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Sind 19 Euro als Eintrittsgeld vertretbar ?



Sacha:   Ich glaube, hier sind mehrere Umst├Ąnde zu beachten.
GENERELL finde ich es sehr wichtig, dass sich m├Âglichst alle Bev├Âlkerungsschichten und alle Altersgruppen einen Zooeintritt leisten k├Ânnen.
Andererseits gilt leider auch: Was nichts kostet, ist nichts wert - entsprechend wird der besuchten Einrichtung Sorge getragen (oder vielmehr NICHT Sorge getragen). Heisst, hier w├Ąre ein Einzeleintrittsticket f├╝r Kinder bis 15 Jahre zwischen 2 und 6 Euro vertretbar, daf├╝r h├Ątte man den Einzeleintrittspreis f├╝r Erwachsene belassen oder gar etwas verg├╝nstigen k├Ânnen (f├╝r Wuppertal halte ich GEGENWAERTIG 16 bis 18 Euro f├╝r angebracht). Ich glaube zwar nicht, dass nun "Blagenhorden" von Teenagern den Zoo unsicher machen werden, aber im Auge behalten muss man das schon, da gebe ich @Carsten Horn insofern recht.
Ich finde ja, dass bei der Preisgestaltung Familien besonders ber├╝cksichtigt werden sollten - und das tun gerade in Deutschland die meisten Zoos gl├╝cklicherweise auch. Faustregel: F├╝r eine 4-k├Âpfige Familie sollte der Eintritt IN ALLE BEREICHE (=Aquarium, Troparium, Kinderzoo, Sonderausstellung etc.) nicht mehr als 70-80 Euro kosten. Da sind einige Zoos leider schon deutlich dar├╝ber (z.B. Hagenbeck), wobei die jeweilige Gemeinde/Stadtverwaltung nat├╝rlich im Sinne des Sozialwesens einen Unterst├╝tzungsbeitrag leisten sollte.
Ob die Kombi mit einen ├ľV-Ticket allgemein zielf├╝hrend ist, lasse ich mal offen. Die meisten, gerade weniger wohlhabenden Familien haben ohnehin schon eine Mehrfahrten-, Monats- oder Jahreskarte f├╝r ihre Stadt. Das heisst, sie w├╝rden nicht davon profitieren. Und f├╝r Eltern mit Kinderwagen sind ├ľV (auch mit Niederflur-Einstiegen) viel m├╝hsamer als das Auto. Hat es in einem Zoo jedoch zu einem grossen Teil Besucher mit Einzeleintrittskarten und stammen diese Besucher wom├Âglich auch noch mehrheitlich von ausserhalb der Gemeinde (Walsrode?), ist eine Kombi m.E. wiederum sinnvoll.
(15.11.2023, 14:46)
Carsten Horn:   G├╝nstig, f├╝r den Preis komme ich in Basel nicht in den Zoo, und die Anfahrt mit dem ├ľV ist im n├Ąheren Umkreis auch noch dabei.

F├╝r Kinder wird es ggf teurer, weil die Anfahrt im ├ľV nicht mehr dabei ist, da ist man mit den 1,70 plus Freifahrt besser gefahren. Ein falsches Signal in Zeiten des Klimawandels!

Generell bedenklich finde ich, Blagenhorden von 12-14 Jahren durch kostenlosen Eintritt anzulocken und dann unbeaufsichtigt im Zoo zu haben, ich wei├č nicht, ob da beim Gro├čteil die n├Âtige Reife vorhanden ist.
(15.11.2023, 13:38)
cajun:   Datumsfehler: 01.01.2024 ist gemeint
(14.11.2023, 15:33)
cajun:   Passend zum Thema von 2006 erh├Âht Wuppertal zum 01.01.204 (!) auf 19 ÔéČ. Soviel kostete Hannover damals schon. In der Presse konnte man in den letzten Wochen die Diskussion um den "freien Eintritt f├╝r Kinder" gut verfolgen.
Was meint ihr zum Ergebnis?
"Neue Entgeltordnung im Gr├╝nen Zoo Wuppertal - Freier Eintritt f├╝r Kinder bis 14 Jahre
Der Rat der Stadt Wuppertal hat in seiner gestrigen Sitzung eine neue Entgeltordnung f├╝r den Gr├╝nen Zoo Wuppertal beschlossen. G├╝ltig sind die neuen Entgelte ab dem 01.01.2024
Die wichtigste ├änderung im Vergleich zur bisher g├╝ltigen Entgeltordnung ist, dass Kinder bis einschlie├člich 14 Jahre k├╝nftig freien Eintritt in den Zoo haben werden. Zwar waren die Kinderpreise bislang mit 1,70 Euro inkl. ├ľPNV-Ticket auch schon sehr niedrig, mit der Neuerung hat der Zoo jedoch bis ├╝ber die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus ein Alleinstellungsmerkmal f├╝r dieses Altersspektrum.
Der Gr├╝ne Zoo Wuppertal m├Âchte mit dieser Ma├čnahme noch mehr Kinder und Jugendliche in den Zoo einladen, um verst├Ąrkt seinem Bildungsauftrag f├╝r Natur-, Arten- und Klimaschutz nachkommen zu k├Ânnen. Denn Zoos spielen eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung von Kindern f├╝r die Bedeutung des Naturschutzes. Sie bieten eine einzigartige Gelegenheit, die Vielfalt der tierischen Arten und deren Lebensr├Ąume hautnah zu erleben. Durch den direkten Kontakt zu Tieren k├Ânnen Kinder eine Verbindung zur Natur aufbauen und ein Bewusstsein f├╝r den Schutz und den Erhalt der Tierwelt entwickeln. Dieses Bewusstsein ist von gro├čer Bedeutung, da Kinder die zuk├╝nftigen Entscheidungstr├Ągerinnen und Entscheidungstr├Ąger in Bezug auf den Umweltschutz und den Erhalt der Biodiversit├Ąt sind. Zoos haben die Verantwortung, die kommenden Generationen f├╝r den Naturschutz zu sensibilisieren und ihre Beziehung zur Tierwelt zu st├Ąrken.
Der kostenfreie Eintritt in den Gr├╝nen Zoo erm├Âglicht allen Kindern, unabh├Ąngig von ihrer sozialen Herkunft, den Zugang zum Bildungsort Zoo. Jedes Kind erh├Ąlt die Chance, die faszinierende Welt der Tiere zu entdecken und spielerisch Wissen ├╝ber die Bedeutung des Naturschutzes zu erlangen.
Dar├╝ber hinaus f├Ârdert der Zoorundgang nicht nur die Wissensvermittlung, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf die emotionale und psychologische Entwicklung der Kinder. Der Kontakt zu Tieren kann Mitgef├╝hl und Empathie st├Ąrken und das Verst├Ąndnis f├╝r die nat├╝rliche Welt und die Anerkennung der Bed├╝rfnisse anderer Lebewesen f├Ârdern.

Daneben gelten ab 01.01.2024 folgende Neuerungen:
Der Preis f├╝r ein Tagesticket f├╝r Erwachsene wird von 18,50 Euro auf 19,00 Euro angehoben.
Einf├╝hrung eines ÔÇ×Feierabend-TarifsÔÇť
In den letzten zwei Stunden vor der Schlie├čung des Zoos (Sommerzeit ab 16 Uhr, Winterzeit ab 15 Uhr) kostet ein Erwachsenenticket nur noch 10,00 Euro.
Erm├Ą├čigung f├╝r Senioren
Personen ab einem Lebensalter von 67 Jahren zahlen den erm├Ą├čigten Tarif in H├Âhe von 16,50 Euro.

Wegfall des ZooAbos - Aufgrund technischer ├änderungen ist es den Wuppertaler Stadtwerken nicht mehr m├Âglich, das ZooAbo zu vertreiben. Das ZooAbo war eine monatlich k├╝ndbare Dauerkarte im Chipkartenformat. Der Gr├╝ne Zoo wird seine Jahreskarten jedoch demn├Ąchst im Chipkartenformat anbieten.
Bei allen Eintrittskarten f├╝r Erwachsene ist weiterhin die Fahrtberechtigung f├╝r alle VRR-Verkehrsmittel in den umliegenden St├Ądten enthalten. Bei den Kindertickets entf├Ąllt die Fahrtberechtigung."
Quelle:https://www.wuppertal.de/microsite/zoo/Aktuelles/neue-entgeltordnung-2024.php
(14.11.2023, 15:32)
Mark Meier:   Also mit Zinslast meine ich erst mal vor allem die 700.000ÔéČ p.a. aus dem Erbpachtvertrag. Ich wei├č nicht inwiefern noch oder wieder zus├Ątzliche Zinsen aus Baukrediten bestehen.
(04.12.2013, 18:21)
Mark Meier:   Ich finde ein Niveau um 20ÔéČ pro Erwachsenen auch langsam etwas grenzwertig. Hier bei uns in Berlin ist die soziale Lage zwar sicher deutlich angespannter als in Hannover oder Hamburg. Aber hier sind daf├╝r selbst schon die 12 bis 13 Euro die man f├╝r TP und Zoo in Berlin zahlt nicht gerade ein komfortabler Preis. Ich kenne genug Familien die deshalb gar nicht in den Zoo gehen oder eben nur beim BVG-Fest f├╝r 1ÔéČ pro Kopf in den TP. Es ist ja nicht so, dass es nur reiche Leute oder Hartz-IV-Empf├Ąnger gibt (die in Berlin immerhin eine starke Erm├Ą├čigung bekommen). Viele Leute arbeiten und haben trotzdem nicht viel Geld ├╝ber (das sind auch nicht alles Kettenraucher, alleine f├╝r die Bildung der Kinder hat man schnell ein kleines Verm├Âgen versenkt wie ich aus eigener Erfahrung wei├č). Wenn man dann nicht eine gro├če Affinit├Ąt zu Zoos hat, wird so eine Familie sich das sehr gut ├╝berlegen ob es wirklich der Zoo sein muss oder ob nicht eins der vielen anderen g├╝nstigeren oder sogar kostenlosen Freizeitangebote reicht. Und eine Jahreskarte (regul├Ąr immerhin 120ÔéČ f├╝r eine Familie) ziehen die meisten gar nicht erst in Betracht, weil sie ja ohnehin nur ein paar Mal pro Jahr gehen w├╝rden. Also keine Ahnung ob sich so ein Preisniveau fl├Ąchendeckend durchsetzen l├Ąsst, f├╝r ein paar Zoos mit ├╝berregionaler Werbe- und Medienpr├Ąsenz und Freizeitpark-Charakter mag es aber reichen. Ich pers├Ânlich denke aber, dass z.B. die meisten potentiellen Besucher aus Berlin damals einmal nach Hannover gefahren sind und jetzt einmal nach Leipzig fahren oder schon da waren. Regelm├Ą├čig macht so was wohl kaum einer. Deswegen wird es schon Druck geben, neue Attraktionen zu bieten und zu bewerben was Leipzig und Hannover ja auch versuchen.

Hannover halte ich trotzdem eher f├╝r ein abschreckendes Beispiel, auch wenn es ein h├╝bscher Zoo ist. Im Gegensatz zu Leipzig hat man dort scheinbar nicht sehr solide gewirtschaftet und trotz vielfacher Zusch├╝sse, Schuldenerlass etc. immer noch ein dickes Defizit. Dazu soll hinter den h├╝bschen Kulissen vieles im Argen liegen und sich ein hoher achtstelliger Sanierungsstau gebildet haben. Zusammen mit der Zinslast ist das sicher kein komfortables Verm├Ąchtnis f├╝r den Nachfolger. Auch mit dem ├╝berregionalen Glanz ist es scheinbar nicht mehr allzu viel her, jedenfalls ist der Zoo Hannover hier in Berlin schon lange nicht mehr in aller Munde wie der Leipziger Zoo. Ich f├╝rchte fast man hat sich doch etwas verzockt, was aber nur die Zeit wirklich zeigen wird. Hoffentlich tr├╝gt der Schein und die bekommen die Kurve noch...
(04.12.2013, 18:11)
Ulli:   Ich finde Zoobesuche schon vergleichsweise teuer. Und es gibt nun einmal eine Reihe von Personen, f├╝r die diese Preise eine echte Belastung darstellen. Klar es gibt Jahreskarten - die zumindest in einigen Zoo auch auf regen Zuspruch treffen.

Es kommt bei der Preisgestaltung sicherlich auf den Umfang des Angebots an - und da ist Leipzig nun einmal hinsichtlich der Vielfalt gl├Ąnzend aufgestellt.

Im Ruhrgebiet und letztendlich auch in Frankfurt werden die Preise aus politischer Tradition
heraus g├╝nstig(er) gestaltet. Dass ein Wildpark wie Springe inzwischen im Preisniveau auf dem Level von M├╝nchen-Hellabrunn liegt, erscheint mir unverh├Ąltnism├Ą├čig.

Der Zoo Hannover ist und bleibt im Sommer der teuerste Zoo Deutschlands und kommt aus dem Zuschussbereich nicht wirklich heraus.

Es irritiert mich schon, dass der Zoo Hannover zumindest im Sommer neun bzw. zehn Euro mehr f├╝r einen Einzeleintritt als die vergleichbaren Zoos von Osnabr├╝ck und M├╝nster (man achte auf die fast identischen Punktzahlen im Sheridan-Buch!) mehr verlangt. Und deshalb ist Hannover auch ein Musterbeispiel f├╝r das Ausweichen auf Jahreskarten - mehr als die H├Ąlfte der Besucherzahlen resultieren aus den Jahreskarten.

Ob ein Zoo teuer oder billig ist, kann man nur im direkten Vergleich mit vergleichbaren Zoos feststellen.

Und noch eins: Hagenbeck ist im Vergleich (ohne Zusch├╝sse) zum Zoo Hannover deutlich preiswerter, denn man kann hinsichtlich des Angebots den Zoo Hannover nur mit dem unmittelbaren Tierpark in Relation setzen. Das Tropenaquarium ist im Grunde ein umfassendes zweites Angebot zus├Ątzlich.

Es w├Ąre sicherlich ein Entgegenkommen der Zoos, wenn man einmal in der Woche nachmittags einen Billigtarif anbieten w├╝rde und im Rahmen des Ferienpasses jedem Kind einen einmaligen kostenlosen Zoobesuch pro Jahr (dies war in Hannover ├╝ber etliche Jahre selbstverst├Ąndlich) spendieren w├╝rde.

(04.12.2013, 15:33)
Gudrun Bardowicks:   Ich finde die Eintrittspreise in Hamburg, Hannover und demn├Ąchst auch in Leipzig f├╝r Einmalbesuche zwar auch happig, aber Jahreskarten sind f├╝r regelm├Ą├čige Besucher in der Regel verh├Ąltnism├Ą├čig preiswert, und es gibt ja auch g├╝nstige Wintertarife. F├╝r Freizeitparks wie z.B. Heidepark Soltau zahlen Familien allerdings ohne zu murren noch viel h├Âhere Eintrittspreise. Wer also Interesse an einem Zoobesuch mit Familie hat wird also zumindest f├╝r attraktive Zoos wie Hannover, Leipzig, Hagenbecks Tierpark oder Zoom Gelsenkirchen auch bereit sein, entsprechende Eintrittspreise zu zahlen.
Der Heidepark Soltau und andere gro├če und teure Freizeitparks sind ├╝brigens in der Regel immer sehr gut von Familien besucht. Unter diesen sind auch viele Besucher mit geringem Einkommen. Es liegt also alleine am Interesse der Besucher, ob sie bereit sind, zumindest einmal im Jahr hohe Eintrittspreise f├╝r einen Zoobesuch zu zahlen, nicht zwangsl├Ąufig am Einkommen der Besucher.
(03.12.2013, 23:23)
Michael Mettler:   Bei den Vergleichsrechnungen sollte man aber auch ber├╝cksichtigen, dass viele Normalbesucher nur 1x im Jahr oder sogar noch seltener einen Zoo besuchen und dies auch vor Jahrzehnten schon so war, als die Preise im Vergleich zu heute spottbillig waren. Somit sind die Kosten f├╝r einen (hoffentlich) sch├Ânen Tag mit der Familie im Zoo f├╝r ONB kein regelm├Ą├čiger Alltagsfaktor (ansonsten k├Ąme ja die g├╝nstigere Jahreskarte in Betracht), sondern eine nur selten anfallende Event-Investition wie Urlaubsreise, Restaurantbesuch oder Weihnachtsbaumkauf.
(03.12.2013, 21:09)
Marcel Poos:   Also um die 20ÔéČ sind viel Geld, auch f├╝r einen Zoo-Eintritt.
Bei vielen Zoos find es es durchaus berechtigt, aber ich bitte mal das jeder den Eintrittspreis mit seinem Nettostundenlohn vergleicht und dann an Familien mit 3 Personen denkt.
(03.12.2013, 19:48)
Silke Kollrich:   Passend zu dieser Diskussion ein heutiger Artikel aus LVZ-online:
http://www.lvz-online.de/leipzig/citynews/debatte-um-preisanstieg--zoo-leipzig-rechnet-2014-mit-weniger-besuchern/r-citynews-a-217574.html

(03.12.2013, 18:18)
Oliver M├╝ller:   Also ich habe heute bei Hagenbeck 30 ÔéČ f├╝r das Kombiticket gezahlt und finde das v├Âllig ok.

Nat├╝rlich w├Ąre es sch├Ân, wenn ein Zooeintritt 6 ÔéČ kosten w├╝rde, aber es will ja heute auch niemand mehr Tiere in kleinen K├Ąfigen sehen, sondern es m├╝ssen (zu Recht) "Erlebniswelten" mit authentischer Kulisse und in Fu├čballfeldgr├Â├če sein. Und nat├╝rlich kommentierte F├╝tterungen ├╝berall, blitzsaubere WCs an jeder Ecke und ein stets freundlicher und zuvorkommender Service des Personals. Ja nun, irgendwo muss es ja herkommen.

Wenn ein knapp zweist├╝ndiges Konzert heute locker 90 ÔéČ pro Person kostet, dann darf ein Tag im Zoo auch so viel f├╝r die ganze Familie kosten. Und f├╝r die, die sich das wirklich nicht leisten k├Ânnen (und nicht nur deswegen, weil die letzte Rate f├╝r den SUV oder das schicke Einfamilienhaus im Gr├╝nen noch offen ist) gibt es ja auch fast ├╝berall Sozialtarife.


(03.12.2013, 18:13)
Michael Mettler:   Niedersachsen ist nun auch nicht gerade als reiches Bundesland bekannt, und wenn ich mir das von Hannes erw├Ąhnte Umfeld des Zoos Hannover (Eintrittspreis Sommer 2013 f├╝r Erwachsene: ÔéČ 25,-; 2014 wird's teurer) mal so ansehe: Serengetipark Hodenhagen ÔéČ 28,-, Vogelpark Walsrode ÔéČ 19,-, Wisentgehege Springe ÔéČ 11,-, Sea Life Hannover ÔéČ 16,50. Niedrigpreisige Alternativen zum Zoo sind also sehr relativ, denn Vogelpark, Wisentgehege und Sea Life zeigen nur ein sehr eingeschr├Ąnktes bzw. spezialisiertes Tiersortiment, und Hodenhagen ist nun mal teurer - der dortige Preis ist ja fix (und wurde zumindest bis zu meinem letzten Besuch zus├Ątzlich durch eine Zwangs-Parkgeb├╝hr pro Auto noch indirekt h├Âher), auch wenn man nur an Tieren interessiert ist und Fahrgesch├Ąfte usw. gar nicht nutzt.

Springe erreicht (als Wildpark!) z.B. schon fast das Preisniveau von M├╝nchen-Hellabrunn (ÔéČ 12,-), Sea Life liegt preislich h├Âher als z.B. die Wilhelma (ÔéČ 14,-) oder der Zoo Berlin (ÔéČ 13,- ohne Aquarium).

@Jan: Kommt drauf an, wie du "Zoo" definierst - Hodenhagen z.B. (Preis siehe oben) bietet ein "zootypischeres" Tiersortiment als z.B. ein Vogel- oder Wildpark.
(03.12.2013, 17:34)
Hannes L├╝ke:   F├╝r mich sind diese Zoos Wirtschaftsunternehmen und wenn Preise erh├Âht werden und die sinkende Nachfrage durch gestiegene Preise sich nicht ausgleichen wurde schlecht gewirtschaftet. Das gab es auch schon hundertfach in der Zoowelt. Ich bin nur froh das man sich heute als Zoo nicht mehr auf die leeren Staatskassen st├╝tzt (st├╝tzen kann!) und selbst handelt und das in den F├Ąllen der Gro├čzoos oft sehr gut....
(03.12.2013, 16:08)
Silke Kollrich:   Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Auf der einen Seite sind die Eintrittsgelder absolut notwendig, um den Tieren beste Haltungsbedingungen bieten zu k├Ânnen und auch den steigenden Personal-, Energie und Lebensmittelkosten gerecht zu werden. Auf der anderen Seite habe ich die Bef├╝rchtung, dass nicht mehr genug Besucher in den Zoo kommen und dadurch die Einnahmen dann wieder sinken. Man kann Leipzig und Hamburg in einer Beziehung nicht vergleichen. In Leipzig sind die Eink├╝nfte der Menschen wesentlich geringer als in Hamburg. Leipzig liegt in der Einkommensschere in Deutschland ganz weit unten. Die 18,50 ÔéČ tun hier mehr weh als 20 ÔéČ in Hamburg. Und der Hauptbesucheranteil liegt nun einmal bei den Einwohnern der jeweiligen Stadt und nicht bei den G├Ąsten.
Sehr viele, die oft in den Zoo gehen, holen sich Jahreskarten. Nat├╝rlich gibt es auch viele Alternativen, wie z.B. den Wildpark in Leipzig. Aber diese Alternativen bringen dem Zoo kein Geld. Ich w├╝nsche mir sehr, dass durch die neuen Anlagen, die in Leipzig gebaut werden, das Interesse der Besucher wirklich so gro├č wird, dass sie oft kommen. Auf jeden Fall bin ich auch der Meinung von Regina, dass man dann f├╝r das Geld viel mehr geboten bekommt und ├╝ber eine l├Ąngere Zeit, als in einem Kino oder Theater.
(03.12.2013, 15:53)
Hannes L├╝ke:   Ich sehe das wie Regina.
Und das Argument, dass es sich Familien nicht leisten k├Ânnen und und und lasse ich auch nicht z├Ąhlen. Die Zoos um die es hier geht sind "Erlebniswelten". Meine Eltern hatten in meinen Kindertagen auch nicht das Geld mehrmals im Jahr mit uns in Vergn├╝gungsparks (Eintrittspreise in den 90ern gute 40 Mark)
Wenn man seinen Kindern Tiere zeigen m├Âchte oder "einfach mal raus" will gibt es genug g├╝nstige Alternativen. In Rheine und Nordhorn wimmelt es von Niederl├Ąndern und jungen deutschen Familien die nach g├╝nstigen Alternativen streben. Wer jedoch Elefanten und Giraffen sehen will muss in M├╝nster oder Osnabr├╝ck jenseits der 10 ÔéČ bezahlen und tut dies auch obwohl es die alternativen in der N├Ąhe gibt. In Leipzig und Hannover sieht es nicht anders aus. Laut Zoo-infos.de hat HAnnover 3 weitere zoologische EInrichtungen und Walsrode, Hodenhagen, Springe, Wildpark L├╝neburgerheide, Wolfscenter D├Ârverdern und weitere "vor der T├╝r". F├╝r Hamburg (L├╝neburger Heide)und Leipzig (Wildpark, Halle, Aschersleben) gilt ├Ąhnliches
(03.12.2013, 14:46)
Regina Nieke:   Ich bin mir da gar nicht so sicher.. ich glaub eim Sommer kostet Hannover sogar ├╝ber 20,00 EUR (leider steht auf der Zoo-Internetseite z.Z. nur der Winterpreis von 17,50 EUR). Wie dem auch sei: Die Diskussion ├╝ber Eintrittspreise bin ICH leid. F├╝rs Kino zahlt man - ja nach Zoo - genausoviel und wird nur 2 Stunden "unterhalten". In einem Zoo kann ich (und auch ONB!) den ganzen Tag verbringen (Essen kann man ja mitnehmen. Na und von Preisen f├╝r Theater oder Konzerte will ich gar nicht erst reden... Aber jeder setzt halt seine Priorit├Ąten anders und das ist ja auch gut so. W├╝rde ALLE nur in den Zoo laufen, w├╝rds ja auch keinen Spa├č machen :-)
(03.12.2013, 13:52)
Jan Jakobi:   In Leipzig wird der Eintritt ab 2014 teuerer.

Leipzig (Zoo)

Erwachsene: Von 17,00 ÔéČ auf 18,50 ÔéČ
Kinder: Von 10,00 ÔéČ auf 11,00 ÔéČ

Damit ist Leipzig der Zoo mit dem 2. teuersten Eintritt. Den ersten Platz hat, na wer err├Ąts?, ... genau: Hagenbeck.

Hagenbeck (Tierpark)

Erwachsene: 20,00 ÔéČ
Kinder: 15,00 ÔéČ
(03.12.2013, 13:42)
Jennifer Weilguni:   Eintritt f├╝r Oceanografic in Valencia: 22,80 Euro. Ganz sch├Ân heftig f├╝r eine vergleichsweise kleine Einrichtung. Aber die dort gehaltenen zoologischen Leckerbissen waren es mir wert. Eine Familie mit Kindern wird trotzdem arm.
(24.09.2007, 15:44)
Ralf Wagner:   Hat zwar nichts direkt mit dem Zoo zu tun, aber pa├čt gerade hierzu wegen N├╝rnberg: ich konnte mit dem "Sch├Ânes Wochenende"-Ticket der Deutschen Bahn auch kostenlos die Stra├čenbahn in N├╝rnberg nutzen( nat├╝rlich zum ZOO :-), geht z.T. auch in anderen St├Ądten), ich finde ein Service.
VG
(20.09.2007, 21:45)
Carsten Horn:   Das Preis-Leistungsverh├Ąltnis in N├╝rnberg ist sicher eins der besten in der deutschen Zoolandschaft, dazu kommt noch, da├č es kostenfreie Parkm├Âglichkeiten gibt, also keine weiteren versteckten Kosten...
(20.09.2007, 12:55)
Ulli:   Ich war gestern in N├╝rnberg im Zoo. Erstaunt musste ich feststellen, dass man dort f├╝r eine ganze Familie (2 Erwachsenen sowie ihre Kinder) nur 18 Euro Eintritt bezahlen musste ...
sch├Âne Gr├╝├če an den Erlebniszoo Hannover. Geboten bekam man daf├╝r in N├╝rnberg eine wundersch├Âne Anlage in einem weitl├Ąufigen Gel├Ąnde und einen vielf├Ąltigen Tierbestand mit bemerkenswerten Tiergruppen, speziell Huftiere.

Bemerkenswert ist auch, dass man beim Vorlegen eines Bahntickets eine Erm├Ą├čigung bekommt -
vorbildlich und nachahmenswert.
(20.09.2007, 10:51)
Michael Mettler:   @Shensi-Takin: Ich habe mich immer schon gefragt, ob die von Privathaltern an die zust├Ąndigen Beh├Ârden gemeldeten Tierbest├Ąnde und Nachzuchten wirklich irgendwo datentechnisch genutzt oder wenigstens eingespeist werden oder nur im ber├╝hmten Beamten-Dreikampf "knicken, lochen, abheften" absortiert werden, bis man eventuell jemandem etwas nachweisen will. Theoretisch m├╝sste es doch eine offizielle Statistik geben, aus der aufs Individuum genau zu ersehen w├Ąre, wieviele z.B. Rosenboas in einem bestimmten Jahr gez├╝chtet wurden oder den Besitzer wechselten. DANN macht die Datensammlung Sinn. Aber vielleicht wird das so gehandhabt, wie f├╝r Niedersachsen Anfang der 90er gemunkelt wurde: Dass das Amt vor allem bestimmte Tiergruppen im Auge hat - im fraglichen Fall sollen es Papageien und Greifv├Âgel gewesen sein - und sich f├╝r andere Arten nur dann n├Ąher interessiert, wenn irgendwo etwas auffliegt...

So weit mir bekannt ist, sind z.B. Europ├Ąische Zwergm├Ąuse noch immer eine besonders gesch├╝tzte Tierart und somit nachweispflichtig - auch f├╝r Zoos, in denen sie ja weit verbreitet sind. Theoretisch w├Ąren sie doch auch kennzeichnungspflichtig? Gibt es denn f├╝r solche Winzlinge auch Mikro-Mikro-Transponder..?
(02.06.2007, 22:16)
Mel:   @MM: der letzten ├äu├čerung kann ich nur zustimmen als ich neulich bei der zust├Ąndigen Sachbearbeiterin der Unteren Naturschutzbeh├Ârde Zwecks einer neuen Zugangsmeldung bez├╝glich Iguana i. iguana anrief erhielt ich ein lapidares "Ja ist in Ordnung, danke." Keine Datennachfrage bez├╝glich Herkunft usw. :-(
(02.06.2007, 21:29)
Shensi-Takin:   ...womit wir wieder beim Thema Arbeitsplatzschaffung w├Ąren. Ehrlich gesagt k├Ânnte man aber ruhig mehr & besser ausgebildetes Personal f├╝r diesen speziellen Bereich verpflichten-vielleicht w├Ąre das eher von Nutzen als noch mehr Stellen zu streichen und w├╝rde das Ganze mehr ankurbeln.
(02.06.2007, 21:24)
Michael Mettler:   Ich k├Ânnte mir gut vorstellen, dass einige der beh├Ârdlichen Regelungen auch dazu dienen, Arbeitspl├Ątze in den entsprechenden Beh├Ârden zu sichern...
(02.06.2007, 21:20)
Shensi-Takin:   Jein. Ich setze beim teureren Erlebniszoo voraus, dass der erh├Âhte Eintrittspreis auch f├╝r den Unterhalt des Zoos genutzt wird und dementsprechend das mir als Besucher offerierte Freizeitangebot in seiner Qualit├Ąt gleichbleibt bzw. optimiert wird; daf├╝r bin ich auch bereit, mehr Geld zu zahlen.
Beim Erhaltungszoo hingegen haben wir ein "hehreres Gut" als die Unterhaltung vor uns(man verzeihe mir diesen verquasteten Ausdruck); der Schutz von Tieren & Natur geht uns alle an, da wir als Menschen auf verschiedenste Weise unseren Anteil daran haben. ├ähnlich wie bei besonderen Kulturgegenst├Ąnden & Weltkulturerben sollte uns kein Mittel zu hoch sein, um das Bestehende so weit wie m├Âglich zu bewahren(O-Ton "Zuflucht Zoo";). Des weiteren glaube ich, dass die daf├╝r notwendigen finanziellen Mittel(v.a. wenn sie gesammelt und nicht in verschiedenste Organisationen zerflie├čen) weitaus geringer sind als der Unterhalt gro├čer Zoo-Elefantenh├Ąuser, SeaWorlds, riesiger Regenwaldh├Ąusern, "Desert-Domes" oder XXL-Gro├čaquarien etc. Die ZGAP hat mal vor ein paar Jahren eine h├╝bsche Rechnung vorgelegt, wieviel ein einfaches Gehege samt Unterhalt f├╝r z.B. Prinz-Alfred-Hirsche auf l├Ąngere Zeit kosten w├╝rde. Sagen wir mal so: vom Leipziger Gondwana-Geld k├Ânnte man eine Menge Gehege f├╝r lange Zeit betreiben...
Ich pers├Ânlich k├Ânnte als Stuerzahler gut damit leben, wenn ich w├╝sste, dass sowohl ein Teil meiner Steuer als auch mein Eintrittsgeld f├╝r den "Erhaltungszoo" in etwas Sinnvolleres als ein Architektendenkmal ala M├╝nchner "Nashorn-Ufo" oder die n├Ąchste virtuelle Mine flie├čen w├╝rde. Wer hingegen den Erlebniszoo besucht, wird sich sicher freuen, sein Eintrittsgeld so zu seinem pers├Ânlichen Pl├Ąsier eingesetzt zu sehen; das Geld f├╝r eine nicht so wichtige EEP-Art k├Ânnte man sich dementsprechend im Erlebniszoo sparen; das ├╝bernimmt stattdessen der Erhaltungszoo bzw. der Staat bzw. ├╝bergreifend die Staatengemeinschaft. Dazu noch ein Punkt: es sollte eigentlich m├Âglich sein, den Tiertransport zw. den einzelnen "Erhaltungszoos" im Sinne der Zuchtprogramme zu vereinfachen-um so den Austausch von Tieren ├╝ber GRenzen hinweg zu erleichtern. Siehe z.B. Kaamas im Antilopen-Thread.
Was die Privathalter angeht: es ist eine lobenswerte Idee, diese im Zuchtbestreben einzubinden-und eine sinnvolle. Nur sollten die dt. Beh├Ârden das auch einmal verstehen...
(02.06.2007, 18:15)
Michael Mettler:   Ja, ich h├Ątte den Absatz mit den privaten Erhaltungszuchten wohl besser mit "Ironie" kennzeichnen sollen, obwohl ein ernst gemeinter Gedanke dahinter steckt. Da ich seit einigen Jahren nur noch Haustiere halte, die einige Forumteilnehmer wahrscheinlich als "08/15" bezeichnen w├╝rden, bin ich zwar nicht mehr auf dem Laufenden, wie die aktuellen Bestimmungen und Sachzw├Ąnge aussehen; aber dass ich mich fr├╝her f├╝r einige meiner Tierarten mit der b├╝rokratischen Seite der Tierhaltung auseinandersetzen musste, hat mir die Augen doch sehr ge├Âffnet, was erst ein Zoo alles an Arbeit leistet, die kein Besucher sieht und wohl auch nur die wenigsten honorieren. Bei mir waren es ja nur ein paar regelm├Ą├čige Bestandsver├Ąnderungsmeldungen, Haltungsgenehmigungen (f├╝r heimische M├Ąuse!!) und ├Ąhnlicher Kleinkram, keine EEP- und sonstige Programme. Viele (oder die meisten) Vorschl├Ąge, in einem Zoo "mal eben" eine "gew├Âhnliche" Tierart durch eine bedrohte oder selten gehaltene zu ersetzen, bringen eben auch einen nicht zu untersch├Ątzenden Verwaltungsaufwand mit sich, der dann wiederum mehr Geld kostet und irgendwie refinanziert werden muss. Da bei Weitergabe von solchen Tieren anscheinend auch kein Geld eingenommen werden kann, das die Unterhaltskosten ein wenig ausgleicht, d├╝rfte also letztlich die Haltung z.B. einer EEP-Tierart mehr (wenn nicht sogar DEUTLICH mehr) kosten als die einer "08/15"-Art mit gleichem Schauwert. Folglich w├Ąren im unten vorgeschlagenen Modell f├╝r "edlere" Tierarten auch entsprechend h├Âhere ├Âffentliche Subventionen n├Âtig. Das Geld daf├╝r k├Ąme ohnehin aus unser aller Taschen, egal wie man es dreht und wendet - ist es dann nicht ehrlicher, diesen Obolus gleich als Eintritt zu kassieren...?
(02.06.2007, 17:46)
Shensi-Takin:   @MM: Privatzuchten bedrohter Kleintierarten h├Ârt sich ja sehr sch├Ân an(und wird im Falle von z.B. Schildkr├Âten oder einigen Fischarten ja bereits verwirklicht). Problem nur bei den Privatzuchten: die leider nicht selten vorkommende Hybridisierung auf Unterarten oder gar Artenebene durch "schwarze Schafe" und die beh├Ârdliche G├Ąngelung der Haltung, die sich v.a. bei den bedrohten Arten mehr als deutlich niederschl├Ągt-kenne das aus der "Schildkr├Âten-Szene". Insofern unterst├╝tze ich verantwortungsvolle Privathaltungen aus vollem Herzen-wei├č aber auch um deren Grenzen ( dank uneinsichtiger Beh├Ârden & m├Ąkeliger Nachbarn). Hier m├╝sste dringend eine "Entschlackung" der b├╝rokratischen G├Ąngelung bzw. "Belohnung" verantwortungsbewu├čter, sich an derlei Artenschutz beteiligenderer Privatz├╝chter her(z.B. leichterer Tiertransport von A nach B, kontrollierter WF als "Frischblut" etc.).
Noch einmal ganz deutlich: Ich habe nichts gegen "Erlebniszoos". Und noch einmal: ICH HABE NICHTS GEGEN "ERLEBNISZOOS"(sofern ├╝berhaupt irgendein Zoo dieser Definition 100% gerecht wird). Na, hoffentlich war das jetzt deutlich genug;).
Ich sehe sie vielmehr ebenso auch als familientaugliche Freizeitm├Âglichkeit, deren Wert hinsichtlich Unterhaltung, wenn auch nicht lebensnotwendig, so doch durchaus zweckdienlich ist-sei es dass man sich erholt, "den Kopf freikriegt", "sich ins Wohlgef├╝hl fallenl├Ąsst", "Emotionen tankt" oder die Kalorien des Schokoriegels durch den Zoospaziergang abarbeitet(wobei-bei all diesen Fahrgesch├Ąften?!?)...;)
Leider sehe ich in Hinblick auf die sich seit Hedigers Zeiten zum Negativen entwickelten sozialen & natur-/artenschutzbedingten Trends ebenso die Notwendigkeit von derlei "Erhaltungszoos"/Exotenauffangsstationen als "Notausg├Ąnge zur & DER Natur"(um dies mal frech zu zitieren); dabei bedarf es nicht mal "gr├Â├čtm├Âglicher", sondern vielmehr sinnvoller & angemessener staatlicher Unterst├╝tzung-also weitaus kleinerer Betr├Ąge als 50 Millionen ÔéČ f├╝r ein Leipziger Regenwaldhaus oder 100 Millionen f├╝r eine Konferenz...Derlei "Erhaltungszoos" t├Ąten durchaus was f├╝r den "freien Kopf": zwar wird keine heile Welt vorgegaukelt, aber zumindest gezeigt, dass es Menschen & Organisationen gibt, die dem Arten-& Naturschwund nicht tatenlos zusehen, sondern praktische Arbeit leisten-"kleine Helden des Alltags" eben;). Dazu m├╝ssten derlei Institutionen aber gerade ├Âffentlich zug├Ąnglich sein-um dem Steuerzahler zu zeigen, wo & wie sein Geld angelegt ist.

MW geht's im ├╝brigen dem Disney Konzern noch nicht so schlecht, dass er sich von der EU aushalten l├Ąsst...;)

Ich rede nicht von "Krieg den Erlebniszoos, Friede den Erhaltungszoos"-vielmehr erschiene mir eine derartige zweigleisige, parallele Entwicklung nicht unbedingt als schlechteste L├Âsung. Und was die "Artensammler" angeht: f├╝r die sind "Erhaltungszoos" nicht prim├Ąr gedacht-auch wenn das jetzt so (f├Ąlschlicherweise) verstanden sein mag. Dieses Klientel an Zoobesuchern d├╝rfte hingegen eher entt├Ąuscht werden-f├Ąnden sich hier keine 20 Arten einer Gattung mit je einem Einzelexemplar fein s├Ąuberlich zum Vergleich aneinandergereiht, sondern vielmehr Zuchttiere-/gruppen rel. weniger Arten-also nicht unbedingt viel "Futter" zum Abhaken.
(02.06.2007, 14:58)
Carsten:   Einer der "verteufelten" Erlebniszoos bietet f├╝r finaziell nicht so gut gestellte sogar an bestimmten Tagen (einmal monatlich) den Besuch zum halben Preis an (d├╝rfte m. W. das beste Angebot in diesem Bereich sein), unter diesen Vorraussetzungen kann ich es akzeptieren, da├č die Eintrittspreise etwas h├Âher sind, da dadurch bestimmte Bev├Âlkerungsschichten nicht von vorneherein ausgeschlossen werden...
(02.06.2007, 14:30)
Michael Mettler:   F├╝r meinen Geschmack wird von Zoofans der Spa├č- und Unterhaltungsfaktor von Erlebniszoos zu sehr auf etwas Verzichtbares reduziert. Eine der Grundaufgaben ALLER Zoos ist schlie├člich Erholung - ob man die bei einer Sambesi-Bootsfahrt findet oder stundenlang auf einer Bank sitzt und den Affen beim ""Spielen" zuguckt, ist nach individuellem Bed├╝rfnis verschieden. Erholung = Gesundheit, und letztere ist ganz entschieden subventionsw├╝rdig. Ist ja sch├Ân, dass sich unser Staat jetzt um seine zu dick werdende Bev├Âlkerung sorgt, aber vielleicht sollte man sich mal ├╝berlegen, ob der Warnhinweis auf dem Schokoriegel nicht nur Symptombek├Ąmpfung und die "Fresssucht" eine Folge von Stress ist. Stress wiederum l├Ąsst sich bei einem Zoobesuch genauso abbauen wie bei einem (kostenlosen) Waldspaziergang oder einem (nicht gerade billigen) Wellness-Tag. Und zwar umso besser, wenn der Kopf nicht noch zus├Ątzlich mit Eindr├╝cken und Informationen bombardiert wird (wie im Arbeits- oder Haushaltsalltag), sondern man sich in einer Wohlf├╝hl-Atmosph├Ąre einfach mal fallen lassen kann. Daf├╝r ist es schlichtweg nebens├Ąchlich, ob man nun Kunst- oder Naturfels und hoch bedrohte Prinz-Alfred-Hirsche oder "08/15"-Damhirsche vor sich hat (was aber auch bedeuten soll, dass der Zoo durchaus Naturfels und P-A-Hirsch pr├Ąsentieren kann!). Ergo: Erlebniszoo = ├╝berwiegend emotionaler Zugang zum Besucher; in einer Zeit, in der ├╝ber zunehmende Emotionsarmut geklagt wird, sicher nicht der schlechteste Weg. F├╝r den "rationalen" Part eines Zoobesuches, der zur Nutzung vieler didaktischer Elemente und der Aufrufe zum Natur- und Artenschutz notwendig ist, d├╝rften sehr viele Besucher einfach den Kopf nicht frei haben (wollen).

Hediger nannte die Zoos nicht ohne Grund "Notausg├Ąnge zur Natur" (f├╝r den Menschen); er sprach nicht von "Notausg├Ąngen DER Natur" (f├╝r die Tiere, in die St├Ądte hinein). Noch immer sind Zoos in erster Linie f├╝r Menschen gemacht, sonst k├Ânnte man auf sie verzichten und nicht-├Âffentliche Erhaltungs- und Auffangstationen in situ bauen.

Shensi-Takins Hinweis auf die bedrohten Kleintiere m├Âchte ich auch noch aufgreifen: Wer den Artenschutz ├╝ber alle anderen Aufgaben eines Zoos stellt und daf├╝r gr├Â├čtm├Âgliche ├Âffentliche Subventionen einfordert, sollte mal dar├╝ber nachdenken, ob er die Arbeit der Zoos nicht dadurch entlasten k├Ânnte, SELBST als Erhaltungsz├╝chter (und somit "├Âffentlicher Subventionierer") t├Ątig zu werden. Tiere von der Madagaskarboa bis zum Kaiserskorpion, von der Socorro-Taube bis zur T├╝rkei-Stachelmaus lassen sich problemlos unter normalen Wohnbedingungen halten, ein Aquarium mit Viktoriasee-Buntbarschen passt sogar in eine Ein-Zimmer-Wohnung. "Zu viel Aufwand" lasse ich als Einwand nicht gelten, einem Zoo w├╝rde man dieses Argument ankreiden, und f├╝r Zoobesuche hat der Zoofan ja ganz offensichtlich auch Zeit ├╝brig. Und dass mir jetzt keiner damit kommt, dass viele dieser Tiere nicht interessant genug seien - dem Zoobesucher sollen sie schlie├člich auch "zugemutet" werden :-)

Wer sagt ├╝brigens, dass die EU Disneyland NICHT mitfinanziert? M├Âglicherweise werden da - wie auch mittlerweile f├╝r Zoos - ├Âffentliche F├Ârdergelder angegraben, da die Einrichtung als touristisches Ziel die Wirtschaft der Region st├Ąrkt und Arbeitspl├Ątze schafft? ├ťber die ├Âffentliche Subvention von Theatern usw. wollen wir erst gar nicht reden...
(02.06.2007, 10:53)
Shensi-Takin:   @Michael: Eigentlich war ich nur ob des Duzens etwa irritiert...aber belassen wir es erst einmal dabei.
Wenn ich mir mal so die Rote Liste bzw. die von der ZGAP u.a. gef├Ârderten Arten anschaue, so ist recht schnell festzustellen, dass unter den wirklich bedrohten Arten haupts├Ąchlich kleinere Tiere oder aber Tiere zu finden sind, denen ohnehin in den Zoos wenig bis keine Bedeutung zugemessen wird(zahlreiche nicht-farbenpr├Ąchtige V├Âgel, Reptilien, Amphibien, Fische etc.) Zwar gibt es auch popul├Ąre bedrohte Gro├čs├Ąuger wie Asiatischer Elefant, Tiger oder Flachlandgorilla-doch diese sind-als beliebte Standardarten der Besucher-in den Zoos(inklusive der "Erlebniszoos") bereits in mher ode rminder ├╝ppiger St├╝ckzahl vorhanden und k├Ânnten mEn auch von diesen weiterhin gemanaget werden. Es sind eher die in Zoos haltbaren, doch eher unscheinbaren & in der Zoohaltung h├Ąufig vernachl├Ąssigten Arten, f├╝r die ich mir derartige "Erhaltungzoos" w├╝nschen w├╝rde-und ├╝ber die auch der Br├╝ckenschlag hin zu verantwortungsbewu├čten Privatleuten vielleicht besser gel├Ąnge. Was den Erhaltungszoos hinsichtlich Unterhalt teuer zu stehen bek├Ąme w├Ąren weniger Gro├čs├Ąuger,sondern vielmehr Nahrungsspezialisten(z.B. Bl├Ątterfresser wie die asiatischen Schlankaffen). Und da k├Ąme die staatl. Hilfe ins Spiel...
Was den Eintrittspreis angeht: je nach Gr├Â├če des Zoos/Tierparks bzw. des "Angebotes" halte ich Preise im einstelligen Euro-Bereich (ggf. f├╝r sehr gro├če prestigetr├Ąchtige Zoos, Zoo-Aquarium-Kombikarten etc. auch etwas dar├╝ber hinaus) f├╝r die Masse an Besuchern bezahlbar.
F├╝r etwaige "Erlebniszoos" oder sehenswerte Gro├čaquarien aber-und jetzt gehe ich auf Herrn Mettlers Einwand ein-w├╝rde ich auch mehr verlangen-20-30 Euro pro Erwachsener etwa. Diese Art von Zoos sollte mitnichten staatlich subventioniert sein, geht es hier in erster Linie doch um den bei anderen Einrichtungen wie Freizeitparks etc. erw├Ąhnten Spa├č-und Unterhaltungsfaktor. Letzterer ist f├╝r das Wohlbefinden der breiten Bev├Âlkerung zwar wichtig(und auch lobenswerterweise Arbeitspl├Ątze schaffend), aber im Gegensatz zur Bildung ├╝ber Natur-und Artenschutz (wo eine alle Bev├Âlkerungsschichten umfassende Aufkl├Ąrung mehr denn je ben├Âtigt wird) nicht unbedingt essentiell ist.
Andernfalls m├╝sste die EU auch Disneyland Paris mitfinanzieren ...
Dennoch sollten derlei "Erlebniszoos" auch den Besuchern mit schmaleren Geldbeuteln durch Sondertarife (Bspe. siehe weiter unten) zumindest zeitweise offen stehen.
"Erhaltungszoos" m├╝ssten ├╝brigens nicht zwangsl├Ąufig ├Âde vertrocknete "Bildungsst├Ątten" sein; denn wie Zooschulen und auch manch hier im Forum erw├Ąhnter Vorschlag(s.a. "Eure Planung") zeigen, "kann man auch mit kleinen Sachen den Menschen eine Freude machen", sprich auch "langweilige" Arten mit der entsprechenden Pr├Ąsentation wenigstens etwas "aufpeppen". Jedoch m├╝sste dieser "Pr├Ąsentationscharakter" anders als bei manchem "Erlebniszoo"-Gehege nicht im Vordergrund stehen.
Summa summarum: Erlebniszoos f├╝r bev├Âlkerungswirksame Gro├čtiere(auch seltene)-daf├╝r auch ein angemessener Eintritsspreis (mit Sonderkondition f├╝r z.B. Schulklassen).
Erhaltungszoos samt Auffangstation f├╝r unbekannte/ungewollte meist(!; dass da gelegentlich z.B. eine nicht vermittelbare Gro├čkatze darunter ger├Ąt, wollen wir mal nicht gleich ausschlie├čen-und dass manch ein "Erhaltungszoo" zur "Spitzmaulnashorn"-Zuchtzentrum wird-s. Nashorn-Thread-w├Ąre auch nicht verkehrt)kleinere Arten & verbesserter Zoo-P├Ądagogik-dank staatlicher Subvention auch f├╝r ein kleineres Entgelt besuchbar.
@MM: Was B├╝cher angeht: ich habe mit eines der teuresten Studien, was derlei angeht; ein "billiges" Buch kostet da schon 60 Euro...Dennoch wei├č ich um Quellen(Uni-Bibliotheken, Internet etc.), wo ich mein Wissen
ohne kostspieligen Privatb├╝cherkauf beziehen kann; diese Quellen sind auch f├╝r Au├čenstehende zumindest teilweise nutzbar. Hinsichtlich Sachwissen-Suche steht man in D ├╝brigens noch weitaus besser da als in manch
anderen L├Ąndern..;)
(02.06.2007, 09:46)
Michael:   @Shensi-Takin:
Falls das mit dem Duzen ein Angebot war, gerne. Ich bin eh, eher der Typ, der nur seinen Vorgesetzten mit sie anspricht. Die Philosophie wird jetzt aber nicht weiter vertieft. :-)
Das mit den Zigaretten war auch nur ein fiktives Beispiel und nicht auf Dich speziell bezogen, sollte nur zeigen, dass jeder irgendwelche weniger sinnvollen Ausgaben t├Ątigt, ob nun regelm├Ą├čig oder unregelm├Ą├čig, womit ich sagen will, dass man sich ├╝ber 20 Euro dann nicht beschweren muss. Ich muss Dir aber widersprechen was den Aspekt mit weniger kostenintensiven Tieren angeht. Gerade die Tiere die in einem Erhaltungs-Zoo ihren Platz finden w├╝rden, w├Ąren ja ohnehin dann die bedrohteren Arten zu denen nicht nur Kleins├Ąugetiere oder V├Âgel z├Ąhlen w├╝rden. Dort w├╝rde auch Platz sein f├╝r etliche Gro├čs├Ąuger und deren Unterarten, die meiner Meinung nach kostenintensiver sind, da heikler in der Pflege. Und das Preisleistungsverh├Ąltnis ist so ein Thema f├╝r sich. Im Allgemeinen haben sich die Preise in den letzten 10-20 Jahren verdoppelt, das gilt nicht nur f├╝r die Zoos. Aber sag doch mal was f├╝r Dich ein gerechtfertigtes Eintrittsgeld f├╝r einen Zoo w├Ąre und was Du davon erwartest.
Vergleicht man die zoologischen G├Ąrten miteinander, aufgrund ihrer Gr├Â├če, ihrer "Erlebnistauglichkeit", dem Artenspektrum,... in ihrem Preisverh├Ąltnis kann man gut erkennen, dass die Preise bei fast allen Einrichtungen nachvollziehbar gestaffelt sind. Ich wage es sogar zu behaupten, dass ich aufgrund eines Eintrittspreises darauf schlie├čen kann, wie gro├č ein Zoo ist und was ich erwarten kann. Hier kommt wieder mein Paradebeispiel NRW zum Zuge.
(01.06.2007, 21:19)
Michael Mettler:   In Sachen Bildung: Auch Sachb├╝cher dienen unzweifelhaft der Volksbildung. Trotzdem gibt es auf sie - bei hohen bis sehr hohen Preisen! - keine nach Altersgruppen oder Ausbildungsstand gestaffelten Nachl├Ąsse. Und wenn ich mir ├╝berlege, wie das Buchsortiment der mir erreichbaren Stadtb├╝cherei in Hannover seinerzeit aussah, als ich sie mangels n├Âtigen "Kleingelds" f├╝r eigene B├╝cher noch nutzte - mit dem daraus gewonnenen Wissen hinkte man der Gegenwart teilweise um zehn bis zwanzig Jahre hinterher. Da inzwischen diverse Filialen der Stadtb├╝cherei wegen Geldmangels geschlossen wurden, kann ich mir nur schlecht vorstellen, dass die heute vorhandenen B├╝cher sehr viel aktueller sind. Wo ist DA die staatliche Subventionierung der Bildung...? Will sagen: Wer einen Zoo zum Billig-Tarif will, muss sich folglich auch mit veraltetem Angebot oder eben dem Standard-Tierbestand zufrieden geben.

Genau in diesem Punkt hinkt die vorgeschlagene Zweigleisigkeit von Shensi-Takin: Eigentlich m├╝sste der Erlebniszoo staatlich subventioniert preiswert sein, denn er ist auf die breite Masse der Bev├Âlkerung zugeschnitten. Wer hingegen mit Spezialinteresse und dem ganz offensichtlich daf├╝r vorhandenen Geld weite Strecken zur├╝ck legt, um ein bestimmtes Zoogehege oder eine bestimmte Tierart zu sehen oder ganz allgemein viel Wert auf eigenes Artensammeln oder hohe Ziele der Zoos (z.B. Erhaltungsprojekte) legt, sollte sich ├╝ber einen h├Âheren Eintrittspreis f├╝r entsprechend ausgerichtete Haltungen nicht beschweren.

W├Ąre ├╝brigens mal interessant zu testen, wie nachhaltig die in einem Zoo gewonnenen didaktischen Erkenntnisse beim Besucher h├Ąngen bleiben. Am Ende ist die ganze gut gemeinte und kostenaufw├Ąndige Zoo-Didaktik nur ein Strohfeuer und ruck-zuck wieder vergessen, und man k├Ânnte das Geld f├╝r andere Ziele sinnvoller einsetzen...
(01.06.2007, 21:01)
Shensi-Takin:   @Michael: "offensichtlich betriebswirtschaftliche Gr├╝nde einfach unterschlagen werde" Au weh, au weh-da wird mir aber etwas ganz b├Âswillig unterstellt...Nein, dem ist mitnichten so; doch w├╝rde z.B. ein "Erhaltungs-Zoo" trotz fortlaufender Kosten wahrscheinlich bezahlbarer sein als ein "Erlebniszoo"(u.a. dank weniger kostenintensiven Gro├čtieren & Attraktionen). Des weiteren w├╝rde im ersteren auch dem Bildungscharakter Gen├╝ge getan. Dies in Kombination mit dem von der dt. Regierung (bzw. Teilen davon) propagandierten Naturschutzziel(u.a. sowohl international-Zucht bedrohter Arten- und national-Auffangsstation) w├Ąre so gew├Ąhrleistet; der "Erlebniszoo" k├Ânnte sich verst├Ąrkt dem Unterhaltungsaspekt widmen-und einen Teil der Einnahmen, falls ein plus erwirtschaftet wird-der Bildungsst├Ątte "Erhaltungszoo" ├╝berweisen.

Auch wenn Kosten steigen m├Âgen-irgendwann ist der Punktt erreicht, in dem das Preis-Leistungs-Verh├Ąltnis bzw. die Finanzierbarkeit des Besuchs einer derartigen Anlage nicht mehr f├╝r den Durchschnittsb├╝rger gew├Ąhrleistet ist-und das muss nicht sein.
Was die Sondertarife angeht-von just jenen sprach ich; fehlen bzw. existieren nur beschr├Ąnkt z.B. in Hannover. Im ├╝brigen: ich mache keine 100ÔéČ im Monat f├╝r Zigaretten "locker"-auch keine 50, 10 oder 1 ÔéČ-eher 0,0.

PS: Duzen?!?
(01.06.2007, 20:54)
Michael:   Da der Bildungscharakter hier angesprochen wurde und offensichtlich betriebswirtschaftliche Gr├╝nde einfach unterschlagen werden noch eine Erg├Ąnzung. Grunds├Ątzliche eine sch├Âne Idee mit den "Erlebnis-Zoos" und den "Erhaltungs-zoos". Das widerspricht allerdings dann wieder dem Bildungscharakter, da die Erlebnis Zoos trotz h├Âherer Preise mit Sicherheit mehr Zulauf finden. Und weiter mit der Bildung. Gehe ich heute ins Deutsche Museum zahle ich auch 8,50 Euro eintritt. Sicher, die Exponate dort bed├╝rfen auch Pflege, die Geld kostet, das irgendwie verdient werden will, jedoch wird auch hier f├╝r Bildung wie allgemein in Deutschland Geld verlangt. Tiere haben nun mal h├Âhere Unterhaltskosten als es ein lebloses Exponat hat. Allein mit Strafen l├Ąsst sich ein "Erhaltungs-Zoo" sicherlich nicht finanzieren.
Klar ist doch auch, dass die Preise in der Bundesrepublik nicht zuletzt durch Steuererh├Âhungen stetig steigen, das verursacht mehr Kosten, die wiederum gedeckt werden m├╝ssen. Ergo verlange ich mehr Eintritt um meine Einrichtung zu finanzieren und auch die steigenden Anspr├╝che der Besucher in Zukunft noch befriedigen zu k├Ânnen, mit Neubauten, Umbauten, exotischen Arten,... Sicher sind das nicht die einzigen Beweggr├╝nde daf├╝r Eintrittsgelder zu erh├Âhen, aber bestimmt ein bedeutender Teil.
Im ├╝brigen d├╝rfte Dir nicht entgangen sein, dass Preisnachl├Ąsse bei den meisten Zoos f├╝r Studenten, Rentner, Wehrdienst- und Zivildienstleistende, Behinderte, Kinder ja teils sogar f├╝r Arbeitslose gew├Ąhrt werden. Diese Erm├Ą├čigungen sind teilweise nicht unerheblich. Somit ist Bildung verbunden mit Freizeitvergn├╝gen, was es nun mal f├╝r den Gro├čteil ist immer noch f├╝r alle erschwinglich. Nur als kleines Beispiel, wer etwa 100 Euro oder mehr im Monat f├╝r Zigaretten ausgibt, wird auch 19 oder 20 Euro f├╝r einen Zoobesuch locker machen k├Ânnen. ;-)
(01.06.2007, 20:31)
Shensi-Takin:   Kann man hohe Preise ruhigen Gewissens rechtfertigen, indem man gleich einem schmollendes Kind, mit dem Finger auf andere zeigend, sagt: "Die da machen das doch auch!" Schlechten Vorbildern muss man nicht nacheifern...Ich verweise wieder einmal auf den Aspekt des Bildungscharakters, der den Zoo von Disney-Land, Lego-Land, Kernkraft-Land, etc. unterscheidet; auch wenn dieser leider nicht von allen Besuchern genutzt wird, so ist er dennoch ein Grundpfeiler der Zoos-und dass nicht nur seit heute, bedenkt man die Beweggr├╝nde, warum nicht wenige Zoos in D v.a. ab der Jahrhundertwende(19.Jhd., wohlgemerkt) von meist wohlhabenden gro├čb├╝rgerlichen Interessensgemeinschaften/Vereinen gegr├╝ndet wurden. Der Aspekt der Volksvergn├╝gung war zwar auch damals ein Hauptbeweggrund ob der Schaffung eines Zoos-doch die ebenfalls so angestrebte Volksbelehrung sollte nicht vergessen werden-ist sie heute in Zeichen des rapiden Arten-/Naturschwundes und der Entfremdung der Bev├Âlkerung von der Natur wichtiger denn je. Deshalb wiederholt mein Appell: ein Zoo sollte f├╝r alle Bev├Âlkerungsschichten offen sein-sei es auch durch zweckdienliche Erm├Ąssigungen/Sondertarife-oder durch staatliche Unterst├╝tzung. Die 20iger Euro-Marke erreichende bzw. gar ├╝bertreffende Eintrittspreise halte ich im Hinblick zum Gebotenen und der trotz j├╝ngstem marginalen wirtschaftlichen Aufschwungs ggf. lockerer sitzenden Geldb├Ârse f├╝r zu hoch. Zum Kino-Bsp.: Einsparnis dank DVD-Ausleihen aus st├Ądtischer Bibliothek. Preis = 0 ;)
Im ├╝brigen: nicht alle Freizeitparks k├Ânnen Besuchermassen vorweisen-und auch bei den gut laufenden ist hohes Besucheraufkommen bzw. hohe Investitionsfreudigkeit seitens der Parkbesucher auch nicht immer gegeben.
@Sebastian: Kein Wunder, dass die Begelierin nicht aufbegehrte-denn trotz Emanzipation sollte wahrscheinlich er zahlen...;)

Eigentlich w├Ąre folgende L├Âsung die Beste: "Erlebniszoos" mit den Standardzootieren, passendem Ambiente & auch passenden, ├╝ppigen Preisen. Und dazu als Alternative: "Erhaltungszoos" im Stile Jerseys mit zoologischen "Mauerbl├╝mchen", gro├čen Zuchtgruppen bedrohter Arten(also in f├╝nf Voliernereihen nur z.B. Gelbbrusth├Ąherlinge), zweckm├Ą├čiger Haltung(siehe Howletts Gorillas) und Exotenauffangstation-alles vom Staat bzw. durch die hohen Geldstrafen f├╝r uneinsichtige, ungeeignete Halter(bzw. vielmehr Ex-Halter) von Exoten finanziert und f├╝r ein angemessenes Entgelt auch f├╝r die Bev├Âlkerung offen. Damit k├Ânnten sich die Erlebniszoos jedlichen Zoop├Ądagogik-"Schnickschnack" und "langweilige" tierische Platzverschwender sparen und h├Ątten mehr Platz f├╝r Erdm├Ąnnchen, Kal. Seel├Âwe & Nasenb├Ąr-wohingegen die "Artensammler" beschwingten Schrittes durch ihren (vielleicht landschaftlich durchaus reizvollen, ggf. gar "klassischen") "Erhaltungszoo" schlendern k├Ânnen und die (dank aufgrund fortw├Ąhrendem illegalen Exotenhandel & daraus abgeleiteter Beschlagnahmung) fortw├Ąhrend illustrer Arten sehen k├Ânnen-ehe die ggf. zu vern├╝nftigen & geeigneten Privathaltern gehen.
(01.06.2007, 20:11)
Michael:   Ich denke f├╝r jemanden, der nur einmal im Jahr in den bzw. einen Zoo geht sind die Preise vollkommen in Ordnung. Und jemand der ├Âfter in den Zoo geht, sollte sich dann eben ├╝berlegen ob er sich nicht gleich eine Jahreskarte kauft. Wie Michael Mettler schon sagte auch wenn es branchen├╝bergreifend ist. Guckt doch mal, wieviel man f├╝r einen Kino-Besuch bezahlt f├╝r zwei Stunden fernsehen auf der Gro├čleinwand und eine halbe Stunde Werbung. Vergn├╝gungsparks. Wenn ich mich nicht t├Ąusche zahlt man f├╝r einen Tag im Europa-Park ca. 40 oder 50 Euro und die Leute kommen in Massen, ja ├╝bernachten sogar in den teuren Parkhotels. Von daher kann ich die Preise bei Zoos recht gut tollerieren.
(01.06.2007, 17:38)
Michael Mettler:   Ich wei├č, dass viele Zoofans keine branchen├╝bergreifenden Preisvergleiche sch├Ątzen, aber da ich die entsprechende Werbung nun gerade im Sealife Hannover ausliegen sah: Legoland G├╝nzburg nimmt als Eintritt f├╝r Erwachsene 29,50 Euro und f├╝r Kinder ab 3 Jahren (!!) 25,- Euro. Besucherzahl: j├Ąhrlich ca. 1,3 Millionen.... Es scheint also noch immer genug Menschen zu geben, denen ein sch├Âner Tag richtig Geld wert ist, auch wenn (oder gerade weil?) es dabei nichts zu lernen gibt :-)
(01.06.2007, 16:22)
Sebastian:   In Gelsenkirchen ist heute ein P├Ąrchen nach dem Studieren der Preisliste wieder heim gefahren. Der geschockte Mann regte sich ziemlich auf und murmelte immer wieder "Boah 12ÔéČ, ne, kann nicht sein...", w├Ąhrend der Preis seiner Begleiterin ziemlich egal zu sein schien. Er hat sich dann aber wohl doch durchgesetzt...
(01.06.2007, 15:49)
Jennifer Weilguni:   @Bernhard
G├╝nstigere Preise f├╝r Frauen ? Klasse Idee !! :-) Aber Spa├č beiseite, sicher sind alle Menschen gleich, aber dann m├╝ssten Zoos gerechterweise ja auch von Kindern den vollen Eintrittspreis verlangen ohne R├╝cksicht darauf zu nehmen, dass die lieben Kleinen ├╝ber kein eigenes Einkommen verf├╝gen. Ich kann Dich einerseits verstehen, sicher unterst├╝tzen wir verdienenden Menschen die einkommenslosen ohnehin schon durch unsere Steuern mit und nat├╝rlich kommen staatliche Gelder, die wiederum vom Steuerzahler kommen, teilweise auch den zoologischen Freizeiteinrichtungen zugute, aber wovon profitieren Zoos denn mehr ? Von Hartz 4 Empf├Ąngern, Rentnern und Zivildienstleistenden, die g├╝nstiger in den Zoo kommen und diesen dann auch besuchen oder von denen, die angesichts der ├╝ber ihre Verh├Ąltnisse hinaus gehenden Eintrittspreise solchen Einrichtungen dann fern bleiben ? Da ich selber aus einer sozial schwachen Familie komme, weiss ich aus Kindertagen ganz genau, wie es ist, wenn am Ende von Geld noch sooooo viel Monat ├╝brig ist und h├Ątte es damals das Familienticket in BaW├╝ nicht gegeben, dann h├Ątten wir Kids wohl die Wilhelma damals nur von aussen gesehen und ich w├Ąre eventuell kein Zoofan geworden, der heute zu finanziell besser gestellten zeiten reichlich Geld f├╝r dieses Hobby ausgibt.
(17.11.2006, 23:09)
Sacha Beuth:   @Bernhard: Nach Deiner Schlussfolgerung mit der betriebswirtschaftlichen Kalkulation w├Ąre die Konsequenz allerdings die, dass ALLE Zoos ohne staatliche Unterst├╝tzung auskommen m├╝ssten. Der Staat k├Ânnte n├Ąmlich dann argumentieren, dass es nicht seine Aufgabe sei, der Bev├Âlkerung Tiere zu zeigen.
Ob das im Sinne der meisten Tierparkverantwortlichen ist, wage ich zu bezweifeln. Und ginge es nur nach der betriebswirtschaftlichen Kalkulation, dann m├╝ssten sich die Zoos auch nicht um Naturschutzprojekte oder Arterhaltung weniger publikumswirksamer Tiere k├╝mmern.
(17.11.2006, 16:34)
Bernhard:   dass meine Aussage auf Widerspruch st├Âsst habe ich erwartet, damit habe ich kein problem :-) nat├╝rlich kann ich mir den Normalpreis leisten und den zahle ich auch gern, weil ich eine angemessene Leitung erhalten (ansonsten w├╝rde ich auch nicht von einem Besuch absehen).
Ich m├Âchte aaber mal etwas genauer auf den Begriff "gerecht" eingehen: gerecht w├Ąre es, wenn jeder ohne Ansehen der Person das gleiche bezahlen mu├č. Jeder Mensch ist gleich, es verlangt ja auch niemand unterschiedliche Preise f├╝r M├Ąnner und Frauen.
bei unserer Diskussionen dreht es sich vielmehr um den Begriff "sozial gerecht" - und dieser Ausgleich zwischen Arm und Reich ist meiner Meinung nach eine staatliche Aufgabe und nicht die eines Zoos. Ein Zoos hat bekanntlich schon genug andere Aufgaben. Wenn er, um diese zu erf├╝llen, den Eintritt staffelt, um mehr Besucher zu erreiche, sollte dies eine betriebswirtschaftliche Kalkulation bleiben (und ├╝ber die sich dann ruhig alle Beg├╝nstigeten freuen d├╝rfen).
Nur finde ich es nicht richtig Zoos (und alle anderen Einrichtungen auch) anzugreifen, wenn sie die Aufgabe des sozialen Ausgleichs nicht ├╝bernehmen wollen. Denn daf├╝r haben wir ja unseren "Sozialstaat".
(16.11.2006, 21:59)
th.oma.s:   @Sascha Cohen:"l├Ącherlich" ist sicherlich das falsche adjektiv
(16.11.2006, 18:57)
Sascha Cohen:   Hat nichts mit der Diskussion zu tun aber lassen wir doch bitte den Begriff "Armut" und erst recht "Armutsgrenze" weg. Diese Begriffe sind in ihrer Definition l├Ącherlich.

(16.11.2006, 15:28)
Ulli:   Hallo Bernhard, wie schon Zoosammler entgegnete, hat ein Angestelltet ein steuerpflichtiges Einkommen oberhalb der Armutsgrenze, ein HartzIV-Empf├Ąnger liegt in der Regel sehr nahe an der Armutsgrenze oder darunter, ein Student oder Zivildienstleistender hat in der Regel auch kaum Geld - soll diese Gruppe ihr weniges Geld ansammeln, um teure oder auch ├╝berteuerte Zooeintritte zu zahlen. Also ist eine Erm├Ąssigung, schon allein aus bildungspolitischen Gr├╝nden gerechtfertigt, wobei ich hier besonders auf eine spezielle Kindererm├Ąssigung Wert legen w├╝rde.
(16.11.2006, 09:03)
Zoosammler:   @Bernhard: Niemand soll durch ZU hohe Eintrittspreise geg├Ąngelt werden, auch nicht, wenn er KEIN Arbeitsloser ist, aber die Tatsache, dass Sie als Angestellter ├╝berhaupt einkommenssteuerpflichtig sind, zeigt, dass Sie in der Lage sind (oder zumindest theoretisch sein sollten) sich am ├Âffentlichen Leben normal OHNE Verg├╝nstigungen beteiligen zu k├Ânnen.
Ein ALGII-Empf├Ąnger, der beispielsweise keine Sozialabgaben zahlt, hat dadurch ja keinen Vorteil. Er kann Keine zahlen, weswegen er (theoretisch) auch im ├Âffentlichen Leben auf Unterst├╝tzung angewiesen ist, da die Preise an Gehaltsempfangenden orientiert sind.
So weit auf jeden Fall die Theorie.
(15.11.2006, 22:23)
sleipnir:   Gerecht w├Ąre daran, wenigstens in Teilbereichen des allt├Ąglichen Lebens, die immer gr├Â├čer werdende Schere zwischen Arm und Reich, wenigstens etwas abzufangen!!!
(15.11.2006, 22:01)
Bernhard:   bei der hier sehr emotional gef├╝hrten Diskussion ob Arbeitslose und Hartz IV weniger zahlen sollen als Selbst├Ąndige und Arbeitnehmer will ich nun mal ganz einfach fragen, warum eigentlich? was ist daran gerecht?
ich als Angestellter zahle schon so viel Lohnsteuern f├╝r die Subvention von Zoos, Museen etc. dass ich eigenltich nicht einsehe, auch noch mehr Eintritt zu zahlen.
dies Einwand soll einfach mal als Anregung dienen, nicht immer nur gleich nach Verg├╝nstigungen f├╝r eine Zielgruppe zu schreien.
(15.11.2006, 21:33)
Thomas W.:   Ich habe in Museen in Paris was interessantes gesehen:
Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt f├╝r Arbeitslose und Sozialhilfeempf├Ąngern FREI. Ok, daher ist es auch h├Âllisch voll. Allerdings sind die Museen auch staatlich, aber es w├Ąre zumindest einmal interessant so etwas auch in Deutschland in Zoos einmal auszuprobieren. Als Gegenma├čnahme hat man ein sch├Ânes Argument f├╝r die ├╝blichen Besucher den Eintrittspreis zu erh├Âhen.
Ok, in Gelsenkirchen und Bremerhafen wird das vielleicht trotzdem ein Minusgesch├Ąft bei 20-30 % Arbeitslosenquote...
(15.11.2006, 11:57)
th.oma.s:   bei aller "├Ątzender" zusammenfassung -fakt bleibt wohl: 19 € (38 DM) sind m.e. unangemessen und ausgesprochen normalverbraucherfeindlich, irgendwie funktioniert es wohl auch nur aufgrund der unten geschilderten geografischen monopolstellung, ich habe hannover voriges jahr gesehen und bin mit dem preis - leistungsverh├Ąltnis aus tierg├Ąrtnerischer sicht nicht einver-standen gewesen. ich denke in hannover wird irgendwann eine kurskorrektur notwendig

(14.11.2006, 20:27)
Kuno:   Ich kenne nur ein paar Zoos. Wie hoch ist eigentlich der durchschnittliche Eintrittspreis in Deutschland ?
(14.11.2006, 08:01)
Michael Mettler:   @Ulli: Meine ├Ątzende Zusammenfassung bezieht sich auf die Beitr├Ąge MEHRERER Diskussionsteilnehmer - schlie├člich zitiere ich damit eigentlich nur in gesammelter Form und ├╝berspitze es durch Hinzunahme der "Kinderfresser". Die Wertung als Sarkasmus lasse ich gelten, und mit dem Emotionalen hast du absolut Recht (und zwar sogar ohne das "etwas" davor) - dazu unten mehr. Vorab aber: Du hast auf den Punkt gebracht, was ich mit meinem Beitrag provozieren wollte (bei wem auch immer) - das Niveau des Zoos tritt in dieser zunehmend personenfixierten Diskussion viel zu sehr in den Hintergrund.

Meine Beziehung zur Materie Zoo im Allgemeinen und zu meinem Heimatzoo im Speziellen IST heute sehr viel emotionaler als noch vor einigen Jahren; es gab da gewisse Aha-Erlebnisse, die mir die Augen f├╝r eine ver├Ąnderte Sichtweise ├Âffneten (und ich denke, dass dieser Prozess l├Ąngst nicht abgeschlossen ist). Mich interessiert heute die emotionale Wirkung der Materie Zoo auf den Besucher mindestens genauso sehr wie das rein Funktionale des Zoobetriebs und der Tierhaltung - wenn nicht inzwischen mehr. Damit meine ich keineswegs eine Einstellung a la "ach, ich liebe einfach Tiere, und das ist alles so toll hier". Ich bin keineswegs kritiklos - man kann aber auch manche Dinge schlichtweg zerreden.

F├╝r die meisten Menschen ist Emotion der Hauptanreiz, einen Zoo zu besuchen - das kommt mir in den Diskussionen innerhalb unseres Fankreises einfach zu kurz, deshalb weise ich immer wieder mal auf diesen Aspekt hin. "Aufr├╝tteln" kann man schlie├člich nicht nur durch Negativ-Argumentation - wobei ich immer wieder merke, dass Positiv-Argumentation (oder auch nur eine neutrale Sichtweise) viel schwieriger in der Runde anzubringen ist.

Ich verteidige hier ├╝brigens nicht Herrn Machens (oder beklatsche seine Person), sondern das Erlebniszoo-Konzept (und dies nicht nur f├╝r Hannover, wie aus anderen Threads leicht ersichtlich) und die damit zusammen h├Ąngenden Umst├Ąnde. So bin ich nicht nur der Meinung, sondern sogar der ├ťberzeugung, dass dieses Zookonzept vom Eintritt her teurer sein MUSS als das vorherige, um seinen Wert zu unterstreichen; noch immer gilt n├Ąmlich weithin die Einstellung "was nichts kostet, ist auch nichts wert". Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen billig/g├╝nstig und preis-wert (der Bindestrich ist Absicht). Ob mit dieser h├Âheren Einnahme Schulden getilgt werden m├╝ssen, weitere Einnahmequellen per Vorab-Investition erm├Âglicht oder vorrangig Verbesserungsma├čnahmen durchgef├╝hrt werden, ist eigentlich ein ganz eigenes Thema. Auf die Ursprungsfrage des Threads bezogen, ob ein Eintrittspreis von 19 Euro gerechtfertigt ist, k├Ânnte ich also schlicht antworten: Angesichts des Angebotes f├╝r der Eintrittzahler - ja.

(07.11.2006, 18:51)
Carsten:   Ist es nicht vielleicht auch so, da├č durch die Gew├Ąhrung von Erm├Ą├čigungen unter dem Strich Mehreinnahmen erzielt werden?
Die Frage ist, ob durch die Gew├Ąhrung der Erm├Ą├čigung mehr Leute in den Zoo gehen, die sonst nicht gehen w├╝rden und sich dadurch ein Plus bei den Einnahmen ergibt oder ob dann mehr Vollzahler die Erm├Ą├čigung nutzen und dadurch ein Minus entsteht?
(07.11.2006, 15:07)
Ulli:   Ich m├Âchte auf Michaels „Ironie“-Beitrag einzugehen:

Zun├Ąchst ist der Zoo Hannover immer noch, auch im Vergleich zu anderen deutschen und internationalen Zoos ein insgesamt guter Zoo – dies scheint bei der Hitzigkeit der Diskussion etwas verloren gegangen zu sein. Die Kritik bewegt sich also auf hohem Niveau – wir reden nicht ├╝ber eine „Krabache“ – im Gegenteil.

Wenn ich Michaels Ball aufgreife: Ein gewisses Darstellungstalent muss ich Herrn Machens schon attestieren, es kommt bei mir pers├Ânlich nur weniger als vielleicht bei anderen an. Seine Preispolitik kann man wirklich nicht als sozial einordnen – der freie Eintritt f├╝r sozialschwache Kinder w├Ąre eine nette Geste und f├╝hrt nicht zum Ruin des Zoos, die „Zukunftsf├Ąhigkeit“ des Zoos ist unter Ber├╝cksichtigung der verf├╝gbaren Informationen zwar noch nicht abschlie├čend gekl├Ąrt aber doch sehr wahrscheinlich – der Sanierungsbedarf ist dagegen unstreitig, der Schuldenberg ist langfristig bei den Banken abzutragen und die Besucher m├╝ssen gehalten werden. Dies sind gro├če, aber nicht unl├Âsbare Probleme. Vermutlich muss nur die Region Hannover auch selbst schmerzhaft in die Geldschachtel greifen m├╝ssen - man l├Ąsst den Zoo nicht Pleite gehen.

Die Tiere m├╝ssen auch nicht gr├Â├čtenteils in Gehegen leben, die trotz neueren Datums ihren Bed├╝rfnissen nicht entsprechen oder - im Falle der alten Anlagen - dies ohnehin noch nie taten. Man h├Ątte nur manches besser und g├╝nstiger bauen k├Ânnen.

Yukon Bay ist in meinen Augen eine verungl├╝ckte Planung, der Dschungelpalast hat Defizite – dies hei├čt nicht das Kind mit dem Bade aussch├╝tten und alles in Bausch und Bogen verdammen. Es fehlt nun einmal der Schatten bei den Elefanten und die Bullenanlage ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Bei den Orang-Utans und Gorillas wurde w├Ąhrend der letzten zehn Jahre nicht immer gl├╝cklich gehandelt, etwas mehr Aufmerksamkeit h├Ątten die Affen insgesamt in baulicher Hinsicht schon verdient.

Die Besucher sind nicht alles „Besserverdiener“, aber viele werden vom Zoobesuch aus ├Âkonomischen Gr├╝nden oder auch nur aus „Geizigkeit“ abgehalten. Die Besuchererfassung l├Ąsst nun einmal gewisse Fragen offen, die elektronische Besucherz├Ąhlung ist auch nicht allein ohne die Kenntnis der Rahmenbedingungen so aussagekr├Ąftig. Den Zoo haben ja zweifelsfrei jeweils 1,1 Millionen Besucher in den letzten drei Jahren aufgesucht. Die Preisgestaltung hat nun einmal zur Folge, dass man die Besuchererfassung zweigeteilt betrachten muss – anwesende Personen bezahlen vielleicht etwas im Laden oder im Restaurant, aber nicht zwingender weise an der Zookasse, auch dies habe ich in aller epischer Breite dargelegt.

Wie man im Rahmen dieser Diskussion zur Erkenntnis gelangen kann, dass “ sonstige Zoopersonal sei inkompetent ist und frisst kleine Kinder“, wird wohl Michaels Geheimnis bleiben. Derartiges ist zumindest in meinen Beitr├Ągen nie auch nur gedacht worden, geschweige denn ge├Ąu├čert worden. Ich sprach dagegen von ALLERH├ľCHSTEM RESPEKT.

Den Abschnitt „Mal ehrlich, dann gibt es doch nur zwei M├Âglichkeiten: …“ empfinde ich in Anbetracht von Michaels sonstigem Argumentationsniveau und angesichts des bisherigem Diskussionsverlaufes als wenig gl├╝cklich.

(07.11.2006, 11:58)
Ulli:   Hallo Michael, ich bin etwas ├╝berrascht ├╝ber deine Vorw├╝rfe mir gegen├╝ber als ZOOGEGNER und Die Bewertung meiner Beitr├Ąge als „verbitterten Kampf“. Ich habe versucht, sehr differenziert zu argumentieren und dabei nur solche Fakten zitiert, die ich belegen kann. Dabei hat sich sicher ein sehr differenziertes, du w├╝rdest vielleicht sagen distanziertes, Bild zum Zoo Hannover ergeben. Trotz Michaels Einwand-Versuchen sehe ich meine Argumentation nach wie vor als schl├╝ssig und NICHT widerlegt an.

Ich bin ein sehr BEWUSSTER ZOOFREUND HANNOVER seit rund 20 Jahren (und werde es auch noch, so Gott will, in 20 Jahren sein) und habe h├Âchstens eine gewisse Ver├Ąrgerung dar├╝ber, dass die Region Hannover, wahrscheinlich aus politischen Proporzgr├╝nden, einen Juristen wie Herrn Machens als zoologischen Laien, ich muss leider auch zunehmend sagen finanzpolitischen Laien, weitgehend frei handeln l├Ąsst. Ich habe geh├Ârt (Gewerkschaft), dass er innerhalb des Zoos recht autorit├Ąr agieren soll und dabei schon sehr bestimmt den Weg vorzeichnet. Meiner rein pers├Ânlichen Auffassung nach h├Ątte Herr Machens nie Zoo-Gesch├Ąftsf├╝hrer werden d├╝rfen und jeder weitere Tag seiner Amtszeit ist eigentlich ein Tag zu viel (nach dieser ├äu├čerung wahrscheinlich Hausverbot durch Herrn Machens und "Adieu Jahreskarte"). Ich hatte schon ehrlicherweise im Winter gehofft, dass sich die Region und Herr Machens ├╝ber einen neuen Vertrag nicht h├Ątten einigen k├Ânnen. Herr Machens muss aber scheinbar auf eine Reihe von Entscheidungstr├Ągern eine besondere Ausstrahlung aus├╝ben – auch diese Betrachtung ist v├Âllig unsentimental.

Insofern habe ich ausschlie├člich (begr├╝ndete) Vorbehalte gegen├╝ber Herrn Machens, habe aber demgegen├╝ber ALLERH├ľCHSTEN RESPEKT vor der Arbeit der wissenschaftlichen Mitarbeiter, den Zoop├Ądagogen, den Tierpflegern und dem gro├čen Engagement der Zoofreunde Hannover.

Ich mache mir Sorgen um den Fortbestand des Zoo Hannover, und dies aus gro├čer Verbundenheit MIT dem Zoo.

Leider scheint es aber zur Zeit nicht gew├╝nscht zu sein, Kritik am Konzept von Herrn Machens zu ├Ąu├čern. Alle Informationen habe ich aus ├Âffentlich zug├Ąnglichen Medien (mit Ausnahme seiner „zwei Millionen Besucher mit dem Index 20“ auf einer Versammlung) und es wundert mich schon sehr, dass so wenige Personen bereit sind, nachzuhaken oder manche Zahlen einfach einmal zueinander in Verbindung zu setzen. Meine Bewertung hierbei ist zweifellos auch subjektiv.

Niemand der Verantwortlichen schreit auf, wenn das Zoogel├Ąnde f├╝r ein Prestigeobjekt der momentanen Gesch├Ąftsf├╝hrung f├╝r 99 Jahre und 700.000 Euro j├Ąhrlich (= 38.000 Eintrittskarten oder 5000 Familienjahreskarten) verkauft wird.

Unter der Regie von Herrn Machens sind ja zweifellos sehr positive Dinge umgesetzt worden: die bauliche Umsetzung vom Gorillaberg (P.S. hier g├Ąbe es trotz allem schon einzelne Anmerkungen) und Meyers Hof (beide lange geplant), die gelungene Neukonzeption des in die Jahre gekommenen Spielplatzes als "Brodelburg", die tolle Idee des B├Ąllchenbades im alten Flusspferd-Haus (f├Ąllt bedauerlicherweise dem Yukon Bay zum Opfer), die Neugestaltung der Tapir- und K├Ąnguru-Anlagen, Teile des Sambesi - durchweg Projekt, die einer Amtszeit sehr positiv zu Gesichte stehen. Es ist eine m├╝├čige Frage, ob ein anderer Zoodirektor dies in gleicher Art und Weise umgesetzt h├Ątte. Dem stehen aber ein hoher Sanierungsaufwand bei den restlichen neuen Anlagen bzw. den alten Anlagen aufgrund der Nichtber├╝cksichtigung, speziell im Menschenaffen- und Affenbereich, sowie eine in meinen Augen „ungl├╝ckliche“ Finanzpolitik entgegen.

Warum ist man ein "Propagandaopfer", wenn man gerne in einen Zoo, hier den Zoo Hannover, geht und sich an den Tieren erfreut. Ich gebe hier Michael recht, die meisten Zoobesucher m├Âchten einen sch├Ânen Tag erleben, sich an den Tieren oder auch der „Brodelburg“ erfreuen und sind wenig interessiert an der Gesch├Ąftspolitik, ├Ąrgern sich vielleicht nur im Stillen ├╝ber die hohen Eintrittspreise. Auf den ersten Blick wirkt der Zoo Hannover auch beeindruckend, selbst so renommierte Zeitschriften wie der „Spiegel“ und „Die Zeit“ sind dieser Faszination erlegen, einzig der „Stern“ hatte sich schon 1999 im Rahmen des seinerzeit sehr abgewogenen Zootests intensiver mit dem Zoo auseinander gesetzt und hinter der ersten Fassade berechtigte konkrete Vorbehalte angemeldet. Teile dieser Vorbehalte sind inzwischen verbessert worden. (P.S. dies betrifft aus eigener Anschauung aber auch eine ganze Reihe anderer Zoos wie M├╝nster oder Gelsenkirchen, um nur zwei zu nennen)

Ich habe dennoch die feste ├ťberzeugung, dass der Zoo Hannover in einigen Jahren dann unter einer kompetenten Leitung eines Fachzoologen eine hoffnungsvolle Zukunft erleben kann und wird.

Insofern muss ich zur├╝ckfragen, ob man das weitgehend kritiklose oder gar uneingeschr├Ąnkte Hinnehmen des Handelns der momentanen Zoogesch├Ąftsf├╝hrung nicht langfristig als GEGEN den Zoo Hannover gerichtet betrachten muss. (Michael, bitte betrachte dies nicht pers├Ânlich, ich wei├č Du bist motivierter Zoofreund und m├Âchtest den Zoo in bester Weise verteidigen; au├čerdem haben weder Du noch ich wirklichen Einfluss auf die Zoopolitik).

Das Z├Ąhneklappern nach einer Bestandsaufnahme zum Ende seiner Dienstzeit wird mutma├člich sehr gro├č werden und niemand will es dann gewesen sein oder gar Verantwortung zeigen. ├ťbrigens mache ich mir keine Illusionen dar├╝ber, dass dann Personen, die fr├╝hzeitig etwas massiver Kritik ge├Ąu├čert haben, deshalb pl├Âtzlich als „Helden“ dastehen.
Auch dann beh├Ąlt man in aller Regel Distanz zu diesen Personen.

Auch stelle ich hier einmal die Frage in den Raum, ob Herr Machens nicht GEGEN die Zoofreunde Hannover agiert. Sie werden kaum in der ├ľffentlichkeitsarbeit des Zoos erw├Ąhnt, werden h├Ąufig mit recht lieblosen Sonntags-Zoof├╝hrungen ohne viel Hintergrundinformationen abgespeist, die Zoofreunde ├╝bernehmen demgegen├╝ber bereitwillig und in tiefer Verbundenheit mit dem Zoo Hannover origin├Ąre Zooaufgaben wie die Zusch├╝sse f├╝r die Zooschule ( weil es der Zoo nicht kann oder will) oder den Eintritt f├╝r sozialschwache Kinder. Man muss hier die Frage stellen, ob es sich um ein wirklich kluges Verhalten gegen├╝ber den Zoofreunden Hannover handelt, deren Mitglied Herr Machens sinnigerweise selbst ist. Meine Mitgliedschaft bei den Zoofreunden erhalte ich schon allein deshalb aufrecht, damit die Zoofreunde die ├ära Machens ├╝berstehen, sich nicht aufl├Âsen und das Verm├Âgen dann der momentanen Gesch├Ąftsf├╝hrung zuf├Ąllt, um es dann kurzfristig zu verwenden. Auch diese Mitgliedschaft betrachte ich als Beitrag F├ťR (!) die langfristige Zukunft des Zoo Hannover, denn auf den Beistand der Zoofreunde Hannover wird der Zoo mutma├člich in der Zukunft noch sehr angewiesen sein.

├ťbrigens scheint es au├čerhalb der unmittelbaren Umgebung der „Region Hannover“ durchaus Personen zu geben, die alles ├Ąhnlich wie ich bewerten – und sei es nur in diesem oder ├Ąhnlichen Internetforen.

Ansonsten halte ich es mit Bob Dylan : „The times they are a-changin“ und dies ohne Bitterkeit oder leidenschaftlichen K├Ąmpfens wie Michael Kohlhaas – auch wenn ich es zugegebenerma├čen dank Michael zunehmend reizvoller fand, in diesem Thread zu argumentieren. (Ich wei├č – Michael - Du und vielleicht auch andere werden dies anders bewerten)

Noch etwas zum Schlu├č: Als "Ironie" w├╝rde ich Michaels Beitrag nicht bewerten, eher als "Sarkasmus" oder nur als etwas emotional.

(07.11.2006, 10:47)
Michael Mettler:   Hoppla, ich habe den Hinweis "Ironie" vergessen.
(07.11.2006, 09:15)
Michael Mettler:   Also, ich fasse mal zusammen: Der Zoo Hannover dient vor allem der Selbstdarstellung seines kaufm├Ąnnischen Gesch├Ąftsf├╝hrers, vernachl├Ąssigt seine soziale Verpflichtung und seinen Bildungsauftrag, verlangt ├╝berteuerte Eintrittspreise und geht einer unsicheren Zukunft entgegen. Die Tiere m├╝ssen gr├Â├čtenteils in Gehegen leben, die trotz neueren Datums ihren Bed├╝rfnissen nicht entsprechen oder - im Falle der alten Anlagen - dies ohnehin noch nie taten. Die Besucher sind s├Ąmtlich Besserverdiener, merken aber nicht, dass sie nur verblendet und ├╝ber den Tisch gezogen werden. Fehlt eigentlich nur noch die Einsch├Ątzung, dass das sonstige Zoopersonal (es gibt da noch ein paar mehr Zoomitarbeiter au├čer Herrn M.) inkompetent ist und kleine Kinder frisst...

Mal ehrlich, dann gibt es doch nur zwei M├Âglichkeiten: Entweder den Zoo m├Âglichst schnell zu schlie├čen, um die Qualen f├╝r Alle nicht unn├Âtig zu verl├Ąngern; oder den Eintritt auch ohne Yukon Bay auf mindestens das Doppelte bis Dreifache zu erh├Âhen, weil Unmengen von Geld gebraucht werden, um all diese Missst├Ąnde zu beseitigen. Da das Publikum ganz offensichtlich nicht nur zu viel Geld hat, sondern beliebig manipulierbar ist, d├╝rfte das ja eigentlich kein Problem sein.... (kopfsch├╝ttel)

├ťbrigens: Laut heutiger Tagespresse kostet eine HALBjahreskarte der st├Ądtischen B├Ąder in Hannover 115,- Euro f├╝r Erwachsene. Und das ganz ohne Bildungsauftrag...
(07.11.2006, 09:12)
Jennifer Weilguni:   @Ulli
Die 19,5 % Zahl habe ich auch nur aus dem Zoof├╝hrer von Hannover gefischt, wieviel das in Euro ausmacht, stand leider nicht dabei.
Und noch ein Wort zur Wilhelma, auch hier gelten im Winter niedrigere Preise, habe jetzt extra nochmal nachgesehen. Im Sommer zahlen Erwachsene 10,80 Euro, wer nach 16 Uhr in die Wilhelma geht zahlt nur noch 7,40 Euro und auch im Winter sind nur noch 7,40 Euro Eintritt f├Ąllig.
(07.11.2006, 07:56)
Sascha M.:   Habe mal einen alten Zeitungsartikel ausgegraben (Sindelfinger, B├Âblinger Zeitung 23.11.2002)
"Die Stuttgarter Wilhelma ist der Stadt zwar lieb und teuer. Aber so lieb nun auch wieder nicht, dass sie dem Land das Defizit abnehmen wollte. Das Land versucht ├Ąhnlich wie der Bund, seine finanziellen Sorgen auf die Kommunen abzuw├Ąlzen. Nach alter Tradition tr├Ągt das Land die Lasten f├╝r den zoologisch-botanischen Garten allein, was einzigartig in der Bundesrepublik ist. Nach Angaben der Wilhelma musste demnach das Land f├╝rs vergangene Jahr 3,43 Millionen Euro ├╝bernehmen. Die Besucherzahl lag mit gut 1,9 Millionen knapp unter der des Vorjahrs. Die Stadt sieht sich au├čer Stande, hier dem Land zu helfen."

Wenn ich dabei, zum Vergleich, an Zusch├╝sse f├╝r Theater,Opern, Schwimmb├Ąder oder sonstige ├Âffentliche Einrichtungen, in Euro pro Besucher, denke ist das reichlich wenig. (weniger als 2 Euro pro Besucher)
(06.11.2006, 22:12)
Carsten:   Es geht doch hier nicht darum, einzelne Leute ans Kreuz zu nageln. In Hannover ist ein neues Konzept versucht worden, welches sicherlich auch seine guten Seiten hat und durch Expof├Ârdermittel etc. auch finanzierbar war, aber dadurch ist man dort vielleicht in einem Teufelskreis geraten, immer neues bieten zu m├╝ssen, vernachl├Ąssigt dadurch eventuell anstehende Renovierungen oder Verbesserungen an bestehenden Gehegen und erh├Âht laufend die Eintrittspreise oder beschreitet fragw├╝rdige Finanzierungswege.

Die Kritik hier im Forum daran, ist aber meines Erachtens keine Zoogegnerschaft, sondern Sorge um die Zukunft und Angst vor einer evtl. Verarmung der deutschen Zoolandschaft.
(06.11.2006, 21:44)
Saya:   "Alles nur Propaganda-Opfer"?

Es h├Ârt sich krass an, aber ich denke fast ja. Die Leute haben doch keine Ahnung dass von den f├╝r viele viele Millionen neu gebauten Anlagen die H├Ąlfte sch** ist und die Bed├╝rfnisse der Tiere nicht befriedigt, das mit den 25 Mio Euro f├╝r Yukon Bay nicht wie versprochen "die letzten Mi├čst├Ąnde der Tierhaltung beseitigt werden"! (Affen, Menschenaffen). Und dass sich der Zoo damit finanziell komplett ├╝bernehmen k├Ânnte und die Zukunft nach Machens extrem problematisch werden wird, davon auch nicht. Gerade weil mit was am zoo Hannover liegt regt mich das ganze genauso auf wie Ulli. ZOO-FREUND hei├čt doch nicht seinen Verstand am Eingang abgeben und an allem was tolles finden m├╝ssen, oder???

Zu den 19 Euro Eintritt: finde ich grenzwertig. Wenn es ├╝ber die 20 geht, zu viel. So viel nehmen noch nicht mal die gro├čen niederl├Ąndischen Zoos die viel mehr bieten als Hannober (Rotterdam + Arnheim).
(06.11.2006, 21:18)
Michael Mettler:   @Ulli: Wenn ich deine Beitr├Ąge lese, frage ich mich inzwischen, wieviel Zoo-FREUND noch darin steckt. Das liest sich eigentlich eher wie ein leidenschaftlicher und teilweise verbitterter Kampf GEGEN den Zoo und vor allem gegen dessen kaufm├Ąnnischen Gesch├Ąftsf├╝hrer (obwohl hinter dem Konzept noch ein paar mehr Leute stecken als nur das Gesicht, das im Blickpunkt der ├ľffentlichkeit steht).

Daher nochmal meine Frage: Wenn hier alles so negativ sein und haupts├Ąchlich dazu dienen soll, eine Person in m├Âglichst g├╝nstigem Licht erstrahlen zu lassen - warum st├Ârt das ein paar Hunderttausend Menschen (es scheint ja schwierig zu sein, eine konkrete Zahl festzulegen) Jahr f├╝r Jahr nicht, die TROTZ all dieser vermeintlich uns├Ąglichen Zust├Ąnde von "ihrem" Zoo begeistert sind? Alle nur Propaganda-Opfer?
(06.11.2006, 20:52)
P. Meier:   Also wenn man rechnet dass beinahe keiner allein in den Tiergarten geht, kommt da sicher eine Summe zusammen.
Dennoch finde ich den Preis gerechtfertigt, denn wo soll der Tiergarten sonst die Eink├╝nfte nehmen
(06.11.2006, 18:41)
Ulli:   Hallo Michael, der Zoo Hannover ist faktisch nach wie vor in ├Âffentlicher Tr├Ągerschaft, denn alle Anteile liegen bei der Region (fr├╝her Gro├čraumverband) Hannover und ein kleiner „symbolischer“ Anteil bei den Zoofreunden (unter 1 %). Die GmbH hat nur die Funktion, die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Den Vertrag mit Herrn Machens haben auch nur entsandte politische Vertreter des Gro├čraumes als Mitglieder des Aufsichtsrates (zuz├╝glich der beiden Zoofreunde-Vertreter) abgeschlossen.

Hannover hat nach wie vor einen Zuschussbedarf. Jennifer nannte 19,5 Prozent, da bin ich etwas ├╝berfragt. 2001 schrieb die HAZ, der Zoo Hannover w├╝nsche eine Aufstockung des Zuschusses von damals f├╝nf Millionen DM auf sieben Millionen DM. Hagenbeck hatte bislang nicht ansatzweise einen derartigen Zuschu├č und es ist auch nicht vorgesehen, einen laufenden Zuschu├č dem Tierpark Hagenbeck zukommen zu lassen. Insofern liegt Hannover weitaus eher an den Stuttgarter Verh├Ąltnissen als an Hagenbeck-Verh├Ąltnissen !

Hankensb├╝ttel hat den Schaubetrieb nur als „Schaufenster“, seine eigentliche Aufgabe ist die Wiederansiedlung des Fischotters sowie die Renaturierung der Ise. Die Mehrzahl der Mitarbeiter ist mit diesen Aufgaben besch├Ąftigt ! Au├čerdem befinden sich im Schaubetrieb nur solche Tiere, die nicht im Wiederansiedlungsprogramm als Elterntiere bzw. als Auswilderungstiere vorgesehen sind.

Weiterhin zitiere ich Michael Mettler : dass „ die zus├Ątzlichen Besuche bei bereits "abgearbeiteten" Jahreskarten "v├Âllig irrelevant f├╝r die Zoobilanz in finanzieller Hinsicht sind", m├Âchte ich nicht so stehen lassen. Eine solche Kalkulation geht schlie├člich zu Recht davon aus, dass Besucher gleichzeitig Konsumenten sind und auch beim zw├Âlften Besuch vielleicht noch Pommes oder Souvenirs gekauft werden bzw. durch Mundpropaganda weitere Besucher gewonnen werden.“

Dazu ist zun├Ąchst einmal zu sagen, dass die Laden- und Restaurantbesuche im Zoo Hannover nur am Rande mit dem Verkauf von Jahreskarten zu tun haben. Jeder deutsche Zoo hat einen Zooladen und mindestens ein Restaurant. Viele Jahreskartenbesucher nehmen ihren Proviant schon aus Kostengr├╝nden mit, auch wenn sich Herr Machens alle M├╝he gibt, Verweilr├Ąume f├╝r das Familienpicknick zu verhindern. Es m├Âgen auch manche Jahreskartenbenutzer zur Entspannung in das Restaurant gehen, dass tun sie aber unabh├Ąngig vom Besitz der Jahreskarte und nach dieser Argumentation m├╝ssten Einzelkartenbenutzer demgegen├╝ber genauso erpicht auf Restaurantbesuche sein, um sich vom Zoobesuch zu erholen oder auch nur eine Pause einzulegen. Au├čerdem sind die meisten Eltern, auch die im Besitz von Jahreskarten, eher darauf aus, die Kinder m├Âglichst von den L├Ąden fernzuhalten, was zugegebenerma├čen aufgrund der Aufdringlichkeit und H├Ąufigkeit der L├Ąden im Zoo Hannover sehr schwierig ist. Zweifelsohne bleibt so auch mancher Euro zus├Ątzlich im Zoo Hannover – aber auch in allen anderen deutschen und internationalen Zoos.

Herr Machens hat angeblich zur Verbesserung der Einnahmeseite und f├╝r den Ausbau des Zoos die Gastronomie selbst ├╝bernommen und letztes Jahr stolz verk├╝ndet, aus den ├ťbersch├╝ssen den neuen Indiensaal finanziert zu haben. Habe ich hier etwas falsch aufgefasst: Zun├Ąchst w├Ąre doch ebenso gut eine Verbesserung der Tierhaltung (Affen ! und Menschenaffen!) aus diesen Mitteln angebracht. Die Scheibe bei den Orangs wartet seit ├╝ber einem Jahr auf die Erneuerung. Der einzig positive Aspekt am Indiensaal ist, dass man indischen K├╝nstlern eine Weile Besch├Ąftigung geboten hat. Es geht mir hier auch nicht um die ├Ąsthetische Bewertung.

Was die Ausgabenseite bei seinen Neubauten anbetrifft: Vieles h├Ątte man durch ein Streckung der Bauzeit, Eigenarbeit oder ├╝ber ABM sowie durch weniger Einbau von „Firlefanz“ preiswerter gestalten k├Ânnen. Ganz abgesehen davon, dass Herr Machens den Zoo ohne wirkliche Not komplett gegen den Strich geb├╝rstet hat („Hauptsache neu“) und es dabei unterlassen hat, bei einer Einbeziehung oder Umgestaltung bereits vorhandener Gegebenheiten (z.B. Erweiterung der damaligen Afrikaanlage um die damalige Wasserbock- und Damara-Zebraanlage oder Bau einer L├Âwenfreianlage in Richtung dieser Afrikawiese unter Einbeziehung der B├Ąrenanlage oder die Erweiterung der damaligen Elefantenanlage um die gro├če davor gelagerte Wiese, Umbau des Elefantenhauses zu einer Laufhalle sowie die Nutzung des heutigen Tapir- und Rinderbereiches f├╝r den Elefantenbullen) preiswerter zu bauen und auf diese Weise viele Millionen Euro gar nicht erst auszugeben. ├ťbrigens sind der Bauernhof und der Gorillaberg uralte Planungen seit 30 Jahren, die aber aus Kostengr├╝nden vorher nie verwirklicht wurden.

Herr Machens muss man deshalb zugute halten, dass er es geschafft hat, den Investitionswillen des Gro├čraumes „herausgekitzelt“ zu haben – ob die Gelder immer effizient eingesetzt wurden, steht auf einem anderen Blatt. Meiner Meinung nach wird der Zoo noch Jahrzehnte unter der Finanzpolitik seitens Herrn Machens zu leiden haben.

Noch einmal zu seinen Pressemitteilungen ├╝ber seine Erfolge: Wie viele Besucher sind die 81 Prozent ausw├Ąrtige Besucher vom August denn nun tats├Ąchlich in konkreten Zahlen. Erst so wird die Zahl doch aussagekr├Ąftig. Die Zahlenaufstellungen des Zoo Hannover unter st├Ądtischer Tr├Ągerschaft waren da weitaus konkreter und aussagekr├Ąftiger.

Ich bleibe dabei: Man muss die Drehkreuzbewegungen als Besucherma├čstab von den Besucherzahlen trennen, die effektiv dem Zoo auf der Einnahmeseite zur Verf├╝gung stehen.
Deshalb habe ich auch auf den zwei Ebenen argumentiert. Herr Machens hat ja die realen 1.109.657 Besucher – nur hat der Zoo Hannover nur begrenzt etwas davon. Herr Machens selbst stellt hier eher die falschen Verkn├╝pfungen her.

Wie soll man die einmalige Ber├╝cksichtigung von Jahreskarten bei seinen Vergleichen zu fr├╝her denn einsch├Ątzen … boshaft gefragt: wie viele Besucher h├Ątte der Zoo nach dieser Berechnungsart denn heute ?

Das Senken der Eintrittspreise im Winter auf 11 Euro ist eine zweifelsohne noble Geste, allerdings wei├č auch jeder, dass der Besucheranteil der G├Ąste im Winterhalbjahr eher bei 20 Prozent (leider benutze auch ich hier eine Prozentzahl) liegt ,wenn nicht gerade ein Fest stattfindet, und dabei handelt es sich in erster Linie um Stammg├Ąste. Wenn man die alten Jahresberichte des Zoos Hannover zu Rate zieht, kamen im Dezember oder Januar meistens nur um die 10.000 Besucher im Monat, im Juli und August waren es in der Regel zehnmal so viele Besucher.

Zur Preispolitik: Stuttgart kostet das ganze Jahr, trotz umfangreicherem Angebot, 10,50 Euro.
Die Familienjahreskarte im „privaten“ (!) Zoo Osnabr├╝ck kostet statt 135 Euro nur 69 Euro…

Michael geht auch immer wieder auf die Bildungsfunktion eines Zoos ein und empfindet deshalb einen h├Âheren Preis f├╝r gerechtfertigt. Nur hat Bildung seit Jahren im Zoo Hannover eine eher untergeordnete Rolle gespielt.

Es gab einmal ├ťberlegungen ├╝ber einen deutlich p├Ądagogisch ausgerichteten „Zoo der Sinne“ (vgl. Biochrom in Emmen, Infozentrum der Elefanten in M├╝nster, vielleicht auch Universum in Bremen) – seit Herrn Machens Amtsantritt sind solche Ideen nie wieder aufgriffen worden. Bildung hat im Zoo Hannover in erster Linie ├╝ber das Ambiente zu erfolgen.

Die Zooschule kann nur aufgrund der Zusch├╝sse der Zoofreunde seinen bisherigen Schulungsumfang aufrechterhalten. Jedes Jahr spenden die Zoofreunde 25.000 Euro an die Zooschule – sonst steht sogar eine Stilllegung im Raum.

Nebenbei: der Indiensaal hat 900.000 Euro gekostet und das Gehalt von Herrn Machens wurde, laut Informationen der HAZ und NP vom Dezember 2005 (jetzt werde ich wirklich gemein) von 130.000 auf 140.000 Euro j├Ąhrlich zuz├╝glich Verbesserung seiner Altersbez├╝ge erh├Âht. Er forderte 150.000 Euro… alles eine Frage der Priorit├Ąten.

Michael stellt auch die interessante Frage, ob "Bed├╝rftige" geringere Anspr├╝che an das Angebot eines Zoos haben als Besucher aus "gesicherten Verh├Ąltnissen" haben – als Anregung: Der Naturzoo Rheine arbeitet unter der Tr├Ągerschaft eines privaten(!) Vereines und mit einfachen Mitteln, kostet nur 6 Euro (Kinder 2,50 Euro) und kennt nur Begeisterte hinsichtlich der Gestaltung, der Vermittlung (Bildung) und der Kreativit├Ąt – sowohl bei den „Bed├╝rftigen“ als auch bei der „reicheren“ Klientel … und in der Regel vermisst hier auch niemand etwas ... und empfiehlt den Naturzoo per Mundpropaganda.

Was Schwimmb├Ąder betrifft: Meine Familie ist nicht „arm“, geht trotzdem lieber nach Sarstedt ins Schwimmbad, bezahlt hier nur ein Drittel als wie im Badeparadies Hildesheim oder im aquaLaatzium und vermisst dabei auch nichts.

Soviel zum Thema „Luxus“…

Zum Schluss: Hannover ist weitgehend konkurrenzlos im Umkreis von 150 Kilometern,
die n├Ąchsten vergleichbaren Zoos sind Hagenbeck im Norden, Frankfurt im S├╝den, Osnabr├╝ck, M├╝nster und das Ruhrgebiet im Westen und Magdeburg bzw. dann erst Leipzig im Osten. Walsrode und Hodenhagen liegen zwar in der N├Ąhe, haben aber nicht unbedingt dieselbe Besucherklientel. Walsrode zieht neben Vogel- und Zooenthusiasten eher ruheliebende Kreise an, Hodenhagen wirkt eher f├╝r das Freizeitparkpublikum, speziell aus Ostdeutschland, anziehend. Wenn man dies ber├╝cksichtigt und gleichzeitig bedenkt dass Hannover inklusive der direkt angrenzenden Vorst├Ądte Laatzen, Langenhagen und Garbsen rund 700.000 Einwohner hat, m├╝sste der Zoo Hannover, wenn man z.B. die Relation Einwohnerzahl-Zoobesucher von Osnabr├╝ck oder M├╝nster als Ma├čstab nimmt, l├Ąngst 1,5 Millionen Besucher z├Ąhlen. Und M├╝nster und Osnabr├╝ck haben in weitaus n├Ąherem Abstand ernsthafte Konkurrenz, sei es gegenseitig oder Emmen f├╝r Osnbr├╝ck und das Ruhrgebiet f├╝r M├╝nster. Und der Naturzoo Rheine hat sogar alle gleichzeitig als Konkurrenz…

Ich wei├č: Herr Machens sprach von zwei Millionen Besuchern nach dem Index 20 … nur sie waren halt nicht da. Ich kenne ├╝brigens durchaus eine ganze Reihe von Personen, die nicht bereit sind (trotz Interesse) 18 Euro zu bezahlen. Aber die vielen Jahreskartenbenutzer, die nur kurz in den Zoo gehen oder nur kurze Zeit die Brodelburg nutzen, peppen die ver├Âffentlichte Bilanz ja trotzdem auf…

(06.11.2006, 17:14)
Michael Mettler:   @Carsten: Zu den damaligen Eintrittspreisen bei Hagenbeck kann ich nichts sagen, das m├╝sste ein dortiger Kenner beantworten. Meine Anmerkung bezog sich auf die Monumentalarchitektur, die geringe Zoodichte und das st├Ąndige Anbieten neuer "Sensationen" (siehe V├Âlkerschauen usw.). Zudem wurde auch der Tierpark Hagenbeck nicht in einem Guss erbaut, sondern es wurden ebenfalls schrittweise neue Parkteile pr├Ąsentiert. Lassen wir uns ├╝berraschen, ob sich Elefantenhalle und Troparium dort auf die Eintrittspreise niederschlagen werden....
(06.11.2006, 09:17)
Jennifer Weilguni:   @Michael Mettler
Das mit Berlin ist ein gutes Beispiel, allerdings finde ich hier den flauen Begriff "Erm├Ą├čigungsm├Âglichkeiten" ein bisschen zu pauschal gew├Ąhlt. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Zoos kommen hier nicht nur Sch├╝ler, Studenten, Wherdienstleistende ect. g├╝nstiger in Zoo und Toerpark, sondern eben gerade auch Hartz 4 Empf├Ąnger, die in den Berliner Einrichtungen nur die H├Ąlfte bezahlen. Ein gutes Beispiel daf├╝r, wie man sozial schw├Ącher gestellten Personen/Familien den Besuch im Zoo erm├Âglichen kann und wie ich finde zur Nachahmung empfohlen.
(06.11.2006, 07:51)
Carsten:   @Michael: Hat Hagenbeck denn zur Umsetzung seiner damals wegweisenden Ideen, besonders im neuen Tierpark in Stellingen auch laufend die Eintrittspreise erh├Âht?

Die Ideen und die Umsetzung in Hannover gef├Ąllt mir sehr, ist einfach mal was neues, anderes, ich hab nur Angst, da├č man dort in eine Spirale geraten ist, dauernd neue Attraktionen schaffen zu m├╝ssen, ├Ąhnlich wie in Freizeitparks, wo jedes Jahr ein neues Highlight her mu├č, und der Schu├č irgendwann nach hinten losgeht, entweder weil man sich dort auf fragw├╝rdige Finanzierungskonzepte einl├Ą├čt oder die Eintrittspreise soweit erh├Âht, da├č bei vielen ONZ die Schmerzgrenze einfach erreicht ist und sie den Zoo nicht mehr besuchen.

F├╝r Gelsenkirchen sehe ich die gleiche Gefahr, wird vermutlich bei Zeiten dann der zweitteuerste Zoo Deutschlands, g, den in den letzten 5 Jahren haben sich hier die Preise auch verdoppelt, aktuell sind es 12 € und nach der "Asiener├Âffnung" kommt sicherlich der n├Ąchste Nachschlag.
(06.11.2006, 01:53)
Michael Mettler:   @Carsten: Eigentlich hatten wir das Thema Hannover im Forum schon lang und breit durch, aber das ist nat├╝rlich schon ein paar Monate her.... Fakt ist, dass der Erlebniszoo (also ein auf Unterhaltung und Infotainment fu├čendes Konzept) wohl der einzige Ausweg war, um ├╝berhaupt einen Zoo in Hannover zu behalten - die Situation war also mit Gelsenkirchen vergleichbar (mit Leipzig meines Wissens weniger). Zudem war die Zoo-Umgestaltung ein EXPO-Projekt (und bekam entsprechende F├Ârdergelder), das zudem den Hannover-Tourismus ankurbeln sollte - und daf├╝r ist ein besonderes Profil n├Âtig. Schlie├člich konnte der Zoo weder mit attraktiven historischen Bauten (wie Berlin oder Leipzig) noch mit landschaftlichem Reiz (wie M├╝nchen oder N├╝rnberg) punkten.

Aber, Carsten: Fast die gleichen Fragen, die du eben gestellt hast, h├Ątte man vor hundert Jahren mit gleicher Berechtigung auch Hagenbeck stellen k├Ânnen. Und vor dessen Tierpark neigen die Zoofans heute in Ehrfucht die K├Âpfe...

@Shensi-Takin: Einige Zahlen waren ja weiter unten schon zu lesen, wie z.B. 62% ausw├Ąrtige Besucher im August. Aber bei solchen Vergleichen m├╝sste man ja selbst innerhalb der Besuchergruppen noch differieren. Der Zoo Berlin hat z.B. einen Anteil von 60% Auslandstouristen - unter denen d├╝rftigen sich z.B. wohl kaum Bed├╝rftige befinden, die erm├Ą├čigungsberechtigt sind.

Laut einer Deutschland-Grafik in der hiesigen Zoozeitung JAMBO gibt es Dauerkartenbesitzer des Zoos erstaunlicherweise in weiten Teilen Deutschlands; die "wei├čen Flecken" befinden sich bezeichnenderweise haupts├Ąchlich im Einzugsgebiet des Leipziger Zoos. ├ťber die ZAHL der z.B. in S├╝ddeutschland ans├Ąssigen Dauerkarteninhaber sagt die Grafik indes nichts aus, nur DASS es sie gibt.

Um einen Einblick dar├╝ber zu bekommen, wer sich in Hannover einen Zoobesuch leisten kann (und will!), gibt es eine einfache Methode: Hinfahren und selbst schauen. Dann ist schnell ersichtlich, dass hier keineswegs die Armani-Klasse im Publikum vorherrscht, sondern Otto Normalbesucher....
(06.11.2006, 00:59)
Carsten:   Hat der Zoo in Hannover denn ├╝berhaupt im Umkreis eine so gro├če Konkurrenz, von der er sich durch solche monumentalen Architekuren etc abheben mu├č. Andere Zoos oder Tierparks gibt es doch im n├Ąheren Umkreis nicht, die n├Ąchsten d├╝rften doch der Vogelpark Walsrode, Hagenbeck oder der Serengetipark Hodenhagen sein. In anderen Gebieten mit hohen Zoodichten k├Ânnte ich so eine Entwicklung vielleicht verstehen, aber in Hannover?

Meine pers├Ânliche Meinung ist eher, da├č sich dort entweder jemand versucht, ein Denkmal zu setzen, oder da├č man sich von Anfang an verkalkuliert hat und jetzt nur noch die M├Âglichkeit einer Flucht nach vorne sucht, immer mehr Attraktionen schaffen, um die Besucherzahlen zu halten oder auf das ben├Âtigte Ma├č (zur Wirtschaftlichkeit) hochzuschrauben.
(05.11.2006, 23:52)
Shensi-Takin:   @MM: ├ähnliches scho├č mir beim erstmaligen Lesen der Studie auch durch den Kopf...;)Beim EGdanken an Grillschwaden im sommerlichen Zoo nahm ich gedanklich davon schon Abstand. und was die Zoos in orientalischen Gebieten angeht, so liegt da noch manches schwer im Argen.
Ich erw├Ąhnte diese Bev├Âlkerungsgruppe indes als ein weiteres Bsp. f├╝r eine Bev├Âlkerungsgruppe, die durch zu hohe Eintrittspreise vom zoobesuch abkommen d├╝rfte; ebensolches mag auch f├╝r kinderreicherer dt. Gro├čfamilien gelten.

Wie bereits gesagt: mich w├╝rde interessieren, wer genau in Hannovers Bev├Âlkerung sich derlei teure Besuche leisten kann(inklusive des Anteils an Dauerkartenbesitzer)-und wie gro├č der Anteil der Nicht-Hannoveraner(die ja meist nur die einmalige Geb├╝hr entrichten d├╝rften) an der Zahl der Zoobesucher ist. Das w├╝rde auch kl├Ąren, ob und inwieweit das Konzept "Dauerkarte statt Tagesticket" von Bedeutung ist.


(05.11.2006, 23:20)
Michael Mettler:   @Shensi-Takin: Gehe ich nach meinem optischen Eindruck, w├╝rde ich den Anteil der t├╝rkischst├Ąmmigen Besucher in Hannover ebenfalls als minimal betrachten. Nur: Das war in "billigen" Zeiten nicht anders. So gesehen w├╝rde ich mich eher der Deutung anschlie├čen, dass Zoobesuche in diesem Teil unserer Bev├Âlkerung weder kulturell noch gesellschaftlich eine wichtige Rolle spielen, wie dies auch im K├Âlner Jahresbericht vermutet wird.

Ich bin nicht besonders bewandert in au├čereurop├Ąischen Zoos, aber die Zoolandschaft in orientalischen L├Ąndern scheint mir nicht besonders ausgepr├Ągt zu sein - aus das spr├Ąche f├╝r kulturelle Gr├╝nde. Ich erinnere mich dunkel an eine TV-Doku aus DDR-Zeiten ├╝ber den Zoo Kairo, in der erw├Ąhnt wurde, dass ihn die meisten Besucher eher wegen der gro├čen Liegewiesen und der malerischen Wasserfl├Ąchen als wegen der Tiere aufsuchten. M├Âglicherweise m├╝ssten unsere Zoos nicht nur g├╝nstige Familienkarten, sondern auch gro├če Gr├╝nanlagen mit Grillm├Âglichkeit bieten, um dieses Besucherpotenzial anzulocken. Picknick in Gro├čfamilie scheint dort n├Ąmlich in der Freizeitgestaltung weit oben (wenn nicht sogar an der Spitze) zu stehen.

Halb im Scherz, halb im Ernst: Vielleicht sollte man mal ein alternatives Zookonzept entwickeln, in dem der Zoo nicht nach Erdteilen gegliedert wird, sondern nach bestimmten Interessengruppen ausgerichteten Inhalten. Ein Teil des Zoos k├Ânnte die "Must-have-Arten" f├╝r die breite Masse enthalten und g├╝nstigen Eintritt bieten, spezieller ausgerichtete Zooteile (z.B. mit zoologischen Rarit├Ąten) w├Ąren per Zusatzkarte f├╝r Interessierte erreichbar usw. Eigentlich nichts Anderes, als das manche Zoos mit getrenntem oder kombiniertem Eintritt f├╝r Zoo und Aquarium machen.

Geht man ├╝brigens davon aus, dass man in den meisten hiesigen Zoos ein Aquarium/Terrarium ohne Aufpreis besichtigen kann, z├Ąhlt ├╝brigens auch der Berliner Zoo mit seiner Kombikarte f├╝r 16,50 Euro zu den teuren Zoos - allerdings mit Erm├Ą├čigungsm├Âglichkeiten.
(05.11.2006, 22:09)
Shensi-Takin:   @Matthias: wenn man will, kann man alles als eine Beleidigung auslegen-so aber war dies nicht gemeint(und deutlich zu verstehen). Egal-Schwamm dr├╝ber.
@MM: Also ich schlendere gern zu Erholung durch ein Museum, um mich z.B. eines Gauguin-Werkes, eines m├Ąchtigen Dinosaurierskelettes oder einer gelungenen Ausstellung ├╝ber die Olmeken zu erfreuen. Und manch ein Naturkundemuseum liefert seinen Beitrag zum Artenschutz-sei es auf ground-root-Level oder dar├╝ber hinaus(z.B. die Zuchten afrikanischer Cichliden in englischen Einrichtungen s.a. TUDGE).
Ich glaube, die Einreihung der Zoos in die genannten Freizeitattraktionen betrifft v.a. den Aspekt der Freizeitofferte bzw. des kinderfreundlichen Freizeitangebotes(deshalb findet man in den meisten Reisef├╝hrer die Zoos in der Rubrik "F├╝r Kinder"). Anders als Spa├čb├Ąder(die den Besuchern nicht mal richtig schwimmen beibringen) und Co. hat der Zoo (wenn auch mitunter nur auf dem Papier) eine gewisse Bildungsfunktion-allein schon deswegen, dass man Zoogegnern gegen├╝ber einen plausiblen Grund nebst Artenschutz leifern kann, warum die armen kleinen Tierchen nicht in die rel. "Freiheit" entlassen kann; inwieweit diese Bildungschance vom Publikum angenommen wird, ist eine Sache f├╝r sich. Ich denke indes auch, dass der Unterhaltungswert ├╝berwiegt, untersch├Ątze aber nicht den tiefgreifenden Eindruck, den ein lebendes Tier auf ein Kind und dessen sp├Ątere Beziehung hinsichtlich Natur & Tiere im besonderen haben kann; das zu messen d├╝rfte schwer sein.

Wenn schon eine Studie, dann eine, in der belegt werden k├Ânnte, welche soziale Schichten sich die Preise in Hannover leisten k├Ânnen und wenn ja, wie oft und wieviel davon Dauerkarten besitzen.
Es wurde ja bereits auf die Studie hinsichtlich t├╝rkischst├Ąmmige Zoobesucher in Zoos hingewiesen; laut dieser Studie w├╝rden u.a. deshalb weniger Mitglieder dieser sozialen Gruppe Zoos besuchen, weil f├╝r ihre meist recht gro├čen Familien die Preise zu hoch w├Ąren. Die beiden Autorinnen der Studie schlugen dementsprechend SOndertarife f├╝r Gro├čfamilien vor. W├╝rde mich mal interesieren, wieviele t├╝rkischst├Ąmmige Hannover ihren zoo besuchen...
Zu hohe Eintrittspreise mit dem Argument zu argumentieren, "die anderen machen es doch auch so", ist mE wenig schl├╝ssig-und hilft wenig beim Durchbrechen einer immer enger werdenden Preisspirale.
Fan-Kultur der Hardliner hin oder her-man sollte sich mal nur die nackten Zahlen ansehen-19€, sprich 38 DM(!) f├╝r einen einfachen Zoobesuch?-zu Dm-Zeiten ein Ding der Unm├Âglichkeit, heute durch den Euro legitimierbar? Wohl eher nicht... Wie gesagt: es m├╝ssen nicht unbedingt Monumentalbauten sein, um auch f├╝r den Durchschnittsbesucher den zoo interessanter zu gestalten; da gibt es aucha ndere Methoden(wie andere Zoos es bereits beweisen), die auf Dauer nicht nur kosteng├╝nstiger sind.
(05.11.2006, 20:49)
Michael Mettler:   Genau das ist es, was ich mit unserer Fankultur meine - unsere Anspr├╝che sind um ein Vielfaches h├Âher als die der breiten Masse. Und zwar auch hinsichtlich des Bildungsanspruches. Die Motivation, einen Zoo zu besuchen, ist f├╝r Otto Normalverbraucher auch heute noch immer Erholung, Spa├č und "Sensation". Das d├╝rfte auch f├╝r Schulklassen gelten, die zum "lebendigen Bio-Unterricht" in den Zoo kommen - denn welches Kind geht mit dem Gedanken in den Zoo "oh toll, da kann ich was lernen"? Wohl kaum. Wenn allerdings Wissen auf unterhaltsame Weise vermittelt wird (durch welches Medium auch immer) und "h├Ąngen bleibt", ohne dass sich der Besucher zum Lernen anstrengen muss, dann kann der Zoo auch bei Spa├čbesuchern einen Bildungseffekt verbuchen.

Und da kommen wir wieder zum Kernpunkt, dem Finanziellen: F├╝r Spa├č (oder im weitesten Sinne: Lebensfreude) gibt der Besucher GERN Geld aus. Um etwas zu lernen, was f├╝r sein t├Ągliches Leben wenig Bedeutung hat, eher nicht.

Es w├Ąre ├╝brigens interessant zu wissen, ob "Bed├╝rftige" geringere Anspr├╝che an das Angebot eines Zoos haben als Besucher aus "gesicherten Verh├Ąltnissen", die ihr eigenes Luxus-Empfinden m├Âglicherweise auf die Materie Zoo ├╝bertragen.
(05.11.2006, 10:18)
Carsten:   Wir d├╝rfen die Zoos auch nicht nur mit unseren Ma├čst├Ąben messen, ich denke, ein Gro├čteil der Forumsteilnehmer kann auf vielen Schnickschnack verzichten, braucht auch keine spektakul├Ąren Gehege wie Tempel, Kloster, etc und w├╝rde sich stattdessen ├╝ber eine seltene Tierart oder ausf├╝hrlichere Informationen in Form dicker F├╝hrer o. ├Ą. viel mehr freuen. Aber wieviel Prozent der Besucher machen wir denn aus? Ein Zoo, welcher in der heutigen Zeit gezwungen ist, halbwegs wirtschaftlich zu arbeiten, mu├č sich halt einfach teilweise nach den Interessen der breiten Masse richten, denn ansonsten hat er bei der Menge der Freizeitangebote schnell das Nachsehen.
(04.11.2006, 22:55)
Jennifer Weilguni:   @Michael
Ja, das ist es ja eben, was ich meine. Wenn sich die Zoos mehr auf die Bildung kozentrieren k├Ânnten, w├╝rde es ihnen vieleicht auch keichter fallen, diesem Auftrag nachzukommen. Aber der verw├Âhnte Zoobesucher von heute erwartet eben mehr, als "nur" Tiere anzugucken. Ich sage ja, das ist echt ein verdammt schwieriges Thema, zu dem ich mich wirklich nicht ganz auf irgendeine Seite schlagen kann.
(04.11.2006, 22:40)
Michael Mettler:   @Jennifer: Wobei sich beim "Wettr├╝sten" die Katze in den Schwanz bei├čt - viele der teuren Bauma├čnahmen sind ja nur n├Âtig, um die W├╝nsche des Publikums zu erf├╝llen; in gewissem Sinn tr├Ągt also der Verursacher ├╝ber den erh├Âhten Eintritt die Kosten f├╝r seine Erwartungshaltung.
(04.11.2006, 22:11)
Jennifer Weilguni:   @Michael Mettler
Nein, nein, Dein Vergleich war so falsch sicher nicht, mein erster Absatz war eher als kleine, schrezhafte Anmerkung gemeint, darum habe ich ja auch dahinter geschrieben "Scherz beiseite". Wie ich ja schon mehrfach erw├Ąhnt habe, finde ich pers├Ânlich den Preis f├╝r Hannover gerechtfertigt und finde es eben einfach nur schade, wenn eben sozial schw├Ąchere Personen ihn sich eben nicht leisten k├Ânnen. Es ist eben eine echte Zwickm├╝hle, einerseits werden Zoos von der breiten Masse eben tats├Ąchlich eher als Freizeitpark denn als Bildungsst├Ątte gesehen und sind somit im Zugzwang den Besuchern immer mehr und mehr ├╝ber das bl├če Pr├Ąsentieren von Tieren hinaus zu bieten und andererseits k├Ânnen sie ihrem Bildungsauftrag eben teilweise nicht mehr vollst├Ąndig nachkommen, weil sich einige Teile der Bev├Âlkerung den Eintritt nicht mehr leisten k├Ânnen, der zwangsl├Ąufig entsteht, wenn die Zoos ein "Wettr├╝sten" veranstalten.
(04.11.2006, 21:20)
Zoosammler:   Hilfe, geht es hier schnell - man kommt ja gar nicht dazu, mal einen l├Ąngeren Beitrag zu verfassen, weil hier schon alle weitergerast sind.
Aber wenigstens zum Kopieren eines Zeitungsartikels reicht meine Zeit dann doch:
"Hannover
Zoo-Eintritt wird erst billiger, dann teurer

Elefantenkind Tarak bekam eine Geburtstagstorte.
Wer am Sonntag Elefantenkind Tarak nachtr├Ąglich zum ersten Geburtstag gratulieren wollte, musste noch den vollen Eintrittspreis zahlen – seit heute aber ist im Zoo Wintersaison: Es wird billiger – zun├Ąchst.



Der Preis der Tageskarten sinkt f├╝r Erwachsene von 18 auf elf Euro, f├╝r Kinder von zw├Âlf auf 9,50 Euro. F├╝r Hunde kostet das Ticket ganzj├Ąhrig sechs Euro. Schon am Wochenende wurde der Tierpark statt um 18 Uhr bereits um 16 Uhr geschlossen – zum ├ärger zahlreicher Besucher, die f├╝r den Nachmittag einen ausgiebigen Zoo-Bummel geplant hatten.

Auch beim Kauf der Eintrittskarten an der Kasse musste mancher erst einmal tief durchatmen: 18 Euro f├╝r eine Tageskarte erschien vielen Besuchern reichlich hoch. Demn├Ąchst sollen die Preise noch einmal steigen, damit Mehrwertsteuer und erh├Âhte Energiekosten aufgefangen werden. Falls die Alaska-Landschaft Yukon Bay endlich verwirklicht wird, soll sich die neue Attraktion noch einmal auf die Preise auswirken. Dabei scheint f├╝r viele Zoobesucher jetzt schon die Grenze erreicht, zumal der Tierpark in Hannover bundesweit am teuersten ist.

„Aber bei uns stimmen daf├╝r Preis und Leistung“, betont Zoodirektor Klaus-Michael Machens. Die meisten Hannoveraner h├Ątten ohnehin g├╝nstige Dauerkarten. Tageskarten kauften ├╝berwiegend Ausw├Ąrtige, die den Zoo damit zum gro├čen Teil mitfinanzierten. Am Sonntag entschlossen sich mehrere Besucher, gleich eine Dauerkarte f├╝r 55 Euro zu kaufen. „Das geht schon in Ordnung. Aber 18 Euro f├╝r einen einzigen Rundgang sehe ich nicht ein“, meinte ein Mann aus Barsinghausen.

F├╝r sp├Ąte G├Ąste, die erst kurz vor Toresschluss eintreffen, k├╝ndigt Machens f├╝r das n├Ąchste Jahr ein besonderes Angebot an: „Sie m├╝ssen zwar den vollen Eintritt bezahlen, d├╝rfen daf├╝r aber an einem anderen Tag noch einmal kostenlos wiederkommen.“ "
Aus HAZ Online

(04.11.2006, 14:54)
Michael Mettler:   Ich wei├č ja, dass meine Vergleiche manchem nicht schmecken. Aber in diesem Thread geht es um die wirtschaftliche Seite eines Zoos, und warum sollten wir da puristischer sein als die Zoos selbst? Der Berliner Zoo und der M├╝nchener Tierpark Hellabrunn betrachten sich laut ihren Gesch├Ąftsberichten ganz unverbl├╝mt und selbstverst├Ąndlich als Tourismusziele und vergleichen sich selbst bzw. ihr Besucherpotenzial mit "branchenfremden" Objekten wie Reichstag und Olympiagel├Ąnde. Und wer hat nicht schon mal die zooseitige ├äu├čerung gelesen, dass ein Zoo mehr Besucher habe als s├Ąmtliche Sportstadien, Museen und Theater der jeweiligen Stadt? Manche Zoos sind zudem in Freizeitparkf├╝hrern vertreten, wo sie in einer Reihe mit Vergn├╝gungsparks usw. stehen - und das freiwillig bzw. gezielt, denn ohne ihre Genehmigung d├╝rfte der jeweilige Herausgeber/Homepageinhaber kein Material von ihnen ver├Âffentlichen. Unter www.parkscout.de findet man z.B. Zoos wie M├╝nster, K├Âln und Wuppertal (die man wohl nicht als Erlebniszoos i.e.S. bezeichnen w├╝rde) unmittelbar neben Spa├čb├Ądern, Skihallen und Movieparks. Also sehe ich auch kein Problem darin, deren Eintrittsgelder mit denen eines Zoos zu vergleichen.

Wir m├╝ssen uns dar├╝ber im Klaren sein, dass man das, was wir hier im Forum betreiben, in anderen Zusammenh├Ąngen als "Fankultur" bezeichnen w├╝rde. Und die leidenschaftlichsten Diskussionspunkte der Zoofans sind im Prinzip die gleichen wie etwa unter Fu├čballfans: Zu hohe Preise, Traditionsverlust bzw. fehlende Identifikation der in der Institution handelnden Personen mit der Vergangenheit, zunehmende bis ├╝berbordende Kommerzialisierung, mangelnde Ber├╝cksichtigung der Interessen der eingefleischten Fans und Hinwendung zur breiten Masse usw. usw.

Es GIBT also sehr wohl Parallelen zu anderen "Branchen", wenn man die dahinter steckenden Prinzipien und Beweggr├╝nde betrachtet. Und der Bildungsauftrag/-anspruch eines Zoos ist nun mal nur EINE Facette der Einrichtung Zoo. Der Vergleich mit dem Museum klingt zwar wissenschaftlich sch├Âner, hinkt aber auch; Bildung und Forschung gelten ja f├╝r beide, aber Erholung und Artenschutz findet man im Museum doch eher weniger.

Nebenbei bemerkt hat z.B. das hannoversche Landesmuseum seit Erhebung eines Eintrittsgeldes (fr├╝her war es gratis) seinen Naturkundebereich deutlich verkleinert. Artenschwund also auch im Museum....
(04.11.2006, 14:32)
Jennifer Weilguni:   Einen Zoo mit einer Diskothek zu vergleichen ist dann aber fast schon ├äpfel mit Bananen verglichen, denn paarungswillige M├Ąnnchen des Homo Sapiens verhalten sich doch ganz anders, als Zoobesucher :-) Oder w├╝rden gar mehr Einnahmen zu verzeichenn sein, w├╝rde man eine Ladys Night in Meyers Hof abhalten ? Aber Scherz beseite, wie sieht es denn mit den 19,5 % Zuschuss aus, die der Zoo Hannover laut eigenen Angaben aus der Region Hannover bekommt ? Bitte nicht falsch verstehen, ich mag den Zoo Hannover wirklich sehr gerne und ich pers├Ânlich finde den Eintrittspreis auch in gewisser Weise gerechtfertigt, aber manchmal habe ich das Gef├╝hl, als habe man hier durch den Titel "ExpoZoo" einen H├Âhenflug begonnen, den man jetzt fortsetzen will, ohne gen├╝gend Aufwind, bzw finanzielle Mittel zu haben. Statt dieses Defizit durch immer h├Âhere Eintrittspreise wieder wett zu machen ist meiner Meinung nach vieleicht wirklich der falsche Weg. Was zahlen wir Besucher dann, wenn Yukon Bay fertig ist und eine knappe Dreiviertelmillion pro Jahr zus├Ątzlich eingespielt werden muss um die Erbpacht zu bezahlen ? Hier noch ein Euro mehr und da noch ein Euro mehr... Ist nicht der Leitfaden des Zoos Hannover, dass sie den Menschen die Tiere nahe bringen wollen, damit die Menschen lernen sie zu lieben und zu sch├╝tzen..? Dann sollte es auch allen Menschen m├Âglich sein, die Tiere des Zoos lieben zu lernen ! Allerdings muss auch mal gesagt werden, dass man nicht den Zoos alleine die Schuld an dem Fiasko geben kann, denn wie ich weiter unten schon angemerkt habe ist es eben die Erwartungshaltung der Zoobesucher, neben den "langweiligen" Tieren auch was richtig spannendes und was zum spielen haben und alles auf einmal.

(03.11.2006, 21:12)
Michael Mettler:   @Ulli: Die Wilhelma ist ein "staatlicher" Zoo bzw. eine Einrichtung des Bundeslandes Baden-W├╝rttemberg und somit eher mit dem Zoo Hannover VOR der Privatisierung vergleichbar. W├Ąre interessant, mal etwas ├╝ber die H├Âhe der dortigen Zusch├╝sse zu h├Âren.

Wenn wir schon ├äpfel mit Birnen vergleichen, w├Ąre z.B. der Eintritt im Vogelpark Walsrode (13,- Euro) hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verh├Ąltnisses im Vergleich zum (heutigen) Zoo Hannover zwar zahlenm├Ą├čig g├╝nstiger, aber in der Relation unverh├Ąltnism├Ą├čig teuer (und wird mit Sicherheit in den kommenden Jahren noch steigen, da auch dort die Neuentwicklungen irgendwie finanziert werden m├╝ssen). Und eine Einrichtung wie das Otterzentrum Hankensb├╝ttel w├Ąre demnach bei nur einer Handvoll gezeigter Tierarten und weiter Anfahrt mit 6,50 Euro geradezu unversch├Ąmt teuer. Merkw├╝rdigerweise h├Ârt man DAR├ťBER selten Klagen.

Dass die zus├Ątzlichen Besuche bei bereits "abgearbeiteten" Jahreskarten "v├Âllig irrelevant f├╝r die Zoobilanz in finanzieller Hinsicht sind", m├Âchte ich nicht so stehen lassen. Eine solche Kalkulation geht schlie├člich zu Recht davon aus, dass Besucher gleichzeitig Konsumenten sind und auch beim zw├Âlften Besuch vielleicht noch Pommes oder Souvenirs gekauft werden bzw. durch Mundpropaganda weitere Besucher gewonnen werden. Auch wenn solche Vergleiche hier nicht gern gesehen werden, ist das doch ein ├Ąhnliches Prinzip wie beim freien Eintritt f├╝r Frauen in eine Disco usw.: Eine offensichtliche Verg├╝nstigung wird durch Konsum bzw. durch Anlocken weiterer Kunden wieder zu einer Einnahme. Mit der Gastronomie baut z.B. eine ganze Branche auf dieses Prinzip: Speisenangebote dienen letztendlich haupts├Ąchlich dazu, die G├Ąste anzulocken (die "Rohstoffpreise" und die personalintensive Zubereitung fressen den Preis des Gerichtes wieder auf), verdient wird fast ausschlie├člich an den mit wenig Aufwand absetzbaren Getr├Ąnken. Kurz gesagt: Man pr├Ąsentiert dem Gast/Besucher/Kunden etwas (leider kostenintensives) Leckeres/Unterhaltsames/Sch├Ânes, um seine Konsumbereitschaft zu befl├╝geln und DAMIT Geld zu erwirtschaften. Das Prinzip Erlebniszoo funktioniert also wirtschaftlich betrachtet sehr ├Ąhnlich wie das Prinzip Gastronomie - und das keineswegs nur in Hannover.

Im ├ťbrigen entflammt dieser Thread gerade zu einer Anti-Machens-Kampagne ;-)
(03.11.2006, 16:05)
Ulli:   Ich finde es schon sehr erstaunlich, da├č der Zoo Hannover 18 Euro und die Wilhelma trotz umfassenderem Angebot, u.a. botanischer Teil und ein kostentr├Ąchtiges Aquarium, nur 10,50 Euro kostet !
(03.11.2006, 14:20)
Ulli:   Im Zuge des Baues "unter.welten" im Zoo Osnabr├╝ck, werden in Zukunft die Zoobesucher auch das Naturkundemuseum gratis besuchen k├Ânnen. Hierzu wird ein besonderes Zugangssystem geschaffen, was den ├ťbertritt vom Zoo aus erlaubt. Reine Museumsbesucher k├Ânnen dagegen den Zoo nicht betreten.

Kurzfristig waren in Osnabr├╝ck auch Planspiele entworfen worden, Zoo und Naturkundemuseum unter eine gemeinsame Verwaltung zu stellen. Diese Pl├Ąne sind aber bislang nicht weiter verfolgt worden.
(03.11.2006, 12:36)
Jennifer Weilguni:   Bemerkenswert das Z├Ąhlsystem der Wilhelma : Jahreskarteninhaber und Mitglieder des F├Ârdervereins werden per Strichliste gez├Ąhlt .. altmodisch, aber wirkungsvoll :-))
(03.11.2006, 11:26)
Ulli:   Mir ist v├Âllig bewusst, dass der prozentual h├Âchste Besucheranteil im Zoo Hannover die Jahreskartenbenutzer sind und sich die Personen auch tats├Ąchlich k├Ârperlich im Zoo aufgehalten haben. Jahreskartennutzer werden in der Regel schon aus ├Âkonomischen Gr├╝nden auch mehr als viermal im Jahr den Zoo besuchen und sich bei den dann „zus├Ątzlichen“ Besuchen ├╝ber den finanziellen Vorteil freuen (Ausnahmen best├Ątigen die Regel - Personen, die vielleicht weniger als viermal kommen).

Sicherlich werden die meisten Jahreskartenbesitzer ihre Jahreskarte in der Regel eher weniger als mehr als zehnmal im Jahr verwenden. Insofern halte ich pers├Ânlich den vom VDZ vorgeschlagenen Index von 20 Besuchen f├╝r zu hoch gegriffen.

Ich habe aber sehr bewusst auf zwei Ebenen argumentiert – absolute Zahlen an Besuchern und „zahlende“ Besucher. Die absolute Besucherzahl von 1.109.657 stelle ich gar nicht in Abrede. Michael sprach hier von „wirklichen“ Besucherzahlen durch ein elektronisches System. Allerdings kann ein solches System nicht analytisch vorgehen und auch auf diese Weise sonderbare Effekte hervorrufen. Wenn ich z.B. im Auto etwas Wichtiges auf dem Parkplatz vergessen habe, gehe ich zweimal durch den Kassenbereich mit dem Drehkreuz und werde “realer weise“ als zwei Besuche gewertet, was faktisch ja auch stimmt, aber andererseits inhaltlich v├Âlliger Unfug ist. Beim elektronischen Erfassungssystem ist es auch v├Âllig egal, ob ich meine Jahreskarte das 2., 4., oder 243. benutzt wird – in finanzieller Hinsicht ist dies aber f├╝r jeden Einzelnen und auch f├╝r den Zoo selbst ein betr├Ąchtlicher Unterschied. Am Rande bemerkt: Durch das elektronische Erfassungssystem k├Ânnen t├Ągliche Zoobesucher nach der alten Z├Ąhlweise mit dem Index 20 schnell zum „Besitzer von 18 Jahreskarten“ werden. Weiterhin stellt sich die Frage von Kinderwagen: Fr├╝her (bis 1992) wurden diese nicht weiter ber├╝cksichtigt – vielleicht wei├č jemand N├Ąheres ├╝ber die heutige Handhabung am Drehkreuz im Zoo Hannover.

Wenn eine Jahreskarte fr├╝her den Gegenwert von 10 Einzelkarten hatte, so ist dies bei der Ermittlung der Besucherzahlen in jedem Falle zu ber├╝cksichtigen. Jeder Jahreskartenbenutzer hat ja effektiv f├╝r 10 Einzelkarten gezahlt. Genau dieser Aspekt ist aber bei
der ├ľffentlichkeitsarbeit durch Herrn Machens nicht ber├╝cksichtigt worden, ganz im Gegenteil sie werden wie Einzelbesuche gewertet und auf diese Weise werden Besucherzahlen f├Ąlschlicherweise heruntergerechnet oder Jahreskartenbesucher sogar herausgerechnet, obwohl sie ja auch k├Ârperlich (!) anwesend waren. Daher kommt auch meine Zahl von 756.003 zahlenden Besuchern. Andererseits ist es legitim, bei der Ermittlung von „zahlenden“ Besuchern nur die Anzahl der Besuche zu ber├╝cksichtigen, die auch tats├Ąchlich bezahlt wurden. Ich habe sie sogar zugunsten des Zoos gerechnet, denn wenn man 18 Euro (bis April waren es 17 Euro) mit 4 multipliziert, ist die Summe deutlich gr├Â├čer als die 55 Euro f├╝r die Jahreskarte.

Es gibt auch einen bemerkenswerten psychologischen Effekt bei der alten und der neuen Preisgestaltung der Jahreskarten. Ich will dies einmal als „Sogwirkung“ beschreiben. Bei einem Preisniveau im Gegenwert von 10 Einzelbesuchen werden nur Zooenthusiasten eine Jahreskarte kaufen. Die anderen l├Âsen jeweils Einzelkarten und stellen jedes Mal eine neue ├ťberlegung an, ob sich der finanzielle Aufwand f├╝r diesen einen Tag lohnt und werden so vielleicht manches Mal sich etwas anderes vornehmen. Bei einem Gegenwert von 4 Einzelbesuchen und speziell mit kleinen Kindern ist man weitaus eher bereit, eine Jahreskarte zu erwerben. Wenn man nun seine Sonntags- oder auch nur die Nachmittagsplanung f├╝r seine kleinen Kinder macht, r├╝ckt ein Zoobesuch mit der Jahreskarte h├Ąufiger ins Blickfeld, sei es auch nur f├╝r den „Brodelburg-Besuch“ (Spielplatz) f├╝r eineinhalb Stunden - Dieser Besuch kostet dann ja nichts extra. Dies ist sch├Ân f├╝r die Zoobilanz bei der Ermittlung von absoluten Besuchern, aber v├Âllig irrelevant f├╝r die Zoobilanz in finanzieller Hinsicht. Gerade hieraus resultiert ja dieses „Ungleichgewicht“. Diese „Sogwirkung“ an Besuchern durch die erfreulicherweise und bitte auch nicht zu ├Ąndernde Preisgestaltung der Jahreskarte f├╝hrt fast zwangsl├Ąufig zu h├Âheren Gesamt-Besucherzahlen und d├╝rfte auch betr├Ąchtlich die Zahl derer ├╝bersteigen, die sich durch den hohen Einzelkarten-Eintrittspreis vom Zoobesuch abschrecken lassen.

Es ├Ąrgert mich schon der etwas sonderbare Zahlenumgang seitens Herrn Machens, und sei es nur, dass er ausschlie├člich auf das Jahresmaterial von 1993 aufbaut. Ihm als Zoodirektor standen auch alle Bilanzen und Jahresberichte von vor 1993 zur Verf├╝gung und dort werden die Zahlen sehr ausf├╝hrlich erl├Ąutert. Da werden wider besseren Wissens in den Vorg├Ąngerbilanzen Tages- und Jahreskarten einfach zusammenaddiert, ohne dass sie direkt etwas miteinander zu tun haben. So werden auf diese Weise die Zahlen herunter gerechnet, um sich selbst ins bessere Licht zu r├╝cken. Andererseits werden die eigenen Zahlen selektiv und jeweils nur bei einer g├╝nstigen Gelegenheit verwendet, der Gesamtzusammenhang aber nicht hergestellt. Da wird z.B. f├╝r den August von 62 Prozent ausw├Ąrtiger Besucher gesprochen. Bei den anderen 38 Prozent werden aber vermutlich mehr als die H├Ąlfte Jahreskarten besitzen, die sie auch noch im September, Oktober, November … benutzen werden, w├Ąhrend sich die Zahl der ausw├Ąrtigen Besucher sicher schon aus Witterungsgr├╝nden deutlich reduzieren wird. Was soll dann aber diese Augustzahl. Ein anderes Beispiel: Sein Hinweis auf zwei Millionen Besucher aufgrund des Index 20 f├╝hrt doch zwangsl├Ąufig, zumindest bei mir, erst zum Nachdenken: wie kann das sein? Die hieraus resultierende Errechnung (anhand der erw├Ąhnten 90.000 Jahreskarten auf der Homepage BoschLive der Firma Bosch) von 200.000 Tageskarten hat mich selbst ├╝berrascht, fast geschockt. Ich habe aber auch gleich einger├Ąumt, dass die Zahl vermutlich etwas h├Âher sein wird.

Es ist f├╝r mich schon ein Riesenunterschied, ob 1.109.657 Besucher sich im Zoo tats├Ąchlich aufgehalten haben oder ob von diesen Besuchern mutma├člich mehrere hunderttausend Personen weniger den Zoo tats├Ąchlich bezahlen (!). Dieser zumindest erkl├Ąrungsw├╝rdige Umstand d├╝rfte in Hannover (zumindest zahlenm├Ą├čig deutlich gr├Â├čer als fr├╝her und eventuell auch im Vergleich zu anderen Zoos, wo sich ein ├Ąhnlicher Effekt einstellen mag) besonders eklatant sein.

Warum sagt Herr Machens nicht einfach, der Zoo hat die Besucherzahl seit seinem Amtsantritt erh├Âht und unterl├Ąsst nicht einfach die Sch├Ânrechnerei. Auch dies w├Ąre bei der neuen Preispolitik ein Erfolg. Warum sagt er nicht einfach, dass er mit Hilfe der Jahreskarten neue Besuchergruppen in den Zoo gelockt hat. Warum stellt er seine Preispolitik bei den Jahreskarten nicht sogar als familienfreundliche Ma├čnahme dar? Hat Herr Machens Angst vor n├╝chternen Gesamt-Zahlen-Aufstellungen, die seine Preispolitik oder seine Erfolge eventuell in Frage stellen k├Ânnen?

(03.11.2006, 10:42)
Jennifer Weilguni:   Auch ich glaube, dass die meisten Besucher eines Zoos in erster Linie zur Erholung dorthin gehen, aber alleine die Tatsache, dass sich nicht alle Besucher bilden WOLLEN entbindet den Zoo meiner Meinung nach nicht von der Pflicht, denjenigen, die Antworten und Informatioenen suchen Bildung zu bieten. Und das beinhaltet meiner Ansicht nach eben auch, dass ein Zoobesuch f├╝r jeden erschwinglich sein sollte. Klar wird keiner gezwungen in den Zoo zu gehen und sicher muss sich jeder vorher ├╝berlegen, ob er sich den Eintritt leisten kann oder nicht, aber genau DAS ist doch der Knackpunkt ! Wenn man zu dem Schluss kommt, dass man sich einen Zoobesuch eben nicht leisten kann, dann hilft es einem auch nicht weiter, dass man g├╝tigerweise ja nicht dazu gezwungen wird, trotzdem hinzugehen.
Wie viel Erlebnis braucht denn ein Zoo ? Eines steht fest, je mehr ein Zoo ├╝ber das blo├če Zurschaustellen von Tieren zu bieten hat,( Bootsfahrten, aufwendige Kulissen, Abenteuerfeeling) umso eher werden Besucher angelockt. Die Frage ist aber, wo f├Ąngt spannende Pr├Ąsentation an und wo wird die Grenze zum Freizeitpark ├╝berschritten ? Ich pers├Ânlich finden den Zoo Hannover wundersch├Ân und freue mich einerseits auch schon auf Yo├║kon Bay, andererseite frage ich mich, ob man die Haltung der Robben und Piguine nicht auch anders verbessern und interessanter h├Ątte gestalten k├Ânnen, bzw ob wirklich alles, was f├╝r Yukon Bay geplant ist auch Sinn macht. Muss der Besucher beispielsweise wie geplant unbedingt in Loren in diese neue Erlebniswelt einfahren oder k├Ânnte er nicht einfach auch zu Fu├č gehen..? K├Ânnte man nicht hier und da ein wenig sparen ?
Zum Thema Museum weiss ich nur zu sagen, dass das naturhistorische Museum in Stuttgart jeden Mittwoch freien Eintritt anbietet um auch sozial schwachen Familien die M├Âglichkeit zu bieten, diese zu besuchen und das obwohl die Preise dort mehr als nur moderat sind ! Generell habe ich aber dann doch ein kleines Problem mit den "freien" Tagen, um hier dem Mi├čbrauch vorzubeugen fand ich die Idee des Landes Baden-W├╝rtemberg besser, die per Familenpass sozial schwachen Familien gezielt zu erm├Ą├čigtem Eintritt verhalfen, egal an welchem Tag und eben NUR f├╝r die Menschen die wirklich auf solche Angebote angewiesen sind.
Freien Eintritt w├╝rde ich dann schon eher f├╝r Schulklassen angemessen halten, dann nat├╝rlich in Form einer F├╝hrung ( k├Ânnte zum Beispiel auch eine ehrenamtliche Person ├╝bernehmen) denn damit w├╝rde dem Bildungsautrag am ehesten nachgekommen werden und als zweiten positiven Nebeneffekt w├Ąren die Schulkinder als Gruppe besser beaufsichtigt. Sehr oft habe ich schon festgestellt, dass Lehrer ihre Klassen einfach nur durch den Zoo geschickt haben, einen Treffpunkt zu einer bestimmten Uhrzeit ausgemacht haben und das war es dann. 19 Euro f├╝r einen Zoo finde ich zwar nicht unbedingt zu teuer, aber es m├╝ssen auch M├Âglichkeiten geschaffen werden, sozial schwachen Familien den Eintritt zu erm├Âglichen. Dass Hannover im Winter weniger Eintritt verlangt ist ja schon alleine dadurch gerechtfertigt, dass eine der Hauptattraktionen, n├Ąmlich die Sambesi-Bootsfahrt nicht stattfinden kann. Zum Vergleich: Die Wilhelma kostet meines Wissens nach in der Hauptsaison 10,50 Euro f├╝r Erwachsene worin nat├╝rlich auch der botanische Teil des Gartens enthalten ist. Im Winter wird es dann nochmals billiger, obwohl hier keine Attraktion wegf├Ąllt ( Ausser vieleicht dem Seerosenteich).
(03.11.2006, 09:46)
Michael Mettler:   Zu Subventionen mit ├Âffentlichen Geldern: F├Ârdermittel, die aus unseren Steuergeldern finanziert werden, werden z.B. auch Existenzgr├╝ndern gew├Ąhrt oder als Anreiz genutzt, um Unternehmen in strukturschwachen Gebieten anzusiedeln. Ich w├╝rde behaupten, dass z.B. keine der in den letzten Jahren gegr├╝ndeten Ich-AGs - in welcher Branche auch immer - Sozialhilfeempf├Ąngern verg├╝nstigte Waren- oder Dienstleistungspreise bietet.

Jetzt kommt nat├╝rlich sofort wieder der Protest, das sei doch was gaaaanz Anderes. Sehe ich nicht so: Anfang der 90er beschloss die Stadt Hannover faktisch, dass sie sich den Zoo nicht mehr leisten wolle/k├Ânne (und damit auch nicht mehr den viel zitierten Bildungsauftrag). Der Zoo wurde also nicht anders behandelt als Stadtb├╝chereien oder B├Ąder; soviel dazu, andere Freizeiteinrichtungen mit einem Zoo zu vergleichen, siehe auch Dortmund (andernorts im Forum schon erw├Ąhnt). Zoologisch und p├Ądagogisch T├Ątige/Interessierte sehen einen Zoobetrieb offensichtlich mit ganz anderen Augen als die zust├Ąndigen Verwaltungs- und Kostenstellen. Letztlich gabe es in Hannover nur zwei M├Âglichkeiten: Schlie├čung des Zoos (und damit Wegfall der Bildungsm├Âglichkeit f├╝r ALLE Bev├Âlkerungsgruppen) oder Privatisierung (siehe auch Gelsenkirchen). Dieser Vorgang ist m.E. durchaus vergleichbar mit Standortschlie├čungen und daraus resultierenden Zwangsselbstst├Ąndigkeiten (mangels Alternativen) in der Wirtschaft. Dank der Privatisierung haben wir ├╝berhaupt noch einen Zoo in Hannover.

Ein BildungsAUFTRAG ist eine ├Âffentliche Angelegenheit (im Gegensatz zu einem selbst gesteckten BildungsANSPRUCH, den ja sogar Circusunternehmen von sich behaupten und den die Zoowelt nicht zuletzt als Ma├čnahme gegen Zweifel an der Existenzberechtigung anf├╝hrt). Hat also eine Kommune/Region wirkliches Interesse daran, ein von ihr subventioniertes Unternehmen (in diesem Fall also einen Zoo) zu sozial vertr├Ąglichen Preisstaffelungen zu veranlassen, m├╝sste sie nach meinem Empfinden eigentlich die M├Âglichkeit haben, die Subventionen zweckgebunden zu leisten - also wie die Zoofreunde Hannover zu verfahren, die mit ihren Geldern gezielt Zoobesuche statt z.B. Zaunreparaturen unterst├╝tzen. Ich lasse mich gern korrigieren, aber von einer solchen zweckgebundene Subventionierung durch die ├Âffentliche Hand ist mir in Hannover nichts bekannt (gibt es sie in dieser Form andernorts?). Bei WEM sollte also eigentlich der Schwarze Peter liegen?

Sollte die Zahl der subventionierten Besucher den Etat nicht aussch├Âpfen, best├╝nde allerdings die Gefahr, dass dieser im Folgejahr um das "├ťberschussvolumen" gek├╝rzt w├╝rde - dann w├╝rde der Einrichtung wom├Âglich Geld fehlen, und sie w├╝rde durch die Nichtaussch├Âpfung des Etats quasi bestraft. Oder es kommt vor Ablauf des Etatjahres zu einer unsinnigen Gro├činvestition, um das Geld auch wirklich auszugeben und eine zuk├╝nftige K├╝rzung zu vermeiden.

(Kleiner Exkurs: Ein Bekannter von mir arbeitete in einem Heim f├╝r schwer erziehbare Kinder in NRW und musste diesen Etat-Irrsinn jedes Jahr aufs Neue erleben. War der Etat durch ├Âkonomisches Wirtschaften der Einrichtung - z.B. durch den gezielten Kauf preiswerter Lebensmittel - zum Jahresende nicht ausgereizt, drohte eine K├╝rzung im Folgejahr. Also wurde z.B. rechtzeitig zum Jahresablauf noch eine Designer-Ledersitzgarnitur f├╝r das Heim bestellt, um auch wirklich genug Geld ausgegeben zu haben. Die Rechnungen f├╝r solche Anschaffungen durchliefen s├Ąmtlich die ma├čgebliche Kostenstelle, die daran nichts auszusetzen hatte. Mir sind weitere ├Ąhnliche F├Ąlle bekannt, z.B. aus einer hannoverschen Berufsschule.)

W├Ąhrend ein Zoo eine "allgemeine" Subvention f├╝r unterschiedlichste Zwecke einsetzen kann, w├Ąre die zweckgerichtete Subventionierung von Eintrittspreisen von der Nachfrage innerhalb der entsprechenden Bev├Âlkerungsgruppe abh├Ąngig, es m├╝ssten also zur vollen Etataussch├Âpfung "gen├╝gend" Erm├Ą├čigungsberechtigte in den Zoo kommen. Um das zu erreichen, m├╝ssten u.U. gezielte Werbema├čnahmen ergriffen werden, die ihrerseits wieder Kosten verursachen (f├╝r wen auch immer). Und da die Besucherzahlen eines Zoos auch wetterabh├Ąngig sind, was sich nun beim besten Willen nicht beeinflussen l├Ąsst, g├Ąbe es zum Erhalt der vollen Subventionierung gleich zwei unbekannte Gr├Â├čen in der Rechnung.

Wo also ist der Ausweg? Kann man als Zoo (nicht allein auf Hannover bezogen) "besser verdienende" Besucher dazu animieren, einen Extra-Euro (analog zum fr├╝heren "Baugroschen") zu bezahlen mit dem Hinweis "damit erm├Âglichen Sie den Zoobesuch bed├╝rftiger Kinder"?
(03.11.2006, 09:35)
IP66:   Generell scheint mir in der Entwicklung von Eintritten in ├Âffentlich subventionierten Einrichtungen eine Fehlentwicklung stattzufinden. Meine Ansicht geht dahin, da├č, was alle ├╝ber Steuergelder finazieren, auch allen zug├Ąnglich sein mu├č. Das mu├č nicht zwingend freien Eintritt f├╝r alle bedeuten, doch ist es nicht vertretbar, das Sozialhilfeempf├Ąnger mehr als einen symbolischen Preis zahlen. Sicherlich m├╝├čte dann der mehr oder weniger zahlungsf├Ąhige Rest auf irgend einem Wege die Kosten ├╝bernehmen, aber die jetzige Entwicklung bedeutet ja, da├č man immer gr├Â├čere Gruppen von mit ├Âffentlichen Geldern gef├Ârderten Ereignissen ausschlie├čt. Und letztlich finanziert sich ja auch Hannover aus ├╝bernommenen Kapitalien wie Gel├Ąnde, Bauten und Ursprungstierbestand, die ja allesamt einmal ├Âffentlicher Besitz waren, und Herr Machens w├╝rde seinen Kredit f├╝r Yukon-Bay ja auch nicht erhalten, wenn er als Privatmann einen Pinguinzoo er├Âffnen wollte - so bedeutet die Verpachtung des Gel├Ąndes nichts weniger als eine ├Âffentliche B├╝rgschaft.
Ich stand den Umbauten in Hannover zun├Ąchst ├Ąu├čerst skeptisch gegen├╝ber, einige Besuche dort, noch mehr aber viele Beitr├Ąge im Forum, nicht zuletzt die von Herrn Mettler, haben mich gelehrt, die Sache deutlich differenzierter und mittlerweile auch mit einiger Sympathie zu sehen. Mir scheint es aber nicht nachvollziehbar, da├č dergleichen Zooneubauten ohne ├Âffentliche Finanzquellen, seien es Immobilien, seien es Zusch├╝sse aus Steuermitteln oder auch Eintrittsgelder finanzieren lassen. Wichtig scheint mir aber, da├č wir nicht in einem Jahrzehnt wieder Aktion├Ąrszoos wie im 19. Jahrhundert haben, in denen die Kinder der Besserverdienenden vor der b├Âsen Welt unterhalb des Konsistorialratgehalts in Sicherheit gebracht wurden.
(02.11.2006, 19:50)
Carsten:   Am Bildungseffekt zweifele ich auch sehr stark seit letztem Wochenende, nachdem ich trotz Gehegebeschilderung von einem Besucher die Frage gestellt bekam, ob es sich bei einem an Land liegendem Flu├čpferd um eine Seekuh handelt...

Die Verpachtung in Hannover f├╝r Yukon Bay erinnert mich irgendwie stark an das Westfalenstadion von Borussia Dortmund. Sicher bekannt durch ausf├╝hrliche Behandlung in der Presse. Jetzt ist der Verein auf jeden Fall bem├╝ht, das Stadion wieder zur├╝ckzubekommen, da sich die j├Ąhrlichen Pachtkosten nicht rechnen.

Ich bin gerne bereit, in Zeiten knapper Kassen auch etwas mehr an Eintritt zu bezahlen, ich m├Âchte nur, da├č das Geld vern├╝nftig zum Wohl der Tiere eingesetzt wird und nicht fragw├╝rdig verschwendet wird.
(02.11.2006, 18:43)
Michael Mettler:   @Sacha Beuth: Ist schon klar, dass das schwierig auseinander zu halten w├Ąre. Andererseits gab es die Vermittlung von Wissen (oder Pseudowissen) auch schon vor Jahrzehnten, wobei das Spektrum von "Ein Platz f├╝r Tiere" ├╝ber Horst Sterns "Bemerkungen" bis zu "Daktari" reichte.

Was mich zu der Bemerkung veranlasste: Ich besuche Zoos mit gewisser Intensit├Ąt seit 1979 und h├Âre dennoch vor den Gehegen zu einzelnen - selbst den popul├Ąrsten - Tierarten noch die gleichen Fragen und Mutma├čungen von Zoobesuchern wie vor ├╝ber 25 Jahren. Da fragt man sich schon, wo denn der Bildungseffekt geblieben ist.
(02.11.2006, 18:06)
Sacha Beuth:   @Michael Mettler: Zu Deinem Bildungs-Umkehrschluss. Ich glaube, dass sich eine solche Studie nicht korrekt machen l├Ąsst (leider). Und zwar wegen des TV-Einflusses, der in diesem Bereichebenfalls gestiegen ist (Mehr TV-Sender, die mehr ├╝ber Tiere/Natur/Zoo berichten). Wie will man da auseinanderhalten, ob und wieviel man sich vom JETZIGEN Wissen aus dem Zoo oder dem Fernsehen angeeignet hat?
(02.11.2006, 17:46)
Michael Mettler:   @Ulli: Stimmt, die Gruppenkarten hatte ich nicht in der Kalkulation. Aber die Gruppen sind im JB 1993 in der Tageskarten├╝bersicht sehr wohl aufgef├╝hrt: F├╝r das Jahr 1993 sind z.B. 68.512 Eintrittskarten f├╝r Schulklassen und Kindergruppen gelistet sowie 28.261 sonstige Gruppen - und da das unm├Âglich die Anzahl der Gruppen gewesen sein kann (sonst h├Ątten jeden Tag im Schnitt rund 265 Gruppen den Zoo besucht), muss es sich um die darin gez├Ąhlten Einzelpersonen gehandelt haben. Was dann auch auf die Tages-Familienkarten (66.342) zutreffen d├╝rfte.

Eine Ferienpass-Aktion wird erw├Ąhnt, und zwar unter dem Begriff Feriencard nicht nur f├╝r die Sommer-, sondern auch f├╝r die Oster- und Herbstferien. NICHT erw├Ąhnt ist, ob es sich um eine kostenlose Aktion handelte. Falls die Feriencard lediglich eine Erm├Ą├čigung beinhaltete, d├╝rften die Kinder in der Zahl der Tageskarten enthalten sein.

Ich k├Ânnte mir durchaus vorstellen (wenn auch nat├╝rlich nicht belegen), dass die von 1992 auf 1993 gestiegene Zahl der erm├Ą├čigten Tageskarten darauf zur├╝ck zu f├╝hren ist, dass mancher Besucher erst durch den erh├Âhten Preis dazu angeregt wurde, eine Verg├╝nstigung in Anspruch zu nehmen, die ihm m├Âglicherweise schon vorher zugestanden h├Ątte. Die Hemmschwelle, sich in einer Kassenschlange als Sozialhilfeempf├Ąnger zu "outen", sollte man nicht untersch├Ątzen. Dass diese gestiegene Zahl mit Werbung an den Schulen zu tun gehabt haben k├Ânnte, glaube ich weniger - ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass wegen Schulwerbung mehr Arbeitslose in den Zoo gehen.

Zu erw├Ąhnen w├Ąre noch, dass Herr Machens im Berichtsjahr 1993 noch nicht im Zoo t├Ątig war; Gesch├Ąftsf├╝hrerin der GmbH war die schon vorher f├╝r den Zoo t├Ątige Frau Fuhlrott. Somit d├╝rften die Statistiken f├╝r 1992 (letzter st├Ądtischer JB) und 1993 (JB als GmbH) in den gleichen H├Ąnden gelegen haben.

Was die Legendenbildung betrifft: Mag sein, dass sich Zoochef Machens die Ausgangszahlen "schlecht gerechnet" hat. Aber allein die aktuelle Besucherzahl spricht F├ťR das "Gesamtangebot" Zoo Hannover. Und da wiederhole ich nochmals meine Aussage: Wer den Eintritt zahlt - ob als einmaliger Tagesbesucher oder durch Kauf ein Jahreskarte als Mehrfachnutzer - tut dies freiwillig und muss sich zwangsl├Ąufig vorher ├╝berlegt haben, ob er sich das leisten kann oder will.
(02.11.2006, 17:44)
Ulli:   Hallo Michael, es gab auch die von mir erw├Ąhnten und in den Tageskarten nicht ber├╝cksichtigten Gruppenbesuche, die Besuche von Schulklassen in der Zooschule sowie die 3680 Gratis-Ferienpassbesucher, also ist der vermutete Index von 25 nicht nachzuvollziehen. Aber gerade in der von Dir zitierten Statistik von 1993 wird die einmalige (!) Z├Ąhlung der Jahreskartenbesitzer offenkundig.

Zwischen der Zahl 666.243 Besuchern, die ich aufgrund der Monatsaufstellung im Jahresbericht 1992 addiert habe, und der Zahl von 659.906 Besuchern, die 1993 r├╝ckwirkend f├╝r das Jahr 1992 erw├Ąhnt werden, gibt es ebenfalls eine gewisse, prozentual eher geringf├╝gige Diskrepanz.

Die eventuellen Ungereimtheiten im Jahr 1993 sind im Vergleich zu den Diskrepanzen, die sich f├╝r 2005 ergeben, eher zu vernachl├Ąssigen.

Die von Dir erw├Ąhnte 15 % Steigerung f├╝r erm├Ąssigte Eintrittskarten ist in der absoluten Gesamtzahl von 6469 Besuchen durchaus in einem Schwankungsbereich und kann auch durch besondere Werbung in den Schulen verursacht sein. Au├čerdem wei├č ich nicht mehr, ob es 1993 noch das Gratisangebot f├╝r Ferienpasskinder gab oder ob es nur noch eine Erm├Ąssigung gab. Auch dies kann die Ver├Ąnderung der Zahl mit verursacht haben.

Schwankungen im Zoobesuch hat es immer gegeben und sind an sich auch nichts Au├čergew├Âhnliches. Wenn ich alle Jahresberichte zwischen 1972 und 1992 Revue passieren lasse, hat die Besucherzahl zwischen 701.000 und 960.000 geschwankt, im Schnitt lag sie aber immer eher im Bereich 850.000 bis 900.000 Besuchern. Dies wurde auch nie
verhehlt oder w├Ąhrend der Steigerungsphasen besonders herausgehoben - alles in allem also sehr n├╝chtern kommentiert.

Was die erw├Ąhnte "Bl├Âdheit" der Besucher anbetrifft: nicht jeder Besucher m├Âchte viermal im Jahr in den Zoo, gehen, sondern ihm gen├╝gt ein einmaliger Besuch und der ist nun einmal nur 18 Euro und nicht 55 Euro teuer - also ist der Besucher an dieser Stelle nicht bl├Âd sondern ├Âkonomisch vern├╝nftig.
Noch eine Anmerkung zum Bildungsauftrag: Der Zoo Hannover hat damals sehr bewu├čt aus bildungspolitischen Gr├╝nden den Ferienpasskindern freien Eintritt gew├Ąhrt - dies kam sicher auch gerade einkommensschwachen Familien zugute.
Heute erkl├Ąren sich die Zoofreunde Hannover bereit, diese Klientel zu f├Ârdern und deren Eintrittsgeld zu ├╝bernehmen - eine lobenswerte Massnahme, zieht aber diese Mittel von anderen Initiativen rund um den Zoo (Zooschule, Mendesantilopenprojekt etc.) ab.

Ansonsten sehe ich meine Argumentation trotz vieler Worte nicht als widerlegt an. Ich habe Schwierigkeiten und echte Bedenken, die von Herrn Machens immer wieder betonte Steigerung seiner Besucherzahlen von 650.000 auf 1,1 Millionen Besucher anhand konkreter Zahlen wirklich nachvollziehen zu k├Ânnen und betrachte es nach wie vor als Legendenbildung - Sorry.
(02.11.2006, 15:37)
Michael Mettler:   Es gibt noch einen sp├Ąteren Jahresbericht des Zoos Hannover, betreffend das Jahr 1993 (also das Jahr des Tr├Ągerwechsels und noch VOR der baulichen Umgestaltung); dieser erschien allerdings nicht mehr als eigenes Druckwerk, sondern im ZOOFREUND (Nr. 93). Beim direkten Vergleich beider Jahresberichte ist interessant, dass BEIDE von einer Preiserh├Âhung auf 10 bzw. 5 DM im jeweiligen Berichtsjahr sprechen, allerdings von unterschiedlichen vorangegangenen Preisen ausgehend: Laut JB 1992 wurde der Preise f├╝r Erwachsene von 7 auf 10 DM erh├Âht, laut JB 1993 von 8 auf 10 DM.

Laut JB 1992 stieg die Besucherzahl von 1987 bis 1991 stetig bis zu einer Zahl von 960.786 (dritth├Âchste Besuchsquote des Zoos). Im Berichtsjahr 1992 sank sie erstmals wieder, und zwar auf 903.336.

Im JB 1993 findet sich eine Grafik der ZAHLENDEN Besucher, in der jede Jahreskarte mit EINEM Besuch gleichzusetzen w├Ąre. Nach diesem Diagramm war das Jahr 1990 das besucherst├Ąrkste innerhalb des Vergleichszeitraumes 1988 bis 1993, und nach 1990 w├Ąren die Zahlen stetig GESUNKEN bis zu einem Stand von 624.419 in 1993.

Nimmt man die Differenz zwischen den zahlenden Besuchern f├╝r das Jahr 1992 im Diagramm des JB 1993 und der Gesamtbesucherzahl laut JB 1992, entstehen 237.074 Besucher, die man nach der benutzten Terminologie wohl konsequenterweise als "nicht zahlend" definieren m├╝sste - das k├Ânnen eigentlich nur Dauerkartennutzer gewesen sein. Umgerechnet auf 6.356 verkaufte Jahreskarten und 3.177 Mitglieder der Zoofreunde (mit freiem Eintritt) m├╝ssten also f├╝r jeden "Dauerkartennutzer" im letzten Jahr unter st├Ądtischer Tr├Ągerschaft rund 25 j├Ąhrliche Besuche angerechnet worden sein - das w├Ąre immerhin ein Viertel mehr, als der VDZ-Schl├╝ssel empfiehlt.

Interessant im JB 1993 ist die Tabelle "Verkaufte Eintrittskarten nach Besuchergruppen", also etwas, was auch ohne Drehkreuz und Umrechnungsschl├╝ssel nachvollziehbar ist. Bei den Tageskarten sank die Zahl von 659.906 in 1992 auf 616.925 in 1993. Daf├╝r wird im Text der erh├Âhte Eintrittspreis als m├Âglicher Grund erw├Ąhnt, aber auch gesagt "Doch nicht nur wir haben mit einem Besucherr├╝ckgang in H├Âhe von 6,5% zu k├Ąmpfen, auch andere deutsche Zoos haben Besuchereinbu├čen bis ├╝ber 10% zu beklagen." Bliebe zu pr├╝fen, ob die ebenfalls alle ihre Preise sprunghaft erh├Âht haben - halte ich f├╝r unwahrscheinlich.

Trotz insgesamt gesunkener Besucherzahl und deutlich h├Âheren Eintrittspreises ist im Berichtsjahr 1993 die Zahl der erm├Ą├čigungsberechtigten Tagesbesucher (Studenten, Arbeitslose, Sozialhilfeempf├Ąnger, Schwerbehinderte) von 44.021 in 1992 auf 50.490 in 1993 gestiegen, also um fast 15%! (Ihr Anteil an der Gesamtbesucherzahl stieg von 7 auf 8%.) Das ist umso interessanter, als ja gerade die Zielgruppe der Einkommensschwachen in diesem Thread Diskussionsthema ist. Die Interpretation dieser Steigerung d├╝rfte nicht einfach sein.

Das zu Zahlenvergleichen. Um einen etwas anderen Blickwinkel einzuschlagen: Einigen Argumenten in dieser Diskussion folgend m├╝sste man eigentlich den Schluss ziehen, dass seit mehreren Jahren jeweils ├╝ber eine Million Zoobesucher in Hannover schlichtweg bl├Âd genug ist, einen ├╝berteuerten Preis zu bezahlen. Da niemand dazu gezwungen wird, den Zoo zu besuchen, scheint er diese Besucher also den Eintrittspreis WERT zu sein, sonst w├╝rden sie wohl weg bleiben.

Da nach einem weiteren Argument der Zoo seinem Bildungsauftrag nicht mehr in ausreichender Form nachkommt, weil er Teilen der Bev├Âlkerung durch zu hohe Preise die naturkundliche Bildung verwehrt, m├╝sste im Umkehrschluss die durch Kenntnisvermittlung im Zoo erworbene zoologische Bildung der fr├╝heren Besucherjahrg├Ąnge (also aus Zeiten "billigen" Eintritts) aus den einkommensschwachen Bev├Âlkerungsteilen wesentlich und vor allem sp├╝rbar h├Âher sein als heute; darunter w├╝rde z.B. auch die heutige Elterngeneration fallen, die dieses damals erworbene Wissen ihren Kindern weitergeben k├Ânnte. W├Ąre sehr interessant, was eine neutrale, zoobezogene Studie zu diesem Thema erg├Ąbe.
(02.11.2006, 14:34)
Ulli:   Herr Machens ist in erster Linie daran interessiert, in den letzten Jahren seiner Amtszeit seinen letzten Traum Yukon Bay zu realisieren - da ist man auch schon zu einer solchen, in meinen Augen irrwitzigen, Aktion wie die Verpachtung bereit - frei nach dem Motto "Nach mir die Sintflut". F├╝r mich ist dies ein Verscherbeln des Tafelsilbers und Abgeben einer Sicherheit zur Finanzierung der k├╝nftigen Sanierungsmassnahmen.

Ich kann Saya auch nur beipflichten, ich bete genauso. Aber laut Herrn Machens beginnt der Bau, ob man es gut findet oder nicht, am 7.11.2007.

Die Gestaltung des Yukon Bay finde ich in weiten Teilen fragw├╝rdig (u.a. an drei Seiten Spundw├Ąnde f├╝r die Robben, ein eher schlauchartiges Wolfgehege) und die auf den N├Ągel brennenden Sanierungen u.a. im Menschenaffen- und im Affenbereich bleiben liegen.

Aber das eigentliche Thema dieses Threads ist ja die H├Âhe der Eintrittspreise.
(02.11.2006, 14:21)
Matthias:   @Shensi-Takin:
Also herrscht hier in diesem Forum keine gegenseitige Akzeptanz des Diskussionspartners? Naja, das ist dann ja nicht nur eine Beleidigung in meine Richtung, sondern an alle die sich duzen, ohne sich zu kennen.
Da ich aber weder duennhaeutig bin , noch off-topic sein moechte, belasse ich das mal dabei.
Wir werden bestimmt noch genug Gelegenheit bekommen, mit unseren unterschiedlichen Ansichten ueber Hoeflichkeit und wann eine Diskussion unsachlich wird, in weiteren Diskussionen aneinander zu geraten. ;-)

Zu Yukon Bay und 99 Jahre zurueck zahlen: Kann mir echt nicht vorstellen. Entweder die Zeitungen haben da was falsch verstanden oder Herr Machens laesst sich ordentlich ueber den Tisch ziehen. 99 jahre lang 700.000 Euro jaehrlich? Da kommt ordentlich was zusammen.
(02.11.2006, 13:47)
Saya:   Also ich kenne kein einziges Forum, in dem gesiezt wird.

Danke Ulli f├╝r deine "Hochrechnung", ich habe auch erhebliche Zweifel dass es der Zoo Hannover verkraften kann, f├╝r Yukon Bay 99 (!!!) Jahre lang zahlen zu m├╝ssen. Und die schlimmen Schwachpunkte (Menschenaffen!) sind damit immer noch nicht beseitigt. Ganz ehrlich, ich hoffe und bete dass Yukon Bay nicht kommt.
(02.11.2006, 13:30)
Shensi-Takin:   @Matthias. Sorry, dem muss ich widersprechen-ich habe gen├╝gend Foren erlebt, in denen erst zum Duzen nach einer gewissen Kennenlernphase ├╝bergegangen wird, d.h. ein gewisses mutuales Verst├Ąndnis/Akzeptanz des Diskussionspartners herrscht. Die Anonymit├Ąt des Internets sollte nicht dem Weglassen einer gewissen H├Âflichkeit dienlich sein-was auch das Unterstellen fehlendem Hintergrundwissens(dessen Vorhandensein man auch eleganter durch das Lesen weiterer Beitr├Ąge des jeweiligen Autors nachvollziehen kann) oder Attribute wie "D├╝nnheitigkeit" beeinhaltet; derartiges ist f├╝r sachliche Diskussionen einfach wenig zweckdienlich. Also in Zukunft etwas bedachter artikulieren. Danke. Soweit dazu(Punkt).

Zu den Museen: man muss nicht mal nach Chicago schauen; auch hierzulande bzw. im nahen Ausland gibt es Museen mit recht happigen Preisen, doch kann da viel bzgl Erm├Ąssigung bewirkt werden(Wien-/Berlin-/Munich-Card, etc.)
Das Bsp. mit Sue und McDonald's war genau das, was ich hinsichtlich gr├Â├čerer Integration internationaler Industriegesellschaften meinte. Derartiges d├╝rfte durchaus auch dt. Zoos hinsichtlich Finanzierung von Nutzen sein.
Was die ├Âffentliche Hand bzw. Geld aus jener angeht: da Zoos den Auftrag der ├Âffentlichen Bildung dienen sollen, ist es durchaus verst├Ąndlich und im Grunde selbstverst├Ąndlich, dass sie gen├╝gend Geld vom Staat zur Aus├╝bung dieser Bildunsgaufgabe bekommen sollten. Da dies aber in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weniger der Fall ist, sollten entweder weitere Geldquellen(siehe die bereits genannten Bspe) aufgetan oder Institutionen zusammengelegt werden(s.u.), um das Ganze nicht zur unbotm├Ą├čigen Schr├Âpfung des Besuchers ausarten zu lassen.
@Ulli: Danke f├╝r diesen interessanten Beitrag.
(02.11.2006, 13:05)
Matthias:   @Shensi-Takin:
Zum duzen kann ich nur sagen, dass in Foren grundsaetzlich geduzt wird. Ok, das steht nirgendwo geschrieben genauso wenig wie geschrieben steht, dass gesiezt werden muss. Ich werde bestimmt keine Nicknames siezen, genauso wie ich es von keinem anderen hier erwarte Nicknames zu siezen.

Bei pauschalen Aussagen wie "soviel zum Bildungsauftrag" ohne genauere Erklaerung, musst du es dir schon gefallen lassen, dass ein Diskussionspartner dein Hintergrundwissen in Bezug auf Bildung im Zoo in Frage stellt. Das hat dann auch nichts mit persoenlichen Beleidigungstiraden zu tun. Ich kann es schlieeslich nicht wissen, ob du nun Ahnung hast oder nicht. Um das raus zu finden, habe ich dann solche Formulierungen gewaehlt, was in Diskussionen legitim und ueblich ist. Du hast ja auch prompt geantwortet und mich eines besseren belehrt, d.h. mich ueberzeugt, dass du eben doch Ahnung davon hast. Also in Zukunft bitte nicht so duennhaeutig sein.
Ich kann es auch durchaus nachvollziehen, dass ein Zoo gerade jungen Leuten die Natur naeher bringen sollte. Ich bin auch keineswegs gluecklich darueber, dass es in einigen Zoos keinen Rabatt fuer diese wichtige Zielgruppe gibt, aber habe eben bedenken, wenn die Zoos diese Aufgabe ohne die oeffentliche Hand bewaeltigen sollen.

Hier wird ausserdem erwaehnt, dass Zoos sich auch viel mehr auf alternative Geldquellen konzentrieren muessen. Nun tut das der teuerste Zoo Deutschlands wie kein anderer, wofuer natuerlich Platz geschaffen werden muss. Dann jedoch regen sich viele der Forumsteilnehmer auf, dass das kein richtiger Zoo mehr sei. Mich wuerde mal interessieren wie hier das nun beurteilt, gerade auch im Hinblick, dass es dieses Jahr wieder einen Winter-Zoo geben wird (ich schaetze mal wieder mit Eislaufbahn, Weihnachtsmarkt und Rodelrampe). Mal ganz abgesehen von Maharadscha-Saal und Festscheune.
(02.11.2006, 10:35)
Ulli:   Hannover wird oft als Musterbeispiel eines erfolgreichen Zoomanagements hingestellt.

Herr Machens betont bei jeder Gelegenheit, dass er die Besucherzahlen von rund 650.000 auf 1,1 Millionen Besucher trotz eines vervielfachten Eintrittspreises erh├Âht habe - soweit seine Legende.

Ich versuche nun, aufgrund selektiv gestreuter Informationen seitens Herrn Machens oder aus dem Internet, einmal alle verf├╝gbaren Zahlen in einen Bezug zu setzen. Leider weigert sich Herr Machens seit Jahren, trotz Nachfragen, einen umfassenden Zahlen├╝berblick zu ver├Âffentlichen.

Wenn man den letzten von der Stadt Hannover verfassten Jahresbericht „Unter die Lupe genommen“ von 1992 zugrunde legt, wurden im Zoo Hannover 666.243 Einzelkarten und 8.976 Dauerkarten (6356 Jahreskarten sowie weitere 2620 Dauerkarten im Rahmen des Jahresbeitrages der Zoofreunde - im Gegenwert von 10 Einzelbesuchen) verkauft. Bei seinen Berechnungen hat Herr Machens die Jahreskarten-Zahl einmalig (!) (vgl. auch die Zeitschrift der Zoofreunde) auf die Einzelkarten aufaddiert. Nach meiner Rechnung komme ich aber hier bereits auf „zahlende“ 756.003 Besucher. Dar├╝ber hinaus gab es 1992 auch noch Gruppenbesuche, Zooschulbesucher sowie die 3680 Gratis-Ferienpassbesuche. Die Gesamtbesucherzahl betrug laut dem Jahresbericht 1992 903.336 Besucher.
Die Besucherzahl hatte sich gegen├╝ber dem Vorjahr aufgrund einer rapiden Preiserh├Âhung von 7 auf 10 DM f├╝r Erwachsene sowie von 3,50 auf 5,00 DM gegen├╝ber 1991 um 57.450 Personen abgenommen (1991 960.786 Besucher).

Letztes Jahr (2005) haben 1.109.657 Personen den Zoo Hannover besucht (Presseinformation des Zoos).

Herr Machens hat einen hohen Stand an kosteng├╝nstigen Jahreskarten. 2003 bezifferten die Zeitschrift „Stern“ sowie heise-online (jeweils 14.4.2003) die Zahl auf ├╝ber 60.000 Jahreskarten, die „HAZ“ schrieb vor Jahren von 65000 Jahreskarten, die Firma viisage nannte eine Zahl von ├╝ber 75000 Jahreskarten. Diese Zahl soll sich inzwischen noch einmal betr├Ąchtlich vergr├Â├čert haben - die Firma Bosch spricht auf ihrer Homepage BoschLive vom 02.11.2006 im Rahmen des Themas „statische Gesichtserkennungsverfahren und Biometrie“ von rund 90.000 Jahreskarten im Zoo Hannover. Auf der letzten Jahreshauptversammlung der Zoofreunde sprach Herr Machens davon, wenn man den Index 20 f├╝r Dauerkarten (vom VDZ empfohlene Berechnungsgrundlage anderer Zoologischer G├Ąrten in Deutschland - zweifelsohne werden manche Zoos auf diese Weise ihre Besucherbilanz auch versch├Ânern) zugrunde legen w├╝rde, dann h├Ątte der Zoo Hannover zwei Millionen Besucher. Die Differenz von 1,1Millionen (2005) zu 2 Millionen macht erstaunliche 900.000. Wenn man die von der Firma Bosch bezifferte Jahreskartenzahl (Basis 90000) einmal hochrechnet und man hier den Index 20 nimmt, kommt man auf die Zahl 1,8 Millionen. Wenn man 1,8 Millionen von 2 Millionen abzieht, kommt man auf die Zahl 200.000, die f├╝r alle Einzelkarten ├╝brig bleibt (kommt mir selbst sehr niedrig vor). Selbst unter Einbeziehung der n├Ąchst kleineren von viisage genannten Jahreskartenanzahl von 75000 blieben bestenfalls 600.000 Einzelkarten ├╝brig.

Die Jahreskarte f├╝r Erwachsene kostet 55 Euro. Eine Einzelkarte kostet 18 Euro im Sommer.
Bereits der vierte Zoobesuch pro Jahr ist billiger als die (Sommer-)Einzelkarten. Wenn ich also den Gegenwert der Jahreskarte mit 4 Besuchen ansetze, komme ich auf die Zahl von rund 360.000 „bezahlten“ Besuchen.

Wenn ich die Zahl der von mir errechneten Einzelkarten sowie diesen Gegenwert der Jahreskarten zusammenaddiere, komme ich auf gerade einmal auf 560.000 „zahlende“ Besucher (die anderen nutzen die Jahreskarte nach der ersten „Gegenfinanzierung von vier Besuchen“ faktisch gratis – nebenbei bemerkt: jede Drehkreuzbewegung wird gez├Ąhlt, also werden t├Ągliche Dauerkartennutzer auch 365-mal gez├Ąhlt und nicht nur 20-mal.) Selbst wenn man die Zahl von viisage als Basis (75.000) heranziehen w├╝rde, blieben h├Âchstens „zahlende“ 900.000 Besucher pro Jahr – auch hier eine erheblich kleinere Zahl als die vom Zoo genannten 1.109.657 Besucher.

Andererseits wird aber auch eine andere Zahl von Herrn Machens plausibel. Laut Pressemeldung des Zoos Hannover ├╝ber den Rekord-August kommen 62% aller Besucher (Tages- UND Jahreskarten) von au├čerhalb der Region (Gro├čraum) Hannover. Bei den Tageskarten machen die "├ťberregionalen" 81% aus. Bei 1,1 Millionen w├Ąren dies fast 700.000 Besucher, eine Zahl, die sich mit den Jahreskartenbesuchen eigentlich nicht vertr├Ągt.

Meiner Beobachtung nach, gehen auch genau so viele Menschen gleich zum Drehkreuz bzw. erst zur Kasse.

Fazit: Selbst unter Ber├╝cksichtigung unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen betr├Ągt der Unterschied zwischen 903.336 Besuchern (1992) und 1,1 Millionen Besuchern im Jahr 2005 nur rund 200.000 – in Anbetracht der Preissteigerungen auch schon eine sch├Âne Summe.

Wenn ich die „zahlenden“ Besucher (zweifellos unterschiedliches Preisniveau und unterschiedliche Berechnungsgrundlagen) als Basis nehme, h├Ątte es im Zoo Hannover sogar einen Besucherr├╝ckgang (!) von 756.003 (1992) auf 560.000 (von mir unter allem Vorbehalt gesch├Ątzte Zahl) gegeben. Vermutlich werden beide Zahlen aber enger beieinander liegen.

Insofern haben die Hannoveraner durch den Kauf von Jahreskarten l├Ąngs selbst den Beweis angetreten, dass f├╝r sie schon heute die Schmerzgrenze l├Ąngst erreicht ist.


Der Zoo Hannover hat seit Jahren immer noch einen Zuschuss von mehreren Millionen Euro
im Jahr n├Âtig und ist weit entfernt von einer Selbstragung. Der fast gleich teure Tierpark Hagenbeck hat sich bis in j├╝ngste Zeit selbst tragen k├Ânnen – erst in neuerer Zeit hat sich die Situation angespannt.

Laut Herrn Machens machen dem Zoo die Energiepreise und die Mehrwertsteuererh├Âhung zu schaffen. Ich denke aber auch, dass ein betr├Ąchtlicher Teil des Eintrittsgeldes zur Schuldentilgung verwendet wird und man den Preis bei einer konsequenten einmaligen Sondertilgung (beispielsweise durch die Region Hannover) um sicher 5 Euro senken k├Ânnte (Spekulation von mir). Stattdessen wird der Schuldenberg weiter erh├Âht.

Leider will Herrn Machens laut „HAZ“ aus der letzten Woche nun zur Finanzierung seines Prestigeobjektes Yukon Bay auch noch das gesamte Zoogel├Ąnde an einen Investor auf Erbpachtbasis f├╝r 12,5 Millionen Euro verkaufen und dann f├╝r 700.000 Euro j├Ąhrlich zur├╝ckpachten – finanziert ├╝ber steigende Besucherzahlen …

Ich m├Âchte meine Ausf├╝hrungen nicht als Einladung f├╝r eine Preiserh├Âhung von Jahreskarten missverstanden wissen – ganz im Gegenteil. Die Jahreskartenpreise von 55 Euro bzw. 135 Euro f├╝r Familien sind angemessene Preise, f├╝r Erwachsenen-Eintrittskarten halte ich 10 (bis 12) Euro f├╝r einen fairen Preis.


Ich w├Ąre im Sinne des Zoo Hannover sehr dankbar und h├Ątte auch kein Problem damit, wenn man mir bei den Besucherzahlen einen kardinalen Denkfehler oder auch nur Rechenfehler beweisen w├╝rde.
(02.11.2006, 10:19)
Sacha Beuth:   @Thomas W.: Da sind m. E. einige sehr gute Vorschl├Ąge darunter. Ausser das mit der Taschen-Zwangsabgabe und den mitgebrachten Br├Âtchen. Damit w├╝rde man viele Leute - auch mich als Zoofan - enorm ver├Ąrgern. Wenn Leute vergrault werden, kommen sie nicht wieder. Es w├Ąre absolut kontraproduktiv. Zumal man es auch nicht fair handhaben k├Ânnte. Was machen M├╝tter mit Kleinkindern ohne Taschen? Oder Fotografen? Und dann jedes Kleidungsst├╝ck und jede Tasche nach mitgebrachten Nahrungsmitteln durchsuchen? Und selbst wenn, dann m├╝ssten die Zoos auch eine riesige Palette an Babynahrung und Spezialern├Ąhrung (z. B. f├╝r Leute mit Mehl- oder Milchallergie) zur Verf├╝gung stellen. Das ist nicht machbar und darum - Verzeihung f├╝r die harten Worte - absoluter Quatsch.
(02.11.2006, 10:04)
Thomas W.:   Ok, beim Field Museum in Chicago zahlt man zwischen 20 und 30 Dollar Eintritt und das Haus hat trotzdem ├╝ber 2 Mio (auch arme) Besucher im Jahr.
Ich denke, eine ├Âffentliche Einrichtung, welche die Gelder erh├Âht, w├Ąre gut beraten die ├ľffentlichkeit durch irgendetwas anderes zu beruhigen. Da w├Ąre zB ein Hinweis, dass 1-2 euro mehr direkt ein neues Geb├Ąude finanzieren (Elefantenpark K├Âln), oder aber, zB am ersten Sonntag im Monat der Eintritt frei ist (h├Ąufig in den USA, auch schon gesehen in Paris). An diesem Tag ist der Zoo dann nat├╝rlich voller armer Leute... Marktwirtschaftlich profitiert der Zoo dann nicht nur durch den "sozialen" Ruf, sondern auch dadurch, dass die Leute eventuell richtig sch├Ân im Zoo konsumieren (Fre├čmeile etc). Derartige Aktionen verbunden mit einer Preiserh├Âhung w├Ąren politisch klug. McDonalds hat dem Field Museum zB Sue f├╝r 15 Mio Dollar spendiert, daf├╝r durften Sie ein Restaurant er├Âffnen. Die Verpflegungsm├Âglichkeiten in den meisten Deutschen Zoos erinnern immernoch an Pommesbuden aus den zoern (mit sch├Âner Ausnahme in Berlin). Hier geht den Zoos eine unglaubliche Menge geld verloren. ZB Kinos verdienen mittlerweile mehr beim Popcorn als mit Filmen. Auch k├Ânntge man die leute dazu zwingen Taschen abzugeben (so gesehen im Shedd Aquarium). Ein Schlie├čfach kostet dann zwei Euro, plus die Tiere sterben nicht mehr an ins Beken geworfenen Gegenst├Ąnden, und die Leute m├╝ssen im Zoo konsumieren und k├Ânnen nicht einfach ihr billiges Br├Âtchen mitnehmen.
Zoos haben also noch ein paar interessante M├Âglichkeiten um mehr Geld zu verdienen. Ein guter Trick w├Ąre auch, Schulklassen (fast) umsonst in den Zoo einzuladen, es ist nachgewiesen, dass viele dann auch mit Ihren Familien den Zoo nochmals sehen wollen, da bekommt man das Geld dreimal wieder rein. Ebenso sollte man versuchen, bestimmte Bev├Âlkerungsschichten anzusprechen, welche sonst nur selten in den Zoo gehen. In der Zeitschrift des K├Âlner Zoos habe ich mal gelesen, dass 30% der Russlanddeutschen aber nur 5% der t├╝rkisch-deutschen Bev├Âlkerung in den Zoo gehen. Diese 5% kamen auch nur in den Zoo, weil Ihre Kinder diesen mal mit der Schule besuchten und quengelten.
(01.11.2006, 19:15)
Shensi-Takin:   @Matthias: mit Verlaub: mich ungefragt zu duzen ist eine Sache-mir aber fehlendes Hintergrundwissen zu unterstellen eine andere...Es ist ratsamer, derlei Diskussionen nicht zu pers├Ânlichen Beleidigungstiraden abweichen zu lassen. Das bringt das Ganze nur unn├Âtig ins Stocken.
Gewiss, Hannover mag durchaus seine Berechtigung daf├╝r haben, die Eintrittspreise zu erh├Âhen. Doch ist eine abnehmende staatl. Subvention mitsamt erh├Âhter Erwartungshaltung seitens der Besucher(die zu erf├╝llen es nicht unbedingt immer des Baus immer spektakul├Ąrer und v.a. kostspieligerer Anlagen bedarf)nicht der Freifahrtschein daf├╝r, seine finanziellen Quellen daf├╝r v.a.
durch unm├Ą├čige Erh├Âhung der Eintrittspreise zu beziehen. Derlei Denken seitens der Verantwortlichen ist recht kurzsichtig und bezieht nicht ein, dass die Zahlungsf├Ąhigkeit des Besuchers fr├╝her oder sp├Ąter ersch├Âpft ist; diese Kuh l├Ąsst sich nicht ewig ausmelken.
Des weiteren: mitnichten ist davon auszugehen, dass der Bildungsauftrag eines Zoos sich auf Erm├Ą├čigungen f├╝r Sch├╝ler/Studenten erstreckt; ich setzte mit meiner Formulierung voraus, dass dies jedem klar sein m├╝sste. Dennoch halte ich eine solche Erm├Ąssigung gerade in Bezug auf den Bildungscharakter eines Zoos durchaus f├╝r bedeutsam, wird so doch ein Anreiz f├╝r interessierte jugendliche Besucher geschaffen -u.a. eine Hauptgruppe an Addressaten im Sinne einer allg. Bildungsf├Ârderung.
Oha, man ist gespannt auf meine Argumentation? Das ehrt mich aber ungemein: Nun, Museen haben ganz ├Ąhnliche Problem wie Zoos: man will interessant(was meist durch immer neue, dem jeweiligen Zeitgeist gem├Ą├če Exponate erreicht wird) und zugleich wissensvermittelnd sein, hat aber Schwierigkeiten, die n├Âtigen finanziellen Mitteln zu bekommen. Um an ihr Geld zu kommen, versuchen Museen ganz ├Ąhnliche Wege wie Zoos zu gehen-erh├Âhte Eintrittspreise, vermehrtes Sponsoring seitens von Stiftungen, Merchandising usw. usw. -mit mehr oder minder wechselnden Erfolg. In den USA kann man in Museen etwas beobachten, dass in Us-Zoos des h├Ąufigeren, zunehmend auch in Europa(z.B., wie ich unl├Ąngst bemerken konnte, im Zoo Bratislava) und vielleicht bei Intensivierung auch f├╝r dt. Zoos eine zus├Ątzliche/alternative Geldbezugsquelle darstellen k├Ânnte: die Integration gr├Â├čeres Sponsorships von seiten gro├čer internationaler Industriegesellschaften ins Geschehen.
Zwar existiert dies bereits in der einen oder anderen Form auch hierzulande, doch k├Ânnte derartiges noch weiter ausgebaut werden. Des weiteren haben Museen einen Vorteil: die meisten Menschen halten es f├╝r gesellschaftlich akzeptabel, wenn reiche Privatpersonen einem Museum eine gr├Â├čere Summe zukommen lassen.
Bei Zoos haftet derartigem hierzulande meist die Kritik der Zoogegener und der Makel Zoo= Menagerie an.
Durch Intensivierung der ├Âffentlichen Aufkl├Ąrungsarbeit(und tats├Ąchlichen Handelns des Zoos)zugunsten der Vorstellung moderner Zoo = Naturschutz k├Ânnten vielleicht mehr
Privatzuwendungen erreicht werden.
Apropo Zoo & Museum: vielleicht w├Ąre es in Zeiten leerer Kassen angebracht, derartige Institutionen aneinander n├Ąher zu bringen, sprich Wege zu finden, so dass die gleiche Subventionen sowohl dem Zoo wie auch dem ├Ârtlichen Naturkundemuseum(unter Zusam,menarbeit) zuguute kommen k├Ânnten. Anzustreben w├Ąre vielleicht auch ein Synergismus bzw. flie├čender ├ťbergang von Zoo und Museum/botanischer Garten,
so dass am Ende die finanziellen Mittel, die fr├╝her je einem zur Verf├╝gung standen, nun einer einzigen Institution zuguute kommen; Bsp. hierf├╝r w├Ąre etwa das gelungene Sonaroa Desert Museum in Arizona, USA.

Kein Zoo sollte wegen "Billigheimerei" und "Super-Sparpreisen", um es auch den knausrigsten Besucher recht zu machen und diesem das n├Âtige Wissen zu vermitteln, zum finanziellen Ruin
"gezwungen" werden; ebensowenig kann es angehen, dass Eintrittspreise f├╝r Zoos f├╝r einen gro├čen Teil der ├Ârtlichen Bev├Âlkerung kaum bzw. nicht mehr auf lange Sicht finanziell tragbar werden. Hierf├╝r m├╝ssen andere Wege gefunden werden-z.B. der hier erw├Ąhnte der Verschmelzung verschiedener Institutionen von Zoo/ Museum/ Botanischer Garten unter Beibehaltung eines f├╝r breite Bev├Âlkerungsschichten akzeptablen Eintrittspreises(z.B.:
je nach Jahreszeit $9-12 f├╝r Erwachsene und $2-4 f├╝r Kinder beim Sonora Desert Museum).
http://www.desertmuseum.org/

(01.11.2006, 17:49)
Sac ha Beuth:   @Matthias: Ich glaube genau bei der Reduktion der Zusch├╝sse liegt der Hund begraben. Eben weil ein moderner, echter Zoo nicht nur Freizeiteinrichtung ist, sondern auch Artenschutz, Forschung (leider viel zu selten) und Bildung betreibt, verdient er diese Zuwendungen auch. Da alle dazu beitragen (Steuern), sollten auch alle davon profitieren (m├Âglichst niedrige Eintrittspreise).
Ein Zoo sollte sich nach M├Âglichkeit nicht an der Grenze zum finanziellen Bankrott bewegen, da gebe ich Dir absolut recht. Hier ist vor allem die Zoof├╝hrung gefragt. Wie ich weiter unten schon geschrieben habe, haben l├Ąngst nicht alle Zoos alternative Geldquellen ausgesch├Âpft. Die finanziellen Mittel f├╝r z.B. neue Anlagen kann man sich - zumindest teilweise - auch bei den Reichen holen (z.B. durch Firmenevents, gezieltes Namensponsoring f├╝r einen Neubau), ohne dass deshalb die ├Ąrmere Bev├Âlkerungsschicht f├╝r einen Zoobesuch tiefer in die Tasche greifen muss.
Andererseits darf es nicht zu einem rein gewinnorientierten Handeln kommen. Ansonsten w├╝rden viele (auch bedrohte) Tierarten aus den Zoos entfernt und man h├Ąlt nur noch die Zugpferde.
Ausserdem stellt sich die Frage, ob ein Zoo allein durch das Verursacherprinzip finanziert werden soll, also allein durch die Zoobesucher. F├╝r was brauchen wir dann z. B. Versicherungen? Und was machen wir dann aus den Steuergeldern, mit denen Drogenabh├Ąngige, Obdach- oder Arbeitslose unterst├╝tzt werden?
(01.11.2006, 17:09)
Matthias:   Zitat von Shensi-Takin: "...unnoetig hohe Preise..."
Angesichts immer kleiner werdender Zuschuesse und dem Druck Besucher durch immer neue Anlagen in die Zoos zu bringen, ist es wohl eher nicht gerechtfertigt, von unnoetig hohen Eintrittspreisen zu sprechen.
Das bei fehlender Ermaessigung fuer Schueler und Studenten (nicht nur in Hannover, sondern auch z.B. in Muenster, Hagenbeck, Emmen) gleich wieder der Bildungsauftrag der betreffenden Einrichtung in Frage gestellt wird, zeugt nicht gerade von viel Hintergrundwissen, was den Bildungsauftrag der Zoos anbelangt. Hier wird der Bildungsauftrag so reduziert, dass im Umkehrschluss jeder Zoo seinem Bildungsauftrag nachkommen wuerde, einfach nur durch Schueler und Studenten ermaessigt in den Zoo zu lassen.

Der Vergleich mit Museen kann natuerlich gemacht werden, nur habe ich eben andere Einrichtungen gewaehlt. Ich bin gespannt auf deine Argumentation, dass Zoos zu teuer seien, unter Einbeziehung der Museen.

Ich kann auch nach wie vor nicht verstehen, dass ein Zoo, der schliesslich vom oekonomischen Prinzip dasselbe ist wie andere Freizeiteinrichtungen und Freizeit-/Bildungseinrichtungen, anders handeln sollte als diese. Warum hat sich ein Zoo an der Grenze zum finanziellen Bankrott bewegen zu muessen? Was hat das mit Bildungsauftrag zu tun?
(01.11.2006, 16:05)
Shensi-Takin:   Hat der Karstadt einen Bildungsauftrag? Wohl eher nicht. Anstatt Zoos immer wieder unzureichend mit Kaufh├Ąusern und Musikkonzerten in einen topf zu werfen, w├Ąre vielleicht der Vergleich mit Museen angebrachter; beide stellen sowohl Unterhaltungs-(ich denke da auch z.B. an interaktive Museen ala "Mensch & Natur")Bildungsst├Ątten dar und haben mit ganz ├Ąhnlichen Problemen hinsichtlich Preisen/ Attraktivit├Ąt etc. zu k├Ąmpfen. Bzgl. Hannover und keine Sch├╝ler-/Studentenerm├Ą├čigung: soviel zum Thema "Erf├╝llung des Bildungsauftrages"...

Der Zoo an sich muss nicht die Lasten aller Welt tragen(warum sollte er auch?)-doch sollte auch nicht kontr├Ąr der Zeichen der Zeit gehandelt werden8u.a., indem man in wirtschaftlich kargen Zeiten unn├Âtig hohe Preise verlangt).

Dass ein heutiger moderner Zoo im Prinzip allen Bev├Âlkerungsschichten offenstehen sollte, ist kein "Optimum", sondern vielmehr eine Selbstverst├Ąndlichkeit. Zwar wird es immer Menschen geben, die das Geld f├╝r den Eintritt nicht zusammenbringen k├Ânnen-doch deren Zahl d├╝rfte bei weiter erh├Âhten Preisen fatalerweise noch steigen. Der Zoo als alleiniger Tummelplatz der finanziell Priviligierten? Das erinnert verbl├╝ffend an die Simpsons-Episode mit Ron Howard und dessen Kindern...

Es bleibt die Frage bestehen: warum gehen die Menschen dennoch trotz erh├Âhter Preise immer noch, ja sogar in gr├Â├čerer Zahl in die Erlebniszoos/-aquarien? Zum einen scheint es dem Gro├čteil der dt. Bev├Âlkerung(noch) finanziell gut zu gehen-zum anderen d├╝rfte die Zahl der Zoo-Besucher insofern zugenommen haben, als dass derlei Erlebnisanlagen den Zeitgeschmack des heutigen Publikums eher zu entsprechen scheinen und man daf├╝r(bis zu einer bestimmten Grenze9 mehr zu zahlen bereit ist. Aber wie bereits gesagt: mal abwarten, wie sich die Situation verh├Ąlt, wenn dieser Zeitgeschmack sich ├Ąndern, neue ├Ąhnliche Anlagen als Konkurrenz entstehen und die finanzielle/gesellschaftliche Lage in Deutschland ver├Ąndern sollte...
(01.11.2006, 14:57)
Matthias:   Zoos muessen also allen Bevoelkerungsschicjten den Zugang gewaehren, und sei es durch billigen Eintritt? So zumindest verstehe ich das bei einigen von euch hier.
Das waere natuerlich das Optimum, aber um was sollen sich denn Zoos noch kuemmern? Das gesamtgesellschaftliche Problem von neuer Armut, sollten wenn schon alle tragen. Wenn die Zoos diese Aufgabe erfuellen sollen, muessen die Kommunen/Land/Staat dafuer Zuschuesse zahlen. Das ist uebrigens auch ein Grund, warum im Zoo Hannover keine Schueler/Studenten mehr Ermaessigung bekommen.
Zoos koennen nicht alle Probleme dieser Welt loesen! Oder gibt es bei Karstadt auch schon Rabatt gegen Vorlage des Hartz-IV-Ausweises?
(01.11.2006, 10:25)
Shensi-Takin:   Aufwertung des Zoo-Besuches durch Erh├Âhung des Preises? Fortw├Ąhrender Vergleich ├╝berteuerter Freizeitparks(die meist einmal und nie wieder besucht werden)bzw. teurer Musikveranstaltungen/ Sportveranstaltungen(deren Frequenz im Laufe des Jahres/ im Leben der meisten Menschen gesehen eher einstellige Zahlen annimmt)mit der Einrichtung Zoo, die als mehrmals im Jahr besuchte M├Âglichkeit der Freizeitgestaltung mit der gesamten Familie dient? Mit Verlaub, da wird etwas zu sehr von einem gewissen elfenbeinernen T├╝rmchen aus agumentiert; durch das Horn l├Ąsst sich nur eine begrenzet Zeit(seien es zehn Jahre oder ein bi├čchen mehr) sto├čen. Denn die wenigsten Illusionssuchenden w├Ąhlen zur Erf├╝llung derartiger Gel├╝ste den Zoo aus-vielmehr sucht das Gros der Familien nach ansprechender Unterhaltung im Zoo-und die kann vielerlei Gestalt annehmen(jedoch nicht unbedingt die des gnadenlos ├╝berteuerten "Einmal-im-Jahr-G├Ânnen-wir-uns-Luxus-auf-Teufel-komm-raus-Besuch"). Leben auf Pump sollte nicht damit gef├Ârdert werden, indem man in allen Belangen des ├Âffentlichen Lebens weiter an der Preisschraube dreht.
Nat├╝rlich verlangen die Besucher viel, ja mitunter zuviel vom modernen Zoo-und ohne Gelder l├Ąuft da nix. Doch wie beim Kino-um einen weiteren unzul├Ąnglichen Vergleich herbeizubem├╝hen-├╝berlegt sich der Kunde mit Ausnahme des hartn├Ąckigen Cineasten und des jedlicher anderer Freizeitm├Âglichkeit beraubter Erziehungsberechtigen samt nervenden Anhang, ob sich denn der hohe Eintrittspreis in Hinblick auf Kosten/ Nutzen rentiert und schreckt dann irgendwann zur├╝ck-sp├Ątestens dann,wennn sich die wirtschaftliche Lage in D und im speziellen pers├Ânlichen Fall weiterhin verschlechtert.
Der Zoo d├╝rfte dann wie der Kino-Besuch einer der ersten Sachen sein, an denen der Rotstift in der famili├Ąren Haushaltsplanung angesetzt wird, sollten die Zoo-Eintrittspreise vom unteren zwei-in den mittleren/h├Âheren zweistelligen bis hin zum dreistelligen Bereich(Hammonds "Dino Park" der Priviligierten l├Ąsst gr├╝ssen) klettern.(Ironie aus). Apropo Ironie aus-s.a. dementsprechend meinen Beitrag bzgl.
Beuscherzahl-Errechnung(!).
Ich spreche den Zoos zwar nicht das (wohlverdiente) Recht einer ben├Âtigten Preiserh├Âhung zur Deckung der Kosten ab, sage aber voraus, dass irgendwann Eintrittspreise erreicht sein werden, die selbst den gr├Â├čten "Event"-suchenden Realit├Ątsfl├╝chtling unsanft mit der rauhen Gegenwart konfrontieren
und manch einen aus einem selbsterklommenen Elefenbeinturm heraussch├╝tteln-kurzfristige Werbekampagne oder ausgekl├╝geltes, langfristiges Werbekonzept(sic!) hin oder her. Zoos lassen sich-da sie gegen├╝ber dem Volk anders als die Universal Studios oder Disney Land einen Bildungsauftrag(zumindest nach dem Papier her) erf├╝llen sollten, unzul├Ąnglich mit derlei Freizeitparks, Konzerten, Sport-Mega-Veranstaltungen und anderen "Event"-Veranstaltungen vergleichen; vielmehr m├╝ssen sie allen Bev├Âlkerungsschichten den Zugang zur
Bildung erm├Âglichen(jedenfalls hierzulande). Und derlei Theorie beisst sich mit der Realit├Ąt von Eintrittspreisen, die gerade
bei gr├Â├čeren Familien jedliches Haushaltbudget sprengen. Ich glaube auch nicht, dass arme Schlucker sich in die Schuldenfalle werfen, nur um Freizeitparks/ respektive Zoos besuchen zu k├Ânnen, und sich an einer
versuchten Afrika-Imitation zu berauschen...
Wer seinem Kind ein 125€ K├Ąppi kauft, verdient einen saftigen Preisaufschlag-und das, um p├Ądagogisch langwirkend zu sein, nicht nur beim Zoo; die wenigsten
Eltern d├╝rften indes derartige n├Ąrrische Possen mitmachen(die mir bekannten tun's jedenfalls nicht, und ich werd' mich davor h├╝ten, bei meinen Kindern derartiges zu versuchen-was ein durchaus schwieriges Unterfangen sein wird;).

Ich habe bewusst "neu" im Klammern gesetzt, um darauf hinzuweisen, dass diese Entwicklung(auch international gesehen-denn es gibt auch ein Zoo-Lbene au├čerhalb Hannovers und gar Deutschlands, gell?;)hin zum Erlebniszoo nicht unbedingt neu(sic!) ist. Ich glaube allerdings kaum, dass sich Familien irgendwann mal sagen: "Du, wir streichen den Malle-Urlaub/Ski-Urlaub,das Robbie-Williams-Konzert und den Besuch bei der Oma und g├Ânnen uns stattdessen f├╝r einen Tag die Afrika-/Alaska-Illusion in unseren benachbarten "Event-Erlebnis"-Zoo"; so hoch in der Gunst rangieren Zoos nur bei den wenigen hier versammelten
Zoofans(und daas gewi├č nicht mal bei allen),um es mal ├╝berspitzt zu formulieren). Keine Familie wird stolz sagen "Wir st├╝rzen uns in die Schuldenfalle, nur um den Zoo besuchen zu k├Ânnen"-da sind Urlaub/ Klamotten/Auto/ etc. weitaus wichtiger. Des Weiteren: ich w├╝rde nicht damit rechnen, dass dieser Trend der Verschuldung zur Aufrechterhaltung der Selbstillusion mithilfe von "Event"-Absolvierung eine l├Ąngerfristige Lebenserwartung hat; allzubald zerplatzt diese Seifenblase an den Spitzen der Realit├Ąt.

Apropo Formulierung: ich hoffe, dass dieser mein Text jetzt nicht postwendend Wort f├╝r Wort auf die
Goldwaage gelegt wird. TIA.
(01.11.2006, 01:38)
Michael Mettler:   @Zoosammler: Ich schlie├če mich den Ausf├╝hrungen durchaus an! Wir leben in einer Zeit, in der es anscheinend f├╝r eine breite Masse der Bev├Âlkerung wichtig (und das Geld wert)ist, wenigstens hie und da in eine Illusion eintauchen zu k├Ânnen - um der Realit├Ąt zu entfliehen. Da w├╝rde ich mich selbst nicht mal ausnehmen. Der eine reist in einen Urlaub, den er sich eigentlich nicht leisten kann (notfalls per Kreditaufnahme); der zweite kauft sich s├╝ndhaft teure Markenklamotten, die nicht praktischer oder bequemer als billige sind, aber ihm ein wenig Glamour bieten; der dritte leistet sich einen Besuch in einer Freizeiteinrichtung (und m├Âchte dort, um es mit einem anderen beliebten Thema hier zu verkn├╝pfen, vielleicht einfach nur die Illusion genie├čen und nicht unebdingt etwas "lernen m├╝ssen").

So etwas gab es bestimmt schon immer - nur heute ist es "Massensport" und eigentlich ein bezeichnendes Symptom daf├╝r, wie es um das Lebensgef├╝hl in unserer Gesellschaft steht. Als ich Kind war, waren meine Eltern mit einem Paar mit zwei kleinen Kindern befreundet, das zwar jede Mark dreimal umdrehen musste, sich aber m├╝hsam einen BMW vom Munde abgespart hatte. Durch seine pure Existenz versetzte dieses Auto alle vier Familienmitglieder in ein Gl├╝cksgef├╝hl, selbst wenn es nur selten gefahren wurde. Eine nicht zu untersch├Ątzende Wirkung, finde ich.

@sleipnir: Falls es dich beruhigt - auch ich hatte Lebensphasen, in denen ich mir den Kauf einer Zeitschrift verkniffen habe, weil mir das Geld anderswo gefehlt h├Ątte. In dieser Zeit habe ich ├╝brigens lieber auf vieles Andere verzichtet als auf meine Zoobesuche - und das war noch der "alte", "billigere" Zoo Hannover.

Mein Vergleich mit anderen teuren Angeboten r├╝hrt einfach daher, dass ich einen enormen Widerspruch darin sehe, was von den Zoos (auch und gerade hier im Forum) alles an Leistungen gefordert wird - aber das alles darf den "Nutzer" nur m├Âglichst wenig kosten. Da stimmt doch was mit dem Preis-Leistungs-Verh├Ąltnis nicht, oder? Wo soll denn die Subvention herkommen? "├ľffentliche Gelder" sind im Endeffekt schlie├člich ebenfalls UNSER Geld!
(31.10.2006, 20:49)
Zoosammler:   Um das noch fortzusetzen:
Vielleicht entsteht bei Nutzung dieser s├╝ndhaft teuren Erlebnisaktivit├Ąten, die ja meist dann auch noch weitere Extras wie einen Restaurantbesuch, eine lange Anfahrt, diverse Souvenirs, etc., beinhalten, ja mal die Illusion sich einmal "um Geld keine Gedanken machen" zu m├╝ssen, nach dem Motto: "Heute haben wir Spa├č. Punkt aus. Mutti darf jetzt ruhig noch einen Kaffee extra trinken und danach kriegen alle noch ein Eis. Die Woche f├Ąngt fr├╝h genug wieder an."
In einer Zeit, in der eben immer weniger Leute sich WIRKLICH REAL "keine Gedanken um Geld" mehr machen m├╝ssen, ist diese Illusion, dazu doch in der Lage zu sein, vielleicht viel wichtiger, werden entsprechende Angebote vielleicht viel eher genutzt, ja entstehen entsprechende Angebote ja sogar erst neu, als zu Zeiten, in denen viele sich wahrhaftig nicht um Geld sorgen mussten.

Und noch einen Schritt weiter: Vielleicht sind die hohen Eintrittspreise ja auch bis zu gewissem Grad ein Erfolgsrezept.
Sie erheben n├Ąmlich die Sache, f├╝r die der Eintritt bezahlt wird. Erzeugen hei├če Luft, bluffen. Machen Glauben, diese Sache sei etwas Besonderes.
Ein popliger Heimattierpark oder ein Minigolfplatz, f├╝r die man vielleicht einen akzeptablen, im Laufe der Zeit kaum ver├Ąnderten Preis zahlt, sind ja zu profan um dieses "Heute haben wir Spa├č, koste es, was es wolle!"-Defizit auszuf├╝llen.
(31.10.2006, 19:29)
Zoosammler:   Auch ich finde es nicht besonders ├╝berzeugend, einfach noch teurere Angebote anzuf├╝hren, um ein schon eigenst├Ąndig teures zu legitimieren.
Man darf aber nicht vergessen: Weder sind in Deutschland alle superreich (oder Tierpfleger *g*) noch arm.
Es gibt ein gro├čes (wenn auch immer kleiner werdendes) Mittelfeld (auch wenn, um beim von sleipnir angesprochenen Thema zu bleiben, es sich hierbei bereits in Teilen um das "Prekariat" handelt). Und eben dieses Mittelfeld, dass in keiner Weise mit Geld um sich schmei├čen muss, aber dennoch noch in der Lage ist, finanzielle Priorit├Ąten zu setzen, hat im Laufe der letzten Jahre (vielleicht sogar ansatzweise Jahrzehnte) eine ausgesprochene "Eventkultur" entwickelt. W├Ąhrend f├╝r vieles scheinbar "Allt├Ągliche" ebenso oft kein Geld mehr ausgegeben werden kann, wie f├╝r Gro├čprojekte, wird f├╝r "Erlebnisangebote" und Event-├Ąhnliche Freizeitaktivit├Ąten ohne Probleme viel Knete ausgegeben. ├ťber die Woche wird gerechnet und bescheiden gelebt, aber dann will man am Wochenende auch was "Richtiges" erleben, einen Erlebniszoo, einen Ausflug in die "tolle" Ski-Halle, ein Besuch im Europa-Park oder ein neuer Film im Multiplex-Palast.
Auch diesen Leuten ging es ja im Durchschnitt im Laufe der letzten Jahre eher immer weniger gut. Und generell sind Optimismus und gute Stimmung momentan nicht weit verbreitet - da kommt man durch solche Attraktionen mal aus der allt├Ąglichen Sorgenwelt raus (wenn ich mich nicht irre, hat ausgerechnet Michael Mettler genau das vor langer Zeit hier im Forum mal festgestellt - und er hat Recht).

(31.10.2006, 19:21)
sleipnir:   @ Michael Mettler:
Ich kann deiner Argumentation wirklich nicht mehr ganz folgen!
Kennst du den neuen "Armutsbericht"?
Mit welchem geplagten Vater hast du gesprochen?
War er HartzIV-Empf├Ąnger oder im Niedriglohnsektor besch├Ąftigt, wohl kaum?
Auch wenn es f├╝r viele Menschen in Deutschland nicht vorstellbar ist, leben deutschlandweit 13 Millonen Menschen(!!!) unterhalb der von der EU festgesetzten, relativen Armutsgrenze!
Und da macht es f├╝r weitaus mehr Menschen als man denkt einen Unterschied ob man 8 oder 18 Euro Eintritt zahlt, wobei die 8 Euro schon f├╝r viele nicht drin sind.
Unverst├Ąndlich ist f├╝r mich auch, warum du st├Ąndig die eine teure Sache mit einer anderen vergleichst. Nat├╝rlich sind Freizeitparks, Konzerte, WM-Spiele etc. auch teuer, aber ist das eine Rechtfertigung einer breiten Bev├Âlkerungsschicht auch noch den Besuch in einem Zoo und dem vielleicht einzigen Zugang zu Natur- und Artenschutzthemen wegen zu hoher Eintrittspreise zu verbauen?
Ich habe heute einen sehr interessanten Artikel aus der TAZ gelesen, in dem unter anderem, kritisiert wird, dass in Deutschland die Debatte ├╝ber Armut und die "neue Unterschicht" haupts├Ąchlich von denen gef├╝hrt wird die in ihrem ganzen Leben noch nie unten waren!
Wer aus der Mitte der Gesellschaft ein Problem betrachtet, sieht nicht dasselbe wie jemand, der vom sozialen Rand auf die Gesellschaft blickt!

(31.10.2006, 19:11)
Andreas Hartung:   @Shensi-Takin & Matthias: F├╝r die Zoos in Heidelberg, Landau und Karlsruhe kann man an der Kasse eine Kombikarte f├╝r zehn Euro kaufen, die zum jeweils einmaligen Eintritt in alle drei Einrichtungen innerhalb eines Jahres berechtigt. Das Eckchen des entsprechenden Zoos auf der Karte wird beim Eintritt abgerissen.
(31.10.2006, 18:36)
Michael Mettler:   Hannover d├╝rfte eines der genauesten Systeme zur Ermittlung WIRKLICHER Besucherzahlen haben. Da Leipzig und Gelsenkirchen mit ├Ąhnlicher Technik arbeiten, wird es dort ├Ąhnlich sein. Andere Zoos - bei denen z.B. Dauerkartenbesucher am Eingang durchgewunken, aber nicht gez├Ąhlt werden - errechnen ihre "tats├Ąchlichen" Besucherzahlen nach einem vom VDZ empfohlenen Schl├╝ssel, bei dem z.B. f├╝r einen Dauerkarteninhaber 20 Besuche pro Jahr angenommen werden (diese Info fand ich im Berliner Gesch├Ąftsbericht). Auf diese Weise kommt man nat├╝rlich nur zu ungef├Ąhren Zahlen. Falls da kein Unterschied in der Errechnung gemacht wird, k├Ânnte sich mancher Zoo die Besucherzahl in einem verregneten Jahr (wo auch Dauerkartenbesitzer seltener im Zoo sein d├╝rften) durchaus "sch├Ân rechnen".

Was den "Reiz des Neuen" betrifft, m├Âchte ich mal dran erinnern, dass das Erlebniszoo-Konzept in Hannover nun schon zehn Jahre alt ist und die Besucherzahlen noch immer steigen. "Neu" w├╝rde ich das wirklich nicht mehr nennen. Genauso wenig wie die "ausgedehnte Werbekampagne", denn die ist keine Kampagne (was zeitlich begrenzt w├Ąre), sondern ein konstantes Werbekonzept mit saisonalen Spitzen.

Familien mit Kindern besuchen ├╝brigens auch Freizeitparks (die meines Wissens weit h├Âhere Eintritte verlangen) und Rummelpl├Ątze (wo sich die Ausgaben zwar auf mehrere einzelne St├Ąnde bzw. Fahrgesch├Ąfte verteilen, aber dennoch f├╝r den Tag summieren). Und seit dem Umbau des hannoverschen Zoos ist der Anteil der Familien mit Kindern unter den Besuchern ganz offensichtlich gestiegen, obwohl man wegen des beklagten Kostenfaktors doch genau das Gegenteil feststellen m├╝sste. (Ist das eigentlich in Leipzig auch so?)

Wenn heutige Kinder schon als Achtj├Ąhrige unbedingt eine Marken-Baseballcap f├╝r 125 € (!!) haben "m├╝ssen", um noch mitreden zu k├Ânnen (wurde mir gerade heute von einem geplagten Vater erz├Ąhlt!) - und mit der Kappe allein ist das Outfit schlie├člich noch lange nicht komplett -, ist der Zooeintrittspreis dagegen wirklich ein Witz.
(31.10.2006, 18:35)
Matthias:   Bei den Zoo-Paessen hast du meine volle Zustimmung. In Deutschland gibt es sowas nicht mal in Berlin, zumindest nicht das ich wuesste.
Allerdings widerspreche ich dir bei deiner Behauptung, dass die Besucherzahlen anhand der Einnahmen gemessen werden. Wie kommts du darauf? Im Zoo Hannover geschieht das am Drehkreuz mit Scanner.
(31.10.2006, 18:01)
Shensi-Takin:   Da muss ich widersprechen-u.a. auch im Hinblick darauf, was Frankfurter und andere bereits hier sagten: f├╝r Familien mit Kindern(die ja die Hauptzielgruppe sind-siehe auch AZA Untersuchung 2005) und finanzschwache Einzelpersonen d├╝rften in D derlei Kosten schon l├Ąngst nicht mehr tragbar sein. Dass dennoch die Besucherzahlen in Hannover(bislang) gestiegen sind, d├╝rfte u.a. an dem bislang(wobei Gelsenkirchen, Leipzig u.a.inzwischen nachziehen)in D eher noch gesondert darstehenden, "neuen" Erlebniszoo-Konzept liegen, an einer ausgedehnten Werbekampagne und dementsprechend h├Âherem Anteil von ausw├Ąrtigen Besuchern(die den Zoo eher nur selten mehrmals pro Jahr besuchen). Es wird sich in den n├Ąchsten Jahren zeigen, inwieweit dieses Konzept in D Bestand haben wird und wenn ja, wie die Konkurrenz durch andere "Erlebniszoos" auf Hannover Wirkung zeigen wird.
Des weiteren: wird die Besucherzahl nicht anhand der Einnahmen gemessen? Wenn ja, d├╝rfte die Summe in den letzten Jahren durchaus h├Âher gewesen sein-nicht aber wegen gr├Â├čerer Besucherzahlen, sondern gr├Â├čerer Einnahmen/ Kopf (Ironie aus;) durch ├╝berh├Âhte Eintrittspreise...Zwar ahben sich schon seit jeher Besucher ├╝ber die f├╝r ihre Begriffe hohen Eintrittspreise beschwert("50 Pfennig?!?! Das ist ja Wucher!"), doch denke ich, dass bei derlei Preisen, wie sie inzwischen in manchen Zoos erreicht werden, wirklich die Zahlungsf├Ąhigkeit/-lust vieler Besucher ersch├Âpft ist.

Man sollte Zoos nicht unbedingt dazu ermuntern, die Preisschraube noch weiter anzudrehen-irgendwann bringt auch der spendabelste Zoobesucher nicht mehr das passende Kleingeld f├╝r einen Besuch zusammen. Anstatt den Besuchern allzu sehr auszuquetschen, sollten die Zoos andere M├Âglichkeiten der Finanzierung ins Auge fassen-z.B. Sponsor-Vertr├Ąge mit gr├Â├čeren Firmen(k├Âstlich parodiert in "Wilde Kreaturen", aber in Ma├čen durchaus ├╝berlegenswert) oder-wie bereits erw├Ąhnt- Zoo-"P├Ąsse"/"Streifenkarten", die auch f├╝r andere dt. Zoos g├╝ltig w├Ąren bzw. Erm├Ąssigungen verspr├Ąchen und so die Menschen zu mehrmaligen Zoo-Besuchen /Jahr anregen w├╝rden.
(31.10.2006, 17:40)
Matthias:   Ich bin immer wieder ueberrascht, dass beim Zoo Hannover immer wieder gesagt wird, dass die Schmerzgrenze irgendwann erreicht waere. Als die grosse Umbauphase abgeschlossen war, hiess es, dass bei den Preisen die Besucherzahl auf Dauer nicht gehalten werden kann. Nun, ist ja auch richtig. In den letzten drei Jahren hat der Zoo Hannover jedes Jahr einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Trotz jedesmal hoeherer Eintrittspreise und nur kleineren Projekten (z.B. Mullewapp, Pandas, Woelfe, Hulmans).
Das deutet doch viel mehr darauf hin, dass die Akzeptanz, dass diese hohen Eintrittspreise gerechtfertigt sind, gestiegen ist.
Ich denke also, dass die "Schmerzgrenze" lange noch nicht erreicht ist. Wie uebrigens bei vielen anderen Sachen auch. Michael Mettler hat es ja bereits mit Bundesliga und Konzerten angedeutet. Koennte man mit Kino, Restaurant, etc. beliebig erweitern.
Uebrigens bezahlt man in einigen Zoos in der Wintersaison weniger als im Sommer. In Hannover sogar deutlich weniger, naemlich nur 11 Euro.
(31.10.2006, 16:27)
Shensi-Takin:   @Sacha Beuth: Richtig, danke f├╝r den Hinweis! Das kommt davon, wenn man zu sp├Ąter Stunde etwas beitr├Ągt...;)Der Lowry Park hat durchaus ├╝ppige Preise(bis zu $27 p.P).

@MM: Die Frage ist doch, inwieweit dieser Trend beim Hannover Zoo anhalten wird, wenn der Reiz des "Neuen" allm├Ąhlich verklingt und die Eintrittspreise derart bis an/ ├╝ber die Schmerzgrenze hochgezogen werden; dann hilft auch die weitl├Ąufigste Werbung wenig.
Gewiss, steht der Preis in Relation mit dem Angebot, bin ich gern bereit daf├╝r zu zahlen; doch zu h├Ąufig zahlt man eher zu viel denn zu wenig.

Was die Rabatte f├╝r Zootierpfleger/-tier├Ąrzte/-kuratoren usw. angeht: das finde ich durchaus vertretbar-deutet es doch auf eine gewisse, w├╝nschenswerte Kollegialit├Ąt hin.
(31.10.2006, 15:55)
Stefan Schubert:   Ein Wort zu den Eintrittspreisen in Grossbritannien: Viele der Zoos sind privat und bitten ordentlich zur Kasse! Die Preise erreichen durchaus niederl├Ąndisches Niveau. Hier besteht aber auch die M├Âglichkeit des Erwerbs einer Jahreskarte, die zum freien oder erm├Ąssigten Eintritt in eine ganze Reihe anderer Zoos des Landes (und teilweise auch Irlands) erm├Ąchtigt. So besteht die M├Âglichkeit, dass der zoointeressierte Tourist auch sein Budget im Rahmen halten kann, da sich die Ausgaben durchaus amourtisieren!
In Frankreich beispielsweise liegen die Preise sehr weit auseinander, zwischen gratis oder gering (€5-6,-) und €31,- f├╝r Marineland+ Petit-Farm in Antibes (einzeln €28+10,-). Eine Rolle spielt auch hier die Tr├Ągerschaft, ob komunal gef├╝hrt oder privat.
F├╝r mich pers├Ânlich gilt das Preis-Leistungs-Verh├Ąltnis, wenn der Park was bietet, zahl ich auch. Wie schon zur Sprache gekommen sind die Eintrittspreise letztendlich der geringste Kostenfaktor einer Zoo-Erlebnisreise!
(31.10.2006, 11:48)
Sacha Beuth:   @Shensi-Takin: Kleine Korrektur: LINCOLN Park Zoo in Chicago ist der Zoo mit Gratiseintritt, nicht der LOWRY Park Zoo in Tampa, Florida.
(31.10.2006, 10:16)
Michael Mettler:   @Frankfurter: Nein, ich bin kein Tierpfleger. Und wenn ich mich mit Kritik zur├╝ck halten soll, weil ich davon keine Ahnung habe, dann brauchen wir diesen ganzen Thread nicht, denn dann d├╝rfte hier niemand irgendein Wort (negativ oder positiv) ├╝ber Eintrittspreisgestaltung in Zoos verlieren, der nicht selbst in einer dortigen Marketingabteilung oder Finanzstelle arbeitet, denn zwangsl├Ąufig h├Ątte der auch keine Ahnung DAVON.

Abgesehen davon finde ich den Vergleich mit den Verg├╝nstigungen im eigenen Betrieb unpassend, denn der freie Eintritt per Dienstausweis wird ja in einem FREMDEN Betrieb in Anspruch genommen. Wer - wie als Beispiel angef├╝hrt - in einem Kaufhaus arbeitet, bekommt auch nicht in anderen Kaufh├Ąusern automatisch Rabatt, nur weil es sich um die selbe Branche handelt.

Nebenbei bemerkt: Es gibt gen├╝gend Berufe, in denen man KEINERLEI Verg├╝nstigungen jeglicher Art genie├čt. Und aufs Geld schauen m├╝ssen keineswegs nur Tierpfleger. Aber trotz der finanziellen Lage im Durchschnittshaushalt kommt es noch immer zu ausverkauften Stones-, Madonna- usw.-Konzerten, wo sich die Preise bis in den dreistelligen Bereich bewegen, und die Fu├čball-Bundesliga boomt trotz st├Ąndig steigender Preise. Die Bereitschaft, Geld f├╝r ein Erlebnis auszugeben, ist also vorhanden.

Zur├╝ck zum Thema: Ein hoher Einzel-Eintrittspreis im Zoo ist - wie schon mal an anderer Stelle im Forum diskutiert - letztendlich auch ein Anreiz, ├╝ber eine in der Relation g├╝nstige Dauerkarte nachzudenken - schlie├člich strebt auch ein Zoo Stammkunden an. Die "fast gesch├Ąftssch├Ądigenden" Eintrittpreise haben immerhin den rapiden Anstieg der Besucherzahlen in Hannover nicht verhindert. Und in Leipzig sind die Verh├Ąltnisse ├Ąhnlich, muss man doch immerhin in Relation stellen dass ein Besucher vor der Wende noch f├╝r eine (!) Ost-Mark in den Zoo kam und jetzt 11,50 Euro bezahlt.
(31.10.2006, 09:52)
Ingo Rossi:   Der Amsterdamer Zooparkplatz ist f├╝r Zoobesucher garnicht so teuer, erinnere mich so an 6 Euro f├╝r mehrere Stunden (f├╝r Amsterdam eher g├╝nstig). Allerdings nur, wenn man sich die Karte im Zoo abstempeln l├Ąsst. F├╝r Nicht-Zoo-Besucher 27 Euro/Stunde....:-)
(31.10.2006, 08:18)
Frankfurter:   Und wer sagt eigentlich, das Tierpfleger nicht das Recht haben, den ├╝berteuerten Eintrittspreis eines Zoos zu kritisieren ? Sie ?
Ich mu├čte beispielsweise schon zweimal bei Hagenbeck bezahlen, nichts mit Dienstauswei├č rein, und auch in Holland ist mir das bereits zweimal passiert. ( Beekse Bergen und Harderwijk , da war ich zu Zeiten, als ich noch keine Kinder hatte, nur zur Information )Aber,Herr Mettler, ich gebe gerne 15 Euro f├╝r Rotterdam oder Emmen aus,im Gegensatz zu Hannover, da bekomme ich nur "Viel L├Ąrm f├╝r Nichts", und das f├╝r nun fast 20 Euro. Hannover habe ich einmal besucht, und es wird auch bei einem Besuch bleiben. Bitte, wenn Sie nicht Tierpfleger sind, sollte man sich mit Kritik an diesen etwas zur├╝ckhalten, solange Sie keine Ahnung haben. Kritik an Eintrittspreisen darf jeder ├╝ben, auch Tierpleger. Mitarbeiter von Kaufh├Ąusern(ich habe in meinem Bekanntenkreis gleich zwei und bekomme dadurch auch verbilligte Waren, Schlimm,oder ? )kritisieren auch die Preise in ihrem eigenen Unternehmen und ich kritisiere sogar meinen eigenen Zoo!
Ich wei├č nicht, was Sie beruflich machen, aber in vielen Berufen haben die Besch├Ąftigten irgendeinen Vorteil gegn├╝ber anderen Personen. Denken Sie mal an die Mitarbeiter der deutschen Bahn, der Lufthansa usw. Dagegen ist freier Eintritt in Zoos f├╝r Tierpfleger Kokolores.
(31.10.2006, 07:35)
Frankfurter:   @Michael Mettler. Tierpfleger sind fernreisefreudig ? Einige bestimmt, aber die m├╝├čen sich ihre Urlaube auch lange zusammensparen und jedes Jahr Afrika, Australien oder Amerika ist bei Tierpflegern nicht drin, und Familien k├Ânnen sich Fernreisen auch nicht leisten. Ich war letztes Jahr mit meiner Familie ( zwei Kinder ) nur an der Nordsee, dieses Jahr war kein Urlaub drin und n├Ąchstes Jahr, Mehrwertsteuererh├Âhung sei Dank, wird es wohl auch so kommen. Haben Sie Kinder ? Wenn nicht, dann k├Ânnen Sie nicht einsch├Ątzen, wie teuer das Leben ist, wenn man Kinder hat.Es gibt bestimmt Berufe, die noch schlechter bezahlt sind als Tierpfleger,aber es gibt etliche Berufe, die bei weitaus weniger Leistung des Besch├Ąftigten weitaus besser bezahlt werden. Fernreisende Tierpfleger ? Ja, aber das ist nicht die Mehrheit. Und wenn Tierpfleger berufsbedingt den Vorteil haben, andere Zoos gratis zu besuchen, dann sei Ihnen das verg├Ânnt. Oder haben Sie auch ewtas dagegen, das Mitarbeiter von Kaufh├Ąusern usw. Prozente in ihrem Unternehmen bekommen ?
(31.10.2006, 07:24)
Carsten:   Ich pers├Ânlich kann mit Eintritt bis 20 Euro aufgrund meiner finanziellen Verh├Ąltnisse ganz gut leben. Problematisch finde ich es nur f├╝r Familien mit Kindern oder oder Menschen mit geringem Einkommen, da dieser Personenkreis es sich zweimal ├╝berlegen mu├č, einen Zoo zu besuchen.

Mein Heimatzoo Gelsenkirchen steuert dem mit einem Sondertag im Monat entgegen, an dem der Eintritt halbiert ist, um auch finanzschwachen Menschen einen Zoobesuch zu erm├Âglichen.

In NRW ist es so, da├č viele Zoos bei Vorlage einer Jahreskarte eines anderen Zoos Erm├Ą├čigung gew├Ąhren, auch eine gute Einrichtung f├╝r Leutz, die h├Ąufiger gehen.

@Michael Mettler: Ich glaub den Parkplatz in Amsterdam kenn ich, da├č ist der f├╝r die "Faulen" direkt neben dem Zoo, leider ein Kurzzeitparkplatz. Da hab ich auch mal ein kleines Verm├Âgen gelassen, g...


(30.10.2006, 23:13)
Shensi-Takin:   Wie ich aus den Gespr├Ąchen mit Freunden und Bekannten immer wieder erfahren konnte, ist es um Verdienstm├Âglichkeiten in Holland oder den Skandinavien weitaus besser bestellt als hierzulande-was durchaus die Konsequenz hat, dass auch die Zoos dort mancherorts sehr happige Preise verlangen-wobei ich z.B. den Helsinki Zoo als nicht zu teuer empfand. Des weiteren versuche man laut Aussagen der Holl├Ąnder, via (im Vergleich billigerer) Jahreskarten die Lokalbev├Âlkerung zu mehrmaligen Zoobesuchen zu bewegen.
Hinsichtlich erh├Âhten Preisniveua: ├ähnlich sieht es auch in den USA aus, haben dort doch Gratis-Zoos wie der in Washington, Memphis oder der Lowry Park Zoo in den letzten Jahren z.T. mit gewissen fianziellen Einschr├Ąnkungen zu k├Ąmpfen gehabt-wogegen die nicht (g├Ąnzlich) staatlich finanzierten, gr├Â├čeren Zoos durch h├Âhere Preise durchaus ihr Niveau wahren konnten. Um aber ihrer Rolle als Bildungsst├Ątte gerecht zu werden, gibt es f├╝r Kinder einkommensschwacher Familien die M├Âglichkeit, mit der Schulklasse den Zoo zu besuchen. Des weiteren bieten manche amerikanischen Zoos-wie bereits erw├Ąhnt wurde-eintrittsfreie bzw.-reduzierte Tage f├╝r die soziale Unterschicht an.

Der Vorteil der gro├čen amerikanischen Aquarien gegen├╝ber europ├Ąischer Formate wie den SeaLife-Centern: anders als bei letzteren kann man hier leicht den ganzen Tag verbringen-hat sozusagen mehr vom(nicht selten sehr ├╝ppigen) Eintrittsgeld.

F├╝r deutsche Verh├Ąltnisse finde ich derartige Eintrittspreise, wie sie Hannover anstrebt, inad├Ąquat und wenig zweckdienlich, ja fast gesch├Ąftssch├Ądigend; d├╝rften sich doch so nur wenige Familien mit Kindern oder finanzschwache Einzelpersonen einen mehrfachen Zoobesuch pro Jahr leisten k├Ânnen.

Zum Eintrittsgeld eine lustige, pers├Ânliche Anekdote: als ich vor vielen Jahren als noch minderj├Ąhriger Schulbub den (damals wiklich grauenhaften) Zoos Roms besuchen wollte, wurde mir freundlich mitgeteilt, ich m├╝sste schon den Erwachsenentarif zahlen. Warum? Nun, der Kindereintrittspreis war an die K├Ârpergr├Â├če gebunden-und ich hatte mit meinen damals 11 Jahren offenbar bereits italienische Erwachsenenengr├Â├če...;)
(30.10.2006, 22:51)
Walter Koch:   Ein fehlendes Wort gibt meiner Aussage
gleich den entgegen gesetzten Sinn.
Es mu├č nat├╝rlich hei├čen:
nicht untergebuttert werden.
(30.10.2006, 21:38)
Walter Koch:   Die hohen Eintrittspreise sind bestimmt gerechtfertigt. Man erh├Ąlt immer einen
h├Âheren Gegenwert.
Nur habe ich mich bereits die letzten 20
Jahre, bei Besuchen in den USA,England
und den Niederlanden gefragt, wer kannsich das noch leisten? In Sea World
San Diego konnte man die soziale Auswahl
gleich an den Hautfarben der Besucher
vermuten.
Nun haben wir auch bei uns immer h├Âhere
Eintrittspreise und das Einkommen des
normalen Industrie-Arbeiters verliert
seit Jahren an realer Kaufkraft.
Alle Zoo-Verantwortlichen,-Mitarbeiter
und -Freunde sind hier gefordert sich einzusetzen, das die Zusch├╝sse f├╝r Zoos
in den Etats der St├Ądte im Vergleich zu
anderen Nicht-Plichtaufgaben(Theater u.
a.)untergebuttert werden.
Zoos m├╝ssen weiterhin Treffpunkt aller
sozialen Schichten und Alters-Klassen
bleiben (zum Teil wieder werden).
Sie sind der EINE-WELT Treffpunkt, ohne
Bla-Bla und Zeigefinger-N├Âtigung,
schlecht hin.
(30.10.2006, 21:32)
Jennifer Weilguni:   @Michael Mettler
Gebe Dir in vielen Punkten ja recht aber.. wie hoch ist denn der Durchschnittslohn in Skandinavien ??? Soweit ich mich erinnern kann, verdienen die ein ganzes Eckchen mehr, als wird in good old germany.
(30.10.2006, 21:30)
Michael Mettler:   @Mulan: F├╝r ihr geringes Einkommen sind manche Tierpfleger aber erstaunlich fernreisefreudig - und ins Flugzeug kommen sie bestimmt nicht unter Vorlage des Dienstausweises f├╝r lau :-)

@sleipnir + Niels: Da bin ich mal wieder in die Falle getappt und habe mich bl├Âd ausgedr├╝ckt. Was ich meinte, ist: Wer ohnehin aus irgendeinem Grund gratis oder stark erm├Ą├čigt in den Zoo kommt, dem sollte es eigentlich egal sein, wie hoch der normale Preis ist. Aber genau dabei wundert mich eben, wenn sich z.B. Tierpfleger eines anderen Zoos ├╝ber die H├Âhe eines Eintritts ereifern, den sie gar nicht bezahlen m├╝ssen. SO wars gemeint. Das erinnert mich immer ein bisschen an meine Schwiegermutter, wenn sie st├Âhnt, dass das Benzin schon wieder teurer geworden sei - dabei hat sie nicht mal ein Auto....

DAS ist ├╝brigens f├╝r mich ein Grund geworden, nicht mehr so oft ausw├Ąrtige Zoos zu besuchen wie fr├╝her. Wenn ich wie vor einer Woche mal eben nach Leipzig fahre, dann st├Ârt mich der Eintrittspreis weniger als die Spritkosten. Die jetzige Form der Bahncard ist f├╝r mich keine Alternative mehr, weil sie spontane Entscheidungen ausbremst. Und da bei mir zwar kein Kind, daf├╝r aber die Fotografie ebenfalls einen Kostenfaktor darstellt, ├╝berlege ich mir heute zweimal, ob ich eine Tour wirklich machen will.

Was die Eintrittspreise betrifft, so kommen wir doch erst allm├Ąhlich auf das Niveau, das es z.B. in Holland schon lange gibt. Ich wei├č nicht, ob Holland ein "reiches Land" ist, aber offensichtlich k├Ânnen und wollen es sich die Holl├Ąnder trotzdem seit Jahrzehnten leisten, ihre Zoos zu besuchen. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich bei meinem letzten Besuch in Amsterdam vor einigen Jahren fast so viel Parkgeb├╝hr wie Zooeintritt bezahlt, und schon der war h├Âher als in den meisten deutschen Zoos. Wie ist denn das Preisniveau in Skandinavien oder Gro├čbritannien?
(30.10.2006, 21:19)
Thomas W.:   Also, hoher Eintritt wie in den U.S.A. und Holland ok, wenn man dann daf├╝r auch das Entsprechende wie kostenlose F├╝hrungen geboten bekommt. Besser w├Ąre es nat├╝rlich, das Geld ├Âkologischer, zB durch h├Âhere Parkgeb├╝hren einzunehmen. Aber dann bitte, ebenfalls wie in den U.S.A., zwei Tage im Monat komplett kostenlosen Eintritt f├╝r Alle und alles.
(30.10.2006, 21:05)
Jennifer Weilguni:   Ich g├Ânne den Zoos ja wirklich jeden Euro und weiss, dass verglichen mit vielen Freizeitparks Zoologische G├Ąrten noch immer eine g├╝nstigere Alternative sind, aber ich muss auch dazu sagen, dass mein Mann und ich beide gutes Geld verdienen und keine eigenen Kinder haben, was uns vieleicht in anderen Realtionen denken l├Ąsst, wenn wir f├╝r das Hobby Zoo "mal eben" 50 Euro ( Sprit, Eintritt, Zoof├╝hrer, Essen) hinlegen. Etwas erschrocken war ich allerdings, als wir dieses Jahr den "Zoonachwichs" in Form meiner kleinen Schwester mit zu unserer einw├Âchigen Zootour durch Niedersachsen mitnahmen und da zum ersten Mal so richtig zu sp├╝ren bekamen, was es ausmacht, ein Kind (und in vielen Familien ist es ja nicht nur eines) dabei zu haben, meine G├╝te, dass sich das DERART auf den Geldbeutel auswirkt h├Ątte ich vorher nicht gedacht. Fr├╝her gab es f├╝r sozial schwache Familien in Baden W├╝rtembern eine Familienpass mit dem man zum Beispiel in der Wilhelma superg├╝nstigen Eintritt bekam, aber den gibt es in dieser Form wohl auch nicht mehr, so dass ich wirklich denke, dass ein Tag im Zoo mit der ganzen Familie f├╝r sozial schwache Familien wirklich ein gro├čes Loch in die Kasse rei├čt. Ich bin da wirklich hin und her gerissen, ich weiss, wie knapp die Zoos mit dem Geld sind und g├Ânne ihnen jeden nur denkbaren Cent, weil der ja letztendlich auch den Tieren zugute kommt und andererseits frage ich mich manchmal wie einkommensschwache Familien sich einen Besuch in derart teuren Einrichtungen leisten sollen. W├Ąre zu sch├Ân, wenn der Zoo mehr ├Âffentliche Gelder beziehen k├Ânnte um so die Eintrittspreise stabil zu halten oder gar zu senken, aber auch die Haushaltskassen sind eben leer. Ich pers├Ânlich( und zwar nur aufgrund meiner pers├Ânlichen finaziellen Situation) w├╝rde f├╝r Hannover nat├╝rlich auch 19 Euro Eintritt bezahlen, aber im Vergleich mit anderen Zoos ist er doch verh├Ąltnism├Ą├čig teuer. Mama, Papa und zwei Kinder lassen da locker mal einen Hunderter liegen und der muss auch erst verdient werden !
(30.10.2006, 20:49)
Niels:   @Michael Mettler: "Nach meinem Empfinden beschweren sich ausgerechnet viele Personen ├╝ber hohe Eintrittspreise und die Kommerzialisierung der Zoos, die selbst bei jeder Gelegenheit Mitglieds-, Dienst- oder Studentenausweise z├╝cken, um billiger oder m├Âglichst gratis rein zu kommen."
Wieso ausgerechnet, wo sehen sie denn da den Widerspruch???? Gerade wenn man sich ├╝ber hohe Eintrittspreise beklagt ist es doch logisch und konsequente Folge zu versuchen so billig wie m├Âglich reinzukommen.
(30.10.2006, 20:22)
Mulan:   @Michael Mettler. G├Ânnen Sie doch Mitarbeitern anderer Zoos deren kostenlose Besuche in anderen Zoos, Tierpfleger z.B geh├Âren wei├č Gott nicht zu den Besserverdienern, wie mir der eine oder andere Tierpfleger schon erz├Ąhlt hat.Pflegebesuche generell sind absolut unterbezahlt. Und auch Tierpfleger haben Familien....Bei den Zoodirektoren sieht das schon anders aus, die sollten ruhig das Doppelte bezahlen. Wenn ich so lese, was ein Herr Nogge als Ruhegeld bekommt, 6500 Euro....19 Euro kostet Hannover bald ? Das finde ich ein wenig zuviel, was kosten dann Hunde ? 10 Euro ? Und wenn Yukon Bay steht, wird der Eintritt wieder erh├Âht, wo soll das hinf├╝hren ?
(30.10.2006, 18:10)
sleipnir:   @ Michael Mettler:
Vielleicht habe ich deine letzten Worte ja auch einfach nicht richtig verstanden, aber auch ich bin jemand, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit seinen Studentenausweis z├╝ckt, auch ich war froh, dass ich letzte Woche im Zoo Frankfurt anstatt der regul├Ąren 8 Euro nur 4 Euro zahlen musste, aber doch nicht weil ich einem Zoo seine Einnahmen nicht g├Ânnen will!!!
Mal eine kurze Rechnung. Um diesen Zoobesuch zu gestalten kam es zu folgenden Ausgaben: 12,50 Euro Zugfahrkarte (Hessenticket f├╝r 25 Euro, geteilt durch zwei), 4 Euro Eintritt, 3 Euro Zoof├╝hrer. Macht insgesamt knapp 20 Euro. F├╝r viele hier mag das ein l├Ącherlicher Betrag sein, f├╝r mich ist das viel Geld und ironischerweise genau das Geld was mir diesesmal am Monatsende fehlt. In Zeiten von Studiengeb├╝hren und Co. ist ein Studium mal echt ein teures Unterfangen, insbesonders wenn man es nicht aus "Papas Brieftasche" zahlt. Da bin ich doch froh und dankbar wenn es ├╝berhaupt noch irgendwo Verg├╝nstigungen gibt.
Nat├╝rlich w├╝rde ich auch gerne st├Ąndig deutschlandweit durch die Zoos tingeln, wie es wohl die Mehrzahl von euch macht, aber mal ganz ehrlich, mir fehlt einfach das Geld dazu, genauso wie einem Millionenheer Arbeitsloser dessen HartzIV-Geld ungef├Ąhr meinem Monatseinkommen entspricht, und da finde ich es doch etwas vermessen, zwischen den Zeilen zu lesen ich h├Ątte keinen Anspruch auf Verg├╝nstigungen!
Wie gesagt, das alles nur unter Vorbehalt, evtl. hab ichs ja einfach nicht verstanden!
(30.10.2006, 17:59)
Michael Mettler:   Solange Einrichtungen wie Legoland - also ebenfalls ein Familienziel und im Gegensatz zum Zoo wohl mit weniger Bildungsm├Âglichkeit - angeblich um 60 € f├╝r Erwachsene und 30 € f├╝r Kinder verlangen, sind die Zoos eigentlich viel zu billig....!

Was ich an dieser Stelle mal loswerden muss: Nach meinem Empfinden beschweren sich ausgerechnet viele Personen ├╝ber hohe Eintrittspreise und die Kommerzialisierung der Zoos, die selbst bei jeder Gelegenheit Mitglieds-, Dienst- oder Studentenausweise z├╝cken, um billiger oder m├Âglichst gratis rein zu kommen.... Gerade Mitarbeiter anderer Zoos sollten doch eigentlich am ehesten wissen, dass jeder Euro einem Zoo n├╝tzt, und ihr Scherflein dazu beitragen?
(30.10.2006, 17:40)
Sacha Beuth:   Ich denke, so generell kann man das nicht sagen. Es kommt u.a. darauf an, wieviel ein Zoo a.) von der ├Âffentlichen Hand unterst├╝tzt wird, b.) wieviel Personal er besch├Ąftigt (wohl in allen Zoos der Gr├Âsste Posten auf der Ausgabenseite), c.) wieviele pflegetechnisch kostspielige Tiere (z.B. Robben) er pflegt und wieviele aufwendige Anlagen (Aquarium, Terrarium, Klimakammer f├╝r Pinguine, Tropenhalle usw.) er betreibt. Und dann sind da ja auch noch kleinere Posten wie Natur- und Artenschutz, Forschung, Zooschule usw.
Zwar steigen, wenn die Konjunktur anzieht, neben den Preisen meist auch die L├Âhne. Merkw├╝rdigerweise jedoch nie im gleichen Rahmen (h├Ątte jetzt ein Smile gezeichnet, wenns zum Lachen w├Ąre). Grunds├Ątzlich sollte darum ein Zoo den Eintrittspreis so niedrig wie m├Âglich halten und soviel Geld wie m├Âglich auf anderen Wegen generieren (z.B. Abenteuercamps, Kindergeburtstage, Nachtf├╝hrungen, Nightdinner, Hochzeiten, Wanderausstellungen usw.) Allenfalls sogar durch Konzerte und Tiervorf├╝hrungen, sofern f├╝r das Tier - und die Besucher - vertretbar. Und alles im Zusammenhang mit Tier und Natur (also keine Installation von Spacemountain-Achterbahnen oder Eiffelturm-Raketenliften!). Ich bin der Meinung, dass in diesen Punkten in vielen Zoos, gerade im deutschen Sprachraum, eine Menge Potenzial brach liegt. Da sind die Amis eine ganze Strecke weiter.
PS: Wenn der Eintrittspreis dadurch tief gehalten werden kann, dann bin ich sogar f├╝r Dumdidelidum-Eingangsmusik wie beim Zoo Hannover :)
(30.10.2006, 16:51)
Jan Bauer:   Ich denke, dass das Eintritsgeld bei 20€ seine Schmerzgrenze erreicht hat. Allerdings sollten dann die Jahreskarten vergleichbar preiswert sein und man sollte Gruppen- und Familienkarten anbieten.
(30.10.2006, 16:05)
Ulli:   Der Zoo Hannover will im n├Ąchsten Jahr den Eintrittspreis auf 19 Euro erh├Âhen. Wie teuer darf eurer Ansicht nach ein Zooeintritt sein und wo beginnt bei euch die Schmerzgrenze ?
(30.10.2006, 15:33)

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