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Ansiedelungen



cajun:   Ich hätte da mal eine Bitte an die Forumsmitglieder, die über Tierbestandslisten/ Jahresberichte o. Ä. aus/ über den Zoo FFM aus der u.g. Zeit verfügen: gibt es Unterlagen, die den damaligen Export von Mähnenspringern nach Murcia bestätigen können? Als Konsequenz wäre nämlich die Unterarten Zuordnung der angesiedelten Population hinfällig, nicht nur in der ZTL. Es wäre einfach interessant, ob der Artikel von 2019 hier auf nachvollziehbaren Quellen basiert. Lest doch mal bitte und prüft.
"Murcia - sg. Sie sind äußerst geschickte Kletterer und fallen durch ihre langen Haare an Kehle, Brust und Beinen auf. Wer sie schon einmal eine steile Felswand rasend schnell hinauf steigen gesehen hat, ohne einen Stein aus dem Hang zu lösen, kann nur staunen. Die bis zu einen Meter großen Mähnenspringer imponieren in ihrem beigebraun bis rötlichbraun gefärbten Fell, mit ihrer namensgebenden Mähne und mit ihren bis zu 80 Zentimeter langen über den Rücken gekrümmten Hörnern. Ihr Kopfschmuck ist eine beliebte Jagdtrophäe, die auch weit über die Grenzen ihrer ursprünglichen Heimat in Nordafrika begehrt ist. So wurde das Mähnenschaf 1970 in die Sierra Espuña in der Region Murcia eingeführt mit der Aufgabe, die Vielfalt des jagdbaren Wilds in dem Regionalpark zu erhöhen. Zuerst wurden fünf Männchen und vier Weibchen aus Marokko angesiedelt, kurz darauf folgten 20 Exemplare aus dem Frankfurter Zoo. Der Mähnenspringer (auf Spanisch arruí), der sich in trockenen, wüstenartigen Regionen bestens auskennt, passte sich schnell und problemlos seiner neuen Umgebung an. Die marokkanisch-deutsche Kolonie gedieh prächtig und mit ihr auch die Kontroverse um das importierte Tier, die auch fast 50 Jahre später noch geführt wird. Zum Abschuss freigegeben Ist das Schaf ein exotischer Eindringling, bedroht es die heimische Tier- und Pflanzenwelt und gehört ausgerottet? Oder wirkt sich seine Anwesenheit vorteilhaft auf das Ökosystem aus? Und ist der Mähnenspringer ein Wirtschaftsfaktor, dessen Jagd für Einnahmen sorgt? Die Meinungen von Wissenschaftlern, Umweltschützern, Jägern, Landwirten und Politikern gehen weit auseinander. Einig sind sie sich nur darüber, dass es keine einfachen Antworten gibt, die Situation äußerst kompliziert ist und noch eine Menge Untersuchungen und Daten über das Schaf mit dem charakteristischen Bart ausstehen."
Quelle: https://www.costanachrichten.com/spanien/schaf-visier-13577158.html#google_vignette
(21.12.2025, 13:07)
cajun:   In Sankt Peter-Ording gibt es eine neue Ansiedelung:
"Schlicht ein kleines Wunder“: Wie ein wildes Vogelpaar an der Nordsee eine Kolonie gründete. Aus einem Besucherpaar ist eine ganze Kolonie geworden. Über 40 wilde Löffler haben sich im Nordsee-Park angesiedelt. Das Team spricht von einem kleinen Wunder.
Es ist ohne Frage ein besonderes Ereignis, das sich da in einem Tierpark an der Nordsee ereignet hat. In diesem Frühjahr hatte sich dort erstmals ein wildes Vogelpaar angesiedelt. Das wilde Löfflerpärchen wollte ursprünglich wohl nur zu Besuch einmal im Westküstenpark in Sankt Peter-Ording vorbeischauen. Doch offenbar fühlte es sich dort in Schleswig-Holstein so wohl, dass es spontan entschied zu bleiben. Kurzerhand bauten die beiden ein Nest und zogen wenig später vier gesunde Jungtiere groß. Eine unverhoffte Erfolgsstory, auf die man in dem Nordsee-Tierpark ziemlich stolz ist. Denn die kleine Löffler-Familie war nur der Anfang von etwas noch viel Größerem.Es ist schlicht ein kleines Wunder, das sich bei uns abgespielt hat“, schwärmt Seniorchef Peter Marke. „Wir hätten niemals damit gerechnet, dass innerhalb weniger Monate aus dem Einzelpaar eine lebhafte Kolonie von über 40 wilden Löfflern entsteht.“ Animiert durch das Verhalten des ersten Brutpaares haben sich nämlich zahlreiche weitere wild brütende Löffler dazu entschieden, in den Westküstenpark umzuziehen, erklärt das Team des Tierparks in einer Mitteilung. Durch das erste Pärchen hätten sie sich demnach sicher genug gefühlt, um es ihnen gleichzutun – und ebenfalls ihre Familien im Westküstenpark aufzuziehen. So entstand spontan eine Kolonie, ein Rückzugsort der wild lebenden Vögel, inmitten der Tiergehege.An vielen Ecken erstrahlt der Park daher jetzt in leuchtendem Weiß. Denn diese Farbe hat das Federkleid der großen, stolzen Vögel mit der löffelartig verbreiteten Schnabelspitze. Diese brauchen sie, um im Wasser nach Nahrung zu suchen. Anders als beispielsweise Reiher oder Störche fangen sie ihre Nahrung nämlich nicht gezielt, sondern „durchsieben“ das Wasser mit ihren Schnäbeln.Diese Entwicklung zeuge nicht nur von der ökologischen Bedeutung des Parks als geschütztem Refugium, sie sei auch ein starkes Signal für den Erfolg nachhaltiger Naturschutzarbeit, ist man im Westküstenpark überzeugt. „Unsere Arbeit leistet einen echten Beitrag dazu, bedrohten Arten eine Zukunft zu geben – und das in greifbarer Nähe zu unserer heimischen Bevölkerung“, erklärt Parkleiter Alexander Ehrhardt.
Nicht nur der Tierpark selbst profitiere von der neu entstandenen Symbiose, sondern auch die Löffler selbst. Trotzdem ist das Team des Parks den Tieren dankbar, dass sie sich ausgerechnet hier so wohlfühlen, denn dies sei keine Selbstverständlichkeit: „Ihre Präsenz macht unseren Park zu einem wichtigen Bruthabitat und zugleich zu einem faszinierenden Ort für Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen“, freut sich das Team über ihr neues „Glück in weiß“.
Mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,20 Metern zählt der Löffler zu den eindrucksvollsten Großvögeln unserer heimischen Vogelwelt. Typisch für diese Art ist ihr elegantes, weißes Gefieder, das im Prachtkleid durch einen gelben Brustfleck und auffallend lange Schmuckfedern am Kopf ergänzt wird. Den Winter verbringen die Zugvögel in wärmeren Gefilden, vom Mittelmeerraum bis in den Senegal. Seine Hauptnahrung besteht aus Kleinfischen, Wasserinsekten und Mollusken wie Muscheln und Schnecken sowie kleineren Krebstieren. Der Löffler steht nicht auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten. Ihre noch recht kleinen Populationen in Deutschland sind dennoch immer wieder Schwankungen unterworfen, erklärt der Naturschutzbund (Nabu). Gründe könnten Störungen am Brutplatz, Entwässerungen, Überfischung und Verschmutzung von Gewässern sein.
Im Westküstenpark fühlen sich auch noch andere Wildvögel ziemlich wohl. Störche haben den Park ebenfalls zu ihrem Wohnort erklärt – jeden Abend verabschieden sie sich mit einem besonderen Ritual von der Park-Chefin, seit inzwischen 34 Jahren.Jedoch schockierte kürzlich eine Reihe von Übergriffen das Team des Nordsee-Tierparks: Zuerst versuchten Unbekannte, die Scheiben des Seehundbeckens zu zerschlagen, und nur wenige Wochen später brachen Diebe ins Waschbärgehege ein und versuchten, ein Tier zu stehlen."
Quelle:https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/gruendete-glueck-in-weiss-wie-ein-wildes-vogelpaar-in-nordsee-park-eine-ganze-kolonie-93921326.html?Echobox=1757248878#utm_term=Autofeed&utm_medium=Kreiszeitung
Quelle:
(16.09.2025, 21:38)
cajun:   Wer hätte das gedacht...:
"Invasion der Papageien- Weltweit erobern exotische Vögel die Großstädte und gedeihen hier prächtig.
von Ryan F. Mandelbaum
Auf dem New Yorker Green-Wood Cemetery schenkt man den Lebenden dieselbe Aufmerksamkeit wie den Toten. Gärtner pflegen den 194 Hektar großen Friedhof als Arboretum und als Habitat für mehr als 200 Brut- und Zugvogelarten. Doch viele Naturliebhaber interessieren sich überhaupt nicht für die heimischen Vögel. Stattdessen stehen sie am Eingangstor und richten ihre Ferngläser auf dessen neugotische Turmspitze. Sie wollen Papageien sehen.
Der städtische Friedhof beherbergt dutzende Mönchssittiche (Myiopsitta monachus) – langschwänzige, taubengroße, leuchtend grüne Papageien mit grau abgesetzter Stirn und Brust. Nicht nur am Green-Wood Cemetery, sondern in ganz New York City haben die Vögel ihre fassgroßen Nester aus Zweigen gebaut. Auch im benachbarten Bundesstaat Connecticut siedeln sie. Überall in den Vereinigten Staaten, ob in Chicago, Miami, New Orleans, Los Angeles oder Dallas, trifft man auf Mönchssittiche und andere Papageienarten. Guayaquilsittiche leben auf dem Telegraph Hill von San Francisco; Rosenköpfchen schmücken die Palmen von Phoenix. In den zehn größten Städten Mexikos sind Papageien allgegenwärtig, ebenso wie in Barcelona, Amsterdam, Brüssel, Rom oder auch in Tel Aviv und Singapur. Mit klangvollem Kreischen erobern Papageien die ganze Welt.
Von den rund 380 auf der Erde lebenden Papageienarten besitzen mindestens 60 eine Brutpopulation in einem Land außerhalb ihres natürlichen geografischen Verbreitungsgebiets. Jede erfolgreiche Neuansiedlung hat ihre eigene Geschichte: Einige davon scheinen harmlos zu verlaufen, andere stellen eine Bedrohung für die lokale Tierwelt dar; manche Arten sind in ihrem ursprünglichen Lebensraum nach wie vor verbreitet, andere finden in Städten ein Refugium, das sie vor dem Aussterben bewahrt. Sie alle tauchen als Nebenprodukt des weltweiten Haustier- und illegalen Wildtierhandels auf. Bekanntermaßen gelten Papageien als intelligent, anpassungsfähig, kreativ – und laut. »Es sind extrem gesellige Tiere, die in einer kognitiv komplexen sozialen Umgebung leben«, erklärt die Biologin Grace Smith-Vidaurre, die an der Michigan State University die Vögel erforscht. »Sie ähneln uns Menschen in vielerlei Hinsicht.«

So häufig wie Tauben
Die Geschichte der New Yorker Papageien beginnt in Südamerika. Als Smith-Vidaurre mehr über die Herkunft und das Verhalten der Mönchssittiche herausfinden wollte, hielt sie es für wichtig, die Tiere in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet aufzusuchen, das sich über Teile des zentralen Südamerikas einschließlich Argentinien und Uruguay erstreckt. Sie fragte den Wissenschaftler, der ihren Forschungsaufenthalt in Uruguay finanzierte, ob es bei ihm schwierig sei, die Vögel zu finden. Er verneinte und erklärte, er könne sie direkt von seinem Fenster aus hören – sie kämen dort so häufig vor wie Tauben. Die Sittiche leben in Städten, ernähren sich von Kultur- und Gartenpflanzen und nisten in exotischen Parkbäumen oder auf Hochspannungsleitungen.
Nicht immer sei klar, was eine bestimmte Papageienart in Habitaten jenseits ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete so erfolgreich mache, sagt Smith-Vidaurre. Bei den Mönchssittichen gibt es jedoch Erklärungsansätze. Schon Charles Darwin (1809–1882) sah in der Vogelart 1839 einen bedeutenden Schädling der Landwirtschaft in Südamerika. »Diese Papageien leben stets in Schwärmen und richten große Verheerungen auf den Maisfeldern an«, notierte er in seinem Tagebuch. »Man erzählte mir, dass in der Nähe von Colonia [del Sacramento in Uruguay] innerhalb eines einzigen Jahres 2500 getötet wurden.«
Mönchssittiche gehören zu den wenigen Papageien, deren Kolonien Nester aus Zweigen bauen: aufwändig gestaltete, mehrkammerige Gebilde, welche die Vögel gemeinsam nutzen. Dank dieser Nester können die Sittiche in den gemäßigten Regionen Südamerikas überleben, wo die Temperaturen an kühlen Wintertagen oft unter zehn oder sogar fünf Grad Celsius fallen – sowie in der noch kälteren Stadt New York.

Ungewollte Ausbreitung
Die uruguayische Regierung betrachtet die Mönchssittiche nach wie vor als bedeutende Agrarschädlinge, und die Behörden des Landes führen regelmäßig Ausrottungsmaßnahmen durch. In den vergangenen fünf Jahrzehnten gehörte Uruguay zudem zu den Spitzenexporteuren dieser Vögel.
Der Handel mit Wildtieren wird streng durch lokale, nationale sowie internationale Gesetze geregelt, insbesondere durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora). Hier werden Listen von Arten geführt, deren Handel genehmigungspflichtig oder komplett verboten ist; darunter finden sich auch zahlreiche Papageienspezies. Mönchssittiche stehen derzeit zwar nicht darauf, doch in einigen Regionen – etwa im US-Bundesstaat Kalifornien – ist ihre Haltung als Haustier untersagt, da die Gefahr besteht, dass sie sich dann dort ungewollt ausbreiten und Schaden anrichten.
Die Attraktivität der Papageien für uns Menschen trug entscheidend dazu bei, dass sie heute weltweit zu finden sind. Jahrtausendelang hat man mit ihnen Handel getrieben und sie in die unterschiedlichsten Regionen transportiert. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. hielt sich Alexander der Große (356–323 v. Chr.) Papageien, die er aus Indien mitgebracht hatte. Auch bei den Römern waren exotische Vögel als Haustiere beliebt. In Nordamerika fanden Archäologen Knochen von Scharlacharas im Chaco Canyon in New Mexico – hunderte Kilometer nordwestlich ihres mittelamerikanischen Verbreitungsgebiets – und datierten sie mit Hilfe der Radiokarbonmethode auf das 10. Jahrhundert n. Chr.
Dass Papageien außerhalb ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete neue Populationen etablieren, scheint allerdings ein jüngeres Phänomen zu sein. 1855 wurden sie zwar bereits in Großbritannien nachgewiesen, aber erst in den 1960er Jahren stieg die Nachfrage nach Papageien als Haustieren sprunghaft an. Da immer mehr Vögel ihren Besitzern entflogen oder von ihnen frei gelassen wurden, bildeten sich in Städten rund um die Welt Papageienkolonien. In jener Zeit wurden Mönchssittiche zu Tausenden aus Südamerika in die Vereinigten Staaten importiert. 1968 brüteten die Vögel bereits in Illinois, 1971 auf Long Island. Und ab den 1970er Jahren kursierten Berichte über brütende Mönchssittiche in North Dakota.

Nordamerikas Papagei
Papageien sind in Nordamerika keineswegs neu. Der Karolinasittich (Conuropsis carolinensis), ein geselliger grüner Vogel mit gelbem Kopf, besiedelte einst weite Teile im Osten der USA. Sein Verbreitungsgebiet soll sich von Florida und der Atlantikküste westlich bis nach Texas und nördlich bis zu den Bundesstaaten Illinois und sogar New York erstreckt haben – also zum Großteil über jene Regionen, in denen heute der Mönchssittich vorkommt. Ebenso wie Letzterer teilte sich auch der Karolinasittich seinen Lebensraum regelmäßig mit Menschen und galt mitunter als Ernteschädling. Doch im Gegensatz zum heutigen urbanen Mönchssittich bevorzugte er feuchte Wälder mit altem Baumbestand. 1939 erklärte man ihn für ausgestorben – vermutlich hatte ihm eine Kombination aus Entwaldung, konkurrierenden invasiven Arten, eingeschleppten Krankheiten sowie der Jagd den Garaus gemacht. Es ist gut möglich, dass der Mönchssittich einen Teil der zuvor vom Karolinasittich besetzten Nischen einnimmt; aber es handelt sich um einen anderen Vogel, der in einer veränderten Welt lebt, in der es für anpassungsfähige Arten nur so von Möglichkeiten wimmelt.
Obgleich der Mönchssittich durch menschlichen Einfluss an fremde Orte gelangte, waren es die Vögel selbst, die das Beste aus ihren neuen Lebensumständen gemacht haben. Juan Carlos Senar, Forschungsleiter am Museu de Ciències Naturals de Barcelona, hatte aus purer Neugier begonnen, sich mit den Mönchssittichen in seiner Stadt zu beschäftigen. Bereits in den 1970er Jahren, bevor die Vögel zum Problem wurden, führte das Museum Forschungsarbeiten zu ihnen durch. Es ging um die Frage, wie sich Papageien fernab ihrer Heimat an eine andere Umgebung adaptieren. Senar beobachtete bei den Vögeln Verhaltensänderungen. So brüteten sie zunächst im Winter, als wenn in ihrer Ursprungsregion auf der Südhalbkugel Sommer herrschte, aber mit zunehmender Gewöhnung an die neue Umwelt verschoben sie ihren Brutzeitraum.

Im Jahr 2000 beauftragte die katalanische Regierung Senar und sein Team mit einer offiziellen Zählung der Mönchssittiche in Barcelona. Wie die Fachleute feststellten, war die Population der Vögel geradezu explodiert; mittlerweile geht ihre Zahl in die Tausende. Mit der steigenden Anzahl werden auch die problematischen Auswirkungen deutlich. Die Tiere halten sich normalerweise in von Menschen bewohnten Gebieten auf, wo sie – im Gegensatz zu anderen Papageien, die in Höhlen nisten – nicht unmittelbar mit heimischen Wildtieren konkurrieren. Dabei geraten die Sittiche jedoch manchmal mit Menschen in Konflikt, weil sie ihre Nester häufig auf Strommasten bauen und dadurch die Stromversorgung unterbrechen oder sogar Brände auslösen können.
In Barcelona verursachen die Vögel ganz unterschiedliche Schäden. Eine von Senars Untersuchungen hat ergeben, dass Mönchssittiche auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche außerhalb der Stadt für Ernteverluste von 28 Prozent beim Mais, 36 Prozent bei Pflaumen und 37 Prozent bei Birnen verantwortlich waren. Zudem knabbern sie für den Nestbau unzählige Zweige von lebenden Bäumen ab und fressen die Nahrung heimischer Vogelarten.
Senar erklärt nachdrücklich, dass er die Mönchssittiche liebt – er genießt es, ihnen zuzuschauen, und er verdient mit ihrer Erforschung seinen Lebensunterhalt. Doch es mache einen Unterschied, ob sich nur ein paar oder Tausende von ihnen in der Stadt herumtreiben. Wenn man nichts unternähme, um ihre Population zu regulieren, könnten sie binnen Kurzem Ökosysteme außerhalb der Stadtgrenzen in Mitleidenschaft ziehen, befürchtet Senar. »Sie sind unglaublich clever. Wenn wir zu lange warten, wird es nahezu unmöglich werden, sie unter Kontrolle zu bekommen.«

Forschungsnetz zur Überwachung der Halsbandsittiche
Eine weitere, ebenso liebenswerte Papageienart verdeutlicht, wie schwierig es tatsächlich werden kann, die Vögel zu kontrollieren, wenn sie sich außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets ansiedeln: Der Halsbandsittich (Psittacula krameri), auch bekannt als Kleiner Alexandersittich, lebt in Südasien und Afrika südlich der Sahara, wo er besonders gut in vom Menschen veränderten Habitaten gedeiht. Der mindestens seit Viktorianischer Zeit als beliebter Käfigvogel gehaltene grüne Papagei mit den langen Schwanzfedern und dem pinkfarbenen Schnabel entkam in den letzten Jahrzehnten immer häufiger seinen Besitzern; und es dauerte nicht lange, bis er sich in den Städten Eurasiens und darüber hinaus etablierte. Anders als Mönchssittiche bauen Halsbandsittiche keine eigenen Nester. Sie sind auf Nisthöhlen angewiesen – eine begrenzte Ressource für die heimische Tierwelt – und scheuen nicht davor zurück, um solche Plätze zu kämpfen.
Als Halsbandsittiche anfingen, die Städte zu kolonisieren, schlossen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, um die Vögel und deren Auswirkungen zu studieren. 2013 bis 2017 finanzierte die europäische Forschungsinitiative COST (Coopération européenne dans le domaine de la recherche scientifique et technique) das an der University of Kent angesiedelte Fünfjahresprojekt »ParrotNet«, bei dem ein Netz aus europäischen Fachleuten die Aufgabe erhielt, die Papageien zu überwachen und die Ergebnisse den lokalen Behörden mitzuteilen.
Emiliano Mori, Biologe an der italienischen Forschungsbehörde Consiglio Nazionale delle Ricerche und ehemaliges Mitglied von ParrotNet, wurde erstmals während eines Sommerurlaubs am Mittelmeer auf die Halsbandsittiche aufmerksam. Der Wissenschaftler fragte sich, wie sich die Papageien wohl auf die heimische Artenvielfalt auswirkten, und begann daraufhin, die Folgen ihrer Invasion genauer zu beobachten. Schon bald entdeckte er, dass Halsbandsittiche die Nisthöhlen einer kleinen europäischen Eulenart, der Zwergohreule (Otus scops), besetzten. Die Papageien dezimierten die Population der Eulen zwar nicht unmittelbar, vertrieben sie jedoch von ihren bevorzugten Plätzen.

Die Belege über negative Konsequenzen des Vordringens von Halsbandsittichen in neue Regionen mehren sich. Im Vereinigten Königreich verdrängen sie Vögel von Futterplätzen, und sie schrecken auch nicht davor zurück, Konkurrenten wie Blaumeisen oder Hausratten zu töten, während ihre Populationen in Städten rund um den Erdball weiter anschwellen.
»Ihre Anwesenheit bringt nichts Gutes«, betont Mori. »Wir können zwar nicht das gesamte Ausmaß ihrer Wirkung abschätzen, aber jedes Mal, wenn wir nachschauen, entdecken wir etwas Neues.« Forscher fänden fortwährend weitere von den Vögeln beeinträchtigte Arten, erläutert er.
ParrotNet informiert die Bevölkerung über die Probleme durch kurze Broschüren in verschiedenen Sprachen. In Spanien hat man sogar damit begonnen, Halsbandsittiche zu beseitigen. Derartige Ausrottungsprogramme stoßen wegen der anhaltenden Faszination der Menschen für diese Vögel allerdings auf Widerstand.

Proteste gegen die Bekämpfung
Der Niedlichkeitsfaktor der Papageien sei nach wie vor eine Herausforderung bei den Bemühungen, die Tiere in Schach zu halten, meint die Biologin Jane Anderson, die sich an der Texas A&M University in Kingsville auf charismatische invasive Arten spezialisierte. Anderson erforschte die Halsbandsittiche auf der hawaiianischen Insel Kaua'i, wo sie die lokale Landwirtschaft und heimische Tierwelt gefährden. Anhand von getöteten Exemplaren bestimmte die Wissenschaftlerin, wann die Sittiche brüten und wie man die (auf den ersten Blick gleich aussehenden) jungen von ausgewachsenen Weibchen unterscheiden kann. Sie erinnert sich an zahlreiche öffentliche Protestaktionen, welche die Maßnahmen zur Bekämpfung der invasiven Papageien zu behindern versuchten. Menschen fühlen sich zu Tieren mit babyartigen Merkmalen hingezogen – ein in der Psychologie als »Kindchenschema« bekanntes Phänomen: vergleichsweise riesige Augen, einen großen Kopf, einen weich wirkenden Körper. Das Töten von Schlangen mag keinen besonderen Aufschrei hervorrufen, doch Menschen mögen nun einmal Papageien.
Es sei wichtig, sich zu vergegenwärtigen, wie die Vögel eigentlich hierherkamen, sagt Anderson. Die Biologin möchte die Papageien keinesfalls dämonisieren, vielmehr betrachtet sie deren Kontrolle als ein Rückgängigmachen des von Menschen verursachten Schadens. »Die Wahrheit ist, dass der Mensch diese Tiere an die verschiedensten Orte gebracht hat. Ich kann verstehen, dass man es toll findet, einen Papagei in Barcelona zu sehen. Aber diese Vögel sollten dort nicht sein.«
Auch gilt es zu bedenken, dass unsere Großstädte keine sterilen Plätze sind, wo keinerlei schützenswerte Wildtiere leben. Städte können ökologisch ebenso wertvoll sein wie ihr Umland – New York City bildet beispielsweise einen bedeutenden Tummelplatz für Zugvögel. Am besorgniserregendsten dürfte die Tatsache sein, dass der Halsbandsittich eine bedrohte Fledermaus, den Riesenabendsegler (Nyctalus lasiopterus), ausgerechnet von jenem Ort verdrängt, an dem ihre größte bekannte Kolonie in Europa lebt: im María-Luisa-Park im spanischen Sevilla. Beim Kampf um die Baumhöhlen werden die Fledermäuse dort sogar mitunter von den Sittichen getötet.

Refugium für bedrohte Arte
Paradoxerweise können Städte für einige Papageienarten jedoch auch lebensnotwendige Habitate darstellen. Australische Metropolen beherbergen zahlreiche heimische Papageien, darunter den Gelbhaubenkakadu (Cacatua galerita). Dieser große, weiße, nach seinem irokesenschnittartigen Kopfschmuck benannte Vogel ist in den Gärten von Melbourne, Brisbane, Sydney und darüber hinaus ein alltäglicher Anblick. Obgleich sein Bestand insgesamt im Rückgang begriffen ist, wird er nicht als gefährdete Art eingestuft und hat in Städten einen Platz zum Überleben gefunden. Die Vögel bewohnen urbane Räume, seit es diese gibt, betont Lucy Aplin vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell, die auch an der Autralian National University in Canberra lehrt. »Papageien haben das Potenzial, sich bei entsprechender Gelegenheit schnell an anthropogene Veränderungen anzupassen.«
Im Gegensatz zu Mönchs- und Halsbandsittichen, die im Alter von einem bis drei Jahren mit der Brut beginnen und dabei jeweils mindestens drei Eier legen, brüten Gelbhaubenkakadus im Allgemeinen erst, wenn sie wenigstens drei bis vier Jahre alt sind, und legen pro Nistsaison nur zwei bis drei Eier. Sie sind wählerisch, was den Nistplatz betrifft, und suchen bevorzugt geräumige Höhlen in alten Bäumen auf. Trotzdem gedeihen sie prächtig in den großen Ballungsräumen Australiens.
Bestimmte Eigenschaften der Gelbhaubenkakadus prädestinieren sie geradezu für das Stadtleben. Zum einen fressen sie als Generalisten alles, was ihnen in den Schnabel kommt: von Früchten über wirbellose Tiere bis zum weggeworfenen Hühnerknochen. Zum anderen handelt es sich um hochintelligente soziale Wesen, die in der Lage sind, Probleme zu lösen und ihre Lösungen an andere weiterzugeben. Rund um das Stadtleben können diese Vögel eine regelrechte Kultur aufbauen und ihr Wissen über soziale Netzwerke austauschen – ähnlich wie Menschen es tun. So beobachtete Aplins Arbeitsgruppe ein bei Gelbhaubenkakadus in Sydney entstandenes Verhalten: Die Tiere haben gelernt, Mülltonnen zu öffnen. Eine Gruppe im Süden der Stadt beherrschte den Trick als Erstes und vermittelte ihr Können an Artgenossen auf nahe gelegenen Schlafplätzen. Vögel außerhalb des Netzwerks wissen nicht unbedingt, wie man die Abfallbehälter aufbekommt. Bei ihren Forschungsarbeiten fand Aplin zudem heraus, dass sich die Kakadus in Subkulturen aufgespaltet haben, da sie beim Öffnen der Mülltonnen unterschiedliche Techniken einsetzen.

Für einige gefährdete Papageienarten sind Städte womöglich mehr als nur ein weiterer behaglicher Platz, an dem sie sich zu Hause fühlen, sondern geradezu ein Rettungsanker. In einigen der größten Metropolen der Welt überdauern Papageien, deren Wildpopulationen vom Aussterben bedroht sind. Ein Beispiel: der Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) in Hongkong.

In den 1980er und 1990er Jahren seien über den Heimtierhandel zehntausende Gelbwangenkakadus aus ihrem Ursprungsland Indonesien nach Hongkong exportiert worden, erzählt Astrid Andersson, die als Postdoc an der University of Hong Kong forscht. Eine hinreichende Zahl Papageien entkam aus der Gefangenschaft oder wurde von ihren Besitzern frei gelassen und konnte in der Stadt eine Kolonie gründen. Obwohl ein Großteil Hongkongs bewaldet ist, nisten die Kakadus bevorzugt in den Zierbäumen des Stadtgebiets, wo sie auch auf Nahrungssuche gehen, und verdrängen dabei offensichtlich keine einheimischen Vogelarten.

Rund 200 Gelbwangenkakadus leben in Hongkong, etwa zehn Prozent ihres verbliebenen Bestands, sagt Caroline Dingle von der University of Hong Kong. Populationsrückgänge als Folge von Wilderei im natürlichen Lebensraum veranlasste die Weltnaturschutzunion IUCN dazu, die Art als vom Aussterben bedroht einzustufen. Andersson untersucht, ob Gelbwangenkakadus tatsächlich eine adäquate Zuflucht in der Stadt gefunden haben, wo sie keinem Wildereidruck ausgesetzt sind. »Es ist durchaus möglich, dass diese Populationen, wenn man sie in den Städten ein wenig unterstützt, als Archen für ihre Art fungieren können – als ›Backup-Populationen‹ für die natürlichen«, meint Andersson.

Veränderte Stimmen
Dennoch führen Stadtpapageien keineswegs nur ein angenehmes Leben. Es gibt Fressfeinde: Verwilderte Halsbandsittiche fallen zum Beispiel Greifvögeln zum Opfer, wie Emiliano Mori berichtet. Auch beim Gelbwangenkakadu ist weitere Forschungsarbeit nötig, um zu überprüfen, ob die Population in Hongkong als genetisches Reservoir zur Erhaltung der Art dienen kann oder sich durch das Stadtleben vielleicht schon zu stark verändert hat. Im Rahmen ihrer Studien geht Andersson ebenfalls der Frage nach, inwieweit sich die städtischen Kakadus genetisch von ihrer Ursprungspopulation unterscheiden.
Eine ähnliche Frage beschäftigt auch Grace Smith-Vidaurre. Sie erforscht die komplexen Lautäußerungen von Mönchssittichen in den Vereinigten Staaten sowie die diesbezüglichen Unterschiede zwischen wild lebenden und eingeführten Individuen. Jeder Papagei hat seine eigene, unverwechselbare Stimme mit einer veränderlichen Schreifrequenz. Die Rufe der Vögel im neuen Habitat erscheinen jedoch weniger komplex als die ihrer Artgenossen im natürlichen Verbreitungsgebiet, fand Smith-Vidaurre heraus. »Irgendetwas in ihrer Umgebung schränkt vielleicht ihr Vermögen ein, diese stimmliche Signatur zu erzeugen und wahrzunehmen«, vermutet sie. Aber wie beständig sind solche Veränderungen?, fragt sich die Forscherin. Könnte ein eingeführter Papagei wieder in seine Heimat zurückkehren und dort überleben?

Ob zum Guten oder Schlechten (und manchmal sogar beides): Papageien haben unsere Städte erobert. Ihre Fähigkeit, in von Menschen veränderten Lebensräumen zu gedeihen, ist ein Beleg für das, was diese Vögel so besonders macht und warum wir uns für ihren Erhalt in freier Wildbahn einsetzen sollten, während wir gleichzeitig auf die potenziellen Auswirkungen eingeschleppter Tiere achten müssen. Sie sind Erfinder, Problemlöser, Kontakteknüpfer und Überlebenskünstler – Eigenschaften, denen sie auch unsere Bewunderung verdanken. Manchmal ist es einfach nur vergnüglich, stehen zu bleiben und die Papageien zu bestaunen."
Quelle:https://www.spektrum.de/news/invasion-der-papageien/2219878
(11.10.2024, 09:30)
cajun:   Fliegende Neubürger beginnen sich zu etablieren:
"Sensation in Deutschland: Forscher weisen erstes Brutpaar nach
Vogelschützer in Bayern haben einen Grund zur Freude. Erstmals wurde ein Kuhreiher-Brutpaar in Bayern nachgewiesen.
Freude beim Landesbund für Vogelschutz (LBV): Zum ersten Mal konnte in Deutschland ein Kuhreiher-Brutpaar nachgewiesen werden. Aktive vom LBV hatten am Altmühlsee in Bayern die Jungvögel entdeckt und fotografiert, heißt es auf der Seite des Vogelbunds. Der rund 50 cm große Reiher ist vielen bekannt als der Vogel, der in Afrika oft auf den Rücken von Büffeln sitzt. In Europa kommt der Kuhreiher hauptsächlich in Spanien vor.
Steigende Brutbesätze in Frankreich und Spanien
„Es ist immer beeindruckend, wenn eine neue Vogelart zum ersten Mal bei uns brütet. Gerade in Zeiten der Artenkrise, in der immer mehr Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht sind, motivieren uns solche Ereignisse“, sagt Jan Heikens, LBV-Gebietsbetreuer am Altmühlsee. Die Experten vermuten, dass das Brutpaar aus dem Mittelmeerraum stammt. Stark steigende Bestände des Kuhreihers in Spanien und Frankreich würden dafür sorgen, dass sich das Brutareal der Reiher weiter ausbreitet.
Anders als unsere heimischen Reiherarten, sei der Kuhreiher weniger an große Gewässer gebunden, so der LBV. „Seine Nahrung, hauptsächlich Insekten, findet er meist in Viehherden oder nach der Mahd auf Wiesen sowie nach dem Pflügen auf Feldern.“
Quelle:https://www.pirsch.de/news
(24.08.2023, 12:45)
cajun:   Unaufgeregter Umgang mit "Neubürgern" in der hessischen Landeshaupstadt:
"Rund 5000: Warum leben so viele Papageien in Wiesbaden?
Wiesbaden - Der Anblick von Papageien in der hessischen Landeshauptstadt sorgt immer wieder für Aufsehen. Mittlerweile leben mehrere Tausend Sittiche in der Stadt. Sie gehören zu den eigentlich fremden Arten, die in Hessen einen festen Platz gefunden haben.
Ursprünglich kommen sie aus Asien oder Afrika, doch auch in der hessischen Landeshauptstadt scheinen sich die Halsbandsittiche sehr wohl zu fühlen.
Sie finden genug zu futtern, das Klima ist angenehm, es gibt kaum Feinde - kein Wunder, dass sich die Vögel munter vermehren. "Wir haben etwa 5000 Sittiche, darunter sind auch einige 100 der Großen Alexandersittiche", berichtet Patricia Kremer vom Umweltamt der Stadt.
Damit ist Wiesbaden die "Sittich-Hauptstadt des Rhein-Main-Gebiets", wie es die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz in ihrem Jahresbericht 2021 formulierte. Halsbandsittiche würden zu den erfolgreichsten Neozoen unter den Vögeln gehören, so die Vogelkundler, sie haben sich als eigentlich fremde Art also bestens in der neuen Umgebung eingerichtet.
Dabei vertreiben sie örtlich schon mal andere Vögel, indem sie die Bruthöhlen besetzen. "Aber sie gefährden keine Arten", stellt Berthold Langenhorst vom Naturschutzbund Nabu in Wetzlar fest.
Schon in den 1970er Jahren wurden die ersten Papageien in Wiesbaden heimisch, vermutlich entflogen sie ihren Besitzern oder wurden ausgesetzt. Tagsüber sind die grünen Halsbandsittiche in kleinen Trupps von 20 bis 40 Vögeln unterwegs, suchen etwa in den Parks oder im Sommer bei den Obstbäumen nach Fressbarem.
Die etwa 40 Zentimeter großen, schlanken Vögel ernähren sich nach Auskunft des Nabu vegetarisch. Sie futtern Pflanzenteile wie Früchte, Blüten und Knospen, aber auch Körner und Samen. Zudem sind sie äußerst munter und mit ihren "kie-ak"-Schreien kaum zu überhören.
Jeden Tag, wenn es langsam dunkel wird, fliegen sie pünktlich zurück zu ihren Schlafbäumen. Die sind ausgerechnet an belebten Plätzen in der Innenstadt, etwa vor dem Hauptbahnhof. Denn der Sittich hat es in der Nacht gerne hell und laut.
"Das schützt sie gegen Feinde, wie etwa den Greifvögeln", erklärt Kremer. Außerhalb von Wiesbaden kennen Ornithologen nur noch drei kleinere Schlafplätze, und zwar am Frankfurter Rebstockpark, in Mainz-Lerchenberg und in Hattenheim.
Die Vögel sind zwar laut und machen Schmutz, doch Beschwerden gibt es bei der Stadt nur selten. "In der Corona-Phase hatten wir deutlich mehr Anrufe, da wurden sie wohl mehr wahrgenommen", erzählt Kremer.
Meistens waren es Gartenbesitzer, die sich beschwerten, die Sittiche würden die Knospen von den Bäumen fressen. Sehr vereinzelt beschwerten sich Menschen zudem über das Geschrei. "Aber was sollen wir da machen?", so die rhetorische Frage der Mitarbeiterin des Umweltamts. "Die Papageien sind eben da und eine Besonderheit von Wiesbaden."
Quelle:https://www.tag24.de/thema/tiere/rund-5000-warum-leben-so-viele-papageien-in-wiesbaden-2734341
(01.02.2023, 13:08)
Carsten Horn:   Etwas mehr Ruhe beim Lesen hätte nicht geschadet ...
(25.02.2022, 17:21)
W. Dreier:   Da ich mich zu schnell "outete" auf das Wort Dam-Hirsch. Hier die (nicht so schlimme) Invasion auf Madagascar:
Nick Garrutt "Mammals of Madagascar-a complete Guide":
Zwischen 1928 und 1935 Einführung von Damhirschen und Timorhirschen. Letztere existieren nicht mehr (Buch ist von 2007). Damhirsche wurden ca 50 km südlich von der Hauptstadt im Ankaratra-Gebirge ausgesetzt. Nach der Selbständigwerdung hat die erste Regierung gerade dort Fichtenartige anpflanzen lassen (habe die Region 2 x besucht) - aber später weiter Entwaldung und Wilderei. Gegenwärtig " a small population does persist".
Die Timorhirsche wurden im mehr subtropischeren Gebiet um Perinet ausgesetzt (das ist dort, wo Indris beobachtet werden können - mit Führer). Dort seit den Sechzigern verschwunden.
(24.02.2022, 15:56)
cajun:   Natürlich lesen :-) @W.Dreier. Nicht nur die Ansiedlung von Damwild in Madagakar, sondern auch die in Südafrika ist lesenswert. Ich selbst habe noch Bilder von Robben Island, als man bei der gebuchten "Mandela- Tour" plötzlich Damhirschen gegen über stand. Auch der Freilassungsversuch im Krüger Nationalpark scheint mir sehr exotisch.
(24.02.2022, 13:48)
W. Dreier:   Uff! Sachen gibt`s - habe wohl zu schnell das Wort "Dam-Hirsch verschlungen" - gelesen wirds trotzdem
(24.02.2022, 09:24)
cajun:   @W.Dreier: nochmals, die Arbeit ist nicht von mir. Ich habe sie nur ergoogelt. So langsam wird es spooky... :o)
Viel Spaß beim Renovieren.
(23.02.2022, 21:23)
W. Dreier:   @cajun: habe ich also auch in den nächsten Tagen "etwas " zu tun. Erst in den nächsten Tagen? Bei mir gibt es "etwas" Chaos: Streichen des Wohnzimmers - macht nur 20 % der Arbeit - aber Möbel, Bücher!!!, Geschirr, Porzellan etc.
Interessant die Zusammenfassung ab Seite ca 100. Zu Madagascar muß ich nachsschauen - die Bücher sind im Moment nicht erreichbar.
Interessant das ehemalige Vorkommen in Nordafrika - habe "vor Zeiten" im Zoolog. Garten (NF) etwas gelesen, aber ein Band aus den zwanziger Jahren.
Und Dank für das namentliche Outen - habe übrigens das Studium auch "auf Lehramt (Chemie /Biologie)" angefangen.
(23.02.2022, 19:21)
cajun:   @Carsten: Kommasetzung beachten. :o) Die Arbeit wurde an der Uni Wien geschrieben, ich habe die ergoogelt! Zur Erklärung um weiteren Missverständnissen vorzubeugen...
(23.02.2022, 17:03)
Carsten Horn:   Danke für den Link und die Lektüre für stille Stunden. Muß man den jetzt Herr Magister sagen oder war der Prüfer nicht zufrieden?
(23.02.2022, 16:53)
cajun:   Ich habe vor einiger Zeit eine Diplomarbeit, geschrieben an der Uni- Wien, mit dem Schwerpunktthema Damwild ergoogelt und will diese den hier Interessierten nicht vorenthalten.
Ein toller Überbick zum Thema Ansiedlungen, nicht nur das Damwild betreffend und eine gute Vorlage für weiterführnde Quellen, was Ansiedlungen von Bantengs, Samabr- Hirschen, Gämsem etc. angeht.
Als Appetitanreger eine Kopie der Einleitung und dann der Link zur Quelle. Viel Spaß beim Lesen! :-)

"Von den rund 160 mittleren und größeren jagbaren Hufttierarten der Welt, die Werner
Trense in seinem Buch The Big Game of the World auflistet, wurden gut 50, also knapp
ein Drittel, vom Menschen verbreitet. Die meisten dieser Arten wurden im späten 19.
und frühen 20. Jahrhundert in Folge der europäischen Expansion globalisiert, d.h. von
ihrem ursprünglichen Lebensraum in die Kolonien gebracht und sind mittlerweile in den
neuen Ländern heimisch geworden.
Unter diesen Tieren befanden sich etwa das europäische Mufflon (Ovis orientalis
musimon Pallas), die Hirschziegenantilope (Antilope cervicapra) und verschiedene
Vertreter der Familie der Hirsche (Cervidae). Die Hirsche nehmen dabei auf Grund
ihres zahlenmäßigen Übergewichts eine Sonderstellung ein, die Ansiedlung von
Vertretern dieser Familie rund um den ganzen Globus verdient daher besondere
Beachtung.
Weiters muss man sich die Frage nach den Urhebern dieser Globalisierung von
Wildarten stellen. Die Translokation von Tieren, die eingefangen, in speziellen
Vorrichtungen gehalten und oft per Schiff und Eisenbahn über tausende Kilometer
transportiert werden mussten, bevor sie entlassen werden konnten, verschlang riesige
Summen an Geld. Die Protagonisten waren folglich zumeist wohlhabende Vertreter der
Oberschicht, Monarchen und Vertreter des Großadels, die Arten aus unterschiedlichsten
Gründen „globalisieren“ sollten.
Eine seit Urzeiten praktizierte Tradition war es, Tiere als Tribut oder Geschenk an
fremde Herrscher und Länder zu senden. Ein in der Öffentlichkeit recht unbekanntes
Beispiel dazu ist aus dem 20. Jahrhundert überliefert, als der österreichische Kaiser
Franz-Joseph 1907 auf eine Anfrage acht Gämsen (Rupicapra rupicapra) nach
Neuseeland bringen ließ – wahrscheinlich um politische Spannungen zu bereinigen, die
damals zwischen Neuseeland und Österreich bestanden. Die am Mt. Cook ausgesetzten
Tiere sollten sich in weiterer Folge erfolgreich vermehren und bildeten den Grundstein
für die heutigen Bestände auf Neuseeland."

Der Link zur Quelle zum Weiterlesen: https://docplayer.org/33511396-Diplomarbeit-titel-der-diplomarbeit-globalisierung-der-naturnutzung-am-beispiel-einer-jagdwildart-dama-dama-verfasser-simon-franz-canaval.html
(23.02.2022, 13:17)
cajun:   Als Nebenprodukt von Wolfsmonitoringberichten, stieß ich auf die Meldung unten. Nachdem ja, wie erwähnt, berits in Osnabrück Stachelschweine "auf Trebe" gegangen sind und in diesem Zuge ein frei laufendes Tier im (nicht benachbarten) Sauerland entdeckt wurde, scheint es bei Angermünde schon eines seit 2020 im Freiland zu geben. Werden die etwa invasiv? :o))

Allerlei Tiere vor der Kamera
„Über die Fotofallen werden neben den Wölfen auch andere seltene Tierarten nachgewiesen“, berichtet Frank-Uwe Michler. Neben Schwarzstorch, Seeadler, Schreiadler und Fischotter wird im Gebiet des Parstein-Oderberg-Rudels regelmäßig ein Nordafrikanisches Stachelschwein von den Wildkameras erfasst. Dieser stachelige Exot ist vermutlich im Frühjahr 2020 aus dem Tierpark in Angermünde ausgebrochen und lebt seitdem stabil in einem Gebiet zwischen dem Parsteinsee, Lunow-Stolzenhagen und Oderberg."
Quelle:https://idw-online.de/de/news784636

(22.12.2021, 13:59)
cajun:   Nandus auf dem Rückzug?
"Europas einzige wildlebende Nandu-Population an der Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein schrumpft offenbar nach Freigabe der Bejagung immer weiter. Bei der traditionellen Herbstzählung Mitte November im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee stellten die Helfer 121 Tiere fest, wie das Umwelt- und Agrarministerium in Schwerin am Dienstag mitteilte.
Darunter waren den Angaben zufolge 70 Altvögel, 28 Jungvögel aus diesem Jahr und weitere 23 Tiere, deren Alter unklar blieb. Im Frühjahr waren noch 157 Tiere ermittelt worden, im Herbst vergangenen Jahres 291. Noch ein Jahr davor, im Herbst 2019, hatten die Zähler 456 Tiere festgestellt.
Umweltminister Till Backhaus (SPD) geht davon aus, dass der Rückgang der gezählten Tiere unter anderem auf die seit April 2020 zulässige Bejagung der Nandus zurückzuführen ist. «Es ist richtig, dass die Nandu-Population eng begleitet und ihre Ausbreitung begrenzt wird.»
Nandu-Küken und Jährlinge dürfen in Mecklenburg-Vorpommern seither ganzjährig, Hähne und Hennen ab zwei Jahren vom 1. November bis 31. März geschossen werden. Zuvor hatten sich Bauern in der Gegend jahrelang beschwert, weil Nandus vor allem auf ihren Rapsfeldern erhebliche Schäden anrichteten. Die Zahl der Tiere war immer weiter angestiegen.
Durch die Bejagung seien die Tiere deutlich scheuer geworden und hätten ihre Fluchtdistanz vergrößert, so Backhaus weiter. «Damit ist das Nandu-Monitoring deutlich erschwert. Dies kann ein weiterer Grund für den Rückgang der gezählten Tiere im Vergleich zu den Zählungen der Vorjahre sein.»
Die in Südamerika beheimateten Nandus (Rhea americana) haben seit der Jahrtausendwende am Ratzeburger See eine freilebende Wildpopulation aufgebaut. Sie geht laut Ministerium auf wenige Tiere zurück, die aus einer privaten Haltung bei Groß Grönau (Schleswig-Holstein) ausgebrochen waren. Mangels natürlicher Feinde vermehrten sie sich rasch. Zweimal im Jahr werden die Tiere im Hauptverbreitungsgebiet in einer Synchronzählung erfasst."
Quelle: https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/erneut-weniger-exotische-nandus-nach-jagd-freigabe/ar-AARyM9S?ocid=msedgntp
(14.12.2021, 10:59)
cajun:   In den Niederlanden scheint ein Sommerloch zu sein, unzählige Meldungen zum Roten Sichler, wie damals bei "Sammy". im Baggersee. Noch zu früh um diese Meldung in den "Invasiven". Thread zu setzen :-)
Woher kommen die gesichteten Roten Ibisse?
Es handelt sich in den Niederlanden um entkommene Vögel, sagt Paul van Els, Koordinator des Monitoring-Netzwerks Schlafplätze der Monitoring-Abteilung von Sovon Bird Research. "Die Vögel stammen wahrscheinlich aus einer Voliere", sagt Van Els. Aber woher? Niemand weiß es und es ist bei unberingten Vögeln schwer festzustellen. Theoretisch könnte dies einer der vierzehn entflogenen Ibisse aus dem Tierpark Planckendael in Belgien sein. Ein Sturm hat dort letztes Jahr eine Voliere beschädigt, so dass mehrere Vögel entkommen konnten. Von den vierzehn wurden nur zehn wiedergefunden. Aber es ist wenig wahrscheinlich, dass diese Vögel so lange auf freiem Fuß sind, denkt Van Els. "Es ist ein Vogel der Tropen, ich glaube nicht, dass er den letzten Winter überlebt hätte." Aber dann die entscheidende Frage. Wird sich der Scharlachsichler, als jüngste Exotenart, auch hier ansiedeln? Haben wir neben dem weniger beliebten Halsbandsittich und dem Roten Amerikanischen Sumpfkrebs einen neuen Landsmann? "Ich glaube nicht, wegen der Winter", sagt Van Els. Obwohl er auch sagt, dass sie nicht sehr wählerisch sind, wenn es um Brutplätze geht, vielleicht können sie es auch schaffen. "Ich denke, die Chance ist gering, aber es wird nicht das erste Mal gewesen sein, dass so etwas falsch vorhergesagt wurde."
Quelle:https://www.nrc.nl/nieuws/2021/08/10/rode-ibissen-die-in-nederland-worden-gespot-zijn-ontsnapte-vogels-a4054312
(19.08.2021, 09:11)
W. Dreier:   Noch zu einigen Einführungen: (Bürglin)

Introduced populations: [16]

Texas: 12.000 [16]

New Mexico: 4.000 [16]

California: 400 [16]

Mexico: fewer than 1000 [16]

Spain: 1000 [16]; since 1970 in Sierra Espuna [7]; Canary Islands: 1972, La Palma [7]; several hundred [16]

Germany: started 1883; introduction unsuccessful [7]

Italy: before 1950; introduction unsuccessful [7]
(13.07.2021, 20:50)
W. Dreier:   Pardon: Caprinae World
(13.07.2021, 20:41)
W. Dreier:   Habe für Italien (noch?) nichts gefunden - aber auch Einführung in Kroatien vor 30 Jahren:
``Miro is responsible for the introduction of Aoudad in Croatia. He broad this North African species to Mosor 30 years ago, where he holds the hunting concession for the area (12.000 ha). Naturally he is very knowledgeable about wildlife in his area and very open to guide not only hunters, but also mammal watchers. I stayed in an apartment in Gata, a village at the base of Mosor. From the building you are able to see Aoudad in the mountains (highest point at ca. 1300 m asl). It takes you 3/4 h from the airport to reach Gata.

Aus "Capridae World", Autor. R. Bürglin
(13.07.2021, 20:38)
cajun:   Das hatte ich ja unten alles aufgezählt @W.Dreier. Allerdings steht nirgendwo "auch in Italien" und ich fragte mich wo (???) in Italien die wohl sein könnten.. also wenn du was weißt, wäre ich sehr dankbar für einen Hinweis.
(13.07.2021, 18:23)
W. Dreier:   @cajun: Warum nicht auch Italien, in Spanien gibt es ihn, auf den Kanarischen Inseln, in Texas und Mexiko sowieso.
(13.07.2021, 18:02)
cajun:   Und da ich gerade hier bin: Keiner bisher eine Idee zu den Aufnahmen der offensichtlich freilebenden Mähnenschafe in Italien?
(13.07.2021, 17:54)
cajun:   @W.Dreier: Streng genommen ist das mit dem Elch nicht die Art "Ansiedlung" die hier gemeint ist. Eher die selbstständige Wiederbesiedlung eines Teils des früheren Verbreitungsgebietes. Und der Bulle ist sicher nicht, wie man es bei den Wölfen so oft liest, "von Naturschützern im Kofferaum" hergebracht worden. :o)
Wenigstens hatte er bisher mehr Glück als der Wisent, der vor ein paar Jahren dem Ordnungsamt zum Opfer fiel....
(13.07.2021, 17:53)
W. Dreier:   Hat sich selbst ``angesiedelt`` - der Elch Bert (auch Bertie) im Nuthetal/Brandenburg. Vor 2 Jahren erschienen, wurde er ``niedergelegt``, bekam einen Sender, mangels Elchkühen liebt er Milchkühe - und immer noch ist er ``standortstreu``.
(12.07.2021, 18:45)
cajun:   @Sacha; Ich gebe dir vollkommen recht. Wobei in den Niederlanden durchaus die Möglichkeit bestünde, dass im Rahmen des Klimawandels eine kleine Population entstehen sein könnte. Wer weiß.

Anderes Thema, schaut mal hier: https://www.youtube.com/watch?v=zu5Pbik1prI
Ich hatte bereits gelesen das Mähnenspringer in Übersee und auch in Spanien (Region Murcia) erfolgreich angesiedelt wurden, bin aber doch etwas über dieses Video überrascht, das m.E. freilebende Mähnenschafe in Italien zeigt (Kamerafallenbilder- filme).
Hat da jemand schon mal was gelesen/ gehört?
(12.07.2021, 15:39)
Sacha:   Sorry, aber bei solchen Zoodirektoren bzw. dieser laschen Einstellung ist es kein Wunder, wenn die Haltungsvorschriften immer strenger werden und immer mehr Tiere auf der EU-Invasiven-Liste aufgeführt werden.
Dabei wäre es so einfach: Die Vögel wieder einfangen, neues (bei Geldmangel dann eben erst mal provisorisches) sicheres Gehege bauen (oder die Vögel vorübergehend abgeben) und alle Exemplare so chippen und transpondern, dass ihre Herkunft leicht ermittelbar ist und sie bei einem allfälligen weiteren Wegflug leicht(er) lokalisiert werden können.
Und hier müssen wir gar nicht diskutieren, ob diese Art bei uns überhaupt invasiv werden kann oder nicht. Da geht es rein um die Sorgfaltspflicht.
(09.07.2021, 13:12)
cajun:   Ob daraus eine Population entsteht?

"Was macht ein Scharlachsichler am Ufer der Dommel in Eindhoven?
Karin Gielens (52) aus Eindhoven hatte am Sonntagabend bei ihrem täglichen Corona-Spaziergang ein ganz besonderes Treffen. Als sie den Fluss De Dommel entlang spazierte, entdeckte sie in einem Baum in der Nähe der Italialaan "etwas Rotes". "Kurz später sah ich, dass es ein Vogel war", sagt Karin. Ein Scharlachsichler, um genau zu sein. Ein Anruf von Omroep Brabant bei den Tierparks in der Umgebung ergibt, dass De Beekse Bergen und ZooParc Overloon keine Ibisse in ihrem Park haben. Dierenrijk in Mierlo und BestZoo in Best haben Ibisse, aber dort fehlt kein Vogel. Viele Vogelliebhaber berichten von gesichteten Vögeln auf einer Beobachtungs-Site. Der Scharlachsichler wurde dieses Jahr fünfzig Mal gesichtet"

"Ein Scharlachsichler in Eindhoven? Der wird wohl von uns sein!"
Der Scharlachsichler, der entlang der Dommel in Eindhoven gesichtet wurde, hatte wahrscheinlich keine Reise aus Südamerika hinter sich, sondern aus Veldhoven. Es sei gut möglich, dass er aus dem Zoo Veldhoven weggeflogen ist, sagt Besitzer Richard Loomans. "Ich habe ein paar losfliegen lassen, ja." Das Tier "fehlt" dann nicht wirklich. "So würde ich es nicht nennen", sagt Loomans. "Aber ein Roter Ibis in Eindhoven wird von uns kommen." Die Vögel fliegen frei in seinem Park. "Der Käfig wurde durch Sturmschäden zerstört", erklärt er. Und seitdem fliegen die Ibisse selbst durch den Park. Aber ganz weit weg gehen sie meistens nicht. "Wir füttern sie im Park, damit sie immer wieder nach Veldhoven zurückkehren." (Autorin der Quelle: Janneke Bosch)
Quellen: https://www.omroepbrabant.nl/nieuws/3403826/wat-doet-een-rode-ibis-aan-de-oever-van-de-dommel-in-eindhoven
Übersetzung Zoopresseschau

(09.07.2021, 11:01)
Michael Mettler:   @cajun: Tscha, dazu meldet sich doch gleich mal der neue Insektenbeauftragte - die Sache mit der Lobby passt auch zum aktuellen Dauerthema Insektenschwund und -schutz. Die Öffentlichkeit begeistert sich ja gerade bevorzugt für die dekorativen Blütenbesucher à la Biene und Schmetterling, aber wer stellt freiwillig Wasserbehälter zur Stützung der Mückenpopulation auf, die für die Insektenfresser unter den Vögeln wahrscheinlich erheblich wichtiger ist...? (Und die nebenbei bemerkt auf der vielzitierten Windschutzscheibe - zumindest früher auf meiner - den Großteil des heute schmerzlich vermissten Insektenmatsches ausmachte, zusammen mit Eintagsfliegen, Köcherfliegen und anderen "weichen" Fluginsekten.)

Um den Bogen zum Thread-Thema zurück zu schlagen: Ich habe mich tatsächlich in jüngerer Zeit viel mit einheimischen Insekten befasst und dabei gelesen, dass neben den allseits beliebten (aber oft völlig ungeeigneten) Insekten-Nisthilfen sogar schon passende Wildbienen als Bewohner im Versandhandel zu beziehen sind - die auf diese Weise aber auch in Gegenden angesiedelt werden, wo sie bislang nicht vorkamen und den ansässigen, teilweise erheblich selteneren Arten nun deren Brutplätze streitig machen. Die Parallele zum Beutelteufel-Pinguin-Effekt liegt auf der Hand...
(29.06.2021, 23:17)
cajun:   @Michael:Das "immer" bezog sich auf die heutige Situation. Natürlich gab es solche Ereignisse auch in Rahmen der Evolution. Das soll gar nicht in Abrede gestellt werden. Veränderung und Adaption ist ein natürlicher Prozess, richtig. Trotzdem erschreckend, wie unüberlegt das passierte. Erinnert mich etwas an die Story der ausgestorbenen Laus, Parasit des Kal. Kondors, die mit der antiparasitären Behandlung des letzten Wildfangvogels, ausstarb. Das nun ein Aufschrei ertönt, wird nicht zuletzt damit zu tun haben, dass Pinguine eine ganz andere Lobby haben. Um es mit dem neuen Buch von Lothar Frenz zu sagen: "Wer wird ( darf) überleben?"

(29.06.2021, 18:07)
Michael Mettler:   Ausgerechnet in Australien, wo man doch nur zu reichliche negative Erfahrungen mit angesiedelten Arten hat, ist vorher niemand auf die Idee gekommen, dass ein bodenlebender Fleischfresser flugunfähige Vögel gravierend beeinträchtigen könnte...?

@cajun: Auch wenn es heute Standard ist, hinter jeglicher Veränderung eine menschliche Ursache zu sehen (und im hier angeführten Beispiel steht das ja auch außer Frage) - das "immer" in deinem einleitenden Satz halte ich nicht für richtig. Auch eine auf natürliche Weise neu in einen Lebensraum einwandernde Tierart oder das Entdecken einer neuen Nahrungsquelle durch eine bereits vorhandene - Vorgänge, wie sie im Laufe der Entwicklungsgeschichte unzählige Male vorgekommen sein müssen - kann kurzfristig ein Ökosystem verändern. Viele Beutetiere und Nahrungspflanzen schaffen es zwar, sich im "Wettrüsten" über längere Zeiträume daran anzupassen, aber wer weiß schon, wie viele Arten auf solche Weise ausgerottet wurden (und sei es nur lokal), schon bevor der Mensch eine treibende Rolle einnahm?

Wir kennen alle die berühmten Evolutionsbeispiele wie die Besiedelung der Galapagos-Inseln durch wind- und meerverdriftete Tiere. Aber auch das waren anfangs nichts weiter als invasive Arten, und ich kann mir vorstellen, dass sie eine tödliche Katastrophe für Teile der vorhandenen Pflanzen- und Tierwelt bedeuteten.
(28.06.2021, 18:33)
cajun:   Ein Dilemma, dass überall passieren könnte. Letztendlich ist es doch immer um das Handeln des Menschen, dass Ökosysteme destabilisiert.

Bedrohte Tierart bedroht Tierart Tasmanische Teufel töten Tausende Pinguine auf australischer Insel

Das Beuteltier gilt als stark gefährdet, nun hat es seinerseits eine Population ausgerottet: Nachdem der Tasmanische Teufel auf einer kleinen Insel angesiedelt wurde, sind rund 6000 Pinguine tot.

Normalerweise ist die Nachricht, dass sich der Tasmanische Teufel in einem Gebiet Australiens ausbreitet, eine gute. Das Beuteltier gilt als stark gefährdete Tierart, Tierschützer kämpfen seit Jahren um ihren Erhalt. Erst vor Kurzem wurde die Neuigkeit bejubelt, dass es erstmals seit 3000 Jahren wieder Jungtiere auf dem australischen Festland gibt. Nun sorgen die Raubbeutler allerdings für Negativschlagzeilen: Eine Gruppe der Teufel, die auf eine kleine Insel umgesiedelt worden war, hat dort nun den heimischen Vögeln zugesetzt.

Die Vogelschutzorganisation »Bird Life Tasmania« beschreibt eine »katastrophale« Entwicklung auf der Insel. Die Beuteltiere hätten eine Population von rund 6000 Zwergpinguinen vollständig ausgerottet, heißt es in einem Bericht der Zeitung »The Australian«.

»Jedes Mal, wenn Menschen bewusst oder versehentlich Säugetiere auf den Inseln Ozeaniens eingeführt haben, kam dasselbe dabei heraus – eine Katastrophe für eine oder mehr Vogelarten«, wird Eric Woehler zitiert, der Vorsitzende von »Bird Life Tasmania«. 3000 brütende Pinguinpaare zu verlieren von einer »Insel, die ein Nationalpark ist und dieser Spezies ein Rückzugsort sein sollte«, sei ein herber Schlag, so Woehler.

2012 und 2013 waren insgesamt 28 Tasmanische Teufel nach Maria Island, einer kleinen Insel östlich von Tasmanien, umgesiedelt worden, die sich in den Folgejahren vermehrten. Sie sollten eine Art Reserve bilden, als sich auf Tasmanien eine ansteckende Krebserkrankung unter den Teufeln verbreitete. Tasmanien war bis vor Kurzem der einzige Lebensraum der Beuteltiere. Die Krankheit bedrohte demnach ihr Überleben in freier Natur.

Ende 2020 zeigten Studien, dass die Teufel allmählich gelernt hatten, mit der Seuche zu leben und sie zu überleben. Kurz darauf folgte die Nachricht der erfolgreichen Ansiedlung auf dem australischen Festland. Für den Tasmanischen Teufel geht es also offenbar bergauf. Für die Inselvögel bedeutet dies nun allerdings nichts Gutes.

»Pinguine haben in Australien mit großen Gefahren zu kämpfen«, sagte Eric Woehler von »Bird Life« zu »The Australian«. Menschen, Haustiere und Raubtiere machten ihnen das Leben schwer. »Inseln wie Maria Island sind sehr wichtig für die Pinguine, da es dort nicht dasselbe Spektrum an Gefahren gibt.«

Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie über Maria Island fand heraus, dass Tasmanische Teufel zwar Katzen und Opossums – ebenfalls Bedrohungen der Vögel – jagen. Allerdings seien sie wegen ihrer Größe und Fähigkeit, zu graben, eine noch größere Gefahr für Bodenbrüter als die anderen Fressfeinde. Laut der Studie ist auch der Bestand von Sturmtauchern seit der Ansiedlung der Teufel erheblich gesunken.

Die Vogelschutzorganisation plädiert nun dafür, die Beuteltiere von der Insel zu entfernen. »Es gibt inzwischen mehrere Reservepopulationen auf Tasmanien und dem australischen Festland«, sagte Woehler. »Eine davon zu entfernen, hätte keine nachteiligen Konsequenzen für die Teufel.«

Aus tasmanischen Regierungskreisen gibt es hierzu bislang keine genaueren Aussagen. Maria Island sei ein wichtiger Teil des Tierschutzprogramms zur Rettung des Tasmanischen Teufels. Man beobachte dieses kontinuierlich, bei Bedarf würde es angepasst, zitiert »The Australian« einen Regierungssprecher.

Quelle:https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/tasmanische-teufel-toeten-tausende-pinguine-auf-australischer-insel-a-8baa0c96-f74a-43d8-9f66-06036d4d1579

(28.06.2021, 09:23)
cajun:   Ob das stimmt oder nicht, ist bis heute offen. Hier wird man aber auf kryptozoologischen Seiten, wie der im Link angehängten immer wieder fündig.

http://www.messybeast.com/genetics/anomalous-bigcats.html

Viel Spaß beim Schmökern!
(29.11.2010, 19:29)
Anti-Erdmännchen:   Stimmt es eigentlich, daß es in England einige wildlebende Pumas sowie Leoparden gibt?
Falls ja, werden die sich wahrscheinlich von den Bennettkänguruhs und Wasserrehen ernähren ...
(29.11.2010, 06:10)
IP66:   Ich könnte mir eine Aussiedlung von Steinböcken auch in den Karpaten vorstellen, weiß aber nichts darüber.
(13.06.2008, 11:42)
Anti-Erdmännchen:   Auf was man nicht alles achten muß. Diese Merkmale schließen den Alpensteinbock tatsächlich völlig aus.
(06.06.2008, 17:07)
Michael Mettler:   Sieht mir eher nach Nubier aus, z.B. wegen des langen Bartes und der kontrastreichen Beinzeichnung, die gegen Alpensteinbock sprechen. Es sei denn, es ist ein Exemplar des geheimnisvollen "Texas ibex"... Angesichts der auf der Seite zu sehenden Schafböcke würde ich wetten, dass der "Texas ibex" eine auf Trophäengröße selektierte Kreuzung aus Nubischem Steinbock und Hausziege darstellt...
(06.06.2008, 11:13)
Anti-Erdmännchen:   @ M.M.
Das auf dem Bild zu sehene Tier scheint mir aber ein Alpensteinbock zu sein.
(06.06.2008, 09:31)
Michael Mettler:   Ich hatte zwar eine Ansiedlung von Steinböcken zu Jagdzwecken in Texas im Hinterkopf, aber Google spuckt dafür keine Alpen-, sondern Nubische Steinböcke und einen "Texas ibex" (?) aus. Da es aber auch ganz gut zum Thema Ansiedlungen passt, anbei ein Link zu einer Seite, die einen Überblick über die Fauna texanischer Jagdfarmen bietet:
http://www.huntinfo.com/kgexotics/
Etwas skurril ist die Jagdmöglichkeit auf Haustiere (obwohl unsere heimischen Jäger ja auch solche erlegen, wenn auch nicht gerade Paarhufer), aber unter den Wildformen findet sich auch allerlei Bemerkenswertes, siehe "Dhama gazelle"...
(06.06.2008, 09:23)
Anti-Erdmännchen:   Gemsen sollen zwar auch in Mittelgebirgen vorgekommen sein, aber seit Menschengedenken gab es da wohl keine Bestände mehr. Auch im Schwarzwald wurden nur hin und wieder vagabundierende Einzeltiere gesichtet, bis die Ansiedelung dann planmäßig erfolgte.
(06.06.2008, 09:03)
Klaus Schüling:   Sind denn Gemsen auf der Schwäbischen bzw. Fränkischen Alb das Resultat von Ansiedelungen?
(05.06.2008, 22:34)
Anti-Erdmännchen:   Weiß jemand, oder der Alpensteinbock irgendwo außerhalb der Alpen angesiedelt wurde? Ich meinte mal von einer Auswilderung im Taunus gelesen zu haben, finde darüber aber keine Informationen mehr.

Außerdem wüßte ich noch gerne, wie hoch der Gemsenbestand auf der Schwäbischen Alb ist, und ob es Gemsen auch auf der Fränkischen Alb gibt.

Vielen Dank.
(05.06.2008, 11:29)

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