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Wer hat das Wisent gerettet?



Liz Thieme:   Jetzt kann man natĂŒrlich spekulieren...
War es Variante 1: Die Wölfe haben auf der Jagd die Herde getrennt und dabei sind einige auf das Eis geraten.
oder Variante 2: Die Wisente sind auf das Eis gegangen, eingebrochen und das Kalb blieb alleine am Ufer zurĂŒck und wurde dann von den Wölfen gerissen.
oder gibt es noch weitere Varianten?
(25.01.2022, 14:12)
cajun:   Nach dem ausfĂŒhrlichen Beitrag aus dem TP Berlin zur Auswilderung von Zoowisenten im Kaukasus, (https://www.tierpark-berlin.de/de/aktuelles/alle-news/artikel/die-reise-der-wisente) hier zwei Meldungen aus Weißrussland. Auch in etablietren Projekten kan es zu natĂŒrlich bedingten RĂŒckschlĂ€gen kommen. Wichtig ist die Etablierung und Freihaltung von Migrationsrouten.

"Notlage auf dem Eis: 21 Wisente brachen im Rajon Swislotsch, Gebiet Grodno, durch das Eis
Nach Informationen des Ministeriums fĂŒr natĂŒrliche Ressourcenm die aus dem Nationalpark "Bjeloweshskaja Puschtscha" eintrafen, wurden in der NĂ€he des Dorfes Bolschije Masuschiny im Rajon Swislotsch im Gebiet Grodno 21 Wisente gefunden, die in das Eis eingebrochen waren. Die Tiere wurden im Aquatorium des Teiches am Fluss Medjanka ("Nowodworskoje osero") gefunden. Nach vorlĂ€ufigen Angaben waren die Wisente Teil einer Herde von mindestens 100 Individuen, von denen einige starben, als sie ein Wasserhindernis auf dem Eis ĂŒberwanden. Außerdem wurde am Flussufer ein toter junger Wisent im Alter von 10-11 Monaten) gefunden, der von Raubtieren (vermutlich Wölfe) gerissen wurde. Alle toten Tiere wurden aus dem Eis geborgen. Vor Ort arbeitet eine Kommission unter Beteiligung von Vertretern der Regionalinspektion fĂŒr natĂŒrliche Ressourcen und Umweltschutz von Swislotsch, der Regionalabteilung fĂŒr Notsituationen von Swislotsch, des Regionalen VeterinĂ€rdienstes und der Wissenschaftlichen Abteilung, der Abteilung fĂŒr Biologie und des VeterinĂ€rdienstes des Nationalparks "Bjeloweshskaja Puschtscha"."

Desweiteren fiel ein Wisent dem neu errichteten Grenzzaun zu Polen zum Opfer.

Stacheldraht an der belarussisch-polnischen Grenze ist fĂŒr Wisente zu einem tödlichen Hindernis geworden
An der belarussisch-polnischen Grenze wurde ein toter Wisent gefunden. Mitarbeiter des Nationalparks "Bjeloweshskaja Puschtscha" fanden heraus: Das Tier stammte aus der polnischen Population. Normalerweise kommt die Herde im Herbst nach Belarus und kehrt im Winter wegen Futter nach Polen zurĂŒck. Aber nachdem ein Stacheldrahtzaun an der Grenze zur EU auftauchte, wurde diese Migration tödlich, berichtet der Fernsehsender MIR 24. Spuren an der Todesstelle des Tieres deuten darauf hin, dass der Wisent vergeblich versucht hat, durch den Stacheldraht zu gelangen. "Der Wisent sucht, geht. Er weiß, dass hier irgendwo seine ÜbergĂ€nge waren. Und sie existierten einfach nicht mehr. Der Ort ist sumpfig, er brach durch und blieb stecken", sagte Aleksej Bunewitsch, ein leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter im Nationalpark "Bjeloweshskaja Puschtscha. "Höchstwahrscheinlich geschah dies aufgrund des Baus eines Zauns auf polnischer Seite und der Unmöglichkeit des Tieres, sich in seinen natĂŒrlichen Lebensraum zu bewegen", sagte der Chef des Grenzpostens, Iwan Naumowez. Um die Tiere zu unterstĂŒtzen, brachten Mitarbeiter des Nationalparks Heu an die Grenze. Inzwischen bleiben etwa 30 Wisente Geiseln politischer Entscheidungen"
Quellen:https://minpriroda.gov.by/ru/news-ru/view/chp-na-ldu-21-zubr-provalilsja-pod-led-v-svislochskom-rajone-grodnenskoj-oblasti-3989/
https://mir24.tv/news/16491775/kolyuchaya-provoloka-na-belorussko-polskoi-granice-stala-smertelnoi-pregradoi-dlya-zubrov
Übersetzung Zoopresseschau
(25.01.2022, 13:37)
cajun:   Ich sage es mal ganz offen: Es wĂ€re eine Schande, wenn dieses Projekt in Deutschland scheitert.

"Wilde Wisente streifen seit 2013 durch das Rothaargebirge – ihre Zukunft ist ungewiss
Wisente waren einst ausgerottet, doch infolge von Auswilderungsprojekten wĂ€chst die Population. Im Rothaargebirge streift seit acht Jahren eine Herde durch die WĂ€lder – nicht zu jedermanns Freude
Deutschlands einzige wilde Wisent-Herde demonstriert an diesem Novembertag, was Freiheit heißt: Keines der imposanten Riesenrinder lĂ€sst sich blicken. An welcher Stelle genau sie zur Zeit durch das Rothaargebirge streifen ist unbekannt.
"Wir haben seit ein paar Tagen keinen Kontakt. Sie sind in irgendeinem Tal, wo wir kein GPS-Signal kriegen", sagt Wisent-Ranger Henrik Brinkschulte. "Sie sind halt freilebend", so der 24-JĂ€hrige schulterzuckend.

Zukunft des Artenschutzprojekts
Noch zumindest. Die anfangs achtköpfige Herde war 2013 ausgewildert worden. Acht Jahre spÀter ist offen, wie es mit dem Artenschutzprojekt weitergeht. Seit Jahren lÀuft ein Rechtsstreit zwischen einigen Waldbesitzern und dem TrÀgerverein des Projekts, weil die Wisente in den WirtschaftswÀldern Baumrinden abknabbern, die BÀume dadurch absterben können
Zuletzt bekamen die klagenden Waldbauern Recht: Sie mĂŒssen nicht hinnehmen, dass die Wisente ihre GrundstĂŒcke betreten und SchĂ€den an den BĂ€umen anrichten, so das noch nicht rechtskrĂ€ftige Urteil des Oberlandesgerichts in Hamm.
Ungeachtet dessen soll ein von der Politik beauftragtes, noch nicht veröffentlichtes Gutachten Entscheidungshilfe geben, ob oder wie das Projekt weitergefĂŒhrt werden kann. Es geht auch um GrundsĂ€tzliches: Wem gehört der Wald, der eben nicht Natur pur ist, sondern auch der Holzgewinnung dient und sich dazu in Nordrhein-Westfalen zu einem hohen Anteil von 63 Prozent in Privatbesitz befindet? Wie viel Wildnis soll es im bevölkerungsreichsten Bundesland ĂŒberhaupt geben?

Hintergrund der Projektidee
Dicht besiedelt sind weder das Rothaargebirge noch der angrenzende Hochsauerlandkreis. Hier gibt es die grĂ¶ĂŸten zusammenhĂ€ngenden Waldgebiete und höchsten Berge des Landes, das Straßennetz ist dĂŒnn. Als grĂ¶ĂŸter Waldbesitzer der Region hatte Richard Prinz zu Sayn Wittgenstein-Berleburg 2003 die Idee, die vom Aussterben bedrohte Tierart wieder auf seinem Territorium anzusiedeln. Ähnliche Projekte sind sonst mehrheitlich im Osten Europas zu finden: Die grĂ¶ĂŸte Population der europaweit mehr als 6800 Wisente in freier Wildbahn lebt laut europĂ€ischem Wisent-Zuchtbuch im polnisch-weißrussischen Urwald von BiaƂowieĆŒa.
"Auswilderungsprojekte waren und sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil, um die fĂŒr die heimischen Ökosysteme so bereichernde SchlĂŒsseltierart zu erhalten", erklĂ€rt Benjamin Bleyhl, Biogeograph der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin. "Bei uns wissen viele Leute gar nicht, dass es die Tiere ĂŒberhaupt gibt", sagt der Wildtierexperte. Es sei daher absolut wĂŒnschenswert den Wisent mitten in Europa auszuwildern - und damit auch ins Bewusstsein zu rĂŒcken.
Denn Wisente waren hier einst heimisch - bis der Mensch sie jagte und ihren Lebensraum nahm. Im 20. Jahrhundert war der EuropĂ€ische Bison, wie die Art auch genannt wird, in freier Wildbahn ausgerottet. Nur 54 Tiere ĂŒberlebten damals in Zoos und Gehegen. In einer Studie haben Bleyhl und seine Kollegen Regionen identifiziert, die sich besonders gut zur Wiederansiedlung der LandsĂ€uger eignen, darunter der MĂŒritz-Nationalpark und der Harz. Die nordrhein-westfĂ€lischen Mittelgebirgsregionen gehören nicht zu den favorisierten RĂŒckkehrregionen. Und doch: "Das heißt nicht, dass dort der Wisent nicht gut aufgehoben ist", so der ArtenschĂŒtzer.

Futtersuche bereitet Probleme
"Im Rothaargebirge ist wichtige Pionierarbeit geleistet worden", betont er. Möglicherweise sei der Wisent an anderen Standorten – etwa dort, wo es Schutzgebiete wie Nationalparks gebe– reibungsloser zu integrieren. Inzwischen ist die Herde auf 24 oder 25 Tiere angewachsen. Auf der Suche nach Futter ziehen sie eher gemĂ€chlich umher – bleiben jedoch lĂ€ngst nicht mehr im einst zugedachten Territorium im Wittgensteiner Land, sondern sind immer wieder auch weiter nördlich im Hochsauerlandkreis unterwegs – zum Ärger mancher Waldbauern.
Denn: Ein ausgewachsenes Tier frisst 40 bis 60 Kilo am Tag – "alles was grĂŒn und saftig ist", sagt Brinkschulte und zeigt ein WaldstĂŒck, dass die freie Herde vor etwa vier Wochen passiert hatte. "Einige Buchen sind geschĂ€lt", sagt der Ranger und deutet auf einen Baum mit einem Loch in der Rinde. Entstehen solche SchĂ€den im Privatwald, gleicht der der TrĂ€gerverein sie aus, wie dessen Sprecher betont. 50 000 Euro stehen dafĂŒr jĂ€hrlich in einem Fond zur VerfĂŒgung.
Wildtier-Managerin Kaja Heising, die im Projekt die Forschung koordiniert, spricht im Bezug auf die Fraßspuren an den BĂ€umen lieber von "EinflĂŒssen" als von "SchĂ€den": "Mit seinem Fressverhalten formt der Wisent die Landschaft", sagt sie. Überall, wo er sich auf dem Boden gewĂ€lzt hat, erschaffe er etwa sogenannte "Mikro-LebensrĂ€ume": Es entstehen Mini-Lichtungen, wo durch das Mehr an Sonne neue Pflanzen wachsen, Schmetterlinge oder Eidechsen sich wohlfĂŒhlen - ein reich gedeckter Tisch fĂŒr viele Vögel.
Die Region profitiere außerdem ökonomisch von dem Prestige-Projekt, ein ganzer Tourismuszweig der Umweltbildung sei rund um die Wisente entstanden. Sie ist ĂŒberzeugt, dass es gelingen kann, Möglichkeiten der Koexistenz von Mensch und Wisent auszuloten. Darin könne das Projekt auch beispielgebend fĂŒr den Artenschutz in ganz Europa sein. "Ist es nicht am Menschen, nach Wegen zu suchen, mit dem Tier, das er einst ausgerottet hat, zusammenzuleben?", fragt sie."
Quelle:https://www.geo.de/natur/wisente-sauerland--die-zukunft-der-wilden-wisente-ist-ungewiss-30948690.html
(30.11.2021, 15:25)
cajun:   Der schon angesprochene Transfer nun ausfĂŒhrlich. Der Florian ist jetzt Stellvertreter? GlĂŒckwunsch! :-)
"One Way Ticket to Baku! Tierpark Berlin wildert mit dem WWF und dem Tierpark Bern Wisente aus
Neun zottelige Wildrinder scharren auf dem Boden der abgelegenen BergwĂ€lder im nordöstlichen Aserbaidschan. Das Bild der hier weidenden Wisent-Herde ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Denn vor mehr als 90 Jahren wurde der letzte Wisent im Kaukasusgebirge erschossen und die Tierart somit in ihrem natĂŒrlichen Lebensraum ausgerottet. Nun ist es dem Tierpark Berlin in Zusammenarbeit mit dem WWF und dem Tierpark Bern erneut gelungen, Wisente aus europĂ€ischen Zoos in ihre angestammte Heimat zu bringen. In den vergangenen Monaten waren im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms des EuropĂ€ischen Zooverbandes EAZA sieben Wisente aus den Zoologischen GĂ€rten Kolmarden und Boras (Schweden), Prag (Tschechische Republik) sowie Chemnitz, Köln, Bernburg und Karlsruhe (Deutschland) in den Tierpark Berlin gezogen. Nachdem die Tiere reichlich Zeit hatten sich aneinander zu gewöhnen, reiste die Berliner Wisent-Herde nun in einer Frachtmaschine ab Frankfurt mit einem One Way Ticket nach Baku. Zwei weitere Tiere aus dem Tierpark Bern werden in Aserbaidschan mit den sieben Berliner Wisenten vereint. Begleitet wurde die Reise u.a. von Dr. Florian Sicks, Stellvertretender Leiter des Tierpark Berlin: „FĂŒr mich persönlich war der Flug in der Frachtmaschine vermutlich genauso aufregend wie fĂŒr die Wisente. GlĂŒcklicherweise haben wir alle die Reise gut ĂŒberstanden“, berichtet er. Um sich an ihre neue Heimat zu gewöhnen, werden sich die Wildrinder dort zunĂ€chst in einem Eingewöhnungsareal aufhalten. Da einzelne Wisente im Vorfeld mit modernen GPS-HalsbĂ€ndern ausgestattet wurden, wird die Herde auch zukĂŒnftig weiter begleitet werden. „Wir sehen es nicht nur als unsere Aufgabe, die GĂ€ste von Zoo und Tierpark fĂŒr die Tierwelt zu begeistern, sondern betreiben auch aktiv Artenschutz. Sei es durch UnterstĂŒtzung unserer Partnerprojekte durch Ressource und Expertise oder – wie beim Wisent – mit der gezielten Auswilderung unserer Berliner Tiere“, erklĂ€rt Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem. „Im Großen Kaukasus finden die Wildrinder noch große zusammenhĂ€ngende BergmischwĂ€lder mit einem natĂŒrlichen Nahrungsangebot. Gleichzeitig bieten die riesigen Naturschutzgebiete genĂŒgend Platz und Schutz fĂŒr BestĂ€nde mit mehreren hundert Tieren. Die Wiederbesiedlung des Wisents ist ein Kraftakt, der nur durch eine langfristige vertrauensvolle Zusammenarbeit von internationalen, nationalen und nicht zuletzt lokalen Partnern geleistet werden kann“, erklĂ€rt Aurel Heidelberg, Referent fĂŒr die Ökoregion Kaukasus beim WWF Deutschland. Die frisch in Aserbaidschan eingetroffenen Wisente werden voraussichtlich im FrĂŒhjahr 2022 in der Kernzone des Nationalparks ausgewildert. Es wird sich um die zweite Herde handeln, die im Rahmen des Wiederansiedlungsprojekts entlassen wird. Eine erste Herde – bestehend aus 16 Tiere aus vorigen Transporten sowie vier vor Ort geborenen KĂ€lbern – wird das Auswilderungszentrum noch Ende November dieses Jahres verlassen. Hintergrund: Der Wisent wurde 1927 in der Natur durch den Menschen gĂ€nzlich ausgerottet, als die letzten Wisente im Kaukasus erschossen wurden. Nur Dank weniger Tiere in der Obhut zoologischer Einrichtungen konnte diese Tierart vor dem endgĂŒltigen Aussterben gerettet werden. Um das weitere Überleben der Art zu sichern, wurde im August 1923 durch die Initiative europĂ€ischer Zoodirektoren und Wissenschaftler die „Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents“ im Zoo Berlin gegrĂŒndet. Diese gemeinsamen BemĂŒhungen sind somit der VorlĂ€ufer der heutigen Erhaltungszuchtprogramme fĂŒr viele bedrohte Tierarten. Bereits seit 1872 zĂ€hlen Wisente zum Tierbestand des Zoo Berlin. Auch der Tierpark trĂ€gt seit seiner Eröffnung 1955 beachtlich zur Erhaltungszucht der Wisente bei. Bis heute wurden in den Zoologischen GĂ€rten Berlin ĂŒber 200 Wisente geboren."
Quelle: Pressemitteilung des TPs
(30.11.2021, 13:24)
cajun:   Soweit ich es weiß, sind alle ursprĂŒnglich freigesetzten Wisente im Kaukasus Hybride aus Bison/ Flachland/ Bergwisent. Die Population blĂŒhte ja bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion und brach dann aufgrund von Wilderei ein.
In den Naturdokus der letzten Jahre sieht man allerdings wieder grĂ¶ĂŸere Herden, die phĂ€notypisch schon recht unterschiedlich sind, aber doch sehr Wisent Ă€hnlich.
Daniel Foidl hat dazu in seinem Breeding back Blog einige Postings und das Thema war hier im Forum auch unter dem unten erwÀhnten "Bastarde"- Thread.
Rein ökologisch kommen die "Kaukasus- Wisente" gut klar im Berghabitat.
(05.10.2021, 16:49)
W. Dreier:   Ein wichtige Möglichkeit, Tiere zu charakterisieren! Wenn ich an den Kaukasus denke - auch an die jetzigen Freilassungen - sind die dort schon lĂ€nger Lebenden mit Sicherheit zu einem gewissen Grade mit Bison x Wisent Hybriden ``durchsetzt``.
Das Problem ist sicher, dass jeweilige Tier nach dem Koten genau zu ``markieren`` - im Rothaargebirge sicher kein Problem.
Aber die theoretischen und praktischen Befunde sind auch ĂŒbertragbar! Schön!

``Zur Populationsgenetik in Zoos`` vom genannten Autor werden wir ja bald etwas im ``Tiergarten`` lesen!
(05.10.2021, 15:20)
cajun:   Das beim Wisent mehr zu tun ist, als nur Tiere auszuwildern, ist aufgrund der schmalen GrĂŒnderbasis (4,3 Flachlandlinie und 1,11 Kaukasus x Flachlandlinie) naheliegend. Anbei ein einkopierter Artikel aus der "Wisent- Welt" am Rothaarsteig, die die einzige, feilebende Herde in Deutschland beherbergt. Das lobenswerte Projekt wurde seit 2003 geplant und fand mit der Freisetzung einer kleinen Herde 2013 seinen Höhepunkt. Es kam immer mal wieder zu HWC, da die Wisente auch in privaten WĂ€ldern Buchen schĂ€lten oder RĂŒbenmieten plĂŒnderten. Aktuell befindet man sich wieder im Rechtsstreit mit einigen Waldbauern. Es bleibt daher spannend, ob sich diese Freisetzung in der Kulturlandschaft letztendlich etabliert oder die Tiere wieder komplett in menschliche Obhut genommen werden mĂŒssen.

Es gibt aber auch einen zweiten Grund, den Artikel hier zu posten. Maßgeblich an der Entwicklung eines invasivarmen Markersystem zur Sammlung genetischer Informationen der Individuen (so habe ich es verstanden) war unser (EX?) Mitschreiber und Mitforist Gerrit Wehrenberg. Von ihm hatte ich gestern, beim Eintauchen in den Forumskeller ein paar interessante Postings u.A. im Thread "Bastarde" gelesen und war daher ĂŒberrascht, beim nicht zielgerichteten weiter blĂ€ttern im Netz zufĂ€llig auf seinen Namen zu stossen. Manche von uns lernen dann ja doch noch "was VernĂŒnftiges" ( :o) schalke*) Aus welchem Jahr der Artikel ist, lĂ€sst sich leider nicht nachvollziehen. Ich möchte euch den Zufallsfund allerdings nicht vorenthalten.

Wisent-Welt hilft bei der Entwicklung eines Markersystems fĂŒr Populationsgenetik

Molekulare Analysen der genetischen DiversitĂ€t sind ein erfolgsversprechendes Werkzeug fĂŒr das Management zum Schutz bedrohter Arten. Der Wisent wurde durch erhebliche ArtenschutzbemĂŒhungen Anfang des 20. Jahrhunderts vor dem Aussterben bewahrt. Die heutige globale Population stammt von insgesamt nur zwölf GrĂŒndertieren, wodurch die Art einen starken genetischen Flaschenhals durchlaufen hat. Zwar ist die Population durch eine erfolgreiche Erhaltungszucht und Wiederansiedelungen in angestammten Regionen wie dem Rothaargebirge, wieder auf weltweit mehr als 8.400 Individuen herangewachsen, ist aber weiterhin bedroht durch eine sehr niedrige genetische Vielfalt und Inzucht.

Verursacht durch diese niedrige genetische Vielfalt, versagen traditionelle molekulare Methoden fĂŒr die Bewertung von genetischer DiversitĂ€t oder fĂŒr Verwandtschaftsanalysen erforderliche Auflösung fĂŒr diese Art zu leisten. Dies hat genetische Untersuchungen, fĂŒr das Management in Menschenobhut oder das nicht-invasive Monitoring von ausgewilderten und isolierten Populationen stark erschwert. Mit einer Studie hat Biologe Gerrit Wehrenberg im Rahmen seiner Masterarbeit (Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt und Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt) ein sogenanntes SNP-Panel fĂŒr nicht-invasiver Proben vom Wisent mit niedriger DNS-QualitĂ€t entwickelt. Solche Proben können Umweltspuren der Tiere wie Dung, Urin, Speichel oder Haare darstellen. Diese können nun beispielsweise von Nationalpark-Rangern im Feld gesammelt und anschließend im Labor analysiert werden, um so ĂŒber Ihren Verursacher Aufschluss zu geben. So kann man die Tiere effektiv monitoren, ohne sie fangen, narkotisieren oder auch nur stören zu mĂŒssen – schließlich ein PrimĂ€rziel von Auswilderungen.

Insgesamt 96 Stellen im Genom der Wisente, sogenannte SNPs (gesprochen „Snips“ fĂŒr Einzelnukleotid-Polymorphismen; engl.: single nucleotide polymorphisms), sind zu dem neuen SNP-Panel zusammengefasst und ermöglichen viele verschiedene Diagnosen und Einblicke in die Populationsgenetik der Wisente, die fĂŒr die ArtenschĂŒtzer entscheidende Bedeutung haben. Nun kann man nur mit zum Beispiel einer Kotprobe das Geschlecht, die Eltern oder die genetische DiversitĂ€t des Tieres bestimmen. FĂŒr artenschutzrelevante Entscheidungen, sowohl fĂŒr die Erhaltungszucht in Menschenobhut oder bei ausgewilderten BestĂ€nden, sind solche Stammbaumrekonstruktionen oder die Untersuchung der genetischen DiversitĂ€t von zentraler Bedeutung. Mit dem genetischen Fingerabdruck der Tiere kann man auch etwa individuelle Wanderbewegungen nachvollziehen oder PopulationsgrĂ¶ĂŸen abschĂ€tzen. Seit der GrĂŒndung der ArtenschutzbemĂŒhungen vor rund 100 Jahren ist die Trennung der sogenannten Flachlandlinie und der Flachland-Kaukasus-Linie, welche genetisches Material des mittlerweile ausgestorbenen Bergwisents aus dem Kaukasus innehat, ein zentraler Grundsatz fĂŒr das Management. Die Wisente im Rothaargebirge gehören letzterer Zuchtlinie an. Anhand des neuen SNP-Panels lassen sich die Individuen diesen beiden Zuchtlinien zuordnen, selbst wenn es sich um Hybride beider Linien handelt. Um im Feld genommene Proben von anderen Arten, wie dem genetisch Ă€hnlichen Hausrind oder anderen Wildtieren unterscheiden zu können, erlaubt das SNP-Panel das Bestimmen anderer Spezies. ZusĂ€tzlich zur Entwicklung des Markerpanels, hat Wehrenberg eine optimale Methode fĂŒr das Sammeln, Lagern und die DNS-Extraktion von und aus Wisentdung erstellt, welches den optimalen Probentyp im Freiland darstellt, da ausgewachsene Wisente tĂ€glich unglaubliche 5 – 7 kg Dung ausscheiden. Um eine fĂŒr die globale Population reprĂ€sentative Probensammlung zu garantieren, haben europaweit 37 Zoos, Wildparks und andere Kooperationspartner ĂŒber 1600 Einzelproben von etwa 300 Wisent-Individuen beigetragen. Davon konnte Wehrenberg im Rahmen seiner Masterarbeit 137 Wisente sowohl aus menschlicher Obhut, als auch aus der Wildnis erfolgreich analysieren. Auch die Wisent-Welt steuerte Proben von sowohl der freien Herde, als auch der Gehegeherde bei, die Wisent-Wildnis am Rothaarsteig, die von der wissenschaftlichen Koordinatorin Kaja Heising und dem ehrenamtlichen UnterstĂŒtzer Reinhard Stark beprobt wurden. Aus derselben Probensammlung konnte Wehrenberg außerdem 116 Individuen zehn weiterer teils exotischer Rinderarten wie WasserbĂŒffel, Anoas oder Yaks analysieren. So konnte der Biologe feststellen, dass grundlegende Anwendungen des SNP-Panels, wie der Geschlechtsbestimmung und der Individualisierung ĂŒber nicht-invasive Proben auch fĂŒr Amerikanische Bisons, Hausrinder und asiatische Gaure sowie Bantengs funktionieren. So kann das ursprĂŒnglich strikt fĂŒr Wisente entwickelte SNP Panel ohne Anpassungen in basalen Fragestellungen fĂŒr teilweise ebenfalls naturschutzrelevante Wildrindarten sofort angewendet werden.

Wehrenbergs entwickelte Methode ist fĂŒr ArtenschĂŒtzer vor allem da hilfreich, wo Individuen nicht mehr auseinandergehalten werden können, da – anders als in Zoos und Gehegen – der menschliche Kontakt fehlt. In den meisten Wisentgebieten fehlt es (noch) an Korridoren, die den Tieren erlauben, sich selbststĂ€ndig durch Abwanderung auszutauschen. Durch Wehrenbergs Methode können die genetisch geeigneten Individuen fĂŒr den Austausch rĂ€umlich getrennter freier Populationen gezielt ausgewĂ€hlt werden. Bei einem funktionierenden Monitoring wĂ€re es mit dem Panel sogar möglich „natĂŒrlichen“ Genfluss, also die Verpaarung zwischen unterschiedlichen Herden und Metapopulationen nachzuvollziehen.

Durch die niedrigen Kosten, die hohe molekulare Auflösungskraft, als auch die Anwendbarkeit fĂŒr verschiedenste Probentypen, kann das neue SNP-Panel wichtige Aufgaben in den aktuellen ArtenschutzbemĂŒhungen zum Wisent bewĂ€ltigen. Dazu gehört ein prĂ€zises genetisches Monitoring von wiederausgewilderten Herden, als auch der molekulare Vergleich mit den Ă€ltesten Zuchtbuchdaten einer bedrohten Art die mehr als 100 Jahre zurĂŒckreichen. Letzteres ermöglichte eine unvergleichbare Gelegenheit dieses neuentwickelte genetische Werkzeug mit bereits vorhandenen Daten abzugleichen. Derzeit wird an einer peer-reviewten Publikation in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift der Studie gearbeitet. Auf einer internationalen Fachkonferenz in Frankfurt am Main traf die Studie bereits auf Interesse. Außerdem wird dieses neue SNP-Panel zum erstmaligen Monitoring wilder Populationen, zurzeit im Rahmen der aktuellen Auswilderungen in RumĂ€nien eingesetzt (WWF RumĂ€nien, Rewilding Europe und der Romanian Wilderness Society (EU-Life-Projekt)), wohin bereits Nachzuchten aus der Wisent-Wildnis am Rothaarsteig ausgewildert wurden. So konnten die Proben der Bad Berleburger Wisente einen wichtigen Beitrag fĂŒr dieses Forschungsprojekt mit direkter Anwendung im Artenschutz fĂŒr die freien Verwandten auch außerhalb von Deutschland leisten. Aufgrund seiner geringen genetischen DiversitĂ€t und der mangelnden Korridore zwischen seinen LebensrĂ€umen bedarf der Wisent weiterhin an intensivem Management. Wehrenbergs Ergebnisse tragen einen wichtigen Teil zum erfolgreichen Erhalt und zur kontinuierlichen Vermehrung dieser Art bei.

Diese erfolgreiche Kooperation zwischen Artenschutz, Wisenthaltern und wissenschaftlicher Forschung zeigt erneut die Wichtigkeit solcher Einrichtungen wie der Wisent-Welt Wittgenstein e.V., Ihrer Arbeit und der engen Zusammenarbeit mit Partnern im Kampf gegen den weltweit zunehmenden Verlust von BiodiversitÀt.
Quelle: https://www.wisent-welt.de/molekulares-spurenlesen
(05.10.2021, 14:27)
cajun:   Auch NeumĂŒnster beteiligt sich an den Auswilderungen

"Neue Hoffnung fĂŒr die „Freiheit“, Wisentgeburt im Tierpark NeumĂŒnster
Am 27.05.2021 hat die 9-jĂ€hrige Wisentkuh „Kronika“ im Tierpark NeumĂŒnster ihr mittlerweile 5. Wisentkalb zur Welt gebracht. Das weibliche Kalb ist wohl auf und wurde vom Tierpark-Team auf den Namen „Houria“ getauft. Die Namen der in NeumĂŒnster geborene Wisente mĂŒssen, da sie aus der Holsteinischen Linie stammen, fĂŒr die Zuchtbucheintragung immer mit den Buchstaben „Ho-„ beginnen. Der Name „Houria“ stammt aus dem Algerischen und bedeutet „Freiheit“. „Da hat sich das Tierpark-Team einen wirklich schönen und passenden Namen ausgedacht.“, erklĂ€rt Tierpark Chefin Verena Kaspari die Namenswahl. „Drei der bisher fĂŒnf KĂ€lber von Mutter „Kronika“ und dem aus der Schweiz stammenden Vater „Lurano-Anthony“, konnten bereits mit Hilfe des WWF in den RumĂ€nischen Karpaten ausgewildert werden. Insgesamt konnte, seit 2016 vier NeumĂŒnsteraner Wisente im Auswilderungsprojekt einen Platz finden. „Darauf sind wir wirklich sehr stolz, da nur Wisente mit sehr gutem Stammbaum fĂŒr das Auswilderungsprojekt des WWF in Frage kommen.“, so Kaspari weiter. Erst vor gut zwei Wochen fanden, die in NeumĂŒnster geborenen Wisente „Hoima“ (*2018) und „Hope“ (*2019), im Tarcu Gebirge, in den sĂŒdlichen Karpaten, ihre neue Heimat. Die beiden Tiere wurden in den Wisentgehegen Springe und Donaumoos ĂŒber ein Jahr lang auf die bevorstehende Auswilderung vorbereitet und dort an ihre neuen Herden gewöhnt. Wisente sind die grĂ¶ĂŸten LandsĂ€ugetiere Europas und galten seit 1927 als in der Natur vom Menschen ausgerottet. Nur 12 GrĂŒndertiere ĂŒberlebten seiner Zeit in menschlicher Obhut, in Zoos und Tierparks. Diese wenigen GrĂŒndertiere sind der Grund, dass es mittlerweile wieder rund 8500 Individuen gibt, von denen ca. 5000 wieder im Freiland leben. “Dieses WWF Projekt ist sowohl logistisch als auch finanziell sehr aufwendig und wir freuen uns sehr, mit der Hilfe vieler großzĂŒgiger Spender, das Projekt unterstĂŒtzen und ein Teil davon sein zu können. FĂŒr einen TiergĂ€rtner ist es die absolute KĂŒr seine Nachzuchten wieder, mit sicheren Projekten, wieder ins Freiland entlassen zu dĂŒrfen. Dieses Wisent-Auswilderungsprojekt ist langfristig angelegt und die Wisente werden viele Jahre lang mittels GPS-HalsbĂ€ndern ĂŒberwacht.“, erlĂ€utert die Diplom Biologin, die wĂ€hrend der ersten Auswilderung 2016 die Möglichkeit hatte, sich persönlich von der ĂŒberragenden Arbeit des WWF vor Ort in RumĂ€nien zu ĂŒberzeugen. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die kleine „Houria“ in naher Zukunft fĂŒr das Auswilderungsprojekt ausgesucht wird und somit ihrem Namen alle Ehre machen kann
Quelle: Pressemitteilung des Zoos
(11.06.2021, 15:47)
cajun:   Auch in Tschechien wird fleißig ausgewildert.
taborsky.denik.cz – 31. MĂ€rz 2021
Zubƙice se brzy dostanou ze zoo do svĂ©ho pƙirozenĂ©ho prostƙedĂ­
WisentkĂŒhe werden bald aus dem Zoo in ihren natĂŒrlichen Lebensraum zurĂŒckkehren
Am Donnerstag wird der Zoo TĂĄbor zwei WisentkĂŒhe in das Reservat in Milovice entlassen. Tara und Norisa werden aus Tabor in das große Naturschutzgebiet in der NĂ€he von Milovice reisen. Nach der Freilassung des Wisents TĂĄbor in der NĂ€he von Rokycany im letzten Jahr ist dies ein weiterer Meilenstein im Wiederansiedlungsprogramm, das vor fĂŒnf Jahren in TĂĄbor mit der Bildung einer Wisentherde begonnen wurde. "Das Programm zur Wiederansiedlung des Wisents in der tschechischen Natur ist ein SchlĂŒsselprogramm des Zoos TĂĄbor, dessen Hauptaufgabe der Schutz gefĂ€hrdeter Tierarten ist", sagt EvĆŸen Korec, Direktor des Zoos in TĂĄbor. Ein drittes Weibchen, Karla, wird TĂĄbor in diesem Jahr ebenfalls verlassen. Es wird im neu errichteten serbischen Reservat Stara Planina ein neues Zuhause finden. Der Zoo in TĂĄbor widmet sich seit 2016 der Wiederansiedlung des Wisents in der Natur, als er im Mai erstmals vier KĂŒhe der sogenannten Tieflandlinie des Wisents holte. Anfang Mai 2016 wurden zwei WisentkĂŒhe, die damals fast zweijĂ€hrige Usjana und die vierjĂ€hrige Uselina, in das neue Gehege des Zoos TĂĄbor gebracht, die aus einer deutschen Privathaltung auf Usedom stammen. Kurz darauf wurden zwei weitere, 2015 geborene junge KĂŒhe - Norisa und Norma - aus dem NĂŒrnberger Tiergarten in den Zoo TĂĄbor gebracht. Ende 2016 gesellte sich zu diesen weiblichen Tieren Zuchtstier Poczekaj, der am 22. November aus Niepolomice, Polen, eintraf. (Autor der Quelle: Filip SuĆĄanka, Zoo TĂĄbor Übersetzung Zoopresseschau)

Habe nur ich den Eindruck, dass es in Sachen Auswilderung bei den Wisenten enorm an Fahrt aufnimmt in den letzten zwei Jahren?
(06.04.2021, 16:41)
cajun:   Hierbei kooperieren nicht nur Kolmarden und Berlin:
"Visent frÄn KolmÄrden ska utplaceras i Azerbajdzjan
Wisent aus KolmÄrden wird in Aserbaidshan ausgewildert
Morgen zieht KolmĂ„rdens 3-jĂ€hriger Wisentstier Knock nach Berlin, wo er mit sieben weiteren Wisenten eine neue Herde bilden wird. Es ist geplant, die neue Wisentherde in einem Nationalpark in Aserbaidshan auszuwildern, einem Gebiet, in dem Wisente einst frei lebten, bevor sie in den 1920er Jahren im Grunde ausgerottet wurden. Das europĂ€ische Auswilderungsprojekt ist Teil der Arbeit von KolmĂ„rden fĂŒr die Erhaltung gefĂ€hrdeter Arten. Knock wurde im Juni 2018 in KolmĂ„rden geboren. Am 24. MĂ€rz zieht er in den Tierpark Berlin, wo er sieben weitere Wisente aus vier verschiedenen europĂ€ischen Zoos kennenlernt. Im November wird die Herde erstmals in ein Akklimatisierungsgebiet von ca. 300 Hektar verlegt, wo sie sich an ihre neue Umgebung anpassen kann. Im FrĂŒhjahr 2022 wird die Herde im Shahdag-Nationalpark, einem Gebiet von ĂŒber 40.000 Hektar im Kaukasus in Aserbaidshan, freigelassen.(Quelle: Pressemitteilung, Übersetzung Zoopresseschau)
(06.04.2021, 16:29)
Michael Mettler:   P.S. In alten B?chern findet man auch ?fter "der Guanako". Taucht wie die Beispiele Pony und Zebu u.a. in der von Ludwig Heck bearbeiteten Brehm-Ausgabe mit m?nnlichem Artikel auf. Wie auch der Wisent ;-)
(03.03.2021, 23:31)
Michael Mettler:   Lebendige Sprache. Manch Altvorderer w?rde wahrscheinlich den Kopf dar?ber sch?tteln, dass wir heute DAS Zebu und DAS Pony sagen (statt wie fr?her der Zebu und der Pony - ja, auch das Pferd, nicht nur die Frisur). In ?lterer Literatur findet man auch noch DEN Nyala (oder DAS Nyala), DAS Impala, DEN Aguti, DEN Paka und andere Beispiele. Das ist dann "r?ckw?rts gew?hnungsbed?rftig".

?brigens habe ich in neuerer Zeit in Zeitungs- und Fernsehberichten auch schon mehrfach "das Bison" gelesen/geh?rt. Daran werde ich mich auch nicht gern gew?hnen.
(03.03.2021, 20:52)
Sacha:   @cajun: ohje, peinlich, sorry (ich war so ?berzeugt, dass das noch niemand aufgegriffen hat, dass ich gar nicht nach unten gescrollt habe)
(03.03.2021, 20:28)
cajun:   @Sacha: DAS ?berlegte bereits Carsten Vick ganz unten im Thread im Jahre 2007. Ge?ndert hat er es dann wohl aber nicht...
(03.03.2021, 17:25)
Sacha:   Geht es nur mir so oder st?ren sich noch andere am "neuen" Pronomen (= DAS) f?r diese Art? F?r mich jedenfalls wird es immer DER Wisent bleiben. Die n?chstverwandte Art heisst schliesslich auch DER Bison oder DER Indianerb?ffel (und DER Anoa, DER Banteng, DER Gaur usw.)
(03.03.2021, 14:39)
cajun:   Auch schwedische Einrichtungen beteiligen sich an den Projekten zur Auswilderung in Rum?nien.mynewsdesk.com/se ? 10. Feb. 2021
Visenttjurens flytt fr?n H??r till Rum?nien
Umzug des Wisentstiers von H??r nach Rum?nien
Der Wisentstier Skrim ist von seiner Heimat Sk?nes Djurpark in H??r nach Rum?nien gezogen. Er ist Teil eines Projekts, dessen Ziel es ist, Wisente in freier Wildbahn wieder anzusiedeln. Am Freitag wurde der Wisentstier auf einen Sondertransport in die Fagaras-Berge in den rum?nischen Karpaten verladen. Er ist jetzt angekommen und wurde von der FCC, Foundation Conservation Carpathia, empfangen, die ihn auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereiten wird. Der Wisentstier Skrim wurde 2017 im Sk?nes Djurpark geboren. Hier ist er mit dem Rest der Wisentherde herangewachsen und heute ist er ein gro?er und stattlicher Stier. "Er ist wirklich gro?, obwohl er erst vier Jahre alt ist. Er wiegt deutlich mehr als seine Mitreisenden", sagt Anna Blinkowski, Zoologische Direktorin in Sk?nes Djurpark. Skrim reiste zusammen mit f?nf anderen schwedischen Wisenten, zwei aus Eriksberg und zwei aus Bor?s. Die Gruppe ist jetzt in Rum?nien angekommen und wurde von der FCC empfangen, die hinter dem Gr?ndungsprojekt steht. Zun?chst werden die Wisente einige Wochen in einem Quarant?negehege gehalten, wo sie einer engen tier?rztlichen ?berwachung unterzogen werden. Dann werden sie in ein gr??eres Gehege gebracht, wo sie sich akklimatisieren und sich an die neue Umgebung gew?hnen. Bereits im Fr?hjahr ist geplant, die Wisente freizulassen, wo sie zusammen eine neue Herde bilden oder sich den Wisenten anschlie?en k?nnen, die zuvor in der Region freigelassen wurden.
Quelle:https://www.mynewsdesk.com/se/skanes_djurpark/pressreleases/visenttjurens-flytt-fraan-hoeoer-till-rumaenien-3071270
?bersetzung Zoopresseschau
(03.03.2021, 14:09)
cajun:   Eine Meldung zu den neuesten Projekten im Kaukasus:
Wisentbaby im Berliner Tierpark geboren
Warum es Tian einmal in den Kaukasus ziehen könnte
Das Adventsbaby im Tierpark ist dieses Jahr groß geraten: Wisentbulle Tian wird spĂ€ter bis zu 800 Kilo wiegen ? und lebt dann womöglich in freier Wildbahn.
Ein wenig unsicher auf den Beinen stakst der kleine Wisentbulle Tian im Berliner Tierpark noch herum. Aber das wird schon. Tian, geboren am 12. Dezember, hat eine Perspektive, die fĂŒr Zootiere selten ist: Er könnte spĂ€ter einmal im Kaukasus herumwandern - ohne ZĂ€une.
Bulle Beppo, der vor zwei Jahren im Berliner Zoo zur Welt kam, lebt seit November bereits im Norden Aserbaidschans. Dank solcher Auswilderungsprogramme in Kooperation mit Zoos nehmen europÀische Wisente eine ungewöhnlich positive Entwicklung. Sie rutschten auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) nun eine Stufe nach unten - und gelten damit als weniger bedroht.
Vor rund 100 Jahren hĂ€tte das kaum ein Wisent-Freund fĂŒr möglich gehalten. 1927 galt die Art nach dem Abschuss des letzten Bullen im Kaukasus als ausgerottet. WĂ€ren da nicht ein paar Zoodirektoren und Privathalter gewesen, die vier Jahre zuvor in Berlin die Gesellschaft zur Erhaltung der Wisente gegrĂŒndet hatten. Als VorlĂ€ufer der spĂ€teren europĂ€ischen Erhaltungszuchtprogramme begannen sie, die Tiere in menschlicher Obhut zu zĂŒchten.
Bereits seit den 1950er Jahren werden Wisente aus Zoos wieder ausgewildert. Waschechte Berliner leben heute zum Beispiel in RumĂ€nien. In Aserbaidschan sollen sie ab dem FrĂŒhjahr im rund 130 000 Hektar großen Nationalpark Shahdag frei herumwandern. Noch sind sie in einem großen Gehege und ĂŒben, mit der Natur klarzukommen.
Tian könnte mit zwei Jahren ausgewildert werden
Auch Tians Mutter Oria sollte ursprĂŒnglich mit nach Aserbaidschan. Doch da sie trĂ€chtig war, reiste Bulle Beppo mit Artgenossen aus anderen europĂ€ischen Zoos erst einmal allein gen Osten.
Tian könnte ihm folgen, wenn er zwei Jahre alt ist, sagt Florian Sicks, Kurator im Tierpark. ?Da spricht bisher nichts dagegen.? Auch fĂŒr Oria, die in Berlin ihr erstes Junges bekam, gibt es gute Chancen. Die endgĂŒltige Entscheidung hĂ€ngt nach Angaben des Tierparks aber von vielen Faktoren in den Auswilderungsprogrammen ab.
Wisente sind die grĂ¶ĂŸten LandsĂ€ugetiere Europas
Wuchtige SchĂ€del und muskulöse Vorderkörper - Wisente sind auch in Zoos wilde Tiere geblieben. Mit einer gemĂŒtlichen Hausrind-Herde haben sie wenig gemeinsam. Die Absperrungen um das Gehege mĂŒssten sehr stabil sein, berichtet Sicks - und die Tierpfleger achtsam. Rund 800 Kilo können ausgewachsene Bullen auf die Waage bringen, fast 1,90 Meter groß und drei Meter lang werden. Es sind die grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen LandsĂ€ugetiere - und durchaus kampfeslustig, wenn es um die Rangordnung in der Herde geht.
?Dass ein ehemals ausgerottetes Tier von der hohen GefÀhrdungsstufe wieder herunterkommt, das ist eine Ausnahme?, sagt Sicks. Nach IUCN-Angaben haben sich Wisente von 1800 Tieren im Jahr 2003 auf mehr als 6200 in freier Wildbahn vermehrt. Geht das so positiv weiter, könnten sie in naher Zukunft keine gefÀhrdete Art mehr sein.
Die grĂ¶ĂŸten BestĂ€nde gibt es nach IUCN-Angaben heute in Polen, Weißrussland und Russland. Auch Deutschland hat ein kleines Ansiedlungsprojekt im Rothaargebirge laufen. Aktuell wĂŒrden in ganz Europa 47 große Herden beobachtet, heißt es bei IUCN. Dazu tragen einige Tiere Sender. Ein Problem bleibt aber der kleine Gen-Pool - und die weite Streuung der Tiere, oft ohne Begegnungsmöglichkeit.
Mehr als 200 Wisente wurden schon in Berlin geboren
So muss der Mensch weiter nachhelfen, um durch ZuchtbĂŒcher und mit gezielten Tiertransporten in die einzelnen Wisent-Regionen fĂŒr ausreichend genetische Vielfalt zu sorgen. ZufĂŒttern muss im Winter auch in der Natur manchmal sein - bis es ausreichend Weideland fĂŒr die wilden Herden gibt, ohne Konkurrenz zur Hausviehhaltung.
?Bis das regional alles wieder zusammenwĂ€chst, dauert es noch Jahrzehnte?, sagt Sicks. In Aserbaidschan lebten nun rund 20 Tiere aus zahlreichen Zoos. Wisente sind aber keine Karnickel - sie vermehren sich sehr langsam. Auch in Berlin gibt es nicht jedes Jahr ein Jungtier. DafĂŒr eine lange Tradition - schon seit 1872 zĂ€hlen Wisente im Zoo zum Bestand, seit 1955 auch im damals neu eröffneten Tierpark. Mehr als 200 dieser Wildrinder sind in Berlin zur Welt gekommen.
Auch Regionen wie der Kaukasus profitieren von der Wiederansiedlung. ?Durch ihren großen Nahrungsbedarf ĂŒben Wisente einen beachtlichen Einfluss auf die Vegetation aus?, erlĂ€utert Aurel Heidelberg, Experte fĂŒr den WWF. ?Dank ihnen entstehen im Wald offene FlĂ€chen und damit Lichtungen und Sonneneinstrahlung bis zum Boden.? Dies unterstĂŒtze die Strukturierung der BergwĂ€lder mit Nischen fĂŒr viele andere Tier- und Pflanzenarten. Das Auswilderungsprojekt ist eine gemeinsame Initiative des aserbaidschanischen Umweltministeriums, des WWF und des europĂ€ischen Verbands der Zoos. (dpa)

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/wisentbaby-im-berliner-tierpark-geboren-warum-es-tian-einmal-in-den-kaukasus-ziehen-koennte/26745300.html
(28.12.2020, 14:48)
cajun:   Wisent News aus dem Neandertal:
Nach dem Ableben zweier betagter KĂŒhe, erhofft man sich einen Restart mit einer neuen Gruppe und Anlage.
Trauer im Neandertal in Mettmann : Abschied von ?Nugana? und ?Nutella?
?Nutella? und ?Nugana?, mussten jetzt mit 22 beziehungsweise 23 Jahren aus AltersgrĂŒnden eingeschlĂ€fert werden.
Das Eiszeitliche Wildgehege Neandertal hat eine lange Tradition der Wisenthaltung und ?zucht. Ende der 1990er Jahre wurde die Wisentzucht aufgegeben und nur noch eine kleine Schauherde mit zunĂ€chst drei KĂŒhen und einem kastrierten Stier gehalten. Nach und nach sind diese Tiere aus AltersgrĂŒnden gestorben.

Seit sieben Jahren lebten nur noch die beiden im Neandertal geborenen KĂŒhe ?Nugana? und ?Nutella? in ihrem Gehege. Sie hatten beide ein schönes Leben auf den saftigen Wiesen im Neandertal und haben in jungen Jahren auch zur Wisentzucht beigetragen.

Nun aber konnte man den beiden 22 und 23 Jahre alten Damen im letzten Jahr deutliche Alterserscheinungen anmerken. Besonders ?Nugana? konnte sich zunehmend schlechter bewegen, hatte eine EintrĂŒbung des Augenlichts und nahm auch deutlich ab.
Das Hegepersonal hat in regelmĂ€ĂŸiger Absprache mit den betreuenden TierĂ€rzten versucht, ĂŒber ZufĂŒtterung den Allgemeinzustand der Tiere zu verbessern, konnte das Ende aber letztlich nur aufschieben. Da es keinem der beiden Tiere zugemutet werden konnte, alleine zu bleiben oder sich in ihrem hohen Alter noch an eine fremde Herde zu gewöhnen, mussten jetzt beide Wisente in Abstimmung mit und unter Aufsicht von TierĂ€rzten eingeschlĂ€fert werden. Das teilten jetzt die Untere Naturschutzbehörde des Kreises als TrĂ€ger des Wildgeheges und der Naturschutzverein Neandertal mit.

Gleichwohl möchte der Kreis Mettmann zur Arterhaltung des vom Aussterben bedrohten Wisents beitragen und daher die Zucht wieder aufnehmen.

HierfĂŒr entsteht zurzeit auf den hoch gelegenen FlĂ€chen des Wildgeheges in Erkrath-Hochdahl mit dem ?Neandertalhof? eine Wisentzuchtanlage. Voraussichtlich im kommenden FrĂŒhjahr sollen die ersten Jung-KĂŒhe im Gehege Einzug halten.
https://rp-online.de/nrw/staedte/mettmann/neandertal-wisent-damen-nugana-und-nutella-mussten-altersbedingt-eingeschlaefert-werden_aid-54537613
(17.11.2020, 15:35)
th.oma.s:   naja und nicht nur bialowieza. ist m.e. trotzdem bemerkenswert so eine sache in diesem land durchzuziehen. wenn ich daran denke, was mittlerweile fĂŒr ein lebensraumpotential da ist und wie zögerlich man mit der freisetzung wegen allermöglicher besitzstĂ€nde, zustĂ€ndig-keiten umd meines erachtens auch gleichgĂŒltigkeit einfach nicht an die sache ran geht.
(20.04.2010, 21:32)
WolfDrei:   Bisher glaubte ich, Bialowieza lĂ€ge auch in Europa
(20.04.2010, 19:59)
cajun:   Das nenne ich doch mal einen furiosen Start fĂŒr das Projekt:

Wisent-Projekt lĂ€uft nach turbulentem Start planmĂ€ĂŸig

Jungbulle suchte die Freiheit - Alle Tiere wohlauf
Europaweit einmaliges Artenschutzprojekt beginnt

Bad Berleburg, 24. MĂ€rz 2010. Die Freisetzung der Wisente im Rothaargebirge verlief turbulenter als geplant: Nach dem Öffnen der Lkw-TĂŒr stĂŒrmte der dreijĂ€hrige Jungbulle „Egnar" in die Freiheit, ĂŒberwand den Zaun des Eingewöhnungsgeheges und suchte Schutz im angrenzenden Wald. Bereits wenige Minuten spĂ€ter gelang es den Tierpflegern und KreisveterinĂ€r Dr. Wilhelm Pelger den Jungbullen mit Hilfe eines BetĂ€ubungsgewehrs so lange außer Gefecht zu setzen, bis er wohlbehalten ins vorbereitete Gehege zurĂŒck gebracht werden konnte.
„Im Vorfeld der europaweit einmaligen Auswilderungsaktion haben unsere Experten verschiedene Szenarien durchgeplant und dabei auch einen Fall wie diesen durchgespielt. Wir waren also gut darauf vorbereitet. Es bestand zu keiner Zeit Gefahr fĂŒr Tier oder Mensch. Wisente sind Wildtiere und verhalten sich eben entsprechend. Wichtig ist: es ist niemand zu Schaden gekommen und Egnar ist wohlauf", sagt Paul Breuer, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein und zweiter Vorsitzender des Wisent-Vereins.
„Egnar geht es gut, es besteht keine Gefahr fĂŒr ihn. Er befindet sich aktuell wieder im Gehege und wird morgen noch einmal untersucht. Auch alle anderen Wisente sind in sehr guter Verfassung", sagt KreisveterinĂ€r Dr. Wilhelm Pelger.
Nach dem turbulenten Start verlief die Aktion planmĂ€ĂŸig. Mit zeitlicher Verzögerung konnten alle neun Tiere bis zum Abend in das Auswilderungsgehege entlassen werden.
Die im ca. 4.326 Hektar großen Projektgebiet in Siegen-Wittgenstein eingetroffenen Wisente stammen vor allem aus Zuchtstationen und Tierparks und werden fĂŒr voraussichtlich ein Jahr in einem großzĂŒgigen Eingewöhnungsgehege unter wissenschaftlicher Begleitung auf ihre spĂ€tere Freisetzung vorbereitet. Danach sollen mittelfristig bis zu 25 Wisente durch die WĂ€lder des Rothaargebirges streifen.
Die frei lebende Herde soll unter anderem dazu beitragen die genetische VariabilitĂ€t der Art zu erhöhen. Das Eingewöhnungsgebiet selbst ist unzugĂ€nglich. Noch in diesem Jahr sollen Besucher daher in einem Erlebnisschaugehege einen Eindruck von Wisenten in freier Wildbahn gewinnen können. Geplant ist auch ein Informationszentrum ĂŒber den Wisent.Initiator des Artenschutzprojektes, das unter der Schirmherrschaft von MinisterprĂ€sident Dr. JĂŒrgen RĂŒttgers steht, ist neben der Wittgenstein-Berleburg'schen Rentkammer der auf die Umsetzung von Naturschutz-Großprojekten spezialisierte Verein Taurus Naturentwicklung e.V. (Jena). Große UnterstĂŒtzung erfĂ€hrt das durch das Bundesamt fĂŒr Naturschutz durch Mittel des Bundesumweltministeriums und das Ministerium fĂŒr Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt durch den Kreis Siegen-Wittgenstein und die Stadt Bad Berleburg.

Quelle: http://www.wisente-rothaargebirge.de/cms/front_content.php?idcat=36

Die HP scheint wieder regelmĂ€ĂŸig aktualisiert zu werden.

(20.04.2010, 19:18)
Liz Thieme:   Ein im Rostocker Zoo geborener Wisentbulle wird sein Leben mit Artgenossen in freier Natur verbringen können. Das eineinhalbjĂ€hrige Tier gehört zu einer neunköpfigen Wisentgruppe, die ab 3. Februar im westfĂ€lischen Rothaargebirge ausgewildert wird. Die ersten Tiere der Urviecher werden zunĂ€chst in einem Eingewöhnungsgehege aufgenommen, um sich spĂ€ter auf einem 4300 Hektar großen GelĂ€nde anzusiedeln. Das ist Teil eines der aktuell grĂ¶ĂŸten internationalen Artenschutzprojekte.
Leitkuh Danga kommt aus Schleswig-Holstein, Bulle Egnar aus Hardehausen bei Paderborn. MĂ€nnliche und weibliche Jungtiere komplettieren die Herde. Die Kosten fĂŒr die Auswilderung wird mit 1,5 Millionen Euro beziffert. Der Ideengeber zur Ansiedlung frei lebender Wisente und GrundstĂŒckseigentĂŒmer Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg ist am Ziel seiner TrĂ€ume. Kommenden Mittwoch werden die ersten Wisente ausgewildert.
(12.02.2010, 21:10)
cajun:   @IP66: Das vermag ich nicht zu beurteilen. Allerdings gibt der eingestellte link in meinem vorherigen Posting vielleicht eine Antwort, wie man den Lebensraum im Rothaargebirge beurteilt.

Beim surfen bin ich noch auf eine andere Seite gestoßen, die ich noch mal als link einstellen werde. Ich weiß nicht ob sie schon anderweitig im Forum steht, aber sie liest sich sehr interessant und enthĂ€lt auch einen Kommentar zum Unterartenstatus von Rotwild in Europa als Nebenprodukt eines Wisentnewsletters. Ohne Garantie auf VollstĂ€ndigkeit oder Richtigkeit: einfach mal "drĂŒber lesen". :-)

http://biphost.spray.se/bison-info/bnd_204.htm


(25.11.2008, 20:15)
IP66:   Ist so eine kalte Mittelgebirgslandschaft denn ein geeignetes Biotop - ich verbinde Wisente eher mit den WĂ€ldern Preußens, den Ebenen Masowiens oder den doch schon eher mediterranen TĂ€lern des Kaukasus ...
(25.11.2008, 17:55)
cajun:   Gibt es eigentlich Neuigkeiten vom Wisentprojekt im Rothaargebirge?
Die News enden im Februar diesen Jahres, allerdings ist der Zeitplan so, das eigentlich aktuell die Tier in ihr Eingewöhnungsgehege kommen mĂŒssten.

http://www.wisente-rothaargebirge.de/


(24.11.2008, 23:06)
?:   Wisente finden zumeist Abnehmer in Wildparks und Wildgehegen, Bisons teilweise bei PrivatzĂŒchtern , teilweise werden ĂŒberzĂ€hlige Tiere geschlachtet und verfĂŒttert.
(09.06.2007, 13:23)
Herr Horst:   In vielen Zoos die ich kenne werden jedes Jahr Jungtiere bei den Wisenten bzw. Bisons geboren, wo kommen die denn alle hin?
(09.06.2007, 11:34)
IP66:   Hoffentlich wußte Heck das mit den Ariern und den Yaks - um einen nationalsozialistsichen FunktionstrĂ€ger zu beruhigen, der sich ĂŒber die falsch verpartnerten Auerochsen aufregen wollte.
(27.03.2007, 11:10)
Michael Mettler:   In Lutz Hecks "Tiere - Mein Abenteuer" von 1952 finden sich Teile der Wisent-Geschichte aus seinem Buch von 1941 wieder, wenn auch komplett umgeschrieben. So finden die frĂŒheren deutschen Machthaber hier keine ErwĂ€hnung mehr, die Einrichtung der Wisentzucht in Springe erfolgte lediglich "mit vollster staatlicher UnterstĂŒtzung"....

Erstaunlicherweise taucht hier in Zusammenhang mit der VerdrÀngungszucht und im Gegensatz zu seinem elf Jahre vorher erschienenen Buch auch Heck sen. auf: "Da entstand der Plan, der von meinem Vater verfochten und von meinem Bruder und mir in die Tat umgesetzt wurde...."
(26.03.2007, 14:17)
WolfDreier:   Das mit den Yaks im "deutschen" Zoo hat insofern eine "Berechtigung", da man die Herkunft der Arier nach nationalsozialistischer Sicht u.a. in Tibet geortet hatte. Ernst SchĂ€fer ist unter Nutzung dieser "Theorie" so erst zu seinen Tibetforschungen gekommen.
(26.03.2007, 13:41)
IP66:   Ich frage mich mittlerweile, wo ich den entsprechenden Hinweis gelesen habe. Es kann natĂŒrlich sein, daß die Sache geplant war und man auch gerne die Mittel fĂŒr ein weiteres Rindergehege in Anspruch nahm, dann aber doch auf die Yaks zurĂŒckgriff, die doch im "deutschen Zoo" selbst bei Zugrundelegung nationalsozialistischer Ausdehnungsbegriffe nicht recht etwas zu suchen hatten. Auf der anderen Seite finde ich es seltsam, daß derleichen in einer Diktatur möglich war, zumal an so prominenter Stelle. Man darf aber nicht vergessen, daß es wohl eine Beziehung zwischen Herrn Klös und der Familie Heck gab und er mir in Fragen nationalsozialistischer Belastungen gerade bei der jĂŒngeren Heck-Generation immer sehr vorsichtig vorkam. In seinen Zoogeschichten habe ich zwar nicht den Eindruck, daß er Dinge beschönigen wollte, aber doch den, daß er die Rolle des Zoos vielleicht weniger politisch wahrnimmt, als sie es war, zumal er den Vorkriegszoo ja immer als ein Vorbild verstanden hat. Und ich halte es in der Tat nicht fĂŒr so einfach, den beiden Hecks als Zooleitern in Berlin wirklich gerecht zu werden. Aber vielleicht finde ich meine Quelle ja doch noch, und es erĂŒbrigt sich, mit Tendenzen argumentieren zu mĂŒssen.
(26.03.2007, 11:09)
Karsten Vick:   Dass dieses von Ihnen genannte Gehege (entspricht ungefĂ€hr dem jetzigen Bartschweingehege) jemals eine Reserveherde Wisente beherbergte, dafĂŒr spricht weder mein 1941er ZoofĂŒhrer noch Klös' bauhistorisches Zoobuch. In letzterem wird es als Yakgehege betitelt, in ersterem gar keine Besetzung genannt, daneben standen 1,8 "Auerochsen", Yaks werden gar nicht erwĂ€hnt, die Wisente nur in ihrem Blockhaus.
(25.03.2007, 22:46)
IP66:   Waren die Wisente eigentlich Bestandteil des "deutschen Zoos" an der RĂŒckseite des Rinderreviers. Jedenfalls könnte das den großen Bestand erklĂ€ren, denn dann standen mit dem alten Wisentgehege am russischen Blockhaus und dem neuen neben den Auerochsen-RĂŒckzĂŒchtungen ja zwei Gehege zur VerfĂŒgung.
Priemel hat also im Grunde so etwas organisiert wie ein nationales EEP - wÀhrend in Sachen Milu und Hawai-Gans ja eher die Methode war, einen privaten Zuchtstamm in einer privaten Haltung zu installieren.
(25.03.2007, 11:05)
Karsten Vick:   Die Angabe auf Seite 126 bezieht sich auf den Bombenangriff November 1943, nicht auf das Kriegsende. Und sie waren zu der Zeit gar nicht in Berlin, siehe Zoo-Chronik "Von der Menagerie zum Tierparadies". S. 124 stehen sie zwar auch bei den Überlebenden der BombennĂ€chte, S. 117 sind aber schon im April bis September 1943 12 Wisente nach Augsburg, Breslau und in die Schorfheide ausgelagert und S. 122 schreibt Lutz Heck: SÄMTLICHE Wisente sind (durch Auslagerung) gerettet. Man kann es auch so lesen, dass nach November 43 noch mal Wisente ausgelagert wurden, aber ich glaube nicht, dass Anfang 43 vierundzwanzig Wisente in Berlin standen. Erna Mohr wirds genau wissen.
(25.03.2007, 10:15)
Carsten:   Vielleicht ausgelagert oder irgendwo eingestellt?

Oder da hat einfach jemand nen Bock geschossen, g... Dann ist natĂŒrlich die Frage, ob Seite 126 oder 240 richtig ist...
(24.03.2007, 23:50)
Michael Mettler:   Wie beim Davidshirsch stĂ¶ĂŸt man auch beim Wisent auf interessante WidersprĂŒche. In der Berlin-Chronik "Die Arche Noah an der Spree" steht auf S. 240: "Auch der alte Berliner Zoo besaß vor dem 2. Weltkrieg eine bekannte Zucht reinblĂŒtiger Wisente, die leider restlos vernichtet wurde." Auf S. 126 des selben Buches finden sich aber unter den Tieren, welche das Kriegsinferno ĂŒberlebt hatten, auch "zwölf Wisente". Wie ist denn das zu erklĂ€ren?
(24.03.2007, 22:53)
Michael Mettler:   @IP66: Priemel hat die Wisente nicht in Frankfurt zusammengeholt, die blieben doch weitgehend an ihren Standorten. Da, so weit ich mich erinnere, das GeschlechterverhĂ€ltnis ohnehin relativ ausgeglichen war, hĂ€tte man eh viele Bullen getrennt unterbringen mĂŒssen - die wurden ja dann teilweise fĂŒr die VerdrĂ€ngungszucht genutzt.
(24.03.2007, 19:06)
Walter Koch:   Inzucht aus der Not, keine weiteren
Tiere zur VerfĂŒgung, ist akzeptabel.
Aber Inzucht aus Bequemlichkeit und
organisatorischen Schwierigkeiten ist
abzulehnen.

Letzteres lÀuft der Aufgabe "letzte Zu-
flucht Zoo" einfach zuwider. Auch die
positiven Ergebnisse beim Milu und z.B.
bei der Mendesantilope sind keine Frei-
fahrtscheine fĂŒr die bewußte Schaffung
von FlaschenhÀlsen.

Es war ein Wisent-Kenner, der selbst
eine Herde betreut, der sagte: Der
Wisent verkommt zur Ratte. Und weiter
SinngemĂ€ĂŸ: Die Zucht muß wieder ernst
genommen werden.
(24.03.2007, 16:20)
IP66:   Ich will niemanden nerven und stimme Herrn Mettlers Berichten zur bevorzugten GehegegrĂ¶ĂŸe von Herrn Heck sen. durchaus zu, muß aber darauf beharren, daß fĂŒr die Wisente in Berlin denkbar viel Platz war, mehr als fĂŒr ihre Artgenossen in Köln oder Duisburg zur Nachkriegszeit, denn das Gehege vor dem russischen Blockhaus ist das von Heck geschaffene. Und wenn Herr Priemel die Wisente wirklich in Frankfurt zusammengezogen hat, standen sie da doch nicht in grĂ¶ĂŸeren Gehegen als in Berlin.
(24.03.2007, 16:05)
Michael Mettler:   Laut Lutz Hecks "Auf Tiersuche in weiter Welt" von 1941, wo der Wisent-Erhaltung ein ganzes Kapitel gewidmet ist, geht ĂŒbrigens die GrĂŒndung des Wisentgeheges in Springe allein auf die Initiative von Heck jun. zurĂŒck; sein Vater findet darin keine ErwĂ€hnung. Göring schaltete sich erst spĂ€ter (etwa 1933) in die Wisenthege ein, und es liest sich so, als sei auf seinen Erlass hin der damalige, bisonblĂŒtige Springer Bestand in die Schorfheide ĂŒberfĂŒhrt worden, um die Zucht dort und in anderen Gattern auf breitere Basis zu stellen - unter anderem durch den Import von BisonkĂŒhen aus Kanada. SĂ€mtliche mĂ€nnlichen Nachkommen der VerdrĂ€ngungszucht wurden abgeschossen, nur die KĂŒhe immer wieder mit reinen Wisentbullen verpaart.
(24.03.2007, 09:41)
Karsten Vick:   Wer bei einem bekannten Bestand von fast 400 Tieren plus X im Kaukasus von Inzucht und SchwĂ€che jammert, der wird sicher nicht mit den 18 definitiv letzten Artvertretern hoffnungsvoll ein Erhaltungszuchtprogramm beginnen, von der Platzfrage mal ganz abgesehen.
(18 bezieht sich natĂŒrlich auf den Milu, aber die Themen sind ja sowieso vernetzt)
(23.03.2007, 23:16)
Michael Mettler:   Aus einer Textstelle seiner Lebenserinnerungen geht hervor, dass Heck senior trotz allen Lobes fĂŒr den MĂŒnchner Geo-Zoo seines Sohnes Heinz nicht viel von großen Gehegen hielt, da das in seinen Augen ungĂŒnstige VerhĂ€ltnis zwischen verbrauchter FlĂ€che und dĂŒnnem Besatz fĂŒr weniger Aufmerksamkeit beim Publikum sorge und dem Konzept der systematischen Tiersammlung im Wege stehe.... Folglich wurden auch nur in Maßen Freisichtgehege im Berliner Zoo seiner Ära angelegt, da kleine KĂ€fige und GitterauslĂ€ufe eben mehr Tierarten auf der selben FlĂ€che zuließen. Somit war auch kein Platz fĂŒr die Bildung einer grĂ¶ĂŸeren Herde irgendeines bedrohten Huftieres, da Heck andere Aufgaben wichtiger schienen. "Bei Heck heckt alles" war zwar der Ruf, den er sich schon als junger TiergĂ€rtner erworben hatte - aber das war noch zu seiner Kölner Zeit....
(23.03.2007, 16:55)
IP66:   Vielleicht sah Heck Erhaltungszucht auch wirklich nicht als seine Aufgabe. Die Erhaltung des Wisent erfolgte ja erst einmal "in situ" und auf Initiative der russischen Krone, bei den Milus war es ein englischer Landadliger, der eben auch nicht sĂ€mtliche erreichbaren Hirscharten dieser Welt ausstellen mußte - oder konnte. Schließlich nahm man das Aussterben von Arten in den Zoos im 19. Jahrhundert vielleicht weniger ernst als heute - wobei ja auch heute manch seltenes Exemplar ohne große Aufmwerksamkeit des Publikums dahinlebt - man denke an die weißen Uakaris oder die Weißnasensakis in Köln.
(23.03.2007, 16:45)
Michael Mettler:   Wenn ich mir Hecks Einstellung vor Augen halte und dazu seine recht nĂŒchterne Abhandlung des Themas Milu, wage ich zu bezweifeln, dass er oder auch jeder andere Zoodirektor seiner Ära sich wirklich mit Gedanken an etwas befasst hat, was wir heute Erhaltungszuchtprogramm nennen wĂŒrden. Immerhin gehörten zu Hecks Lebzeiten Tiere wie Quagga, Burchellzebra, Schomburgkhirsch, Wandertaube oder Carolinasittich zu den Bewohnern verschiedener Zoos, bei denen man sich keine sonderliche MĂŒhe machte, versprengte Einzeltiere zu ZuchtbestĂ€nden zusammen zu fĂŒhren.

Eine aktive Rolle des Berliner Zoos dieser Ära in der Artrettung scheint es nach meinem Empfinden und dem, was ich an Ă€lteren Quellen bisher gelesen habe, nicht gegeben zu haben. Wenn jemand mit aus dem reichhaltigen Berliner "Fundus" stammenden Tieren eine Art rettete, hatte man sicherlich nichts dagegen, aber von Eigeninitiative ist nirgends etwas Überzeugendes zu spĂŒren.
(23.03.2007, 16:31)
Karsten Vick:   Schön, Ingo, dass du dich immerhin angesprochen gefĂŒhlt hast;-) Vielleicht findest du mal die Zeit, einige Zoodaten zu liefern. Dass Erna Mohrs Buch den Stand von 1952 darstellt, ist nicht weiter schlimm, denn die spannendste Zeit war davor. Danach gings eigentlich nur noch aufwĂ€rts.
Die EinschĂ€tzung Hecks ĂŒber den Wildbestand zu der Zeit sind eindeutig zu pessimistisch, aber er konnte es auch z. T. nicht besser wissen.
Im Kaukasus haben zu der Zeit noch geschĂ€tzte 1000 Tiere gelebt, teils sogar noch auf der persischen Seite der Grenze, aber der europĂ€ischen Gelehrtenwelt war darĂŒber kaum etwas bekannt. In Bialowieza waren die Tierzahlen genau bekannt und der damals ablesbare Trend konnte einen schon pessimistisch stimmen: 1803 verbot Zar Alexander I. die Wisentjagd und setzte eine Reihe von Maßnahmen zur Bestandssteigerung ein. Die Folge war ein Anstieg der Population mit dem Höhepunkt von 1898 Tieren im Jahre 1857. Von da an aber gings wieder bergab, natĂŒrlich nicht wegen "Inzucht", sondern wegen totaler Überbelegung des Reviers, damit steigender Krankheits- und ParasitenanfĂ€lligkeit. Bis 1890 war der Bestand auf 391 gesunken, kein Wunder, dass Heck an ein baldiges Aussterben glaubte.
(23.03.2007, 15:04)
Michael Mettler:   Nun, Heck erwĂ€hnt ja Unfruchtbarkeit und SchwĂ€chlichkeit der Nachzucht der kaiserlichen Wisente. Seine wenig zuversichtliche Einstellung dĂŒrfte dann vielleicht darin begrĂŒndet sein, dass dies bei seinen eigenen Tieren nicht viel anders war.
(23.03.2007, 12:42)
IP66:   Interessant ist, daß Heck fĂŒr seine Herde ja sogar einen - russischen - Stilbau nebst recht gerĂ€umigem Gehege errichtet hatte und es trotzdem mit der Zucht so recht nicht vorwĂ€rts ging. Köln hat doch bis in die 70er in einem verglichbar großen resp. kleinen Gehege Wisente gezĂŒchtet. Und schließlich wird Alexander II. seine Prachtiere ja nicht nur nach Berlin verschenkt haben.
(23.03.2007, 11:01)
Michael Mettler:   In Ludwig Hecks "Lebendige Bilder aus dem Reich der Tiere" von ca. 1899 findet sich unter dem Bild zweier Wisente im Berliner Zoo ein Text, der eher nach Abschiedsrede als nach geplanter Artrettung klingt:

"Die Tage ihres Daseins sind gezĂ€hlt, sie sind unrettbar dem Aussterben verfallen. (...) Der russische Wisent wird zwar im Leibrevier des russischen Kaisers zu Bjelowjesha (polnisch Bialowiczka) streng geschont, geht dort aber an seiner eigenen Unfruchtbarkeit und der SchwĂ€chlichkeit der Nachzucht, die natĂŒrlich nur Inzucht ist, langsam zu Grunde. Im Kaukasus kommt er auch noch vor, aber so vereinzelt und unstĂ€t, dass dort ebenfalls bereits das Ende abzusehen ist. Durch die Gnade Kaiser Alexander II. wurden seinerzeit eine ganze Anzahl zoologischer GĂ€rten mit den prĂ€chtigen SchaustĂŒcken versorgt. Nachschub ist aber inzwischen nicht erfolgt, und so ist heute unsere Zucht von 6 StĂŒck die einzige forterhaltene in einem zoologischen Garten und neben einer kleinen Herde des FĂŒrsten Pless auch die einzige ausserhalb Bialowiczkas."

Um nochmals die Querverbindung zum Milu zu schaffen: Wenn man sich diese pessimistische Einstellung Hecks (quasi die Verwaltung des Untergangs) ansieht, kann man sich nur schwer vorstellen, dass eben dieser Heck zu den "Helden der Zoowelt" gehört haben soll, der seine Davidshirsche voller Hoffnung fĂŒr eine Erhaltungszucht zur VerfĂŒgung stellte. Denn der Milu war zu dieser Zeit in einer absolut vergleichbaren Situation.
(22.03.2007, 23:58)
Ingo Rossi:   Leider fehlt mir im Moment die Zeit ausfĂŒhrlicher zu berichetn, aber das Buch von E.Mohr lohnt sich wirklich.
Sie beschreibt recht ausfĂŒhrlich die BestĂ€nde der damaligen zeit, auch gubt es Ahnentafeln. Beigelegt ist eine Ahnentafel der Wisentkuh Avena (*23.08.48)aus der schwedichen Johnson-Herde. Auch beschreibt sie die zwischen den Kriegen bestehenden BestĂ€nde in Europa.
Der Nachdruck ist, wie das Original, in der Neuen-Brehm-BĂŒcherei erschienen und bestimmt auch bei Dr.SchĂŒling zu bestellen.
Erscheinungsjahr ist allerdings 1952 und da enden auch die Informationen.
WĂŒrde gerne mehr daraus berichten, aber leider ruft die Arbeit zu laut. Bei Bedarf aber gerne nĂ€chste Woche.
(22.03.2007, 18:00)
Karsten Vick:   Ach ja, nicht nur ich bevorzuge bei Wisenten und Pythons den mĂ€nnlichen Artikel, hier gibt mir der Duden auch recht. Ich werde mir erlauben, den Threadtitel zu Ă€ndern...
(22.03.2007, 17:26)
Karsten Vick:   Nicht vor 7-8, sondern vor 13-14 Jahren, nĂ€mlich 1993 war das.
Ansonsten gibt es zum Wisent im Gegensatz zum Davidshirsch eine Quelle, in der, so hoffe ich jedenfalls, ALLES drinsteht was wissenswert ist, und das ist die schon von mir genannte Wisentmonografie von Erna Mohr. Diese Frau kannte sicherlich alle 56 Restwisente nach dem I. Weltkrieg persönlich und hatte große Erfahrungen mit diesem Tier. Nach Werner Trenses Lebenserinnerungen konnte sie sogar liebesmĂŒde Wisentstiere wieder zum Springen bringen (wie sie das machte weiß er nicht, da Erna keine Zuschauer dabei haben wollte). Jedenfalls muss hier erstmal ein Besitzer dieses Buches seine Stimme abgeben, ich werd hier nicht wieder anfangen zu orakeln;-)
(22.03.2007, 17:24)
WolfDrei:   U. a. ist einiges ĂŒber die GrĂŒndung in einem Beitrag von Dr. FrĂ€drich im "Bongo" zu finden-so vor 7-8 Jahren
(22.03.2007, 13:14)
IP66:   Nachdem sich so ziemlich alls Gewißheiten in Sachen Rettung des Milus in Luft aufgelöst haben, wollte ich die selbe Frage in Sachen Wisent stellen. Hier war immerhin ein Zoodirektor am Werk, Herr Priemel aus Frankfurt. Aber wo standen die Zuchtgruppen eigentlich? Wurden die Ausgangstiere zusammengekauft oder zusammengeschenkt? Wie sah die Mitgliederliste der Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents aus?
(22.03.2007, 11:57)

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