
| Sitara: | @ Michael Mettler: Dazu liegen mir keine Informationen zur Zeit vor. (23.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @Sitara: Wird denn das Elefantenreiten eines Tages mit diesen beiden Kühen zusammen "aussterben"? Die Info von eben hört sich ja nicht so an, als würden weitere Tiere dafür trainiert. Wie hat sich eigentlich Hellabrunn in dieser Hinsicht entwickelt, ich (23.03.2006, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | @Michael: Ich glaube letztes jahr gab es so 16 mal Elefantenreiten... (23.03.2006, 00:00) | ||
| Sitara: | @ Michael Mettler: Es ist nicht eine Frage des Interesses der Besucher, das nach wie vor sehr stark vorhanden ist, sondern eine Notwendigkeit, die Tiere zu schonen. Beide Elefantenkühe, die für Elefantenreiten eingesetzt werden können, Mala und Mogli, sin (23.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @Dirk K: "Danubius" ist Latein für Donau. Das Danubium beherbergt im Inneren ein Aquarium für Donaufische und ein Terrarium für europäische Reptilien und Amphibien, dazu Außenanlagen für Rosapelikane, Biber usw. (23.03.2006, 00:00) | ||
| Dirk K: | Ich meinte natürlich Danubium ;-) (23.03.2006, 00:00) | ||
| Dirk K: | Was ist denn das Anubium in Straubing? Hab ich ja noch nie von gehört. (23.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Nachtrag: Bei den Namensgebungen vergaß ich noch die neuen Münsteraner Wortschöpfungen wie ZoOrangerie und Affricaneum.... (23.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @Sitara: Würde Hagenbeck sein Elefantenreiten nicht auch unter der Woche veranstalten, wenn entsprechend viel Interesse und viel Publikum vorhanden wäre? Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man sich diese Einnahmequelle (und Beschäftigungsmöglichkei (23.03.2006, 00:00) | ||
| Sitara: | @ Matthias Papies: Meine Antwort habe ich in den Thread "Elefantenhaltung im Zoo" gestellt, da dieses Thema nur peripher die "begehbaren Elefantenställe" tangiert. (23.03.2006, 00:00) | ||
| Matthias Papies: | Wenn das "Erlebnis" also nur an Wochenenden stattfindet, gilt es nicht als solches???? In Hannover dient das exotische Bauwerk (ist schliesslich nur der Dschungelpalast) nicht nur der Erbauung der Besucher wie in Hamburg, sondern AUCH der Haltung von Tieren. Wird also doch viel besser genutzt, oder? Dass taegliche Auftritte vor Besuchern zu Stresserscheinungen fuehren sollen, und bei Sayang und ihren ARTgenossen angeblich selbst zu Aggressivitaet fuehrte, moechte ich gerne genauer erklaert bekommen. (23.03.2006, 00:00) | ||
| IP66: | Wie wäre es mit einem neuen Namen für den Nagerkäfig: Wühlmausuniversum oder vielleicht Rattenparadies? (23.03.2006, 00:00) | ||
| Sitara: | @ Michael Mettler: Der Behauptung, dass Hagenbeck ein Erlebniszoo im Sinne der Hannoveraner Erlebniswelt ist, möchte ich widersprechen. Die Dschungelnächte finden drei- bis viermal im Jahr statt, Elefantenreiten nur an Wochenenden bei schönem Wetter u (23.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Ich kenne leider die Rostocker Anlage nicht, hört sich aber gut an. Das mit den Felsentälern gilt aber auch für alte Anlagen wie bei Hagenbeck oder im Tierpark Berlin. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang gern an meinen ersten Besuch in Planckendael 1984, wo mir angesichts des dortigen Löwengeheges - ein schlicht mit Maschendraht eingezäuntes, nach oben offenes Areal mit Naturbewuchs - erstmals aufging, dass man Löwen in Zoos auch anders halten könnte als in Käfigen oder vor Felsenkulissen. (Hodenhagen kannte ich zwar vorher schon, aber das sind ja auch andere Platzverhältnisse.) Löwengehege in solchem Stil sieht man bei uns eher in kleineren Tierparks (z.B. Thüle - wo der Zaun allerdings grottenhässlich ist - und Jaderberg) - wahrscheinlich, weil man dort preisbewusster bauen muss und sich schlichtweg keine sündhaft teuren Grabenanlagen und Felsenkulissen leistet. (23.03.2006, 00:00) | ||
| Karsten Vick: | Ach du meine Güte, schon wieder Hannover?! Das ist ja ein echt heißes Dauerthema. Kennt ihr das plattdeutsche Sprichwort: Den een sin Ul is den annern sin Nachtigall? Frei übersetzt: was einer häßlich findet, kann einem anderen sehr gut gefallen. Das passt hier, denk ich, ganz gut. Über solche Geschmacksfragen könnte man endlos streiten. Ich z. B. finde die Löwenanlage in Rostock (mit unauffälligem Zaun + E-Zaun) schöner und dem Lebensraum des Löwen näher als die in Leipzig und Hannover, wo sie den Leuten erzählen, die Löwen haben sich in ein Trockental zurückgezogen mit steilen (Kunst)Felswänden, nur damit der Besucher ums Verrecken kein bisschen Gitter sieht. (22.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Deutlichen Erlebniszoo-Touch zeigen auch das Kölner Eulenkloster und die neueren Menschenaffen-Anlagen in Münster und Duisburg (wobei letztere bezeichnenderweise nicht mehr Gorilla-Anlage heißt, sondern Gorilla-Busch - die Namensgebung sagt ja schon etwas über die veränderte Konzeption und Marketingfunktion aus). Duisburg ist für mich übrigens ein heißer Kandidat für die nächste "Wende", wenn auch ohne Totalumbau. Auch Osnabrück würde ich dazu zählen, Grundzüge sind ja schon erkennbar (und sei es nur "Samburu-Lodge" statt "Zoo-Restaurant") und Hannover ist aufgrund der Nähe große Konkurrenz. Hagenbeck wäre nach der heutigen Definition eigentlich schon lange ein Erlebniszoo (Dschungelnächte, Elefantenreiten, exotische Bauwerke). Und mal sehen, wie sich die an anderer Stelle diskutierten möglichen Umgestaltungen von Magdeburg und Dresden entwickeln... Wer hat weitere Tipps? (22.03.2006, 00:00) | ||
| IP66: | Altbauten in Wuppertal gibt es in Fülle: Das Hirschhaus an der Südamerikaanlage, sämtliche Weiher, das Nordlandpanorama nebst Steinbockfelsen und das niedere Affenhaus noch vor 1945, Kleinkatzenhaus, Heufresserwiese nebst Stall, Papgeienanlage, Flamingohaus und die Grundmauern des Vogelhauses aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, China-Anlagen, Großkatzenhaus, Menschenaffenhaus sowie Pinguinanlage aus den 70ern - und das meiste in baulich exellentem Zustand und tierhalterisch optimal genutzt. Was fehlt, sind große historistische Bauten in womöglich exotisierendem Stil, wie sie Köln und in gewissen Grenzen den Zoo Berlin prägen, und, seit dem Abriß des Kassenhauses, Beispiele für den Heimatstil der Nationalsozialisten. Der Zoo hat aus diesem Baugefüge viel "gemacht", zumal die meisten Bauten auch recht qualitätvoll und gut ins Gelände integriert sind, er hat allerdings den Vorteil, über ein sehr reizvolles Gelände zu verfügen, das sich über einen Hang erstreckt, der durch eine Art Sporn auch noch so geteilt wird, so daß eine vollständiger Überblick über das Gelände trotz schöner Ausblicke nicht möglich ist. Ich glaube, daß die Integration hannoveraner oder gelsenkirchener - meinethalben auch leipziger - Modelle in manche Zoos schon begonnen hat: Die kölner Katzengrotte hinter den alten Großkatzenanlagen wäre ein Beispiel, die neuen Menschenaffenaußenanlagen in Wuppertal ein weiteres. Der berliner Zoo hat ja in der zweiten Nachkriegsbauphase mit seinen systematischen Bärenanlagen auch auf Hagenbeck reagiert, zuvor gab es schon die Löwenanlage, wie wir sie heute kennen, sowie den Affenfelsen nach hagenbeck'schen Prinzipien. Und um noch einmal von Wuppertal zu reden: Das Seelöwen/Eisbären/Steinbock-Panorama war meines Wissens die erste Übernahme eines Hagenbeck'schen Panoramas in einem Zoo, zusammen mit einer Löwenschlucht hinter einer Heufresserwiese, wovon aber nur noch die Grundzüge der letzteren erkennbar sind. (22.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @Sven: Wie wär's denn mit Streifengnus? Ein junges Pärchen wird gerade per Kleinanzeige im "Heißen Draht" angeboten :-) (Siehe www.dhd24.com unter "Sonstige Tiere".) Gibt da auch Muntjaks und Davidshirsche - so weit sind wir nun schon gekommen.... @Zoosa (22.03.2006, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Die Afrikaanlage is noch mit Warzenschweinen besetzt. Vergesellschaftung mit Wasserböcken schlug fehl und andere Tiere sind angedacht. (21.03.2006, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Da ist kein Problem, nur von den mehreren parallelen Zookonzepten müssen einem ja nicht alle gleich gut gefallen. Der Begriff "Hagenbeck" bedeutet für micht zunächst einmal nicht viel mehr als Dressur, Kunstfelsen und vor allem Feianlagen. Und letztere haben sich relativ schnell, zumindest bei Neubauten durchgesetzt. Artenvielfalt gab es auch bei Hagenbeck, die Steppenanlagen waren voll mit Gnus, Zebras, Straußen und vielen Antilopenarten, wo es heute nur noch Zebras und Strauße sind. In den Eismeerpanoramen fand man vom Rentier bis zum Eisbär eine sehr hohe Artenfülle. Das ist nicht das Charakteristische an der "Hagenbeck-Revolution". Gegenbeispiel Wuppertal: In letzter Zeit entstehen hier immer mehr neue Anlagen, die eine eindeutige Verbesserung für Besucher und Tier bedeuten, und dennoch nicht dem Disneyland(dann eben so)-Rezepten folgen. Wo ist denn in Wuppertal abgesehen vom Tapirhaus und dem Hauptrestaurant alte Bausubstanz? Gerade Wuppertal ist ein großer Zoo in einer verhältnismäßig kleinen Stadt, der mit extrem viel Konkurrenz zu kämpfen hat. (21.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | "Wende" passt auch anders: So wie sich manche Deutsche anscheinend noch immer die Mauer zurück wünschen, hätten andere offensichtlich gern den alten Zoo Hannover wieder.... Habe ich schon früher erwähnt: Hannover hat den Erlebniszoo nicht erfunden, sondern nur das Konzept nach Deutschland gebracht (falls man nicht Hagenbeck als ersten Erlebniszoo betrachtet) - und das verstehe ich unter innovativ: Es wurde eine hier unübliche Richtung eingeschlagen. Den liegen gebliebenen Landrover gab es tatsächlich weit vorher in Arnheim, die Bootsfahrt in Karlsruhe, Tiershows waren längst weit verbreitet usw. usw. Neben Gelsenkirchen gibt es allerdings noch einen weiteren Zoo, der Hannover in der Entwicklung folgt: Ich erinnere an Leipzig! Bevor da Einwände kommen, dass Leipzig etwas gaaanz Anderes sei: Das eben von Zoosammler genannte "Hannover-Rezept" gibt es doch gar nicht. Der Erlebniszoo kommt nicht von der Stange und sieht nicht überall gleich aus, sondern das Konzept wird den lokalen Gegebenheiten angepasst. Hätte Hannover eine ähnliche historische und weiterhin verwendbare Bausubstanz wie Leipzig mit seinen Klinkerbauten, sähe der Zoo Hannover vermutlich ganz anders aus als jetzt. Und Gelsenkirchen kann auch nur deshalb einen völlig neuen Zoo aus dem Boden stampfen, weil dort noch weniger auf alte Bausubstanz Rücksicht genommen werden muss. Gärten wie Köln oder Berlin (Zoo) könnten meines Erachtens gar nicht ohne Weiteres in die Erlebniszoo-Schiene schwenken, weil zuviel bauliche Struktur dies behindern würde. Und manche Zoos wie Dortmund oder München, die auf ihren Parkcharakter setzen können (den z.B. Hannover vor dem Umbau nicht hatte), werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht plötzlich Kunstfelslandschaften in die Gegend bauen. Aber es gibt einige andere, die sich schon allein aus Konkurrenzgründen darüber Gedanken machen werden. Weswegen sonst konnte mir der zoologische Leiter Hannovers mit einem Grinsen im Gesicht erzählen, es hätten bereits mehrere Zoos unter der Hand um Informationen zur Umgestaltung angefragt - darunter auch solche, von denen man dies nicht erwartet hätte.... Hagenbeck sind also "die Zoos" gefolgt, aha. Aber eben auch nicht alle, nicht wahr? Wo Hagenbeck auf Artenvielfalt verzichtet hat, um Pseudo-Landschaften zu ermöglichen, hat z.B. der Zoo Berlin noch bis in die 80er Jahre hinein Tiere buchstäblich gestapelt - ich erinnere an die schichtweise wechselnden Doppelbesetzungen in manchen Anlagen und Käfigen. Aus dem Hagenbeck-Konzept wurde dort eigentlich nur das Prinzip der grabenbegrenzten Freianlage übernommen - und dies meines Wissens auch erst Jahrzehnte später. Es wird mit Sicherheit auch in der Zukunft mehrere parallele Zookonzepte in Deutschland geben. Aber das war auch schon vor dem "Kulturschock" so, das Spektrum wurde nur durch eines erweitert. Und wo ist da das Problem...? (21.03.2006, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Allerdings "Wende" passt: Ebenso wie die Vereinigung 1990 war sie bitter, bitter nötig und überfällig und wurde leider vollkommen falsch gestaltet. Wie definieren Sie denn bitte "innovativ"? Das Wort passt eigentlich immer, es ist eines der inhaltsleersten Begriffe unserer Zeit. Im Gegensatz zu Hannover sind Hagenbeck aber die Zoos gefolgt. Außer in Gelsenkirchen sehe ich bei keinem deutschen Zoo die Gefahr/Chance Hannovers Konzept abgewandelt ebenfalls zu verfolgen. Einige Elemente der übrigens keineswegs in Hannover entstandenen, sondern aus diversen Zoos gewachsenen und letztzlich aus Amerika gekommenen, "Erlebniszoowelle" findet man selbstverständlich überall, aber eben nur einzelne Elemente. Ich bin der Meinung, die deutschen Großzoos gehen einen sehr souveränen Weg, sich zukunftsfähig zu gestalten und neue Anlagen zu bauen, ohne dabei den Hannover-Rezepten zu folgen. (21.03.2006, 00:00) | ||
| Dirk K: | Kleine Zwischenfrage: Besteht die Bärenburg in Gelsenkirchen weiterhin. Bei meinen Besuchen konnte ich keine entdecken, weder für Eisbären noch für syrische Braunbären. (21.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Den Ausdruck "Wende" für den Umschwung in Hannover finde ich ebenso amüsant wie passend.... Wobei man natürlich fairerweise dazu sagen muss, dass der vorherigen "Regierung" fachlich nicht viel anzukreiden war (das Haltungskonzept für Elefanten war (21.03.2006, 00:00) | ||
| IP66: | Interessant ist, daß mein letzter Hannover-Besuch - im Sommer 2005 - ähnlich positiv endete, auch wenn ich nicht wirklich glücklich mit den Anlagen bin. Das Problem liegt wohl darin, daß für mich das von Ihnen so wenig geschätzte Urwaldhaus ein mir sehr wichtiger Versuch ist, das Gewächshaus wieder in Architektur zurückzuverwandeln und mit korrespondierenden Außenanlagen zu versehen. Daß dies im Stil des Brutalismus erfolgte - recht konsequent allerdings - ist der Zeit geschuldet, und daß der Stil uns noch nicht gefällt, liegt daran, daß er zu jung ist. Mich wundert allerdings, daß Sie auch die hannoveraner Antilopenhäuser so problematisch finden. Die scheinen mir - einschließlich Giraffenhaus - zum elegantesten zu gehören, was in dieser Zeit geschaffen wurde - man vergleiche die plumpen Bauten in Stuttgart oder die ungelenken Huftierställe in München. Ich gebe allerdings zu, daß mein letzter Besuch vor der "Wende" in Hannover auch keine wirklich positiven Eindrücke hinterlassen hat, weil ich da doch den Eindruck hatte, daß in den letzten zehn Jahren überhaupt nichts passiert ist. Gelsenkirchen liegt mir etwas näher, und dort ist die Lage ähnlich. Mein Wunsch war, Bärenburg und den Bereich von der Lamaanlage bis zum Affenhaus zu erhalten und im letzteren eine Art Zoomuseum einzurichten und den neuen Zoo um diesen Komplex herumzubauen. Die Anlagen hätte man mit Haustieren besetzen können und so dem Zoo die Geschichtslosigkeit ersparen können. Doch von den anderen Dingen wollte ich nichts wirklich behalten, denn Raubtier- und Elefantenhaus waren doch sehr problematische Dinge. Sicherlich sehe ich auch die Neubauten mit gemischten Gefühlen, aber sowohl in Hannover wie eben auch jetzt in Gelsenkirchen war in beiden Zoos eine Änderung notwendig, und zumindest in Gelsenkirchen werden wir jetzt den neuen Zoo der Jahrtausendwende bekommen, so wie seinerzeit in Münster den Allwetterzoo. (21.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Meine Einstellung HAT sich im Verlauf der letzten dreißig Jahre bereits gewandelt, und zwar weiter weg vom rein zoologisch orientierten "Tunnelblick" auf das Tier hin zum Blick auf das Ganze, nämlich die Einrichtung Zoo als solche und die damit ver (17.03.2006, 00:00) | ||
| IP66: | @Herr Mettler. Ich kann Ihre Einstellung durchaus nachvollziehen, bin aber ziemlich überzeugt, daß sie zeitgebunden ist und sich in einigen Jahren oder Jahrzehnten ändern wird - und zwar unabhängig von biologischen Kriterien. Zur Zucht von vielen dort geh (17.03.2006, 00:00) | ||
| Sitara: | @ Michael Mettler: Zur Zeit gibt es dazu keine mir bekannten konkreten Pläne. Dies ist auch eine Perspektive, die für die weitere Zukunft angedacht ist. Im Moment besteht für einen Bullenwechsel etc. kein unmittelbarer Anlaß, da ja die "Hochzeitsreise" vo (16.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @Sitara: Habe ich im Forum schon mehrfach angeschnitten, wurde aber nie beantwortet: Wie soll denn in der Hagenbeck-Herde eine "natürliche" Struktur entstehen, wenn die Mutter-Tochter-Verbindungen konsequent auseinandergerissen werden? Das Problem ließe s (16.03.2006, 00:00) | ||
| Sitara: | @ IP66: Die Elefanten können in Hamburg jederzeit im Haus besucht werden, sogar mit Sitzgelegenheit und Fütterunsmöglichkeit für das Publikum, was auch sehr zahlreich wahrgenommen wird, nicht nur von Stammbesuchern! Zum Neubau Elefantenhalle bei Hagenbe (15.03.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Als ausgesprochener Kultur- und damit auch Architekturbanause ist meine persönliche Meinung, dass ich einige architektonische Experimente in Zoos schon als sehr störend empfunden habe. Als ich z.B. zum ersten Mal das Münchener Nashornhaus sah, war das für mich wie ein Schlag ins Gesicht: In der herrlichen Parklandschaft lag auf einmal eine Art notgelandetes UFO (einen ähnlichen Eindruck hatte ich seinerzeit auch vom Rostocker Papageienhaus). Ein Architekturfan sieht das zwangsläufig anders, für ihn mag das Gebäude im Vordergrund stehen, das natürlich - schließlich steht es ja in einem Zoo - quasi "funktional" mit Tieren besetzt ist. Fragt sich auch an dieser Stelle wieder: Wessen Bedürfnisse müssen an erster Stelle stehen? Die breite Masse des Publikums ist sicherlich schon mit Kulissen zufrieden. Für die Tiere ist weder das Eine noch das Andere notwendig, da tut's auch ein Zweckbau - der wiederum vermittelt dem Besucher keine Atmosphäre. Das für aufwändige Architektur notwendige Geld wird wegen möglicherweise auf der anderen Seite bei der Tierhaltung abgeknapst - nicht unbedingt wünschenswert. Was dabei herauskommen kann, sieht man ja am Innenleben des Friedrichsfelder Dickhäuterhauses. Auch das seinerzeit architektonisch "bahnbrechende" Afrikahaus in Zürich bietet den Tieren ja nur minimalen Raum. Ich drücke es jetzt mal bewusst drastisch aus: Für mich persönlich ist der Stil der Zoo-Architektur so lange völlig wurscht, wie ich das Gefühl habe, dass er in die Landschaft und zu den gezeigten Tieren passt - das ist natürlich subjektiv. Aber auch wenn die meisten Gorillas im Freiland nie auf einen Felshang treffen werden, sehe ich sie noch immer lieber vor Kunstfels oder Sandstein als vor einer glatten Sichtbetonwand. In Hannover habe ich den unmittelbaren Vergleich: Hier Gorillas in einem Pseudo-Naturausschnitt, dort Schimpansen vor einem architektonischen, aber optisch sterilen Prunkstück (Urwaldhaus); ich ziehe das Erstere vor, meinetwegen darf da sogar noch ein "Forscher-Feldlager" im Hintergrund zu sehen sein.... Was die Saisonalität betrifft: Auch mit begehbaren Häusern ist ein Zoo ein weit überwiegendes "Sommergeschäft". Wie in der Münsteraner Zoo-Soap gerade zu sehen und zu hören, gibt es sogar im einzigen Allwetterzoo Deutschlands Tage mit nur knapp über 20 (!) zahlenden Besuchern... Und Dauerkarteninhaber nutzen den Zoo auch bei weniger gutem Wetter (oder ist das etwa nur in Hannover so?) - denn sie leiden nicht unter dem "Zwang", unbedingt an einem Tag alles sehen zu müssen, sondern kommen auch mal für eine kurze Runde oder nur zu einem bestimmten Tier oder Gehege. Es gibt in Hannover Besucher, die ihre Mittagspause oder ihren Heimweg regelmäßig für einen Kurzbesuch im Zoo nutzen.... Ein modernes begehbares Tierhaus benötigt heute weitaus mehr Platz als früher, da die Ansprüche des Publikums gestiegen sind (die geänderten Erkenntnisse in der Tierhaltung lassen sich ja auch in nicht-öffentlichen Häusern umsetzen). Für den Besucher - weniger oder gar nicht für das Tier - müssen dann auch innen Kulissen und Pflanzungen errichtet werden, müssen zur Vermeidung des Gefängnis-Effektes Panzerglasscheiben oder weiträumige Sicherheitsabstände eingerichtet werden. All das kostet Geld und nützt den Tieren wenig (wobei mir klar ist, dass ein Zoo in erster Linie eine Einrichtung für Menschen und in zweiter Linie für Tiere ist - Zitat Grzimek). Folglich lassen sich auf gleichem Raum weniger Tiere unterbringen als früher, was ja nun auch oft bemängelt wird. So gesehen ist für mich die Abkehr vom begehbaren Haus nachvollziehbar. (15.03.2006, 00:00) | ||
| IP66: | Wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, soll man in das neue hamburger Elefantenhaus zwar hineingehen können, dort aber nur Fische und keine Elefanten sehen. In den "Zoo-News" entstand daraus eine Diskussin, die vielleicht besser hier neu verortet wird. Mir scheinen die nicht begehbaren Elefantenhäuser ein Rückschritt, denn gerade hier gibt es eine stolze und schon in den Zoos des mittleren 19. Jahrhunderts einsetzende architektonische Entwicklung. Auffällig ist, daß die beiden Neubauten dieser Art Zoos in wirtschaftlicher Problemlage betreffen - Hamburg und Hannover, und das beide Bauten nach außen hin exotisierend verkleidet wurden resp. werden. Auch wenn ich Herrn Mettlers Einwand, andere Tierarten im Winter nicht sehen zu können, nachvollziehen kann, frage ich mich doch, ob ich diese Entwicklung begrüßen kann. Zum einen verwandeln sich Zoos, die keine Innenanlagen besitzen, zu Saison-Zoos, die ihre Besucherzahlen lediglich zu einer bestimmten Zeit erreichen können und auch für Dauerkarteninhaber nur zeitweise besuchenswert sind, zum anderen verabschiedet sich eine Bauaufgabe, die bislang für Zoos charakteristisch war, nämlich das begehbare Tierhaus. Wenn zugleich am Außenbau Architektur eher simuliert denn gestaltet wird, würde ich auch dies als Rückschritt werden: Die "Stilbauten" in Berlin oder Antwerpen waren ja keinesfalls Kulissen, sondern sorgsam und dem aktuellen Diskurs gemäß gestaltete Bauwerke. Gerade in Hamburg, wo in Sachen Tiergartenarchitektur mit Nebau Revolution veranstaltet wurde und wo mit dem Orang-Haus auch ein recht profilierter Neubau entstanden ist, finde ich diese Entwicklung enttäuschend. (15.03.2006, 00:00) |
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