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QuarantÀnezoos



W. Dreier:   Man möge sich daran erinnern. dass der jetzige Neunkirchener Zoo-Chef auch mal "Magdeburger" war.
(26.08.2026, 11:47)
cajun:   Der schon im Thread "Tapire" gemeldete Transfer des Magdeburger Nachzuchtbullen nach Australien, nochmal erwĂ€hnt unter einem anderen Aspekt. Das Neunkirchen eine derartige QuarantĂ€ne hat, war mir neu:
"Von Magdeburg ĂŒber Neunkirchen nach Adelaide – Stahlstadt ermöglicht internationales Tapir-Zuchtprojekt.
Die enge Zusammenarbeit zwischen seriösen Tierhaltern verschiedenster Natur und Ausrichtung ist die Basis fĂŒr den vitalen Erhalt unserer TierbestĂ€nde, die nur so dauerhaft tragfĂ€hige Reservepopulationen fĂŒr ihre Verwandten in ihren Ursprungsgebieten, die dort allzu oft massiv unter Druck stehen, bilden können.
In diesem Zusammenhang ist auch der etwa anderthalbmonatige Zwischenaufenthalt zu verstehen, den der knapp dreijĂ€hrige, im Zoo Magdeburg geborene Flachlandtapir „Hinti“ in der QuarantĂ€nestation des Neunkircher Zoos absolvierte.
Vom EEP (EuropĂ€isches Erhaltungszuchtprogramm) als Partner fĂŒr ein schon lĂ€nger allein lebendes Weibchen im australischen @adelaidezoo vorgesehen, musste er vor seiner Einreise auf den 5. Kontinent eine strenge Isolierung und verschiedene Gesundheitstests durchlaufen, um die Einschleppung etwaiger Tierseuchen nach „Down Under“ weitestgehend auszuschließen.
Nur wenige Zoologische GĂ€rten in Deutschland verfĂŒgen dafĂŒr ĂŒber eine QuarantĂ€neeinrichtung, die den sehr strengen australischen Standards genĂŒgt – Neunkirchen gehört dazu! Daher erklĂ€rten wir uns im Sinne der ĂŒberbetrieblichen Kooperation zum Wohle der Tapir-Population bereit, konkret zu helfen, und hatten so fĂŒr sechs Wochen nach 100 Jahren Zoogeschichte auch einmal einen Tapir zu Gast bei Freunden.
Wir freuen uns sehr, dass der Ă€ußerst komplexe Transport, der auch zu einer erheblichen Mehrbelastung unserer Tierpfleger fĂŒhrte und nur dank der Ă€ußerst konstruktiven UnterstĂŒtzung durch unsere zustĂ€ndige VeterinĂ€rbehörde möglich war, erfolgreich verlaufen ist und „Hinti“ nun die Zoobesucher, die Tapir-GefĂ€hrtin und die Tierpfleger in Adelaide mit seinem aufgeschlossenen, freundlichen Wesen kennenlernt.
Dies motiviert uns, weiter gemeinsam mit allen Gleichgesinnten fĂŒr die Tier- und Zoo-Welt im Verbund zu wirken!"
Quelle:https://www.facebook.com/p/Neunkircher-Zoo-100064871190871/?locale=de_DE

(26.08.2026, 10:39)
Karsten Vick:   @cajun: In medizinischen Fragen bin ich ziemlich unbeleckt, aber ich glaube, bei diesem Bluttest wurden nur Antikörper im Blut festgestellt. Das heißt nicht, dass auch Erreger vorhanden sind und das wiederum heißt nicht, dass das Tier krank ist. Aus dem 2004er Jahresbericht geht nicht hervor, ob der Bulle vor seiner Reise nach Berlin nicht wenigstens noch mal untersucht wurde.

Vielleicht hat jemand von uns schon die Berliner QuarantĂ€nestation gesehen, ich noch nicht. Ich denke, dass die Tiere die ersten Wochen in einer Art Krankenstall verbrachten und auf alles mögliche untersucht wurden. Die meisten reisten danach gleich weiter. Die Tiere, die aus irgendwelchen GrĂŒnden lĂ€nger bleiben mussten, waren in richtigen Gehegen, teils auch im Schaubereich untergebracht. Der Schopfhirsch wie gesagt bei den Mhorrgazellen, der Jentinckducker hatte ein eigenes Gehege gleich daneben, die Blauschafe am Lamahaus, die Gorale neben den Schneeziegen, ein paar Rothalsgazellen im alten Okapigehege (wo jetzt die Wasserböcke sind).
(12.07.2006, 17:15)
Oliver Jahn:   Magdeburg hatte mal ein indisches Panzernashorn in QuarantĂ€ne fĂŒr knapp ein Jahr! Es war aber im Schaubereich und sorgte fĂŒr viel Besucherandrang, denn neben dem Tierpark Berlin gab es sonst in der DDR keine Panzernashörner.
(12.07.2006, 09:17)
Michael Mettler:   @cajun: "Hinter den Kulissen" muss ja nicht zwangslĂ€ufig bedeuten, dass das Tier dort beengt oder provisorisch untergebracht ist. Aber es wĂ€re doch grob fahrlĂ€ssig, ein "verdĂ€chtiges" Tier in den Schaubereich zu stellen
(12.07.2006, 09:12)
cajun:   Mich wĂŒrde trotzdem noch interessieren, wie ich mir so eine QuarantĂ€ne vorzustellen habe. Ich meine, wenn ein Tier 5 Jahre irgendwo darauf wartet weiter zu reisen steht es in der Regel doch wohl nicht nur hinter den Kulissen oder etwa doch?
@Karsten Vick: Habe ich das richtig gelesen? Der Takin Bulle war krank bzw. infiziert und ging nach EU Beitritt so nach Berlin????
(12.07.2006, 07:57)
Michael Mettler:   So langsam muss ich mir wohl Gedanken ĂŒber mein GedĂ€chtnis machen - zuviele Zoobesuche...? Ich habe eben ins Dia-Archiv geschaut, und meine Fotos tragen das Datum April 1990. War also nichts mit 1985, pardon. Es war aber definitiv nur ein Tier im Auslauf.
(11.07.2006, 11:14)
Karsten Vick:   Ich muss mich korrigieren, der Schopfhirsch, den ich gesehen habe, stand 1987-90 fĂŒr San Diego in der QuarantĂ€ne. 1985 waren es 2,1, ein Junges wurde geboren und im MILU steht nichts davon, dass einer von denen lĂ€nger in Berlin blieb. Der 89er hat sich ganz normal bewegt, ich weiß noch, dass er mir gegenĂŒber sogar ein bisschen Imponiergehabe gezeigt und seinen kleinen Eckzahn gefletscht hat.

Auch der Jentinckducker blieb mehrere Jahre in Berlin, bevor er nach Brownsville reisen durfte. Und mit den Kiangs war auch irgendwas. Ich will nicht anfangen zu raten, aber Fakt ist, dass das ursprĂŒnglich fĂŒr San Diego bestimmte Importpaar in Berlin blieb und mit Tieren aus der Rigaer Zucht den Grundstock der jetzigen Herde bildet. Ich glaube, es wurden erst Nachzuchttiere dieser Gruppe nach USA abgegeben.
(11.07.2006, 11:00)
Michael Mettler:   Wenn ich die örtlichen Gegebenheiten richtig in Erinnerung habe, stand er auch 1985 neben den Mhorrs. Es war jedenfalls ein kleiner, sandiger Auslauf in unmittelbarer Nachbarschaft des damaligen Kiosks/Imbisses.
(11.07.2006, 10:55)
Karsten Vick:   Wo stand er denn 1985? Ich hab ihn erst 1989 im Absperrgehege der Mhorrgazellen gesehen, auch in Bewegung, und mir ist keine Behinderung aufgefallen.
(11.07.2006, 10:41)
Michael Mettler:   War wohl so. Vom "hĂ€ngengebliebenen" Tier (1,0) kenne ich die Story, dass er wegen einer Versteifung beider Vorderbeine vom Zielzoo (San Diego?) nicht gewollt wurde und deshalb in Berlin verblieb - das werden Tierpark-Kenner sicherlich aufklĂ€ren können. Als ich ihn 1985 sah, stand er still, da fiel mir zwangslĂ€ufig nichts an seinen Beinen auf.
(11.07.2006, 10:13)
Dortmunder:   War das mit dem Schopfhirsch nicht so ne Geschichte, dass die Tiere vorĂŒbergehend zur QuarantĂ€ne dort eingestellt waren und dann dort ein Junges bekommen habe ? Übrigens zumindest eine Europa-Erstzucht / Geburt !!!

Und was ist eigentlich aus den Wuppertaler Schopfhirschen geworden ?
(11.07.2006, 09:50)
Michael Mettler:   ... und manche davon sind ja auch im Tierpark "hĂ€ngengeblieben", wie z.B. der damals wohl einzige Schopfhirsch Europas in den 80ern.
(11.07.2006, 09:41)
Karsten Vick:   Die EU verlangt wohl eine QuarantĂ€ne außerhalb ihres Gebietes vor der Einreise. Der Berliner Zoo hatte mal gewaltige Probleme, eine Gruppe Saanenziegen aus der Schweiz zu bekommen, denn auch die Schweiz ist kein EU-Mitglied. Poznan und auch Warschau waren in den letzten Jahren beliebte QuarantĂ€nezoos. Mit dem Berliner Takinbullen war es so: 1999 wurde er (und das war schon schwer genug) aus Rangun in die Poznaner QuarantĂ€ne gebracht. Dort wurde er untersucht und 2x positiv auf Blue-Tongue-Krankheit getestet. Daher durfte er nicht in die EU einreisen. Er stand in Poznan bis 2004, dann trat Polen der EU bei und der Takin WAR plötzlich in der EU; kein Mensch hat sich mehr fĂŒr seine Zunge interessiert und er konnte nach Berlin kommen. Ich weiß nicht, ob es wirklich so einfach war, im Berliner Jahresbericht liest es sich so. Aber nicht nur die Einreise in die EU, sondern auch in die USA lief ĂŒber Poznan. Die MĂ€hnenschweine von den Philippinen und sogar die Chacopekaris aus SĂŒdamerika reisten ĂŒber Polen nach Nordamerika.

Zu sozialistischen Zeiten war der TP Berlin ein anerkannter QuarantĂ€nezoo. Takine, Blauschafe, Kiangs, Weißlippenhirsche, Schopfhirsche, Gorale und der berĂŒhmte Jentinckducker waren wohl die seltensten QuarantĂ€netiere fĂŒr die USA, aber auch sehr viele Tiere aus der Sowjetunion wurden hier mehr oder weniger kurzzeitig gehalten.
(10.07.2006, 23:48)
Jelle:   Poznan war Quarantaene Station fuer die Importe von Cervus alfredi und noch sonstiges. Importe aus Sud Ost Asien werden von meisten Behoerden nicht zu gestattet. Das ist wirklich eine Kopferschueterende Sache fuer viele Zoos und das Management von kleinen Populationen.
(08.07.2006, 10:49)
Michael Mettler:   Meines Wissens ja.
(07.07.2006, 23:17)
cajun:   War Poznan der Zoo, in dem der Friedrichsfelder Takinbulle in QuarantĂ€ne war?
(07.07.2006, 23:12)
Michael Mettler:   In Polen dĂŒrfte das Poznan sein, in Holland tippe ich ganz stark auf Rotterdam?
(07.07.2006, 23:07)
cajun:   Ich hoffe ich plazier den Beitrag richtig....
In letzter Zeit höre und lese ich hĂ€ufig ĂŒber Zoos vor allem in Belgien, den Niederlanden und Polen, die fĂŒr Tierimporte die Funktion der "QuarantĂ€nezoos " erfĂŒllen und in denen Importtiere tw. ĂŒber Jahre gehalten werden, bevor sie ihren "Bestimmungszoo" erreichen.
Weiß jemand welche Zoos das sind und welche Auflagen sie erfĂŒllen?
(07.07.2006, 22:59)

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