
| Adrian Langer: | http://www.bz-berlin.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg/am-ostkreuz-soll-ein-riesen-aquarium-entstehen Am Ostkreuz soll ein großes Aquarium entstehen! (10.09.2017, 07:21) | ||
| nurmichael: | Also nur zur Klarstellung: Die beiden Botschaftsgebäude (Spanien und Dänemark) sind mittlerweile wieder in Funktion. Die spanische Botschaft als spanische Botschaft und die dänische als Schulungszentrum der Post oder Telekom. Zum Zeitpunkt der Planung und des Baus des Erweiterungsgelände beherbergte die spanische Botschaft das spanische Konsulat in Westberlin, die dänische Botschaft lag als Ruine brach. Vom Zoo geplant waren tatsächlich drei weitere Gehege wie von IP66 vermutet. Die negativen Kommentare nach der Eröffnung führe ich auf die vom Zoo zuvor 15 Jahre dargestellte geradezu schicksalhafte Bedeutung der Erweiterung zurück. Dem wurden wohl die Architektur der Gehege und deren Besatz, nahezu ohne Ausnahme aus dem Altgelände übernommene Tiere, offenbar nicht gerecht. Als den eigentlichen Schachzug von Prof. Klös sehe ich auch die Bebauung des sog. Konzertgartens nach der Entscheidung für das EG. Hier sind entstanden das Nashornhaus II, das Erdhaus (Okapi, Bongo), das hintere Haus für Rappenantilopen und Ducker und - als Entree zum EG „verkauft“ - der Eisbärenbrunnen. Ganz offenbar war das Geld für diese Investitionen schon zuvor gesichert. Über diese Anlagen kann ich mich im übrigen an keine negative Kritik erinnern. (10.07.2007, 20:43) | ||
| IP66: | Ich scheine für eine gewisse Verwirrung gesorgt zu haben, wobei es mir eigentlich nur darum ging, einen Wandel zu schildern, der sich vom von bürgerlichen Aktionären getragenen Artenzoo wegbewegte. Die erste Wegbewegung dieser Art war sicherlich der Tierpark Hagenbeck, noch unmittelbar vor dem ersten Weltkrieg begründet, aber ein Zoo, der nicht davon lebte, daß möglichst wenige Besucher möglichst viel Geld bezahlten, sondern eben möglicht viele etwas weniger. Diese Entwicklung haben die meisten Zoos erst nach dem (ersten) Weltkrieg aufgegriffen, und in Deutschland war der erste Zoo, der das konsequent und massengerecht umsetzte, nun einmal der Tiergarten Nürnberg - und zwar ganz bewußt im Sinne einer ideologsichen Ablenkung, die man wohl verwerflich finden sollte. In den anderen Zoos gab es natürlich vergleichbare Entwicklungen, da die bürgerlichen Aktionäre, als rassisch oder politisch Verfolgte, nach und nach verschwanden und damit auch ihre Unterstützung, wobei viele Zoos tragende Aktiengesellschaften schon die Inflation der weimarer Republik nicht überlebt hatten. Insofern haben das Verschwinden des politischen Liberalismus und das der Artenzoos schon etwas miteinander zu tun. Daß dergleichen auch bei anderen totalitären Regimen eine Rolle gespielt hat, zeigen die große Besucherarena und die projektierten Besucherzahlen in Friedrichsfelde, wo aber ideologisch geprägte Kunst, anders als in Nürnberg, nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt hat. Nürnberg geht ja relativ offen mit der faschistischen Vergangenheit seiner Anlagen um, und mir scheint es auch klüger, sie zu erhalten als in einer Art politischem Exorzismus abzureißen. Das andere Phänomen, nämlich jenes, daß die finanziellen Träger des Artenzoos nicht mehr dergestalt finanzkräftig sind, einen solchen aus eigener Kraft zu erhalten, ist ja ein Thema dieser Diskussion, weil in Berlin besonders virulent. (10.07.2007, 19:22) | ||
| Hannes: | Schon längst gelesen :-) (10.07.2007, 17:39) | ||
| Hannes: | Was soll an dem Begriff "Faschismus" NICHT "Natinalsozialismus" im Sinne einer Architektonischen Stilrichtung negativ sein? Es ist nur ein Stil wie der Futurismus etc. (10.07.2007, 17:37) | ||
| Sven P. Peter: | Wer sich jetzt bildet ist länger klug: http://de.wikipedia.org/wiki/Faschismus (10.07.2007, 17:36) | ||
| Bernd: | @ Hannes: Der Begriff "Faschismus" (ob nun "Nationalsozialismus" gemeint ist oder nicht) muss nicht negativ bewertet werden? Bitte, wie denn? (10.07.2007, 17:32) | ||
| Hannes: | Ist nicht nur euch aufgefallen, nur ein großteil dieses Forums kennt die diversen beudeutungen dieses Wortes und wissen das es in diesem Fall nicht direkt was mit den Nazis zu tun hat und nicht unbedingt negativ gewertet werden muss. Gott, Deutsche und Worte wie Nazi, Faschismus etc.! Nicht zu glauben! (10.07.2007, 17:26) | ||
| Marcia: | @Hans Dampf. Das ist der Hammer,oder? Endlich ist das mal Jemandem aufgefallen. (10.07.2007, 12:57) | ||
| Hans Dampf: | @IP66 Faschistischer Verfolgungswahn? Es ist schon toll zu lesen was alles faschistisch war. (10.07.2007, 12:50) | ||
| IP66: | Ich zweifle ein wenig daran, daß Besucher es lieber mögen, wenn sie alle halbe Stunde eine neue Kranichart sehen, als wenn sie mit der geballten Kranichfülle einer entsprechenden Allee konfrontiert werden. Ich glaube, daß die Tatsache, einen aktiv balzenden oder hübsch ausehenden Kranich vorzufinden, wichtiger ist. Ähnlich sehe ich es auch bei großen Raubtier- oder Affenhäuser: Die Besucher sammeln sich bei aktiven Exemplaren, Jungtieren oder besonders imposanten Erscheinungen. Da, so denke ich, haben die berliner Häuser Vorteile, die weniger im Vergleichen der Arten denn in der Chance bestehen, in einem Haus ein paar aktive Großkatzen, Menschenaffen oder Prachtfinken zu sehen. Sicherlich ist der Artenzoo ein Seitenstück zum bürgerlichen Museum, das ein interessiertes Publikum mit Grundkenntnissen voraussetzt, und der geographisch gegliederte Zoo eine Entwicklung des Massenzoos, der das eben nicht tut und nicht zuletzt seine besondere Blüte im Faschismus erlebte. Ich fürchte aber, daß eine Befragung von Besuchern nach dem jeweiligen geographischen Standort in München oder Hamburg ganz erschütternde Ergebnisse zeitigen würde. Ich möchte nicht so weit gehen, daß ein Zoo mit Bildungsanspruch letztlich immer Artenzoo sein soll, denke aber, daß es eine öffentlich geförderte Einrichtung auszeichnet, wenn sie Ziele verfolgt, die nicht der sofortigen und aktuellen Befolgung des vermeintlichen Massengeschmacks besteht. (10.07.2007, 11:27) | ||
| Michael Mettler: | Dann bin ich anscheinend mit der Ära gründlich durcheinander geraten und habe das wohl erst in Zusammenhang mit dem geplanten Schimpansenhaus gelesen, das bei der Nachbarbotschaft nicht auf Begeisterung stoßen soll... (09.07.2007, 23:39) | ||
| Karsten Vick: | Ursprünglich sollten doch alle Botschaftsgebäude, die damals alle Halbruinen waren, abgerissen werden. Das scheiterte in den 80ern an politischen Widerständen, aber erst nach der Wiedervereinigung, Ende der 90er wurden die Botschaften wieder aufgebaut. (09.07.2007, 22:34) | ||
| Michael Mettler: | Gab es beim Besatz des Geländes nicht auch Sachzwänge? Ich meine mich zu erinnern, dass damals davon die Rede bzw. zu lesen war, dass wegen der benachbarten Botschaftsgebäude nur Tierarten in Frage kamen, die sich nicht durch auffallende Geräusche, Gerüche usw. unbeliebt machen - quasi "Parktiere". @IP66: Die erwähnte Eile von Besuchern auszumerzen ist eines der Grundkonzepte der neueren Erlebniszoos, die als Ziele für einen Ganztagsausflug konzipiert sind. Ihre Maßnahmen dienen also u.a. auch dazu, die Verweildauer des Besuchers deutlich zu erhöhen, statt ihn nur innerhalb von zwei Stunden Gehege abhaken zu lassen. Vorteile: Mehr Einnahmen (Gastronomie!), bessere Identifikation mit dem Zoo und - damit nicht nur die wirtschaftliche Sichtweise bedient wird - mehr Zeit, Inhalte zu vermitteln. Das Kunststück dürfte dabei sein, das Angebot und das Gelände so zu gestalten, dass weder irgendwann/irgendwo Langeweile aufkommt noch der Besucher durch direkt aufeinander folgende Highlights in kurzer Zeit "erschlagen" wird: Die Mischung macht's. Vielleicht ist das sogar einer der Gründe, weshalb inzwischen Geo-Konzepte in Mode sind: Hier verteilen sich beliebtere und weniger beliebte Tierarten gleichmäßiger, während die Tiere in klassischen Affen-, Raubtier- oder Hirschrevieren entweder nahezu "gleichwertig" um die Besucheraufmerksamkeit konkurrieren (bei beliebten Arten) oder diese "strapazieren" (bei den eher unbeliebten Arten - die dann wie Huftiere möglichst auch noch in weitläufigen Gehegen an langen Wegen leben...). Trotz sehr unterschiedlicher Gesamtfläche und -gestaltung ähneln sich darin die beiden Berliner Gärten sehr. (09.07.2007, 16:43) | ||
| IP66: | Ich würde mich der Meinung von Herrn Mettler anschließen - man wollte geographische Gemeinschaftsanlagen, und die wurden gebaut. Wenn die faschistischen Botschaftsgebäude beseitigt worden wären, hätte das Gelände womöglich noch eintöniger gewirkt, denn dann wäre die Gehegereihe der Seraus und Przewalski-Pferde einfach fortgesetzt worden. Im Grunde wollte man ein Stück Hellabrunn in Berlin, hat das auch bekommen, doch ist das Wollen durch die Wiedervereinigung - Botschaftserhaltung, Tierparkgewinn - ein wenig in Vergessenheit geraten. Was die Tierverteilung angeht, möchte ich an Herrn Mettlers Argumentation zu Friedrichsfelde erinnern, wo man auch Publikumsmagneten und entlegenere Orte vorfindet. Der eiligere Besucher wir ja nur noch eiliger, wenn man ihn durch neue Angebote immer weiter locklt, und für mich ist ein solcher Besuch unter der Prämisse, alles in zwei Stunden sehen zu müssen, für jeden Besucher der am wenigsten fruchtbringende Weg. (09.07.2007, 11:28) | ||
| Michael Mettler: | Nur als Gedankenspiel: Ob sich in Duisburg viele Besucher den Weg über die Autobahnbrücke schenken würden, wenn Affen und Delfine im "alten" Zooteil zu sehen wären und im neueren ein Besatz wie im Berliner EG...? Ein Beispiel aus einer anderen Materie: Schaufensterbummler lassen sich durch Baulücken oder Häuserblöcke, in denen es nichts zu sehen gibt (keine oder zugeklebte Schaufenster) vom Weiterbummeln abschrecken - außer, dahinter ist ein verlockendes Ziel zu sehen. Bummeln und gucken ist nun aber genau das, was Otto N. auch im Zoo macht. Auf den Anlagen, die den Weg zur Brücke säumen, sind keinerlei "Publikumsarten" untergebracht, ein zoologisches "Fernziel" kann man vom Weg aus hinter der Brücke nicht sehen. Ich weiß, dass zoologisch fixierte Zoofans solche Vergleiche nicht gern hören bzw. lesen, aber der Einzelhandel nutzt bestimmte Tricks, um seine Kunden durch alle Bereiche des Angebotes zu lotsen. In Kaufhäusern sind z.B. Spielwarenabteilungen meistens in der obersten Etage, damit quengelnde Kinder ihre Mütter auch wirklich an allen Abteilungen vorbei lotsen (und natürlich ist dabei die Damenbekleidung immer genau neben der Rolltreppe...). In Supermärkten mit Fleischereiabteilung ist diese in der Regel möglichst weit vom Eingang entfernt. In Elektronikmärkten sind Artikel, von denen häufig Neuheiten eintreffen (CDs, DVDs, PC-Spiele) ebenfalls "ganz hinten" oder eine Etage höher. Und warum? Weil die großen Konzerne einen Haufen Geld in Leute investieren, die Kundenverhalten erforschen, um sich daran zu orientieren - und es für ihren Erfolg zu nutzen. Dazu gehört z.B. auch, dass der Kassenbereich in Supermärkten in der Regel links vom Eingang ist: Der Mensch neigt dazu, sich zwar bewusst nach rechts zu orientieren (wegen Rechtshändigkeit - nicht politisch gemeint!), aber im Gehen einen Linksdrall zu haben, und kommt so gegen den Uhrzeigersinn "auf natürlichem Wege" durch den ganzen Markt hindurch. Macht euch mal den Spaß zu überlegen, welche Richtung ihr bei einer Zoorunde ohne bestimmtes Ziel "automatisch" einschlagt.... Eines der am wenigsten erforschten Lebewesen im Zoo dürfte noch immer der Besucher sein. Deshalb kann es einem Zoo m.E. nur gut tun, wenn Marketingspezialisten die Bedürfnisse und Gewohnheiten seiner Besucher/Kunden erforschen und der Zoo die Ergebnisse berücksichtigt: Auch ein Zoo will/muss sich schließlich bestmöglich "verkaufen", denn er ist von seinen Besuchern/Kunden abhängig. Mein Vorschlag mit den Pandas greift das beschriebene Prinzip auf: Eine hoch attraktive Tierart würde die Besucher wahrscheinlich über die Brücke locken, am Wegesrand dorthin könnte aber ein kleiner "Appetitanreger" nicht schaden (also eine weitere "begehrte" Art) - damit keine "Bummellücke" entsteht :-) (09.07.2007, 00:20) | ||
| Michael Mettler: | @nurmichael: Genau auf Grenze zur spanischen Botschaft würde ich dann eine Voliere für Blauelstern bauen. Die leben in Spanien und in China... :-) Was HATTEN denn "viele Berliner" damals erwartet? Wenn ich die Äußerungen des Zoos in einem der damaligen BONGOs richtig in Erinnerung habe, freute sich er sich doch darauf, an dieser Stelle mal den Eindruck von weitläufiger Fläche erzielen zu können - und das wurde verwirklicht. (08.07.2007, 23:27) | ||
| nurmichael: | Interessanter Vorschlag China neben die spanische Botschaft zu verlegen. Aber im Ernst, der Berliner Zoo hat sich mit seinem Erweiterungsgelände (EG) von Anfang an schwer getan. Nach 15jähigen zähen Verhandlungen war es 1987 soweit, und das Gelände hinter dem Landwehrkanal konnte eröffnet werden. Etwas kleiner als geplant zwar, aber immerhin. Kritik blieb nicht aus: Nach vielen auch öffentlich ausgetragenen Streitereien im Vorfeld, hatten viele Berliner etwas anderes erwartet als das, was man vorfand, schlichte Gebäude und Anlagen deren Struktur und Besatz man aus anderen Einrichtungen schon kannte (mir fällt gerade auf, wie ähnlich damals die Kritik am EG der an den Afrikanumsanlagen im Tierpark Berlin hier im Forum war). Prof. Klös hatte immer wieder die Weltgeltung des Berliner Zoos in die Waagschale geworfen, die der Zoo ohne EG verlieren könnte, und Weltgeltung war ja das mindeste für Berlin. Und dann diese eher nüchternen Anlagen mit gängigem Besatz (zunächst noch ohne Seraus). Entsprechend ätzende Kommentare waren in Leserbriefen zu vernehmen. Auch nach mehreren Monaten fanden die Besucher das EG nicht oder nicht interessant genug. Die Leitung des Zoos glaubte (oder musste glauben) die Besucher würden das EG nicht finden, obwohl man doch erhebliche Anstrengungen im Vorfeld unternommen hatte. So waren anlässlich der Aquariumserweiterung etwa 20jährige Linden nicht gefällt, sondern höchst aufwändig ausgegraben und als Allee noch auf dem alten Zoogelände vor dem Klinkerbären als Übergang zum EG wieder aufgestellt worden. Die Brücke selbst ist nicht die einfachste Konstruktion und m.M. durchaus sehenswert. Die auf der südlichen Kanalseite hinzugewonnene Fläche bietet einen einladenden Einblick auf eine ganze Reihe von Gehegen und Volieren mit interessanter Konstruktion und sehenswertem Besatz. Ich selbst hatte den Eindruck, dass nach der Wende das EG selbst für den Zoo nicht mehr so wichtig war, da man ja nun ganze 160 ha im Tierpark hinzubekommen und zu bewirtschaften hatte. So ist denn das EG bis heute eine graue Maus geblieben, deren Nichtbeachtung Prof. Klös indes bis zu seinem Ausscheiden der „Hinterhofsituation“ der spanischen und ehemalig dänischen Botschaft zuschrieb. (08.07.2007, 22:30) | ||
| Michael Mettler: | @Michael Schulz: Kraniche/Munjaks könnten auf die Australien-Anlage. Auf die Südwestafrika-Anlage kämen die Trampeltiere und Kropfgazellen, auf die Südamerika-Anlage die Davidshirsche (falls die in Zukunft nur noch im Tierpark gehalten werden sollen, nähme ich stattdessen Dybowski-Hirsche - die gibt es noch nicht in Berlin) und den langen Weg über die Brücke nennen wir dann "Seidenstraße" :-) (07.07.2007, 21:59) | ||
| Michael Schulz: | Das wäre überhaupt eine schöne Idee. Ich würde mir das so vorstellen, dass das komplette Erweiterungsgelände in eine Art chinesischen Garten umgestaltet wird, ähnlich wie in Duisburg. Dort könnte man dann den Pandas ein herrliches naturnahes Areal gestalten, desweiteren können die Seraus behalten werden, da sie perfekt in das Thema passen. Zusätzlich wären noch chinesische Muntjaks möglich, ebenso wie kleine Pandas, aber auch Kraniche würden sich gut in das Gesamtbild einfügen. (07.07.2007, 21:36) | ||
| Michael Mettler: | Falls der Zoo tatsächlich mal neue Pandas bekommen sollte, sollte er lieber DIE ins Erweiterungsgelände setzen als die Schimpansen. Dann hätten die Besucher einen echten Anreiz, den ganzen Zoo zu durchqueren. Denn auch Menschenaffen haben sie längst "vorher" gesehen. Um den Gedanken weiter zu spinnen: Laut BONGO scheint die Haltung der Przewalskipferde im Zoo auszulaufen. Die alten Stuten sollen nicht mehr züchten, und den letzten Nachzuchthengst wurde der Zoo nicht los, also wurde er kastriert. Würde man das Gehege zu einer naturnahen Panda-Anlage umrüsten und das Riesenkänguru-Gehege ebenfalls (wäre wahrscheinlich kostengünstiger als ein Tropenhaus), könnte man die Panda-Geschlechter getrennt halten und nur zu Paarungsversuchen zusammenbringen. Das Serau-Gehege dazwischen wäre dann eine Art Pufferzone - würde man die Seraus mit dem Tierpark gegen die Gorale tauschen, hätte die ganze Gehegereihe sogar ein China-Thema. Vielleicht ließe sich sogar das gegenüber liegende Australiengehege noch "chinesisch" besetzen, denn die Roten Riesenkängurus müssten wegen "meiner" Pandas eh in den "alten" Zooteil umziehen und könnten dort mit den Parmawallabys und Emus vergesellschaftet werden. Ich weiß nicht, ob die Wegbreite im EW es zuließe, aber vielleicht wäre zu überlegen, im "alten" Gelände Kutschfahrten zu starten, die über die Brücke und einmal rund ums EW führen. Dann bekäme diese Ecke sogar ohne Pandas oder Schimpansen Erlebnis-Charakter (und brächte sogar noch zusätzliche Einnahmen). (07.07.2007, 21:18) | ||
| IP66: | Ich sage ja auch: Bundeszuschuß für die berliner Zoos - beide! - und zwar für in jeder Hinsicht anderenorts nicht vorhandene Neubauten (07.07.2007, 21:07) | ||
| Mel: | Ich sehe das so, das EW wird über kurz oder lang Veränderungen zum Opfer fallen. Die jetzige Anlage für Seraus ist zwar "nett" jedoch ließe sich mit den flächentechnischen Möglichkeit im TP mehr "machen" (Gestaltungs und Präsentationstechnisch)ich halte die Anlage im Zoo für zu klein und zu "flach". (07.07.2007, 21:02) | ||
| Michael Schulz: | Die Seraus passen deswegen besser in das Konzept des Tierparks, da sich dieser eher auf die Haltung von Huftieren spezialisiert hat und ebenso mehr Fläche zur Verfügung hätte. Würden glaub ich auch ganz gut ins Konzept der Gebirgstieranlagen passen. Was ich allerdings nicht ganz verstehe wegen dem Erweiterungsgelände,... Känguruhs gehören doch eigentlich zu den Publikumsmagneten für den Otto Normalbesucher... (07.07.2007, 21:01) | ||
| sleipnir: | Warum passen denn die Seraus eher ins Konzept des TP? Weiß eigentlich jemand, wie groß das Erweiterungsgelände genau ist? (07.07.2007, 20:57) | ||
| Mel: | Also ich würde es mal so sehen, wie hier schon ähnlich formuliert, das EW (Erweiterungsgelände) ist so wie ein Stiefkind für den Zoo, es beherbergt keine Otto-Normal-Besucher-Atracktionen, wes wegen es zumeist schon gemieden wird. Für den zoo-Interessierten gibt es dort die erwähnten Serau aber damit weis der ONB wirklich kaum was an zu fangen. Auch möchte ich MM zustimmen, ich denke auch wenn dann würden die Seraus eher in das Konzept des TP passen. (07.07.2007, 20:35) | ||
| Maike: | Auf den Wegweiserschildern ist das Erweiterungsgelände ausgewiesen, sowie auch der Hinweis auf die dortigen Tiere. Ich find die Ausschilderungen eigentlich ausreichend. Außerdem kann man sich einen Lageplan von der HP des Zoos downloaden (das vermisse ich beim Tierpark), man muß also noch nicht einmal einen Zooführer kaufen. (07.07.2007, 19:03) | ||
| Michael Mettler: | Mich wundert schon lange, dass der Zoo anscheinend nie auf die Idee kam, dem Erweiterungsgelände allmählich einen griffigeren Namen zu verpassen. Immerhin ist die Erweiterung schon satte 20 Jahre her... Wird das Gelände eigentlich im Zoo auf den Wegweiserschildern auch so tituliert? Für einen Besucher ohne Vorkenntnis wäre die Bezeichnung völlig nichtssagend: Er weiß nicht, was er dort erwarten soll, und noch nicht mal, ob schon erweitert WURDE oder noch erweitert WERDEN SOLL. (07.07.2007, 18:46) | ||
| sleipnir: | Ich denke, es wird beides sein. Zum einen sind die im Erweiterungsgelände gehaltenen Tierarten nun wirklich nicht die, die Otto-Normal-Besucher in einem Zoo unbedingt sehen will, und zum anderen kann ich mir auch durchaus vorstellen, dass gar nicht allen Besuchern bewußt ist, dass sich jenseits der Brücke noch ein Erweiterungsgelände befindet. Ich denke übrigens nicht, dass damit eine allgemeine Steigerung der Besucherzahlen gemeint ist, denn es wurde ja ganz expliziet auf das Erweiterungsgelände hingewiesen! (07.07.2007, 16:50) | ||
| Michael Schulz: | Ich kann nur sagen, wie es mir beim ersten Besuch im Zoo Berlin ging. Ich war auf halben Wege zum Erweiterungsgelände, bin dann aber wieder umgekehrt, weil ich dachte, dass der Zoo hier endet und ich den Zoo über die Brücke verlasse. Hmm, aber wenn man einen Zooführer dabei hat, sollte man eigentlich merken, dass dem nicht so ist (zu meiner Entlastung, ich hatte keinen dabei!):-) (07.07.2007, 16:47) | ||
| Michael Mettler: | Ich habe heute den neuen BONGO erhalten und bin darin über eine Aussage gestolpert, bei der ich mich frage, ob sie einfach nur unglücklich formuliert ist oder unserer Besucherdiskussion in Sachen "womit lockt man Besucher an" neue Nahrung bietet. Im Artikel "20 Jahre Erweiterungsgelände im Zoo Berlin - ein Resümee" schreibt der Verfasser im letzten Absatz: "Wir hoffen, dass noch mehr Besucher den Weg über die Brücke zum Erweiterungsgelände finden als bisher." Falls das nicht als Hoffnung auf eine allgemeine Steigerung der Besucherzahl des Zoos zu werten ist, bliebe nur die Deutung, dass dieser Zoobereich von einem Teil der Besucher gar nicht aufgesucht wird. Falls das so ist: Aus absichtlichem Desinteresse wegen mangelnder Attraktivität der Tierarten für Otto N., oder registrieren womöglich manche/viele Besucher gar nicht, dass der Weg zur Brücke in einen weiteren Zooteil führt? (07.07.2007, 16:10) | ||
| Konstantin Ruske: | Vielleicht schon anderweitig erwähnt, aber es kann nicht oft genug gesagt werden: Die im zeitungsartikel genannten 8 Mio EUR Zuschuß für den TP stimmen nicht, es sind mittlerweil nur noch etwas über 5 Mio EUR, und es soll weiter gesenkt werden. Daher fand ich recht erstaunlich, das Frankfurt/ Main ( auch wieder laut Zeitung- ob´s stimmt?) etwas über 8 Mio / Jahr bekommt. (07.07.2007, 12:28) | ||
| Michael Schulz: | @sleipnir: Nichts zu danken. Email ist schon raus. (06.07.2007, 20:15) | ||
| Michael Mettler: | So lüftet man also Nicknames :-) (06.07.2007, 19:49) | ||
| sleipnir: | @ Michael Schulz: Das wäre ja fantastisch! Meine Emailadresse lautet: bjoern-kraemer@onlinehome.de Danke!!! (06.07.2007, 19:44) | ||
| Michael Schulz: | Wenn Du aber den Plan haben möchtest, kann ich ihn gern für Dich einscannen und Dir per email schicken. Ist allerdings aus der 2005er Zooführer-Auflage. (06.07.2007, 18:38) | ||
| sleipnir: | Schade, aber das dachte ich mir eigentlich auch schon, hab nämlich wirklich schon überall danach gesucht! (06.07.2007, 18:19) | ||
| Michael Schulz: | Hallo sleipnir, nein. Einen Lageplan im Internet gibt es leider nicht. Habe ich damals auch verzweifelt gesucht. (06.07.2007, 18:18) | ||
| sleipnir: | Past zwar jetzt nicht unbedingt zu diesem Thread hier, aber einen neuen wollte ich deswegen jetzt auch nicht unbedingt aufmachen: Gibt es eigentlich irgendwo im Netz eine Seite mit einem Lageplan des Berliner Tierparks? Habe zwar selber schon des öfteren geschaut, aber nie etwas finden können! (06.07.2007, 17:47) | ||
| Michael Mettler: | @th.oma.s: Schwer zu beantworten. Wenn in einem bevölkerungsmäßig vergleichbar großen Ballungsraum wie dem Ruhrgebiet die Besucherzahlen von ZOOM steigen können, ohne dass es sich "gefühlt" auf die Nachbarzoos auswirkt (wurde hier im Forum jedenfalls schon mal geäußert, auch wenn das natürlich keine langfristig gültige Prognose sein muss), dann könnte es in Berlin auch klappen. Aber Ziel jedweden Konzeptes muss es ja sein, nicht dem Zoo Besucher abzuwerben, sondern ganz neues Potenzial zu erschließen. Das geht nur, wenn beide Einrichtungen in Besucheraugen nicht beliebig austauschbar sind - die Abstimmung der Tierbestände kann man auch vor diesem Hintergrund sehen. Dass daran gearbeitet wird, beiden Einrichtungen ein nicht nur für Zookenner und Berliner klar unterscheidbares Profil zu verschaffen, wird m.E. im Geschäftsbericht erwähnt. Der Idealfall wäre ja, wenn zumindest die regionale Bevölkerung gar nicht vor die grundlegende Entscheidung gestellt wird "Zoo oder Tierpark", sondern ganz selbstverständlich beide besucht (was offensichtlich bis jetzt nicht der Fall ist). Klar, dass das keine leichte Aufgabe ist. Schließlich muss man a) überhaupt erst neue Besucher anlocken und b) bei diesen und den schon vorhandenen Besuchern den Eindruck erwecken, dass ihnen wirklich etwas entgeht, wenn sie nicht auch den anderen Park aufsuchen. (06.07.2007, 16:15) | ||
| th.oma.s: | frage: würde die umsetzung dieses konzeptes im tp zu niedrigern besucherzahlen im zoo führen? (06.07.2007, 14:55) | ||
| Michael Mettler: | @nurmichael: Ich könnte mir schon vorstellen, dass ein Konzept a la Hannover/Leipzig/Gelsenkirchen im Tierpark eine erhebliche Steigerung der Besucherzahl nach sich ziehen würde. Wobei dann für mich im Vordergrund stünde, den Park so zu entwickeln, dass Familien mit kleinen Kindern (das anscheinend umsatzstärkste und vor allem auch zukunftsgerichtete Potenzial) auf einem TEIL der Gesamtfläche des Parks die "wichtigsten" Tierarten plus Nebenwerk (Erlebniselemente) vorfinden. Ich habe zwar selbst keine Kinder, könnte mir aber vorstellen, dass die auf dem kilometerlangen Wegesystem recht schnell unlustig werden... Der überwiegende Rest des Parks wäre dann wie heute den Wanderfreudigen vorbehalten. Zu diesem Zweck böte sich geradezu an, am Eingang Bärenschaufenster eine von außen zugängliche Gastronomie und zusätzliche Parkmöglichkeiten einzurichten (auf Kosten der vorderen Rinderanlage, aber mit einem grandiosen Ausblick von der Restaurantterrasse aus). Wenn man dann noch irgendwo zwischen dort und dem Dickhäuterhaus eine Robben- und eine Menschenaffenanlage einrichten könnte (vielleicht sogar nach Gelsenkirchener Vorbild eine Tropenhalle mit Restaurant UND Menschenaffen, darin vielleicht auch Riesenschlangen und andere Besucherlieblinge wie Piranhas und Vogelspinnen), hätte man mit diesen, dem Dickhäuter- und dem Alfred-Brehm-Haus sowie Pinguinen, Bären, Haustieren und Kinderzoo einen wunderbaren "kleinen Rundgang". Und neben dem Dickhäuterhaus begänne dann die riesengroße Afrikasavanne... (05.07.2007, 22:38) | ||
| nurmichael: | Im ersten Beitrag dieses Threads hatte Michael Mettler einen Zeitungsartikel zitiert, wonach ca. zwei Mio. Euro für den Zoo und acht Mio. Euro für den Tierpark als Betriebskostenzuschuss vom Steuerzahler ausgeglichen werden. Das macht also zehn Mio. Euro, die bei einer durchschnittlichen Besucherzahl von 3,3 Mio. in drei Euro pro Kopf und Jahr aufzuteilen sind. Ich bin mir nicht sicher, ob alle deutschen Zoos, insbesondere die in kommunaler Trägerschaft mit einem Zuschuss von drei Euro je Kopf und Jahr auskommen. Zumindest in Berlin gibt es Kultureinrichtungen, deren Subventionsbedarf erheblich höher liegt. Ohne Senkung der Betriebskosten müssten demnach ca. doppelt so viele Besucher wie heute kommen, um das Defizit auszugleichen. Das werden die drei Einrichtungen auch mit anderen Konzepten in naher Zukunft nicht erzielen können. Ich denke, dass diese Zahlen in der Diskussion nicht vergessen werden sollten. (05.07.2007, 21:26) | ||
| th.oma.s: | sozusagen ein historischer dualer tiergartenexposytemwettberb an dem jetzt die hauptstadt des vaterlandes finanziell zu knappern hat. (05.07.2007, 20:39) | ||
| Michael Mettler: | @th.oma.s: Das hört sich dann aber weniger nach Expo an als vielmehr nach Leistungsschau :-) (05.07.2007, 19:57) | ||
| th.oma.s: | zum gedanken "dauer-expo- in berlin": das gilt bis 1990 für beide ein-richtungen in berlin. also zwei expos kämpfen um den titel "schönste und größte expo" vor politischem hintergrund. (05.07.2007, 18:06) | ||
| Michael Mettler: | @Carsten: Ich habe die Textstelle noch nicht wiedergefunden, aber irgendwo wurde geschrieben, dass der Berliner Zoo bei konsequenter Ausnutzung des Einnahmepotenzials wahrscheinlich allein (also ohne Zuschüsse) überlebensfähig sei, der Tierpark hingegen bei weitem nicht. Ich deute die Veröffentlichungen so, dass der Zoo bereits am Erreichen seines Zieles arbeitet - dann könnte sich Berlin ganz auf die Subventionierung des Tierparks konzentrieren... (05.07.2007, 00:35) | ||
| Carsten: | @nurmichael: Besonders Punkt a der Begründung gegen eine Fusion ist interessant: Brandenburg will die Berliner Schulden nicht übernehmen. Aber Berlin geht es ja so gut, daß man sich ohne weiteres die Zuschüsse für zwei Zoos leisten kann und bloß niemand dran denken darf, ob diese Situation den finanziellen Verhältnissen entspricht. Forumtreffen bei den Flußpferden hätte was, aber die Organisation sollte doch lieber jemand vor Ort übernehmen, von NRW aus ist das vielleicht ein bissel schwierig... (05.07.2007, 00:21) | ||
| Michael Mettler: | @nurmichael: Klar, ey :-) Was jetzt folgt, ist keinesfalls abwertend gemeint: Aus all diesen Zitaten und Sachverhalten heraus, mit Hinblick auf die Formulierungen im wirtschaftlichen Geschäftsbericht 2005 und mit der Entstehungsgeschichte des hannoverschen Erlebniszoos im Hinterkopf keimt in mir allmählich der Gedanke, dass der Berliner Zoo über Jahrzehnte hinweg nicht nur einfach eine zoologische Einrichtung war, sondern eine Art Dauer-Expo der Stadt. Das würde das Bemühen um möglichst spektakuläre Architektur und ebenso spektakuläre Tierarten (und die Förderung beider) in ein ganz anderes Licht rücken - die Gebäude quasi als Expo-Pavillons, um die Welt nach Berlin zu locken... Eine GANZ andere Variante von "Erlebniszoo", denn dieser Sparte wäre unter den genannten Voraussetzungen vielleicht auch ausgerechnet der "Artenzoo" Berlin hinzu zu rechnen. Wenn man davon ausgeht, dass sich ein Ferntourist wohl in der Regel nur EINEN Zoo innerhalb einer Stadt ansehen dürfte, würde es sogar Sinn machen, die Touristen nach wie vor in den Zoo (inklusive Aquarium) zu kanalisieren und den Tierpark ganz gezielt als Ausflugs- und Erholungsziel der heimischen Bevölkerung auszubauen. Welcher Normaltourist läuft schon gern 160 Hektar Gelände ab, wenn er womöglich nur dieses einzige Mal in seinem Leben in Berlin ist...? Da ist der Zoo doch deutlich "konsumfreundlicher". Ich denke da gerade an das Klischee der asiatischen Reisegruppen, die im Programm "Europa in zwölf Tagen" im Laufschritt an den Sehenswürdigkeit vorbei hasten - die kämen ja mit ihren knappen Zeitfenstern im Tierpark gerade mal um die Kamelwiesen herum.... :-) Wie heißt es so schön? Man soll sich nicht nur darauf konzentrieren, an seinen Schwächen zu arbeiten, sondern auch seine Stärken ausbauen. Wenn ich mit meinem Verdacht des Expo-Charakters richtig liege, dann sehe ich jetzt auch die Pläne um Riesenrad und Ozeanbecken und nicht zuletzt auch die Knut-Show mit ganz anderen Augen. (04.07.2007, 22:27) | ||
| nurmichael: | @ Carsten, speziell noch für Sie, wie wäre es, wenn Sie ein Forumstreffen in der Flusspferdhalle organisierten. Sie werden das wissen, man kann diese Halle mieten und zusätzlich ein Catering für einen netten Abend arrangieren. Ist nicht ganz billig, aber den ganzen Abend den Flusspferden zuprosten, das wäre doch was und der Zoo hätte auch noch was davon. @ Michael Mettler, war das jetzt niveauvolles „Haste mal nen Euro“? (04.07.2007, 21:51) | ||
| nurmichael: | Bezüglich der Werbemaßnahmen zu Berliner Zoos, stand in einem der 90er Bongos in der Tat etwas interessantes, sinngemäß: „Durch die deutsche Einheit sind wir nunmehr gezwungen uns verstärkt um einen Aspekt unserer Außendarstellung zu kümmern, den wir bislang nicht bearbeiten mussten, die Werbung.“ Es ist wohl vor 1990 so gewesen, dass die (West-) Berlinwerbung des Senats den Zoo als Attraktion mit einschloss, der Zoo also durch das Land Berlin beworben wurde und es dafür keiner zooeigenen Mittel bedurfte (In diese Kategorie gehören auch die vormaligen Bemühungen um die Pandas (BK Schmidt) und die Komodowarane (BK Kohl). Wenn ich mich recht entsinne, stand in der gleichen Ausgabe zu lesen, dass durch das gerade für den naturverbundenen Menschen im Berliner Umland reichlich attraktive Ausflugsziele locken, die nun als Wettbewerber der Zoos zu sehen wären. Das hat beide Zoos indes nicht davon abgehalten, eindrücklich den „Nationalpark Unteres Odertal“ zu bewerben. Es gab (gibt ?) sogar Führungen dort, die von wissenschaftlichem Personal beider Einrichtungen durchgeführt werden. @ Carsten, immer alle in einen Sack und feste draufgehauen Ich komme selbst aus NRW und kenne diese Argumente von meinen Heimataufenthalten, allein sie werden dadurch nicht richtiger. 1. Die Fusion der fraglichen Bundesländer hat zuallererst historischen Charakter, beide Länder waren immer eine Einheit in Preußen und sollten es wieder werden. Die Abstimmung gegen eine Fusion hatte im Wesentlichen zwei Gründe: a) Brandenburg wollte die Berliner Schulden nicht mittragen und b) In Brandenburg leben ca. 2,5 Mio. Einwohner, die fühlten sich in ihrer Selbstbestimmung gefährdet, wenn Berlin mit ca. 3,4 Mio. Einwohnern einen dominierenden Einfluss gewönne. 2. Für eine Fusion spricht nach wie vor, dass man gegenüber Investoren einheitliche Fördermaßnahmen ausarbeiten könnte. Derzeit unterbieten sich beide in der Einwerbung von Standortinvestitionen zum gegenseitigen Schaden. (04.07.2007, 21:39) | ||
| Carsten: | Es wird über die allgemeine Finanzlage gejammert, so Ideen wie die Zusammenlegung von Berlin und Brandenburg kommen bestimmt daher, weil es sich um eine finanziell floriende Stadt / Bundesland handelt... Genauso wie die häufigen Forderungen nach Sonderzahlungen des Bundes wie zu guten alten Zeiten mit dem Sonderstatus mitten in der SBZ, die kommen nur daher, daß die Berliner Geldspeicher noch nicht randvoll sind. (04.07.2007, 20:39) | ||
| Michael Mettler: | OK. Kommt natürlich darauf an, wie man Jammern definiert, in den eigenen Veröffentlichungen wird natürlich nicht im Boulevard- oder gar Comicstil geschrieben. Aber, siehe BONGO 34/2004: "...ist nämlich damit zu rechnen, dass die Subventionen in den nächsten Jahren erheblich reduziert werden und zwar so stark, dass die Qualität der Tierhaltung und damit die des Zoos gefährdet sind. Hier sind wir dann ganz besonders auf die Unterstützung und Hilfe durch unsere Besucher und Aktionäre, ja aller Berliner angewiesen." Das ist in meinen Augen nichts weiter als eine niveauvolle Version von "Haste ma 'n Euro" :-) War auch das, was mir sinngemäß im Hinterkopf war, nicht der Geschäftsbericht (wohlgemerkt jener, der fast ausschließlich die wirtschaftliche Seite des Zoos betreffende, nicht der, der im BONGO erscheint). Dennoch fand ich auch hier (für 2005) etwas Interessantes zu unserer Diskussion, und zwar bezüglich der Besucherstruktur: "Schwerpunktmäßig konzentrieren sich die geplanten Marketingmaßnahmen kurzfristig auf den regionalen Bereich und auf die Städtereisenden. Da es bis Ende 2004 keine gezielten Aktivitäten in dieser Hinsicht gegeben hat, besteht hier ein sehr starker Nachholbedarf..." Im Umkehrschluss dürfte das bedeuten, dass dem Zoo tatsächlich reichlich Berliner im Publikum fehlen, sonst könnte die Region nicht "sehr starken Nachholbedarf" zeigen. Hierzu auch BONGO 35/2005 bezüglich der Abstimmung mit dem Tierpark: "...damit sich beide zoologischen Einrichtungen in Berlin wirklich ergänzen und dennoch beide durch entsprechende Attraktionen für den Berliner lohnende Ausflugsziele werden. Bisher besuchen nämlich völlig unterschiedliche Publikumsgruppen unseren Zoo, das Zoo-Aquarium und den Tierpark." Interessante Formulierung. Beide müssen also für den Berliner (!) lohnende Ausflugsziele WERDEN - das lässt sich ja eigentlich nur so deuten, dass sie es bisher für die Bevölkerung "vor der Haustür" nicht SIND...? Zusammen mit dem vom Zoo selbst genannten Anteil der Auslandstouristen ergibt sich so der Anschein, dass sich der Zoo lange Zeit relativ bequem auf Einnahmen durch Ferntourismus zurück lehnen konnte, ohne sich um mögliche zusätzliche Besucher aus der eigenen Stadt bemühen zu müssen... (04.07.2007, 20:15) | ||
| nurmichael: | Mir ging es darum festzustellen, dass ich seitens der Zoos in den JB wohl über sinkende Zuschüsse gelesen habe, von dieser Seite aber kein Gejammer zu hören war. (04.07.2007, 18:20) | ||
| Michael Mettler: | @nurmichael: Z.B. in dem Presseartikel, den ich in den Startbeitrag dieses Threads kopiert hatte. "Sinkende Zuschüsse" würde ich durchaus mit "es fehlen Gelder" übersetzen. Wurde meiner Erinnerung nach auch im Geschäftsbericht 2005 abgehandelt, müsste ich nochmal nachschlagen. (04.07.2007, 17:50) | ||
| nurmichael: | Und wo wird da über fehlende Zuschüsse für die Zoos gejammert? (04.07.2007, 17:17) | ||
| Carsten: | Es gibt z. B. Zeitungen, Nachrichtensendungen, Pressemitteilungen des Senats, etc... (04.07.2007, 16:18) | ||
| nurmichael: | @ Michael, dass der Tierpark nicht im Zentrum Berlins liegt (und daher offenbar selbst von Zoofans nicht besucht wird) ist nun mal der Nachkriegsgeschichte Berlins zu zollen. Eine Nahverkehrsverbindung wäre Zoo (S-Bahn S 5,7,75,9) zum Alexanderplatz dort umsteigen in die U 5 bis zum U-Bahnhof Friedrichsfelde. Von Ausgang Löwentor zum Eingang Bärenschaufenster sozusagen in ca. 31 min. Aber Vorsicht, beide Zoos an einem Tag setzen eine überdurchschnittliche Kondition und frühes Aufstehen voraus. Wer im Tierpark „fehlt“ bleibt bei allen Postings unbestimmt, mehrheitlich werden hier aber fehlende „Nichtberliner und –brandenburger“ also Ferntouristen angeführt. Wenn die also heute nicht in den Tierpark finden, haben sie das zuvor auch nicht getan; folglich sind die fehlenden Einheimischen verantwortlich für den Besucherrückgang. Und damit wären wir wieder beim Konzept. @ Carsten, in der Liste von Michael Mettler schwanken die Besucherzahlen der Berliner zoologischen Einrichtungen zwischen gut 3 Mio. und knapp 4 Mio. Besuchern per anno. Mit "anderen Informationsquellen" kann ich nichts anfangen. (04.07.2007, 14:37) | ||
| IP66: | Gerade wegen des sich ergänzenden Charakters von Zoo und Tierpark wird man die Beuscherzahlen zusammenrechnen müssen - da ist der Wert immer noch nicht überragend, aber auch nicht wirklich schlecht. Man kann auch nicht sagen, daß der Zoo im Mittelpunkt der touristischen Sehenswürdigkeiten liegt, seit der Bahnhof keinen Fernverkehr mehr bedient und sich viel nach Mitte verlagert hat. Hier würde ich eher von festen Besuchstraditionen westlicher Herkunft sprechen. Es ist generell schwer, die Touristen aus Mitte herauszubekommen, Charlottenburg hat das selbe Problem, der Museumsstandort Dalem gehört zu den leersten Häusern, die ich kenne - die Leute fahren allenfalls nach Potsdam. Deshalb wäre mein Vorschlag, ein Sammelticket einzuführen, daß für zwei bis drei Euro mehr einen Besuch beider Zoos erlaubt, es also außerodentlich preiswert macht, den nicht gekannten Zoo zu besuchen, und für die Touristen um das Schloß Friedrichsfelde ein großes Zoomuseum mit der Sammlung Kourist anlegen, daß man mit dem Stadtmuseum Berlin und den entsprechenden Museumstickets vernetzt. (04.07.2007, 14:16) | ||
| Carsten: | @nurmichael: Ich habe nicht geschrieben, das hier im Forum gejammert wurde, es gibt auch noch andere Informationsquellen. Besucherzahlen von 1,1 Mio in einer Stadt mit über 3 Millionen Einwohner schon ziemlich mickrig, viele andere Zoos schaffen es, die Einwohnerzahl der Stadt, in der sie liegen, deutlich zu übertreffen. Falls es wirklich mal zur Auflösung einer Einrichtung kommt (was ich mir auch nicht wünsche, aber ruhig mal hinterfragt werden darf), würde ich persönlich den Tierpark beibehalten, weil ich dort viel bessere Entwicklungsmöglichkeiten aufgrund seiner Größe sehe. (04.07.2007, 14:09) | ||
| Michael: | @nurmichael: Ob die Besucherzahlen von 1,1 Mio. für einen Zoo in Berlin wirklich gut sind lassen wir mal dahingestellt. Ich kann nur von meinem Standpunkt ausgehen und meiner Erfahrung, die mir zeigt, dass viele Menschen, denen ich vom Berliner Tierpark erzähle, erstaunt sind, dass es noch einen zweiten und dazu noch so großen Zoo in Berlin gibt. Ich selbst war inzwischen bestimmt an die zwanzig mal in Berlin (als Tourist) und habe mir viele Sehenswürdigkeiten angesehen, aber nach Friedrichsfelde bin ich nie gekommen. Wie die 1,1 mio. zustande kommen weiß ich nicht, da kann ich nur mutmaßen. Viele Berliner, die den Tierpark besuchen, viele Besucher aus den Randgebieten Berlins und dem Umland? Wäre eine Möglichkeit. Vielleicht täusche ich mich aber auch und der Tierpark ist doch eher eine Touristenhochburg? Ich habe keine Ahnung. Wenn ich die Lösung des Problems wüsste, wären wir alle sicher ein Stück weiter. (04.07.2007, 13:56) | ||
| nurmichael: | @ Michael, wenn Ihr Argument der Tierpark Berlin liege in einem touristisch unattraktiven Gebiet richtig ist, wie erklären Sie sich die guten Besucherzahlen ca. 1,1 Mio./ a in der (schon gesamtdeutschen) Vergangenheit? @ Carsten, wer hat hier im Forum über fehlende Zuschüsse für die beiden Berliner Zoos gejammert? Das Gegenteil ist richtig: Man bangt um den Erhalt des Tierparks, weil dessen Zuschussanteil weitaus größer ist als der des Zoos. (04.07.2007, 13:47) | ||
| Eagle: | Aber wurde nicht beschrieben das der Zoo den Tierpark finanziert? (04.07.2007, 09:51) | ||
| Maike: | Heute oder morgen wird dank Knut der 1-Millionste Besucher im Zoo erwartet. (03.07.2007, 16:33) | ||
| Michael: | @Eagle: Der Zoo schon (Einnahmen durch Knut), aber der Tierpark nicht, der hat ja keinen Knut, der die Kassen füllt. (03.07.2007, 14:01) | ||
| Eagle: | Ich war zwar noch NIE in Berlin also auch noch nie in den Zoos auch wenn ich es fest eingeplant habe einmal beide Zoos zu besuchen. 1Ich weiß nicht was ihr über den ZOOM zu meckern habt ich finde ihn großartig auch wenn ich finde das leider ein wenig zuviel freizeitpark in den Zoo eingebaut wurde(eisschiollenfahrt) 2.Müsste der Zoo dieses Jahr nicht massig Einnahmen bekommen habe wegen KNUT? (03.07.2007, 13:59) | ||
| Carsten: | @MM: Nö, Bulldozerstimmung eigentlich nicht, aber ich hör aus Berlin immer nur Gejammer wegen fehlender Finanzen und da viel mir das Möglichkeit ein, zum einen Ausgaben (Zuschüsse) zu senken und frisches Geld ranzuschaffen... Und ich denke halt grundsätzlich, daß es keine heiligen Kühe geben und man ruhig alles mal hinterfragen sollte. Und betriebswirtschaftliches Denken kann auch nicht schaden, alles andere dürfte ziemlich unrealistisch sein... Das Mischmasch aus Zoo und Tierpark bei Uneingeweihten ist tlw. auch hausgemacht, in den jeweiligen Newslettern ist auch mit was aus beiden Einrichtungen... (02.07.2007, 23:22) | ||
| Michael Mettler: | Ich glaube, langsam werden wir mit unseren Vornamen für Manchen ebenso unübersichtlich wie die Zoo/Tiergarten/Tierpark-Geschichte in Berlin :-) @Michael: Die Seraus würden wunderbar ins Profil des Tierparks passen... @nurmichael: Wie sich die Besucherstruktur zusammensetzt, ließe sich ganz simpel klären, wenn man die Besucher bei Kauf ihrer Eintrittskarte nach der Postleitzahl fragte. Wurde und wird auch in anderen Zoos so gemacht, um genauere Informationen zu erhalten. Ob die letztjährige Zahl im Tierpark nur ein Ausrutscher war (z.B. wegen WM), wird sich erst mit der Zahl für dieses Jahr absehen lassen. Schließlich ist es ja nicht so, dass die Zahlen kontinuierlich sinken (siehe unten). Übrigens kam mir die Diskussion gerade irgendwie bekannt vor: Geht mal spaßeshalber zum Startbeitrag des Threads zurück und lest euch dann voran. (02.07.2007, 23:16) | ||
| Michael: | @nurmichael: Ich halte die Aussage von Michael Mettler nicht für übertrieben. Wie ich auch weiter unten schon geschrieben habe, welcher Tourist verirrt sich denn nach Friedrichsfelde? Welche touristischen Höhepunkte gibt es dort zu sehen, so dass ein Tourist vielleicht aus versehen am Tierpark vorbeiläuft? Meines Wissens nach gibt es dort nichts nennenswertes zu sehen. Und wenn wir schon immer vom betriebswirtschaflichen Standpunkt reden, dann sagen wir doch einfach mal, dass der Zoo letztendlich viel von "Laufkundschaft" profitiert. Von der medialen Präsenz mal ganz zu schweigen, denn diese macht auch einen großen Anteil der Touristen auf den Zoo aufmerksam. Friedrichsfelde ist nun mal für den Fremdenverkehr, auch wenn es sich hart anhört, totes Gebiet, möchte meine Ausführungen von wegen Ku-Damm, Stadtrundfahrten, Gedächtniskirche usw. nicht nochmal wiederholen. Interessant ist aber auch die Beobachtung von Michael Mettler was Kinder in den zoologischen Einrichtungen betrifft. Gut, im Tierpark war ich erst ein einziges mal, im Zoo hingegen schon häufiger (was auch daran liegt, dass ich nichts von der Existenz des Tierparks wusste, was wiederum - da ich aus Bayern bin - in gewisser weise bestätigt, dass bei Touristen der Tierpark nicht oder nur wenig bekannt ist). In beiden sind mir jedoch nicht sehr viele Kinder aufgefallen. Im Zoo noch mehr als im Tierpark, aber im Vergleich zu anderen Zoos halten sich Kinder dort in Grenzen, vielleicht sollte man beide oder eben grade Friedrichsfelde Familienfreundlicher gestalten. (02.07.2007, 22:59) | ||
| nurmichael: | @ Michael, das mit dem überraschen lassen entspricht nicht meiner politischen Philosophie. Es geht bei beiden Zoos um hochwertige kulturelle Einrichtungen, die noch dazu mit Steuergeld auf ihrem Level gehalten werden. Da möchte ich mich als Berliner durchaus in eine etwaige Diskussion einmischen dürfen. Meine Beispiele für die Doppelbelegung sind zunächst mal nicht vollständig. Die Arten habe ich deshalb gewählt, weil im Fall des Sunai-Tal Projekts die Kameliden im Zoo durchaus zur Diskussion stehen und weil im Fall der drei anderen Arten im Tierpark mehr oder weniger große Anlagen neu gebaut wurden. Im Zoo wäre doch dann durchaus Platz zu schaffen für hier immer wieder geforderte Haltungen wie z.B. Kuhantilopen. (02.07.2007, 22:56) | ||
| nurmichael: | @ Michael Mettler, die unten gemachten Aussagen über die Anziehungskraft des Zoos auf Touristen (zu Lasten des Tierparks) halte ich für übertrieben. Aber wenn sie richtig sein sollten, dann fehlen dem Tierpark doch nicht an die 300.000 Touristen/a, die danach sowieso nie im Tierpark waren, sondern Berliner bzw. Randberliner. Sie wurden allerdings nicht von Touristen ausgeglichen, was ja der Ausage der unteren Beiträge entspräche. (02.07.2007, 22:43) | ||
| Michael: | @nurmichael: Wobei man auch bedenken sollte bei bestimmten Arten eine Doppelbesetzung durchaus als sinnvoll zu betrachten. Gerade wenn ich an Säbelantilopen und Rotbüffel denke, die in Zoos nicht gerade zur Standardeinrichtung gehören, vor allem letztere, denke ich dass zwei intakte Zuchtgruppen wertvoller sind als eine einzige große. Letztendlich ist es jedoch müsig darüber zu diskutieren, welcher Zoo sinnvoller ist als der andere und wie man beide strukturieren müsste um das maximale an Gewinn herauszuholen. Letztendlich sind es nur Träumereien und wir alle müssen uns überraschen lassen, was denn kommen wolle. Bei der Nashorn-"Problematik" angesichts Sungai-Tal oder Tropenhalle oder wie auch immer, gehe ich davon aus, dass man eventuell zumindest die Nashornhaltung angleicht, was heißt, dass die Panzernashörner vermutlich in den Zoo gehen werden und die Spitzmäuler in den Tierpark. Schlussendlich wird es jedoch darauf hinauslaufen, dass die Verteilung der Arten die gleiche bleibt. Aber wie gesagt, lassen wir uns überraschen. Im übrigen was passiert mit den Tieren auf dem Erweiterungsgelände, sollte sich dort wirklich etwas anderes ergeben? Insbesondere denke ich hier an die Seraus, die ja auch nicht zum Standardrepertoire eines Zoos gehören. (02.07.2007, 22:31) | ||
| Michael Mettler: | @nurmichael: Dass das TP-Konzept von der zahlenden Bevölkerung nicht getragen wird, sehe ich nicht ganz so - auch "nur" 865.000 Besucher hatten offensichtlich genug Grund, den Tierpark aufzusuchen, diese Zahl käme bei einem ungeliebten Konzept wohl kaum zustande. Und wenn der Tierpark bei Nicht-Berlinern tatsächlich so unbekannt sein sollte wie aus einigen Beiträgen unten heraus zu lesen, dann wäre - wie ich ja als Verdacht schon in den Raum gestellt hatte) die Anziehungskraft des Parks auf die regionale Bevölkerung deutlicher höher zu bewerten als die des Zoos! Platt ausgedrückt könnte man dann sagen: Der Tierpark ist DER Zoo der Berliner, der Zoologische Garten ist überwiegend ein Tourismusobjekt. Nur müsste der Tierpark dann eben zum "Vollsortimenter" ausgestaltet werden, damit auch die Lokalbevölkerung z.B. Menschenaffen und Robben sehen kann, ohne sich unter Touristenscharen mischen zu müssen :-) (02.07.2007, 22:21) | ||
| nurmichael: | Die hier immer mal wieder aufflackernde Forderung noch Schließen des Zoos Berlin ist vollkommen irrig. Wenn in Berlin der nicht mehr benötigte und unsäglich teure Flughafen Tempelhof - zurzeit heftig beatmet durch eine politische Richtung - nicht geschlossen wird, u.a. weil doch soviel Tradition drin steckt, halte ich eine solche Diskussion über den Zoo Berlin für politischen Selbstmord der jeweiligen Wortführer. Im übrigen ist es reichlich naiv zu glauben, die Einnahmen aus Grundstücksverkäufen könne man in die dann benötigte Infrastruktur des Tierparks stecken, abgesehen davon das sie dazu wahrscheinlich nicht reichen würden. Ich hatte in meinem letzten Posting hier das Konzept der Berliner zoologischen Einrichtungen in Frage gestellt. Derzeit lautet dies: „Eine Stadt, zwei Zoos; Die wärmebedürftigen Arten in den Zoo, in dessen Tierhäusern auch die komplizierte und damit teure Technik zur Verfügung steht und im Tierpark die weitläufigen, dem Park angepassten Gehege.“ Dieses Konzept scheint zumindest von der zahlenden Bevölkerung nicht getragen zu werden. Daher auch meine Vorschläge den „Schimpansen-Affendschungel“ und ein „Karibik-Mittelamerkahaus“ im Tierpark einzuplanen. Wenn Michael Mettler weiter unten mit dem „Sungai-Tal“ richtig liegt, stellt sich auch die Frage nach der Zukunft der Panzernashörner im Tierpark bzw. umgekehrt die der Spitzmaulnashörner im Zoo. Eine doppelte Präsentation einer Tierart in beiden Einrichtungen wird mit Ausnahme der „Mussarten“ kaum akzeptiert werden, weder vom Besucher noch vom Finanzsenator. Da ist man durchaus auf gutem Wege wobei mit allen sechs Kamelidenformen in beiden Zoos sowie einige andere wie u.a. Rotbüffel, Grevy Zebra und Säbelantilope noch ein wenig Korrekturbedarf herrscht. (02.07.2007, 21:31) | ||
| Michael Mettler: | @Carsten: Anscheinend bist du gerade in Bulldozerstimmung - siehe Frankfurt-Thread... Übrigens heißt es m.W. in Berlin (und von dort aus auch anderswohin übernommen) j.w.d. = janz weit draußen :-) (02.07.2007, 21:29) | ||
| Carsten: | Ist das Zoogelände eigentlich frei bebaubar oder gibt es da irgendwelche Beschränkungen? Falls nicht, müßte man doch durch einen Verkauf des Geländes massig Geld verdienen können zum Ausbau vom Tierpark und hätte längere Zeit keine Geldsorgen mehr. Evtl. könnte man einen kleinen Teil des Geländes dann auch belassen als eine Art Schaufenster für den am ADW (zumindest für Nicht-Berliner) Tierpark Friedrichsfelde. (02.07.2007, 21:00) | ||
| Michael Mettler: | Irgendwo hatten wir den Vergleich schon mal: Wenn ich mich recht erinnere, hat Berlin ungefähr so viele Einwohner wie das Ruhrgebiet i.e.S. - und da gibt es noch mehr Zoos. Das Potenzial müsste also eigentlich schon vor der eigenen Haustür vorhanden sein, denn ich nehme an, dass sich die Bevölkerungsstruktur beider Ballungsräume nicht gravierend unterscheidet? Mag sein, dass ich da ein wenig durch Hannover geblendet bin, aber vom Gefühl her würde ich behaupten, im Berliner Zoo deutlich weniger junge Familien unter den Besuchern zu sehen als bei uns (was sich in Hannover erst nach dem Umbau drastisch erhöht hat). Wenn das tatsächlich so sein sollte, läge das brach liegende Potenzial auf der Hand... (02.07.2007, 20:06) | ||
| Michael: | Womit wir wieder bei der Grundsatzdiskussion angelangt wären, welcher Zoo/Tierpark nun erhalten bleiben soll, oder ob doch vielleicht beide. Letztendlich ist es so, dass Umbauten/Neubauten in beiden Einrichtungen statt finden oder geplant sind, was darauf schließen lässt, dass sich in naher Zukunft diesbezüglich nichts ändern wird. Andererseits sehe ich das ganze aber auch recht gelassen. Es gibt zoologische Einrichtungen in Deutschland die sich auch als überregional bedeutend bezeichnen und es mit Sicherheit auch sind, die aber noch nicht mal an die Besucherzahlen des Tierparks heranreichen. Dort stellt sich auch nicht die Frage, diese zu schließen. Von daher kann ich von mir behaupten, dass ich getrost aufatmen kann, da mir diese beiden überaus wertvollen Einrichtungen noch eine ganze Weile erhalten bleiben werden. Sollte sich jedoch die Frage stellen, wann auch immer, bin ich auch der Meinung, dass der Zoo weg muss. Die Fläche die der Tierpark zu bieten hat ist einfach zu wertvoll und man kann dort sehr vieles machen, ohne auf nur eine Tierart verzichten zu müssen, auch wenn man auf Großbauten setzt. (02.07.2007, 18:40) | ||
| Michael Mettler: | @Konstantin Ruske: OK, danke für den Hinweis. (02.07.2007, 17:27) | ||
| th.oma.s: | sorry, auch wenn mir jetzt hier vielleicht gleich der himmel auf den kopf fällt: sehe die sache leider viel einfacher: a) tp und zoo sind tiergärtnerische einrichtungen von weltweiter bedeutung, insbesondere vom tierbestand her. zwei zoos von weltgeltung mit diesen zur Zeit noch vorhandenen tierbeständen sind auf dauer in der "insolvenz-bedrohten" stadt nicht zu finanzieren. sorry, alles andere erinnert mich irgendwie an das märchen von des kaisers neuen kleidern. b) das zoologische entwicklungs-potenzial steckt überwiegend im tierpark, d.h. was im zoo rekonstruiert werden müsste, um weltniveau zu halten muss im tierpark genauso rekonstruiert bzw. neu gebaut werden (gilt nicht für aquarium und flusspferdhaus). im tp ist aber mehr platz und raum um zukunfts-orientiert auf höchstem niveau tiergärtnerei zu entwickeln. c) man traut sich nicht die poltischen konsequenzen zu verantworten. (02.07.2007, 17:26) | ||
| Konstantin Ruske: | Wichtig zu wissen: Der Zoo Berlin subventioniert den TP nicht finanziell. Den Betreibskostenzuschuß übernimmt ausschließlich das Land Berlin. (02.07.2007, 17:01) | ||
| Michael: | @Michael Mettler: Jetzt nehme ich den Gedanken mit Knut doch mal auf und führe in weiter. Das mediale Interesse an Knut ist zwar nicht mehr sooo groß, aber dennoch ist Interesse vorhanden und wird sicher noch einige Zeit auch so bleiben. Vor allem die "Knut-Fans" dürften sich zum Teil zu Stamm-Besuchern entpuppen. Wäre es da nicht vielleicht denkbar Knut, wenn er geschlechtsreif ist in den Tierpark zu geben, damit dieser eventuell davon profitieren könnte. Dass er den Zoo verlassen muss ist ja ohnehin sicher. Strategisch wäre es sicher ein geschickter Schachzug, wenn man mal die verwandschaftlichen Aspekte aussen vor lässt, da ich in dem Thema nicht so involviert bin. Das mit der Namensgebung habe ich so noch gar nicht bedacht, stimmt aber. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mal der Meinung war, dass Berlin zwei Zoos hätte, hielt allerdings den Tiergarten für einen weiteren. Als sich dieser als reiner Park entpuppte, war ich mir jedoch sicher, dass es doch keine zweite zoologische Einrichtung in Berlin gibt und wohl auch der Tierpark ein kleiner Park wäre. Umso erstaunter war ich nach meinem ersten Besuch letztes Jahr als ich feststellte welche Dimension, dieser "kleine" Park eigentlich hat. Denkbar wäre eventuell auch eine Kombination ähnlich wie in Stuttgart, den Zoo mit einem botanischen Garten zu koppeln, da dadurch dann auch wieder ein anderes Klientel zusätzlich angesprochen wird, welches im Zoo nicht zum Zuge kommt. (02.07.2007, 16:22) | ||
| Michael Mettler: | @Michael: Zu deinem Beitrag zwei zugegebenermaßen ganz ketzerische Gedanken. Erstens: Man hätte Knut auch im Tierpark aufziehen und präsentieren können - das hätte diesem einen weltweiten Bekanntheits- und einen großen Besucherboom beschert. Die Zusatzeinnahmen des TP durch Knut hätten somit auch den Subventionsdruck seitens des Zoos auf direktem Weg abgepuffert. Etwas banal ausgedrückt: Knut wäre direkte Entwicklungshilfe für den TP gewesen. Das ist nun allerdings reine Laiensicht von mir, mit den finanz- und verwaltungstechnischen des Betriebskonstruktes der beiden Einrichtungen kenne ich mich nicht aus udn weiß nicht, ob es irgendwelche Fallstricke gegeben hätte. Zweitens, und für sowas ist meine Wahrnehmung schon aus beruflichen Gründen etwas mehr geschärft: Einer der Knackpunkte in der Außendarstellung der beiden Einrichtungen könnte das für Nicht-Berliner und Nicht-Zoofans schwer zu durchschauende Namenswirrwarr sein. Es gibt in Berlin den ZOO, direkt daneben den TIERGARTEN, der nichts (mehr?) mit Tierhaltung zu tun hat, und dann noch den TIERPARK. Zum Vergleich: Auch in Hannover gibt es außer dem Zoo noch einen Tiergarten, in dem allerdings nur ein paar Hirsche und Wildschweine zu finden sind. Aber es sollen sich wohl immer mal wieder auswärtige Besucher von der Ausschilderung irritieren lassen. Bei allem Verständnis für die Historie wäre es vielleicht sinnvoll, den beiden Gärten Bezeichnungen zu verleihen, die im Marketing eine ganz klare Profilierung und für den Laien eindeutigere Zuordnung ermöglichen. Frankfurt z.B. kreierte für seinen ebenfalls altehrwürdigen Zoologischen Garten im Masterplan die Bezeichnung "Metrozoo", um diesen allein schon dadurch vom geplanten "Ökozoo" = Außenzoo abzugrenzen. Hannover erfand für sich den "Erlebniszoo Hannover", um ein Alleinstellungsmerkmal zu erzielen, und man kann über die Wortschöpfung "ZOOM Erlebniswelt" denken, wie man will: Bei dieser Lage mit kurzen Wegen zu den Nachbar- und damit Konkurrenzeinrichtungen Zoo Dortmund, Zoo Wuppertal und Zoo Duisburg kann der für Zoofans schwer verdauliche Name schon in ein paar Jahren werbliches Gold wert sein, wenn er sich in den Köpfen festgesetzt hat. Gut möglich, dass an einem solchen Plan längst gearbeitet wird, denn nicht umsonst hieß es ja in einem Online-Artikel, der Tierpark solle konzeptionell zu einem "Entdeckerpark" umgestaltet werden. DEN Namen benutzt jedenfalls noch kein anderer deutscher Zoo, das klingt spannend und lässt sich zudem wunderbar für Touristenzwecke ins Englische oder andere Sprachen übersetzen. (02.07.2007, 16:08) | ||
| Mowgli: | @Michael: Da muss ich zustimmen. Es fällt immer wieder auf, dass vielen Berlinbesuchern oder auch (Neu-)berlinern selbst gar nicht bewußt ist, dass es 2 zoologische Einrichtungen in Berlin gibt. Umso erstaunter sind dann viele, wenn man von rund 20 Elefanten, mehreren Nashörnern, großen Tierherden mit Giraffen, Zebras etc. oder Raubtieren in allen Variationen spricht. Oft genug hab ich da als Berliner lediglich vom kleinen "Heimatzoo in Ostberlin" gehört und blickte in ungläubige Gesichter, wenn es dann um einem der größten Stadtzoos der Welt geht. (02.07.2007, 16:04) | ||
| Michael: | Wie gesagt, im Endeffekt sollte man nicht mit Konkurrenzdenken über die beiden Berliner Zoos sprechen, da sie sich letztendlich gegenseitig finanzieren, wobei dabei die Belastung eher einseitig ist, aber das ist ein altbekanntes Thema. Ich denke auch, wenn man die Besucherzahlen statistisch auswerten könnte würde man sicherlich erkennen können, dass Prozentual mehr "Nicht-Berliner" als Berliner den Zoo besuchen und andersrum mehr Berliner den Tierpark, was wiederum auf den Bekanntheitsgrad zurückzuführen ist und auch auf die günstige Lage wie von Michael Mettler ja auch angesprochen. Der Zoo liegt nun mal in einem Bereich, der für Touristen sehr attraktiv ist (Ku-Damm, Gedächtniskirche, naja ein Großteil des Berliner Lebens aus Augen des Touristen spielt sich in diesem Bereich ab). Währenddessen liegt der Tierpark eher in einem unattraktiven Gebiet, in den es einen Touristen sicher nicht zufällig verschlagen wird. Meiner Meinung nach wird ein Berlin-Tourist nie nach Friedrichsfelde kommen und zufällig am Zoo vorbeilaufen, wenn er nicht ohnehin geplant hat, diesen zu besuchen. Nun, aber wie sollte man Werbung für den Tierpark machen? Besondere Touristenhighlights hat dieser objektiv betrachtet nicht zu bieten. Ein z.B. Sichuan-Takin oder Baribal ist auch nicht so werbewirksam wie ein Pandabär oder ein Eisbärbaby mit dramatischer Lebensgeschichte. Und selbst wenn man wirbt, stellt sich die Frage ob dadurch nicht doch der Berliner Zoo davon eher profitieren würde. Ich möchte nicht wissen wieviele Besucher dieses Jahr im Zoo nach dem neuen Elefantenbaby gesucht haben, dass von seiner Mutter in den Wassergraben gestoßen wurde. Die Sache ist nun mal die, dass der Tierpark im Bewusstsein der meisten deutschen gleichgesetzt wird mit dem Zoo bzw. schlichtweg nicht existiert. Auch wenn jährlich ca. 1 Million Besucher den Tierpark besuchen, wird er doch wohl eher immer ein Geheimtipp bleiben. Das ist eben das Los, wenn es zwei große Zoos in einer Stadt gibt. Einer zieht immer den kürzeren. (02.07.2007, 14:34) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Die Orientierung des Zoos zu Bauten, die Zusatzeinnahmen versprechen, dürfte wohl nicht nur mit tatsächlichem und befürchtetem Besucherrückgang zu tun haben, sondern vor allem mit der Kürzung des Zuschüsse - die Besuchereinnahmen werden dadurch einfach noch viel wichtiger. Und zwar indirekt auch, wie Michael anspricht, für den (Zitat aus einem BONGO) "hoch subventionierten Tierpark", der ja ein Tochterunternehmen des Zoos ist Was die Bekanntheit betrifft: Die Lage des Zoos direkt am Bahnhof trägt mit Sicherheit enorm zu seinem Bekanntheitsgrad bei - "Bahnhof Zoo" wird bestimmt nicht nur (aber auch) wegen des berühmten Buches mit Berlin identifiziert. Läge der Tierpark mitsamt seinem Schloss an dieser Stelle und der Zoo stattdessen in Friedrichsfelde, sähe der Besucherzuspruch vielleicht genau umgekehrt aus... @Maike: Ob es wirklich die West- und Ostberliner sind, die das Zünglein an der Waage der Besuchszahlen darstellen, stelle ich mal in Frage. Wenn der Berliner Zoo 2005 bei 1,6 Mio. Besuchern noch von einem Auslandstouristenanteil (!) von 50-60% (!!) ausging, dann blieben gerade mal 640.000-800.000 deutsche Besucher übrig, und es wäre höchst interessant zu wissen, wieviele davon überhaupt aus Berlin kamen - denn der Zoo ist ja auch Ausflugsziel für innerdeutschen Tourismus. Vielleicht lockt der Tierpark ja sogar mehr Berliner (Einwohnerzahl ca. 3,5 Mio., habe ich gelesen) zum Besuch als der Zoo.... (02.07.2007, 13:37) | ||
| Maike: | Ich denke, daß ist zum großen Teil noch ein Ost-West-Problem. Den Touristen aus Westdeutschland und dem Ausland ist zum größten Teil nur der Zoo ein Begriff. Daß es noch einen zweiten gibt, namens 'Tierpark Berlin', ist vielen nicht bekannt. Wenn ich mich im Zoo mit Touristen unterhalte, ist die Existenz eines 2. Tierparks den meisten unbekannt. Die Werbetrommel rühren, kann da schon einiges bringen. Innerhalb der Berliner Bevölkerung gehen die Westberliner überwiegend in den Zoo und die Ostberliner in den Tierpark. Man sollte bei der Bewertung der Besucherzahlen auch die wirtschaftliche Lage der im jeweiligen Kiez wohnenden Bevölkerung mit in Betracht ziehen. Viele Familien im Ostteil können sich einen Tierparkbesuch schlichtweg nicht leisten. Ein Dilemma ist da die Erhöhung der Eintrittspreise. Die Lage wird sich nicht wesentlich verbessern, denn der ein oder andere wird sich mit Blick aufs Familienbudget einen Besuch im Zoo oder Tierpark dreimal überlegen. (02.07.2007, 12:53) | ||
| Michael: | Ich gehe davon aus, dass man das Potenzial des Zoos dazu nutzen möchte den Tierpark langfristig am Leben erhalten zu können. Daher denke ich hat der Zoo erst mal Vorrang, da die Maßnahmen im Tierpark wesentlich umfangreicher ausfallen müssen. Letztendlich finanziert die eine Einrichtung die andere mit und somit profitiert auch Friedrichsfelde von der Tropenhalle in Berlin, wenn auch nicht durch wachsende Besucherzahlen. Letztendlich fehlt wie schon öfter angemerkt das Bewusstsein vieler Menschen, dass Berlin zwei Zoos hat, denn welcher Otto Normalverbraucher weiß schon, dass wenn vom Tierpark die Rede ist, nicht der "Knut-Zoo" gemeint ist? (02.07.2007, 11:54) | ||
| IP66: | Im Grunde sagen die Beuscherzahlen doch aus, daß man nicht im Zoo neue Besucher ewrben muß, sondern im Tierpark, und daß Erlebnishäuser, wenn man sie denn braucht, dort eher am Platz wären. Ein weiterer Neubau im Zoo würde doch dazu führen, daß schon wieder alles dorthin läuft. Ich denke, daß die guten Werte in den 90ern auch touristisch bedingt sind, da das ungeteilte Berlin nun einmal ein Publikumsmagnet war und die Zahl wirklich massenattraktiver Ziele dort eben nicht so groß ist wie in London oder Paris. (02.07.2007, 11:13) | ||
| Michael Mettler: | @Maike: Danke! 2006 also keine parallele Entwicklung der Besucherzahl Zoo/Tierpark, und im Aquarium sogar ein deutlicher Aufwind. (02.07.2007, 10:08) | ||
| Maike: | 2006: 1.576.962 + 823.978 (02.07.2007, 09:39) | ||
| Michael Mettler: | So, nun die Vergleichszahlen: erste Zahl = Zoo, zweite Zahl = Aquarium. 1997: 1.689.766 + 907.823 1998: 1.658.035 + 920.777 1999: 1.631.562 + 860.831 2000: 1.820.942 + 939.900 (Rekord in diesem Zeitraum) 2001: 1.602.100 + 938.145 2002: 1.686.516 + 969.730 2003: 1.665.101 + 913.900 2004: 1.471.494 + 768.914 2005: 1.570.756 + 762.673 2006: Fehlt mir noch, hat jemand schon den neuen BONGO und kann ergänzen? Fairerweise sei erwähnt, dass auch im BONGO die Besucherzahlen unerwartet weit hinten zu finden sind (aber konsequent in allen genannten Ausgaben), und zwar an letzter Stelle unter "Personalien" (!). Wie zu sehen, hatten auch Zoo und Aquarium 2004 einen deutlichen Einbruch. Wenn denn das Wetter daran Schuld war, scheint es dem Zoo nur wenig zu nützen, dank vieler Schauhäuser und kürzerer Wege eigentlich deutlich schlechtwettergeeigneter zu sein als der Tierpark - vom Aquarium ganz zu schweigen. (Aber auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens lässt die Konsumfreude bei schlechtem Wetter nach.) Und die U-Bahn-Linie kann sich ja wohl nicht auch auf den Zoo ausgewirkt haben...? Als Nebenergebnis der Suche ein paar Infos zu den geplanten Neubauten in Kurzform. BONGO 35/2005: Planungen für Affendschungel wegen wirtschaftlich unsicherer Zukunft zurück gestellt; für Tropenhaus am Löwentor (Nashörner, Affen, Vögel) stehen erste Gedankenskizzen, für Anbau am Aquarium liegt fertige Planung vor; beide jeweils mit Erlebnisrestaurant gekoppelt und auch abends geöffnet; Finanzierung muss voran getrieben werden, "damit Zoo und Aquarium auch in den Abendstunden ein angemessenes Topziel für Touristen bieten können". BONGO 36/2006: Vorplanung für Projekt "Sungai-Tal" am Löwentor abgeschlossen; "um den historischen Eingang am Löwentor entstehen zwei große Schauhäuser für Panzernashörner, Affen und Vögel mit für das Publikum begehbaren Tropenlandschaften. Beide Tropenhäuser mit ihren großen Außenanlagen werden durch ein Erlebnisrestaurant im asiatische Stil verbunden und sollen auch in den Abendstunden geöffnet sein". Somit wurden nach den Infos im BONGO innerhalb eines Jahres aus den zwei Projekten eigentlich drei: zwei Tropenhäuser am Löwentor plus Aquarium-Anbau. Wobei die Formulierung "UM das Löwentor" wieder Spekulationen ermöglicht, wie das wohl gemeint ist. Auch hier die Frage: Gibt der neue BONGO dazu Näheres her? (01.07.2007, 22:36) | ||
| nurmichael: | Eine interessante Zusammenstellung, zeigt sie doch, dass die Besucherzahl nicht von der Zahl der präsentierten Arten abhängig ist (diese ist im dargestellten Zeitraum in etwa gleich geblieben) und auch nicht von deren Präsentation, da in diesen Zeitraum viele Neuanlagen fallen. Die mögen manchen hier im Forum zwar nicht zufrieden stellen, sind m.M. aber allemal besser als vor dem Umbau. Auch haben die Besucherzahlen vermutlich keinen Bezug zur Qualität der Direktion, da die Zoo AG sonst Herrn Dr. Blaszkiewitz 2006 angesichts dieser Zahlen kaum zum neuen Direktor bestimmt hätte. Die Ausreißer nach oben sind offenbar aber beeinflusst von „Werbeträgern“ wie den jungen Elefanten. Das lässt nicht nur schlimmes ahnen für den „Zoo nach Knut“ sondern auch Fragen stellen nach Nachzuchttieren im Allgemeinen. Katzen und Bären etwa oder auch Menschenaffen und Nashörner sind nach meinen Beobachtungen nach den Elefanten „Renner“ wenn sie Jungtiere führen. Diese sind aber wg. der problematischen Absatzlage häufig nicht gewünscht (Ausnahme Nashörner). Der TP Berlin hat eine Fläche von ca. 160 ha aber nur sechs für den Besucher begehbare Warmhäuser, von denen vier dazu noch wie an einer Perlenschnur aufgereiht sind. Vielleicht stellt sich im TP doch die Frage nach anderen Konzepten? (01.07.2007, 22:20) | ||
| Michael Mettler: | Wie angekündigt habe ich aus den Jahresberichten des Tierparks mal die Besucherzahlen des vergangenen Jahrzehnts (1997-2006) heraus gesucht. 1997: 1.071.207 1998: 1.023.326 1999: 1.411.743 (Rekord in diesem Zeitraum, das Jahr der beiden ersten Elefantenkälber) 2000: 1.112.850 2001: 1.068.371 (auch hier zwei Elefantenkälber) 2002: 1.112.168 2003: 1.106.972 2004: 814.085 2005: 1.180.566 (drei Elefantenkälber, Jubiläumsjahr) 2006: 865.518 Als Begründung für den Absturz 2004 (rund 26% unter Vorjahr!) werden schlechtes Wetter und ein längerer Ausfall der U-Bahn-Linie angeführt. Es war übrigens das erste Berichtsjahr des Zeitraums, in dem die Besucherzahl nicht auf Seite 1 oder 2 erwähnt wurde (in der Regel zusammen mit einem Foto des millionsten Besuchers nebst Familie und Gratulant), sondern erst auf Seite 114, kurz vor der Zusammenfassung. 2005 findet sich die Zahl auf S. 126, 2006 auf S. 118 - selbst die privaten Studienreisen von Tierparkmitarbeitern haben es immerhin auf Seite 102 geschafft... Interessant wäre nun der Vergleich mit den Zahlen von Zoo/Aquarium, dazu müsste ich mal die BONGOs durchstöbern (den neuesten habe ich allerdings noch nicht). In manchen Städten soll ja die Fußball-WM 2006 für ein Zoo-Sommerloch gesorgt haben (Hannover hatte hingegen trotzdem MEHR Besucher als üblich). (01.07.2007, 21:25) | ||
| nurmichael: | Dass der Zoo seine Schimpansen abgeben will, ist lange bekannt. Begründet wird dies mit Platzproblemen im jetzigen Menschenaffenhaus. Das Argument: „Na dann spendet mal.“ Ist ja nicht so dumm gewesen (Das Flusspferdhaus hat m.W. 32 Mio. D-Mark gekostet. Nach der Zusage von 16 Mio. D-Mark durch die Berliner Klassenlotterie unter der Auflage den Rest vom Zoo aufbringen zu lassen, hat damals wohl für ein entsprechendes Spendenaufkommen gesorgt – Co-Finanzierung nennt man so etwas wohl). Angesichts der Besucherzahlen im Tierpark, wäre ein entsprechender Aufruf für einen (Schimpansen-) Affendschungel wohl weniger erfolgreich, obwohl der da wesentlich besser hinpassen würde, da im Tierpark seit Beginn der 90er Jahre keine Menschenaffen mehr zu sehen sind und eine wirklich innovative Haltung (wie vor ca. 25 Jahren Arnheim, jetzt aber wirklich) sicherlich die Attraktivität des TP erheblich erhöhen würde. Und unverständige Diplomaten gibt es da auch nicht. Zur Einnahmeseite hatte ich unten schon bemerkt, dass die Nachbarschaft des Riesenrads den Zoo „zwingt“ etwas zu unternehmen, obwohl haltungstechnisch am jetzigen Nashornhaus I m.M. nach nicht viel auszusetzen ist. Im Gegenteil, als das Nashornhaus II gerade fertig und bezogen war, starben in Folge an Stressinduzierten Krankheiten gleich fünf Nashörner: Mbololo, Tochter Tano, Sohn Tatu und Tochter Telouji sowie noch vor Tatu der Leipziger Klaus. Stressfaktor war wohl u.a. ein Neubau unmittelbar nebenan aber außerhalb des Zoos. Umbauten am Nashornhaus I bedingen also einen zumindest zeitweisen Umzug der jetzigen Bewohner. (01.07.2007, 19:48) | ||
| Michael Mettler: | Den "Affendschungel" würde ich nach allen bisherigen Quellen als "Ruhigstellungsplan" bezeichnen... Diese Idee scheint ja nur deswegen entstanden zu sein, weil sich der Zoo zu Gunsten der anderen Menschenaffen von seinen Schimpansen trennen wollte und damit auf massive Proteste von Zoofreunden stieß. Dann hieß es wohl "wir bauen ein Schimpansenhaus, wenn ihr dafür das Geld stiftet", und es wurde das Erweiterungsgelände als Standort ins Auge gefasst. Da aber keine nennenswerten Gelder von den Schimpansenfans flossen und sich gleichzeitig benachbarte Botschaften darüber beschwerten, dass sie keine Affen als Nachbarn wollten, liegt das Projekt auf Eis (falls überhaupt schon ein echter Entwurf existiert?). So jedenfalls reime ich mir die Geschichte aus den weit verteilten Informationshäppchen zusammen. Sehen wir es mal betriebswirtschaftlich: Das Nashorn-Affenhaus würde wegen der integrierten Erlebnisgastronomie nicht nur Geld kosten, sondern hinterher auch welches einbringen; der Anbau am Aquarium soll auch für Events genutzt werden und somit ebenfalls Einnahmen bringen; der Affendschungel soll offensichtlich "nur" ein Affenhaus sein und sonst nichts, also vorrangig ein Kostenfaktor. Wenn der Zoo Geld braucht und zu diesem Zweck zielgerichtet investiert, liegen die Prioritäten eigentlich auf der Hand.... Übrigens werde ich mir die Besucherzahlen der TP-Jahresberichte noch mal über einen längeren Zeitraum ansehen. 2004 gab es nämlich auch schon mal nur knapp über 800.000 Besucher, 2005 war also ein "Zwischenhoch" innerhalb der letzten drei Jahre. (01.07.2007, 18:52) | ||
| nurmichael: | Angeregt von der Diskussion um das alte Kölner Elefantenhaus bzw. seines „Gegenstücks“ in Antwerpen frage ich mal nach den aktuellen Plänen für den Zoo Berlin: Nashorn-Affenhaus am Löwentor, Aquariums-Erweiterung am Elefantentor und Affendschungel auf dem Erweiterungsgelände. Im Bongo für 2004 sind diese Vorstellungen alle aufgeführt und gleichzeitig als zurückgestuft gekennzeichnet, da die (Zuschuss-) Finanzierung des jetzigen Zoos nur bis 2007 gesichert sei. Kennt im Forum jemand genauere Planungen dieser Anlagen und wie sieht es mit solchen für den Tierpark Friedrichsfelde aus, der lt. JB unter massiven Besucherverlusten leidet (Michael Mettler am 30.06. im „Frankfurt“ Thread) ? (01.07.2007, 18:23) | ||
| Michael Mettler: | Na doch, denn wo sollte sonst die Nashorntropenhalle entstehen? Und ein event-geeignetes Erlebnisrestaurant braucht schließlich auch nicht wenig Fläche. (28.06.2007, 12:18) | ||
| IP66: | Also nichts auf dem Gelände um Nashorn- und Kamelhaus - das fände ich ja erfreulich. Es wäre allerdings unverzeilich, daß alte Dienstwohnhaus, immerhin integraler Bestandteil des Aquariums, zu vernichten. (28.06.2007, 11:52) | ||
| Michael Mettler: | Sorry, sollte natürlich "neben DEM Elefantentor" heißen. Und dem Herrn Przewalski habe ich auch noch das "k" geklaut... (27.06.2007, 20:24) | ||
| Michael Mettler: | Ich habe die Planungen so verstanden: - Nashorn-Tropenhalle (plus Affen und Vögel) mit angegliedertem Erlebnisrestaurant links neben dem Löwentor - Ozeanbecken als Anbau am Aquarium neben der Elefantentor, der Anbau gleichzeitig für Events nutzbar - "Affendschungel" für Schimpansen (und mehr?) im Erweiterungsgelände (statt Roter Riesenkängurus, Seraus und Przewalsipferden) (27.06.2007, 20:04) | ||
| IP66: | Wenn ich es recht verstehe, so sind doch zwei Standorte für die Erlebnishäuser nebst Restaurant in der Diskussion, einer am Elefantentor auf dem Gelände der Asienanlage, der andere der jetzt diskutierte irgendwo am Bahndamm zwischen Nashorn- und Kamelhaus. Sollte man in der Tat das gleiche zweimal bauen wollen oder spiegelt sich in den Plänen, ähnlich wie im kölner Masterplan, eine gewisse Unsicherheit über das, was man wollen soll? (27.06.2007, 17:07) | ||
| Michael Mettler: | @nurmichael: Das wären größtenteils gar keine "Ausflüge". Ozelot, Jaguarundi und Halsbandpekari kommen im Norden bis in die südlichen USA vor, dazu gäbe es für einen Mittelamerika-Komplex noch Jaguar, Puma, diverse Klammeraffen, Agutis usw. usw. Nun soll ja die Tropenhalle im Zoo u.a. für Nashörner gebaut werden - also musst du gar nicht beide Arten aus dem betreffenden Areal verlagern... (27.06.2007, 00:01) | ||
| nurmichael: | Ich weiß um das Riesenrad, kenne die Planung der örtlichen Bebauung aber nicht. Klar ist nur, dass der Wirtschaftshof des Zoos verlagert werden muss, d.h., dass der Zoo das Gelände verliert. M.M. wäre der Zoo aber nicht klug beraten, diese „Ecke“ nicht für eigene Interessen umzugestalten. Bisher war eine Initiative unnötig, da, obwohl direkt am Bahnhof Zoo gelegen, dieser Bereich eher zu den dunklen Ecken in Berlins City zählte. Da seit einem Jahr der Fernbahnbetrieb zudem den Bahnhof Zoo ohne Halt durcheilt, könnte das Riesenrad durchaus für eine Belebung sorgen, von der auch der Zoo profitieren könnte. Für die derzeit in den beiden infrage kommenden Tierhäusern untergebrachten Arten ließen sich die Kamele und Panzernashörner wohl im Tierpark unterbringen. Für die Spitzmaulnashörner wäre im Nashornhaus II Platz, wenn die alten Ladies Mzima und Kilaguni (wie bereits diskutiert) im Elefantenhaus in Pension gehen könnten. Für die Tapire ist mir bisher nichts rechtes eingefallen. Die diskutierte Storchenwiese am alten Eingang zum Tiergarten halte ich aber für ungeeignet. Wie weiter unten schon einmal angesprochen, wäre langfristig an ein neues Warmhaus im Tierpark zu denken. Die karibisch-mittelamerikanische Tierwelt bietet neben Tapiren genügend z.T. spektakuläre Arten, die bisher einer adäquaten Unterbringung harren (Amazonen, Nagelmanatis). Dabei müssen kleine Ausflüge nach Südamerika ja nicht ausgeschlossen sein (Ozelot, Jaguarundi, Waldhund, Riesenotter, Pekaris). (26.06.2007, 22:58) | ||
| Michael Mettler: | Ich möchte die unter "Tapire" gestartete Diskussion um die Neubaupläne wieder hierher verlagern. Dass auf dem Gelände des Wirtschaftshofes das Riesenrad gebaut werden soll, ist mir bekannt. Aber: Wird es von dort weiterhin eine Anbindung an den Zoo geben? Bleibt der Tunnel unter der Bahn zum Wirtschafthof hin erhalten, so dass man auch vom Zoo aus zum Riesenrad gelangt? Ich nehme doch an, dass auf dem Gelände jenseits des Tunnels keine Tierhaltung geplant ist? (26.06.2007, 09:42) | ||
| nurmichael: | @ OP66, bravo, Sie haben Berlin verstanden. (08.06.2007, 18:26) | ||
| IP66: | Langsam werde ich in Sachen Berlin zum Experten: In der heutigen FAZ gibt es einen Artikel zur Zukunft des berliner Stadtmuseums, einer ziemlich komplexen Konstruktion, zu der unter einer Reihe von Häusern auch das Schloß Friedrichsfelde gehört. Interessant ist, daß sich die Stiftung wohl unter Umständen vom Schloß trennen könnte, so daß dieses dem Tierpark für museale Zwecke zur Verfügung stünde. Das wäre sicher interessant, allerdings wäre Berlin nicht Berlin, wenn sich die Sammlungen, mit denen man ein solches Zoomuseum bestücken könnte, nicht ebenfalls im Besitz jener Stiftung Stadtmuseum befänden, so daß man schließlich für Zoo und Tierpark ein Haus ohne Sammlung und im Stadtmuseum eine Sammlung ohne das passende Haus besitzen würde. Wer die Zoo-Ausstellung im Ephraim-Palais gesehen hat, kennt die Sammlung und wird wohl keine Zweifel hegen, daß eine derartige Ausstellung in den berliner zoologischen Gärten ähnlich einzigartig wäre wie diese selbst. (08.06.2007, 18:01) | ||
| IP66: | Ich habe gerade einen Beitrag zum neuen Langurengehege im Zoo unter dem anderen Berlin-Thread eingestellt. Die Anlage - oder das Känguruh-Gehege im Tierpark sind die kleinen Schritte, die die berliner Zoo attraktiv machen - neben den ja nun wirklich nicht kleinen Beständen. Und haben Paris oder London in ihren Zoos mehr Besucher als Berlin? (07.06.2007, 17:16) | ||
| Michael: | Ich glaube in Frankfurt wird auch Klauenpflege bei den Klippspringern gemacht. Bin mir aber nicht sicher. Habe das eben in Berlin und Stuttgart gesehen bei den Zoo Dokus. Ist ja logisch, die Klauen wachsen auch bei Klippspringern und wenn diese nicht genügend abgenutzt werden müssen auch diese geschnitten werden, da auch die Gefahr einer ungleichmäßigen Abnutzung besteht, was dann widerum auf die Gelenke geht. Ich denke, dass es durchaus möglich ist, dass Hufe sich zu sehr abnutzen. Ist ja auch logisch, wenn ich mir ständig die Nägel feile sind sie auch irgendwann so kurz, dass sie bluten, bzw. das Nagelbett. Bei Huftieren wird das nicht anders sein. (03.06.2007, 18:28) | ||
| Medojed: | Wie schaut es in Frankfurt aus, betreiben die dort Klauenpflege bei den Klippspringern ? Warum soll das notwendig ein ? Habe noch nie gehört, das sich Klauen bei Gebirgswiederkäuern zu sehr abnutzen. Ist das möglich ? (03.06.2007, 16:49) | ||
| Mel: | Leider gibt es im Moment keinen hundertprozentigen Zeitplan für das Projekt. :-( Aber es ist in Arbeit. (02.06.2007, 22:44) | ||
| Michael: | @Medojed: Naja das mit der Huftierpflege in Prag sei mal dahingestellt, letztendlich war ich auch noch nie dort um es zu beurteilen. Hoffentlich nutzen sich die Hufe bei dem harten Untergrund aber auch nicht zu sehr ab. :-) Im übrigen kann ich mit Sicherheit sagen, dass in Stuttgart und auch in Berlin Klauenpflege bei den Klippspringern gemacht wird/wurde (bin nicht informiert ob in Berlin noch Klippspringer gehalten werden). Fakt ist, dass eine Klauenpflege auch bei denen notwendig ist. @Michael Mettler: Stand auf der Tafel auch irgendetwas über einen geplanten Fertigstellungstermin? Leider liegt Berlin ja so ziemlich am anderen Ende Deutschlands, von mir aus betrachtet und ich komme erst im August wieder dort hin. (02.06.2007, 22:39) | ||
| Michael Mettler: | Bei einem etwas zurück liegenden Besuch im Tierpark Berlin stand an einem Weg im Bergtierbereich eine Schautafel des bereits fertigen und des geplanten Geländes, also auch des Amerika-Bereiches. Anhand der Abbildungen konnte man den geplanten Besatz in etwa erkennen, neben den schon erwähnten Pumas und Weißkopf-Seeadlern auch z.B. Eulen (Virginia-Uhus?), Dickhornschafe, Neuwelthirsche, Schneeziegen, und ich glaube auch Luchse (Rotluchse oder Kanadier?), Otter und Biber. Leider erinnere ich mich nicht mehr an alle Arten. Laut einem Mitarbeiter war an Wüsten-Dickhornschafe aus Arnheim gedacht sowie an Weißwedelhirsche (eventuell aus Helsinki), da Maultierhirsche wohl derzeit nirgendwo in Europa gehalten und verfügbar wären. (02.06.2007, 22:33) | ||
| Mel: | @Medojed: Ich wäre da vorsichtig, auch wenn in Prag angeblich eine Klauenpflege nicht notwendig ist, halte ich es für nicht obtimal Gebirgstieren nur Felsuntergrund zu bieten, es kann meiner Meinung nach zu schnell zu Gelenksdefomationen bzw. Krankheiten führen, und auch wenn die anlagen im TP Berlin umstritten sind halte ich eine der Anlagengröße entsprechend integrirten Grünflächenbereich (in diesem Falle wie hier schon richtig erwähnt Schotterrasen) für sehr wichtig. auch in der "Renovierten" Gebirgstieranlage im Zoo Berlin wurde eine weitere Substratfläche eingeführt, auch wenn es sich in diesem Falle nur Rindenmulchflächen handelt. (02.06.2007, 22:13) | ||
| Medojed: | @Michael. Klauenpflege macht nur dann Sinn, wenn sie notwendig ist.In Prag ist das nicht der Fall, weil sich die Klauen perfekt abnutzen, wie mir der zuständige Huftierpfleger erzählt hat. Welcher Zoo betreibt denn Klauenpflege bei Klippspringern ? (02.06.2007, 21:53) | ||
| Mel: | @Michael: nee nee kein Traum ich warte allerdings auch schon sehnsüchtig auf mehr Infos aber es wird wohl noch etwas dauern, leider hab ich im Moment nicht so viel Zeit, sonst hätte ich Dir schon eher geantwortet. (02.06.2007, 21:50) | ||
| Michael: | @Mel: Vielen Dank, endlich mal eine Antwort auf die Frage. Im Internet habe ich dazu gar nichts gefunden, so dass ich zwischenzeitlich schon das Gefühl hatte ich hätte das mit dem amerikanischen Gebirgsteil nur geträumt. :-) (02.06.2007, 21:49) | ||
| Mel: | @Michael: nach meinen letzten Informationen ist in dem neuen Gebirgsteil im TP auch eine entsprechende Anlage für Pumas vorgesehen. Ebenso eine bessere Voliere für Weißkopfseeadler als die Momentane Ringvoliere. (02.06.2007, 21:01) | ||
| Michael: | @Carsten: Ist mir auch schon aufgefallen und stört mich auch. (02.06.2007, 20:58) | ||
| Carsten: | Die Newsletter von Zoo und Tierpark werden auf jeden Fall schon mal angeglichen, da verschickt jeder unter eigener Adresse den gleichen Text, g... (02.06.2007, 20:52) | ||
| Carsten: | @Michael: Nicht unbedingt der Erlebniszoo ist ansteckend, daß wäre ja auch nicht der Weisheit letzter Schluß, sondern eine Möglichkeit, sonst hätten wir ja in einiger Zeit nur noch Erlebniszoos, g... Vielmehr hat mir das die Augen geöffnet, daß auch radikale Änderungen nicht unbedingt schlecht sein müssen... Was wäre denn z. B. heute in Sofia oder Münster, wenn man sich dort nicht für radikale Änderungen entschlossen hätte? War m. E. in beiden Fällen nicht zum Nachteil, obwohl ich die alten Situationen nicht mehr kenne... Und um mal auf Berlin zurückzukommen, historisch original dürfte da eh kaum ein Gebäude sein, m. W. war doch da nach dem Krieg so ziemlich alles platt... (02.06.2007, 14:05) | ||
| Michael: | Bisher habe ich ja leider keine Auskunft dazu bekommen wie es denn mit den Anlagen für amerikanische Gebirgstiere aussieht. Ich könnte mir vorstellen, dass hier im Bezug auf den Puma auch ein Platz eingeplant ist für diesen. (02.06.2007, 13:33) | ||
| Mongoose: | "Mitleid haben mit dem Tier hat sich bei mir im Zoo bisher selten eingestellt." Hier meinte ich übrigens alle Zoos, nicht nur den Berliner. (02.06.2007, 13:25) | ||
| Mongoose: | Die Info zum Zooführer war, dass er ausverkauft war. Aber es gibt sicher auch Leute, die sich einfach keinen Zooführer kaufen wollen, also wäre ein kostenloses Faltblatt meiner Meinung na´ch das Mindeste, was man anbieten müsste. Oder man stellt mehr Wegetafeln auf. Ich glaube übrigens nicht, dass eine Attraktivitätssteigerung des Tierparks dem Zoo schaden würde. Ziel muss sein, in beide Zoos mehr Besucher zu bekommen. Da es in unmittelbarer Nähe von Berlin keine weiteren Großzoos gibt, ist das Einzugsgebiet doch dementsprechend groß. Tageskomikarten für beide Einrichtungen werden denke ich nicht funktionieren, da man an einem Tag sowieso nur eine Einrichtung schafft. Den Zoo finde ich übrigens nicht unbedingt besser, als den Tierpark. Natürlich ist der Zoo von der Artenfülle auch interessant, aber es gibt viele Zoos in Deutschland, die mir besser gefallen. Der Zoo hat bei den Rautieranlagen gewaltig Arten reduziert und viel auf Kleinraubtiere gesetzt, die er dadurch auch in gestalteten Innekäfigen (Jaguarundis) gut halten kann. Es gibt hier sicher auch noch Kritikpunkte. Aber das man im Tierpark einen Puma in einem nicht strukturierten Innenkäfig sehen muss und auf dieser Seite der Anlage für das Tier kein Außenkäfig vorhanden ist, finde ich halt nicht dehr prickelnd. Mitleid haben mit dem Tier hat sich bei mir im Zoo bisher selten eingestellt. In diesem Fall aber schon. Und hier hätte ich leider auch kein Argument gegen Tierrechtler, die hier von Dahinvegetieren sprechen. Ich bin zum Beispiel auch nicht der Meinung, dass im Zoo die Affenhaltung immer besser ist, aber die Anlagen im Zoo sind größtensteils schon älter. Bei einem Haus aus dem Jahr 2000 wie im Tierpark erwarte ich etwas anderes. (02.06.2007, 13:23) | ||
| Michael Mettler: | @Carsten: So ging mir das mit Hannover damals auch. Erlebniszoos scheinen ansteckend zu sein... (02.06.2007, 00:07) | ||
| Carsten: | @ Michael: Da hab ich mich schon vorher drauf eingestellt, wie mir der Gedanke in den Kopf gekommen ist. Bin halt im Moment so ein bissel dabei, meinen "zoofanvernagelten" Blick abzulegen und die Sache etwas realistischer zu sehen. Zu Beginn der Umbauten in GE hab ich auch gedacht, daß ist nicht mehr mein Zoo, so alles neu etc aber nach einigen Besuchen hat sich das gelegt. Seitdem stehe ich Neuerungen offener gegenüber und klammere mich nicht mehr auf Teufel komm raus an das vorhandene und altbewährte... (01.06.2007, 23:45) | ||
| Karsten Vick: | @Medojed: Der Unterschied zwischen Prag und Berlin ist, dass dort dieser Steilhang von Natur aus vorhanden ist, wie auch in Halle. Dennoch sind auch die Berliner Anlagen für Gebirgswiederkäuer artgerecht auch unter dem Aspekt der Klauengesundheit. Sicher werden sie ab und zu mal die Klauen kürzen müssen, aber Moderhinke sollte auch in Berlin nicht vorkommen. @Saya: So klein wie mancher hier sie findet, sind die Affenkäfige in Berlin tatsächlich nicht. Augenblicklich hab ich nur Vergleichszahlen aus Rostock, wo die Innenanlagen für Wanderus und Husarenaffen je 47 m² haben. Jeder Affenkäfig in Berlin hat ca. 20 m² und jede Affengruppe hat 3-4 dieser Käfige. Wenn man in jedem dieser Käfige 5 Äste quer befestigen würde, dann würde das für die Affen und für die Besucher schon ganz anders aussehen. DAS allerdings müsste erstmal einer machen. @Mongoose: Wenn du keinen Zooführer gekriegt hast, dann hast du echt einen dämlichen Tag erwischt. Das war bei meinen ersten Besuchen in den 80ern ein Problem, aber seit 1992 gab es eigentlich immer einen ZF, der nebenbei gesagt für Otto N. und die Sammelgeilen gleichermaßen attraktiv ist. (01.06.2007, 22:12) | ||
| Shensi-Takin: | @Michael: offenbar noch selbst keine machen müssen-"genießen" tun die das erst, wenn es vorbei ist...;) Und nein, hier kann man nicht generalisieren-Elefanten(v.a. die Asiaten) und Nashörner z.B. hätten nicht unbedingt viele Vorteile von einer reinen Kunstfelsunterlage, sondern alsbald eher weitere orthopädische Probleme. Des weiteren ist Tier nicht gleich Tier; da nutzt manch ein Individuum auf der selben Fläche & gleicher Aktivität schon mal seinen Huf merh/weniger ab als der Kollege. Kann indes auch nicht glauben, dass die in Prag nicht regelmäßig die Hufe pflegen. (01.06.2007, 21:38) | ||
| Michael: | Ich finde das Thema mit der Klauenpflege ohnehin sehr weit hergeholt. Wie Michael Mettler auch schon schrieb, heißt ein Steinbock nicht Steinbock, weil er nur auf Felsformationen im Hochgebirge zu Hause ist. Wer das Glück hatte mal Steinböcke in der freien Wildbahn zu erleben wird das verstehen. Aber zum Thema Klauenpflege. Wenn man mal bedenkt, bei wievielen Tieren aufgrund der ungenügenden Abnutzung Hufpflege oder Klauenpflege betrieben werden muss, würden wohl fast alle Huftierarten in Zoos auf Kunstfels leben. Ja, sogar die Elefanten, Nashörner, Zebras, sämtliche Ziegen und Rinder,... Ein Tier das sein Futter vor die Nase gesetzt bekommt muss und wird sich nicht viel bewegen und daher die Klauen nicht genügend abnutzen. Im übrigen halte ich es für sehr unwahrscheinlich, trotz der Felslandschaft, dass die Tiere in Prag keine Klauenpflege erhalten. Sogar Klippspringer, die sich in Zoos fast ausschließlich auf den Felsen aufhalten genießen eine Klauenpflege. (01.06.2007, 21:28) | ||
| th.oma.s: | @mongoose: ist die tieraffenhaltung wirklich im zoo wesentlich besser als im tp? worin bestehen die risiken einer gemeinschaftshaltung ? insbesondere wenn es um für die erhaltungszucht möglicherweise essentielle herden geht (s. leipziger dama in hodenhagen)? wer bezahlt die artis angelehnte gehegegestaltung und wer den umbau des elefantenhauses (der manati pool wurde in den beucherbereich hineingesetzt, die einrichtung einer modernen elefanteninnenhaltung erfordert im tp eher einen grundhaften umbau des besucher/tierbereiches des hauses. im übrigen erscheint mir gerade die tp typische haltung großer zuchtgruppen (antilopen, hirsche, gebirgstiere und einhufer)wesentlicher in bezug auf den artenschutz wertvoller als manche schautafel oder hinweisschilder in vielen zoos soweit man gefangenschafts-erhaltungszuchten als beitrag zum artenschutz gelten lassen will). (01.06.2007, 21:28) | ||
| Michael Mettler: | @Carsten: Richte dich schon mal auf Drohbriefe der Traditionalisten und Architekturfans ein :-) (01.06.2007, 21:24) | ||
| Carsten: | Die vernünftigste Lösung wäre, den Zoo plattzumachen, für die über 30 Hektar Grund in bester Citylage zig Milliarden zu kassieren und dafür den Tierpark vernünftig modernisieren bzw. ausbauen. Dadurch würden sich z. B. auch für den Pleitegeier Berlin die Zuschüsse stark reduzieren, wäre die wirtschaftlichste Lösung und wer sich für Tiere interessiert, fährt auch zum Tierpark, wenn es den Zoo nicht mehr gibt... (01.06.2007, 21:22) | ||
| Michael Mettler: | Wenn ich mir Naturaufnahmen von Gebirgswiederkäuern ansehe, dann stehen die sehr oft nicht in irgendwelchen Klippen, sondern eben ausgerechnet auf "Almen" - sie wären ja auch schön blöd, wenn sie sich das dortige Nahrungsangebot entgehen ließen und sich stattdessen mühsam einzelne Halme zwischen Felsblöcken heraus sammeln würden. Abgesehen davon wurden manche Arten - wie bei uns Gemse und Steinbock - erst durch die Weidebewirtschaftung der Almen zum Rückzug ins Hochgebirge genötigt. M.W. verbringen z.B. Gemsen oder auch Spanische Steinböcke in Teilen ihres Verbreitungsgebietes viel Zeit nicht auf nacktem Fels, sondern in Wäldern! Mit den Felsanlagen für Wildziege & Co. scheint es mir wie mit den in einem anderen Therad angesprochenen Pavianfelsen zu sein: Trotz anderer natürlicher Verhältnisse werden diese Tiere in die Schublade "Kletterfelsenbewohner" gesteckt. Dass die Klauen in der Natur nicht lang auswachsen, dürfte auch daran liegen, dass die Tiere sich wesentlich mehr bewegen als im Zoogehege, und das auf unterschiedlichsten Untergründen. Daraus folgt aus meiner Laiensicht: Will man die Tiere auf engem Raum halten (also im Standard-Bergtiergehege), kommt man um die Felsenhaltung kaum herum, wenn der Abrieb gewährleistet sein soll. Wenn dagegen reichlich Fläche vorhanden ist, dürfte es eigentlich nicht heißen "Alm oder Felsen", sondern "Alm UND Felsen". (01.06.2007, 21:14) | ||
| Saya: | Der Zoo wird schon aufgrund seiner genial zentralen Lage nicht hunderttausende Besucher an den TP verlieren. Kein Tourist der ein paar Stunden Zeit hat wird sich 45 Min in die U-Bahn setzen wenn der weltberühmte Zoo direkt in der City ist. Außerdem ist der Zoo mit den vielen großen, eng zusammenliegenden Tierhäusern bei schlechtem Wetter viel attraktiver. Der Tierpark könnte übrigens mit wenig Geld viel für die Verbesserung der schlimmsten Kritikpunkte der Tierhaltung tun, zB den Raubtierbestand reduzieren damit sich endlich nicht mehr 2 (unverträgliche) Großkatzen einen Außenkäfig teilen müssen, und die Affenkäfige (die ja alle sehr groß sind) mit Baumstämmen und Seilen vernünftig einrichten. Der Zoo hat den Bestand an Großkatzen schon vor Jahren reduziert, und die Affenkäfige sind auch sehr viel besser eingerichtet. (01.06.2007, 21:05) | ||
| Medojed: | Mähnenspringer, Thare und Ture leben in Prag in riesigen Natursteilhängen, die zu 95 % aus Stein bestehen, trotzdem ausreichend mit Bäumen bewachsen sind und den Tieren einen artgemäßen Lebensraum bieten. Klauenpflege ist bei diesen Tieren in Prag ein Fremdwort, und diese Anlagen hätten den Titel " Anlagen für Gebirgswiederkäuer"verdient, die in Friedrichsfelde bennent man besser in "Alm-Anlage für Hauswiederkäuer"um. (01.06.2007, 21:01) | ||
| Michael: | Wann warst Du denn im Tierpark Berlin und hast keinen Zooführer erhalten? Ich hatte damit kein Problem. Sicher da muss ich Dir rechtgeben, ohne wenigstens ein Faltblatt ist der Tierpark nahezu undurchdringlich, bzw. die Gefahr sich zu verlaufen sehr groß. Aber wie mein Vorredner thomas auch schon schrieb oder andeutete. Was würde mit dem Zoo passieren, wenn der Tierpark seine Anlagen sehr viel attraktiver gestaltet? Der Tierpark würde in kürzester Zeit dem Zoo seinen Rang ablaufen und dann wäre das Geschrei auf der anderen Seite groß. Mich stört an dieser Diskussion dass zumeist der Tierpark kritisiert wird. Die karge Gehegegestaltung, die schlechte Unterbringung der Raubtiere. Nun ja, dann werfe man doch einen vergleichenden Blick in den Zoo und betrachte die sog. "Außenanlagen" für einige Raubkatzen. Sorry, aber die stehen dem Tierpark in nichts nach. Im übrigen gibt es im Zoo auch nicht für alle Tiere im Raubtierhaus Aussenanlagen oder höre ich hier raus, dass dies für kleinere Arten auch nicht nötig wäre? Fakt ist, beide Zoos haben ihre positiven und negativen Seiten. Mehr Potenzial sehe ich jedoch in Friedrichsfelde, wie ich schon betont habe, allein aufgrund der zur Verfügung stehenden Fläche, die bei weitem noch nicht ausgenutzt ist und hoffentlich auch nie komplett zugebaut wird. Im Übrigen dachte ich die Planung für den Umbau des Elefantenhauses wäre ohnehin in vollem Gange. (01.06.2007, 20:45) | ||
| Mongoose: | Den Begriff Affenkrankenhaus finde ich nett. Warum denkt eigentlich jeder, dass es dann immer das andere Extrem sein muss (Zoom oder Hannover). Es würde doch schon eine andere Gestaltung (z.B. bei der Botanik oder den Gehegegrenzen) reichen. Und weshalb sträubt sich ein Tierpark gegen Vergesellschaftung? Es sollte doch eine Attraktivitätssteigerung möglich sein. Sven hat doch zum Beispiel die Wiesen genannt gegenüber dem Raubtierhaus. Oder was spricht gegen eine Gestaltung wie zum Beispiel in Rotterdam beim Asienbereich. Hier sind keine Kunstfelsenlandschaften entstanden. Aber man ist immer gespannt, was hinter der nächsten Ecke wohl liegt. Ich finde allerdings auch wie Karsten, dass an den Punkten Spielplätze, Besucherbetreuung usw. auch angesetzt werden muss, damit mehr Familien in den Zoo kommen. Im Dickhäuterhaus hätte man eine Verbesserung für die Tiere sicher hinbekommen, wenn man den Manatipool anders geplant hätte (dieser kam ja erst in den Neunzigern). Dann wäre bei der Fläche eine Lauffläche für die Elefanten sicher kein Problem gewesen. Zum Thema Arterhaltung finde ich es interessant, dass der Tierpark zwar hier viel mit seinen Arten machen könnte, der Artenschutz aber überhaupt nicht propagiert wird (was man ja auch der Zoom vorwirft). Und der Stiftung Artenschutz, der ja viele Zoos beigetreten sind, gehört der Tierpark nicht an. Über irgendwelche Projekte habe ich auch nichts gesehen. Es wird nicht informiert. Ein bisschen auf Besucherbedürfnisse wird der Park schon eingehen müssen, so sehr ich seine Bemühungen um eine artenreiche Tierhaltung auch verstehen kann. Etwas fällt mir nämlich noch ein: Einen Parkführer konnte man nicht kaufen, ein Faltblatt gab es leider auch nicht und Infoschilder mit dem Gesamtplan des Tierparks gibt es auf dem Weg leider sehr sehr selten. Wir sind mehr durch den Zoo geirrt und ich habe mich auf mein Erinnerungsvermögen verlassen müssen, sonst wäre das ganze sehr nervig geworden. Für Familien mit Kindern ist so etwas eine Katastrophe. (01.06.2007, 19:59) | ||
| th.oma.s: | viele grüße aus dresden und mal aus der sicht der beitrag eines laien zur laufenden diskussion der berliner problematik: zur gehegegestaltung: die diskussion hier kommt mir zunächst ein wenig wie eine replik auf das märchen von des kaisers neuen kleidern vor: in erster linie dient die gehegegestaltung in den erlebniszoos doch wohl eher der manipulation und unterhaltung des besuchers. bei aller anerkennung der notwendigen tierbeschäftigung für eine artgerechte haltung. diesbezüglich erscheint mir gerade bei der haltung von in herden lebenden huftieren das primat doch eher in der gewährleistung des sozialverbandes der addax und weniger in der kunstfelsenausstattung ihres geheges zu liegen. der tierpark berlin kann in seiner für europa wohl einmaligen säugetierhaltung keine durchgängige gehegekulissen ala zoom oder zoo der zukunft herstellen oder aufrechterhalten. dies dürfte unter den gegenwärtigen verhältnissen finanziell nicht zu stemmen sein. hohe investitionen in eine konsequente aber eben auch modetrends unterliegende vordergründig auf die besuchershow ausgerichtete umgestaltung ist angesichts der größe der anlage mit 160 ha nicht wirklich vorstellbar. und ein bisschen kunstfels kann eben auch störend sein im landschaftspark. dabei sei der hinweis erlaubt, das wohl sowohl die unterhaltung und refinanzierung der kunstlandschaften ala pongoland oder zoom- alaska zukünftig noch eher schwierige fragen aufwerfen dürfte. zur gesamtsituation: die berliner verhältnisse sollen fair betrachtet werden. beide zoos waren mindestens 50 jahre staatszoos. der tp in erster linie und ausschließlich in seiner entstehung: er sollte der ddr aus politischen gründen weltgeltung verschaffen. auf grund der beschränktheit der ddr eben auf dem nebenkriegsschauplatz.tiergärtnerei aufbauleistung demonstrieren.im kalten krieg. die damit verbundene chance hat der Prof. Dr. Dathe doch aus tiergärtnerischer sicht eher im sinne der mehrheit des ehrenwerten forums weitgehend ausgenutzt. wohlgemerkt in technischer und materieller hinsicht unter ddr – verhältnissen. Dr. B. verwaltet dass tiergärtnerische erbe mit erfolg. darüber freue ich mich und darüber , dass es noch einen zoo in deutschsprachigen raum gibt mit z. B. mehreren leopardenunterarten und mit sechs wildeinhuferarten in herden und das man neben den sibirischen den malaientiger sehen kann. man sollte als zoofreund dies gesehen haben, solange es noch geht. ahnliches gilt für den zoo. zur aussicht: ich habe früher schon geschrieben: das brehmhaus verkörpert das niveau der späten fünfziger jahre, das elefantenhaus den stand der späten siebziger jahre. wer dies kritisiert, soll die finanzierung des zukünftig erforderlichen standes erörtern, und zwar konsequent. Dies sind politische entscheidungen. das potenzial zukünftiger tiergärtnerischer entwicklung in berlin liegt meiner erachtens unter dem gesichtspunkt der erforderlichen beachtung der artenschutz- und erhaltungszuchtanforderungen eher im tp. wenn man die zunehmende gleichförmigkeit der tierbestände in den erlebniszoos kritisiert oder bedauert kommt man an der alternative tp nicht vorbei. der tp hat von seiner größe her als einzige tiergärtnerische einrichtung in mitteleuropa (vielleicht noch dvur) in bezug auf großsäuger das potenial zum artenzoo mit bedeutender erhaltungszuchtausrichtung. diese ausrichtung gekoppelt mit der bewahrung des historischen landschaftsparkes im konzept sollte unter allen umständen bei planungen im vordergrund stehen und verteidigt werden. diesbezüglich wäre die herstellung der siebenten deutsch/holländischen zooafrikawiese mit böhmzebra, elenantilope, und aus dem zyklus gefallen breitmaulnashornkühen im tp wohl der anfang vom ende. vielleicht fällt hier und heute dieses alleinstellungsmerkmal artensammlung und das entwick-lungspotenials des tp für die tiergärtnerei im deutschsprachigen raum noch zu wenig ins auge. wieviel elefanten hält die finanziell pleite stadt berlin? was passiert mit dem zoo, wenn der tierpark attraktiver wird, was mit der menschenaffenhaltung im zoo, wenn im tp eine wuppertal, leipzig oder appenheul vergleichbare menschenaffenanlage errichtert wird? welche folgen hätte ein abbau der erhaltungszuchten oder in letzter konsequez die schließung des tp für die europäische tiergärtnerei. in bezug auf zoo und tp in berlin kann man zoofreunden nur ans herz legen: vorsicht ist die mutter der porzellankiste und nichts ist falscher als ein vorurteil. (01.06.2007, 19:08) | ||
| Michael Mettler: | Falls es noch mehr Menschen mit der Denkweise meiner Schwiegermutter geben sollte, ist der Tierpark Berlin für solche Zeitgenossen schlichtweg flächenmäßig zu groß. Denn deren Denke geht ungefähr so: "Zuviel laufen will ich nicht, vieles interessiert mich nicht, aber ich muss alles bezahlen (sprich den Eintritt)- dann lohnt sich das nicht..." Auch in einem für sie "geeigneteren" Zoo würde sie wahrscheinlich von der Öffnung bis zur Schließung da bleiben, um nur ja das Geld voll auszunutzen, natürlich nur mitgebrachtes Essen verzehren, bloß keine Souvenirs kaufen, und dann müsste der Zoo irgendwo noch Liegen für die Mittagsruhe bieten :-) (01.06.2007, 16:42) | ||
| Sven P. Peter: | Alles sehe ich gar nicht negativ ;) Die Bisonanlage mag ich ;) Auch die Gepadenanlage gefällt mir. Nur ich verschließe auch nicht die Augen vor den Schwachpunkten (tu ich selbst bei meinem Heimatzoo nicht ;) ). (01.06.2007, 16:29) | ||
| Karsten Vick: | Na ja, eine grüne Wiese muss ja nicht zwangsläufig weich sein. Das in Berlin ist Schotterrasen, bei den Bezoarziegen und Markhoren sieht man schon ganz gut, wies darunter aussieht. Bei den Steinböcken und Blauschafen hält sich noch eine ganz gute Grasnarbe, sei es weil die Gehege noch nicht so stark besetzt sind oder durch Nordlage/Beschattung nicht so stark austrocknen. Ich denke, dass der Klauenabrieb da schon gewährleistet ist und ich muss auch sagen, dass mir diese Anlagen gut gefallen. Ob da nun fünf oder zehn Felsen liegen sollten, kann man sich streiten, aber die ganze Anlage mit einer (zwangsweise künstlichen) Felskulisse zu gestalten wäre viel zu teuer, wahrscheinlich unästhetisch und auch nicht wirklich tiergerecht gewesen. Auch ein Steinbock muss nicht den ganzen Tag auf einem Stein stehen, sondern freut sich auch über eine Wiese. Ob nun Windschatten das erste ist, was eine Schneeeule braucht, wage ich zu bezweifeln. Ich hatte bei meinem ersten Besuch da oben eher einen Sonnenschutz vermisst. Da aber in der Voliere inzwischen Birken wachsen, hat sich die Lage deutlich verbessert. Sicher ist in Berlin nicht alles schön und tiergerecht und ich, für den der Berliner Tierpark auch so ein bisschen Heimatzoo ist, muss da immer ein bisschen aufpassen, dass ich objektiv bleibe und den Zoo nicht durch die rosarote Brille sehe. Man sollte aber auch nicht alles schlecht reden was gar nicht schlecht ist. Und die Mängel, die die Besuchermassen von Friedrichsfelde fernhalten, sehe ich sowieso ganz woanders. Ich sage nur Besucherbetreuung, Schaufütterungen etc., Gastronomie (!), Spielplätze usw. usw. (01.06.2007, 16:25) | ||
| Michael Mettler: | @Michael: Unter einem Besuchermagneten stelle ich mir etwas Anderes vor als eine begehbare Vari-Anlage. Etwas platt ausgedrückt, dürfte so manche Entscheidung zu einem Zoo-Besuch fallen, wenn in der Familie der Wunsch auftaucht, "die Elefanten zu besuchen". Sprich also, es handelt sich um eine Tierart, die jeder kennt und sehen möchte - das dürfte beim Vari (immer noch) kaum der Fall sein. Oder man geht (wie im Fall Hannover) vielleicht auch hin, um "Afrika" zu erleben. Dann aber steht nicht die TierART im zoologischen Sinn im Vordergrund, sondern nur der Tiertyp (Löwe, Affe, Zebra usw.). Ob das dann zoologische Raritäten sind (z.B. Angola-Löwe vs. Zoolöwe), dürfte Otto N. ziemlich wurscht sein - im ersteren Fall ist das Gehege optimal ausgenutzt (Besuchermagnet UND Erhaltungszucht) und freut den Kenner... @IP66: Trotz Lokalpatriotismus mache ich mir da nichts vor, Berlin hat ganz andere touristische Möglichkeiten als Hannover. Im Umkehrschluss hieße das dann aber auch wieder, dass der Zoo Hannover bei der eigenen (!) Bevölkerung prozentual gesehen mehr Beachtung findet als die Berliner Parks...? (01.06.2007, 16:13) | ||
| Sven P. Peter: | Ich sag nur: Klauenpflege wird da sicher zum Spaß... Bergtiere sollten eben auch auf angemessenem Untergrund leben und nicht auf grünen, weichen Wiesen. Und die 5 Felsblöcke in jedem Gehege sind ein Witz. Die neue Luchsanlage ist sehr klein Ausgefallen, und wie diese ist auch die Vielfraßanlage sehr minimalistisch eingerichtet. Die Eulen und Rabenvögel leben in Volieren ohne Möglichkeit sich vor dem Wind zurückzuziehen, etc... Und das bei einem NEUBAU der so viel gekostet hat... (01.06.2007, 15:39) | ||
| Karsten Vick: | Was ist denn an dem Bergtierteil so schlimm? (01.06.2007, 15:28) | ||
| Sven P. Peter: | Denkmalschutz hin oder her, man könnte leicht was beim Brehmhaus ändern. Zum einen KANN man schon jetzt alle Aussenanlagen zusammenlegen, da sie mit Schiebern verbunden sind, zum anderen könnte man auf den Wiesen gegenüber große Volieren für Jaguare und Leoparden bauen und die z.B. durch einen Gang der unter dem Weg läuft mit den Käfigen zu verbinden, sodass der Denkmalschutz nichts dagegen hat. Aber zu sagen: Wir können wegen dem Denkmalschutz nichts machen ist immer noch der gemütlichste Weg für einen Park. Und wenn was neugebaut wird, dann wird es wie das Affenkrankenhaus oder der Bergtierteil... (01.06.2007, 15:24) | ||
| Mongoose: | Ich meinte ja nicht, dass wir eine Onkel Sams Goldmine benötigen, oder das der Tierpark nur besucherwirksame Tiere zeigt, nein, er soll seine Raritäten ja präsentieren. Der Besucher wird nur gar nicht mitbekommen, dass es Raritäten sind, weil die meisten wohl nur einen kurzen Blick hineinwerfen und zum nächsten Gehege huschen werden. Das Argument mit den Antilopen kann ich nachvollziehen, aber in diesem Bereich sieht ja jedes Gehege so aus. Und das alle Tiere in den Afrikanums nur aus Wüstenregionen stammen glaube ich nicht. Ich bin mir sicher, dass das Bergzebra andere Flora und Fauna kennt als ein Steppenzebra. Beide Gehege sehen aber eher wie Geröllwüsten aus. Wenn man den Giraffen z.B. ein paar Antilopenarten und Zebras dazugesellt hätte, könnte der Tierpark noch mehr Tiere ausstellen, da die alten Gehege ja frei würden (das war jetzt gemein, ich weiss). Bei den Raubtieren bin ich mir nicht so sicher, ob da noch was geändert wird. Schließlich sind die Käfigreihen, ja erst in den Neunzigern erweitert worden. Leider können wohl wegen dem Denkmalschutz keine Käfige zusammengelegt werden, was mal wieder zeigt, wie toll Denkamschutz und Tierbedürfnisse zusammenpassen. Die einzige Möglichkeit wäre, für die großen Arten Freianlagen zu bauen (obwohl ich glaube, wenn man sich den ganzen Baustil im Park so ansieht, dass dann halt große Gitterkäfige dabei herauskommen (siehe Wildkattze, Luchs)) und das Brehmhaus für kleinere Arten zu nutzen. (01.06.2007, 14:19) | ||
| Michael: | Naja interessant an der Sache ist ja, dass der Tierpark durchaus, aus meiner Sicht Besuchermagneten hat. Da wäre zum einen die begehbare Vari-Anlage, das hat der Zoo nicht. Und irgendwo habe ich gelesen, dass es dort inzwischen auch eine begehbare Anlage mit Bennet-Känguruhs gibt. Das hat der Zoo ebenfalls nicht. Problem an der Sache,... niemand weiß es. Wie ich ja selbst auch schon sagte, bis vor drei Jahren wusste ich noch nicht einmal, dass es den Tierpark gibt. Zur Präsentation der Tiere im Tierpark möchte ich auch kurz noch kommen. Sicher, grade bei den Raubtieren gibt es einige Schwachpunkte. Diese werden jedoch nach und nach abgearbeitet. Erinnern wir uns an Augsburg und wie es da noch vor ein paar Jahren aussah. Alles auf einmal geht eben auch in Berlin nicht. Aber nochmals zur Präsentation grade der Huftiere. Diese brauchen keine Kletterbäume, Bälle, Schluchten und die meisten auch keine Wassergräben zur Beschäftigung, da sie was die Gehegestruktur betrifft anspruchsloser sind. Betrachten wir die Mendes-, Oryx- und Addax-Antilopen, die alle aus einer kargen Wüstenregion kommen. Sehr viel mehr gibt es dort auch nicht als in den Anlagen im Tierpark. Und gerade weil man im Tierpark auf so viel Schnick-Schnack verzichtet, der größtenteils für Besucher wichtiger ist, als für die Tiere (Ausnahmen bestätigen die Regel) kann auch so eine große Artenvielfalt präsentiert werden, allerdings fehlen so auch die Besucher (offensichtlich). Wie auch immer. Ich würde es begrüßen, wenn der Tierpark sich in keinen Erlebnis-Zoo verwandelt und nur noch besucherwirksame Tiere zeigt und dadurch auf die Raritäten verzichten muss. Ausserdem gehen wir doch wohl wegen den Tieren in den Zoo und nicht wegen Onkel-Sams Goldmine oder? :-) (01.06.2007, 13:56) | ||
| Mongoose: | Ich behaupte ja nicht, dass die Gehege zu klein oder für die Haltung von Tierarten nicht geeignet ist, aber Haltungs- oder Zuchterfolge sind für mich keine Legimitation von Gehegen. Die Manatianlage in meinem Heimatzoo Nürnberg ist ja nun wirklich nicht das Beste auf Erden, aber Zuchterfolge hat es viele gegeben, man hatte sogar das Gefühl, je voller das Becken war, desto besser klappte die Zucht. Oder die Löwenfarm in Leipzig. Wenn man von den Zucherfolgen ausgeht, müsste das alte Raubtierhaus die beste Löwenanlage auf Erden sein. Ich zähle mich jetzt nicht zu den Normalbesuchern, da habe ich einfach schon zu viele Zoos gesehen und bin auch ein "Zoofan", der aber nicht nur der Artenfülle wegen in einen Zoo geht, sondern auch um etwas über den ganzen Lebensraum mitzunehmen. Nur da nehme ich im Tierpark Berlin nun gar nichts mit. Wenn ein Gehege wie das andere aussieht ist das einfach nur deprimierend und hat für mich eigentlich nur einen etwas anderen Charakter wie eine Gittermenagerie. Ich finde z.B. auch die Interaktion verschiedener Tierarten auf einer Gemeinschaftsanlage interessant. Vielen Besuchern geht es sicher genauso. Und leider ist auch hier im Tierpark nichts mitzunehmen, da ja nicht mal das Murmeltier bei den Steinböcken zu finden ist, wie es in anderen Zoos ja gang und gäbe ist. Ich bin ja auch nicht für alle Erlebniszookonzepte zu haben, aber ien bisschen in die Richtung sollte es im Tierpark schon gehen, sonst laufen andere Zoos dem Tierpark sicher den Rang ab. Er hatte wohl 2006 nur noch ca. 850.000 Besucher. Und das trotz Elefantenjungtier. Das ist für Berlin einfach zu wenig. (01.06.2007, 13:36) | ||
| IP66: | Mongoose Eindrücke spiegeln sicher die Reaktion einer Gruppe von Tierparkbesuchern wieder - interessant ist, daß gerade die Freiflughalle wegen ihrer vielen Glasflächen für die Haltung vieler Vogelarten äußerst problematisch ist, während die beklagten kargen Gehege ja durch eine Reihe von Haltungserfolgen legitimiert werden. Herrn Mettlers Berechnungen finde ich sehr interessant, im Rheinland sind die Regionalergebnisse allerdings nicht so viel besser. Im Vergleich mit Hannover scheint mir eine Tatsache zu wenig berücksichtigt zu sein. Ohne Ihrer Heimat zu nahe treten zu wollen und als ein Mensch, der Hannover durchaus gerne besucht und die Kulturlandschaft dort sehr schätzte - Hannover ist, im Gegensatz zu Berlin, kein Tourismusschwerpunkt. Ich denke, daß gerade dadurch der Zoo die allererste Sehenswürdigkeit darstellt, vor den herrenhäuser Gärten, dem Kestner- oder dem Landesmuseum. In Berlin, das nach wie vor von vielen Touristen besucht wird, gibt es dagegen ein großes Angebot von touristischen Zieren, und da scheint der Zoo gerne besucht zu werden, der Tierpark überhaupt nicht. Interessant ist, daß dieses Problem auch die Museen in Dahlem, die abgelegeneren Schlösser (Köpenick, Oranienburg, selbst Rheinsberg und das neue Palais)und auch manches der kleineren Museen zu haben scheinen. Die SMPK reagiert darauf mit Sammelkarten, allerdings ist das Ergebnis, daß man deren Käufer oft Museumswanderungen antreten, mit dem Ziel, in jedem Museum in jeder Etage gewesen zu sein. Dennoch scheint mit in einer Kombinationskarte eine MÖglichkeit zu ebstehen, sowohl Nichtberliner wie Einheimische in den Tierpark zu locken. Hinzu kommt, daß man auf diesem Wege umgekehrt den ein oder anderen Tierparkfan in den Zoo locken kann - man denke an die Kombikarte für Karlsruhe/Heidelberg/Landau oder die Ermäßigungen für Dauerkarteninhaber in NRW. Ich würde zudem dazu neigen, den nächsten publikumsattraktiven Großbau in Friedrichsfelde zu errichten, wobei mir ja eher ein Großaquarium oder ein Delphinarium vorschwebt, um keine Besitzstände zu berühren. (01.06.2007, 12:06) | ||
| Michael Mettler: | Hoffentlich ist es auch der Einwohnerschaft Berlins klar, was sie an ihren zoologischen Einrichtungen hat - gerade in diesem Potenzial scheint mir Nachholbedarf zu bestehen. Dazu ein Vergleich: Berlin hat als Stadt laut Wikipedia rund 3,4 Mio. Einwohner, als Region rund 4,2 Mio. Zoo und Aquarium hatten 2005 zusammen rund 2,3 Mio. Besucher, der Tierpark 1,2 Mio. - macht zusammen 3,5 Mio für alle drei Einrichtungen. Statistisch betrachtet war also jeder Stadt-Berliner 2005 einmal in EINER der drei Einrichtungen, das Potenzial der Region war damit aber noch nicht mal ausgeschöpft. Hannover hat als Stadt 0,5 Mio Einwohner, als Region 1,1 Mio. 2005 besuchten 1,1 Mio. den Zoo. Damit war also statistisch betrachtet nicht nur jeder Stadt-Hannoveraner, sondern auch jeder Regionsbewohner 2005 einmal im Zoo. Natürlich hinkt die Rechnung insofern, als ja auswärtige Touristen in beiden Fällen einen erheblichen Anteil an den Besucherzahlen ausmachen. Der Berliner Zoo sprach für 2005 von 50% AUSLANDS-Touristen, dazu kämen dann noch die Besucher aus anderen Städten und Bundesländern Deutschlands. Was die Frage aufwirft: Wieviele BERLINER besuchen überhaupt ihren Zoo? Oder gehen DIE dann eher in den Tierpark, um im weitläufigen Parkgelände mal die pulsierende Grostadt um sich herum vergessen zu können? Bei Entwicklungen geht es ja nicht nur darum, Schwächen zu verbessern, sondern auch, Stärken auszubauen. Vielleicht ist es also müßig, wenn wir als Zoofans die Ergänzung der Tierbestände von Zoo und Tierpark fast ausschließlich unter zoologischen Aspekten sehen. Wirtschaftlich - und von irgendwas müssen die Parks ja leben - könnte die Frage nach dem Ergänzungsprogramm auch so aussehen: Wie und mit welchen Tierarten/Gehegen/Präsentationen schaffe ich es, die lebensnotwendige Marktposition des Zoos als Reiseziel für Touristen zu erhalten und auszubauen, und welches Angebot ist notwendig, um mehr Berliner zum Besuch ihrer Parks zu animieren und möglichst auch den Tierpark als touristisches Ziel besser zu etablieren, um die für den Unterhalt nun mal unabdingbaren Einnahmen zu erhalten? Dazu bedarf es - aus Fan-Sicht: leider - ganz anderer Maßnahmen als dem Umstieg von Jaguar auf Jaguarundi usw. Anders gesagt: Wenn man eine Fülle von Arten halten will, die nicht gerade Publikumslieblinge sind, muss ein Zoo als Ganzes eine enorme Sogwirkung auf sein Besucherpotenzial ausüben. Und da stehen Faktoren wie Erholung, Schaulust, Spaß usw., die bei Hardcore-Zoofans eher ungeliebt sind, m.E. viel weiter oben als die zoologische Besonderheit. Anders ausgedrückt: Otto Normalbesucher bezahlt durch seinen Wunsch nach Erholung und Must-have-Tierbestand dem spezialisierteren Zoofan die Möglichkeit, seine geliebten Seltenheiten zu sehen. Nicht weiter verwunderlich also, wenn es zum Erhalt des ausgewählten Tierbestandes in den Berliner Parks nötig ist, die Normalbesucher mit dem zu locken, was der Fan eher widerwillig schluckt. (01.06.2007, 11:35) | ||
| Sacha Beuth: | Viele Argumente von Mongoose, Michael und IP66 hatten wir schon behandelt, teilweise in anderen Threads. Zoo und TP sind m. E. genau das, was die beiden Institutionen (trotz einiger nötiger Doppelbelegungen wie Elefanten, Eisbären usw.) auch sein wollen: Sie ergänzen sich. Auf der einen Seite der zentralgelegene Zoo mit liebevoll gestalteten Gebäuden, Robben, Menschenaffen, Flusspferden. Auf der anderen Seite der grossflächige Landschaftspark mit Moschusochsen, Takinen und Riesenseeadlern. BEIDE Einrichtungen müssen für die Zukunft erhalten bleiben. (01.06.2007, 09:45) | ||
| Mongoose: | Ich will euch ja die Begeisterung nicht verderben, aber ich bin hier komplett anderer Meinung. Ich war auch erst kürzlich in Friderichsfelde und finde die Art der Präsentation einfach nur stinklangweilig (meine Frau übrigens auch). Ich glaube nicht, dass der Otto Normalbesucher wirklich bei den Zebras stehenbleibt um diese miteinander zu vergleichen. Dasselbe gilt für die Antilopengehege. Eins sieht aus wie das andere und man hat leider schnell vergessen, was man überhaupt gesehen hat. Die Parkanlage finde ich super. Toller Baumbestand, weitläufig, richtig schön. Aber die Gehege sind mir zu steril und zu eintönig. Eine Katastrophe finde ich die ganzen Raubtierkäfige und das man hier teilweise innen Arten hält, die gar keine Außenanlage zur Verfügung haben. Meiner Meinung nach sollte man bei diesen Käfiggrößen nur noch Kleinraubtiere wie Mangusten oder Jaguarundis wie es der Berliner Zoo macht halten. Am besten hat mir hier die Freiflughalle gefallen. Die Elefantengruppen sind toll aber leider im Haus nur Boxen und keine Lauffläche und das bei den Dimensionen des Hauses. Echt schade. Ganz schlimm fand ich das erst im Jahr 2000 gebaute Affenhaus (Afrikanum 4). Man könnte meinen, das Haus wäre in den Sechzigern oder Siebzigern entstanden. Sterile unausgestattete Innenkäfige (auch nicht sehr groß). Alle gleich anzusehen und ein riesiger Besucherbereich, der nicht einmal für Ausstellungen benutzt wird. Hätte nicht gedacht, dass so was noch gebaut wird. Ich könnte mich noch über einige andere Sachen aufregen, aber ich will es mal gut sein lassen. Fazit von mir war: Die Artenfülle ist faszinierend, die Gehegestrukturen waren für mich ernüchternd. Da besuche ich lieber Zoos in Holland. (01.06.2007, 08:55) | ||
| Michael: | Ja, das mit dem Mangel an Besuchern ist so ein Thema, das ich bisher auch noch nicht wirklich entschlüsseln konnte. Ich weiß definitiv nicht woran es liegt. Gut eine Vermutung stellt sich auf, dass alle Berlin Reisenden früher am Bahnhof Zoo ankamen. Man verlässt den Bahnhof und steht vor dem Zoo. Ich kann mir vorstellen, dass viele Reisende, das gleich für einen Spontanbesuch genutzt haben oder spontan in die Urlaubsplanung mit aufnahmen. Der andere Aspekt ist die Medienpräsenz des Zoos. Bestes Beispiel, Eisbärbaby Knut. Meiner Meinung nach kann es an der Anlage des Tierparks und den gezeigten Arten nicht liegen. Wie gesagt, beim ersten mal hatte ich zwar nur etwa 3 Stunden Zeit und bin den Zoo nur im Eilverfahren durchgerauscht und habe noch nicht mal die Hälfte gesehen, aber ich war schon nach dem Betreten des Geländes hin und weg. Allein die Erfahrung, dass ich mehrere Meter durch ein bewaldetes Areal gehe ohne ein Gehege nach dem anderen zu sehen fand ich spannend. Gut das ist nicht generell so im Zoo, aber wenn man nach dem Bärenschaufenster in richtung der Waldbisons geht, kommt man sich vor wie ein Entdecker. Ich denke, was auch bei Deinen bekannten die Begeisterung für die Artenfülle gebracht hat, ist die Präsentation dieser. Es kommt nicht darauf an, wie naturnah die Gehege gestaltet sind, sondern darauf, dass man beispielsweise Chapman-, Hartmann- und Grevy-Zebras nebeneinander betrachten kann oder auch Oryx-, Säbel- und Addax-Antilopen. Dadurch betrachtet der Besucher die Arten viel intensiver und gerade auch bei den Zebras bleibt man dann mal länger stehen um selbst unterschiede unter den Arten zu entdecken. Gerade die Huftierherden werden dort intensiver betrachtet, da sie einzeln präsentiert werden und nicht in Vergesellschaftungen mit publikumswirksameren Tieren wie Giraffen z.B. gezeigt werden. Durch Gemeinschaftshaltungen übersieht der Besucher gern mal wirklich interessante Arten und deren innerartliches Sozialverhalten. Ich bin der Meinung, dass Friedrichsfelde bei diesem Konzept bleiben sollte, denn im Ernst, so schön die sog. Afrika-Savannen auch sind. Mein Bedarf daran ist langsam gedeckt. Im übrigen gilt dies auch für Südamerika-Wiesen. Wirklich fast jeder Zoo hat diese und immer mit demselben Besatz. Maras, Capybaras, Vikunjas, mal auch ein Ameisenbär oder Flachlandtapir. Aber genug dazu. Friedrichsfelde überzeugt mich mehr als ein Zoo, mit der größten Artenvielfalt auf kleinstem Raum. (31.05.2007, 20:29) | ||
| IP66: | Ich kann bestätigen, das relativ zoounerfahrene Bekannte, die ich nach Friedrichsfelde gebracht habe, ähnliches äußerten: Sie störten sich nicht an den recht nüchternen Gehegen, bemängelten auch nicht das Fehlen von Menschenaffen oder Delphinen, sondern freuten sich an der Großzügigkeit und, für mich eher erstaunlich, an der Artenfülle. Selbst die so zahlreich vertretene und für Laien schwer zu durchschauende Artenfülle bei den Böcken ließ sich mit einigen Erklärungen in Begeisterung verwandeln. Tatsache ist allerdings auch, daß zu wenig Besucher nach Friedrichsfelde finden. Meine private Taktik, beide Zoos als Paket zu verkaufen, ließe sich ja in Gestalt kombinierter Eintrittskarten öffentlich umsetzen. (31.05.2007, 20:10) | ||
| Michael: | Da hier ja gerne und häufig über die Aufgaben von Zoos diskutiert wird und deren Daseinsberechtigung möchte ich hier auch gerne mal meinen Senf dazu geben. Seit zwei Jahren lebe ich meine Leidenschaft für Zoos nun endlich aus und konnte schon einen Großteil der großen zoologischen Gärten in Deutschland besuchen. Ich muss mich einigen Vorrednern anschließen, Artenschutz interessiert die Besucher primär nicht. Besucher gehen wegen der Tiere in den Zoo und dort gibt es eben zwei Gruppen. Die einen, die wegen der sog. Standardtiere kommen und Elefanten, Tiger, Löwen und Pinguine sehen wollen. Andere hingegen kommen wegen der interessanten Auswahl an Arten, Gehegekonstruktionen, Neubauten, zoologische Raritäten usw. Ich zähle mich zu zweit genannten. Diese Gruppe fährt viele hundert Kilometer extra um einen Zoo zu besuchen, in dem er Arten bestaunen kann, die er nirgendwo anders sieht oder zumindest nur sehr selten. Ich bin nicht gegen sog. Spaßparks wie die Zoom Erlebniswelt, fände es aber sehr traurig, wenn die Zukunft für sämtliche zoologische Einrichtungen so aussehen würde. Ich selbst hatte einen wunderschönen Tag mit tollen Eindrücken in Gelsenkirchen. Würde ich mich jedoch entscheiden müssen, würde ich zum Tierpark in Friedrichsfelde tendieren. Kaum zu glauben, dass ich bis vor drei Jahren noch nicht mal wusste, dass Berlin tatsächlich zwei Zoos hat. Letztes Jahr war ich dann endlich dort und von allen Zoos hat mich dieser am meisten begeistert. Nicht mit seiner baulichen Schönheit, sondern mit seinen meist weitläufigen Anlagen und der riesigen Artenvielfalt an Huftieren und Raubtieren. Wenn hier ab und an die Frage im Raum steht, dass Berlin einen Zoo schließen müsste, würde ich zum Zoo tendieren. Allein schon aufgrund dessen, dass nur der Tierpark den Platz bietet, Arten, die nicht doppelt präsentiert werden unterzubringen. Mein Fazit daraus: Für mich gehört Friedrichsfelde auf jeden Fall zu den wertvollsten zoologischen Einrichtungen in Deutschland und ich freue mich auf seine zukünftige Weiterentwicklung. Dazu auch noch eine Frage. Wie sieht es denn mit der Bergtieranlage aus? Werde im August endlich wieder dort hin fahren und mir diesmal einen ganzen Tag zeitnehmen um den Zoo zu genießen. (30.05.2007, 22:40) | ||
| Mel: | Im sommer sollen die Zebra und Antilopen Ställe und Gehege modernisiert werden, Dauer ca 5 Wochen. Vom Großteil der "Knuth-Einnahmen" soll ebenfalls das Affenhaus modernisiert werden. (20.05.2007, 12:30) | ||
| Mirko: | Mich würde interessieren, welches Projekt im Zoo demnächst angegangen werden soll. Denn bei aller Euphorie über Knut sollte nicht vergessen werden, dass der Modernisierungsbedarf enorm. Nun sollte, dass Geld sofort in die Verbesserung der Tierhaltung fließen. Dabei denke ich vor allem an die Raubtiere und Affen. Weiß jemand vielleicht, ob dies nun angegangen wird. An anderer Stelle wurde gesagt, dass die Pandas dran seien. Weiß jemand schon etwas konkretes über die beiden Urwaldhäuser (Besatz, genauer Ort,..) (20.05.2007, 12:20) | ||
| Michael Mettler: | Zwar weiß ich nicht, ob es einen direkten Zusammenhang mit der Neuausrichtung der beiden Berliner Parks gibt, aber laut Jahresbericht 2006 des Tierparks wurde die Bestandsliste im vergangenen Jahr um einige Tiere bzw. Arten reduziert, die bereits seit langer Zeit in anderen Zoos eingestellt waren und nun endgültig in deren Eigentum übergingen. Z.B. ein Andenkondor (seit 1991 im Vogelpark Timmendorfer Strand), ein Keilschwanzadler (seit 1996 in der Adlerwarte Berlebeck), 0,1 Gorilla Bianca (seit 1997 in Nürnberg; lebte die nicht vorher zusammen mit dem ebenfalls aus Berlin gekommenen Silberrücken eine Weile im Loro Parque?) und 0,1 Sumatra-Orang Annett (seit 1991 in Duisburg). (20.05.2007, 09:53) | ||
| Michael Mettler: | Auch ich sehe den Hauptzweck eines Zoos darin, eine Mensch-Tier-Begegnungsmöglichkeit zu schaffen - ob man nun eine Zwergziege füttert oder ein Fingertier hinter Glas bestaunt. Apropos staunen: Im Kölner Zoo entdeckte ich neben den Zwergpinguinen eine Schautafel über den Wandel der Zoowelt, auf der es u.a. heißt: "Früher hielt man Tiere zum Staunen." Darf man denn HEUTE nicht mehr angesichts eines Tieres staunen, ist Staunen "out"? Soll man wirklich nur noch betroffen sein, dass das vor einem stehende Artenschutz-Mustertier in seiner Heimat bedroht ist und einer ungewissen Zukunft entgegen geht? "Spaßpark" lässt sich auf vielfältige Weise definieren. Auch wenn ich als Besucher Lerninhalte vom Zoobesuch mitnehme und mich zum Nach- oder gar Umdenken angeregt fühle, sollte doch unter dem Strich das Ergebnis stehen, dass mir der Besuch aus IRGENDEINEM Grund Spaß gemacht hat. Denn nur dann gehe ich mit (Vor-)Freude nochmal hin. Ein spaßloser Zoo ist ein reizloser Zoo und provoziert geradezu, ihn nur alle Jubeljahre mal zu besuchen. Das aber kann sich ein Zoo heute schon wirtschaftlich gesehen nicht mehr leisten. Jedes der momentan parallel existierenden Zookonzepte hat doch seine Vor- und Nachteile, ob der klassische Zoo a la Berlin, der Artenschutzzoo a la Köln oder der Erlebniszoo a la Hannover. Aber alle haben sie eins gemeinsam: Ihr Normalbesucher kommt, weil er Tiere live erleben will - alles Andere drun herum ist doch für ihn nur Beiwerk und wechselt mit dem Zeitgeschmack. Otto N. will auch heute noch hauptsächlich deswegen einen Löwen sehen, um sich von ihm beeindrucken und begeistern zu lassen; daran hat sich seit Menageriezeiten nichts geändert. (03.02.2007, 11:21) | ||
| Saya: | Wenn die Hauptaufgabe von Zoos Artenschutz wäre, müsste man alle Zoos schnellstmöglich schließen und es verbieten, noch weitere Millionen in Neubauten für Menschenaffen, Elefanten und Co zu investieren. Mit dem Geld, das ein größeres Bauprojekt in einem durchschnittlichen deutschen Zoo kostet, könnte wahrscheinlich man den in situ Artenschutz für die betreffende Art und noch dazu bei Bedarf ein ex situ Zuchtprogramm im Herkunftsland für die nächsten 10 bis 20 Jahre finanzieren (mindestens!). WENN Zoos ihre Daseinsberechtigung nur aus Artenschutz ziehen, ist das Geld zu 90% verschwendet. Was nicht heißen soll, dass Zoos sich nicht auch dem Artenschutz widmen sollen. Je mehr desdo besser. Aber der Hauptzweck ist es wohl doch, Menschen Tiere zu zeigen und sie ihnen nahe zu bringen - Umweltbildung eben. (02.02.2007, 23:27) | ||
| Steffen Kohler: | @Sven P. Peter: Wie auch dem Wort "primär" zu entnehmen ist, schließt es weitere Aufgaben nicht aus, es relativiert sie nur. Letztendlich geht man in einen Zoo, weil man Tiere sehen will. Das ist der Hauptgrund eines jeden Zoobesuchs, und daher ist es selbstverständlich die Hauptaufgabe eines Zoos, dem Besucher Tiere zu präsentieren. Darin liegt auch die Daseinsberechtigung eines Zoos. Nur weil ein Wanderzirkus auch Tiere zeigt, folgt daraus nicht, dass das Zeigen von Tieren nicht primäre Aufgabe der Zoos ist. Oder soll ein Bäcker keine Brötchen mehr verkaufen, weil es im Supermarkt auch welche gibt? Gleichzeitig die Wichtigkeit von Artenschutz, Erhaltungszucht und Bildung zu betonen und dann sogenannte "Spaßparks" (sehr durchdachte Definition übrigens) wie Gelsenkirchen, in dem das alles kaum stattfindet, als das zu bezeichnen, was die Besucher heute wollen, zeugt von keiner wohlüberlegten Argumentation. (02.02.2007, 23:11) | ||
| Hannes: | Gegen den Fells ansich nichts baer man muss nicht hinter jedes Huftiergehege oder Löwenstall eine solche Fellswand knallen. Es tut auch mal der gute alte Maschendraht oder Holzpallisaden (02.02.2007, 16:16) | ||
| Sacha Beuth: | Meiner Meinung bezieht hier Bernhard Blaskiewitz (in diesem Forum offenbar gerne "Dr. B." genannt) zu sehr verbale Prügel. Zwar halte auch ich einige seiner Entscheidungen und Prinzipien (z. B. Festhalten an den scheusslichen, giftgrünen und breiten Eisengittern bei den Huftieren, die Ablehnung einer möglichen Nachtsafari im Tierpark oder seine Argumente bezüglich des gekachelten und verchromten Affenhauses im Tierpark) für falsch. Auf der anderen Seite denke ich, dass der Tierpark unter seiner Leitung an Attraktivität, an Wirtschaftlichkeit und auch an Bekanntheit (insbesondere im Westen) gewonnen hat. Vielleicht braucht es einen konservativen, bisweilen offenbar auch despotischen (gemäss einiger Medienberichte und Aussagen von Mitarbeitern) Zoodirektor, um Bauten und andere Projekte nicht immer nur zu bereden, sondern auch umzusetzen. So würde es auch mir gefallen, wenn "Dr. B." dafür sorgt, dass Fingertiere und Koalas (wieder) nach Berlin gelangen. Oder dass der Zoo bei den Grossen Pandas eine echte Chance für eine Zucht erhält. Auch dass Standard-Tiere künftig weiterhin in beiden Tiergärten gezeigt werden sollen, ist m. E. richtig. Weiter gefällt mir, dass B. B. im Zoo wieder die Morgenrunde einführen will(warum wurde die überhaupt abgeschafft?), ein Vorreiter gegen den Artenschwund in Zoos ist und "Spassparks" ablehnt (wobei er in letzterem Punkt wohl weniger streng ist, als es seine Aussagen erscheinen lassen. Ich kann mich an Rockkonzerte erinnern, die in unmittelbarer Nähe zum Alfred-Brehm-Haus (beim Imbissstand) stattfanden und mit ihrem ohrenbetäubenden Lärm wohl nicht allen Raubkatzen gefallen haben. Aber viele Besucher hatten dabei offenbar "Spass im Park".) Bernhard Blaszkiewitz hat mit der Leitung beider Berliner Tiergärten eine Aufgabe, die viel Mut, Visionen und Kraft erfordert. Geben wir ihm eine Chance. (02.02.2007, 15:12) | ||
| Langhals: | Was spricht eigentlich gegen Kunstfelsen, weil die hier ständig bemäkelt werden ? Und was die Spaßparks anbelangt, nicht jeder Besucher wünscht sich soetwas. Und viele , " herkömliche " Zoos hatten 2006 auch ohne den ganzen Firlefanz wie Bootsfahrt, Safari-Simulator, Onkel Sams Goldgräberhütte,Tante Paulas Bordell ( inklusive Hunde, Katzen und Ratten )und Ähnliches Besucherrekorde und haben ihre Besucher, obwohl sie " nur " Tiere zeigen. Ich bin kein großer Freund von Dr. Blaskiewitz, aber in diser Hinsicht teile ich seine Meinung ! (02.02.2007, 15:07) | ||
| Sven P. Peter: | Zoos sollen über Tierschutz aufklären, Erhaltungszucht betreiben und die Besucher zu bestimmte Themen sesibilisieren. Tiere zeigen tut auch ein Wanderzirkus... Ein Spaßpark ist für mich ein Park in dem man spaß hat (dem Wort ja zu entnehmen). Ein Zoo, in dem der Besucher spaß´hat ist sicherlich besser als einer, der so lustig wie die Briefmarkensammlung des Großvaters ist. Dr.B. versteht unter Spaßpark sicherlich soetwas wie den ZOOM, also genau soetwas, was die Besucher heutzetage wollen. Wenn die neuen Gebäude für Fingertiere oder Menschenaffen so werden wie das Affenkrankenhaus oder der neue Bergtierteil, dann gute nacht... Gehegeeinrichtung und Tierbeschäftigung scheinen ja im TP sowieso unerwünscht, und was sollten die Tiere damit auch schon anfangen... (vorsicht Ironie) (02.02.2007, 14:55) | ||
| Hannes: | ich bin kein freund von rein kommerziellen Parks die wirklich nur drauf aus sind Geld zu scheffeln ohne tatsächlich Artenschutz, Erhaltungszucht und didaktische Hintergründe. Der Tierpark Berlin ist für mich ein unglaublich toller Park aber für den Otto-Normal-besucher ist er teils langweilig mit seinen Tieraufreihungen im Menangerie-Charakter. Ich würde große Gemeinschaftsanlagen, Bootsfahrten oder ähnliches sehr begüßen. Es muss ja nicht Tonnen von Kunstfels sein. (02.02.2007, 14:51) | ||
| Steffen Kohler: | Natürlich ist es die primäre Aufgabe von Zoos, den Besuchern Tiere zu zeigen. Gerade deswegen kommen die Leute in die Zoos - weil sie Tiere sehen wollen, bestimmt nicht, weil sie so sehr an Artenschutz interessiert sind. Den Umkehrschluss, den man aus dem Statement von Sven P. Peter ziehen kann, dass ein Zoo zum Spaßpark degenerieren muss, um Besucher zu haben, finde ich doch recht bedenklich. Die Vorstellung von Fingertieren in Berlin gefällt mir dagegen ausgesprochen gut! (02.02.2007, 12:29) | ||
| Sven P. Peter: | Dr.B. will keine Spaßparks... also anscheinend auch keine Besucher. Und Ich finde nicht, dass die primere Aufgabe von Zoos ist Tiere zu zeigen, eher diese zu erhalten etc... Das Interview hier: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/624556.html (01.02.2007, 22:51) | ||
| Mel: | Die Bauarbeiten im Nachttierhaus werden wohl noch bis Frühjahr andauern. (05.01.2007, 22:56) | ||
| Hannes: | Mehr als nachlesen kann ich auch nicht (05.01.2007, 19:48) | ||
| Mulan: | Pandamännchen sind nur bis 19 zuchtfähig ? Der Vater des kürzlich in Atlanta geborenen Jungtieres ist aber schon 23. (05.01.2007, 18:58) | ||
| Hannes: | Zumindest zahlt der Zoo pro jahr 31000 für Schutzmaßnahmen, ca. 20000 für irgeneine Versicherung (und vor Jahren verlangte Peking 280000 Mark pro Jahr, was darus geworden ist weiß ich nicht) und das sollen nur einige der Gegenleistungen sein. Schon 1997 fand ein Tierarzt heraus , dass das Weibchen vermutlich immer unfruchtbar bleiben wird. Panda Männer sind leider nur bis zum ca. 19. Lebensjahr zuchtfähig. (05.01.2007, 18:46) | ||
| Mulan: | @ Michael Mettler.Der älteste in Gefangenschaft wurde 37. Bao-Bao müßte jetzt schon 30 Jahre alt sein, er kam 2 einhalbjährig 1980 nach Berlin. @Hannes. Die Berliner zahlen überhaupt nichts für das Panda-Weibchen, es ist als Zuchtleihgabe dort. (05.01.2007, 18:16) | ||
| Michael Mettler: | Wie alt werden eigentlich Pandas? Bao Bao ist doch schon Ende zwanzig. (05.01.2007, 17:32) | ||
| Hannes: | Lief der Vertrag nicht vorletztes Jahr aus und man kam zu dem Schluss das die Chinesen für das jetzige Weibchen mehr Geld wollten aber die Berliner ein anderes Weib wollten. (05.01.2007, 17:27) | ||
| Mulan: | Bao-Bao kommt wieder auf die Tiger-Anlage, derzeit wird der Wassergraben saniert. Und er war schon seit Jahren nicht mehr mit dem Weibchen zusammen.Ob die in Berlin bleibt, steht in den Sternen. Die ersten Verhandlungen in China brachten als einziges Ergebnis, das doch lieber in Berlin darüber verhandelt wird. (05.01.2007, 17:23) | ||
| Hannes: | Ach nö, soweit wahr ich auch aber die beiden lebten doch vor Jahren schon zusammen und wurden doch nur getrennt um sie zur Zucht anzureizen. Ich wollte nur wissen warum keiner der beiden auf der schöneren Anlage für Tiger ist oder warum (sollten sie zusammen gelassen werden) man sie nicht auf der großen Anlage zusammen lässt. (05.01.2007, 16:57) | ||
| Saya: | Weil sich die beiden nicht vertragen - Pandas sind absolute Einzelgänger und können nur in Ausnahmefällen dauerhaft als Paar gehalten werden. (05.01.2007, 16:33) | ||
| Hannes: | Ich weiß nicht welcher welcher ist aber der andere ist direkt auf der kleinen Anlage neben der eigentlichen Pandaanlage(dem Glaskasten). Eben weil das Männchen auf der Tigeranlage lebte frage ich mich warum man nicht beide drauf gelassen hat. (05.01.2007, 16:07) | ||
| Michael Mettler: | @Hannes: Der Panda-Mann Bao Bao lebte doch schon einige Jahre auf der (ehemaligen) Tigeranlage. Wo ist er denn jetzt untergebracht? (05.01.2007, 15:33) | ||
| Hannes: | Back from Berlin, konnte leider niemanden auftreiben der mir beim Nachtierhaus weiterhilft aber es wurde kräftig gebaut. Habe mal mit den Pandas gesprochen aber sie wollen beide nicht ;-) Ne im Ernst, die Tiere waren getrennt auf zwei nicht gerade berauschenden Anlagen. Die Tigeranlage war leer genau wie der Wassergraben. Das selbe gilt für die Löwenanlage. Warum steckt man so wertvolle Tiere wie die Pandas nicht entgültig auf eine schöne Anlage wie der der Tiger? (05.01.2007, 15:28) | ||
| Gabi R.: | Ende Januar soll der Übergang bei den Direktoren sein. Zum Nachttierhaus war in der Berliner Zeitung in der Jahresvorschau jetzt wieder von "Frühjahr" die Rede. Dabei war die erste Information, die ich gelesen hatte, noch November 2006. (02.01.2007, 23:19) | ||
| Mulan: | Ist jetzt eigentlich Herr Blaskiewitz Drektor beider Berliner Zoos ? (02.01.2007, 22:47) | ||
| Jonny.: | In Berlin wird man wohl vergeblich auf Pandababies hoffen. Unter der Hand habe ich aber erfahren, das das Weibchen in Wien wahrscheinlich trächtig ist. (02.01.2007, 22:46) | ||
| Hannes: | Ich kümmer mich mal drum das die Pandas reinhauen. Ich werde ausschau halten! (02.01.2007, 22:04) | ||
| Karsten Vick: | Jaaa ich will ein Pandababy! Ernsthaft kannst du mal den Stand der Bauarbeiten im Nachttierhaus checken und nach weiteren Baustellen Ausschau halten (im Spätsommer war am Affenhaus ein Außenkäfig für Languren im Bau). (02.01.2007, 22:02) | ||
| Hannes: | Ok, ich fahre morgen nach Berlin und hab miener Freundin nen ganzen besuch aus den Rippen geleihert. Fragen, soll ich was mitbringen? (02.01.2007, 20:52) | ||
| Hannes: | Ich weiß, ich war ja schon mal dort, ich plane ja schon den Weg um wenigstens Pinguine, Raubtiere, Nashörner und Flusspferde sowie Gebirgstiere und Affenhaus mitnehmen zu können. Erst wollte ich nur ins Aquarium aber ich war am Anfang des Monats mal wider auf der Terraristika und habe erstmal die Nase voll von Reptilien und den Fischteil fand ich auch nicht so spannend. (29.12.2006, 00:45) | ||
| Michael Mettler: | @Hannes: Zwei Stunden? Die reichen gerade mal fürs Aquarium... (28.12.2006, 23:05) | ||
| Hannes: | Wie siehts im moment eigentlich in Berlin aus. Irgendetwas im Zoo im Bau und nicht zu sehen? Ich bin über Silvester in der Hauptstadt, jedoch nur einen Tag und meine Freundin hasst Zoos so das ich ihr höchstens 2 Stunden raus leihern kann. (28.12.2006, 22:50) | ||
| IP66: | Die berliner Situation ist in mancher Hinsicht kurios: Die Stadt Berlin leistet ist kein einziges Museum von nationaler Bedeutung - alle entsprechenden Einrichtungen trägt entweder der Bund oder die SMPK. Das Problem Berlins liegt eben nicht in seinem Überschuß an Kultureinrichtungen, zu denen man beide Zoos - noch? - zählen muß, sondern an einer personellen Überbesetzung. Da dürften auch beide Zoos, alle Opernhäuser und auch das märkische Museum, daß das überrigional bedeutende Haus vorstellen könnte, ihren Anteil beitragen. Es fällt mir gerade im Jahresbericht Friedrichsfelde auf, wie viel Personal man dort beschäftigt. Ich könnte mir die beiden Zoos, die ja eigentlich jetzt einer sind, gut als Bundesinstitution vorstellen - allerdings ist da die Gefahr noch größer, daß man nach dem Muster von Gelsenkirchen oder Hannover in ein paar Jahren für viel Geld alles neu baut, um in einem Jahrzehnt vor den Problemen zu stehen, mit denen sich derzeit Münster herumschlägt. (23.10.2006, 18:29) | ||
| Michael Mettler: | @Konstantin Ruske: Wie sieht denn aus Sicht des Tierparks die Zukunft aus? In MILU oder Jahresbericht ist darüber nichts zu lesen, man ist also bislang leider nur auf externe Quellen wie die besagten Zeitungsberichte angewiesen. (23.10.2006, 09:42) | ||
| Konstantin Ruske: | Der momentane jährliche Zuschuß für den Tierpark Berlin liegt, zwar auch höher als der des Zoos, aber nicht korrekt von der Zeitung angegeben, bei etwa 6 Mio EUR und schon länger nicht mehr bei 8 Mio. Da wird also teilweise verzerrt oder nicht gründlich genug recherchiert. (23.10.2006, 08:21) | ||
| Michael Mettler: | @Stefan: Wobei sich die Frage stellt, wieviel Mitspracherecht ein zoologischer Leiter in einer AG überhaupt besitzt. Die Planungen in Berlin könnten schließlich auch völlig unabhängig von dieser Position bzw. ihrer Besetzung laufen (halte ich sogar für wahrscheinlich). Auch die Planungen zum Umbau des Tierparks zum Entdeckerzoo dürften wohl kaum auf Betreiben des Direktors entstanden sein.... Wie schon zu lesen war, könnte eine Re-Finanzierung des Aquariumanbaues - der nicht zuletzt als einnahmeträchtiger Eventraum gedacht ist - durch einen Hauptsponsor möglich werden, ähnlich den werbeträchtigen Benennungen von Sportstadien. Der Bau könnte dann also z.B. Allianz- oder Telekom-Aquarium heißen.... (Diese Beispiele habe ICH mir ausgedacht, aber so habe ich den Artikel seinerzeit verstanden.) Was die Bezuschussung der Berliner Gärten betrifft, hätte ich eigentlich nur in den von mir selbst aus der BZ reinkopierten Startbeitrag dieses Threads schauen müssen, wie mir gerade aufgefallen ist..... Man beachte die um vieles höhere Subvention des Tierparks! (21.10.2006, 15:35) | ||
| Stefan: | 25 Mio für einen Aquariumsanbau - alles klar! Und dann hatten wir ja noch das Nashorn-Regenwaldhaus in Planung... Wer ist hier jetzt pleite und wer träumt auf dem Papier? Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin ein großer Berlin-Fan. Aber vielleicht sollte sich die im Umbruch befindliche Zoospitze (Lange geht , Dr. B. kommt) erst einmal auf einen gemeinsamen Masterplan einigen, ehe von mehreren Seiten verschiedene Projekte vorgestellt werden. Es ist übrigens interessant zu sehen, dass scheidende Direktoren - überspitzt formuliert - am letzten Amtstag noch schnell ein Giga-Projekt raushauen und den designierten Nachfolger mit den Fragen der Finanzierung und Umsetzung zurücklassen. Köln lässt mit dem Hippoaquarium grüßen... (21.10.2006, 12:34) | ||
| Zoosammler: | Das neue Meerwasseraquarium am Berliner Zoo soll übrigens run 25 Millionen (damit ist der Kreis geschlossen) Euro kosten, Dr. Lange möchte es gerne aus Lotto- und Sponsorenmitteln finanzieren. Ich bin nicht so Berlin-fachkundig zu wissen, inwieweit sein designierter Nachfolger dieses Projekt weiterverfolgen wird. (21.10.2006, 00:46) | ||
| Michael Mettler: | Es muss ja keins von beiden wichtiger sein - gleich wichtig wäre ja auch schon ein Fortschritt. (20.10.2006, 22:01) | ||
| Zoosammler: | "SCHLICHT ein Witz" muss es natürlich heißen. (20.10.2006, 21:42) | ||
| Zoosammler: | Ich finde es immer relativ müßig, über dieses Zoo contra Theater zu diskutieren, was nun wirklich wichtiger ist lässt sich einfach nicht sagen - und wir Zoofans können wohl kaum beanspruchen, in dieser Frage objektiv zu sein. Aber was auf jeden Fall gezeigt wird, das fällt aber auch ohne Vergleich auf, 2,5 Millionen Euro sind schlecht ein Witz. Auch für Berlin. (20.10.2006, 21:41) | ||
| Sascha M.: | Habe da einen Interresanten Artikel im Stern gelesen. Nur zum Vergleich es geht da um die Kosten des Saarbrücker Theaters. Hier 2 Aussagen aus diesem Artikel. 1. "Deutsche Theater sind Volkseigene Betriebe. Nur rund 16 Prozent ihrer Kosten spielen sie selbst ein. Den Rest zahlt der Steuerzahler." 2. "Bislang zahlte das Land 24 Millionen Euro pro Jahr. Der Kultusminister ........... will die Zuschüsse deutlich kürzen. Zuerst verlangte er, sechs Millionen Euro einzusparen, nach massiven öffentlichen Protesten hat er seine Forderung auf drei bis vier Millionen reduziert". Wenn man jetzt noch die Besucherzahlen gegenüberstellen würde, wäre die Zahl von 2,5 Mio. Euro Zuschuß für den Zoo Berlin wohl verschwindend gering. Wie gesagt der Vergleich hinkt ein wenig, Saarbrücker Theater zu Berliner Zoo, aber allein der Vergleich von 25 Mio. zu 2,5 Mio Euro finde ich sehr interresant. (20.10.2006, 20:34) | ||
| Michael Mettler: | @Sacha Beuth: Stimmt schon, ich habe mir den Geschäftsbericht 2005 zur Hand genommen. In diesem Jahr bekam die AG Zuwendungen des Landes Berlin in Höhe von rund 2,5 Mio. Euro - eine Zahl, die in den letzten Jahren stetig gesunken ist, was die neuen Planungen für Einnahmequellen erklären dürfte. Vergleicht man diese Zahl mit der sehr ähnlichen Besucherzahl, heißt das , dass das Land Berlin jeden Zoobesuch mit einem (!) Euro subventioniert. Welch berauschender Anteil im Vergleich zu Theatern und Museen, da habe ich mal von einer dreistelligen Summe je Besucher gehört.... (20.10.2006, 19:49) | ||
| Sacha Beuth: | @Michael Mettler: Der Zoo (und der Tierpark) bekommen doch öffentliche Gelder für ihren Betrieb - oder irre ich mich jetzt total?. Und ich glaube, die Summe ist nicht unerheblich. Wenn also die Stadt den Hahn zudrehen würde, dann ist das so, wie wenn sie den oder die Zoos schliesst. Und es wäre wohl unwahrscheinlich, dass dann in kurzer Zeit genügend Private (Aktionäre) in die Bresche springen würden. (20.10.2006, 10:54) | ||
| Sacha Beuth: | @Zoosammler: Ich bete inständig, dass sie mit Ihrer Aussage bez. der zwei Zoos recht behalten werden. Aber ist der neue Hauptbahnhof wirklich ein angemessener? Ich bin wie gesagt kein Berliner, aber ich habe gelesen, dass sich viele Leute dort aufregen, dass die U-Bahn-Verbindung vom neuen Hauptbahnhof absolut ungenügend ist. Und für die Touristen ist es ohnehin schlechter. Die meisten Hotels liegen doch in der Nähe des Bahnhof Zoo. Klar, sind nicht alle Berliner solche Zoospinner wie ich. Fussballstadion, Oper, Theater, Musical oder Museen stehen beim einen oder anderen weiter oben als ein Tierpark. Darum meinte ich auch, das Geld hätte ALLGEMEIN für kulturelle Projekte verwendet werden sollen (wovon ein Teil natürlich den Zoos hätte zufallen sollen). (20.10.2006, 10:39) | ||
| Michael Mettler: | Wenn ich die Situation in Berlin richtig verstanden habe, kann die Stadt bzw. der Senat KEINEN von beiden Zoos schließen, denn der Zoo ist eine AG (also nicht kommunal) und der Tierpark ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des Zoo (also erst recht nicht kommunal). Somit könnte der Tierpark nach meinem Verständnis nur von einer Seite aus geschlossen werden, nämlich vom Zoo (!) - und dieser nur durch Auflösung der Aktiengesellschaft. Die Frage ist also nicht, ob sich die Stadt Berlin zwei Zoos leisten kann, sondern ob sich der Zoo den Tierpark leisten kann. Denn nach eigener Aussage kann sich der Zoo finanziell selbst am Leben erhalten, während der Tierpark defizitär ist. Anders gesagt: Wenn nun im Zoo neue Restaurants und Event-Räume gebaut werden, um mehr Geld einzunehmen, dann dient dies auch dem Erhalt des Tierparks. Denn die Aktionäre des Zoos finden es mit Sicherheit nicht witzig, wenn ihr Geld in ein Euro-Grab fließt. Womit mal wieder gezeigt wäre: Ein Zoo kann noch so gut sein, seine Existenz hängt eben doch vom schnöden Geld ab. (20.10.2006, 10:33) | ||
| Zoosammler: | Erzählen Sie bitte mal der Bevölkerung, dass sie auf einen angemessenen Bahnhof verzichten soll, um Geld in zwei der noch (!) am Besten ausgestatteten Zoos Deutschlands zu stecken. Ich teile allerdings ihre Sorge bez. des BVG-Urteils und sehe sie auch in einem größeren Zusammenhang mehr als tragisch. Meiner Meinung nach hat jedes Bundesland eine Verpflichtung gegenüber Berlin, da es ja die GEMEINSAME Hauptstadt ist - vielleicht wäre es an der Zeit, Berlin direkt dem Bund zu unterstellen, damit der schnell merken würde, dass man es sich nicht leisten kann, sich keine Hauptstadt zu leisten. Tatsache ist aber, dass ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass einer der beiden Zoos geschlossen wird - aber das wäre ja auch wirklich der absolute Super-GAU, man kann auch schon mit kleineren Maßnahmen großen Schaden anrichten. Aber so lange es weiterhin drei Opernhäuser gibt, wird es auch zwei Zoos geben, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. (20.10.2006, 10:15) | ||
| Sacha Beuth: | Das Bundesverfassungsgericht hat ja gerade entschieden, dass Berlin vom Bund keine (weitere?) Finanzhilfe in Milliardenhöhe beanspruchen kann. Und schon wird wieder von (weiteren) Kürzungen bei Kultur und Wissenschaft gesprochen. Wetten, dass die Frage, ob die Stadt zwei Zoos braucht, wieder auf den Tisch kommt? Als Teilzeit-Berliner (Pflichtbesuch mind. 1 mal pro Jahr) ahne ich Böses. Und gleichzeitig kommen Zorn und Aerger hoch, wenn ich sehe, für was in Berlin Geld verschleudert wird. Ich nenne nur den neuen Hauptbahnhof (jetzt mal unabhängig davon, wer wieviel an dem Bau bezahlt hat - das Geld hätte man besser für neue Projekte im Bereich Kultur (vor allem in den beiden Zoos) ausgegeben. Zumal ja Wowereit immer betont, die Stadt sei nicht zuletzt wegen der vielen kulturellen Möglichkeiten "sexy". Ich kann nur hoffen, dass sich die Berliner Bevölkerung weiterhin vehement für ihre beiden Tierparks einsetzen. (20.10.2006, 10:10) | ||
| Michael Mettler: | @Jelle: Nein, darüber finden sich keine konkreten Äußerungen. Weder im Jahresbericht für den Tierpark, noch im BONGO, noch im Geschäftsbericht des Berliner Zoos für 2005. Hätte ich nicht die verschiedenen Online-Artikel aus den Berliner Zeitungen gelesen, könnte ich mir aus den wenigen Andeutungen nicht viel zusammenreimen. (05.09.2006, 09:11) | ||
| Jelle: | Michael, Sie erzaehlen von das Jahresbericht 2005. Gibt es ueberhaupt von Hernn Blaskiewitz eine Erleuterungen zu das neues Zoo Konzept fuer Zoo Berlin. Was wird geschehen mit den Tierbestand. Spitzmaulnashoerner, Anoas, Gaure, Hirscheber, Schabrackentapire, Nilpferde .... Loewen, Tiger. Gorillas, Orang-Utans ..... Wie sieht es aus mit denen????? Warum keine Buchstabe im Jahresbericht zu diesen Erlebniszoo. Ich hoffe es waere kein zweiter Gelsenkirchen ..... SEIN!!! (04.09.2006, 23:19) | ||
| Michael Mettler: | In der Mitte sz, hinten tz, dann wärs wohl richtig :-) Ich habe einen Geschäftsbericht (nicht zu verwechseln mit dem "zoologischen" Jahresbericht) des Berliner Zoos für 2005 vorliegen. Wenn man sich Formulierungen wie Inhalte anschaut, dann kann ich einigen Zoo-Puristen hier im Forum nur raten: Zieht euch warm an, der "Erlebniszoo" ist auch auf dem Weg nach Berlin.... Da ist die Rede von "neuen Eintrittskartenprodukten", von der angestrebten "Produktdifferenzierung von Zoo und Tierpark", von "Maßnahmen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung" usw. Im "Brief des Vorstandes" gibt es nicht einen einzigen Satz zur Tierhaltung (oder gar zu Artenschutz etc.), wohl aber den Satz "Mit seiner Unentbehrlichkeit als bedeutendste entgeltpflichtige touristische Einrichtung in Berlin Berlin wird der Zoo eine aktive Rolle bei der Gestaltung des Tourismusstandortes Berlin einnehmen." Und gleich zu Anfang des kapitels "Unser Zoo" heißt es: "Die Zoologischer garten Berlin AG ist eines der traditionsreichsten und erfolgreichsten Freizeitunternehmen Berlins und damit ein für das Land Berlin bedeutender Wirtschaftsfaktor." Im weiteren Text: "Zoos, wie auch alle anderen Freizeiteinrichtungen, müssen sich zukünftig zum Dienstleister für das Wohlbefinden entwickeln. Atmosphäre muss geschaffen und Emotionen müssen angesprochen werden. Der Besucher soll sich auf eine Geschichte einlassen können und dabei die eigene Phantasie aktivieren. Zur Herausarbeitung des Erlebnisfaktors ist es angeraten, ein Thema zu besetzen, das den Besucher in eine Traumwelt versetzt und in der er Informationen und Erlebnisse erhält, die ihm selbst auf Reisen nicht zugänglich sind. Dieses Thema muss sich aber konsequent und in allen Bereichen wiederfinden." Im Absatz danach wird auf die gesellschaftliche Anziehungskraft des Zoos in vergangenen Zeiten hingewiesen, z.B. durch die Veranstaltung vom Filmbällen oder Sechs-Tage-Rennen. Einige Seiten weiter heißt es zur Herausgabe neuer Werbeflyer: "Diese sind ein erster Schritt zur Produktdifferenzierung. Grundtenor des Zooflyers ist der Zoo Berlin als grüne Insel im Herzen der Stadt mit Dschungelcharakter, d.h. große Artenvielfalt auf einem vergleichsweise kleinen Areal. Der Tierpark hingegen symbolisiert die große Weite afrikanischer Savannen, d.h. weitläufige Landschaften mit vorwiegend Herdentieren. Für das Zoo-Aquarium gilt es insbesondere, sich von Wettbewerbern zu differenzieren und Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten." DAS ist die Zoowelt von heute, denn das betrifft ja keineswegs nur Berlin. Aber der traditionelle Zoofan dürfte GERADE angesichts DES klassischen deutschen Zoos schlechthin trocken schlucken, wenn dieser sich selbst (!) als Tourismusprodukt bezeichnet. Höre ich da noch Lästereien über ZOOM & Co....? (04.09.2006, 22:47) | ||
| Melitta-Mann: | Sie meinen sicher Herrn Dr. Blaskiewitz ? Das von Ihnen erwähnte Tropenhaus wurde hier schon langatmig durchgekaut, es ist also schon"Kalter Kaffee" (14.08.2006, 06:37) | ||
| Mel: | Den letzten Gerüchten zu folge ist wohl nach der Übernahme der Leitung des Zoo´s durch Blaszkiewicz, die Idee eines Art Tropenhauses für den zoo gedacht, der Besatz soll wohl auch aus Panzernashörner bestehen, integirete Gastronomie und etliche Vogelarten. (14.08.2006, 02:33) | ||
| Michael Mettler: | @Sacha Beuth: Momentan liegt es ja am lieben Geld, das beiden Einrichtungen fehlt. So wurde das Schimpansenhaus resp. der "Affendschungel" schon am vorgesehenen Standort seit Jahren nicht realisiert, obwohl seine Baukosten auf "nur" 3 Mio. Euro veranschlagt werden. Andererseits - siehe unten - hätte der Zoo eigentlich auch lieber das Ozeanbecken als Anbau am Aquarium, das sich besser vermarkten lässt - die Schimpansen sind ja offensichtlich nur im Zoo geblieben, damit die Öffentlichkeit Ruhe gibt. Ob der Affendschungel nun auf dem Erweiterungsgelände oder statt des Riesenrades auf dem Wirtschaftshofgelände geplant würde, macht vom Kostenpunkt her wahrscheinlich keinen Unterschied. Und für den Tierpark möchte ich daran erinnern, dass der dritte Bauabschnitt der Bergtieranlagen ("Amerika") ebenfalls aus Finanzierungsgründen noch nicht begonnen wurde. Oder etwa auch deswegen, weil man mit diesem Anlagen und ihren Bewohnern nicht unbedingt mehr bzw. neue Besucher anlocken würde? Die aktuellen Baumaßnahmen (Rothunde, Hyänen, Bärenschaufenster) dienen jedenfalls im Gegensatz zu den Bergtieranlagen nicht dazu, neue Arten in den Bestand zu holen, sondern die Haltungsbedingungen vorhandener Arten zu verbessern. (06.08.2006, 16:40) | ||
| Sacha Beuth: | Obwohl in der Schweiz wohnhaft, verfolge ich die Entwicklung der beiden Berliner Tiergärten seit mehreren Jahren und besuche seit 1993 mindestens einmal pro Jahr beide Institutionen (erster Besuch 1984). Zum Berliner Zoo: Das Riesenrad wird ja wohl kommen. Könnte ein Besuchermagnet werden. Wichig ist hierbei, dass der Zoo finanziell profitiert und vor allem im Falle eines Fiaskos nicht mit hineingezogen wird (Ist soviel ich weiss zwar geregelt, aber man weiss ja nie). Persönlich hätte ich mir eine tierische Attraktion an dieser Stelle gewünscht. Hätte beispielsweise der Platz ausgereicht für eine neue Schimpansenanlage? Falls ja, dann könnte man die Tiere mit täglich wechselnden (und zu unterschiedlichen Zeiten veranstalteten) Beschäftigungsaktivitäten zeigen. Die Palette könnte von Problemlösungen bei der Futtersuche bis zum Erlernen einer Zeichensprache reichen. Nicht alles hätte mit dem natürlichen Verhalten der Primaten zu tun, würde aber Langeweile verhindern und den Besuchern zusätzlich "Action" bieten. In diesem Fall wären vielleicht auch Forschungsinstitute bereit, sich finanziell zu beteiligen (siehe Leipzig). Dass sich Tierpark und Zoo im Tierbestand ergänzen sollen ist sicher sinnvoll. Trotzdem wünsche ich mir, dass auch künftig in beiden Institutionen die sogenannten Pflichttiere wie Giraffe, Tiger, Löwe gezeigt werden (dafür jeweils andere Unterarten). Doppelbesetzung ist bei sehr seltenen Arten jedoch unablässig. Auch sollte die Artenzahl nicht noch weiter reduziert werden. Zum Tierpark: Die Weitläufigkeit der Anlage ist wunderbar, auch wenn man das gesamte Wegenetz des Parks an einem Tag kaum schafft. Leider dominieren bei vielen Anlagen die Gitter und grüngestrichenen Metallabschrankungen. Gem. Blaszkiewicz günstiger, aber auch unnatürlicher und hässlicher. Ausserdem wurde lange die Chance vertan, die Tiere in Lebensräumen anhand ihrer Herkunft zu präsentieren (z. B. Afrikaanlage mit Giraffen, Zebras, Antilopen und Straussen). Platz hat man ja. Da der Tierpark im Vergleich zum Zoo besuchermässig schlechter abschneidet hier ein paar Vorschläge zur Attraktiviätssteigerung: Bau eines Delphinariums (hier evtl. durch ausl. Investoren da sich in Deutschland wegen der militanten Tierschutzorganisationen kaum eine Firma dafür erwärmen würde). Das Delphinarium könnte auch einzeln besucht werden und für Veranstaltungen wie Hochzeit als Kulisse dienen. Oder ein Schildkröten-Ozeanium mit Meeresschildkröten (die ja im Zoo nicht mehr gezeigt werden). Oder ein "Manatee Research Center" (nur die englischen Ausdrücke ziehen noch), wohin die m. E. im Dickhäuterhaus nicht gerade optimal präsentierten Tiere zusammen mit Wirbellosen, Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und kleineren Säugetieren der Region ziehen könnten. Hinzu käme ein Restaurant mit karibischen Spezialitäten sowie Sonderangebote wie z.B. Schwimmen mit Seekühen (allerdings wegen des Stresses nicht allzu oft und nur gegen ordentlich Kohle). Letzterer Vorschlag hätte ausserdem den Vorteil, dass er in der deutschen Zoowelt einmalig wäre. Was halten die übrigen Forum-Schreiber davon? (06.08.2006, 15:56) | ||
| Karsten Vick: | Und mit seinen Erbtanten darf der Zoo sich das auch nich verderben. Ich glaub die Schimpansen sollten seinerzeit auch nach China, da gab es eine ähnliche Pressekampagne wie vor kurzem mit Bokito und dem "Horror-Zoo" in Shanghai. Nachdem der Zoo dann den Spieß umgedreht hatte und zum spenden aufgerufen hatte, war plötzlich Ruhe. Es ist eben immer viel einfacher, GEGEN etwas das Maul aufzureißen als sich FÜR etwas zu engagieren. Das Schimpansenhaus sollte auf die Fläche des jetzigen Wildpferdgeheges kommen und außerdem noch Guerezas beherbergen. Als der Zooführer zum letzten Mal ernsthaft bearbeitet wurde, war die Abgabe der Schimpansen beschlossene Sache; bis heute steht dort, dass derZoo die Gruppe abgegeben hat. (02.08.2006, 23:10) | ||
| Michael Mettler: | Sehe ich auch so, könnte mir aber vorstellen, dass die Hardcore-Schimpansenfans des Zoos selbst DAGEGEN protestieren würden... (02.08.2006, 21:39) | ||
| Tom Schröder: | Wenn dafür jemals Geld zur Verfügung stehen sollte, wäre dieses Haus sicherlich im Tierpark auch sinnvoller aufgehoben, da dieser bislang ja keine Menschenaffen hält. (02.08.2006, 21:32) | ||
| Michael Mettler: | Beim Googeln habe ich nun auch herausgefunden, was es mit dem Berliner "Affendschungel" auf sich hat, der "das Menschenaffenhaus entlasten" soll. Gemeint ist damit das auf dem Erweiterungsgelände angedachte Schimpansenhaus, für das vorerst kein Geld da ist. Da die Schimpansen ursprünglich abgegeben werden sollten und nur wegen Protesten der Öffentlichkeit in Berlin blieben, stellte sich der Zoo auf den Standpunkt, dass die Protestierenden dann konsequenterweise mit Spenden dafür sorgen müssten, dass ihre Lieblinge ein neues Haus bekommen. Das Spendenaufkommen war allerdings bisher sehr gering.... (02.08.2006, 10:00) | ||
| Michael Amend: | Find ich GUT, wenigstens unter den Zoofreunden geraten sie nicht in Vergessenheit, und vielleicht lesen ja viele Zoodirektoren das Forum, who knows ? (12.07.2006, 18:57) | ||
| Michael Mettler: | Das wüssten wir wohl alle gern... Aber das betrifft ja nicht nur Berlin, und Gnus sind ja DAS Dauerthema im Forum. (12.07.2006, 12:01) | ||
| cajun: | @Michael Mettler: Stimmt . Umgezogen wäre das richtige Wort ;-) Aber wie bei den Weißschwanz-Gnus ist das Zooschaufenster ja vielleicht der "Schleudersitz" aus dem Zoo ?!! :-) (12.07.2006, 12:00) | ||
| Dortmunder: | Warum hat Berlin eigentlich die Haltung der Weißschwanzgnus aufgegeben ??? (12.07.2006, 11:39) | ||
| Michael Mettler: | @cajun: Meines Wissens sind die Lamas noch vorhanden. Aber nicht mehr am Kamelhaus, sondern im Schaufenster-Gehege am Landwehrkanal, in dem früher die Weißschwanzgnus und zwischenzeitlich wohl die Somali-Wildesel standen. (12.07.2006, 11:38) | ||
| cajun: | @Michael Mettler: Zu den Cameliden : Der Zoo hatte bei meinem letzten Besuch nach Pfingsten die Lamas schon abgegeben.Das Gehege diente als Absperrgehege für eine Dromedarstute mit Fohlen und eine Herde Kamerunschafe.... (12.07.2006, 09:53) | ||
| Michael Mettler: | @Hannes: Wenn ich an die Hirschkollektion im Tierpark denke, ist es wohl unrealistisch, dass diese Arten alle in Vergesellschaftungen integriert werden können... Trotzdem gehe ich davon aus, dass an erster Stelle der Streichliste wohl Tiere stehen dürften, die ohnehin ausschließlich hinter den Kulissen gehalten werden, was trotz aller Vitrinen in den Schauhäusern noch immer auf etliche Kleinsäuger zuträfe. Und dann gibt es ja noch einen Haufen "Doppelbelegungen" in den Berliner Zoos, z.B. halten beide alle sechs Cameliden-Formen, Berg- und Grevyzebras, Säbelantilopen, Eis- und Brillenbären usw. Bei den "must-have-Arten" (Eisbär!) wird man wohl nicht drumherum kommen, sie in beiden Zoos zu halten, aber ansonsten ist auch da Streichpotenzial zu vermuten. Und so käme schon mal eine erkleckliche Zahl zusammen, das lässt für die Raritäten hoffen... (12.07.2006, 09:25) | ||
| Dennis: | Hoffentlich gibts dann wieder tapire in friedrichsfelde.. (12.07.2006, 08:37) | ||
| Hannes: | Ich sag ja auch nicht das das Brehmhaus so erhalten bleiben soll. Ich würde es nur in diesem Zoo vermissen mich wie in einem Safaripark zwar an großen Anlagen aber wenig Arten erfreuen zu können. Man kann die Tiere ja trotzdem halten nur in besseren größeren Anlagen. (11.07.2006, 23:05) | ||
| Saya: | Wenn einiger der "Vitrinen" im/am brehmhaus von kleinkatzen geleert werden, wäre aus aus Tierschutzsicht sehr zu begrüßen! (11.07.2006, 22:50) | ||
| Hannes: | Ich hoffe nur das nicht allzuviele Raritäten weggeben werden. Bei den Huftieren kann ich mir denken das viele auf schöne große gemeinschaftsanlagen kommen aber ich befürchte verluste bei den Kleinkatzen (11.07.2006, 22:34) | ||
| Saya: | Nein wegen Menschenaffen bestimmt nicht, aber wenn er dazu gezwungen wird, massenhaft Vergesellschaftungen einzuführen, dann vielleicht schon. (11.07.2006, 22:29) | ||
| Karsten Vick: | Dem Datum nach sind das keine neuen Erkenntnisse, sondern nur das was ein Berliner Revolverblatt aus der Zoo-Hauptversammlung gemacht hat, die ganz am Anfang dieses Threads steht. Wobei die hier angeführten Beispiele ja nichts schlimmes beinhalten. Dr. B. wird bestimmt nicht Amok laufen, wenn der Zoo ihm eine Menschenaffenart abgibt. (11.07.2006, 19:56) | ||
| Saya: | Und Herr B. läuft dann Amok oder was?? Ein solches Konzept wird er doch nie unterstützen. (11.07.2006, 19:49) | ||
| Sven P. Peter: | Aus dem Berliner Kurier: Tierpark Die Affen ziehen bald wieder ein Lichtenberg - Aug' in Auge mit der Giraffe und Löwen lebensnah: Der Tierpark wird zu einem Erlebnispark umgebaut. Und dort sollen auch wieder Menschenaffen zu sehen sein. "Die Besucher des Tierparks sollen das Gefühl haben, Teil einer Landschaft zu sein", sagt Dr. Gerald Uhlich, Finanzchef von Zoo und Tierpark, zum Konzept für Europas größten Landschaftstiergarten. Das ist in den nächsten Jahren geplant: Auf dem Gelände sollen sich weniger Tiere (noch 9300) tummeln, die Übrigen möglichst zusammen leben. So könnten sich Wisente wie in ihrer Heimat mit Wölfen eine entsprechend umgebaute Anlage teilen. Von einem Hochsitz aus könnten Besucher den Giraffen auf Augenhöhe begegnen, die Löwen von so genannten Lodges aus beobachten. Brücken und Wege sollen dichter an die Tiere heranführen. Und: Im Tierpark soll es auch Menschenaffen geben. Die wurden nach der Wende abgeschafft. .SK Berliner Kurier, 13.06. (11.07.2006, 19:33) | ||
| Dortmunder: | Woran man wieder mal sieht, dass man wohl grade bei der Vergesellschaftung von Schimpansen Rücksicht auf ihre nicht ganz so pazifistische Ader nehmen sollte... Ein Jäger bleibt immer ein Jäger (auch in der 12. Zoo-Generation)... Und mit einem ausgewachsenen Schimpansen-Mann möchte ich auch nicht vergesellschaftet sein, wenn der seine fünf Minuten kriegt... (07.07.2006, 21:28) | ||
| Michael Amend: | Na ja, leider haben die Schimpansen in Heidelberg die Ginsterkatzen etwas übereifrig als"Staubwedel"benutzt..... (06.07.2006, 00:00) | ||
| Johannes Pfleiderer: | Die Ginsterkatze in Augsburg ist im Haus für Tiger und Leoparden in einem großen bepflanzten Innengehege am Eingang des Gebäudes untergebracht. Ich habe sie jedoch bei meinem letzten Besuch vor einem Jahr nicht gesehen, kein Wunder bei dieser tagsüber recht hellen Unterbringung (großflächige Verglasung auch nach außen). Die einzige Ginsterkatze, die sich mir je in einem normalen Gehege gezeigt hat, war die in Heidelberg bei den Gorillas. (06.07.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Da fügen sich die Fäden zusammen: Die letzte Berliner Ginsterkatze wurde nämlich doch nicht nach Dortmund abgegeben, sondern nach Augsburg - habe ich im BONGO nochmal nachgesehen. Das ist eine Kleinfleck-Ginsterkatze. Hat Dortmund nicht Großfleck-Ginsterkatzen alias Tigergenetten? Und außerdem hat das alles nix mehr mit Zukunftsplänen in Berlin zu tun :-) (05.07.2006, 00:00) | ||
| Michael Amend: | Wo ist denn eigentlich die Ginsterkatze in Augsburg untergebracht ? (04.07.2006, 00:00) | ||
| IP66: | Gibt es denn Erfahrungen mit Terminen der Sichtbarkeit der dortmunder Ginsterkatze? Ich habe es schon verschiedentlich recht früh und recht spät versucht, ohne Erfolg. (04.07.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Schlaues Kind :o) Ich erkläre dich ab sofort zu meinem Vorbild... ;o) (03.07.2006, 00:00) | ||
| cajun: | Des Rätsels Lösung ist: Es ist EIN Weibchen und sie kommt aus Privathaltung.Und von wem weiß ich auch. ;-) (03.07.2006, 00:00) | ||
| dennis: | Ich sah bei meinem besuch in Dortmund 2004 zwei ginsterkatzen mit Nachwuchs (03.07.2006, 00:00) | ||
| Dirk K: | Nach dem kleinen Käfig zu urteilen schätze ich auf höchstens zwei Ginsterkatzen in Dortmund. (03.07.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Da fragst du was ! Man sieht das Tier / die Tiere ja kaum oder fast nie... (03.07.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Stimmt wohl, obwohl Berlin meiner Erinnerung nach nur noch EINE Ginsterkatze erwähnt. Das war übrigens der letzte Nachfahre der früheren Stuttgarter Zucht und somit eine Südwestafrikanerin (Genetta genetta pulchra bzw. nach anderer systematischer Ansicht Genetta felina pulchra). Wieviele Tiere hat denn Dortmund? (03.07.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Sollten die Berliner Genetten vielleicht sogar identisch mit den Dortmunder Tieren sein ??? (03.07.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Laut einem Online-Artikel der Berliner Morgenpost hatten Zoo und Aquarium zusammengerechnet im letzten Jahr 2,3 Mio. Besucher. Was den Anteil an Touristen betrifft, geht leider nicht daraus hervor, ob die Aussage diese Gesamtzahl oder nur den Zoo allein betrifft; jedenfalls wird ein Anteil von 50% für Auslandstouristen genannt! Bei den Renovierungsarbeiten am Bergtierfelsen werden gleich zwei Neuerungen eingearbeitet: Eine Aussichtplattform am höchsten Punkt der Anlage sowie ein kleiner Wasserfall. Und im Nachttierhaus sollen "kleinere" Arten weichen, damit für die "größeren" mehr Platz entsteht. (Umgekehrt wäre einfacher gewesen...) Laut BONGO wurde allerdings bereits die Ginsterkatzenhaltung aufgegeben - ist das eine "kleinere" Art? Was für "größere" kommen denn dann ins Nachttierhaus...? (02.07.2006, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | @ IP66, da sind wir uns in der Sache einig! Das sehe ich genau so! Mir waren nur "kein wirklich attraktives Stadtbild" in einer "wenig attraktiven Landschaft" einfach ein "wenig" zu pauschal. Bezgl. der Zoos finden Sie meine volle Zustimmung! (29.06.2006, 00:00) | ||
| IP66: | @Herr Jahn: Erst einmal muß ich mich entschuldigen, denn ich kenne Berlin zumindest gut genug, daß ich weiß, daß Stadt und Umland durchaus attraktiv sind. In meinem Beitrag gint es eher darum, daß es weder in der berliner Innenstadt noch im Umland so etwas wie sich selbst vermarktende Attraktionen gibt. Sicherlich gehört das brandeburger Tor dazu, der stadtseitige Teil der Linden, aber ich habe schon oft von Berlin-Besuchern gehört, daß sie mehr Nikolaiviertel wollen und das Fehlen eines geschlossenen Stadtbildes wie in Paris oder Wien bedauern. Der Zoo setzt da einen eigenen Akzent, und ich glaube, daß gerade die Altbauatmosphäre, die Gehegedichte und die Artenfülle dazugehören - eben auch im Vogel- oder Raubtierhaus, von denen ersteres ja auch schon bald ein halbes Jahrhundert alt ist. Deshalb würde ich es für nützlich halten, wenn man die Neubauprojekte in den Osten verlagert, selbst wenn es im Westen weniger Besucher ergäbe. 1,6 Millionen sind ja im Vergleich zu anderen gut besuchten Zoos ein ganz hervorragender Wert, der wohl kaum als Problem angeführt werden kann - man denke nur an die Schwierigkeiten in Hannover. (29.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Ach ja... Also, bei den Plänen zum "neuen" Nachttierhaus" scheint ja, bis auf die Vergrößerung der Anlagen, alles beim alten zu bleiben, zumindest, was den Besatz angeht ! Die Kombination Erdferkel / Springhase / Galago ist doch schon früher in der "Mondschein-Erlebniswelt" gehalten worden, oder ? Und gibts mittlerweile neue Erkenntnisse über die Besetzung des Raubtierhauses ??? (29.06.2006, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | @ Dortmunder, genau das ist eben NICHT zurück zum Thema! Der Thread heißt "Zukunftsplänbe Berlin" und nicht Tierverluste oder klopfen an Scheiben!! (29.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Was mir grade auffällt... cajun, du bist ne Frau ??? :o) Aber zurück zum Thema, manche Leute lernen es halt nicht... Wenn man bedenkt, was die Zoos schon für Verluste durch gestörte und fütternde und randalierende Besucher hatte... Ich kapiers echt nicht ! (29.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Amend: | @Lebenslanges Zooverbot für fütternde Zoobesucher in Frankfurt ? Ach, deshalb hat der Zoos chons eit Jahren keine Beucher mehr....Scherz beiseite, lebenslanges Zooverbot hat in Frankfurt niemand bekommen, laut Schild gab es Zooverweis und 25 DM GeldbuÃe, aber ob das jemals auch nur einmal passiert ist.... (29.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Ich klopf' jetzt auch mal: Macht doch dafür ein eigenes Thema auf... :-) Offene Haltung im Berliner Nachttierhaus dürfte angesichts der angepeilten Tierarten kaum machbar sein. In der "afrikanischen Savanne" sollen z.B. Erdferkel, Springhasen und Senegal-Galagos zusammenleben, und Galagos springen meterweit. Im "madegassischen Trockenwald" würde ich mal Mausmakis vermuten, die ebenfalls schnell entkämen, im "südamerikanischen Regenwald" wohl Nachtaffen - und die sollen ja bestimmt nicht plötzlich in "Afrika" auftauchen. Und über die Offenhaltung von Vampirfledermäusen brauchen wir wohl nicht diskutieren.... (29.06.2006, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Ich finde da greifen die Zoos auch nicht genug durch... WIe war das in Frankfurt; Wer füttert bekommt lebenslang Zooverbot! Das is doch ma konsequent! (28.06.2006, 00:00) | ||
| Hannes: | genau das hab ich mal einen Besucher gefragt der das bei den Münsteraner Nashornleguanen gemacht hat und der sagte nur den brillianten Ausspruch "Äh die sind sonst langweilig" Wahnsinn ich fand die nicht vorhandene reaktion auch unglaublich aufregend. Das Beste war am gleichen Tag auch das Ohrenbetäubende Trommeln (kein Witz man konnte sein eigenes Wort nicht verstehen) im Aquarium dank eines sehr großen Schulausfluges. (28.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Finde aber auch immer wieder schön, wenn jemand, z.B. in Köln ans Aquarienfenster der Quallen klopft... Was soll das bringen ??? (28.06.2006, 00:00) | ||
| cajun: | Dem Berliner Nilkroko wurde doch schon mit `ner Zwille ein Auge ausgeschossen.... Vom Streichelzoo weiß ich nichts. Aber vielleicht eine kleine Anekdote von vor fünf Jahren aus Duisburg: Ich war mit meinem Ex dort und der Zoo war proppevoll mit Ruhrgebietsadel, der die Tiere -trotz Verbot-fütterte und neckte. Im Affenhaus ist mir dann der Kragen geplatzt! Da versuchte eine Frau unter den Panzer einer Riesenschildkröte, die zu der Zeit im Winterquatier waren ( eine viereckige Grube mitten im Haus)zu fassen und hing schon fast mit der ganzen Hand im Panzer. Da bin ich hin und habe sie mit der Frage "Finden Sie das schön?" in die Seite gezwickt. Ok, aber bei der "Horde" in Berlin hatte ich auch eine latente Krawatte, weil im Dunkeln und allein gegen zehn habe ich feigerweise meinen Mund gehalten. Pfleger o.Ä. Aufpasser waren nicht anwesend. Soweit ich weiß ging es hier mal um Kinder und Familien, die lärmig sind und nerven, aber noch nicht um "Rütli-Schüler" im Zoo. ;-) (28.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Scheibenklopfer und Randalierer im Zoo sind für mich auch die Höchststrafe... Wenn ich nicht so ein ruhiger Typ wäre... (28.06.2006, 00:00) | ||
| Hannes: | Oh ja diese Thema hatten wir ja auch schon. Warum geht es in Holländischen Zoos und bei uns nicht. Genau das hab ich mich z.B. auch bei der Krallenotteranlage gefragt welche kein Geländer hat. Man läuft nur zwischen E-Zäunen umher. Das gleiche gilt auch für die Pinguinanlage. Naja zum Glück klappts ja noch bei den Pinguinen in Rheine. Wie sieht das eigentlich im berliner Streichelzoo aus? Ich hab gehört da gibt es auch oft Probleme. (28.06.2006, 00:00) | ||
| cajun: | @Hannes: Nachdem ich kürzlich eine Gruppe Jugendlicher mit Migrationshintergrund ( Zufall, hätten auch Deutsche sein können) in der Nachttierabteilung in Berlin erlebt habe, wäre mein Vorschlag Panzerglas als Gehegeabsperrung zum Schutz der Tiere! (28.06.2006, 00:00) | ||
| Hannes: | Mit Holz zaun und kleinem belebten(?) Wassergraben. gegen Glas ist nichts zu sagen,spart zumindest Platz und ist bei der Dunkelheit besser als Gitter. Ich meine nur ob man nicht für nicht Kletterer (Gürteltiere,Erdferkel?)eine andere Absperrung benutzen kann. (28.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Wie werden die Gehege denn dann in Emmen begrenzt ? Und was spricht gegen die Scheiben-Abgrenzung ? (28.06.2006, 00:00) | ||
| Hannes: | Oder kann es sein das zum Teil etwas wie in Emmen gebaut wird. Dort gibt es im Südamerika haus doch ein nachttierabteil OHNE Glas: (28.06.2006, 00:00) | ||
| Karsten Vick: | Der Satz mit der "Destination" steht fast wortwörtlich schon im 2004er JB. (28.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | So, jetzt HABE ich den neuesten BONGO und begierig nach Infos über die Neuausrichtung gesucht. Da heißt es u.a.: "Alle Beteiligten sind sich einig, (...) dass vor allem noch mehr Erlebnistierhäuser im Vordergrund der Planung stehen müssen, um auch bei schlechtem Wetter genügend Besuchsanreiz zu bieten." Man beachte die Wortwahl - ERLEBNIStierhäuser! Weiter: "Deshalb ist es wichtig, dass die Vorplanung für das "Sungai-Tal" im Eingangsbereich Löwentor bereits abgeschlossen ist. (...) Um den historischen Eingang am Löwentor entstehen zwei große Schauhäuser für Panzernashörner, Affen und Vögel mit für das Publikum begehbaren Tropenlandschaften. Beide Tropenhäuser mit ihren großen Außenanlagen werden durch ein Erlebnisrestaurant im asiatischen Stil verbunden und sollen auch in den Abendstunden geöffnet sein, so dass hier für Touristen und Berliner eine neue Destination der besonderen Art entsteht." Schön formuliert, das Letzte hört sich fast an wie Kaffeewerbung... Jetzt also DOCH zwei Häuser an einer Stelle? Zum geplanten Ozeanbecken des Aquariums heißt es dagegen "Da dieser Anbau nun aber kaum in allernächster Zeit kommen wird..." Die Informationen aus Berlin sind schon ziemlich verwirrend. Geplant sind auf jeden Fall noch zwei Freianlagen am Affen-Tropenhaus. Und auch zum Nachttierhaus ist etwas zu finden: Kleine Anlagen sollen zu großen zusammengefasst und teilweise tatsächlich bis in den jetzigen Besucherbereich ausgedehnt werden. Zitat: "So entstehen aus den bisherigen Vitrinen echte Lebensräume." (Ich nehme mal an, dass die Tiere auch dann noch hinter Glas gehalten werden, also werden doch aus den Vitrinen einfach nur größere Vitrinen...?) Und natürlich heißt das dann auch nicht mehr Nachttierhaus, sondern "Mondschein-Erlebniswelt". Hannover, ick hör dir trapsen... :-) (28.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Laut BONGO 35 (den neuesten habe ich noch nicht) hatte der Zoo Berlin 2004 knapp 1,5 Mio. Besucher. Wenn tatsächlich 60 % davon Touristen sind - wobei die Frage ist, ab welcher Entfernung ein Besucher als "Tourist" gezählt wird - kamen also 600.000 Besucher aus Berlin (eventuell inklusive Umland). Wieviele Einwohner haben denn Stadt und Großraum derzeit? (24.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Beim Googeln habe ich mehrere Artikel zum Thema unter tagesspiegel.de gefunden. In einem davon heißt es, dass der Zoo durch die Herabstufung des Bahnhofs Zoo einen Besucherrückgang befürchte: "60% der Gäste sind Touristen." Wenn diese Zahl stimmt, heißt das ja gleichzeitig, dass es dringend nötig ist, mehr Berliner in den Zoo zu locken. Da macht die geplante Erlebnisgastronomie schon Sinn. In einem anderen Artikel wird erwähnt, dass die Finanzverwaltung Zoo und Tierpark schon mal eine Flächenvermarktung, also einen Verkauf von Teilen der Gelände nahegelegt habe - z.B. um das Erweiterungsgelände des Zoos für den Wohnungsbau freizugeben. Das ließe sich aber wohl nicht realisieren. Und das Thema Riesenrad am Zoo ist auch noch immer aktuell. Erwähnt wird auch, dass der Zoo wohl allein überlebensfähig sei, der Tierpark hingegen überhaupt nicht. (24.06.2006, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | IP 66, ohne zu wissen, wo sie herkommen, kann ich bei Ihrer Argumentation zu Berlin diese so nicht stehen lassen. Für einige Millionen Besucher der Stadt pro Jahr hat sie sehr wohl ein attraktavies Stadtbild und auch die Mark Brandenburg ist für sehr viele Nicht-Berliner und noch mehr für die Berlner ein sehr schönes Umland mit einer wundervollen Landschaft, mit extrem viel Wald, wunderschönen Seen und historischen Orten. Das ist sicher nur Ihre subjektive Einstellung zu Berlin. (17.06.2006, 00:00) | ||
| Dennis: | man söllte eine Zoosteuer einführen.. (Vorsicht Sarkasmus) (17.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Dass der Zoo (inklusive Aquarium) für Touristen ein Muss ist, würde ich auch vermuten. Seine Geschichte, einige historische Bauwerke und nicht zuletzt auch seine zentrale Lage tragen sicher dazu bei. Beim Tierpark wäre ich mir da nicht so sicher, und auch dort war ich schon x-mal und habe dementsprechend Publikum erlebt. Das Klischee vom kamerafixierten Touristen aus Fernost wurde z.B. meiner Erinnerung nach bei jedem Besuch des Zoos mit neuem Leben gefüllt, im Tierpark ist mir dieser "Klassiker" eigentlich nie über den Weg gelaufen. Zufall oder Wirklichkeit? Es ist aber generell erstaunlich, wie sich selbst wenig an Zoos Interessierte zu einem Besuch verlocken lassen, wenn die Einrichtung Weltruf besitzt (und zwar nicht nur unter Fachleuten). Ich hatte vor Jahren gleich zwei Kollegen vom Kaliber "ich gehe alle fünf Jahre mal in den Zoo". Beide machten unabhängig voneinander Urlaub in Kalifornien, und beide besuchten ganz selbstverständlich sowohl den San Diego Zoo als auch den Wild Animal Park. Mit den meisten gesehenen Tieren konnten sie zwar nichts anfangen, aber die Zoos fanden sie toll. Solche Besucher wünscht sich wohl jeder Zoo. (16.06.2006, 00:00) | ||
| IP66: | Ich möchte nicht dadurch nerven, daß ich mich schon wieder melde, doch ein Aspekt scheint mir ebenfalls wichtig: Berlin hat keine Industrie und kein wirklich attraktives Stadtbild und liegt auch in einer wenig attraktiven Landschaft. Mithin braucht es Dinge, um derentwillen es von Menschen besucht wird - und angeblich ist die Tourismusbranche doch der große Wachstumsmotor. Wenn aber die Touristen sich nichts mehr ansehen können, werden sie auch nicht mehr kommen. Bei meinen Besuchen in den berliner Zoos bin ich immer wieder auf begeisterte Nicht-Berliner gestoßen, die z. T. auch der zoologischen Gärten wegen nach Berlin gekommen sind. Wer Besucher anziehen will, braucht profilierte Sehenswürdigkeiten und keine heruntergesparten Zoos. (16.06.2006, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Da hat wohl jemand Gewinn und Umsatz verwechselt... Asche auf mein Haupt. Aber so was kann passieren, wenn selbst Dr. Angela Merkel sich bei brutto und netto schwer tut... (16.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Leider sagen Rekordumsätze nichts über den wirtschaftlichen Zustand aus, wie sagte schon Helmut Kohl: "Entscheidend ist, was hinten rauskommt." Im BZ-Artikel wird der Tierpark als "defizitär" bezeichnet. Selbst Prozentzahlen sind ohne Kenntnis des Grundwertes mit Vorsicht zu genießen: Wenn z.B. an einem Sauwetter-Tag nur zwei Zoobesucher ein Zoorestaurant aufsuchen, am nächsten aber vier, dann ist das immerhin eine Steigerung um 100 Prozent.... (16.06.2006, 00:00) | ||
| Zoosammler: | In diesem Sinne ist ebenfalls interessant, dass sowohl Zoo als auch erst Recht Tierpark dieses Jahr Rekordumsätze erwirtschaftet haben. Übirgens finde ich es in den Kontext dieser Entwicklung mehr als passend, dass so wenige Tage nach dem die "Bombe aus Berlin" geplatzt ist, die Amtszeit von Klös als Aufsichtsrat endete, gewissermaßen geht nun eine Ära erst Recht zu Ende und wird (vielleicht) von einer völlig neuen abgelöst. (16.06.2006, 00:00) | ||
| IP66: | Vieles in dieser Diskussion ist mehr als skurril: Leben im Tierpark die Tiere nicht schon in "großen Herden"? Müßte man nicht die Neubauten in Friedricgsfelde errichten, um dort die Besucherzahlen zu steigern? Und wie will man dadurch, daß man den halben Zoo zur Baustelle macht, dort gewinnbringendend die Einnahmen steigern, selbst wenn die Baustellen kein Geld kosten? Wenn man die einheitliche Direktion mit einem berliner Bereich vergleicht, der da schon weiter ist, sieht das Ergebnis ganz anders aus als hier diskutiert: Alle drei Opernhäuser existieren noch, es gibt einen Leiter des Ganzen, der wenig zu sagen hat. Aber die Einzelhäuser verfolgen alle ihr eigenes Konzept mit weniger Geld und weniger Qualität, und das künsterlisch am wenigsten erfolgreiche Institut verbraucht das meiste Geld und wird von der Politik trotzdem gehätschelt. Das würde für die Zoos eher Stagnation bedeuten, und vielleicht in der Tat irgendwelche Implantationen aus Gelsenkirchen und Hannover, die aber nicht über die Größe einer Meerschweinchenanlage hinauskommen. (16.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Stimmt zwar, aber das ist leider nicht zu ändern - weder für einen beruflichen noch für einen Hobby-Zoomenschen. Die Diskussion darüber, dass z.B. ein Opernhaus je Besucher um ein Vielfaches höher subventioniert wird als ein Zoo, gab es schon zu Grzimeks Zeiten (und vielleicht auch vorher schon). In den Augen von Finanzleuten ist Zoo eben keine Kultur, sondern Unterhaltungsbetrieb - deswegen stehen sie ja der Erlebniszoo-Entwicklung so positiv gegenüber. Vielleicht ist der Erlebniszoo unter den wirtschaftlichen Zwängen tatasächlich die einzig verbleibende "ökologische Nische" für die hiesige Zoowelt. Immer noch besser als eine Schließung, oder? Das mit der Schwarzmalerei würde ich auch so sehen. Wir sind nun mal eine Art Fan-Szene, und Fans sind offenbar bezüglich ihrer Lieblingsgebiete sehr konservativ und misstrauisch gegenüber Änderungen.... Was die Artenvielfalt betrifft: Wenn die Berliner Planer eher nach Leipzig und Hannover als nach Gelsenkirchen schielen, dann besteht durchaus Hoffnung, denn die Beiden zeigen doch, dass sich Erlebniskonzept und zoologische Spezialiäten durchaus in Einklang bringen lassen. Neben einem gewissen Einheits-Grundbestand - man könnte ihn glatt "zoologisches Fast Food für Otto Normalbesucher" nennen - gibt es in beiden Zoos nicht wenige eher unpopuläre Arten, und es funktioniert. (15.06.2006, 00:00) | ||
| R.Masell: | @Karsten Vick Im Bongo36 steht das beide Tropenhäuser am Eingang Löwentor entstehen sollen! Gemeinschaftsanlagen im TP möchten wir doch alle haben. Nur hoffentlich kein Umbau auf das Standardzooprogramm wie es im Moment üblich ist. (15.06.2006, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | So gelesen, Michael, wäre dem ganzen tatsächlich auch noch etwas abzugewinnen. Vielleicht malen auch wir hier einfach zu schwarz. Aber bei Artenreduzierung hatten wir es ja hier auch schon oft genug, dass da eine Sorge berechtigt ist, sie könnte bis zum Exzess betrieben werden oder zum Einheitsbrei führen! Und was die Finanzierung angeht, das mag ja sein, dass zwei Zoos recht teuer sind und auch, dass Berlin so gut wie pleite ist, aber wenn ich mir dann die Listen ansehe, die jährlich vom Bund der Steuerzahler herausgegeben werden (macht das eigentlich noch immer Herr Däke?) und mir dann ansehe, für welchen "Mist" da wieviel Millionen zum Fenster herausgeworfen werden, dann finde ich nun gerade die Zoos die völlig falsche Stelle, um zu sparen!!! Ich sage nur Stadtschloss oder Palast der Republik!!!!! (15.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Du nimmst mir das Wort aus dem Munde. Auch mir sieht es danach aus, als sollen Zoo und Tierpark mit den angedachten Maßnahmen vor allem unter dem Blickwinkel der Wirtschaftlichkeit umgerüstet werden - und da wäre es ja folgerichtig, wenn der kaufmännische Leiter in der Hierarchie über dem zoologischen stünde. Immerhin mangelt es ja an Geldern, siehe die noch nicht umgesetzte "amerikanische Bergtierwelt" im Tierpark. Und die Entscheidung, für beide Einrichtungen gemeinsam sowohl einen kaufmännischen wie einen zoologischen Leiter einzusetzen, kann ja neben der organisatorischen Abstimmung auch bedeuten, dass man schlichtweg Personalkosten auf der Führungsebene sparen will bzw. muss. Bei aller Zooliebe müssen wir uns vor Augen halten, dass eine solche Einrichtung irgendwie finanziert werden muss, und die Stadt Berlin soll ja ziemlich pleite sein - und hat gleich ZWEI Zoos am Hals.... Was die Umgestaltung im Tierpark betrifft, so lese ich da aus dem Artikel noch keineswegs den Kunstfels-Stil der bereits existierenden Erlebniszoos heraus. Einblicke verschaffen und den Besucher an die Tiere näher heranbringen geht doch auch einfacher, siehe die Afrika-Lodge in Münster oder die "Wandelsafari" in Arnheim. Und dieser Stil würde m. E. durchaus in den Tierpark passen. Was die Artenreduzierung betrifft: Auch da steht nichts davon drin, seltene Tiere zu reduzieren, immerhin werden die vielen in BEIDEN Zoos gehaltenen Tierarten erwähnt. Und was spräche dagegen, wenn z.B. der Zoo nur noch Dromedare und der Tierpark nur noch Trampeltiere hielte statt jeder beides? Allein unter diesem Auswahlkriterium ließe sich schon einiges besser abstimmen, das haben wir doch im Forum selbst schon mehrfach diskutiert. (15.06.2006, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | Oder es wieder mal die "Herrschaft" eines kaufmännischen Direktors gegenüber dem zoologischen Leiter! Was hatte Müller in Leipzig denn unter Junhold noch zu melden? Ich bin wirklich gespannt, ob Dr. B. das mitmacht!!!! (15.06.2006, 00:00) | ||
| Karsten Vick: | Dr. B. müssten sie wohl auf seinem Stuhl festbinden, um das alles durchzukriegen. Sicher, auch ich hab mir immer gewünscht, dass im Tierpark mal was in Richtung Klotzen statt Kleckern passiert. Die Infrastruktur muss verbessert werden und der Park v. a. für Familien mit Kindern attraktiver gemacht werden. Es ist Dr. B. schon oft vorgeworfen worden, dass er schmucklose Gehege baut. Selbst bei Dathe gabs mehr Effekthascherei (Affentempel), aber wenn sich im TP auch Freizeitforscher und Eventmanager a la Zoom Gelsenkirchen austoben dürfen, wird sicher nicht nur er im Grabe rotieren. Na wolln mal sehen was da wirklich passiert. Bei den Zoo-Plänen haben wohl die Zeitungsschreiber was durcheinander gebracht. Lt. BONGO soll an jedem der beiden Eingänge ein Warmhaus entstehen, aber die sind natürlich nicht MITEINANDER verbunden, sondern jedes für sich MIT einem Erlebnisrestaurant. Und zwar stand das schon im JB 2004. Verrät der neue schon mehr oder gibts den noch gar nicht? Und was ist eigentlich mit dem Schimpansenhaus im Erweiterungsgelände? (15.06.2006, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Mir bleibt weiter unklar, wer da welche Interessen verfolgt: Ist das Ganze ein (verkürzt gesagt) "Lange-Einfall", wäre doch mit ziemlicher Sicherheit davon auszugehen, dass Dr. B. zumindest die abstrusen Tierparkpläne wieder kippt. Was für den Zoo geplant ist, erschließt sich mir logisch noch nicht so ganz, klingt aber durchaus interessant. (15.06.2006, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | Also wir hatten ja sowohl das Thema "Erlebnis-Zoo" ala Hannover, als auch das Thema "Tierpark Berlin" mit all seinen Stärken und Schwächen schon mehrmals. Aber wenn ich mir nun vorstelle, dass der Tierpark tatsächlich nach dem Vorbild von Hannover, Leipzig und Co umgestaltet werden soll, dann kann ich ganz persönlich nur mit einem Berliner antworten: "Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte!" (Max Liebermann anlässlich des Fackelmarsches bei der Machtergreifung Hitlers) (15.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Da das Thema nach meinem Geschmack so brisant ist, dass sowohl für das Thema Nashorndschungel als auch für "Neues" eine Nummer zu groß ist, erlaube ich mir, dafür einen eigenen Thread zu eröffnen und habe zu diesem Zweck den Artikel aus der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung kopiert: Safari im Tierpark Zoo und Tierpark sollen sich stärker spezialisieren / Unmut unter Aktionären über Fusion Claudia Fuchs Der Zoologische Garten und der Tierpark stehen offenbar vor einer konzeptionellen Neuausrichtung. Darüber wurden gestern die Aktionäre der Zoologische Garten Berlin AG auf ihrer Hauptversammlung informiert. Im Zoo in der City-West soll künftig mehr Augenmerk auf Themenschwerpunkte gelegt werden, der Tierpark in Friedrichsfelde hingegen soll zum "Entdeckertierpark" umfunktioniert werden. Dafür soll die Zahl der Arten im Tierpark deutlich reduziert werden und die verbleibenden Tiere in großen Herden zusammenleben. So zumindest beschrieb der kaufmännische Direktor beider Einrichtungen, Gerald Uhlich, den Aktionären die Idee. Damit Besucher im weitläufigen Tierpark mehr Tiere zu Gesicht bekommen, sollen zudem Brücken, Hütten und Unterstände gebaut werden und die Besucher auf neuen Wegen näher an die Tiere herangeführt werden. Im Zoo sind ebenfalls Veränderungen geplant: So sind am Elefantentor zwei Tropenhäuser geplant, in denen Panzernashörner, Affen und einige Vogelarten gemeinsam leben. Verbunden werden beide Gebäude durch ein Erlebnisrestaurant im Asia-Stil mit Blick auf die Tiere. Im Aquarium ist ein großes Ozeanbecken geplant. Mit all diesen Veränderungen reagiert die Zoologische Garten AG auf die Tatsache, dass Berlin als Folge des Mauerbaus zwei Zoologische Gärten besitzt - und diese logischerweise Konkurrenten sind: Beide Einrichtungen zeigen Tiere - und häufig auch die gleichen. Allerdings gibt es auch beträchtliche Unterschiede. Der 162 Jahre alte Zoo ist lediglich 35 Hektar groß, der 51 Jahre alte Tierpark hingen 160 Hektar. Dafür leben in Zoo und Aquarium deutlich mehr Tiere, und auch die Zahl der Besucher ist fast doppelt so hoch wie im Tierpark. Dieser - seit 1992 eine 100-prozentige Tochter der Zoo AG - ist wegen seiner Größe zudem deutlich teurer im Unterhalt als der Zoo. Entsprechend höher ist auch der Zuschuss des Landes Berlin: Der Tierpark bekommt pro Jahr acht Millionen Euro, der Zoo nur zwei Millionen. Die Unterschiede beider Einrichtungen sollen sich nun auch konzeptionell niederschlagen. Zoo-Direktor Jürgen Lange bestätigte die Pläne auf Umstrukturierung: "In diese Richtung soll es gehen." Zusätzlich ist aber auch geplant, Zoo und Tierpark in einigen Jahren in einem Unternehmen zu führen. Beide Einrichtungen haben bereits einen gemeinsamen Kaufmännischen Direktor, ab Januar 2007 gibt es auch einen gemeinsamen Zoologischen Chef: den jetzigen Tierpark-Chef Bernhard Blaszkiewitz. Allerdings sind die Fusionspläne unter den Aktionären des Zoos umstritten: Sie befürchten, dass in Zeiten sinkender Zuschüsse der Zoo den defizitären Tierpark mit finanzieren muss. "Wenn es eine Firma wäre, würden die vielen Spenden für den Zoo auch für den Tierpark genutzt", sagte gestern Aktionär Jürgen Brückner. Er verteilte gestern unter den Aktionären ein Schreiben, in dem vor der Fusion von Zoo und Tierpark gewarnt und mehr Mitspracherecht bei der Debatte über die Zukunft des Zoos eingefordert wird. Zugleich kündigte Brückner die Gründung eines "Freundes- und Förderkreises der Zoo-AG Berlin" an. Von einer unterschiedlichen Ausrichtung beider Einrichtungen hält er wenig. "Das ist Quatsch." Dafür seien immense Investitionen nötig. Berliner Zeitung, 09.06.2006 (15.06.2006, 00:00) |
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