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Saiga-Antilopen



cajun:   Das nennt man wohl ein "Assad- Dilemma" :o):
"Saigas flohen vor dem Abschuss nach Russland. Kasachstan schaffte es nicht, die Population zu verringern
Kasachstan hat die Ergebnisse seiner Bemühungen zur Eindämmung der Saiga-Population zusammengefasst. Eine Herde von einer Million dieser Tiere, die auf der Roten Liste steht, hat sich in den Grenzregionen Kasachstans und Russlands zu einer echten Plage entwickelt, da die Tiere Felder zertrampeln und Ernten zerstören. Im Rahmen des Programms plante Kasachstan, innerhalb von fünf Monaten – vom 1. Juli bis zum 1. Dezember – etwa 800.000 Saiga-Antilopen zu töten und damit deren Population um 20 % zu reduzieren. Der Plan scheiterte jedoch und wurde nur zu 25 % umgesetzt, was praktisch keine Auswirkungen auf die Saiga-Population gehabt hätte. Laut Angaben des kasachischen Ministeriums für Ökologie und natürliche Ressourcen wird der Bestand an Saigaantilopen bis 2026 um eine weitere Million Tiere auf 5 Millionen anwachsen. Experten, die von RTVI befragt wurden, weisen zudem darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Population nach Beginn der Massenjagd Kasachstan in Richtung Russland verlassen hat.
Kasachstans Minister für Ökologie und natürliche Ressourcen, Jerlan Nyssanbajew, fasste die Ergebnisse der Maßnahmen zur Bestandsregulierung der Saigas zusammen. In einer Regierungssitzung erklärte der Minister, dass vom 1. Juli bis zum 30. November „etwa 196.000 Tiere entnommen“ und deren Körper „an inländische Fleischverarbeitungsbetriebe geliefert“ worden seien. Wie der Minister betonte, wurden alle Arbeiten „in strikter Übereinstimmung mit wissenschaftlichen Empfehlungen durchgeführt“.
Laut Nyssanbajew erreichte der Bestand an Saiga-Antilopen in Kasachstan dieses Jahr mit 4 Millionen einen Rekordwert. Das ist dreimal so hoch wie der historische Höchststand von 1974, als 1,2 Millionen Tiere registriert wurden.
Erinnern wir uns daran, dass der Bestand an Saiga-Antilopen im Jahr 2003 auf 21.000 Tiere gesunken war. Daraufhin nahm Russland die Tiere in die Rote Liste auf, und Kasachstan verbot die Jagd auf sie, was zu einem sprunghaften Anstieg des Bestandes führte. Bis 2026 wird die Zahl der Tiere laut Prognosen des Ministeriums um eine weitere Million ansteigen, wobei sich die Hälfte der Population in der Region Westkasachstan an der Grenze zu Russland konzentrieren wird.
Im Frühjahr und Sommer wandern die Saiga-Herden aktiv umher, überqueren die Grenze, zertrampeln Felder und zerstören Futterpflanzen, was den Landwirten sowohl in Russland, insbesondere in der Region Saratow, als auch in Kasachstan enorme Verluste verursacht.
Diesen Sommer erklärte Nysanbayev, dass etwa eine Million Saigas entlang der Grenze umherstreifen.
Plan zu einem Viertel erfüllt
In Kasachstan wurde nach zahlreichen Beschwerden von Landwirten und auf der Grundlage von Empfehlungen des Instituts für Zoologie ein Programm für die „nachhaltige Bewirtschaftung“ von Tierpopulationen ins Leben gerufen, um „Schäden für die Landwirtschaft zu verhindern und das Gleichgewicht des Ökosystems zu erhalten“. […]
Dabei sind Experten zufolge die meisten Saigas in der Region Westkasachstan auf dem Gebiet des Bokeiorda-Reservats geblieben, einige sind in die benachbarte Region Atyrau abgewandert und einige sind vollständig auf Russlands Gebiet gelangt.
Saiga-Antilopen liefern nicht nur Fleisch, sondern auch Hörner
Der Hauptgrund, warum die Ziele des Populationsmanagements nur zu 25 % (etwa 200.000 der ursprünglich geplanten 800.000 Tiere) erreicht wurden, liegt darin, dass unklar ist, was mit der entnommenen Population geschehen soll.
„Die Zahl von 800.000 wurde zunächst als Richtwert genannt, da es unrealistisch ist, tatsächlich so viele Saigas zu erlegen, insbesondere in einem so kurzen Zeitraum von fünf Monaten. Nicht, weil der Abschuss unmöglich wäre – technisch ist er durchaus machbar, vor allem mit moderner Technik. Die Frage ist, was man mit der Beute, sozusagen, anfangen soll“, sagte eine Quelle aus den kasachstanischen Naturschutzbehörden gegenüber RTVI.
Ihren Angaben zufolge ist das Problem der Entsorgung und Weiterverarbeitung von zentraler Bedeutung, denn „erstens wird uns niemand auf der Welt erlauben, unkontrollierte Schießereien durchzuführen, ohne die Ergebnisse zu verarbeiten, und zweitens werden wir selbst, genau wie unsere russländischen Kollegen, dies nicht tun, auch aus rein pragmatischen Gründen – wenn die Tierkörper nicht verarbeitet werden, wird dies zu einer drastischen Verschlechterung der Seuchenlage in der gesamten Region führen.“
Laut der Quelle erzielt die Jagd auf Saiga-Antilopen idealerweise einen kommerziellen Wert für deren Fleisch, Hörner und Felle. Die derzeitigen Beschränkungen beeinträchtigen jedoch das wirtschaftliche Interesse und damit die potenziellen Verarbeitungsmengen erheblich.
Bis Dezember dieses Jahres war in Kasachstan der internationale kommerzielle Handel mit Saiga-Hörnern gemäß der geltenden Null-Exportquote des CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) nicht gestattet.
Das Problem begann sich jedoch nach der 20. CITES-Vertragsstaatenkonferenz, die Anfang Dezember in Samarkand stattfand, zu lösen. Dort erhielt Kasachstan die Erlaubnis, unter streng kontrollierten Auflagen Handel zu treiben.
Dabei bekräftigte Kasachstan sein Engagement, „Einnahmen aus dem regulierten internationalen Handel mit Hörnern direkt für den Erhalt der biologischen Vielfalt, die Überwachung und die Wiederherstellung von Ökosystemen zu verwenden“.
Laut der Quelle von RTVI bedeutet die in Samarkand getroffene Entscheidung jedoch nicht sofort die Erlaubnis zum Export von Derivaten kasachstanischer Herkunft, sondern ist lediglich Teil einer schrittweisen Aufhebung der Beschränkungen.
Bislang nur Status quo
Kasachstan hat noch keine offiziellen Dokumente zum Thema „Saiga-Populationsmanagement“ verabschiedet. Bei einer Regierungssitzung Anfang Dezember wies der Erste Stellvertretende Ministerpräsident Roman Skljar das Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen Kasachstans an, „Maßnahmen zu ergreifen, um bis 2026 ein nachhaltiges Management der Saiga-Population vorzubereiten“.
Laut der Quelle von RTVI haben die diesjährigen Veranstaltungen einerseits „das Thema vorangebracht, was das Ergebnis der Aktionen zivilgesellschaftlicher Umweltaktivisten war“, andererseits aber „das Problem nicht gelöst, sondern lediglich den Status quo auf dem Niveau von 2024 beibehalten“.
Da laut Wissenschaftlern während der Winterbrunft jede männliche Saiga-Antilope bis zu 30 Weibchen befruchten kann, dürfte die potenzielle Reduzierung des Populationswachstums bei 600.000 bis 900.000 Individuen liegen. Es waren jedoch nicht nur Männchen betroffen. Laut der regionalen Forst- und Wildtierinspektion Westkasachstans wurden in der Region bis zum 1. September nachts ausschließlich Männchen erlegt. Ab dem 1. September wurde auch die Pferchmethode angewendet, dabei wurden Weibchen und Jungtiere gefangen.
Dabei wurde laut Aleksej Gratschew, dem Leiter des Labors für Theriologie am Zoologischen Institut Kasachstans, die optimale Anzahl von Saigas ermittelt, berechnet auf der Grundlage der durchschnittlichen Nahrungsverfügbarkeit im Winter, der für diese Art in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts am schwierigsten war. Für das gesamte Gebiet Kasachstans wurde die Zahl auf 800.000 bis 900.000 Individuen bestimmt.
„Aktuell sehen wir, dass die Saiga-Population mehr als dreimal so hoch ist wie diese Zahl“, erklärt Gratschew.
Er ist der Ansicht, dass, wenn nicht rechtzeitig Maßnahmen zur Regulierung des Saigabestands ergriffen werden, dann „wird die Zerstörung der Ökosysteme weitergehen, die sozialen Spannungen in ländlichen Gebieten werden zunehmen, es wird zu Epidemien kommen, die große Populationen von Saigas und Nutztieren vernichten können und zudem eine erhebliche Bedrohung für die Gesundheit der menschlichen Bevölkerung darstellen.“
Quelle: https://rtvi.com/news/sajgaki-ushli-ot-otstrelov-v-rossiyu-kazahstan-ne-spravilsya-s-sokrashheniem-populyaczii/ Übersetzung Zoopresseschau
(07.01.2026, 12:55)
cajun:   @Sacha: In der aktuellen ZP gibt es einen Artikel zur Wiederbesiedlung der Steppenregion angernzend an Orenburg/ RUS (dort läuft übrigens auch ein Rewilding von Przewalski Pferden). Man hat beobachtet dass ein Teil der kasachischen Saiga Population ihr Streifgebiet dorthin ausweitet, trotz Barrieren wie Straßen, Eisenbahnschienen und kuktiviertem Land.
Zur Zoo Haltung: Ganz interessant eine aktuelle Diskussion in ZooChat unter dem Thread Pairi Daiza (S.18/19).
Ausgelöst durch ein Plakat
https://www.facebook.com/photo/?fbid=3011691622553174&set=pcb.4556069537953938
wird angeregt über einen möglichen Saiga- Import von Seiten der Einrichtung spekuliert.
(16.12.2025, 14:57)
Sacha:   @Cajun: Spannend. Danke für die Info.
Allerdings widerspricht sich der Antwortgeber teilweise: Wenn es möglich war/ist, 1500 Exemplare für China einzufangen, dann wäre es auch möglich, dies für andere Länder zu machen.
Ausserdem fehlt mir bei den potenziellen Abnehmern in Europa Ungarn. Habitat mit weiten Steppengebieten sehr ähnlich, nur vielleicht im Winter nicht so kalt. Stellt sich die Frage, wie wichtig dieser Umstand ist. Kontrollierte Zucht in Halbgefangenschaft (eingezäuntes Farmland) könnte ich mir zudem im Mittleren Westen der USA vorstellen (Wyoming, Nebraska etc.)
(25.11.2025, 11:40)
cajun:   Es gibt in der aktuellen Zoopresseschau (liest niemand mehr die ZP? Ich hatte nie was daraus eingestellt, weil ich dachte es sei bekannt....) zwei Artikel daraus mit Übersetzung zum Thema und zu Sachas Frage. Man beachte das zur Zeit die CITES Tagung in Kasachstan stattfindet:
"Konferenz: Warum hat Tokajew beschlossen, den Chinesen Saigas zu geben?
Während des Besuchs von Xi Jinping in Kasachstan kündigte der Ak-Orda-Palast ein unerwartetes Geschenk an China an - 1.500 Saigas. Einige Bürger sahen darin den Wunsch der Behörden, die „lästigen Tiere“, die den Landwirten im Norden des Landes in letzter Zeit Probleme bereitet haben, ein für alle Mal loszuwerden. Diese Haltung wurde durch die Ankündigung des Umweltministers, einige Saigas zu „beschlagnahmen“, noch verstärkt, obwohl sie als einzigartiges Gut der kasachischen Steppe anerkannt sind. Doch wie weit ist die Debatte wissenschaftlich korrekt? Exclusive.kz sprach mit Dastan Kusmanow, einem Experten für Ökologie und Doktorand an der Nazarbayev University's Graduate School of Public Policy, über die Regulierung der Saigapopulation. […]
Verstehe ich das richtig, dass diejenigen, die jagen dürfen, mit dem Verkauf von Fleisch und Hörnern Geld verdienen können? Wenn ja, über wie viel Geld reden wir?
"Der Handel mit Hörnern ist nach wie vor verboten - Kasachstan braucht die Genehmigung von CITES, der internationalen Organisation, die den Handel mit gefährdeten Arten regelt. Und selbst wenn eine solche Genehmigung erteilt wird, dürfte nur eine dem Umweltministerium unterstellte Organisation in der Lage sein, den Handel zu betreiben. Es wird zentral gesammelt und etikettiert - wie es beispielsweise in Afrika mit Elfenbein oder Nashornhorn geschieht. Das heißt, jeder, der Saigahörner erwirbt, muss diese fotografieren, in eine Datenbank eingeben und mit einem entsprechenden Etikett mit QR-Code versehen, um die legal erworbenen Hörner zu erfassen. Auf diese Weise wird es möglich sein, die Zirkulation zu kontrollieren und zu verhindern, dass gewilderte Hörner auf den Markt gelangen." […]
"Soweit ich weiß, beabsichtigt Kasachstan, auf der CITES-Tagung im November in Samarkand entsprechende Initiativen vorzulegen. Es könnte eine Änderung von Anhang 2 des CITES-Abkommens in Betracht ziehen, der den Handel mit Saiga-Derivaten aus Wildtieren verbietet. Es wird vorgeschlagen, eine Ausnahme für die kasachstanische Population zu machen. Auch Russland könnte uns unterstützen, da Saigas auch dorthin wandern. Aber die Mongolei wird wahrscheinlich Einspruch erheben: Wenn das Kennzeichnungssystem scheitert, wird ihre Population abgeschossen, weil die Hörner in Bezug auf Eigenschaften und Preis ähnlich sind.
Wenn aber der Handel mit Hörnern erlaubt wird, wird er dem kasachstanischen Haushalt einen Gewinn bringen, mit dem Okhotzooprom seine Aktivitäten teilweise finanzieren kann. Ungefähre Berechnungen lauten wie folgt: Bei einer Population von etwa 4 Millionen Individuen, von denen 40 % männlich sind, und wenn 15 % von ihnen erlegt werden, können etwa 480 Tausend Hörner gewonnen werden. Der Durchschnittspreis liegt, wie mir Experten sagten, bei 400-500 Dollar pro Horn. Selbst wenn mit der Legalisierung und dem erhöhten Angebot die Produktion auf 200 Dollar pro Horn fällt, sind das etwa 96 Millionen Dollar an Einnahmen. Nach Abzug der unvermeidlichen Kosten für Logistik und Digitalisierung verringert sich der Gesamtbetrag um etwa 10 Millionen - aber es bleibt immer noch ein beträchtlicher Betrag an Einnahmen, der zur Finanzierung der Erhaltung und Überwachung verwendet werden kann.
Darüber hinaus wurde bekanntlich 2023 ein Fleischverarbeitungsprogramm gestartet, in dessen Rahmen staatliche Stellen Verträge mit Fleischverarbeitungsbetrieben abschließen und diese mit der Herstellung von Saiga-Eintopf beginnen werden, der dann verkauft werden kann. 600.000 Tiere mit einem herkömmlichen Gewicht von 20 kg können bis zu 12.000 Tonnen Fleisch ergeben. Bei einem nominalen Preis von 1.000 Tenge pro kg (wenn Saiga billiger als Hammelfleisch verkauft wird) sind das etwa 23,5 Mio. $. Nach Abzug der Verarbeitungskosten bleiben wahrscheinlich etwa 10 Mio. $ übrig.
Im Allgemeinen ist diese Idee nicht neu. Zu Zeiten der Sowjetunion gab es ein ähnliches System. […]
Doch dann brach alles zusammen. In den späten 1980er Jahren wurde die Jagd für Genossenschaften zugänglich, was zur Folge hatte, dass Wilderer aktiver wurden, der chinesische Markt sich wieder öffnete, aber die Grenze nicht kontrolliert wurde, der Schmuggel begann und die Population brach zusammen. Infolgedessen wurde Okhotzooprom auf die Erhaltung der Saiga umgestellt. Ab 1999 wurde die Jagd verboten, die Population wurde gerettet, und erst in den letzten Jahren hat sich die Population wieder erholt. Aber jetzt sind die Probleme wieder da, und wir denken wieder darüber nach, wie wir sie auf vernünftige Weise lösen können. Die Diskussionen sind im Moment in vielerlei Hinsicht zu emotional - kürzlich sagte einer der Abgeordneten, dass 'wir mit einem Gewehr rausgehen und schießen sollten'. Das klingt übertrieben."
Als Begründung für die Notwendigkeit des Abschusses von Saigas wird nun angeführt, dass sie für die Landwirte sehr schädlich seien, vor allem in den Grenzregionen zu Russland. Wie wahr ist das?
"Es gibt tatsächlich ein Problem, insbesondere in der Region Westkasachstan. In der Vergangenheit haben sich das Institut für Zoologie und die Vereinigung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Kasachstan eingehend mit diesem Thema befasst. Sie untersuchten die Auswirkungen der Saigas auf Weiden, Heuwiesen und Wasserstellen und führten Umfragen und Treffen mit der örtlichen Bevölkerung durch.
Es hat sich herausgestellt, dass der Konflikt zwischen Mensch und Tier bis zu einem gewissen Grad toleriert wird, wenn die Saigas einfach durch die Weiden laufen. Das Gras wächst später wieder nach. Aber dort, wo sich die Tiere längere Zeit aufhalten, vor allem in Abkalbegebieten, entstehen Probleme. Saigas bleiben dort für 2-3 Wochen, bis die geborenen Saigakälber stark genug sind. Man stelle sich vor: 200.000 Tiere auf ein paar Dutzend Hektar. Für einen kleinen Betrieb, der keine anderen Weiden oder Heuwiesen hat, ist das eine Katastrophe.
Es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt, der in den Argumenten der Landwirte oft vorkommt: Die Saigas sind heute praktisch unkontrollierbar geworden. Herden von mehreren tausend Tieren lassen sich nicht mehr aufhalten oder vertreiben. Das ist in der Tat richtig. Während sie früher nach Beobachtungen von Zoologen versuchten, Schienen, geradlinige Objekte, ja sogar die bloße Anwesenheit von Menschen zu meiden, hat diese Vorsicht heute merklich abgenommen. Die Methoden, mit denen man die Tiere früher verscheucht hat, funktionieren heute nicht mehr. Das Verhalten der Saigas ändert sich, sie passen sich an die anthropogene Landschaft an und verlieren ihre frühere Sensibilität für Gefahren.
Wenn ein Landwirt zum Beispiel eine gefallene Saiga findet, darf er sie laut Gesetz nicht berühren - das könnte als Wilderei angesehen werden. Mit anderen Worten: Er hat gelitten und darf den Kadaver nicht nutzen. Deshalb müssen wir Mechanismen entwickeln, die es den Menschen vor Ort ermöglichen, davon zu profitieren und die Verluste auszugleichen.
Internationale Experten und Zoologen empfahlen, bereits 2023 rechtliche Mechanismen zu entwickeln, um die Verluste zu entschädigen und die lokalen Gemeinschaften einzubeziehen. Aber bisher, so die Beamten, „ist die Methodik der Schadensbewertung noch nicht entwickelt worden“. Und sie erfordert einen unverzüglichen Besuch vor Ort und eine objektive Überprüfung, damit es nicht zu Missbrauch auf beiden Seiten kommt.
Gleichzeitig ist festzustellen, dass die Saigas ihre Wanderrouten ausweiten und in historische Gebiete zurückkehren, die in den letzten Jahrzehnten zu Acker- oder Weideland für andere geworden sind.
Es gibt eine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema, die von dem Forscher Aibat Muzbai in seiner in Deutschland verteidigten Masterarbeit durchgeführt wurde. Er untersuchte im Detail, wie sich die Landverteilung in den Bezirken Zhanibek und Kaztalov im Gebiet Westkasachstan von 1991 bis 2023 verändert, indem er Katasterdaten auf einer Karte überlagerte. In seiner Arbeit zeigte er, wie sich die Zahl der für landwirtschaftliche Betriebe vorgesehenen Flächen in den betreffenden Bezirken über drei Jahrzehnte hinweg entwickelte. Und es waren diese Flächen, die sich als Saiga-Lebensraum entpuppten.
Das wirft eine berechtigte Frage auf: Wer war zuerst da - der Bauer oder die Saiga? Technisch gesehen gehört das Land laut den Dokumenten den Bauern. Aber historisch gesehen weiden die Saigas hier schon seit Jahrhunderten, während die Menschen das Land erst vor kurzem erworben haben. Und selbst wenn er es von seinen Vorfahren geerbt hat, waren sie Nomaden, die mit ihrem Vieh unterwegs waren. Es gab keine Konflikte. Und das heutige System ist sesshaft, intensiv.
Es ist wichtig, die wirtschaftlichen Aspekte zu berücksichtigen. Die Landwirte haben in Land investiert, nehmen Kredite auf und sind auf Subventionen angewiesen. Das verschärft die Spannungen. Auch wenn früher Herden von Saigas hierher kamen, sind diese Flächen jetzt Weizen- oder Heu-Felder. Die Verluste sind real. Aber auch Manipulation ist möglich. Man kann zum Beispiel sagen: „Bei mir haben sie alles zertrampelt, gebt mir eine Subvention“, auch wenn es sich um eine Parzelle handelt, die erst vor kurzem umgewandelt wurde. Die Frage ist: Wie effektiv wird das Land genutzt? Wenn der Ertrag 10 Doppelzentner pro Hektar beträgt und die Rentabilität nur durch staatliche Unterstützung aufrechterhalten wird, wäre es vielleicht besser, Rinder zu züchten? Dann werden die Saigas nicht der Feind sein."
Ist es angesichts der obigen Ausführungen wirklich notwendig, den Saigabestand zum Schutz der Landwirte zu regulieren? Oder sind diese Aussagen nur Lobbyarbeit für die Interessen von Okhotzooprom, das Geld braucht, und von Jagdorganisationen?
"Schon der Begriff „Anzahl regulieren“ hat einen doppelten Boden. Unsere Kollegen vom Institut für Zoologie betonen, dass das Wort 'Regulierung' einen negativen Beigeschmack hat. Es wird verwendet, wenn es sich um Schädlinge wie Heuschrecken, Kartoffelkäfer oder Unkraut handelt, deren Bestand unbedingt kontrolliert werden muss.
Die Saiga ist kein Schädling. Es geht nicht um ‚Regulierung‘, sondern um nachhaltige Nutzung. Es geht darum, jedes Jahr 10-20% der Population zu entnehmen und diese Ressource zu unserem Vorteil zu nutzen: Verkauf von Fleisch, Hörnern, Entwicklung von Jagd- oder Agrarbetrieben. Dies ist ein wirtschaftlich vernünftiger, überschaubarer Prozess, keine hysterische Reaktion auf einen Konflikt.
Wenn das Wort „regulieren“ fällt, folgt darauf oft kein Argument, sondern eine Emotion. Es ist eine Art Auslöser, der die Rationalität ausschaltet. Vielleicht ist es ein Element des emotionalen Lobbyismus - Druck, um Unterstützung, Subventionen, Fördermittel zu erhalten. Es ist schwer zu sagen, wer hinter solchen Äußerungen steckt. Vielleicht sind es aufrichtige Schreie der Verzweiflung von Landwirten, die ihre Ernten verloren haben. Vielleicht handelt es sich aber auch um eine absichtlich lancierte Agenda. In jedem Fall ist es besser, nicht auf solche emotionalen Ausbrüche hereinzufallen - es ist wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und nach ausgewogenen Entscheidungen zu suchen."
Was halten Sie von der Nachricht, dass Kasachstan 1.500 Saigas an China liefern wird?
"Es handelt sich dabei eher um eine politische Geste als um eine ökologische Maßnahme. Aus biologischer Sicht sind 1.500 Tiere ein Tropfen auf den heißen Stein: In unserem Land können Saigas in ähnlicher Zahl sterben, indem sie einfach mit einem Zaun an einer Autobahn zusammenstoßen. Proportional gesehen sind das etwa 0,03-0,04% der Gesamtpopulation, die derzeit auf etwa 4 Millionen Tiere geschätzt wird. Zum Vergleich: Das diskutierte Volumen des möglichen Abschusses liegt bei etwa 800.000 Tieren. Aber aus politischer Sicht ist dies ein sehr guter diplomatischer Schachzug.
China ist seit langem an Saigas interessiert: Einst versuchte man, die Saigapopulation wiederzubeleben, indem man Tiere aus verschiedenen Zoos importierte und versuchte, sie zu züchten, allerdings ohne Erfolg. Ein Geschenk in Form von lebenden Saigas ist also ein Symbol der Freundschaft, eine Geste des Vertrauens, die die Beziehungen stärken kann. Vielleicht gibt es auch eine Erwartung unsererseits, dass China uns bei der CITES-Tagung im November unterstützt oder in ganz anderen Bereichen Zugeständnisse macht.
Natürlich birgt eine solche Entscheidung auch biologische Risiken, wenn auch nur geringe. Wenn die chinesische Saigapopulation plötzlich wächst, könnte sie sich ausbreiten, zum Beispiel in Richtung Mongolei, wo es eine eigene Unterart der Saiga gibt. Dann könnte es zu Kreuzungen kommen, was die genetische Reinheit der mongolischen Saiga beeinträchtigen könnte. Dies ist jedoch nur ein hypothetisches Szenario. In der Praxis ist ein solcher Transfer eine Art 'biologische Versicherung' für die Saiga: Wenn zum Beispiel in Kasachstan eine Epidemie oder eine Katastrophe auftritt, bleibt die Saiga anderswo lebensfähig."
Gibt es andere Länder, die ebenfalls an Saigas interessiert sind? Oder ist es nur China, das Interesse an solchen Geschenken gezeigt hat?
"Im Prinzip könnten solche Anfragen auch aus anderen Ländern mit ähnlichen ökologischen Landschaften kommen. So gibt es zum Beispiel kleine Saigapopulationen in Turkmenistan und Usbekistan, die auf natürliche Weise die Grenze zur Ustjurt-Population überschreiten. Aber die Saigawanderung in diese Länder erfolgt jetzt auf natürliche Weise über spezielle Grenzübergänge, so dass kein offensichtliches Interesse an zusätzlichen Geschenken aus diesen Ländern besteht.
Ich weiß, dass Aserbaidschan einmal Interesse an Saigas gezeigt hat. Aber ansonsten gibt es nur sehr wenige Länder, in denen es möglich wäre, eine nachhaltige Population wiederherzustellen oder aufzubauen. Die Saigas kommen bereits von selbst nach Russland. In der Ukraine herrscht derzeit Krieg, so dass keine Zeit für solche Projekte bleibt. Und in Europa können die Saigas nirgendwo grasen, außer vielleicht in Moldawien und Polen - die Landschaften und das Klima sind nicht die gleichen. Heute ist es also vor allem China, das praktisches Interesse zeigt."
Die Saigapopulation kann also nicht durch humanere Methoden reduziert werden, und der Abschuss bleibt das einzig wahre Mittel?
"Ja, es gibt im Moment wirklich keine anderen Arbeitsmethoden. Theoretisch könnten wir versuchen, Tiere einzufangen und sie in größerer Zahl umzusiedeln oder zu verschenken, aber das ist sehr schwierig: Die Saiga ist ein ängstliches Tier und schwer ohne Stress einzufangen, vor allem als erwachsenes Tier. Es genügt, sich an den jüngsten Fall der Przewalski-Pferde zu erinnern, die aus Europa eingeführt wurden: Eines von ihnen konnte nicht eingefangen werden und entkam. Das Gleiche könnte mit Saigas passieren. Natürlich mag es bei Jungtieren etwas einfacher sein, wenn sie gerade geboren sind und noch nicht weit laufen können, aber dann stellt sich eine andere Frage: Werden sie sich anpassen können, wenn sie außerhalb der Herde aufwachsen, werden sie alle notwendigen Verhaltensfähigkeiten erwerben? Es ist wie bei den Elefanten in Afrika: Als man anfing, alte Männchen zu erschießen, stellte sich heraus, dass sie es waren, die das Wissen, wie man in Dürrezeiten überlebt, an die Jungen weitergaben. Gedächtnis und kollektive Erfahrung sind bei Tieren wichtig."
Quelle:https://knews.kg/2025/07/03/pochemu-tokaev-reshil-podarit-sajgakov-kitajtsam/

und noch ein Artikel:
"Kasachstan stellte in Abu Dhabi ein digitales System zur Kennzeichnung von Saiga-Hörnern vor
Der WWF und Kasachstan diskutierten über den Schutz seltener Tierpopulationen.
Am 12. Oktober 2025 traf sich der Minister für Ökologie und natürliche Ressourcen der Republik Kasachstan, Jerlan Nyssanbajew, in Abu Dhabi (VAE) mit dem Vertreter des World Wildlife Fund (WWF), Daudi Sumba, zu einem Treffen, bei dem wichtige Fragen zum Zustand der Saiga-Population in Kasachstan und zu Maßnahmen zu ihrem Schutz erörtert wurden, berichtet inbusiness.kz unter Berufung auf das Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen der Republik Kasachstan.
Auf der Tagesordnung standen Themen im Zusammenhang mit dem aktuellen Bestand der Saigas in Kasachstan, den Ergebnissen der seit 2003 durchgeführten mehrjährigen Schutzprogramme sowie Fragen der internationalen Zusammenarbeit und der Umweltüberwachung.
Die kasachstanische Seite stellte ihren Partnern ein nationales digitales System zur Kennzeichnung von Saiga-Hörnern und deren Derivaten unter Verwendung der DataMatrix-Technologie (GS1) vor. Nach Angaben von Vertretern des Ministeriums zielt die Einführung dieses Systems darauf ab, vollständige Transparenz im Handel zu gewährleisten und zu verhindern, dass illegale Derivate auf den Markt gelangen.
„Das neue System sieht die Registrierung und Rückverfolgung jedes einzelnen Produkts in allen Phasen vor – vom Zeitpunkt der Erfassung bis zum Export – sowie die Möglichkeit, internationale Auditoren hinzuzuziehen. Darüber hinaus ist die Entwicklung der internen Verarbeitung mit anschließendem Export ausschließlich von Fertigprodukten geplant, was eine Steigerung der Wertschöpfung und eine verstärkte Kontrolle der Einhaltung von Umweltschutzvorschriften ermöglichen wird.
Quelle:https://inbusiness.kz/ru/last/kazahstan-predstavil-v-abu-dabi-cifrovuyu-sistemu-markirovki-rogov-sajgaka
(25.11.2025, 11:13)
Sacha:   Meines Wissens untersteht der Saiga-Bestand immer starken Schwankungen. Meine, dass dies auch hier schon erwähnt wurde. Jedenfalls wäre es m. E. sinnvoller, aus dem Überbestand weitere Wildpopulationen sowie Ex-situ-Bestände andernorts aufzubauen, statt die Tiere zu bejagen.
(25.11.2025, 10:41)
cajun:   @Regina im Link: Ja da stimmt. Eine gute Vermehrungsrate hat dazu geführt, dass sie in Kasachstan wieder bejagt werden und zur Fleischgewinnung genutzt. Es gab zunehmend Konflikte mit den ansässigen Landwirten und man hat entschieden so einen Teil des Problems zu lösen. Die Berichterstattung dazu kann man chnologisch in den Zoopresseschauen der letzten Monate nachlesen. Die letzte Meldung hierzu umfasste die Jagd- und Schonzeiten. Seit Herbst sind auch Weibchen und Jungtiere frei gegeben, davor nur Böcke. Übrigens: genutzt werden auch die Hörner der Männchen, neben deren Fleisch.
(25.11.2025, 09:31)
Sacha:   @Carsten Horn: Oder man hat wie ich auch mal was falsch in Erinnerung. Wie heisst es so schön: Derjenige von Euch, welcher ist frei von Schuld, werfe den ersten Stein...;)
(11.02.2025, 17:38)
Carsten Horn:   @Sacha: Das kommt davon, wenn man sich auf die Zootierliste verläßt, da steht "NT"...
(11.02.2025, 16:28)
Sacha:   @Carsten Horn: Das mit dem "gering gefährdet" würde ich jetzt nicht so unterschreiben. Meines Wissen unterliegt der Bestand der Art immer extrem starken (witterungs- bzw. klimatischen) Schwankungen. Und sind die Tiere nicht auch sehr anfällig für gewisse Krankheiten? Ein (Sicherungs-)Bestand in Zoos würde da m. E. schon Sinn machen. Am besten in Wildparks, die den nötigen Raum und wenigstens annähernd die nötigen klimatischen Bedingungen bieten könnten.
(11.02.2025, 10:35)
Carsten Horn:   Saigas sind schön anzusehen und ein Alleinstellungsmerkmal., Anders herum sind sie aber nur gering gefährdet und nehmen ggf mehr bedrohten Arten den Platz weg.

Anbei 2009 in Köln...
(10.02.2025, 14:05)
Jörn Hegner:   die haltungen von saigas wird wohl auch zukünftig auslaufen in zoos habe ich gehört. es gibts zur zeit nur eine einzige und nämlich almaty in kasachstan.
(09.02.2025, 19:25)
W. Dreier:   Etwas zurückliegend: Stand der mongolischen Saiga um die Zeit 2008
Dez. 2000: ca 5240 Tiere, dann Kälteeinbruch -Verringerung 2003 auf 750; bis 2008 wieder auf 3040 Tiere.
Aus: Saiga News, Ausgabe 8 (2008-09)
Gegen 2010 gab es doch wieder einen Kälteeinbruch?
(09.12.2024, 18:24)
cajun:   Wenn der Erfolg des Naturschutzes zu einem HWC führt. Neuigkeiten zu den Saigas in Kasachstan:
"Anwohner: Weideflächen im Gebiet Westkasachstan werden weiter von Saigas kahl gefressen und zertrampelt
Im Mai dieses Jahres kamen Saigas zum ersten Mal dicht an Dörfer des Gebiets Westkasachstan heran. Dorfbewohner filmten mit ihren Handys unzählige Herden der Steppenantilopen, die zu Wasserstellen eilten. Gleichzeitig fordern Farmer in der Region die Erlaubnis, sie abschießen zu dürfen. Als Alternative schlagen sie vor, die Saiga in Reservate zu treiben und den Schaden durch zertrampeltes Weideland zu kompensieren. Ihnen zufolge frisst die Saiga das gesamte Gras, weshalb das Nutzvieh in vier ländlichen Rajons des Gebiets diesen Winter möglicherweise ohne Heu bleibt. Die Korrespondentin von BaigeNews.kz hörte sich alle Vorschläge von Landwirten, Umweltschützern und dem zuständigen Ministerium zur Lösung dieses Problems an.
Nach Angaben des Umweltministeriums ist die Anzahl der Steppenantilopen in Kasachstan im Laufe des Jahres um die Hälfte gewachsen und liegt nun bei fast 2 Millionen Individuen. Die größte, die Ural-Population mit mehr als einer Million Tieren, befindet sich in den Steppen des Gebiets Westkasachstan. Zunächst bereitet das Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen einen „Vorschlag für das Management der Saiga-Populationen“ vor. Im Landwirtschaftsministerium erklärten sie, dass sie über keine Methoden zur Berechnung der durch Saiga verursachten Schäden verfügen.
Das Territorium Kasachstans ist der Lebensraum von 90 % der weltweiten Saiga-Population. Der maximale Anstieg des Bestands erfolgte in den 1970er Jahren, damals wurden in den kasachstanischen Steppen mehr als 1 Million 200.000 Tiere gezählt.
Fast 40 Jahre lang, bis in die 1990er Jahre, wurde die Anzahl der Steppenantilopen in der Sowjetunion durch "Fangbrigaden" reguliert. Frisches Saiga-Fleisch und geschmortes Fleisch in Dosen wurden in Geschäften verkauft, die Armee wurde mit Saiga-Fleisch in Dosen ernährt. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion begannen Wilderer, Saiga-Männchen massiv zu vernichten und schufen so einen Kanal für den Versand von Hörnern auf die Schwarzmärkte in China.
In den frühen 2000er Jahren war die Saiga vom Aussterben bedroht, nachdem sie Mammuts und Säbelzahntiger überlebt hatte. Das Land musste die Gesetzgebung verschärfen, für Abschuss und den Handel mit Derivaten drohen nun echte Gefängnisstrafen und erhebliche Geldstrafen. „Ochotzooprom“, bewaffnet mit moderner Technologie, Ausrüstung und mobilen Stationen, erhob sich zum Schutz der Steppenantilope.
In den letzten 8 Jahren betrug das jährliche Wachstum der Saiga 45–50 %. Die aktuelle Luftzählung hat Rekordzahlen ergeben: in der Ustjurt-Population der Saiga - 39.700.000 Tiere, in der Betpakdala-Population - 745.000 und in der uralischen - 1 Million 130.000 Individuen.
Das heißt, 2 Millionen Saigas grasen jetzt in den kasachstanischen Steppen. […]
„Die Anzahl der Saigas hat sich verdoppelt. Wir, die Farmer in Schänibek, erklären, dass wir im Winter nichts mehr haben werden, um das Vieh zu füttern, weil vom Gras nichts mehr übrig ist! Lasst uns Maßnahmen ergreifen. Wenn sie uns nicht erlauben, die Saigas zu vertreiben, mögen sie den Abschuss erlauben! Wer ersetzt uns den Schaden? Wir müssen Heu kaufen“, erzählt Tanat Sarijew, Leiter der Bauernwirtschaft "Tau".
Ein anderer Farmer argumentiert, dass die Dorfbewohner ihr traditionelles Weideland aufgeben müssten, wenn das Problem nicht gelöst werde.
„Saigas grasen auf unseren Weiden, fressen dem Vieh alles weg und lassen nur Federgras zurück. Wenn das Populationsproblem dieses Jahr nicht gelöst wird, müssen wir nächstes Jahr selbst abwandern“, fährt Rachmetolla Nasenow fort, Leiter der Farm "Sajat".
Asylchan Imangalijew, ein Bewohner des Dorfes Shaksybai im Rajon Schänibek (Zhanibek) im Gebiet Westkasachstan, sagte, dass die Saigas in diesem Jahr in einem geschwächten Zustand zum Werfen kamen.
„Sehen Sie, sie sind schwach, dürr, legen sich oft hin. Sie entfernen sich nicht weit von Wasserstellen. Dutzende von ihnen geraten auf der Autobahn unter die Räder von Autos. Wahrscheinlich hat die Natur selbst beschlossen, eine natürliche Selektion durchzuführen, weil sich die Herden stark vermehrt haben. Ich denke, es ist notwendig, die kommerzielle Jagd zu eröffnen und Saiga-Fleisch aufzukaufen“, schlägt der Dorfbewohner vor.
Mittlerweile hat Kasachstan kein Recht, Saiga-Hörner oder Fleisch zu exportieren, das verstößt gegen das CITES-Übereinkommen (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen, Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora CITES). Unser Land ist 1999 dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen beigetreten. Die Frage der Zulassung des Handels mit Saiga-Derivaten könnte auf der nächsten CITES-Konferenz erörtert werden. Da dies jedoch erst für 2025 geplant sei, habe Kasachstan Zeit zu entscheiden, wer den Saiga-Fang und die Fleischverarbeitung übernehmen werde, sagte Saken Dildachmet, ein unabhängiger Umweltkommentator. […]
Nach Ansicht des Ökologen müssen die zuständigen Behörden auch die natürlichen Migrationsrouten der Saiga wiederherstellen. Autobahnen und Eisenbahnknotenpunkte sind zu Hindernissen für den jahrhundertealten Weg der wildlebenden Huftiere geworden. Infolgedessen wandert die Saiga immer weniger und verwüstet dieselben Weiden und Gewässer.
„In Kasachstan gibt es ein Problem mit Trinkwasser. Jetzt gibt es in den Steppen, in denen die Saiga lebt, eine Dürre. Das Ministerium für Ökologie muss zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium über künstliche Wasserstellen für die Saiga nachdenken und dafür Brunnen graben, damit die Saiga auf der Suche nach Wasser nicht in die Gebiete der Landwirte eindringt. Komplexe Lösungswege für das Problem bietet das Ministeriums für Ökologie nicht an. Entweder liegt dies an einem Mangel an Fachpersonal oder an einer nachlässigen Einstellung zur Lösung des Problems. Saigas leben In 10 Gebieten, die Frage des Baus von Grünbrücken ist offen. Sie werden auf großen Hauptstrecken benötigt, damit die Saigas diese ohne Hindernisse und ohne Beunruhigungsfaktor überqueren können. Es gab ein Treffen mit internationalen Organisationen, bei dem vor allem Fragen im Zusammenhang mit Gewerbe und Jagdfarmen besprochen wurden, in erster Linie werden Unternehmerinteressen vertreten“, meint Dildachmet. […]
Für eine Ideenfindungs-Sitzung zur Lösung des Problems mit den Saigas wurden ausländische Experten, die den Lebensraum des Tieres erforschen, ins Land eingeladen. Herden umsiedeln, nach neuen Wasserquellen suchen, Aufzuchtstationen und Reservate schaffen, Krankheiten erforschen und Landwirte für Schäden entschädigen: Auf dem Forum wurden Dutzende Vorschläge gemacht.
Der Kandidat der Agrarwissenschaften [Dr. agr.] Jerlan Nysanbajew glaubt, dass die Erlaubnis zum Abschuss das Problem nicht lösen wird.
„Seit Millionen von Jahren kommt die Saiga an den gleichen Ort, die Tiere sind darauf programmiert. Selbst wenn die Zahl auf 10.000 Individuen reduziert wird, werden die Steppenantilopen immer noch auf ihre Weiden kommen“, sagt er.
Die Grundidee seiner Kollegen wurde vom internationalen Experten Stefan Michel formuliert, der erklärte, dass das Töten der Steppenantilope die äußerste Maßnahme sei.
Bauyrshan Sabanow, ein Vertreter der Zweigstelle der Nationalen Agrarbewegung „Shopan Ata“, vertritt die gegenteilige Meinung.
„Es ist notwendig, in der Natur ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Tierwelt aufrechtzuerhalten. All dies kann so angepasst werden, dass eine wirtschaftliche Wirkung erzielt wird, ohne das Ökosystem zu stören. Saiga-Aufzuchtstätten und Wildschutzgebiete [sakasniki] sind nach Ansicht von Wissenschaftlern ineffizient und es lohnt sich nicht, sich damit zu beschäftigen, da es unrealistisch und unpraktisch ist, die Saiga zu domestizieren. Was die Entnahme der Saiga betrifft, müssen wir in ihrem Lebensraum Mini-Schlachthäuser, Kühlhäuser aufstellen. Um das Fleisch der Tiere zu verwenden, es nicht weit zu fahren, damit es nicht verdirbt. „Es wird Arbeitsplätze für die Bevölkerung geben, wenn das alles effektiv genutzt wird, die Dorfbewohner werden erfreut sein“, bemerkt er. […]
Mittlerweile machen Nachbarn bereits Schäden durch die Saiga-Invasion geltend. Nach Angaben des Saratower Portals „Public Opinion“ wurde die Situation vom stellvertretenden Vorsitzenden der Regionalregierung Roman Kowalskij, dem ersten stellvertretenden Minister für natürliche Ressourcen und Ökologie der Russländischen Föderation Konstantin Zyganow und dem Vertreter des russländischen Ministeriums für natürliche Ressourcen Wladimir Stroganow besprochen.
„Die Abteilung für staatliche Politik und Regulierung im Bereich der Schutzgebiete des Ministeriums für natürliche Ressourcen der Russländischen Föderation wurde beauftragt, zusammen mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft, der Regierung des Gebiets Saratow und der Einbeziehung von Vertretern der Republik Kasachstan, die Frage der auf der Roten Liste stehenden Saiga zu untersuchen, das bestehende Problem zu bewerten und die Möglichkeit zu prüfen, den Schaden zu kompensieren, der den landwirtschaftlichen Produzenten entstanden ist“, heißt es in der Resolution.
Das Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen Kasachstans wird zunächst lediglich ein Projekt zur Bewirtschaftung der Saiga-Population vorbereiten und der Regierung vorschlagen. […]
Nach Angaben des Innenministeriums der Republik Kasachstan wurden in nur fünf Monaten dieses Jahres über 7.000 Saiga-Hörner bei Wilderern beschlagnahmt. Nach Berechnungen des Ausschusses für Forstwirtschaft und Wildtiere beträgt der Schaden für den Staat durch jede getötete Saiga 500 MRP [Mesjatschnyj rastschjotnyj pokasatel (ru) = monatlicher Berechnungsindex]. Folglich haben Wilderer der Natur Kasachstans seit Jahresbeginn bereits Schäden in Höhe von 6 Milliarden Tenge zugefügt.
Allein im Gebiet Westkasachstan wurden in den letzten fünf Jahren rund 80 Strafverfahren wegen des Artikels „Illegaler Umgang mit seltenen und vom Aussterben bedrohten Arten sowie zur Nutzung verbotenen Pflanzen- oder Tierarten, deren Teilen oder Derivaten“ eingeleitet. Wenn man bedenkt, dass Wiederverkäufer auf dem Schwarzmarkt durchschnittlich 150.000 Tenge pro Kilogramm Hörner zahlen, könnte die Legalisierung des Abschusses von den auf der Roten Liste aufgeführten Tieren ihnen einfach die Hände freimachen und zum Deckmantel für Wilderer werden, befürchten Aktivisten. In der Zwischenzeit entscheiden die Menschen über ihr Schicksal, die urtümlichen Tiere rücken ihnen immer näher."
Quelle:https://baigenews.kz/saygaki-prodolzhayut-sedat-i-vytaptyvat-pastbischa-v-zko-mestnye-zhiteli_154587/
Übersetzung: Zoopresseschau
(16.08.2023, 10:21)
Jörn Hegner:   saigas werden doch heute nur noch in russischen zoos gehalten . die kann sich auch wohl kein deutscher zoo mehr leisten .

zwei verschiedene arten gibts ja . nämlich die russische und mongolische .
(10.07.2022, 14:04)
cajun:   Ein Hoffnungsschimmer für die Freilandpopulation dieses "tiergärtnerischen Porzellans"
"In Kalmykien wurde Saiga-Population wiederhergestellt
Elista (TASS). Vermutlich hat etwa ein Drittel der auf der Roten Liste stehenden Saiga-Population zum ersten Mal in den letzten 20 Jahren das Territorium von Kalmykiens einzigem staatlichen natürlichen Biosphärenreservat "Tschornyje semli" ["Schwarze Erde"] verlassen und ist in die nördlichen Regionen der Republik gewandert, sagte der Direktor des Naturschutzgebiets, Bataar Ubuschajew, gegenüber TASS. Bis zum Jahr 2014 ist die Zahl der Saiga-Antilopen auf der Welt stetig zurückgegangen: Die Population in der nordwestlichen Kaspischen Region ist innerhalb von 20 Jahren fast auf ein Fünzigstel zurückgegangen - von 250.000 auf 4.500 Tiere. Der Hauptfaktor, der zum katastrophalen Rückgang der Anzahls der Saigas führte, war die selektive Wilderei in Bezug auf männliche Tiere. Jetzt leben die Saigas, die 2017 in die Rote Liste der Russländischen Föderation eingetragen wurden, in Russland nur in Kalmykien und der Oblast Astrachan; Populationen dieser Tiere gibt es auch in Kasachstan, Usbekistan, im Westen der Mongolei. Grund für die Migration nach Norden könnte Experten zufolge eine Zunahme der Population im Schutzgebiet sein. Laut Experten wurden im vergangenen Jahr im Reservat "Tschornyje semli" etwa 10.000 Antilopen gezählt, dreimal so viel als vor fünf Jahren, erklärte der Direktor des Reservats. Die Wissenschaftler beunruhigt, dass Wilderer den Männchen nachstellen, deren Hörner in der traditionellen östlichen Medizin gefragt sind. Trotz der Tatsache, dass die Jagd auf die Antilopen verboten ist, da das Tier auf der Liste der besonders wertvollen Tiere steht und illegale Jagd und illegaler Handel strafrechtlich verfolgt werden, hält dies Jäger nicht auf. Im Zusammenhang mit der Situation in der Republik wurde ein behördenübergreifendes Treffen unter Beteiligung von Mitarbeitern des staatlichen Reservats, der Polizei, der Nationalgarde, des Ministeriums für natürliche Ressourcen von Kalmykien abgehalten, bei dem beschlossen wurde, die Arbeit zum Schutz der Population und zur Verhinderung von Wilderei zu verstärken, fügte der Gesprächspartner der Agentur hinzu. Über das Reservat. Das 1990 gegründete staatliche Biosphärenreservat "Schwarze Erde" ist das einzige Testgelände in Russland zur Erforschung von Steppen-, Halbwüsten- und Wüstenlandschaften sowie zum Schutz der kalmykischen Saiga-Population. Seine Fläche beträgt 121.100 Hektar. Im Reservat gibt es bereits vier ökologische Lehrpfade - "Vögel des Manytsch-Gudilo", "Auf den Pfaden der Saiga", "Tulpen des Manytsch" und "Pink-Seen im Reservat Mekletinskij ". Auf ihnen kann man eine Vielzahl von Tierarten sehen, darunter seltene und vom Aussterben bedrohte - Saigas, Jungfernkraniche, Rosapelikane, Löffler, Rothalsgänse, Steppenadler, viele Arten von am und im Wasser lebenden Vögeln und Steppenvögeln. Die Saiga ist in die vom Ministerium für natürliche Ressourcen Russlands erarbeitete "Liste der seltenen und vom Aussterben bedrohten Tierarten aufgenommen, die vorrangige Maßnahmen zur Wiederherstellung und Wiederansiedlung erfordern". In der Liste befinden sich auch Amurtiger, Vorderasiatischer Leopard, Amurleopard, Schneeleopard, Wisent, Przewalskipferd, Argali, Mongolische Gazelle, Eisbär und Schneekranich. Diese Ausrichtung wird im Rahmen des Föderationsprojektes "Erhaltung der Biodiversität" des nationalen Projektes "Ökologie" umgesetzt"
Quelle und Übersetzung: Zoopresseschau
(16.07.2021, 10:23)
cajun:   Eine Wiederauswilderung von Saiga Böcken. Diese werden dringend benötigt, da sie zumeist, im Gegensatz zu den hornlosen Weibchen, Wilderern zum Opfer fallen.

"Im Gebiet Astrachan wurden drei männliche Saigas in ihren natürlichen Lebensraum entlassen
Im Rajon Liman, Gebiet Astrachan, wurden im Naturreservat (Sakasnik) "Stepnoi" drei männliche Saigas in ihrem natürlichen Lebensraum ausgesetzt. Seit 20 Jahren arbeiten Experten aktiv daran, die Art zu erhalten und die Population dieser bedrohten Säugetiere zu erhöhen. Die Männchen dieser Antilope waren einst die Symbole der endlosen Steppen der Region Astrachan. Dieses Relikt aus der Ära des Mammuts hat bis heute überlebt. Doch wegen des Wertes ihrer Hörner, die auf dem Schwarzmarkt in China bis zu 5.000 Dollar pro Paar kosten, wurden die Männchen ausgerottet. In der Gegenwart gilt die Art als gefährdet. Um die Saiga-Population zu erhalten, wurde im Jahr 2000 das Staatliche Naturreservat (Sakasnik) "Stepnoi" mit einer Fläche von 109.000 Hektar gebildet. Hier wird jeden Tag gearbeitet: Umweltbeobachtungen, Sammlung wissenschaftlicher Daten und natürlich der Schutz des Territoriums. Die Freilassung von 3 Männchen, die in der Saiga-Zuchtstätte unter halbfreien Bedingungen aufgezogen wurden, in ihren natürlichen Lebensraum ist seit vielen Jahren ein traditionelles Ereignis. Im Moment hat die Zahl der Individuen im Stepnoi-Reservat bereits mehr als 7.000 erreicht. Experten stellen eine Zunahme der Population der Antilope fest. An der Arbeit zur Erhaltung der Art dieser Säugetiere beteiligen sich Spezialisten des "A.N. Sewerzew"-Instituts für Ökologie und Evolution der Russländischen Akademie der Wissenschaften. Alle in die Wildnis entlassenen Männchen haben spezielle Miniatur-GPS-Sensoren an den Ohren, die es ermöglichen, die Bewegung der Saigas zu beobachten und ihre bevorzugten Lebensräume zu identifizieren. "Bei der Ohrmarke, an der der Sender befestigt ist, etwa 1-1,5 cm groß, die außen mit Fotozellen bedeckt ist, handelt es sich eigentlich um eine Solarbatterie. Und dieser Satellitensender, der sich am Ohr eines Saiga-Jungtiers oder einer erwachsenen Saiga befindet, sendet ein Signal an die ISS und von dort gelangt es in die Datenbank, erklärt der Direktor des Instituts für Ökologie und Evolution der Russländischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied der RAW (Moskau) Wjatscheslaw Roshnow. Jetzt ist diese Art auf der Roten Liste aufgeführt. Föderale und regionale Behörden, Wissenschaft, Naturschutzorganisationen und Wirtschaft arbeiten gemeinsam daran, die Anzahl zu erhöhen."
Quelle:https://lotosgtrk.ru/news/v-astrakhanskoy-oblasti-v-estestvennuyu-sredu-obitaniya-vypustili-tryekh-samtsov-saygakov/
Übersetzung: ZP
(22.06.2021, 17:49)
Alexander Wilhelm:   Fragt ich nur warum dann nie versucht wurde diese Tiere in Zoologischen Gärten zu halten
(16.02.2021, 10:46)
Alexander Wilhelm:   Also wurden bzw. werden diese Tiere nur als Jungtiere in Auffangstationen gepflegt ? Habe mal etwas derartiges gehört . Informiert mich bitte wenn ich mich Irre .

(16.02.2021, 10:38)
W. Dreier:   Also Tschiru? Nein, keine Haltung. Sie war nur das "Logotier/Maskottchen" zur Olympiade in Beijing - ohne Haltung
(15.02.2021, 22:52)
Alexander Wilhelm:   Weis Irgendjemand näheres über die Haltung der zu den Saigas gehörigen (zumindest ist dem laut einem meiner (älteren) Tierlexikas so , informirt mich bitte wenn diese Vermutung bereits überholt ist ) Tibetantilope ?
(15.02.2021, 20:07)
Jörn Hegner:   kein us-amerikanischer zoo hält heute noch saigas . die im san diego wild animal park waren das denn importe und auch die russischen wie im zoo köln . weil nebenbei gibts ja auch noch die mongolischen .

hatten die denn auch im san diego wild animal park die saigas mit anderen tieren vergesellschaftet .
(20.12.2020, 22:25)
W. Dreier:   @J. Hegner: 2000 hatte San Diego nur noch 2 weibliche Tiere
(20.12.2020, 17:05)
Jörn Hegner:   eben hatte ich in einen älteren zooführer gesehen vom san diego wild animal park , dass dieser auch saigas hielte in den 70er jahre .
(19.12.2020, 23:44)
W. Dreier:   Zu beiden letzten (auch non 31.1.2o17) Bemerkungen /Fragen: Askania Nova liegt in der Ukraine!
(05.12.2020, 20:22)
Jörn Hegner:   werden saigas nur noch in russischen zoos gehalten ?
(05.12.2020, 19:37)
Hannes Lueke:   Erik van Vliet hat kürzlich bei Facebook auch Fotos einer Saiga in einem ukrainischen Zoo gepostet.
(31.01.2017, 14:20)
Dreier:   Oh je, sehe gerade in der ZTL, dass die Anzahl weitaus höher in A N ist mit Erhöhungstendenz. Meine genannte Zahl stammt etwa von 2003
(23.01.2017, 17:19)
Dreier:   @. O. Schwitters: Wohl nicht falsch, da ja in einem der eigentlichen ``Heimatländer`` sicher immer Jungtiere ``anfallen``. Möglicherweise ist damit gemeint, dass (ich sah ähnliche Zahlen) in Askania Nova sich die Population durch Vermehrung zumindest erhält (so um 100 Tiere).
Es gibt sogar eine Zeitschrift ``Saiga``..
(23.01.2017, 17:15)
Oskar Schwitters:   Ist die Angabe in der ZTL dann falsch, wo auch noch Almaty (Kasachstan) als Halter angegeben wird?
(23.01.2017, 16:11)
Dreier:   Über die Probleme der Saigahaltung wurde ja hier häufig diskutiert. In der ``Zeitschrift des Kölner Zoos``, Heft 3 - 2016, werden die Erfahrungen der 30jährigen (letztlich überall weltweit nicht erfolgreichen) Haltung mitgeteilt. Ein umfangreicher und wichtiger Artikel.
Zu sehen sind Saigas weiterhin nur in Askania Nova (Ukraine)
(22.01.2017, 18:37)
Shensi-Takin:   Hierzu auch:
http://www.iccs.org.uk/saigaalliance/saigaall.htm

Die im ZGAP Artikel erwähnte Einrichtung heißt Centre for the Study and Conservation of Wild Animals in Kalmykia.
(24.04.2007, 10:52)
Carsten:   Ukraine ist doch noch billig, g...

Dann auch gleich den Zoo Kiew besuchen, bevor irgendwelche Bonzen den plattmachen...
(09.04.2007, 18:28)
Jennifer Weilguni:   In der Hinsicht hätte ich ja auch Interesse, aber ich fürchte mal, das eine Reise nach Askania Nova nicht gerade geldbeutelfreundlich wäre :-(
(09.04.2007, 16:56)
Klaus Schüling:   DA ist ja noch diese fixe Idee, zum Saiga-Schauen nach Askania Nova zu pilgern (s. unter "Reisen" - obwohl ich gestehe, mit dem Projekt noch nicht wirklich weiter gekommen zu sein...
(05.04.2007, 18:06)
IP66:   Dann werden wir das entsprechende EEP in UEP (Universum-Erhaltungszucht-Programm) umbennen und zum Saiga-Schauen-Fahren demnächst Weltraumraketen mieten.
(05.04.2007, 15:04)
WolfDrei::   IP66:Die beiden Saigadamen aus SD sind auch schon im Himmel. Physical inventory 2003: 0,0 Saiga
(04.04.2007, 12:50)
IP66:   Theoretisch könnte man also einen der kölner Böcke den Bush-Regierten zur Verfügung stellen?
(04.04.2007, 12:24)
WolfDrei::   Im September 2000 gab es im Stadtzoo San Diego nur noch zwei Weibchen-das wurde auch dann im Annuel report bestätigt
(02.04.2007, 10:52)
Shensi-Takin:   Hierzu noch ein älterer Artikel:
http://www.zgap.de/pdfs/17_2.pdf

Kalmykien schreibt anscheinend doch nicht mit "ck"; man lernt nie aus...
(30.03.2007, 20:51)
Shensi-Takin:   @Sacha Beuth; Ein erfreulicher Zufall-ungefähr zu der Zeit(1997) war ich auch in San Diego-und habe die Saigas auch dort gesehen. Waren nicht die Anlagen für Riesenelen & Bucharahirsche ganz in der Nähe? Der Artikel sprach von 2004 bzgl. der geplanten Entsendung der Saigas gen San Diego.

Was die weiteren Fragen angeht: ganz ehrlich-ich weiß es nicht; da müsste man ggf. beim Autor nachfragen.
(30.03.2007, 20:36)
Sacha Beuth:   @Shensi-Takin: Ende 90/Anfang 2000 habe ich im Zoo San Diego eine kleinere Gruppe Saigas (ca. 4 Stück) gesehen. Die lebten in einem Gehege im Hoofed-Mesa-Bereich (zwischen Giraffen- und Eisbäranlage).
Würde mich interessieren, wie die deutschen Zoos auf die Kaufofferte reagiert haben. Weiss man da was?
Und besteht die Zuchtstation in Cha Bulug noch?
(30.03.2007, 17:26)
Shensi-Takin:   Ich habe durch Zufall den ZGAP-Artikel bzgl. Saiga-Antilopen wiederentdeckt:
21.Jahrgang Mai 2005, S.12, Autor Reinhard Böker
Bericht über die Saiga-Zuchtstation von Cha Bulug in Kalmyckien.
Laut dem Artikel sollten von dort Tiere nach San Diego verkauft werden, die allerdings im Zoo von Moskau "strandeten". Des weiteren-Zitat:
"Wir wurden gebeten, deutschen Zoos Saigas anzubieten. Mit dem Verkauf sollten zusätzliche Finanzen zur Fortsetzung des Projektes erzielt werden".
In dem 500m2 großen, von Blechwänden umgebenen Gehege leb(t)en männliche und weibliche Tiere zusammen, die von einem ca. 5m hohen Besichtigungsturm aus zu sehen wären.
Soweit der Artikel zum Thema Saiga-Haltung.
(30.03.2007, 15:52)
Philip:   Die sind total toll süßund ich würde mich freuen wenn neue Saiga Antilopen nach Köln kommen würden.Ich habe ja eine jahreskarte!!!

(05.10.2006, 18:00)
Mel:   Schade also definitiv wieder eine Haltung weniger. :-(
(02.10.2006, 21:40)
Thomas W.:   Ok, ich hatte die Gelegenheit mit der Saiga-Pflegerin in Köln zu sprechen. Demnach werden keine neuen Weibchen kommen und die Art wird auslaufen. Da die Böcke nur 6-7 Jahre alt werden, wohl bald. Also schnell nochmal anschauen, die Tiere sehen mit ihrem Rüssel wirklich überaus interessant aus.
(02.10.2006, 10:22)
Mel:   Hast ja recht, aber ehrlich bei wie vielen anlagen fragt man sich oft, ob der Planer wußte was er tat, bzw. warum gerade diese bauvariante gewählt wurde. Jetzt mal von Weiterentwicklungen durch Forschung und neuen Erkenntnissen abgesehen.
(27.09.2006, 22:06)
Michael Mettler:   @Mel: Eben - mehr als eine Träumerei ist es ja auch gar nicht. Denn wenn wir alle hier WIRKLICH perfekte Planer wären, dann könnten wir uns alle zusammen damit selbstständig machen und die Zoos würden uns die Bude einrennen mit Aufträgen... :-) (Nochmal geträumt.)
(27.09.2006, 21:57)
Mel:   Ist ne gute Idee, und ich finde auch das sich dieser Komplex in Nürnberg einfach integrieren lässt. Ach es ist doch schön zu träumen. :-)
(27.09.2006, 21:39)
Dortmunder:   Also, ich finde den Plan großartig... Würde ihn jederzeit unterstützen... Fand Saigas immer schon interessant, vor allem, als es in Dortmund auch noch welche gab...
(27.09.2006, 09:47)
Sven P. Peter:   Also diese Planung wäre finde ich auch tatsächlich eine Erwähnung im Tiergarten-Rundbrief wert. Was meint ihr?
(27.09.2006, 00:24)
Michael Mettler:   OK, jetzt brauchen wir nur noch einen Zoo, der das baut, und dann sahnen wir dafür den BdZ-Biber ab.... :-)

Vielleicht sollten wir den Plan mal dezent nach Nürnberg weiterleiten. Dort gibt es a) reichlich Fläche, b) einen bestehenden Anlagenstil, in den sich unser Saiga-Komplex bestens einfügen würde, c) einen Direktor, der schon mit Saigas geliebäugelt hat und d) bereits langjährige Haltungserfahrungen mit der Art. Keine schlechten Voraussetzungen!
(27.09.2006, 00:22)
Mel:   Nein nein ich Stimme den Abmaßen zu sie entsprechen ja dem was ich weiter, ganz weiter unten schon mal erwähnt hatte, einen Vergrößerung ist natürlich nicht entgegen zusetzen. :-)

aber dennoch einse super Idee dieser Komplex, Hut ab.
(27.09.2006, 00:16)
Michael Mettler:   @Mel: Zumal Hammel wahrscheinlich auch vom Wesen her noch ruhiger (und damit noch positiver für die Saiga-Vergesellschaftung) wären.

Was ich bei meiner Beschreibung vergaß: In meinem Originalentwurf ist der Anlagenkomplex (ohne den umlaufenden Besucherweg und den rückwärtigen Versorgungsweg gerechnet) ca. 5.000 qm groß. Das hört sich erst mal monströs an, ist jedoch "nur" in etwa die Fläche eines Fußballfeldes bzw. - nach dem, was ich gehört habe - der neuen Gelsenkirchener Giraffenanlage. Also für Huftiere meines Erachtens nicht gerade überdimensioniert.
(27.09.2006, 00:11)
Mel:   Auch die gewählte Anzahl an Ställen sollte eine separate Handaufzucht ermöglichen sofern man davon ausgeht das ein Stall laut Deinen Dimensionen 5m durchmesser hat (knapp 20m²) können pro Stall max 5 Tiere genächtigt Werden. Bei einen Ausgangs Besatz von 5 Böcken und 15-20 Geißen bleibt also genug Spielraum
(27.09.2006, 00:06)
Mel:   @MichealMettler: Danke für die Blumen, hab ja auch zwei Abende dran gesessen :-, hab aber auch schon etwas Übung darin. Als Absperrgehege würde ich das Integrationsgehge verwenden, da ja nun nicht am Laufendenband neue Tiere oder ein Bock in die Geißengruppe intergriert wird bietet sich diese Nutzung an. was den Einwand zu den Schafen betrifft gebe ich Dir recht aber ich denke das Schafsböcke in der Kombination mit saigaböcken problematischer wäre. hammel sind natürlich auch eine sehr interessant Lösungsvariante.

Gruß Mel
(27.09.2006, 00:01)
Michael Mettler:   @Mel: Wow, das sieht doch schon grafisch viel professioneller aus. Und ist viel besser lesbar :-) Was ich vermisse, sind die kleinen Absperrgehege, die ich z.B. auch bei einer möglichen Flaschenaufzucht nutzen würde (auch dadurch ließen sich möglicherweise stressresistentere Saigas "erzeugen").

Weibliche Schafe bei männlichen Saigas? Da würde ich glatt Stunk unter den Saigaböcken befürchten, falls sie die Schafe als "Ersatzfrauen" betrachten. Immerhin sind sich die Pheromone unter Säugetieren so ähnlich, dass früher in Hannover ein (nicht fehlgeprägter!)Dorkasgazellenbock sogar brünftigen Giraffenkühen hinterherstieg....

Eine Alternative wären natürlich kastrierte Schafböcke (Hammel).
(26.09.2006, 23:55)
Mel:   Die Bobaks halte ich für eine gute Idee. Ich habe die Nachtställe etwas umsortiert um einen Huskomplex erstellen zu können. Zur Einführung eines Bockes in die Herde hab ich auf die Schleußung durch ein weiteres vorgehege (gen. Integration) gesetzt.Die Stallanzahl habe ich erhöht um so mehr Spielraum bei Seperationen, welcher Art auch immer zu haben. Eingefügt in den Pflegerkomplex sind Lageräume für einstreu und Futter die auch eine Futterküche enthalten ebenso ist bei der Größe des Komplexes ein Revier an sich möglich und somit ein Aufenthaltsraum für die Pfleger mit integiriert,
(26.09.2006, 23:55)
Mel:   Ok Michael war schneller :-)
(26.09.2006, 23:48)
Mel:   Einzige anmerkung zur Gemeinschaftshaltung sollten sowhl bei den Schafen wie bei den Kamelen nur weibliche Tiere gehalten werden.
(26.09.2006, 23:44)
Michael Mettler:   @Sven: Du solltest meine Handschrift mal sehen, wenn ich WIRKLICH unleserlich bzw. nur für mich lesbar schreibe... :-) Ein lieber Kollege nannte das mal "Mettler-Steno" und wusste nicht, wie herum er das Blatt halten sollte *g*

Bei Bedarf dechiffriere ich aber gern!
(26.09.2006, 23:42)
Mel:   Okay hier wäre jetzt meine Variante, Dank Micheals Genehmigung mit einigen Änderungen was die Seite der Praktischen Tierpflege betrifft so wie den Nutzungsrümen die man brauch, Misthof und Pflegerwege sind ebenso wie die Besuchereinsichten nicht beschriftet, ich gehe mal davon aus das man es erkennt. Der Kamelstall ist bewusst icht detailiert, da ihm extra Interesse gewidmet werden müßte und das hier nicht ins Thema passte. abmaße sind wie bei Michael.

http://img73.imageshack.us/img73/5255/saigamettlernderungzt7.jpg

Gruß Mel
(26.09.2006, 23:42)
Michael Mettler:   OK, dazu einige Erläuterungen:
"Sep." steht für Separiergehege, die z.B. für kranke Tiere genutzt werden können, "Pfl." für Pflanzungen, womit ich nicht irgendwelche Grasflächen oder Bodendecker meine, sondern optisch abschirmende Gehölzstreifen.

Die Saiga-Ställe sollen durch provisorische Treibgänge auch über die Pflegerwege hinweg vernetzbar sein, um z.B. einen Bock aus dem Bockstall ohne Einfangen in einen der mit den Separiergehegen verbundenen Stall umsetzen zu können. Die Fläche zwischen den beiden Freianlagen würde übrigens mehr als die eingezeichneten separaten Ställe und Nebengehege ermöglichen.

Zu den begleitenden Tierarten: Die Anlage für Bobaks (Steppenmurmeltiere) ergab sich einfach aus der Idee, den Weg zwischen den Einblickmöglichkeiten mit einer geografisch passenden, gitterlos unterzubringenden, publikumswirksamen (wenigstens im Sommerhalbjahr...) und für Saigas nicht "bedrohlichen" Art aufzulockern. Die runde Grundform wäre hier nicht nötig, passte aber so schön zum Gesamtkomplex...

Als Ruhepole in den Freianlagen würde ich Haustierformen einsetzen. Bei den Saiga-Geißen eine Gruppe Kamelstuten; der Hengst wäre mir zu riskant, der würde dann ständig im separaten Kamel-Vorgehege (inkl. Stall immerhin ca. 400 qm) leben. Für die Saiga-Bockgruppe könnte ich mir in der Theorie Schafe (z.B. Mongolen- oder Hissarschafe) als Mitbewohner vorstellen; die Widder bei den Saigaböcken, die Mutterschafe im eigenen (Neben-)Gehege. Da sowohl dieses als auch das Kamelgehege Besuchereinblick gewähren, leben die abgetrennten Haustiere nicht "hinter den Kulissen".

Ansonsten gilt meine Beschreibung weiter unten im Thread, was die Gestaltung der Freianlagen, Vor- und Nebengehege und die Unterteilbarkeit der Ställe mittels Tuchbahnen betrifft.
(26.09.2006, 23:40)
Sven P. Peter:   Nee, der Plan ist toll zu erkennen, doch nur die Handschrift gewisser Leute macht mich zu schaffen ;)
(26.09.2006, 23:35)
Mel:   Besser konnte ich es leider nicht formatieren.
(26.09.2006, 23:32)
Sven P. Peter:   Das schaut doch mal sehr cool aus, wobei man bei der Schrift schon eine deschrifiermaschine gebrauchen könnte. ;)
(26.09.2006, 23:30)
Mel:   So hier nun der link zu MichaelMettlers Vorschlag für den Saiga Antilopen Komplex. Die Idee ist sehr gut auch die aufteilung finde ich interessant. Die abmaße der Gehege sind ok. Das wäre sicher eine schöne anlage.

http://img226.imageshack.us/img226/2170/entwurfsaigakomplexph5.jpg

(26.09.2006, 23:19)
Mel:   Stelle erst mal Dein Original ein, bin übrigens begeistert davon und dann meine Vorschläge, Grundform hab ich natürlich beibehalten. Ist ein Superanlagenkomplex.

bin gerade beim fertigstellen dauert noch ein bissel

(26.09.2006, 23:12)
Michael Mettler:   @Mel: Ich habe auch nichts gegen Änderungsvorschläge - bin ja eh nur Theoretiker und stelle den Entwurf zur Diskussion. Aber BEVOR du was änderst, nimm erstmal die Originalversion...

Die Maße der Freianlagen sind übrigens als Minimum gedacht, der Entwurf verkraftet problemlos eine Vergrößerung derselben unter Beibehaltung der runden Grundform. Für mein angedachtes Geländeprofil (wie schon mal beschrieben: zentrale Hügelkuppe, Spitze etwa 1 m über Besucherwegniveau; sanft nach allen Seiten abfallender Hang; von dessen Fuß bis zur Umgrenzungsmauer eine mehrere Meter breiter Sandstreifen) sind sie vielleicht sowieso zu klein, da wäre noch ein wenig Rechnerei nötig gewesen.
(26.09.2006, 23:09)
Mel:   Wie siehst mit den Änderungsvorschlägen aus? Wäre das auch ok?

Auf jedenfall sind die gewählten Maße und Vergesellschaftungen Top.
(26.09.2006, 22:59)
Michael Mettler:   @Mel: Habe nichts dagegen und kann auch gern noch ein paar Erläuterungen dazu geben.
(26.09.2006, 22:24)
Mel:   Ich möchte noch auf MichaelMettlers Okay warten.
(26.09.2006, 21:56)
sleipnir:   Na, die Planung würde mich aber nun auch interessieren!
(26.09.2006, 21:43)
Mel:   Hab Gestern den gehegekomplex-Vorschlag von Michael Mettler erhalten eine sehr interessant Ausführung.
Frage @MichaelMettler soll ich das Bild per Link hier einstellen? Hab mich mit dem Entwurf auch schon aus einander gesetzt und 2-3 Vorschläge, wenn ich darf würde ich Ihn dementsprechend gerne ändern und auch einstellen.

Lieben Gruß Mel
(26.09.2006, 21:06)
Mel:   Ich sehe das ja ähnlich, und wollte meinen vorher gehenden Beitrag ja auch mehr zum "Thema verheizen" gewidmet sehen.
(22.09.2006, 23:06)
Michael Mettler:   @Mel: Tiere wissentlich zu verheizen ist unbestreitbar der falsche Weg, aber ohne Experimentieren ist doch Zootierhaltung gar nicht denkbar. Sonst wäre es nie möglich, neue Arten in den Zoos zu etablieren oder auch nur vorhandene Arten in ein neues Haltungskonzept zu überführen. Es gäbe heute z.B. nicht einmal Freianlagen mit Trockengräben, wenn die Tiergärtner früher gesagt hätten "das ist zu riskant, da könnte ja was passieren".

Und wenn für einen Gehegetest erst einmal jene Tiere "benutzt" werden, die "überzählig" sind - und das sind bei Huftieren in der Regel Bullen, Böcke und Hengste - dann ist das doch ein logische Konsequenz?

Übrigens gar nicht naturfern: Bei territorialen Antilopenarten besetzen die stärksten bzw. durchsetzungsfähigsten Bullen/Böcke die besten Reviere, ihre weniger "leistungsstarken" und heranwachsenden Artgenossen müssen sich mit schlechteren und vor allem auch gefährdeteren Grundbesitzen zufrieden geben - wo wiederum das Risiko höher ist, einem Beutegreifer zum Opfer zu fallen. In Rattenclans werden jüngere Tiere sogar von den älteren als Vorkoster vorangeschickt - falls das neu gefundene, unbekannte Futter giftig sein sollte... Auch die Natur kennt also "Testtiere" und nimmt dabei wenig Rücksicht auf das Individuum.
(22.09.2006, 23:02)
Mel:   mit den Etablieren einer neuen Herde ist das nicht immer so einfach wenn der Platz bzw. die entsprechenden Anlagen nicht reichen oder gegeben sind, jedoch wird die Berliner anlgae ja gerade umgebaut.

Ich finde die Vorschlagsbegründung für das "experimetn" Bockherde, etwas gewagt. Ich weiß das in deutschen Zoos Gott sei Dank nicht so (bevor wir sie eh schlachten probieren wir es mal)verfahren wird, es gilt das wohl des Tieres an erster Stelle und wenn die oben genannten Möglichkeiten nicht wirklich effektiv gegeben sind, warum sollte man ein solches experiment probieren, die Ergebnisse währen sicher verheerend und auch nicht wirlich hilfreich
(22.09.2006, 22:30)
IP66:   Eigentlich kann man das Risiko eine Bockherde bei den meisten "Antilopen" doch eingehen: Wenn die Böcke ansonsten ohnedies geschlachtet würden - und das ist bei mancher Art ja der Fall - kann man sie doch auch zum Gegenstand eines Experiments machen. andernorts diskutiert man hier über die kronberger Bergriedbockhaltung: Das berliner Gehege ist mehr als voll, und selbst wenn die Etablierung einer neuen Herde Schwierigkeiten macht, ist es doch besser, diese zu etablieren, als die Art aussterben zu lassen.


(22.09.2006, 14:44)
Mel:   @th.oma.s:
Ich möchte da wieder sprechen. Gerade um die Haltung in mitteleurtopäischen Zoo, "erfolgreicher" machen zu können bedarf es der Forschung in solchen. Die Haltung in der Ukraine bzw in den Ursprungsländern kann zu dem aufgrund des Klimatischen Unterschiedes nicht wirklich helfen.

Und ich denke gerade weil die saiga so einzigartig und relativ unbekannt ist sollte sie in großen Zoos gehalten werden. Um auch eben solche interessanten Kreationen der evolution bekannt zu machen.
(21.09.2006, 22:45)
th.oma.s:   @michael mettler: sorry, ich sehe eher keinen forschungsbedarf an saigas in den zoos. was zu erforschen ist, kann in der ukraine erforscht werden... im übrigen sollte man sich mit dem gedanken abfinden, dass eben nicht jede art auf dauer erfolgreich in mitteleuropäischer tierhaltung gemanagt werden kann, ich glaube an der saiga ist dies zu genüge vorgeführt worden und wer ausser uns paar insidern "muss" sie wirklich im zoo sehen...
(21.09.2006, 22:36)
Mel:   ein Jungesellengrupper, müßte dann jedoch Ihr eigenes Stallgebäude erhalten und die anlge müßte zu den weibchen gut abgeschirmt seien. Das ist mal wieder ein immernser Bau und Kostenaufwand und ich möchte mich da Shensi-Takin anschließen ich glaube kaum das ein dt. Zoo, dies realisieren würde, auch aufgrund der geringen Bestände.

Ansonsten ist die Idee an sich sehr gut.
(21.09.2006, 21:54)
Michael Mettler:   Das Thema Bockgruppenhaltung bei Saigas haben wir weiter unten im Thread bereits diskutiert. Wie alle anderen Versuche einer neuen Haltungsmethode wäre natürlich auch dieser mit Risiko verbunden - andererseits mussten Schwellen jeglicher Art auch bei der Haltung anderer Tiere irgendwann überwunden werden. Es scheint aber so, als zeigten die Zoos des deutschsprachigen Raumes generell wenig Neigung dazu, Junggesellengruppen von Stirnwaffenträgern aufzubauen bzw. zu übernehmen - diese Verwandtschaftsgruppen werden hierzulande ohnehin eher abgebaut, als dass man Versuche mit neuen Sozialsystemen mit ihnen unternimmt.
(21.09.2006, 00:20)
Shensi-Takin:   Ebenso stellt sich die Frage, wie tier-/artgerecht die Einzelhaltung des Bocks ist. Vielleicht wäre eine Haltung in Bachelor-Gruppen zu probieren-die sich bei einigen Arten(z.B. Nashörner) indes auch als fertilitätshemmmend heraustellen kann.

Ob die Saigas von der Haltung in einer (wenigstens zeitweise) größeren Herde profitieren würden oder nicht, wäre durchaus eine interessante Untersuchung wert. Allerdings fällt mir keine Institution ein, die ein dabei entstehendes mögl. Risiko gern in Kauf nähme-dazu sind die Bestände in Gefangenschaft zu gering.
(21.09.2006, 00:00)
Michael Mettler:   In dieser Hinsicht gibt es sicherlich noch viel Forschungsbedarf in den Zoos. Ob eine größere Herde beruhigend wirkt oder ganz im Gegenteil eine noch größere Panik nach sich ziehen würde, dürfte von Tierart zu Tierart unterschiedlich sein. Und was für Folgen ein unnatürliches ganzjähriges Zusammenhalten der Geschlechter haben kann, ist z.B. im Mähnenschaf-Artikel des aktuellen BONGO zu lesen - ein Teil der im Berliner Zoo geborenen Lämmer starb an Schlagverletzungen durch Böcke, mit denen sie unter natürlichen Verhältnissen saisonal gar nicht zusammentreffen würden.
(20.09.2006, 23:16)
Shensi-Takin:   Sieht man sich das Fortpflanzungsverhalten der Saiga in der Natur an, verwundert dieses Verhalten nicht; ab Dezember lösen sich die bislang gemischtgeschlechtlichen Herden auf, die Böcke besetzen Territorien, in denen sie Weibchen zusammentreiben und aggressiv andere Männchen vertreiben. Ähnlich ist die Situation z.B. bei den asiatischen Halbeseln, die darum auch nicht selten Probleme bereiteten/bereiten.
Und gewiß, ein weitläufigeres Gehege verursacht nicht nur mehr Probleme bei der Säuberung, sondern auch bei der Kontrolle des Tierverhaltens und Handling. Wäre es aber dennoch besser, gerade diesen Tieren mehr Platz und das sichere Gefühl der Anwesenheit einer größeren Herde zu geben(was sie womöglich weniger empfindlich auf "plötzliche" Geräusche wie das Bsp. des Teichhuhns werden liesse) und in der Brunstzeit die Böcke zu vereinzeln bzw. nur unter kontrollierter Aufsicht mit Möglichkeit des menschlichen Eingriffs ins Geschehen zu den Geißen zu lassen(wobei letzteren die Möglichkeit de Rückzugs gewährt wird)?
(20.09.2006, 22:16)
IP66:   Das Problem in Köln lag wohl darin, daß manche Böcke die Geißen permanent getrieben haben, so lange, bis diese einen Kreislaufkollaps erlitten haben. Andere Böcke, auch der letzte, jetzt noch lebende, mußte man nur selten aus der Herde nehmen. Ich kenne das Problem des Absperrens auch aus Großvolieren. Man kann einwenden, daß Vögeln ja eine Dimension mehr zur Flucht zur Verfügung steht, aber in einer Anlage wie dem kölner Regenwald oder der zürcher Madagaskarhalle ist es kaum möglich, bei einer Jagd einzugreifen, bevor das Opfer erlegt ist - und ich fürchte, daß wird auf übergroßen Huftierahlagen genauso sein. Interessanterweise gibt es auch auf der neuen Erdmännchenanlage in Köln riesige Probleme, gerade weil man die Tiere nicht richtig manipulieren kann.
(20.09.2006, 16:33)
Michael Mettler:   Die Unterbringung streitlustiger Antilopenarten (z.B. Pferdeböcke und Kuhantilopen) in kleinen Gehegen im "alten" Zoo Hannover wurde früher ebenfalls damit begründet, dass es auf diese Weise einfacher war, die Tiere im Bedarfsfall schnell zu trennen. Nur scheint dabei übersehen worden zu sein, dass manche innerartliche Aggression GERADE WEGEN der kleinen Gehege aufkam, in dem die Tiere selbst bei einem schlichten Ortswechsel Gefahr liefen, die "kritische Distanz" zum Artgenossen zu unterschreiten. Will sagen: Vielleicht hätte es in Köln gar nicht so oft die Notwendigkeit zur Abtrennung gegeben, wenn den Tieren wesentlich mehr Fläche zur Verfügung gestanden hätte. Andererseits ist das ständige Zusammenleben beider Geschlechter bei diversen Huftieren ohnehin kein natürlicher Zustand.
(19.09.2006, 20:37)
IP66:   Die kölner Erfahrungen mit Saigas lassen einige Linien erkennen: Zum einen darf sich nichts im Gehege befinden, an dem sich das Tier das Genick brechen könnte, auch die größte Freianlage darf auf keinen Fall Ecken besitzen, in die der Bock die Geißen treiben könnte. Deshalb hat man in Köln ja auch die kleinen preiswerten Rundställe gebaut. Ich hatte nicht den Eindruck, daß sich die kölner Nachzuchten jemals vor Besuchern oder den benachbarten Bantengs gefürchtet hätten. Dagegen reagierten sie oft nervös, wenn Vögel sich ungewöhnlich verhielten - ein etwas hysterisches Teichhuhn hat einmal Reaktionen ausgelöst. Die Haltung größerer Gruppen scheint mir sinnlos, zumal man in Köln immer wieder sehr schnell und effektiv den Bock abtrennen mußte - mehrere Kleingruppen in Gehegen der kölner Größe, die man zu zweit "trennen" und so den Bock ins Abperrquartier treiben kann, würden mir am sinnvolsten erscheinen.
(19.09.2006, 19:38)
Pitohui:   An: "?"(So'n Nickname wäre auch nicht schlecht): Wie kann man Streß messen? Gute Frage-und je nach Tier unterschiedlich zu bewerten. Bei manchen Arten ist dies deutlich zu sehen, bei anderen sind es eher unscheinbare bzw. "unsichtbare" Anzeichen wie Verhaltensänderungen, verminderte Nahrungs-/Futteraufnahme, Fellveränderung, Magenulzera etc. Der LA Zoo hat sich eine Zeitlang mit der Problematik des "subtilen" Stresses bei verschiedenen Tierkombinationen beschäftigt-und dabei auch auf endokrinologische Parameter(z.B. c(Katecholamine)) Wert gelegt. Aufgrund dieser Untersuchungen konnte z.B. die Kombi Silberlanguren und Riesenhörnchen als stressig für die Nager eingestuft werden. Zwar gewöhnen sich Raubtier und potentielles Beutetier in Geruchsnähe aneinander-doch ganz ohne Stress ist dies für letzteres gewiss nicht. Dies ist auch auf die genannten empfindlicheren Raubkatzen und ihre mangelnde Fertiliät anwendbar.

In Hinsicht auf die Saiga-Haltung ist der Vergleich mit den Gabelböcken nicht schlecht. In den US-Zoos gibt es immer wieder Haltungsschwierigkeiten(z.B.intraspezifische Aggression) mit teils fatalen Folgen. Die Gabelböcke gewöhnen sich indes manchmal ganz gut an Menschen; eines der Exemplare im Topeka Zoo liebt es, sich von besuchern die Nase kraulen zu lassen.

Wie beim Gabelbock sehe ich eine optimale Saiga-Haltung in einem möglichst weitläufigen(mit Betonung auf Weitläufigkeit!) Gehege verwirklicht-und das eher in einem Wildpark bzw. Safari-Park als in einem städtischen Zoo. Die Besucher könnten die Tiere von einem geschützten Ausguck aus der Ferne beobachten. Ideal wären nebst einiger kalt/trockener Gebiete in Osteuropa v.a. die amerikanischen Prärien.
Man könnte den Ranchern/ Betreibern die Haltung der Saiga auch interessanter machen, indem man ihnen erlauben würde, die Tiere für die kommerzielle Nutzung zu halten-ähnlich wie es bei anderen Wildtierenarten der Fall ist. Die gefarmten Hörner-unter kontrollierter Produktion-könnten den Bedarf der TCM an diesem Material stillen und ggf. die Widlerei der freilebenden Populationen verringern.

Dabei fällt mir ein, einmal etwas über ein Biologenpaar in den ehemaligen Ländern der GUS gelesen zu haben, die händeringend Abnehmer für ihre gezüchteten Saigas sucht. War das nicht ein ZGAP-Artikel?
(19.09.2006, 18:15)
Karsten Vick:   Ich war nur 1x im Sommer 2004 in Chomutov. Ich hatte zwar vorher von den Saigas gehört, aber nicht von der Eurosafari. Die war zwar ausgeschildert, aber ich hab sie mit der Bimmelbahn verwechselt, die auf dem Zoogelände fährt. Auf dem Faltblatt, das ich anstelle eines Zooführers in die Hand kriegte, war die Eurosafari nicht eingezeichnet. So erfuhr ich erst in diesem Jahr, als ich den Zooführer am Fördererpavillon in Berlin kaufte, von der Anlage. Auf dem Bild ist ein Zwischenzaun eingezeichnet. Eine Seite nur Saigas, andere Seite Wisente, Wildpferde, Hirsche, Mufflons usw. durcheinander.
Was ich nun nicht weiß, ist, ob ich damals die Saigas verpasst habe oder ob sie da schon alle tot waren. Im 2004er Jahresbericht steht scheinbar nichts über Saigas, am Jahresende gab es keine mehr. Vielleicht kriegt Jana raus wann und woran die Tiere gestorben sind.
(18.09.2006, 22:10)
Stefan Schubert:   Die Chomutover Eurosafari ist riesig, konnte aber keine Unterteilung erkennen. Sie liegt in leichter Hanglage, ist Steppenartig fast ohne höheren Bewuchs und die Masse kann ich nur schätzen: etwa 1km lang und 400m breit. Am unteren Zaun grenzt sie direkt an einer vielbefahrenen Bahn (Richtung Usti/Prag), doch Einschnitt und hohe Bäume schützen etwas. Umfasst ist die Anlage mit herkömmlichen Wildgatterzaun, und einer aussenliegenden dichten Vegetation. Zaungäste haben eine Möglichkeit von einer oberen Aussichtsplattform die Tiere (unentgeldlich) zu beobachten. Die nahegelegenen Ställe wirken recht einfach. Dreimal war ich im Zoopark. Erst nach dem ersten Besuch erfuhr ich von den kostbaren Pfleglingen und kehrte wenig später zurück, war auch pünktlich am Abfahrort des Safari-Trucks, aber leider waren wir neun Mitfahrer zuwenig, erst ab 10 Interessenten setzt er sich in Bewegung! Beim dritten Besuch (01/2005) fand ich die Anlage nahe dem Parkplatz hinter dem Historischen Dorf, aber leider leer! Zu dieser Zeit muss Chomutov seine Saiga´s verloren haben!
(18.09.2006, 16:45)
Jana:   Saigas in Chomutov - ich war noch nie in diesem Tierpark, aber laut deren HP ist das Eurosafari 30ha gross und ist in 2 Teile geteil. In dem ersten waren die Saigas ALEIN auf etwa 10ha gehalten.
(18.09.2006, 09:13)
Frankfurter:   Also, die Vergesellschaftung Ducker mit Okapi ist ja wirklich Nichts Neues. Bereits seit den 60 iger Jahren werden in den USA Ducker mit den verschiedesten Tierarten vergesellschaftet, und heute ist es in den USA üblich, Ducker NICHT separat zu halten, eben weil sie sich optimal vergesellschaften lassen. Übrigens wurden in Los Angeles Ducker mit Löffelhunden zusammnengehalten, und beide Arten haben regelmäßig Nachwuchs aufgezogen. Im Zoo Housten werden jetzt noch Dik-Diks mit Husarenaffen und Sporenschildkröten zusammengehalten, es kommt sogar zu Interaktionen zwischen den Dik-Diks und den Affen. Dabei handelt es sich NICHT um Ausnahmen.
(18.09.2006, 00:02)
Mel:   Ist ne Interessante Variante, die Ducker haben Rückzugsmöglichkeiten in die Umzäunten Anpflanzungen auf der Anlage und teilen sich die Stallungen, nach meinen Informationen hattes es noch keine Probleme gegeben, naja und nun haben sie ja ein Junges, ist ein Weibchen. Die Okapis sollen sie gar nicht stören, im Gegenteil.
(17.09.2006, 23:23)
Michael Mettler:   Ja, die Okapi-Ducker-Kombi habe ich letztes Jahr schon selbst gesehen.
(17.09.2006, 23:19)
Mel:   So übertrieben meinte ich es ja auch nicht :-) Übrigens hat sich die Rotducker Haltung im Zoo berlin ja auch geändert, auf der einen Okapianlge lebt jetzt auch ein Duckerpaar, das vorkurzem Nachwuchs hatte.

Aber dennoch würde ich nicht zu überschnellen Vergesellschaftungen raten. es kommt ja wie gesagt auch immer auf die gehegegröße, gruppenstruktur und Individualmerkmale der Tiere an.
(17.09.2006, 23:15)
Michael Mettler:   "In Watte packen" kann aber auch nach hinten losgehen. Wer sich mal etwas intensiver mit Hundeerziehung auseinandergesetzt hat, kennt das Problem der Stimmungsübertragung: Der Hund hat z.B. Angst vor dem Tierarzt, und weil der Halter das weiß, hat er selbst so zu sagen Angst davor, dass der Hund wieder Angst bekommt. Das merkt dann wieder der Hund, schließt daraus (richtigerweise!), dass Herrchen/Frauchen der Tierarzt ebenfalls unangenehm ist, und wird dann NOCH ängstlicher. Usw....

Warum sollte das nicht auch bei der Zootierpflege vorkommen? Z.B. habe ich gehört, dass die Berliner Rotducker jahrelang hinter den Kulissen saßen, weil man sie für zu scheu für den Publikumsverkehr hielt. Angeblich gingen die Tiere beim geringsten Geräusch "die Wände hoch" und wurden deshalb regelrecht verbarrikadiert. In Dresden sah ich dagegen die damaligen Rotducker in einem großen Gehege direkt am Zaun zu den Besuchern, und hinter dem Gehege befand sich eine Hauptverkehrsstraße inklusive rumpelnder und quietschender Straßenbahn. Da dachte ich mir: Wenn man versucht, die Tiere vor jeglicher Störung zu schützen, dann KÖNNEN doch eigentlich nur extrem störanfällige Tiere dabei herauskommen. Und wenn dann womöglich noch ein Pfleger Angst ausstrahlt (nämlich die Angst, die Tiere könnten sich jeden Moment verletzen), dann macht das die Pfleglinge bestimmt auch nicht ruhiger. Zumal er sie dann auch unbewusst stärker mit den Augen fixiert ("aufpasst") und sich extrem kontrolliert und "schleichend" bewegt - beides typische "Raubtier"-Verhaltensweisen.... Mit sowas konfrontiert dreht selbst mancher Hund durch, ein Fluchttier dann wohl erst recht.
(17.09.2006, 22:52)
Mel:   @?: Nein ich denke mal keiner von uns hat mit den tieren gesprochen doch wenn man sich etwas auskennt kann man sehr schnell Streßsymptome am Verhalten erkennen. Oft wird Nervösität bei Tieren auch schnell als normale Aufmerksamkeit gedeutet. Übermäßiges Koten und Urinabgeben sind auch sichere Zeichen für Stress. Sicher kann man es auch mit vorsicht übertreiben. aber ich bin eben lieber zu vorsichtig als einmal unvorsichtig. Ich denke mal auch das kaum ein Zoo leichtfertig das leben eines tieres riskiert. Und so sehe ich das auch, ich habe schon immer lieber etwas übervorsichtig gehandelt ob mit Jungtieren oder Neuzugängen und bin damit bis jetzt immer gut gefahren.
(17.09.2006, 21:49)
Mel:   Zu Chomutov kann ich leider gar nichts sagen find auch nichts in meiner Literartur dazu. Unter vorbehalt ist mir aber auch so als hätte ich auch schon mal was von der, von Dir vorgeschlagenen Gemeinschafthaltung mit Kamelen gehört, weiß aber nicht mehr wann und wo.

Aber bin schon gespannt auf deine Zeichnung
(17.09.2006, 21:44)
Michael Mettler:   Nachtrag zu Dikdik-Vergesellschaftungen: In Hannover wurden sie auch schon mit Sitatungas und Schrirrantilopen vergesellschaftet gehalten und gezüchtet, ebenso mit Kleinen Kudus allein (nicht nur auf der Giraffenanlage) - diese "Planstelle" haben jetzt die Rotducker inne. In Landau leben Dikdiks meines Wissens in einer Vogelhalle - so wie Kantschils in anderen Zoos, obwohl auch die als sehr schreckhaft gelten.

Was die zu vermeidenden Benachbarungen betrifft: Mit etlichen Arten hätten die Zoos ein Unterbringungsproblem, wenn das denn wirklich so schwierig wäre. Wenn Geparden nicht in der Nähe von anderen Großraubtieren untergebracht werden, müsste man sie in der Nähe anderer Tierarten platzieren - und dann hätten ja DIE wegen der Geparden Stress usw. usw.

Und wieder ein Versuch, zu den Saigas zurückzukehren: Womit lebten die denn in Chomutov zusammen? Da sie im "Safariteil" des Zoos untergebracht waren, werden sie dort ja wohl nicht die einzige Tierart gewesen sein? Natürlich unter ganz anderen Platzverhältnissen, aber mich würde interessieren, welches Verhältnis sie zu ihren Mitbewohnern hatten.
(17.09.2006, 21:19)
Hannes:   Wie so oft bestätigen Ausnahmen die Regeln.
Also ich habe mein Wissen aus der Literatur gezogen, in diesem Fall "Zootierhaltung Säugetiere"
Ich möchte an dieser Stelle nochmal darum bitten sich hier nicht unter Pseudonymen am geschehen zu beteiligen sondern unter einem richtigen Namen.
Am besten fände ich es wenn auch noch der "Vorstellungs-Thread"(vergessen wie er heißt)mal wieder genutzt wird.
(17.09.2006, 20:42)
?:   Woher wisst ihr das immer nur mit dem Dauerstreß ? Habt ihr die Tiere gefragt ?
Übrigens gibt es auch positiven Streß, und die Geparden in Nadermanns Tierpark ziehen jedes Jahr nach, obwohl sie in direkter Nachbarschaft zu Löwen, Tigern, und Jaguaren gehalten werden, das stört die Geparden nicht im Mindesten ! Und Mel, was spricht dagegen, Ducker oder Dik-Diks neben Erdmännchen oder Mangusten zu halten ? In Landau werden Ducker direkt neben Erdmännchen gehalten, und das interessiert weder die Ducker, noch die Erdmännchen. Ich finde, man kann es auch ein bisschen übertreiben.
(17.09.2006, 20:31)
Michael Mettler:   @Mel: Hannover hält je eine Zuchtgruppe Kirkdikdiks zusammen mit Pferdeantilopen bzw. Nyalas. Zeitweise gab es auch ein Paar auf der Giraffenanlage (damals zusammen mit Giraffen, Kleinen Kudus und Springböcken - und übrigens nur durch einen Trockengraben von den Löwen getrennt!). Dieser Versuch wurde jedoch nach einer Weile beendet. Nicht etwa, weil die Dikdiks Probleme mit den anderen Bewohnern hatten, sondern weil sie entdeckt hatten, dass der auf der Sohle grasbestandene Trockengraben ihnen ein viel schöneres Zuhause bot....

Ich würde gern den Bogen zurück zu den Saigas schlagen, denn ich habe meine Gedanken zu einem Anlagenkomplex für Saigas inzwischen ebenfalls zu einer Skizze verarbeitet. Bin aber offensichtlich zu blöd dazu, mit Imageshack zu arbeiten.... Habe meinen Entwurf an Sven P. Peter gemailt und ihn gebeten, behilflich zu sein.
(17.09.2006, 20:24)
Hannes:   Es sind ja nicht nur Antilopen die Streß in der Nähe von Beutegreifern haben.
Viele KLeinkatzen, sowie die lange nicht züchtenden Geparde und die noch heute heiklen Nebelparder empfinden in der nähe vieler Hunde und Großkatzen dauerstress. Trotzdem sind Nebelparder und Kleinkatzen noch immer in Großkatzenhäusern untergebracht. Bei den Geparden hat man ja schon früh dazu gelernt.
Das die Seelöwen freude an den Bären haben glaube ich sofort. In freier Wildbahn sollen Eisbären, wenn Robben in der nähe sind nicht schwimmen gehen weil sie Angst vor ihnen haben da die Robben im Wasser überlegen sind und diese Überlegenheit durch spielerische Angriffe auf die Eisbären nutzen.

Ich hab auch noch mal ne Frage, haben junge Gazellen einen natürlichen Fluchtinstinkt? Eigentlich doch nicht oder? Ich habe schon Filme gesehen in denen aufgeschreckte, neugeborene Gazellen auf Geparde zu tapsten und diese völlig verwirrt waren das die Beute nicht flieht, so dass sie von ihr abließen.
(17.09.2006, 20:20)
Mel:   Klingt interessant wäre sicher lich auch ein interessantes Vorhaben. Ich kenne bis jetzt nur eine Vergesellschaftung von Dik-Dik´s mit Rappenantilopen

(17.09.2006, 20:10)
Michael Mettler:   @ Mel: Jede Vergesellschaftung war irgendwann mal "zu riskant". Nashörner usw. haben früher in den Zoos nicht züchten können, weil man sich nicht mal traute, die Geschlechter zueinander zu lassen....

Ich zitiere aus dem Buch "Dikdik und Elefanten - Ökologie und Soziologie zweier afrikanischer Huftiere" von Hubert und Ursula Hendrichs:

"Ein ungefährliches kleines Raubtier steht in den Soit ol Modison Kopjes in sozialem Kontakt mit dem Dikdik - das Rotichneumon oder die Hermelinmanguste (Myonax sanguineus). Dikdik und Hermelinmanguste üben dort offensichtlich eine Anziehungskraft aufeinander aus. Viele Male sahen wir eine (unterschiedliche Individuen) Hermelinmanguste mit einer Dikdikfamilie, besonders mit dem Jungtier, spielen. Die alten Dikdiks dulden sie in weniger als 1 m Nähe, gehen manchmal einige Schritte in Drohhaltung auf sie zu, wenn die Manguste näher kommt; die Hermelinmanguste springt dann etwas zurück, erscheint aber gleich wieder. Mit dem Jungtier spielt sie regelrecht: Eine Hermelinmanguste schaute z.B. einmal von einem Felsblock auf das Dikdikjungtier herunter. Das Kitz konnte nur ihren Kopf sehen und zog in angespannter Haltung auf den Block zu. Die Hermelinmanguste sprang auf der entgegengesetzten Seite herunter, für das Kitz unsichtbar, setzte in einem Bogen um das Kitz und schlich es geduckt im Gras von hinten an. Das Kitz hörte sie, drehte sich um und zog mit aufgestelltem Büschel auf sie zu. Sie duckte sich flach auf den Boden. Beim Zusammentreffen spritzten beide nach verschiedenen Seiten auseinander, und das Spiel begann von neuem."

Und das war - ich erinnere daran - keine zufällige Einzelbeobachtung, sondern "Normalität". Seit ich das vor vielen Jahren gelesen habe - das Buch erschien schon 1971! - träume ich davon, mal Dikdiks mit Zwergmangusten in einem Zoo vergesellschaftet zu sehen. Rotichneumons stehen ja hierzulande nicht zur Verfügung, aber auch Zwergmangusten finden sich in der Auflistung des Buches unter den für Dikdiks ungefährlichen Tieren.
(17.09.2006, 20:06)
Mel:   Hm das höre ich zum ersten mal, möchte es aber auch nicht anzweifeln. Aber mir wäre das ehrlich gesagt zu riskant
(17.09.2006, 19:35)
Michael Mettler:   @Mel: Es gibt Freilandbeobachtungen darüber, dass Dikdiks und Mangusten nicht nur in unmittelbarer Nähe zueinander das selbe Kopje bewohnen, sondern die Arten sogar interspezifisches Spielverhalten zeigen.
(17.09.2006, 19:29)
Mel:   Bevor wir uns jetzt hier in Haarspaltereien verlieren, ich wollte mit meinem Beitrag nur darauf hin weisen, das bei sehr schreckhaften Tiere eine unmittelbare Unterbringung in Nähe von Carnivoren nicht zu empfehlen ist. Das es im Laufee der Zeit zu einer relativierungs der Schreckhaftigkeit kommt ist föllig normal. Das fällt dann unter eingewöhnung und adaption der gegebenen Verhältnisse. Jedoch sollte man bei "neuen" Tieren dies in der anfangszeit vermeiden. Auch sollte man nicht den Herden Tireb vieler tiere unterschätzen. Eine Junge Gazelle wird sich immer den Verhalten der Herde anpassen, auch wenn sie dem Löwen im Nachbargehege das erste mal sieht und aus Instikt zur Flucht ansetzen würde, signalisiert Ihr das Verhalten der restlichen Herde, das keine gefahr besteht. außerdem gehe ich hier in der Relation von Carnivoren aus die mit dem potentiellen Beutetier in ein Jäger-Beuteraster passen. Das ein Kudu nicht vor einem Erdmänchen davon läuft ist ja wohl klar. Allerdings, ja ich würde Dik-Dik´s oder Ducker nicht mit Erdmänchen oder Zebramangusten "Vernachbaren".
(17.09.2006, 18:06)
?:   Ich war verwirrt, weil sie bis zu den Pinselohrschweinen nur Antilopenarten aufgezählt haben, dann erwähnen Sie die Schweine und dann wieder Antilopenarten. Übrigens werden auch im Zoo Hannover Löwen direkt neben Zebras, Giraffen,und Antilopen gehalten, und ich habe noch nie beobachtet, das sich die Huftiere in irgendeiner Weise dadurch belästigt fühlten oder unter Streß standen. Ich meine, die Tiere sind doch nicht blöd, die wissen ganz genau, das die Raubtiere nicht zu ihnen hinüber können. Und nach Ihrer Argumentation dürfte man ja auch keine Frettchen neben einer Huftieranlage halten oder Eisbären neben Robben, wass ja doch in einigen Zoos getan wird. Im Fernsehen sah ich mal einen Bericht über die neue Eisbärenanlage in Detroit, dort gibt es einen unterwassertunnel, auf der einen Seite können die leute die Eisbären unter Wasser sehen, auf der anderen Seite die Seelöwen. Die Eisbären und Seelöwen können sich auch gegenseitig unterwasser sehen, und die seelöwen schwammen mit Begeisterung richtig provokativ an den Eisbären vorbei, die aber nicht einen Verscuh machten, nach den Robben zu schlagen. Das sah für mich nicht so aus, als hätten die Robben Streß. Und in New York leben löwen direkt neben nyala-Antilope, die grasen neben den Löwen, ohne die geringste notiz von den Katzen zu nehmen, die auch nicht im Geringsten an den Antilopen interssiert sind. Ich glaube nicht, das das Ausnahmen sind. Man darf also die besonders empfindlichen Dik-Dik's und Ducker nicht neben Erdmännchen oder Zebramangusten halten, das sind ja auch Raubtiere, und müßten von den Antilopen auch als solche wahrgenommen werden, aber darf man Ducker neben Phytons oder Greifvögeln halten ? Das sind nämlich auch natürliche Feinde von Duckern, selbst Mandrills und Schimpansen fressen Ducker. Und eigentlich müßten auch Streichelzoos abgeschafft werden, denn fressen Menschen nicht auch Ziegen und Schafe ?
(17.09.2006, 17:49)
Mel:   das stimmt zwar aber ich gestehe alles samt Tipfehler und Müdigkeit.
(17.09.2006, 17:45)
Michael Mettler:   @?, nur zur Information: Die Schreibweise "Impala" mit einem "l" ist noch gar nicht so alt, in älterer Literatur findet man einige abweichende Schreibweisen wie Impalla, Impallah, oder Pallah. Das kommt eben dabei raus, wenn man versucht, eine vorher lediglich gesprochen überlieferte Eingeborenenbezeichnung in geschriebene Form zu bringen. War also gar nicht so falsch :-)
(17.09.2006, 17:35)
Mel:   hab eben nochmal nachgelesen, und ja ich habe doch nach den Antilopenbeispielen ein Komma gestetzt, das bedeutet das die folgenden Tieraufzählungen nichts mit der vorangegangenen zu tun haben. Für die Schreibfehler bei Impala und Mhorrgazelle bitte ich um entschuldigung , jedoch war es schon spät und das Einfingersuchsystem ist nicht das beste.
(17.09.2006, 16:48)
?:   Woher wissen Sie das alles ? Sind Sie Tierpfleger ? Und gehören Okapis, Seraus, Pinselohrschweine,Muntjaks und Sikahirsche wirklich zu den Antilopen ? Mohrgazelle und Impalla kenne ich nicht, meinen Sie vielleicht Mhorrgazelle und Impala ?
(17.09.2006, 13:42)
?:   Woher wissen Sie das alles ? Sind Sie Tierpfleger ? Und gehören Okapis, Seraus, Pinselohrschweine,Muntjaks und Sikahirsche wirklich zu den Antilopen ? Mohrgazelle und Impalla kenne ich nicht, meinen Sie vielleicht Mhorrgazelle und Impala ?
(17.09.2006, 13:42)
Mel:   Einige Antilopenarten (zB. Mohrgazelle, Impalla), Gnus, Bongos, Pinselohr-Schweine, Dik-Dik´s, Ducker, Okapis, Serau, Muntjack, Sikahirsche, usw., es sind natürlich immer Ausnahmen möglich, und ich möchte nicht behaupten das es immer Probleme bei direkter Nachbarschaft mit Carnivoren gibt. Aber generell ist es bei sehr schreckhaften bzw. scheuen Arten wie auch der Saiga an zuraten solch eine direkte Nachbarschaft zu vermeiden.

(17.09.2006, 02:48)
Michael Mettler:   Mir fallen da eine Menge Zoos, Wildparks usw. ein, wo Raubtiere nahe bei Huftieren untergebracht sind. Da müssten also Unmengen von Huftieren in den Zoos unter Dauerstress stehen?? Anders herum gefragt, welche Arten sind denn dafür bekannt, dass sie damit Probleme haben?
(16.09.2006, 23:58)
Dirk K:   Vielleicht ist es ja sogar besser, wenn die Fluchttiere die Raubtiere nicht nur riechen sondern auch sehen können. So können sie sich genauer orientieren und möglicherweise feststellen, dass keine Gefahr droht...?
(16.09.2006, 19:46)
Jana:   @Mel Ich wuerde nicht sagen, das die Kombination zB Hirschen/Woelfe nebenan immer einen zu grossen Stress fuer die Tiere bringt (warscheinlich sind aber Unterschiede von Art zu Art). Mindestens zB in Prag leben schon Jahrzehnte Hirsche/Woelfe oder Antilopen/Geparden in Gehegen nebenaneinder, sie koennen sich nicht nur riechen, sonder auch sehen, trotzdem laufen die Hirsche nicht alle 5 Sekunden in Pannik weg, sondern sehen entspannt aus und ziehen regelmaesig Nachwuchs an.
(16.09.2006, 18:29)
Dennis I:   Saiga-Aniopen, weren och warscheinlich nie wieder in einem Zoo zu sehen sein , da sie ja unter Artenschütz und Einfuhrverbot schtehen
(16.09.2006, 14:43)
Mel:   Die Idee mit der Integration von Kleinanlagen ist gut, jedoch fallen sämtliche Carnivoren aus, da deren eigen Geruch und der Geruch vom Kot und Urin, für die Saigas sicherlich warnehmbar wäre, und somit würden die Carnivoren ein immenser Stressfaktor werden.

Dieser Punkt ist hier im Forum leider auch schon bei vielen anderen Zookonzepten vergessen worden. Viele unser gern gehaltenen Lieblinge haben einen guten Geruchssinn und das Unterbringen von Carnivoren in deren Umgebung würd immensen Stress bedeuten, die Tiere würden eigentlich immer Gefahr wittern (Hirsche-Wölfe, Zebras-Löwen usw.) Kommt aber immer auf die empfindlichkeit der Tierart an.
(16.09.2006, 01:52)
Mel:   Hm also die Gänge zwischen den Boxen sollten min 1,60m breit seien. Dazu kommt dann noch der Arbeitsbereich das wären.
Lagerfläche für: Futter, Einstreu, Gerätschaften (Schupkarren,Besen usw.), frei bleibende Lagerfläche für Wechseölnde Benutzung (Transportkisten, Einrichtungsgegenstände).
Futterküche
Bei der gesamten Anlagengröße kommt ein Aufenthaltsbereich dazu, sanitäranlagen fürs Personal, der Misthof sollte 2 bis drei Mistwagen fassen können und ein problemlosen rangieren ermöglichen. hinzu kommt durch die Verwendung von Selgetuch eine entsprechende Waschküche mit trockenraum.

Ich denke das war erst mal das nötigste.

(16.09.2006, 01:42)
Michael Mettler:   Ich habe die ungenutzten Flächen entdeckt.... Mein Anlagenkomlex zieht sich ja viel weiter auseinander als ich im Kopf hatte, ich habe nämlich die Vorgehege im Gesamtbild übersehen - Denkfehler also. Machts aber nichts: Die Flächen lassen sich prima mit eingefügten Anlagen für kleinere Tiere des Lebensraumes zentralasiatische Steppe füllen, z.B. Freianlagen für Steppenmurmeltiere und Korsakfüchse oder Volieren mit Vögeln bis hin zum Jungfernkranich.

Wenn ich das unten angeführte Flächenmaß von 1.600 qm für die Saiga-Geißenanlage erreichen will, müsste meine kreisrunde Anlage rund 45 m Durchmesser haben. Würde ich für die Bockanlage einen Durchmesser von 30 m anrechnen, käme die auf rund 700 qm. Aber nach oben sind ja bei einer Phantasieplanung keine Grenzen gesetzt...

Nehme ich die eingangs genannten Flächenmaße für Ställe, Vorgehege usw. als Grundlage und baue darauf meinen aus Kreisen zusammengesetzten Entwurf auf, entstünde durch die Abfolge Stall/Vorgehege/Freianlage die Umrissform eines Schneemanns: Gruppenstall mit 5 m, Vorgehege mit 20 m, Freianlage mit 45 m Durchmesser. Auf der Bock-Seite gleiche Stallgröße, davor Vorgehege mit 15 m Durchmesser, Freianlage mit 30 m. Damit wäre der ganze Komplex in dieser Achse 120 m plus die Länge des Pflegerbereiches zwischen den Ställen (wieviel braucht man da?) lang. Die seitliche Ausdehnung überschreitet nirgends die Freianlage der Geißen, der gesamte Anlagenkomplex inklusive aller Ställe (auch für die zur Vergesellschaftung gedachten Tiere), Vor-, Neben- und Seitengehege und zwischengelagerten Anlagen für Kleintiere, würde also über den Daumen eine Fläche von ca. 6.000 qm beanspruchen. Das hört sich viel an, ist aber gerade mal um 20% größer als ein Fußballfeld..
(16.09.2006, 00:18)
Michael Mettler:   P.S.: Die Idee, die Saigas durch Vergesellschaftungen mit umgänglichen Tieren ruhiger zu machen, habe ich übrigens "geklaut". In Münster wurden extrem scheue Bongos durch Hinzugesellen einer handzahmen Wasserbockkuh "runtergefahren", und in einem amerikanischen Zoo hat man erfolgreich Gabelböcke mit Haustieren (leider ist mir entfallen, womit genau) zusammen gehalten, welche die Nähe der Menschen suchten und beruhigend auf die Gabelböcke abfärbten.
(15.09.2006, 23:30)
Michael Mettler:   @Mel: Das "Sie" können wir gern weglassen, ich bin da nicht so eigen ;-)

Ungenutzte Fläche? Wo denn? Der Sandstreifen ist wie der Rest der Gehegefläche für die Tiere voll nutzbar - ist ja kein Treibsand :-) Und "zwischen" den Außenkurven der beiden großen Anlagen befinden sich die kleinen Absperrgehege und füllen die "Lücken" aus. Muss wohl doch mal eine Skizze machen.
(15.09.2006, 23:23)
Mel:   Es stimmt das ich keine Sandbetten und Bambuswände vor der Kunstfelsenwand vor gesehen habe. Diese sollte sowieso der Stein-'Felsarten des Natürliches biotops der saiga nach empfunden werden, und ich bin der Meinung das durch solch eine Nachempfidung und der Gehegegröße eine Verletzung duch diese Wand weitesgehend ausgeschlossen werden kann.
(15.09.2006, 23:08)
Mel:   Was ich gestern leider nicht mehr geschafft habe war eine einfache Skizze vom Stallgebäude. Hier sind genauso wie auf den Anlagen alle Winkel stark abgerundet, die Stallunterzteilungen sind aus gespannten Tuch. Soe wie Michael es beschrieben hat (da hatten wir ja gleiche gedanken). Dies mal auch mit größen Angaben, und wenn man diese auf meine erste Skizze überträgt, hat man mal ne Vorstellung wie groß geplant ist. Auch habe ich mich dann lieber dafür entschieden (siehe Höhen Angaben auf der anlagenskizze) die Tiere dem Besucher gegenüber erhöht zu präsentieren, da so ein "Gefahr von oberhalb Gefühl" vermieden wird, die Saigas können so auf alles herab schauen.

http://img45.imageshack.us/img45/3274/saigaanlagehaustk5.jpg

@MichaelMettler Da ich größentechnisch Großzügig war und die separatengehege an der "Spitze einmal ca 17 und dann ca 20m breit sind denke ich kann das "Trichtergefühl" hier gut vernachlässigt werden. Gleiches gilt bei den auf der zeichnung entstandenen Winkel, sie sollen alle samt großzügig abgerundet seien, was auch wiederum bei der Größe kein Problem darstellen sollte.

Ihre Planung klingt verdammt gut, und umgeht durch die Kreisgestaltung viele Winkel die gerundet werden müssten. Verbraucht aber immerhin immens viel ungenutzte Fläche(das ist für mich bei Ihrer Planung der einzigste Punkt wo ich bedenken habe).

Gruß Mel
(15.09.2006, 23:06)
Michael Mettler:   Na, das sieht doch schon ganz nett aus - die Renaissance der Tortenstück-Gehege :-)

Frage des Theoretikers: Sind da nicht für eine so schreckhafte Art zu viele spitze Winkel in den Anlagen? Auch wenn der Vergleich etwas weit hergeholt scheint: Für Hochseefisch verwendet man keine eckigen Aquarien, weil die an "unendliche Weite" adaptierten Tiere Probleme mit Einengungen haben. Und da Saigas ja nun dazu neigen, sich an Gehegebegrenzungen zu verletzen, würde ich persönlich dazu neigen, "Trichter"-Situationen (außer bei nötigen Einfangaktionen) zu vermeiden.

Mein Vorschlag mit dem Tiefsandstreifen bezog sich auf alle Bereiche, wo eine feste Gehegebegrenzung (Mauer, Felsnachbildung) den Laufraum eingrenzt. Auf der vorliegenden Skizze gäbe es zwar in Richtung Besucher einen "Bremsstreifen", aber z.B. nicht an den Trennmauern zwischen den Anlagen. Wenn also ein "Panik-Auslöser" vom Besucherweg her kommt - z.B. ein Besucher plötzlich einen Regenschirm aufspannt - würden die Tiere nach HINTEN oder zu den Seiten flüchten, und da nützt das besucherseitige Sandbett nicht viel.

Nun will ich hier nicht nur kritisieren, sondern auch einen Gegenvorschlag liefern - versuchsweise ohne Skizze, da es sich relativ gut beschreiben lässt.

"Mein" Stallgebäude besteht aus einem annähernd quadratischen Pflegerbereich, an den sich an allen vier Seiten runde Innenställe anschließen: ein großer (Geißenherde), ein mittlerer (Bockgruppe) und zwei kleine (zeitweilig genutzte Separiermöglichkeiten). Die beiden kleinen liegen sich gegenüber, an diesen Seiten gibt es auch die Pflegerzugänge zum Stallbereich. Die beiden großen Ställe sind durch "Tuchbahnen" unterteilbar - damit meine ich solche Einrichtungen, wie sie in Afrika zum Einfangen ganzer Huftiergruppen und zum Bau provisorischer Korrals Verwendung finden. Diese Tuchbahnen müssen problemlos abnehmbar sein, um regelmäßig gereinigt werden zu können (während die Tiere im Außengehege sind). Alle Ställe sind durch Zwischentüren miteinander zu verbinden (die beiden kleinen dann entsprechend über den Pflegergang), um Einzeltiere aus den großen Ställen in die separaten Boxen umschiebern zu können.

Alle vier Außengehege sind im Grundriss annähernd kreisrund, um "Trichtersituationen" zu vermeiden. Das Zentrum der beiden großen, an gegenüberliegenden Seiten des Stallgebäudes liegenden Außenanlagen bildet jeweils ein flacher Hügel, dessen höchster Punkt etwas über dem Niveau des Besucherweges liegt. Die Außenbegrenzung besteht umlaufend aus einer Natursteinmauer/Kunstfelsmauer, welcher der beschriebene Tiefsandstreifen vorgelagert ist. An einigen Stellen - besondern im rückwärtigen Bereich, also im direkten Sichtfeld des Besuchers - ist dieser Sandstreifen durch Fargesia-Pflanzungen unterbrochen. Auf dem Hügel selbst bieten Zweighaufen und -wälle (also eine Art Benjeshecke) mit sich selbst ansiedelnder Vegetation Strukturen und Versteckmöglichkeiten.

Der Besucher erhält von der dem Stall gegenüber liegenden Gehegeseite aus Einblick - die Tiere sollen sich bei besucherseitigen Störungen in Richtung Stall zurückziehen und diesen dadurch als angenehm und schützend empfinden.

Die beiden kleinen separaten Außengehege sind reine Zweckunterkünfte: So klein, dass die Insassen gar nicht erst auf Höchstgeschwindigkeit kommen können, mit flachem Boden und nicht für Besucher einsehbar. Hier würde ich es mit einer allseitigen Fargesia-Hecke als Umgrenzung versuchen - vorsichtshalber mit AUSSEN vorgesetztem Zaun.

Die Verbindung zwischen Stall und Außengehege besteht bei den großen Anlagen jeweils aus einem kleinen, wiederum runden Vorgehege, das durch Tuchbahnen eingegrenzt ist; auch das Tor zur Freianlage besteht aus einem tuchbespannten Rahmen. Für die Separiergehege gibt es keine Vorgehege, sondern einen kurzen, ebenfalls tuchumgrenzten Treibgang. Dieser dient auch als "Zwangskäfig", wenn ein Tier zur Behandlung oder zum Transport gefangen bzw. betäubt werden muss.

Die Stallungen der zur Vergesellschaftung gedachten Tiere wie Kamele oder Rinder stehen separat vom Saigastall an den Seiten der großen Außenanlagen und sind über eine kurzen, tagsüber verschlossenen Treibgang mit diesen verbunden.

That's it. In Details wie Misthof usw. gehe ich jetzt nicht, die kann ich als Außenstehender noch weniger beurteilen :-) Aber nebenbei ist mir eingefallen, dass ein solches Haltungssystem eigentlich auch für Gabelböcke brauchbar sein könnte, mit deren Haltung es ja ähnliche Schwierigkeiten gibt.

Aus der Vogelperspektive sähe mein Entwurf sicher wegen der vielen Kreisformen etwas futuristisch aus, aber aus der Besucherperspektive lässt sich dieser Eindruck durch geschickte Wegführung und gärtnerische Gestaltung leicht vermeiden.

Optimaler Standort wäre übrigens ein Zoo im zentralen oder östlichen Europa (in Deutschland: Süddeutschland), wo das Klima weniger maritim und somit die ständig vorhandene Luftfeuchte geringer ist.

Soweit die Gedankenspiele eines Schreibtischtäters :-)
(15.09.2006, 09:41)
Mel:   So es hat geklappt. :-)

Hiermal ne schnelle Skizze als Vorschlag. Ein Fehler ist mir leider zu spät aufgefallen bei den Gehegen der P-Kategorie handelt es sich natürlich nicht um Vorgehege sondern seperate Einzelgehege. Die Schauanlagen sind über die fronten mit dem sandbett einsehbar. Auf weitere Gehegestrukturen wie Sträucher und die schon erwähnten Bomer habe ich erstmal bewußt verzichtet.

Gruß Mel

http://img180.imageshack.us/img180/6594/saigaanlageschema1po3.jpg
(15.09.2006, 01:42)
Mel:   OkaySuper mach mich mal schnell an ne gute Skizze und Probiere es.

Danke
(15.09.2006, 00:01)
Sven P. Peter:   Einfach bei http://imageshack.us/index.php hochladen und die Bildadresse kopieren. Es sprach ein Internet-Studierter ;)
(14.09.2006, 01:56)
Mel:   Das wird schwer

aber mal sehen vielleicht kennt ja hier jemand ne Site wo man ohne Internet-Studiert zuhaben kostenloss ein paar Bilder ausstellen kann, so daß man nur noch die adresse einsetzt.
(13.09.2006, 23:47)
Michael Mettler:   @Mel: Geht mir ähnlich. Jetzt müssen wir nur noch einen Zoo finden, der das umsetzt :-)
(13.09.2006, 23:43)
Mel:   schade das man hier keine skizzen oder so einstellen kann. Hab da so gerade etliche Bildchen-Varianten im Kopf.
(13.09.2006, 23:25)
Mel:   Auch das, wobei ich auch nicht so die Ahnung von Baukosten habe.

Aber eher noch sind diese "Kleinigkeiten" für viele nachträglich Veränderungen verantwortlich. Und schränken auch oft die gestalterischen Möglichkeiten ein. Wahrscheinlich klingen des wegen die meisten meiner Beiträge so ablehnent, ob wohl sie ja so nicht gemeint sind.

Ich hätte auch nichts gegen riesige klimatisierte Hallen um vielen Tiere ganzjährig Ihr benötigtes Klima zu garantieren, und somit vielleicht auch höhere zuchterfolge und bessere adaptierte Haltungen zu haben. Aber ich glaube kaum das Bill Gates dafür spenden würde.

Und so pie mal Daumen kann man als Fausregel sagen das der für Besucher erkennbare Bereich der Haltung (Anlagen sowie Schauställe) nur max 50% der eigentlichen einrichtung darstellen. Kostentechnisch (Bau sowie Unterhalt) und Platzmäßig.
(13.09.2006, 23:20)
Michael Mettler:   @Mel: Und diese "Kleinigkeiten" sind es dann wahrscheinlich, die zu Bausummen führen, die man als Nicht-Insider nicht nachvollziehen kann...
(13.09.2006, 23:12)
Mel:   Wäre aufjedenfall nee interessant Einnahme Quelle : "Gorotex - damit auch Ihre Saiga trocken in den Schlaf kommt."

Es sind immer solche eigentlichen "Kleinigkeiten" die eine Gehege und Hauskonstruktion erschweren.
(13.09.2006, 23:09)
Michael Mettler:   Das leuchtet ein. An die Luftfeuchte im Stall habe ich gar nicht gedacht. Immerhin sind Saigas ja nicht an das bei uns herrschende maritime Klima angepasst, sondern an das kontinental-trockene Klima Zentralasiens. Allein durch die Atemluft der Tiere dürfte sich schon die Luftfeuchte im Stall erhöhen. Meine angedachte Jurte müsste da wohl aus Gore-Tex sein....
(13.09.2006, 23:06)
Mel:   Und genau da liegt in unseren Breitengraden das Problem, man kann sie nicht wirklich vor Nässe schützen ohne Heizung. Selbst in einem gut Isolierten und stabilen Stallgebäude gibt es je nach Aussenklima eine höhere Luftfeuchtigkeit als in der zentralasiatischen Steppe. Bei Regen oder Schnee und die zeitweise damit verbundene "kriechende Feuchtigkeit" setzen den Tieren doch sehr zu, und die im Heimatbiotop eintretene trocknung durch Wind ist bei uns nicht wirklich vorhanden. Wie oft haben wir den nach einem Regenschauer oder nach Schnee gestöber einen trockenen Kalten starken Wind...
(13.09.2006, 22:55)
Mel:   Ich denke auch das die Idee mit dem hohen lang abfallenden Trockengraben dessen Grundsubstrat lockerer Sand ist, die beste Lösung ist. Zu mindest zum Besucher Bereich hin.
(13.09.2006, 22:51)
sleipnir:   @ Sven P. Peter: Die Idee mit einer Insel kam mir auch als Erstes. Ich habe sie aber aus den, schon von Mel genannten Gründen wieder verworfen, da ich auch der Meinung bin, dass eine Saiga in Panik den direkten Weg ins Wasser nehmen würde.
@ Mel: Genau wie M. Mettler bin ich nur "Theoretiker", aber das mit der Heizmöglichkeit will mir nicht so ganz einleuchten! Natürlich war der letzte Winter unverhältnismäßig kalt, aber für ein Tier, dass die zentralasiatischen Steppen bewohnt, oft in flachen, fast deckungslosen Gebieten, dürften doch auch unsere Wintertemperaturen ohne weiteres (und ohne Heizung!)zu ertragen sein, solange sie vor Nässe geschützt werden, oder?
(13.09.2006, 22:50)
Mel:   Ja aber ich merke schon wieder, war nen langer Tag, sorry aber das zwei Fingersuchsystem bringt ne menge tipfehler peinlich peinlich *heul*
(13.09.2006, 22:48)
Michael Mettler:   Da war Mel schneller mit der Antwort... :-)
(13.09.2006, 22:46)
Michael Mettler:   Hatte ich auch kurz überlegt. Aber da Saigas zu Panik neigen, hätte ich als Theoretiker die Sorge, dass sie bei einer panischen Flucht in einen Wassergraben Wasser "in die falsche Kehle bekommen" und sich dadurch eine Lungenentzündung zuziehen.
(13.09.2006, 22:44)
Mel:   @Sven P. Peter: Die Inselidee hat einen ganz großen Nachteil, eine in Panik geratene Saiga (aus welchen grund auch immer) folgt Ihrem Fluchtinstinkt und es bestände eine sehr hohe gefahr das Sie ins wasserflüchten würde, was mit großer Wahrscheinlichkeit zum ertrinken führen würde.

@Michael Mettler: Ja die Möglichkeit der beheizung sollte immer gegeben seien, wie gesagt der letzte Winter wäre auch für eine Saiga in insuren Breitengraden ohne zusätzliche Wärmequelle nur schwer zu überstehen gewesen. In freier Wildbahn hat das Tier die Möglichkeit je nach Witterungsbedingungen einen ihm angenehmen "Schlafplatz" auf zu suchen. Diese Möglichkeit bleibt aber im Falle einer Haltung nicht. Um erfrierungen und erkrankungen durch Unterkühlungen vor zu beugen,sollte also immer eine Heizmöglichkeit gegeben seien.
(13.09.2006, 22:41)
Sven P. Peter:   Wenn ich es nicht überlesen habe, fehlt die "Insel-Idee" gänzlich. Wasser (mit einer kleinen Mauer dahinter) wäre doch die einfachste Methode, oder?
(13.09.2006, 22:31)
Michael Mettler:   @Mel: Finde ich doch gut, eine Meinung aus der Praxis zu hören, also auch tierpflegerische Belange usw. zu betrachten. Damit kann ich bei aller Phantasie nun wirklich nicht dienen und lerne gern dazu. Für mich ist z.B. neu und überraschend, dass Saiga-Stallungen heizbar sein müssen - das hätte ich ausgerechnet bei dieser Tierart nun wirklich nicht erwartet.
(13.09.2006, 22:28)
Mel:   Bei der Größe von 1 ha, steht einer größeren Population ja nichts im Wege, ich hatte von der genannten anlage keine Größenordnung im Kopf.

Die Idee mit dem Bambus ist sehr gut, meines erachtens sollte Bambus zu keinerlei Verdauungsproblemen führen, vor allem da es sich ja nur um einen zeitlichen Abfrass handelt, bis der Bambus eine gewisse Höhe erreicht hat.
(13.09.2006, 22:18)
Mel:   @Michael Mettler Die Idee mit den Jurten ist nicht schlecht, jedoch schätze ich mal das sie vom Sichheitsstandpunkt aus zu gewagt ist (eindringen von ungebetenen Gästen usw. oder aber auch bei etwas lebhafteren Tieren). Eine Beheizung bei Minusgraden (denken wir nur an den letzten Winter) wäre sicher auch sher kostspielig. Auch hätte ich da hygienische Bedenken was die Wände betrifft.

Aber es sähe sicher gut aus.

Ich hoffe man hält mich jetzt nicht für den Buhmann, aber ich versuche bei den Vorschlägen die gemacht werden immer das für und wieder auch unter Betrachtung der Pfelgearbeiten, Sicherheit usw. zu betrachten.
(13.09.2006, 22:16)
Michael Mettler:   @Mel: Ich dachte durchaus an eine Anlage, die in der Größe meinem Emmener Vorbild ähnelt - und das ist meines Wissens 1 ha groß. Wenn der zentrale Hügel so hoch ist, dass er als Sichtschutz dienen kann, gleichzeitig aber nicht steil sein darf, ergibt sich schon allein daraus ein sehr großes Gelände. Und auf dem wäre sicherlich Platz für mehr als fünf Geißen, denn da könnten sich eventuell sogar mehrere Kleingruppen bilden.

Was die Stallungen betrifft, hatte ich eben noch eine zugegeben etwas exotische Idee: Könnte man nicht Nachbildungen mongolischer Jurten (Zelte) dafür benutzen? Das Dach müsste natürlich fest sein und die seitlichen Leinwände so straff, dass sie bei Wind nicht knattern können (wegen der Schreckhaftigheit), aber der runde Grundriss und die nachgiebigen Seitenwände würden das Verletzungsrisiko minimieren.

Die komplette Trennung der Bock- und der Geißenanlage hatte ich einkalkuliert. Es müsste dazwischen ein "Niemandsland" in Form eines Hohlweges o.Ä. geben - denn sonst wandert ja mancher Bock wieder nur am trennenden Tor auf und ab, weil er die Geißen direkt dahinter wittern kann.

@sleipnir: Fargesia ist "der" klassische Gartenbambus, auch bekannt unter den Namen Sinarundinaria oder Schirmbambus. Das ist die Gattung, die vor einigen Jahren durch die bundesweite Bambusblüte (mit nachfolgendem Absterben der Pflanzen, die nur etwa alle 50 Jahre blühen) bekannt wurde und auch in Zoopflanzungen manche Lücke gerissen hat. Im Gegensatz zu den meisten anderen winterharten Bambus-Arten bildet Fargesia keine langen Ausläufer, sondern wächst in dichten, fontänenartigen Horsten. Die Halme stehen dabei so eng, dass man kaum durch die Pflanze hindurchschauen kann (weswegen ein damit umpflanztes Saiga-Gehege einen erhöhten Einblick bieten müsste). Gleichzeitig sind die Halme bei aller Elastizität so stabil, dass man sie - von frisch austreibenden abgesehen - nur mit viel Kraft mit der Hand abknicken kann. Ein Saiga-Gebiss dürfte damit überfordert sein. Es gibt diverse Zuchtsorten, die sich in Endhöhe (von 1,2 bis etwa 3,5 m) und Wuchsform (von schirmförmig-überhängend bis annähernd straff aufrecht) unterscheiden. Und da Saigas nicht besonders weit hinaufreichen, dürften sie die Pflanzen selbst bei ständigem Abweiden der erreichbaren Blätter nicht nachhaltig schädigen, da sich die meisten Blätter außerhalb ihrer Reichweite befinden.

Ich bin übrigens auch kein Botaniker, habe mich aber wegen der Verwendung im eigenen Garten mal mit der Materie befasst. Und wie gesagt: Ob ein Saiga-Magen mit Bambuslaub zurecht kommt, kann ich nicht beurteilen, prinzipiell ist es jedenfalls nicht giftig (Bambus ist ja nicht weiter als ein Riesengras).

Ich grübele aber schon die ganze Zeit, ob ich in Köln an der alten Anlage (ich war zuletzt vor dem Bau des Elefantenparks dort) nicht sogar Fargesia unmittelbar hinter dem Gehegezaun - also in "abfressbarer Nähe" - gesehen habe? Irgendwie muss ich schließlich mal auf den Einfall "Bambus statt Zaun" gekommen sein, denn diese Idee ist schon ein paar Jahre alt.
(13.09.2006, 22:07)
Mel:   Bei guter Strukturierung auch im Vorgehege kann man eine "Anlaufbahn" verhindern. Eine Verteilung von flacheren Boomerartigenaufbauten, die Sichtschutz und Versteckmöglichkeiten geben wäre eine gute Lösung. Letzt endlich sollte auch ein Isolietes Tier (Krankheit oder Unverträglichkeit usw...) die Möglichkeit haben dem Bewegungsdrang nach zugehen.
(13.09.2006, 21:44)
Hannes:   Ich würde ein kleineres Vorgehege wählen. Am besten ein schmales damit die Tiere auch ja nicht auf Touren kommen.
Wenn sie nicht Gas geben können dann auch geringere Genickbruch Chance
(13.09.2006, 21:41)
Mel:   Also die Idee mit der Freianlage ist gut, und schön ist auch das an eine zweite gleichgroße Anlage gedacht wurde.
Die Haltung einer Jungessellengruppe wäre möglich, jedoch müsste diese komplett von der anderen Gruppe isoliert seien. Die Zuchtgruppe sollte mindestens aus 1,5 adulten Tieren bestehen. Da dies auch dem Durchschnitt der Gruppenstärke in Freierwildbahn entspricht (große Wandergruppen jetzt mal außer Acht gelassen).

Die empfohlene Mindestgröße für Außenanlagen beträgt 400m² jedoch halte ich für Saigas ein Minimum von 1600m² bei 1,5 Tieren für nötig. Das Gelände sollte weites gehend eben seien und wenn dann nur flache Hügel aufweisen. Es muss viele Versteckmöglichkeiten bieten (zum Größten Teil empfehlen sich hier Strauchansammlungen von min. 1,2 m Höhe).

Trotz Ihres Herkunft Klimats, darf auf Stallungen nicht verzichtet werden, schon allein auf Grund Ihrer Schreckhaftigkeit nicht, Geschlechtsreifeböcke sollten Einzelställe für die Nacht haben (min. 5m²), harmonisieren die Weibchen der Gruppe gut ist für Sie eine Unterbringung in einem Sammelstall möglich (min. 20m² bei 5 Tieren). Ebenso sollte es mindestens einen Wurfstall geben (min. 8m²). Zu empfehlen wäre trotz zweier gleich großer Außenanlagen auch Vorgehege (min 300m²).


(13.09.2006, 21:34)
sleipnir:   @ Michael Mettler:
Das durch Zäune und Gitter verletzte Saigas mit eines der größten Risiken darstellen ist ja allgemein bekannt, von daher finde ich deine beiden "zaunlosen" Ideen hochinteressant! Habe aber zu der ersten Variante mit der Bambushecke mal eine Frage. Vorangestellt möchte ich allerdings sagen, dass mein botanisches Wissen gleich null ist und ich von daher die vorgeschlagene Fargesia-Bambushecke auch nicht kenne, frage mich allerdings ob nicht die Gefahr besteht, dass sich die Saigas einfach hindurch fressen?
Auch die Idee mit der Vergesellschaftung mit ruhigen großen Huftieren finde ich sehr interessant. Wurden bzw, werden Saigas eigentlich irgentwo vergesellschaftet gehalten? Mir sind bisher eigentlich nur Einzelhaltungen bekannt.
(13.09.2006, 21:26)
Michael Mettler:   Das Wort "Phantasie" möchte ich meiner Idee ganz dick unterstrichen voranstellen, da es sich um Gedanken eines reinen Theoretikers handelt:

Ich würde ich auf jegliche Verwendung von Zaun bzw. Gitter verzichten. Denn Genickbrüche am Zaun bzw. Verletzungen bei Verheddern im Zaunmaterial scheinen bei dieser schreckhaften Art einen hohen Anteil der Verluste auszumachen. Ich habe schon mal überlegt, ob eine extrem dicht gepflanzte Fargesia-Bambushecke mit einem Zaun nach AUSSEN (zur Fuchsabwehr) eine geeignete Einfassung wäre. Fargesia-Halme stehen so dicht, dass nicht einmal eine junge Saiga durchschlüpfen könnte, und sind so dünn und federnd, dass sie bei einer anrennenden Saiga eigentlich keine Verletzungen hervorrufen dürften. Giftig ist Fargesia auch nicht - nur weiß ich natürlich nicht, wie es den Tieren bekommt, größere Mengen des Bambuslaubes abzufressen. Das kann nur ein Fachmann beantworten. Falls jemand chinesischen Bergbambus als unpassend für Saigas empfindet: Wildgatterzaun ist in der Kalmückensteppe auch nicht gerade häufig anzutreffen...

Aber vielleicht gäbe es auch noch eine andere Möglichkeit. Ich stelle mir eine Freianlage ähnlich der Afrika-Savanne in Emmen vor. Die Umfriedung besteht aus Mauern, oberhalb derer der Besucherweg verläuft und nur an wenigen Stellen ein näheres Herantreten erlaubt. Auf der Mauerkrone verläuft die Fuchs-Sicherung. Am Fuß der Mauer verläuft rings um den Hügel ein mehrere Meter breiter Streifen tiefen Sandes, der eventuell anrennende Tiere etwas "ausbremst" und ansonsten auch als sichtgeschützter Liegeplatz dienen kann. Gleichzeitig dient er der Versickerung herablaufenden Regenwassers; bei entsprechender Wahl des Bodengrundes wäre der Hügel dann auch relativ trocken, womit Erkältungskrankheiten abliegender Kitze vorgebeugt würde (die meines Wissens zwar Kälte, aber eben nicht Nässe vertragen). Mindestens an einer Seite können sich die Saigas hinter den Hügel zurückziehen.

Und ich würde den Versuch machen, die Saigas auf dieser Anlage mit anderen Tierarten zu vergesellschaften, und zwar mit Großtieren, die (für die Antilopen) Ruhe ausstrahlen. Also nicht etwa Kulane, sondern z.B. Trampeltiere, Dromedare oder sogar Hausrinder/-schafe (falls das kein Parasitenproblem gibt). Hätte auch den Vorteil, dass der Besucher etwas zu sehen bekäme, wenn die Saigas sich gerade mal eine Auszeit nehmen.

Der Knackpunkt ist natürlich die Abtrennmöglichkeit des Bockes (bzw. der Böcke - schön wäre natürlich die Haltung einer Bockgruppe, deren Mitglieder umschichtig zur Paarung gelangen dürfen). Da ich es nicht nur bei Saigas nicht tiergerecht finde, wenn ein Zuchtbock in ein unstrukturiertes Nebengehege abgesperrt wird und den Tag damit verbringt, "frustriert" am Trennzaun auf und ab zu patrouillieren, müsste sich also ein zweites, ähnlich gebautes Gehege neben meiner Anlage befinden, das mit der Bockgruppe und wiederum einer Großtierart besetzt ist.

Insgesamt also eine recht platzintensive Geschichte. Aber warum eigentlich nicht? So lange drum herum Anlagen platziert wären, die den Weg um die Steppenanlage nicht zu lang erscheinen lassen, könnte ich mir sowas durchaus besucherattraktiv vorstellen.
(13.09.2006, 21:14)
sleipnir:   Hallo!
Wie schon in einem anderen Thread angerissen, scheint es ja immer noch kein schlüssiges und praktikables Haltungskonzept für die dauerhafte Pflege und Zucht dieser Antilopenart zu geben. Mehrere deutsche Zoos haben es zwar versucht, dr Erfolg war aber insgesamt betrachtet doch eher dürftig!
Lasst doch mal eure Phantasie spielen, wie würdet ihr euch eine dauerhafte, sowohl tiergerchte als auch besucherattraktive Haltung der Saigas vorstellen?
(13.09.2006, 20:35)

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