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Tierpräsentation



Michael Amend:   @Dortmunder
Null Problemo, denen schmeisse ich ein paar Kronenkraniche rein , dann sind die beschäftigt, und ich kann saubermachen....
(12.07.2006, 19:24)
Dortmunder:   Da hast du wohl Recht ! Hab eh schon kaum Zeit "Hallo Robbie" zu gucken, obwohl ich fasziniert davon bin, wie da immer wieder ein kalifornischer Seelöwe in seiner natürlichen Heimat, der Ostsee, gezeigt wird...

Andererseit würde ich natürlich auch eine begehbare Freianlage für eine Schimpansen-Junggesellengruppe begrüßen... Hatte da an dich als Pfleger gedacht :o)
(12.07.2006, 07:04)
Michael Amend:   @Dortmunder
Die Ginsterkatzen in HD waren eigentlich auch nicht mit den Schimpansen vergesellschaftet, sondern mit den Gorillas. Leider sind die Katzen durch den Drahtzaun überhaulb der Anlage zu den Schimpansen gelangt, die sich über die zusätzliche §Beschäftigung"sehr gefreut ahben. Das haben die netten Schimpansen mit Hauskatzen gemacht...

Wie, du magtrs nicht mal zu eienm Schimpansen rein, wennd er seienn Koller hat ? Du guckst eindeutig zu wenig"Unser Charly" !
(12.07.2006, 06:35)
Hannes:   Chamundi in Münster jagt Enten sogar mit Waffen. Er benutzt Äste um nach ihnen zu schlagen aber laut Tierpflegern hat er noch keine erwischt. Ich selbst habe auch schon häufiger gesehen wie Chamundi sich an siene Stoßzahnlose Seite einen Ast hält.
(11.07.2006, 16:12)
th.oma.s:   @IngoRossi: dd hat die vergesellschaftung zebramanguste mandrill eingestellt weil der mandrillmann eine zebramanguste gekillt hat, in basel sollen die löwen fuchsmangusten gefrühstückt haben (eine habe ich aber im juni noch dort auf der löwenanlage gesehe
(05.07.2006, 00:00)
Ingo Rossi:   Ja, und genau das ist ja auch das Problem. Anderswo wurden ja schon Vergesellschaftungen mit Löwen bzw. Mandrills und Schleichkatzen eingestellt (bei den Mandrills/Dresden bin ich mir sicher, überlege gerade wie das jetzt in Basel ist).
Und wenn dann so manche nette Elefantenanlage zur Kampfarena wird, dann bekommen die Zoos in Zukunft FSK 18....
Aber wünschenswert wäre es schon, jedoch bezweifle ich das es in der Herdenhaltung funktioniert. Einzelne Elefanten, auch im Zirkus, waren ja mit beigestellten Ziegen oder Ponys recht sanft. Und für einer Herde mit anderen Arten wäre dann ja Köln fast das untere Mindestmass.
(05.07.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Ingo Rossi: Das scheint nicht zu verallgemeinern zu sein. In Heidelberg klappt wohl die Gemeinschaftshaltung mit den Hirschziegenantilopen, in Hannover gibt es eine Elefantenkuh, die nicht mal Pfauen im Gehege duldet. Beekse Bergen hält Elefanten mit Pavianen, aber dafür müsste die Kölner Anlage wahrscheinlich zu sehr "nachgerüstet" werden. Und Cabarceno ist kein Maßstab, das sind ganz andere Flächen - wobei dort trotzdem schon ein Wasserbüffel von einem Elefantenbullen getötet wurde. (Nun gut, es wurde im gleichen Gehege auch eine Elefantenkuh vom Bullen getötet - für solche Unfälle braucht es also nicht mal unterschiedliche Tierarten.)
(05.07.2006, 00:00)
cajun:   @Michael Mettler: Direkt "angrenzend" befinden sich keine Gehege. Das direkteste ist noch das der Saigas und der Przewalskis, wobei Ersteres ja bald frei sein dürfte.Es befindet sich allerdings auf der Rückseite des Elefantenparks und grenzt an dessen Mauer.
(05.07.2006, 00:00)
Ingo Rossi:   In Osnabrück habe ich mal beobachtet, wie ein Elefant auf eine Entenfamilie, dei auf das Gelände geraten ist, los gegangen ist. Da überlegete ich mir schon, ob Vergesellschaftung so einfach ist. Gibt es eigentlich darüber schon Erfahrungen oder Berichte?
(05.07.2006, 00:00)
Dortmunder:   Groß genug ist die Anlage allemal ! Bei Kostbarkeiten wie Bartschweinen, die dann ja wahrscheinlich die Suhle der Elefanten mitnutzen würden, hätte ich zuviel Angst vor Verlusten, vor allem wegen der, doch sehr agilen und rabiat spielenden Halbwüchsigen... Aber ein großes Rudel HZA´s oder Axis würde da schon gut passen... Oder noch besser, Sambars !
(05.07.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Angesichts der Tatsache, dass einige Gehege anderer Tiere an den Elefantenpark unmittelbar anzugrenzen scheinen (wie gesagt, ich kenne ihn noch nicht live), ist die Vergesellschaftungsidee ja noch nicht "verbrannt". Hatte ich ja schon mal geäußert: Asiatische Hirsche oder Antilopen könnte man in einem Nachbargehege unterbringen und eine Durchschlupfmöglichkeit für sie schaffen. Oder sogar Bartschweine...?
(05.07.2006, 00:00)
Ingo Rossi:   So wie ich hörte, gab es in der Planung durchweg die Idee auch über eine Vergesellschaftung im Kölner Elefantenpark nachzudenken. Aber das hätte ja schon weitere Gehege, eventuell anderen Bodenbelag u.s.w. gefordert. Und der Elefantenpark hat ja auch ohne das schon den erwarteten Kostenrahmen sehr ausgedehnt.
(05.07.2006, 00:00)
Dortmunder:   Wie kann denn eine Vergesellschaftung an finanziellen Mitteln scheitern ??? Und um doch mal was Positives zu sagen,ich habe auch in keinem Zoo bislang so aktive Elefanten gesehen wie im Elefantenpark Köln ! Das gleiche kann ich aber auch über die BM-Nashörner in der Arnheimer Safari sagen ! Beides echt beeindruckend !!!
(05.07.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Frei laufende Tiere im Zoo erfreuen sich ohnehin größter Beliebheit. Da kann auch ein Elefant hinter dem Graben stehen: Wenn sich auf dem Besucherweg gerade ein Eichhörnchen tummelt, ist der kurzzeitig "abgemeldet". Die Nähe zum Tier ist eben durch nichts zu ersetzen. Warum sonst zieht/zog es so viele Besucher in die Affen-, Raubtier- oder Dickhäuterhäuser?

Schön zu sehen in Hannover: Die Besucher finden die Giraffenanlage toll. Dass man von einem erhöhten Aussichtspunkt direkt in die Giraffenaugen schauen kann, ebenfalls. Aber "andächtig" werden sie eher IM alten Haus, wo die Giraffen fast zum Greifen nah stehen und man erst ein richtiges Gefühl dafür bekommt, WIE groß sie sind. Den selben Effekt erlebe ich jedesmal, wenn ich die Bootsfahrt mache: Das geräuschlose Vorbeigleiten an den Tieren und die Sicht fast aus der Froschperspektive nehmen die Besucher so gefangen, dass selbst Kindergruppen in der Regel mucksmäuschenstill sind. Allein dafür hat sich diese Einrichtung gelohnt. Warum muss man eine Fahrt mit Hightech simulieren, wenn man sie auch live bieten kann? Selbst ein Kutschfahrt erfüllt einen ähnlichen Zweck und ist sogar noch einfacher und kostengünstiger zu betreiben als eien Bootsfahrt. Trotzdem sind Kutschfahrten in Zoos "out".

Der Zoo Hannover leistet sich eine sehr großflächige und landschaftlich gestaltete Pony-Reitbahn, bei der ich mich frage, warum man sie nicht gleichzeitig für die Haltung irgendeiner "kompatiblen" Tierart nutzt - z.B. für eine Hirschart wie Dam-, Sika- oder Axishirsch: Statt eines begehbaren ein "bereitbares" Gehege. Auf gleiche Weise könnte man auch das in anderen Zoos gebotene Elefanten- oder Kamelreiten gleichzeitig für eine Wildtierbegegnung der besonderen Art nutzen. Warum sollen sich nicht auch Erwachsene auf ein Pferd setzen (oder HIER in eine Kutsche setzen), um von dort aus "Wildleben zu erleben"? Da besteht noch großes Potenzial gerade bei DEN Tierarten, die sonst leicht als uninteressant empfunden werden, nämlich z.B. bei Hirschen und Antilopen. Und da die Reittiere (bis auf die Elefanten) ohnehin am Halfter geführt werden müssen, könnte man sogar ihr Artenspektrum noch ausdehnen, zumindest für Kinder: Immerhin werden auch Rentiere oder Yaks in ihrer Heimat zum Reiten genutzt, warum nicht auch im Zoo? Auf einem Yak durch eine Anlage mit Himalaya-Huftieren zu reiten oder auf einem Dromedar zwischen Wüstenantilopen hindurch stelle ich mir sehr eindrucksvoll vor.

Zumal das Tierlerlebnis dann gleich ein doppeltes wäre, denn man erlebt ja MIT (bzw. auf) einem Tier andere Tiere.
(04.07.2006, 00:00)
Ingo Rossi:   Zum Thema Kinder und Zoo erzähle ich gerne eine selbst erlebet Geschichte. Vor Jahren ging ich mit einer Gruppe Kinder durch den Kölner Zoo. Vorbei an den (für uns) interessanten Tieren. Bären, Elefanten, Giraffen, Löwen, die Kindeer nahmen alles mehr oder weniger schweigend zur Kenntnis. Bis ein Kind VOR einem Gehege eine Pfütze mit einem Regenwurm entdeckte.
Sofort war der Wurm von den Kindern umstellt und wurde von allen Seiten mit grossen Interesse kommentiert: „Der lebt ja noch, wer rettet ihn?“
Da überlegte ich mir doch ob das Eintrittsgeld sich gelohnt hat....
Natürlich ist jede naturnahe Anlage ein Abbild von unserer Sicht auf die Wildnis. Von dem, wie wir das Tier sehen (können) angebunden an das Wissen über die jeweilige Art. Und ich hoffe sehr, das sich diese Sicht durch weiters Wissen und Erkennen noch oft ändern wird. Die Natur schlechthin können wir auch nicht nachbauen.
Besonders fällt es mir in Antwerpen auf, die Pinguinanlage. Der erste Blick ist schön, genauer betrachtet, besonders mal seitlich nach oben gesehen wirkt sie mit all ihren Scheinwerfern wie eine Theaterbühne, die es ja eigentlich auch ist. Nichts anderes als das Stück „Pinguine im Eis“ wird uns Besuchern dort vorgespielt. Und wenn es gut gemacht ist, dann lasse ich mich gerne davon gefangen nehmen und meine Gedanken gehen in diese Welt hinein und ich (der Besucher) möchte mehr davon wissen.
Vor Jahren reichte dafür noch die Schaubude auf der Kirmes, heute im Medienzeitalter sind die Ansprüche gestiegen.
Und doch, habe ich das erstmal in Köln Elefanten richtig rennen gesehen (ausser im Film oder Zirkus). Die Jungen miteinander toben und spielen und sogar klettern! Ist die Dimension der Anlage für diesen Eindruck nicht genau richtig gewählt? Das direkte gegenüberstehen des Tieres vermisse allerdings ich auch.
In Emmen in der neuen Pinguinanlage vergass ich auch wieder fast den Zoo im Hintergrund. Eine sehr grosse Anlage, durch die man hindurch geht, für ziemlich kleine Tiere. Schon sehr beeindruckend.
Als ich später das Glück hatte in Chile eine Magelan-Pinguinkolonie zu besuchen war der vordergründige Eindruck gar nicht so sehr anders. War es eher mein Bewusstsein meiner Reise und Umgebung, welches die Tiere noch mal in einem anderen Kontext sah.
Trotzdem bleibt jede Zooanlage immer ein Kompromiss. In Köln gab es durchweg Überlegungen die Elefanten auch zu vergesellschaften. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen scheiterte es.
Bleibt die moderne Zooanlage mit Tieren doch nichts anderes als eine Weiterentwicklung des hagenbeckschen Panoramas, das müsste die Zoohistoriker doch freuen. Und vielleicht auch den Besucher den Gedanken an die Gefangenschaft der Tiere viel erträglicher zumachen ( nur zur Klarstellung: ich glaube nicht an die Gefangenschaft im negativen! ) .
Was ich allerdings wirklich hoffe ist, das Fahrsimulatoren, wie in Gelsenkirchen, nun nicht überhand nehmen. Zwischen Kirmes / Freizeitpark und Zoo sollte doch ein Unterschied bleiben.

(04.07.2006, 00:00)
th.oma.s:   dieses thema ist spannend. primat im zoo hat wohl der besucher, aber aus ethischen gründen eben nur dann, wenn die tiere artgerecht untergebracht sind. persönlich bin ich zur zeit der auffassung, dass die optimale lösung in anlagen von "züricher dimension" liegen könnte die a)mit mehreren arten b)und/oder "schichtbesatzung" und/oder c)mit familiengruppen (soziale interaktionen)belegt werden, diese anlagen sollte man dann mit gehegen im herkömmlichen sinn ergänzen, die von einzelexemplaren (überzählige männchen) belegt sind, die aber im wechsel auch auf die "lebensraumanlage" können. dies würde m.E. auch dem arterhaltungsanspruch besser gerecht werden, weil die zoos dann größere tiergruppen einer art halten können.
zum anderen ist auch vorstellbar, mehr begehbare gehege einzurichten, in denen
geeignete arten von sich aus sehr nah an den besucher herankommen (auch wenn das hier experten belächeln, für kinder ist diese form ideal)sich aber auch zurückziehen können. naturnah gestaltete leopardenanlagen könnten zum beispiel mit vögeln belegt werden, solange die großkatze im "schlafkäfig" für den besucher einsehbar pennt.
sicher binn ich mir, dass anlagen in denen man regelmäßig keine tiere sehen kann in einem zoo im engeren sinn keine berechtigung haben den das geschäft lautetfür den besucher: viecher gucken for money...
(04.07.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Ich greife das Thema Kinder mal auf: Unser fiktiver Otto N. sieht doch ungeachtet seines erwachsenen Alters den Zoo und seine Tiere erstmal mit den gleichen Augen wie ein Kind. Er will staunen, erleben, sich begeistern lassen. Und genau, wie Oliver das mit dem Flusspferd beschreibt, ist das auch mit Erwachsenen: Wenn Otto N. eine Fernseh-Doku über Keas gesehen hat, wird er beim nächsten Zoobesuch begeistert sein, wenn er Keas vorfindet - die er vorher schlichtweg übersehen hat. Man kann es schlicht auf einen Nenner bringen: Beim Normalbesucher - gleich welchen Alters - steht die Emotion im Vordergrund. Wer vom lebenden Tier begeistert ist - und sei es auch nur, weil es kurz mal an der trennenden Glasscheibe Männchen gemacht hat - der lässt sich auch eher für Weitergehendes begeistern. Und dazu gehört auch, dass er nicht mit Information erschlagen wird. Schließlich geht er nicht vorrangig in den Zoo, um viel zu lesen oder bunte Bilder zu gucken; wer informationshungrig ist, liest entsprechende Bücher und ist dann schon kein Normalbesucher mehr.

Auch da hatte ich vor einiger Zeit in Hannover meinen Aha-Effekt, durch den ich urplötzlich wieder lernte, beim Zoobesuch die verkopften Gedanken ("Sollte man dieses Gehege nicht besser für eine bedrohtere Art nutzen?" usw.) beiseite zu schieben und "Zoo" wieder mit staunenden Augen zu erleben. Und das Ergebnis war in etwa so, wie es Ingo Rossi unten mit dem Arnheimer Aquarium geschildert hat. Und wo habe ich bei besagtem Zoobesuch mit der "Initialzündung" die meiste Zeit verbracht? Nein, nicht vor meinen geliebten Antilopen und Zebras, nicht vor irgendwelchen zoologischen Raritäten nach landläufiger Definition - sondern im Haustierstall vor Kühen und Schweinen.... Plötzlich WAR ich wieder ein "Otto N.", und ich muss sagen, ich habe mich dabei sauwohl gefühlt.

Das heißt ja nun nicht, dass ich Artenschutz, Zoodidaktik usw. ab dann für überflüssig hielt, ganz im Gegenteil: Seitdem begreife ich die unterschiedlichen Aspekte der Einrichtung "Zoo" viel besser und interessiere mich für viel mehr als für "richtige Unterarten" und ähnliche Spezialthemen. Und das war letztendlich auch ausschlaggebend dafür, dass ich der Entwicklung zu den Erlebniszoos hin doch sehr viel positiver gegenüberstehe als früher (und als manch Anderer hier).
(04.07.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Ein ebenfalls für mich weiterer sehr wichtiger Grund ist der, mit welcher Intention ich in einen Zoo fahre. Wenn ich dort einen schönen nachmittag verbringen möchte, zur Abwechselung, zur Erholung, vielleicht auch ein wenig zur Bildung, dann wirkt es garantiert nicht störend, mal das ein oder andere Tier nicht zu sehen. Wenn ich aber in den Kindheitserinnerungen von Klös lese, dann beschreibt er dort, wie sein Vater schon früh seine Tierliebe unterstützte und dort sagte: "Jetzt fahren wir mal nach Hamburg und zeigen dem Jungen mal ein Panzernashorn!" Die Zeiten haben sich heute geändert, aber so ganz abwegig ist auch dieser Gedanke heute nicht. Auch meine Eltern sind mit mir Gott weiß wohin gefahren, damit ich mal dieses oder jenes Tier sehen konnte. Und wenn jetzt nach unserem Beitrag über den Bergtapir hier jemand wirklich lange spart, sich dann nach langer Zeit endlich die Reise nach den USA leisten kann, dort dann für seine 4 gebuchten Tage jeden Tag in den Zoo geht und dann wieder abreist, ohne einen Bergtapir zu gesicht bekommen zu haben, dann ist sicher die Enttäuschung sehr groß! Nicht jeder hat den Kollegen-Bonus wie Michael A. und weiß, dass er auch mal hinter die Kulissen kann und somit den Bergtapir, das Sumatranashorn oder oder oder garantiert sehen wird. Wenn Eltern aus Bulgarien oder dem Baltikum ihrem Kind nun unbedingt mal einen Bairds-Tapir zeigen wollen, dann haben sie eben in Wuppertal Glück!!!
Ich weiß, diese Fälle in der extremen Betrachtung sind sicher eher die Ausnahme, dessen bin ich mir bewußt. Aber auch ich gehöre zu den Vätern, die ihr Kind gern auf besonders schöne Dinge (und das ist so ein Zoobesuch!) vorbereiten. Und da ist es schon auch im allgemeinen etwas problematisch, heutzutage dem Kind zu versprechen: "Am Samstag fahren wir in den Zoo X, damit du mal ein Y sehen kannst." Natürlich versuche ich meist mit Erfolg, meiner Tochter alle Tiere schmackhaft zu machen. Aber auch sie hat schon ihren eigenen Kopf wenn sie in ihrem Kinderbuch vom Zoo eben Flusspferde gesehen hat, dann kann auch sie mich schon ganz schön löchern, weil sie soooo gern mal ein Flusspferd sehen will. Und da fahre ich dann nach Frankfurt!! Hannover waren die Hippos nicht gut zu sehen (lag aber am Tag, ansonsten sind da die Chancen recht gut!), Berlin war selbst für mich nur mal ab und zu ein Kopf ganz kurz zu sehen (obwohl ich als Erwachsener die Anlage sehr mag) aber in Frankfurt, da gabs das Flusspferde fast zum greifen nah!
(04.07.2006, 00:00)
IP66:   In den Kunstmuseen gibt es die von Herrn Rossi geschilderte Entwicklung, wie sie sich im bonner Museum Koenig vollzogen hat, nur im Rahmen der Ur- und Frühgeschichte, und auch dort nicht wirklich konsequent. Beim Kunstgewerbe hat sie sich sogar umgekehrt: Hier wurden überall die Objekte aus Stilräumen (die man mit den Dioramen vergleichen kann) entfernt, um sie in Vitrinen nach Gestaltungsaufgaben sortiert nebeneinander aufzureihen. Allenfalls zu beobachten ist hier und da ein Ersatz der kunstgeschichtlichen Systematik durch themenbezogene Repräsentationen, was aber kaum einmal länger durchgehalten wurde.
"Unser Vorbild ist die Natur" führt ja auch eher zu Kunstlandschaften, wie wir sie aus den provinzielleren englischen Gärten des späten 18. Jahrhunderts kennen (etwa der künstliche Vulkan in Wörlitz), und die wiederbelebten Anlagenvorbilder stammen ja auch aus dem vergangenen Jahrhundert. Manchmal sind die Kunstfelsen nur Dreingabe, wie im Elefantenpark Köln, manchmal müssen sie jede Form von Architektur verkleiden, wie in Hannover oder Gelsenkirchen. Für die letzteren Zoos gilt allerdings, daß es sich um stilistisch sehr einheitliche Anlagen handelt: Hannover verkörperte den "Bauhaus"-Zoo der 60er und 70er Jahre, Gelsenkirchen war eine Anlage mit sehr kleinen und manchmal recht provisorischen Anlagen der unmittelbaren Nachkriegszeit, deren baulicher Zustand nicht der beste war. Leider kenne ich die leipziger Entwicklung noch nicht vollständig - der Zoo war ja stark durch den Kontrast einer qualitätvollen historischen Anlage mit einem großen Erweiterungsgelände geprägt.
Unabhängig von dieser Entwicklung gibt es den Wunsch des Besuchers, nahe am Tier zu sein. Das gilt meiner Erfahrung nach besonders für kleinere Kinder, denen des oft gleichgültig ist, ob das nahe Tier ein Baumstachler, ein Elefant oder ein Kaninchen ist. Andererseits habe ich auch schon einmal mit zwei Grundschülern lange Zeit im wuppertaler Freiflugraum verbracht, und die beiden ruhten nicht, bis sie auch noch die letzte Vogelart entdeckt hatten. Ich glaube, daß hier auch der Schlüssel zum Erlebniszoo liegt: Der Besucher möchte Tiere erleben, möglichst nah, möglichst aktiv, möglichst Arten, die er kennt. Er möchte dabei die Tiere nicht wegen zu enger Käfige bemitleiden, er wünscht sich zudem eine parkähnliche Struktur, in die die Anlagen integriert sind. Vielleicht wünscht er sich auch noch eine neue Attraktion, wenn er weit fahren soll, und da scheint sich der Trend in den letzten Jahrzehnten ein wenig von der spektakulären Art zum spektakulären Gehege verschoben zu haben. Allerdings wurde es auch um den kölner Elefantenpark erst richtig voll, als das Jungtier da war.
(04.07.2006, 00:00)
Ingo Rossi:   Auch ich würde mir einen wissenschaftlichen forschenden Zoo am liebsten Wünschen. Aber langsam wird mir klar, dass der Zoo wirklich, fast nur, für die Menschen, die Besucher, ist. Und da muss das Tier als Teil der Natur präsentiert werden. So kann er den Bildungsauftrag, Natur und damit auch Tiere zu schützen, gerecht werden. In einem Vortrag über Eisbären hörte ich letztens, dass es ja vollkommen unlogisch ist, Eisbären als Arterhaltung und zum eventuellen auswildern zu züchten. Schon jetzt sind die wilden Eisbären zu sehr an Menschen geprägt wie soll das dann erst mit den Zoobären werden?
Aber als Beispiel für die Schönheit der arktischen Regionen sind die Eisbären im Zoo einmalig. Und vielleicht tragen sie als Botschafter auch zum grösseren Schutz bei.
Und wenn der Zoo jetzt neben den Tieren auch einen Ausschnitt der jeweiligen Region zeigt, macht das bestimmt Sinn.
Ich war ja schon in vielen Aquarien aber in Arnheim vor diesem riesigen Aquarium am Ende des Rundgangs, habe ich wirklich lange verbracht. Als Zoofan, auch von historischen Zoos, war es da für mich wirklich ein grosser Eindruck mich im Anblick des Aquariums zu verlieren. Und nicht mehr (oder sehr wenig) an meine Gegenwart in einem Zoo erinnert zu werden.
Wenn die Halle in Zürich mal richtig eingewachsen ist (müsste sie jetzt eigentlich sein, ich habe sie kurz nach der Eröffnung besucht) so könnte dieser Eindruck auch entstehen. Gerade wegen der scheinbar überdimensionierten Grösse.

(04.07.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Ingo Rossi: Die genannte Gratwanderung sehe ich auch so, und das war letztendlich meine Intention zu diesem Thread. Wir alle hier im Forum SIND ja nun mal keine Normalbesucher, sondern haben teilweise ganz andere Ansprüche an die Zoowelt als die wesentlich größere Teil der Besucher, der mit seinen Geldern letztendlich die Institution am Leben erhält. Und natürlich "wissen" wir hier alle, wie man es "besser" machen könnte bzw. wie WIR es machen würden (und selbst da gibt es ja sehr gegensätzliche Ansichten). Im Fußball nennt man sowas "heimliche Bundestrainer", und davon gibt es ja bekanntlich mehrere Millionen bei uns....

Die Um-Entwicklung in Hannover hat mir persönlich sehr die Augen geöffnet, welchen Zwängen ein Zoo heute unterworfen ist, wievielen unterschiedlichen Ansprüchen er genügen muss, und vor allem: Wie sehr er wirtschaftlich abhängig von der öffentlichen Meinung ist. Und eben auch, wie sehr Erhaltungsprojekte für unpopuläre Tierarten davon abhängig sind, dass die Publikumslieblinge - egal ob selbst bedroht oder nicht, das reicht ja vom Großen Panda bis zum Erdmännchen - das dafür notwendige Geld "reinholen".

Die Denke, der Zoo sei in erster Linie ein wissenschaftliches Institut und Arterhaltungszentrum, in das er gnädigerweise auch Besucher reinlässt, ist unter den genannten Aspekten nicht mehr zeitgemäß. Der Normalbesucher kommt nun mal nicht in den Zoo, weil er sich unbedingt belehren lassen möchte. "Otto N." ist es auch wurscht, ob Bullenhaltung oder künstliche Besamung die "richtige" Methode zur Elefantenzucht ist, er will einfach nur das Endprodukt, das Elefantenbaby sehen, und über dieses als "Werbefigur" kann man ihm klarmachen, dass jedes Elefantenkalb ein wichtiger Beitrag zur Arterhaltung ist. Und sollte mal irgendwo ein weißes Elefantenkalb geboren werden, würde da halb Europa hinpilgern, denn Otto N. ist es auch genauso egal, dass manche Leute sowas für eine Missgeburt halten: Für ihn ist es ein einmaliges, spektakuläres Erlebnis, von dem er vielen anderen Menschen erzählen und sie so vielleicht auch in den Zoo locken wird - manch einer wird erst durch ein solches Erlebnis zum Tierfan.

Um die zunehmende Kommerzialisierung kommen die Zoos (leider) nicht mehr drumherum. Und dazu zählen leider auch Mainstream-Entwicklungen und "Lockvogelangebote". Deshalb formuliere ich es mal ganz platt: Die "Pflicht" besteht offenbar darin, die "Umsatzbringer" (= Publikumslieblinge = "Standard-Arten") gut und problemlos sichtbar unterzubringen, was bei manchen Arten ja schon aufgrund ihrer Größe (z.B. Elefanten, Giraffen) oder ihres offenen Lebensraumes (z.B. Robben, Pinguine) keine Schwierigkeiten aufwirft. Die "Kür" sieht dann so aus, dass man das "Nebensortiment" (= unpopulärere Arten = "Tiere für den Direktor") durchaus in Such-mich-Anlagen unterbringen kann (das reicht vom Nachttierhaus über die Tropenhalle bis zur reich bepflanzten Leopardenanlage), wobei man sie wenigstens durch gut einsehbare Futterplätze oder Schaufütterungen ins Blickfeld locken sollte. Und optimal scheint es zu sein, wenn sich diese beiden unterschiedlichen Präsentationstypen auf dem Rundgang in schöner Regelmäßigkeit abwechseln.

Siehe Frankfurter Katzendschungel: Wenn Otto N. die Löwen und Tiger problemlos zu sehen bekommt, kann er es wahrscheinlich eher verschmerzen, wenn er Rostkatzen und Nebelparder vergeblich sucht. Wenn ALLE Katzen unsichtbar sind, ist er unbefriedigt.
(04.07.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Erst einmal herzlichen Glückwunsch an Michael A. zur neuen Tastatur!!! ;-)
Zum Thema, ich erlebe Besucher, die gehen durch einen Zoo, an den Gehegen vorbei, in denen nichts zu sehen ist und dort wo sie etwas sehen, da bleiben sie stehen. Oft findet man dann große Menschentrauben dort. Ich muss da noch mal die Leipziger Löwenanlage als Beispiel nehmen, da stehen die Menschen eben kaum. Das heißt ja aber nicht, dass Tiere nur in alten, strukturlosen und vergitterten Anlagen zu sehen sind und in den neuen und artgerechten eben nicht. Paradebeispiel für mich ist da die Tigeranlage in Aschersleben. Hier halten sich die Menschen immer sehr lange auf, da die Anlage einfach (zur Zeit noch, es werden mehr!) 5 verschiedene Einblickpunkte hat, die an einem immer mal auch den Blick auf einen Tiger gestatten. Und diese Anlage ist nun wirklich weder klein, noch unstrukturiert, noch läßt sie vermuten, dass hier keine artgerechte Tierhaltung möglich wäre. Es geht also. Generell empfinde ich es aber auch so wie Michael A., dass ich kaum einen Zoo kenne, bei dem nun wirklich eine "leere" Anlage an die nächste grenzt! Wenn das aber mal so werden sollte, dann glaube ich schon, dass die Zoos einen starken Besucherrückgang erleben werden. Bei 18 Euro Eintritt und das für eine vierköpfige Familie, da ist ein Zoo-Besuch eben nicht mehr etwas, was man mal so eben macht, da gibt es schon etliche Familien, die sich das dreimal überlegen, ob es der Geldbeutel hergibt. Und wenn dann das Angebot für den Besucher nicht stimmt, in seinem individuellen Preis/Leistungsvergleich, dann wird er auf andere Dinge ausweichen.
(04.07.2006, 00:00)
Ingo Rossi:   Nun will ich doch auch meine Meinung mal abgeben. Der Vergleich mit dem Kunstmusen zeigt , dass auch in dieser Branche sich die Ausstellungskultur geändert hat. Überfrachtete Räume mit vielen Bilder gibt es immer weniger. Einzelne Werke sollen in einer ansprechenden Umgebung auf den Betrachter wirken.
So hat sich die ganze Museumskultur in den letzten Jahren verändert, die Zuschauer werden durch die Sammlung gelenkt geführt. Näher an unserem Thema ist zum Beispiel das recht grosse zoologische Museum König in Bonn. Früher vergleichende Sammlungen von Präparaten, heute grosse Themenbereiche mit wesentlich weniger aber dafür besser erklärten Dermoplastiken. Als Interessierter war die vergleichende Präsentation für mich natürlich toll, aber der weniger interessierte Besucher ermüdetet doch schnell (und liesss ich zum wiederholten mitkommen nicht mehr überreden...)
Ich persönlich bin kein grosser Freund von dieser Art der Präsentation. Wenn alles erklärt wird und jeder Weg vorgeschrieben ist, fehlt natürlich die eigene Freiheit der Gedanken und der Besucher erhält ausschliesslich eine Meinung (die des Machers) als scheinbar allgemeingültig.
Doch bei unserem Thema Tierpräsentation finde ich die Gradwanderung sehr schwierig. Wenn es immer nach den durchschnittlichen Besucherwünsche bräuchte es ja nur bestimmte Tiere: Elefanten, Gorilla, Löwe, Tiger, Bär .... das reicht dann bestimmt. Doch zum Glück hält sich ja nicht jeder Zoo daran, wenn doch gleich immer mehr. Warum dann noch andere Tiere zeigen? Aber hat der Zoo dann nicht auch noch eine andere Aufgabe, die der Bildung und dem Besucher auch die anderen Lebewesen als interessante, wichtige Bestandteile der Welt zu zeigen. Aber als Bestandteiler unserer Welt. Und das gelingt bestimmt nur, wenn ich das Tier nicht in einer kleinen Anlage präsentiere sondern als selbst bestimmtes Wesen zeige. Was da ist oder eben auch nicht. Was sich zeigen will oder eben sich vestecken will. Vielleicht ist das ja auch eine Aufgabe der Zoos das den Besucher zu vermitteln wie wir den Mitlebewesen gegenüber treten sollen und ob wir diese Erwartungen so einfach stellen können. Und, weil es jetzt etwas so klingt, ich bin gegen jede Vermenschlichung der Tiere.
Der Anfang von interessanter Präsentation von erstmal kaum zu sehenden Tieren waren ja die Nachttierhäuser. Wenn ich an meine ersten Besuche im Zoo Frankfurt denke, so war das bestimmt mit das Beeindruckendeste. Auch Besucher, die sich nicht so für diese oftmals kleinen Tiere interessierten, waren beeindruckt. Alleine von der Atmosphäre.
Es bleibt die Frage offen, was kommt bei dem Besucher wirklich an. Der sachliche Bau einer Elefantenanlage wie in Köln oder der verspielte mit wesentlich mehr Effekten gestaltete Tempel in Leipzig? Den Elefanten ist es bestimmt egal, aber wie überall, rechtfertigen sich heute auch Zoos über ihre „Einschaltquote“ , Besucherzahlen, und die sind in Köln dieses Jahr super. Trotz der Reduzierung von Tierarten wegen des Elefantenparks. Wobei mir auffällt, das ja auch der Name „Elefantenpark“ schlicht geblieben ist im Gegensatz zu anderen Zoos.
Die ansprechende Präsentation, das Tier vielleicht nicht zu sehenden oder sich die Sicht auf das Tier erst erarbeiten zu müssen, bleibt dem Betrachter bestimmt länger im Kopf.
Im Kölner Menschenaffen hört man heute immer öfter das die Besucher diese etwas schematische nüchterne Inneneinrichtung nicht mehr gefällt. Und wenn ich das bedenke, dann hat der Zoo oder auch der zur Zeit gültige Diskurs doch die Besuchermeinung geprägt. Sind doch in den letzen ca. 20 Jahren, wenn ich die neuen Planungen jetzt berücksichtige, drei Haltungsmodelle von Gorillas präsentiert worden.

(04.07.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Michael Amend: Deine Anmerkung mit den Schildern, die auf bestimmte Aktivitätsphasen hinweisen, sollte die Zoowelt mal gezielt aufgreifen und nicht nur am Eingang auf Fütterungszeiten und Vorführungen hinweisen, sondern auch auf sowas. Am Gehege selbst finde ich das weniger geschickt, lieber gleich am Eingang: Dann kann nämlich Otto Normalbesucher seine Runde so legen, dass er "zur richtigen Zeit" (also zur größtmöglichen Wahrscheinlichkeit) an den Gehegen seiner Favoriten ist.

Erinnert mich ein bisschen an die Fototipps in den Dathe-Wegweisern des Tierparks Berlin, wo recht detailliert geschildert wurde, zu welcher Tageszeit an welchen Anlagen das beste Fotolicht herrschte. Fand ich als begeisterter Tierfotograf genial, hat aber keine Nachahmer gefunden.

Warum also nicht am Zooeingang bzw. neben dem Lageplan die Info, dass z.B. viele Huftiere während der Mittagszeit ruhend wiederkäuen, so dass man sie eher morgens und nachmittags in Aktion erlebt? Das wäre doch mal Dienst am Kunden.

Ich unterstelle nämlich, dass der Normalbesucher wenig dazu neigt, am selben Besuchstag mehrfach auf Verdacht die gleichen Gehege abzulaufen - in manchen flächenmäßig großen Zoos grenzt das auch an Körperverletzung.... Das machen wohl nur Tierkenner und Stammbesucher der Kategorie, die man schon zum Inventar zählen kann.
(04.07.2006, 00:00)
MIchael Mettler:   Nachtrag: Das soll übrigens kein Plädoyer sein für strukturlose Sterilgehege, wie es sie ja leider auch noch gibt! Zwischen diesen und den Such-mich-Anlagen gibt es ja noch Zwischenstufen.
(03.07.2006, 00:00)
Michael Amend:   In Magdeburg gibts aber eein feste Fütterungszeit für die Ameisenbären,da kann mand ei Tieerw urnderbar sehen, die im Anschluß an die Fütterung, die im haus stattfindet, in der Außenanlage noch lange aktiv sind. Und Leoparden sind naturgemäß eben eher in der Dämmerung und in den frühen Morgenstunden aktiv, also dann, wenn kaum ein Besucher im Zoo ist.Aber auch hier ließe sich viel über Schaufütterungen oder durch Schilder am Gehege, die darauf hinweisen, zu welchen Zeiten man die besten Chancen hat, die Tieer zu sehen, hinweisen.In Landau können die Leoparden und der Jaguar Tag und Nacht,Sommer und Winter zwischen Innen,-und Außenanlage wechseln.Wenn die Leute mcih daruf ansprechen, das sie keine Raubkatze gesehen ahben, dann gebe ich ihnen den Tipp, dort nochmal hinzugehen, bevor sie den Zoo verlassen, und siehe da, die Leute sehen die Katzen draußen, haben mir einige Besucher schon gesagt, die öfter in den Zoo kommen. Bei vielen Tierarten ist es ebenso, das man mehrfach an dem Gehege vorbeigehen muß, um die Tiere zu sehen, gutes Beispiel ist das Grizmekhaus,da sind nie alle Tiere zur gleichen Zeit aktiv, und das muß ich als Zoo,-und Tierfreund einfach akzeptieren.Wenn in einem Zoo ,aus welchen Gründen auch immer, aber massenweise Gehege einfach leerstehen, wie Karlsruhe z.B und der Zoo trotzdem noch den gleichen Eintrittspreis verlangt, dann finde ich das eine Frechheit.Die Tiere im Zoo müssen dort ihr Leben verbringen, das in eingen Fällen sehr lang sein kann, die Besucher kommen nur für ein paar Stunden in den Zoo, das ist ein ganz schöner Unterschied.Und die emsiten zoos bieten ihren Besuchern wahrlich genug für ihr Eintrittsgeld, wenn die Leute dann mal keinen Löwen oder Leoparden zu sehen bekommen, geht nicht gleich die Welt unter.
(03.07.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Saya: Das ist sicher richtig, denn dicke Eisengitter usw. sind "out" und "nicht mehr gesellschaftsfähig", WEIL der Besucher sich eine andere Unterbringung gewünscht hat. Nur gibt es ja noch immer eine große Diskrepanz zwischen dem, was sich ein Normalbesucher als Natur vorstellt und dem, wie sich wirklich aussieht.

Siehe Urwaldhallen: Wer seine Kenntnisse über den Regenwald aus den allgemein zugänglichen Quellen bezieht - und das reicht niveaumäßig vom Tarzanfilm bis zur Sielmann-Doku - der ist es halt gewohnt, dass alle paar Minuten irgendwo ein Tier zu sehen ist, und zwar (dank Teleobjektiv oder Filmtiertrainer) in voller Größe. Dieser Besucher durchstreift nun eine Regenwaldhalle, hat im Gegensatz zu uns Arteninteressierten keinen entsprechenden "Scannerblick" und kein Gefühl dafür, wo man nach welchen Tieren suchen könnte, und entdeckt nichts als davon huschende Schatten oder wippende Zweige, auf denen eben noch ein Vogel saß. SO hatte er sich das nicht vorgestellt, und ich weiß nicht, ob es Sinn eines Zoos ist, Menschen erstmal zu enttäuschen...

Es ist für mich immer wieder unglaublich, wieviele Walsrode-Besucher in der nicht mal besonders großen und von über vierzig Arten besiedelten alten Paradieshalle dicht neben Vögeln vorbeigehen, ohne sie zu bemerken, ja sie selbst bei angestrengtem Hinsehen nicht entdecken. (Selbst wenn sie z.B. der Blickrichtung meiner Kamera folgen!) Und wie oft habe ich da den enttäuschten Spruch gehört "früher hat man hier aber mehr Vögel gesehen". Ja, früher war die Halle auch nur halb so zugewachsen, und in einem der Becken standen drei unübersehbare Zwergflamingos....

Den Besuchern etwas beibringen zu wollen, ist ja ein wichtiges Ziel. Und für die Tiere sind naturnahe Anlagen sicherlich das Optimum. Aber ich wähle jetzt mal einen provokanten Vergleich: Ich besuche ein Kunstmuseum, zahle meinen Eintritt und stelle fest, dass etliche Wände leer sind, weil die Gemälde sich aus irgendeinem Grund gerade hinter den Kulissen befinden. Weiß nicht, ob ich mich damit zufrieden gäbe, wenn mir dann jemand sagen würde: "Da hätten Sie mal heute vormittag hier sein müssen, da waren die alle noch zu sehen - ansonsten kann das schon mal passieren, dass man nichts sieht. Aber ist es nicht toll, was man daraus lernen kann?". Würde ich wirklich öfter dieses Museum besuchen?

Gerade Zoos sind aber (leider) finanziell zunehmend darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen möglichst oft kommen, und ohne Einnahmen auch kein (kostenaufwändiger) Artenschutz.
(03.07.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Ganz neu ist dieses Thema ja hier im Forum nicht und es ist reichlich kontrovers auch schon diskutiert. Wenn die Zoos ehrlich in ihr Programm schreiben, dass sie für Menschen da sind, und für Menschen bauen, dann sollten sie auch Tiere ZEIGEN, im Wortsinn. Es wird immer Besucher geben, die werden sich über die Natürlichkeit der Gehege freuen und auch Verständnis haben, mal ein Tier nicht zu sehen. Schreite ich aber für 15 Euro an leeren Anlagen vorbei, dann ist das vielen Besuchern einfach zu teuer. Und für Eltern mit kleinen Kindern auch zu mühselig, denn ich kann mit meiner dreijährigen Tochter keine halbe Stunde nach einer Schwanzspitze eines Leoparden suchen. Dafür hat sie noch nicht die Geduld. Für sie waren die größten Faszinationen bisher ein Nashorn IM Nashornhaus Berlin, der Tapir IM Haus in Hannover, der Fischotter in Rostock, der wirklich hinter der Scheibe auf uns zuschwamm, uns durch das Glas unter Wasser anschaute, drehte und wieder weg schwamm und die Bären und Raubkatzen in Halle, letztere auch im Inneren, so Auge in Auge. Für mich persönlich liegt das auch immer ein wenig daran, wie oft ich einen Zoo besuchen kann, oder nicht. Wenn ich in Aschersleben, Halle, Berlin oder Magdeburg mal ein oder zwei Tiere nicht sehe, na und, dann vielleicht beim nächsten mal. Wenn ich aber 500 Kilometer weit fahre, um einen Zoo zu besuchen, den ich evtl. in den nächsten 20 Jahren nicht wieder sehen werde, dann möchte ich natürlich alles sehen! Ich wäre sicher sehr enttäuscht, wenn ich im August nach Tallinn fliege und dann dort vielleicht tolle Gehege sehen würde, aber kaum Tiere. Es gibt da mittlerweile so einige Phantom-Tiere. Keiner von etlichen Leipzig-Besuchern hat je einen Löwen zu Gesicht bekommen. Die Schneeleoparden in Magdeburg und Rostock sind ebenfalls fast ausschließlich über das Gehegeschild zu bewundern. Den Großen Ameisenbären in Magdeburg sieht man wenigsten mit etwas Glück durch die unentspiegelte Scheibe im Innengehege. Und Braunschweig hatte jahrelang ein Schild "Baumstachler" an einem Gehege, für den es bis 2005 sogar noch eine Patenschaft nach der aktuellen Liste gab, aber ich habe ihn bei ca. 40 Besuchen nicht ein einziges mal gesehen. Letzte Woche war dann auch das Schild von Gehege weg! ;-)Auch das hatten wir gerade erst vor kurzem hier, der Elefantenbulle in Hannover war im alten Haus die totale Faszination, wenn man vor ihm stand, ihn sah, hörte, roch, und seine kompletten Ausmaße mal begreifen konnte. Dennoch kann ich nicht sagen, dass das Haus schön war. Es ist wie mit allem, sicher wieder eine sehr subjektive Ansichtssache. Aber die Zahl der Besucher, die das nicht toll finden, meckern und nicht wiederkommen, die steigt in den Zoos, in denen zu viele dieser Anlagen sind. Selbst im engen Frankfurter Zoo habe ich nicht wenige Leute gehört, die unbedingt nun mal einen Löwen oder Tiger sehen wollten und recht enttäuscht von dannen zogen. Ach ja, hat schon jemand aus dem Forum die Frankfurter Nebelparder live GESEHEN? ;-)
So das reicht erst mal... ich geh jetzt schlafen!!
(03.07.2006, 00:00)
Saya:   Der Wunsch der Zoos, Tiere in großen, naturnah gestalteten Anlagen zu zeigen, kommt nicht aus dem Nirwana, sondern beruht vor allem auf den Wünschen des Besuchers!
(03.07.2006, 00:00)
Frank-Walter Büschner:   Ich denke, dass man das so pauschal gar nicht sagen kann, denn es gibt immer mehrere Arten von Zoobesuchern.
Doch der größte Teil, ist garantiert noch der „Für mein Geld, will ich auch was anständiges sehen“ Zoobesucher. Als ich z.B neulich im Kölner Zoo war, ging vor uns eine kleine Familie. Der kleine Junge, fing an zu weinen weil er keinen Löwen sehen konnte. Darauf hat der Vater sich den kleinen geschnappt, und dem Kind erzählt, das die Tiere ja hier ein naturnahes Gehege haben, und sich auch mal zurück ziehen möchten. Die Mutter hingegen, regte sich total auf, für die 12,50€ könne man ja wohl wenigstens Löwen erwarten, und das dies ja eine Frechheit wäre.

Man sieht, die Meinungen, gehen sehr abstrakt auseinander, dennoch glaube ich das der größte Teil der Besucher, ist der lieber Löwen in einen Zwinger sehen will, als auf einer Anlage, wo man die Tiere nur schwer entdeckt, oder gar nicht sieht, eben naturnah.

Wie Sie schon sagten, ist es echt schwer für einen Zoo, beides auf eine Wellenlänge zubringen. Zum einen, die Naturnahe Gestaltung des Geheges, sowie die optimale Präsents der Tiere zu erhalten. Dies ist für einen „modernen“ Zoo das A&O, denn keiner will mehr wirklich (Naja der Großteil zumindest) Tiere in engen Käfigen sitzen sehen, aber auch will keiner Geld umsonst ausgeben, um riesige Anlagen zu sehn, aber dafür kein Tier.

Und klar, das Mal manchmal Glück haben muss Tiere zu erhaschen, aber so ist das nun mal. Genau deswegen, finde ich sollten die Zoos mehr Informieren, also mit Infotafeln, oder Flyern etc. das die Leute auch verstehen warum es manchmal sein kann, dass man bestimmte Tiere eben nicht sehen kann.

Eine Perfekte Tierpräsentation, lässt sich sowieso nicht wirklich vereinbaren, weder mit der einen, noch mit der anderen Seite, aber man kann versuchen dicht dran zu kommen.

Na Gut, ich hoffe mal, das hat jetzt auch alles seinen Sinn, und passt auch zu Ihrem Thread 

(03.07.2006, 00:00)
Dirk K:   Die Kölner Schneeleoparden habe ich bei meinen letzten beiden Besuchen relativ aktiv erlebt (könnte auch an dem schon etwas älteren Nachwuchs liegen). Die persischen Leoparden habe ich jedoch im Prinzip nicht gesehen. Die Freiflugvoliere war dagegen wie leergefegt (war nicht bei der Show).
(03.07.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Als Ableger des "Schweizer Zoos"-Threads, da es ja beileibe nicht nur Zürich und die Schweiz betrifft:

Wenn man es mal genau betrachtet, gerät die Tierpräsentation in den Zoos immer mehr in einen Konflikt zwischen dem Wunsch des Besuchers, Tiere "hautnah" zu erleben und dem Bestreben vieler Zoos, sie in möglichst großen, naturähnlichen Anlagen zu halten, wo sie dann auch mal NICHT zu sehen sind. Und das ist keineswegs zwingend mit den Konzepten "klassischer Zoo" und "Erlebniszoo" verbunden, sondern beides ist in beiden Konzeptionen zu finden.

Wird sich der zahlende Normalbesucher damit zufrieden geben, bei immer höheren Eintrittspreisen immer "weniger Tier" (wohlgemerkt nicht im Sinne von "weniger Arten") zu sehen, wenn der "naturähnliche" Weg beschritten wird? Ist die ergänzende Vorführung zahmer Tiere wie bei einer Greifvogel-Flugshow ein ausreichender Ausgleich für die fehlende Nähe zu den sonstigen Zootieren? Beispiel Köln, dort sogar unmittelbar nebeneinander: Eben noch hat der Besucher mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit KEINE Leoparden und Schneeleoparden entdecken können, und ein paar Meter weiter zeigen dafür handzahme Schmutzgeier, wie sie ein Plastik-Straußenei knacken.

Moderne Tierpräsentation soll ja das Tier als Teil seiner Umwelt und beides über den Denkanstoß als schützenswert darstellen. Aber denkt ein Kölner Besucher, der soeben vergeblich den Persischen Leoparden gesucht hat, angesichts des "leeren" Geheges wirklich "Mensch, so ein iranischer Waldhang ist toll, da spende ich doch gleich mal was für die Erhaltung"....?

Ich will mich hier keineswegs an Köln
(03.07.2006, 00:00)

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