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Da sprechen sie eine Schwierigkeit an: Das Gebäude ist recht unscheinbar und klein, und es steht auch noch in unmittelbarer Nachbarschaft des Dickhäuterhauses, das die nächste Stufe der Entwicklung und damit so etwas wie die gebaute Kritik an dem Gebäude verkörpert. Aber es lohnt sich, das Gebäude anzuschauen, vor allem den Innenraum! (29.02.2008, 10:49)
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Oliver Jahn:
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Da muss ich doch wiorklich bei meinem nächsten Besuch mal drauf achten. Aber vielen Dank für den Tip! Schön zu lesen, dass es doch immer mal wieder Beispiele dafür gibt, dass es mit etwas Fantasie doch immer noch Alternativen zur Abrissbirne oder der Umnutzung zu einem Gebäude ohne Tiere gibt. (28.02.2008, 20:39)
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Bei meinem letzten Besuch in Krefeld ist mir deutlich geworden, daß das dortige Löwenhaus durch die Umbauarbeiten der letzten Jahre sich in ein Beispiel dafür verwandelt hat, wie man kleinere Nachkriegsgebäude für Besucher attraktiv umgestalten kann. Es handelt sich um ein Backsteingebäude, daß neben Innenkäfigen für Löwen noch einen Innenraum für eine Kleinsäugerart und drei sehr flache Vitrinen enthält; ein typischer Bau nicht nur insofern, als er eine publikumswirksame Art mit Unterbringungsmöglichkeiten für Raritäten kombiniert, sondern auch dadurch, daß alles nicht besonders geräumig und relativ einfach gestaltet wurde. Die Umbaumaßnahmen betrafen einmal die Löwenanlage, die von Kunsthochschuladepten Ãn eine halbnaturalistisch gestaltete Anlage für Guerezas verwandelt wurde und nunmehr den Blickfang des Hauses ausmacht. Zum anderen wurden die beiden kleineren Außenanlagen und der Innenkäfig nur noch für Jagurandis genutzt, wobei man die Freiluftkäfige im Innern im Kunstfelsstil dekoriert hat. Schließlich wurden die Vitrinen einerseits mit Mäusen, andererseits mit Degus besetzt. Auf diesem Weg hat der Zoo ein Kleinsäugerhaus gewonnen, das mit den Affen weiterhin Publikumslieblinge beherbergt, durch die Degu-Vitrine attraktiv wird und mit den Jaguarundis und den Mäusen zudem Arten ausstellt, die andernorts fehlen. (28.02.2008, 18:18)
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Vielleicht schaffe ich es ja im Spätherbst nach Rostock - dann kann ich mir den Kandidaten, der mich schon 1988 fasziniert hat, noch einmal genauer ansehen. Wir hielten ihn damals für eine Idee, sehr technisch geprägte Pavillons - bekannteste Idee dieser Art wäre wohl das Atomium in Brüssel - mit star betonter Stützkonstruktion zu einem Tierhaus umzunutzen. Wir dachten allerdings, daß der Typus für ein Ausstellungsgelände entwickelt worden wäre und der Besatz mit Papageien eher eine Art Notlösung vorstellte. Am ehesten Vergleichbar sind wohl die noch den ursprünglichen Entwürfen entsprechenden Anlagen in Münster, das Bärenhaus und die Greifvogelvoliere, vielleicht auch das Tropenhaus in Osnabrück. Plattenbauten, also Gebäude aus vorfabrizierten Elementen, sind das aber nicht, und gerade das Bärenhaus in Münster oder die Häuserreihe in Stuttgart sind sehe bewußt auf die Proportionen und Haltungszwecke ausgerichtet und haben wenih mit Vorfabrikation zu tun. Allerdings sind auch mit vorfabrizierten Elementen sehr interessante Bauten errichtet worden, wofür ich jetzt wieder mein Lieblingsbeispiel in Leipzig anführe. Da man gerade die westdeutschen Brutalismusbauten derzeit wenig schätzt, würde ich die Tatsache, daß es ihrer im Osten nur wenige gibt, gar nicht für einen so großen Nachteil halten. Ich empfehle allerdings, sich für diese ungeliebten Bauten einmal Zeit zu nehmen, wenn man in den entsprechenden Zoos weilt - es lohnt sich. (25.09.2007, 11:58)
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Michael Mettler:
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Ach ja, das Ufo im Walde :-) Auf dem Foto leider nicht erkennbar, aber "schwebt" das Gebäude nicht sogar optisch einen Meter über dem Boden (was die Treppe erst nötig machte)? (24.09.2007, 21:46)
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Oliver Jahn:
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Aber gerade das unten erwähnte Papageienhaus in Rostock ist so ganz anders. Es hat nichts mit Platte zu tun. Aber es ist eben ein kleinerer Bau, von daher wurde hier vielleicht den Architekten mehr Spielraum gelassen. Die klassische Platte hingegen fand ich zu meiner Verwunderung ebenso in Hannover, Stuttgart und Münster.
Hier mal ein Bild vom ehem. Papageienhaus in Rostock. (24.09.2007, 21:18)
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Ich denke, daß der Beschluß, so gut wie ausschließlich Plattenbauten aus vorgefertigten Elementen zu errichten, nicht nur den wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR beschleunigt hat, sondern auch den Tierhausbau entscheidend prägen mußte. Das Großtierhaus in Friedrichsfelde ist da ein sehr augenfälliges Beispiel, ich fand aber das Menschenaffenhaus in Leipzig gelungener und spannender. Natürlich war es einfacher, die Plattenelemente um Käfige zu gruppieren als Becken zu bauen, allerdings gibt es ja im friedrichsfelder Bau derartige Becken, in denen man zur Not auch ein Flußpferd hätte unterbringen können.
Derzeit sind Großtierhäuser ein Opfer der Geographisierung, die ja selbst so kleine Anlagen wie Bochum erfaßt hat. Sollte dieser Trend aber auslaufen, könnte ich mir vorstellen, daß gerade in kleineren Zoos Warmhäuser für Arten mit ähnlichen Bedürfnissen errichtet werden und womöglich auch das Dickhäuterhaus eine Renaissance erfährt. (24.09.2007, 18:42)
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Oliver Jahn:
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Vielleicht liegt das ganze aber auch ganz generell daran, dass das "Dickhäuterhaus" an sich eine vom Aussterben bedrohte Tier(häuser)art ist, bzw. wurde. Wir hatten es ja schon einmal, dass längst nicht alle Zoos ihre Flusspferde in Dickhäuterhäusern unterbrachten und etliche Zoos für Flusspferde separat planten. Aus diesen Planungen ist meistens nichts geworden, aber es gab sie. Heidelberg und Frankfurt sind da zwei Beispiele. Und das evtl. kostengünstigere Beispiel von Kronberg hat eben nie Schule gemacht. Von daher dachte man in den meisten anderen Zoos bei Flusspferden immer an ein Warmhaus. Und da waren finanziell eben Grenzen gesetzt. Wenn man also groß baute, dann für die Elefanten, die anderen Neubauten, egal ob realisiert oder nicht, waren dann eher für kleinere Arten. Und natürlich ist das Argument des Materials ei sehr gewichtiges. Denn das Papageienhaus in Rostock sieht doch dem geplanten Tapirhaus im Tierpark Berlin sehr ähnlich. Das eine gibt es noch, das andere kenne ich nur von Plänen. Aber vielleicht lagen auch hier bestimmte Bauelemente einfach vor, die man in unterschiedlicher Größe eben für mehrere Tierarten hätte nutzen können. (23.09.2007, 21:05)
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IP66:
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Vielleicht klappt es mit meinem Weiterbildungsaufenthalt in Rostock noch in diesem Herbst. Was die Bauten in Friedrichsfelde angeht, fällt mir die - zugegebenermaßen böse - Bermerkung eines - zugegebenermaßen westberliner - Zoofreundes ein: "Klös baut, Dathe träumt". Wir in Köln hatten allerdings auch einmal so eine Traumphase, die die Menschenaffen betraft. Sie saßen im heutigen Südamerikahaus, wurden groß und größer, es gab in den 50er Jahren entwickelte schicke Pläne für ein Haus, und plätzlich trat der Zoodirektor dann mit dem Plan hervor, gleich zwei Häuser für Menschenaffen zu bauen, um sie geographisch zu trennen. Gebaut wurde allerdings bis zum Amtsantritt von Herrn Nogge nichts, die Pläne tauchten immer einmal wieder in der Zeitung auf, zeitweise war sogar von drei Bauten die Rede. Am Ende wurde dann das krefelder Haus kopiert. Insofern kenne ich die Gefühle, die man zwischen Altbaukäfig und Projekt schwemme erfährt, auch ganz gut. (22.09.2007, 11:10)
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Karsten Vick:
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Jetzt versuche ich mich auch mal als Zoohistoriker. Ursprünglich gings ja um Flusspferde. Da ist Magdeburg tatsächlich der einzige Neubau in der DDR. Halle und Leipzig hatten mehr oder weniger gute Vorkriegsanlagen. Berlin wollte eigentlich wie der Zoo die Dickhäuter in ganzer Bandbreite zeigen und das in drei Häusern (Zoo Nashorn + Tapir, Flusspferd + Zwergflusspferd + Seekuh, Elefant - TP Tapir + Zwergflusspferd + Seekuh, Flusspferd + Panzernashorn, Elefant + afrikanische Nashörner). Noch in den 80ern hielt Dathe an dieser Vision fest und plante die Flusspferde nicht in das entstehende Dickhäuterhaus ein. Erfurt baut ein gewaltiges Dickhäuterhaus, das IP66 besser gefällt als mir, aber ohne Flusspferde. Ich vermute Probleme mit der Wasserversorgung??? In Rostock war ein Dickhäuterhaus inkl. Flusspferde geplant, aber an anderer Stelle. Das jetzige Elefantenhaus war ursprünglich für Menschenaffen vorgesehen. In Cottbus wurde den Elefanten ein einfacher Stall gebaut, in Schwerin ein Pferde- zum Nashornstall umfunktioniert.
Nebenbei @IP66, zur Kenntnis von Rostock kann ich was beitragen, das Angebot steht noch, wenn du mal in Ostseenähe bist... (22.09.2007, 00:05)
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Es erweist sich doch als Nachteil, daß ich Cottbus garnicht und Rostock zu schlecht kenne - denn da Nebauten nun einmal eher in neuen ambitionierten Zoos entstehen und hier oftmals auch mehr Phantasie und Anspruch entwickelt wird, scheinen mir beide Anlagen wichtig zu sein. Meine Perspektive ist zudem stark durch Friedrichsfelde geprägt, wo Herr Dathe ja ein sehr eigenes Konzept hatte. Erfurt oder auch der Wiederaufbau in Dresden (die Häuser sollte man nicht vergessen) folgten ja viel klassischeren Vorbildern. Schließlich sollte man auch nicht ganz vergessen, daß die DDR nicht nur ärmer, sondern kleiner war als die Bundesrepublik, man sie vielleicht also besser mit einem der größeren Bundesländer, Niedersachsen oder Bayern vergleicht - wo es dann auch sehr unterschiedliche Zooentwicklungen gibt. Interessant ist aber doch, daß auch in den fertigen und nicht zerstörten Zoos im Westen - ich denke an Nürnberg und Wuppertal, Neubauten entstanden - hier das Menschenaffen- und das Vogelhaus, dort das Giraffen- und Seekuhhaus. Vielleicht markieren diese Zeiten auch den Moment, in dem die Ostzoos in der Tat nicht mehr mithalten konnten - wobei die Tierbestände ja nach wie vor äußerst qualitätvoll blieben und die vielen kleineren Tierparks ohnedies besser funktionierten als ihre Pendants diesseits der Mauer. Konstantin Ruske hat mir einmal einen Ausbauplan für Rostock gezeigt - und da wurde mir klar, daß tatsächlich in den 70er Jahren solche Pläne zwar nicht überall, aber doch in München und Münster realisiert wurden, während man in Rostock an dergleichen nicht denken konnte. Das ist vielelicht auch der Grund, weshalb ich an dem Elefantenhaus in Friedrichsfelde so hänge: Es zeigt deutlich den Charakter einer letzten Anstrengung, es verwirklichte eine Utopie und mußte doch (darin dem leipziger Menschenaffenhaus verwandt) mit jenen Platten vorlieb nehmen, die dem Architekten viel Phantasie abverlangten. (21.09.2007, 10:51)
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Michael Mettler:
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Das Raubtierhaus in Cottbus finde ich insofern bemerkenswert, als es ja eigentlich ein Mehrzweckhaus darstellt (Raubtiere, Affen, Reptilien, Kleinsäuger) - also etwas, was man einige Jahrzehnte zuvor wohl schlichtweg als "Warmhaus" bezeichnet hätte, um den gemeinsamen haltungstechnischen Nenner zu betonen. (21.09.2007, 09:23)
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Oliver Jahn:
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@IP 66, hier finde ich den Platz etwas besser, um auf Ihren Beitrag einzugehen, als im Flusspferdthema. Also dass es in den Großzoos der ehemaligen DDR keine neuen Tierhäuser gab, kann man nur bedingt so sehen. Das stimmt sicherlich für die drei historischen Zoos. Hier hatte man genug damit zu tun, die alte Bausubstanz zu erhalten, bzw. sie nicht immer ganz gelungen zu modernisieren. Beste Beispiele dafür sind die Raubtierhäuser in Halle und Dresden. Echte Groß (Neu)bauten gab es in diesen Zoos nicht, bis auf eine Ausnahme, nämlich das Menschenaffenhaus in Leipzig.
Nun waren aber diese Drei Zoos als Großzoos eben gesetzt. Bei den neuen Zoos sah das etwas anders aus. In der DDR durfte ein Tierpark sich erst dann Zoo nennen, wenn er überwiegend exotische Tiere hielt, mindestens ein für Besucher begehbares Haus hatte und wenn er Dickhäuter hielt. Natürlich dachte man da in erster Linie an Elefanten, etwas, was heute ja auch noch bei Neubauten prioritär ist.
Die große Ausnahme von der Regel war in allen Punkten Schwerin. Kein begehbares Groß-Warmhaus, keine Elefanten, wenigstens später dann Nashörner. Aber in den anderen Zoos sah das anders aus. Alle hielten Elefanten und bis auf Cottbus hatten alle begehbare Warmhäuser. Aber das waren eben abzüglich Schwerins nur noch 5 Zoos. Davon bauten zu DDR-Zeiten 4 ein Warmhaus für Dickhäuter.
Magdeburg ziemlich früh 1967 nach klassischem Vorbild für Nashorn, Elefant und Flusspferd.
Erfurt für Elefant und Nashorn.
Rostock nur für Elefanten, dafür wurde aber direkt daneben ein Aquarium und auch ein modernes Affenhaus gebaut, in welchem immerhin drei Arten gehalten wurden. Das war zu seiner Zeit absolut nichts Gewöhnliches.
Berlin, wenn auch recht spät, so dann dafür umso größer für Elefant und Nashorn, für Flusspferde war geplant, es kam aber nicht mehr dazu.
Cottbus entschied sich gegen ein Elefantenhaus und für ein Raubtierhaus, welches es in Erfurt und Berlin auch gab, was aber in Magdeburg z.B. immer fehlte.
Wenn ich nun noch zu bedenken gebe, wie die generelle finanzielle Situation der DDR war, und vor allem, welche Probleme es in der Beschaffung von Materialien gab, dann finde ich eigentlich schon, dass das, was gebaut wurde, seiner Zeit durchaus angemessen war auch architektonisch die eine oder andere Sahnehaube hatte, wie z.B. das Rostocker Papageienhaus oder das Erfurter Affenhaus.
(20.09.2007, 22:09)
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Wenn er, wie ich vermute, als guter Kaufmann den Zeitgeist richtig erkannt hatte, mußte der die Panoramen sogar als zentrale Neuerungen seines Parks zelebrieren, um sich vom hamburger Zoo abzusetzen. Und nach so vielen gescheiterten Privatzoomodellen benötigte er ja Posten in der Bilanz, die es anderenorts nicht gab: Das waren zum einen die Panoramen, die jeder der schon Anfang des 20. Jahrhunderts in Hamburg zahlreichen Fremden gesehen haben mußte, zum zweiten die frisch importieren Tiere, die schon in St. Pauli besucher anzogen. Ich denke, daß auch die Überlegung, den Zoo auf zahlende Einmalbesucher und nicht auf Aktionäre auszurichten, bei der Ausarbeitung der Idee eine Rolle gespielt hat - der numerierte Rundgang gehört in dieses Konzept ebenso wie die breiten Wege und eben jene Panoramen, deren Tierbestand sich viel schneller besichtigen ließ als das berliner Raubtier- oder Vogelhaus und als Einmal-Eindruck auf viel wirkungsvoller war. Interessant ist nur, daß er bei diesem Konzept doch nicht so konsequent war, es auch in moderne Gartenarchitektur umzusetzen, was ihm auf Seiten der Reform-Elite sicher auch geschadet hat. (06.09.2007, 11:56)
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Michael Mettler:
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Hagenbeck "brauchte" natürlich seinerzeit ein paar Panoramen auf dem eigenen Gelände, denn schließlich handelte er nicht nur mit Tieren, sondern auch mit seinen Gestaltungsideen - nicht umsonst hat er sich die Idee des Panoramas patentieren lassen. Immerhin hat Hagenbeck bzw. seine Firma auch andernorts ganze Zoos errichtet oder entscheidend an deren Bau mitgewirkt (Rom) oder zumindest Versuche unternommen, vom Modell Stellingen Filialen zu platzieren (z.B. in Berlin). Für solche Zwecke war es wohl unabdingbar, dass er auf seinem eigenen Gelände eine "Musterhaussiedlung" (mir fiel gerade kein treffenderer Vergleich ein) präsentierte, auch wenn diese "Stauraum" für Importtiere wegnahm. Im Falle des Affenparadieses wurde da vielleicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. (05.09.2007, 13:54)
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Ich habe mich gefragt, ob die konventionellen Tieralleen, wie sie das Gelände um das Giraffenhaus in Stellingen noch heute prägen, als Stauraum für Importe nicht besser funktionierten - zumal das Affenparadies ja erst in der zweiten Bauphase errichtet wurde und die Warmhausfunktion ja von der Dressurhalle und ihren Anbauten geprägt wurde. Vermutlich muß man noch einmal in den Quellen wühlen, aber ich kann mir schon vorstellen, daß Herr Hagenbeck zunächst einmal in Stellingen das errichtet hat, was der auch schon in St. Pauli hatte - Tierkäfige und Gehege, Warmhäuser und die Dressurhalle - um es dann durch die Panoramen, die auf Ausstellungen erprobt worden waren, zu ergänzen. Daß er dabei an einen relativ altertümlichen Gartenarchitektren geriet, mag auch seinem Bildungshorizont und seiner mangelnden Vernetzung in Hamburg geschuldet sein. Auf der anderen Seite hat er ja die durchaus elitären Reformideen eines Henry van der Velde oder Harry Kessler ja viel umfassender auf die Tierhaltung übertragen, als das etwa das Jugendstilvogelhaus in Antwerpen vermochte, und dies vielleicht gerade deshalb, weil er nicht in den selben Salons wie diese Herren verkehrte. (05.09.2007, 11:21)
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Michael Mettler:
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Bei allem, was Hagenbeck mit seinen Erfindungen in der Zoowelt bewirkt hat, darf man eben auch nicht vergessen, dass er Tierhändler und Schausteller war. Als Händler brauchte er "Stauraum" (und diesen Tatbestand erfüllte ein klassisches Tierhaus deutlich besser und mit weitaus weniger Flächenverbrauch als eine Freianlage), als Schausteller kannte er die Kurzlebigkeit von Sensationen. Selbst die Erkenntnis, dass man viele Tropentiere akklimatisieren kann, dürfte sich für ihn noch mehr in seiner Handelstätigkeit als wegen der Schauwirkung ausgezahlt haben: Während die klassischen Zoos noch Mühen hatten, ihre paar Handvoll Affen (und auch manch andere Tropentiere) lebend und gesund über den Winter zu bringen, konnte Hagenbeck auf seinen beiden Affenfelsen große Stückzahlen robuster Affen "lagern". Man muss sich nur mal vorstellen, dass auf dem heutigen Pavianfelsen (damals "Affenparadies") zu seiner Eröffnung 800 (!) Rhesusaffen gesessen haben - allein schon wegen der anfallenden Hinterlassenschaften einer solchen Besatzdichte... (04.09.2007, 17:06)
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Da Frau Rieke-Müller für Herrn Dittrich in den Hagenbeck-Archiven geforscht hat, dürfte dieser Vorschlag gemacht worden sein. Hagenbeck war allerdings ein sehr erfahrener Geschäftsmann, dem eine Vereinnahmung des Konkurrenzunternehmens in der hamburger Innenstadt sicher einige Vorschläge wert gewesen sein könnte. Die Lage in Stellingen sah allerdings auch ein wenig anders aus, als wir uns das heute gerne vorstellen: Die Panoramen stelten nur einen relativ bescheidener Anteil eines eher konventionell angelegten Zoos mit langen Gehegereihen und einem beeindruckenden Volumen an Tierunterbringungsmöglichkeiten dar. Die Gebäude, von denen etwa das Vogelhaus oder das Hirschhaus bei den Wapitis noch heute erhalten sind, entsprachen weniger dem exotistischen Ideal denn den bescheideneren englischen Ansprüchen, aber auch der hamburger Zoo hatte sich in dieser Hinsicht eher nach London denn nach Berlin orientiert. Interessant ist auch, daß Hagenbeck, im Gegensatz zu den Anlagen in München oder Nürnberg, noch einen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz aktuellen englischen Gartenplan verwendet hat, ohne lange Alleen oder achsialsymmetrische, "neobarocke" Konzeptionen. Wenn wir Zoogeschichte als Geistesgeschichte verstehen, dann markiert die stellinger Anlage zwar, wie ich anderenorts im Forum angedeutet habe, den Übergang vom Aktionärs- zum Massenzoo, aber sie tut diesen Schritt nur in den Panoramen konsequent und bleibt in den übriogen Anlagen dem alten Vorbild eng verhaftet. Dennoch: Hagenbeck gebührt das Verdienst, in Aufnahme der Reformbewegungen des späten 19. Jahrhunderts den prägenden Schritt zu einem neuen Zootypus gewagt zu haben. (04.09.2007, 14:19)
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Michael Mettler:
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Einen bemerkenswerten Artikel fand ich in einer Ausgabe des "Zoologischen Garten" (Bd. 68, Heft 6 von 1998): "Zoobauten als Ausdruck geistiger Zeitströmungen", Autor war der Altdirektor des hannoverschen Zoos, Prof. Dittrich, bekannt als engagierter Zoohistoriker. Er erwähnt darin, dass Hagenbeck seine Panoramen ursprünglich gar nicht "für die Ewigkeit" geplant habe und dem Hamburger Senat nur drei Jahre nach Eröffnung des Stellinger Tierparks angeboten haben soll, sie wieder abzureißen und auf dem Gelände des dann aufzulösenden alten Hamburger Zoos nach seinen Gestaltungsprinzipien einen neuen Park zu errichten - natürlich unter seiner Leitung. Gleichzeitig wollte er auf dem Stellinger Gelände stattdessen weitere im traditionellen Zoostil errichtete Schauhäuser bauen, um einen größeren Tierbestand zeigen zu können. Für die Pläne fehlten allerdings die Gelder, und mit dem Tod Carl Hagenbecks und dem kurz darauf folgenden Ersten Weltkrieg waren die Gedankenspiele vom Tisch. (04.09.2007, 11:52)
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Der Menagerie-Vorschlag ist so abwegig nicht - hätte ich 1980 erzählt, man würde in Hannover (!) eine Elefantenpagode errichten, hätte man mich wohl ausgelacht. Ich vermute allerdings heute, daß der Trend zu schlichteren und kleineren Anlagen nach dem Muster des alten zürcher Zoos weisen wird, jedenfalls entspräche dies der zweiten Moderne, die derzeit das Gros der übrigen Neubauten prägt. (08.06.2007, 18:17)
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Michael Mettler:
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Den Papageienbügel könnte man in die Menagerie-Show einbauen, da müsste der Vogel dann nicht so lange drauf sitzen (und natürlich ohne Fußkette).
Eine Eulen- oder gar Bärenburg würde noch fehlen :-) (02.06.2007, 00:04)
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Carsten:
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Den Papageienbügel könnte man in Antwerpen mitgehen lassen, da steht noch einer (ohne Tier) als Erinnerung (01.06.2007, 23:41)
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Karsten Vick:
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Papageienbügel würden noch fehlen, aber ich hab hin und her überlegt, da kann man nun wirklich kein lebendes Tier mehr draufsetzen. Eventuell sollte man da eine Attrappe nehmen...
Und das gemütliche Bierchen wird dann natürlich nicht am Beginn des Rundgangs, sondern zum Ausklang des Tages getrunken.
Ja man könnte so viel machen, ich hab eben in der Leipziger Chronik geblättert, den Flamingoteich auf historisch gemacht, den Klinker-Taubenturm vom alten Schmuckhof am Dickhäuterhaus usw. (01.06.2007, 22:30)
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Michael Mettler:
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@Karsten Vick: Applaus für diese Idee! Und wenn man anderswo Menschen dafür engagieren kann, im Kostüm des Zoo-Maskottchens herum zu laufen, wäre es sicher auch möglich, in Leipzig historisch gekleidete "Besucher" zu beschäftigen (da wären wir dann doch wieder bei der Ausstellung von Homo sapiens im Zoo).
Setzen wir noch einen drauf: Eine Ecke wird als Showbühne im Stil einer historischen Wandermenagerie gestaltet, und zu bestimmten Zeiten erzählt hier ein schauspielerisch begabter, historisch gewandeter Mitarbeiter im Stile der damaligen Zeit Wissenswertes (das aber auf heutigem Stand!) über ein paar präsentierte Tiere (da fiele mir spontan der unverzichtbare Tigerpython ein). Ganz ehrlich: Das Prinzip dahinter gibt es doch immer noch (z.B. in Hannover), nur heißt es jetzt Show, der Präsentator trägt Khaki und muss nicht mehr brüllen, weil es Mikros gibt... (01.06.2007, 15:50)
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Karsten Vick:
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Ja Karstens gibt es hier auch einige, einen mit C, wenigstens einen mit Pseudonym und natürlich mich;-) Und da möchte ich auch ein Statement zum Leipziger Gründergarten abgeben. Ob das alte Raubtierhaus nun erhaltenswert war oder nicht, jetzt ist es jedenfalls weg. Mit den restlichen vorhandenen Gebäuden sollte der Leipziger Zoo aber wirklich versuchen, eine schöne Gründer-Garten-Atmosphäre zu schaffen. Und dabei sollte er das Augenmerk der Besucher NICHT in die Richtung lenken: Früher war das ein Knast für Tiere und heute ist alles toll, sondern lieber eine altmodisch-gemütliche Stimmung für die Besucher erzeugen und sie danach auf die Erlebniswelten loslassen.
Stellt euch nur mal das Horst-und-Harry-Gehege mit einem historischen Huftierzaun vor, dazu ein paar Kuppelvolieren, die alte Form aber mit leichtem Drahtgeflecht für Kleinvögel, ein Goldfischteich, alte Bänke, Lampen, Treppen, Blumenrabatten, vielleicht ein kleiner Biergarten, und dazu dann die alten Häuser Affenhaus, Neues Raubtierhaus, Aquarium; für welche Tiere auch immer, aber äußerlich in alter Pracht. Das könnt ich mir sehr schön vorstellen. (01.06.2007, 14:26)
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Ralf Seidel:
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@Ralf Wagner & Michael Mettler, so ist das immer - jetzt kommt ihr mit euren Nachnutzungsvorschlägen heraus, da hättet ihr mal eher beim Leipziger Stadtkämmerer intervenieren müssen...
Wie gesagt, schön war dieses Haus nie -
fasziniert hat mich vor allem, daß es eine der ganz wenigen Zuchtstationen für Schabrackenhyänen beherbergte - aber eben zu welchem Preis für die
Tiere. Obwohl die Leoparden im Neuen Raubtierhaus in ihren winzigen Käfigen auf der der Parthe zugeneigten Seite auch nicht besser untergebracht waren -aber immerhin in 2 - 3 Unterarten.
Das Problem das ich mit einer Nachnutzung des alten Hauses hätte war eben tatsächlich, daß es keinen Platz bot zur Angliederung irgendwelcher Anlagen, ein alter begehbarer Käfig ist bereits im neuen Haus vorhanden und an
Gastronomie, noch dazu unmittelbar an der Kongreßhalle, hat Leipzig mehr als ausreichend.
Und auch wenn das Haus nie meinen Geschmack getroffen hat - es sind eben nicht nur die großen und augenscheinlichen Bauten der Gründerjahre die begeistern können, es gibt unzählige Beispiele, daß auch schlichte alte Anlagen Charme versprühen und gleichzeitig für eine ordentliche Tierhaltung genutzt werden können: der alte Ziegenstall in Dresden, das Leipziger Hirschhaus, die Anoa-Stallungen...
Gerade die alten Zoos in Ost und West bieten da viele Einblicke - leider wurde natürlich auch viel gesündigt.
Ich persönlich bin immer wieder begeistert von "meinem" Stammzoo Halle. Historisches und Modernes auf kleinstem Raum, nicht der perfekte Zoo - eben
einfach nur schön...
Die Stallungen am Rinderdreieck, an den Felsengehegen, die alte Saubucht - an sich unscheinbare Gebäude, die eben durch ihre Schlichtheit faszinieren.
Ja und, Ralf Wagner, ich konnte mir meinen Vornamen im Vorfeld auch nicht
aussuchen, aber da steht man doch nun wirklich drüber. Also bitte, trage Deinen Namen mit Würde - Michael, Karsten und was weiß ich wie heißt ja mittlerweile schon jeder Zweite, selbst hier im Forum...))) (31.05.2007, 13:24)
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Ralf Wagner:
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Klasse Idee, und interessierte Besucher dürften dann nach Vorbild des Chef-Zootierarztes gegen einen kleinen Unkostenaufwand weiter üben mit dem Blasrohr :)) ich glaube danach würden die bereitliegenden Eier etc. nicht mehr reichen *lach* & nur Spaß :-)
Als ich vor ca. 26/27 Jahren das erste mal als kleiner Junge eine Tüpfelhyäne in dem besagtem Haus gesehen hab, hatte ich ZWIESPÄLTIGE Gefühle, einerseits war ich fasziniert so ein interessantes Tier zu sehen( war zu der Zeit nicht so häufig in "ostdeutschen Zoo`s" & in Leipzig glaub ich, das letzte Tier), andererseits empfand ich da schon, daß die Tiere( auf viele in dem Haus gehaltenen Arten bezogen) "sehr traurig" wirkten & die Haltung nicht lebenswürdig war! Aber irgendwie verband ich damals dieses historische Haus mit der Tradition des Zoo`s( genauso wie das "neue Raubtierhaus & "Tieraffenhaus", ein unbeschreibliches "Zoofreund/-fan"-Gefühl).
Man hätte z.B. ein/zwei "Boxen" mit Innen- & Außenabteil für Besucher begehbar machen können, damit er das Gefühl der Enge "zu spüren bekommt" & dann die anderen "Zellen" zusammengefaßt hätte für ein bis zwei Tierarten kleiner bis mittlerer Größe( z.B. Nasenbären; müssen es denn "historische Arten" sein?). Die Außenanlagen wären mit Einbezug der alten Grundmauern natürlich vergrößert worden(jetztige "Horst/Harry-Wiese")& evtl. ohne Gitter mit Wassergraben/Glasbarriere als Freianlage nutzbar. Die hinteren Innen-Anlagen hätte man auch zusammenfassen können & endlich mal einer Kleinsäuger- oder Reptilienart als "Langlaufstrecke" bieten können. Oder für die Arten der vorderen Gehege über Tunnel- und/oder Brückenverbindungen die Innenanlage vergrößern können. Es gäbe(hätte) so viele Möglichkeiten(gegeben)...
VG (31.05.2007, 01:44)
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Michael Mettler:
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Gerade WEIL das Haus sehr eng und "hässlich" war, wäre es ein interessantes und Platz sparendes (!) Schaustück dafür gewesen, wie man früher Zootiere hielt. Warum sollen denn nur historische "Märchenschlösser" für solche Zwecke geeignet sein? Man hätte das Haus - falls die Bausubstanz überhaupt noch mit vertretbarem Aufwand nutzbar war - ja nicht mit Antiquitäten vollstopfen müssen. Streng genommen hätte man sogar nur die Käfige für Besucher begehbar machen müssen, nach dem Motto "Fühlen Sie sich wie ein Löwe in der Zoo-Gründerzeit!". Ist zwar etwas anders gelagert, aber die begehbare Tiertransportkiste in Hannover erfreut sich genau deswegen großer Beliebtheit bei den Besuchern.
Die Idee einer "Arrestzelle" für ungezogene Zoobesucher finde ich übrigens charmant. Vielleicht könnte der Zootierarzt dort auch den Gebrauch des Blasrohres demonstrieren :-) (30.05.2007, 23:44)
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Ralf Wagner:
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@Ralf Seidel: Natüüürlich, so ein "potthäßliches", mickriges & urveraltetes Tierhaus(wenn man das heute noch so nennen darf)aus dem Gründungsjahr vor 129 Jahren paßt einfach nicht in einen gigantischen Superlative-Zukunftszoo a la Leipzig mit Pongo-& Gondwanaland & wie die ganzen, riesigen, neuen Tierwelten/-länder noch heißen ;))) Es gibt aber bestimmt schlimmere Tierhäuser aus jüngerer Zeit, die noch in Benutzung sind & sicher auch noch einige Zeit bleiben. Mit etwas Fantasie, und an Ideenreichtum mangelt es den Architekturbüros sicher nicht, hätte man auch aus der "letzten Ruine" noch etwas machen können, meine Meinung. Wie wäre denn z.B ein "Zooknasthotel" für nervende Erziehungsberechtigte & ihrer Kinder & Jugendliche, die Tiere im Zoo wie Aufziehspielzeuge usw. behandeln & sich manchmal peinlicher gebärden & nur dummes Zeug an ihre Kinder weitergeben, obwohl sie gar keine Ahnung haben. Und wer sich schlecht führt, bekommt keinen Ausgang in der Außenzelle des alten Leipziger Raubtierhauses ;) Für Steine/Stockwerfer auf Tiere die sich nicht bewegen wollen, gibt es Tag-& Nachtdauerbeleuchtung & wenn dann einer zur Hauptbesuchszeit schlafen will, liegen dann für die Besucher faule Eier etc. bereit.... ;))) nee, nur Spaß :-) Wegen dem Vornamen( & auch Nachnamen) hast Du/haben Sie Recht in Bezug auf "sensible Wesen...", das stimmt, aber ich konnte ihn mir leider nicht aussuchen & ich glaube, mit Horst, Harry & Jens wäre ich genauso :) vielleicht stimmt der Name ja gar nicht & es ist nur ein Internetz- Synonym? mmmh....;)
So, nun ist aber gut, bitte beim Thema weitermachen! Danke.
VG
(30.05.2007, 23:21)
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Medojed:
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Kurz vor seinem Abriß wurde der Tiger-Außenkäfig des Frankfurter Raubtierhaus ebenfalls als Cafe benutzt, als "Cafe Panther" (30.05.2007, 18:32)
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Medojed:
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die Idee, für die Tierhaltung nicht mehr nutzbare Raubtierhäuser in Cafes und Gststätten umzuwnadeln, stammt aus den Usa. Der erste Zoo, ders ein altes, nochs ehr gut erhaltenes raubtierhaus in eien Gaststätte umgebaut hat,im Winter speisen die Besucher in den Innenkäfigen, im Sommer in den Außenkäfigen. Gäste, die sich daneben benehmen,werden in die Absperrkäfige abgeschiebert...Im Ernst, ich habe selbst dort gegessen, es ist schon ein tolles Erlebnis, wenn es auch ewtas ungewohnt ist, in einem Käfig zu essen. Vor allem wenn man daran denkt, das noch wenige Jahre zuvor große Katzen da reingepi..t haben.Natürlich wurden die alten Böden entfernt und das Restaurant entsprechend gestaltet und in knalligen Neonfarben angepinselt. Der Zoo ist übrigens historisch von größtem Interesse,sind doch anchwievor einige alte Tierhäuser aus den 20iger und30iger Jharen in Nutzung, wie z.B das Aquarium und das Reptillienahus, beide sehr liebevoll restauriert ohne das historische Gesamtbild zu verändern.Das Reptilienhaus kann es problemlos mit den neusten Häusern aufnehmen. (30.05.2007, 18:31)
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Sven P. Peter:
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In Hagenbeck gab es in den 90ern mal einen Pflanzenführer, eben genau wie der Tierparkführer nur mit Bäumen und co. (30.05.2007, 18:24)
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Michael Mettler:
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Ja, da wären wir wieder bei dem Problem, dass es in der Relation nur sehr wenige Zoobesucher mit Spezialinteresse gibt und es letztlich auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung ist, ob man deren Bedürfnisse decken will. Der Normalbesucher geht halt immer noch hauptsächlich mit dem Wunsch in den Zoo, einfach einen schönen Tag zu haben - und das ist ja nun alles Andere als negativ.
Punktuell könnte man Zoogeschichte sicher auch per Edutainment aufbereiten. Z.B. ließen sich unter einer Glasscheibe das alte, kleine Gehege und das aktuelle für die selbe Tierart als maßstabsgetreue Modelle darstellen, und der Besucher könnte eine Mini-Tiertransportkiste mit dem Gehegebewohner darin per Magnet durch ein einfaches Labyrinth zum neuen Gehege lotsen. Aber das hätte natürlich schon wieder so viel Spielcharakter, dass es von den Tieren ablenken würde...
Eine ganz andere, aber wohl schlecht zu finanzierende Idee: Einige wenige Zoos haben ja schon mal einen dendrologischen Führer durch ihr Gelände heraus gegeben, z.B. Rostock. Dortmund hat einen Bibel-Zooführer. Aufbauend auf dieser Idee, den Zoo mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben, wäre es ein höchst reizvolles Projekt, für einen bestimmten Zoo mehrere parallel erhältliche Zooführer zu verfassen, die jeweils ein bestimmtes Spezialinteresse in den Vordergrund stellen, während sich die anderen Aspekte diesem unterordnen müssen: Architektur/Historie (z.B. mit den erwähnten Vorher-nachher-Fotos), Botanik/Landschaftsgestaltung, Naturschutz/Arterhaltung, Zoologie/Forschung. Aber da würden wohl keine lohnenswerten Auflagezahlen erreicht werden, und man bräuchte natürlich trotzdem noch einen Standard-Zooführer für den Mainstream. (30.05.2007, 18:01)
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IP66:
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Eberswalde habe ich mir am vorletzten Wochenende angeschaut, zusammen mit einer Reihe von Zoofreunden. Es handelt sich um ein altes Tierhaus, wirkt ein bischen handgestrickt, insomma wirkt es sehr liebenswert. Herr Mettler hat das Problem angesprochen und ich habe auch schon darüber geschrieben - die Exponate stehen im Zoo und lassen sich nicht alle in ein Museum übertragen. Ich denke, daß historisch erläuternde Schilder eine Hilfe sein können. Wichtig ist allerdings auch, den Kontext zu wahren. So ist in Wuppertal die Wegführung sehr weitgehend die des 19. Jahrhunderts, wodurch die Parkatmosphäre jenseits der Bauten ganz entscheidend geprägt wird. Für das Antilopenhaus in Berlin und das Elefantenhaus in Köln sind die Blicke über die Weiher auf das Gebäude entscheidend und sollten auch entsprechend hervorgehoben werden. Mir scheint, daß sehr viele Besucher die Parkgestaltung in Wuppertal oder Friedrichsfelde durchaus bemerken, allerdings als Atmosphäre, nicht als irgendwie zu betrachtenden Gegenstand. Mit Hinweisen wird es sich so gestalten wie mit den Gehegeschildern und größeren didaktischen Tafelanlagen: Auch sie werden nur von einer Minderheit der Besucher gelesen! (30.05.2007, 17:09)
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Zoochitect:
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Also...auch wenn es nicht gerade zum Museum passt - aber eine gute Nutzung der alten Bärenanlage ist ja dem Zoo Rheine eingefallen.
Man kann dort mittlerweile im Käfig picknicken und diesen Ort aus der "Tierperspektive" erleben. Sicherlich finanziell die günstigste Alternative und vom Besuchererlebnis her auch sehr eindrucksvoll...ich hoffe nur, das wurde weiter unten noch nicht erwähnt :-) (30.05.2007, 16:07)
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Ralf Seidel:
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@Ralf Wagner, nun ist ja allgemein
bekannt, daß Leute die auf den klangvollen Vornamen RALF hören, sehr sensible Wesen sind, die jeder Form von Unstimmigkeiten aus dem Wege gehen.
Was Ihre Meinung zum "Neuen Raubtierhaus" in Leipzig angeht stimme ich teilweise zu, mehr Kleintiere würden den Arche-Noah-Gedanken unbedingt unterstreichen und mehr Besucher in dieses wunderschön sanierte Haus locken. Das liegt garantiert nicht an der Wegeführung, sondern für den "Normalo" ist das einfach unattraktiv - schließlich gibt es noch so viele Stellen im Restzoo abzuloofen.
Seine Energie muß man schließlich einteilen...
Und ob da quakende Langnasen aus Chile die Situation verändern ?? Für uns Arteninteressierte natürlich ne tolle Sache, die Terrarien stehen aber schon seit einem Jahr so da.
Was Ihre Einschätzung zum Alten Raubtierhaus angeht kann ich mich nun gar nicht erwärmen. Jaaa, es war die Wiege der Leipziger Löwenzucht, hier wurden weltweit die meisten Hyänen in 3 Arten nachgezüchtet. Kein ansprechendes Aussehen ??? - das Ding war potthäßlich! Für keine Form der Tierhaltung noch geeignet. Unter Direktor Müller erwog man noch die Haltung von Kleinkatzen in den 90`ern, nach entsprechenden Umbaumaßnahmen. Und genau in dieser Zeit hatte ich mir das ansonsten ja nicht zugängliche Haus mal von innen angeschaut. Da erschienen mir die Außenkäfige geradezu gigantisch. Und ein Museum da reinpferchen ???
Die komische Wiese für Lama Horst und seinen Alpakakumpel ist freilich auch nicht der große Wurf - aber er zieht die Leute an. Da können wir Interessierten noch so die Nase rümpfen. Erhalten von historischer Substanz, wo immer möglich. Aber eben doch nicht jede Ruine und zu jedem Preis. Auch wenn ich jetzt verbal gesteinigt werde, für die Zooverantworlichen ist es immer ein Spaghat - und der zahlende Besucher muß es eben auch annehmen.
Die von Michael Mettler erwähnte Kombination von alter Bausubstanz mit moderner Tierhaltung in Wien ist wohl das Optimum - aber wer hat schon diese Möglichkeiten immer und überall. (30.05.2007, 14:42)
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Niedersachse:
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Und sogar auf einer Info-Tafel Zoos früher und heute am Ausgang der Pinguin-Höhle. (30.05.2007, 13:56)
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Sven P. Peter:
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@Michael: Die alte Eisbären- sowie die alte Pumaanlage sind im Zooführer von Bremerhaven abgedruckt, eben zum vergleichen. (30.05.2007, 13:50)
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ralf Wagner:
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Wegen des Mangels an Interesse am Leipziger Entdeckerhaus Arche(übrigens damals nicht das alte Raubtierhaus, sondern das "neue" Raubtierhaus) könnte auch daran liegen, daß der frühere Hauptzugang über den "Zooplatz"(gegenüberliegend die Pinguin-& Robbenanlagen) jetzt für Besucher geschlossen ist & nur noch als Wirtschaftsweg/-eingang genutzt wird. Dadurch liegt das Entdeckerhaus sehr versteckt & ich hab schon viele Besucher erlebt, die denken, dort hinten gibt es nichts mehr zu sehen. Trotzdem könnte dieses Haus erlebnisreicher gestaltet werden(siehe Bsp. von Michael Mettler, ist mir gerade zuvor gekommen ;) Außerdem wäre es wünschenswert, wenn noch ein paar Kleintiere in das Haus, auch für den Otto-Normal-Besucher sicher interessanter, integriert würden. Als gutes Bsp. die Graumulle im Afrikahaus, ein richtiger Publikumsrenner & trotzdem nicht alltäglich. Es sollen ja noch die Nasenfrösche im Haus Einzug halten, Terrarium steht auch schon, aber der Haltungsstart wurde immer wieder verschoben & steht noch in den Sternen( war zumindest vor ca. einer Woche noch so), ähnlich wie beim Schuppentier. Es gibt sicher noch andere Anreize, so ein "Museumshaus" in einem Zoo attraktiver zu gestalten.
Um nochmal das alte Raubtierhaus aufzugreifen, ich finde es sehr, sehr schade & kann es nur verurteilen, daß dieses Haus( auch wenn es kein ansprechendes Aussehen hatte) aus dem Gründungsjahr(!) einfach abgerissen wurde, da hätte man sicher auch etwas bezüglich der Zoogeschichte daraus machen können!
VG (30.05.2007, 10:45)
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Michael Mettler:
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Die einfachste Möglichkeit, dem Besucher derlei Informationen anzubieten, ist das Aufstellen von Schautafeln mit historischen Aufnahmen an den heutigen Gehegen und Häusern. Das kostet keine Unsummen, so dass es auch nicht ganz so schade ist, wenn viele Besucher eben keinen Blick dafür haben - aber die Interessierten freuen sich darüber. Unter den Zoos mit langer Tradition machen das z.B. Berlin (Zoo) oder Wien, aber selbst in kleineren und wesentlich jüngeren Einrichtungen findet man sowas hie und da, z.B. in Darmstadt oder Staßfurt. Finde ich sehr nachahmenswert. Übrigens auch und gerade für die Erlebniszoos, in denen ja der Unterschied zwischen "klassischer" und heutiger Tierpräsentation extrem ausgeprägt ist. So fände ich es spannend, z.B. an den heutigen Anlagen für Tiger in Leipzig, Eisbären in Bremerhaven, Schimpansen in Gelsenkirchen oder Elefanten in Hannover Tafeln aufzustellen, auf denen Fotos der vorherigen Käfige/Gehege zu sehen sind. Zudem könnte man einen Grundriss der aktuellen Anlage präsentieren und den Grundriss der vorherigen in ihn einbauen, um die unterschiedlichen Dimensionen wirkungsvoll aufzuzeigen. Ich könnte mir vorstellen, dass sowas mehr Beachtung fände als die eine oder andere "biologische" Schautafel, denn anders als diese wäre die "historische" Schautafel mit einem Wiedererkennungseffekt verknüpft ("Ach guck mal, so kenne ich das auch noch!").
(30.05.2007, 10:03)
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Sacha Beuth:
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@Anna Lena: Es gibt ein paar Bücher, die in diese Richtung gehen z.B. "Der Berliner Zoo im Spiegel seiner Bauten" oder ein Buch über den Zoo London (der Name fällt mir gerade nicht ein), das aus Fotos von Tieren und Anlagen aus dem 19. Jhr. besteht. (30.05.2007, 09:59)
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Anna Lena:
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Ich interessiere mich manchmal sogar mehr für die Gehege, vor allem aus historischer Perspektive. Leider gibt es da kein allgemeines Material (ich träume von einem Bildband...) zu.
Dass die meisten Leute das nicht sehen wollen, ist mir klar. Man will im Zoo ja lieber eine heile Welt sehen. (30.05.2007, 09:11)
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Michael Mettler:
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@Anna Lena: Angeblich lesen in diesem Forum sehr viele Zooleute mit. Da wird doch wohl auch mal ein Kölner dabei sein, dem die Idee auch gefällt :-)
Ich erinnere mich dunkel, bei meinem bisher einzigen Besuch in Eberswalde auch eine Art kleines Zoomuseum gesehen zu haben - aber ich weiß nicht mehr, ob das ein ehemaliges Tierhaus war. Bei Erstbesuchen konzentriere ich mich halt mehr auf das lebende Inventar eines Zoos... (29.05.2007, 18:03)
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Ingo Rossi:
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@Anna Lena: Ja, es war in Duisburg, und ist auch noch so. Dort kann man ein altes Affenhaus besichtigen. Ausgestellt sind Reliquien aus der Zoogeschichte. Allerdings kenne ich sehr wenige, die sowas interessant finden. In Leipzig sieht man ja deutlich, wie gross das Interesse an dem alten Raubtierhaus mit der Abteilung Zoogeschichte ist. Bei meinen Besuchen verirten sich sehr wenige dorthin.
Ich denke mal, der normale Zoobesucher will halt Tiere sehen. (29.05.2007, 17:48)
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Anna Lena:
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Zu Köln: Ich fände auch ein Museum ziemlich reizvoll. Köln hat viele historische Anlagen, die aber meiner Meinung nach untergehen, da sie auch nicht wirklich beschildert sind. Die Modell-Landschften Idee ist genial!!! Bitte mal an den Kölner Zoo schicken...
Mal eine andere Frage: In einem Zoo (war es Duisburg?) habe ich mal ein "historisches" Affenhaus erlebt, was als Art Museum diente, die beiden Käfige waren inklusive Interieur erhalten und begehbar. Es war allerdings kein architektonisch wertvoller Bau, sondern ein ganz normales, heruntergekommenes Tierhaus, wie es vor 20 Jahren mit Sicherheit noch Standard war. Es war unheimlich faszinierend, eigentlich unheimlich und faszinierend. Gibt es so was in anderen Zoos auch? (29.05.2007, 17:39)
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Michael Mettler:
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...sollte natürlich Statue statt Statur heißen. Da war der Gedanke schon bei der Größe... (16.04.2007, 18:23)
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Michael Mettler:
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Ich bin ein Fan der Wiener Idee, alte Käfige usw. in den Besucherbereich einzubeziehen. Auch finde ich gut, dass man zusätzlich eine Löwen-Statur in den historischen Löwenzwinger gestellt hat; schade nur, dass sie nicht die natürliche Größe eines Löwen hat, wodurch das Missverhältnis von Käfig zu Bewohner noch besser verdeutlicht würde. Aber etwas in dieser Form hätte ich für mein Kölner Konzept auch im Auge, also ein lebensgroßer Elefant bzw. ein ebensolches Nilpferd in seiner historischen Zoo-Umgebung. Zum Staunen, Anfassen und Beklettern.
Schön wäre es auch, die Entwicklung eines Zoos an Modell-Landschaften verschiedener Zeitstufen aufzuzeigen. Wie man am Yukon-Bay-Modell in Hannover sieht, erfreuen sich solche Miniaturlandschaften großer Beliebtheit. (16.04.2007, 18:09)
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IP66:
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Interessante Ideen! Ich bin allerdings mit den Zoomuseen so glücklich nicht - in der Wihelma handelt es sich um eine Stellwand in einem historischen Gebäude, in Leipzig um eine weniger museale denn mediale Installation, die wenig Rücksicht auf den historischen Bestand nimmt, und Duisburg hat zwar seinen Charme, ist aber dafür wenig instruktiv, gleichsam eine Kunst- und Wunderkammer aus Zoodevotionalien. Es ist aber auch schwer, Exponate zu finden: Präparate sind oft zu groß, Photographien zu klein, historische Gegeheschilder zu speziell. Im Grunde müßte das Museum eine Art Hauptquartier sein, von dem aus historische Situationen und Stukturen erläutert werden, die im Zoo noch erkennbar sind. In Wuppertal oder Köln schiene mir dergleichen machbar, allerdings braucht es viele Ideen und ein Konzept, um dergleichen attraktiv, stimmungsvoll und eben wirklich am Exponat entlang zu gestalten. (16.04.2007, 17:49)
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Michael Mettler:
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Finde ich auch eine reizvolle Idee - und um einiges stilvoller als die Baumarkt-Holzhütten in Hodenhagen :-)
Wobei ich mich dabei wie auch bei einer Verwendung als Restaurant frage, ob das bei uns bzw. unseren Bestimmungen z.B. hinsichtlich Energieeinsparung und Denkmalschutz überhaupt ohne weiteres möglich wäre. Wenn ich mir überlege, was an Ein- und Umbauten für eine Gastronomie nötig wären und wieviel Platz der reine "Backstage"-Bereich davon einnehmen würde, fände ich es eigentlich schade, das Kölner Haus dafür zu nutzen.
Ich hatte zufällig gerade Gelegenheit, ein in den Räumen einer früheren Bankfiliale neu eingerichtetes Restaurant zu besichtigen. Der Bereich "hinter den Kulissen" nahm dort inklusive Kühlraum, Lager usw. geschätzte zwei Drittel (!) der Gesamtfläche ein. Und in diesem Fall handelte es sich um ein neuzeitliches Gebäude ohne Denkmalschutz-Auflagen. (13.04.2007, 12:07)
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Shensi-Takin:
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Eine mögliche Option zur Verwendung alterwürdiger Zootierhäuser zeigt der Melbourne Zoo auf; hier können Schulklassen die Nacht im Zoo in einem solchen (natürlich renovierten & entsprechend ausgestatteten) Haus verbringen. Auch für hiesige Verhältnisse ggf. überlegenswert (13.04.2007, 00:02)
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Michael Mettler:
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Na, dann hätten wir ja einen Programmpunkt für den zweiten Tag des Treffens... :-) (12.04.2007, 23:21)
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Karsten Vick:
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@Michael: erstes Septemberwochenende sieht schlecht aus, da hab ich Geburtstag (nich weitersagen). (12.04.2007, 23:12)
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Dirk K:
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Aber nein, das Nashorn taxiert die auf dem Boden liegende Karotte ganz genau und kann es offensichtlich kaum erwarten sie zu verspeisen *g* (12.04.2007, 22:46)
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Michael Mettler:
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@Dirk K: Das Foto BEWEIST geradezu, dass das Rhino keine Möhren mag. Man sieht doch, wie sie wegfliegen, nachdem es sie auf die Hörner genommen hat :-)
@Karsten Vick: Wie wär's denn mit dem Zoosammlertreffen bei Hagenbeck am ersten Septemberwochenende? Da kommen schließlich auch einige "Verrückte" zusammen, und es gibt eine Menge alte Felsenanlagen zum Steineklopfen (plus Steinschlaggefahr am Eismeerpanorama, wie ich hörte). (12.04.2007, 22:00)
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Karsten Vick:
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Frankfurts Dickhäuterhaus müsst ihr ohne mich beklopfen, aber wenn es jemals zum Ziegenstall geht, bin ich dabei!
Gleiches gilt, wenn die Königskobras in Hamburg eingetroffen sind und ihr ins neue Troparium abtaucht (wobei mich von den sonst angekündigten Tierarten am meisten der Schluckspecht interessiert). (12.04.2007, 21:40)
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Dirk K:
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Dass die beiden keine Möhren mögen kann ich mir kaum vorstellen, jedenfalls wurden sie letztens damit gemästet^^
Dazu dieses Foto von Tsororo
http://img130.imageshack.us/img130/4014/imgp1097hj8.jpg (12.04.2007, 21:31)
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Das dürfte an Kalusho und Tsororo scheitern, die mögen beide keine Möhren....Bleibt es bei der Uhrzeit und dem ausgemachten Treffpunkt ? Und beim eventuellen Nashornhaus-Steinerausklopfen bitte darauf achten, keine tragenden Wände zu beschädigen, sonst stürzt das Häusle noch ein... (12.04.2007, 21:15)
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Carsten:
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Wäre eine Möglichkeit, daß zu klären, g...
Das nächste Treffen machen wir dann mit der Ausrüstung und dem entsprechenden Ablenkungsmaterial am Ziegenstall, g... (12.04.2007, 17:10)
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Michael Mettler:
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Rüsten wir uns doch für übernächsten Sonntag mit Möhren und Geologenhämmern aus. Zwei von uns lenken die Nashörner und Nilpferde mit den Möhren ab, und die Anderen entnehmen solange am Haus "Gesteinsproben" zur Altersanalyse :-) (12.04.2007, 16:27)
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Carsten:
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Hab gerade mal in einem älteren Frankfurter Führer geblättert (Vorbereitung fürs Forumtreffen, g), dort steht, daß das Elefantenaus 1873 errichtet wurde und nach dem II. Weltkrieg notdürftig wieder hergerichtet wurde.
Falls diese Angaben stimmen, dürfte es sich also nicht um das älteste Tierhaus in einem deutschen Zoo handeln... (12.04.2007, 15:50)
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Carsten:
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Die Tierhaltung ganz aufgeben würde ich auch nicht. Erstmal sollte das Haus soweit mit dem Denkmalschutz vereinbar, renoviert und rückgebaut werden in den früheren Zustand, das Flußpferdgehege würde ich zur Bullenhaltung beibehalten (für ein bis zwei Tiere) und auf den Seiten jeweils eine oder zwei kleinere Tierarten halten, z. B. Antilopen, Schweine oder ähnliches... (12.04.2007, 14:43)
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Sacha Beuth:
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@IP66: Ich sehe da zwei Möglichkeiten. Entweder in ein Restaurant mit Terrasse umfunktionieren (und zugleich das alte Restaurant in eine Tieranlage umbauen). Oder: Das alte Elefantenhaus sanft renovieren (z. B. so gut als möglich isolieren) und für Spitzmaulnashörner (weiss jetzt gar nicht, ob für die in der Neuplanung ein neuer Standort vorgesehen ist) und eine Antilopenart plus allenfalls Stelzvogelart weiternutzen. (12.04.2007, 14:25)
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Michael Mettler:
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Zwar fände ich es gefühlsmäßig schade, wenn das Haus zukünftig nicht mehr für die Tierhaltung genutzt würde, aber andererseits habe ich auch Verständnis dafür, denn wie alle alten Häuser dürfte es ein "Energiefresser" sein, und der Denkmalschutz stellt doch eine erhebliche Hürde für die Nutzung durch Tierhaltung dar.
Für mich hätte es seinen Reiz, das Haus zu einem Zoomuseum umzurüsten, was ja nicht ausschließt, dass man es gleichzeitig auch als Ruhezone, Aussichtsbereich (für die spätere Afrika-Savanne) oder Veranstaltungsort verwenden kann. Ich würde das Nilpferdgehege nach dem Auszug seiner Bewohner so belassen wie es ist und für das Publikum begehbar machen, so dass man ein Gehege mal aus der Sicht seines Bewohner erleben kann; das Wasserbecken ließe sich ja mit ein paar Koi beleben. Die Nashorn-Außengehege würden verschwinden, um die Fassade wieder frei zu legen, und auf dieser Hausseite entstünde eine Aussichtsterrasse zur Savanne hin - in diesem Umfeld und mit den entsprechenden Tieren vor Augen könnte man gleich auf die Vergangenheit des Hauses als Antilopen- und Giraffenhaus hinweisen. Für die ehemalige Elefantenseite hätte ich die Idee, die Entwicklung der Elefantenhaltung in Zoos darzustellen: Dazu müsste ein kleiner Teil der Außenfläche mit hohen Eisenzäunen in den historischen Zustand zurückversetzt werden, ein größerer Teil in den der bis vor kurzem genutzten Frei(sicht)anlage. Parallel dazu gäbe es im Inneren einen Eisenstangen-Käfig und einen sichtfreien Elefantenstand mit Anbindeketten - alles natürlich ohne lebenden Besatz, dafür wie das Nilpferdgehege begehbar. Zusammen mit dem Elefantenpark bestünde somit die einmalige Gelegenheit, am Beispiel einer charismatischen Tierart die Entwicklung der Zoohaltung eindrucksvoll und für der Besucher dreidimensional erlebbar und "zum Anfassen" darzustellen.
In diesem Konzept bestünde vielleicht sogar die Möglichkeit, das Antilopengehege außen wie innen zu erhalten und mit einer Tierart zu besetzen, die keine hohen Ansprüche an den Energiehaushalt des Gebäudes stellt und ins thematische Umfeld Afrika passt. Da würden sich wegen ihrer guten Akklimatisation Wüstenantilopen Nord- oder Südafrikas anbieten; notfalls müsste der Stall blickdicht gemacht werden. (12.04.2007, 13:41)
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IP66:
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Da es in Köln diskutiert wird und ja auch im Planungsthread manche Idee geboren wird: Was denken die Forumsteilnehmer eigentlich über die Zukunft des alten Elefantenhauses. Soll man es weiter nutzen, zum Museum oder zum Restaurant umgestalten? (12.04.2007, 11:16)
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IP66:
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Die frankfurter Bärenanlagen sind doch ein reiner Nachkriegsbau! Außer der Tatsache, daß sie deutlich weniger geräumig ausgefallen ist als die vergleichbaren, aber jüngeren kölner oder berliner Anlagen, hat sie mit den entsprechenden Bauten, die auf Stracks erste Bärenburg (ebenfalls in Berlin)zurückhehen, nun wirklich nichts zu tun. Man hat ein wenig den Eindruck, daß "Bärenburg" ein Analogon zu "veraltetem und deshalb abzureißendem Gebäude" steht - in Halle ist dergleichen ja geschehen. Beim alten Raubtierhaus und beim Menschenaffenhaus war es ähnlich: Zunächst rühmte man die neuen Nachkriegsbauten und ihre zeitgemäße Ausstattung, und da man sie abreißen wollte, erinnerte man sich der Tatsache, daß sie teilweise auf historischen Grundrissen stehen und erklärte sie für identisch mit den Vorkriegsanlagen. Bisweilen sind einige Zooleitungen zwar sehr schnell bei der Hand, auf die glanzvolle Geschichte ihrer Anlagen hinzuweisen, so lange es nicht darum geht, auch die Zeugnisse dieser Geschichte zu erhalten. (13.03.2007, 19:36)
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Es sollte natürlich " 1958 eröffnet wurden " heißen. (13.03.2007, 19:34)
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Es stimmt, das die alte , 1858 ! im alten Zoo Frankfurt errichtete Bärenburg als einziges Bauwerk im ganzen Zoo den Krieg unbeschadtet überstanden hat. Eigentlich sollte sie bereits 1939 abgerissen werden, aber der Krieg kam dazwischen.Nach dem Krieg mußte erstmal der Zoo neu aufgebaut werden , bevor man daran denken konnte, für die Bären Freianlagen zu bauen.1957 begann der Bau der heutigen Bären-Anlagen , die 1858 eröffnet wurden. Damit war die alte Bärenburg nutzlos und wurde abgerissen. (13.03.2007, 19:33)
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Sven P. Peter:
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Vieleicht ist mir Bärenburg die heutige Bärenanlage für Lippen und Malaienbären gemeint. (13.03.2007, 19:05)
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froschfreund:
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eine Mitarbeiterin erzählte letztens bei einer Führung, dass die Bärenburg den Krieg überlebte und sie damals schon veraltet war und heute eben leider immer noch steht. Das habe ich geglaubt (13.03.2007, 18:52)
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@froschfreund. Die alte Bärenburg in Frankfurt wurde bereits 1958 abgerissen und gegen die Wolfs-Anlage ersetzt. Heute steht dort die zweite Okapi-Anlage. (13.03.2007, 12:10)
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Michael Mettler:
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P.S. Schauen wir mal ein wenig von mir aus nach Nordosten: In Celle wird angeblich das reinste Hochdeutsch Deutschlands gesprochen. Und was sehen wir da? "Celler Hengstparade", aber auch "Cellesche Zeitung"... (13.03.2007, 11:14)
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Michael Mettler:
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@Ollo: Ich bin Hannoveraner und kein "Hannoverscher", und die besagten Betonbauten wurden doch genauso wie ich hier geboren :-) Für den vierbeinigen Hannoveraner ist mir aber auch die Bezeichnung "Hannoveraner Warmblut" (nicht "Hannoversches Warmblut") geläufig.
Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, ob es "amtlich" nur eine Sprach- resp. Schreibweise geben dürfte. Ginge man nach der Sprache der hiesigen "Ureinwohner", müsste es ja sogar "hannöversch" lauten.
Das "-sche" usw. als Zuordnungssilbe ist in anderen Bereichen schon weitgehend aus dem Sprachgebrauch verschwunden. Bei den Tiernamen gibt es noch ein paar wie den Stellerschen Seelöwen, aber auch da wandelt es sich allmählich zum Genitiv (Stellers Seelöwe) oder zur Bindestrich-Schreibweise (Steller-Seelöwe). Folglich müsste es nach "moderner" Ausdrucksweise eigentlich "Hannovers Betonbauten" heißen. Sieht man übrigens auch häufig in den Titeln von TV-Sendungen oder Zeitschriftenartikeln: Wo man früher geschrieben hätte "afrikanische Löwen", ist heute oft zu lesen "Afrikas Löwen". (13.03.2007, 09:16)
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froschfreund:
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ich weiß jetzt nicht ob es schon genannt wurde (Überblick verloren) aber in Frankfurt existiert noch die alte Bärenburg. Und das Exotarium bzw. Aquarium ist noch zu nennen (13.03.2007, 09:04)
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Ollo:
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Es gibt hier auch den Titel "Das Hallenser Affenhaus". Ist das denn korrekt? Ich hätte es "Das hallesche Affenhaus" genannt. (13.03.2007, 01:45)
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Ollo:
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Ich habe mich schon manches Mal gefragt, wie es M.M. schafft, ohne jeden Rechtschreib- oder Tippfehler auszukommen. Und jetzt sehe ich hier das: "Hannoveraner Betonbauten". Ich habe gehört, außerhalb Hannovers sei es in letzter Zeit zu einem Sprachwandel gekommen, so daß diese Schreibweise nun tatsächlich verbreitet sei. In Hannover selbst würde man allerdings "hannoversche Betonbauten" sagen (vgl. "Hannoversche Allgemeine Zeitung, Hannoversche Leben, Hannoverscher SV 96).
Wie wäre denn eigentlich die korrekte Form für Münster: "Münsteraner Betonbauten" oder "münstersche Betonbauten"?
Tschuldigung, war weitestgehend off-topic. (13.03.2007, 01:40)
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Michael:
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Denn möchte ich mich mal als Threadstarter noch einmal melden.
Die von mir genannte Anlage im ZFMK scheint nun wohl abgerissen zu sein. Schade, es waren (lange leerstehende) Anlagen aus der Jahrhundertwende.
(19.12.2006, 16:48)
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Michael Mettler:
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Auch an diesem Beispiel sieht man mal wieder, wie unterschiedlich Tierarten und ihre Haltungssysteme bewertet werden. Die durchschnittliche Papageienvoliere in einem Zoo bietet den Insassen genauso viel oder genauso wenig wie ein Leipziger Tigerkäfig - und das, obwohl Papageien anerkannt intelligente Vögel sind. Während "moderne" Kea-Haltungen heute geradezu serienmäßig mit Spielzeug und Schrott bestückt werden, müssen sich Kakadus, Graupapageien oder Aras meistens mit nackten Kletterästen begnügen; Anlagen wie bei Hagenbeck sind die seltene, lobenswerte Ausnahme. Vielleicht würden die ja auch gern mal ein Fahrrad auseinander nehmen, nur hat darüber noch niemand eine TV-Doku gedreht...?
Will sagen: Funktionsanlagen sind noch viel weiter verbreitet als man auf den ersten Blick meinen könnte, und das ist nicht auf "alte" Anlagen beschränkt. (19.12.2006, 16:20)
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Hinrich:
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@Ulli: Die eigentl richtige bezeichnet für die Alte Tigeranlage in Leipzig ist ja "Tiger-Farm", woran man dann auch erkennt warum es so gebaut worden ist. Nämlich als Zuchtanlage für Tiger und so war der Bau auch Optimal für die Zucht durch die ganzen einzelnen Käfige und den Bereich dahinter. Das es für die Tierhaltung unakzeptzabel ist ja selbstverständlich, aber interessant soweit um zu sehn worauf damlas wert gelegt worden ist.
Zum Tieraffenhaus. Das wird umgebaut zu einem Insektarium oder zumindest zu einer Schmetterlingshalle (19.12.2006, 14:54)
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Michael Mettler:
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Wer weiß, ob nicht vielleicht unsere Nachfahren die Stuttgarter oder Hannoveraner Betonbauten genauso architektonisch reizvoll finden werden wie wir heute das Kölner Elefantenhaus oder das Berliner Antilopenhaus...? Das ist doch alles eine Frage des Zeitgeistes. Und die persönliche Sentimentalität hängt auch von positiven oder negativen Verknüpfungen mit einem Haus ab.
Als Architekturbanause kann ich z.B. dem hannoverschen Giraffen-Antilopen-Haus stilistisch nicht viel abgewinnen, aber ich habe es damals sehr bedauert, als der Antilopenflügel für Zoobesucher gesperrt wurde (was allerdings der dortigen Tierhaltung zu Gute kam, weil zusätzliche Boxen eingebaut werden konnten). Ich habe die "friedliche" Atmosphäre darin sehr genossen, was sicher zu einem Teil daran lag, dass sich nur wenige Besucher für diesen Teil des Hauses interessierten, so dass man oft mit den Antilopen allein war. Um einen vergleichbaren Effekt zu erleben, brauche ich heute einen schlecht besuchten Tag in den Ställen von "Meyers Hof", denn diese spezielle Atmosphäre ist nun mal nicht abhängig vom Baustil des Hauses oder der Seltenheit der Tierarten, sondern vom Heuduft und den Geräuschen ruhig fressender Großtiere, ob nun Rappenantilope oder Altdeutsche Schwarzbunte.
Vielleicht gibt aus ähnlichen Gründen auch Zoofreunde, für die Bauten wie das umstrittene Münchener Nashornhaus reizvoll sind. Über das alte Hamburger Troparium oder den Frankfurter Rundbau diskutieren wir ja bereits an anderer Stelle. (19.12.2006, 10:29)
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Ulli:
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Hallo Michael - bei genauer Betrachtung gibt es in deutschen Zoos heute nur noch wenige alte, architektonisch reizvolle Gebäude. Viele Gebäude wurden, wenn sie im Krieg nicht zerstört worden waren, in den Sechziger Jahren abgerissen. Gerade du in Hannover kannst ein Lied davon singen. Ich erinnere mich auch noch sentimental an das alte Münsteraner Elefantenhaus an der Himmelreichallee.
Andererseits waren aus tierhalterischer Sicht viele dieser alten Gebäude eher gruselig.
Wenn ich persönlich also einzelne Gebäude wie das Elefantenhaus in Köln aus dem "Zoobereich isolieren" und zum Cafe machen möchte, ist dies auch ohne verschandelnde Dämmungsergänzungen "energiepolitisch" durchaus vertretbar. Im übrigen kann man solche Gebäude auch als reinen Sommerbetrieb betreiben, und damit die Energiekosten im Winter durchaus stark reduzieren. In der kalten Jahreszeit kann man sich dann an der Architektur selbst erfreuen.
Die Umgestaltung des alten Leipziger Raubtierhauses zu einem Informationszentrum finde ich nach wie vor phantastisch. Wenn man nun auch noch die Affen aus dem alten Affenhaus nimmt, das Haus aber für Besucher in der jetzigen Form erhält und die Besucher vielleicht an einer Stelle auch in eine der Anlagen hinter die Gitter "als Affen" läßt, wäre der historische Bereich optimal gestaltet.
Die alte Tigerzzuchtanlagen ("Tierkerker") in Leipzig als "reine Funktionsanlagen" würde ich dagegen lieber heute als morgen abreißen.
Über die Heizkörpern unter der Decke kann ich ebenfalls nur den Kopf schütteln.
(19.12.2006, 09:42)
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Michael Mettler:
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Eine ganz unromantische Frage: Gibt es nicht seit einiger Zeit eine Art Pflicht zur nachträglichen Isolierung von Altbauten? Gilt sowas auch für ein Zoogebäude? Die alten Bauten dürften doch in Sachen Beheizung ziemliche Energiefresser sein. Und eine nachträgliche Dämmung dürfte ja wohl das Äußere oder Innere verfremden.
Wenn ich mir andererseits überlege, dass selbst in gerade eröffneten Neubauten Heizkörper unter der Decke angebracht sind, die eine Wahnsinnshitze erreichen müssen, um überhaupt den Betonboden mehrere Meter unter sich zu erwärmen, spielt vielleicht Energieverschwendung in Zoos noch immer eine geringe Rolle...? (19.12.2006, 09:01)
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Oliver Jahn:
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Der Bau sollte nach Vollendung 75 Meter lang sein und 13 Meter hoch an seiner höchsten Stelle. (18.12.2006, 23:01)
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Michael Görick:
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In der Zeitschrift der Zoologische Garten von 1928 sind Grundrisse und Querschnitte des Leiziger Dickhäuterhauses abgebildet (18.12.2006, 22:53)
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Oliver Jahn:
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Einen Plan des Hauses besitze ich leider auch nicht, aber in einem Zooführer von 1929 ist ein Plan des Zoos und auf diesem Plan ist das Haus komplett eingezeichnet, der fertige Teil in schwarz, der noch fehlende in weiß und gestrichelt. Da erkennt man sehr gut, dass der Teil des Dickhäuterhauses, den wir kennen, tatsächlich genau die Hälfte war. Genau das, was stand, sollte noch einmal, spiegelverkehrt auf der anderen Seite angebaut werden. Und für die Freianlagen wäre massig Platz gewesen, denn alles, bis hin zu Brücke der Malaienbären war lediglich ein riesiges Dahlienfeld. (18.12.2006, 22:22)
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IP66:
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Sind eigentlich irgendwo die Entwürfe für die Anlage dokumentiert? Das klingt ja alles noch etwas monumentaler, als es ohnedies schon ist, und mittlerweile verstehe ich, warum es keine Nachfolgebauten gab. Es ist allerdings schon seltsam, daß man in Kenntnis dieser Pläne, die im Büro Speer sicherlich Begeisterung ausgelöst haben, dann doch so sauber nach dem Muster "Landschaftsgarten" verfahren ist. Die Bauvolumina dort waren aber wohl auch deshalb so beschränkt, weil alles schnell gehen mußte, und Hoetger hatte, trotz passender Geseinnung, mit seinem Bühring vergleichbaren Backsteinexpressionismus, ja auch seine Probleme, wenn es um nationalsozialistische Großaufträge ging. (17.12.2006, 21:15)
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Oliver Jahn:
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@IP66, schon wegen des Durchflusses der Parthe hätte das Haus nicht um 90 Grad gedreht werden können, denn dann wäre die Seite, die für die Nashörner gedacht war, im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Zum anderen war es eben ein unvollendeter Bau. Zur Zeit von Gebbing und Bühring wurde aber sehr viel Wert auf die Blickachsen gelegt. Nun stellen Sie sich mal vor, der Besucher hätte dann, vom Raubtierhaus kommend auf die unvollendete, ja nicht mal veklinkerte Stirnseite des Hauses geschaut. Das hätte gar nicht ins Konzept der klaren Blickachsen Raubtierhaus-Jasongruppe-Dickhäuterhaus, Dickhäuterhaus-Bärenburg gepasst. Von weitem sollte der Besucher die auf dem Kickerlingsberg stehenden Elefanten sehen. Die anderen Freigehege sollten eben dann erst mit der Vollendung des Hauses kommen. Diese wären dann recht groß, und mit kaum einem anderen Zoo dieser Zeit vergleichbar gewesen. Nur darauf wolltet man eben in Leipzig warten, sonst hätte man ja auch ohne Probleme den Schmuckhof in eine Freianlage für Tapire und Zwergflusspferde umwandeln können. Allerdings stellte die andere Seite da bessere Möglichkeiten in Aussicht, denn bis zur alten Malaienbärenanlage hätte man Platz gehabt. Das wäre allein für die Nashörner zu damaligen Zeiten zu groß gewesen, von daher gehe ich davon aus, dass hier auch die Freigehege für die Tiere der Boxen (Tapire, Zwergflusspferde) liegen sollten. Ich finde es schade, dass das Dickhäuterhaus nie vollendet wurde. Es wäre von seinen Abmessungen sicher eines der größten Dickhäuterhäuser Europas geworden. (11.12.2006, 21:05)
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IP66:
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@Herr Jahn. Bei meinem letzten Besuch in Leipzig hatte ich mich gefragt, warum das Haus nicht gedreht worde, also die Schmalseite als Abschluß der Sichtachse dienen sollte. Aber vermutlich wollte Herr Bühring die Elefanten vor der Backsteinwand, und er wollte wohl auch einen großen repräsentaiven Innenraum mit der sehr trickreichen Beleuchtung. In Wuppertal hat man die Sache - in einem etwas konvetionelleren Gebäude - bei ähnlicher Problemstellung so gelöst, daß man das Flußpferbecken an die Hangseite des Hauses verlegt hat, mit einem einem Zugang zum Außengehege auf der anstoßenden Hausseite. Wenn ich mir die Zoopläne ansehe, war es ja in der Tat recht eng im Zoogelände und es gab ja auch keine ausgesprochenen Altbauten, deren Abriß man hätte wagen können - allenfalls das Antilopenhaus, aber dadurch wäre ja kaum Platz gewonnen gewesen. (11.12.2006, 17:39)
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Michael Mettler:
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Auf meinen Fotos sehen die Berliner Tiere aus wie die Gewächshausschrecken in meinem Bestimmungsbuch über heimische Heuschrecken. Ob es "Alternativen" gibt, weiß ich mangels entsprechender Literatur leider nicht. Als ich vor vielen Jahren mal vorhatte, mir ein paar davon zu fangen und im Terrarium zu halten, war ausgerechnet bei diesem Besuch keine einzige greifbar, es saßen nur ein paar unerreichbar hinter den Heizkörpern... (11.12.2006, 08:59)
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Andreas Hartung:
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@Michael Mettler: Gehört zwar eigentlich überhaupt nicht hier herein, aber ich habe gerade nochmal deinen Beitrag vom 20.10.2005 gelesen, und als (auch) Insektenfan würden mich die Berliner Grillenartigen im Vogelhaus schon näher interessieren - hast du sie mittlerweile nachbestimmt? Gewächshausschrecken sind in Deutschland alles andere als ausgestorben, das weiß ich aus eigener Erfahrung... Im Frankfurter Palmengarten gibt es sie zuhauf, und dieses Jahr wunderte ich mich doch sehr, im Vivarium Darmstadt im (!) Terrarium der Scheltopusiks an der Rückwand eine große Kolonie eben dieser Art zu entdecken - als Futtertiere werden sie wohl kaum ihren Weg dort hinein gefunden haben. Gewächshausschrecken sind allerdings streng nachtaktiv und können deshalb jahrelang übersehen werden. (11.12.2006, 01:13)
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Michael Mettler:
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Die Perspektive von der Seite ist auch optisch befriedigender als die von unten... (10.12.2006, 23:18)
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Zoosammler:
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Achso, sehr klug, dann muss man nicht mehr reinfallen, um was von den Löwen zu sehen zu kriegen. (10.12.2006, 23:05)
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Sven P. Peter:
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Bei den Löwen wurde die Mauer wo man bei den Löwen an den Wassergraben ran kann mit einer Scheibe ersetzt (bzw. wird grad gemacht). (10.12.2006, 21:15)
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Zoosammler:
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Wie baut man denn in eine Freianlage mit Graben Sichtscheiben? (10.12.2006, 21:13)
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Sven P. Peter:
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Zu den Historischen Anlage fällt mir grade ein, dass Hagenbeck in die Löwenanlage und Paviananlage sichtscheiben für die besucher einbaut. (10.12.2006, 21:10)
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Oliver Jahn:
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Zum einen war das Dickhäuterhaus bis zum Umbau in einen reinen Elfantentempel NIE vollendet. Zum anderen war der Zoo zu dieser Zeit noch Metrozoo, ohne die Chance auf Erweiterung und der Kickerlingsberg war eine der freien Flächen, die für einen Bau dieser Größe genutzt werden konnten und meines Wissens erst für diesen Bau für den Zoo erworben wurde. Bei Vollendung des Baus wäre die Rückwand zur Straße hin auch nicht weiter problematisch gewesen, denn dort, wo neben den Flusspferden der Schmuckhof war, wäre auf der anderen Seite eine große Freianlage entstanden (dort, wo später die Giraffen waren) und diese wäre dann für die Nashörner und die kleineren Arten der Boxen gegenüber der Elefanten nutzbar gewesen. Nur kam es eben leider NIE zur Vollendung des Dickhäuterhauses. Daher wählte man dann die kleinen Außengehege zwischen Schmuckhof und Zebraanlage als Sommerunterkünfte für die Tapire, die Nashörner zogen in das alte Büffelhaus und die Zwergflusspferde erhielten ein eigenes kleines Haus mit Freianlage. (10.12.2006, 21:03)
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Weshalb hat man das leipziger Dickhäuterhaus eigentlich so in den Zoo gesetzt, daß die eine Seite ohne Außenanlagen auskommen mußte? In der Zwischenkriegszeit war das doch schon recht anachronistisch?
(10.12.2006, 20:44)
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Dirk L:
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Nachtrag zu Dresden: In der aktuellen Zeitschrift der Zoofreunde Dresden steht, daß der Raubtierfelsen gerade saniert wird und künftig wieder(!) betretbar sein soll - als Aussichtsstelle zum Elefantengehege. (29.10.2005, 00:00)
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Michael Mettler:
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Mir ist noch was eingefallen, was Mäuse & Co. in alter Berliner Bausubstanz betrifft: Zu den häufigen Mäusearten auf dem Zoogelände (und somit auch in den Bauten) zählt neben der Hausmaus auch die Brandmaus (für Nicht-Mäusekenner: erkenntlich am schwarzen Aalstrich). Diese gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Arten - und dürfte an ihrem natürlichen Standort noch nicht einmal gestört, geschweige denn getötet werden.... Da werden Erinnerungen wach an durch Feldhamster oder Wachtelkönige vereitelte Bauvorhaben. So schwierig kann Schädlingsbekämpfung im Zoo sein (siehe auch Krähen)!
Übrigens ist auch das Berliner Vogelhaus ein Mäuseparadies - und zwar erst recht NACH seiner Renovierung: Die aus Holz-Lattenrosten bestehenden, seinerzeit abgehängten Decken über den Besucherwegen sind wunderbare Mäuse-Highways, und der Hornvogeltrakt ist geradezu berühmt-berüchtigt für seine Kakerlaken. Zudem lohnt sich dort immer ein Blick auf die "dunklen Flächen" über den Lichtnischen neben dem Besuchergang, denn das sind keine Stockflecken, sondern Kolonien einer großen Grillen- oder Heuschreckenart von spinnenartigem Aussehen, die ich anhand einiger Nahaufnahmen bei meinem letzten Besuch endlich mal nachbestimmen will. Für den Fall, dass es sich um Gewächshausschrecken handelt, wären dies die seltensten Bewohner des gesamten Zoos, denn die Art galt (zumindest vor ein paar Jahren) in Deutschland als ausgestorben.... (20.10.2005, 00:00)
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Konstantin Ruske:
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Keinesfalls würde ich die Hallenser Raubtieraußenkäfige als kahl bezeichnen wollen. Verschiedene untergründe, viele Äste und sich gut haltende Bepflanzung, interessante Kontaktmöglichkeiten ( lochbleche), und obwohl keine Riesenkäfige, blieben die Leoparden manchmal ganz versteckt ( was ihr gutes recht ist). Die drei leopraden waren recht jung aus Gotha nach Halle gekommen und haben etwas zur Eingewöhnung gebraucht ( kenne ich von einigen Leoparden, gibt sich eigentlich fast immer). Dann " klemmen" sie manchmal an recht " unbequem" wirkenden Orten und fauchen viel. Hab das am anfang in halle auch noch gesehen, später aber ausgeglichene und aktive Tiere. Einziger echter kritikpunkt könnte das teilweise Fehlen von Mutterboxen sein. (20.10.2005, 00:00)
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Ich möchte nicht unhöflich sein, aber in gewisser Hinsicht ist jeder Zoo auch ein Museum - ein Ausstellungsort für Tiere. Daß die Ausstallungsmodalitäten sich ändern, ist auch keine Frage, und daß es Anlagen gibt, die man nicht umnutzen kann, akzeptiere ich auch. Was ich nicht akzeptiere, weil es nicht stimmt, ist die Behauptung, daß der Erhalt und die Umnutzung vorhandener Anlagen kostspieliger sei als Neubauten im Stil Hannovers oder Gelsenkirchens. Man sollte hier einmal die Neubaukosten von Hannover in den letzten 70 Jahren mit denen von Wuppertal oder Köln, wo sehr viel bzw. einiges umgenutzt wurde, vergleichen. Das Problem ist, daß Anlagen wie das stuttgarter Flußpferdhaus oder die duisburger Großbärenanlage gut dreißig Jahre alt sind und man diese Beispiele zugrundelegend auch für die Neuanlagen beim Neubaumodell heute nur eine Nutzzeit von etwa dreißig Jahren ansetzen darf - was der Zustand einiger Kunstfelsen an den ersten Anlagen dieses Typs auch nahelegt. Und man muß sich klar machen, daß kein Landschaftsarchitekt bereit wäre, einen anzulegenden Park auf einen so kurzen Zeitraum hin zu konzipieren, derweil kein Baum so schnell wächst, daß man in so kurzen Fristen planen könnte. Man sollte unterscheiden: Viele Elefantenanlagen sind ja durchaus benutzbar, die Tiere werden dort auch recht alt und neue Erkenntnisse lassen sich - sh. Augsburg - durchaus umsetzen, man kann in ihnen aber keine Zuchtgruppen halten. Bei afrikanischen Tieren wäre dies ja kein Problem. Wer eine große Zuchtgruppe will, muß natürlich neue Häuser bauen und neue architektonische Maßstäbe setzen, was Wupeprtal und Köln getan haben - ohne große Opfer historischer Substanz. Aber man kann nicht alles zugleich wollen: Für jede Art neue Anlagen, die Artenfülle der Vergangenheit und womöglich noch die jeweils aktuellste Ästhetik. Vielleicht ist es ja bezeichnend, daß die beiden erwähnten, tiergartenbiologisch aktuellen und architektonisch ambitionierten Elefantenhäuser in Zoos stehen, die überzeugt sind, daß ihre Historizität ein Teil ihrer Idendität und konstitutiv für den Besucherzuspruch ist. (20.10.2005, 00:00)
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Dirk L:
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Das mit der geänderten Planung für Leipzig hat Junhold persönlich am Tag der Offenen Tür im Zoo den versammelten Massen auf der Führung verkündet. Ich nehme an, daß es jetzt einfach die Möglichkeit für den Zoo gab, das störende Stück Industriebrache mitten im Gelände zu bekommen. Weiß nicht, ob die Stadt es einfach sonst nicht losgeworden ist oder die guten Beziehungen zu OB Tiefensee geholfen haben (der jetzt unser Verkehrsminiter wird! Ich fordere Zoowegweiser auf allen Autobahnen!)
Macht aber in jedem Fall Sinn, hier einen Gebäuderiegel zur Straße hin zu bauen, die Halle für Abendveranstaltungen direkt zugänglich zu machen (von der Bauphase ganz abgesehen), direkt an den Wirtschaftshof und das Heizwerk anzucshließen usw. Und Baumbestand und alte Architektur zu schonen und gleich noch 1,5 ha Erweiterungsgebiet (erstmals seit 100 Jahren) dazuzukriegen. Problem ist eher die Einbindung ins Gondwana-Konzept, da die Halle nicht mehr an der Schnittstelle der Bereiche liegt.
Nein, über die Neuverplanung der Fläche hat Junhold nichts gesagt. Aber auch der spätere Amerikateil braucht ja Platz, und der wäre nach jetziger Planung recht gering (Tigeralle bis Kinderzoo, wobei der dann wegfällt). Vielleicht werden die Klinkersäulen hier statt zu Angkor Wat ja zu Tenochtitlan umdekoriert? :-)
Nochmal zu Halle: Ich bleibe mit meinen Argumenten (s.u.) an der Kritik, und das Bild des armen Leoparden auf seinem 10-cm-Sims vergesse ich auch nicht. Auch hier habe ich übrigens eine Führung mit dem Chef, Jakob, mitgemacht, und jeder zweite Satz war eine Entschuldigung á la "ich weiß, es ist nicht optimal, aber der Denkmalschutz / die Stadt / die Besucher wollen es halt so"..." Was für eine Selbsteinschätzung. (20.10.2005, 00:00)
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Steffen Kohler:
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@Dirk L: Mich überrascht, dass die Gondwanahalle jetzt an anderer Stelle entstehen soll. Ich dachte, sie soll im Zentrum entstehen, und das "Abdriften" der Kontinente an der Stelle auch verbildlichen, was am Rand des Zoos unmöglich ist.
Kennst du die Gründe für diese geänderte Entscheidung und weißt du, ob die Affen- Klinkeranlagen dann erhalten bleiben? (19.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Finde ich auch! Dennoch habe ich es auch nicht versäumt, durch die Tür mal ins alte Außengehege zu gehen. Es ist schon witzig wie die Leute einen da betrachten und was für Sprüche dann kommen. Wie müssen sich da die Tiere gefühlt haben!! ;-) (19.10.2005, 00:00)
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Sven P. Peter:
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Ja, aber durch die Forowand kommt nich das gleiche "feeling" wie durch einen echten Käfig, der eben dreidimensional ist rüber. (19.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Michael, genau das, was du beschreibst, hat leipzig doch mit seinem Raubtierhaus gemacht. Auf einer riesigen Fotowand schaut dich eine Löwin durch die Gitter an. (19.10.2005, 00:00)
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Michael Mettler:
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Besonders EINE Idee hat mir in Wien gefallen, was die Erhaltung historischer Bausubstanz betrifft: Der alte Löwenzwinger. Wenigstens EIN solches Relikt beizubehalten und eine lebensgroße Figur des ehemaligen Bewohners hineinzustellen nach dem Motto "So wurden früher Tiere gehalten", könnte Aufgabe eines jeden Zoos sein, der Entsprechendes noch zu bieten hat. Wenn alte Gemäuer wegen zu schlechter Lüftung (oder im Gegenteil, wegen Zugigkeit) usw. auch für andere (kleinere) Tierarten nicht mehr verwendbar sind, dann bietet sich eine solche Lösung an.
Ich stelle mir dabei gerade das Leipziger Kleinaffenhaus vor: Zwischen mehreren im Rahmen erhaltenen, aber für die Haltung von kleineren Tieren und für besseren Besuchereinblick optimierten Unterkünften ein Innen- und Außenkäfig als "Museumsexponat", beinhaltend eine lebensgroße Figurengruppe von Affen. Hat doch was, oder?
Zugegeben, ich kann mir allerdings eine Anlage der Beton-Glanzzeit nicht so recht in einem solchen Konzept vorstellen...
Wenigstens ein Tierpark dachte in dieser Richtung voraus: Neumünster hat in seiner Eisbärenanlage "in weiser Voraussicht" schon mal einen Betonbären zwischen die lebenden Bewohner gesetzt :-) (19.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Die Bärenburg sollte im Ursprung für die elefantenanlage so genutzt werden, wie das Haus für nordische Huftiere im Zoo leipzig für die Tigertaiga. Es sollte integrierter Eingangsbereich für den Besucher werden. Was dann natürlich davon übrig geblieben wäre und was es gekostet hätte, das zu verwirklichen, das ist eine andere Frage. Und was die Tierhaltung angeht, da erinnere ich gerade bei Jaguar, Leopard und Tiger mal an das alte Raubtierhaus. Im Bezug auf diese Unterbringung können sich die heutigen Gehege wirklich sehen lassen und kahl sind diese gerade im Aussenbereich nun wirklich nicht. Dass die Jaguare etwas wenig Wasser haben liegt eben daran, dass in diesem Haus gar keine Jaguare gehalten werden sollten. Dieses Gehege ist für die Leoparden konzipiert. Genau so muss auf Grund der Nachzuchten jetzt eben der Tiger mit dem etwas trocken gestalteten Gehege des Pumas leben. (19.10.2005, 00:00)
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Ralf Seidel:
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@Dirk L., man kann sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, wie zeitgemäße Gehegegestaltung heute zu erfolgen hat, aber die Entwicklung in Halle als Schande zu bezeichnen ist wohl
nicht angemessen. "Viel zu kleine und kahle Außenanlagen" im neuen Raubtierhaus??? Wie gesagt, Gestaltung mit Glas, Pylonen und Beton ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber im Holzverschlag kann man Großkatzen nicht halten und der vorhandene Platz fordert gewisse architektonische Lösungen. Die Außenanlagen sind gut strukturiert,incl. Wasserbecken, Bepflanzung usw.- kahl ?
Daß es mit dem alten Haus bis auf die Umrisse nicht mehr viel gemein hat-die Tiere fühlen sich hier wohl. Den Besuchern gefällt das Haus- und nicht nur den "normalen Zoobesuchern". Angolalöwen und Indochinatiger züchten, die Anschaffung von Sri-Lanka- Leoparden ist vorgesehen, auch wenn das Haus kein Denkmal mehr ist, es ist modern und lebendig - ein Tierhaus. Und welche Nutzung sollte die Bärenburg noch erfahren? Ich finde es auch schade, das alte historische Anlagen nach und nach immer weniger werden, aber außer einer Pseudohaltung für Eulen hätte das baufällige Objekt nicht mehr herhalten können, saniert für wahnsinnig viel Geld und der Schauwert für den Besucher ?
Sicher ist es schade, dass viele alte Bauten verschwinden oder nach Umbau kaum noch zu erkennen sind,aber es muß Sinn machen, finanzierbar sein und eine moderne Tierhaltung ermöglichen. Jeder Zoo muß dazu ganz individuell seine Möglichkeiten prüfen. So schade es manchmal auch sein mag, ich bedaure auch die eine oder andere Entwicklung, ein Zoo ist kein Museum.
Wer hat schon die Möglichkeiten wie Schönbrunn in Wien. Das stellt wohl das Optimum dar zwischen "das Alte bewahren" und gleichzeitig moderne Haltungen schaffen. Aber das wird wohl die große Ausnahme bleiben. (19.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Wenn zwar auch schon mehrfach erwähnt, so möchte ich aber noch mal darauf hinweisen, dass ich persönlich eben auch absolut spitzenmäßig finde, dass Wuppertal diesen wirklich einmalig gut restaurierten Bau auch noch mit einer echten "Sahnehaube" unter den zoologischen Kostbarkeiten bestückt hat. Wenn ich Bairds-Tapire in Deutschland sehen kann, und dann den Tieren auch noch so gut wie in Wuppertal, sogar beim baden zusehen kann, dann fehlen mir an dieser Stelle die Flusspferde, Nashörner, Elefanten usw. wirklich weniger. Wobei ja in diesem speziellen Haus früher Elefanten, Flusspferde und Flachlandtapire waren. Da die Elefanten an anderer Stelle untergebracht wurden, fehlen ja letztlich hier nur die Flusspferde! Aber so ein "Austausch" ist doch wirklich etwas besonders Gelungenes! (19.10.2005, 00:00)
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IP66:
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Es gibt letztlich zwei Gründe, Altbauten in Zoos zu erhalten. Der eine ist in allen Bundesländern gesetzlich fixiert und greift dann, wenn es sich bei den Bauwerken - oder Parkanlagen - um Kulturdenkmäler handelt, die erhalten werden müssen. Zwar gibt es da je nach Bundesland gewisse Grenzen, was Zumutbarkeit und Wirtschaftlichkeit anbetrifft, doch grundsätzlich sind Baudenkmäler zu erhalten. Insofern wäre es schon ganz interessant, den Antrag der Hallenser auf Abbruch ihrer Bärenburg einsehen zu können resp. die zuständige Denkmalbehörde um einen Bericht zu bitten, weshalb das Gebäude nicht als Kulturdenkmal klassifiziert war.
Die andere Denkweise betrifft den Zoo als sich entwickelnden Organismus, wie er hier auch in einigen Beiträgen anklang. Zoogesamtneubauten sind teuer und ja auch nur etwa ein Jahrfünft lang wirklich neu - man kann das schon jetzt in Hannover lernen und wird es auch in Gelsenkirchen erfahren. Im neuen Tiergartenrundbrief kann man zudem nachlesen, daß auch Nebauten nicht zwingend die neusten biologischen Kenntnisse umsetzen. Mithin wird jeder Zoo mit Altanlagen leben müssen. Die Frage ist nur, wie er das tut: Nimmt er sie als Teil eines Organismus, eines Parks, in dem Alt und Neu nebeneinandersteht, oder lebt er damit abgewandten Gesichts und hängt womöglich wie weiland in der DDR Schilder an mißliebige Bauten: vorgesehener Neubau 2050. Und da stellt sich auch dann die Frage, ob es gute und schlechte Bauepochen gibt: Die 70er Jahre sind schlecht, weil betongeprägt, die Stilbauten des vergangenen Jahrhunderts sind gut, weil üppig dekoriert, die Bauten der 50er sind schlecht, weil wenig naturalistisch, die Feslanlagen der Hagenbeck-Schule gut, weil sie im Stern-Test gefallen haben usf. Mir will scheinen, daß auch schwierige Bauten umnutzbar sind, ob es um den hier schon aufgetauchten Vorschlag geht, in ein wenig engen Raubtierhäusern einfach mit kleineren Arten zu operieren oder um den Umbau des alten wuppertaler Elefantenhauses. Der Bau ist architekturgeschichtlich durchaus interessant, aber wenig spektakulär, man hat auch nicht jede Schraube erhalten können und Elefanten leben dort auch keine mehr - nichtsdestotrotz wird jeder, der den Bau besucht, sich dort wohlfühlen, wohler vielleicht als in manchem Neubau. (19.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Dirk L. dem kann ich nun wieder zustimmen. Und gerade wenn ich deinen Satz lese : "Viele von uns begeistern sich daran, wenn man noch ein Stück Originalfelsen oder eine alte Plastik findet - das bringt doch gerade die gewisse Austrahlung in einen Zoo." , so muss ich feststellen, dass alles das, was für den Besucher heute in Halle vom Raubtierhaus zu sehen ist, nicht einen einzigen Stein mehr hat, der vom alten Jostbau ist. Bei der Betrachtung der Gehege an sich sehe ich es nicht so kritisch wie du, vor allem, da ich mich noch sehr gut daran erinnern kann, wie die Tiere vorher dort untergbracht waren. Im Verhältnis dazu ist die jetzige Unterbringung eine Steigerung um 100%! Was aber die Erhaltung des denkmalgeschützten Baues angeht, da habe ich den völlig entkernten Altbau gesehen. Da war bis auf die Querbögen des Hauses und den alten Wärterturm wirklich nichts mehr übrig. Alles, was wir heute sehen, ist zwar zum Teil nach alten Plänen, aber ansonsten komplett neu errichtet. Und genau dann ist eine Erhaltung, vor allem wenn sie so teuer ist, für mich nicht sinnvoll. (19.10.2005, 00:00)
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Dirk L:
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Oliver, stimme Dir voll zu:
>> Kein Mensch kann mir sinnvoll erklären, warum die Bärenburg in Halle von 1901 wohl doch nicht unter Denkmalschutz stand, das Raubtierhaus von 1926 aber schon!
Grundsätzlich bin ich aber schon für Umnutzung statt Abreißen. Erstens müssen die Architekten dann zweimal nachdenken statt ein Denkmal auf die grüne Wiese zu bauen. Und zweitens ist es doch gerade spannend, auch in "erneuerten" Zoos Spuren der Vergangenhgeit zu finden. Viele von uns begeistern sich daran, wenn man noch ein Stück Originalfelsen oder eine alte Plastik findet - das bringt doch gerade die gewisse Austrahlung in einen Zoo. Solange es nicht auf Kosten der Tiere geht, versteht sich.
Ich finde es eine Schande, was in Halle passiert, und das alte Raubtierhaus ist zwar Innen noch mit Mühe wiederzuerkennen, aber außen mit Beton und Stahl völlig verschandelt. Dazu noch mit viel zu kleinen und kahlen Außenanlagen, in denen die Leoparden auf einem 10-cm-Sims am Gitter liegen, weil man leider Liegeäste in den hohen Kägfigen vergessen hat, und dann können die Besucher auch noch rundherum gehen und den Tieren wie in alten Bärenburgen auf den Kopf schauen. Selten so viel zoologischen Unverstand bei einer nagelneuen Anlage gesehen.
Statt des historischen Bärenzwingers kommt nun eine Elefantenanlage, die insgesamt mit Besucherbereich weniger Fläche hat als in Köln die Elefanten allein Innen... (18.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Also wenn es möglich wäre, dann fände ich es schön, wenn es in einem Land mit so vielen Zoos überall über das ganze Land verstreut einzelne Bauten gäbe, aus jeder Epoche, so dass man zu jeder Zeit sagen kann, so war es in den Anfängen, so in den Zwanzigern, so nach dem Krieg usw.
Zu deinem Satz: "Beim Elefanen-Umbau wird dsas Haus auch kaum wiederzuerkennen sein. Aber ich denke, ein Umbau ist allemal besser als Abreißen; ich sehe da keine Alternative auch aus Platzgründen." muss ich aus meiner Sicht sagen, dann lieber ganz weg. Was soll denn ein Bau, den man aus bürokratischen Zwängen heraus mit einem "Denkmalschutz-Kuckuk" beklebt, und ihn dann aber so verkleistert, dass keiner mehr den Ursprungsbau erkennt. 10,4 Millionen hat die Rekonstruktion des Raubtierhauses in Halle gekostet. Und das für derzeit drei Katzenarten. Was hätte man davon neu bauen können? Meine ganz persönliche Meinung ist, entweder wie in Wuppertal richtig, (und die haben ja gezeigt, dass es geht!!!) oder man läßt es ganz! Kein Mensch kann mir sinnvoll erklären, warum die Bärenburg in Halle von 1901 wohl doch nicht unter Denkmalschutz stand, das Raubtierhaus von 1926 aber schon!
Einiges Historisches gibt es auch noch in Dresden. Das Wegesystem, die Teiche, die Gartengestaltung und einige Blickachsen sind noch aus der Gründerzeit und von J.P.Lenne. Auch der Robbenfelsen und der Greifvogelkäfig sind um das Jahr 1910 erbaut. Eine perfekt restaurierte Bärenburg gibt es bis heute noch in Muhlhouse und in Wrozlaw noch aus Breslauer Zeit.
(18.10.2005, 00:00)
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Dirk L:
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a) ich bin schon seit langem dabei. Vornamen sind halt so eine Sache; die soll's häufiger geben... Ich nehm's niemandem übel, wenn er nicht alle Foren durchsucht, ob es "ihn" schon gibt. Michaels gibts hier auch mehrere. Vielleicht grundsätzlich einen Zusatz dazuchreiben?
b) Leipzig: das ganz alte RAubtierhaus war eben einfach nur alt, aber hatte weder irgendwelche baulichen noch tiergärtnerischen Besonderheiten. Ich find's auch schade, aber man kann sicher nicht alles erhalten. Gilt auch für den Schmuckhof. Beim Elefanen-Umbau wird dsas Haus auch kaum wiederzuerkennen sein. Aber ich denke, ein Umbau ist allemal besser als Abreißen; ich sehe da keine Alternative auch aus Platzgründen.
Die alten Affenanlagen: Falls Du Dich auf die Gondwanahalle bezoiehst - die soll jetzt an die Straße zwischen E-Bullenstall und Betriebshof.
Grundsätzliche Frage: Ist erhaltenswert eigentlich nur, was etwa 100 Jahre alt ist? Oder wollt ihr auch die charakteristischen Betoneisschollen und Sichtbetonanlagen erhalten? Die verschwinden zur Zeit ganz rasant, und vielleicht sind die Zoo-Geschichtler in 50 Jahren ganz traurig, daß Köln, Duisburg, Münster, ... diese Anlagen komplett abgerissen hat. Oder schöne bunte Kachelkäfige? Versteht mich nicht falsch, ich finde die weder schön noch tiergerecht, aber es ist auch ein Stück Zoogeschichte. Nur nicht ganz so weit von heute entfernt. (18.10.2005, 00:00)
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Klaus Schüling:
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Anmerkung der "Oberaufsicht":
Ich habe schon seit einer Weile das Gefühl, dass es möglicherweise zwei "Dirk"s gibt.
Vielleicht mag sich ja doch zumindest einer von beiden outen und seine Beiträge mit vollem Namen kennzeichnen?
Das Forum ist bereits einiges größer und lebhafter als geplant (ca. 300 Nutzer täglich sind herzlich willkommen - und dürfen alle noch ejmanden mitbringen), die Wachstumsraten bleiben konstant: Bedeutet dies, dass wir wirklich diese nervige Prozedur mit einer Registration anfangen müssen, um die Identität der Kodenamen zu erreichen? Ich würde es einstweilen wirklich gerne dabei belassen können, um etwas mehr Originalität bei den Decknamen zu bitten.
Wem es mit der Originalität schwer fällt könnte ja auch zu einem "Michael S. aus Hildesheim" o.ä. übergehen, damit die Eindeutigkeit gegeben ist.
Das Argument mit dem umständlichen Eintippen zählt nicht; Ich nehme an, nicht nur mein Mozilla sondern auch andere Browser führen angefangene Namen schon beim zweiten Mal automatisch zu Ende.) (18.10.2005, 00:00)
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Konstantin Ruske:
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Bei umsetzung des derezitigen plans für Leipzig werden definitiv die beiden KLinker- affenanlagen abgerissen ( sind nicht ganz so alt, aus den 30ern), was mich sehr erstaunt hat, da sie doch recht ungewöhnlich in ihrer Anlage und auch recht großzügig sind.Da also keine behutsame Nachnutzung oder Umbau, sondern Abriß. (18.10.2005, 00:00)
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IP66:
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Die Nachrichten aus Leipzig lassen ja schlimmstes vermuten. Der Denkmalschutz bedeutet keine Sicherheit - das alte kölner Elefantenhaus hat jetzt ein Billigdach, das nicht einmal mehr die Verteilung der Oberlichter vom Altbau übernommen hat. Vorbildlich scheint mir dagegen der Umbau des alten Elefantenhauses in Wuppertal, wo sogar die Felskonstruktion hinter dem Flußpferdbecken erhalten werden konnte, nebst uraltem Gummibaum. Im dortigen Zoo befindet sich auch ein hervorragend erhaltenes Hirschhaus - für die Maras der Südamerikaanlage, das Norlandpanorama ist in der Anlage, der dazugehörige Steinbockfelsen vollständig erhalten, die Musikmuschel stammt aus den 50ern, das Kleinkatzenhaus auch, die Afrikaanlage reflektiert faschistische Ideen usf. Nürnberg bietet den nationalsozialistischen Paradezoo einschließlich Querhallen für Elefanten und Flußpferde - absurd, aber gut erhalten: Rosenbergs Mythos des 20. Jahrhunderts in Gestalt zweier Elefanten am Thronplatz einer germanischen Königshalle, die kein Germane hätte wiedererkennen können. Das Raubtierhaus hinter den Felsanlagen zeigt dafür ein "arisches" Mithras-Relief. Im Zoo Berlin ist natürlich auch viel interessantes erhalten, alelrdings muß das Antilopen-Giraffenhaus als eine ziemlich originale Kopie seiner selbst angeführt werden, und das betrifft auch nur den Bau ohne die Gehegeeinteilung, dagegen sind Greifvogelfelsen und Schweinehaus recht gut erhalten, verkörpern allerdings keine Stilbauten mehr, sondern Versuche, Hagenbeck'sche Ideen auf den Artenzoo anzuwenden. Letztere Stilrichtung, allerdings erst um 1900, verkörpern Pferdeturm und Zebrahaus sowie die beiden alten Bauten an der Rinderallee. Wichtig für die unmittelbare Nachkriegszeit sind das Nashornhaus am Eingang Hardenbergplatz und das Vogelhaus. Der berliner Bestand ist durch Klös recht umfassend publiziert.
Wichtig ist auch Frankfurt: Das Menschenaffenhaus - ohne den Gorillaflügel ist weitestgehend das der Zwischenkriegszeit - man sieht das u. a. an den Fenstern der den Käfigen abgewandten Seite, das Elefantenhaus (jetzt Nashörner und Flußpferde) hat zwar seinen maurischen Dekor verloren, ist aber ansonsten besser erhalten als das berliner Antilopenhaus und somit als Elefantenhaus älter als das kölner Gebäude. Der wichtigste Nachkriegsbau ist hier das Vogelhaus, i. ü. gut erhalten und auch recht nutzbar. Die Bestände in der Zoos der neuen Länder kenne ich nur in Berlin, Leipzig, Dresden und Halle (die Bärenburg dort müßte die letzte gewesen sein, die es in Deutschland gab), als Nachkriegszoo nur Magdeburg. (18.10.2005, 00:00)
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Dirk:
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Der Beitrag stammt gar nicht von mir! (18.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Dirk, was du als Quatsch bezeichnest ist viel zu oft Realität. Das älteste Haus des Leipziger Zoos, das alte Raubtierhaus, ist schon der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Für die neue Elefantenanlage ist der gesamte Schmuckhof weggerissen. Die Bärenburg soll Kinderspielplatz werden. Und die Umgestaltung des "neuen" Raubtierhauses ist eben eine Umgestaltung ganz weg vom Tiergehege. Selsbt aus dem Zoo habe ich da von einigen Mitarbeitern die Meinung vernommen, man hätte hier durch Änderung der Tierarten durchaus noch Tierhaltung betreiben können. Und wenn ich dann an Halle denke und die alte Bärenburg von 1901, dann sieht man, wie schnell mitunter Bauwerke fallen können. Ich wünsche dem leipziger Zoo wirklich sehr, dass er es schafft, behutsam mit seiner einmaligen Architektur umzugehen. Ich bin gespannt, wieviel man vom Dickhäuterhaus noch wiedererkennen wird, nach Fertigstellung des Umbaus. (18.10.2005, 00:00)
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Dirk:
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Oliver, das mit Leipzig ist Quatsch. Die Anlagen stehen allesamt unter Denkmalschutz und werden sehr behutsam umgebaut oder neu genutzt, wie das Raubtierhaus, das jetzt Naturschutzzentrum ist.
Es gibt wohl kaum einen alten Zoo, der nicht noch historische Bauten hat. Ich bezweifle, daß darin grundsätzlich "keine Artgerechte Haltung" möglich ist (was immer das genau bedeutet), es kommt drauf an, was man daraus macht.
Schlimmer finde ich, wenn neue Anlagen weit hinter den Wissensstand zurückfallen. (18.10.2005, 00:00)
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Ralf Seidel:
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Einen sehr schönen alten Zoo gibt es noch in Budapest, der berühmte Allatkert
im Stadtwäldchen. Inwiefern aber dort die neuen Haltungsrichtlinien schon umgesetzt sind, kann ich nicht sagen, war schon lange nicht mehr dort.
Einmalig gut gelungen die Kombination von Barockanlage und moderner Tierhaltung finde ich Wien. (18.10.2005, 00:00)
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Michael:
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Siehe:
http://www.museumkoenig.uni-bonn.de/ (18.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Das kenne ich gar nicht. Was für ein Museum ist das denn und was wird dort ausgestellt? (18.10.2005, 00:00)
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Michael:
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Museum A. Koenig in Bonn (18.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Was ist das, ZMFK? (18.10.2005, 00:00)
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Michael:
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Hat denn schon jemand von euch die alten Anlagen im ZFMK gesehen?
Ich finde die sehr erhaltenswert. Leider sollen sie wohl abgerissen werden werden, da das Geld zur Erhaltung fehlt.....
Gruß
Michael (18.10.2005, 00:00)
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Ingo Rossi:
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Ich kann den Interessierten an historischen Anlagen besonders Amsterdam, mitttlerweile schon viel ungestaltete aber auch viel altes erhalten und Antwerpen empfehlen. Letzter baut auch gerade viel um, aber es gibt immer noch grosse Tierhäuser und Anlagen aus vergangenen Zeiten. (17.10.2005, 00:00)
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Ralf Ließ:
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Zu Köln würde mir noch der historische Seelöwenfelsen von 1887 einfallen. Und auch der Pavianfelsen von 1914. Aus "historischen" Gründen finde ich den Kölner Zoo übringens am interessantesten... (17.10.2005, 00:00)
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Michael Mettler:
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Selbst in Hannover (!) gibt es noch was Historisches, nämlich die Bärenanlage: Die Außenanlage ist der letzte Überrest des historischen Raubtierhauses und war ursprünglich eine Löweninsel. Das Stallgebäude wurde allerdings erst in den 60ern errichtet, und auch die den Wassergraben umgebende Mauer dürfte nicht mehr original sein. (17.10.2005, 00:00)
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Zoosammler:
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Und natürlich die Wilhelma, die ja eine historische Schloss/königliches Badehausanlage eigentlich ist.
Leider (oder zum Glück?) werden in den alten Gemäuern kaum Tiere gehalten.
Aber immerhin Vögel und Nachttiere... (17.10.2005, 00:00)
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Sven P. Peter:
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So fast alle historische Felsanlagen in Hagenbeck. (17.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Unter dem Aspekt "historisch wertvoll" wäre auch das Elefantenhaus in München noch zu nennen! Und sicher so einiges noch in Wien und Budapest! (17.10.2005, 00:00)
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Zoosammler:
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Das Antilopen- und das Vogelhaus in Basel zählen sicherlich auch dazu. Zwar müsste ich nachsehen, um ihr Eröffnungsdatum zu beziffern, doch wirken sie sicher um ca. 100 Jahre alt - historisch wertvoll sind sie allemal. (17.10.2005, 00:00)
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Stefan Schubert:
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In Frankreich gibt es sogar einen ganzen Zoo: Der Pariser Jardin de Plantes wurde als erster bürgerlicher Zoo nach der Französischen Revolution 1795 gegründet. Hier ist kaum ein Tierhaus unter hundert Jahre alt! Die Bären leben sogar in zwei klassischen Bärengruben und die Mandrills sind in einem alten Käfigbau mit dicken Stäben untergebracht. Am Affenhaus sind zwei vorgelagerte Rundkäfige abgebrochen, in der Grundstruktur aber noch erkennbar. Einiges wurde modernisiert, der Stil der klassischen Bauten aber weitestgehend erhalten und ich konnte nicht erkennen, dass es den Tieren hier schlechter geht als anderswo. Der Bestand hat auch einige Besonderheiten: Gaur und Anoa, Moschustier, Vierhornantilope und Blauschaf, Vollbart- und Eulenkopfmeerkatze, auch Aquarium/Terrarium und viele Volieren, sowie ein grosses Raubtierhaus. Die Dickhäuterrotunde ist zu einem Mikrozoo umgestaltet worden. (17.10.2005, 00:00)
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Oliver Jahn:
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Leipzig hat NOCH einiges zu bieten (Bärenburg aus den Zwanzigern, altes Affenhaus, Aquarium)!! Aber bitte beeilen, sonst sind die auch noch weg!!!
Halle hat noch einige Ecken (Rinderdreieck, Saubucht, Alpinum, Elefantenhaus) die man historisch nennen könnte. Ansonsten ist für Zoohistoriker natürlich auch Köln noch zu empfehlen (heutiges Affenhaus, Elefantenhaus), Wuppertal mit einem gelungenen Umbau, der mal nicht kaputtgestaltet wurde (heutiges Tapirhaus). Und natürlich Poznan und Wrozlaw, da kann man die Zoos Posen und Breslau noch recht deutlich erkennen. Na ja, und so wie Zoosammler schreibt, natürlich Berlin mit wirklich vielen Bauten, die sehr gut rekonstruiert wurden! Muhlhous wurde hier auch schon mehrfach empfohlen, auch dem kann ich zustimmen. Ich habe zu diesem Thema einen ganzes Fotobuch erstellt, für das ich Fotomaterial über 10 Jahre lang selber erstellt habe und viele dieser Bauten recht detailliert aus ihrer Geschichte beschrieben habe. (17.10.2005, 00:00)
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Zoosammler:
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Oh ja. Auch schon an verschiedenen Stellen hier im Forum erwähnt.
Zum Beispiel das Berliner Giraffenhaus, das noch wesentlich älter ist und in dem schon der Zar, der k.u.k.-Kaiser und der deutsche Kaiser frühstückten... (17.10.2005, 00:00)
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Michael:
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Gibt es eigentlich noch historische Gehege, die um die Jahrhundertwende erbaut wurden zu besichtigen?
Mir ist schon klar, daß diese Anlagen keine artgerechten Haltung ermöglichen, finde aber aus historischen Gründen eine Erhaltung wichtig.
Beschäftigt sich bereits jemand mit dem Thema?
Grüße
Michael (17.10.2005, 00:00)
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