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Halbesel



cajun:   Der TP Berlin meldet ein Fohlen bei den Kulanen über FB:
"Bei unseren Kulanen gibt es Nachwuchs. Heute Morgen kam ein kleines Fohlen zur Welt und tapst seither schon ganz mutig und neugierig über die Anlage.
Drückt uns die Daumen, dass das Kleine die erste kritische Phase gut übersteht. Kulane gelten laut der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet. Dabei spielt der Kulan als Schlüsselart der Steppe eine bedeutende Rolle für das Ökosystem, indem er mehrere essenzielle Leistungen erbringt. Dazu gehört das Graben im Schnee und in ausgetrockneten Flussbetten, um knappe Ressourcen zugänglich zu machen, sowie die Verbreitung von Samen über große Distanzen. Der Tierpark Berlin hat sich im letzten Jahr finanziell an der Umsiedlung von Kulanen in ihrem natürlichen Lebensraum beteiligt."
Quelle:https://www.facebook.com/tierparkberlin/
(31.07.2025, 15:10)
cajun:   Die bereits gemeldete Aufnahme der Onagerhaltung in Schönbrunn scheint etwas Schwung ins EEP zu bringen:
"Onager im Anmarsch: Wüsten-Sprinter ziehen in Schönbrunner Bison-GehegeDie neuen Stars im Tiergarten kommen aus trockenen Regionen und bringen ab September ordentlich Tempo mit.
Nachdem letzten Herbst die gesamte Schönbrunner Bisonherde einem tödlichen Virus zum Opfer fiel, steht jetzt fest: Im September ziehen vier Onager, auch Halbesel genannt, in das frühere Bison-Gehege. Die seltenen Tiere stammen aus Zoos in Frankreich, Tschechien und den Niederlanden und sollen sich auf dem über 2.000 Quadratmeter großen Areal bald "eselwohl" fühlen. Die neue Anlage wird mit Sandflächen, Rundläufen und Schattenplätzen speziell an die Bedürfnisse der Wüstentiere angepasst, wie die Zoo-Betreiber vermelden. Onager zählen zu den weltweit bedrohten Tierarten und sind echte Überlebenskünstler: Sie bringen bis zu 230 Kilo auf die Waage, sind bis zu 70 km/h schnell und kommen mit kargem Futter wie Rinde und salzigen Pflanzen bestens aus. Selbst bei Hitze und Wassermangel rufen sie wahre Hochleistungen ab.
In Schönbrunn wird die neue Herde, bestehend aus einem Hengst und drei Stuten, Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Die Zuchtgruppe gilt als genetisch besonders wertvoll und soll künftig zur Erhaltung der Art beitragen."https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/lifestyle/onager-im-anmarsch-wuesten-sprinter-ziehen-in-schoenbrunner-bisongehege/640705533
Quelle:
(13.07.2025, 17:20)
cajun:   In den letzten 24 Stunden wurden zwei Onagerfohlen in Wildlands Emmen geboren. Das zweite Jungtier vor den Augen des Publikums. Ein Video dazu kann man hier https://m.facebook.com/reel/522736177496769/?referral_source=external_deeplink sehen.
(31.05.2025, 18:25)
cajun:   Im Zoo Chester wurde ein Hengstfohlen bei den Onagern geboren. Die Haltung dort ist die letzte verbliebene im UK. Es soll die erste erfolgreiche Nachzucht seit 2018 sein.
Quelle:https://www.bbc.com/news/articles/cevwe9j50l5o
(07.08.2024, 16:15)
cajun:   Eine schöne Meldung aus Chemnitz:
"Zuchterfolg bei den asiatischen Halbeseln
Derzeit ist im Tierpark Chemnitz bei den asiatischen Halbeseln - den Kulanen - Nachwuchs zu sehen. Das weibliche Fohlen wurde am 20. Juni geboren. Mutter und Vater sind die fünfjährige Stute "Sansa" und der siebenjährige "Nikolaj", der erst seit vergangenem Jahr im Tierpark lebt.
Freude ist groß
Der neue Zuchthengst "Nikolaj" kam im April 2023 innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms aus dem Zoo Kosice in der Slowakei nach Chemnitz. Nach relativ kurzer Zeit hat sich nun der erste Nachwuchs bei den Kulanen im Tierpark Chemnitz seit einigen Jahren eiNgestellt. Die Tragzeit bei Kulanen beträgt ca. elf Monate. Daher ist die Freude groß, dass es so schnell mit dem neuen Hengst geklappt hat.
Vor dem Aussterben retten
Halbesel waren einst über große Teile Asiens verbreitet, heute existieren nur noch kleine, immer weiter schwindende Restbestände. Die Unterart der Kulane gilt als stark gefährdet. Vornehmlich Bejagung, aber auch die starke landwirtschaftliche Nutzung ihres Lebensraums bedrohen die Bestände.
Durch Zuchterfolge in zoologischen Einrichtungen können bedrohte Tierarten wie Kulane vor dem Aussterben bewahrt werden. Der Tierpark Chemnitz beteiligt sich aktiv an der Erhaltungszucht dieser Tierart. Sie wird seit mehr als 50 Jahren in Chemnitz gehalten und es gab bereits mehrfach Nachwuchs. "
Quelle:https://www.blick.de/chemnitz/tierpark-chemnitz-zuchterfolg-bei-den-asiatischen-halbeseln-artikel13458349
(22.07.2024, 15:18)
cajun:   Ein Abgang in Köln:
"Leider mussten wir unsere Onagerstute „Saphira“ schweren Herzens einschläfern. Sie hatte schon länger Hufprobleme und zuletzt auch eine beginnende Hufablösung, die nicht zu therapieren war. Gemeinsam und nach sorgfältiger Abwägung aller Entscheidungsträger haben wir uns für das Einschläfern entschieden, um „Saphira“ Leid zu ersparen. Mit fast 19 Jahren erreichte sie ein für Onager stattliches Alter. Die Gruppe der Kölner Onager, auch Asiatische Wildesel genannt, umfasst nun vier Tiere."
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.koeln/
(15.07.2024, 12:43)
cajun:   Bisher zwei Kulanfohlen in Rostock dieses Jahr:
"Auf der Cameliden-Equiden-Anlage wurde am 7. Juli ein kleiner Kulan geboren. Sein kleiner Artgenosse kam bereits am 29. Mai 2024 zur Welt. Die beiden heißen Rod und Todd. "
Quelle:https://www.zoo-rostock.de/tierpark/tierkinder.html
(14.07.2024, 22:16)
cajun:   Auch Hamburg meldet Fohlen bei den Onagern. Nur 80 Tiere im EEP. Da muss man doch jährlich züchten, egal welche Institution:
" Hagenbeck: Süßer Zuwachs bei den Onagern – „wackelig und Hamburg. Gleich zwei Hengstbabys erblickten in einer Nacht das Licht der Welt. Welche Rolle der Hamburger Tierpark bei ihrer Zucht spielt.
Als sie am Dienstagmorgen das Gehege der Onager im Tierpark Hagenbeck betraten, staunten die Tierpfleger nicht schlecht: Gleich zwei kleine Hengstbabys waren in der Nacht geboren worden. Damit ist die Onager-Herde in dem Hamburger Zoo, pünktlich zur ersten Dschungelnacht in diesem Jahr, auf neun Tiere angewachsen.
Einer der kleinen Hengste hat auch schon einen Namen. „Weil seine Mutter Zora heißt, wurde er von den Tierpflegern Zorro genannt“, sagt Hagenbeck-Tierarzt Michael Flügger. Das Baby von Onager Roxy habe dagegen noch keinen Namen. Der Kleine ist der Jüngere der beiden und wurde wohl erst am Morgen geboren. „Als ich kam, weil die Tierpfleger mich angerufen hatten, war er noch ganz wackelig und nass.“
Anders als bei Nutztieren, denen die Menschen die Geburtshilfe quasi anerzogen hätten, kämen Wildtiere mit Geburten allein zurecht, so der Tierarzt. Daher habe er Roxy, deren Nachgeburt sich noch nicht vollständig gelöst hatte, auch nur vorsorglich ein unterstützendes Medikament „geschossen“.
Geschossen? Ja, tatsächlich. Die fliegenden Spritzen gleichen Dartpfeilen und werden aus einem Blasrohr abgeschossen. Sie dringen unter die Haut des Tieres, sondern ihren Wirkstoff ab und fallen kurz darauf zu Boden.
Adriane Prahl ist Tierärztin im Tierpark Hagenbeck und koordiniert die Onager-Zucht in Europa.
Seit 1954 gibt es Onager in Hagenbeck. Sie waren zuvor auf einer Hagenbeck-Expedition von Tierfängern in den persischen Salzwüsten gefangen worden – und waren die ersten Onager überhaupt in Europa.
Die Tiere aus Persien bildeten dann den Grundstock der Onager-Zucht, für die Hagenbeck im Rahmen des europäischen Zuchtprogramms (EP) zuständig ist. Rund 100 der großen Halbesel wurden seitdem in Hamburg geboren und entweder für die eigene Zucht behalten oder an andere Zoos weitergegeben.
Tierpark Hagenbeck: „Junggesellen“ der Onager bleiben unter sich – wie in freier Wildbahn
In ihrer Heimat, dem heutigen Iran, seien die Onager nahezu ausgerottet, sagt Hagenbeck-Tierärztin und EP-Koordinatorin Adriane Prahl. „Es gibt dort zwei Tierschutzgebiete, in denen insgesamt nur noch knapp 1000 Tiere leben.“ Das Land habe andere Probleme, als sich um den Erhalt der Halbesel zu kümmern. „Ihr Lebensraum wird immer knapper, sie werden geschossen und gegessen – daher nimmt ihr Bestand ständig ab.“

In europäischen Zoos lebten derzeit 80 Tiere. Diese würden im Rahmen des Zuchtprogramms durchgetauscht, um Inzucht zu vermeiden. Wie in freier Wildbahn werden auch bei Hagenbeck Hengste, sobald sie mit etwa zwei Jahren ihre Geschlechtsreife erreicht hätten, separiert.
Zoo Hamburg: Onager-Hengste wurden nach Fußballspielern der EM 2021 benannt
Die „Junggesellengruppe“, wie Tierärztin Prahl sie nennt, hat ein eigenes Gehege und besteht derzeit aus den im Sommer 2021 geborenen Hengsten Manuel und Serge (die übrigens nach Fußballspielern der damaligen EM benannt wurden). Der Dritte im Bunde, Mats, wurde gerade an einen Zoo in Tschechien abgegeben.

Auch die beiden kleinen Hengstbabys müssten ihre Mütter und die anderen beiden Stuten wohl in zwei Jahren verlassen. „Sonst kriegen sie Ärger mit ihrem Vater Navid“, sagt Adriane Prahl. Denn auch wenn Onager sehr friedlich aussähen, „sobald Stuten dabei sind, bekämpfen sie sich und bringen sich um“. Blieben die Hengste aber untereinander, verständen sie sich gut."
Quelle: https://www.abendblatt.de/hamburg/eimsbuettel/article242568460/Hagenbeck-Suesser-Zuwachs-bei-den-Onagern-wackelig-und-nass.html
(13.06.2024, 21:23)
cajun:   Im TP Oberwald gibt es wieder ein Fohlen bei den Onagern:
"Es gibt Nachwuchs bei den Onagern: Im Tierpark Oberwald, der Dependance des Zoos mitten im Wald, ist heute ein Fohlen auf die Welt gekommen. Onager werden auch als Persische Halbesel bezeichnet und leben ursprünglich in den Halbwüsten des Mittleren Ostens. Die Unterart wird laut Weltnaturschutzunion auf der IUCN Red List of Threatened Species als stark gefährdet geführt.
Im vergangenen Jahr gab es für den Zoo Karlsruhe die erste Nachzucht eines Onagers seit Anfang der 1980er Jahre. "Gerade der Nachwuchs der hochbedrohten Arten ist immer wieder ein ganz besonderer Erfolg für uns als Artenschutz-Zentrum", betont Zootierarzt Dr. Marco Roller, der auch Kurator für den Tierpark Oberwald ist. Das Jungtier trinkt bereits regelmäßig bei seiner Mutter und bleibt immer in ihrer Nähe."
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/?locale=de_DE
(11.06.2024, 13:29)
cajun:   Onagernachwuchs bei Hagenbeck:
"Rund zwölf Monate war Stute Karri, die vor einem Jahr aus Chester in den Tierpark Hagenbeck kam, trächtig. Am 7. August brachte die Onager-Dame dann ihr Fohlen zur Welt. Bereits wenige Minuten später stand das Wildeselchen auf allen vier Hufen.
Es ist das erste Jungtier bei den Onagern in diesem Jahr und für den Erhalt der Art sehr wichtig. Denn die nahen Verwandten der Pferde stehen in ihrer Heimat – den kargen Salzwüsten Persiens – kurz vor der Ausrottung. Hagenbeck koordiniert die Zucht dieser Halbesel in ganz Europa und versucht so dazu beizutragen, Onager zu erhalten. In ihrem Herkunftsland Iran haben die schnellen Fluchttiere kaum noch eine Zukunft. Zwar leben die Onager dort mittlerweile in Reservaten und stehen unter Schutz, aber auch dort verkleinern Wilderer nach wie vor ihre Bestände. Die IUCN eine internationale Umweltschutz-Organisation schätzt ihre Zahl auf nur noch etwa 1000 Tiere. Die Zucht der Reservepopulation in den Zoos und Tierparks hat damit eine äußerst wichtige Funktion für den Erhalt dieser extrem seltenen Wildeselart."
Quelle:https://www.facebook.com/tierpark.hagenbeck/?locale=de_DE
(16.08.2023, 14:16)
W. Dreier:   Also liebe Rostocker: "Kulane sind asiatische Halbesel, die in Kasachstan und Turkmenistan bereits ausgestorben waren. Mithilfe eines Wildreservats in Turkmenistan konnten die Tiere dort sowie auch in Kasachstan und Usbekistan wieder angesiedelt werden. Badchys lag immer in Turkmenistan - und damit sind sie dort auch nicht ausgestorben - ob dort in "Freiheit" oder im "Wildreservat"
(20.07.2023, 11:32)
cajun:   In Rostock läuft die Zucht wieder an:
"Nachwuchs bei unseren Kulanen! Das kleine Mädchen kam am Sonntag zur Welt. Wir wünschen ihr alles Gute.
Kulane sind asiatische Halbesel, die in Kasachstan und Turkmenistan bereits ausgestorben waren. Mithilfe eines Wildreservats in Turkmenistan konnten die Tiere dort sowie auch in Kasachstan und Usbekistan wieder angesiedelt werden. Der Asiatische Halbesel ist als Art seit 2015 nur noch als potenziell gefährdet eingestuft, zuvor galt er als stark gefährdet, da die Bestände von 1992 bis 2008 als Folge von Lebensraumverlusten, Konkurrenz um Wasser, übermäßige Jagd und Kriege um mehr als 50% abgenommen hatten. Mittlerweile hat sich der Gesamtbestand stabilisiert und es sind eine Reihe von Wiederansiedlungsprojekten am Laufen. Auch Zoos helfen durch Internationale Zuchtbücher und regionale Erhaltungszuchtprogramme, die Tierart zu erhalten."
Quelle:https://www.facebook.com/zoorostock/?locale=de_DE
(20.07.2023, 10:30)
W. Dreier:   Noch zum vorherigen Einsatz: "asiatische Wildesel in Israel" - ein Mix?
1968 hat man ja noch nicht unter Kulan, Dschiggetai (den vielleicht schon) und Kulan unterschieden. In den Achtzigern und auch 1992 waren Kulane mit Sicherheit eher zu bekommen - also eher ein Mix in der Negev.

Ansonsten stagniert die Zucht der Asiaten seit mindestens 15 Jahren - siehe Zuchtbücher. Sind ja nur Esel - und dann noch halbe.
(03.07.2023, 10:48)
cajun:   Weiblicher Nachwuchs ist immer gut:
"Nachwuchs bei den Onagern: Im Tierpark Oberwald, der Dependance des Zoos mitten im Wald, ist gestern ein Stutenfohlen auf die Welt gekommen. Onager werden auch als Persische Halbesel bezeichnet und leben ursprünglich in den Halbwüsten des Mittleren Ostens. Die Unterart gilt laut Weltnaturschutzunion IUCN Red List of Threatened Species als stark gefährdet. Für den Zoo Karlsruhe ist es die erste Nachzucht eines Onagers seit Anfang der 1980er Jahre. Das Jungtier trinkt regelmäßig bei seiner Mutter und bleibt immer in ihrer Nähe. Die Tierpfleger haben die kleine Stute Luna getauft"
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/?locale=de_DE
(03.07.2023, 09:44)
cajun:   Meiner Erinnerung nach sind die Tiere doch Mixe aus Onager und Kulanen, oder?

"Asiatische Wildesel wieder in Israel ansässig
Der biblische Wildesel ist eine seltene Spezies. In Israel wurde er gezielt wieder herangezüchtet und ist mittlerweile in der Negev-Wüste zu Hause.

Weltweit werden die Esel laut der Roten Liste gefährdeter Arten als „potenziell gefährdet“ eingestuft. Das ist zwar nur eine Kategorie unter „nicht gefährdet“, dennoch waren die Tiere in Israel seit den Zwanzigerjahren nicht mehr ansässig.
Das Jotvata-Hai-Bar-Naturschutzgebiet hat es sich zur Aufgabe gemacht, bedrohte Tiere aus der Bibel zu züchten und wieder anzusiedeln. Das geschieht in der Negev-Wüste.
Der Wildesel lässt sich in der Bibel an einigen Stellen finden. So heißt es etwa in Psalm 104,10–11: „Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass sie zwischen den Bergen dahinfließen, dass alle Tiere des Feldes trinken und die Wildesel ihren Durst löschen.“

Esel aus Iran importiert
1968 bekamen die Mitarbeiter des Naturschutzgebietes einige der Wildesel aus einem Zoo im Iran, um sie wieder in Israel heimisch zu machen. Die Tiere vermehrten sich erst, nachdem sie sich an ihre neue Umgebung im Naturschutzgebiet gewöhnt hatten. In den Achtzigerjahren wurden 28 der gezüchteten Esel nach und nach in die Negev-Wüste entlassen. 1992 folgten zehn weitere Tiere.
Mittlerweile leben im gesamten Land wieder 500 Exemplare des Wildtiers. Das ist dem Projekt der israelischen Natur- und Parkbehörde zu verdanken. Neben dem Asiatischen Wildesel hat das Naturschutzgebiet auch die Arabischen Oryx wieder erfolgreich angesiedelt. "
Quelle: https://www.israelnetz.com/asiatische-wildesel-wieder-in-israel-ansaessig/
(13.04.2022, 13:37)
cajun:   Die ZTL meldet 15 Haltungen Onager und Kiang. Das überrascht mich jetzt. Gleichstand. Kulane in 30 Haltungen. Auffällig: immer recht kleine Zuchtgruppen oder (männliche) Bachelor Gruppen bei Kulan und Onager. Die Individuen stärksten Haltungen scheinen in Ungarn (Onager) und Hodenhagen ( Kulan) zu sein. Da besteht Luft nach oben!
(04.12.2021, 18:10)
W. Dreier:   Zahlenmäßig eher mies. Als es noch eine Tierpark-Bibliothek gab, war die Einsicht möglich, zumal der Buchführer aus dem TP kam - habe parallel mit ihm an der Humboldt studiert. Wenn ich die Zeit noch um 2000 nehme , waren das für Onager und Kulane natürlich West-Ost bezogen - aber immer nur im Bereich des Zuchtbuches um +/- 150. Ich fürchte, die Situation des TP nehmend, dass es eher schlechter geworden ist. Sind ja nur ``halbe Esel``. Und Kiangs - nur was für ``Exoten`` - obwohl ``hübscher`. Da bewundere ich weiterhin den europäischen Großhalter seit 60 Jahren - Riga. Im Tierpark Berlin gab es die letzte Zucht bei den Kulanen 2013, beim Kiang wohl 2 Jahre später - nicht, dass die Tiere nicht ``könnten``..
(03.12.2021, 22:17)
cajun:   Wie sieht es eigentlich gesamt mit den Halbeseln im EAZA Raum aus? Früher hatten diverse Leute im Forum immer wieder mal Zuchtbücher zwecks Abgleich. Hat jemand mal ein grobes Update?
Zumindest Onager und Kulan halte ich bezogen auf die Gesamtbestandsituation in der Natur für gesetzt.
Fallen die Kiang hier evtl. raus, weil sie vergleichsweise weniger bedroht im Freiland sind?
(03.12.2021, 17:49)
Simon Kirchberger:   Da wird sich München als nun noch verbleibende Haltung neben Berlin demnächst anschließen. Die letzten beiden Weibchen sind auch nicht mehr die jüngsten und werden vermutlich in den nächsten Monaten/Jahren das zeitlich segnen... Und zukünftig gibt es dann auch "nur" Somali-Esel...
(02.12.2021, 18:23)
W. Dreier:   @cajun: Geht in Ordnung - nun müßten es also 10 sein.
(02.12.2021, 17:21)
cajun:   So nun gibt es laut ZTL eine Kiang- Haltung weniger in Deutschland.
Die beiden letzten Wuppertaler Stuten gingen Ende November nach Friedrichsfelde, wie bereits neulich angekündigt.

@W.Dreier: Grüß mir mal die Mädels ;-)
(02.12.2021, 15:00)
cajun:   Wertvoller Einhufernachwuchs
"Zwei Onager in WILDLANDS geboren
In der Nacht von Freitag auf Samstag kamen im WILDLANDS Adventure Zoo Emmen gleich zwei Onager-Fohlen zur Welt. Es sind keine Zwillinge; die Kleinen haben beide eine andere Mutter, aber denselben Vater. Beide Fohlen sind Hengstfohlen und vollkommen gesund, blieben aber die ersten Tage mit ihrer Mutter im Stall. Heute Morgen durften sie zum ersten Mal die Wüste von Serenga entdecken und die Kamele treffen! Das ging problemlos.
Ihr Status in freier Wildbahn ist gefährdet. Alle wilden Pferdeartigen - Pferde, Zebras und Wildesel - sind gefährdet. Der Eingriff in ihre Land- und Wasserressourcen, Wilderei und die Konkurrenz mit Menschen und Nutztieren um Nahrungs- und Wasserressourcen machen es diesen Tieren immer schwerer. Für Onager gibt es ein EEP. WILDLANDS ist der einzige niederländische Zoo mit Onagern. Insgesamt leben jetzt zehn Onager im Park."
Quelle: https://www.wildlands.nl/twee-onagers-geboren-in-wildlands
Übersetzung: Zoopresseschau
(10.08.2021, 10:02)
Michael Mettler:   Ich suche Informationen über die auf dem nebenstehenden Foto abgebildeten Halbesel(-mixe). Es handelt sich um ein Originalfoto aus dem Zoo Hannover (alte Einhufergehege an der historischen Felsenanlage), nach einem handschriftlichen Vermerk auf der Rückseite mit größter Wahrscheinlichkeit von 1956. Das vordere Tier sieht nach reinem Halbesel aus, das hintere nach Halbeselbastard - man beachte die "durchschimmernde" Spiegelzeichnung, aber eben auch die dunklen Beine.

Laut Richard Gerlach, "Mein Zoo-Buch", hielt der Zoo nach dem 2. Weltkrieg für einige Jahre einen einzelnen Kulan-Hengst, der vorher zusammen mit einer Stute im Berliner Zoo gehalten worden war. Gerlachs Buch erschien 1959. Einhufer sind langlebig, ganz ausgeschlossen wäre es also nicht, dass das der Hengst noch 1956 gelebt haben könnte und dass man ihn mangels Partnerin vielleicht mit einer Eselin verpaart hatte; es gibt aus Hannover auch ein undatiertes Foto einer Chapmanzebrastute mit einem recht wollig wirkenden Zebroidfohlen, das durchaus einen Halbesel zum Vater gehabt haben könnte - aufgenommen im selben Anlagenkomplex. Allerdings ist der Begriff "Kulan" nicht unbedingt mit der heutigen Verwendung gleichzusetzen, da man ihn bis zur Abtrennung des "heutigen" Kulans als eigene Unterart in den 1960er Jahren auch als Zweitname für den Dschiggetai verwendete. In einem Berliner Zooführer aus den 30er Jahren ist allerdings der "Kulan aus Turkestan" aufgeführt. Das ISB für Halbesel reicht nicht so weit zurück (in Bd. 31 gab es ein Generalregister aller per 1.1.2000 im Zuchtbuch vertretenen Kulane), dass der Berliner/Hannoveraner darin vertreten wäre (so weit es ein nach heutiger Sichtweise echter Kulan war).

Nun hatte Hannover tatsächlich zeitweise einen Dschiggetai, einen Hengst namens Sarab, aber das war erst 1959-1960 (kam aus dem TP Berlin, ging an den Zoo Berlin und dann später wieder an den TP zurück). Auch der kam als vermeintlicher Kulan nach Europa und wurde erst später anhand chinesischer Herkunft als Dschiggetai nachbestimmt.

Gerlach erwähnt 1959 zudem zwei Esel, die mit einem Sammel-Tiertransport aus Prag kamen und vermutlich aus Asien stammten (damals lief der Ost-West-Transit, den später der TP Berlin übernahm, noch über Prag). Er beschreibt sie als farblich dem Halbesel ähnlich, aber mit dem Schulterkreuz afrikanischer Esel. Auch das könnten natürlich die beiden Esel auf dem Foto sein, nur passt die Halbeselfärbung nicht unbedingt zum hinteren Tier, das doch viel dunkler wirkt. Schulterkreuze kommen auch bei reinblütigen Halbeseln hie und da vor (kenne ich von Kulan und Khur, weniger auffallend auch vom Kiang), das war vielleicht damals mangels ausreichend Anschauungsmaterial noch nicht so bekannt. Und natürlich könnte auch hier wieder das hintere Tier ein in Hannover entstandener Bastard sein und nur das vordere eins aus dem Prag-Import.

Kann jemand mit irgendwelchen Informationen zu diesen Tieren dienen? Und zu Vergleichszwecken: Hat jemand zufällig ein Foto des Kulan-Bulgarenesel-Bastards, der etwa in den 1980ern in Leipzig geboren und zusammen mit einem Kulan auf den Rosental-Freianlagen gehalten wurde?
(12.11.2012, 18:42)
Michael Mettler:   Und daran anschließend aus dem neuesten Zuchtbuch die Bestände per 1.1.2012: Kulan 138 Tiere in 34 Haltungen (aber nur 5 Haltungen mit Nachzucht in 2011!), getrennt gelistet nach wie vor Askania Nowa (176 Tiere, ebenfalls züchtend); Onager 118 Tiere in 18 Haltungen (davon 10 Haltungen mit Nachzucht 2011); Kiang 103 Tiere in 16 Haltungen (davon 6 mit Nachzucht 2011). Gelistet sind natürlich nur die im Zuchtbuch registrierten Tiere, real existieren diverse weitere Haltungen (Kiangs in China, aber z.B. auch Kulane in Ströhen und diverse Bestände in den USA).

Beim Blick auf die Halterlisten fällt noch auf, dass Deutschland unter den registrierten Tieren weltweit die Halbesel-Hochburg ist: 17 deutsche Zoos halten Halbesel (davon der TP Berlin als einziger 2 Formen), in Frankreich sind es z.B. gerade mal 2, in Großbritannien 3.
(05.07.2012, 19:51)
WolfDrei:   Aus dem Halbeselbuch vom 1.1.2011:
Kulan 142 (39,103), dazu getrennt Ascania Nova mit 149 Tieren (darunter 19 Geburten)
Onager: 109 (41,68)
Kiang: 104 (29, 75), darunter Riga mit 1,23
(10.01.2012, 21:20)
WolfDrei:   hochgerechnete Anzahlen von Halbeseln: Dschiggetai: 20 000 (Mongolei) 2-4 000 (China); Kulan: 1 500 (Turkmenistan und einzelne Aussetzungen in Mittelasien; Khur: 4 000 (Indien); Onager: 400 (Iran); Kiang: 60 - 70 000 (China, Indien) Angaben aus einem Heft der Kölner Zoozeitschrift
(02.03.2010, 21:18)
Michael Amend:   Eine Aufnahme einer Mongoleigazelle habe ich auch im Zooführer 1984 von Osaka gefunden, hoffe, die Tiere sind noch im Bestand....

@Henry merker. In Yokohama gibt es drei Zoos :Zoorasia,den Kanagawa-Zoo und den Nogeyama-Zoo, dazu noch einen Marinepark. Im Zoorasia-Zooführer von 2009 habe ich ein Foto eines Dschiggetais gefunden, ob und wenn ja wieviele Tiere dort gehalten werden, läßt sich aufgrund des japanischen Textes leider nicht ermitteln....
(18.12.2009, 19:38)
WolfDrei:   Der Kanagawa-Zoo scheint gute Beziehungen nach China zu haben: sie haben u. a. Stumpfnasenaffen (roxelane und wohl auch bieti), ältere Aufnahmen von Kansurothirsch und Mongoleigazelle im "Walker" sind wohl auch von dort.
(16.10.2009, 12:24)
Henry Merker:   Der Zoo Yokohoma soll einen männlichen Dschiggetai halten.
(16.10.2009, 00:09)
Henry Merker:   @Michael Amend:
Unterscheiden sich Wild- und Halbeselformen in ihrem Charakter grundsätzlich von den Zebras oder gibt es dort ähnliche Herausforderungen wie bei den Zebras?
(13.07.2009, 23:03)
Henry Merker:   @IP66:
Meiner unmaßgeblichen Meinung nach, dürfte beides stimmen, vorausgesetzt man anerkennt den Kiang als eine eigenständige Halbeselart an (wie ich dies etwa mache). Dass es einst ein umfassenderes Verbreitungsgebiet gegeben haben dürfte, wäre meines Erachtens jedenfalls naheliegend. Die "Inselbildung" ließe sich durch klimatische und menschliche Faktoren erklären. Mit menschlichen Faktoren meine ich zum einen konkret die großen Mongolenzüge unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern sowie später unter Timur Lenk, auch als Tamerlan bekannt, aber auch die Völkerwanderungen, die fast alle auch "durch" Zentralasien führten. (Historiker haben die Vermutung aufgestellt, dass die frühen Völkerwanderungen, die auch Europa berührten, durch das Reich der Mitte ausgelöst worden sein sollen, da sie - die Chinesen - in der Regel nach Westen expandiert waren, bevor es zu Wanderbewegungen kam.). Diese Vielzahl an Menschen musste ja auch irgend wie ernährt werden - und Halbesel bieten sich da als Fleischlieferanten und Pferdekonkurenten wunderbar an....
(01.07.2009, 22:07)
IP66:   Wie erklärt man sich denn die Herausbildung der verschiedenen Formen? Gab es ein große Teile Asiens umfassendes Verbreitungsgebiet, von dem einige Inseln mit diesen zugeordneten Formen übrig geblieben sind? Oder lebten, ähnlich wie bei den Zebras, schon immer verschiedene Arten nebeneinander?
(29.06.2009, 10:41)
WolfDrei:   PS: noch eine Bemerkung zum "Zoo-Berliner"-Dschiggetaihengst, der später im TP stand: der war durchaus "feingliedriger", nicht so knochig, der Kopf nicht so kastenförmig.
(29.06.2009, 08:47)
WolfDrei:   "Vielleicht" zur Bestätigung der "Eckigkeit" anbei nochmals eine Aufnahme des, wenn auch schon alten, Dschiggetaihengstes aus Halle von etwa 1976.
(29.06.2009, 07:48)
Karsten Vick:   Zur Bestimmung der Unterarten: für meinen persönlichen Geschmack werden die Halbesel in der Reihenfolge Khur-Onager-Kulan-Dschiggetai immer eckiger. Wie unten nachzulesen ist, gab es nach dem Krieg 2 Dschiggetaihengste als vermeintliche Kulane in Deutschland. Fotos vom Hallenser gibt es besonders schön im 2. Teil der Chronik, vom Berliner im Zooführer 1976, vielleicht auch davor oder danach (aber nicht 73 und 78) und im alten (1987) Bd. 1 von Puschmanns "Zootierhaltung".

Es gab in Halle schon ab 1906 einen Dschiggetaihengst. In der Chronik I ist er auf S. 78 abgebildet. In Chronik II (Register) wird nun beiläufig erwähnt, dass Lothar Schlawe dieses Tier für einen Khur hält, also für die nach meiner gefühlten Einteilung genau entgegengesetzte UA. Sieht auf dem besagten Bild im Winterfell zwar nicht den Khur-Bildern ähnlich, die ich kenne, ist aber wesentlich rundlicher als der später gehaltene Dschiggetai. Die Begründung für Schlawes Vermutung würde mich interessieren.
(28.06.2009, 23:45)
Michael Mettler:   Nicht mal das ISB enthält alle gehaltenen Halbesel, z.B. überhaupt keine Khur (m.W. nur in indischen Zoos gehalten) und Kiangs nur außerhalb Chinas. Per 1.1.2008 waren 495 Halbesel im ISB registriert, wobei aber vorher (in 2007) über 400 Onager und Kulane des Canyon Colorado Equid Sanctuary aus dem Zuchtbuch gestrichen werden mussten, weil die Haltung aufgelöst wurde und die Tiere nicht individuell zuzuordnen waren.
(28.06.2009, 20:37)
Oliver Jahn:   Damit haben Sie ja Ihre Frage auch selber beantwortet. Allein in Deutschland ist so etwas (insbesondere bezogen auf die Anzahl der Tiere) nicht ganz einfach. Weltweit aber dürfte sie eben einfach nicht zu beantworten sein, auch nicht mit ISIS oder ähnlichen Datenbanken.
(28.06.2009, 20:06)
Henry Merker:   Nachtrag:
Natürlich "setze ich voraus" und "gehe" nicht "voraus".
(28.06.2009, 20:01)
Henry Merker:   @Oliver Jahn:
Da in diesem Thread weiter unten unter Berufung auf das Internationale Zuchtbuch für Halbesel Zahlen genannt worden sind, bin ich davon ausgegangen, dass vielleicht jemand vielleicht aktuellere Zahlen hat. Denn es wäre auch mal interessant die Bestandsentwicklung einer Tierart nach einem etwas längerem Zeitraum zu verfolgen. Dies würde natürlich eine sehr gute Kooperation aller Beteiligten voraussetzen. Mit Hinblick etwa auf das nicht mehr existierende Zuchtbuch für Pampashirsche, ist mir durchaus bekannt, dass selbst der beste Zuchtbuchführer nicht immer den gesamten Tierbestand einer Tierart in menschlicher Obhut erfassen kann, wenn nicht alle an einer Kooperation interessiert sind oder aufgrund einer schlechten Kommunikation dies nicht möglich ist. Von daher gehe ich schon voraus, dass mir selbst Herr Pohle, so er noch der Zuchtbuchführer sein sollte, eine hundertprozentige Antwort liefern könnte. Ausgenommen wäre wahrscheinlich Nordamerika und Europa.
Was den Khur betrifft, so dürfte es da schwierig werden genaue Angaben zu finden.
Was die Wildbestände wiederum betrifft, so ist wahrscheinlich hier auch nur eine Annäherung möglich, doch ist ein ungefährer Wert immernoch besser als gar keiner; denke ich zumindest.
(28.06.2009, 19:52)
Oliver Jahn:   Wieviele Halbesel gibt es in den Zoos dieser Welt? Von wem erwarten Sie hier eine ernsthafte Antwort?
(28.06.2009, 19:17)
Henry Merker:   Die Unterscheidung zwischen Kiang und den restlichen Halbeseln auf Artniveau halte ich für sehr richtig, da sich der Kiang deutlich von den restlichen Halbeseln unterscheidet. Er ist auch die einzige Halbeselform, die ich auf Anhieb von allen anderen unterscheiden kann (siehe Bild). Onager und Kulan hingegen sind für mich nicht so leicht zu "fassen". Und den Dschiggetai kenne ich nur durch Bücher und vielleicht eine Aufnahme, bin mir da aber nicht so sicher.

Um noch einen alten Gedanken wieder aufzugreifen: Wie viele Halbesel gibt es denn momentan in den Zoos der Welt? Und vor allem: Wie viele Khure gibt es in Zoos?
(28.06.2009, 18:07)
Michael Mettler:   Ist alles Geschmackssache. Bei "Antilope cervicapra" hat man das Original eingedeutscht und heraus kam die Hirschziegenantilope, mit deren Namen wohl keiner so recht glücklich ist. Hätte man das Selbe mit der Antilope gemacht, die wir heute Nilgau nennen, hieße sie "Rinderhirschbockkamel" (Boselaphus tragocamelus) - da ist mir Nilgau bzw. Nilghai doch sehr viel lieber....

Beim Halbesel wurde wenigstens für die Art (bzw. für EINE Art, da der Kiang inzwischen in Artrang erhoben wird) der griechische Name ebenfalls wortgetreu übertragen, aber der Dschiggetai als Unterart nun mal nicht "Langohr-Halbesel" genannt, um den heimatlichen Namen zu übersetzen.
(18.01.2006, 00:00)
IP66:   Ist es denn so übel, wenn man die lateinischen Namen germanisiert - oder eben auch anglisiert? Bei Kleinsäugern und vielen Vögeln gibt es ja keinen eingeführten deutschen Namen, aber immer einen lateinischen. Bezeichnungen aus den Herkungsgebieten der Art haben ja immer den Nachteil, daß niemand weiß, wie man sie ausspricht, und die selbe Art in anderen Sprachen eben auch auf einen anderen Namen hört.
(18.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Dennoch ist "ass" die übliche englische Bezeichnung für Wildesel (und teilweise auch Hausesel), denn "donkey" ist ausschließlich für den Hausesel reserviert. In den USA versteht man unter "zebrass" ein Eselzebroid - und keinen Zebra-Arsch.... :-)
(17.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Da "ass" nicht nur "Esel" sondern auch "Arsch" heißt, werden die Briten wohl davon Abstand nehmen.
(17.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Gibt es denn im Englischen einen anderen Artbegriff als "Asian wild ass"? Von einem "Half-ass" habe ich jedenfalls noch nie gehört :-)
(17.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Aber gerade die Deutschen dieser Zeit waren sehr fleißig beim Eindeutschen lateinischer Namen, vor allem Gruppennamen. So schöne Begriffe wie Röhrchenzähner und Nebengelenktiere sucht man im Englischen vergebens (siehe Grzimeks Enzyklopädie Säugetiere). Da wird meist nur die Endung des lateinischen Wortes der englischen Zunge angepasst.
(17.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @IP66: Das ist mit Sicherheit ein Grund. So werden in der Monografie auch Diskussionen zitiert, welcher der heute anerkannten Unterarten wohl jene Tiere zuzurechnen waren, die ZWISCHEN den heutigen, inselartigen Verbreitungsgebieten lebten.

@Karsten Vick
(17.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Ja klar Hemi-Onus! Fällt mir ja wie Schuppen von den Augen. Ich hatte gedacht Halbesel wäre eine deutsche Kreation aus der Zeit z. B. von Brehms Tierleben.
In einem alten Prager Zooführer habe ich indessen auch das tschechische Pendant gefunden: poloosel.
(17.01.2006, 00:00)
IP66:   Kann das schwierige Unterartengemenge bei den Halbeseln vielleicht auch damit zusammenhängen, daß man nur sehr wenige Tiere aus einem sehr großen Verbreitungsgebiet kennt? Die Zahl der Importe war ja sehr gering, und es waren wohl auch im vergangenen Jahrhundert nicht wesentlich mehr. Es kann allerdings sein, daß die Präparate in entsprechenden Sammlungen zahlreicher sind - es ist ja leichter, einen Halbesel zu erschießen und zu importieren, als ihn lebend nach Europa zu bringen.
(17.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Wahrscheinlich wissen sie es, schließlich haben sie schon Kulan-Forschung im Freiland betrieben. Aber bei einer über zweihundert Seiten starken Monografie bitte ich um Vergebung, wenn ich beim Suchen was überlesen habe...

@IP66: Ich habe zwar kein griechisches Wörterbuch, aber manchmal hilft schon ein botanisches weiter. Auf die Fährte gebracht hat mich der "hemionus" (Halbesel) der Griechen. "Hemi" heißt schließlich "halb", also musste "-onus" eigentlich Esel bedeuten, und genau so ist es: Onosma ist z.B. eine Pflanzengattung, deren Name sich laut Wörterbuch zusammensetzt aus "onos" (Esel) und "osma" (Duft).
In "onagros" ist das "on-" ebenfalls enthalten, und "agros" ist griechisch für "Acker, Feld". Bedeutet "onagros" im übertragenen Sinne etwa nichts weiter als "Steppenesel"? Angesichts der natürlichen Lebensräume aller Wildesel liegt der Vergleich mit einem (griechischen) Acker durchaus nahe.
(16.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Aber wie der Halbesel auf russisch heißt, das wissen die Denzaus nicht? Nun denn, in Grzimeks Tierleben steht als russischer Name (in lat. Buchstaben übertragen so wie ich es aussprechen würde) Polu-osjel und das heißt übersetzt Halb-Esel!
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Jetzt lasse ich die Denzau-Monografie mal gleich beim PC liegen, ist ja eine unerschöpfliche Quelle zum Thema...

Also: Für den Namen Khur kommt am ehesten die persische Sprache als Ursprung in Frage, dort hieß er Gorkhar, Gor oder Gur. Im indischen Sanskrit werden ihm die Bezeichnungen Gardabha, Rasabha und Khara (wenigstens letzteres geht in die Richtung) zugeschrieben.

Der Name Kulan wurde z.B. schon 1840 von Eversmann für Tiere aus dem Gebiet zwischen Kaspischem Meer und Aralsee verwendet.

Matschie fasste 1893 die bis dahin unterschiedenen Formen (damals noch als eigene Arten betrachtet) zusammen. Hier werden Dschiggetai (mongolische Bezeichnung) und Kulan (tatarische Bezeichnung) als identisch betrachtet, Kiang soll der tibetischen Sprache entspringen, der Khur wird als Ghor-Khar aufgeführt (Hindu-Wort) und eine südpersische Form als Gur (Equus hamar); der Onager galt als nordpersische Art E. onager.

Und zu Letzterem schreiben die Denzaus: "Erst seit Pallas den Namen Onager für den persischen Halbesel verwendete, blieb dieser fortan mit den Asiatischen Wildeseln verknüpft. Die Bezeichnung Onager bezog sich vor Palls jedoch auch auf die Afrikanischen Wildesel, so dass bei der Deutung alter Schriften immer wieder Missverständnisse auftreten." Die Definition nach Pallas stammt demzufolge von 1781.

An anderer Stelle wird erwähnt, das griechische Wort onagros bezeichne Wildesel und hemionus bedeute bereits im Griechischen "Halbesel" (weil man ihn dem Maultier ähnlich befand).

Beim Dschiggetai heißt es: "Nicht die Mongolen, sondern die Tungusen und Kalmücken nennen den mongolischen Halbesel 'Dschiggetai'. die Mongolen, Kasachen und Kirgisen dagegen 'Chulan'."

Przewalski nannte den Kiang, "wie damals zum Teil üblich", ebenfalls Chulan, die Tanguten nannten ihn Dschan.

Also: Namenswirrwarr um die Esel gab es offensichtlich schon immer.
(16.01.2006, 00:00)
IP66:   Es gibt nach Stowasser im Griechischen onagros (beide o als Omikron), den meine griechischen Wörterbücher allerdings nicht führen, was mit einer geringen Belegdichte zusammenhängen kann. Man müßte die griechischen Belege noch einmal prüfen, es ist aber recht wahrscheinlich, daß das Tier seinen Namen im Rahmen der hellenistischen Expansion erhielt.
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Stimmt, meines Wissens nannten die Römer ihre Katapulte aus irgendeinem Grund "Onager". (Na gut, wir nennen heute unsere Panzer ja auch "Leopard", also muss man wohl nicht zwingend nach einem Grund suchen....)

Für den Khur kenne ich noch die Bezeichnung Ghor-Khur oder Ghorkhar.

Und beim Kiang habe ich zwischenzeitlich gelernt (ich glaube, durch die Denzau-Monografie), dass unsere zweisilbige Aussprache Ki-ang eigentlich falsch ist, er spricht sich einsilbig "Kjang". Das nur am Rande.

Dennoch ist der Halbesel nicht die einzige Art, bei der jede Unterart einen "eingeborenen" Namen hat. Es gäbe da zumindest noch die Leierantilope mit den Unterarten Korrigum, Tiang, Topi, Jimela, Sassaby (=Tsessebe). Die Kuhantilope (Hartebeest) ist trotz Kongoni, Konzi, Kaama usw. "grenzwertig", da für einige Unterarten auch deutsche Bezeichnungen (z.B. Westafrikanische Kuhantilope, Lichtensteins Kuhantilope) gebräuchlich sind.

Der Name Halbesel wird sich wohl so schnell nicht ausrotten lassen. Oder? In meiner Jugend war in sämtlichen Büchern nur die Rede von Pinchèäffchen, heute heißen die überall Lisztäffchen. Und auch die Mendesantilope wird inzwischen in der Zoowelt bevorzugt Addaxantilope genannt. Es besteht also noch Hoffnung.... Andererseits gibt es ja auch noch "halbe Affen".

Wie heißt denn eigentlich der Halbesel auf russisch?
(15.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Nee nee Michael, hier geht es nicht nur um Spielchen mit Trivialnamen. Hier geht es wirklich um 2 Theorien über die Einordnung der turkmenischen Halbesel, bevor Groves und Mazak sich erbarmt und ihnen einen eigenen Namen gegeben haben. Denn: beim Namen "Dschiggetai oder Kulan" steht als Verbreitung "Mandschurei bis zur Kirgisensteppe Sowjetisch-Turkestans", beim "Onager" steht "Grenzgebiete der Sowjetunion nach Persien hin". Und die 1. Theorie (Dschiggetai = Kulan) galt zu der Zeit, als unser bewusstes Pärchen die Quarantäne durchlief.
Was nun die Versuche betrifft, einige von den volkssprachlichen Unterartnamen auf die ganze Art auszudehnen; ich denke mal, dass diese Wissenschaftler mit dem Namen Halb-Esel nich so glücklich waren. Aber der ist nun mal eingebürgert, andere Sprachen werden auch solche Über-Namen a la Halb- oder Asiatischer Wildesel haben. Aber was mir noch aufgefallen ist; es gibt doch wohl keine andere Tierart, für die in Deutschland für jede Unterart ein Volksname aus dem Ursprungsland gebräuchlich ist. Dschiggetai ist mongolisch (und heißt Großohr), Kiang chinesisch, Khur wohl indisch, Kulan turkmenisch und Achdari syrisch. Nur Onager ist nicht persisch sondern griechisch oder römisch. So hießen doch außer den Eseln auch noch irgendwelche Kriegsmaschinen, kann das sein?
(15.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: In einem Artikel im BONGO hat der Autor (ich glaube, es war Schlawe) das Wort "Kulan" sogar als ARTbegriff für den Halbesel verwendet (z.B. Tibetischer Kulan für den Kiang). Ich bin keiner östlichen Sprache mächtig: Kann es sein, dass das a
(13.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Im erwähnten Berliner Geschäftsbericht ist ein s/w-Foto des Paares abgedruckt. Ohne es allzu genau betrachtet zu haben, fiel mir lediglich ein deutlicher Größenunterschied auf - der natürlich auch altersmäßig bedingt sein könnte. Und wie ich schon mal zugab: Wenn ich irgendwo einen Halbesel sehe, der kein Kiang und nicht ausgeschildert ist, dann würde ich mir keine exakte Bestimmung anhand des Exterieurs zutrauen. Und in den 60ern gab es mit Sicherheit wesentlich weniger und ungenauere Vergleichsliteratur als heute, da sind bestimmt noch ganz andere "Fehlbestimmungen" passiert.

Ich erinnere nur an die erst wesentlich später importierten Damagazellen, die alle aus dem selben Fanggebiet stammten und von den "Zielzoos" später nach Aussehen verschiedenen Unterarten zugeordnet wurden, oder an die Weißen Wölfe, die hie und da als Canis lupus albus "nachbestimmt" wurden, obwohl albus eine altweltliche Form ist und die Vorfahren dieser Tiere aus Kanada stammten.
(13.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Die Geschichte des Berliner Dschiggetais ist im Milu von 1995 nachzulesen. Dort ein auch sonst hochinteressanter Überblick über die Huftierhaltung in 40 Jahren TP.
Der kam also tatsächlich 1959 in die Tierpark-Quarantäne, ging mit seiner Partnerin, die wirklich ein Turkmenischer Kulan war, über Ruhe an den Berliner Zoo, kam in den 70ern als Dschiggetai zurück nach Ostberlin und starb dort 1984, wie gesagt, ohne dass ich ihn zu sehen kriegte.
Bleibt die Frage, wie die Verwechslung passieren konnte. Meist wird ja der Kulan als mit dem Onager halbwegs identisch beschrieben. Aber es gibt auch die Variante, dass die turkmenischen mit den mongolischen Halbeseln zusammen gehören. So waren die Tiere, die heute Kulane sind, in den ersten beiden Berliner TP-Wegweisern als Dschiggetai oder Kulan (E. h. hemionus) bezeichnet und danach mehrere Jahre als Onager. Vielleicht wurden ja deshalb das mongolische und das turkmenische Fohlen zusammen verschickt?
(13.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Eine andere Antwort habe ich von dir jetzt eigentlich auch nicht erwartet!!! ;-))))) Aber ich finde den 75%igen Dschiggetai gar nicht mal so schlecht!!! ;-)
(13.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Na klar, obwohl die Prozentualaufteilung angesichts dominanter und rezessiver Vererbung blanke rechnerische Theorie ist, weshalb ja auch die so genannten Verdrängungszuchten Utopie sind: Vererbt die "zu verdrängende" Unterart oder Zuchtform irgendwelche Eigenschaften dominant, können sich diese halt auch noch bei 99%-Tieren durchsetzen.... :-)
(13.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Nun ja, auf jeden fall können wir dann wohl davon ausgehen, dass auch Du, Michael, bei deinem besuch durchaus einen 75%igen Dschiggetai gesehen hast! ;-) Ist doch auch was, oder?
(13.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Mit der Gehegebeschilderung nehmen es auch andere Zoos nicht so genau.... Und gerade Unterartbastarde werden nur höchst selten als solche beschildert, siehe Giraffe, Tiger oder Löwe. Ich möchte auch wetten, dass die Dortmunder Halbeselstute als "Kulan" ausgeschildert ist.

In meiner nach dem ersten Besuch 1989 (knapp vor der Grenzöffnung) geschriebenen Hallenser Säugerliste finde ich ebenfalls nur "Kulan". Und damals habe ich als "Wessi" garantiert auf alle Gehegeschilder geschaut, da ja die Möglichkeit bestand, auf andere Unterarten zu treffen als im Westen.
(13.01.2006, 00:00)
IP66:   Die dortmunder Stute habe ich bei meinem letzten Besuch dort vor ein paar Wochen noch gesehen. Sie sieht vor allem "alt" aus, aber im Vergleich mit den kölner Onagern wirkt sie auch ein wenig hochbeiniger und feingliedriger. Ich habe nie Onager und Kulane optisch voneinander scheiden können, mir kamen aber die beiden alten dortmunder Tiere immer seltsam vor, was jetzt durch den Nacheis, daß sie einen Dschiggetai im Stammbaum haben, wohl doch kein Zufall gewesen sein muß.
(13.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Was für mich, wie unter bereits beschrieben, noch viel unklarer ist, warum Halle einen Hybriden aus 25% Kulan und 75 % Dschiggetai in seiner Gehegebeschilderung bis zum Schluss 1994 immer als Kulan bezeichnet hat. Denn im Jahresbericht von 1992 wird ja ausdrücklich vom Zoo selber darauf hingewiesen, dass es Hybriden sind, mit einem Dschiggetai Vater, der 1974 als solcher erkannt wurde. Da haben vielleicht viele Besucher vor einem 75% Dschiggetai gestanden und waren der festen Überzeugung, sie stünden dort vor einem Kulan. Obwohl, vielleicht trügt mich da auch meine Erinnerung. Ich habe eigentlich über jeden Zoobesuch immer Buch geführt. Und als ich nach längerer Pause 1991 mal wieder in Halle war, da habe ich in meinen eigenen Aufzeichnungen (die ich gestern Abend auch noch mal studiert habe) vermerkt: Kulan, Dschiggetai.Vielleicht stands dann also doch am Schild? Der letzte Zooführer von 1991 (der aber eh nicht sehr vollständig ist und einige dort zu diesem Zeitpunkt garantiert gehaltenen Tierarten gar nicht nennt) enthält weder Kulan noch Dschiggetai. Meine Fotos von den Tieren sind aber 1992 und 1993 enstanden.
(13.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Laut Geschäftsbericht des Berliner Zoos von 1960 wurden das in jenem Jahr neu erworbene Halbesel-Paar als "turkmenische Onager" bezeichnet. Der Kulan wurde erst 1967 unterartlich vom Onager getrennt (anhand von Schädelmaßen und Färbungsunterschieden), und laut der Wildesel-Monografie von Denzau & Denzau zweifeln manche Systematiker noch heute diese Trennung an.
Ebenfalls dort ist nachzulesen, dass in neuerer Zeit lediglich zwei Dschiggetais in europäischen Zoos gehalten wurden: "Es waren zwei Hengste, die 1959 und 1961 über Peking und Moskau nach Deutschland gelangten und zunächst irrtümlich als Kulane deklariert wurden. Im Zuchtbuch von 1974 erfolgte die Richtigstellung. Die Tiere lebten bis 1984 bzw. 1985 in Berlin und Halle. Schlawe (1986) geht davon aus, dass seit 1899 insgesamt nur neun Dschiggetais in westlichen Zoos lebten."
Nun würde mich nur noch interessieren, ob der "Dschigg.1" im Zuchtbuch tatsächlich beiderseits der Mauer gelebt hat...
(13.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Auch ich bin inzwischen noch mal an meiner Sammlung gewesen. Mein ältestes Halbesel-Zuchtbuch ist die Ausgabe 9/13 vom 1.1.1983.
Am 1.1.83 lebten in den Tiergärten außerhalb Chinas 2,0 Dschiggetais: 1,0 mit dem Namen "Sarab" (Geburtsjahr unbekannt) im Tierpark Berlin und 1,0 (geboren 1960) in Halle.

Zum gleichen Zeitpunkt waren Unterartbastarde verschiedenster Kombination in der Zoowelt noch weit verbreitet (Bestand zum selben Datum: 13,26 Tiere). Allein in Deutschland wurden in den Jahren 1978 bis 1982 Bastarde in folgenden Zoos geboren: Dortmund, Heubach (?? Kenne ich nicht, vielleicht Händler?), München, Halle, Karlsruhe, Krefeld, Freiburg, Darmstadt.

Für den am 28.5.1962 geborenen, ersten im Berliner Zoo geborenen Unterartbastard mit dem Zuchtbuchnamen Berl/Zoo H/1 wird als Vater ein Dschiggetai mit dem Zuchtbuchnamen Dschigg. 1 genannt - letzterer wäre demnach identisch mit dem Hengst im Berliner Tierpark! Sollte der Hengst wirklich erst im Zoo gestanden haben und später in den Tierpark gewechselt sein???

Auf jeden Fall haben die Dschiggetai-Kulan-Bastarde sich weit im deutschen Zooraum verbreitet, die Berliner Linie z.B. nach Dortmund, Krefeld, Rheine, Darmstadt, Karlsruhe, Freiburg und Jaderberg, die Hallenser Linie nach Pforzheim.

Rostock und München haben Kulan x Onager gezüchtet, und in Krefeld und Freiburg wurden durch Kreuzungen aus der Berliner Linie mit Onagern sogar alle drei Unterarten im selben Tier zusammengeführt....

Angesichts dessen ist es eigentlich bemerkenswert, dass nunmehr seit etlichen Jahren fast ausschließlich unterartreine Zuchten existieren. Schon per 1.1.1988 (Zuchtbuch Nr. 18)- also nur fünf Jahre später - war der Bestand der Bastarde auf 5,9 gesunken, und heute existiert aus der gesamten Mischzucht nur noch eine einzige alte Stute in Dortmund.
(12.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   So, jetzt habe ich noch mal nachgelesen. 1974 wurde auf Grund neuer Unterlagen der damalige Kulanhengst in Halle als Dschiggetai bestimmt. Dieser Hengst hat mehrere Nachkommen gezeugt, unter anderem auch mit einer Tochter.
Bis 1992 lebten im Zoo Halle noch zwei Tiere, 1992 verstarb Minka, 1994 das letzte Tier.
Minka war über 25 Jahre alt und hatte Dschiggetai zum Vater, und Kulan zur Mutter. Das letzte Tier hatte Dschiggetai zum Vater und Kulan/Dschiggetai Hybriden zur Mutter, war also somit zu 75% Dschiggetai. Warum nun Halle diese Tiere immer unter der Bezeichnung Kulane gezeigt hat, das weiß ich auch nicht. Auf den Tod des ersten Hybriden 1992 wird im damals noch erschienen Jahresbericht 1992 hingewiesen.

(12.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Ja bitte glaub es mir Karsten Vick, ich lese heute Abend noch mal nach, wann genau bei einer Untersuchung festgestellt wurde, dass das vorhandene Tier ein Dschiggetai ist. Ich habe das Tier, welches zusammen mit einem Kulan dort gehalten wurde, wo heute die neue Zebraanlage entstanden ist, noch in der Mitte der 90er dort gesehen und fotografiert. Allerdings stand lange am Gehege Kulan!! In einem Jahresbericht wurde dann darauf hingewiesen, dass es sich um einen Dschiggetai handelt, allerdings, wie unten schon erwähnt, nicht um einen reinblütigen. Schreibe dir gern heute Abend noch etwas mehr dazu!!!
(12.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Meines Wissens waren zwei Hengste in Berlin und Halle die einzigen Dschiggetais der jüngeren deutschen Zoogeschichte. Muss mal stöbern, ob ich noch so alte Ausgaben des Zuchtbuches in meiner Sammlung habe, aber ich habe beide Tiere nicht sehen dürfen (erster Besuch im Tierpark Berlin 1985, erster Besuch in Halle 1989). Aus einem Nachlass besitze ich allerdings ein Foto des Hallenser Hengstes.

Ich meine mal gelesen zu haben, dass beide Hengste über die Moskauer Tierhandelszentrale als vermeintliche "Kulane" in die DDR gelangten und erst danach festgestellt wurde, dass es Dschiggetais waren.

Und einige Unterartbastarde in den Zoos hatten einen Dschiggetai unter ihren (fernen) Vorfahren (Ursprungskreuzung eventuell im Berliner Zoo?), meiner Erinnerung nach auch die frühere Krefelder Herde.
(12.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Bis vor einigen Jahren? Ist der nicht schon in den 80ern gestorben? Im DDR-Zooreiseführer, der so ungefähr den Stand 1983 darstellt, werden Dschiggetais für Halle erwähnt. Bei meinem 1. Besuch 1987 gabs leider keine mehr. Ziemlich zur selben Zeit ist auch der einzige Dschiggetai im Berliner Tierpark gestorben, den ich auch nicht gesehen habe.
Oder gab es in Halle später wirklich noch ein Exemplar?
(12.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Den letzten Dschiggetai in Deutschland hielt wohl Halle, bis vor einigen Jahren. Ich habe das Tier noch gesehen und fotografiert. Allerdings war es wohl kein reinrassiges Tier und es wurde erst recht spät durch eine Untersuchung entdeckt, dass es ein Dschiggetai ist. In den Zooführern war er lange Zeit als Kulan ausgewiesen.
(12.01.2006, 00:00)
Sitara:   In der Tat... Hauptsache, WIR haben das jetzt geklärt, den Kulanen dürfte das ziemlich egal sein! ;-)
(12.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   'tschuldigung, der "Wild"esel geht auf meine Kappe, den hat mir das Kurzzeitgedächtnis dazu gedichtet...
Auf der Hodenhagen-HP wird der Kulan unter "Jetzt neu" und dann "Chronik" als "Eselsart aus Südostasien" bezeichnet.

@Norbert K.: Gehe ich nach geografisch zugeordneter Fachliteratur, werden mit "Südostasien" die Tropenbereiche "Hinterindiens" wie Myanmar, Thailand usw. bis zu den Sunda-Inseln im Süden zusammengefasst. Die Gobi ist als Kältewüste mit mehr als 100 Frosttagen im Jahr davon über 1.000 km entfernt.

Zudem stammen Kulane nicht aus der Gobi, denn dort lebt die Nominatform des Halbesels, der Dschiggetai. Der Kulan stammt aus dem vorderasiatischen Raum, und der ist von Südostasien NOCH weiter entfernt als die Gobi.

Und an der "Qualität" der Hodenhagener Kulangruppe habe ich gar nicht gezweifelt....
(12.01.2006, 00:00)
Sitara:   @ Michael Mettler: Habe mich auch auf der HP von Hodenhagen mal umgesehen und konnte nur folgenden Eintrag unter "Zoopädagogische und wissenschaftliche Aktivitäten
- Natur- und Artenschutzprojekte" zu den Kulanen finden: "...Asiatische Wildhunde und Kulan
(12.01.2006, 00:00)
Ollo:   Kulane sind Halbesel und nicht "Wildesel".
(11.01.2006, 00:00)
Norbert K.:   Wir alle haben uns schon mal verhauen.
Wo würden sie die Lage der Gobi bezeichnen? Hodenhagen hat die größte Kulangruppe und auch noch einen wertvollen Hengst aus Tallin im Bestand
(11.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Was zum Lästern: Da rühmt sich der Serengetipark Hodenhagen auf seiner Website wegen seiner wissenschaftlichen Leitung, und dann steht bei den Kulanen "Wildeselart aus Südostasien"....
(11.01.2006, 00:00)
th.oma.s:   in riesa war eine kulanstute die aus chemnitz "abgeschoben" worden ist
(09.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Da aber die meisten Halbesel in größeren Tiergärten geboren werden und ehr von da aus in kleinere gelangen, dürfte der Zuchtbuchführer dennoch Überblick behalten. Warum allerdings die Ströhener Kulane nicht mehr weiter registriert werden, würde mich schon interessieren.
Aus dem Mendesantilopen-Zuchtbuch wurden auch schon Tiere in kleineren Parks gestrichen, weil die Verwandtschaftsverhältnisse nicht zu klären waren (und das in Zeiten des genetischen Fingerabdrucks - na gut, die Kosten dafür müsste ja auch irgendwer tragen).
(09.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Ich weiß zwar nicht, ob das noch ganz aktuell ist, aber im Tiergarten Riesa habe ich vor einiger Zeit auch noch einen Kulan (oder Onager??) gesehen. In den neuen Bundesländern waren diese Tiere gar nicht so selten. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade die kleinen Tiergärten ihre Tiere irgendwo erfassen lassen.
(09.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Habe heute die neueste Ausgabe des Halbesel-Zuchtbuches erhalten, beinhaltend den Stand per 1.1.2005.

Der Zoo-Weltbestand des Kulans hat sich innerhalb eines Jahres erfreulich vergrößert (auf 570 Tiere), obwohl einige Kulane sogar aus dem Zuchtbuch gestrichen wurden, z.B. die komplette Gruppe in Ströhen (weiß jemand Gründe?).
Die Haltung in Altreetz besteht nach Tod des einzelnen Hengstes nicht mehr, dafür ist mit dem Tierpark Krüzen (kenne ich nicht...) eine neue deutsche Haltung hinzu gekommen (1,1 aus Chemnitz).

Der Onager-Zoobestand ist auf exakt gleicher Stückzahl (weltweit 144) geblieben, Geburten und Todesfälle halten sich die Waage. Der deutsche Bestand ist mit 22 Tieren ebenfalls fast unverändert (vorher 21), wobei die Haltung in Freiburg nur noch eine einzelne Stute umfasst.

Konstant auch die Zahl der Kiangs mit 132 (vorher 131), die drei deutschen Halter sind unverändert.

Und: Es gibt neue Unterartbastarde!! In Rostow am Don zeugte ein Kiang-Hengst mit drei Kulanstuten 2,1 Fohlen....
(06.01.2006, 00:00)
stefan:   ja, die beiden wildeselhengste sollen wohl "genetisch überrepräsentiert" gewesen sein. mit zunehmendem alter wurden sie untereinander immer unverträglicher und haben sich wohl sogar heftiger verletzt. seit sie kastriert sind klappt das zusammenleben wesentlich besser;-)
(11.12.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Der Vergleich zwischen Kulan und Onager wäre auch auf andere Weise möglich: Es muss sich nur ein Zoo finden, der es mit einer gemischten Hengstgruppe beider versucht....
(09.12.2005, 00:00)
Konstantin Ruske:   es sind ale zu zweckgebundenen Spenden aufgerufen, denn der halbeselvergleich im Tierpark zwischen Kulan und Onager ´muß nur finanziert werden ( gilt übrigens auch für neuen KLeinsäugerpavillon), dem Wunsch wird dann sicher gerne entsprochen.
(09.12.2005, 00:00)
IP66:   Vielen Dank! Die kölner Hengste sind abgezogen, sie wirkten die Grévy-Zebras gegenüber immer ein wenig schüchtern - insofern bin ich darüber nicht wirklich unglücklich. Vielleicht könnte man ja in Friedrichsfelde einmal freundlich bitten, die Kulane neben Onager zu stellen, auf das wir vergleichen und lernen!
(09.12.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Kuriose Situation: Da steht eine Tierart am Rande des Abgrunds, und dann werden sogar noch Individuen kastriert... Waren die beiden Hengste "genetisch überrepräsentiert" oder gab es einen gesundheitlichen Anlass (z.B. Erbfehler)?
Schade übrigens, dass solche Angaben im (gedruckten) Zuchtbuch fehlen, es würde ja schon ein Symbol für "nicht zuchtfähig" reichen.
(09.12.2005, 00:00)
Stefan:   hallo. die wildeselhengste sind nicht mehr in köln - weiß aber nicht wo sie hingegangen sind. und die beiden hengste in kleve sind keine hengste mehr:-) sind aber noch da (als wallache)
(08.12.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Die Dortmunder Stute dürfte auch recht alt sein, denn es werden schon lange nirgends mehr Unterartbastarde gezüchtet (zuletzt meines Wissens in Krefeld).
Was die Unterscheidungsmöglichkeit betrifft: Als ich die ersten Halbesel in Hodenhagen sah und diese weder ausgeschildert noch im Parkführer erwähnt waren, wurde mir klar, wie sehr ich mich bis dato immer auf solche Hilfsmittel verlassen hatte - ich hatte keinen blassen Schimmer, welche der beiden Unterarten ich vor mir hatte...
In der Wildesel-Monografie der Denzaus werden folgende Anhaltspunkte genannt:
Kulan - mehr Weiß im Maulbereich (ohne direkten Vergleich ein wenig brauchbares Merkmal), Weißgrenze an den Kinnbacken verläuft schräg, weißer Keil zwischen Flanke und Lende breit und deutlich, Fellfarbe bräunlicher, Farbübergänge kontrastreicher.
Onager - weniger Weiß im Maulbereich, Weißgrenze an den Kinnbacken verläuft bogig (wie Kontur), weißer Keil schwach und mit Körperfarbe durchsetzt, Färbung etwas rötlicher, Farbübergänge fließender.
Viel Spaß beim Bestimmen von unklaren Fotos....

Zum Bestand des Somali-Wildesels ("Ganzesel" ist übrigens eine schöne und konsequente Wortschöpfung!) laut Zuchtbuch per 1.1.2005 (also 1 Jahr aktueller als die Halbeselzahlen:
Bestand außerhalb Israels 129 Tiere in 28 Haltungen; davon mindestens eine inzwischen beendet, die beiden Esel aus dem Berliner Zoo sind in Hannover (die Stute "auf Rente", sie ist fast 24 Jahre alt). Und hieß es nicht, dass auch die beiden Kölner Hengste schon weitergezogen sind?
Deutsche Halter wären danach noch der Tierpark Berlin, Chemnitz, Hannover, Kleve, Nürnberg und Stuttgart mit zusammen 34 Tieren (plus eventuelle Kölner; dort und in Kleve ausschließlich Hengste).
Der Freiland-Bestand dürfte sich auf dem Niveau von Mendes- und Säbelantilope bewegen, also zwischen 500 Stück und null!
(08.12.2005, 00:00)
IP66:   Mithin gibt es in Deutschland deutlich mehr Elefanten als Kulane. Die Bastardstute in Dortmund wirkte bei meinem letzten Besuch recht alt. In Köln gibt es jetzt auch wieder einen Hengst und sogar Nachwuchs. Kann man eigentlich Onager und Kulan via Phänotyp unterscheiden? Eigentlich hätte ich das bei den klever Kulanen, die ich einigermaßen kenne, merken müssen, aber es ist mir nicht gelungen. Und in Sachen Ganzesel: Wie sieht es eigentlich mit dem Somali-Wildesel-Bestand aus?
(08.12.2005, 00:00)
krümmel:   ... um Familie Hagenbeck müssen wir uns wohl keine Sorgen machen ...
(07.12.2005, 00:00)
Sitara:   Kleiner Exkurs zu dem letzten Absatz von Michael Mettler, obwohl dies eigentlich nicht zu diesem Thread gehört: Das vorherige Onagergehege, wo bis vor kurzem auch noch eine Mini-Junggesellengruppe lebte, ist inzwischen plattgemacht, um dort ein "Parkhotel Hagenbeck" entstehen zu lassen, um - so hofft man - ein weiteres Standbein zu schaffen, um den Tierpark attraktiver auch für Besucher von außerhalb zu machen und damit eine bessere wirtschaftliche Grundlage herbeizuführen. Da sieht man, welchen finziellen Zwängen ein Zoo in privater Hand ausgesetzt ist. Den Verantwortlichen ist es bestimmt nicht leicht gefallen, so zu entscheiden...
(07.12.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Onager-Bestand laut Internationalem Halbesel-Zuchtbuch per 1.1.2004 in den Zoos weltweit: 147 Tiere in 24 Zoos, davon allein 26 Tiere im Canyon Colorado Equid Sanctuary, New Mexico. In Deutschland seinerzeit 5 Halter: Augsburg, Freiburg, Hagenbeck, Köln und Stuttgart mit zusammen 21 Tieren (davon Freiburg und Köln ausschließlich Stuten; letzteres hat sich meines Wissens inzwischen geändert).

Kulan-Bestand per gleichem Datum: 511 Tiere in 48 Haltungen (16 davon im Gebiet der früheren Sowjetunion), davon allerdings 269 Tiere (!) in Canyon Colorado. 13 Haltungen nur mit Stuten (in Deutschland Neustrelitz), 1 (Altreetz) nur mit Hengst. 12 Halter in Deutschland: Altreetz, Tierpark Berlin, Chemnitz, Hodenhagen, Kleve, Neustrelitz, Nürnberg, Pforzheim, Rostock, Stendal, Stralsund, Ströhen; die größte Herde in Hodenhagen (4,10). Wie daraus zu ersehen, erfreut sich der Kulan in "großen Zoos" Deutschlands offensichtlich geringen Interesses.

Kiang-Bestand am 1.1.2004: 132 in 17 Haltungen, davon 25 Tiere in drei deutschen Zoos (Tierpark Berlin 4,13, München und Wuppertal je 1,3). 4 Halter pflegten ausschließlich Hengste. Größte Herde in Riga (17,21).

Die Reihe wird komplettiert durch eine Unterart-Bastardstute in Dortmund (einziger Halbesel dort).

Zu Hagenbeck sei noch anzumerken, dass das heutige Onagergehege ebenfalls wieder ein Beispiel für eine "Verdrängung" darstellt: Um die Onager, Kamele und Gazellen aus ihrem alten Gehege dorthin umsiedeln zu können, wurde die Haltung der Gaur (und der Yaks) aufgegeben.
(07.12.2005, 00:00)
Sitara:   Es ist wahrscheinlich bekannt, dass Hagenbeck 1954 mehrere Onager aus den persischen Salzwüsten holte, die den Grundstock für eine sehr erfolgreiche Zucht von bisher mehr als 80 Fohlen bildeten, die europaweit auf diverse Zoos verteilt wurden. Dr. Hering-Hagenbeck ist zur Zeit europäischer Zuchtkoordinator für Onager. Die Besucher können sich dort fast in jedem Jahr an Nachwuchs erfreuen und an dem Gehege wird ausführlich über diese "Traditionshaltung" mit Historie etc. informiert. Onager leben in Hamburg in Vergesellschaftung mit Kamelen und Kropfgazellen.

Soviel ich weiß, hält Hodenhagen Kulane, habe jedenfalls bei meinem letzten Besuch in diesem Jahr dort noch welche gesehen.
(07.12.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Ich wollte den Mega-Beitrag in Sachen Bestandszahlen unter "Überflüssige Tierarten nicht noch mehr ausdehnen, aber bei der Recherche in Wikipedia bin ich über ein weiteres (trauriges) Phänomen gestolpert. Wir stehen ja vor der Situation, dass sich kaum noch deutsche Zoos für die Haltung von Onager und Kulan begeistern, und - mal ehrlich - auch für uns Zoofans ist doch ein Dschiggetai, Khur oder Kiang eher ein Highlight.
Nun schauen wir mal auf die (von mir gerundeten) Bestandszahlen im Freiland laut Wikipedia:
Kiang 67.000
Dschiggetai 45.000
Khur 3.000
Onager 500
Kulan 350 (in den letzten Tagen der Sowjetunion noch 3.000!)
Auch solche Fakten würde ich eigentlich gern mal an Zoogehegen geschildert finden!! (Das setzt natürlich voraus, dass die Kulane und Onager nicht längst zu Gunsten anderer Arten abgegeben wurden....)
(06.12.2005, 00:00)

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