
| cajun: | Gefarmte Blessbock- Weißlinge. Namibia. (12.01.2015, 19:18) | ||
| Michael Mettler: | Schaut mal hier rein: http://www.sjnaudeboerdery.com/ Ganz oben unter "Game", dann "Exotic game" und dort unter den einzelnen Arten und Farbschlägen. Der "Yellow blesbok" erinnert mich in seiner Farbverteilung an die Damagazelle - womöglich hat zu deren heutiger "Normalfärbung" ein vergleichbarer Erbfaktor beigetragen... (09.01.2015, 22:56) | ||
| Oliver Müller: | @Michael Mettler: Ich schätze das genau so ein, dass es im Sinne einr genetisch vielfältigen Erhaltungszucht eigentlich positiv wäre, wenn "fehlfarbige" Exemplare in der Zucht eingesetzt würden bzw. man vielleicht sogar hier und da gezielt solche Farbvarianten nachzüchten sollte. Natürlich unter Ausschluss von Erbkrankheiten, die an dieFarbe gekoppelt sind und ggf. Unterartenrein (Bsp. " Schwarze Panter"). Davon abgesehen ist das Konzept " Fehfarbe" als solches m.E. Ziemlich schwachsinnig, denn es gibt vermutlich bei jeder Spezies (zumindest verdeckt) auch Gene für andere Farbausprägungen. Nur deshalb kennen wir z.B. Heute neben grünen auch gelbe, blaue, weiße und gescheckte Wellensittiche. Diese Farben sind in der Natur offenbar nicht von Vorteil, sonst hätten sie sich durchgesetzt. Aber sie müssen genetisch vorkommen, sonst könnte es sie auch bei den domestizierten Piepmätzen nicht geben. Und manchmal sind offenbar "Fehlfarben" in der Natur ohne Belang für die Überlebensfähigkeit Schwarze Panter) oder sogar von Vorteil: Eisbären und Polarfüchse stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von nicht-weißen Vorfahren ab. (06.01.2015, 09:59) | ||
| Michael Mettler: | @Oliver Müller: Erstens dürfte eine Rolle spielen, dass in vielen Zoos die Haltungsressourcen für Wild-Paarhufer immer geringer werden und schon die zuchtbuch-gemanagten Arten um freie Plätze konkurrieren. Zweitens hat sich in der Zoowelt m.E. weitgehend festgesetzt, Wunsch-Phänotypen zu idealisieren und farblich Abweichendes als Fehlfarbe zu brandmarken. Und so wird unter den Tisch gekehrt, dass wir Menschen eigentlich kaum in der Lage sind, objektiv zu beurteilen, welche Färbung für ein Tier "richtig" oder "falsch" ist. Bei nicht wenigen Arten haben die so genannten Fehlfarben überhaupt keine Probleme, von den Artgenossen akzeptiert zu werden (Ganz nebenbei: Auch ein roter Dackel und eine schwarze Dogge akzeptieren sich als Artgenossen und potenzielle Fortpflanzungspartner, obwohl der phänotypische Unterschied innerhalb einer Tierart kaum größer sein kann!), geschlechtsreif zu werden und ihre Gene weiterzugeben. So sollen z.B. schwarze Springböcke früher in der Wildpopulation Südafrikas gar nicht so selten gewesen sein - bei anderen Tierarten spricht man dann schlichtweg von natürlichen Morphen und akzeptiert sie als Teil der natürlichen Variationsbreite. Manche dieser Morphen wird sich eines fernen Tages zu einer eigenen Art entwickeln oder die jetzige "Normalfarbe" verdrängen, wenn sie einen evolutionären Vorteil mit sich bringt - der vielleicht noch nicht jetzt, aber bei sich ändernden Lebensbedingungen wichtig sein/werden kann. Immerhin waren auch alle heutigen "Normalfarben" bei Tieren ursprünglich genetische Ausrutscher, sonst müssten logischerweise alle Tiere noch immer die Färbung ihres ältesten gemeinsamen Vorfahren tragen! Wenn Zoos heute die Erhaltung der Genvielfalt auf ihre Fahnen schreiben, passt es jedenfalls nur schlecht dazu, die Natur bei ihren farblichen Experimenten auszubremsen. Kriterium sollte nicht die Färbung per se sein (sonst könnte man ebenso willkürlich auch Ideal-Stockmaße, -Hornlängen usw. festlegen), sondern die Vitalität und soziale Kompatibilität des jeweiligen Tieres. Wenn ein abweichend gefärbtes Exemplar von den Artgenossen gemieden wird oder unter einem mit der Färbung genetisch gekoppelten Gesundheitsschaden leidet, wären das auch in der Natur ausselektierende Faktoren. Wenn aber beides nicht der Fall ist, sehe ich auch keinen vernünftigen Grund, ein solches Tier nicht in der Zoopopulation zu dulden bzw. es von der Fortpflanzung auszuschließen. Und das schließt für mich durchaus ein, ein solches Tier auch einmal gezielt in die Zoopopulation einzuführen, um den Genpool um das "farbliche Zukunftspotenzial" zu bereichern. Übrigens fällt mir noch eine weitere frühere Farbenzucht bei Zoo-Antilopen ein. Der Baseler Zoo hat in seiner damaligen Sitatunga-Zucht "besonders schön gezeichnete" Exemplare für die Weiterzucht bevorzugt - das fällt genau genommen ins gleiche Prinzip. (05.01.2015, 18:29) | ||
| Jennifer Weilguni: | Ich denke, daß die Fabrzucht bei Antilopen erstens aufwändiger ist, als bei weißen Tigern und zweitens vermutlich nicht ganz so puplikumswirksam. (03.01.2015, 19:19) | ||
| Oliver Müller: | Schaut mal hier: walmaineexoticgamebreeders.com Warum werden solche Tiere heute in Zoos nicht mehr gezielt gehalten/gezüchtet - befürchtet man da ähnliche Probleme wie bei weißen Tigern? Oder ist schlicht alles, was nicht der natürliche Normalfall ist, nicht erhaltenswert? (03.01.2015, 19:15) | ||
| Jan Jakobi: | Was für ein Zufall! Im Zoofreunde-Forum fragte jemand nach einer schwarzen Antilope die aussah wie ein Springbock. Und ja, im Thread "Antilopen" bin ich fündig geworden. (03.01.2015, 18:59) | ||
| Michael Mettler: | P.S. Mir war so, als hatten wir das Thema schon mal im Forum. Einen Dank der Suchfunktion: Schau mal in den Thread "Antilopen", Zeitraum Februar/März 2009. (03.01.2015, 18:34) | ||
| Michael Mettler: | Schwarze und weiße Springböcke fallen mir dazu ein. Letztere (keine Albinos, sondern Weißlinge mit dunkeln Augen) sind anscheinend nicht über Dvur Kralove hinaus gekommen, wohin man eine Gruppe aus Südafrika importiert hatte. Auch die Schwärzlinge wurden zuerst dort gehalten, Mitte der 70er Jahre kamen zwei Paare dann in den Zoo Hannover, wo der damalige Direktor Dittrich ein spezielles Interesse an Farbmutationen und deren Vererbung hatte. Im Tierbestand hatte und züchtete der Zoo damals (und teilweise noch etliche Jahre danach) Albino-Igel (nur hinter den Kulissen) sowie Schwärzlinge von Rehen, Rohrkatzen, Wölfen, Leoparden, Jaguaren und eben auch Springböcken. Zur Klärung der Vererbungsmodi wurden dabei auch Verpaarungen mit den "Normalfarben" der jeweiligen Tierart gemacht. Da sich der Melanismus beim Springbock rezessiv, also verdeckt vererbt und die normalfarbigen Nachzuchten in die europäische Zoopopulation einflossen, treffen immer mal wieder irgendwo zufällig "normalfarbige" Schwarz-Vererber als Zuchtpartner zusammen, so dass es ab und zu noch schwarzen Springbock-Nachwuchs gibt - so auch in Hannover zweimal innerhalb der letzten Jahre. (03.01.2015, 18:27) | ||
| Oliver Müller: | Auf südafrikanischen Wildfarmen scheint es nicht ungewöhnlich zu sein, Antilopenarten in seltenen Farbvarianten zu züchten, z.B. "Goldene" Gnus. Weiß jemand, ob man derartige Tiere irgendwo in europäischen oder US-Zoos sehen kann oder konnte? Eigentlich wäre das ja vom Schauwert her nicht uninteressant, solche Tiere auch in Zoos zu zeigen. Aber heute scheint man da wohl generell kein Freund mehr von zu sein in der Zoowelt, ähnlich wie bei dem früher wohl nicht ganz seltenen " Goldrhesus". (03.01.2015, 18:07) |
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