins alt. Am neuen Gepardengehege wird gezeigt, das ein Gepard 4x so schnell läuft wie ein Mensch. Man dreht eine Kurbel und setzt damit die beiden in Bewegung, wobei das Gepardenpüppchen den Menschen 4x überholt. Am Kormorankäfig kann man auch per Kurbel 2 Reusen aus einem Teich holen, eine fast leere (soviel fressen die Kormorane) und eine proppenvolle (soviel essen wir Menschen). (Im Gegensatz dazu sah ich übrigens eine sehr polemische Installation auf der Grünen Woche. Eine Horde (ausgestopfte) schmuddelige vollgefressene Aalraben hockt auf einem vollgekackten Baum, der Fisch guckt ihnen aus dem Hals wie weiland bei Max und Moritz. Text dazu: Jeder Kormoran vertilgt täglich 10 kg wertvollen Fisch. Ein paar Meter weiter war ein Stand, an dem gezeigt wurde, wie viele Fische täglich in Turbinen von Wasserkraftwerken gtötet werden...) (05.02.2007, 23:14) | ||
| Carsten: | Nichts ist schlimm daran, ich find es gut, wenn der Zoo mit den Telefonen und Schubladen etwas geschaffen hat, was den Kindern in Erinnerung bleibt und auf spannende Weise kindgerecht Informationen rüberbringt. In anderen Zoos kennen viele Kinder nur die Spielplätze ... (05.02.2007, 17:11) | ||
| Ulli: | Was ist so schlimm daran, dass die Kinder sich vor allem bei den Telefonen und Schubladen aufhalten - nebenbei bleibt auch etwas an Informationen hängen. Vielleicht gehen sie beim zweiten Mal schon mit noch offeneren Augen und Ohren durch den eigentlichen Regenwaldbereich und wenn nicht hatten sie wenigstens Spaß an den Experimenten. Umgekehrt hat man aber auf diese Weise in dem eigentlichen Hallenbereich (also nicht die kleinen Gänge, die Michael ansprach !) einen Schilderwald minimiert. Ach ja, Michael sprach selbst davon, dass viele der Schilder gegenüber der Tieranlage (also im Rücken der Besucher) angebracht sind und damit den Blicken bei der unmittelbaren Tierbeobachtung entzogen sind. Wenn die Schilder darüber hinaus auch noch im Bereich der gegenüberliegenden Wand durch Pflanzen oder Felsen in den Hintergrund gerückt werden, verschwinden sie sich eventuell auch aus dem Blickfeld beim ersten Hineinblicken in die Gänge bzw. beim Durchschreiten der Gänge. Wenn sich viele, häufig auch etwas lautere Kinder (kein Vorwurf !) vorzugsweise im Infobereich aufhalten, findet der Besucher, der lieber intensiv beobachtet, hierfür seinerseits mehr Ruhe - alle sind somit zufrieden gestellt. Die Idee mit dem Durchguck zur Sagopalme finde ich persönlich klasse. Im Amazonienhaus in Stuttgart hat man das Schilderproblem durch die aufklappbaren Metallschilder recht elegant gelöst - viele Informationen, für den, der es wünscht, auf räumlich sehr kleinem Raum. Im Landesmuseum oder im Naturkundemuseum hat man die Tierschilder auf Holzkarten geklebt, die sich in Boxen neben dem Aquarium befinden damit sind die Schilder sogar gänzlich den Blicken entzogen. Dies geht wegen der Diebstahlsgefahr natürlich nur in Häusern. Übrigens lassen sich solche Holzkarten leichter ersetzen als Email-Schilder. Ich bin wahrscheinlich der Einzige, der so ein Schild "Leben im Teich" gerne mal sieht. Ich gebe zu, mehr als drei (bis fünf (?)) solcher Schautafeln im gesamten Zoo müssen nicht sein. Übrigens kann man solche Tafeln mit Klappen oder Hebeln viel spannender gestalten. In Hankensbüttel hat man die Informationen, die man dort für wichtig erachtet, speziell auf aufklappbare hölzerne Fragezeichen geschrieben - wenn man schon aktiv das Schild bedient hat, liest man es in aller Regel auch durch - wen es nicht interessiert, lässt es halt bleiben. Man muss Schautafeln ja auch nicht an das Kopfende eines Besucherweges legen - etwas zurückgesetzt am Rand, durch Pflanzen oder Holzdächer umrankt - wirkt es deutlich unaufdringlicher. Gerade Bambus kann hier Wunder wirken. Beim Bau eines eigenen kleinen Infohauses aus Naturmaterialien (oder von Höhlen) sieht die (vielen) Schautafeln auch nur derjenige, der bereit ist, hineinzugehen. Die anderen sehen halt nur ein etwas verstecktes unauffälliges Häuschen am Wegrand. Und wer ganz clever ist, integriert eine solche Tafel in einen Abenteuerpfad (vgl. Tigerpfad Hagenbeck) oder um das Teich-Schild noch einmal aufzugreifen, stellt die Schautafel in oder neben ein Feuchtbiotop, versieht das Schild mit Klappen und ergänzt es mit Möglichkeiten zum Käschern oder Mikroskopieren (vgl. Rheine)- und plötzlich wird der Bereich oder die Schautafel im Besonderen vielleicht sogar spannend. Man kann Schilder auch darüber hinaus auch reliefartig (u.a. für Blinde) gestalten. Letztendlich macht so eine Schautafel auch nur Sinn in Verbindung mit der vorhandenen Zoolandschaft - ein Schild über die Wüste ist in einem Wald schwachsinnig. Eine gut gemachte Schautafel ist und bleibt immer nur ein Zusatzelement oder eine Ergänzung. Die Schwanzstellung beim Wolf kann jeder sofort erkennen eine Erläuterung am Gehege ist daher ausgesprochen sinnvoll wenn auch sicher im Rücken oder am Rande des Aussichtsbereiches. Nebenbei Ich empfinde persönlich riesige Restauranthinweise, Zooshops an jeder Ecke und Riesen-Moorrüben als viel nerviger als vielleicht eine Schautafel zu viel. Und ob imaginäre Anekdoten auf Schautafeln der richtige Weg sind, bezweifele ich ebenfalls. Es gibt auch nicht nur Schautafeln der gesamte Bereich des Fühlens kann ebenfalls mit berücksichtigt werden : reliefartig (u.a. für Blinde) gestaltete Schilder, Tastwege mit Baumrinden, Barfusswege mit verschiedenen Untergründen, Heben von verschiedenen schweren Holzsorten, Ertasten von Naturgegenständen in Holzkästen (Hörner, Felle, Nüsse, Zwerige etc.) , des weiteren kann man (naturnahe) Labyrinthwege bauen Leider sind die heutigen Zooführer gerade nicht für das Nachstudium geeignet (löbliche Ausnahme war hier zum Beispiel der vorletzte Zooführer aus Hannover im Jahr 2005) oft gibt es nur Faltblätter oder reine Aufzählungen von Tierarten. Viele Zoos betrachten die Aktualisierung von Zooführern auch eher stiefmütterlich (in Osnabrück gab es beispielsweise den letzten aktuellen Zooführer 1999 (auch wenn er selbst sehr gut war) - andere Zoos sind sogar noch weiter im Rückstand). P.S. toll finde ich die Zoomfahrten im Internet für den Allwetterzoo Münster - regt zu einem Besuch vor Ort an die Zoosendungen am Nachmittag haben denselben Effekt. (05.02.2007, 15:24) | ||
| Jennifer Weilguni: | Also mir haben ehrlich gesagt gerade die kleinen Infotafeln an den "Gucklöchern" gefallen, die nochmal auf die Besonderheiten der Halle hinweisen. Aber Geschmäcker sind eben verschieden. (04.02.2007, 20:39) | ||
| Marco: | @Michael Mettler: Jetzt hast Du aber auch das Extrem aus Köln aufgezeigt. Der Regenwald wurde natürlich bewusst mit vielen Infotafeln und Vitrinen bestückt, ebenso wie die Halle bewusst von selbigen nahezu komplett "verschont" blieb. In der Halle soll beobachtet werden, in der Galerie kann man dann auch diverses über den Regenwald und seine Bedeutung für den Menschen lesen. Der Hinweis auf die Sago-Palme durch das Felsloch ist beispielsweise neben die große Sago-Info-Vitrine positioniert. Der interessierte Besucher sieht hier, dass er in der Halle achtlos an einer bekannten Nutzpflanze vorbei gelaufen ist, zu deren Verwendung die Vitrine informiert. Die Telefone sind übrigens wertvoller als jedes Schild! Viele Kinder wollen sie natürlich bedienen und hören sich dabei Geschichten aus dem Regenwald an. Der Kritik an der Gehegebeschilderung muss ich absolut zustimmen. Wo keine beleuchtete Tafel informiert, bleibt oft nur der Artname. Dies ist verbesserungswürdig. Den Eindruck von "Leutreklame in der Innenstadt" kann ich allerdings nicht ganz teilen. (04.02.2007, 20:23) | ||
| Ollo: | Was haltet Ihr eigentlich von den Nabit-Schildern? Ich denke, sie sind im Großen und Ganzen schon gut gemacht, aber den Zooreisenden nerven sie allmählich. Die stehen ja bald fast überall herum, gerade auch in kleineren Einrichtungen wie in Wildgehegen. Neben den Schildern zu den einzelnen Arten gibt es auch diverse Themenschilder. Diese sind es hauptsächlich, welche einen Park völlig zukleistern können. Mal ehrlich, wer liest sich denn ein Schild "Leben im Teich" durch? Ich denke keiner, und wenn ich schreibe keiner, dann meine ich damit auch, daß sich kein einziger Besucher jemals mit einem solchen Schild auseinandersetzt. Es besteht jedoch die Gefahr, daß der jeweilige Tiergarten sich bei seinen edukativen Bemühungen zu leichtfertig auf diese Schilder verläßt. Wir wissen ja, daß es in punkto Beschilderung kein richtig und kein falsch gibt. Ich finde aber, daß man von jedem Tiergarten erwarten kann, daß er sich selbst Gedanken über die Art und Weise der Informationsvermittlung machen sollte. Dazu gehört auch ein eigenständiges Beschilderungskonzept ohne blindes Vertrauen auf Nabit und Co. (03.02.2007, 16:37) | ||
| Carsten: | Im Kölner Regenwald geht es für viele Kinder im Eilmarsch bis zu dem Raum mit den Telefonen und den Schubladen, das ist doch viel interessanter als die Tiere. Obwohl im Regenwald sogar ESB leben, g... (03.02.2007, 12:46) | ||
| Michael Mettler: | Für meinen Geschmack wandelt Köln nach den gestern gewonnenen Eindrücken hart an der Grenze (oder hat sie schon überschritten), es mit der Didaktik zu übertreiben - wenigstens in einigen Teilen des Zoos. Ich denke da z.B. an die Galerie des Regenwaldhauses, in der nahezu jede Wandfläche gegenüber den Baumkängurus, Paradiesvögeln usw. mit riesigen Schautafeln bestückt ist und man es für nötig hielt, selbst die kleinen Felsdurchblicke in die Haupthalle, die sich zwischen diesen Tafeln befinden, noch mit Schildern vollzuschrauben, auf denen erläutert wird, was man aus dem Guckloch heraus sieht (z.B. eine Sagopalme). Es erinnert ein wenig an die mit Leuchtreklamen und Plakaten gepflasterten Wände in Innenstädten. Ein merkwürdiger Gegensatz zu den Tiergehegen des Hauses, wo z.B. an der Halsbandliest-Grotte nur der deutsche Name des Vogels auf die Scheibe geklebt wurde und sich Otto Normalbesucher wahrscheinlich fragt, was ein Liest ist und wonach er im Gehege überhaupt suchen soll. Da geben sogar die viel geschmähten Gehegeschilder in Hannover mehr her.... Ganz ketzerisch gesagt: In Köln könnte man mühelos den ganzen Tag mit dem Lesen von Tafeln verbringen, ohne sich ein einziges lebendes Tier ansehen zu müssen. Dass sowas nicht mal unrealistisch wäre, zeigt die Erfahrung aus dem Regenwaldhaus im hannoverschen Berggarten, wo sich viele Besucher - vor allem Kinder - an den nachträglich alle paar Meter aufgestellten Computerbildschirmen "entlang gelesen" haben sollen, ohne den eigentlichen Inhalt des Hauses weiter zu beachten. (03.02.2007, 12:21) | ||
| Michael Mettler: | Ein paar "Schnappschüsse" zum Thema aus dem Zoo Leipzig: An den historischen Löwenterrassen - zuletzt mit weißen Wölfen besetzt - ist ein Schild zu finden "Diese Anlage ist zur Zeit nicht besetzt". Genau darunter ein zweites Schild, das besagt, dass auf der Anlage derzeit zwei weibliche Tüpfelhyänen untergebracht sind. Wat denn nu? Im Terrarium findet man in den Schilderhalterungen sowohl Artenbeschilderung als auch kleine Schautafeln mit allgemeineren Themen. Neben dem Schild des Hühnerfressers sieht man z.B. das Thema "Verteidigung bei Schlangen" mit diversen farbigen Illustrationen. Effekt: Mehrere Besucher suchten nacheinander (natürlich vergeblich) das Terrarium nach den dort abgebildeten Schlangenarten ab. Und als ich mir die Kaninchenställe vor der Arche (ehemals Raubtierhaus) ansah hörte ich kurz hintereinander von (wohlgemerkt zwei verschiedenen) Besuchern "ach nee, da war ich letztes Jahr schon drin" und "wenn du da alles lesen und anhören willst, brauchst du mindestens zwei Stunden". Vor den Kaninchen war übrigens mehr Betrieb als in der Arche! Die beiden letzten Beispiele sind natürlich nur Momentaufnahmen. Wäre interessant, das mal einen ganzen Tag lang zu "erforschen". (22.10.2006, 22:11) | ||
| Jennifer Weilguni: | Also ich gehöre auch zu den Menschen, die den Zooführer er NACH dem Zoobesuch gründlich durchliest, denn während dem Besuch bin ich viel zu sehr mit schauen , staunen, fotografieren beschäftigt. Die Sache mit dem Leihführer finde ich aber dennoch interessant grade für die Menschen, die keine Zooführer sammeln oder aus was für Gründen auch immer das Geld dafür nicht ausgeben können oder wollen. Und wenn ein entsprechendes Pfand in Höhe des Kaufpreises erhoben wird, dürfte der Schwund ja auch kein Problem, sondern eher ein positiver Nebeneffekt sein :-) Bezahlt ist bezahlt und wer sich dann lieber eine abgegriffene Schwarte mit nach Hause nimmt, als gegen ein druckfrisches Exemplar zu tauschen.. smile (21.10.2006, 18:35) | ||
| Ingo Rossi: | @ Michael Mettler: Gerne, mache ich wirklich mal! Der Zoo ist von den Menschen für den Menschen gebaut. Aber doch denke ich, ist es ein Unterschied, ein Lebewesen in Kacheln oder in einer dargestellten "natürlichen" Umgebung zu zeigen. Welches Bild bleibt bei dem Betrachter, wenn er elefanten "in Ketten" oder in einer harmonischen Gruppe sieht. Beim ersten die gefährliche Bestie, beim zweiten ein soziales, vielseitiges Tier. Die Präsentation kann also schon eine Menge "Information" unterschwellig vermitteln. So scheint sie mir eine sehr schmale Gradwanderung. Die Ikea-Lösung wurde bei der Wiedereröffnung des bonner zoolog. Museum König gewählt. Ich glaube sie endetet durch zunehmenden Schwund... (21.10.2006, 10:41) | ||
| Michael Mettler: | @Ingo Rossi: Sag Bescheid, wenn du nach Hannover kommst... :-) Eine moderne Tierpräsentation sollte doch gerade NICHT darin bestehen, dass sich das Tier "unterwirft", sondern dass es zu einem Zusammenspiel kommt. Wenn das Tier an einem Tag keine Lust hat, sich vorführen zu lassen, dann ist das eben Pech für Präsentator und Publikum. Und dafür hat das Publikum auch durchaus Verständnis, wenn der Präsentator es erklärt. Wird z.B. in Hannover bei der Show "Alle Tiere sind Stars" und bei der Haustiershow so gemacht, und kenne ich auch vom Delfinarium in Duisburg her. Wobei man "Verweigern" natürlich auch als Trick antrainieren kann, um die Show aufzulockern.... Letztlich vermittelt doch die ganze Einrichtung Zoo ein anthropozentrisches Weltbild, denn schließlich ist sie in erster Linie für Menschen gedacht - man könnte schließlich auch zu den Tieren in deren Lebensraum fahren. Der ganze Zoo ist Präsentation, da kommt es auf die Vorstellung (bei des Wortes ureigenster Bedeutung!) einzelner Tiere auch nicht mehr an. Zumal Menschen leichter für ein Individuum zu begeistern sind als für die Art als Ganzes. Das schlägt sich ja auch in anderen Bereichen der Mensch-Tier-Beziehung nieder , ob im Tierschutz oder in TV-Dokus, die heute durch individuell benannte Tiere zunehmend personalisiert werden. Zum Zooführer: Ich überlege gerade, ob nicht das IKEA-Katalog-Prinzip auf Zooführer übertragbar wäre. Wer will, nimmt beim Eintritt in den Zoo einen Leih-Zooführer mit (gegen Pfand) und kann ihn während des Rundganges nutzen. Danach kann er zurückgegeben werden - oder man kann einen "frischen" zum Mitnehmen erwerben. Ist das schon mal irgendwo ausprobiert worden? (21.10.2006, 10:18) | ||
| Ingo Rossi: | @Michael Mettler: Ja, genauso ist es bei mir gewesen. Das im Zoo gesehene habe ich zuhause vertieft und solange meine Eltern genervt, bis ich die entsprechenden Bücher bekam. Doch das setzt schon ein außergewöhnlich großes Interesse voraus, welches nicht nur durch den Zoobesuch geweckt wurde. Bei meinem Bruder verliefen die familiären Zoobesuche ganz anders. Die meisten Tiere waren zu hause schon vergessen, die Vielzahl der Eindrücke hat dies ja oft zur folge. Daher denke ich schon, wäre eine weitere Information da nötig, wo das Interesse geweckt wird. Ob der Name "Onager" wirklich nach stunden mit nachhause genommen wird und dann nach dem Abendessen oder am nächsten Tag noch so geläufig ist, um ihn in Lexika/Internet nachzusehen bezweifle ich bei den meisten Besuchern. Daher halte ich es für wichtig, da anzusetzen wo die Frage auftaucht, vor dem Gehege. Einzelheiten zu dem Tier bauen ja auch eine "Eselsbrücke" um sich das Tier vorstellen zu können. neben den Eindrücken die man natürlich sieht. Aber man sieht nur das, was man weiß. Michael, ich habe hier doch schon oft gelesen, wie schön ein Zoobesuch in Hannover mit Dir (ich nehme jetzt einfach das Internet-Du mal an) ist (möchte ich auch gerne mal erleben). Gerade das zeigt doch, wie wichtig eine Information vor Ort ist, um die Besucher sehen zu lassen. Im Zoom reichen mir die Schilder im Alaskateil auf keinen Fall, oftmals sind die deutschen als auch die lateinischen Namen nur teilweise wiedergegeben, z.b. beim Luchs. Im Afrikateil gibt es ja immerhin schon größere Tafeln, neben den kleinen Schildern. Der Zooführer ist bestimmt wichtig, aber wie oft habe ich es vor mir an der Kasse schon erlebt, dass bei einer Familie die gerade ca. 50 Euro für den Eintritt ausgegeben hat, nun nicht noch für 7,50 Euro (Zoom) zusätzlich für einen Zooführer da sind. In Rhenen sah ich eine schöne Idee, wenn auch erstmal etwas spartanisch umgesetzt. Für Kinder gibt es ein Bären-Labyrinth, Fragen zu den Bären müssen durch recht oder links gehen beantwortet werden und führen entweder weiter oder enden in einer Sackgasse. Ich denke, so unaufdringlich kann Lernen halt sein. Zur Tierpräsentation stehe ich mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Ist es doch manchmal schon wieder ein (Rück)Schritt in Richtung Zirkus. Ich denke, das Bild des sich den Menschen unterwerfenden Tier ist sehr zu überdenken. Nicht, das der Zoo nicht das nicht ist, schließlich haben wir das Tier nicht vorher gefragt ob es in den Zoo will. Aber ist es noch angebracht, so Tiere dazustellen? Gerade heute, wo das Tier zunehmend als Teil seiner natürlichen Umwelt gezeigt wird? Wird da nicht doch fast immer ein sehr anthropozentrisches Weltbild geprägt und vermittelt? (21.10.2006, 09:47) | ||
| Thomas W.: | Was ich hier in den U.S.A. genossen habe, ist der "Keepers-Talk". Das halt zumindest bei den Walen ein paar Ehrenamtliche herumstanden welche durchaus interessantes und auch Kritisches berichten konnten (verstorbene Neugeborene etc). Dies habe ich in Deutschland leider nur sehr selten erlebt. Etwas geärgert habe ich mich zB über das Tapirbaden in Wuppertal, wo ein Pfleger bei vollem Haus die Tür öffnete und das wars. Da hätte man ja noch 3-4 Sätze erzählen können. Wenn die Tierpfleger wirklich keine Zeit haben (oder keine Menschen mögen, könnte man ja auf ehrenamtliche Rentner zurückgreifen. Diese machen in Köln zB ganz anschauliche Zooführungen. (20.10.2006, 17:45) | ||
| Matthias: | Schaut mal bei der International Zoo Educators Association (www.izea.net) nach. Die Wichtigkeit der Bildung in Zoos ist also erkannt und wird auch vielerorts wissenschaftlich begleitet. (20.10.2006, 16:41) | ||
| Sacha Beuth: | Ein heikles Thema. Grundsätzlich geht es bei den Shows um zusätzliche Unterhaltung für den Besucher. Inwieweit dabei auch Wissen vermittelt wird (und auch für eine gewisse Zeit haften bleibt), wäre wirkliche eine landesweit angelegte Untersuchung Wert. Meiner Meinung nach müssen trockene Fakten in einer Tiershow auf witzige und spielerische Art und Weise eingepackt und vorgetragen werden. Am besten gelingt dies m. E. natürlich den Amis (und ich spreche jetzt nur vom "Botschaft rüberbringen" und nicht vom Umgang mit den Tieren in der Arena). Aber auch die Delfinshow in Duisburg (wenn auch einige Elemente bei Seaworld geklaut sind), die Flugshow in Walsrode und die "Wildwest"-Vorführung in Hannover verstehen es ausgezeichnet, auf lustige Art Wissenswertes über Tiere zu vermitteln. Dabei muss aber immer auch das Tier profitieren können. Und es bleibt nicht zu vergessen, dass dabei manchmal auch ein zusätzliches Risiko für den Menschen entsteht (siehe Unfälle mit Schwertwalen in Seaworld, siehe Rangordnungskämpfe der Elefanten bei den Dschungelnächten in Hamburg, Silberdachs beisst Trainerin in San Diego - selber gesehen, usw.) Löwendressur in einem grossen Freigehege würde ich persönlich grundsätzlich ablehnen, selbst wenn es Abwechslung in den Löwenalltag bringen würde. Bei Tieren, bei denen die Pflege (insbesondere Gesundheitskontrolle) ohnehin einen relativ nahen Kontakt zwischen Pfleger und Tier erfordert, kann man das tägliche Training ruhig um ein paar wissenswerte und ein paar witzige Anekdoten erweitern. Das gilt zum Beispiel für Robben-Schaufütterungen (etwa die sterbenslangweilige im Zoo Dortmund - womit ich wie bereits erwähnt nicht die Pflege an sich kritisiere). Hier tut sich in diesem Zusammenhang ein weiteres Problem auf. Nicht jeder gute Tierpfleger kann oder will auch ein guter Showman sein. Die Präsentationen, also wo Tiere ohne Kunststückchen zu machen vorgeführt werden, finde ich besonders empfehlenswert und ausbaufähig. Besonders, wenn man die Tiere auch noch - UNTER AUFSICHT versteht sich - berühren darf. Und man lernt nicht nur dabei. Viele Kinder (und Erwachsene) haben so vor Schlangenphobien u. ä. "geheilt" werden können... (20.10.2006, 15:57) | ||
| Michael Mettler: | Mal ganz ehrlich: Wer von UNS hier im Forum liest regelmäßig Texte Gehegeschildern komplett durch? Wohl die wenigsten bzw. nur in seltenen Fällen wie bei erstmals gesehenen Arten. Weil wir ja schon einiges Wissen über viele Tiere angesammelt haben. Und, Ehrlichkeit Teil zwei: Woher haben wir dieses Wissen - etwa von Gehegeschildern...? Wenn auch nur ein Funken Interesse an Tieren vorhanden ist, kommt man doch als Kind schon "vorbelastet" in den Zoo, denn dann hat man zu Hause schon Bücher gelesen, TV-Dokus gesehen usw. Im Zoo will man dann endlich das dazu gehörige Tier live sehen. Bei populären Tieren guckt man dann noch mal kurz aufs Schild, ob da z.B. beim Elefanten was über das Gewicht steht - aber welches Kind (und welcher Erwachsener) liest sich den Begleittext zu einem Weißhaubenhäherling oder einer Fuchsmanguste durch? Wo wirklich Interesse geweckt wurde, wird nach dem Zoobesuch zu Hause wieder ins Tierlexikon geguckt, und mit dem gelernten geht man beim nächsten Mal in den Zoo und schaut GAR NICHT MEHR aufs Schild.... Zugegeben, das war jetzt auch einseitig - und zwar "autobiografisch". Selbst ich als ausgesprochene Leseratte habe meinen "theoretischen" Wissensdurst lieber zu Hause gestillt; wenn ich im Zoo war, wollte ich vor allem eins: Tiere sehen, hören, riechen (und hie und da auch fühlen) - eben ERLEBEN. Und die daraus entstandene Begeisterung habe ich dann gleich nach dem Zoobesuch vertieft. Ich würde behaupten, dass diese Art von Didaktik bei mir funktioniert hat. Aber schon beim Zoobesuch mit der ganzen Schulklasse gab es halt ein paar Mitschüler, die sich nur für Streichelwiese, Elefantenshow, Robben- und (vor allem!)Raubtierfütterung begeistern konnten - der Rest des Zoos wurde ungefähr so betrachtet wie Fernsehwerbung: Man war froh, wenn endlich wieder was "Richtiges" kam. SOLCHE Menschen umzupolen, lohnt eigentlich den Aufwand kaum - die sollen doch dann einfach über ihren Eintritt den Zoo finanzieren helfen und gut is. Und da sie einen großen Teil der Besucher ausmachen, dürfen wir uns bei diesen Mitmenschen auch noch bedanken, dass sie durch ihr Geld UNS ermöglichen, einen intensiveren Zugang zu unserem Hobby zu haben - denn ohne Geld kein Zoo. Die Aussage von Matthias kann ich nur bestätigen. Wenn man sich heute in Hannover ansieht, dass sich Menschenmengen bei Schaufütterungen an einer Afrikasteppe oder Australienanlage sammeln oder eine Show mit Schafen und Puten genauso viel Publikum anzieht wie die Elefantenshow, dann ist der Zoo offensichtlich auf einem guten Weg, auch Massen zu begeistern. @Zoosammler: Als Navigationshilfe im Zoo reicht ein Faltplan. Ein Zooführer im eigentlichen Sinne SOLL doch gerade weiter führendes Wissen bieten - was will man sonst reinschreiben? Nur finde ich, dass ein paar Angaben zur Lebensweise der Tierarten wichtiger sind als die Angabe, in welchem Jahr welche Voliere der Öffentlichkeit übergeben wurde. (20.10.2006, 15:36) | ||
| Matthias: | Eine immer wichtigere Form der Didaktik und Wissensvermittlung, wurde soweit ich gesehen habe, bisher noch gar nicht im Forum erwaehnt: die Tiershow, -fuetterung, -praesentation. Durch dieses Medium lassen sich unglaublich viele Besucher erreichen und laesst Wissen vermitteln. Gerade Hannover hat hier fuer einen deutschen Zoo geradezu eine Vorreiterrolle. 14 Fuetterungen und 8 Shows ueber den ganzen Tag verteilt, werden den Besuchern angeboten. Auch wenn der Informationsgehalt zwischen den Shows recht schwankt, lernt der Besucher immer noch mehr als er auf einem Schild lesen wuerde. Ob dann das Medium der "Show" benutzt werden sollte, kann man natuerlich diskutieren, sollte dabei aber nicht vergessen, dass es auf den Inhalt ankommt und nicht auf den Namen. Show ist schliesslich nur das englische Wort fuer Vorstellung. Allerdings erfreut sich dieses Medium in den Zoos auch recht unterschiedlicher Resonanz. Im Diergaarde Blijdorp in Rotterdam gibt es ueberhaupt keine Shows, Fuetterungen oder dergleichen, waehrend in Apenheul und Emmen, kommentierte Tierfuetterungen angeboten werden, aber keine Shows. Chester Zoo geht sogar noch einen Schritt weiter. Hier werden nur Praesentationen gehalten. Praesentatoren, die extra dafuer angestellt sind, geben eine kurze Praesentation zu den Tieren, wobei weder gefuettert noch sonstwie in das Verhalten der Tiere eingegriffen wird. @Zoosammler: Die von dir vorgeschlagene Abteilung fuer Wissensvermittlung, freilich ohne Hirnforscher, ist in Zoos ausserhalb Deutschland schon lange Standard. (20.10.2006, 15:01) | ||
| Zoosammler: | Ich möchte nicht mein Fähnchen nach dem Wind hängen und unter dem Thema "Zooführer" so, unter dem Thema "Didaktik" anders argumentierten, daher: Meiner Meinung nach hat der Zooführer NICHT die Aufgabe, ein Tierbuch zu sein, sondern durch den ZOO zu führen. Zoo-Tierlexika, Steckbriefe, eine Tierwissen-Rallye oder was auch immer kann ein Zoo ja noch dazu anbieten. Ich stimme ihnen aber insofern zu, dass die Beschilderung nur unterstützend sein sollte und nicht zum Selbstzweck werden darf. Die Diskussion ist mir aber noch etwas zu eingeengt, genauer gesagt zu "entweder-oder-lastig": Was spricht denn dagegen, verschiedene Gruppen von Besuchern auch auf verschiedene Weise Bildung zu vermitteln - "sowohl als auch" also. Für die, die komplizierte Infotafeln oder Ausstellungen mit etwas tiefergehenden Zusammenhängen sowieso nicht lesen, muss es trotzdem ein Bildungsangebot geben, das angenommen wird, bspw. kurze und knappe, augenfällige und lesemotivierende Beschilderung. Für diejenigen aber, die gerne mal etwas über den Tellerrand gucken wollen, muss es auch spezielle Angebote geben. Da ist eine friedliche Koexistenz ja wohl möglich. Und als letzten Schritt müsste ein Zoo sich überlegen, wie er den (bildungsfaulen) Besucher dazu, möglichst locker und unbewusst, motivieren kann, doch noch etwas dazuzulernen und vielleicht so fasziniert zu sein, dass man doch mal das eine oder andere Mehr oder wenigstens Andere an Informationen aufnimmt. Das aber ist selbstverständlich eine schwierig, pauschal nicht zu lösende Aufgabe. Im Idealfall sollte der Schlüssel zu jeder Bildung natürlich das Tier selbst sein. Im Idealfall. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn jeder Zoo ein Team aus Hirnforschern, Werbefachleuten, Biologiedidaktikern und Graphikern beschäftigte, die sich nur mit dem Thema wirksame Wissensvermittlung beschäftigten. Aber das bleibt wohl eine Utopie. (20.10.2006, 13:41) | ||
| Michael Mettler: | Dies ist die Fortsetzung einer unter "Zoo Köln" begonnenen Diskussion über Beschilderungen usw., für die wir tatsächlich noch nie einen eigenen Thread hatten. Zum dortigen Beitrag von Thomas W.: Die Geschichte mit den Touch Screens wurde meines Wissens im Regenwaldhaus in Hannover eingerichtet - kenne ich aber nur vom Hörensagen. Und sie soll den Effekt nach sich gezogen haben, dass gerade Kinder nur noch von Bildschirm zu Bildschirm liefen und sich für das Haus selbst gar nicht mehr richtig interessierten. Meines Erachtens sollte das Erschließen des - wie auch immer gearteten - Informationsmaterials nicht mehr Zeit beanspruchen als die Betrachtung des dazugehörigen Tieres, und da sind manche Einrichtungen hart an der Grenze. Nicht nur Bootsfahrten und Trapperhütten, sondern auch Schilderwälder können nämlich "vom Tier ablenken". Lesen und am Computer daddeln kann der Besucher schließlich auch zu Hause, Gorilla, Elefant & Co. live erleben hingegen nicht. Also ist in meinem Augen die beste Didaktik jene, die Basis-Infos liefert und darüber hinaus "nur" neugierig macht - was zu eigenen Beobachtungen oder zu eigenem Nachlesen führen sollte. So gesehen finde ich eine Kombination einfacher Beschilderung (sie muss ja nicht gleich SO einfach sein wie in Hannover) und einem Zooführer, in dem statt Eröffnungsjahren der Anlagen und Nachzuchtzahlen mehr biologische Fakten präsentiert werden, sinnvoller als ein Überangebot an Information nach dem Motto "irgendwas davon MUSS doch vom Besucher beachtet werden". Wer nichts lernen will, muss sich keinen Zooführer kaufen - wer etwas lernen will, wird dies tun, wenn er entsprechend konzipiert ist. (20.10.2006, 13:30) |
| alle Beiträge |