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Exotische Tiere in Circussen



Ralf Sommerlad:   Herr Mettler hat vollkommen Recht!
Nein, ich halte die Giraffenhaltung im Zirkus schon immer für unvertretbar wie die anderer Tierarten! Jeder, der sich gegen die Haltung bestimmter Arten in Zirkussen wendet, kann mit meiner Sympathie rechnen. Gerade die jüngsten Vorkommnisse in Bezug auf Elefanten, die ausreichend in den Medien kommuniziert worden sind aber hier offenbar nicht auf besonderes Interesse gestossen sind, haben meine schon stets sehr kritische Haltung gefestigt.
(28.02.2012, 10:53)
Dan Koehl:   Liz und Michael, Ich uberlege uhm die drei Afrikanern bei Holiday (Fam. Spindler) 0,3 Lilly, Suna, Temba (alle 27J). Es kann sein Ich habe dem in Datenbank bei Roland Spindlers Vater Bernhard Spindler, Berolina http://www.elephant.se/location2.php?location_id=113&show=6
(27.02.2012, 21:11)
Michael Mettler:   P.S., um meinen letzten Satz zu begründen: Damit meine ich nicht nur, das Fluchttier Giraffe "zur Ruhe zu bringen", sondern auch den Umstand, dass Giraffen tiergärtnerisch als stockkonservativ gelten. Hediger nennt den Fall einer Giraffe, die zeitlebens nicht zu bewegen war, eine Stalltür in beiden Richtungen zu benutzen. Sie ging grundsätzlich nur zu einer Tür hinaus und musste durch eine andere wieder hinein gelassen werden... Tiere mit solchen Veranlagungen zu Circusauftritten an den unterschiedlichsten Orten zu bringen, ist - egal wie man zur Giraffenhaltung im Circus steht - objektiv betrachtet eine reife Leistung. Wie überhaupt die Kunst ja weniger darin besteht, einem Circustier etwas beizubringen, sondern eher darin, das Antrainierte möglichst jederzeit und überall abrufen zu können.
(03.01.2012, 10:00)
Michael Mettler:   @Liz: Ich weiß zwar nicht, wie das in jüngerer Zeit aussah, aber früher bestanden die Manegenauftritte von Giraffen z.B. daraus, dass sie ein paar Runden mit einem Reiter auf dem Rücken drehten (Circus Knie) oder still am Fleck standen, während ihnen ein Pferd unter dem Bauch hindurch und Achterfiguren um die Beine lief (Circus Krone). In den Frühzeiten der europäischen Giraffenimporte hatte es ein Dresseur mal geschafft, zwei Giraffen vor einen Prunkwagen zu schirren. Ansonsten denke ich, dass eine Giraffe im Circus beim Publikum ungefähr die gleiche Wirkung auslöst wie ein menschlicher Stelzenläufer: Man schaut staunend hinauf und erwartet nicht unbedingt zusätzliche Kunststückchen...

Im Gegensatz zu Elefanten, Bären oder Affen, mit denen ja meistens eine ganze Reihe unterschiedlicher Tricks vorgeführt werden, scheinen mir Giraffen, Nilpferde und Nashörner im Circus hauptsächlich dem Zweck zu dienen, durch zursätzliche populäre Riesentiere eine abwechslungsreichere optische Wirkung zu erzeugen. Denn auch Nashorn und Nilpferd zeigten in der Manege zu den Zeiten, als ich es noch selbst sah, kaum mehr, als hinter einem Menschen her zu laufen, ihn auf dem Rücken zu tragen und/oder ein Podest zu besteigen (manchmal als optischer Mittelpunkt der übrigen "Exotenkarawane" aus Kamelen, Rindern usw., die um sie herum ihre Runde drehte). Die größte Dressurleistung dürfte vor allem bei Giraffen m.E. schon darin bestehen, sie überhaupt an das Reiseleben und den Aufenthalt in der Manege zu gewöhnen.
(03.01.2012, 08:50)
Dennis Ismer:   @Liz Das Buch "Wie man Tiere im Circus ausbildet" von Prof. Dr. Klaus Zeeb, wie dir sicherlich bei der Suche auf eine Antwort helfen. Das Buch ist übrigens auch hier zu bestellen.
(02.01.2012, 22:05)
Liz Thieme:   Krone hat ja auch noch ein Breitmaulnashorn und ein Flusspferd.

Was macht man denn mit Giraffen in einem Zirkus? Mir wird ganz blümerant, wenn ich daran denke, dass die irgendwelche "Kunststückchen" machen sollen.
(02.01.2012, 21:54)
Oliver Jahn:   Der Zirkus Voyage hatte vor drei Jahren auch noch ein Breitmaulnashorn und eine Giraffe. Die Nilpferdhaltung aber sprengte wirklich alle Skalen nach unten hin, die es für die Tierhaltung nur gibt. Und ich empfinde es wirklich als sehr unverständlich, warum dieses Gesetzesinitiative nicht durchgegangen ist.
(02.01.2012, 20:39)
Liz Thieme:   Michael, das tue ich auch.
Es ist nur immer interessant mit anderen Quellen zu vergleichen.
(02.01.2012, 14:09)
Michael Mettler:   @Liz: Ich weiß aus den EEG-Heften, dass manche Circusse in Abständen ihre Namen ändern (siehe Circus Afrika), sich untereinander mit Tieren "aushelfen" und - wie man schon an deiner Auflistung sieht - manche Elefanten nicht zeitlebens den gleichen Namen behalten. Da muss man wohl schon ziemlich "dicht dran" bleiben, um den Überblick zu behalten... Einige EEG-Mitglieder besuchen offenbar sehr regelmäßig die Halter, so dass ich der dortigen Liste in Sachen deutscher Circusse eigentlich mehr Aktualität zutraue als der Datenbank elephant.se.
(02.01.2012, 13:35)
Peter Lohse:   @Dennis Ismer
Ich kann daran nichts Erfreuliches sehen.
Ich kann mich noch an die Tierschauen ende der fünfziger Jahre erinnern, wo Raubkatzen, Bären, Affen, und andere Wildtiere in erbärmlichen Behältnissen den Leuten vorgeführt wurden. Obwohl ich da noch ein kleiner Junge war, kam auch damals schon das kalte Grausen. Ich muß auch keine Elefanten, Raubkatzen oder andere sehen die wie dressierte Pinscher Männchen machen. Da es sicher Schwierig ist alle Tiere unterzubringen, sollte man meiner Meinung nach zumindest damit anfangen Zirkussen die Neuanschaffung von Wildtieren zu verbieten.

(02.01.2012, 13:20)
Liz Thieme:   @MM ich habe die von dir erwähnten Circusse noch mal bei elephant.se gesucht.
Der Circus Aramant aus Berlin hat einen Elefanten gehalten, Bimbo. Allerdings wird er dort als abgegeben an Josef Gärtner angegeben und vermutlich gestorben. Josef Gärtner hatte seinen Sitz in Jugoslawien, der Circus ist seit 1996 geschlossen.
Auf der Internetpräsenz zeigt Aramant allerdings weiterhin Elefanten, wobei die Bilder recht alt scheinen und der Auftritt im Netz nicht aktuell bzw. es scheint mehr ein Zirkus zum Mieten zu sein, die Zelte stehen in Wiesenburg, zwischen Berlin und Magdeburg.

Ein Zirkus Luna ist in der Datenbank nicht vertreten. Dessen Internetseite zeigt ebenfalls einen afrikanischen Elefanten, Baby. Als weitere Tiere haben die Dromedare, Braunbären und Pferde, sowie andere Haustiere.

Und auch Holiday lässt sich in der Datenbank nicht finden und auch keine Homepage.
(02.01.2012, 12:56)
Dennis Ismer:   @MM Die Verbotsinitiative wurde schon im Dezember vom Bundestag "ohne Absprache" abgelehnt, was mich persönlich sehr freut.
(02.01.2012, 10:14)
Michael Mettler:   @Liz: Da sich ein paar Meldungen im EEG-Magazin mit Circussen befassen, lässt sich allerdings auch diese Unklarheit lösen: Gandhi heißt dort Gandia und ist eine Asiatin.

Von den Tieren her stimmt die LA-Liste im Magazin mit deiner Aufstellung weitgehend überein, allerdings differieren die Altersangaben bei einigen Elefanten (teilweise erheblich), und auch die Schreibweisen sind nicht immer gleich (aber phonetisch ähnlich genug). In der EEG-Liste tauchen als Halter nicht auf: Amedeo Folco und Circus Busch (Carl Scholl) und damit deren 1,2 Afrikaner, außerdem fehlt dort die Kuh Baby von Kaselowsky. Ergänzend zu deiner Liste sind dagegen zu finden:
Circus Aramannt 0,1 Tembo (26J)
Circus Luna 0,1 Baby (27J)
Holiday (Fam. Spindler) 0,3 Lilly, Suna, Temba (alle 27J)

Außerdem stelle ich gerade fest, dass wir uns beide jeweils bei der Gesamtzahl verzählt hatten. In der EEG-Liste sind es nur 32 (2,30) Afrikaner (ohne Platschow) und bei dir - wenn ich die nunmehr identifizierten "Unbekannten" dazu rechne - 3,26 + 0,2, also 31 Afrikaner.

Sayda/Saida im Circus Universal Renz (laut EEG-Magazin "nur" 46 Jahre alt) ist übrigens eine Rückkehrerin in den Circus, denn sie wurde nach dem Tod ihrer Artgenossin aus stationärer Haltung im Erlebnistierpark Memleben wieder "on tour" geschickt.

Und da es in diesem Thread und in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Teilhaltungsverbot für Circustiere nicht nur um Elefanten geht: Laut einer der Meldungen im Magazin hält der Circus Atlas neben dem Afrikanerbullen Rambo auch zwei Giraffen, und der Circus Voyage hatte zumindest vor zwei Jahren ein Flusspferd.
(01.01.2012, 19:07)
Michael Mettler:   @Liz: Kann ich ja mal mit der EEG-Liste abgleichen. Schon vorab: Von den drei "Unbekannten", die in der EEG-Liste unter "Circus Afrika" stehen, sind Chitana und Moja weitere Afrikanerinnen, Gandhi ist dort nicht genannt.
(01.01.2012, 17:50)
Liz Thieme:   Da ich eh schon gerade dran bin lauter Datenbanken wegen unterschiedlichen Dingen zu befragen, kann ich auch mal eben wegen den Elefanten in deutschen Zirkussen gucken.
Quelle: elephant.se

72 Zirkusse mit 154 Elefanten in Deutschland (aktuelle und ehemalige):
60 (4,56) lebend, 94 (16,74) tot

Adriana Folco-Althoff: (0,1) – EM: Baba (Baby), 42J
Afrikas Big Circus (Don Carlos, Circus Montecarlo) Jonny Weisheit: (0,4) – unbekannte Art (?): Gitana (Schitana), Gandhi, Moja; LA: Tonga
Alexander Scholl: (0,2) – EM: Mamba, Mia
Amedeo Folco: (0,4) – EM: Giulia (Julina), 39J, Sharon, 38J; LA: Niglo, Tschai
Andreas Quaiser: (0,1) – EM: Baby, 31J
Armando Renz: (0,2) – EM: Delhi, 30J, Laica (Leika), 28J
Artland Showtierfarm (Lutz Freiwald), Badbergen: (0,1) – LA: Buba (Kenia), 34J
Bernhard Casselly (Bernhard Kaselowsky): (0,2) – LA: Baby, 30J, Ramboline (Rambo), 31J
Circus Atlas (Circus Frankello), Aufhausen: (1,0) - LA: Rambo (Dumbo), 29J
Circus Berolina (Spindler), Berlin: (0,4) – LA: Kenia, 30J, 3 namentlich unbekannt
Circus Busch (Karl Scholl): (1,0) – LA: Dumbo, 26J
Circus Carl Busch, Dürrwangen-Haslach: (0,2) – EM: Karla, 42J; LA: Mashibi, 28J
Circus Krone, München: (1,7) – EM: Dehli (Delhi), 40J, Burma, 37J, Mala, 47J, Bara, 37J, Colonel Joe (Dillinger, Wise Guy), 48J; LA: Sandrin, 29J, Kenia, 29J, Aisha, 29J
Circus Mustang (Quai Weisheit): (0,4) – EM: Mädi, 47J, Lahari, 48J, Lakme, 42J, Henrietta, 47J
Circus Renz-Berlin (Bernhard Renz), Berlin: (0,2) – EM: Rani, Carla
Circus Universal Renz (Alois and Daniel Renz), Friedberg, Hessen: (0,4) – EM: Saida, 56J, Maya, 31J; LA: Baby, Mousi
Circus Voyage (Alois Spindler): (0,5) – LA: Malou, 40J, Chupped, 34J, Mausi, 26J, Sabi, 26J, Mogli 36J
Franz Renz: (0,1) – EM: Seila (Sheila)
Josef Holzmüller, Speyer: (0,2) – EM: Mara, 39J, Rani, 39J
Lars Hölscher: (0,3) – EM: Wanna Banna (Wanna Manna), Dehli, 35J; LA: Sonya (Sonja), 37J
Rene Casselly: (1,3) – LA: Kimba, 23J, Tonga, 23J, Nanda, 29J, Mambo, 29J
Zirkus May (Jonny May-Frank): (0,2) – EM: Dunja, 43J; LA: Deala

EM: 1,28
LA: 3,23
unbekannt: 0,3

Platschow läuft dort als privat und nicht als Zirkus.

Also etwas andere Daten als im EEG-Heft.
(01.01.2012, 16:53)
Michael Mettler:   Um zumindest für eine der fraglichen Tierarten eine Stückzahl nennen zu können: Im aktuellen EEG-Elefantenmagazin befasst sich ein Artikel mit den in deutschen Circussen gehaltenen Afrikanischen Elefanten. Eingerechnet wird in diesem Fall auch der Bestand des Elefantenhofes Platschow; wahrscheinlich, weil einige der Elefanten mit externen Auftritten für Einnahmen sorgen. Da ich nicht weiß, wie viele von den gehaltenen Individuen, und alle Tiere wenigstens einen "festen Wohnsitz" in Platschow haben, ziehe ich die dortigen 1,7 Afrikaner mal von der Liste ab. Bleiben immer noch 34 Afrikanische Elefanten (darunter zwei Bullen), verteilt auf 15 Halter. Keines dieser Tiere ist unter 24 Jahre alt, für 18 davon werden deformierte Beine angegeben, für 15 (z.T. die gleichen Individuen, z.B. einen der beiden Bullen) starker Minderwuchs.

Die Zahl der Zoos, die zur Aufnahme von Elefanten bereit wären, die für das Zuchtprogramm altersbedingt nicht mehr einsetzbar sind und/oder irreparable körperliche Schäden zeigen, dürfte sich vermutlich in überschaubarem Rahmen halten, zumal ja gleichzeitig oft genug neue Plätze für alte Zooelefantinnen und heranwachsende Jungbullen gesucht werden.

Und wie gesagt, die oben genannten Zahlen beschränken sich auf Afrikanischen Elefanten. Es gibt ja auch noch diverse Asiaten in Circus-Haltung, für die bei Haltungsbeendung ebenfalls Pensionsplätze gesucht werden müssten. Auch das sind sämtlich "ältere Damen" - der einzige (?) Bulle (Colonel Joe im Circus Krone) ist nicht nur ein Kastrat, sondern m.W. auch Eigentum eines ausländischen Besitzers, würde also vermutlich eher außer Landes gebracht als einem Zoo übereignet werden.
(01.01.2012, 15:01)
Liz Thieme:   Michael, da hast du Recht. In meinem Kopf hatten sich die Medienberichte festgesetzt, in denen immer wieder über die Übernahme der Zirkustiere in Auffangsstationen etc berichtet wurde.
Wenn der Beschluss so durchgesetzt wird in einem Gesetz, dann gilt es entsprechend nur für die Zukunft bezüglich neuer Tiere. So dass Zucht und Neuaufnahme von den entsprechenden Tieren nicht erlaubt ist.
Und wieder einmal gibt es Zweifel an der Presse und ihren Aufgaben.... *seufz*

Und irgendwie bin ich so auch froh darüber, denn in mir hinterlässt das mit den Auffangstationen kein gutes Gefühl. Was allerdings sehr subjektiv wieder durch die Medien beeinflusst ist.
(29.11.2011, 22:07)
Klaus Schüling:   Liz hat unten eine unglückliche Zusammenstellung von Ausschnitten aus der "Entschließung des Bundesrates zum Verbot der Haltung bestimmter wild lebender Tierarten im Zirkus"
gegeben.
Insbesondere unterscheidet sie nicht zwischen dem Text der Entschließung, die an die Bundesregierung gerichtet ist, und deren Begründung.

Hier der Originaltext:
http://www.bundesrat.de/cln_161/SharedDocs/Drucksachen/2011/0501-600/565-11_28B_29,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/565-11%28B%29.pdf
(27.11.2011, 10:55)
Michael Mettler:   @Liz, da steht "Lebensdauer", nicht "Lebensalter". Es hat auch in Zoos diverse Fälle gegeben, in denen die Haltung einer Tierart nur noch bis zum Ableben oder der Abgabe jener Individuen genehmigt wurde, die bei Inkrafttreten neuer Richtlinien vorhanden waren - also eine Art "Wohnrecht auf Lebenszeit".
(26.11.2011, 22:15)
Liz Thieme:   Michael, da ich das Alter der Elefanten, Nashörner, Flusspferde etc nicht kenne, muss ich davon ausgehen, dass nicht alle unter diese Frist fallen.
Es werden genügend Tiere sein, von denen sich die Zirkusse trennen müssen.
(26.11.2011, 21:44)
Michael Mettler:   @Liz, so offen bleibt das doch gar nicht: "Für bereits vorhandene Tiere soll unter
Berücksichtigung deren Lebensdauer eine Übergangsfrist vorgesehen werden." Das könnte also darauf rauslaufen, dass die Circusse ihre Tiere noch bis zu deren Tod behalten dürfen.

Dass bereits 13 EU-Länder strenge Regelungen haben, hätte ich nicht gedacht.
(26.11.2011, 21:11)
Liz Thieme:   >Der Bundesrat hat in seiner 890. Sitzung am 25. November 2011 beschlossen, die
aus der Anlage ersichtliche Entschließung zu fassen.
Die Bundesregierung möge dem Bundesrat unverzüglich eine Rechtsverordnung
gemäß § 13 Absatz 3 Satz 1 des Tierschutzgesetzes zuleiten, die das Halten von
Tieren bestimmter wild lebender Arten in Zirkusbetrieben verbietet. Das Verbot soll
insbesondere für Affen (nicht menschliche Primaten), Elefanten, Großbären,
Giraffen, Nashörner und Flusspferde gelten. Für bereits vorhandene Tiere soll unter
Berücksichtigung deren Lebensdauer eine Übergangsfrist vorgesehen werden. [...]
II. Zur Verfassungsmäßigkeit eines Verbotes bestimmter Wildtiere und im
Hinblick auf die Dienstleistungsfreiheit der EU
Das Verbot der Haltung bestimmter Tiere stellt einen Eingriff in die Be-
rufsfreiheit der betroffenen Personen dar, der aber als geringgradig zu be-
urteilen ist. [...]
Zirkusunternehmen bestehen in aller Regel aus einer Vielzahl von Präsen-
tationsnummern. Das Verbot der Haltung einiger weniger (nämlich 6 Tier-
arten) betrifft nur einen äußerst geringen Teil des beruflichen Tuns ange-
sichts der Vielfalt der Tierarten, die noch gehalten werden können. [...]
Die Dienstleistungsfreiheit zählt zu den Grundfreiheiten der EU und darf
durch das Recht der Mitgliedstaaten grundsätzlich nicht beschränkt wer-
den. Nach der ständigen Rechtsprechung des EuGH ist dies jedoch aus-
nahmsweise zulässig, wenn die folgenden vier Voraussetzungen erfüllt
sind:
a) Nichtdiskriminierung – im vorliegenden Falle besteht kein Unter-
schied zwischen inländischen und ausländischen Unternehmen. [...]
Andere Länder sind diesen Schritt längst gegangen. Mittlerweile gibt
es in 13 Ländern der EU ein vollständiges Verbot der Haltung von
Wildtieren im Zirkus oder starke Einschränkungen. [...]
Es gibt in Deutschland etwa zehn größere Zirkusse, einige mittlere und in
der Überzahl kleine und Kleinstzirkusse, die teilweise nur regional reisen
sowie 250 Unternehmen, die den reisenden Zirkusbetrieben zugeordnet
werden können.<

Nur mal ein kleiner Ausschnitt aus dem Beschluss vom 25.11.11.

Trotzdem bleibt offen, wohin die Tiere gehen. Und ich würde gerne den Zoo sehen, der die Tiere aufnimmt.
Und welche Auffangstation kann ein Nashorn aufnehmen? etc pp
(26.11.2011, 20:35)
Sven P. Peter:   @Michael: Bei den Löwen dürfte es eine Einzelsituation sein, ansonsten sind die EEPs da ja nicht so kompliziert.
(26.11.2011, 20:19)
Michael Mettler:   @Hannes: Erst mal geht es ja wie gesagt (noch) nicht um Großkatzen, Reptilien usw.

Die Circus-Elefanten sind in den EEG-Publikationen relativ gut dokumentiert. Wobei dort auch zu lesen ist, wie verwickelt hie und da die Eigentumsverhältnisse sind. Nicht jedes Tier (gilt nicht nur für Elefanten), das in einem Circus gezeigt wird, gehört dem Circus selbst. Manche sind Eigentum ihrer Dresseure und vom jeweiligen Circus lediglich "im Paket" engagiert. Wenn ein solcher "Subunternehmer" seinen Stammsitz im Ausland hat, würde er beim geplanten Haltungsverbot in Deutschland schlichtweg hier keine Engagements mehr annehmen können, aber die Tiere wären dann nicht automatisch aus der Circusbranche raus...
(26.11.2011, 20:11)
Hannes Lüke:   Ich habe just in einem Artikel gelesen,dass unter der Beobachtung irgendeiner Behörde aktuell 10 große Zirkusunternehmen in Deutschland stehen und 250 (!!) "Mitreisende" Unternehmen.

Wenn ich da nicht nur an die Tiger und Löwen denke sondern auch an die unzähligen Rhesus, Berberaffen, Pavianen in den Tierschauen die so schon kein Zoo oder auch kaum ein Privatmann haben will. Zudem kommen noch alles was man an KLeintiere sonst so mitführt, was hat man da nicht schon gesehen, Stachelschweine, alles was die Reptilienzoos mithaben (ist ja nicht so das die Auffangstationen sich über noch mehr 5 Meter Pythons, Kaimane und Geierschildkröten freuen).

Gibt es irgendwo eine Liste mit den Mitgeführten Tieren?


Anbei der Artikel: http://de.nachrichten.yahoo.com/bundesrat-gegen-wildtierhaltung-zirkusbetrieben-120517128.html
(26.11.2011, 19:38)
Michael Mettler:   @Sven: In solchen Fällen könnten auch Vorgaben der EEPs eine Rolle spielen. M.W. vergibt z.B. das EEP für Indische Löwen nur an solche Zoos Tiere, die keine Nicht-Inder halten. Somit könnte wahrscheinlich ein Zoo, der Indische Löwen hält, im Umkehrschluss auch keine Circuslöwen aufnehmen, ohne Gefahr zu laufen, dass ihm die Inder abgezogen werden...?
(26.11.2011, 19:36)
Sven P. Peter:   Es gab ja auch den Fall, dass die Tiger vom Walliser in einem Zoo unterkommen sollten weil der Zirkus geschlossen wurde und er das Futter nicht zahlen konnte. Das war in Nürnberg und obwohl in den Raubtierhaus zu dem Zeitpunkt nur vier Raubkatzen leben, es aber einige mehr Innengehege gibt, sagte der Zoo, er könne die Tiere auch nicht für einen kurzen Zeitraum übernehmen.
(26.11.2011, 18:30)
Liz Thieme:   @Sven, genau das war mein Grund für die Frage. Wie oft erleben wir es, dass händeringend Abnehmer für Tiere (va Großtiere) gesucht wird und keiner will/kann sie nehmen. Und nun soll ein Zirkustiger schneller und besser und lieber einen neuen Platz bekommen als ein Zootiger?
Ich zweifel da sehr an dieser Aussage und der vorausgehenden Umfrage.
(26.11.2011, 17:21)
Sven P. Peter:   @ Klaus Schlüling:
"Unser Charly" wird nach der aktuellen Staffel sowieso eingestellt nach starken Protesten von Tierschützern.

@Liz:
Ich sehe das auch als problematisch die Tiere unterzubringen, kann man schon oft Großtiere aus Zoos die aufgelöst werden nicht vermitteln.
Ich denke die Tiere werden alle samt ins Ausland gebracht wo Tierzirkus noch erlaubt ist.
(26.11.2011, 14:27)
Michael Mettler:   @Klaus, in punkto unterschiedlicher Behandlung: Warum dann bei dir nur "keine Großtiere und Affen"?

Und warum eigentlich insgesamt die Unterscheidung zwischen Wildtier und Haustier? Ob z.B. die Haltung eines Pferdes im Circus "artgerechter" ist als die eines Zebras..? Der Raum-, Bewegungs-und Sozialbedarf ist m.E. der gleiche, und m.W. kommen auch Pferde nicht "sattelfertig" auf die Welt, sondern müssen an die "Haustierbehandlung" erst gewöhnt werden.

Über Elefanten denke ich übrigens, dass die in gewisser (!) Hinsicht zu Zeiten der Wandermenagerien ein "artgerechteres" Leben führten als im modernen Circus. Statt nur in der Manege Bewegung zu bekommen, mussten sie damals immerhin weite Strecken zwischen den Städten zu Fuß zurücklegen und konnten sich dabei zudem noch mit Grünfutter am Wegrand versorgen... Aber mit natürlicher Sozialstruktur usw. hatte auch das natürlich nichts zu tun.

Ganz andere Frage: Was unterscheidet eigentlich rein sachlich bzw. aus der Warte des Tieres betrachtet einen handaufgezogenen Papageien in der Flugshow eines wissenschaftlich geleiteten Zoos von einem "Filmschimpansen"? Egal, ob ich Befürworter oder Gegner bin, viel Unterschied sehe ich da für das Tier (!) nicht.
(25.11.2011, 23:44)
Klaus Schüling:   Ich möchte keine Großtiere und Affen in Circussen sehen.
Warum man Bären und Katzen unterschiedlich behandelt, ist für mich sachlich nicht nachvollziehbar.
Menschenaffen gehören meiner Überzeugung sicher nicht in einen Showbetrieb - vielleicht kriegt man so auch endlich unsägliche Produktionen wie "Unser Charly" aus den Fernsehprogrammen.

(25.11.2011, 21:57)
Dennis Ismer:   Mir fällt gerade auf, dass mein Beitrag etwas missverständlich klingt.
Das Buch "Tierisch intelligent" zweigt, dass es Tieren im Circus sehr gut gehen kann.
(25.11.2011, 20:43)
Dennis Ismer:   Ich war und bin zwar für die Wildtierhaltung im Circus, aber ohne hier nun diskutieren zu wollen möchte ich jedem das Buch "Tierisch intelligent" empfehlen. Ich denke, dass es auch über Herrn Schüling zu bestellen sein wird.
Es handelt sich dabei um das Begleitbuch zu einer fünfteiligen Doku-Reihe die auf ARTE lief.
(25.11.2011, 20:35)
Michael Mettler:   M.W. gilt das (noch) nicht für ALLE Wildtiere, sondern vorerst "nur" für Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Giraffen, Großbären und Affen, und das auch mit einer Übergangsfrist. Zumindest die Zahl der (Breitmaul-)Nashörner, Flusspferde und Giraffen in deutschen Circussen dürfte sehr überschaubar sein, so dass man sie nicht gleich herdenweise "auffangen" müsste.

Allerdings frage ich mich, ob die Circusbetreiber Tiere dann nicht schlichtweg und legal an Auslandscircusse verkaufen könnten, wenn diese in ihren Ländern NICHT unter ein solches Haltungsverbot fallen. Ohne die Szene genau zu verfolgen, sind mir bisher vor allem Österreich und Großbritannien als Länder im Hinterkopf, welche Wildtierhaltung im Circus m.W. (gänzlich?) unterbunden haben.

Ich kann mir jedenfalls nicht so recht vorstellen, dass es für Tiere jeglicher Art, die sich im Eigentum eines Circusses befinden und deren Haltung bislang genehmigt war, quasi von jetzt auf gleich eine rechtliche Handhabe zu einer Beschlagnahme gäbe. Somit hätten doch die Circusse vermutlich erst mal noch selbst in der Hand, wohin sie ihre Tiere abgeben.
(25.11.2011, 19:01)
Liz Thieme:   Der Bundesrat hat heute über die Haltung von Wildtieren in Zirkussen diskutiert. So sollen diese in Zukunft nicht mehr gehalten werden dürfen.
Hierüber möchte ich jetzt nicht diskutieren. Mir geht es um den danach folgenden Punkt. Die Aufnahme der Zikustiere, denn diese müssen daraufhin anderswo untergebracht werden.
Eine hessische Tierschützerin (siehe RTL Interview) gibt an im November Umfragen bei Auffangstationen und teilweise Zoos durchgeführt zu haben und das Ergebnis ergäbe, dass in "kurzem Zeitraum bereits ein Großteil" der Tiere untergebracht werden könnten.
Ich frage mich nun, wie das wirklich ist.
Es gibt sehr viele Zirkusse die mit Wildtieren unterwegs sind und die sollen zum Großteil einen guten Platz finden in kurzer Zeit?
(25.11.2011, 18:27)
Ralf Sommerlad:   "various species of monkeys"...Es ist eine Schande, dass den Zirkussen hierzulande niemand das Handwerk legt.
(25.06.2010, 16:32)
Hannes Lüke:   Ganz wichtig ist, die suchen immer nach "cheap" :-)
(17.06.2010, 17:24)
Liz Thieme:   Sagt jemandem die "Safari Show" in der Lauinger Straße 47, 80997 München geführt von Klaus Nudlbichler/Köllner etwas?
Habe bei einer Suche aktuelle Suchanzeigen von dieser Show gefunden. Ua werden gesucht:
>lion,jaguar,puma,wolf,califonian sea lions,Urus arctos horribilis,various species of monkeys< >Canis dingo und verschiedene Primaten(Cebus-,Papio-,Macaca-Arten)< Die Raubtiere als Babys bzw höchstens 8 Wochen alt.

Wurde nicht immer gesagt, dass man Jaguare schwer in einem Zirkus zeigen kann?
(17.06.2010, 16:49)
Michael Mettler:   @Hannes Lüke: In Bezug auf Raubtiere wirst du auf jeden Fall in den Büchern von Hans-Jürgen und Rosemarie Tiede fündig, deren Spezialgebiet die Geschichte der Raubtierdressur und die Lebensläufe der Dompteure sind.
(04.06.2009, 21:18)
Hannes Lüke:   Hat jemand zufällig Bilder oder Quellen zu Bildern von den schienbar so spektakulären und heute undenkbaren Tiernummern Anfang des 20. Jahrhunderts? Ich bin gerade mit dem Buch von Otto Sailer-Jackson fertig und würde gerne mal Impressionen einiger seiner oder ähnlicher Nummern sehen.
Pyramiden von Zebras, Kamelen und Flusspferd, Elefantenwasserrutschen, Löwenpyramiden mit 14 und mehr Tieren. Elefantengruppen von über 20 Tieren im Zirkus etc.
(04.06.2009, 20:44)
Ralf Sommerlad:   Ach Gott, Hessen....wie konsequent die Hessische Landesregierung mit derart populistischen Aktivitäten kurz vor einer Landtagswahl ist, zeigt das geplante Verbot sogenannter „gefährlicher Tiere“ in Privathand – während der Handel mit Gefahrtieren und die gewerbliche Haltung auch in –vorsichtig gesagt- zweifelhaften Einrichtungen gestattet bleiben soll...Nehmen Sie also Hessen, auch was die Zirkusse angeht, nicht allzu Ernst! Da wird man selbstverständlich nach der landtagswahl wieder einen Rückzieher machen. Die Prüfung der Haltungsbedingungen in Zirkussen wird ja letztlich ebenfalls durch beamtete Trichinenbeschauer ( Amtstierärte) vorgenommen, deren Fachkenntnis zumindest zweifelhaft ist..
(17.10.2007, 09:48)
Bernardo:   Da es in Österreich tatsächlich keinen Großzirkus mehr gibt, ist diese Einschätzung der Sachlage nachvollziehbar. Darum ist es auch richtig, dass das österreichische Gesetz nicht auf Deutschland übertragbar ist.
(13.10.2007, 11:55)
IP66:   Es wäre möglich, daß die genaue Bestimmung der zu haltenden Arten die Sache gerettet hat. Vielleicht gab es in Österreich aber keinen Großzirkus, der dergleichen mit langem Atem durch die Instanzen tragen wollte. Die Kommission ist je keine rechtssetzende Instanz, sondern hätte als Kläger fungiert, was sie wohl angesichts der Stimmungslage im Volk nicht wollte.
(13.10.2007, 11:14)
Bernardo:   Das österreichische Gesetz verbietet die Wildtierhaltung in Zirkussen. In diesem Gesetz ist genau angeführt, welche Tiere gehalten werden dürfen. Dies sind Haustiere( domestizierte Tiere ) + Großkamele + Kleinkamele + Wasserbüffel, etc. ( siehe www.bkacms.bka.gv.at/2004/10/7animalprotectionact_neu.pdf). Dieses Gesetz trat Oktober 2004 in Kraft. Daraufhin hat die EU-Kommision Ende 2005 ein Vertragsverletzungsverfahren angekündigt. Dieses wurde aber mit Beschluss der EU-Kommission am 12. Dezember 2006 eingestellt. Ob Klagen einzelner Zirkusse anhängig sind, entzieht sich leider meiner Kenntnisse.
(13.10.2007, 00:11)
IP66:   Verbietet das österreichische Gesetz wirklich jegliche mobile Ausstellung von Wildtieren? Ich denke, daß sich das Verbot einzelner Arten, von denen eine Gefährdung für das Publikum ausgeht, einigermaßen rechtfertigen läßt. Wobei ja auch nicht die EU, sondern Gerichte entscheiden, ob die entsprechenden Gesetze (oder Verordnungen) mit den jeweiligen Rechtsordnungen übereinstimmen. Vielleicht hat sich ind er Alpenrepublik nur kein Kläger gefunden.
(12.10.2007, 11:19)
Jennifer Weilguni:   Wildtier ist aber eben auch nicht gleich Wildtier. Einen Elefanten etwa kann man in keinster Weise mit einem Waschbären vergleichen und einen Braunbären nicht mit einem Skunk in einen Topf werfen. Einem Zirkus generell die Haltung von Wildtieren zu verbieten müsste konserquenterweise auch heissen, allen anderen Privatmenschen die Haltung solcher Tiere zu verbieten. Hagenbeck würde sich freuen, viele Kleinzoos ebenso. Vielmehr müsste man eben durchsetzen, dass gesetzliche Mindestansprüche für das jeweilige Tier immer und überall einzuhalten sind, dann würde sich das mit der Haltung von größeren Wildtieren im Zirkus schnell von alleine regeln, denn welcher Zirkus kann schon Elefant, Bär und Co. auf Reisen den nach den Richtlinien vorgeschriebenen Mindestanforderungen auch nur annähernd gerecht werden ?
(12.10.2007, 07:45)
Andreas Hg.:   Stimmt. Allerdings hängt es wie von IP66 richtig vermutet am Gleichbehandlungsgrundsatz im deutschen Tierschutzgesetz.

Siehe dazu hier: http://freenet-homepage.de/TeA/wildtierverbot.htm

Das ist zwar eine ziemlich emotionale, sich auch mehr oder weniger gegen Zoos richtende Seite, die gemachten Angaben zum angestrebten Wildtierzirkusverbot bieten aber m.E. einen recht brauchbaren Abriß über die entsprechenden politischen Bemühungen der letzten Jahre (und wurden auch mit Quellen belegt).
(11.10.2007, 22:46)
Bernardo:   Ich möchte nur erwähnen,dass ein Wildtierhaltungsverbot im Zirkus nicht an EU-Gesetze scheitert. In Österreich ist ein solches Gestz seit einigen Jahren in Kraft. Es wurde auch von der EU mitgeteilt, dass dieses Gesetz den EU-Richtlinien entspricht.
(11.10.2007, 21:54)
Jennifer Weilguni:   Also ich war bisher nur zweimal als Kind im Zirkus (Simemoneit Barum und Krone)und muss sagen, dass ich kein wirklicher Freund von Wildtieren im Zirkus bin. Aber so, wie es bei Zoos und Tiergärten gute Beispiele und schwarze Schafe gibt, so gibt es eben auch beim Zirkus Einrichtungen die zumindest versuchen ihren Tieren ein angenehmes Umfeld zu bieten und dann eben auch "Schmuddel-Zirkusse" in denen die gehaltenen Tiere elend vor sich hinvegetieren. Ähnlich ist es ja auch bei der Heimtierhaltung. Die einen bauen ganze Zimmer zu Volieren um um einer Gruppe Wellensittiche viel Flugraum zu bieten, die anderen halten ihren Piepmatz in einem winzig kleinen Käfig in Einzelhaft. Darum finde ich, darf man sicherlich auch nicht die Tierhaltung im Zirkus als generell verwerflich hinstellen, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass Wildtiere im Zirkus nicht unbedingt sein müssen. Am meisten Respekt habe ich übrigens vor DEN wenigen Dompteuren, die es schaffen Hauskatzen zu dressieren, aber dem Otto-Normal-Zirkusbesucher ist das eben nicht Nervenkitzel genug. Alle Zirkusse in einen Topf zu werfen ist aber sicherlich unfair.
(10.10.2007, 13:28)
IP66:   Ich könnte mir vorstellen, daß ein Wildtierhaltungsverbot im Zirkus einmal an Bestimmungen der EU zur Gewerbefreiheit, zum zweiten auch am Grundsatz der Gleichbehandlung (der Zirkusse mit Zoos oder Privathaltern) scheitern wird. Ich fände es auch etwas eigentümlich, wenn die Aufstellung eines Käfigs mit Degus in einem Gartenschuppen erlaubt, in einem Zirkuswohnwagen dagegen verboten würde.
(10.10.2007, 11:18)
Ulli:   Vielleicht interessant für diesen Thread:

Artikel der Frankfurter Rundschau vom 10.10.2007:

Zentrales Register / Hessen würde Wildtiere in der Manege am liebsten verbieten

VON ANDREAS KRAFT

Heute könnte ein großer Tag für Vierbeiner werden. Der Landwirtschaftsausschuss im Bundestag berät darüber, ob ein "Zirkuszentralregister" geschaffen werden soll. Damit sollen Städte und Landkreise die Zirkusse besser kontrollieren können. Derzeit sei nicht zu überprüfen, ob Auflagen eingehalten werden. "Wenn eine Stadt etwas fordert, zieht der Zirkus einfach weiter", sagt Madeleine Martin, Tierschutzbeauftragte des Landes. "Die Behörde am nächsten Auftrittsort weiß dann nichts von der Auflage." Künftig sollen sich die Veterinärämter vor der Kontrolle über den Zirkus in der Datenbank informieren können.


Gescheiterte Initiative

Die Idee kommt aus Hessen und soll dafür sorgen, dass es den Zirkustieren besser geht. Schon länger macht sich die Regierung Koch stark für die Rechte der Tiere. Elefanten oder Bären sollen von der Arbeit in der Manege befreit werden. Seit Jahren fordert die Landesregierung sogar, Zirkussen die Haltung von Wildtieren zu verbieten. 2003 startete das Land eine Bundesratsinitiative. Sie scheiterte. Doch Martin gibt nicht auf.


Ihre Stelle wurde in der Regierungszeit von Walter Wallmann (CDU) geschaffen. Damals setzte sich ein junger Landtagsabgeordneter dafür besonders vehement ein. Sein Name: Roland Koch. Seine landespolitische Karriere startete er als umweltpolitischer Sprecher der CDU. Allein sein Gegner sicherte ihm Aufmerksamkeit. Koch suchte daher immer wieder die Auseinandersetzung mit Joschka Fischer (Grüne). Wohl auch, weil er sich von einem neuen umweltpolitischen Profil der CDU Wählerstimmen erhoffte.

Schon damals sah er ein Problem darin, wie Tiere in Zirkussen gehalten werden. Als Hessen seinen Gesetzesvorschlag 2003 dem Bundesrat vorlegte, setzte sich Koch im Plenum persönlich für ein Zentralregister ein. Und dafür, dass Affen, Elefanten und Bären nicht mehr im Zirkus auftreten dürfen. Im Bundesrat fand sein Vorschlag eine Mehrheit. Im Bundestag nicht. Die Widerstände der Zirkusdirektoren waren groß. 100 Zirkusse zogen in einer Demonstration mit ihren Elefanten und ihren Zirkuswagen durch Berlin.

Heute aber könnten Koch und seine Tierschutzbeauftragte in ihrem Kampf für die Tiere eine Schlacht gewinnen - wenn der Landwirtschaftsausschuss dem Zentralregister zustimmt. Dies könnte Koch als seinen Verdienst verbuchen. Schließlich geht die Idee auf ihn zurück. Zirkusdirektoren sind zwar skeptisch. Dem Applaus der Tierschützer können sich die Politiker aber sicher sein.

Auch wenn das Wildtierverbot derzeit nicht diskutiert wird, will die Politik laut Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbunds, dran bleiben. "Dann könnte man auch beurteilen, wie sich die Tiere entwickeln", sagt Schröder zur Frage des Zentralregisters. "Heute weiß ja niemand, wie viele Zirkusse es überhaupt gibt. Geschweige denn, welche Tiere dort leben."

Die Tierschützer freut's. Und für Koch und Martin ist die Allianz schon jetzt ein Erfolg: Auf Internetseiten engagierter Tierschützer taucht Hessen immer wieder auf. Als das Bundesland, das sich für die Tiere einsetzt.
(10.10.2007, 09:49)
Alexander Fuchs:   Tiere die vom Aussterben bedroht sind, sollte man nichr im Zirkus zeigen.
(06.10.2007, 01:17)
IP66:   In dem alten Thread gibt es zu dieser Frage eine große Anzahl von Stellungnahmen!
(05.10.2007, 17:52)
Hannes Lüke:   Hi,
ich will ja nicht stören aber wir haben schon einen Thread über Exoten im Circus.

P.S. Die Seite www.chapiteau.de gibt gute infos.
(05.10.2007, 17:46)
Zooinsider:   Sven melde dich mal wieder bei mir!
(05.10.2007, 16:43)
Zooinsider:   Entschuldigung! Meine natürlich Circus Charles Knie.
(05.10.2007, 16:41)
Zooinsider:   Mir fällt da noch Circus Charles Kinie mit Emus und einem Roten Riesenkänguru ein. Außerdem gab es bei Barum noch Chapmann-und Damarazebras. Sind Damara-und Grantzebras eigendlich die selben?
(05.10.2007, 16:40)
Sven P. Peter:   Zirkus Fliegenpilz hatte Jahrelang Pumas, ein Zwergflusspferd und wenn ich mich recht entsinne einen Trauerschwan in der Show.
(05.10.2007, 16:36)
Sacha:   Der Circus Royal in der Schweiz zeigt aktuell in der Vorführung Brillenpinguine. Und wenn ich mich recht erinnere, war letztes Jahr ein Zwergflusspferd in dessen fahrenden Zoo.
Vor einigen Jahrzehnten hatte der Schweizer Nationalcircus Knie zwei Gorillas in seiner Tierschau.
Die Frage ist, ob z.B. Breitmaulnashorn und (grosses) Flusspferd auch als besondere Exoten angesehen werden. Da gäbe es sicher auch noch einige Circus-Unternehmen, die diese Arten mitführen bzw. mitführten.
(05.10.2007, 16:33)
Zooinsider:   Ich war neulich im Circus Barum und habe da ein Breitmaulnashorn gesehen. Welche Circusse kennt Ihr, die besondere Exoten halten. Da mit meine ich nicht Tiger, Löwen, Lamas, Trampeltiere, Dromedare, Elefanten usw. sondern wiklich untypische Tiere für einen Circus.
(05.10.2007, 16:24)

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