
| Gerrit Wehrenberg: | Nochmal zu den Mondfischen im Ozeaneum: Im Frühjahr 2010 verstarb einer der beiden Fische aus Portugal an einer chronischen Magen-Darm-Krankheit welche er schon seit seiner Gefangennahme im Atlantik gehabt haben soll (Pressemeldung). Als ich im Juli 2010 das letzte mal in Stalsund war, konnte ich keinen Mondfisch mehr entdecken. Weiß jemand ob das verbliebende Tier noch seine Bahnen schwimmt? (23.05.2011, 16:05) | ||
| Gerrit Wehrenberg: | @ Michael: Klar habt ihr noch nie ein Verbotenverbotenschild gesehen! XD Sorry! ;) Aber um noch mal zum SEA LIFE-Gespräch zurück zukommen: Die Wahrheit der Aussagen (bis wahrscheinlich auf, die der Legeplattform und dass die Tiere Leihgaben sind) kann ich keine Garantie verschreiben, da die Dame, die mir Frage und Antwort stand, als Besucherscout angestellt ist und nicht zur zoologischen Leitung gehört und auf solche Fragen nicht gewappnet war. Sie wollte aber, um sich selbst weiter zu bilden und auf solche Besucherfragen vorbereitet zu sein bei den Experten nachfragen ... (05.08.2010, 00:09) | ||
| Michael Mettler: | Ich vermute, dass es bei allen Tierarten, die zur Eiablage oder Geburt an ihren eigenen Schlupf-/Geburtsort zurückkehren, einen geringen Prozentsatz an Abweichlern gibt, der auch mit einem anderen Ort vorlieb nimmt. Nur ist es dort möglicherweise schwieriger, einen neuen "ortstreuen Stamm" zu gründen, da ja der Schutz des Individuums gerade bei jungen Meeresschildkröten in der Masse eher gewährleistet ist als bei einem einzelnen Gelege, das eher durch Nesträuber oder Jungtierjäger vernichtet werden kann. Es müssen also einige Faktoren zusammenkommen, um die Entstehung einer neuen Brutkolonie zu ermöglichen. Aber DASS dies möglich ist, Ãst doch allein dadurch zu belegen, wenn es mehrere natürliche Brutablageplätze gibt. Denn bei absoluter Heimattreue dürfte es logischerweise nur einen geben - den, an dem die jeweilige Art einst entstanden ist... Auch einige unserer heimischen Amphibien sind als Traditionslaicher bekannt und pflanzen sich dennoch hie und da in Gartenteichen und anderen Gewässern jüngeren Datums fort. Angesichts der Größe der hannoverschen Suppenschildkröten und der Tatsache, dass u.a. in Schwanzlänge und "Paarungskrallen" gut feststellbare Geschlechtsmerkmale zur Verfügung stünden, halte ich Antwort 1) für fragwürdig. Ich meine sogar, dass in der damaligen Doku zu Bau und Eröffnung des Centres, in welcher auch die Schildkröten gezeigt wurden, etwas über die Geschlechter gesagt wurde. Zu jung zur Fortpflanzung mögen sie ja vielleicht trotzdem sein. @Gerrit: Das Blitzverbot ist verboten? Schön für Sacha ;-) (04.08.2010, 23:31) | ||
| Gerrit Wehrenberg: | @ Sacha: Ja - das Fototicket gibt ess immer noch. Allerdings weiß ich nicht ob es eins im Meeresmuseum gibt, weil ich ein Kombiticket gekauft hatte. Das generelle Blitzverbot ist zum Glück unübersehbar verboten. Nochmal zu Ronnys These: Wenn die Tiere nur am eig. Geburtsstrand legen würden, wäre die Zucht in Aquarien doch nicht möglich gewesen. Vielmehr weiß die Wissenschaft immer noch nicht ansatzweise wie die Reptilien die Legestellen finden. Die Erdmagnettheorie ist nur eine – mögliche Theorie... Vielleicht kann ich einen wichtigen Aspekt zur Antwort auf Gudrun Bardowicks Frage liefern: Ich war neulich im SEA LIFE Hannover (hier leben 2 Suppenschildkröten) – dort hatte ich dann ein „Scout“, der die Fütterung im Hai/Schildkrötenbecken kommentiert hatte gefragt, wie es mit der Zucht im hiesigen Aquarium aussehe. Antwort: 1. Noch nicht geschlechtsreif – was heißt, dass man die Geschlechter noch nicht feststellen konnte 2. keine Legeplattform 3. jetzt kommt die allgemein wichtige: Die Tiere in Hannover sind Dauerleihgaben von den Malediven; gehören SEA LIFE also nicht! Nach Aussage der Angestellten wäre dann keine Zucht möglich – da ja nur Leihgaben... In vielerlei Hinsicht verstehe ich diesen Punkt nicht – so mal die Tiere, wenn nichts dazwischen kommt, ein Leben lang sogar im Aquarium von Hannover bleibt. Sollten nicht gerade die Malediven (als örtlichen Naturschatz – Bsp. Australien)? Und SEA LIFE – die mit ihren S.O.S.-Kampagnen so auf Naturschutz aufmerksam machen und sogar (ich weiß nicht wo) ein Center für Meeresschildkröten gebaut haben, sollten doch Interesse daran haben, keine Wildfänge, auch in den eigenen Schauaquarien zu zeigen. Wie es mit den anderen Tieren in Gefangenschaft aussieht und in wie weit die Aussage auch stimmt (war „nur“ ein Scout, der noch Antworten auf die konkreten Fragen suchte) weiß ich nicht. Was meint ihr dazu? Wer weiß mehr? (04.08.2010, 22:41) | ||
| Ronny: | Ich frage mich hier bei, wie eine Auswilderung funktioniert. Es ist ja bekannt, dass die Meerschildkrötenweibchen Eier an jenen Strand ablegen, an dem sie nach dem Schlupf ins Meer gegangen sind. Ich stelle mir die Frage ob die herangewachsen Jungtiere dann diese Wegfindung ausreichend entwickelt haben um: 1. an den Strand des Aussetzen zurückzugelangen 2. Versuchen sie eventuell zum japanischen Aquarium zu schwimmen, da sie dort geschlüpft sind und via "Lernen nach der Geburt" sich den Standpunkt über die Magnetfelder der Erde gemerkt haben 3. oder irren sie dann einfach im Meer rum und kommen dann selber (von der Sicht der Weibchen aus) nicht zur Zucht (03.08.2010, 12:31) | ||
| Gudrun Bardowicks: | @ Ralf Wagner: Das mit der Meeresschildkrötennachzucht und Auswilderung der Jungtiere klingt ja sehr interessant. Ich frage mich, weshalb nicht mehr Zoos und Aquarien versuchen, Meeresschildkröten nachzuzüchten, sondern weitwerhin auf Wildfänfe setzen. Aber Wildfänge sind vermutlich billige als der Bau einer geeigneten Zuchtanlage und der Aufbau einer Zuchtgruppe. Daher sind die Bemühungen des Meeresmuseums um so mehr zu würdigen. (03.08.2010, 12:04) | ||
| Ralf Wagner: | Vielleicht darf ich mal einspringen: in der Panthera 1997 berichtet Herr Dr. Engelmann u.a. über eine Spezialität des Port of Nagoya Public Aquarium(1992 eröffnet), die Haltung und Zucht von Meeresschildkröten. Er schreibt..."In einem großen Rundbecken, daß mit einem flachen, künstlichen Sandstrand verbunden ist, gelang bisher die Zucht von Unechten Karettschildkröten. In zwei Jahren wurden schon über 1000 Junge nachgezogen. Im nichtöffentlichen Bereich befindet sich für die Eizeitigung und Jungenaufzucht eine seperate Anlage. In publikumswirksamen Aktionen wurden bereits zahlreiche Nachzuchttiere an geeigneten Stränden ins Meer ausgesetzt." BG (03.08.2010, 10:50) | ||
| Sacha: | @Gerrit Wehrenberg: Werden (ehrliche) Fotografen sowohl im alten wie im neuen Teil (immer noch) mit einer Foterlaubnisgebühr abgezockt (die ich übrigens noch verstehen könnte, wenn sie die gewerbliche Nutzung einschliessen würde)? Und ich nehme an, es herrscht noch wie vor Blitzverbot, oder? Bezüglich der Haltung der Meeresschildkröten verdient Stralsund tatsächlich Lob. Das geht in die richtige Richtung. (03.08.2010, 10:25) | ||
| Karsten Vick: | Es gab vor vielen Jahren in der "Panthera" einen Reisebericht über japanische Großaquarien und in einem davon wurden regelmäßig Meeresschildkröten gezüchtet. In welchem, das finde ich heute Nacht sicher nicht mehr raus. Von den Mondfischen sah ich bei meinem Besuch mit Johannes Pfleiderer im Februar nur noch einen, vielleicht hatten sie Anfängerpech mit denen, gelesen habe ich allerdings darüber nichts. (03.08.2010, 00:09) | ||
| Gerrit Wehrenberg: | Einen Besuch ließ ich mir wiedereinmal nicht nehmen - denn Meeresmuseum und Ozeaneum haben sehr interessante Ausstellungen. Im Zuge dieses Forums wird sich dieser Thread natürlich mit den lebenden Exponaten beschäftigen. Vor allem die teilweise selten gehaltenen Fische oder auch die drei Meeresschildkrötenarten (Echte Karettschildkröte 0,1; Suppenschildkröte 0,2; Unechte Karettschildkröte 1,1) im Meeresmuseum sind, so finde ich, sehr erwähnenswert! Caretta caretta hat, so mal Männchen und Weibchen zusammen gehalten werden, und auch ein kleiner Strand, welcher für die Eiablage der faszinierenden Reptilien eingerichtet wurde, die Möglichkeit zur Zucht. In dieser Verbindung hab ich auch eine Frage: wurden Meeresschildkröten in Großaquarien schon nachgezogen? Und nun noch eine konkrete Frage, vielleicht an kundige Stralsunder: Die Mondfische, die ich letztes Jahr als neue Attraktion beobachten konnte (das war wirklich beeindruckend – obwohl der noch geringen Größe), waren nicht mehr im Becken „Offener Atlantik“. In einem anderen Becken können die Tiere auch nicht untergebracht sein. Die neuste Attraktion des Ozeaneums sind im Übrigen 5,4 Humboldtpinguine in ihrer neuen Anlage auf dem Dach des Gebäudes. Die Tiere stammen aus den Zoos von Schwerin und Rostock. Außerdem wurden viele im Raum stehende Aquarien mit kleinen Fischen (u.a. Seepferdchen), Krustentieren und anderen Wirbellosen (z.B. ein Gemeiner Kraken) aufgestellt. Außerdem wurde das Deutsche Meeresmuseum als ganzes für "Europas Museum des Jahres 2010" gekürt. (02.08.2010, 19:43) |
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