
| Oliver Jahn: | Das Eismeerpanorama zu erhalten, ist aus Sicht einiger Leute sicher unverrückbar. Ob es aber tatsächlich so sein wird, das sei in Zweifel gestellt. Ich verweise hier nur auf die historische Bärenburg im Zoo Halle. Dieser Bau stammte noch aus dem Gründerjahr 1901 und sollte eigentlich in restaurietem Zustand der Eingangsbereich für die neue Elefantenanlage werden, über den der Besucher in historischem Gemäuer die Anlage betritt. Ähnlich wie in Leipzig sollte das Gebäude erhalten bleiben, nur eben nicht mehr für die Tierhaltung genutzt werden. Und was ist tatsächlich passiert? Kein einziger Stein ist übriggeblieben. Nichts erinnert mehr an die Bärenburg, nicht mal ein Schild! (19.09.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Daß das Eismeerpanorama nicht abgerissen werden soll, beruhigt mich, und ich verstehe auch, daß man Gelände, welches man verkauft, nicht bebauen kann. Warum man seinen Zoo aber verkleinert, daß verstehe ich nur sehr bedingt - es hängt wohlmit dem Unwillen von Unternehmen Hagenbeck und Stadt Hamburg zusammen, gemeinsam die Zukunft für eine Anlage von öffentlichem Interesse zu bestreiten, die andernorts sicher subventioniert werden würde. Wenn ich es recht verstanden habe, so soll man in Hannover durchaus über das Giraffen/Antilopengehege hinweg auf der Löwenanlage die Löwen erblicken, und würde somit Hagenbeck`schen Panorama-Ideen folgen - was m. E. nur sehr eingeschränkt gelungen ist. Und das Dogma, andere Besucher beim Einblick in eine Anlage nicht sehen zu dürfen, scheint mir bei Hagenbeck deutlich besser gelöst als bei den Afrika-Anlagen in Hannover, bei denen ja auch eine Menge Betonfelsen aufgetürmt wurden. Recht haben Sie auf jeden Fall beim Besatz des Afrika-Panoramas - das war zur Gründungszeit der Anlage jedoch noch schlimmer: Die Huftieranlage hieß Heufresserwiese, und auf dem Teich und im Gebirge herrschte ebenfalls geographisches Durcheinander. Hier schlägt - wie ja auch im gelsenkirchener Besatz - das Problem durch, daß man nicht immer jedes Tier, das man sich wünscht, erhalten kann, und auch nicht jede Art am Ende die jeweilige Anlage so tiergerecht findet wie die Planer der Panoramen. Das Problem wird, so lange man geographische Zoos baut, immer wieder auftauchen. (19.09.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Kein Wunder, dass in Hannover kein mit Hagenbeck vergleichbarer "Panorama-Blick" entstanden ist - das war auch gar nicht geplant! Und wie ich das mit der "nicht gelungenen Integration der Besucherwege" verstehen soll, weiß ich auch nicht. Konzept im Zoo Hannover ist es, dass der Besucher in den neu gestalteten Bereichen beim Blick auf die Tiere keine anderen Besucher im Hintergrund sehen sollte. Ob man zu diesem Zweck einen Weg zwischen zwei Anlagen "versenkt" wie in Hagenbecks Afrika-Panorama oder ihn schlichtweg durch Pflanzungen, echte und künstliche Felsen usw. abschirmt, spielt dabei in meinen Augen keine Rolle. Übrigens habe ich das Hannover-Prinzip in Gelsenkirchen vermisst, wo es Einblicke von -zig Seiten in die selbe Anlage gibt. Da ich an einem Schlechtwettertag dort war, wurde der Blick immer wieder durch leuchtend gelbe oder rote Regenmäntel hinter irgendeinem Guckfensterchen abgelenkt... Aber nochmals zum Hagenbeck-Panorama: Wahrscheinlich würde heute kein Zoo mehr derart hohe Kunstgebirge bauen - kostet im Verhältnis zum Besucher- und Tiernutzen zu viel Geld. Obwohl ich das Afrika-Panorama bei Hagenbeck ebenfalls sehr stimmungsvoll finde, erlaube ich mir doch ketzerische Anmerkungen. Erstens: Als Hintergrund für ein afrikanisches Thema hätte eigentlich der Kilimandscharo oder ein anderer afrikanischer Berg besser gepasst als ein (erinnere ich mich richtig?) Dolomitenmassiv. Und zweitens verdient das Panorama den Vornamen "Afrika" nicht unbedingt, wenn zwei von fünf Tieranlagen nicht-afrikanische Arten beherbergen (Wasservogelteich und Tahr-Felsen).... Mit der Geografie nehmen es halt auch die alterwürdigen Zoos nicht so genau - selbst der Ur-Geo-Zoo München nicht. Aber das wäre wieder mal ein eigenes Thema für's Forum. (18.09.2005, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | @IP66 Das Eismeerpanorama darf gar nicht abgerissen werden. Es kann nur erweitert werden. Und wo bitte hat Hagenbeck "hinreichend Platz"? Da is alles voll gebaut und das letzte freie Gelände wurde garde verkauft. (16.09.2005, 00:00) | ||
| Werner Weyler: | Ich frage mich, ob in anderen Ländern auch immer wieder diskutiert wird, welcher nun der beste und welcher der schlechteste Zoo ist. Ich halte von einer Rangfolge gar nichts! Jeder Zoo hat seine Geschichte und und man kann positives, wie auch negatives finden. Die Frage ist nur, was der Betrachter denn sehen will. Ob es große, oder kleinere Zoos und Tiergärten sind, ich könnte viele hier nebeneinanderstellen, eine Rangfolge scheint mir aber nicht fair. Vergangene Woche war ich im Zoo Eberswalde. Bei der Anfahrt vielen mir die vielen Schilder auf. Zunächst las ich, der beste Zoo Deutschlands, das Wort kleine konnte man aber auch leicht überlesen. Der Zoo gefiel mir sehr gut, aber Nr. 1 ? Jedenfalls ist man in Eberswalde ziemlich clever und hat aus der seinerzeit aufgestellten Rangfolge Kapital geschlagen. Mit sechs Eintritt darf sich der Zoo mit den großen vergleichen. Der neue Zooführer kann man eher als Werbeflyer ansehen. Er gibt wesentlich weniger Informationen her, als die Ausgabe aus dem Jahre 2000. Dafür 2,50 zu verlangen halte ich für überteuert. Ich kann es dem Zoo Eberswalde nicht verdenken, dass man mit einer sehr positiven Bewertung wirbt. Ich finde es jedoch schade, dass andere Gärten ( die ich persönlich auch sehr schön finde ) durch eine solche Rangliste schlechter beurteilt werden. (16.09.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Bei Hagenbeck würde ich unterscheiden zwischen einer aktuellen Entwicklung, mit einer durchaus akzeptablen Qualität der Neubauten, die zum Teil die aktuelle Tiergartenarchitektur spiegeln (Orang-Haus), zum Teil einen eigenen, recht aufwendigen, aber durchaus beeindruckenden exotistischen Weg einschlagen. Ich würde es mir jedoch wünschen, daß dahinter nicht die wirklich revolutionäre Hagenbeck'sche Idee der Freianlage und des gestaffelten Tierausstellungspanoramas verschwindet. Diese ist im Bereich des jetzigen Afrikapanoramas und auch der Robbenanlagen noch sehr gut nachzuvollziehen. Ob bei letzteren Anlagen so bleiben kann, ist die Frage, die Neubaupläne lassen mich da eher großflächige Abrisse befürchten. Wie hoch die gestalterische und auch architektonische Qualität dieser Panoramen war und ist, zeigt ein Vergleich mit heutigen Versuchen, sie aktueller zu gestalten - weder in Hannover noch in dem neuen Parkteil in Gelsenkirchen ist es gelungen, ähnlich eindrucksvolle Perspektiven zu bauen, und auch die Integration der Besucherwege ist dort keinesfalls vergleichbar gut gelungen. Insofern würde ich auch dringend raten, das Robbenpanorama - korrekter die Panoramen - zu erhalten, selbst um den Preis, dort nur wenige und vielleicht nicht mehr die ursprünglichen Arten ausstellen zu können. Für neue Wege ist auf dem Gelände ja hinreichend Platz, seien sie nun exotistisch oder traditionsorientiert. (16.09.2005, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Tja, Herr Mettler, ich muss sagen, irgendwie beeindruckt mich das schon, was sie da schreiben. Aber das ist es vielleicht eben, was negativ an uns Zoo-"Freaks" ist, dass wir MANCHMAL den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und zu sehr auf das Schlechte schauen. Andererseits müssen sie auch zugeben, dass hier im Forum Hannovers Antilopenfable in höchsten Tönen gelobt und lediglich bedauert wurde, dass die einstige Artenfülle heute nicht mehr so da ist. Ich selbst kenne den Hannoverschen Zoo auch seit einigen Jahren und war schon sehr häufig da. Ich sagte ja bereits, dass ich dort schon nette Stunden zugebracht habe und zweifellos hat Abenteuerlandstil auch etwas unterhaltsames. Trotzdem bleibe ich aber der Meinung, dass ich das neue Gewand des Zoos nicht besonders schätze und die Tiere ganz klar nur noch loses Beiwerk sind. Auch wenn es sicher durch die Umgestaltung Fortschritte in der Tierhaltung gegeben hat, so glaube ich trotzdem, dass deren Qualität in Hannover überschätzt wird, eben weil man sich von all dem Nebelmaschinen-Urwaldtruck-Bootsfahrt-Gedöns ablenken lässt. Zumindest die meisten Besucher, eben die "BamS"-Klientel (s.d.)... Aber ich muss auch zugeben, dass die wirklichen Schwachstellen Hannovers, die Meeresanlagen und die Orang-Utan-Haltung, von anderen Projekten und Zeiten herrühren und mir dann eine Disneyland-Savanne doch noch zehnmal lieber ist. (15.09.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Wollte meinen Beitrag von gestern nicht noch länger machen, deshalb hier eine Hannover-Fortsetzung. Wer sich speziell für seltene oder selten in Zoos gehaltene Arten/Unterarten begeistert, kommt in Hannover voll auf seine Kosten. Leider ist es hier aber beinahe Tradition, dass Besonderheiten im Artenbestand nicht so werbewirksam nach außen verkauft werden wie anderswo. Aber lasst auch mal diese Aufzählung auf der Zunge zergehen: Thomsongazelle, Kaama-Hartebeest, Somali-Wildesel, Dorkasgazelle, Sumpfwallaby, Nacktnasenwombat, Kleiner Kudu, Rotducker, Pferdeantilope, Hartmann-Bergzebra, Kaffernbüffel, Hulman, Ceylon-Elefant, Borneo-Elefant, Pazifisches Walross, Andenkondor, Schneegeier, Rotstirnmaki, Drill, Weißkehlmeerkatze, Haubenlangur (Kenner werden merken: In der Reihenfolge des Zoorundganges aufgeführt). Alles Arten/Unterarten, deren Halter man in Deutschland an einer Hand abzählen kann oder bei denen Hannover sogar einziger Halter ist. Impala, Kirkdikdik, Mendesantilope sind ja inzwischen (dank massenhafter Nachzucht in Hannover) schon fast gewöhnliche Zootiere, ebenso Persische Leoparden. Bei den Impalas besteht sogar das Problem, dass europaweit kaum blutsfremde Tiere zu finden sind, schließlich hat Hannover sogar schon Impalas an Dvur Kralove geliefert.... Auch mit Erstzuchten wurde in Hannover (leider) nie so sehr getrommelt wie in anderen Zoos, dabei lassen sich auch diese durchaus sehen: Welterstzucht bei Pferdeantilope, Blaurückenducker und Zimtroller (eine Rackenart); europäische Erstzucht bei Tasmanischem Wombat, Braunem Fischuhu (beide sogar die ersten außerhalb ihrer Heimatländer) und Kirkdikdik; deutsche Erstzucht bei Weißwangen-Schopfgibbon, Grünflügelara, Brillenkauz und Rosalöffler (letzterer noch vor Wuppertal, dort hatte man diese im Jahresbericht für sich beansprucht). Da manche Zoos ja sogar noch Erstzuchten aus dem vorletzten Jahrhundert stolz erwähnen, müsste man die Hannover-Liste noch um Arten wie Weißschwanzgnu, Nasenbär (!) und einige mehr erweitern. Was hätte ein Grzimek, ein Gewalt oder ein Klös aus diesen Ereignissen gemacht..... In Hannover wurde eben lieber das Understatement gepflegt. Fazit: Hannover ist beileibe kein Abenteuerland mit ein paar Nullachtfuffzehn-Tierarten als lebendigem Beiwerk, sondern ein nach wie vor ernst zu nehmender Zoo. Und obwohl er der deutsche Vorreiter für die aktuelle Erlebnisoo-Welle ist, kommt er im Gegensatz zu Leipzig und Gelsenkirchen sogar ohne Safari-/Polarexpeditionssimulator aus.... (15.09.2005, 00:00) | ||
| @ Dirk: | Falls der im VOX-Bericht erwähnte Straubinger Eisbärenmann wirklich in Gelsenkirchen ist, müsste der Bestand jetzt 2,2 betragen, denn es gibt ja noch Antonia, die Dackelbärin! Mit der dürfte wohl kaum ein Zuchtversuch gemacht werden, und das ehemalige Osnabrücker Paar dürfte auch schon fast 25 Jahre alt sein, wenn ich mich nicht täusche. (14.09.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @Bernhard @Ruske: Habe mich zwar anderswo im Forum zu Gelsenkirchen schon geäußert, aber auch hier noch mal: Die Luchse sind KEINE Amerikaner (weder Rot- noch Kanada-), die Rentiere KEINE Karibus und die Elche kommen aus Schweden. Gehalten werden auch keine Quastenstachler, wie dem obigen Beitrag zu entnehmen - das wären Afrikaner - sondern Baumstachler (Ursons). Die jetzt mit Skunks besetzte Anlage war wohl ursprünglich für Vielfraße gedacht. (Ich persönlich würde bei Skunks bleiben, aber das ist Geschmackssache.) Man kann aber davon ausgehen, dass auch die Vielfraße keine Amerikaner gewesen wären.... Eigentlich müsste der neue Parkteil nicht "Alaska", sondern "Holarktis" heißen, aber wer kann damit schon was anfangen? Da schimpfe noch einer über Sibirische Tiger im hannoverschen Dschungelpalast, die stammen wenigstens aus dem selben Erdteil! Und da wir schon bei Hannover sind: Was ist eigentlich am "neuen" Zoo Hannover so furchtbar? Dass Elefanten vor einer imitierten Palastruine herumlaufen? Den Rüsseltieren dürfte das wurscht sein. Im Zoo Berlin wohnen Giraffen und Antilopen in einem moscheeartigen Haus, Wisente in einer russischen Blockhütte usw., in Antwerpen gibts den Ägyptischen Tempel, und alles steht ehrfurchtsvoll davor. Wo ist der Unterschied? Manche Zootempel sind sogar so neutral gebaut, dass man den Besatz mal eben von japanisch auf nordafrikanisch umstellen kann, damit er zu den umliegenden Gehegen passt (Affentempel im Tierpark Berlin). Und der angebliche "Rummel"? Klar, man kann Boot fahren. Aber im "alten" Zoo Hannover fuhren Kutschen, und keiner hat sich aufgeregt, dass so etwas nicht in einen Zoo gehöre. Als Hannoveraner kann ich nur sagen: Die Möglichkeit, Tiere vom Boot aus zu betrachten, ist sehr reizvoll und vor allem - still. Wo sonst vor Gehegen lärmendes Durcheinander herrscht, sind die Besucher in den Booten selbst an stark besuchten Tagen sehr ruhig - etwas pathetisch könnte man fast sagen, andächtig. Hier verdient der viel geschmähte Begriff "Erlebnis-Zoo" seinen Namen wirklich. Dass man in viele Tierhäuser nicht einmal reinsehen kann (z.B. Elefanten, Großkatzen), sehe ich nicht als Nachteil - wenigstens nicht für die Tiere. Wenigstens werden dann keine repräsentativen Besucherbereiche gebaut, sondern man kann den Raum besser für die Tiere nutzen. Lieber so, als dem Besucher eine Art verglasten Heizungskeller als Affenhaus zu präsentieren wie im Tierpark Berlin. Meiner Meinung nach ist es nicht möglich, Zoos in eine Rangfolge zu pressen, zu unterschiedlich sind die Zielrichtungen und die Vorstellungen des Normalbesuchers. Wo fühlt sich z.B. ein Affe am wohlsten? In einem Affenwald, in einer Tempelanlage oder in einem verglasten Gehege, das zwecks "behavioural enrichment" mit Pappkartons, Plastikbällen und Holzwolle eher wie eine Müllhalde eingerichtet ist? Sollten afrikanische Huftiere lieber in einer reich strukturierten Anlage mit Kunstfelskulisse gehalten werden, auf platten Flächen vor einem über hundertjährigen Stilbau oder gar in einem riesengroßen Gehege ohne jegliche Inneneinrichtung (damit nichts den Betrachter vom Tier ablenkt)? Zu unterschiedlich sind die Geschmäcker. Was der Zooleitung gefällt, muss noch lange nicht das Publikum ansprechen, und der Pfleger sieht es wieder anders. So gesehen ist die Frage nach dem "besten" Zoo ungefähr so sinnvoll wie die Frage nach dem besten Mittagessen - zuviel Geschmackssache eben. (14.09.2005, 00:00) | ||
| Matthias Papies: | Zum geringeren Durchschnittsalter der Individuen in Grossgruppen (hier stellt sich auch die Frage, wann ist eine Gruppe gross und wann ist sie klein?) moechte ich folgendes anmerken. In groesseren Gruppen leben mehr Weibchen als bei Paaren oder Trios und demzufolge duerfte es in den meisten Grossgruppen deshalb auch mehr Nachwuchs geben als bei Paaren oder Trios. Dass heisst also mehr junge Tiere, die dass hohe Alter der aelteren Tiere natuerlich nach unten ziehen. Vom Durchschnittsalter kann man also nicht ohne weiteres auf das tatsaechliche Alter der Tiere schliessen. Da ich nun weiss worauf sie ihre These stuetzen, moechte ich aber auch gerne wissen, wo denn das steht, dass in Deutschland das Durchschnittsalter von Orangs in Grossgruppen deutlich niedriger ist als bei Tieren, die in kleinen Gruppen gehalten werden. (14.09.2005, 00:00) | ||
| Chris Remenyi: | Leider hält sich die falsche Ansicht, dass Orang-Utans eigenbrötlerische Einzelgänger seien bis heute. Die Forschung hat in den letzten Jahrzenhten jedoch gezeigt, dass auch Orang-Utans komplexe soziale Beziehungen haben. (Ich empfehle hier die Arbeiten von Biruté Galdikas):Sie kennen andere Individuen genau und pflegen sogar "Freundschaften". Der Grund warum Orang-Utans im Urwald zumeist einzeln umherstreifen ist die Tatsache, dass das Nahrungsangebot für diese (nahezu ausschließlich) Fruchtesser (im Gegensatz zu Gorillas und Schimpansen!) zu begrenzt ist um größeren Gruppen ausreichend Nahrung zu geben. Im Zoo ist das natürlich anders. Insofern ist die Haltung in Gruppen natürlich zu bevorzugen, da Sie den Tieren die Möglichkeit bietet ihr soziales Verhalten auszuleben. (14.09.2005, 00:00) | ||
| Sitara: | Der für die Ablöse vom derzeitigen ranghöchsten Orang-Mann Sinjo (geb. 16.03.1969 im Berliner Zoo) vorgesehene Nachfolger Tuan (geb. 23.05.1998 im Zoo Duisburg) ist eine Handaufzucht, lebt seit 2001 in Hamburg und versteht sich mit allen Gruppenmitgliedern sehr gut. Zur Zeit gibt es eher manchmal kleine Auseinandersetzungen mit Ujan (geb. 25.06.1994 im Zoo Zürich), die aber meist mit seinem Rückzug enden, da es eben in der neuen Anlage genug Möglichkeiten dafür gibt, oder er kann mit anderen Gruppenmitgliedern Kontakt aufzunehmen - von besonderem Interesse sind zur Zeit vier Jungtiere - oder sich mal nach Futter umzusehen, was Zeit und Nachdenken erfordert durch die nach den neuesten Gesichtspunkten des behaviour enrichment gebotenen Futter-Such-MÖglichkeiten. Sicher wird er über kurz oder lang an einen anderen Zoo abgegeben werden müssen. Was die neue Eingangssituation bei Hagenbeck berifft, ist man dort sehr stolz auf den nepalesischen Pagodentempel, der in Einzelelemene zerlegt aus Nepal angliefert wurde - allein die Vorarbeiten (viel Handarbeit) dafür dauerten ein Jahr in Nepal - alle Baumaterialien stammen direkt aus dam Himalaya-Staat. Es ist ein Meisterwerk nepalesischer Baukunst entstanden, in Hamburg haben Nepalesen Stück für Stück diesen Tempel aufgebaut. Es ist der erste dieser Art, bei dem moderne und historische Bautechniken kombiniert wurden. Übrigens, die gesamte Eingangsanlage hat ein privater Stifter finanziert. Zu dem Parkstil paßt das meiner Meinung nach sehr gut, da es dort noch immer als einen Zentralpunkt den Birma-Teich mit der alten Tempelanlage von den ehemaligen Völkerschauen gibt, wo die von dem Thailändischen Königshaus gestiftete Original-Sala (Pavillon)sehr malerisch 2002 ihren Platz gefunden hat. Auch sie wurde in Handarbeit nach alter Tradition von thailändischen Handwerkern gefertigt, wo u. a. Goldplättchen einzeln mit Pinzetten und mit der Hand aufgelegt worden sind. Außerdem gibt es ja noch die schöne japanische Anlage im Park, die sich sehr gut in die Gesamtkonzeption einfügt. (14.09.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Was den Eingang bei Hagenbeck betrifft, so ist sein Ort sicher kein Problem, eher schon der Baustil und die dafür aufgewandten Kosten. Ich finde auch nicht, daß er ins Parkgefüge paßt, denn Stilbauten - also Tierhäuser, die exotische Gebäude nachahmen - hat es dort ja nie gegeben. Meine These, daß die Lebensdauer von Orangs in Kleingruppenhaltung höher ist, leitet sich daraus ab, daß das Durchschnittsalter in Gruppen gehaltener Tiere in in Deutschland deutlich niedriger ist als das von Tieren in Kleingruppen. Auslöser der Überlegung war die Tatsache, daß das kölner Orang-Paar, das in den kleinen herkömmlichen Käfig im neuen Menschenaffenhaus ziehen mußte, deutlich älter wurde bzw. älter ist (der Mann) als die Tiere in der Großgruppe, die in das neue, größere Gehege zog, obgleich dieses durch Zweiteilung eine Menge Ausweichmöglichkeiten bietet und mir am Anfang auch viel besser gefiel. In der Orang-Anlage in Krefeld - ebenfalls relativ geräumig, aber eine Kleingruppe - lebt dagegen noch ein Mann, der deutlich älter ist als das älteste Tier der kölner Großgruppe. Ig. wird man aber in Rechnung stellen müssen, daß die Großgruppen ja erst seit den 80er Jahren gebildet werden und manches Alttier eben übrig bleibt. Richtig ist aber sicher, daß die Haltung in Großgruppen keinerlei Parallelen im Freileben der Arten hat. Mich würde interessieren, wie alt der hamburger Nachwuchsmann ist und ob es gelingt, ihn dauerhaft bei der Gruppe zu lassen. Bei allen Arten, bei denen das Geschlechterverhältnis bei der Geburt ausgeglichen ist, bei denen man aber nur ein ausgewachsenes männliches Tier in einer Gruppe halten kann, stellt sich bei Großgruppen natürlich dasselbe Problem, und bislang kenne ich keine Orang-Gruppe mit zwei ausgewachsenen Männern - wenn Hamburg nicht zu der Ausnahme wird, die mich widerlegt. (14.09.2005, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Hi bei Hagenbeck wurde der alte Hazpteingang wegen der schlechten Verkehrsanbindung aufgegeben. Dank dem neuen Eingang muss man nicht mehr, wenn man aus der U-Bahn kommt, um den halben Park latschen. Des weiteren wurde die Fläche vor dem alten Eingang für die neue Bärenanlage gebraucht. In Hagenbeck gibt es schon sehr lange diese Orang-Großgruppe und in ihr lebt die älteste Orangmutter der Welt! Z.Z. leben in der Gruppe zwei ausgewachsene Männchen, wobei sich beim jüngeren nicht der Gesichts-Teller bildet, damit er nicht als Konkurenz angesehen wird. Desweiteren ist ihre Argumenmtation unschlüssig. Warum sollten Parks mit kleingruppen es leichter haben männchen abzugeben? Den Tie´ren scheint die Gruppen-Haltung zu gefallen, was man an dem beispiellosen Sozialverhalten sieht. (13.09.2005, 00:00) | ||
| Matthias Papies: | Worauf stuetzen sie ihre These, dass Orang-Utans in Kleingruppen laenger leben als in grossen Gruppen? (13.09.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Ich werde mir die gelsenkirchener Anlagen so bald wie möglich anschauen. Dieser Zoo ist insofern ein Sonderfall, als er bis vor wenigen Jahren noch der Außenzoo der Tierhandlung Ruhe war, mit einem Besatz, der sich hauptsächlich aus schlecht verkäuflichen und deshalb übrig gebliebenen und einigen vermehrungsfreudigen Arten zusammensetzte. Ich kenne bislang nur die neue Löwen- und Hyänenanlage, die das vorhandene Afrikagehe - immerhin mit Rappenantilopen und Springböcken, neben Elen, Böhm-Zebra und Straussen - ganz gut ergänzte. Die afrikanischen und europäischen Haustieranlagen gefielen mir weniger, wie bei den derzeitigen Besucherzahlen die vielen neuen Kioske überleben sollen, ist mir ein Rätsel. Sicher werden die Neuanlagen Besucher anziehen, aber die Gegend ist ja reich an ebenfalls attraktiven Zoos, die auch über geräumige Tierhäuser verfügen.. Ob man sich bei Hagenbeck dergestalt selbst treu bleibt, weiß ich nicht. Die Augabe des alten Einganges zugunsten einer pompösen Neuanlage, die bislang auf eine große, ungestaltete Fläche führt, scheint mir in andere Richtungen zu weisen. Glücklicher war ich über das neue Haus für Orang-Utans, ich weiß aber nicht, ob so große Orang-Gruppen sinnvoll sind. Der natürlichen Lebensweise der Tiere entsprechen sie nicht, und soweit ich es übersehe, leben die Tiere bei Haltung in Kleingruppen deutlich länger. Darüber hinaus kann in so einer Gruppe ja nicht mehr als ein erwachsener Mann gehalten werden, woraus sich die Frage ergibt, was mit all' den nachwachsenden männlichen Orangs geschehen soll. Vielleicht ist auch hier der Wunsch des Besuchers, die ihm so ähnlichen Tiere auf einer Art Spielplatz lebhaft wuseln zu sehen, stärker berücksichtigt worden als die Sozialstrukturen, in der die Tiere zu leben gewohnt sind. (13.09.2005, 00:00) | ||
| Konstantin Ruske: | Danke für die Artenübersicht in Alaska- gelsenkirchen. werden wirklich keine Vielfraße gehalten. Ich glaubte, sie auf der Entwurfsplanung eingezeichnet gesehen zu haben? (12.09.2005, 00:00) | ||
| Dirk: | Nochmal zu dieser Sache mit den guten Infos. Die Infotafeln für die Tiere waren die schlechtesten die ich je gesehen habe. Zwar bestehen sie aus schönem Holz, der Informationsanteil ist jedoch gegen Null. (11.09.2005, 00:00) | ||
| Dirk: | Man sollte noch hinzufügen, dass es sich um kanadische Fischotter handelt. (11.09.2005, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Also muss es wirklich einen Unterschied zwischen Gelsenkirchen und Hannover geben. Einfach, wenn man die Schelte hier im Forum vergleicht... Ich muss wohl wirklich mal nach Gelsenkirchen. (11.09.2005, 00:00) | ||
| Bernhard: | @ Herr Ruske: ich meine es wären Kanadische Luchse, aber bin nicht 100% sicher. Es werden folgende Arten gehalten: Luchse, Schneeeulen, Waschbären, Quastenstachler (waren auch sehr aktiv, sehr großes naturnahes Gehege zusammen mit den Bibern), Streifenskunke, Rentiere, Kodiakbären, Eisfüchse, Kalifornische Seelöwen, Eisbären, Wölfe, Fischotter, Elche und diverse verschiedene nordische Gänse und Enten. Natürlich könnte ich auf den virtuellen Goldminengeist verzichten, aber die Landschaft wirkt sehr autentisch und nicht so unrealistisch wie z.B der Dschungelpalst in Hannover. Auch werden tw. sehr gute Infos über das Leben in Alska (gerade über Inuits) gegeben. (11.09.2005, 00:00) | ||
| Dirk: | Alle Tiere waren aktiv? Das kann ich kaum glauben, da bei meinem Besuch von Skunken und Bibern auf den schönen Außenanlagen nichts zu sehen. Außer dem extremen Kommerz, der jedoch z.B bei Sam's Mine schon in Schwachsinn umschwenkt, ist das sicherlich ein schöner Zoo. Eine Frage habe ich aber noch: Wollen die mit den Eisbären züchten, oder steht es darum ehr schlecht, da die Tiere ja zum Teil aus Gemeinschaftshaltungen kommen. Ist die Konstellation 2,1 günstig oder wären mehr Weibchen nötig? (11.09.2005, 00:00) | ||
| Konstantin Ruske: | Erneut Frage, was für Luchse in gelsenkirchen gehalten werden, am liebsten wäre mir Aufführung aller gehaltener Arten in Alaskateil- gelsenkirchen. Bitte um Antwort. (10.09.2005, 00:00) | ||
| Bernhard: | bisher habe ich bei den vielen erwähnten zoos die neue zoom-erlebniswelt Alaska vermisst. ich war letzte woche dort und bin total begeistert: große natürlich gestaltete, reich strukturierte anlagen. so haben z.b. die Streifenskunke ein größeres Gehege als viele Großkatzen in den meisten zoos. auch waren alle tiere sehr aktiv. das ganze ist wie das eintauchen in eine andere welt, eine kombination von fernreise mit tierbeobachtungen. (10.09.2005, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Aber das ist doch gerade das, was ich an Hagenbeck so schätze, dass man zweierlei vereint: A) die Tierhaltung zu verbessern und B) den nun vor beinahe hundert Jahren begonnenen Stil fortzusetzen. Hagenbeck bleibt sich (mehr oder weniger) treu. An anderer Stelle habe ich bereits vermerkt, dass ich auch nicht alles, was neu ist, für gut halte, und beispielsweise die Dinge, die in Hannover passiert sind, skeptisch sehe. Andererseits fehlt mir als Nicht-Tiergartenbiologe natürlich das Fachwissen, genau sagen zu können, diese Anlage ist (weitgehend) tiergerecht und diese nicht. Da muss man sich letztlich auf den Zustand der Tiere, die Optik und das Gefühl verlassen. Andererseits hat man ja als Laie auch vielleicht keine eingefärbte Brille auf, und kann Dinge mit dem nötigen Abstand betrachten. Ich weiß es nicht, das ist auch nicht der Punkt. Ich denke nur einfach, als Laie, dass Betonhaltung nicht eine der tiergerechtesten Varianten ist, obgleich man ja sagen muss, dass ich, lässt man dieses ganze lächerliche Palastpalaver mal weg, z.B. zwischen der alten und der neuen Elefantenanlage in Hannover keinen großen Unterschied sehe. Im Dschungelpalast kann man sich noch nicht einmal ein Bild der Innenanlagen machen. Es gibt aber, ich bleibe jetzt mal bei Hannover, positive Beispiele: Die Nashornhaltung hat sich deutlich verbessert, und egal, wie die "Yukon Bay" oder heißt es jetzt doch "Arktika" (?) ausfällt, für die Meeressäuger kann es nur ein Gewinn sein. (09.09.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Obgleich ich gerne bei Hagenbeck bin und die dortige Atmosphäre durchaus schätze, muß ich doch bemerken, daß es im Vergleich zu Berlin oder auch Wuppertal dort zu wenig große Tierhäuser gibt. Mit den Betonanlagen der 70er ist es so eine Sache: Als man Architekturen wie Raubtier-, Elefanten und Flußpferdhaus in Stuttgart baute (letzteres äußerst ambitioniert), wurden Sie von Fachleuten und Laien gepriesen, und haltungstechnisch erfolgreich waren die meisten von ihnen ja auch, in Stuttgart züchten Panzernashörner, Flußpferde, Schabrackentapire und Hirscheber, die Elefanten leben beneidenswert lange. Auch die ersten Breitmaulnashornzuchten in Münster gelangen auf einer klassischen Betonanlage, wie der ganze Zoo ja Paradebeispiel für die Tiergartenarchitekturen dieser Epoche ist. Heute gefallen die Anlagen nicht mehr, und man muß sich fragen, woran das liegt. Zum einen spielt sicherlich eine Rolle, daß der Architekturstil durch die Postmoderne abgelöst wurde und nicht mehr für aktuell gilt, zum anderen wird auch von Bedeutung sein, daß man damals durchaus vorführte, daß man die Bedürfnisse der gehaltenen Art erfüllt, aber keinesfalls verbergen wollte, daß es sich um einen künstlich geschaffenen Ersatzlebensraum handelt. Man kann das auch gut am epochemachenden krefelder Menschenaffenhaus verfolgen: Man scheute keine Mühen, einen Urwald zu bauen, aber wo es um die Anlagen geht, setzt man diese ganz deutlich als Architekturen gegen den Urwald ab, allerdings nicht nur mit Beton, sondern auch mit Holz. Heute baut man lieber Kulissenlandschaften und verkleidet jede Mauer mit - auch aus Beton gefertigten - Kunstfelsen, Hecken, verwendet manchmal sogar Kunststoffpflanzen. Die Frage ist, wie man das in zwanzig Jahren sieht, und ob man nicht gut daran tut, die verschiedenen Haltungskonzepte nebeneinander zu bewahren. Den Nashörnern in der Wilhelma geht es ja nicht schlechter als denen in ihrem postmodernen münchener Haus, und auch bei den Menschenaffen fehlt ja noch der Nachweis, ob sie in Urwaldhäusern länger leben und besser züchten als in den Bauten der 70er. Ich bin da relativ zuversichtlich, daß wir in weniger als 15 Jahren bedauern werden, Tierhäuser der Betonzeit so schwungvoll verkleidet zu haben, wie wir das heute tun. Den Stilbauten des 19. Jahrhunderts erging es ja ähnlich. Das ist letztlich auch der Grund, weshalb ich mich in Zoos wohler fühle, die nicht alle 30 Jahre vollständig neugebaut wurden. Und vielleicht ist das ja auch die Chance für die Absteiger - da werden wir dann den Beton, den wir bei Hagenbeck vergeblich suchen. (09.09.2005, 00:00) | ||
| krümmel: | Nennen wir Absteiger: Zoos, die den Anschluß verpasst haben: Saarbrücken; Karlsruhe, Straubing ... (08.09.2005, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Sicher eine kenntnisreiche Darstellung, doch muss ich an einigen Stellen widersprechen: Denn Wuppertal zu den kleinen Zoos zu zählen, entbehrt für mich jeglicher Logik. Auch wenn die Stadt in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Abstieg von der Metropole mit mehr als 400.000 Einwohnern zur nicht sonderlich erwähnenswerten mittleren Großstadt vollzogen hat, so ist der Zoo doch flächenmäßig groß und "weltmännisch" angelegt und der Tierbestand gehört sicherlich zu den fünf größten in Deutschland. Ich glaube, nach Berlin, Berlin und Wilhelma sogar der drittgrößte, ich bin mir aber nicht sicher - und außer Nashörnern und Flußpferden vermisst man keins der represäntativen Zootiere. Ich würde Wuppertal also national wie international in die Reihe der wichtigsten deutschen Zoos stellen. Und das Hagenbeck in den 60er Jahren den Anschluss verpasst haben soll, verstehe ich auch nicht, vielmehr fehlen dort jegliche Art von Betonanlagen aus der Zeit. Hagenbeck steht für mich für vorbildliche Tierhaltung und das ständige Bestreben, auch unauffällige Details zu verbessern. Es gibt nichts schöneres, als einen Sommertag bei Hagenbeck zu verbringen. (Entschuldigt meine Subjektivität...). Erwähnen sollte man aber, dass Zoos, die früher Deutschlands Elite bildeten, also z.B. Dresden, Hannover, Frankfurt und Stuttgart heute kaum noch einer empfehlen würde und sie auch nicht besonders innovativ herüber kommen. Vermisst habe ich auch Duisburg, nicht weil ich ihn besonders schön finde, sondern weil er vom Tierbestand und von der Geschichte her wohl zu den bemerkenswertesten Zoos gehört. Was kann man eigentlich zu dem Tierpark Bremen sagen, der nun schon Jahrzehnte geschlossen ist? Leider war ich nie dort. Und auch Kronberg, das ich nie besucht habe, ein großer Zoo mit vielen represäntativen Arten, der merkwürdigerweise beim stern-zootest fehlte, habe ich nicht wiedergefunden. Ist der nicht empfehlenswert? Diese Liste vervollständige ich noch mit Karlsruhe, zu dem ich ebenfalls wenig weiß, ihn aber immer zu den "Big ones" gedacht habe....... (08.09.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Alle Kriterien und auch deren Gewichtung sind sicherlich subjektiv, ich würde aber auch jemendem, der deutsche Zoos nicht kennt, die "beiden berliner Zoos" empfehlen. Man findet andernorts nicht so viele unterschiedliche Arten bei akzeptablen bis sehr guten Haltungsbedingungen nebeneinander, auch wenn einiges fehlt: Keine Wahlartigen, ein mäßiger Robbenbestand trotz neuer Anlage, vielleicht auch weniger Primatenarten. In Zoo gibt es wirklich von Stilbauten der ersten Generation (Giraffenhaus) über solche der zweiten (Pferdehäuser, Schweinehaus), Felsanlagen der Hagenbeck-Zeit (Adlerfelsen) über die faschistische Löwenfreianlage Charakteristisches und auch Benutzbares aus der Vorkriegszeit; die Ausbauprogramme nach dem Krieg erfolgten in Ost und West ja geradezu antithetisch - Artenzoo mit repäsentativen Tierhäusern im Westen, die großen Freianlagen im Osten, dann Raubtierhaus gegen Brehm-Haus usf. Allerdings fehlt die neue Entwicklung der kombinierten Tier-Pflanzenhäuser (Menschenaffenhaus Krefeld bis Regenwald Köln), und so recht man im Westen auch noch nicht verstanden, wie wichtige Bauten man gerade mit Affen- und Nashornhaus besitzt und das man mit diesen Architekturen auch pfleglich umgehen sollte. Die Verbindung von Park und Tierhaltung scheint mir auch in der Wilhelma gelungen, bei teilweise jedoch zu engen Anlagen und mit manchen Lücken im Bestand. Bei den kleineren Zoos scheint mir Wuppertal einen Besuch wert zu sein, es gibt Haltungsschwachpunkte und auch die Artenfülle ist nicht so groß, aber sowohl das Vorhandensein historischer wie moderner Anlagen sehr unterschiedlicher Typen macht Eindruck, zumal in der Kombination mit der Lage. Bei den übrigen Zoos sehe ich interessante Einzelaspekte: Hagenbeck läßt die Ideen seines Gründers noch immer gut nachvollziehen, hat aber den Anschluß an neuere Entwicklungen in den 60er Jahren verpaßt, Nürnberg ist sicher das Paradebeispiel eines Zoos, der in der NS-Zeit aus dem Boden gestampft wurde, doch das prägt die Anlage bis heute zu stark und schränkt auch den Artenspielraum stark ein, München ist vom Tierbstand her sicher eine Reise wert, entsorgt aber regelmäßig historische Substanz, so daß außer dem Großtierhaus und ein paar Ställen nichts vor 1970 mehr übrig ist. In Köln ist der Tierbestand bei den Primaten sicher einmalig, der Umgang mit der historischen Substanz ist aber an vielen Stellen lieblos, gartenarchitektonisch macht die Anlage wenig her und es fehlen große Huftieranlagen. Frankfurt besitzt, wenn ich es recht vergleiche, das älteste noch benutzte Menschenaffenhaus der Republik, aber das ist Verdienst wie Problem, das Vogelhaus scheint mir der gelungenste Tierhausbau der Nachkriegszeit, aber die Anlage ist sehr klein, und aus der Zeit vor 1945 ist zwar das alte Elefantenhaus noch erhalten, die Architektur jedoch nur im Innenraum nachvollziehbar, und auch sonst ist vieles zwar gepflegt und interessant besetzt, aber doch arg beengt. Die Liste wird sicher jeder fortschreiben können und andere Schwerpunkte setzen, aber das ist ja auch der Sinn eines solchen Forums. (08.09.2005, 00:00) | ||
| zoofreund: | der berliner zoo und der tierpark berlin sind sehr gut. (07.09.2005, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | Ja, wenn mich Bekannte oder freunde fragen, welcher Zoo sich denn mal so lohnen würde, dann ist unter den genannten auch immer Krefeld so eine Art Geheimtipp!!! Krefeld hat mich bei meinem ersten besuch vor etlichen jahren echt überrascht, vor allem wegen des Tierbestandes. Leider sind die Erdwölfe weg, aber neben den oben genannten Arten waren eben auch noch Ducker, Moschusochsen, Hirscheber, Tapire, Mähnenwölfe, Servale und Faultiere zu sehen und einiges mehr. Also in meiner subjektiven Liste, die durchaus für mich auf gar keinen Fall falsch ist, liegt Krefeld recht weit vorn! Dortmund hingegen ist für mich ein absolutes MUSS, für jeden Liebhaber der Tierwelt Südamerikas! Neben klassischen Zootieren aller Kontinente, die auch durch mitunter seltenere Arten vertreten werden (Asien durch Schabrackentapire z.B.) findet der interessierte Besucher aus Südamerika so ziemlich alles, was gut und selten ist, und was man eben nicht in jedem anderen Zoo sehen kann. (30.08.2005, 00:00) | ||
| Werner Weyler: | Ich muss Dirk in vollem Umang zustimmen. Krefeld hatte als erster Zoo seine Menschenaffen in einem solchem Tropenhaus präsentiert. Andere Zoos haben dies später übernommen und verbessert. Ich denke jedoch, dass Krefeld ein riesen Dank gebührt für solch einen Vorstoß, ein für die damalige Zeit recht riskanstes Unternehmen für einen Zoo, der mit recht bescheidenen Mitteln auskommen mußte. Sie waren die ersten, die eine solche Anlage präsentiert haben. Andere Zoos konnten darauf aufbauen und direkt Verbesserungen vornehmen. Ich persönlich finde diese Anlage, auch nach 30jährigem Bestehen, immer noch sehenswert. (29.08.2005, 00:00) | ||
| krümmel: | Okay: Dortmund ist viel besser als sein Ruf: besonders bei gutem Wetter. Ich bin mir übrigens sicher, dass vor 5 bis 10 Jahre hier schön längst als richtungsweisend der Tierpark Rheine gehandelt worden wäre. Der scheint aber zu stagnieren - und Nordhorn holt auf und auf und auf .. Und wenn wir schon bei den kleinen, feinen sind: Überseht mir den Tierpark Görlitz nicht! (29.08.2005, 00:00) | ||
| Papa Moll: | Ja, wenn das klappt steht das Urwaldhaus wieder auf einer Stufe mit dem in Köln (29.08.2005, 00:00) | ||
| Dirk: | Stimmt, aber für die Verhältnisse im Baujahr 1975 war es deutschlandweit eine völlig neue Form der Präsentation dieser Tiere und diente als Vorbild für viele später erbaute Menschenaffenhäuser. Heute sind die Anlagen nicht mehr unbedingt riesig, außerdem fehlen Naturboden, natürliche Klettermöglichkeiten sowie Außenanlagen. Hoffentich wird es irgendwie möglich, Platz für drei Gehege zu finden. (29.08.2005, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Also bei Krefeld fand ich das Menschenaffenhaus ja nicht gerade berauschend. MfG Sven P. Peter (29.08.2005, 00:00) | ||
| Dirk: | Hi, Krefeld finde ich auch sehr schön und bin oft da. Auch wenn der Zoo einige Mängel ( Schneeleoparden, Paviane, Dickhäuter, Siamangs und die Seelöwenanlage ist auch nicht so dolle). Doch gibt es auch sehr viel positves zu berichten. Zum einen die vielen selten gehaltenen Arten wie z.B Jaguarundis, Goodfellow-Baumkängeruhs, Tamamanduas, Berganoas und Löffelhunde. Dazu seien nochmals die ja leider abgeschafften Erdwölfe erwähnt. Zudem wird auch viel um- oder neugebaut: Die Jaguarundi- und die Kaimananlage wurden umgebaut.(die Jaguarundis haben z.Z zwei Jungtiere). Auch wurden die Grosskatzenanlagen völlig neugebaut, sodass jetzt endlich die nicht mehr zeitgemäßen Käfige durch große Freianglagen ersetzt werden. Auch die drei großen Tropenhäuser tragen zum positiven Bild dieses Zoos bei. Ps: Hat vielleicht jemand Informationen über die Pläne zum Bau der Gorillaaussenanlage und des neuen Nashorngehege? (29.08.2005, 00:00) | ||
| Papa Moll: | Wer sagt denn, dass subjetive Antworten falsch sind? :-) (29.08.2005, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Jetzt haben wir ja fast jeden deutschen Zoo genannt ;) Ich fasse mal zusammen welche Großzoos nicht aufgetaucht sind: - Hannover - Osnabrück - Kronberg - Krefeld (komischerweise, war aber noch nie dort) - Dortmund - Duisburg - Saarbrücken - Karlsruhe - Stuttgart - Heidelberg - Straubing - Dresden - Erfurt - Magdeburg - Eberswalde - Tierpark Berlin - Cottbus (29.08.2005, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | Eine subjektivere Antwort als auf diese Frage kann es wohl gar nicht geben. Denn bei der "Wahl" des besten Zoos hier unter uns sind sicher so viel ganz persönliche Eindrücke und Erfahrungen maßgeblich, dass es keine allgemeingültige Antwort gibt. Ich esse am liebsten Sauerbraten!! Warum?? Weil er mir eben schmeckt!! :-) Und meine Lieblingszoos sind Halle und Frankfurt. Warum? Ich kann das gar nicht sagen. Das sind eben noch Zoos, so wie ich als Kind Zoos kennenglernt habe, ohne, dass sie dabei altmodisch sind, ganz im Gegenteil. Ob gelungen oder nicht,darüber läßt sich streiten, aber modernisiert sind beide Zoos und das unübersehnbar. Halle besticht für mich durch seine Berglage und die Überraschung, dass man auf einer so geringen Fläche so viel gar nicht erwartet. In alten und neuen Gehegen ist die Hanglage optimal ausgenutzt. Und Frankfurt atmet noch heute den Geist von Grzimek, für mich der größte deutsche Zoo-Mensch. Aber dieses Thema hatten wir schon mal!! Allerdings sind beide Zoos ganz dicht gefolgt von Wuppertal, der mich auch immer wieder fasziniert hat, zuletzt in diesem Jahr im Juno!! (29.08.2005, 00:00) | ||
| Walter Koch: | Mehrmals war ich in den Zoos von Rostock und Schwerin. Ein Besuch lohnt sich im- mer. Mein erster Besuch in Schwerin war vor Jahren eine große Enttäuschung.Seid- dem hat sich sehr viel getan. Mit der Tigeranlage wurde m.E. ein vorbildliches Konzept verwirklicht (ein Elternpaar und 4 erwachsene Jungtiere können bis zur Abgabe -letzterer- einzeln gut gehalten werden. (29.08.2005, 00:00) | ||
| Stefan Schubert: | Unsereins ist schwer zufrieden zustellen, was Tierbestand und Präsentation in einem Zoo angeht! Ich für meinen Teil habe keinerlei Probleme in einen artenreichen Zoo zu verweilen. Beobachtet man allerdings den normalen Besucher, die ja die Hauptzielgruppe sind, stellt man bei ihnen bald erste Ermüdungserscheinungen fest beim Betrachten der Zoobewohner. Diese Menschen kommen dann meistens mit einerpersönlichen Highligthliste in den Park, die schnell abgearbeitet wird. Zu diesen zählen nuneinmal die schon oft hier kritisierten "Standarttiere". Schade, dass dadurch die eine oder andere zoologische Kostbarkeit in ihrem Empfinden untergeht! Gerade die Tiergärten in der weiteren Leipziger Umgebung haben auch ihre Kleinode, die die Besucher auch schätzen sollten. (29.08.2005, 00:00) | ||
| Dirk: | Also vom Tierbestand ist natürlich der Berliner Zoo der interessanteste. Hier wird dem Besucher einfach die größte Zahl an verschiedenen Tierarten geboten. Der Kölner Zoo gefällt mir persönlich auch sehr gut, da dieser über eine große Anzahl artgerechter Gehege verfügt. Das einzigste Manko sind meiner Meinung nach die Bärenanlagen. Allerdings glaube ich, dass die Erlebiszoos wie beispielsweise in Gelsenkirchen oder in Leipzig über kurz oder lang den anderen Tiergärten die Besucher abjagen könnten, weil die meisten Besucher ganz einfach auf ein Event aus sind, welches ihnen dort auch geboten wird. Natürlich sind die Anlagen dort auch sehr gut, doch steht nicht unbedingt mehr die Tierhaltung im Vordergrund. (29.08.2005, 00:00) | ||
| Matthias Papies: | Leider kenne ich den Zoo Wuppertal noch nicht und nach allem was ich über diesen Zoo gelesen und gehört habe, zählt er sicherlich auch zu den besseren deutschen Zoos. Aber zur Bildung der Besucher gehört heutzutage mehr als Zooschule und Beschilderung. Natürlich sind diese zwei Edukationselemente noch immer wichtig, aber die Erfahrung in anderen Zoos (z.B. Niederlande, USA, Australien) zeigt, dass interaktive Elemente das Desinteresse der Besucher durchbrechen können. Herr Weyler, Sie schreiben, dass die meisten Besucher einfach nicht hinschauen. Das stimmt! Wenn man aber für eine Anlage oder ein Themengebiet ein Edukationsprogramm ausarbeitet, wo sich Lehrtafeln und interaktive Elemente ergänzen, dann steigt die Zahl der Besucher, die sich damit beschäftigen. Im Diergaarde Blijdorp ist es sogar so, dass bei der Planung einer Anlage von Anfang an der Education Officer einbezogen ist, um dem Bildungsanspruch des Zoos zu genügen. Wieviele deutsche Zoos haben den überhaupt einen Education Officer (das ist was anderes als ein Zooschullehrer/in!!)? Solche Edukationsprogramme werden immer wichtiger, denn dadurch wird eine oder mehrere Anlage zu einem in sich geschlossenen Themengebiet. Das ist der Zoo der Zukunft! (29.08.2005, 00:00) | ||
| Klaus Schüling: | Die Zeitschrift "Ein Herz für Tiere" hat vor kurzem wohl wieder um Stimmen für die jährliche Wahl des "besten Zoos im deutschsprachgen Raum" gebeten. Da ich nicht zu den Beziehern dieses Blattes gehöre, weiß ich nicht, ob die Aktion noch läuft. Vielleicht weiß da jemand mehr? In den letzten Jahre ganz vorne: Münster, Leipzig, Wien (in wechselnder Reihenfolge) ... (29.08.2005, 00:00) | ||
| Stefan Schubert: | Ich will mich auch nicht festlegen, die drei grossen Zoos in Bayern (München, Augsburg und Nürnberg) besuche ich gerne und mindestens einmal im Jahr. Die hier schön in die Landschaft eingegliederten Gehege machen die Tiergärten zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Wenigstens einmal im Jahr mache ich mich auch nach Berlin auf. Doch müsste ich mich festlegen, dann würde ich für Leipzig votieren. Hier werden mit dem Zooumbau Massstäbe gesetzt, die auch die Besucher zu schätzen wissen. Diese kommen inzwischen aus dem weiteren Umland zum Leidwesen anderer Tiergärten (Chemnitz, Dresden, Halle), die ihrerseits etwas ins Hintertreppchen geraten. Die Idee mit der MDR-Fernsehsendung ist wohl der grösste Clou von der Pleisse. Wo sonst steht ein Lama sonst im grössten öffentlichen Interesse? Unbedingt nennen müsste ich aber noch den Zoo Münster, der zeigt wie aus hässlicher Betonarchitektur doch eine tolle Einrichtung werden kann! (29.08.2005, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Hab leider gard nih viel zeit... Nünberg hat riesige Anlagen und die sind auch noch reich strukturiert. Dort wird auch viel zur Verhaltensanreicherung getan. Auch der Naturschutz ist ein mächtiger Bestandteil. @Krümmel Wir reden hier über DEUTSCHE Zoos. Neben Nürnberg fällt mir auch sponatn Leipzig und Hagenbeck ein. MfG Sven P. Peter (28.08.2005, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Auch auf die Gefahr hin, "ausgebuht" zu werden, fällt mir in gewisser Hinsicht Hagenbeck ein. Und wer viele Tiere und einen "richtigen" Zoo (siehe entsprechender Beitrag) sehen möchte, sollte nach Berlin fahren. Ich muss sagen, dass ich mich auf einen "besten" Zoo nicht festlegen will, da ich dafür wahrscheinlich nicht genug geseheh habe, die Wilhelma allerdings in jedem Falle nicht. Zu viel ist hier noch unzeitgemäß. Dagegen muss ich dem stern-zootest in sofern beipflichten, als das Köln ein großartiger, wenn auch für den Durchschnittsbesucher vielleicht etwas langweiliger Zoo ist. Aber auf wen das zutrifft, der soll nach Hannover fahren. Ich mag diese Art Zoo (Hannover) nicht so, obwohl ich dort durchaus auch schon nette Stunden verbracht habe und generell gegen ein bisschen Unterhaltung nichts einzuwenden habe - wenn das Tier im Mittelpunkt steht. Wer im Norden wohnt, dem würde ich die Zoos Rostock und Schwerin, wenn auch zwischen ihnen meilenweite Unterschiede bestehen und gerade Schwerin in den letzten Jahren mächtig zugelegt hat, NICHT empfehlen. Dann schon eher den Vogelpark Walsrode!!!! Und ja, Wuppertal hat einen sehr schönen Zoo. (28.08.2005, 00:00) | ||
| Werner Weyler: | Also Herr Papies, da muß ich denn doch widersprechen. Auch ich schätze den zoologischen Garten Leipzig sehr und nicht nur durch zahlreiche Besuche ist er mir recht vertraut geworden. Diese wunderbaren Geschichten, die seinerzeit im MDR ausgestrahlt wurden sind sehr schön und ich habe sie alle auf DVD. Mehr Werbung kann man für einen Zoo nicht machen. Das Tier im Mittelpunkt, zeigt es auch die Menschen ( welche sich um die Tiere kümmern ) äußerst positiv. Ich denke nicht, dass uns hier was vorgegaukelt wurde, vielmehr läßt es sich auf viele zoologische Gärten/ Tierparks, etc. genauso anwenden. Ihr angeführtes 4 Punkte Programm trifft auf meinen Heimatzoo, dem zoologischen Garten Wuppertal, gleichermaßen zu. Gerade Bildung wird in Wuppertal sehr groß geschrieben. Alleine die Zooschule ist nicht nur tageweise, sondern täglich besetzt und man findet ständig Besucher dort. Ständig finden Führungen statt, immer wieder werden entsprechende Führungen angeboten. Die Beschilderung ist einfach Klasse. Zum Beispiel im Elefantenhaus kann man sich sehr gut und umfassend informieren. Überall im Park findet man sehr schöne Tafeln, die zumeist von der Künstlerin Barbara Klotz gestaltet wurden, welche mehr als Art und Herkunftsland angeben. Aber man muß schon drauf schauen und dies ist ein Problem vieler Zoos. Die Leute schauen einfach nicht ( 10 Meter nach rechts kann eine große Entfernung sein ! ). Leipzig kam über den Fernseher zu den Leuten und da kann man sich ja auch mal aufraffen und schaut sich die Fernsehstars in natura an. (28.08.2005, 00:00) | ||
| krümmel: | Arnheim und Emmen (28.08.2005, 00:00) | ||
| Zoosammler: | Also vom Ambiente finde ich Basel (fast deutsch ;=) ) am besten. Auf die Nürnberg-Erklärung bin ich auch gespannt. (28.08.2005, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Erklärung warum Nürnberg folgt nachher! (28.08.2005, 00:00) | ||
| Matthias Papies: | Warum Nürnberg? Welche Massstäbe haben sie da zu grunde gelegt. Allein die Tierhaltung als Massstab, ob ein Zoo gut oder weniger gut, zu grunde zu legen, führt denke ich zu keinem objektivem Ergebnis. Siehe Stern-Test. Und jeder Zoo hat gute Anlagen und auch weniger gut Anlagen. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist: Wieweit erfüllt der Zoo die vier Hauptaufgaben, die in der Welt-Zoo-Naturschutz-Strategie definiert sind! 1. Arterhaltung/Naturschutz 2. Forschung 3. Bildung 4. Erholung Wenn ich diese Kriterien an die deutschen Zoos heran trage, komme ich persönlich auf den Zoologischen Garten Leipzig als "besten" deutschen Zoo. Bei Erholung und Artenschutz gibt es keine nennenswerten Unterschiede zu anderen deutschen Zoos, aber bei den übrigen zwei Punkten sehr wohl. In der Forschung hat der Zoo Leipzig mit dem MPI für evolutionäre Anthropologie eine herausragende Stellung in der deutschen Zoolandschaft, was ich den anderen Zoos aber auf keinen Fall negativ anlasten würde. Bei der Bildung nimmt der Zoo Leipzig einen einsamen Spitzenplatz ein. Und das bewerte ich sehr wohl bei den anderen Zoos als negativ. Im Leipziger Zoo ist in den letzten Jahren bei den neuen Anlagen immer ein umfassendes Edukationsprogramm umgesetzt worden, so dass der Besucher nicht nur die üblichen Schautafeln lesen kann, sondern auch an interaktiven Station sich über die Tiere, deren Lebensräumen und die Arbeit der Zoos weiterbilden kann. Bei meinen Besuchen konnte ich beobachten, dass diese interaktiven Stationen (Pongoland, Kiwara-Savanne, Tigertaiga, Entdeckerhaus Arche) gut genutzt werden. Und genau das macht einen Zoo im 21. Jahrhundert zu einem sehr guten Zoo und ich hoffe, dass in den nächsten Jahren auch vermehrt in den anderen deutschen Zoos der Bildung mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. (28.08.2005, 00:00) | ||
| Papa Moll: | Tach, will ganz einfach nur wissen, welcher Zoo euch insgesamt am besten gefällt. Einfach mal um ein paar Eindrücke zu bekommen. (28.08.2005, 00:00) | ||
| Werner Weyler: | Hallo, auch wenn ich Sie nicht kenne, so möchte ich dennoch antworten. Meiner Meinung nach läßt sich dies nicht an der Institution festmachen. Wohin zielt Ihre Frage? Wollen Sie einfach nur einen Zoo besuchen, oder was möchten Sie wissen. ? (28.08.2005, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Nürnberg finde ich am besten! MfG Sven P. Peter (27.08.2005, 00:00) | ||
| Papa Moll: | Hi, ich würd mal gern wissen, welche Zoos in Deutschland eurer Meinung nach die besten sind. Also erzählt mal! (27.08.2005, 00:00) |
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