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Rinder in Zoos



W. Dreier:   Um bei den Kerabaus zu bleiben: zum Gl├╝ck war auch das letzte Kalb vor 4 Jahren weiblich (jetzt erst also eine n├Ąchste Geburt) - wurde wie ein Goldtier behandelt, waren doch die Geburten davor nicht erfolgreich oder m├Ąnnlichen Geschlechts.
Hier die nun fast ausgewachsene letzte Kuh - im Hintergrund ein Alttier
(04.08.2022, 15:29)
W. Dreier:   @Nur ist es so, @cajun, dass bei wertvollen Geburten zun├Ąchst 4 Wochen nichts zu sehen ist!
(04.08.2022, 13:37)
cajun:   ├ťber die Prozoo Seite kommt die Nachricht, dass im TP Berlin ein weiblicher Kerabau geboren wurde. W.Dreier hat sicher schon Fotos gemacht. :-)
(04.08.2022, 12:40)
J├Ârn Hegner:   ansonsten den tamarau oder mindorob├╝ffel sieht man doch nur in irgendein philippinischen zoo .

dieser ist ja mit den anoa verwandt .
(21.07.2022, 23:33)
J├Ârn Hegner:   a propo bantengs , in europ├Ąischen zoos werden ja heute nur noch java-bantengs gehalten . welche halten schon ├╝berhaupt noch die anderen unterarten wie burma- und borneo-bantengs .
(21.07.2022, 23:25)
cajun:   Cottbus meldet weiblichen Nachwuchs bei den Java Bantengs vom 08.06.22 ├╝ber seine Facebook Seite.
Wei├č jemand welches Geschlecht der K├Âlner Nachwuchs vom Mai hat? K├Âln war ja eher m├Ąnnerbr├╝tig seit Wiederaufnahme der Haltung.
(14.06.2022, 09:12)
W. Dreier:   @ A . Wilhelm: Schwierig, allein "richtige Fotos" sind schwer zu bekommen: Mein erstes Foto stammt aus einer ZGAP-Zeitung , ein Jungtier in der "Affenstation" von Cuc Phuong. Selbiges ├╝berlebte nur wenige Tage, wie auch ein erwachsenes Tier in Laos, das dann in eine "Station" kam. Erste Kamerafotos gab es im Nov. 2013. Ein Video des genannten gefangenen Tieres stammt von Robinchaud, dem Leiter der Saola Forschungsgruppe des IUCN. Vor ca 5 Jahren hat es eine gro├če Konferenz der Vorkommensl├Ąnder gegeben mit dem Ziel einer Forschungs- und wenn m├Âglich Zuchtstation: 2017: Bach Ma National Park: The first saola breeding center. Das ist offensichtlich in Laos, wo noch am ehestens Vorkommen zu finden sein sollen. Weltweit habe ich seitdem keine guten Nachrichten mehr geh├Ârt.
Ein Mitglied dieser Saola-Gruppe ist ja der alte Direktor des Breslauer Zoos, R. Rataiczszak, nun in Cuc Phuong. Von einer Mitarbeiterin h├Ârte ich, dass zumindest neuere Fotos und Lebensnachweise des Annamiten-Streifenkaninchens existieren.
(26.05.2022, 15:09)
Alexander Wilhelm:   Entschuldigung, ich habe von der Haltung eines Saolas nahmens Martha in einer laotischen Privat - Menagerie geh├Ârt.
mich w├╝rden Informationen ├╝ber dieses tier sowie der nahme der institution die es hielt interesieren.
(26.05.2022, 13:03)
cajun:   Wenn man diese Geschichte z.B. auf Nash├Ârner ├╝bertragen w├╝rde, w├Ąre die Weiterzucht des N├Ârdlichen BM gar kein Problem #schalkeaus :o)
"Totgesagte leben l├Ąnger"
Die Rettungsaktion des Tuxer Rindes ist eine Erfolgsgeschichte, die ohne das Engagement des Zoo Salzburg nicht m├Âglich gewesen w├Ąre. Ein Rind im Tiergarten? Zu Recht wird sich der ein oder andere fragen, wie das zusammenpasst. Schlie├člich erwarten Besucher in einem Zoo eher exotische Tiere zu sehen. Bedenkt man jedoch, dass sich der 1961 offiziell er├Âffnete Salzbuger Zoo schon fr├╝h f├╝r den Schutz bedrohter Arten einsetzte, ist die nun folgende Geschichte weit weniger verwunderlich.

ÔÇ×H├Ątte ich nicht 1977 mit der Suche begonnen, h├Ątte nicht Oberst Lacchini die letzten Tuxer gekauft, w├Ąre nach wenigen Jahren die gro├čartige Rasse stillschweigend erloschen, weil es keine Stiere gabÔÇť, beschreibt der Pfarrer und Biologe Ambros Aichhorn, auf dessen Initiative die Rettung des Tuxer Rindes zur├╝ckzuf├╝hren ist, die Zusammenh├Ąnge. Tats├Ąchlich gab es bereits 1970 laut Landwirtschaftskammer Innsbruck nur noch 30 K├╝he dieser alten Haustierrasse, was damals offensichtlich niemanden interessierte. Wenige Jahre sp├Ąter hatte Ambros Aichhorn gro├če M├╝he ├╝berhaupt noch welche zu finden. In der Ausgabe 1/2 1997 des Magazins Natur & Land beschreibt er die Suche nach den letzten Tuxer Rindern wie folgt: ÔÇ×Eiligst von Hof zu Hof, von Alpach in die Wildsch├Ânau und wieder zur├╝ck in das Zillertal, jede Meldung notieren und jedes Rind beschreiben, soda├č keine Verwechslung m├Âglich wird. Die Suchaktion war schwierig und zeitraubend, aber ich konnte bald zwei K├╝he f├╝r den Tiergarten Hellbrunn in Salzburg, der die Weiterzucht ├╝bernahm, ankaufen.

Da zun├Ąchst kein Stier zu finden war, wurde anfangs ein Eringer Stier aus der Schweiz eingekreuzt.ÔÇť Dieser erste schwarze Stier trug den Namen Satan. ÔÇ×Der zweite so gro├čartige Stier, Baldo, wurde f├╝r die Tuxer oder einfach zur Verdr├Ąngungskreuzung hundertfach eingesetztÔÇť, f├╝hrt Ambros Aichhorn weiter aus. Diese Verdr├Ąngungskreuzung war notwendig, da der engagierte Sch├╝tzer bedrohter Haustierrassen f├╝r das Projekt insgesamt lediglich drei K├╝he und keine Stiere finden konnte. Er schildert: ÔÇ×Auf diese Weise entstanden wieder Tuxer Rinder mit starkem K├Ârper und guten Eigenschaften ÔÇô gen├╝gsam, robust, wetterhart, trittsicher in den absch├╝ssigen H├Ąngen, temperamentvoll und klug.ÔÇť

Das erste im Zoo Salzburg geborene Kalb kam ├╝brigens im Dezember 1978 zur Welt. Nach zehn Jahren war der Bestand von drei auf 30 K├╝he angewachsen. Bereits 1986 hatte die Landwirtschaftskammer Innsbruck die Herdbuchf├╝hrung der neuerstandenen Tuxer Rasse wieder ├╝bernommen. Heute werden 1200 K├╝he und insgesamt 2500 Exemplare gez├Ąhlt. Die Zucht in Hellbrunn wurde laut Ambros Aichhorn im Sommer 1990 aufgel├Âst.
Quelle:https://salzburg-zoo.at/landingpage/tuxer-rind
(18.08.2021, 14:22)
cajun:   Wertvoller Nachwuchs in Polen
In Wrocław wurde eines der seltensten Rinder der Welt geboren
Die Rede ist von asiatischen Bantengs, speziell den Java-Bantengs. Die einzige Erhaltungszucht dieser Art in Polen befindet sich im Wroc┼éawer Zoo. Es gibt vielleicht noch tausend Exemplare des Java-Bantengs in der Natur. Die Geburt von zwei K├Ąlbern ist somit ein weiterer Erfolg des Zoos zum Schutz einer vom Aussterben bedrohten Art. Sie sind seit 1992 im Wroc┼éawer Zoo pr├Ąsent. Bis heute wurden dort 11 K├Ąlber geboren. Im Jahr 2020 ging ihre weltweite Population dramatisch um 70% zur├╝ck. Die M├╝tter der neugeborenen Bantengs sind Saga und Mokka und der Vater der Bulle Django.
Quelle:https://podroze.onet.pl/aktualnosci/wroclaw-w-zoo-przyszly-na-swiat-jedne-z-najrzadszych-krow-swiata/l6dzn2x
├ťbersetzung: Zoopresseschau
(27.07.2021, 17:06)
cajun:   Eine Meldung aus dem Allwetterzoo M├╝nster. Der Zoo steigt anscheinend in die Yakzucht ein.

Die etwas anderen Nutz- und Haustiere

Wir haben Zuwachs bekommen ÔÇô und d├╝rfen dank ihm auf noch mehr hoffen. Denn seit wenigen Tagen sind unsere beiden Yak-K├╝he nicht mehr allein. Der junge Bulle ÔÇ×TashiÔÇť lebt seit kurzem im Allwetterzoo M├╝nster. Der zweij├Ąhrige Bulle ist in Neunkirchen geboren und z├Ąhlt, wie die beiden Damen, mit denen er sich unter anderem eine Behausung teilt, ein Hausyak.

Der Hausyak ist die domestizierte Form des gef├Ąhrdeten Wildyaks. Diese besiedeln alpine Tundra, Grasl├Ąnder und winterkalte W├╝sten in H├Âhenlagen von 4000 bis 6100 Meter. Der Hausyak kommt auch in tieferen Lagen vor. Seine grunzenden Laut├Ąu├čerungen, die er im Gegensatz zum Wildyak h├Ąufig h├Âren l├Ąsst, haben ihm den Namen ÔÇ×Grunzochse" eingetragen.

Heute sind wilde Yaks in gro├čen Bereichen ihres einstigen Gebiets verschwunden, da sie mit zunehmender Besiedelung ihres Verbreitungsgebietes in die unwirtlichen Hochgebirgslagen abwanderten. Sie leben nur noch in einigen Teilen West-Chinas und Tibets.
Wilde Verwandte sind gef├Ąhrdet

Au├čerhalb Chinas gibt es wahrscheinlich keine wilden Yaks mehr. In Nepal sind sie ausgestorben, Vorkommen in Kaschmir sind offenbar erloschen. M├Âglicherweise gibt es noch einige wilde Yaks im indischen Ladakh. Au├čer in chinesischen Zoos werden Wildyaks derzeit nicht gehalten. Wilde Yaks werden von der IUCN seit 1996 als gef├Ąhrdet (vulnerable) eingestuft. In China geh├Ârt die Art mittlerweile zu den gesch├╝tzten, nicht jagdbaren Tierarten der Kategorie 1. Trotz dieses vollst├Ąndigen Schutzes werden wilde Yaks aber noch immer bejagt. Weitere Ursachen f├╝r den Populationsr├╝ckgang sind Vermischungen wilder und domestizierter Yaks sowie die Ansteckung mit Rinderkrankheiten.
Quelle:https://www.allwetterzoo.de/de/Ueber-den-Zoo/News/news_trampeltiere-und-yak/
(16.06.2021, 16:41)
W. Dreier:   Vor ca 2 Jahren gab es dazu die Gr├╝ndung einer internationalen Soala-Gruppe, die vietnamesische Regierung stellte im Vorkommensgebiet ca 45 ha zur Verf├╝gung. Zu dieser Gruppe k├Ânnte auch das IZW geh├Âren. Das Problem: man m├╝├čte erst ein Tier fangen!
(15.02.2021, 23:00)
Alexander Wilhelm:   Dass Leibniz Institut plant ja Aktuell eine Saolazucht . Weiss jemand, ob diese bereits gestartet ist , und wenn nicht , ob sich bereits Tiere in Menschenhand befinden ?
(15.02.2021, 20:31)
cajun:   Ein Foto von den Stralsunder "Auerochsen" fand ich noch beim digitalen W├╝hlen. Ph├Ąnotypisch nicht nahe am Zuchtziel, in meinen Augen.
(29.11.2020, 17:16)
cajun:   @Michael Mettler: Nicht nur im Puszta Projekt des K├Âlner Zoos sollten Chianina eingesetzt werden. Auch in der Lippeaue wurden sie eingekreuzt. Tiere aus der Lippeaue gingen nach Ungarn, um dem Weideprojekt dort neue Akzente zu geben. Die ABU im Lippetal gilt aufgrund der Historie als einer der Z├╝chter mit den besten (ur├Ąhnlichen)Tieren. Sie begannen mit Heckrindern, in die Sayaguesa, Chianinia und auch Lidia eingekreuzt wurden. Gelungen ist es, ein gro├čes Rind (Bullen fast 1,70 cm Schulterh├Âhe) mit der korrekten Hornform (anscheinend DIE z├╝chterische Herausforderung!), Geschlechtsdimorphismus, Winterh├Ąrte (Fellwechsel), und Gro├čhornigkeit zu erreichen. Die Farbe (Stiere schwarz, K├╝he von braun bis fuchsfarben) scheint sehr schnell herausgez├╝chtet worden zu sein.
Ähnlich wie bei Walter Frisch (der Auerochsenpapst), wird Linienzucht betrieben, um Merkmale zu festigen. Watussi kam über die Heckrinder aus dem Wildgehege Neanderthal in die Zucht.
Im Auerrindprojekt des Freilichtlabors Lauresham werden die "Karten neu gemischt".
Man verzichtet ganz auf Heckrinder und beginnt quasi von null. Ausgangsrassen hier: Chianina, Watussi, Sayaguesa, Ungarisches Steppenrind, Maremmana, hat mittlerweile erste .Tiere der F2 Generation
https://auerrind.wordpress.com/ueber-das-projekt/projektziele/
Ein Teil der Zuchtgruppen steht ├╝brigens im Wildpark Schwarzach.

(13.11.2020, 21:30)
Michael Mettler:   @Jan Jakobi: Ja, ich bin es.

@cajun: Keine Ahnung, wo in Dortmund die Ure gestanden haben k├Ânnten, mit meinem ersten Besuch Ende der 70-er Jahre kam ich daf├╝r zu sp├Ąt. Aber es "riecht" ja thematisch ein bisschen danach, dass sie damals im Umfeld der Tarpane und Wisente untergebracht gewesen sein k├Ânnten.

Sch├Âne Pseudo-Ure gibt es ├╝brigens im vom Zoo K├Âln unterst├╝tzten Hortobagy-Projekt in Ungarn. Dort hat man ja tats├Ąchlich noch mal andere Rassen eingekreuzt bzw. wohl auch ganz neue Kreuzungen verschiedener Nicht-Ure untereinander angesetzt, um gr├Â├čere, langbeinigere und langh├Ârnigere Tiere zu erzielen, u.a. Watussi (was allerdings auch in der alten Heckrind-Linie laut Zuchtbuch schon vertreten war). Ich meine mich aus einem K├Âlner Jahresbricht zu erinnern, dass man auch Chianina, die gr├Â├čte Hausrindrasse, einkreuzen wollte.

@W.Dreier: Laut dem Beitrag von Pohle ├╝ber die ersten 40 Jahre der Huftierhaltung im TP (MILU Bd. 8, Heft 3/4) endete die Auerochsenhaltung 1985. Vielleicht muss man die Herausgabe des zweiten Zuchtbuches als Sammelausgabe in genau diesem Jahr als eine Art Res├╝mee sehen? Ich war Anfang Juli 1985 erstmals im TP (danach erst wieder 1990) und habe keine Erinnerung an Ure, aber das kann auch daran liegen, dass ich mich bei Erstbesuchen auf noch nicht gesehene Arten und Rassen konzentriert habe, und davon hatte ich ja im TP reichlich Auswahl...!

Zuf├Ąllig fiel mir im Pohle-Artikel noch auf, dass die vorherige Kerabau-Haltung 1984 endete - die ganze Gruppe musste auf veterin├Ąrpolizeiliche Anordnung hin get├Âtet werden. Das legt nun immerhin den Gedanken nahe, dass es einen Zusammenhang mit der Aufl├Âsung der Gemeinschaftshaltung im Nachbargehege gegeben haben k├Ânnte. Der Jahresbericht 1984 verzeichnet f├╝r Ur, Damhirsch und Mufflon einigen Nachwuchs, der JB 1985 dagegen keinen einzigen bei allen drei Arten, und Pohle nennt auch f├╝r den Damhirsch ein Haltungsende 1985. Sorgte also eine Krankheit f├╝r das Auslaufen der Ur-Haltung? Oder brauchte man die Gehege schlichtweg f├╝r Tiere, die dem Dickh├Ąuterhaus-Bau weichen mussten? Kiangs waren jedenfalls bei meinem Erstbesuch nicht auf der Anlage, die standen noch in ihren Gitterausl├Ąufen vor dem geschilderten Offenstall-Provisorium (davon habe ich Fotos, war ja eine Erstsichtung f├╝r mich). Kann es sein, dass zwischenzeitlich die Kulane zusammen mit den hornlosen Yaks auf der vorherigen Ur-Anlage waren?

Der besagte Kampfstier taucht ja wie gesagt nicht im Zuchtbuch auf, w├Ąhrend bei anderen Haltungen durchaus ein paar Nachkriegs-Einkreuzungen gelistet sind (├╝brigens durchweg Steppenrind und Watussi). Auch Pohle verzeichnet kein Kampfrind in seiner ├ťbersicht. War das wom├Âglich nur ein interner Spitzname f├╝r einen etwas griffigen Heckstier dieser Zeit...?
(13.11.2020, 18:57)
W. Dreier:   Nochmals zu den Heckrindern und Tierpark Berlin. Dank des Hinweises von @MM habe ich jetzt auch die ``F├╝hrer`` durchgeschaut, wenn die auch kein ``ganz`` genaues Datum des Verschwindens mitteilen. Zudem sind nat├╝rlich in den einzelnen Ausgaben von 1980 bis 90 nicht in jedem Jahr alle Ver├Ąnderungen eingetragen worden, nicht in jedem Jahr gab es einen F├╝hre , selbiges gilt auch f├╝r die Pl├Ąne. Offensichtlich k├Ânnte 1985 die reale Existenz noch bestehen - aber wo waren sie?, In der verbalen Wanderung sind 1985 offensichtlich die Kiangs schon auf der heutigen Anlage - mit den hornlosen Yaks, die Bilder (auch noch von 1992) stammen aber noch von der Ersatzanlage auf der heutigen gro├čen Mishmi-Anlage.
Von der ├Âstlichen Seite kommend, standen da damals die Schneeziegen (heute die Goldtakins), dann die Waldbisons, 100 m weiter die Milus (z.T. mit Blauschafen), dann kamen die Heckrinder bzw, dann die Kiangs , dann die Kerabaus.- die Przewalskis kamen etwas sp├Ąter ( 90-91) auf die heutige Anlage.
W├Ąre also einfacher gewesen, den ``F├╝hrern`` zu folgen (die standen in der dichtgef├╝llten 2. Reihe) anstatt den Jahresberichten oder den ├Ąhnlichen MILUS - zumal, wie ich schon schrieb - , nach dem Tode des ``Erfassers`` Dr Petzold`` die Nennungen ├╝ber 4-5 Jahre fehlten.
(13.11.2020, 17:46)
cajun:   Wie diese Tiere heutzutage erscheinen, sieht man auf den verlinkten Youtube Videos
https://www.youtube.com/watch?v=7n1fQW6jJh0&feature=emb_rel_end
https://www.youtube.com/watch?v=u1YfggEdziE&feature=emb_rel_end
https://youtu.be/u1YfggEdziE

Das n├Ąchste Video ist eine Anleitung zur Zucht.
https://www.youtube.com/watch?v=262XUoVoyJY&feature=emb_rel_end

Also wer mal einsteigen will... :-)

Ich finde das die Tiere aus der Lippeaue, die im Video gezeigt werden, diejenigen sind, die dem Zuchtziel sehr nahe kommen. Keine klobigen Hecktypen mehr.
(13.11.2020, 16:06)
cajun:   Ich habe das 1980iger Auerochsen- Zuchtbuch als PDF im Internet gefunden.
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10751/pdf/WelteJuergen_2014_01_14.pd

Die Zucht wechselte dann in "private H├Ąnde".

Die ?Auerochsen-Zucht? in Deutschland

Seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland erste Versuche den ausgestorbenen Auerochsen r├╝ckzuz├╝chten. Die Br├╝der Heinz und Lutz Heck begannen im Zoologischen Garten Berlins und dem Tierpark Hellabrunnin M├╝nchen mit der sogenannten Abbildz├╝chtung der einstigen Ur-Rinder.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs, den viele der gez├╝chteten Heckrinder nicht ├╝berlebten, intensivierte sich die Abbildz├╝chtung in Deutschland wieder. An einigen Zuchtstandorten in Deutschland kreuzte man Heckrinder mit urspr├╝nglichen Rassen aus S├╝deuropa und erzielte damit Erfolge.

Bis Anfang der 80er Jahre lebten die r├╝ckgez├╝chteten Ur-Rinder vor allem in Tierparks und Wildgehegen.

1981 begann Walter Frisch in Oberbayern als einer der ersten mit einer extensiven Haltung ? einer gro├čfl├Ąchigen Landnutzung mit einem geringen Viehbesatz. Auf einem 17 Hektar gro├čen Gr├╝nlandbetrieb siedelte Frisch eine Herde an, die einen Bestand von ca. 30 Rindern erreicht hat.
Ein Boom in der Zucht von ?Auerochsen? (Heckrinder)

Kurz darauf gab es einen regelrechten Boom in der ?Auerochsen-Zucht? und deren ganzj├Ąhrige Freilandhaltung. Auf gro├čen Fl├Ąchen in den Niederlanden wurden die Rinder angesiedelt, weitere in ├ľsterreich, der Schweiz, in Frankreich, in Belgien, D├Ąnemark und Tschechien, sowie in Ungarnf olgten.

Auch in Deutschland besch├Ąftigten sich viele Landwirte mit der Zucht und der ganzj├Ąhrigen Freilandhaltung von ?Auerochsen? (Heckrindern).
Rasanter Anstieg der Zucht-Erfolge

Dies alles trug dazu bei, dass die Zuchterfolge der ?Ur-Rinder? anstiegen. Gab es laut Internationalem Zuchtbuch aus dem Jahr 1980 insgesamt 88 r├╝ckgez├╝chtete ?Auerochsen?, so waren es gem├Ą├č Internationalem Zuchtbuch im Jahr 1985 bereits 186 Tiere. Bis heute ist der Bestand auf ├╝ber 3.000 Tiere angewachsen.
Die Z├╝chter von ?Auerochsen? in Deutschland organisieren sich

In Deutschland gr├╝ndete sich 1997 der Verein zur F├Ârderung des ?Auerochsen? (VFA) e.V. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, aktiv an der Entwicklung der ?Auerochsen-Zucht? mitzuwirken und eine Verbreitung der r├╝ckgez├╝chteten Rinder in Deutschland und Europa voranzutreiben.

Hier werden alle Zuchtorte in Deutschland und den europ├Ąischen Nachbarl├Ąndern erfasst. Z├╝chter organisieren sich ├╝ber diese Plattform.

Die Website des Vereins bietet viele Informationen rund um das historische Tier und seineNachkommen: www.auerochsen.de

Diese Internetdomain scheint inaktiv zu sein.

(13.11.2020, 15:53)
cajun:   Hier noch der weiter unten von mir erw├Ąhnte Yakbulle aus dem TP Hamm. In wei├č finde ich die wirklich nicht so beeindruckend, wie in der "schwarzen Serie" von W.Dreier. Ok, das Tier liegt allerdings auch...
(13.11.2020, 14:27)
cajun:   @Michael Mettler: Hast du noch eine Idee, was der Kampfrindbulle auf dem Foto von W. Deier dann sein k├Ânnte? Schlu├čendlich w├Ąre es ein Heckstier, wie bereits vermutet.
(13.11.2020, 14:05)
cajun:   @Michael Mettler: Ich habe einiges an altem Fotomaterial aus Dortmund, die "Ure" tauchen aber nicht auf. Daf├╝r die Zwergzebus auf der damals neuen Afrikaanlage und auch die Bantengs. Ich begeb mich aber nochmal auf die Suche. Vielleicht wei├č noch jemand wo die gestanden haben? Die Rinder waren ja mehrheitlich dort untergebracht, wo jetzt der Bauernhof steht. nun mit diesen Dahomey Trend- Tieren. Die tauchen gerade ├╝berall auf, wie Erdm├Ąnnchen!
Wobei sich mir die Frage stellt, jetzt da Michael wieder aktiv wurde: Wo bleibt Anti- Erdm├Ąnnchen) :-))

@Jan Jakobi: Ich glaube schon das ER das ist :-) schreib doch auch mal wieder was! Wozu kram ich denn die ganzen Elefantengeschichten von unten nach oben?! :-)) die Neunkirchner Elefantenchronik (Thread Neue Elefanten f├╝r den Zoo Neunkirchen) k├Ânnte mal ein ausf├╝hrliches Update erfahren..
(13.11.2020, 14:01)
Jan Jakobi:   Michael, bist du das? Sch├Ân mal wieder was von dir zu lesen!
(13.11.2020, 12:50)
Michael Mettler:   Als Mitleser m├Âchte ich noch eine Erg├Ąnzung zu den Berliner Heckrindern liefern: Es ist vermutlich nur wenig bekannt, dass Prof. Dathe sogar ein Internationales Zuchtbuch f├╝r Auerochsen(-├Ąhnliche Hausrinder) ins Leben gerufen hatte, von dem 1980 und 1985 die beiden abgebildeten Druckausgaben ver├Âffentlicht wurden. Zuchtbuchf├╝hrer war der damalige Kurator Dr. Haensel (der bald nach der Wende den TP verlie├č). Die erste Ausgabe enth├Ąlt noch kein Individuenregister, sondern lediglich eine Begr├╝ndung Dathes f├╝r die Einrichtung des Zuchtbuches, einen Artikel von Heinz Heck (der die Sache unterst├╝tzte) und eine kurze Auflistung der dem Zuchtbuchf├╝hrer per 1.1.1979 bekannten Haltungen mit ihrer jeweiligen Bestandsgr├Â├če (mit einer franz├Âsischen Ausnahme s├Ąmtlich im deutschen Sprachraum gelegen). In der Ausgabe 2-6 von 1985 gibt es dann reichlich Zuchtbuchdaten, wobei keine aus der Vorkriegszeit vorliegen.

Die Heckrind-Haltung im TP Berlin wurde demnach gegr├╝ndet mit einer 1956 aus Osnabr├╝ck erhaltenen Kuh (gehalten bis Januar 1970) und einem zwei Jahre sp├Ąter aus M├╝nchen gekommenen Bullen (gehalten bis Dezember 1968). Lediglich ein weiteres Tier floss sp├Ąter in die Zucht ein, n├Ąmlich ein 1972 aus Altenfelden/├ľsterreich erhaltener Bulle (bis Oktober 1979 gehalten; kam zusammen mit einer Kuh, die aber schon drei Monate nach Ankunft geschlachtet wurde), der (mit Fragezeichen) auf die M├╝nchener Zucht zur├╝ckging. Eine Einkreuzung andersrassiger Rinder ist f├╝r den TP Berlin nicht im Zuchtbuch verzeichnet, ein Kampfrind taucht dort nicht auf.

Zeitweise muss die Zuchtgruppe gro├č gewesen sein, denn 1983 wurden in zwei Transporten allein 11 (4,7) Heckrinder nach Oostvardersplassen abgegeben. Als letzte Bestandsgr├Â├če wurden f├╝r 1984 noch 2,3 im TP angegeben.

@ cajun: Ein 1969 in Berlin geborenes und zwischenzeitlich in Halle gehaltenes Paar kam ├╝brigens 1972 in den Tierpark Dortmund (wie der Zoo damals noch hie├č), wurde aber laut Zuchtbuch schon 1975 wieder abgeschafft.

In den TP-Wegweisern sind die Ure bis zur Ausgabe von 1985 verzeichnet (seinerzeit Gemeinschaftshaltung mit Damhirschen und Mufflons), ab der n├Ąchsten Ausgabe von 1987 dann nicht mehr erw├Ąhnt.
(13.11.2020, 09:03)
cajun:   Einen sch├Ânen "Dickkopf" hat er. Bisonbulle aus dem Hochwildschutzpark Rheinb├Âllen. Trotz des gro├čen Geheges kommt man den Bisons dort sehr nah. Regelm├Ą├čig gibt es Nachwuchs. Daf├╝r scheint die Yakhaltung (die ehemaligen Tiere aus dem Vivarium Darmstadt) ausgelaufen zu sein. Erscheinen auch nicht mehr im Lageplan und oder per Schild.
(11.11.2020, 13:45)
W. Dreier:   ,,,und da der neue Kiang -Hengst sehr erfolgreich war, gingen wenige dann ``saubere Tiere nach S D und der ``gro├če Rest`` dann unter BB auf die Anlage der Heckrinder.
(10.11.2020, 22:17)
W. Dreier:   @ cajun: so in etwa. Die urspr├╝ngliche Anlage der Mishmis wird heute von den Schneeziegen eingenommen, dann kommt heute die ``Absperrbox f├╝r den Takinbullen, dann die gro├če Freianlage f├╝r die Mishmis mit Nachwuchs (wenn vorhanden). In etwa einem ersten Drittel dieser Anlage standen die Kiangs (urspr├╝nglich nur das chinesische Paar - eigentlich 1981 f├╝r San Diego bestimmt . da gabs aber irgendwelche ``b├Âsen`` Antik├Ârper) dann erweiterte von einigen Stuten aus anderen (2 -3) Haltungen, die gern mit dem Chinesen-Hengst das Blut ``auffrischen `` wollten. Alle damaligen Kiangs stammten n├Ąmlich von 1,1 ab, die noch vor 1960 aus China nach Riga gekommen waren (es gab fast nur weiblichen Nachwuchs in Riga, der Ur-Rigaer Hengst soll schon seh klapprig gewesen sein). Sehr viel sp├Ąter kamen ja auch Tiere nach M├╝nchen und Moskau.
(10.11.2020, 22:14)
cajun:   @W.Dreier: In Heidelberg hei├čen die Pandaschafe... ;-) . Habe ich das richtig verstanden? Die Heckrinder standen bis zur Abgabe dort, wo nun die Kiangs sind, die wiederum von der Anlage neben den Mishmis dahin zogen?
(10.11.2020, 21:46)
W. Dreier:   Dann also der heutige Besuch - ``Nebeloptik"
Und ab heute m├╝ssen - wie mit dem Foto bewiesen - auch die Tiere im Tierpark Masken tragen!
(10.11.2020, 18:26)
W. Dreier:   @cajun: habe noch ``indirekt`` versucht, bis wann die ``Urrinder`` auf der Freianlage - heute Kiangs waren. Bis 89 (Chinaimport war 80/81) waren die noch dort, wo heute die Mishmis sind - die zu der Zeit ebenfalls dort waren, aber in einer weitaus kleineren Anlage. Wegen der Freir├Ąumung des Bauplatzes f├╝r das Dickh├Ąuterhaus waren dort mehrere Anlagen mit ``Betonoffenstalloptik`` entstanden - neben den Mishmis ab 81 f├╝r die Kiangs, auch die Balirinder standen dort, sogar zwischenzeitlich ein Elch. Offensichtlich erst mit Blaszkiewitz kamen die Kiangs 90 (erste Dias bei mir) auf ihre heutige Freianlage - offensichtlich waren dann die ``Urrinder`` bis Ende 89 dort existent. Wie schon gesagt: ca 25 000 Dias sind (relativ) schnell abrufbar, ca 75 000 aber in hintereinander geschichteten Hunderterstapeln. Was da alles enthalten ist??!! Zumindest steht da auf jeder Schachtel ``Rinder`` drauf.
(10.11.2020, 18:23)
cajun:   Und als 2. auf eine vor allem zum Stierkampf, eher spanischer Auspr├Ągung, gez├╝chtete Kampfrinderrasse. Das Brava- Rind.
http://www.livestockoftheworld.com/Cattle/Breeds.asp?BreedLookupID=2998&SpeciesID=8
Spanische Tiere wurden Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Camargue Landschlag gekreuzt.
https://fermer.fsetyt.com/brava-cattle-characteristics-origin-uses/
Beide Rassen ├Ąhnelm dem Bullen auf dem Berliner TP- Foto. Er k├Ânnte m.E. entweder eine Kreuzung mit Ausgangstieren aus der Camargue oder sogar ein "verbesserter" Heckstier sein.
(10.11.2020, 14:34)
cajun:   @W.Dreier: Nochmal zum Bullen Foto auf dem Foto im TP Berlin Thread, beim "nachgoogeln" stie├č ich auf zwei (!) in der Camargue gehaltene Rinderrassen. 1. Ra├žo di Bi├▓u, das eigentliche Camargue Rind, gehalten zur Fleischerzeugung UND zum traditionellen franz├Âischem Stierkampf.
Bild anbei Quelle: https://antropocene.it/en/2020/01/28/camargue/
(10.11.2020, 14:23)
cajun:   Leider Historie: Zwei Tiere der ehemaligen Gayalzuchtgruppe im Zoo Heidelberg ca 2009. Die letzten 1,2 gingen 2011 in den TP Berlin.
(10.04.2020, 18:05)
cajun:   Also die Balirindkuh h├Ątte ich als Javabanteng durchgewunken....
(07.04.2020, 13:50)
W. Dreier:   Der Bulle etwas sp├Ąter.
Heutzutage werden auf Bali Wildbantengbullen zur ``Verbesserung`` der Tiere eingesetzt
(06.04.2020, 16:52)
W. Dreier:   Balirinder - heute nicht mehr vorhanden auf unseren Anlagen. Zuchtpaar im Tierpark 1972- noch auf dem ``Kuhdamm``. Letzte Aufnahmen dann von 1988 - dort, wo heute die Mishmi-Anlage ist - nach dem Umzug f├╝r den Bau der Dickh├Ąuteranlage.
(06.04.2020, 16:50)
W. Dreier:   1972 dann der erste Nachwuchs mit den ``typisch`` gef├Ąrbten 2. Weibchen
(06.04.2020, 16:47)
W. Dreier:   Zu den Anoas hatten wir hier schon eine ``Diskussion`` - eigentlich mit dem Ergebnis, dass niemand so richtig wei├č, woher von Sulawesi die Natur-Importierten eigentlich herstammten. Auch die `` Berganoas`` k├Ânnen insofern auch nur ``angedachte`` Berganoas gewesen sein.
Hier das erste Leipziger Weibchen mit relativ heller F├Ąrbung 1970 - leider z├╝chtete es nicht.
(06.04.2020, 16:45)
Jan Jakobi:   W.Dreier, du meinst den Bullen Jussuf.
Von ihm hast du am 2. M├Ąrz 2011 hier in diesem Thread ein Foto eingestellt.
(02.04.2020, 12:54)
W. Dreier:   @cajun: ``Eigentlich`` sollten sie noch eine Weile existieren - falls nicht die Inzuchtexperten anderer Meinung sind. Zuletzt (aber auch schon 8-9 Jahre her), kam noch eine letzte Kuh aus Heidelberg in den TP. Leider waren die letzten 3 gelungenen Aufzuchten m├Ąnnlich. Aber: mindestens 3 K├╝he sind so dick, dass das eigentlich nicht nur Verfressenheit sein kann.
Der urspr├╝ngliche Gr├╝ndungsvater war ├╝brigens noch st├Ąrker als der jetzige - irgendwo ist bei mir ein S-W-Foto.
Zu den Kauk-Zebus: eigentlich sind die Kleinen immer etwas heller. Allerdings wurden auch Tiere abgegeben, so dass ich dar├╝ber nichts aussagen kann.
Anbei Bild von der diesj├Ąhrigen Geburt
(02.04.2020, 10:34)
cajun:   Und den 500. Eintrag in diesen Thread hat sich der Gayal- Bulle redlich verdient. Eine W├╝rdigung an eine ganz selten gezeigte, imposante Haustierform. Wie lange wohl noch... ?!?
(01.04.2020, 22:28)
cajun:   Unterbrechung der "schwarzen Phase" hier: Kaukasus Zwergzebus . TP Berlin 2012. Frage an die regelm├Ą├čigen TP Besucher: ist das Kalb eigentlich hell geblieben?
(01.04.2020, 22:25)
cajun:   Seltener Gast in deutschen Zoos. Kaffernb├╝ffel. Aufnahme aus dem Tiergarten N├╝rnberg.
(01.04.2020, 22:23)
cajun:   Sorry, F├╝rth Erlenbach nat├╝rlich :-)
Anbei der Bulle im Gr├Â├čenvergelich zur Kuh.
(01.04.2020, 21:56)
cajun:   Um die "Yakreihe" hier mal fortzusetzen: Yakbulle im Bergtierpark F├╝rth- Erenbach.Auch imposant. Oliver Jahn machte hier seinerzeit auf ihn aufmerksam.
(01.04.2020, 21:54)
cajun:   Herzlichen Dank, W.Dreier. Das sind doch mal Prachtkerle :-) Wobei ich sagen muss, dass die einheitlich schwarze F├Ąrbung "mehr hermacht". Zumal im Vergleich mit dem Cottbusser Exemplar. Auch der Yakbulle im TP Hamm, ganz wei├č, erscheint mir (deshalb?) nicht so m├Ąchtig.
(30.03.2020, 17:38)
W. Dreier:   und - zur Gerechtigkeit - Cottbus, 2017
(30.03.2020, 15:15)
W. Dreier:   und Leipzig - schon auf der Rosentalwiese, 1986
(30.03.2020, 15:12)
W. Dreier:   und Rostock 1973 - alles noch im alten Teil
(30.03.2020, 15:11)
W. Dreier:   @cajun: Yak, Rostock 1970
(30.03.2020, 15:10)
W. Dreier:   @cajun: ja, existiert, ich werde daran denken - habe gerade mit meinem ``Primitiv``Scanner versucht, das Bild von Midas zu scannen - mit etwas M├╝he. Aber Grau-und Dunkelt├Âne (also f├╝r Yaks, Elefanten und Nash├Ârner) kann man mit Nacharbeit zeigenswerte Bilder bekommen.
Also versprochen!
(30.03.2020, 11:02)
cajun:   @W.Dreier: Die Rostocker Yak- Gruppe fand ich auch immer imposant. Vor allem der Zuchtbulle war imposant. Leider habe ich in den letzten Jahren nie den Bullen auf der Anlage gesehen, wenn ich da war. L├Ąuft die Zucht dort aus, respk. existiert noch ein Bild von Letzteren?
(30.03.2020, 10:26)
W. Dreier:   Hier ein Jungtier in LA , 2000 (Ist nat├╝rlich kein Rind)
(28.03.2020, 18:47)
W. Dreier:   Bergtapir: Es gab eine Importwelle um 1975, sicher f├╝r 5 Euro-Zoos, die meisten lebten nicht lange, der l├Ąngste hier in Stuttgart 1990. Einzige Zucht weiterhin nur in LA.
Hier Stuttgart, der Leipziger Bulle war zu gro├č (bildtechnisch).
(28.03.2020, 18:47)
W. Dreier:   Gro├čer Panda ``An-An```in Moskau, 1971. Die Eheanbahnung mit ``Chi-Chi``, dann London, klappte nicht. Man beachte die ``mond├Ąne`` Anlage. Rundbau, ca 10m Durchmesser. Er war dann zu seiner Zeit dennoch der ├Ąlteste Panda, starb 1973
(28.03.2020, 18:43)
W. Dreier:   1986 sah Ottchen schon besser aus
(28.03.2020, 18:39)
W. Dreier:   ich verga├č noch die hornlosen Hausjaks aus dem TP, auch Kerabaus - aber mit geringeren H├Ârnern als gegenw├Ąrtig. "Wildfarbene" Hausjaks gab es h├Ąufig - besonders sch├Âne in Rostock und auch Leipzig, Halle.
Mishmitakin: ein Bild von ``Ottchen`` als er importiert wurde. Die Kuh kam 2 Jahre sp├Ąter . 1. Geburt M├Ąrz 1980. 1984 schon 4Tiere. Aber : die ersten 3 waren Bullen! Der 2. Mishmibulle kam im Mai 2004, nachdem Polen in die EU aufgenommen wurde - der hatte keine Einreise in das EU-Land DE bekommen - irgendwelche seltsamen Antik├Ârper.
Sichuans f├╝r San Diego kamen 1986 in die TP-Quarant├Ąne: wohl 5 Tiere, die ``irgendwie `` anders aussahen, als die TP-Tiere aus Rotterdam.
Aber Ottchen!
(28.03.2020, 18:38)
W. Dreier:   Wieder Historie des Tierparks Berli; 1969 - 1980
Rinder:
Vieles war schon da: Wisente (Herbert), Steppenbisons (Justav). Letztere wurden nach Stralsund abgegeben, um die Anlage den Waldbisons zu ├╝bereignen. Stammzoo f├╝r Waldbisons war aber Leipzig, vor Jahren wurden sie nach Posen gegeben. Als der Bulle im TP starb, mu├čte Prof. Dathe auch 2 K├╝he nehmen, da nur ein zus├Ątzlicher Bulle in l. existierte. Aus Stralsund kamen die Kaukasus-Zebus. ``Ganz fr├╝h┬┤┬┤ waren schon vorhanden: Watussis, Fjellrinder, Heck-Rinder, Pu├čtarinder, Parkrinder, Kaffernb├╝ffel, Rotb├╝ffel ab 1971, hier besonders Dresden . ├ťber l├Ąngere Zeit gab es dann Balirinder, ca 12 -15 Jahre. Bantengs waren schon vorhanden, ich sah noch, als der Stammbulle tot aus dem Gehege gehoben wurde und ein Sohn das Zepter bis 1989 ├╝bernahm. An einer Mucosakrankheit starben dann alle, auch ├╝brigens ein Gaurbulle im TP (aus dem Zoo!!), von dem ich von 1967 S-W-Bilder habe. Zu erw├Ąhnen sind noch Steppenb├╝ffel aus Prag (1974 - 76) und Antwerpen, die ``Mischung`` aus Kap-und Rotb├╝ffel (aber aus der Natur)
Anbei Balistier
(28.03.2020, 18:28)
J├Ârn Hegner:   irgendein zoo h├Ąlt doch gaurs zusammen mit Axishirsche . weil davon gibt's eine Abbildung in der zootierliste .
(22.01.2020, 22:20)
Patrick Marburger:   @ Michael Mettler davon gehe ich aus. Vielleicht noch vor den anderen genannten Arten. Die Tiger sollen ja wohl noch vor den Elefanten in Angriff genommen werden.
(27.04.2017, 06:17)
Sacha:   Kommt darauf an, ab welchem Zeitpunkt wir rechnen. Mir tut z.B. immer noch die Aufgabe der Gaur-Haltung in M├╝nchen weh. In Z├╝rich gibt's keine Bantengs (und schon l├Ąnger keine Bisons) mehr. In Berlin wurde wegen der Doppelhaltung auch bei den Rindern ger├Ąumt. Und in Stuttgart sind die Anoas seit rund 2 Jahren auch Geschichte. Das ist nur, was mir so ad hoc einf├Ąllt.
(27.04.2017, 04:33)
Michael Mettler:   Die Mongolei-Anlage in Z├╝rich mit Yaks ist ebenfalls noch nicht alt.

Allerdings gibt und gab es auch Gegenbeispiele. Den Bantengs als geplanter neuer Art in Stuttgart wird der Abschied der Hinterw├Ąlder und Limpurger Rinder sowie der Wisente gegen├╝berstehen, und die Tage der dortigen Bisons d├╝rften doch angesichts der Neubaupl├Ąne auch gez├Ąhlt sein?
(26.04.2017, 23:22)
cajun:   Rinder scheinen nach meinem Eindruck in den Zoos eine kleine Renaissance zu erleben. Wuppertal (Yak- Zuchtgruppe) und Dortmund (Yaks,nur K├╝he, Aufnahme der Gaurhaltung ). Neunkirchen postet seine Jungyaks als Etablierung einer neuen Zuchtgruppe. Und neben dem Neubau der Elefantenanlage propagiert Stuttgart nun die vorab Er├Âffnung eines asiatischen Huftiergeheges, das Bantengs beherbergen soll. Ebenso beginnt K├Âln (wieder) mit der Bantenghaltung. Fallen euch noch weitere Beispiele ein?
(26.04.2017, 11:47)
cajun:   ARTE scheint gerade f├╝r Rinderfans gute Dokus zu bieten. Noch 4 Tage in der Mediathek abrufbar: http://www.arte.tv/guide/de/059581-001-A/beruf-tierfilmer
Faszinierende Bilder von Gaurn, die bei hellichtem Tag die Stra├če ├╝berqueren, in eine Teeplantage wechseln und danach ein Wohngebiete entern :-) HWK at it's best (der eigentliche Schwerpunkt der Doku).
(24.04.2017, 17:34)
Michael Mettler:   Es gibt ├╝brigens einen alten Thread "Alpen-Yaks" im Forum, wo seinerzeit ein Schweizer Z├╝chter berichtete, dass Tibeter die bei uns gehaltenen Hausyaks als kleinw├╝chsiger bezeichneten, als sie das aus ihrer Heimat kannten.

Nochmal in Sachen Anpassung an keimarme Umgebung: Mir fiel noch ein, dass dies ja auch der Grund sein soll, warum sich Kaiserpinguine ohne Klimakammern nur schwer in unseren Zoos etablieren lassen, w├Ąhrend die n├Ąchstverwandten K├Ânigspinguine in diesem Punkt etwas mehr Anpassungsf├Ąhigkeit mitbringen.

Bei heutigen Gebirgstieren muss man vielleicht unterscheiden zwischen Arten, die urspr├╝nglich Tundra- bzw. K├Ąltesteppenbewohner waren und sich nach der Eiszeit in die klimatisch vergleichbaren Hochlagen fl├╝chteten (Beispiel Schneehase), wo auch die entsprechende Flora als Grundlage f├╝r die Pflanzenfresser ├╝berlebte, und solchen, deren Vorfahren Waldbewohner waren und dann ihr Gebiet ├╝ber die Baumgrenze hinaus ausdehnten (Beispiele Gemsenverwandtschaft und Wei├člippenhirsch). Erstere sind an ein ├╝ber den Jahresverlauf viel gleichm├Ą├čigeres und trockeneres Klima angepasst - und an eine h├Âhere UV-Strahlung, die immerhin keimt├Âtend wirkt. Wenn ich mir die Infos auf http://www.tibet-china.de/wetter.html ansehe, erinnert mich das Klima der tibetischen Hochebene doch sehr an das, was man ├╝ber die Eiszeit lesen kann. Wildyak, Tschiru & Co. k├Ânnten demnach in ihren Anspr├╝chen am ehesten vergleichbar sein mit Moschusochsen, Saigas und tundrabewohnenden Rentierformen, die ja auch heute noch in der Zootierhaltung schwieriger sind (trotz jahrzehntelanger "Kultivierung" und der damit zwangsl├Ąufig verbundenen Auslese, bei der die empfindlichsten Exemplare schnell wegstarben und sich nur die robusteren etablieren lie├čen) als etwa Wildziegen.
(22.04.2017, 08:31)
Michael Mettler:   Na ja, es sind ja nicht nur Wildyaks - auch Tschiru und Tibetgazelle sind selbst in China m.W. keine ├╝blichen Zootiere geworden, obwohl bei ihnen der Transport noch sehr viel einfacher w├Ąre, wenn man Kitze zur Flaschenaufzucht n├Ąhme. Vielleicht hat es tats├Ąchlich mit Anpassungen an den gemeinsamen Lebensraum zu tun.

Viele Gebirgshuftiere, die uns vertrauter sind, leben ja nicht st├Ąndig in gro├čer H├Âhe, sondern wandern im Winter in tiefere Lagen ab, manche sogar von offenen Almen in Talw├Ąlder (z.B. Gemse und Schneeziege). Insofern sind ihre Stoffwechsel durch den saisonalen Wechsel zwischen verschiedenen Lebensr├Ąumen einige Flexibilit├Ąt gewohnt. Ich habe noch nicht viel ├╝ber die tibetische Hochebene nachgelesen, aber vielleicht gibt es bei den dortigen Tierarten solche "vertikalen Wanderungen" nicht und deshalb weniger Anpassungsf├Ąhigkeit? Ist die Umgebung dort m├Âglicherweise sehr arm an Keimen, so dass die Tierarten wenig Abwehr gegen die Keimf├╝lle von Tiefl├Ąndern haben? Auf diesen Gedanken kam ich, weil in der Doku ja gesagt wurde, wie begehrt Yakfleisch ist, weil die Tiere auf unbelasteten Fl├Ąchen weiden und Gebirgswasser trinken.

├ťbrigens meine ich vor Jahren mal gelesen zu haben, dass Hausyaks der s├╝dlichen Himalayaseite kleiner als die im Norden sein sollten. Deshalb war ich von der geringen Gr├Â├če des gezeigten Hausyaks ziemlich ├╝berrascht, denn unsere Zoo-Yaks stammen doch vermutlich eher aus den s├╝dlichen Populationen (k├╝rzere Transportwege zu den Schiffen) und sind m.E. keineswegs kleiner als die n├Ârdlichen in der Doku.
(21.04.2017, 18:58)
Holger Wientjes:   Woran k├Ânnte es liegen, dass Wildyaks, im Gegensatz zu anderen Bewohnern von Gebirgen/Hochebenen, sich schlechter auf niedrigere H├Âhenstufen eingew├Âhnen lassen.

@Michael M.: Im Beitrag wurde die weisse Kuh zumindest als Hausyak bezeichnet. Wenn ich mich nicht irre, war sie auch etwas kleiner und die Hornform wich glaube ich auch ab (der Vergleich mit den Koupreys kam mir diesbez├╝glich auch in den Sinn).
(21.04.2017, 15:03)
cajun:   Aber bringen diese Anpassung nicht auch andere Gebirgswiederk├Ąuer, respk. Wildziegen, oder auch Kiangs als Hochlagen adaptierte Einhufer,mit? Laut Wikipedia erstreckte sich das Verbreitungsgebiet von Wildyaks noch bis in historische Zeit auf H├Âhen deutlich unter die 4000 Meter, die heutzutage als untere Begrenzung in der Verbreitungszone angegeben werden. Wenn man davon ausgeht, dass Wildyaks, auch ohne domestizierten Einfluss, anpassungsf├Ąhiger sind, als aktuell an der Verbreitung abzulesen, dann w├Ąre es einen Versuch wert. Problematischer ist da anscheinend die geringe Toleranz gegen├╝ber h├Âheren Au├čentemperaturen. Wobei dieses bei der Auswahl der Ex Situ Standorte ber├╝cksichtigt werden k├Ânnte. Pl├Ąne Wildyaks in ehemaligen Verbreitungsgebieten wieder anzusiedeln, existieren anscheinend nicht, oder? Wobei ich auch keinen ├ťberblick habe, wie dort die "Wildnis" heutzutage noch gegeben ist.
(21.04.2017, 13:54)
Michael Mettler:   Embryonentransfer wird bereits f├╝r die Produktion von Datong-Yaks genutzt, siehe hier: http://www.lzmy.org.cn/english/Scientific_research/73.html

Ob man in China allerdings ├╝berhaupt Interesse daran hat, Wildyaks (egal in welchem Entwicklungsstadium) au├čer Landes zu lassen? Vielleicht haben ja westliche Zoos auch noch gar nicht danach gefragt, die wollen von dort ja immer nur Pandas haben (sowie allenfalls Goldstumpfnasen und Takine)... Wobei ich denke, dass der Wildyak nicht nur unter Erhaltungszucht-Gesichtspunkten f├╝r Zoos interessant w├Ąre, sondern selbst ONB beeindrucken w├╝rde .

Und ganz nebenbei: Selbst die Farmhaltung der Wildyaks findet quasi innerhalb deren nat├╝rlichen Lebensraums statt, also bei Weidehaltung auf 3.500 bis 4.000 Metern H├Âhe. Eine Eingew├Âhnung in deutlich tiefer liegende Gebiete scheint nicht so einfach zu sein, denn m.W. hat es der Wildyak trotz seiner Imposanz selbst in China nicht zum etablierten Zootier gebracht - auch dort w├Ąre immerhin die Leihmutter-Methode umsetzbar, und das m├╝sste nicht mal eine Yak-Kuh sein. Schlie├člich hat man auch schon Gaur erfolgreich von Hausrindern austragen lassen. Aber auch wenn ein solcher "Kuckucks-Yak" bereits in einem Tieflandzoo zur Welt kommen k├Ânnte, w├╝rde er trotzdem noch die ererbte Anpassung an extreme H├Âhenlagen mitbringen. Und solche Tiere sind m.W. noch heute "tierg├Ąrtnerisches Porzellan", wie man fr├╝her so sch├Ân sagte.
(20.04.2017, 18:14)
cajun:   @Michael Mettler: Das war eine der interessantesten Dokus ├╝ber Yaks ever! Habe mir es gestern als Aufnahme angesehen. Wenn die Chinesen schon so weit sind mit der k├╝nstlichen Befruchtung bzw. der Gewinnung von Spermien w├Ąre doch glatt zu ├╝berlegen, ob man so nicht ├╝ber Hausyak- Leihm├╝tter eine Zoopopulation jenseits von veterin├Ąrmedizinischen Importbeschr├Ąnkungen in Europa aufbauen k├Ânnte. M├Âgliche Halter wurden ja schon "gaaanz unten" im Thread vorgeschlagen.
Eine solche Population k├Ânnte Sinn machen angesichts der, in der Doku gezeigten, Megacitys, die im Westen Chinas in den Himmel schie├čen.....
(20.04.2017, 14:37)
Michael Mettler:   Das Wegfangen von ein paar Jungbullen d├╝rfte der Wildpopulation nicht sonderlich schaden, dank k├╝nstlicher Besamung braucht man nicht viele f├╝r das Kreuzungsprojekt. Und wenn die Erhaltung des Wildyaks dadurch sicherer w├╝rde, dass man ihn als wertvolle Genreserve f├╝r Zuchtyaks betrachtet, h├Ątte alle etwas davon, denn vorher galt er ja eher als unerw├╝nschte Konkurrenz f├╝r das Nutzvieh (was laut Doku bei den Nomaden noch heute so ist und vermutlich auch der Wilderei Vorschub leistet).

Auch beim Schutz des Regenwaldes wird ja mit dem Potenzial f├╝r Naturmedizin usw. geworben, also mit einer Nutzung.
(19.04.2017, 19:03)
Oskar Schwitters:   Jungtiere dieser in der Natur auf h├Âchste gef├Ąhrdeten (nur 15000 Exemplare) und in keinem Zoo der Welt gezeigten Art werden also der Natur entnommen, um eine neue Nutztierrasse zu z├╝chten, statt sie sinnvoll in ein Erhaltungszuchtprogramm zu stecken. So etwas wird dann als tolle Aktion gewertet. W├╝rde stattdessen irgendein Zoo zu Artenschutz-Zwecken Tiere fangen lassen, m├╝sste er sich einige Jahre mit Peta und co herumschlagen.
(19.04.2017, 16:43)
W. Dreier:   @MM: Danke f├╝r den link. Leider hat es in China f├╝r mich nicht geklappt mit einem Wildyak - in den Achtzigern gab es einen JJungerwachsenen in Beijing, 20 Jahre davor (laut DDR-Urania mit miesen Bildern) sogar eine Familiengruppe mit Jungtier. Das bisher einzige Pr├Ąparat sah ich in Paris im Museum
(18.04.2017, 23:48)
Michael Mettler:   Das "in Zoos" im Threadtitel stimmt zwar in diesem Fall nicht, aber wenigstens in Menschenhand sind sie : Eine Doku auf ARTE (noch in der Mediathek verf├╝gbar) zeigte am Ostersamstag eine Yak-Zuchtfarm im Westen Chinas, auf der Wildyaks zu Kreuzungszwecken mit Hausyaks gehalten werden. Auch frei lebende Wildyaks wurden gezeigt.

Die Hausyaks im tibetischen Westen Chinas sollen durch Inzucht degeneriert sein, weshalb sie nur noch sehr kleinw├╝chsig sind. Es wurde eine Tibeterin gezeigt, die eine Hausyakkuh zum Melken vorbereitete; die R├╝ckenh├Âhe des Tieres (nicht der h├Âhere Widerrist) reichte der Frau gerade mal bis zum H├╝ftbereich, und m.W. sind die Tibeter nicht f├╝r Gro├čw├╝chsigkeit bekannt...! Das sind also gewisserma├čen Yaks im Ponyformat.

Man hat deswegen vor Jahren Versuche gestartet, durch Einkreuzung von Wildyaks, die als K├Ąlber gefangen und gez├Ąhmt wurden, eine gr├Â├čere Yakrasse zu erzeugen, die nicht nur mehr Fleisch, Milch und Wolle produzieren, sondern auch widerstandsf├Ąhiger sein sollte. Der Versuch gilt als gelungen, der aus der Kreuzung hervorgegangene Datong-Yak soll mit einer runden Million Tieren (es wird auch mit k├╝nstlicher Besamung usw. gearbeitet) bereits weit als Nutztier verbreitet sein. Es wird aber weiterhin kontrollierte Einkreuzung von Wildbullen betrieben, die mit zwei Metern Schulterh├Âhe immerhin nur knapp unter Gaur-Ma├čen liegen.

Ungeplante Einkreuzungen gibt es allerdings auch in der Wildbahn (vermutlich aber wohl schon seit ewigen Zeiten wie bei allen Tierarten, bei denen domestizierte Nachfahren mit der Wildform im selben Gebiet leben): Da ihnen die viel kleineren Hausyakbullen unterlegen sind, erobern Wildyakbullen immer wieder Hausyakherden und "entf├╝hren" diese aus der N├Ąhe ihrer nomadischen Eigent├╝mer. Umgekehrt wurde in der Doku auch eine Wildyakherde gezeigt, der sich wahrscheinlich eine Hausyakkuh angeschlossen hatte (sofern es nicht nur einfach eine Farbmutation des Wildyaks war, auch sowas ist ja nicht ausgeschlossen).

Nicht nur die Gr├Â├če der Wildyakbullen ist beeindruckend, sondern auch das lange, kouprey-artig geschwungene Geh├Ârn und ihre leichtf├╝├čige Bewegung in Trab und Galopp - kein Vergleich zu den eher steif wirkenden Rinderarten wie Bison oder Kaffernb├╝ffel, eher erinnern sie in ihren Bewegungsabl├Ąufen an Kampfstiere oder sogar Pferde.

Beim Googeln nach dem Datong-Yak stie├č ich auf eine HP mit u.a. einer Menge beeindruckender Wildyak-Fotos: http://carnivoraforum.com/search/?c=3&mid=3943489&month=6&year=2015
(18.04.2017, 23:15)
Michael Mettler:   Da meine "Giraffenmusterfrage" in vorletzten Post bei dieser Gelegenheit wieder ans Tageslicht kam: Inzwischen habe ich einen ├Ąhnlichen Effekt, wenn auch mit runderen Flecken, auch bei Kamerunschafen entdeckt und zwei Farbz├╝chter dieser Rasse danach befragt. Nach Ansicht des einen davon handelt es sich dabei sowohl bei Schafen als auch bei Rindern um einen Effekt, der durch (zu) gehaltvolle Ern├Ąhrung hervorgerufen wird; er nennt es scherzhaft "Fettflecken".

Die Neigung dazu scheint aber individuell unterschiedlich oder vielleicht auch vom (N├Ąhrstoffe zehrenden) Fortpflanzungsgeschehen abh├Ąngig zu sein. In der selben Kamerunschafherde sah ich Exemplare gleichen Farbschlags ohne "Fettflecken", und in der Bantenggruppe des Berliner Zoos entdeckte ich letzte Woche nur eine einzelne Kuh mit einem angedeuteten "Giraffenmuster", die anderen zeigten dieses nicht.

Unwillk├╝rlich kommt mir dabei (weil ja mindestens drei verschiedene Tierarten aus zwei Verwandtschaftsgruppen den genannten Effekt zeigen k├Ânnen) in den Sinn, ob auch das tats├Ąchliche Giraffenmuster in seiner Farbintensit├Ąt von der Ern├Ąhrungssituation abh├Ąngig sein k├Ânnte. Ich denke da z.B. an die Variationsbreite der Angolagiraffe von blasser bis zu kr├Ąftiger Fleckung....
(27.09.2016, 16:48)
cajun:   Ich kann zum Thema "Auerochsen" diesen Blog sehr empfehlen. Stellenweise mit Fotos der "Heckrinder" und heutige Zuchtbestrebungen.

http://breedingback.blogspot.de/search?updated-min=2016-01-01T00:00:00-08:00&updated-max=2017-01-01T00:00:00-08:00&max-results=16

(27.09.2016, 14:32)
Michael Mettler:   Vor einem knappen Jahr hatte ich in diesem Thread einige Fotos von Rindern mit "Giraffenfellmuster" eingestellt und gefragt, ob jemand an solchen Tieren mal Langzeitbeobachtungen gemacht hat. Und heute habe ich in meinem Heimatzoo Hannover entdeckt, dass sich auch die dortige Harzer Rotviehkuh derzeit mit einem solchen Muster "schm├╝ckt" - siehe Foto. Und die verfolge ich nun selbst schon seit ihrer Ankunft. Der Abgleich mit ihren Fotos aus den vergangenen Jahren zeigt hie und da allenfalls Ans├Ątze zum "Fleckenmuster", zwischendrin aber auch fl├Ąchiges Rot. Indizien daf├╝r, dass es sich um eine saisonale Erscheinung handeln k├Ânnte - vielleicht in Zusammenhang mit dem Fellwechsel? Momentan vergehen zwar immer viele Wochen zwischen meinen Zoobesuchen, aber beim n├Ąchsten werde ich gezielt nachschauen gehen, wie sich das Fell der Kuh weiterentwickelt hat.
(19.04.2016, 22:04)
Michael Mettler:   @Tim Meschke: Die Frage w├Ąre, ob Albinos bei Rindern wirklich seltener geboren werden oder ob man sie in Zoos schlichtweg gar nicht erst aufwachsen l├Ąsst...
(16.09.2015, 09:15)
Hannes L├╝ke:   Einen Albino Wasserb├╝ffel konnte ich in Australien bewundern...gar nicht mal so spektakul├Ąr :-D
(16.09.2015, 07:11)
Tim Meschke:   Wie sieht es eigentlich mit Albinos bei Rindern in Zoos aus? Hat da jemand schon mal eins entdeckt. Bei Rindern scheinen Albinos ja generell ziemlich selten zu sein.
(15.09.2015, 20:18)
WolfDrei:   Anbei dann der TP-Balibulle - mu├č schon lange her sein.
(05.06.2015, 22:19)
Michael Mettler:   @Hannes: Rotterdam und der Berliner Zoo hatten m.W. mit Wildf├Ąngen aus Udjong Kulon/Java ihre Zuchten begonnen. Es gab aber vermutlich auch ungekl├Ąrte Bantengs. Ich wei├č nicht mehr, ob es Antwerpen oder Planckendael war, jedenfalls hatte einer dieser Halter vor l├Ąngerer Zeit eine gute Banteng-Zuchtgruppe, holte dann zur Blutauffrischung einen Rotterdamer Bullen dazu und wunderte sich, dass dieser sich doch sehr von den bisherigen eigenen Bullen unterschied. Ich erinnere mich auch, dass ein Tierh├Ąndler etwa in den 80er Jahren in der S├Ąugetierrubrik der "Gefl├╝gel-B├Ârse" Borneo-Bantengs anbot. Bleibe mal dahingestellt, ob das wirklich welche waren (falls ├╝berhaupt Wild-Bantengs), aber die Wahrscheinlichkeit ist doch gegeben, dass nicht nur Javaner in Umlauf waren.
(05.06.2015, 21:01)
Hannes L├╝ke:   Foto
(05.06.2015, 20:39)
Hannes L├╝ke:   Hatten wir eigentlich schon mein Highlight vom Bali Urlaub?
Trotz Trekking durch den letzten Nationalpark der Insel war es eine Haustierform die mich fasziniert hat - das Bali-Rind
Diese domestizierte Form des Banteng ist auf der Insel in jedem Hof zu finden
Leider habe ich nur K├╝he gesehen. Optisch sind sie f├╝r mich nicht von Banteng zu unterscheiden (und geschmacklich vom Hausrind 😃) mit Ausnahme einiger weniger Tiere mit Bl├Ąssen
Die Tiere sollen kleiner sein als die Wildform aber trotzdem frage ich mich, wie kann man sicher sein, dass man in unseren Zoos wirklich nur reine Bantengs sieht und keine Mixe?

Offiziell h├Ąlt keiner europ├Ąischer Zoo mehr dieses Haustier
Mit die erfolgreichste Gruppe lebte im TP Berlin, war aber nicht besonders erfolgreich
(05.06.2015, 20:37)
Michael Mettler:   Und noch ein "Schattenfleck-Watussi". Zus├Ątzlich auff├Ąllig ist hier, dass Schnauze und Beine deutlicher dunkler sind als der Kernk├Ârper. Alte Aufnahme aus Osnabr├╝ck.
(12.05.2015, 14:18)
Michael Mettler:   Anbei die ├╝berwiegend wei├čen Watussis aus Ebeltoft/DK. Tiere wie die daneben liegenden, mit rot get├╝pfelten, unterschiedlich ausgedehnten Wei├čfl├Ąchen, habe ich zwar nicht h├Ąufig, aber einigerma├čen regelm├Ą├čig in Zoos und Safariparks zu Gesicht bekommen, Plattenschecken (also "Milchkuh-Look") dagegen nur selten (wundersch├Âne Tiere in Planckendael).

Dass viele Zoos nur einheitlich rote Watussirinder hielten, k├Ânnte daran liegen, dass Tierh├Ąndler fr├╝her laut Blaszkiewitz nur ungern Schecken aufkauften, weil sie die schlechter wieder los wurden. Au├čerdem war es einige Zeit Mode (zumindest in Deutschland), fremdl├Ąndische Haustiere in farblich einheitlichen Zuchtgruppen zu halten (z.B. schwarze Zwergziegen, braune Alpakas, wei├če Lamas, schwarze Yaks oder eben rote Watussirinder). Vielleicht, damit sie nicht auf den ersten Blick wie Haustiere wirken sollten ;-)
(11.05.2015, 22:12)
Tim Meschke:   @Michael Mettler: Dann wird es die Zebu-Kuh gewesen sein, denn das einzige Bild, das ich von ihr habe, ist ziemlich schlecht.
(11.05.2015, 21:32)
Heidemarie Busch:   Ich meine mich zu erinnern, dass es ganz fr├╝her bei Hagenbeck auch Schecken bei den Watussirindern gab.
(11.05.2015, 20:54)
Michael Mettler:   @Tim Meschke: Ein ganz wei├čes Watussirind habe ich nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Zoos in ├╝ber 30 Jahren nie gesehen (nur Schecken mit einem extrem hohen Wei├čanteil in D├Ąnemark). Allerdings stand in Berlin zeitweise eine (grau-)wei├če Zebu-Kuh mit auf der Watussi-Anlage, die sp├Ąter in den TP Berlin wechselte.
(11.05.2015, 20:16)
Tim Meschke:   @Michael Mettler: Stimmt, dieses Ph├Ąnomen habe ich auch schon einmal bemerkt. Eins der Watussirinder im Berliner Zoo - die heute nun Geschichte sind - hatte eine solche durchscheinende ''Flecken''. Wenn ich mich recht erinnere, gab es da auch wei├če Individuen.
(11.05.2015, 20:05)
Michael Mettler:   ... und Limpurger Rind in der Wilhelma (ebenfalls 2009 aufgenommen) mit sehr fein aufgel├Âstem "Muster". Ich erinnere mich an eine Watussikuh ├Ąhnlich heller Grundfarbe im Berliner Zoo, bei der die "Schattenzeichen" in Gr├Â├če und Form der K├Ârperfleckung einer Massaigiraffe nahekamen.
(11.05.2015, 18:29)
Michael Mettler:   Weitere Beispiele, die gleichzeitig eine gewisse Variationsbreite des "Musters" umfassen: Watussirind, bei dem die dunklen "Flecken" eher tupfenartig sind (Hodenhagen, Aufnahme von 2009)...
(11.05.2015, 18:25)
Michael Mettler:   Mir sind schon ├Âfter rote oder gelbe Hausrinder mit einem schemenhaften "Giraffenfellmuster" am K├Ârper aufgefallen, vor allem Watussis (das Ph├Ąnomen f├Ąllt nat├╝rlich bei kurzhaarigen Tieren weitaus eher ins Auge). Leider hatte ich noch nie Gelegenheit, mal ein solches Individuum ├╝ber das Jahr hinweg im Blick zu behalten, denn ich denke weniger an eine Pigmentierung als eher an einen vor├╝bergehenden optischen Effekt, der in Zusammenhang mit Temperaturregulierung steht - das jedenfalls habe ich mal als Theorie f├╝r den Zweck der Fleckung von Giraffen gelesen.

Bei meinem Besuch in Hellabrunn entdeckte ich das Ph├Ąnomen nun erstmals auch bei einem Wildrind, n├Ąmlich dem Zuchtbullen der Bantengs (siehe Foto).

Kann jemand eigene Beobachtungen ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum dazu beitragen?
(11.05.2015, 18:18)
Michael Mettler:   Manche Meldung muss man wirklich zweimal lesen, so sehr staunt man dar├╝ber, weil man von anderem ausging. Das Wisentgehege Springe, das sich seit 1928 (also seit 86 Jahren!) mit der Erhaltungszucht des Wisents befasst, vermeldet f├╝r dieses Jahr die erste eigene Nachzucht eines reinbl├╝tigen Flachlandwisents - alles zuvor waren demnach Tiere aus der Flachland-Kaukasus-Mischlinie. Im Park werden beide Linien in getrennten Gattern gehalten. W├Ąhrend die Mischlinie traditionsgem├Ą├č Eigennamen bekommt, die mit "Sp" (f├╝r Springe) beginnen, werden f├╝r die erst 2012 hinzugeholte Flachlandlinie jetzt Namen mit "De" (f├╝r Deister) vergeben.
(23.05.2014, 21:19)
Oliver M├╝ller:   Tja, scheint sich eben wieder mal zu best├Ątigen, dass, so bald Hormone ins Spiel kommen, die Definitionen der Systematiker keinen mehr interessieren.... ;-)

Zumindest scheint ja die alte Definition, dass einer Art angeh├Ârt, was sich fruchtbar paaren kann, keinen Pfifferling mehr wert zu sein.

Vielleicht sollte man ja zu dem Schluss kommen, dass es Arten in dem urspr├╝nglichen Sinne gar nicht gibt, sondern mehr so etwas wie ein stufenloses Kontinuum. :-)
(19.12.2012, 10:43)
WolfDrei:   Im Zusammenhang mit dem gerade erw├Ąhnten ZGAP-Heft 2 wurden in diesem Wildpferdartikel auch die Anzahlen der Gr├╝ndertiere f├╝r den Wisent genannt. Bei gegenw├Ąrtig etwa gut 3 000 Tieren gehen die Flachlandwisente auf 7 Gr├╝ndertiere zur├╝ck, die der mischbl├╝tigen (Flachland x Kaukasus) auf 12 zur├╝ck.
(19.12.2012, 10:08)
Michael Mettler:   Was war das bis vor kurzem noch einfach mit der Rindertaxonomie: Der Artenkreis war ├╝berschaubar klein, was sich einigerma├čen ├Ąhnlich war, wurde als Unterartenkreis einer Art betrachtet, jede Haustierform hatte nur eine Stammart zu haben, Unsicherheiten konzentrierten sich haupts├Ąchlich auf die Gliederung der Anoas und das R├Ątseltier Kouprey, und was sich aus biologischen Gr├╝nden der taxonomischen Schubladisierung widersetzte, das wurde durch Eingemeinden unter den Teppich gekehrt (z.B. jene indonesischen Rinderrassen, die auf die Verkreuzung von Banteng- und Auerochsenabk├Âmmlingen zur├╝ckgehen und "der Bequemlichkeit halber" zum Hausrind gestellt wurden, weil sie sonst nicht ins Schema passten).

Und was bleibt davon jetzt ├╝brig?

Zum Afrikanischen B├╝ffel siehe unten.
Die beiden Rassengruppen domestizierter Wasserb├╝ffel (Fluss- bzw. Milch- und Sumpfb├╝ffel) sind genetisch so weit voneinander entfernt wie echte Arten und haben sich weit, weit vor Beginn der Domestikation aufgespalten. Folglich m├╝ssen sie auch zwei verschiedene Stammarten haben. Also besteht entweder der Arni aus mehreren Arten oder eine Stammart ist ausgestorben - oder sogar beide. Zudem sind vielerorts Sumpf- und Wildb├╝ffel nicht klar zu trennen, weder genetisch noch morphologisch, so dass vielleicht eher die Abstammung der Flussb├╝ffel fraglich ist.

Beim Gaur geht es jetzt um die Frage, ob Vorder- und Hinterinder nur Unterarten oder doch Arten sind - Ausgang noch offen.

├ähnlich beim Banteng, wo zudem die beschriebenen Unterartmerkmale nicht so stabil sein sollen wie bisher postuliert. Zudem sollen nicht wenige Wildbantengs bereits Zebu-Gene tragen und einige in Kambodscha Kouprey-Gene (!). Domestizierte Bantengs alias Balirinder mischen dabei ebenfalls mit, sind aber teilweise selbst auch mit Zebus verkreuzt bzw. umgekehrt enthalten gewisse Zeburassen auch Bantengblut. Eine seit ├╝ber 150 Jahren verwildert lebende Population von Balirindern in Nordaustralien ist dagegen "reiner bantengbl├╝tig" als mancher Wildbanteng (n├Ąmlich nach genetischen Erkenntnissen frei von Zebu-Einkreuzung) und wird sogar als Genreserve f├╝r die schmelzenden Wildbantengbest├Ąnde propagiert...

Die beiden "Wollb├╝ffel" sind nun (eigentlich) drei, weil der Kaukasuswisent in den Artstatus erhoben wird, wobei er ja nur noch in der Hybridwisentlinie in Form genetischer Spuren existiert. Diese Verbastardisierung ist aber eigentlich gar nicht schlimm, da zumindest der Flachlandwisent m├Âglicherweise ohnehin selber ein Hybridprodukt aus pr├Ąhistorischen Bisons und Auerochsenvorfahren ist (was u.a. als L├Âsung daf├╝r gesehen wird, dass er stammesgeschichtlich nach Fossilienfunden "urpl├Âtzlich" auftauchte - so wie der heutige Bison auf die Hybridisierung zweier pr├Ąhistorischer Bisonformen zur├╝ckgehen soll. Auch da ist es fast schon egal, dass Pr├Ąrie- und Waldbisons vermischt wurden, wenn letzterer vielleicht gar nicht richtig abgrenzbar ist/war; wenn schon "der" Pr├Ąriebison aus zwei Ursprungspopulationen zusammengemixt wurde, die sich ph├Ąnotypisch auf ├Ąhnliche Weise unterschieden haben sollen wie "heute" Pr├Ąrie- und Waldbison (und ausgerechnet der waldbison├Ąhnlichere S├╝dliche Pr├Ąriebion der nomenklatorische B. bison bison w├Ąre); und wenn ein Teil der Pr├Ąriebisons ohnehin schon Hausrind-Gene tr├Ągt.

Fragt sich dann nur, von WELCHEM Hausrind, denn da haben wir das gleiche Prinzip wie beim Wasserb├╝ffel: Zebus und buckellose (taurine) Hausrinder sind genetisch so weit voneinander entfernt wie Hausrind und Bison, und das ebenfalls schon seit einer Zeit weit vor jeglicher Domestikationsanf├Ąngen. Also muss man sie als unterschiedliche Arten betrachten, womit es wiederum nicht nur eine Auerochsenart gegeben haben kann. Und ein gro├čer Teil des Vieh-Weltbestandes w├╝rde dann die Theorie widerlegen, dass jede Haustierform auf nur eine Stammart zur├╝ckgeht, denn in verschiedenen Kontinenten leben "Hausrinder", die auf zwei Arten zur├╝ckgehen, ohne st├Ąndig neu verkreuzt zu werden (so z.B. auch die afrikanischen Sangas, darunter das Watussirind).

Und um dem Ganzem die Krone aufzusetzen, entdeckte man das Museumspr├Ąparat eines kambodschanischen Hausrindes, das sich zur gro├čen ├ťberraschung genetisch als Kouprey entpuppte (dessen Artstatus derzeit als gesichert gilt, das war ja nicht immer so), sich aber von diesem in Gr├Â├če, F├Ąrbung und Behornung unterschied, so dass m├Âglicherweise noch heute eine domestizierte Form des Koupreys existiert, die man bisher dem Hausrind-Komplex zuordnete.

Also: Noch Fragen? :-) Ach ja: Immerhin ist beim Yak alles klar (der Hausyak stammt wirklich vom Wildyak ab, und die n├Ąchsten Verwandten beider sind die "Wollb├╝ffel"), und die Anoa-Frage ist nach wie vor noch nicht gekl├Ąrt...
(11.02.2012, 12:50)
Michael Mettler:   Taxonomie ist und bleibt eben ein k├╝nstliches Verfahren, Grenzen zu ziehen, wo es oft eigentlich keine gibt.

Siehe die (nach der neuen Systematik) Arthybriden Sudan- x Rotb├╝ffel in unseren Zoos: Ein Graus f├╝r Puristen, aber eine ganz normale und "im Feldversuch" bew├Ąhrte Lebensform verschiedener Gebiete West- und Zentralafrikas (und somit als "Botschafter" f├╝r ihren Lebensraum durchaus zootauglich), aus der sich eines Tages sogar eine eigene Art entwickeln k├Ânnte. So wie - siehe den Artikel von Geist ├╝ber die Bisons - auch der heutige Bison mutma├člich einst aus der Hybridisation verwandter Arten entstand.
(09.02.2012, 13:42)
Sacha:   Ich glaub', ich wechsle den Beruf, werde "Taxonom" und gebe dann auch eine Systematik heraus. Ist offensichtlich wie Meteorologie. Jeder Meteorologe prognostiziert ein anderes Wetter, am Schluss haben aber alle irgendwie recht...:)
(09.02.2012, 10:38)
WolfDrei:   Zum Gl├╝ck wissen die B├╝ffel davon nichts und freuen sich des Lebens: Tiere aus dem Pretoria-Zoo. So ganz astrein (oder systemrein) schauen sie auch nicht aus.
(08.02.2012, 23:02)
Michael Mettler:   Wollte eigentlich noch die Quelle angeben:
http://www.resource-ecology.org/publ/2002_Hooft,Prins_PhylogeographyOfTheAfricanBuffalo.pdf

Wie aus der Tabelle dort ersichtlich, floss auch ein Dresdner Rotb├╝ffel als Stellvertreter f├╝r Angola mit ein - mit der Anmerkung "taxonomische Zuordnung unklar, entweder caffer oder nanus".... Es wird immer verworrener!
(08.02.2012, 21:09)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Wie gesagt, hatte ich ja ebenfalls als solchen abgebucht, ohne das irgendwo gelesen zu haben. Aber der Blick unter den Bauch auf meinen Dias ergibt ein eindeutiges Ergebnis...

Dazu gleich noch am Rande: Die Kaffernb├╝ffelzucht Antwerpens begann mit Importen aus Namibia. Zwei Nachzuchttiere wurden - wohl wegen dieser Herkunft - in eine genetische Studie ├╝ber Afrikanische B├╝ffel einbezogen und als Ursprungsgebiete der Linie Windhoek und Okahandja genannt - wo allerdings gar keine B├╝ffel vorkommen, aber zwei Gro├čtierh├Ąndler ihre Sitze hatten... Wer wei├č, woher die Tiere also wirklich stammten. Aber jetzt kommt's: In der Studie lie├čen sich die untersuchten B├╝ffel (leider fehlten dabei welche westlich von Kamerun und n├Ârdlich der Regenwaldzone, ansonsten stammten die Proben aus dem gr├Â├čten Teil des Syncerus-Gebietes) in zwei Gruppen gliedern. In der einen davon fanden sich neben ein paar B├╝ffeln aus Uganda s├Ąmtliche Waldb├╝ffel zwischen Kamerun und Angola, in der anderen weitere Uganda-B├╝ffel und alle "typischen" Kaffernb├╝ffel von Kenia bis S├╝dafrika - bis auf die Antwerpener, die genetisch in die Waldb├╝ffel-Gruppe fielen! Wenn deren Vorfahren mal nicht aus Zoo-Berliner Zucht nach Namibia gelangt waren (zu Schulz/Okahandja gab es ja gute Kontakte) und Sudanb├╝ffel-Gene enthielten....
(08.02.2012, 21:06)
WolfDrei:   @MM: zum Antwerpener Sudanb├╝ffel aus der Rinderreihe:aber der sah doch toll "bullig" aus!!
(08.02.2012, 20:24)
Michael Mettler:   Ich habe jetzt auch den Artikel gefunden, in dem die Existenz unterscheidbarer Unterarten beim Bison angezweifelt wurde:
http://pubs.aina.ucalgary.ca/arctic/Arctic44-4-283.pdf

Ziemlich interessante Argumentation (und gleichzeitig ein historischer R├╝ckblick auf die Ursprungstiere der heutigen Pr├Ąriebisons). Groves & Grubb zitieren einiges davon in "Ungulate Taxonomy", k├Ânnen aber zwangsl├Ąufig nicht mit den Ansichten von Geist konform gehen, da dieser den Wert morphometrischer Messungen anzweifelt, w├Ąhrend diese Methode f├╝r Groves & Grubb eine Basis ihrer Forschung darstellt. Unter dem Strich bleibt aber bei beiden das gleiche Ergebnis: Es gibt im Grunde keinen Waldbison (mehr), sondern allenfalls "selected lookalikes", von denen wir nicht wissen, wie stark sie durch Pr├Ąriebisonbeimischung beeinflusst sind - denn auch die ber├╝hmte wiederentdeckte, letzte vermeintlich "echte" Waldbisonherde (daraus stammen m.W. unsere Zoo-Waldbisons) hat sich letztlich als nicht reinbl├╝tig entpuppt.

Bemerkenswert ├╝brigens, dass die Form athabascae vom Erstbeschreiber mit einer relativ schwammigen Beschreibung nach einem Einzeltier festgelegt wurde, das er nie selbst untersucht hatte, sondern offenbar nur vom H├Ârensagen kannte...
(08.02.2012, 20:15)
Michael Mettler:   Sorry, was vergessen: Der Hinweis auf die "Sudan-Rasse" bei den Zoo-Berliner "Kaffernb├╝ffeln" stammt nicht aus dem JB 1961 (Jahr der Ankunft), sondern dem JB 1963 (Jahr der ersten Nachzucht).

@WolfDrei, als Nebenprodukt der Recherche: Der einzelne Sudanb├╝ffel des Antwerpener Zoos (gehalten ├╝brigens ab 1968) entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Kuh. Hatte ich aber auch immer als Bullen abgebucht, ohne n├Ąher dr├╝ber nachzudenken - da f├╝hrte vielleicht dessen F├Ąrbung in die Irre, die man von Rotb├╝ffelbullen her gewohnt ist.
(07.02.2012, 23:39)
Michael Mettler:   Nach dem erw├Ąhnten Quellenstudium mit Schwerpunkt auf den beiden Berliner Haltungen (MILU, Jahresberichte) sieht die Situation in Kurzform (kann ich bei Bedarf gern ausf├╝hrlicher darlegen) also aus wie folgt (bei Anwendung der neuen Systematik, wobei im Falle von sudanesischen B├╝ffeln auch die alte schon griff).

Zoo Berlin, Rotb├╝ffel:
Sp├Ątestens ab 1973 (Abgabe des Bullen aus Sierra Leone) Verkreuzung der beiden Importlinien S.L. und Angola), wobei mangels Stammb├Ąumen erst mal unklar bleibt, ob heute noch rein angola-bl├╝tige Tiere in der Gruppe sind. Die rechnerische Wahrscheinlichkeit ist h├Âher f├╝r Arthybriden brachyceros/nanus. Seit Gr├╝ndung der Zucht 1965/1968 mit den beiden Importen kamen nur drei Tiere von au├čen hinzu: nach dem Verlust des Angola-Bullen 1975 wurde einer seiner S├Âhne als Nachfolger zur├╝ckerworben, 1984 zwei K├╝he aus Hannover (die aber bis auf einen geringen Dresdner Angola-Einfluss der einen ebenfalls auf die Berliner Zoo-Zucht zur├╝ckgingen). Der Inzuchtgrad d├╝rfte also hoch sein.

Tierpark Berlin, Rotb├╝ffel:
Gr├╝nderpaar waren der aus dem Zoo abgegebene Sierra-Leone-Bulle und eine Angola-Kuh aus Dresden, erstes aufgezogenes Jungtier 1981. Alle (!) seitdem im TP geborenen Tiere (inklusive der zur Weiterzucht behaltenen und heutigen K├╝he) w├Ąren also Arthybriden brachyceros x nanus, denn lediglich zwei Zuchtbullen wurden von au├čen hinzugeholt (1989 und 2010 jeweils aus Dresden, die k├Ânnten noch reine Angolaner = echte Rotb├╝ffel sein).

Zoo Berlin, Kaffernb├╝ffel:
Gr├╝ndertiere der Zucht waren 1,1 Kaffernb├╝ffel ostafrikanischen Ursprungs (erhalten 1959) und 0,2 Importe aus dem Sudan (erhalten 1961 und im JB ausdr├╝cklich als der "Sudan-Rasse" zugeh├Ârig bezeichnet). 1963 startete die Zucht, alle drei K├╝he pflanzten sich fort - also reine Kaffernb├╝ffel plus Arthybriden caffer x brachyceros. Die Zucht blieb bis zur Beendung der Haltung (2001) offenbar ohne Blutauffrischung (Gr├╝nderbulle starb 1977, sein im selben Jahr geborener Sohn wurde sein Nachfolger bis 1994, dann nur noch K├╝he gehalten). Wiederum mangels Stammb├Ąumen unklar, wie hoch der Hybridenanteil unter den in Berlin z├╝chtenden und von dort abstammenden, anderswo lebenden B├╝ffeln ist und war.

Tierpark Berlin, Kaffernb├╝ffel:
Gr├╝nderpaar waren ein Nachzuchtbulle aus dem Zoo Berlin (reinbl├╝tig oder Hybride?) und eine Importkuh aus dem Sudan. Die erste Tochter dieses Paares von 1968 wurde nicht nur selbst eine erfolgreiche Zuchtkuh im TP, sondern ihrer Linie entstammen auch alle drei Nachfolger des Gr├╝nderbullen bis 2010, somit w├Ąren sp├Ątestens alle (!) nach Mitte 1981 (letzte K├Ąlber des 1980 gestorbenen Gr├╝nderbullen) im TP geborenen "Kaffernb├╝ffel" Arthybriden. F├╝r die Zucht wurden mehrere K├╝he von au├čen hinzugeholt, aber reinbl├╝tig konnte sie dadurch nat├╝rlich nicht werden.

Es g├Ąbe allerdings noch eine interessante M├Âglichkeit, falls die ostafrikanische Abstammung der Zoo-Berliner Kaffernb├╝ffel von 1959 sich als n├Ârdliches Uganda oder Nordwest-Kenia herausstellen w├╝rde: Dort lebt n├Ąmlich nach neuer Definition nicht S. caffer, sondern S. brachyceros. In diesem Fall h├Ątte es im Berliner Zoo nach dem Krieg nie echte Kaffernb├╝ffel gegeben, daf├╝r ausschlie├člich reinbl├╝tige Sudanb├╝ffel - und das auch im TP Berlin mindestens bis zum Einkreuzen der von au├čen hinzugeholten K├╝he (die erste kam 1966)....
(07.02.2012, 23:30)
Michael Mettler:   @Henry Merker/Beitrag vom 3.1.12: Ich habe nun ebenfalls "Ungulate Taxonomy" vorliegen, finde darin aber keinen Hinweis (oder habe ihn ├╝berlesen?), dass B├╝ffel aus Sierra Leone nach der Revision noch zum Rotb├╝ffel S. nanus gerechnet werden.

"Ungulate Taxonomy" enth├Ąlt leider keine Verbreitungskarten und f├╝r S. nanus nur den Hinweis "Forest belt of W and C Africa". Der l├Ąngere Text ├╝ber die Untersuchungen der Afrikanischen B├╝ffel und die Begr├╝ndung der Gliederung in vier Arten l├Ąsst allerdings den Schluss zu, dass die Autoren in diesem Fall "W Africa" lediglich auf Mittel- und SO-Nigeria sowie Kamerun beziehen. ├ťber alle genannten, craniometrisch untersuchten Exemplare westlich dieser Gebiete vom Senegal bis SW-Nigeria (darunter leider keins aus Sierra Leone) hei├čt es, dass sie gr├Â├čer seien als die Tiere ab Zentral-Nigeria ostw├Ąrts. Die Ergebnisse deuten zudem auf eine nur schmale Hybridisierungszone zwischen Sudan- und Rotb├╝ffel am Nordrand des zentralafrikanischen Regenwaldes hin (NO-Nigeria, N-Kamerun und Uelle-Region) - ├╝brigens die einzige in diesen Untersuchungen nachweisliche Hybridisierungszone von Syncerus in ganz Afrika, nachdem die vermeintlichen Hybriden Ostafrikas als klar abtrennbare Einheit S. mathewsi betrachtet werden. Die wenigen sonstigen mit "W Africa" zu findenden Angaben beziehen sich m.E. alle auf den Sudanb├╝ffel, und in einer genetischen Studie wurden zwar viele Afrikanische B├╝ffel untersucht, aber keine westlich von Kamerun.

Nun gibt es ja in Westafrika das "Dahomey gap", die breite, bis zur K├╝ste reichende Savannenl├╝cke zwischen den Waldgebieten des ├Ąu├čeren Westens (also auch Sierra Leone) und Zentral-Nigerias, ab wo sich ost- und s├╝dostw├Ąrts das gro├če zusammenh├Ąngende Regenwaldgebiet Afrikas erstreckt. Wenn sich die B├╝ffel westlich des Gaps tats├Ąchlich deutlich von den ├Âstlichen unterscheiden und in die Variationsbreite von brachyceros fallen, ist es nat├╝rlich fraglich (wenn auch nicht unm├Âglich), dass die B├╝ffel aus Sierra Leone eine isolierte Population von S. nanus darstellen.

Die Verbreitungskarte und Gliederung im "Handbook of Mammals of the World" steht jedenfalls m.E. nicht im Widerspruch zu den Angaben in "Ungulate Taxonomy".

F├╝r die europ├Ąischen Zoobest├Ąnde von Rot- und Kaffernb├╝ffeln w├╝rde die neue Systematik jedenfalls bedeuten, dass beide zumindest in Teilen nicht reinbl├╝tig w├Ąren, n├Ąmlich Sudanb├╝ffel-Blut f├╝hren - mindestens ├╝ber eine als Kaffernb├╝ffel aus dem Sudan importierte Kuh des TP Berlin und ├╝ber die als Rotb├╝ffel aus Sierra Leone importierten Tiere des Berliner Zoos. Bin gerade dabei, die verschiedenen Quellen dar├╝ber zusammenzuf├╝gen.
(07.02.2012, 13:58)
Henry Merker:   In Golaghat soll ein m├Ąnnlicher Arni zu sehen sein.
(22.01.2012, 12:20)
Michael Mettler:   Nachtrag zum Dahome-Zwergrind: In meinem Beitrag dazu habe ich die Heimatstaaten verwechselt. Ex-Dahomey hei├čt heute nicht Burkina Faso (das war fr├╝her Obervolta und ist ein Binnenstaat), sondern Benin - und das grenzt sehr wohl an die K├╝ste. Sorry!
(10.01.2012, 08:20)
Liz Thieme:   Ja das mit den Reittieren und den Problemen des Klimas und Wanderwege etc steht auch in der Dissertation drin, das wollte ich hier nicht auch noch dazuschreiben, das w├Ąre zu viel geworden.
(08.01.2012, 13:36)
Michael Mettler:   Die Stammesgeschichte der afrikanischen Rinderrassen, wie sie vor der Kolonialzeit bestanden, ist ├╝brigens sehr interessant. Man ger├Ąt ja bei der zoologischen Systematik nur zu leicht in das Denkschema, dass eine Lokalform einmalig entstand und dann entweder wieder ausstarb oder sich am Ort zu ihren heutigen Nachfolgern entwickelte. Dass sich Gebietsgrenzen immer mal wieder hin und her verschoben haben k├Ânnen (oder fr├╝her erst gar nicht bestanden, selbst wenn es heute der Fall ist) und das ganze Gef├╝ge gar nicht so stabil ist, wie es bei einer Momentaufnahme wirkt, trifft ja nicht nur auf Wildtiere zu, sondern auch auf alte Haustierrassen. Bei denen ist zwar der menschliche Einfluss in Form der Zuchtwahl und der Bewegungseinschr├Ąnkung vorhanden, aber die Umwelteinfl├╝sse (Klima, Nahrung, Krankheiten usw.) sind ja in den alten Haltungsformen die gleichen wie bei den ├Ârtlichen Wildtieren. Und auch die M├Âglichkeiten der Ausbreitung sind gr├Â├čtenteils identisch: Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Verschiffung) standen den wilden Huftieren Afrikas im Grunde die gleichen Wanderwege zur Verf├╝gung wie den Rindern, Schafen und Ziegen der Afrikaner. Zwar wird die Ausbreitung des Viehs durch den Menschen gelenkt, aber die Faktoren f├╝r Wanderbewegungen sind auch hier wieder ├╝berwiegend die gleichen wie bei Wildhuftieren: Abwanderung aus ├╝berv├Âlkerten oder verseuchten Gebieten, Suche nach besseren Weidegr├╝nden, saisonales Pendeln.

Die urspr├╝nglichen Rinderrassen sind den lokalen Lebensbedingungen etwa genauso gut angepasst wie Unterarten und Arten der Wildtiere, nur dass sie vielerorts in einer Kopfzahl gehalten werden, die f├╝r die Umweltbedingungen zu hoch ist (wobei das in manchen F├Ąllen wohl auch erst eine Folge der Kolonialzeit sein soll, weil z.B. die Wanderungen der Massai durch Reservatsgrenzen stark eingeschr├Ąnkt wurden) - inwieweit "altafrikanische" Rinder auch ohne menschliche Hilfe zurechtk├Ąmen, w├Ąre eine interessante Frage. Angesichts dessen, dass Rinder primitiver Rassen in anderen Erdteile problemlos "verwildert" leben, d├╝rfte das allerdings in Afrika auch nicht schwieriger f├╝r sie sein.

Die bildlichen Darstellungen verschiedener afrikanischer Kulturen belegen, dass es schon vor dem europ├Ąischen Einfluss starke Ver├Ąnderungen in der afrikanischen Rinderhaltung gegeben hat, da verschiedene Rindertypen zu unterschiedlichen Zeiten und vermutlich auch auf unterschiedlichen Wegen den Kontinent erreichten und manche Typen/Rassegruppen ihre weit verbreiteten Vorg├Ąnger verdr├Ąngten, weil sie entweder n├╝tzlicher oder unter den vorhandenen Umweltbedingungen widerstandsf├Ąhiger waren (oder gar beides). Die Kombination verschiedener Typen brachte dann quasi ur-afrikanische Neutypen hervor - n├Ąmlich die Sangarinder. Ingesamt soll Afrika der Kontinent mit der gr├Â├čten genetischen Vielfalt unter Hausrindern sein, selbst wenn man die Einfl├╝sse ab der Kolonialzeit nicht einrechnet - im Vergleich dazu sollen z.B. fast alle europ├Ąischen Rinderrassen eng verwandt sein, so unterschiedlich sie auch aussehen.
(08.01.2012, 12:08)
Michael Mettler:   Vermutlich haben sich die Definitionen seit 1908 etwas verschoben, denn laut Porter ist das Watussi eine Lokalvariante des Ankole, und dieses wiederum z├Ąhlt selber zu den Sangarindern - wie ├╝brigens auch Ovambo- und Damararind. ├ťber diese urspr├╝nglichen Rinder S├╝dwestafrikas berichtet sie, dass sie h├Ąufig als Reittiere dienten - und dies laut einem Reisebericht des Entdeckers Charles John Andersson von 1860 sogar bei der Jagd auf L├Âwen und Elefanten!
(08.01.2012, 00:01)
Liz Thieme:   Habe in einer Dissertation von 1908 etwas ├╝ber die Rinder in Afrika, insbesondere in den damaligen deutschen Kolonien gelesen.
Dort wird beschrieben, welche Tiere wo, wie genutzt werden und welcher Herkunft sie sind.
Bevor die Deutschen in die s├╝dlichen und westlichen Gebiete kamen, soll es dort nur zwei Rinderrassen gegeben haben: das Ovamborind im Norden und das Herero- oder Damararind aus dem Damaraland.
Beide Arten sollen schlanker, besonders h├Âhere Beine, einen fein geformten Kopf und ein sehr breites, klafterndes, wenig gewundenes Geh├Ârn als die Europ├Ąischen Arten gehabt haben.

Das Ovamborind soll mit der Art zusammenh├Ąngen, die n├Ârdlich vom Kuene in Benguela und Angola gehalten wird. Das Ovamborind soll kleiner und weniger schlank im Bau sein als die Tiere des Hererolandes und daher auch weniger Kraft haben. Es war zum ziehen und Tragen nicht gut geeignet und anf├Ąllig gegen Krankheiten, Durst, Futtermangel und Anstrengungen.

Das Damararind soll weniger unter zeitweiligen schlechten Wetter- und Futterverh├Ąltnissen leiden und sind besser geeignet schwere s├╝fafrikanische Ochsenwagen zu ziehen.

Im Namaland wurden Rinder mit niederl├Ąndischen Rindern gekreuzt und waren schwer und kurzbeinig. Diese Rinder waren leistungsschw├Ącher als die Damararinder; kraftvoll, aber nicht so schnell.

In Rinder in Deutsch-Ostafrika geh├Ârten zwei Hauptrassen an.
Am h├Ąufigsten ist das Zebu/Buckelrind (Bos indicus, Bos zebu), es sind haupts├Ąchlich ziemlich kleine und starke Tiere mit gro├čem Fetth├Âcker und kurzen, seitw├Ąrts gestellten H├Ârnern. Die von den Massai gez├╝chteten Rinder sollen etwas l├Ąngere H├Ârner haben. Es soll in allen Farbabstufungen von wei├č bis braunschwarz vorkommen.

Die andere Rasse ist das Watussi-Rind (Bos afrikanus) soll mit dem Sanga-Rind verwandt sein. Es ist aus Abessinien und den Gallal├Ąndern von den Watussi eingef├╝hrt worden. Es soll eine gr├Â├čere Statur haben als das Zebu und meist eine r├Âtliche bis dunkelbraune Farbe haben und der Kopf kleiner und das Geh├Ârn st├Ąrker sein.

In den Bornulandschaften waren haupts├Ąchlich zwei Rassen vertreten.
Das Kurirind, vergleichbar mit dem Sangarind und das Buckelrind der Schoa, ebenfalls Kurirind genannt.
Das Kurirind zeigt riesige H├Ârner, die leier- und kreisbogenf├Ârmig nach oben gekr├╝mmt sind. Sie haben nicht immer den fleischigen H├Âcker zwischen den Schultern und haben einen gestreckten Bau und einen l├Ąngeren Kopf, der absinken soll aufgrund des Gewichts der H├Ârner, als andere afrikanische Rassen.

Das Rind der Schoa sind m├Ąchtige, kurzh├Ârnige Tiere, die einen kurzen dicken Kopf und eine breite Brust haben, einen starken Hals von dem eine Hautfalte herabh├Ąngt, sowie einen fleischigen H├Âcker zwischen den Schultern. Sie sind im Ganzen massiger und st├Ąrker als die Kuririnder.
(07.01.2012, 18:31)
Henry Merker:   Im schon genannten Buch "Ungulate Taxonomy" werden als Verbreitungsgebiet des Synercus nanus vor allem die Regenwaldgebiete West- und Zentralafrikas bis nach Nordangola genannt, womit Tiere aus Sierra Leone wieder zur nanus-Form zu z├Ąhlen sind.
(03.01.2012, 18:29)
Michael Mettler:   ... und schlie├člich noch zum Kaukasischen ("Zwerg"-)Zebu, denn auch das hatten wir ja schon mal am Wickel: Porter nennt "Caucasian zebu" als Synonym f├╝r das Aserbaidschan-Zebu, das auch als Talysh bzw. Talishi bezeichnet wird (nach einem gleichnamigen Volksstamm des Talysh-Gebirges im S├╝dkaukasus, im Grenzland von Aserbaidschan und Iran). Obwohl Bullen 400-500 kg und damit das Gewicht selbst eines stattlichen Hausyakbullen (siehe unten) erreichen, nennt Porter die Rasse "quite small" - klein ist eben sehr relativ. Wie auch bei Watussi- und Dahomerind t├Ąuscht das eher uniforme Aussehen der aktuellen Zoopopulation eine farbliche Einheitlichkeit der Rasse vor, die im Heimatland gar nicht gegeben ist. Im Ursprungsgebiet gibt es Kaukasus-Zebus in Schwarz, Schwarzbunt, Rot, Rotbunt sowie in verschiedenen Grau- und Braunschattierungen und diversen weiteren Stadien der Wei├čscheckung.
(03.01.2012, 15:56)
Michael Mettler:   Noch ein "Schmankerl" zum Yak: In einigen Gegenden Chinas werden selektiv wei├če Yaks gez├╝chtet (ohne dass man schon von einer eigenen Rasse sprechen kann), und zwar zur Haargewinnung: Wei├čes Yakhaar ist ein wichtiger Rohstoff f├╝r falsche B├Ąrte f├╝r den Export, vor allem f├╝r Weihnachtsmannkost├╝me...

Und das, was wir aus den Zoos als Dahome-Zwergrind kennen, ist im Grunde keine originale, sondern eine erst au├čerhalb des Heimatlandes (das nicht mal Dahome alias Burkina Faso gewesen sein muss) entstandene Rasse(nmischung). Porter nennt den Rassenkomplex "West African Shorthorn" und f├╝hrt darin normal- und zwergw├╝chsige Rassen an. Die Urspr├╝nge "unserer" Zwergrinder sucht sie bei der Rasse (oder dem Schlag) Lagune der aber vor allem entlang der westafrikanischen K├╝ste verbreitet ist (Burkina Faso ist dagegen ein Binnenstaat). Sie erw├Ąhnt auch, dass den Tieren in Zaire (wohin sie offenbar exportiert wurden) der Name "Dahomey" verliehen wurde.

Und dort findet sich dann auch tats├Ąchlich der Ursprung des europ├Ąischen Zoo-Stammes, wie aus einer Z├╝chter-HP zu ersehen ist:
http://www.dahomeyrind.de/

Im Gegensatz zu anderen Quellen, laut denen alle Zoo-Watussirinder auf einen einzigen Import durch Christoph Schulz zur├╝ckgehen sollen, erw├Ąhnt Porter weitere Einfuhren (ohne Details) auch noch nach dem 2. Weltkrieg. Da das Watussirind im Ursprung nur einer von mehreren sehr ├Ąhnlichen Lokalschl├Ągen der Rasse bzw. des Grundtyps Ankole ist, k├Ânnten die Zoo-Watussis ebenfalls eine Mixtur darstellen. Zwar w├Ąren es dann noch immer "echte" Ankole, aber eben nicht mehr einer Originalform zuzuordnen.
(03.01.2012, 09:52)
Michael Mettler:   Im Buch "Cattle - A Handbook to the Breeds of the World" von Valerie Porter, das sich nicht nur mit Hausrindern befasst, fand ich ein paar sehr interessante Informationen zu den Themen Yak und Gayal, die uns hier im Forum besch├Ąftigten.

So wird schon f├╝r den Wildyak ein enorme Variationsbreite angegeben, das Gewicht ausgewachsener Bullen reicht demnach von 550 bis 1.000 kg. Eine ├Ąhnliche Vielfalt gibt es auch unter den Hausyaks in Asien, die Umweltbedingungen, die Ern├Ąhrung und Vorlieben der Z├╝chter dazu f├╝hren, dass es lokale Gr├Â├čenunterschiede gibt. So k├Ânnen die K├╝he gro├čer Schl├Ąge durchaus die Bullen kleiner Formen ├╝berragen: Hausyak-Bullen variieren gr├Â├čtenteils zwischen 300 und 550 kg bei 115-135 cm Schulterh├Âhe, K├╝he zwischen 180 und 350 kg bei 100-125 cm Schulterh├Âhe. (Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Selbst ein gro├čer Hausyakbulle ist gegen├╝ber einem kapitalen Wildyakbullen gewichtsm├Ą├čig nur eine halbe Portion!) Auch das Vorkommen hornloser Yaks ist vom Heimatgebiet abh├Ąngig; in der Mongolei sollen sie 90 % des Bestandes ausmachen, in Nepal hingegen gibt es die Mutation gar nicht. Wenn unsere europ├Ąischen Zoo-Yaks als (├╝berwiegend) klein betrachtet werden, so g├Ąbe es also verschiedene M├Âglichkeiten, dies zu erkl├Ąren (die auch zusammen zutreffen k├Ânnten): ├╝berwiegende Abstammung von kleinen Importtieren, Inzuchtdepression, z├╝chterische Selektion - oder eventuell sogar eigene Anpassung ├╝ber Generationen hinweg, denn als Tiere trocken-kalter Lebensr├Ąume bekommen Yaks bei W├Ąrme Probleme, und gro├če K├Ârper werden ├╝bersch├╝ssige W├Ąrme schlechter los als kleine (erst recht, wenn sie mit dickem Fell bewachsen sind...).

Beim Gayal werden verschiedene lokale Schl├Ąge unterschieden, von denen die Beschreibung des assamesischen Gayals am ehesten mit den uns bekannten Zootieren zusammenpasst. In Assam soll noch bis in die heutige Zeit h├Ąufig Gaur-Einkreuzung bei den halbwild gehaltenen Gayalen vorkommen, weshalb sie ├╝berwiegend "wildfarbig" sind. Von der Farbe her offenbar gleich, aber ohne st├Ąndigen Gaur-Einfluss ist der Gayal im S├╝dwesten Chinas, dort hei├čt er Dulong. Typisch f├╝r ihn sind die besonders dicken, aber kurzen (30-45 cm), zu den Seiten weisenden H├Ârner - so sehen Gayale auf den Zeichnungen in manchen Tierlexika aus. In anderen Teilen ihres Verbreitungsgebietes sehen Gayale dagegen viel mehr nach Haustier aus, denn es gibt sie in etlichen Fellfarben und Scheckungsvarianten. Und nun wird es interessant: Aus Indien und Burma, wo anscheinend dieser dritte Typ verbreitet ist, wird berichtet, dass aus der Kreuzung mit Hausrindern auch fertile m├Ąnnliche Nachkommen hervorgehen, wobei solche F1-Bullen allerdings keine zuverl├Ąssigen Zuchttiere sind. Bei Kreuzungen des chinesischen Dulong mit Hausrindern sollen hingegen die m├Ąnnlichen Nachkommen generell steril sein.

Und auch zum Wasserb├╝ffel fand ich noch etwas Bemerkenswertes. Weiter unten hatte ich ja schon gepostet, dass laut "Handbook of Mammals of the World" die haupts├Ąchlich als Milchlieferanten gez├╝chteten Flussb├╝ffel (zu denen auch die europ├Ąischen Hausb├╝ffel geh├Âren) und die ├╝berwiegend als Arbeitstiere genutzten Sumpfb├╝ffel (die wir als Kerabaus kennen) unterschiedliche Chromosomens├Ątze haben. Das ist offensichtlich schon l├Ąnger bekannt; Porters Buch stammt von 1991 und nennt neben diesem auch noch weitere Unterschiede in Form der Laut├Ąu├čerungen und der Bevorzugung ihrer "Badegew├Ąsser" (klares Wasser beim Flussb├╝ffel, w├Ąhrend der Sumpfb├╝ffel seinem Namen Ehre macht). Wenn sich Fluss- und Sumpfb├╝ffel begegnen, behandeln sie sich nicht wie artgleich - entweder verfallen sie in Alarmstimmung oder sind sich v├Âllig gleichg├╝ltig. Kreuzungen m├╝ssen regelrecht provoziert werden und sollen nur m├Âglich sein, wenn man die Tiere vom Kalb an zusammen aufzieht.

Das bei uns gel├Ąufige malaiische Wort "Kerabau" (eigentlich kerbau) f├╝r den Sumpfb├╝ffel ist ├╝brigens nicht ganz korrekt, denn es bedeutet lediglich "B├╝ffel" und wird urspr├╝nglich als Sammelbegriff f├╝r alle B├╝ffeltypen verwendet. Der Sumpfb├╝ffel hei├čt in Malaysia mit vollem Namen kerbau-sawah, der Flussb├╝ffel kerbau-sunghi.
(02.01.2012, 20:21)
Michael Mettler:   @Oliver, vermutlich (!) benutzen aber die Tibeter keine unkastrierten Yakbullen als Tragtiere, sondern - ├Ąhnlich wie es bei Hausrindern als Arbeitstiere ├╝blich ist - nur K├╝he und Ochsen. ├ťbrigens kann beim Hausrind ein Ochse gr├Â├čer und kr├Ąftiger als ein potenter Bulle der selben Rasse sein, vielleicht gilt das ja auch f├╝r Yaks. DASS diese zumindest in Tibet kastriert werden (und dann vermutlich eher zu Arbeitszwecken als zur Mast), ist ebenfalls im Thread "Alpen-Yaks" nachzulesen, denn die Tibeter benutzen f├╝r kastrierte Bullen ein eigenes Wort.
(19.12.2011, 21:47)
Oliver Jahn:   Genau so, wie hier f├╝r Osnabr├╝ck beschrieben, werden die Yaks in F├╝rth-Erlenbach gehalten. Und das mit einem wirklich stattlichen Bullen. Bei der Gr├Â├če der Anlage bezog ich mich auch mehr auf die M├Âglichkeit, dass der Pfleger die Tiere bereits in 100 Metern Abstand sieht, wenn sie sich n├Ąhern. I Rostock, bei einer Anlage von entsprechender Gr├Â├če, da klappt die Zusammenhaltung mit den Kulanen recht gut, ebenfalls mit einem stattlichen Bullen. Auf der anderen Seite sind die Yaks als Lasttiere in Tibet ja angeblich noch deutlich gr├Â├čer, und dort werden sie eben als Lasttiere genutzt. Wer wei├č, vielleicht liegt es auch hier, wie bei vielen anderen Arten, einfach am Individuum.
Bei den von Liz aufgef├╝hrten Z├╝chtern fehlen sogar noch einige, von denen ich wei├č, die aber als solche nicht in der ZTL aufgef├╝hrt sind.
(19.12.2011, 19:53)
Michael Mettler:   @Oliver: Ich w├╝rde das nicht an kleinen Anlagen festmachen, auf gro├čen ist schlie├člich der Fluchtweg f├╝r den Pfleger l├Ąnger.... Aber als Selektionsfaktor kommt ja auch "Gewalt gegen Gegenst├Ąnde" in Frage. Falls ein temperamentvoller Bulle Spa├č daran finden sollte, sein M├╝tchen z.B. an der Umz├Ąunung zu k├╝hlen, dann haben ihm die Umfriedungen diverser gro├čer Gehege (mancherorts nach dem Wildgatter-Prinzip) weniger entgegenzusetzen als die massiveren Eingrenzungen in Zoos. Halle, Rostock und Erfurt, die wir hier als Beispiel f├╝r gro├če Bullen hatten, verf├╝gen z.B. auch ├╝ber "stabile" Unterbringungen. Die letzten Yaks in Osnabr├╝ck z.B. lebten meiner Erinnerung nach hinter einem Maschendrahtzaun (auf dem Gel├Ąnde des jetzigen Wolfswaldes), und der Besucher konnte direkt an diesen heran treten.

Um mal bei ein paar Zoos genauer hinzuschauen:
In Osnabr├╝ck mussten die Yaks erst der Erweiterung der Elefantenhaltung weichen, nach ihrer Umsiedlung in ein Waldgatter dann der neuen Wolfsanlage.
In Hannover f├╝hrte der Bau des Dschungelpalastes r├Ąumlich und die Geografisierung des Zoos thematisch dazu, die Haltung zu beenden (erst sp├Ąter, nach dem Bau der jetzigen Kleinpanda-Anlage, h├Ątten sie eigentlich gut wieder ins Sortiment gepasst, und zwar auf der damaligen Geparden-/heutigen Bennettk├Ąnguru-Anlage).
Bei Hagenbeck wurden die Yaks abgegeben, um die Onager unterbringen zu k├Ânnen, deren altes Gehege auf dem verkauften Gel├Ąndestreifen gestanden hatte.
Der Berliner Zoo trennte sich seinerzeit von seinen (geh├Ârnten) Yaks, als er die Au├čenanlagen des Schweinehauses vergr├Â├čerte und den Besucherweg verlegen musste - daf├╝r war das alte Yak-Gehege (nach heutigem Stand zwischen Bartschweinen und Rotb├╝ffeln gelegen) im Weg. F├╝r die heutige (hornlose) Gruppe wurde dann die Watussi/Zebu-Haltung aufgegeben.
Beim TP Berlin bin ich mir nicht ganz sicher, aber waren dort nicht zunehmende Unvertr├Ąglichkeiten mit den Kiangs der Grund? Auf dieser Anlage gab es jedenfalls zum Schluss m.W. nur noch einen einzelnen Bullen (der ├╝brigens recht stattlich wirkte).
In Frankfurt wurde die Haltung m.W. beendet, um eine r├╝ckw├Ąrtige Haltungs-/Abtrennm├Âglichkeit f├╝r die Grevyzebras zu bekommen.
In Leipzig wichen die Yaks (sowie Kulan und Waldbisons) der Kiwara-Savanne.
Auch in Magdeburg verdr├Ąngte "Afrika" die Yaks, denn dort entstand Africambo I.
Und in Kronberg wurden sie meiner Erinnerung nach abgegeben, um das Gehege f├╝r Vietnam-Sikas frei zu bekommen.
(19.12.2011, 09:22)
Liz Thieme:   Aufrgund der gleichen Quelle gibt es 9 Einrichtungen mit (regelm├Ą├čiger) Zucht.
Finde das daher auch nicht so dramatisch.
(19.12.2011, 09:03)
Oliver Jahn:   Das mit der Gr├Â├če mag vielleicht auch immer ein wenig an der Gr├Â├če der Anlage und dem dortigen Haltungsprinzip liegen. Denn wenn man Bullen fr├╝h aussondert, dann doch eher dort, wo man in kleinen Anlagen recht dicht an sie als Pfleger heran muss. Dank der Auflistung von Liz erinnere ich mich noch an den stattlichen Bullen in F├╝rth-Erlenbach. Hier gibt es allerdings auch eine wirklich gro├če Anlage und einen Stall, den die Tiere nur bei Bedarf aufsuchen.
Was aber auch noch aus meiner Sicht nicht unwesentlich ist, das ist die Zucht. Die meisten Yakhalter z├╝chten auch, was man bei den Okapihaltern z.B. nicht sagen kann. Und gerade bei der Zucht, da spielen die "Gro├čen" wie Rostock oder Erfurt nicht unbedingt eine Nebenrolle, denn sie halten die Tiere in Herden und haben so mitunter sogar mehrfach Nachwuchs pro Jahr. Die Ausgangsfrage war ja, ob es wirklich in wenigen Jahren kaum noch Yakhalter geben wird. Und da sehen die Zahlen von Liz zusammen mit der gut laufenden Zucht nun doch nicht so pessimistisch aus.
(19.12.2011, 00:00)
Michael Mettler:   Um mal zur Kernaussage zur├╝ck zu gehen: Den Hausyak als "zoologische Rarit├Ąt" zu bezeichnen, ist vielleicht ein wenig ├╝bertrieben, und die Definition eines gro├čen Zoos ist ja auch nicht so ganz einfach (Ist z.B. Saarbr├╝cken ein gro├čer Zoo?). Aber in der Liste der aktuellen Halter spielen die "wirklich Gro├čen" tats├Ąchlich eine Nebenrolle, unter denen scheint es inzwischen mehr Okapi- als Yak-Halter zu geben. M├╝nchen schwimmt da sogar gegen den Trend, denn dort hat die aktuelle Yak-Haltung noch gar keine so lange Tradition (auf der Anlage standen fr├╝her Davidshirsche!), daf├╝r ist man dort Ex-Okapi-Halter...

Nochmal zur Gr├Â├če der Bullen: Ich erinnerte mich eben an die fr├╝heren Beitr├Ąge eines Schweizer Yak-Z├╝chters hier im Forum (Thread "Alpen-Yaks"), laut dem mit Yakbullen nicht immer gut Kirschen essen ist und der vermutete, dass mancher Bulle deshalb fr├╝hzeitig durch einen Nachfolger ersetzt wird - somit h├Ątte er nat├╝rlich auch nicht die Zeit, zum Kapitalexemplar heranzuwachsen. Auch hie├č es dort, dass Besucher aus Tibet "unsere" europ├Ąischen Yaks als viel kleiner als ihre heimischen bezeichneten.
(18.12.2011, 22:13)
Liz Thieme:   Ach ja das erinnert mich an eine Gegen├╝berstellung der Katzen...

Also wenn man bei den Yaks die geschlossenen Einrichtungen abzieht, sind es dann 30:25.
Und von den bekannten Aufgabedaten haben wir:
18xx 1
60er 1
80er 3
90er 3
2000er 2(3)
unbekannt 14
Mindestdaten sind eingetragen beim Mindestjahr. Die "da"-Jahre sind bei unbekannt eingerechnet.
Beim TP habe ich jetzt mal die Q-Zeit nicht betrachtet.
(18.12.2011, 20:22)
Oliver Jahn:   @Liz, danke, das ist doch recht ausgewogen. Auch wenn er hier nicht hergeh├Ârt, so habe ich gerade mal nur informativ beim Puma geschaut.
Da stehen 6 aktuelle Halter f├╝r den Puma ohne UA-Status gegen├╝ber 75 ehemaligen Haltern. Selbst wenn ich hier die komplett geschlossenen Zoos einmal abziehe, so sieht dennoch f├╝r mich so ein Verlierer aus.
(18.12.2011, 20:13)
Liz Thieme:   Oli, um deine Frage mal mit Zahlen zu untermauern, die leider nicht sehr repr├Ąsentativ sind aufgrund der mangelnden F├╝lle.
Es steht 30 zu 33 bei den Haltungen.

AKTUELL (30)
Berlin-Neuk├Âlln 2011 da
Bretten 1981 da
Cleebronn
Cottbus Mind. Seit 1983
Darmstadt 1971 da, bis heute
Daun/Eifel
Eberswalde 1983, 2007-10 da
Freiburg im Breisgau
F├╝rth-Erlenbach
Gera
G├Ârlitz Seit 1999
Halle 1929 da
Hamm
Hanstedt-Nindorf Seit 2009
Hodenhagen
Kaiserslautern
Kr├╝zen
Lauenbr├╝ck Haltung l├Ąuft aus
L├Âffingen
M├╝nchen
Ortenburg
Oschersleben
Pfungstadt
Rostock 1983 da
Saarbr├╝cken 1993 da
Straubing
├ťberlingen-Bambergen
Warder




AUFGEL├ľST (33)
Augsburg
Bad Wurzach (geschlossen 2009)
Berlin (TP) 1955 bis 1969,
1974/75 als "Quarant├Ąneg├Ąste"
Berlin (Zoo) 1867 bis 1993
Bernburg 1947-x
Bremen (geschlossen 1975)
Chemnitz Mind. 1983
Dortmund 1972 da
Dresden zwischen 1861 und 1886
Duisburg
Finsterwalde Mind. 1983
Frankfurt 1860 bis 1988
Gro├č-Gerau (geschlossen 1985)
Hamburg (Hagenbeck) Mind. 1960-1995
Hamburg (geschlossen 1930) um 1873
um 1902-x, 1928
Hannover 1924, 1980 da
Hemsbach (geschlossen 1982) 1981 da
Herten-Westerholt (geschlossen 1988)
Jaderberg 1981 da
K├Âln 1862 bis ?
Haltung auch nach 1945
Kronberg 1980 da
Langwedel (geschlossen 1965) 1962 da
Leipzig 1953 bis 2002
Magdeburg 1988 bis 2009
Mechernich-Kommern 2010 nicht mehr
M├Ânchengladbach Mind. 1991
M├╝nchen (Zoo -geschlossen 1865 ) 1964 da
M├╝nster 1974-x
Neunkirchen
N├╝rnberg 1969 da
Osnabr├╝ck
Stralsund
Wei├čwasser

Ich finde pers├Ânlich, dass dies (basierend auf den wenigen Daten) nicht in letzter Zeit zu einem Einbruch kam. Mit drei aufgel├Âsten Haltungen in diesem Jahrtausend ist das recht wenig, also eher derzeit stabil. Hinzu kam eine weitere Haltung im 21. JT.
Aber die Daten sind halt nicht wirklich aussagekr├Ąftig, da unvollst├Ąndig.
(18.12.2011, 19:46)
Oliver Jahn:   @WolfDrei, der Rostocker ist auch recht imposant, auch wenn er nicht so ein hohes Stockma├č hat. Hier ist allerdings der Fellbehang recht stark, so dass der Bulle recht kompakt wirkt.
(18.12.2011, 19:28)
WolfDrei:   F├╝r mich geh├Ârten auch die Yak-Bullen aus Leipzig und Rostock "zu den besseren". Vor 2 Monaten stand der jetzige Rostocker (auch nicht so schlechte) leider wenig g├╝nstig f├╝r ein Foto.
(18.12.2011, 19:04)
Oliver Jahn:   Aber die Frage ist doch die, ob der Yak wirklich mit (inkulive der Berliner Tiere) 30 Haltern ein echter Verlierer ist.
Was die Gr├Â├če der Bullen angeht, so gibt es da allein bei der Schulterh├Âhe schon deutliche Unterschiede, unabh├Ąngig vom Fell. Denn im Gegensatz zum Erfurter hatte der Hallenser ein sehr gepflegtes Fell. Aber zum einen die Horngr├Â├če, zum anderen die Schulterh├Âhe unterschieden ihn schon deutlich von anderen Bullen, die ebenfalls recht imposant, aber eben nicht so hoch und so lang waren/sind.
(18.12.2011, 18:10)
Michael Mettler:   Ich denke, dass die Verbreitung des Hausyaks vor allem in den gr├Â├čeren Zoos gleich unter zwei Faktoren gelitten hat: Erstens ist er kein (bedrohtes) Wildtier, so dass er hie und da der "Bestandsveredelung" zum Opfer gefallen sein mag, zweitens ist er ein Gro├čtier mit viel Platzbedarf, so dass er bei Gehegeerweiterungen anderer gro├čer Huftierarten den K├╝rzeren zog - dieses Schicksal teilt er allerdings mit anderen Gro├črindformen vom Wasserb├╝ffel bis zum Banteng und anderen gro├čen Paarhufern, egal ob domestiziert oder nicht. Ob der Hausyak zu verschwinden droht? Wer wei├č, vielleicht sp├╝lt ihn irgendeine Modewelle in den Zoos wieder nach oben.

Zu den "gro├čen" Haltern z├Ąhlt ├╝brigens noch der Berliner Zoo. Hornlose Hausyaks werden in der Zootierliste unter eigenem Eintrag gef├╝hrt, obwohl es keine eigene Rasse ist (das ist so, als w├╝rde man auch z.B. bei den Deutschen Edelziegen die genetisch hornlosen Exemplare als eigene Form f├╝hren).

Was das Kaliber der Bullen betrifft, so m├Âgen hie und da die Entfernung und der Zustand der Behaarung die Einsch├Ątzung erschweren. Gro├če Bullen habe ich aus Hodenhagen im Ged├Ąchtnis, aber vielleicht auch nur, weil ich sie jeweils sehr dicht am Wagen gesehen habe. Den wei├čen Erfurter kenne ich zwar auch, frage mich aber, ob dessen verfilztes und beim Haarwechsel nicht abgefallenes Bauchfell mehr Wuchtigkeit vort├Ąuschte als da war. Vielleicht ist das eine ebensolche Frage wie nach dem gr├Â├čten Elefantenbullen ;-)
(18.12.2011, 17:44)
Oliver Jahn:   Gestern bekam ich Heft 3/2011 der Zeitschrift Arbeitsplatz Zoo. In dieser Zeitschrift gibt es eine Rubrik "Zoologische Rarit├Ąten", in der immer einige besonders seltene Arten vorgestellt werden. In dieser Ausgabe fand ich nun neben dem Gelbfuss-Felsenk├Ąnguru, dem Papageientaucher und dem Silber├Ąffchen auch den Hausyak.
Dort ist zu lesen, dass Yaks zunehmend aus den Zoos verschwinden, in gro├čen G├Ąrten seien sie fast komplett verschwunden und auch in kleinen Parks sind sie r├╝ckl├Ąufig, so dass es vermutlich in wenigen Jahren kaum noch Yakhalter geben wird.
Wenn ich nun in die Zootierliste schaue, dann finde ich in Deutschland noch 29 Halter, darunter viele kleinere Einrichtungen, aber auch mit Rostock, Halle, Erfurt, Cottbus und M├╝nchen auch gro├če Zoos.
Ist der Yak also wirklich so r├╝ckl├Ąufig und ist es um ihn tats├Ąchlich so schlecht bestellt, dass diese Prognose eintreten k├Ânnte?
Was auch mir aufgefallen ist, dass die wirklich gro├čen Bullen nicht mehr so h├Ąufig sind. Ich kenne nicht alle Haltungen, aber die beiden letzten ÔÇ×RiesenÔÇť sah ich in Halle und in Erfurt. Der Hallenser Bulle ist gestorben, wurde aber durch einen Jungbullen ersetzt. Gibt es den Erfurter noch?

(18.12.2011, 17:07)
WolfDrei:   aus dem letzten Gaurzuchtbuch 11 vom 1.1.2011: 296 Tiere in 42 Haltungen. Halter mit den gr├Â├čten Best├Ąnden:
B. gaurus: Mysore 20,19; Zoo Berlin 4,5.
B. hubacki: Selatan Wildlife Centre Jenderak/Malaysia: 14,17.
Hybride: Omaha 28,29; San Diego WAP 1,13; Bronx 7,7; Singapore 3,9
(13.12.2011, 23:09)
Michael Mettler:   @Sacha: Genau so kannte ich es bisher auch. Zumal man fr├╝her von mehr als einer Unterart Pr├Ąriebisons ausging und schon die untereinander vermischt sah. Aber laut Untersuchungen enth├Ąlt ein gro├čer Teil der Pr├Ąriebisonpopulation auch Hausrind-Gene, also muss man die Reinbl├╝tigkeit amerikanischer Wildrinder wohl nicht mehr so ernst nehmen ;-)

F├╝r mich sind die sich st├Ąndig ├Ąndernden Ansichten der Systematik ein Beleg daf├╝r, dass die Evolution und die menschliche "Schubladisierung" eigentlich unvereinbare Gegens├Ątze bilden.
(12.10.2011, 17:48)
Sacha:   Interessant. Bisher kannte ich es eher umgekehrt, also dass der Pr├Ąriebison (gem├Ąss einigen Wissenschaftlern) nicht mehr reinbl├╝tig existieren soll.

Ob Rinder, Schafe, Ziegen, Gibbons, Meerkatzen, Tiger, Elefanten oder sogar Grosse Pandas - die Einteilungen in Arten und Unterarten ├Ąndern "gef├╝hlt" w├Âchentlich. Ich blicke jedenfalls nicht mehr durch...
(12.10.2011, 17:13)
Michael Mettler:   HMW setzt ├╝brigens Pr├Ąrie- und Waldbison nur in Anf├╝hrungszeichen, der Status des letzteren soll unklar sein und er nicht mehr in reinbl├╝tiger Form existieren. Die m├Âglichen Varianten f├╝r den Waldbison reichen von eigener Art ├╝ber die klassische Unterart bis hin zum ├ľkotyp, also nicht mehr als einer lebensraumbedingten Standortvariante.
(11.10.2011, 14:35)
Michael Mettler:   Laut HMW unterscheiden sich die beiden Rassengruppen des Hauswasserb├╝ffels (Sumpfb├╝ffel alias Kerabaus und Fluss- alias Milchb├╝ffel) in der Chromosomenzahl. Es gibt die Vermutung, dass sie auf unterschiedliche Domestikationsprozesse und unterschiedliche Ausgangsformen zur├╝ckgehen und der Arni m├Âglicherweise noch artlich aufgesplittet werden m├╝sste. Die einzige der vier genannten Arni-Unterarten, von welcher der Chromosomensatz bekannt ist, ist der Ceylonb├╝ffel (migona), von dem man nun doch wenigstens einer Population im Yala-NP echten Wildstatus als erwiesen betrachtet (galt zwischenzeitlich als verwilderter Hausb├╝ffel). Der Ceylonese stimmt im Chromosomensatz mit den Flussb├╝ffelrassen ├╝berein.

Hausrind (Bos taurus), Zebu (B. indicus), Gayal (B. frontalis) und Hausyak (B. grunniens) werden im HMW artlich von den Stammformen B. primigenius, namadicus, gaurus und mutus getrennt, das Balirind hingegen "nur" als Unterart B. javanicus domesticus gef├╝hrt.

Ebenfalls Artstatus hat der Kaukasuswisent erlangt, w├Ąhrend der Anoa als einzelne Art ohne Unterarten im HMW steht; man soll wegen der Vielfalt an genetischen und morphologischen Merkmalen noch v├Âllig im Unklaren ├╝ber Art-, Unterart- oder lediglich Variantenstatus auf Sulawesi sein. Es sind vier genetisch unterscheidbare Subpopulationen bekannt, aber ├Ąu├čere Merkmale treten offenbar in beliebiger Kombination kreuz und quer auf.
(07.10.2011, 17:50)
WolfDrei:   ps: um einem Irrtum vorzubeugen - der Bulle war weitaus gr├╝├Â├čer als ein "richtiger" Rotb├╝ffelbulle.
(07.10.2011, 13:27)
WolfDrei:   Wieder zur Illustration: Sudanb├╝ffel in Prag. Die Prager Kuh und der Antwerpener Bulle aus der "Rinderreihe" schwirren irgendwo in meiner Diasammlung herum.
(07.10.2011, 13:24)
Michael Mettler:   Die ersten Nachkriegs-Rotb├╝ffel des Berliner Zoos kamen 1965 aus den USA (1,1; das war dann die Angola-Linie) und hatten 1968 das erste Kalb. Das Wildfang-Trio aus Sierra Leone, das demnach aus Sudan- und nicht aus Rotb├╝ffeln bestand, traf 1968 ein. Aus dem JB 1968 stammt das nebenstehende Foto, auf dem die Tiere sehr rotb├╝ffelartig wirken. Und da man beide Gruppen f├╝r unterartgleich hielt, w├Ąre es nicht verwunderlich, wenn sie vermischt wurden.

Nehmen wir nun noch das Ostberliner "Kaffernb├╝ffel"-Gr├╝ndertier aus Khartoum hinzu, k├Ânnte es gut sein, dass es in Europa kaum reinbl├╝tige afrikanische B├╝ffel gibt - nach neuer Definition w├Ąren das sogar Arthybriden. Wozu man allerdings sagen muss, dass es solche auch nach aktuellem Stand (HMW) sehr wohl auch im Freiland gibt (und nach einer modernen Sichtweise nicht auszuschlie├čen w├Ąre, dass die Evolution davon sogar profitieren k├Ânnte). Ist eben nicht so einfach mit der Reinerhaltung von Taxa ;-)
(07.10.2011, 12:57)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Sorry, jetzt wo ich das lese: Gabun war falsch von mir, Angola war die Herkunft der zweiten Zoo-Berliner Rotb├╝ffelgruppe - am Samstag hatte ich das vor dem Gehege im TP noch richtig ge├Ąu├čert :-)

Den einzigen Sudanb├╝ffel, den ich bewusst in natura gesehen habe (in Antwerpen), h├Ątte ich ohne Gehegebeschilderung ohne weiteres als Rotb├╝ffel "abgehakt".

Ich w├╝rde eine gewisse Variabilit├Ąt der F├Ąrbung bei Rot- und Sudanb├╝ffel nicht ausschlie├čen, gerade weil man letzteren auch oft f├╝r eine Hybrid- oder ├ťbergangsform zwischen den beiden anderen hielt. Ebensowenig w├╝rde ich ausschlie├čen, dass Zoos ihre Rotb├╝ffel gern auf roten Ph├Ąnotyp hin selektierten, schlie├člich wollte man ja didaktisch wertvoll die Unterschiede zum Kaffernb├╝ffel zeigen. (Dass es solches "Modelldenken" zumindest im Berliner Zoo gab, belegt die Anekdote um die von Kl├Âs nach Wei├čbeinigkeit selektierten Damarazebras.)
(06.10.2011, 23:24)
Henry Merker:   PS:
Aus der Erinnerung heraus entsprachen die Tiere aus Sierra Leone ph├Ąnotypisch dem, was man heute noch im Zoo Berlin als Rotb├╝ffel sehen kann. Werde jedoch morgen noch mal nachschauen, um konkreter werden zu k├Ânnen.
(06.10.2011, 23:14)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Gemeint ist tats├Ąchlich der (Ex-)Staat Sudan (heute: [Nord-]Sudan und der neue Staat S├╝dsudan). Im Milu hie├č es, dass das besagte Weibchen direkt aus Khartoum importiert worden war. Nach der Verbreitungskarte im HMW handelt es sich demnach um einen weiblichen Sudanb├╝ffel.
Insgesamt bewohnt der Sudanb├╝ffel jedoch fast den gesamten geografischen Sudan.
@Michael Mettler:
Gut, dann ist die Sache noch verflixter! Die von ihnen genannten Tiere haben meines Erachtens tats├Ąchlich gez├╝chtet. Allerdings meine ich mich daran erinnern zu k├Ânnen, dass die Rotb├╝ffel des Zoo Berlin folgende Quellen hatten: Die Lissaboner Zucht (├╝ber eine Haltung in Nordamerika) und Sierra Leone. Folgt man dem HMW, so geh├Âren zumindest die Tiere aus Sierra Leone zum Sudanb├╝ffel, obwohl die Tiere laut den Beschreibungen aus dem entsprechenden Artikel von Herrn Pohle ph├Ąnotypisch durchaus dem typischen Rotb├╝ffel entsprachen. Es stellen sich nun folgende Fragen: 1. Sind die roten B├╝ffel Sierra Leones etc. tats├Ąchlich Sudanb├╝ffel? (Ph├Ąnotypisch entsprechen sie ja dem Grundtypus des Waldb├╝ffels sehr stark!); 2. Handelt es sich bei den Tieren um eine eigenst├Ąndige Unterart des Waldb├╝ffels, die f├Ąlschlicherweise dem Sudanb├╝ffel zugeordnet worden ist?; 3.Wieso entsprechen ausgerechnet die Waldb├╝ffel aus Angola (Quelle der Lissaboner Zucht) eher weniger dem "typischen" Rotb├╝ffel (Hybridisierung oder doch starke Variabilit├Ąt?); 4. Wenn es keine Rotb├╝ffel sind: Wie viele Hybriden leben dann in Zoos?
(06.10.2011, 23:08)
Michael Mettler:   Nach der im HMW angewandten Systematik h├Ątte auch der Berliner Zoo zu Kl├Âs' Zeiten Sudanb├╝ffel gehalten, die man damals als Rotb├╝ffel betrachtete. F├╝r den Wiederbesatz des Rinderreviers hatte der Zoo n├Ąmlich Rotb├╝ffel aus Gabun und aus Sierra Leone bezogen, und ich meine sogar, dass auf deren unterschiedliches Aussehen irgendwo hingewiesen wurde. Ob beide Gruppen (meiner Erinnerung nach 1,1 und 1,2) in die Zucht einflossen oder nur mit einer gez├╝chtet wurde, wei├č ich leider nicht.
(06.10.2011, 20:16)
WolfDrei:   @Henry Merker: mit dem Wort Sudan ist das so eine Sache: der Staat oder der gegrafische Begriff, der weitaus mehr ist als der Staat?
(06.10.2011, 19:29)
Henry Merker:   Folgt man dem aktuellen HBMW, so muss man bei der Gattung Synceros vier Arten unterscheiden: Syncerus caffer (Kaffernb├╝ffel), Syncerus brachyceros (Sudanb├╝ffel), Syncerus nanus (Waldb├╝ffel) und Syncerus mathewsi (Virunga-B├╝ffel).

W├Ąhrend die Unterscheidung zwischen Wald- und Kaffernb├╝ffel auf Artebene (Im Tierpark Berlin hatten mir einmal Pfleger erz├Ąhlt, dass die Verhaltensunterschiede bei beiden Syncerus-Vertretern betr├Ąchtlich seien.) mich nicht verwundert, ist mir vom Sudanb├╝ffel nicht all zu viel bekannt.

Beim Virunga-B├╝ffel kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die folgenden Tiere Vertreter der Art sein k├Ânnten:

http://www.arkive.org/african-buffalo/syncerus-caffer/image-G27762.html

(Unter African Buffalo: "African buffalo female and calf in forest auffindbar.)

http://www.arkive.org/african-buffalo/syncerus-caffer/image-G27763.html

(siehe bei: African buffalo herd in forest)

Sollte sich die neue Sichtweise erh├Ąrten, so w├╝rde es sich bei den Kaffernb├╝ffeln im Tierpark Berlin mindestens teilweise um Arthybriden handeln. Eines der Stammtiere wurde es dem Sudan importiert und stellte somit ein Vertreter der Form Syncerus brachyceros dar!
(06.10.2011, 18:58)
WolfDrei:   Aus den zwanziger Jahren besa├č ich einen Sonderdruck von Erna Mohr ├╝ber quarlesi (war das aus dem ZG?), schickte den aber vor Jahren an Herrn N├Âtzold in Leipzig: "damals " war das als dritte Form diskutiert worden. Ansonsten zeigte mit Herr Rataijczak, damals noch Poznan, nach seiner R├╝ckkehr aus Indonesien ein Anoabild aus dem Zoo Surabaja, ein Tier, voll beh├Ârnt, nach seiner Mitteilung aber nur so gro├č wie ein einj├Ąhriges "Anoakalb" - eine Art "Zwerganoa" also.
(02.07.2011, 17:22)
Michael Mettler:   @Oliver: Das Durcheinander ist sogar noch viel gr├Â├čer. In der Reihenfolge der wissenschaftlichen Beschreibungen war quarlesi tats├Ąchlich die letzte der drei Formen, die damals alle noch als eigene Arten galten. Mit zunehmender Etablierung des Unterartbegriffes und der systematischen Zusammenfassungswelle ab etwa den 60er Jahren wurde dann nur noch eine Art Anoa anerkannt. Als Theodor Haltenorth 1962 die Paarhufer systematisch neu ordnete und damit f├╝r die n├Ąchsten Jahrzehnte Ma├čst├Ąbe setzte (u.a. folgte Grzimeks Tierleben seiner Systematik), nannte er den Flachlandanoa (depressicornis) und den Berganoa (fergusoni) und ordnete quarlesi dem letzteren als Synonym zu. Allerdings schrieb er auch, dass die Verbreitungsgrenzen des Berganoas nicht genau bekannt seien und beschreibt fergusoni als hellbraunes Tier mit deutlichen wei├čen Markierungen an den Fesseln.

Irgendwann in der Folgezeit muss dann jemand die Art wieder in zwei Arten aufgeteilt haben, n├Ąmlich depressicornis und quarlesi, wobei fergusoni als Unterart bei depressicornis verblieb - so findet man es beispielsweise bei Corbet & Hill 1992. Vermutlich hatte man herausgefunden, dass fergusoni und quarlesi eben doch nicht das Gleiche waren. Aber mittlerweile ist von fergusoni ├╝berhaupt keine Rede mehr, anscheinend hat diese Form nach heutigem Kenntnisstand ihre Berechtigung verloren; deshalb meine Frage, ob jemand dazu N├Ąheres wei├č.

Die quarlesi im "Artisboek" wurden ├╝brigens ausdr├╝cklich als Hochgebirgsform beschrieben. Haltenorth unterscheidet ebenfalls nach H├Âhenlage, aber wie gesagt ohne Kenntnis der Grenzen. Auf der Verbreitungskarte bei Corbet/Hill kommen Tiefland- und Gebirgsform auf zwei Dritteln der Insel praktisch nebeneinander vor bzw. die Tieflandform u.a. auch zwischen den Fundorten von Berganoas. Und nachdem irgendwann etwa Anfang der 90er Jahre Untersuchungen zur jeweiligen Artzugeh├Ârigkeit bei Zoo-Anoas und im Freiland gemacht worden waren, h├Ârte ich damals, dass man auf Sulawesi ph├Ąnotypische Berganoas auch in den S├╝mpfen des Tieflands vorgefunden habe und ph├Ąnotypische Tieflandanoas im Gebirge.... Kein Wunder, dass man daraus nicht schlau wird.

├ťbrigens ist dieses systematische Hin und Her kein Einzelfall, es gibt eine Parallele bei den Gorillas. Die dortige Form graueri hie├č im Deutschen erst Westlicher Berggorilla, dann ├ľstlicher Flachlandgorilla (anscheinend konnte man sich ├╝ber den Lebensraum nicht einigen...), und heute wird sie nach der Splittung des Gorillas in zwei Unterarten als westliche Form des Berggorillas alias ├ľstlichen Gorillas betrachtet, hei├čt aber nach wie vor ├ľstlicher Flachlandgorilla ("Westlicher ├ľstlicher Gorilla" kl├Ąnge ja auch ganz sch├Ân bl├Âd...).
(02.07.2011, 15:54)
Oliver Jahn:   Also der Berg-Anoa, der heute unter quarlesi gef├╝hrt wird, war ja noch bis in die 70er hinein der Anoa, der in der Literatur als fergusoni gef├╝hrt wurde.
Im Grzimek findet man neben den Flachland- und Berg-Anoas eine M├ľGLICHE dritte Unterat (quarlesi) nach Erna Mohr.
Im Urania-Tierreich hingegen findet man nur depressicornis f├╝r die Flachlandart und fergusoni f├╝r die Bergform. Eine zwischenzeitlich dritte Form kann demnach dann doch eher quarlesi und nicht fergusoni gewesen sein. Warum diese nun heute fergusoni ersetzt, das w├Ąre mal interessant zu erfahren, zumal bis heute in einigen Werken f├╝r den Berg-Anoa quarlesi, in anderen bis heute fergusoni verwendet wird, in einigen selten F├Ąllen sogar bubalus fergusoni quarlesi.
(02.07.2011, 14:52)
Michael Mettler:   Der Vollst├Ąndigkeit halber das besagte Foto aus "Het Artisboek".

Die Form fergusoni wurde ├╝brigens 1905 (also noch vor der 1910 beschriebenen quarlesi) auf Basis von Tieren im Zoo von Trivandrum (Indien) beschrieben.

@Bj├ÂrnN: Handelte es sich eigentlich bei den Leipziger Ausgangstieren um Wildf├Ąnge? Wenn die artliche Zuordnung so schwierig ist und Tiere aus Zoonachzuchten bezogen wurden, w├Ąre der Variantenreichtum innerhalb des Zuchtstammes doch auch als Folge einer Hybridisierung schon am Ursprungsort (oder selbst im Freiland) denkbar.
(01.07.2011, 11:11)
Michael Mettler:   W├Ąre denn die Beschreibung von A. quarlesi als seinerzeit neue Form nach heutigen Kriterien ├╝berhaupt noch haltbar? Und was wurde eigentlich aus dem zwischenzeitlich als dritte Form auf Sulawesi benannten fergusoni?
(30.06.2011, 19:46)
Bj├ÂrnN:   @Michael Mettler
In Leipzig wurden bereits K├Ąlber unterschiedlicher Farbgebung geboren, vom ganz schwarzen bis senfgelben Farbschlag.

Auch die wei├če Brustzeichnung ist bei den dortigen Tieren recht unterschiedlich ausgepr├Ągt.
(30.06.2011, 17:54)
Bj├ÂrnN:   Letztlich m├╝sste man dann wohl die Zugeh├Ârigkeit fast aller vor 1945 in Europa gehaltener Anoas anzweifeln, da wohl nur von wenigen ausreichend Material vorhanden ist, um sie eindeutig einer Art zuzuordnen.

Die Erstzucht bezieht sich auf den Flachlandanoa. Es gab bereits vorher Geburten, vor allem in Rotterdam, die Aufzucht und der Verbleib der K├Ąlber ist allerdings unbekannt.
(30.06.2011, 16:58)
Michael Mettler:   Im genannten Buch werden die Unterschiede der beiden in Artis vertretenen Formen aufgef├╝hrt. Neben Unterschieden in Gr├Â├če und Anatomie, die nicht n├Ąher beschrieben werden, wird der Tieflandanoa als schwarz mit wei├čen Abzeichen, sein Kalb als goldbraun geschildert, beim Berganoa wird das fast vollst├Ąndige Fehlen wei├čer Abzeichen erw├Ąhnt sowie das lebenslange Beibehalten eines dicken, wolliges Haarkleides. Das abgebildete Berganoa-Kalb unterscheidet sich im Farbton nicht von seiner sehr dunklen Mutter.

Neben den lebenden Berganoas erhielt die K├Ânigliche Gesellschaft auch totes Material, und es wird darauf hingewiesen, dass zu diesem Zeitpunkt keine andere zoologische Sammlung Vergleichbares vorweisen konnte.

Wenn die Artis-Exemplare tats├Ąchlich die ersten Berganaoas in Europa gewesen sind, m├╝sste sich die Frankfurter Erstzucht auf Tieflandanoas beziehen. Falls aber von den Frankfurter Tieren keine eindeutigen Artnachweise existieren, k├Ânnte man auch deren Zugeh├Ârigkeit anzweifeln.
(30.06.2011, 16:22)
Bj├ÂrnN:   Diesbez├╝glich der Anoas w├Ąre ich vorsichtig. Auch die ersten Leipziger Anoas kamen 1969 (und in folgenden Jahren) als Berganoas im Zoo an, erst sp├Ąter wurden diese Tiere anhand einigerma├čen nachvollziegbarer Standards als Flachlandanoas umbestimmt.

Ich k├Ânnte mir durchaus vorstellen, dass unter den zahlreichen Tieren, die vor dem 2. Weltkrieg in europ├Ąischen Zoos gehalten wurden, auch Berganoas waren, bezeichnet werden sie aber alle als Flachlandanoas.

Die Zucht gelang lt. Zuchtbuch erstmal erfolgreich 1893 in Frankfurt.
(30.06.2011, 15:56)
Michael Mettler:   "Het Artisboek" (1922) ist zu entnehmen, dass Artis Amsterdam seinerzeit den europ├Ąischen Erstimport des Berganoas (1,1) und sogar schon Nachzucht verzeichnen konnte; ein Foto zeigt das Muttertier mit einem ca. sechsw├Âchigen Kalb, im Text ist von einem "Zuchtstamm" die Rede. Damit w├Ąre die Welterstzucht des Berliner Zoos von 1972 zumindest in Frage gestellt - es geht aus dem Buch nicht hervor, ob das Kalb in Artis gezeugt wurde. Zur gleichen Zeit war auch der Tieflandanoa im Bestand vertreten. ├ťbrigens hei├čen die Tiere im Buch nicht Anoa, sondern Anoeang, was laut kurzer Internetrecherche der Bezeichnung in einer Eingeborenensprache auf Sulawesi entspricht und bei deutscher Aussprache etwa "Anuwang" klingen m├╝sste.

F├╝r die Amsterdamer "Quarles-anoeangs" beschreibt das Buch einen auffallenden saisonalen Farbwechsel: im Winter silbrig braun, gegen Sommer zu fast Schwarz nachdunkelnd und im Herbst zu Braun umf├Ąrbend.
(30.06.2011, 09:47)
Bj├ÂrnN:   Ich springe mal fix von der Pr├Ąrie und den borealen Nadelw├Ąldern Nordamerikas nach S├╝dostasien.

Mit etwas Gl├╝ck von oben w├Ąchst die kleine europ├Ąische Tieflandanoapopulation in diesem Jahr um gleich zwei Tiere aus Leipziger Zucht.
(05.03.2011, 20:27)
Liz Thieme:   Ich habe eben eine Sendung gesehen ├╝ber die Pr├Ąrie und ihre Bewohner. Die gezeigten Bisons sehen da schon anders aus als die "Zoo-Bisons". Ua. in der K├Ârperf├╝lle, die in den Zoos wohl auf das Futter zur├╝ckzuf├╝hren ist und die geringere Bewegung.
Aber wo ich eigentlich drauf hinaus wollte. Die schwarzen Streifen auf dem R├╝cken waren bei den gezeigten Tieren kaum vorhanden. Die Weibchen hatten alle eine Verdichtung des Fells auf dem R├╝ckgrat, das dadurch dunkler erschien, aber bei n├Ąherem hinsehen ca die gleiche Fellfarbe wie die Umgegung hatte. Leichte schwarze Streifen hatten die Bullen, aber auch nicht so dunkel, wie auf manchen Zoobildern.
Bie Arkive finde ich auch Tiere mit dunkleren Streifen, wobei ich teils da auch wieder das Gef├╝hl hatte, dass diese Aufnahmen keine 100%igen Wildtiere zeigten. St├Ąrker waren da auch die Streifen bei den Waldbisons.
(05.03.2011, 20:12)
WolfDrei:   Stichwort Geh├Ârn - nun von vorn - und noch nicht auf dem H├Âhepunkt der Entwicklung.Die "subjektive "Aufwertung durch Geh├Ârne, Sto├čz├Ąhne etc. stimmt nat├╝rlich.
(03.03.2011, 13:06)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Das relativiert allerdings das "Mega-Riesenviech"... Ich denke, dass man sich manchmal von besonders langen oder massigen H├Ârnern bei Huftieren zu einer besonderen Gr├Â├čeneinsch├Ątzung verleiten l├Ąsst (siehe z.B. die Riesenelenantilope und die Riesenrappenantilope, die beide eigentlich nicht gr├Â├čer als Steppenelen bzw. ├╝brige Rappenantilopen sein sollen, lediglich st├Ąrker behornt), so ├Ąhnlich wie auch manche Elefantenbullen mit besonders kapitalen Sto├čz├Ąhnen gr├Â├čer wirken als sie eigentlich sind. Ein Prachtst├╝ck war der Gayalbulle aber trotzdem!
(03.03.2011, 10:11)
WolfDrei:   Genau Mel, die Gr├Â├če eines Gaur erreichte der Bulle nicht - bestenfalls 150 .
(03.03.2011, 07:15)
Mel:   Also wenn mich meine Erinnerung nicht t├Ąuscht waren die damaligen Holzz├Ąune des "Kuh-Damms" immer nur um die 200cm hoch mit zwei Ausnahmen, und wenn ich mir den Trog im Hintergrund anschaue, w├╝rde ich sagen der steht so bei einer H├Âhe um die 70cm, welches so ungef├Ąr die g├Ąngige H├Âhe ist und war. Also w├╝rde ich mal vermuten das er eine Widerristh├Âhe von ca 140-150cm gehabt hatte, was ja so im ungef├Ąren Mittel bei Gayalen liegt. Womit dann wiederum die "Frage" nach der angesprochnene Gr├Â├če eigentlich nur die Masse gemeint seien kann, und in diesem Falle war er wirklich ein sehr statliches Tier.
(02.03.2011, 23:50)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Sehr eindrucksvolles und sch├Ânes Tier, aber war der wirklich gro├č im Sinne von Widerristh├Âhe? Denn im Nachbargehege muss ja etwas gestanden haben, was einen noch h├Âheren Zaun ben├Âtigte - und wenn Jussuf im Kaliber einem Gaur nahe gekommen w├Ąre, m├╝sste der Zaun nebendran ja an die 3 Meter hoch gewesen sein.
(02.03.2011, 22:10)
WolfDrei:   @Sacha: der Gayalbulle Jussuf - eine S-W-Aufnahme von ca 1970
(02.03.2011, 20:01)
Liz Thieme:   Wer wei├č ;-)
Aber du kannst es behalten, denn was will ich mit einem Buch, was keine Unterarten beschreibt mit Unterschieden.
(01.03.2011, 23:12)
Michael Mettler:   @Liz: Nanu, wann warst du denn an meinem B├╝cherschrank...? ;-) Falls du den "Walker" meinst: Der gibt zu dieser Fragestellung (wie ├╝berhaupt meistens unterhalb von Artniveau) auch nichts her.
(01.03.2011, 22:21)
Liz Thieme:   Michael, da bin ich ├╝berfragt. Ich hatte nach deiner Frage einfach mal Waldbisons gegooglet und bin auf diese Beschreibungen gesto├čen. Im Puschmann ist es allgemein gehalten, denn da wird auch vom gro├čen Buckel berichtet, der ja besonders bei den Bullen ausger├Ągt ist.
Hast du nicht dieses dicke, teuere, englischsprachige S├Ąugetierbuch?
(01.03.2011, 19:06)
Sacha:   @Henry Merker:
Du hast nat├╝rlich recht. Ich h├Ątte schreiben sollen "waren die Pr├Ąriebison im TP rein?".
(01.03.2011, 09:27)
Michael Mettler:   Mit der Zuordnung von Bullen hatte ich bisher noch keine Probleme. Aber z├Ąhlen die aufgelisteten Merkmale wirklich auch bei K├╝hen...? Die B├Ąrte aller drei hannoverschen K├╝he sind gleich stark ausgepr├Ągt. Da die beiden Waldbisonk├╝he j├╝nger sind als die Pr├Ąriebisonkuh, m├╝ssten ihre B├Ąrte nach der unten gegebenen Beschreibung sogar erheblich k├╝rzer sein. Auch tragen alle drei K├╝he "chaps", die bei Pr├Ąriebisonk├╝hen ohnehin schw├Ącher ausgepr├Ągt sind als bei ihren Bullen, und auch in der Hornstellung, -form und -dicke sehe ich keine Unterschiede, die nicht auch in individueller Variation liegen k├Ânnten. Die hellste der drei K├╝he, die ich "gef├╝hlt" f├╝r den Pr├Ąriebison halte, trug ├╝brigens m.E. auch den Kopf etwas h├Âher und wirkte dadurch eher wisent├Ąhnlicher als die beiden dunklen K├╝he, auf die das ja eigentlich per definitionem zutreffen m├╝sste.

Wir hatten letztens schon mal die Frage, ob man L├Âwenunterarten (oder -populationen) auch ausschlie├člich anhand der L├Âwinnen unterscheiden kann. Eine entsprechende Frage scheint mir auch bei anderen Tierarten interessant zu sein, siehe Bison, denn in der Regel beziehen sich die Beschreibungen auf Gr├Â├če, F├Ąrbung, Gewicht oder auch Stirnwaffenform auf die m├Ąnnlichen Exemplare. Ich denke da z.B. an viele Antilopen- und Hirscharten. Nun soll ja eine Unterart oder Art so definiert sein, dass man z.B. anhand eines erlegten Exemplares ohne Kenntnis der Herkunft dessen Zugeh├Ârigkeit erkennen soll. Wenn das nicht der Fall ist, w├Ąre die Unterart ja lediglich durch abweichende Merkmale eines Geschlechtes definiert, und selbst dann nur anhand von adulten Exemplaren - und damit w├╝rde das typische Bild einer Unterart/Art durch eine Minderheit ihrer Individuen repr├Ąsentiert...
(01.03.2011, 08:59)
WolfDrei:   Pr├Ąriebison, Hagenbeck, Juni 2010
(28.02.2011, 22:17)
WolfDrei:   Anbei der erste Waldbisonbulle in Europa: Leipzig, Mai 1972, wohl 1971 importiert, erster (?) Nachwuchs 1975
(28.02.2011, 22:02)
Liz Thieme:   Michael, vielleicht habe ich hier was f├╝r Dich.

Beschreibung der Bisons (ART!) im Puschmann: Fell weich, locker, an Kopf und Vorderk├Ârper lang, grau-, r├Âtlich bis schwarzbraun, Schopf, Bart, M├Ąhne und Vorderbeinmanschette.

Markus Kappler beschreibt den Waldbison auf seiner Homepage: Der Waldbison, von dem hier die Rede sein soll, ist etwas gr├Âsser als sein Vetter aus der Pr├Ąrie: Ausgewachsene Bullen bringen mitunter mehr als eine Tonne auf die Waage. ├ťberdies hat er im Vergleich zu jenem l├Ąngere H├Ârner, einen h├Âheren Buckel und ein dunkleres Fell. Waldbison - K├Ârpermasse: Kopfrumpfl├Ąnge: bis 300 cm, Schulterh├Âhe: bis 190 cm, Gewicht: oo bis 1050 kg, oo bis 550 kg.

Auf der Website www.bison.de wird geschrieben: F├╝r ausgewachsene Wisentbullen (Alter 8-10 Jahre) der Flachlandart liegen nach allgemeinen Literaturangaben die Gewichte zischen 600 kg bis 900 kg, auch bis 1.000 kg. Ihre Widerristh├Âhe kann bis zu 2 m betragen, die Kopfrumpfl├Ąnge 3-3,5 m. Der ausgestorbene Bergwisent hingegen, so MOHR (1952), war kleiner, er wog um 700 kg bei einer Widerristh├Âhe von ca. 160 cm. Die Bema├čung der Bisonbullen sind in der Literatur ├Ąhnlich beschrieben: 600 kg bis 1.000 kg Gewicht, Widerristh├Âhe bis 1,90 m, L├Ąnge bis 3 m.
Weiter hei├čt es da: Abbildung 1: Konturen der Bisonarten (KNAPP et al., 1993) Die beschriebenen Merkmale treffen in erster Linie auf den Pr├Ąriebison (Plains Bison) zu. Der Waldbison (Wood Bison) besitzt ein dunkleres Fell, er ist gr├Â├čer, Rumpf, Beine und H├Ârner sind l├Ąnger und die Hufe breiter. Im ganzen wirkt er wisent├Ąhnlicher. Der Buckel (engl.: hump) des Waldbisons erscheint vorn ausgepr├Ągter, beim Pr├Ąriebison bewirkt das "cape" (Haarkleid des Vorderk├Ârpers) sowie die st├Ąrkere Behaarung am Kopf eine harmonischere K├Ârperlinie (vgl. Abb. 12) (W├ťNSCHMANN, 1968). Dar├╝ber hinaus ist beim Waldbison die M├Ąhne an der Wamme schw├Ącher ausgebildet und der spitz zulaufende Kinnbart f├Ąllt kleiner aus. Auch fehlen dem Waldbison die charakteristischen "chaps" (Behaarung der Vorderbeine), wie aus der Abbildung 2 zu ersehen ist (GUTHRIE, 1990).
(28.02.2011, 21:43)
Henry Merker:   @Sacha:
Im TP gibt es nur noch Waldbisons.
(28.02.2011, 21:19)
Michael Mettler:   @Liz: Schade, also taugt er nicht als Bestimmungshilfe...
(28.02.2011, 20:47)
Liz Thieme:   Michael, die Hagenbecker Tiere haben auch diesen dunklen "Strich". Und das sind Pr├Ąriebisons.
Da ich grad nicht an meine eigenen Bilder komme:
http://www.hagenbeck.de/tierpark/unsere-tiere.html?no_cache=1&tx_tiere_pi1[displayType]=alle&tx_tiere_pi1[pointer]=0&tx_tiere_pi1[mode]=1&tx_tiere_pi1[buchstabe]=P&tx_tiere_pi1[showUid]=191&cHash=8978237750141869b7f11200525b796e
(28.02.2011, 20:39)
Michael Mettler:   @Sacha: So kenne ich die Geschichte auch, n├Ąmlich dass die letzten Pr├Ąriebisons einst mit Waldbisons verkreuzt wurden, um die Art als Ganzes zu retten, und man entdeckte erst sp├Ąter eine Waldbisonpopulation, die von dieser Vermischung unber├╝hrt geblieben war. Abgesehen davon wurde der Pr├Ąriebison fr├╝her in mehrere Unterarten unterteilt, deren Validit├Ąt sich nun nicht mehr beweisen oder widerlegen l├Ąsst; selbst ohne die Waldbison-Einkreuzung w├Ąren die letzten Pr├Ąriebisons also m├Âglicherweise Gr├╝ndertiere einer Hybridpopulation gewesen.
(28.02.2011, 13:39)
Sacha:   Sind denn die Pr├Ąriebison im TP ├╝berhaupt "rein" (und gibt es ├╝berhaupt reinrassige Pr├Ąriebison. Ich meinte mal gelesen zu haben, dass nur die Waldbison-UA (oder Art) noch "rein" existiert. Liege ich da falsch?)
(28.02.2011, 13:18)
WolfDrei:   @MM: Mein Bild ist "etwas" ├╝berbelichtet, da die Tiere im Schtten standen, dennoch ist der "Nackenstreifen" vorhanden - nur fehlt es mir an anderen Aufnahmen, um die Aussage zu best├Ątigen. Zumindest die Wisente besitzen eine derartige F├Ąrbung nicht. Nun die Dias: Die Leipziger wie die TP-Waldbisons haben offensichtlich diese dunklere Nacken-F├Ąrbung generell, die Pr├Ąriebisons des TP eher sehr wenig - aber ab und an vorhanden. Man m├╝├čte jetzt die Saison-Daten vergleichen. Als UA-Merkmal scheint es wohl eher nicht zu fungieren.
(28.02.2011, 12:46)
Michael Mettler:   Zwei der drei hannoverschen Bisonk├╝he - die nicht abgebildete entspricht in der F├Ąrbung der vorderen auf dem Foto. Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass das hintere Tier die einzelne Pr├Ąriebisonkuh in der Gruppe ist, so w├╝rde ich vermutlich jederzeit in Zweifel geraten, wenn ich irgendwo ohne einen Hinweis auf Unterartzugeh├Ârigkeit eine der drei K├╝he sehen w├╝rde. Zumal ich auch schon wesentlich dunklere Pr├Ąriebisonk├╝he gesehen habe. Was mir aber tats├Ąchlich erst auf den Fotos, nicht mal vor dem Gehege stehend aufgefallen ist, ist der dunkel abgesetzte Nackenstreifen der vorderen Kuh und ihrer gleich gef├Ąrbten Gehegegenossin, den die hellere Kuh im Hintergrund nicht hat. Kann das jemand als typisches Waldbisonmerkmal best├Ątigen?
(27.02.2011, 22:45)
WolfDrei:   zu den von MM erw├Ąhnten Waldbisons - nun im Tierpark: vor gut einem Jahr war der TP-Bulle noch nicht "zu erkennen" - nun schon.
(27.02.2011, 22:28)
Michael Mettler:   Die Wahrheit liegt also wie so oft in der Mitte :-)

Die M├╝nchener Gaur-Haltung muss 1955 oder 1956 gegr├╝ndet worden sein. Im Tierparkf├╝hrer von 1955 werden sie noch nicht erw├Ąhnt, im Folgejahr sind sie vertreten. Eine Foto zeigt drei Tiere, als Herkunft wird Mysore angegeben. Jahresberichte wurden erst einige Jahre sp├Ąter herausgegeben, auch das International Zoo Yearbook gab es damals noch nicht, so dass meine Bibliothek nichts N├Ąheres hergibt. Aber es gibt gedruckte Zuchtb├╝cher (habe ich leider nicht), aus denen sich die Infos beschaffen lassen m├╝ssten.
(09.10.2010, 10:31)
Henry Merker:   ÔÇ×Im Fr├╝hling 1959 bestellte ich bei der Tierhandelsfirma Ruhe drei GaureÔÇŽ Albert Meems ÔÇŽ brachte die Tiere auf einem gro├čen Schiffstransport nach Deutschland, verlor aber leider unterwegs den Bullen. Nun hatte ich gl├╝cklicherweise erfahren, dass in Hellabrunn gerade ein ├╝berz├Ąhliger Jungbulle stand, der nicht leicht zu verkaufen sein w├╝rde, weil es keine zweite Gaurhaltung in Europa gab. Ich war sicher, da├č Heinz Heck, w├╝├čte er von meiner Zwangslage, den Preis des Bullen gewaltig heraufsetzen w├╝rde! Es hie├č also schweigen. Ich fuhr nach Hellabrunn und wanderte mit Heinz Heck durch den morgendlichen Park. Aus dem Fr├╝hnebel schob sich die gewaltige Gestalt eines ausgewachsenen Gaurbullen von rund 900 kg Gewicht und ├Ąugte ├╝ber den Graben hinweg zu uns her├╝ber. Ich war rundherum gl├╝cklich. Wir wurden bald handelseinig, und erst, als ich nicht, wie es sonst ├╝blich ist, auch eine Option auf das n├Ąchstgeborene Weibchen haben wollte, wurde Heinz Heck stutzig, und ich mu├čte mit meiner Geschichte herausr├╝cken. Er lie├č sich keinen ├ärger anmerken; aber zwischen zwei Z├╝gen aus seiner Pfeife stie├č er die ironische Frage hervor: ,Haben Sie auch ein sicheres Haus? Ich habe zweimal in meinem Leben einen Gaurbullen mit seinem Stall auf dem R├╝cken durch meinen Tierpark spazieren sehen!ÔÇś Danach war meine Freude ├╝ber den gegl├╝ckten Handel nicht mehr ganz so ungetr├╝bt! Unsere Gauranlage war jedoch massiv genug und hat die immer gr├Â├čer werdende Gruppe ohne Schaden beherbergt. (In meiner Dienstzeit wurden insgesamt 59 Gaure ab 1961 gro├čgezogen.)ÔÇŽÔÇť
Zitiert aus dem Buch ÔÇ×Die Arche Noah an der SpreeÔÇť von Heinz-Georg Kl├Âs, Hans Fr├Ądrich und Ursula Kl├Âs.

(08.10.2010, 15:04)
cajun:   Schonmal vielen Dank f├╝r die Infos. Was hei├čt denn "damals" als Jahreszahl?
Die "Ersten" kamen demnach ├╝ber M├╝nchen?
(07.10.2010, 22:18)
Michael Mettler:   Prof. Kl├Âs hat in mindestens einem seiner B├╝cher geschildert, wie er die ersten Gaur f├╝r den Berliner Zoo von seinem M├╝nchener Amtskollegen Heinz Heck erworben hat, also d├╝rfte eher dort der Ursprung liegen. Allerdings wohl nicht in einem eigenen Import, denn damals erwarb man Tiere in der Regel schlichtweg ├╝ber den Handel.

Da es aber auch nicht unterartreine Gaur in Europa gibt (oder zumindest gegeben hat), kann der M├╝nchener Ursprung nicht der einzige gewesen sein.
(07.10.2010, 22:01)
Henry Merker:   Genaue Angaben kann ich nicht geben, aber meines Wissens stammt ein gro├čer Teil der europ├Ąischen Gaur von - ich glaube - 1,2 oder 1,3 Tieren ab, die damals der Zoo Berlin importiert hat (genaueres steht glaube im Buch "Arche Noah an der Spree"...)
(07.10.2010, 20:54)
cajun:   Wei├č jemand zuf├Ąllig, auf wie viele Importe der Gaurbestand in europ├Ąischen Zoos zur├╝ck geht? Habe weiter unten hier im Thread nur gefunden, dass es nicht viele gewesen sein k├Ânnen.
(07.10.2010, 20:49)
WolfDrei:   Professor Kl├Âs er├Ąhlte, da├č in der Dresdener Gruppe auch Blut aus der Berliner Zoo-Zucht flie├čt.
(19.08.2010, 11:16)
Michael Mettler:   Nachdem ich im Waldelefanten-Thread den Afrikanischen B├╝ffel als Vergleichsart f├╝r m├Âgliche Populationsvermischungen in die Diskussion geworfen habe, habe ich im Net nach entsprechenden Studien gesucht und wurde hier f├╝ndig:
Van Hooft, Groen & Prins, Phylogeography of the African buffalo...

In diese Studie floss neben Freilandmaterial auch solches von Zootieren ein: Kaffernb├╝ffel aus Antwerpen (mit Vorfahren aus Namibia) sowie Rotb├╝ffel aus dem Berliner Zoo, Beekse Bergen (in beiden F├Ąllen Ursprung unbekannt) und Dresden (zumindest ein Vorfahr aus Angola). Das Interessante daran ist: Die namibischen Kaffernb├╝ffel haben genetisch mehr ├ähnlichkeit mit den Rotb├╝ffeln s├╝dlich des Kongoflusses als mit allen anderen untersuchten Kaffernb├╝ffeln des s├╝dlichen Afrikas (Botswana, RSA, Simbabwe), und f├╝r die Rotb├╝ffel s├╝dlich des Kongo kann noch nicht festgelegt werden, ob sie wirklich zum Rotb├╝ffel, zu einer eigenen Form oder sogar zum Kaffernb├╝ffel gerechnet werden m├╝ssten!

Somit ger├Ąt nun auch mindestens der Rotb├╝ffel in Verdacht, in seiner Zoopopulation Mischlinge zu enthalten oder komplett vermischt zu sein. Ich muss in den alten Jahresberichten mal nach den Importdaten schauen: Der Berliner Zoo gr├╝ndete seinen Nachkriegs-Zuchtstamm mit Importtieren aus Sierra Leone (schon dort kommen laut Verbreitungskarte in der Studie im Norden der Sudanb├╝ffel und im S├╝den der "echte" Rotb├╝ffel vor...) und Angola, die damals als ph├Ąnotypisch gut unterscheidbar bezeichnet wurden. Leider wei├č ich nicht, ob die beiden Zuchtst├Ąmme (meiner Erinnerung nach waren jeweils beide Geschlechter vorhanden) in Berlin vermischt wurden. Und wie ├╝berhaupt die Verwandtschaftsverh├Ąltnisse der Zoo-Rotb├╝ffel untereinander sind und waren. Gleiches gilt f├╝r die Beziehungen zwischen den Antwerpener Kaffernb├╝ffel mit denen anderer Haltungen.

Leider wird in der Studie nicht erw├Ąhnt, ob das an wildlebenden Kaffernb├╝ffeln im s├╝dlichen Afrika definitiv von urspr├╝nglich heimischen Populationen stammte. Aufgrund der dort h├Ąufigen Um- und Neu-/Wiederansiedlungen von Gro├čhuftieren und der Tatsache, dass sogar B├╝ffel aus europ├Ąischen Zoozuchten daf├╝r importiert wurden, sind ja k├╝nstlich herbeigef├╝hrte Verf├Ąlschungen nicht ausgeschlossen.
(19.08.2010, 09:52)
Oliver Jahn:   Hier mal der Bulle.
(19.04.2010, 21:27)
Michael Mettler:   Wie Oliver Jahn im Str├Âhen-Thread schon erw├Ąhnte, fanden wir dort eine vierk├Âpfige Zwergzebu-Gruppe mit 1,1 sehr an Kaukasen erinnernden, schwarzen Tieren vor. Bei der sehr auf Streicheleinheiten versessenen Kuh konnte ich dabei aus n├Ąchster N├Ąhe die interessante Entdeckung machen, dass sie auf der Stirn (zwischen den H├Ârnern) und auf der R├╝ckenlinie gleich hinter dem Schulterh├Âcker Fellpartien mit Agouti-Muster (Einzelhaar gelb und schwarz geringelt) hatte, die aus der ferne nicht aufgefallen waren. Rein schwarz sind die Tiere also nicht unbedingt, da kann also noch die Auerochsenf├Ąrbung in Rudimenten auftreten.
(19.04.2010, 21:23)
WolfDrei:   @MM: zur Best├Ątigung der letzten Bemerkung zu den ISIS-Eintr├Ągen: "Schw├Ąchen" im Systematik- Ausweis von Haustieren, dazu "Wildyak", "Sus bucculentus", Nennung von "Taiwan" und "Formosa" f├╝r den Taiwansika etc.
(06.01.2010, 08:07)
Michael Mettler:   Angesichts dessen, dass der Arni auch zu Bl├╝tezeiten des Tierhandels aus vom Tierfang doch recht intensiv "bewirtschafteten" L├Ąndern nicht in unsere Zoos gelangte, liegt der Verdacht nahe, dass die Haltung nicht einfach w├Ąre - es soll ein sehr ungest├╝mer Geselle sein, also hat man sich landl├Ąufig mit Kerabaus begn├╝gt. Die Ressourcen f├╝r die Haltung gro├čer tropischer Wildrinder werden zudem zumindest hierzulande immer weniger, wie wir ja auch schon mehrfach beklagt haben - vielleicht w├Ąren dann Blutauffrischungsimporte von Banteng, Gaur und Rotb├╝ffel wichtiger als ein Konkurrent f├╝r sie... Da w├Ąren Zoos in tropischen oder subtropischen Breiten wohl bessere Kandidaten f├╝r eine Arni-Erhaltungszucht. Wird er denn ├╝berhaupt in asiatischen Zoos au├čerhalb von Singapur gehalten? Den ISIS-Eintr├Ągen traue ich nicht (siehe Gdansk).
(05.01.2010, 23:35)
WolfDrei:   @th.oma.s: nein, leider nicht. Ich m├╝├čte nachschauen, ob in dem Heftchen aus Sigapur eine Aufnahme enthalten ist. Zudem darf man in dem Night-Safari-Zoo nicht blitzen. Selbst mit der digital besten Technik sind bei meinem zuf├Ąllig neben mir Sitzenden keine verwertbaren Bilder "herausgekommen". Zur letzten Frage: wurde schon oft allgemein diskutiert: Hirsche aus S├╝damerika, Schweine und Rinder aus S├╝dostasien etc. Noch wichtiger w├Ąre mir der Mindorob├╝ffel - und was beim Prinz-Alfred-Hirsch gelungen ist????Ich h├Ârte, da├č bei der "Schweinequelle" und der Quarant├Ąne dieser in Europa in einem Umkreis von 30 km kein "Schweinebetrieb" existieren darf- so konnte wohl der Import der Bartschweine aus Singapur, einem(fast) islamischen Land, gerade noch gelingen.
(05.01.2010, 22:17)
th.oma.s:   @WolfDrei: Haben Sie manchmal ein Foto von den hosei in Singapore, dass Sie hier rein stellen k├Ânnten? Ich w├╝rde mich sehr freuen.

Im ├ťbrigen ist f├╝r mich nicht erkl├Ąrlich warum man angesichts der geschiderten Situation nicht versucht in konzertierter Aktion noch ein paar Arneefounder (in ausreichender Anzahl)zu importieren.
(05.01.2010, 21:24)
Daniel Meier:   Ist auf dem ersten Foto von Ronny nicht ein Bulle zu sehen? :-)
(05.01.2010, 11:03)
Michael Mettler:   Das von WolfDrei genannte Beispiel Arni/Kerabau zeigt, wie willk├╝rlich die Trennung in Wildtiere und Haustiere ist. Man kann n├Ąmlich andersrum genauso sagen, dass viele Kerabaus keine echten Haustiere sind, weil sich immer wieder Arnis einkreuz(t)en... Legel gibt in "Nutztiere der Tropen und Subtropen" an, dass der Sumpfb├╝ffel nicht in Rassen untergliedert werden kann, da sich die lokalen Schl├Ąge nur wenig unterscheiden. Auch das k├Ânnte daf├╝r sprechen, dass der Kerabau nicht mehr richtig Wildtier, aber auch noch nicht richtig Haustier ist - wie der Dingo.

@WolfDrei: Bei den wilden ceylonesischen Wasserb├╝ffeln gab (gibt es noch?) die Diskussion, ob sie eine Unterart (migona) des Arni oder "nur" verwilderte Kerabaus seien. Auf Freilandaufnahmen sah Tiere mit nach oben gerichteten H├Ârnern ├Ąhnlichen Kalibers wie auf Ihrem Foto.
(03.01.2010, 22:31)
Henry Merker:   Was die Hauswasserb├╝ffel betrifft: Sehe ich auch so!

@An alle:
Gab es eigentlich jemals Wildwasserb├╝ffel in den Zoos von Europa gehalten?
(03.01.2010, 21:08)
WolfDrei:   Prinzipiell ist dem von Herrn Mettler Gesagten nichts hinzuzuf├╝gen. Ich las , da├č die Trennung aus einem Wildb├╝ffel-(=Arni)-Stamm in die beiden genannten Formen schon vor ca. 5 000 Jahren in S├╝dostasien erfolgte. Gegenw├Ąrtig gibt es wohl keine Arnis (auch Arnee) in einem Zoo, die meisten Wildpopulationen sind auch mit freiweidenden Kerabaus "durchmischt". Der Herr Aspinall , der verstorbene Chef in Howletts und Port Lympne sagte, da├č seine Kerabaus noch Wildblut h├Ątten. Anbei eine Kuh aus Port Lympne. Deshalb auch die Importation duch den TP. Der ├Ąu├čerliche Unterschied der "Wilden" besteht f├╝r mich darin, da├č die H├Ârner nach oben gerichtet sind, w├Ąhrend sie in der Regel bei den Kerabaus nch unten und hinten gehen. Der Night-Zoo Singapur will wilde Wasserb├╝ffel aus Borneo (hosei) haben, die H├Ârner waren aber entt├Ąuschend.
(03.01.2010, 19:20)
Michael Mettler:   Kerabaus/Sumpfb├╝ffel sind es nicht, die Tiere geh├Âren eindeutig zum Milchb├╝ffeltypus. Und damit ist der Europ├Ąische Hausb├╝ffel (der von indischen Milchb├╝ffeln abstammt) eigentlich am wahrscheinlichsten.
(03.01.2010, 18:25)
Ronny:   Und noch ein weiteres. Hierbei handelt es sich um K├╝he, der Bulle war von den K├╝hen abgesperrt und weniger gut zu fotografieren.
(03.01.2010, 17:45)
Ronny:   Hier ein Foto der Tiere
(03.01.2010, 17:42)
Henry Merker:   @Ronny:
Lie├če sich ein Bild zum Vergleich beisteuern?
(03.01.2010, 16:32)
Michael Mettler:   @Ronny: Ist nicht ganz einfach mit den Wasserb├╝ffelrassen. Ganz grob kann man sagen, dass es zwei Typengruppen gibt: Milchb├╝ffel und Sumpfb├╝ffel. Letztere sehen der Wildform Arni sehr ├Ąhnlich: kurzhaarig, helle Abzeichen an Brust und Beinen, H├Ârner mit gro├čem Biegungsradius - also wie die Tiere im TP Berlin, wobei die H├Ârner nicht immer so lang wie dort sind. Sumpfb├╝ffel werden haupts├Ąchlich als Arbeitstiere f├╝r den Reisanbau gehalten; der f├╝r sie verbreitete Name Kerabau stammt m.W. von den Philippinen.

Milchb├╝ffel k├Ânnen kurzes oder zottiges Fell haben und ihre Hornform weicht meistens von der des Wildb├╝ffels ab: je nach Rasse kurz, eng gebogen bis regelrecht eingerollt oder auch "h├Ąngend". ├ťber die Nutzung sagt der Name Milchb├╝ffel genug. Diverse Rassen in Indien, aber auch in anderen L├Ąndern; die europ├Ąischen Hausb├╝ffel (z.B. die im Berliner Zoo) z├Ąhlen ebenfalls zum Milchb├╝ffeltyp.

Nicht auszuschlie├čen nat├╝rlich, dass beide Typen auch mal verkreuzt wurden.
(03.01.2010, 16:23)
Ronny:   Hey, habe mal ne kleine Frage zu Hausrinder.
Als ich ├╝ber Silvester im Zoo von Gdansk war, waren zusehen und ausgeschildert Asiatische Hauswasserb├╝ffel. Auf dem Gehegeschild stand deren Herkunft Indien. Meine Frage ist nun, ob es sich dann um Kerabaus handelt. Nach Aussehen, sahen sie den S├╝deurop├Ąischen Wasserb├╝ffeln sehr ├Ąhnlich. Auch die H├Ârner waren nicht so gro├č wie beispielsweise die Berliner Kerabaus.

K├Ânnte mir bitte eventuell jemand die Rasse sagen?
(03.01.2010, 16:03)
Henry Merker:   Wei├č eigentlich jemand, ob der Wildyak schon einmal in Europa gehalten worden ist?
(25.11.2009, 11:36)
Mel:   Und sowie es gestern aussah kann es mit dem Umzug der Tiere auf Ihre Anlage nicht mehr lange dauern, die Erdarbeiten sind beendet, und im Gehege wurden nur noch kleinere "Putzarbeiten" vollzogen.
(21.11.2009, 19:19)
Niedersachse:   Die Zebus sind schon seit einige Zeit im TP.
(21.11.2009, 17:57)
Oliver Jahn:   Das freut mich aber au├čerordentlich. Ich war ehrlich gesagt schon recht besorgt, dass Stralsund sein quasi "Wappentier" einfach aufgeben w├╝rde.
So ist es nat├╝rlich viel besser, sichert den Bestand erheblich mehr, vor allem dann, wenn durch Krankheit mal eine Population zusammenbricht.
(21.11.2009, 16:54)
Michael Mettler:   P.S. Habe das W├Ârtchen "nur" vergessen: Demnach gibt also Stralsund die Haltung nicht auf, sondern lediglich einen Teil der Tiere ab.
(21.11.2009, 16:50)
Michael Mettler:   Habe gerade die aktuelle Ausgabe der Stralsunder CERVUS in die Hand bekommen, worin erw├Ąhnt wird, dass die H├Ąlfte der Kaukasus-Zebu-Gruppe in den Tierpark Berlin gehen soll (oder inzwischen vielleicht schon dort ist?). Demnach gab es also im letzten Jahr noch mehr als die vier Tiere, die wir gesehen haben; das Titelfoto der CERVUS zeigt neben einer 21-j├Ąhrigen Kuh im Hintergrund mindestens 5 weitere Tiere.
(21.11.2009, 16:42)
Ralf Sommerlad:   Ich freue mich jedenfalls schon auf die Gaur in Dortmund
(12.08.2009, 09:28)
Michael Mettler:   Gesehen im Zoo Wuppertal: Zwergzebuk├╝he mit "Fettstei├č". Habe ich auch schon bei Watussirindern gesehen, wenn auch nicht in dieser Auspr├Ągung. Kennt jemand weitere Beispiele bei Rindern?
(11.08.2009, 20:42)
Henry Merker:   @Liz Thieme:
Vor allem sieht das zweite Tier von links bald so aus wie der rote Stier im letzten Einhorn!
(12.07.2009, 20:36)
IP66:   Ist man sich sicher, da├č es in Brasilien und vielleicht auch auf der fraglichen Insel nicht schon vorher Wasserb├╝ffel gab?
(09.07.2009, 10:39)
Liz Thieme:   :D je mehr ich weitergoogle desto mehr schrumpft die Anzahl. ├ťber 1 mio sind es nun bei der n├Ąchsten Quelle nur noch 60000 Tiere...


(09.07.2009, 10:07)
Michael Mettler:   @Sacha: Wobei ein Mounty auf einem Brillenpinguin ziemlich skurril auss├Ąhe ;-)
(09.07.2009, 10:03)
Liz Thieme:   ich bin gestern durch eine Doku auf Arte gesto├čen. Und habe gegooglet, finde das auch bisschen komisch, aber... die Insel ist ungef├Ąhr so gro├č wie die Schweiz. Also ich wei├č ja nicht wie viel Rinder es in der Schweiz gibt, aber da passen meiner Meinung nach schon 3 mio Rinder rein.

@Sacha wenn du das mal sehen solltest, bitte mach ein Foto f├╝r mich :)
(09.07.2009, 10:01)
Sacha:   Super-Bild Liz! Ich stelle mir jetzt gerade einen bayrischen oder Schweizer Polizisten auf einem Alpenvieh vor:)

@MM: Jetzt wissen wir auch, woher der Zoo Hannover die Idee mit seiner "Pinguin-Yukon-Geschichte" hat, oder?:)
(09.07.2009, 09:47)
Michael Mettler:   @Holger & Liz: Inzuchtschaden, ganz klar Inzuchtschaden - bei DER Vorgeschichte :-)

├ťber die Polizeib├╝ffel gab es vor einiger Zeit sogar eine TV-Doku bei uns. Aber dass auf einer Insel vor der brasilianischen K├╝ste 3 Mio. B├╝ffel leben sollen, f├Ąllt mir schwer zu glauben.
(08.07.2009, 22:31)
Liz Thieme:   der hatte Lockenwickler drin und hat versucht die Locken wieder auszub├╝rsten ;)
(08.07.2009, 21:44)
Holger Wientjes:   Ja was ist denn mit dem zweiten von links passiert... ? :-)
(08.07.2009, 21:14)
Liz Thieme:   ihr schw├Ąrmt von dem Gayal?
Was sagt ihr denn zu diesen Wasserb├╝ffeln aus Brasilien?
1920 hat ein Schiff aus Asien bei Ilha de Maraj├│ (Brasilien) schiffbruch erlitten. Die kleine B├╝ffelherde konnte fliehen und hat sich nun auf ca 3 mio Tieren vermehrt. Sie werden f├╝r die Landwirtschaft und als Reittiere der Polizei genutzt.
(08.07.2009, 20:27)
Michael Mettler:   @Holger Wientjes: ...und der Tatsache, dass man sie gern als B├╝ffel-Ersatz auf Afrika-Anlagen stellte (vermutlich, weil Kaffernb├╝ffel als zu gef├Ąhrlich galten und ohnehin nur schwer zu bekommen waren). Etwas Analoges auf einer Indien-Anlage habe ich bisher nicht gesehen (also Zebus z.B. mit Axishirschen oder Hirschziegenantilopen zusammen).
(08.07.2009, 19:39)
Holger Wientjes:   Ich k├Ânnte mir vorstellen, dass der "Siegeszug" der Watussirinder nicht zuletzt ihrem imposanten Geh├Ârn geschuldet ist.
(08.07.2009, 19:13)
IP66:   Ich w├╝rde die Entwicklung ├Ąhnlich sehen wie Michael Mettler - man m├╝├čte allerdings erkl├Ąren, warum einige wenige Arten, etwa die Watussirinder, der Reduktion entgangen sind. Mir scheinen die Haustierformen eine ganze neue Chance dort zu bieten, wo noch Altanlagen vorhanden sind, die man f├╝r Wildformen nicht mehr verwenden m├Âchte - etwa im k├Âlner Gro├čtierhaus. Ein weiterer Grund, die Haltung von Haustierformen einzuschr├Ąnken d├╝rfte allerdings auch darin gelegen haben, da├č die Wildrindgruppen sich bei so gut wie allen Arten recht flei├čig vermehrten - so wurden aus den allseits angestaunten Banteng- und Gaur-Paaren schnell Herden, f├╝r die Platz geschaffen werden mu├čte, und selbst bei Kaffern- und Rotb├╝ffeln sah man die Herden wachsen. Wenn ich den Erz├Ąhlungen ├Ąlterer Zoofreunde glaube, gab es dieses Ph├Ąnomen allerdings auch schon in den 23 Rindergehegen in Berlin: Wenn da Nachwuchs oder ein spektakul├Ąrer Import anstand, wurde, den Berichten nach, auch schon einmal ein Zebu geschlachtet, verkauft oder in einen Miniaturstall gesperrt, um f├╝r die wichtigeren Exemplare Platz zu schaffen.
(08.07.2009, 19:09)
Holger Wientjes:   Wat┬┤n ├ľschi ( wie wir hier sagen... ) :-)

Ich finde gerade Rinderrassen, aufgrund ihres Kopfschmucks und ihrer teilweisen Gr├Âsse, besonders schauattraktiv.
(08.07.2009, 13:35)
Oliver Jahn:   Die Idee f├╝r Hannover begeistert mich absolut. Das w├Ąre auf jeden Fall ein "Hingucker", den das Publikum sicher honorieren w├╝rde.
Zum Interesse der Besucher an exotischen Haustieren kann ich ebenfalls nur zustimmen. Kaum ein Besucher ging in Heidelberg an diesem Gayal vorbei, ohne einen erstaunten Blick und eine anerkennenden Bemerkung ├╝ber die Faszination, die von diesem Tier ausgeht.
(08.07.2009, 12:03)
Michael Mettler:   Ich vermute, dass das Interesse an exotischen Haustieren im Normalpublikum heute noch genauso gro├č ist wie damals bzw. diese Besucher im Gegensatz zu Zoofans und den Zoos selbst auch keine radikale Grenze zwischen Wild- und Haustier ziehen. Es liegt m.E. an vielen Zoodirektoren der Nachkriegszeit, dass Haustiere abgewertet wurden, indem man sie nicht mehr optisch gleichwertig neben Wildformen pr├Ąsentierte wie z.B. Zebu, Gayal & Co. in den alten Rindergalerien oder vor Stilbauten, sondern sie gern in provisorisch anmutende oder f├╝r wertvolle Wildtiere nicht (mehr) zu nutzende Gehege stellte oder als Streicheltiere (exotische Schaf- und Ziegenrassen) quasi zur Grabbelware machte. Ich habe mich schon oft gefragt, wie sich gro├če Zebus vor der Kulisse des hannoverschen Dschungelpalastes machen w├╝rden und mit dem auch dem Normalbesucher gel├Ąufigen Begriff der "heiligen Kuh" pr├Ąsentieren lie├čen. Ich glaube n├Ąmlich nicht, dass die Besucher an einer solchen Pr├Ąsentation gelangweilt vorbeigingen, "weil es nur Haustiere sind". ├ťbrigens w├Ąre eine Kombi heiliger K├╝he mit heiligen Affen (also Hulmans) auch ganz reizvoll...
(08.07.2009, 11:40)
IP66:   Der von Liz Thieme eingestellte Artikel steht auch daf├╝r, wie intensiv man sich mit den exotischen Haustierformen (und deren Benenneungen) auseinandersetzte. Da spielt sicher auch der Akklimatisationsgedanke und die Veredelung einheimischer Haustierrassen eine gro├če Rolle, sicher aber auch ein Interesse an Kulturgeschichte, in die die Haustiere ja meist mehr Einblickem├Âglichkeiten bieten als die Wildformen. Schlie├člich gestaletete sich das Aufsp├╝ren und der Import bei dergleichen Rassen auch einfacher, und insofern mag lange die Praktikabilit├Ąt den Import wilder Bantengs zugunsten von Balirindern verhindert haben.
(08.07.2009, 11:03)
Michael Mettler:   ISIS listet die Z├╝richer Bantengs als Javaner, M├╝nchen scheint kein ISIS-Mitglied zu sein. Interessant, das gleich f├╝r mehrere Zoos sowohl Bantengs ohne Unterartangabe als auch Java-Bantengs angegeben werden - anscheinend fehlt f├╝r manche Tiere der Beleg der Reinbl├╝tigkeit.
(07.07.2009, 23:05)
Michael Mettler:   Die genaue St├╝ckzahl fand ich nicht, aber folgende Angaben in der Rotterdam-Chronik und in Katharina Heinroths Lebenserinnerungen ├╝ber die jeweiligen Ursprungstiere: Rotterdam erhielt 1949 einen erwachsenen Banteng-Bullen aus dem Zoo Surabaja und 1950 K├╝he aus Jakarta (damals Batavia). Berlin importierte 1956 eine Zuchtgruppe, die aus einem Reservat in Ost-Java stammte.
(07.07.2009, 22:58)
Michael Mettler:   @th.oma.s: Meines Wissens ist der M├╝nchener Banteng-Zuchtstamm reinbl├╝tig. ├ťber Z├╝rich wei├č ich leider nichts.

Gerade erst k├╝rzlich habe ich aber irgendwo gelesen, dass die europ├Ąische Java-Banteng-Population auf sehr wenige Gr├╝ndertiere zur├╝ckgehen soll - waren das wom├Âglich nur die Rotterdamer und Berliner Importe?
(07.07.2009, 21:42)
th.oma.s:   @Michael Mettler...k├Ânnen Sie eine ├Ąhnliche aussage auch in bezug auf die z├╝richer und m├╝nchener bantengs treffen.

im tp berlin wurden ├╝brigens einge zeit auch balirinder und bantengs gehalten.
(07.07.2009, 19:55)
Michael Mettler:   @Liz: Ochse wurde in historischen Zeiten ziemlich gleichbedeutend mit Rind verwendet. Siehe z.B. Sundaochse (= Banteng), Grunzochse (= Yak) oder auch Moschusochse.
(07.07.2009, 19:27)
Liz Thieme:   ein lustiger Satz steht paar Zeilen noch drunter:

auf dieser Insel, wo man derzeit nichts mehr von wilden B├╝ffeln [Kerabaus] zu wissen scheint, wohl aber von wilden Ochsen (Bos sondaicus). Die allgemeine Annahme ist, da├č der B├╝ffel erst mit dem Reisanbau vom Festland nach dem Archipel eingef├╝hrt sei.

Ochse und B├╝ffel... f├╝r mich war bisher ein Ochse immer ein kastrierter Stier.
Oder ist hier der Unterschied Bubalos und Bos gemeint, sprich B├╝ffel und anderes Rindvieh/Ochse.
(07.07.2009, 18:32)
Liz Thieme:   das W├╝hlen geht weiter

hier mal etwas zur Entstehung des Bos bei Rindern und zu Kerabaus
(07.07.2009, 18:26)
IP66:   Auch der Hagenbeck-Betrieb in Stellingen zelebrierte in Zoof├╝hrern die Reinbl├╝tigkeit seiner Bantengs, ebenfalls Herr Windecker in K├Âln. Insofern mu├č es Importe halbwegs wilder Ahnenreihe gegeben haben, vielleicht sogar solche ├╝ber Stellingen. Interessieren w├╝rde mich, wie gro├č die Dichte der Balirinder bis zu jener Bantengwelle in unseren Zoos war.
(07.07.2009, 17:57)
Michael Mettler:   @Sacha: Die Berliner Banteng-Zucht ist m.W. seit dem Heinrothschen Import reinbl├╝tig geblieben (wie auch die Rotterdamer als zweite wichtige Importlinie), aber es waren parallel in europ├Ąischen Zoos tats├Ąchlich nicht reinbl├╝tige Bantengs vertreten, so in Antwerpen und Planckendael "Bali-Bantengs". Die Betonung der echten Wildform hatte also schon ihren Grund.
(07.07.2009, 14:03)
Sacha:   @IP66: 23 Rindergehege!?!! Okay, unter diesen Gesichtspunkten gebe ich mich geschlagen..:)

Im Ernst: Ich muss wohl ├╝berlesen haben, dass Du vom 19. Jahrhundert resp. Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegangen bist.

Die Bantengs im Zoo Berlin sind allerdings meines Wissens seit Jahrzehnten echte Wildrinder, genauer Java-Bantengs. Oder habe ich da ein m├Âgliche Einkreuzung fremder UAs oder gar eines Haustieres (Balirind) nicht mitbekommen?
(07.07.2009, 11:07)
IP66:   @Sacha: Ich dachte da eher an die Importm├Ąglichkeiten des 19. Jahrhunderts. Da gab es allerlei Schwierigkeiten: Die Wisente gab es nur als russische Staatsgeschenke, die meisten tropischen Arten wurden nur ab und an importiert und waren sehr w├Ąrmebed├╝rftig, die vietnamesische Form war noch nicht entdeckt, die Auerochsen noch nicht r├╝ckgez├╝chtet und die Anoas plazierte man im Antilopenhaus. Schon in der k├Âlner Rinderallee zu Zeiten von Herrn Funck gab es neun Abteilungen, unter Bodinus in Berlin nach dem Plan von Schlawe sechzehn, unter Heck sogar dreiundzwanzig. Auch wenn da manchmal Exemplare trennen mu├čte blieb es schwierig, alle Abteilungen zu f├╝llen. Ich denke aber, da├č schon in der Zwischenkriegszeit eine Entwicklung einsetzte, die die Zahl der Gehege verringerte und zugleich dank Import- und Zuchterfolgen mehr Wildarten etablierte, letztlich auf Kosten der Haustierformen. Demgem├Ą├č w├Ąre der von Michael Mettler angef├╝hrte hallenser Weg fast eine Ausnahme, allerdings baute man in Friedrichsfelde recht bald nach der Er├Âffnung ein gro├čes Wasserb├╝ffelgehege, und es gab den Siegeszug der Watussirinder, die noch heute viel gezeigt werden. Auf der anderen Seite wurde noch in den 70er Jahren so gut wie jedes Banteng dahingehend angepriesen, da├č es eine echte Wildform darstelle und keine Haustiervorfahren habe.
(07.07.2009, 10:59)
Michael Mettler:   Eigentlich erinnert ein Moschusochse oder Takin sogar mehr an ein Rind als ein Anoa :-)
(06.07.2009, 19:16)
Sacha:   @MM: Durchaus m├Âglich. Aber wie gesagt bzw. geschrieben: Reine Geschmackssache. Mich pers├Ânlich erinnert ein Moschusochse mehr an ein Rind als eine Nilgauantilope.
(06.07.2009, 18:23)
Michael Mettler:   @Sacha: Einen didaktischen Aha-Effekt k├Ânnte man damit aber erzeugen. Schlie├člich haben die Waldb├Âcke in der Zoologie wegen ihrer nahen Verwandtschaft zu den Rindern auch den Alternativnamen "Drehhornrinder".
(06.07.2009, 16:54)
Sacha:   @Stimmt, Elenantilope und Nilgau w├╝rden ebenfalls "einigermassen" passen. Gerade wenn man an das Volumen eines Elenbullen denkt. Der scheint dann so gar nicht in die eher zartgliedrige, taxonomisch sowieso unkorrekte Gruppe der Antilopen zu geh├Âren. Trotzdem w├╝rde ich diese Arten - aber das ist reine Geschmacksache - nicht bei den Rindern ansiedeln.
(06.07.2009, 14:49)
Michael Mettler:   @Sacha: Du hast den "Auerochsen" vergessen :-) (In der Antwerpener Rindergalerie gab es z.B. fr├╝her tats├Ąchlich Heckrinder zwischen den Wildrindern!)

Die Idee mit den Pseudo-Rindern wurde sogar schon hie und da umgesetzt (z.B. Takine ebenfalls in Antwerpen, Moschusochsen im Rinderrevier des Berliner Zoos). Da n├Ąher verwandt und ebenfalls rinder├Ąhnlich w├╝rden auch die Elenantilope und vor allem die Nilgau passen - letztere quasi als langbeiniger und -halsiger Flachlandanoa...
(06.07.2009, 14:18)
Sacha:   @IP66: Nicht leicht? Es w├Ąre sogar - rein theoretisch - ein Kinderspiel:

Zur Auswahl st├╝nden (in loser ungeordneter Reihenfolge):
Waldbison
Pr├Ąriebison
Flachlandwisent
S├╝dafrik. Kaffernb├╝ffel
Rotb├╝ffel
Vorderind. Gaur
Java-Banteng
Berg- bzw. Flachlandanoa
(Wildyak, Tamarau, Arni, Vu-Quang-Wildrind und - falls doch nicht ausgestorben - Kouprey w├Ąren auch eine M├Âglichkeit, aber wohl nicht zu beschaffen.

Hinzu k├Ânnte man Arten nehmen, die mit den Rinder entfernt verwandt sind resp. diesen ├Ąusserlich gleichen, wie z. B.

Alaska- oder Gr├Ânland-Moschusochse
Mishmi- oder Szentschuan-Takin

Das erg├Ąbe eine sch├Âne Wildrinder-Allee ohne jegliche Haustierformen. Zu erw├Ąhnen ist hierbei, dass die meisten der oben erw├Ąhnten Formen im Zoo Berlin tats├Ąchlich gleichzeitig im Rinderrevier leb(t)en.
(06.07.2009, 11:08)
IP66:   Ein interessantes Beispiel f├╝r das Nebeneinander von haustierformen zur Zeit des Artensammelns! Halle ist da ein schlechtes Beispiel, aber wenn man die Gehegef├╝lle der berliner Rinderallee, aber auch jene in K├Âln anschaut, so es wohl nicht ganz leicht, diese nur mit Wildformen zu besetzen.
Ich habe auch schon die Augen nach fr├╝hen Kaukasus-Importen offengehalten, aber mir ist bislang nichts begegnet.
(06.07.2009, 10:48)
Michael Mettler:   Kaukasus-Zebus fand ich nun auch in der Halle-Chronik. Laut tabellarischer ├ťbersicht der Petzsch-├ära kamen 0,2 Kaukasische Zwergzebus 1958 direkt aus der Sowjetunion und dazu jeweils 1,0 aus dem Tierpark Berlin und dem Zoo Dresden. Es gab eine regelm├Ą├čige Zucht, 1965 kam nochmal 0,1 aus Dresden hinzu. 1969 wurde die Haltung beendet. Die Chronik enth├Ąlt auch ein Portr├Ątfoto eines gescheckten Exemplares (S. 345).

Ebenfalls aus Dresden hatte der Bergzoo 1958 ein Indisches Zwergzebu erhalten, das bis 1967 lebte, sowie 1965 1,1 Ceylon-Zwergzebus, die schon 1967 zusammen mit ihrem ersten Kalb wieder abgegeben wurden. Rechnet man die Nellore-Zebus hinzu, gab es also in Halle eine bemerkenswerte Vielfalt von gleichzeitig gehaltenen Buckelrindformen.

"Technisch" bemerkenswert finde ich zwei Kreuzungsnachzuchten aus Zwergzebu x Nellore-Zebu von 1950 und 1954, die beide 1959 an den Circus Aeros abgegeben wurden.
(06.07.2009, 09:31)
IP66:   Ich w├╝rde Herrn Dathe auch auf keinen Fall unterstellen wollen, da├č er mit seinem Engagement eine Art Kryptofaschismus in der DDR etablieren wollte. Ich sehe es allerdings schon so, da├č er ein ideengeschichtlich eng mit der nationalsozialistischen Weltanschauung verbundenes Z├╝chtungsexperiment von hohem Interesse am Leben erhalten wollte und dazu seine Position in der DDR und deren politische Situation - Fehlen der Zookritik wegen fehlender Pressefreiheit - nutzte. Ich w├╝rde es so einsch├Ątzen, da├č ihm der Hintergrund dieser Entscheidung bewu├čt war, einschlie├člich des Konfliktes von 1951. Diese Unterst├╝tzung war insofern zukunftsreich, als die Bem├╝hungen ja tats├Ąchlich zu einer Neubelebung der R├╝ckz├╝chtungsversuche gef├╝hrt haben, wozu Herr Dathe, anders als mancher westliche Kollege, beigetragen hat. Interessanterweise k├Ânnte man in der Idee, das Experiment fortzuf├╝hren, eine fr├╝he Auspr├Ągung der Arche-Ideologie sehen, zumindest eine Entscheidung, nicht nur auszustellen, sondern auch zu z├╝chten. Ich kenne die DDR dieser Zeit leider nicht, fand aber bei mienem vierw├Âchigen Studienaufenthalt im Norden des Landes 1988, da├č sich in manchen Bereichen aufgrund des Bev├Âlkerungsschwundes und einer Art strukturellen Armut manche Dinge erhielten, die es in Westeuropa nicht mehr gab. Ich denke, da├č das Skandalisierungspotential, da├č ich den R├╝ckz├╝chtungen in der Bundesrepublik, vor allem im Kontext der Zookritik zutraue, in der DDR nicht gegeben war. Insofern wei├č ich nicht, ob ich seine Entscheidung damals gutgehei├čen h├Ątte, wozu ich jetzt durchaus neige. Zudem pa├čt das Verh├Ąltnis Herrn Dathe zu r├╝ckgez├╝chteten Auerochsen zu meiner anderenorts geschilderten ├ťberlegung, da├č Herr Dathe seinen Tierpark als eine Fortentwicklung der Zoos der Vorkriegszeit sah, auch jener, die durch die Nationalsozialisten errichtet wurden.
(22.06.2009, 11:27)
Michael Mettler:   Ich habe noch immer Schwierigkeiten mit den Angaben zu Gr├Â├če und Gewicht der Kaukasen. Die von Karsten Vick verlinkte FAO-Seite nennt f├╝r das Aserbeidschan-Zebu, das ja offenbar mit dem Kaukasus-Zebu identisch ist, wie erw├Ąhnt bis 500 kg f├╝r einen Bullen. Bei lediglich 1,07 m Schulterh├Âhe wie im TAKIN-Artikel (selbst wenn man die als eigentliche Schulterh├Âhe, also ohne den Buckel messen w├╝rde) h├Ątte ein solches Tier schon Dickh├Ąuter-Proportionen. Zum Vergleich: Nicht mal ein Moschusochsenbulle erreicht laut Wikipedia eine halbe Tonne (bis 400 kg bei einer Schulterh├Âhe bis 1,50 m), und z.B. ein Bongo-Bulle (und das ist schon ein ganz sch├Âner Brocken) bringt es bei 1,25 m Schulterh├Âhe auf gerade mal 280 kg.

Vielleicht besteht zwischen den Kaukasen auf der Moskauer Versuchsfarm und denen in ihrer Originalheimt ein ├Ąhnlicher Unterschied wie zwischen den H├Ąngebauchschweinen in Vietnam und ihren Nachfahren in den Zoos: In ihrer Heimat zwergige K├╝mmerformen (was dort Selektionsvorteile bietet, da weniger Futter ben├Âtigt wird), bei "Vollpension" jedoch gr├Â├čer und massiger? Ich erinnere da auch noch mal an das von mir am 19.1.2008 in diesem Thread eingestellte historische Foto eines Zwergzebu-Bullen im Berliner Zoo...
(19.06.2009, 22:33)
Oliver Jahn:   Hier noch mal das (einzige?) Tier in Magdeburg.
Nach allem dem, was wir hier bisher hatten, halte ich dieses Tier eher f├╝r einen Mischling.
(19.06.2009, 21:58)
Oliver Jahn:   Prof. Dathe machte sich f├╝r ein biologisch interessantes Z├╝chtungsexperiment stark. In keiner seiner Schriften aber vermag ich zu erkennen, dass ER es als ein nationalsozialistisches Experiment mit "deutscher Ausrichtung" angesehen hat!
(19.06.2009, 21:33)
Michael Mettler:   @IP66: Woher leitest du den Anschein ab, dass Dathe nichts von der Wisent-Ur-Verwechslung fr├╝herer Zeiten wusste? Angesichts einer gewissen Dominanz der Dynastie Heck in der Zoowelt der Vorkriegszeit ist es sehr wahrscheinlich, dass Dathe als Zeitzeuge der R├╝ckz├╝chtungsversuche auch die Argumentation der Heck-Br├╝der kannte, und zumindest Lutz Heck wies schon vor dem Krieg darauf hin, dass er den Auerochsen auch deswegen zur├╝ckz├╝chten wollte, damit man am lebenden Tier zeigen k├Ânne, wie sich Wisent und Auerochse unterscheiden. Heinz Heck erw├Ąhnte die Wisent-Auerochsen-Geschichte in seinem Artikel im Internationalen Zuchtbuch f├╝r Auerochsen, und sp├Ątestens da w├╝rde ich schon davon ausgehen, dass Dathe das gelesen hat...

Es f├Ąllt mir ein wenig schwer, den unmittelbaren Zusammenhang zwischen einer 1951 gef├Ąllten Entscheidung des Verbandes Deutscher Zoodirektoren und der Zoosituation der sp├Ąten 70er Jahre zu erkennen; da war nicht nur mancher Zuchtstamm von Heckrindern, sondern auch mancher der Zoodirektoren, die 1951 abgestimmt hatten, l├Ąngst Geschichte.

Zu den Zebus: Ich bekam heute den schon von Karsten Vick erw├Ąhnten TAKIN Nr. 2/2008, in dem die Haltungsgeschichte Asiatischer Buckelrinder im Tierpark Berlin behandelt wird. Die Kaukasus-Zebus, meist schwarz gef├Ąrbte Tiere, kamen demnach 1957 und 1958 tats├Ąchlich ├╝ber das Zoocentrum Moskau; bis 1972 wurde diese Form gehalten. Erw├Ąhnt wird eine Schulterh├Âhe von 107 cm (Wo misst man die eigentlich bei einem Zebu? Die Stralsunder kamen mir gr├Â├čer vor...), ein dichtes Winterfell und ein Hauptverbreitungsgebiet in Aserbeidschan. Und Stralsund soll inzwischen der einzige europ├Ąische Zoo mit dieser Rasse sein.
(19.06.2009, 19:20)
IP66:   Herr Dathe nahm die Angelegenheit sehr ernst - ich denke, da├č in dieser F├Ąhigkeit, eine Idee auch gegen Widerst├Ąnde zu verfolgen, eigenst├Ąndig zu durchdenken und zu formen eine seiner gro├čen F├Ąhigkeiten lag. Man merkt aber auch, da├č er sich unter Rechtfertigungsdrang sieht und keine schlafenden Hunde wecken will, die es wohl auch in der DDR gab - er nennt die Nachkriegswiderst├Ąnde ausdr├╝cklich "massiv". Da├č es bis heute Philologen nicht recht gelungen ist, zu ermitteln, wann in der fr├╝h- und hochmittelalterlichen Poesie und Prosa von Wisent und wann von Ur die Rede ist, scheint er nicht gewu├čt zu haben, wohl aber, da├č diesen Wildrindern schon damals eine Art kulturgeschichtliche Dimension innewohnte. Interessanterweise vermeidet er, die R├╝ckz├╝chtungen als Hausrindrasse zu bezeichnen, was meine Vermutung, da├č doch mehr hinter diesen Experimenten steckte, die er, sicher auch anders als gewissen Kollegen, als "wissenschaftlich" ansieht und als "eine der bemerkenswertesten tierg├Ąrtnerischen Aktivit├Ąten der letzten Jahrzehnte" definiert. Die Bezeichnung "ph├Ąnotypischer Ure" gef├Ąllt mir, auch wenn ihr eine gewisse Skurrilit├Ąt innewohnt: Sollten die ganzen ur├Ąhnlichen Merkmale sich nicht auch irgendwo in den Genen wiederspiegeln?
Der Hinweis darauf, da├č einige der westlichen Zooleitungen, darunter solche, die enge Verbindung zum berliner Zoo unterhielten, die von ihm f├╝r wichtig gehaltene Aufgabe nicht wahrnehmen, scheint mir gerade in den sp├Ąten 70er Jahren eine Situation zu umrei├čen, die ich selber erfahren zu haben glaube: Die gro├če brutalistische Neubauwelle war ├╝ber die Westzoos hinweggegangen, die Zookritik sehr ausgepr├Ągt, die Distanzierung von Geschichte, vor allem von j├╝ngerer und deutscher, vielleicht noch ein wenig ausgepr├Ągter. Die Postmoderne hatte die Westzoos wohl noch nicht erreicht, wohl aber das Bewu├čtsein, da├č eine Entwicklung sich nicht mehr weitertreiben lie├č. Ich kann schwer umrei├čen, wie es damals im Osten aussah, aber da├č Herr Dathe sich dergestalt f├╝r ein nationalsozialistisches Z├╝chtungsexperiment sehr "deutscher" Ausrichtung stark machte, spricht daf├╝r, da├č dort die Uhren schon ein wenig anders gingen - und da├č der kulturhistorische Mehrwert, der der ganzen Sache innewohnte und den ich unten zu schildern versucht habe, Herrn Dathe durchaus bewu├čt war.
(19.06.2009, 15:09)
Karsten Vick:   @IP66: zu den Zebus - ich hatte Ture aus dem Kaukasus erw├Ąhnt, von denen wurden beide Formen importiert, vielleicht auch Bezoarziegen und hin und wieder findet man Hinweise auf Kaukasus-Uhus.
zu den Auerochsen: hier die Einleitung von Dathe http://aueroxen.de/content/view/25/2/ unten auf Fortsetzung klicken, dann kommt man zu Hecks Artikel, aber den hast Du ja scheinbar schon gefunden.
(19.06.2009, 12:16)
IP66:   zu den Zebus: Karsten kennt sich mit dem sowjetischen Tierhandel sicher besser aus als ich, und ich denke auch, da├č die forcierte Industrialisierung nebst den angelegten Bahnstrecken und Flugh├Ąfen den Tierexport erleichtert hat. Mir f├Ąllt allerdings auf, da├č unter den aufgez├Ąhlten Formen keine auftaucht, die aus dem Kaukasus stammt, was die Auffassung best├Ątigen k├Ânnte, da├č man dort mit der Erschlie├čung, betrachten wir sie nun als Kolonisierung oder als Anschlu├č an den technischen Fortschritt, nicht so gut vorankam wie anderenorts.
Zu den Auerochsen: Vielen Dank f├╝r den Hinweis auf die Seite. Einige Details scheinen mir allerdings doch f├╝r eine gewisse Systemn├Ąhe zu stehen: So betrachtet Herr Heck im entsprechenden Zitat die R├╝ckzucht als Ergebnis als "nach den Grunds├Ątzen der modernen Vererbungswissenschaft" erzielt - da ist die N├Ąhe zu Eugenik und Rassenlehre greifbar, und da er das 1934 geschrieben hat, w├╝rde ich eine Art "v├Âlkischen" Kontext voraussetzen. Interssanter finde ich noch die Auffassung, jenes Vorgehen als "Ausschaltung der Domestikation" zu verstehen. Ideengeschichtlich scheint mir dergleichen zu einer Haltung zu passen, die die Zwischenkriegszeit pr├Ągte. Ich denke da vor allem an Ernst J├╝ngers "Marmorklippen", aber auch an Thomas Manns "Doktor Faustus", dessen Protagonist es f├╝r n├Âtig h├Ąlt, Beethovens neune Symphonie "aufzuheben". Dahinter steht schon so etwas wie der Wunsch, das Projekt Zivilisation aufzuheben und zu mythischen Urzust├Ąnden zur├╝ckzukehren. Man kann dies auch mit der Kunsttheorie eines Herrn Kandinskys, vielleicht sogar mit den Freisichtanlagen eines Herrn Hagenbeck verbinden und mu├č diese Auffassung nicht nationalsozialistisch Konnotieren. Die Idee jedoch, die neolithische Revolution r├╝ckg├Ąngig zu machen und durch Entdomestikation ausgestorbene Wildtierformen wiederauferstehen zu lassen, scheint mir zu den radikaleren Versionen dieses Gedankens zu geh├Âren. Ich bin auch ein wenig skeptisch, ob es ganz richtig ist, wenn wir die R├╝ckz├╝chtungen als eine auerochsen├Ąhnliche Hausrindrasse definieren. Sicherlich kann man nicht nachweisen, da├č es sich dabei um Auerochsen handelt, doch gerade die Diskussion um Reinerbigkeit und Rassestandard beim Przewalskipferd hat mich in solchen F├Ąllen skeptisch werden lassen, d├╝rften doch die Pferde, denen ich regelm├Ą├čig in K├Âln begegne, sehr viel mehr mit dem Ideal zu tun haben, da├č Herr Heck unter "Urwildpferd" verstand als mit jenen Tieren, denen Herr Przewalski in der Mongolei begegnet ist.
Leider konnte ich das Vorwort von Herrn Dathe, das Karsten Vick zitiert nicht finden - es w├╝rde mich sehr interessieren, weil ich jene ideengeschichtlichen Tendenzen auch in der Nachkriegszeit f├╝r wichtig halte, beileibe nicht nur in der DDR.
Eine Abkehr vom Nationalsozialismus, die sehr fr├╝h fast kultartige Dimensionen annahm, halte ich f├╝r beide deutsche Staaten f├╝r pr├Ągend, die Frage scheint mir allerdings, ob nicht das Fehlen einer unabh├Ąngigen Presse in der DDR zu unterschiedlichen Entwicklungen f├╝hrte. Ich denke auch, da├č eine Weiterausstellung der R├╝ckz├╝chtungen schon mehr bedeutete als eine zoologische Bildungsma├čnahme, wie viel, k├Ânnten uns wohl die Quellen, die Zoof├╝hrer und Haltungsbegr├╝ndungen sagen.


(19.06.2009, 11:24)
Karsten Vick:   Mehrere Diskussionen parallel, das ist sch├Ân...
@Rattus: F├╝r mich liest sich das eher, als h├Ątten wir den Deutschen Sch├Ąferhund so gelassen wie er war, w├Ąhrend ihm die Westdeutschen krumme Hinterbeine, HD und andere Krankheiten angez├╝chtet haben, Hauptsache er sieht aus wie Kommissar Rex und verkauft sich gut ;-)

zu den Zebus: ich denke, man tut der Sowjetunion Unrecht, wenn man ihre Infrastruktur so schlecht einsch├Ątzt. In den 50er Jahren wurden gro├če Mengen verschiedenster Zootiere auch aus abgelegenen Gegenden des Landes importiert: Ture aus dem Kaukasus, Saigas und Bucharahirsche aus Mittelasien, Argalis und Markhore aus den Hochgebirgen Tadshikistans, Luchse und Baikalrobben aus Sibirien, Tiger, Kragenb├Ąren und Isubrahirsche aus dem Fernen Osten, Eisb├Ąren von der Wrangelinsel. Da sollte auch der Transport von Zebus nicht unm├Âglich gewesen sein. Das Aserbaidschanzebu ist die einzige Zeburasse im Kaukasus. Ihr Verbreitungsgebiet liegt weit von dem anderer Buckelrinder entfernt. @Guddy & Michael: Wie ich schon mal sagte, sind die meisten heutigen Zwergzebus, auch in Zoos, Kreuzungen aus Ceylon und Kaukasus, wie sie von einigen Z├╝chtern gehalten werden. Dass eine italienische Seite sie schon als deutsche Rasse ansieht, sagt genau das aus. Doch ist es nicht ausgeschlossen, dass es in Zoos unter dem Decknamen Zwergzebu noch reinbl├╝tige Tiere der einen oder der anderen Rasse gibt.

zu den Auerochsen: "es w├Ąre wohl in der Bundesrepublik nicht m├Âglich gewesen, in einem Repr├Ąsentativgeb├Ąude des NS-Staates ein "Haus der Ministerien" einzurichten" - das klingt f├╝r mich, als ob man in der BRD die Entnazifizierung haupts├Ąchlich an unschuldigen H├Ąusern und Rindern vollzogen h├Ątte, w├Ąhrend Nazi-Lehrer und -Richter in ihren ├ämtern blieben. Bei den Russen ging es damals nicht zimperlich zu mit wahren und vermeintlichen Nazi-Parteig├Ąngern und es w├Ąre auch Herrn Dathe ├╝bel bekommen, wenn die Staatsf├╝hrung, evtl. aufgehetzt durch irgendeinen Neider, in den Uren etwas anderes gesehen h├Ątte als eben einfach Rinder. Also es ist schon spannend, dass die Heckschen R├╝ckz├╝chtungen ausgerechnet durch einen DDR-Zoodirektor erhalten wurden, aber der Erkl├Ąrungsversuch "totalit├Ąr und totalit├Ąr gesellt sich gern" geht daneben. Dathe hat erkannt, dass die Hecks nicht den Ur wieder"erschaffen" haben, sondern nur eine ph├Ąnotypisch ├Ąhnliche Hausrindrasse gez├╝chtet haben, dass sie ├╝berhaupt nichts neu erschaffen, sondern nur vorhandene Merkmale neu kombiniert haben, dass sie das nicht f├╝r die Nazis und f├╝r die Ideologie der Nazis gemacht haben, sondern schon lange vorher angefangen hatten, sp├Ąter allerdings den Nazis ihre Zuchterfolge nur zu willig angedient haben - dass also der Ur nicht als solches schlecht, sondern interessant und p├Ądagogisch wertvoll ist und auch in den Zoos der Nachkriegszeit seine Daseinsberechtigung hat. Dathes Vorwort und Heinz Hecks Einleitung zum 1. Auerochsen-Zuchtbuch kann man bei www.auerochsen.de nachlesen.
(19.06.2009, 09:32)
Rattus:   @Michael Mettler
Verbannt hat man den Deutschen Sch├Ąferhund nicht aus der DDR. Aber so gelassen wie er war hat man ihn auch nicht: http://www.welt.de/wissenschaft/article1217055/Der_graue_Ossi_wird_immer_seltener.html
(18.06.2009, 13:37)
Michael Mettler:   Die FAO-Seite erw├Ąhnt eine Versuchsfarm bei Moskau, die l├Ąngere Zeit Aserbeidschanische Zebus z├╝chtete. Das h├Ątte zumindest den Weg f├╝r den Dathe-Import deutlich vereinfacht, da ja auch die staatliche sowjetische Tierhandelszentrale in Moskau sa├č.

@Guddy: Meines Wissens kam der letzte Indien-Import Ruhes in den sp├Ąten 60er Jahren nach Deutschland - wenn das nicht sogar der war, mit dem auch die Nilgiri-Languren ins Land kamen. Zumindest bis in die fr├╝hen 60er hat Ruhe aber in Hannover selbst gro├če Zebus gez├╝chtet, dem Aussehen der Tiere auf den alten Fotos nach zu urteilen vermutlich Gudzerat-Zebus.
(18.06.2009, 12:44)
IP66:   zum Auerochsen: Immerhin waren die Heck'schen R├╝ckz├╝chtunegen den deutschen Zoodirektoren einen Verbannungsbeschlu├č wert - im Gegensatz zum deutschen Sch├Ąferhund. Ein solcher Verzicht in Zeiten des Artensammelns scheint mir schon von einer gewissen politischen Belastung zu zeugen, von der man sich aber fragen kann, ob sie vom Publikum rezipiert und beachtet wurde. Gerade beim Auerochsen scheint mir dies allerdings sp├Ątestens bei F├╝hrungen oder der Formulierung von Gehegeschildern virulent zu werde: Da├č die Art eigentlich ausgestorben ist, wissen ja noch heute viele, insofern mu├č man auf die R├╝ckz├╝chtungen hinweisen, und da konnte man wohl im Nachkriegsdeutschland die Frage stellen, wer auf die R├╝ckz├╝chtungsidee gekommen war, wenn man sie nicht ohnedies aus Vorkriegszoos kannte. Ich denke, da├č auch der durchschnittliche N├╝rnberger oder Berliner im Nachrkeigsjahrzehnt wu├čte, welche der gr├Â├čeren Geb├Ąude wann gebaut wurden und f├╝r was sie standen bzw. stehen sollten. Auf der anderen Seite stellten die Zoos von M├╝nchen und N├╝rnberg oder jener von Berlin vor der Zerst├Ârung ja die modernsten Anlagen, die es in Europa gab und hatten in Ost und West eine Vorbildfunktion, an der wohl niemand vorbeikam. Viele Zooleitungen haben recht schnell Kontakt zu Architekten gekn├╝pft, die die internationale Moderne vertraten, auch im Osten, wo das sicherlich schwieriger war, doch in Sachen Landschaftsgestaltung, Freigehegekonzeption und bei einfacheren Stallbauten gab es diese Vorbilder nicht. Die Freude an der Ausstellung diverser Haustierrassen scheint Herr Dathe mit Herrn Heck ebenfalls geteilt zu haben.
zu den Zebus: Ich stelle mir die Frage, ob es im Kaukasus nicht verschiedene Zebu-Rassen gegeben hat, die sich allerdings im Importgeschehen nicht wirklich auseinanderhalten lie├čen. Allerdings war es sicher nicht einfach, eine solche Form durch das schlecht erschlossene Zarenreich oder die ebenfalls infrastruturell zur├╝ckgebliebene junge Sowjetunion zu transportieren - da bot das in den K├╝stenregionen besser erschlossene S├╝damerika, aber auch der indische Tiermarkt sicher bessere Bezugsquellen.
(18.06.2009, 11:10)
Guddy:   Mir scheint, dass Erfurt zu DDR-Zeiten seine Tiere zu einem gro├čen Teil ├╝ber Ruhe/Alfeld bezogen hat. (Elefanten, Nash├Ârner, Giraffen...)
Gibt es von Ruhe evtl. auch Quellen ├╝ber Zebu-Importe (60er bis 80er Jahre)?
(18.06.2009, 10:15)
Michael Mettler:   Latein ist bei mir lange her - aber das sieht so aus, als w├╝rde das Zwergzebu dort gewisserma├čen als deutsche Rasse (inklusive deutschen Namens!) dargestellt, die mit ihren indischen Urspr├╝ngen nicht mehr viel gemein hat?

Was ansonsten die Einordnung des Kaukasus-Zebus als "Zwerg" betrifft: Laut der von Karsten Vick verlinkten FAO-Seite erreicht ein Bulle der Aserbeidschan-Rasse 400 bis 500 kg Gewicht. F├╝r Ceylon-Zwergzebus (Originalname: Sinhala) fand ich ein H├Âchstgewicht von 250 kg bei einem Durchschnitt, der weit darunter liegt (um 160 kg). Allein daran m├╝sste man rassereine Exemplare eigentlich problemlos unterscheiden k├Ânnen - nur dass es ja eben Mischlinge gibt. Zum Vergleich: Wikipedia gibt f├╝r den Flachlandanoa ein Gewicht von bis zu 150 kg f├╝r K├╝he und 300 kg f├╝r Bullen an, f├╝r einen Rotb├╝ffel ohne Nennung des Geschlechts ebenfalls 300 kg. Dagegen erscheint die halbe Tonne eines Azerbeijani-Bullen nicht gerade zwergig, die Bezeichnung wurde wohl nur im direkten Vergleich zu den gr├Â├čeren Zebu-Rassen gew├Ąhlt.

In BONGO 26 zitiert Kl├Âs in einem Artikel ├╝ber Zebus als "vergessene Zootiere" aus einem 1911 von Hagenbeck herausgegebenen Handelskatalog mit Haustieren, und von vier gro├čen Zebu-Rassen werden jeweils Bulle und Kuh in alten Fotos dargestellt. Es ist zwar kaum etwas ├╝ber die Einfuhr zu lesen, aber Hagenbeck erw├Ąhnt in diesem Katalog auch, dass er in den 25 Jahren zuvor viele Nellore-Zebus nach Brasilien exportiert habe. Da war der Import aus Indien also wohl noch in vollem Gange.
(18.06.2009, 09:22)
Guddy:   Nochmal zu den Zebus:
Hier eine interessante italienische Seite ├╝ber Haustierrassen:
http://www.agraria.org/razzezebuine/zebu.htm
Mit ein paar Lateinkenntnissen kann man sich die Texte relativ gut "zusammenreimen".
(18.06.2009, 00:26)
Michael Mettler:   @IP66: Ich w├╝rde eher behaupten, dass Dathe im "Auerochsen" schlichtweg ein interessantes und - das erw├Ąhnt er auch ausdr├╝cklich - p├Ądagogisch gut einsetzbares Rind sah und kein Wappentier einer Ideologie. Ebenso, wie das f├╝r den Zoobesucher auch direkt nach dem Krieg nur "irgendwelche K├╝he" oder "B├╝ffel" gewesen sein d├╝rften, egal in welcher Besatzungszone bzw. sp├Ąter, auf welcher Seite der Mauer. Schlie├člich hat man ja auch den Deutschen Sch├Ąferhund nicht aus der DDR verbannt, oder?
(17.06.2009, 23:11)
IP66:   Das klingt fast so, als habe sich Herr Dathe als ein Erbe der von der Familie Heck verk├Ârperten Traditionen betrachtet. Man k├Ânnte nat├╝rlich auch einen Zusammenhang zwischen totalit├Ąrem System und wissenschaftlichem Machbarkeitswahn sehen, dch halte ich die erste Deutung f├╝r die wahrscheinlichere. Manchmal habe ich allerdings auch den Eindruck, da├č aufgrund des Fehlens einer kritischen Presse sich in der DDR nationalsozialistische Traditionen leichter erhalten konnten - es w├Ąre wohl in der Bundesrepublik nicht m├Âglich gewesen, in einem Repr├Ąsentativgeb├Ąude des NS-Staates ein "Haus der Ministerien" einzurichten - selbst belastete Kasernen in Bonn, die man zu Ministerien umr├╝stete, wurden modernistisch "verkleidet". Insofern w├╝rde ich die Behauptung wagen, da├č es f├╝r Herrn Dathe ein wenig leichter war, die Auerochsenzucht zu propagieren. Auf der anderen Seite sind die Tiere ja in manchem Westzoo ├╝briggeblieben, und ein Herr Heck konnte in M├╝nchen einen Geo-Zoo mit R├╝ckz├╝chtungen und gro├čer Haustierabteilung betreiben.
(17.06.2009, 19:51)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: Laut Bildlegende zu einem Nutztier-Fotowettbewerb ist DAS hier ein Aserbeidschanisches Zebu:
http://www.agrowebcac.org/farm/photocontest07/picture.php?id=1
Bild Nr. 19 aus der Serie zeigt Kankrej, also Gudzerat-Zebus. Ein Jammer, dass die in unseren Zoos ausgestorben sind - einfach herrliche Tiere.
(17.06.2009, 19:21)
Michael Mettler:   @IP66, als Antwort auf die im Einhufer-Thread gestellte Frage: Dathe stand den Auerochsen-R├╝ckz├╝chtungen positiv gegen├╝ber, was sich nicht zuletzt darin ├Ąu├čerte dass er 1980 ein "Internationales Zuchtbuch f├╝r Auerochsen" ver├Âffentlichte - mit "gro├čer Unterst├╝tzung von Heinz Heck" (Zitat aus dem Vorwort)! In der Begr├╝ndung f├╝r dieses Zuchtbuch erw├Ąhnt er auch, dass Karl Max Schneider die Heckschen Zuchtversuche als "spannendes Experiment der Tierg├Ąrtnerei" betrachtet habe. Dathe selbst fand es bedauerlich, dass das Projekt gewisserma├čen Sp├Âttern zum Opfer gefallen war, die es "aus nicht mit der Auerochsenzucht zusammenh├Ąngenden durchsichtigen Gr├╝nden massiv in Schrift und Wort bek├Ąmpft und herabgesetzt" hatten. 1956 holte Dathe Heckrinder in seinen Tierpark; im ersten Zuchtbuch ├Ąu├čerte er seine ├ťberzeugung, dass die Ur├Ąhnlichen Rinder (er sprang zwischen dieser Bezeichnung und "Auerochse" hin und her) bald eine Renaissance in den Tierg├Ąrten erleben w├╝rden.

Der erste Zuchtbuch├╝berblick umfasste 20 Halter in f├╝nf L├Ąndern (DDR 6, BRD 7, ├ľsterreich 5, Schweiz 1, Frankreich 1), von denen drei Halter allerdings nicht auf die Anfrage geantwortet hatten. ├ťberwiegend waren es Wildparks bzw. Heimattierg├Ąrten, "gro├če Namen" waren lediglich M├╝nchen, Bern-D├Ąhlh├Âlzli und eben der TP Berlin. Es waren aber l├Ąngst noch nicht alle Halter erfasst; in der zweiten Ver├Âffentlichung von 1985 (Zuchtbuch 2-6 in einem Heft) sind f├╝r 1984 bereits 44 Halter in noch mehr L├Ąndern gelistet, wobei sogar noch drei dem selben Betreiber geh├Ârende Wildparks aus der ersten Liste zusammengefasst wurden. Mit Antwerpen und Leipzig (in beiden habe ich die Rinder noch selbst gesehen) tauchen weitere "Gro├če" auf.
(17.06.2009, 17:07)
Michael Mettler:   Immerhin war - um bei Rindern zu bleiben - auch der Import von kaukasischen Bergwisenten einst m├Âglich, da sollten ein paar Hausrinder aus der Region zumindest von der Logistik her auch kein Problem gewesen sein - FALLS (siehe Karsten Vicks Anmerkungen) das Kaukasus-Zebu ├╝berhaupt aus dem Kaukasus stammt. Aber ein solcher Import setzt nat├╝rlich auch voraus, dass jemand von den Tieren nicht nur wusste, sondern auch Interesse an ihnen hatte. Es d├╝rfte noch eine ganze Menge anderer Haustierrassen geben, die nie oder nur durch Zufall zu uns gelangten. Manche afrikanische Schaf- oder Ziegenrasse verdankt ihre Pr├Ąsenz in den Zoos vermutlich nur dem Umstand, dass vor Jahrzehnten aus dem in Afrika eingepackten Lebendproviant f├╝r verschiffte Raubtiere ein paar Exemplare ungeschlachtet den Seeweg ├╝berstanden und dann als Beisortiment an Zoos oder Circusse verkauft wurden...
(17.06.2009, 15:12)
IP66:   Die Akklimatisationsgesellschaften wurzelten allerdings eher im liberalen Gro├čb├╝rgertum, weniger in den altadligen Kreisen - wobei das in Frankreich mit seinen vielen Herrschafts- und Elitenwechseln seit 1789 zum Teil recht komplexe Vereinsstrukturen aus Revolutionsgewinnlern, Bonapartisten und Anh├Ąngern der verschiedenen Zweige der Bourbonen ergeben konnte. Ganz vergessen darf man als Vermittler allerdings auch die Wandermenagerien nicht: Sie zeigten Tiere, vermittelten Kontakte zu Tierh├Ąndlern und sorgten so auch f├╝r Begehlichkeiten. So gab es, wenn ich es recht ├╝bersehe, nach der Aufl├Âsung des Zoos Friedrichs I. im K├Ânigreich W├╝rttemberg keine gr├Â├čere station├Ąre Menagerie, doch wurde das Territorium von Wandermenagerien besucht, die den Wunsch, Exklusiv Zebus, Yaks oder Affen halten zu wollen, weckten und zudem vorf├╝hrten, da├č die aus der Reiseliteratur bekannten Tierformen tats├Ąchlich haltbar und auch k├Ąuflich zu erwerben waren.
Mich wundert, da├č die Kaukasus-Zebus erst so sp├Ąt in mitteleurop├Ąische Zoos gelangten - ihrer K├Ąltsresitens und Gr├Â├če nach passen sie ja wunderbar in die Zoos um 1850. Ich halte es aber f├╝r m├Âglich, da├č die Erschlie├čung des Kaukasus durch die russische Kolonialmacht einfach noch nicht so eit fortgeschritten war, um von dorther Tiere zu importieren.
(17.06.2009, 14:34)
Guddy:   @ Michael Mettler:
Habe gerade auf einer Website etwas ├╝ber Zwergzebus gefunden. Die abgebildeten Tiere entsprechen farblich denen, die Du vom Erfurt-Video abfotografiert hast. Die Asymetrie der Behornung ist hier auch zu beobachten.
Hier der Link:
http://www.neugum.de/zr0.shtml
Die aktuellen Erfurter Tiere m├╝ssten demnach Ceylonesen sein, da sie farblich doch recht uneinheitlich sind. Im Zoof├╝hrer ist nur allgemein erw├Ąhnt, dass es Zwergzebus besonders im Kaukasus, auf Sansibar und in Ceylon gibt.
(17.06.2009, 13:42)
Michael Mettler:   So weit ich wei├č, gab es im 19. Jh. in Europa "Akklimatisationsgesellschaften", die nicht zwingend mit den Zoos gekoppelt waren und deren Ziel es war, die europ├Ąische Nutz- und Wildfauna durch fremdl├Ąndische Tiere zu erweitern (z.B. Yaks in den Alpen anzusiedeln); dabei gab es sogar Pr├Ąmierungen f├╝r besondere Ideen und Erfolge. Auch an diese Kreise dachte ich bez├╝glich fr├╝her Zebu-Importe und -zuchten.
(17.06.2009, 12:14)
IP66:   Wenn ich mich an die wenigen Tierpreislisten, die ich bislang gesehen habe, richtig erinnere, so lag der Preis f├╝r eingew├Âhnte und akklimatisierte Exemplare deutlich h├Âher als f├╝r Direktimporte. Demnach m├╝├čte sich die Rinderzucht f├╝r Herrn Hagenbeck auch ├Âkonomisch rentiert haben. K├Ânig Wilhelm I. von W├╝rttemberg halte ich, was sein Abschottungsbed├╝rfnis und die Schaffung von exotischen Traumwelten angeht, schon f├╝r einen Sonderfall, aber einen gewissen Bedarf an exotischen Schautieren d├╝rfte es nicht nur bei den regierenden H├Ąusern, sondern auch im Hochadel gegeben haben. Die F├╝rsten Malte von Puttbus unterhielten auf ihren G├╝tern auf R├╝gen sogar ein Affenhaus, und ich k├Ânnte mir vorstellen, da├č b├╝rgerliche Gutsbesitzer auch das ein oder andere Schautier kauften. Im gartentheoretischen Werk des F├╝rsten P├╝ckler wird die Menagerie allerdings eher zur├╝ckhaltend behandelt - er empfiehlt sogar, die Tierhaltung auf einen kleinen Teil des Parks zu beschr├Ąnken, um Pflanzensch├Ąden zu vermeiden und die Spazierg├Ąnger nicht durch Ger├╝che zu bel├Ąstigen. Diese Empfehlung setzt allerdings auch voraus, da├č der F├╝rst mit Lesern rechneten, die exotische Tiere hielten und auf den Gedanken kommen k├Ânnten, sie in ihren englischen G├Ąrten herumlaufen zu lassen.
(17.06.2009, 10:58)
Michael Mettler:   Hagenbeck hat allerdings nicht nur irgendwann importiert, sondern fr├╝her auch selbst Nellorezebus gez├╝chtet, ich kenne sie noch von dort; als Teil des Asien-Panoramas geh├Ârten gro├če Zebus lange zum festen Bestand des Parks. Heute stehen da die Onager, vorher standen an dieser Stelle Gaur (da war das heutige Gehege noch durch einen Graben geteilt, und in der anderen H├Ąlfte lebten Yaks), und davor standen neben den Yaks die Zebus. Die ersten Gaur wurden sogar noch zusammen mit den Zebus auf der Anlage gehalten.

Im Berliner Zoo hatte ein Gudzerat-Bulle den Krieg ├╝berstanden und war vermutlich der Stammvater der Zucht, die in den 80er Jahren ausstarb. Da stieg Kl├Âs dann auf Nellore um, weil keine Gudzerat-Zebus mehr zu bekommen waren; meiner Erinnerung nach stand die letzte Kuh dann noch mit den Nellores zusammen, so wie sp├Ąter die letzte Nellore-Kuh mit den Watussis.
(17.06.2009, 00:15)
Karsten Vick:   Im TAKIN gibt es einen Artikel ├╝ber die Buckelrindhaltung im TP Berlin. Demnach kam das Stammpaar Nellorezebus 1955 jungerwachsen von der Fa. Hagenbeck. Die Zwergzebus gehen zur├╝ck auf eine Kuh aus Frankfurt (1955) einen Bullen aus Basel und tats├Ąchlich eine von einem H├Ąndler direkt aus Ceylon importierte Kuh (1956). Ging also doch noch was nach dem Krieg, zumindest bei den Kleinzebus.
(16.06.2009, 23:57)
Michael Mettler:   Wer wei├č, ob sich dann nicht Herkunftsangaben finden, die auf hochherrschaftliche Landg├╝ter hinweisen, denn im Zuge der Akklimatisationsversuche fremdl├Ąndischer Nutz- und Jagdtiere wurden Zebus l├Ąngst privat gehalten. Der Namensgeber der Wilhelma, Wilhelm I von W├╝rttemberg, z├╝chtete z.B. auf seinen G├╝tern neben Axishirschen, Kaschmirziegen, Yaks usw. auch Zebus ungenannter Rasse. Auf einer zeitgen├Âssischen Abbildung im Buch "Die Wilhelma" ist neben anderen Tieren auch ein offenbar sehr kleines, schwarzes Zebu zu sehen.

Tierh├Ąndler wie Hagenbeck und Ruhe haben ja nicht nur Zoos beliefert, sondern zumindest bis Anfang des 20. Jh. einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen eben mit fremdl├Ąndischem Nutzvieh, Park- und Jagdwild f├╝r private Gro├čgrundbesitzer und Sammler erzielt. Da wird so manches exotische Haustier vielleicht auch ├╝ber diesen Umweg in die Zoos gelangt sein.
(16.06.2009, 12:36)
IP66:   Herr Dathe scheint doch sehr vorkriegsgeographisch gedacht zu haben, und offensichtlich kamen DDR-Zoof├╝hrer ganz gut an der Zensur vorbei - wenn wir das im Westen gewu├čt h├Ątten ...
Ich denke, da├č Tierimporte aus S├╝damerika vor allem in der ersten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts deutlich einfach zu bewerkstelligen waren als aus Asien - insofern w├Ąre es interessant, die fr├╝hen Zoof├╝hrer auf Zebuherkunftshinweise zu untersuchen. Es zeigt sich wieder einmal, welch interessante Entdeckungen sich ergeben, wenn man sich mit den Best├Ąnden in der ersten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts besch├Ąftigt. Ich meine, einmal f├╝r die Zwegzebus gelesen zu haben, da├č die letzten Importe in der Zwischenkriegszeit nach Europa kamen, wei├č aber leider nicht mehr, wo das stand.
(16.06.2009, 10:52)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: M├Âglicherweise gehen die "gro├čen" Zebus gar nicht mehr bzw. nicht ausschlie├člich auf Indien-Importe zur├╝ck, denn die uns bekannten Rassebezeichnungen sind verd├Ąchtig. Laut "Nutztiere der Tropen und Subtropen" wurden Ongole-Zebus schon fr├╝h als Nutztiere in Brasilien eingef├╝hrt und bekamen dort (!) die Bezeichnung "Nellore". Sp├Ąter gelangten sie auch in die USA und waren dort an der Erz├╝chtung der Rasse Brahman beteiligt. ├ähnliches gilt f├╝r die zweite Rasse, die als Kankrej Indien in Richtung Brasilien verlie├č, sich ebenfalls bis in die USA ausbreitete und dort "Guzerat" getauft wurde. Das Kankrej tr├Ągt laut o.g. Werk allerdings eine ganze Reihe von Lokalnamen und Synonymen, und es geht nicht eindeutig aus der Liste hervor, ob das darunter aufgef├╝hrte "Gujarati" eine Originalbezeichnung oder ebenfalls ein "Exportname" ist. Es ist also durchaus denkbar, dass z.B. der Zuchtstamm Nellore-Zebus im Tierpark Berlin auf Importen aus Amerika fu├čte.

Bemerkenswert ist auch, dass in Zoobest├Ąnden vor dem 2. Weltkrieg sehr h├Ąufig, beinahe als Standardbesatz afrikanische Sanga-Rinder zu finden sind, die genau wie das Watussirind in den Kreis der zeboiden Rassen geh├Âren. Sangas scheinen aber v├Âllig verschwunden zu sein. Vielleicht wurde ihnen zum Verh├Ąngnis, dass sie gegen├╝ber den im Prinzip ├Ąhnlichen, aber weitaus m├Ąchtigeren und st├Ąrker behornten Watussirindern weniger wirkungsvoll waren und andererseits als Zebus nicht gegen die "edleren" Nellores und Gudzerats ankamen. Vielleicht fielen sie deshalb leichter Bestandsveredelungen zum Opfer. Eine gewisse Parallele zum chinesischen Maskenschwein, das ebenfalls einst ein Standard-Zootier war, wie es heute H├Ąngebauchschwein und Watussirind sind.
(16.06.2009, 09:19)
Karsten Vick:   Ich bin mir nicht sicher, ob es bei den indischen und ceylanischen Zebus nach dem II. Weltkrieg ├╝berhaupt noch eine Blutauffrischung gab oder ob sie alle auf die Hagenbeckimporte des sp├Ąten 19. und fr├╝hen 20. Jh. zur├╝ckgehen. Von diesen Rassen haben bis heute in den Zoos Nellore- und Ceylonzwergzebus ├╝berlebt, bis in die 80er au├čerdem Gudzeratzebus.

Die Kaukasier wurden wie mehrere andere sowjetische Haustierrassen in den 50er Jahren erstmalig nach Europa, in den TP Berlin, importiert. Konkret f├╝r diese Rasse hei├čt das 1957. Dathe war sich bez├╝glich der genauen Herkunft nicht sicher: "Sie sollen aus dem Kaukasus stammen", aber die von mir unten verlinkte FAO-Seite sagt eindeutig, dass das Zuchtgebiet in Aserbaidschan liegt.
(15.06.2009, 23:11)
Michael Mettler:   Schon im ersten Wegweiser des TP Berlin von 1957 werden die "schwarzen Kaukasischen Zwergzebus" erw├Ąhnt, seinerzeit - man achte auf die Formulierung - "die einzigen in einem westeurop├Ąischen Zoo".
(15.06.2009, 23:10)
IP66:   Wenn ich mich recht erinnere, soll Herr Hagenbeck die Zwergzebus doch schon vor dem ersten Weltkrieg importiert haben - dann w├Ąre es m├Âglich, da├č auch in der DDR entsprechende Restbest├Ąnde dieser Form gestanden h├Ątten. Seit wann wurden denn die kaukasischen Formen importiert? Und wie sah es mit anderen Rassen aus, die ja auch das ganze 19. Jahrhundert hindurch schon gezeigt und wohl auch gez├╝chtet wurden?
(15.06.2009, 10:48)
Ronny:   Bez├╝glich der Dessauer Zebus hatte ich mal im Tierpark angefragt. Die Herkunft der Tiere ist unklar bzw sie kamen damals von einem Bauernhof.

(15.06.2009, 00:31)
Michael Mettler:   Anbei zur Auflockerung ein Watussi-Schecke, aufgenommen in Planckendael.

@Oliver: Deine Bilder aus Dessau und Wei├čewarte wirken auf mich wenig vertraut, ich w├╝rde mich nicht wundern, wenn das Kaukasen oder wenigstens stark kaukasusbl├╝tige Zebus w├Ąren. Ich muss mal in mein Dia-Archiv tauchen, wie vor der Wende die Zwergzebus in den West-Zoos aussahen - so allm├Ąhlich kommt mir n├Ąmlich der Verdacht, dass hier die Ceylonesen "├╝blich" waren und in der damaligen DDR die Kaukasen und sich hinterher durch Vermischung hie und ein (wortw├Ârtlich) Einheits-Zwergzebu ergab. Gerade in kleinen G├Ąrten erhalten sich ja "alte" Typen oft viel l├Ąnger, also warum soll es in den neuen Bundesl├Ąndern nicht noch diverse Kaukasuszebus geben?
(14.06.2009, 23:14)
Michael Mettler:   Der Sta├čfurter Bulle sieht tats├Ąchlich dem Stralsunder verbl├╝ffend ├Ąhnlich - und er hat wie dessen K├╝he eine wei├če Schwanzquaste...

@Guddy: Es ist zwar eine weit verbreitete Annahme, aber Schecken entstehen im Regelfall NICHT durch Kreuzung eines dunklen Tieres mit einem wei├čen. Vereinfacht ausgedr├╝ckt gibt es dominant vererbte Scheckungen (Scheckung "verdr├Ąngt" Nicht-Scheckung), dann muss mindestens ein Elternteil selbst gescheckt sein, um gescheckten Nachwuchs zu bekommen. Und es gibt rezessiv (verdeckt) vererbte Scheckungen (Nicht-Scheckung "verdr├Ąngt" Scheckung), bei denen BEIDE Elternteile den ben├Âtigten Erbfaktor beisteuern m├╝ssen (dazu muss er bei ihnen selbst gar nicht sichtbar sein). Das gescheckte Zebu auf deinem Foto kann also durchaus ein reinbl├╝tiger Kaukase gewesen sein. Ich habe ein ├Ąhnlich gef├Ąrbtes Zwergzebu (Ceylon-?) mal im Tierpark Str├Âhen gesehen.

Manche Zoodirektoren hatten eine Abneigung gegen gescheckte Tiere; vielleicht hatte das ├Ąhnliche Gr├╝nde wie bei den Z├╝chtern edler Pferderassen, die Schecken als Zigeuner- bzw. Circuspferde abwerteten. In Zoos wurden diverse Haustierrassen ganz gern als Pseudo-Wildtiere pr├Ąsentiert, weshalb man dort ein einheitliches, m├Âglichst einfarbiges Erscheinungsbild bevorzugte - siehe die roten Watussirinder auf mancher "Afrikasteppe", obwohl es auch von dieser Rasse verschiedene Scheckungsvarianten gibt (und in ihrer Heimat alle m├Âglichen Farben obendrein). Durchaus m├Âglich, dass auch die Kaukasenzebus diesen Weg gingen. Falls die schwarze F├Ąrbung bei ihnen rezessiv vererbt wird, w├Ąre das auch ein "Weg ohne Wiederkehr", denn dann w├Ąre es nicht mehr m├Âglich, aus einem schwarzen Zuchtstamm nochmal braune Nachzucht zu erhalten. Schecken k├Ânnten dagegen noch reproduzierbar sein; bei einigen Tierarten ist bekannt, dass sich die Wei├čanteile gewisserma├čen multiplizieren k├Ânnen, d.H. aus zwei schwach gescheckten Elterntieren kann st├Ąrker gefleckter Nachwuchs entstehen. Also m├╝sste man z.B. Zebus miteinander kreuzen, bei denen der Wei├čanteil am Schwanz besonders gro├č ist und die vielleicht gleichzeitig noch eine kleine Stirnbl├Ąsse tragen, und schauen, ob dann buntere Exemplare dabei herauskommen.
(14.06.2009, 23:02)
Oliver Jahn:   Und ein sehr sch├Âner Bulle aus dem Wildpark Wei├čewarte.
(14.06.2009, 22:57)
Oliver Jahn:   Hier noch mal der Bulle aus Dessau zum Vergleich.
(14.06.2009, 22:56)
Karsten Vick:   Oh ja, der auch. Aber den kannte ich bisher noch nicht.
(14.06.2009, 22:45)
Oliver Jahn:   Ich finde ja eher, dass der Sta├čfurter Bulle einem Kaukasier sehr ├Ąhnlich sieht.
(14.06.2009, 22:08)
Karsten Vick:   Seinerzeit bei unserer Orenburgziegen-Recherche war ich schon auf die folgende Seite der FAO gesto├čen: http://www.fao.org/docrep/009/ah759e/AH759E00.htm#Contents

Dort hei├čt die fragliche Rasse Aserbaidschan-Zebu (azerbaijan auf englisch), ist eine altehrw├╝rdige bodenst├Ąndige Rasse mit einigen charakteristischen Merkmalen, aber uneinheitlicher F├Ąrbung. Die meisten Importe nach Deutschland waren wohl dunkel. Ein Merkmal, das der Stralsunder Bulle auch zeigt, ist auf alten Bildern aus dem Berliner Tierpark zu erkennen: eine M├Ąhne am Nacken den Buckel herauf. Von den Zwergzebus, die ich in letzter Zeit gesehen habe, w├╝rden die in Dessau ganz gut zu dem Ph├Ąnotyp passen, aber eine Einkreuzung ist auch hier nicht ausgeschlossen. Ich hatte mich mal auf der Gr├╝nen Woche mit einem landwirtschaftlichen Zwergzebuz├╝chter unterhalten, der sagte, dass f├╝r die landw. Zucht Kaukasus- und Ceylonzwergzebus miteinander verkreuzt wurden.

Zebu und Zwergzebu wurde die Rasse bunt durcheinander genannt, im Verh├Ąltnis zum Nellorezebu sinds Zwerge, zum Ceylonzebu nicht...
(14.06.2009, 21:57)
Oliver Jahn:   Hier mal die Kuh, allerdings gab es in der Herde tats├Ąchlich alle Hornformen, auch die "Auerochsenform". Habe gerade noch mal nachgebl├Ąttert.
(14.06.2009, 21:50)
Guddy:   Bei genauerer Betrachtung k├Ânnte es auch sein, dass beide Formen auf der gleichen Anlage gehalten wurden. So habe ich als 12-j├Ąhriges Kind vielleicht zumindest die Kaukasier-K├╝he f├╝r junge Nellore-Zebus halten k├Ânnen?

(14.06.2009, 21:44)
Guddy:   Hier ein Bild der Erfurter Zebus aus dem Jahr 1984. Die Tiere standen ja neben den Yaks und waren nicht wesentlich kleiner als diese. Die Scheckung des Bullen im Hintergrund deutet aber vielleicht auf einen Mix hin?
Laut Zoof├╝hrer 1974 soll es ja, zumindest damals, Kaukasen (also einheitlich dunkle Zwergtebus) und Nellore/Ongole-Zebus (also die gro├čen Grauwei├čen) nebeneinander gegeben haben.
Die heutigen Erfurter Zwergzebus sind ja Farblich ein recht "bunter Haufen".

(14.06.2009, 21:35)
Michael Mettler:   Sorry, Foto vergessen.
(14.06.2009, 20:57)
Michael Mettler:   Vielleicht ist das auch eine Frage des Alters und der Stralsunder Bulle - Foto anbei - hat noch einiges an Hornwachstum vor sich. An die Kuh mit abw├Ąrts gebogenen H├Ârnern kann ich mich nicht erinnern, aber das kommt bei vielen Rinderrassen als Abweichung von Normalzustand vor.

Ich frage mich gerade, ob Kaukasus-Zebus aufgrund ihrer k├╝hleren Herkunft vielleicht ein Winterfell entwickeln und Ceylon-Zwergzebus nicht...? War jemand mal im Winter oder zeitigen Fr├╝hjahr in Stralsund und kann dazu was sagen?
(14.06.2009, 20:49)
Oliver Jahn:   Aber dann sahen ja die Stralsunder Tiere auch nicht gerade typisch aus. der Bulle hatte die H├Ârner nach oben und die eine Kuh sogar nach unten.
(14.06.2009, 19:22)
Michael Mettler:   Und ein zweites Bild, bei dem die Gesamtf├Ąrbung des Bullen und vor allem auch seine Hornform sehr gut herauskommt. Das kleine helle Dreieck auf der Stirn k├Ânnte eine Minimal-Bl├Ąsse sein, womit auch der Bulle genetisch gesehen ein Schecke w├Ąre. Im Erfurter Zoof├╝hrer und in der CAPRA hie├čen die Tiere damals schlicht Kaukasus-Zebu, nicht Kaukasus-Zwergzebu, und wirklich zwergw├╝chsig sehen sie in dem Film auch nicht gerade aus.

Zum Vergleich habe ich mir die Fotos des Stralsunder Kaukasen-Paares vom letzten Jahr angesehen: Auch da zeigen Bulle und Kuh die nach vorn geschwungene Hornform (nicht -l├Ąnge!) des Auerochsen - und die Kuh hat ├╝brigens trotz sonst schwarzen Felles eine komplett wei├če Schwanzquaste.
(14.06.2009, 17:49)
Michael Mettler:   Die Methode ist zwar plump, aber das Ergebnis liefert wenigstens einen Eindruck: Ich habe die Erfurter Tiere (es waren sogar drei) aus meinem Video versuchsweise mit der Digitalkamera vom Fernsehbildschirm abfotografiert. Links die Kuh mit der schwach ausgepr├Ągten Scheckung, rechts vorn eine tats├Ąchlich einfarbig rote Kuh, rechts hinten der stattliche Bulle.
(14.06.2009, 17:41)
Michael Mettler:   @Oliver: Eine wei├če Schwanzspitze macht noch keinen Rasseunterschied, sondern ist schlichtweg eine minimal ausgepr├Ągte Scheckung (vergleichbar zu einer Stirnbl├Ąsse, wei├čen Zehen bei einem sonst einfarbigen Tier usw.). Habe ich z.B. auch schon bei Europ├Ąischen Hauswasserb├╝ffeln gesehen.

Leider fehlt mir "richtige" Literatur ├╝ber Kaukasische Zebus, aber im Erfurter Zoof├╝hrer von 1974 ist erw├Ąhnt, dass es sie in Schwarz und Rot gebe. In einem Film ├╝ber den Zoo ist ein nicht benanntes Zebupaar mit relativ langen, geschwungenen H├Ârnern zu sehen, das vom Aussehen her nicht zu den sonst in unseren Zoos gehaltenen Zeburassen passt und das ich deswegen f├╝r die Erfurter Kaukasen halte. Die Tiere sind allerdings eher braun als rot, wenn man eine wirklich rote Rinderrasse wie das Angler Rind oder die Rotbunte als Vergleich nimmt; sie ├Ąhneln farblich eher dem Jerseyrind, und bei der Kuh kann man kleine wei├če Abzeichen (also ebenfalls Minimalscheckung) erkennen.

Ich f├╝rchte aber, dass Zwergzebus ungeachtet ihrer Herkunft in Tierg├Ąrten auch durcheinander gekreuzt wurden, so wie es m.W. auch bei Zwergeseln gemacht wurde.
(14.06.2009, 17:12)
Oliver Jahn:   Auf meiner Zootour habe ich einige PArks besucht, in denen sehr sch├Âne Zwergzebu-Bullen gezeigt werden. Im letzten Jahr in Stralsund sah ich die (vermeindlich) letzten kaukasischen Zwergzebus. Worin unterscheiden diese sich optisch von den anderen Tieren? Ist es das koplette schwarz der Tiere, ohne einen einzigen wei├čen Fleck? Und ist ein schwarzer Bulle mit einer wei├čen Schwanzquaste damit schon kein Kaukasier mehr?
(14.06.2009, 16:44)
Holger Wientjes:   Also zumindest kann ich mich an Yaks in einem Gehege am Eingang erinnern (linker Hand,Ende 80er). Ob das nun die alte Reitbahn war, kann ich nicht sagen.
(31.03.2009, 10:50)
Michael Mettler:   Das mit den Nash├Ârnern wusste ich auch noch nicht, aber auf jeden Fall muss es vorher auf dieser Fl├Ąche noch ein B├Ąrenschaufenster mit Kragenb├Ąren gegeben haben - wei├č ich nur aus alten Zoof├╝hrern, aus eigener Anschauung kenne ich die Ecke erst ab (ausklingenden) Reitbahn-Zeiten. Aber Yaks sind mir da bei meinen nur gelegentlichen Besuchen auch nie begegnet.
(31.03.2009, 10:46)
IP66:   An Yaks auf der duisburger Reitbahn kann ich mich nicht erinnern. Zun├Ąchst waren dort provisorisch die beiden noch lebenden Nash├Ârner untergebracht, dann kam die Reitbahn, darauf die Bantengs und schlie├člich die Kattas.
(31.03.2009, 10:34)
Holger Wientjes:   Da, wo auch mal Yaks lebten ?
(31.03.2009, 10:03)
Michael Mettler:   Zu Duisburg: Auf der ehemaligen Reitbahn links hinter dem Eingang, vergesellschaftet mit Poitou-Eseln - heute ist dort die begehbare Katta-Anlage.
(31.03.2009, 09:47)
Holger Wientjes:   Kann mir jemand sagen, wo genau in den Zoos von DU,DO und OS die Bantengs gehalten wurden und in welchem Zeitraum das in DO der Fall war ???
(31.03.2009, 09:31)
Michael Amend:   @Sacha. Genau in der von dir beschriebenen Anlage in SD lebten die Bantengs, Wildschweine und Rothirsche.

├ťbrigens verh├Ąlt es sich so, das auch vermeintlich gut laufende Vergesellschaftungen problematisch sind. Die Kombination Giraffe/Zebra ist eine solche. Ich habe diese Kombination gehabt, und es klappte ├╝berhaupt nicht. Die Zebras haben soviel Unruhe in die Anlage gebracht, das sie aus der Anlage entfernt werden mu├čten. Obwohl diese Kombination sehr problematisch ist,wird sie denoch von vielen Zoos praktiziert, weil es eben eine f├╝r die Besucher sehr attraktive Vergesellschaftung darstellt. Ein zweites Beispiel ist die Kombination Wolf/B├Ąr. Ich w├╝rde diese beiden Arten niemals miteinander vergesellschaften. Da aber die W├Âlfe in einigen dieser praktizierten Vergesellschaftungen im Beisein der B├Ąren ihre Jungen aufziehen, wird das als Wohlbefinden der W├Âlfe gedeutet. Das ist aber nicht so.

@Tim Sagorski.Sollen denn die Gaure in Dortmund mit anderen Arten vergesellschaftet werden ?
(11.03.2008, 18:09)
IP66:   Es stellt sich ja weniger die Frage, wer eventuell etwas plant als vielmehr jene, ob diese Planungen in der Realist├Ąt funktionieren - gewisse Ereignisse in N├╝rnberg, aber auch manch' gro├č angek├╝ndigte und dann doch nicht dauerhaft realisierte Gemeinschaftshaltung sprechen daf├╝r, da├č man gerade mit neuen Artenkombinationen selten dauerhaft planen kann.
(11.03.2008, 17:06)
Hannes L├╝ke:   Sowas k├Ânne warhaftig nur die Holl├Ąnder in Mitteleuropa realisieren...
(11.03.2008, 15:00)
Matthias:   In Burgers' Zoo Arnhem wird gerade an der Ferstigstellung von Burgers' Rimba gearbeitet. Ein grosser Aussenbereich f├╝r Tiere des tropischen Regenwaldes Asiens.
Kernst├╝ck wird eine grosse Gemeinschaftsanlage f├╝r Bantengs, Schweinshirsche, Leierhirsche, Schweinsaffen und Siamangs sein.
(11.03.2008, 13:50)
WolfDrei:   @Sacha: 2000 gab es in SD weder Gaure noch Bantengs-daf├╝r die wohl gerade erst ausgestellen Rotb├╝ffel-etwa dort an jener Stelle, die Du erw├Ąhnst. Ansonsten noch Anoas bei den Rinderartigen.
(11.03.2008, 13:45)
Tim Sagorski:   Also, bei den Gelsenkirchener Bantengs war 100 %ig ein Bulle mit auf der Anlage, da die Tiere jedes Jahr z├╝chteten...

Ein Schritt in die richtige Richtung d├╝rfte ja die, momentan im Bau befindliche Gaur-Anlage in Dortmund sein...
(11.03.2008, 12:15)
IP66:   Im alten Ruhr-Zoo lebten Bantengs auf einer sehr kleinen Anlage mit Hirschziegenantilopen zusammen - ich wei├č aber nicht, ob jemals ein Stier dabei war. Da Rinder aus unseren Zoos eher verschwinden, w├Ąre es sch├Ân, wenn manche Art, gerade in geographisierenden Neuanlagen, irgendwo unterk├Ąme, wobei Gaure aber sicherlich die den gr├Â├čten Aufwand bedeutende Form vorstellen w├╝rden. Allerdings hat selbst ein traditioneller Halter lieber auf die Kaffernb├╝ffel verzichtet, als sie in seinen gro├čen kunstfelsigen Afrika-Bereich zu integrieren. Insofern, f├╝rchte ich, wird sich die Vergesellschaftung im Regelfall auf Haustierarten wie Watussirinder beschr├Ąnken.
(11.03.2008, 11:05)
Sacha:   @Michael Amend: Danke f├╝r die Info. Wie gesagt, war ich mir nicht sicher. Allerdings habe ich den Zoo San Diego schon Anfang der 90er erstmals besucht und glaubte, dass damals die Gaure anstelle der Bantengs in der Anlage lebten, die am abw├Ąrtsf├╝hrenden Weg kurz vor den Greifvogelvolieren liegt. Aber ich kann mich geirrt haben.

Bez├╝glich der Vergesellschaftung mit Gauren: Wie es scheint, bestimmt also nicht nur die Gehegegr├Âsse, sondern auch (oder vor allem) die Charaktere der einzelnen Individuuen, ob eine Gemeinschaftshaltung funktioniert.
(11.03.2008, 10:58)
Michael Amend:   @Sacha. Ich habe San Diego 2002 und 2005 besucht, beide Male sah ich im Zoo keine Gaure. Daf├╝r aber Bantengs, die mit eurasischen Wildschweinen und eurasischen Rothirschen zusammenlebten.

Zum Thema " Vergesellschaftungsf├Ąhigkeit von Gauren"":

Im Laufe meiner Berufst├Ątigkeit habe ich mit den unterschiedlichsten Tiervergesellschaftungen zu tun gehabt. Haupts├Ąchlich zwar afrikanische Huftiere, aber auch andere. Dabei habe ich pers├Ânlich die Erfahrung gemacht, das die Gehegegr├Â├če nicht zwangsweise von Bedeutung ist f├╝r die Vergesellschaftung verschiedener Arten. Das soll nicht bedeuten, das ich Gaur und Nash├Ârner in einer 500 oder 1000 qm Anlage zusammenhalten w├╝rde. F├╝r solche Arten sollten entsprechend gro├če Anlagen genutzt werden. Auch in gro├čen oder riesigen Anlagen mit den Dimensionen des San Diego Wild Animal Parks kommt es zu Konflikten und Problemen zwischen verschiedenen Tierarten. So mu├čte z.B der Park vor etlichen Jahren die Grevy-Zebras aus der 12 ha gro├čen Ostafrika-Anlage herausnehmen, weil diese nicht nur die in der Anlage lebenden Antilopen attakierten, sondern auch noch gezielt nach den abliegenden Kitzen suchten und diese sofort t├Âteten.Seither leben die Grevys in einer seperaten Anlage. Grevys sind schwer kompatibel mit anderen Arten.Die in der S├╝dafrika-Anlage untergebrachten Bergzebras zeigen dieses Verhalten ├╝brigens nicht und leben auch weiterhin friedlich mit diversen Antilopen,Giraffen,Nash├Ârnern und Kaffernb├╝ffeln zusammen. Die Gaur in der Asien-Anlage leben sehr friedlich mit den anderen Arten zusammen und haben die Nash├Ârner als "rangh├Âchste"Art in der Anlage akzeptiert. Eine gro├če Anlage ist also keine Garantie f├╝r eine konfliktfreie Vergesellschaftung. In den 50 iger Jahren hatte Frankfurt auf seiner Giraffen-Anlage zus├Ątzlich Thomsongazellen und Elenantilopen. Obwohl die Anlage ja relativ gro├č bemessen ist, kam zu erheblichen Problemen unter den drei Arten. Der Gazellenbock attakierte sowohl die Giraffen, als auch den Elenbullen und verletzte diesen und den Giraffenbullen durch Hornst├Â├če in die Beine. Die Angriffe begann stets der Gazellenbock, denn die B├Âcke der meisten Gazellenarten sind Streithammel und Raufbolde, die fast immer die gro├čen Arten angreifen, ├Ąhnlich wie kleine Hunde stets gro├če Hunde anbellen. Ein Elen oder Kudubulle k├Ąme nie auf die"Idee", einen Thommybock anzugreifen. Jedenfalls wurde der Tommybock vom Elenbullen verletzt und wurde aus der Anlage herausgenommen. Nachdem er genesen war, ging das Spiel von vorne los und die Haltung von Thomsongazellen wurde beendet. Der Versuch, Thomsongazellen Jahre sp├Ąter mit den Blesb├Âcken bzw. den Rappenantilopen zu vergesellschaften, scheiterte ebenso, trotz der gro├čen Anlage. Auch zwischen dem Elenbullen und dem Giraffenbullen kam es zu ernsthaften Auseinandersetzungen, die der Elenbulle mit seinem Leben bezahlte. Danach wurden auch die Elen aus der Anlage genommen. Aber genau solche Unf├Ąlle k├Ânnen jederzeit auch im San Diego Wild Animal Park passieren.

Zu den Gauren. Ich habe schon mit Gauren zu tun gehabt, wenn auch nur wenige Monate. Dabei zeigte sich, das diese auch nicht unbedingt aggressiver sind als Bantengs. Nat├╝rlich w├╝rde kein normaler Pfleger bei Gauren auf die Anlage gehen, das w├╝rde ich z.B auch nicht bei Bantengs tun, denn gerade Bantengbullen darf man nicht untersch├Ązen. Es kommt aber auch immer auf die Tiere selbst an. In einem deutschen Zoo gehen die Pfleger zu den Rotb├╝ffeln auf die Anlage...In M├╝nchen aber gehen die Pfleger nicht einmal zu den (Haus)Yaks raus, weil die Tiere sehr angriffslustig sind. Ich habe eine Yakgruppe mit zwei Bullen, einer davon eine Handaufzucht, betreut. Die Tiere waren lammfromm. Nur die Handaufzucht hat sich einmal mit mit angelegt und dabei den K├╝rzern gezogen. Danach hatte ich nie wieder ein Problem mit dem Tier, daf├╝r aber ein anderer Kollege, der von ihm erwischt wurde. Gaure sind durchaus vergesellschaftungsf├Ąhig. Ich k├Ânnte mir z.B die N├╝rnberger Asienanlage mit Gauren vorstellen, allerdings ohne die Nilgau. Das w├╝rde nicht gut gehen. Aber mit Axishirschen und Hirschziegenantilpen zusammen sehe ich keine Probleme. Die Tiere sind zu flink f├╝r die schweren Gaure, die in diesen Winzlingen auch keine Bedrohung sehen. Gro├če Asthaufen, ├Ąhnlich wie in M├╝nchen, oder kleine Seitengehege f├╝r die kleinen Arten als R├╝ckzugsm├Âglichkeit sollten aber schon vorhanden sein.
(10.03.2008, 17:46)
Michael Mettler:   Genau damit leitete ich meinen Beitrag ein :-)
(20.01.2008, 15:42)
IP66:   Bei den H├Ąngebauchschweinen soll es eine ├Ąhnliche Entwicklung gegeben haben.
(20.01.2008, 14:51)
Michael Mettler:   Nicht nur H├Ąngebauchschweine, sondern auch Zwergzebus sind im Laufe der Zoogeschichte durch (zu) reichhaltige Ern├Ąhrung deutlich gr├Â├čer geworden. Das beigef├╝gte Foto aus Ludwig Hecks Buch "Lebendige Bilder aus dem Reiche der Tiere" (1899) zeigt einen "alten, ausgewachsenen Bullen"! Im Text erw├Ąhnt Heck, dass sich die gertenschlank importierten Zwergzebus im Zoo schnell einen unansehnlichen Tonnenbauch anfressen und ihre urspr├╝ngliche Eleganz verlieren; die Nachzucht dieser Tiere "w├Ąchst diesen oft derart ├╝ber den Kopf, dass man sie kaum mehr mit gutem Gewissen als Zwergzebus zum Verkaufe anbieten kann." Originaltiere wurde vor leichte Kutschen gespannt, konnten mit jedem Pony wetteifern und "weite Strecken in unvermindert scharfer Gangart" zur├╝cklegen. Wenn man das liest, d├╝rfte man die heutigen Zoo-Zwergzebus eigentlich gar nicht mehr zur selben Rasse z├Ąhlen.
(19.01.2008, 17:28)
Michael Mettler:   @MA: Bin zwar kein Techniker, aber die Bilddatei k├Ânnte zu gro├č sein (├╝ber 2 MB).
(21.12.2007, 14:21)
Michael Amend:   @MM. Stimmt, M├╝nster hatte ich vergessen. Der unten abgebildete Schlammb├╝ffel ist durch den Schlamm so gut getarnt, das man ihn nicht sieht ! Kann mir mal ein Techniker erkl├Ąren, warum ich die Digitalbilder meines Bruders hier nicht hochladen kann ? Ist da ein Kopierschutz drin, oder was ?
(21.12.2007, 12:55)
Michael Mettler:   @MA: M├╝nchen stimmt, und zus├Ątzlich w├╝sste ich noch M├╝nster (links neben dem Afrikapanorama) - von dort habe ich noch Aufnahmen.
(20.12.2007, 22:03)
Michael Amend:   Hier noch ein Schlammb├╝ffel aus S├╝dafrika, von meinem Bruderherz fotografiert, der es vorzieht, sich Huftiere ind er Natur anzusehen, ich dagegen schaue mir sie mir in Zoos an....
(20.12.2007, 19:18)
Michael Amend:   Anbei ein Prachtkerl aus San Diego...So toll ist wie der Kalifornier ist der Hannoveranner Bulle nicht...
Wie sah es denn mit Kaffernb├╝ffeln in deutschen Zoos nach 1945 aus ? An ehemaligen Haltern fallen mir Zoo Berlin und Neuwied ein, ich glaube, M├╝nchen m├╝├čte ebenfalls Kaffernb├╝ffel gehabt haben, mehr fallen mir jetzt nicht ein.
(20.12.2007, 19:13)
Michael Amend:   Lieber die Tiere um den halben Erdball transportieren,als zu schlachten, und das w├Ąre f├╝r manche Zoos die preiswertere Option gewesen, Beispiel Wei├čschwanzgnus Zoo Berlin....
(06.12.2007, 18:19)
Michael Mettler:   @IP66: F├╝r die Transportkosten d├╝rfte wohl der Empf├Ąnger aufkommen, und der w├╝rde kaum stattdessen eine neue B├╝ffelanlage in Hannover finanzieren...
(06.12.2007, 10:37)
IP66:   Habe ich das richtig verstanden? Man transportiert die Kaffernb├╝ffel lieber um den halben Erdball, als mit den Mitteln, die man f├╝r den Transport aufbringt, in der Afrikaabteilung eine entsprechende Unterbringung zu erstellen?
(06.12.2007, 10:26)
Tim Sagorski:   @ MM :

Ja, mindestens f├╝r ne 12-k├Âpfige Herde... ;o)
(06.12.2007, 09:56)
Michael Mettler:   @Tim Sagorski: In Dortmund w├Ąren doch noch Boxen bei den Nash├Ârnern frei :-)
(06.12.2007, 09:20)
Tim Sagorski:   Na ja, das heisst, dass es Kaffernb├╝ffel in Deutschland bald nur noch in Berlin und N├╝rnberg gibt, oder ? Schade drum...
(06.12.2007, 07:43)
Michael Mettler:   Nach einer Bemerkung in der neuesten Ausgabe des hannoverschen ZOOFREUND zu urteilen, ziehen die beiden Kaffernb├╝ffel des Zoos, deren Anlage demn├Ąchst dem Bau von Yukon Bay weichen wird, in K├╝rze nach S├╝dafrika um.
(05.12.2007, 17:10)
Karsten Vick:   Erg├Ąnzend zum Zuchtbuch: unter 9. gibt es eine alphabetische Liste aller Anfangsbuchstaben-Kombinationen (Karlsruhe darf sich Namen mit XA ausdenken!). Und im 2004er ZB gibt es eine komplette Bestandsliste aller lebenden Zoowisente.
@Okapi: Bison x Wisent gibt es im Zuchtbuch mit Sicherheit nicht mehr, Kaukasus x Flachlandwisent gibt es, aber das bisschen Kaukasierblut kann man vernachl├Ąssigen.
(16.03.2007, 17:07)
Okapi:   Wow!
Also bedeutet das: Alle Reinbl├╝tig. Obwohl fr├╝her viel rein gemischt wurde.
Oder hab ich das falsch verstanden?
(16.03.2007, 13:35)
Karsten Vick:   Volltreffer! Da gibt es das Zuchtbuch online:
http://www.bpn.com.pl/ksiega_rodowodowa/ksiega_2003.htm
Unter 2. findet man eine Liste der Halter mit den jeweiligen Namensanfangsbuchstaben. Und neben PO und PL geh├Ârt auch KA zu den reinbl├╝tigen Flachlandwisenten aus Polen. Die kaukasusbl├╝tige Linie PU scheint dagegen gar nicht mehr zu existieren, sie wurde in den 50ern aus Bialowieza verbannt. Nachkommen davon gibt es jedoch noch; u. a. kamen die Gr├╝ndertiere auf dem Damerower Werder Pumik, Puella, Puginal, Pustlik, Pustonka von da.
(16.03.2007, 12:14)
Carsten:   Bialowieza hat eine eigene Internetseite, sogar auf Deutsch, vielleicht ist da was zu finden...

http://www.bpn.com.pl/index.htm
(16.03.2007, 11:34)
Michael Mettler:   Die KA-Tiere waren in Bialowieza geboren, Karlsruhe scheidet also als M├Âglichkeit aus.
(16.03.2007, 08:47)
Carsten:   Wei├č zwar nicht, ob die Wisente haben / hatten, spontan w├╝rde mir da Karlsruhe oder Kattowitz einfallen zu KA
(15.03.2007, 21:54)
Karsten Vick:   Mich w├╝rde interessieren, wo die KA-Tiere geboren wurden. Oder gilt die Namensregel nicht in der "freien Wildbahn" von Bialowieza?
(15.03.2007, 20:20)
Michael Mettler:   Ah ja... Wer wei├č, welch interessante Geschichte hinter dieser Umbenennung steckt :-) In Springe mussten die dort geborenen Wisente ja einen Namen mit "Sp" bekommen, und mangels gro├čer Auswahl gab es dort sogar schon ein Tier namens "Spucke"...
(15.03.2007, 19:59)
Karsten Vick:   Und Iwan ist der selbe wie Bernstein (=Zuchtbuchname, BE= Zoo Berlin).
(15.03.2007, 19:46)
Michael Mettler:   Das Wisentgehege Springe wurde 1928 gegr├╝ndet und war urspr├╝nglich tats├Ąchlich nur ein Zuchtgatter f├╝r Wisente; zum Wildpark entwickelte es sich erst sp├Ąter. M.W. hatte Lutz Heck gro├čen Einfluss bei der Gr├╝ndung und stellte einen Berliner Wisentbullen namens Iwan zur Verf├╝gung (vielleicht kamen die mit Iwan verpaarten Bisonk├╝he ebenfalls von dort). Iwan war auch noch Zuchtbulle, als aus Boitzenburg die reinbl├╝tigen Wisentk├╝he nach Springe gelangten und war somit der Stammvater auch der reinbl├╝tigen Wisentzucht in Springe.
(15.03.2007, 16:27)
?:   Gut m├Âglich , Hermann G├Âring hat sich ja sehr f├╝r den Erhalt des Wisents stark gemacht, er war ja leidenschaftlicher J├Ąger und diese achten ja schon darauf, das sie immer etwas zum Abknallen haben. Geht die Gr├╝ndung des Wildgeheges Schorfheide nicht sogar auf eine Initiative G├Ârings hervor ?
(15.03.2007, 15:10)
IP66:   @WolfDrei Geht damit die gesamte Kaukasus-Bl├╝tigkeit unserer Wisente auf diesen "hamburger" Stier zur├╝ck? Vielleicht ist das Wirrwarr auch deshalb so gro├č, weil die Art recht gut z├╝chtetund in keiner Reinderallee des 19. Jahrhdunerts gefehlt hat. Schlie├člich habe ich den Eindruck, das manches Wisentgehege auch ein Kind der NS-Zeit ist - Springe auch???
(15.03.2007, 15:06)
Michael Mettler:   Laut einem Parkf├╝hrer aus Springe von 1983 kamen 1977 zwei "in freier Wildbahn" geborene Wisente namens Kalvados und Kamina (den Namen nach wohl 1,1) aus Bialoviecza nach Springe, um eine neue Zuchtherde zu begr├╝nden. Aus dem gleichen Ursprung folgten 1982 zwei weitere Tiere Kapral und Pozytywka (wieder 1,1?). Ob diese Tiere unter sich blieben oder mit dem Altbestand verkreuzt wurden, geht aus dem Text nicht hervor, jedoch war ein Kalvados-Sohn 1983 "Leitstier in der gro├čen Herde" - das spricht f├╝r letztere Variante.

Geht denn der polnische Wildbestand ebenfalls auf Boitzenburg zur├╝ck? Laut Parkf├╝hrer wurden die Bison-Wisent-Mischlinge 1935 in die Schorfheide "und an andere Stellen" abgegeben.
(15.03.2007, 12:25)
WolfDrei:   Zum "Kaukasusblut": So um 1905 ist der Stier "Kaukasus" nach Hamburg gekommen und hat ├╝ber seinen Sohn Hagen das "Fremdblut" hineingebracht- der war n├Ąmlich sehr "erfolgreich", speziell , als er nach Polen kam und sogar damit die Gefahr der gesamten Mischerbigkeit bestand. Ein Bild von "Kaukasus" ist im Buch von E. Mohr enthalten. Er ist auch der einzige K-Wisent in Gefangenschaft geblieben.
(15.03.2007, 10:58)
IP66:   Mich ├╝berrascht, da├č man die Ausgangstiere der Wisentzucht nicht kennt - waren es denn so viele?
(15.03.2007, 10:37)
Ingo Rossi:   Ja, das Heft "Der Wisent" von E.Mohr (Neue Brehm-B├╝cherei) behandelt das Thema recht ausf├╝hrlich. Allerdings ist es ein Nachdruck von 1952, da enden dann auch die Informationen.
(15.03.2007, 09:56)
Karsten Vick:   @Michael: Diese Weisheiten hab ich aus dem kleinen B├╝chlein "Wisentinseln" von Fritz Gottschalk. Da gehts haupts├Ąchlich um den Damerower Werder, aber die Wisentgeschichte von der Eiszeit bis heute ist da auch wunderbar drin.
Demnach begann Springe 1928 mit der Verdr├Ąngungszucht mit dem Flachlandstier Bernstein und 3 Bisonk├╝hen (Deren Nachkommen kamen sp├Ąter in ein Auswilderungsgatter in der Schorfheide, wo sie wahrscheinlich den II. WK nicht ├╝berlebten). 1934 konnten sie Wisentk├╝he (mind. 3 denn 1935 wurden 3 K├Ąlber geboren) aus dem Gehege Boitzenburg in der Mark bekommen, die den Grundstock f├╝r die bis heute bestehende Zucht bilden. Und der Boitzenburger Zuchtstier (vielleicht in der ganzen Wisentzucht nur dieses eine Tier??) war ein Kaukase.
(14.03.2007, 23:22)
Michael Mettler:   Laut Wikipedia haben neuere genetische Studien ergeben, dass die meisten Bisonherden in Amerika Hausrind-Gene aufweisen, die aus Kreuzungsversuchen stammen - die mischbl├╝tigen Tiere sollen optisch nicht von reinbl├╝tigen zu unterscheiden sein. Angeblich sind derzeit ganze 4 absolut reinbl├╝tige Herden in Amerika bekannt, und die Gesamtzahl reinbl├╝tiger Bisons (wohlgemerkt reinbl├╝tig als ART) soll bei nur 12.000 bis 15.000 Tieren liegen. Gefunden unter:
http://en.wikipedia.org/wiki/American_Bison

(14.03.2007, 22:39)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: Die Springer Zucht f├╝hrt Kaukasier-Blut?? Man ist dort doch schon seit Jahrzehnten stolz auf die Reinbl├╝tigkeit der Wisentzucht!

Bei meinem ersten Besuch im Alpenzoo Innsbruck 1981 hing am Wisentgehege ein Schild, laut dem die dortigen Tiere (sinngem├Ą├č) stark kaukasierbl├╝tig gewesen sein sollten, also - passend zum Alpenzoo - "Bergwisente". Da ich danach geschlagene 25 Jahre nicht mehr in Innsbruck war, wei├č ich nicht, wie lange dieser Zuchtstamm bestand - letztes Jahr fand ich jedenfalls keinen entsprechenden Hinweis am Gehege. Und damals fiel mir an den Tieren optisch nichts Besonderes auf, allerdings kannte ich Wisente zu diesem Zeitpunkt - meine ├ära der Zoo-Touren begann gerade erst - auch nur aus Hannover und Springe.
(14.03.2007, 22:21)
Karsten Vick:   Wie ? schon sagte, wurde in der Anfangszeit der Wisenterhaltungszucht aus Mangel an Wisentk├╝hen auch die Verdr├Ąngungskreuzung angewendet. D. h. Bisonk├╝he wurden mit Wisentbullen verpaart und deren Nachwuchs immer wieder mit Wisentbullen, bis das ├äu├čere wieder dem Wisent glich. Das wurde aber nicht lange gemacht, da es schnell wieder ausreichend Wisentk├╝he gab. Die Kreuzungstiere wurden nicht weitergez├╝chtet. U. a. fand das auch in Springe statt. Die nach Ende dieser Zeit in Springe aufgebaute Herde hat auch noch etwas Kaukasier-Blut, das von dort auch in andere Herden ├╝berging.
Es gibt in der "Neuen Brehm-B├╝cherei" eine Wisent-Monografie von Erna Mohr und ich kann mir vorstellen, dass das alles dort ganz ausf├╝hrlich drinsteht.
(14.03.2007, 22:07)
Okapi:   Hmm. Wei├č jemand wo man solche Informationen her bekommen k├Ânnte?
(14.03.2007, 20:41)
Michael Mettler:   Andererseits sollen alle heute lebenden Pr├Ąriebisons eine Melange aus verschiedenen Populationen inklusive Einkreuzung von Waldbisons darstellen, weil man zur damaligen Artrettung alles zusammenbrachte, was noch zu bekommen war - erst sp├Ąter fand man die reinbl├╝tige Restpopulation Waldbisons, auf welche die heutigen Tiere dieser Unterart zur├╝ckgehen.

Meines Wissens wurden Bison-Wisent-Mischlinge damals zur Wiederansiedlung im Kaukasus benutzt (wo der Bergwisent restlos ausgerottet war), aber ich wei├č nicht, ob man die sp├Ąter durch reinbl├╝tige Wisente ersetzte.
(14.03.2007, 19:25)
?:   Bison / Wisentmischlinge gab es zu Beginn der Wisenterhaltungszucht, als es kaum noch Wisente gab und man auf diese Art das Wisentblut erhalten wollte. Sp├Ąter sollte dann aus diesen Mischlingen wieder reinbl├╝tige Wisente gez├╝chtet werden. Genauso hat man es ja auch mit Steinb├Âcken versucht.In den 50 iger und 60 iger Jahren waren reinbl├╝tige Alpensteinb├Âcke in den Zoos eine Rarit├Ąt ! Wie dem auch sei , zum Gl├╝ck war es nicht notwendig , diese Wisent/Bisonmischlinge f├╝r die Zucht zu verwenden und diese Mischzucht wurde wieder aufgegeben.Alle in Gefangenschaft befindlichen Wisente sind meines Wissens nach reinbl├╝tige Flachlandwisente. Pr├Ąrie und Waldbisons wurden in den Zoos ebenfalls gekreuzt. Wo solche Mischlinge gehalten werden wei├č ich nicht, die M├╝nchner Waldbisons sollen jedenfalls reinbl├╝tig sein.
(14.03.2007, 18:23)
Okapi:   Sind die Wisente (europ├Ąische Bisons) und die amerikanischen Bisons in Tierg├Ąrten reinrassig?
Da sie ja uneingeschr├Ąnkt kreuzbar sind.
Wei├č das jemand? Ob in irgendeinem Zoo die gemischt wurden/werden?
(14.03.2007, 17:19)
Niedersachse:   @Michael Mettler: Richtig Aufschluss dar├╝ber kann ich im Zuchtbuch nicht erkennen. In der Auflistung sind alle Anoas zusammen aufgelistet und sie werden auch nicht als Berg- oder Flachlandanoas gekennzeichnet darin. Allerdings wenn ich es im "Aufsatz" im Zuchtbuch richtig verstanden habe, wurde zun├Ąchst wohl nicht darauf geachtet um welche Unterart es sich handelt, u.a. weil man nicht einmal sicher war, ob es mehere Unterarten gibt. Irgendwann hat man dann die Berganoas auf Grund deren Aussehen extra gez├╝chtet. Die Elterntiere der Krefelder Tiere stammen aus dem Zoo Berlin.
Es gibt wohl mehrere Zuchtsst├Ąmme und in jedem Tieflandanoastamm befindet sich wohl auch immer ein wenig Berganoablut.
Die Leipzigertiere sind ingez├╝chtet zum Teil, da zum Beginn der Zucht immer wieder der Vater mit seinen T├Âchtern verpaart wurde oder auch Geschwister miteinander. War aber auch in den anderen Zoos nicht anders. Deshalb gab es wohl auch die vielen Totgeburten.
Als ich w├╝rde die Leipziger Anoas eher als Tieflandanoas bezeichnet, in den wohl auch ein wenig Berganoas eingez├╝chtet worden sind. Das l├Ąsst sich allerdings nicht hundertprozentig aus dem zuchtbuch sagen.
Desweiteren sind sich wohl selbst reine Anoas ├Ąu├čerlich sehr unterschiedlich. Herausgefunden durch Wild-Beobachtungen und in Zoos. Beschrieben unter anderen im Zuchtbuch aber auch im Panthera 1995.
Hoffe ein wenig geholfen zuhaben... bei weiteren Fragen zu den Best├Ąnden, einfach stellen. Die deutschen habe ich eigentl auf dem aktuellen Stand.
(03.02.2007, 18:08)
Michael Mettler:   @Niedersachse: Gibt das Anoa-Zuchtbuch Auskunft dar├╝ber, als WAS die Leipziger Anoas nun klassifiziert werden? Wenn die Krefelder die einzigen Berganoas sein sollen, m├╝sste die Leipziger Linie doch aus Tieflandanoas oder aus Mischlingen bestehen?
(02.02.2007, 21:51)
Kahuna:   Dortmund hatte doch plannen f├╝r gaurs auf die thar-axishirsch gehegen? Wird dort schon was ├Ąndert? Oder haben sie kein geld wegen die problemen mit oranghaus?
(02.02.2007, 17:51)
Okapi:   @Karsten Vick: Vielen Dank. Alles klar. Wei├č auch nicht was da passiert ist, warum der beitrag zwei mal drin ist!
(02.02.2007, 12:09)
Niedersachse:   bei Fragen zu diesem Thema kann ich mit Infos aus dem Anoa-Zuchtbuch dienen. Nach Angaben des Krefelder Zootierarzt Straube, wird es f├╝r die Berganoas in europ├Ąischen Zoos wohl keine Zukunft mehr geben. Die Krefelder Tiere sind alles Vollgeschwister bei denen es noch keine Geburt geschweige denn Paarungsversuche gab.
Als einziger Zoo in Deutschland z├╝chtet Leipzig regelm├Ą├čig
(02.02.2007, 11:19)
Jennifer Weilguni:   @@anoa
Stuttgart hat auch Anoas ..
(01.02.2007, 20:44)
@anoa:   Danke werde ich gleich machen.
(01.02.2007, 20:29)
Karsten Vick:   Guckst du am besten hier:
http://tierbestand.piranho.de/
Diese ├ťbersicht ist inzwischen f├╝r Europa schon sehr umfangreich, wenn nicht gar vollst├Ąndig (bei Anoas).
(01.02.2007, 20:24)
@anoa:   Hallo,
wie ich sehe sind hier Experten da. Ich hab mal 'ne Frage: welche zoos halten eigentlich Anoas? ich wei├č Leipzig, Chemnitz, Berlin...ich glaube auch Krefeld und auch San Diego. Welche gibt es noch in Deutschland?
W├╝rde mich freuen wenn einer von euch mir die Frage beantworten k├Ânnte.
(01.02.2007, 20:18)
Karsten Vick:   @Okapi: Ist dir noch was unklar oder wieso hast du deinen Beitrag noch mal reingestellt? Wir sind ja schon wieder ganz woanders;-)
@Michael: Die langen Ohrfransen werden wohl nicht systematisch relevant sein, aber sie finden sich sowohl beim Prager Tier (Abbildung in Puschmanns Zootierhaltung S├Ąugetiere) als auch bei der Berliner Tierparkkuh Heidi, die von der DDR-Handelsvertretung im Sudan (!) geliefert wurde. Im MILU wird noch extra auf diese Ohrfransen hingewiesen, trotzdem l├Ąuft sie als Kaffernb├╝ffel. Einige ihrer Kindeskinder sind wom├Âglich immer noch in der jetzigen Herde.
(23.01.2007, 22:37)
th.oma.s:   rotb├╝ffel auch traditionell in dresden
(23.01.2007, 18:28)
Michael Mettler:   Dabei hat mich schon immer interessiert, wie sich der Grasb├╝ffel (auch Sudanb├╝ffel, so hie├č er in Antwerpen) als "vermittelnde" Unterart von den WIRKLICHEN Mischlingen aus Rot- und Kaffernb├╝ffel unterscheidet, die rings um die Regenwaldzone in Afrika vorkommen sollen. Denn der Grasb├╝ffel ist m.W. verbreitungsm├Ą├čig auf den Bereich n├Ârdlich der beiden anderen Unterarten begrenzt.

Den Bullen in Antwerpen durfte ich auch noch erleben (der Zoo hatte damals alle drei Unterarten), mich faszinierte an ihm vor allem die enorm lange Ohrbehaarung.
(23.01.2007, 17:27)
WolfDrei:   Und um es komplizierter zu machen: es gibt zwischen den beiden afrikanischen "B├╝ffeln" noch eine ├ťbergangsform, den Grasb├╝ffel (auch als systematische Form!). Ich sah so um 1975 ein Paar in Prag, bei meinem ersten Besuch in Antwerpen(1991) einen Bullen. Sie sehen wirklich wie eine Hybridform aus bez├╝glich Fellf├Ąrbung und Hornstruktur.
(23.01.2007, 15:51)
Okapi:   Schade. Aber Danke.
Die in N├╝rnberg gehaltenen Kaffernb├╝ffel sind meines Wissens (zusammengsucht sehr L├╝ckenhaft ;-)nach Steppenb├╝ffel.
Die in Hannover und Berlin auch? Gibts in Deutschland Waldb├╝ffel in Zoos?

(23.01.2007, 12:00)
Karsten Vick:   Ja, Waldb├╝ffel = Rotb├╝ffel und Steppenb├╝ffel = Kaffernb├╝ffel. Unter diesen Namen sind die letzten paar deutschen Halter in diesem Thread zu finden.
(23.01.2007, 11:53)
nurmicheal:   25 Jahre nat├╝rlich
(23.01.2007, 11:52)
nurmichael:   Wenn mit Waldb├╝ffel die Rotb├╝ffel gemeint sind, dann gab es sie im Zoo Berlin bei meinem letzten Besuch und in den 265 Jahren zuvor.
(23.01.2007, 11:50)
Okapi:   Schade. Aber Danke.
Die in N├╝rnberg gehaltenen Kaffernb├╝ffel sind meines Wissens (zusammengsucht sehr L├╝ckenhaft ;-)nach Steppenb├╝ffel.
Die in Hannover und Berlin auch? Gibts in Deutschland Waldb├╝ffel in Zoos?

(23.01.2007, 11:44)
Shensi-Takin:   Wo man gerade bei Zebus & Gayalen sind: das sind-vergleicht man ├Ąltere Tierf├╝hrer & Bestandstlisten-wie auch die Wasserb├╝ffel mit "Verlierer" im Sinne der Haltungsh├Ąufigkeit-mit wom├Âglicher Ausnahme des Zwergzebus...
(22.01.2007, 19:12)
Michael Mettler:   Gayale oder Nellorezebus w├Ąren eigentlich sch├Âne Tiere f├╝r ZOOM Asien. F├╝r beide k├Ânnte ein zus├Ątzlicher Zuchtstandort nicht schaden, und ein Gehege ├Ąhnlich dem Haustiergehege im ZOOM Afrika d├╝rfte auch nicht die Welt kosten.
(22.01.2007, 18:55)
Langhals:   Oh Gott, wie peinlich, ich hab die mit den Gayalen verwechselt. Tut mir Leid! Die Gayale sind nat├╝rlich noch da, sogar mit Kalb.
(22.01.2007, 17:40)
Karsten Vick:   ALLE Camarguerinder? Das war mir nie so richtig klar, aber ich hab 2003 in Heidelberg auch keine gesehen.
(22.01.2007, 16:49)
Konstantin Ruske:   Die Camargue- Rinder aus Heidelberg sind schon seit einigen jahren im Zoo Pilsen.
(22.01.2007, 08:50)
Michael Mettler:   @Okapi: Ich hatte das Gaur-Zuchtbuch nur mal leihweise und habe es leider schon vor einer Weile wieder zur├╝ck gegeben.
(21.01.2007, 13:47)
Okapi:   @Michael Mettler: Ich habe gelesen Du hast Zugang zum Zuchtbuch der Gaure. Heute gibt es drei Halter in Deutschland: Berlin, M├╝nster und M├╝nchen. Wie viele Individuen gibt es denn zur Zeit ca. in Europa?
Und steht im offiziellen Zuchtbuch der Gaure (f├╝hrt Zoo Berlin) diese Vermutung ├╝ber Haltungsprobleme usw.?
Denn dann kann ich es f├╝r meine Arbeit verwenden.
(21.01.2007, 11:23)
Oliver Jahn:   Mein letzter Besuch ist bereits 3 Jahre her und da waren sie weg, auch nicht mehr ausgeschildert und in der Bestandsliste des Zoos finde ich sie auch nicht mehr:
http://www.tiergarten-heidelberg.de/Zoo_2006_10.swf
Wo waren sie denn im letzten Jahr? Die Anlage, auf der ich sie kenne, zwischen Trampeltieren und Gayalen, waren sie nicht mal mehr ausgeschildert.
(21.01.2007, 00:01)
Langhals:   Ich war letztes Jahr das letzte Mal in Heidelberg und da waren die Camargue-Rinder noch da.Vielleicht waren sie nur im Stall ?
(20.01.2007, 23:57)
Oliver Jahn:   Wei├č eigentlich jemand, was aus den herrlichen Camargue-Rindern in Heidelberg geworden ist? Eigentlich sollte dieser Themenschwerpunkt Camargue doch in Heidelberg erweitert werden um Pferde und Flamingos.
(20.01.2007, 19:56)
Dirk K:   Es gibt noch immer Heckrinder in Dormagen? Es kam mir immer so vor, als w├╝rden sie immer mehr verschwinden. War allerdings schon lange nicht mehr da.
(20.01.2007, 19:24)
Ronald Masell:   Heckrinder leben auch im
Wildgehege Neandertal.
(20.01.2007, 18:55)
Werner Weyler:   Eine sch├Âne Gruppe Heckrinder, mit einem sehr ansehnlichen Stier, findet man auch im Tiergarten der Stadt Dormagen. Dort werden auch Tarpane gehalten. Dieser kleine Tiergarten und der angrenzende Geopark sind im Wald gelegen, leicht zu erreichen, der Eintritt ist kostenlos.
(20.01.2007, 18:27)
Okapi:   Vielen Dank Karsten Vick.
Ja von der Seite habe ich die Infos. Schade,das es noch so L├╝ckenhaft bin. Finde das so toll!
(20.01.2007, 13:29)
Karsten Vick:   Okapi hat die Heckrindhalter hier gefunden:
http://108007.homepagemodules.de/
Das ist das neueste Projekt von Kowari, Hongabonga & Co., Liste der domestizierten Tiere in Zoos, allerdings noch recht l├╝ckenhaft.
Neum├╝nster sollte eigentlich noch aktuell sein, Warder, Naturerlebnispark Gristow usw.
Und, Okapi um deine Frage zu beantworten, URSPR├ťNGLICH kamen die alle aus M├╝nchen. Denn nur die M├╝nchener Herde ├╝berlebte den Krieg. Und die Tiere waren aus anderen Rassen zusammengekreuzt als die Berliner. Aber nach dem II. Weltkrieg gab es bald schon andere Z├╝chter, die die Rasse weiter verbreiteten.
(19.01.2007, 16:28)
Michael Mettler:   Ja, der Name "Heckrind" wurde eingef├╝hrt, weil "Auerochsen-R├╝ckz├╝chtung" inhaltlich nicht zutrifft; es ist ja nicht der Auerochse dadurch "auferstanden", sondern es wurde lediglich eine Rinderrasse herausgez├╝chtet, die ihm im Erscheinungsbild ├Ąhnelt.

Heckrinder d├╝rften viel weiter in ├Âffentlichen Tierhaltungen verbreitet sein; ich w├╝sste spontan noch den Tierpark Sababurg. Neum├╝nster hatte fr├╝her ebenfalls welche, da bin ich aber nicht auf aktuellem Stand.
(19.01.2007, 15:48)
Hannes:   Sind Heckrinder die "R├╝ckz├╝chtungen" des Ur?
Wenn ja dann giibt es die doch in dirversen Wildparks.
Ladbergen z.B.
(19.01.2007, 14:22)
Okapi:   Hab gefunden welche Tierg├Ąrten Heckrinder halten: M├╝nchen, Gro├č Sch├Ânebeck, Stralsund und Cleebronn.
Nur 4 deutsche Haltungen?

Woher kommen die alle? Alle aus M├╝nchen?
(19.01.2007, 13:51)
Okapi:   H├Ątte da eine Frage: Die Heckrinder wurden ja in M├╝nchen und Berlin gez├╝chtet. Die Berliner Linie ├╝berlebte den II. Weltkrieg nicht. Mittlerweile halten viele Zoos Heckrinder.
- Stammen die alle aus der M├╝nchner Linie?
- Welche deutschen Tierg├Ąrten halten Heckrinder?

Konnte leider auf der Seite: http://87012.homepagemodules.de/ nicht f├╝ndig werden.
(19.01.2007, 13:44)
Jakub:   Bitte, ich wollte wissen, wo in Europa sind die Berganoas gehalten. Meine ich Krefeld, Decin ( Tschechien ) und auch Berlin? Gibt es noch weitere Gehalter? In Zoo Decin gibt es ein Paar Berganoas, die Tiere stammen aus Krefelderzucht und sind verwandt, deshalb hatten sie Verlusten bei dem Geburt, der letzte geborene Tier hatte offene Bauchh├Âhle. Also das bedeutet, dass alle Tiere in Europa verwandet sind? Im Jahresbericht Zoo Decin ist die Information, dass der Zucht in n├Ąchsten Jahren beendet wird, und ist unrealisch neue Tire zu importieren.Das ist ja sehr Schade, dass diese bedrohte Tieren verschwinden aus europ├Ąischen Zoos..
(26.09.2006, 10:19)
Michael Mettler:   Da die wenigen Gaurhalter nach wie vor zu z├╝chten scheinen, aber dringend weitere Halter gesucht werden, d├╝rfte die Beschaffung das geringste Problem sein.... Im Zuchtbuch ist auch erw├Ąhnt, dass Hagenbeck damals bislang vergeblich einen Abnehmer f├╝r seine Zuchtgruppe fand.

Spannender finde ich, wie der nach der Schilderung im Zuchtbuch f├╝r die Haltung notwendige "Hochsicherheitstrakt" in Dortmund umgesetzt werden wird. Jedenfalls kann man sie nicht einfach in einen Axis-Stall stecken!
(18.05.2006, 00:00)
IP66:   Woher sollen denn eigentlich die Gaure stammen, die man in Dortmund lobenswerter Weise zu halten beabsichtigt?
(18.05.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Neben einem Nashorn-Zuchtbuch (siehe dortiger Thread) habe ich derzeit auch das Zuchtbuch f├╝r den Gaur per 1.1.99 als Leihgabe liegen. Auch hier gilt, dass das Datum zwar nicht aktuell ist, aber trotzdem bemerkenswerte Infos zu finden sind.

So gab es zum genannten Stichtag ganze 12 Gaur-Halter mit insgesamt 47 Tieren in Europa, darunter sogar ein spanischer Circus (mit 1,0)! Mindestens zwei dieser Haltungen bestehen inzwischen nicht mehr: Hagenbeck und Zwartberg/Belgien. Die weiteren waren Kopenhagen, Berlin, M├╝nchen, M├╝nster, Safaripark Serranova/Italien (mir v├Âllig unbekannt), Lissabon, Whipsnade, Port Lympne, Valladolid/Spanien und der besagte Circus Mariano Carninalli/Spanien. Sowohl die spanischen als auch die Lissaboner Gaur sind Unterartbastarde, die ├╝brigen reine Vorderinder (Bos gaurus gaurus) - aufgrund der geringen Population alle nahe miteinander verwandt.

Im Vorwort ├Ąu├čert der Zuchtbuchf├╝hrer die Vermutung, dass die meisten Zoos von der Gaur-Haltung Abstand nehmen, weil einem f├╝r den Normalbesucher geringen Schauwert ein hoher baulicher und damit finanzieller Aufwand entgegen steht: Die Stallungen m├╝ssen sehr gro├č, enorm stabil und beheizt, die Au├čenanlagen ebenfalls sehr gut gesichert sein. Empfohlen wird eine Zaunh├Âhe von mindestens (!) zwei Metern; Elektrozaun kommt nicht in Frage, da er von den Gaur im Fall einer Panik ignoriert wird. Und dank der Schwimm- und Sprungf├Ąhigkeiten der Gaur m├╝ssen auch Gr├Ąben sehr viel aufw├Ąndiger gestaltet werden als bei anderen Gro├čtieren. Ich vermute: Wer SO bauen muss, setzt sich dann doch lieber Nash├Ârner ins Gehege, die sind wenigstens beliebt beim Publikum....
(17.05.2006, 00:00)
IP66:   Ich bin eigentlich ganz fr├╝h ├╝ber die L├Âsung in Dortmund: Die Axishirsche "geh├Âren" ja auf die Indienanlage, Thare und Haustierzoo (Ziegen) ergeben einen didaktischen Vergleich in Sachen "B├Âcke", und wenn die Rothunde dann das einzige Opfer der Gaure sind, macht die Umstellung im rinderarmen NRW doch Sinn - wenn denn der Stall h├Ąlt.
(15.05.2006, 00:00)
th.oma.s:   dresden hat, gott sei dank,doch ein bantengjungbullen aus m├╝nchen zur fortf├╝hrung der zuchtgruppe erhalten...
(13.05.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Osnabr├╝ck ist inzwischen "rinderfrei": Die Yaks mussten weichen, weil aus ihrem Waldgehege eine neue Wolfsanlage gemacht wurde; die Watussirinder, weil ihre Anlage nunmehr Baustelle f├╝r die Nashorn-Erweiterung ist.
(12.05.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Sven: Die Tahre in Kronberg mussten seinerzeit dem Bau des ersten Afrikateils (Nyalas, Schabrackenhy├Ąnen usw.) weichen.
(17.04.2006, 00:00)
cajun:   Zur Beruhigung der Gem├╝ter: :-)

Die Thare werden das ehemalige Vicugna Gehege beziehen. Dieses wird dementsprechend umgestaltet ( z.Zt. sind dort provisorisch die Skudden untergebracht). Die Axishirsche gehen in die Vergesellschaftung der Nilghau und HZA`s , deren Gehege ja um die ehemalige Schabrackentapir- Anlage erweitert wurde.
├ťbrigens sind die Vicungas auch nicht "weg", sondern auf der von au├čen einsehbaren gro├čen Wiese neben den Rothirschen untergebracht. ├ťbrigens eine Junggesellengruppe....
(17.04.2006, 00:00)
Sven P. Peter:   Kronberg hat keine Tahre mehr? Seit wann?
(17.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Sven: W├╝rde ich nicht drauf wetten bei den Tahren. Kronberg hatte da auch wenig Skrupel - wo sind deren Tahre eigentlich gelandet...?

Mag sein, dass die Axishirsche aus den gro├čen Zoos weichen m├╝ssen. Aber im Gegensatz zu schwierigeren Huftierarten werden sie wahrscheinlich in kleineren Parks eine relativ gesicherte Zukunft haben.
(17.04.2006, 00:00)
Sven P. Peter:   Fast ├╝berall weichen die Axishirsche ja auch schon so den Vietnam Sikas, wobei eine Gemeinschaftshaltung von Gauren und Axishirschen eigentlich funktionieren sollte. Und die Thare bekommen sicher einen neuen Stabdort im Park, solche doch eher seltenen Tiere werden nicht mir nichts dir nichts abgegeben.
(17.04.2006, 00:00)
IP66:   Wo sollen die Gaure denn herkommen? Gibt M├╝nster auf? Und wo sollen Axishirsche und Thare dann hin? Axirhirsche waren schon die Opfer des neuen Flu├čdelphinhauses in Duisburg, und Thare gibt es in NRW au├čerhalb Dortmunds doch gar nicht.
(17.04.2006, 00:00)
cajun:   In Dortmund ist eine neue Rinderanlage f├╝r Gaur geplant. Sie umfasst den bisherigen Teil der Anlagen der Axishirsche, der Hornraben und der Thare.
(11.04.2006, 00:00)
Zoosammler:   Was f├╝r ein unsch├Âner Tippfehler, aber immerhin nicht "Feger", denn der Tierpflegerberuf umfasst ja vieles mehr als Gehegesaubermachen und ist sicherlich einer, der hohe Qualifikation voraussetzt. Also denke sich jeder ein "l" hinter das "Pf".
(15.02.2006, 00:00)
Zoosammler:   Dort werden sie sogar von den Pfegern beritten, das war unl├Ąngst im "NDR Tiergarten" zu sehen.
(15.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Zur├╝ck zu den Rindern: Europ├Ąische Wasserb├╝ffel gibts noch im Wildpark L├╝neburger Heide.
(15.02.2006, 00:00)
Sven P. Peter:   Am Schild steht Eurasischer Luchs... sehen aber aus wie die "Nordluchse" aus Wuppertal bzw. wie die "Altai-Luchse" aus Berlin.
(13.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Sind die M├╝nsteraner Luchse nicht Sibirer...?
(13.02.2006, 00:00)
IP66:   @Ollo Vielen Dank f├╝r die Wisent-Liste. Auch wenn noch der ein oder andere Park ausf├Ąllt - ich sollte dergleichen kleinere Haltungen ├Âfter besuchen, dann w├╝rde ich auch mehr Wisente sehen. Es ist allerdings ein wenig schade, wenn in M├╝nster, das einmal al
(13.02.2006, 00:00)
Masta:   Vielen Dank f├╝r die Infos
(12.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Der K├Âlner Zoo versucht im Rahmen seines Ungarnprojektes in Pentezug, die bereits vorhandenen "Auerochsen-R├╝ckz├╝chtungen" (inzwischen nach den Erz├╝chtern Heck-Rinder genannt) durch neue Einkreuzungen anderer Hausrindrassen zu "verbessern". So sollen Riesenrassen wie Chianina die K├Ârpergr├Â├če des Vorfahren bringen, Watussirinder die Wuchtigkeit der H├Ârner usw. Bleibt abzuwarten, ob es gelingt - interessant ist der Versuch allemal.
(12.02.2006, 00:00)
Masta:   Ich weiss zwar nicht ob das jetzt zum Thema passt, aber ich wollte keinen neuen thread aufmachen. Habt ihr eigentlich neue Info┬┤s ├╝ber die R├╝ckz├╝chtung des Auerochsen ?
In einem oder mehreren deutschen Zoos/Parks wird ja versucht die alte eurp├Ąische rinderart r├╝ckzu z├╝chten
(12.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   ...wenn man sie als eigene Art gelten l├Ąsst, was nicht alle Systematiker tun. Dann n├Ąmlich w├╝rde B. depressicornis als Artname f├╝r beide gelten.
(11.02.2006, 00:00)
Niels:   Leipzig bezeichnet seine Tiere mit Bubalus depressicornis. Das ist der lateinische Name nur f├╝r Tieflandanoas. Berganoas sind hingegen Bubalus quarlesi.
(11.02.2006, 00:00)
Niels:   Noch ein Nachtrag zu Chemnitz sie haben laut Jahresbericht 2004 3,1 Anoas und jetzt kommt der Hammer, sie wollen nicht mehr z├╝chten aus Platzmangel! (Quelle: http://www-user.tu-chemnitz.de/~repe/gr4d.html)
Das bedeutet sie werden ihre Bullen nicht los. 1996 hatten sie noch 1,1 Anoas.
(11.02.2006, 00:00)
Niels:   Tut mir furchtbar leid, ich habe nicht herausgefunden, woher die Chemnitzer Anoas stammen. Im Netz, im Zoof├╝hrer und am Gehegeschild, weisen sie immer darauf hin, das es sich um Tieflandanoa handelt. Sie leben mindestens seit 1996 in Chemnitz, und haben auch f├╝r Nachwuchs gesorgt (mindestens einmal 1998).
Der Zuchtbuchf├╝hrer Leipzig, z├Ąhlt bei der Pressemitteilung zur Geburt des 56. Anoakalbes in Leipzig 2003 f├╝nf deutsche Zoos auf, die Anoas halten.
"Weltweit leben 130 Tiere in 35 Zoos, in Deutschland nur in Stuttgart, Krefeld, Zoo Berlin, Chemnitz und Leipzig."
Ich denke daran hat sich nichts ge├Ąndert.
(11.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Niels: Ich nehme an, dass die Chemnitzer Anoas auf die Leipziger Zucht zur├╝ckgehen? Ist diese Linie denn inzwischen definitiv als Tieflandanoa bestimmt? Eigentlich war sie n├Ąmlich nie richtig einzuordnen, weswegen auf den Gehegeschildern in den verschied
(11.02.2006, 00:00)
Ollo:   Der Tierpark Stadt Haag (├ľsterreich) scheint sich ein wenig auf Rinder spezialisiert zu haben. Laut Netzseite gibt es sechs, sieben Formen, aber nichts Besonderes.
(10.02.2006, 00:00)
Niels:   Bei euren Auflistungen von Anoas habt ihr immer die Tiere in Chemnitz vergessen! (Tieflandanoa)
(10.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Werden ├╝berz├Ąhlige Wisente nicht schon l├Ąngst geschlachtet...?
(10.02.2006, 00:00)
th.oma.s:   die wisente... m├╝├čten eigentlich in deutschland langsam wieder an die frische luft...wenn man das werk der retter fortsetzen und die art wirklich erhalten will... gibt doch inzwischen genug ausreichend gro├če naturschutz-gebiete im vaterland
(10.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Dann sind die entweder in einem anderen Park eingestellt und geh├Âren noch dem Zoo, oder sie leben auf einem der Au├čengel├Ąnde mit Przewalskipferden. Im Zoo selbst sind jedenfalls schon lange keine mehr.
(10.02.2006, 00:00)
Ollo:   Am 31.12.02 waren dort noch 0,7.
(10.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Wisente sind im K├Âlner Zoo schon lange Geschichte!
(10.02.2006, 00:00)
Ollo:   Nee, ich meinte den Zoo. Dann sind sie dort wohl vor kurzem rausgeflogen.
(10.02.2006, 00:00)
Dirk K:   Im K├Âlner Zoo werden Bisons gehalten, keine Wisente. Oder meinst du irgendeinen Wildpark oder so, den ich nicht kenne?
(10.02.2006, 00:00)
Ollo:   M├╝├čten ca. 450 Tiere sein. Im Sauerland sollen ja demn├Ąchst welche ausgesetzt werden.
(10.02.2006, 00:00)
Ollo:   @IP66
Wisente m├╝├čte es in Deutschland in folgenden Orten geben:
Ahaus, Bad Bentheim, Bad Marienberg, Bad Orb, Bayrischer Wald Gehegezone, Berlin Tierpark, Berlin Zoo, Bernburg, Bielefeld, Chemnitz, Cottbus, Damerower Werder, Damp, Duisburg, Eberswalde, Ed
(10.02.2006, 00:00)
IP66:   Aus M├╝nster wird ein Auslaufenlassen der Wisenthaltung gemeldet, in Dortmund mu├čte die Art dem neuen Urwaldhaus weichen - wie sieht es mit dem Bestand des Wiesent denn allgemein aus? Die Art ist f├╝r die meisten Wildparks doch auch zu gro├č und gef├Ąhrlich.
(10.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Im Zoof├╝hrer werden die M├╝nsteraner Kaffernb├╝ffel letztmals 1986 erw├Ąhnt.
(29.01.2006, 00:00)
Bernhard:   @Michael Mettler, bis wann wurden in M├╝nster Kaffernb├╝ffel gehalten? bei meinem ersten Besuch 1989 wurden in der heutigen Gaur-Anlage Kamel gehalten, daneben Davidshirsche, bereits 1992 waren dann die Gaur da und die Kamel sind in das Davishirschgehege ge
(29.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   ...Erg├Ąnzung, da ich gerade den 1974er (und damit ersten) Allwetterzoof├╝hrer in der Hand hatte: Au├čer Kaffernb├╝ffeln und Kamelen standen damals in dieser Zoo-Ecke noch Yaks und Ungarische Steppenrinder.
(27.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   M├╝nster hatte vor den Gaur Kaffernb├╝ffel.
(27.01.2006, 00:00)
hannes:   was f├╝r tiere waren eigentlich vorher auf der gaur anlage in m├╝nster?
(27.01.2006, 00:00)
Dani Wismer:   Hallo Zoofreunde
Die Yakbilder von Michael Mettler sind jetzt unter www.yaks.ch zu sehen.Sollte etwas nicht stimmen (Daten etc.) , bitte sofor unter info @yaks.ch melden!
(25.01.2006, 00:00)
Werner Weyler:   Ein wirklich sehr interessantes Thema, aber nur wenige Freunde findet man f├╝r die B├╝ffel/Rinder.
Meiner Ansicht nach werden diese Formen nicht ausreichend gepflegt, wie auch Antilopen, Hirsche, etc.

Meine gr├Â├čte Sehnsucht geht zum Kouprey, oder Kambodscha- B├╝ffel. Wilhelm Eigener hat ihn dargestellt in einem meiner ersten Tierb├╝cher. Untypisch ist die Halswamme f├╝r Wildrinder, aber ein demestiziertes Tier w├Ąre uns garantiert schon mal vor die Augen gekommen. Ich hoffe immer noch, dass ich dieses Tier mal wirklich sehe. Woher hat Wilhelm Eigener seine Informationen/ Anschauung gehabt?

Sehr gerne w├╝rde ich auch mal einen Wildyak in natura sehen. Die im Museum St. Petersbug ausgestellten Pr├Ąparate lassen den Schluss zu, dass die Wildform wesentlich gr├Â├čer und kr├Ąftiger ist ( kennen wir ja von anderen Arten ). Es sind sehr gro├če und starke Tiere, denen der Fellbehang fehlte ( vermutlich Sommerfell ) und sie d├╝rften ihre domestizierte Formen als Zwerge erscheinen lassen.

Zum Tamarau f├Ąllt mir noch ein, fast h├Ątte es ein Vertreter der Art nach Amerika geschafft und dennoch musste dies Tier vor dem Einlaufen in den Hafen New York get├Âtet und entsorgt werden.

Ich denke, dass wir es hier mit Arten zu tun haben, wor├╝ber wir nur reden k├Ânnen, sehen werden wir sie wohl nie !!

(22.01.2006, 00:00)
Dirk K:   In Krefeld gibt es jetzt wohl noch 3 Anoas. Sie sind jedoch alle in Krefeld geboren und Geschwister. Die beiden Zuchttiere sind jetzt beide tot.
(21.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Das Harzer Rind gibt es noch in Essehof.
(18.01.2006, 00:00)
IP66:   In Krefeld gab es immer braune und fast schwarze Anoas nebeneinander. Das heute nich vorhandene Tier ist sehr klein, und ich habe immer den Eindruck gehabt, da├č die berliner und leipziger Anoas deutlich gr├Â├čer waren.
(18.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   ...zu schnell auf "einf├╝gen" gedr├╝ckt....

Die Heck-Rinder = "Auerochsen" wurden von den Gebr├╝dern Heck in Berlin und M├╝nchen in zwei v├Âllig voneinander getrennten Linien und mit sehr unterschiedlichen Ausgangstieren erz├╝chtet, dennoch sahen die Endergebnisse beider Linien fast identisch aus. Die Berliner Linie gilt als komplett ausgestorben, alle heutigen Heck-Rinder gehen ausschlie├člich auf die Hellabrunner Linie zur├╝ck (sowie in neuester Zeit auf das Kreuzungsprogramm des K├Âlner Zoos in Ungarn).
(18.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Habe zwar meine letzte Warder-Liste noch immer nicht gefunden (oder gar keine geschrieben), aber trotzdem noch was Erg├Ąnzbares:
Oberinntaler Grauvieh in Wien;
Harzer Rind im Familienpark Sottrum (N├Ąhe Salzgitter);
Vogtl├Ąnder Rotvieh in G├Ârlitz;
Vogelsberger Rind in Kronberg.
Wobei die drei letztgenannten Rinder eigentlich keine eigenen Rassen darstellen, sondern "nur" lokale Schl├Ąge des Roten H├Âhenviehs (laut Sambraus, "Atlas der Nutztierrassen").

Dort und in "Nutztiere der Tropen und Subtropen" von Legel habe ich auch mal wegen des Mysore-Zebus nachgeschlagen. Offensichtlich bezeichnet dieser Name nicht eine Rasse, sondern einen "Bautyp", von Legel als "Langhorn-Zebus" bezeichnet. Allen sechs darunter zusammengefassten Rassen sind die langen, nach hinten gerichteten H├Ârner gemeinsam. Eine davon (Hallikar) entstand im Gebiet von Mysore und d├╝rfte dem Typ den Sammelnamen gegeben haben.

Langhorn-Zebus werden fast ausschlie├člich als schnelle und wendige Zugtiere verwendet, die Milchleistung spielt keine wichtige Rolle, das Fleisch ohnehin nicht. Fragt sich, warum man ausgerechnet eine solche Rasse in die hiesige Nutztierzucht eingebracht hat.

Ganz nebenbei habe ich auch noch etwas ├╝ber zwei andere aus deutschen Zoos bekannte Zeburassen gelernt: Beide haben ihren Namen n├Ąmlich nicht aus der Heimat mitgebracht! Die noch im Tierpark Berlin gez├╝chteten Nellore-Zebus hei├čen urspr├╝nglich Ongole, wurden aber bereits im 19. Jahrhundert nach Nord- und S├╝damerika exportiert und bekamen dort die Bezeichnung "Nellore". Und exakt auf die gleiche Weise kam das fr├╝her im Zoo Berlin gehaltenen Gudscharat-Zebu (engl.: Guzerat) zu seinem Namen, in seinem Ursprungsgebiet hei├čt es Kankrej.
(18.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Aber kein Grund, sich zu entschuldigen, ich denke wir lernen hier doch alle was voneinander.
(17.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   ...was beachtlich genug ist, sind diese Tiere doch au├čerhalb Gro├čbritanniens sehr selten!
(17.01.2006, 00:00)
Zoosammler:   Entschuldigen Sie dass, sie haben in der Tat Recht, es waren White Cattles.
(17.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Nach langem Suchen hab ich jetzt die besagte Zeburasse gefunden, die (zumindest vom Aussehen her) in die Zwergzebuzucht eingeflossen ist. Es ist das im BONGO von 1996 abgebildete Mysorezebu. Der dort gezeigte Bulle sieht fast genauso aus wie der auf dem Foto auf der Gr├╝nen Woche und stimmt auch in der Gr├Â├če (1,30 m hinter dem Buckel) genau mit diesem ├╝berein. Das besondere ist die Kopfform: ein eingedellter Nasenr├╝cken (beim Araberpferd w├╝rde man Hechtkopf sagen) und eine extrem fliehende Stirn. Bei den beiden Fotos h├Ąlt der Bulle den Kopf hoch und da ist die Stirn fast waagerecht und diese Linie setzt sich in den H├Ârnern fort. Der Gesamteindruck ist irgendwie zwischen edel und komisch, auf jeden Fall sehr charakteristisch. Kein Wunder, dass mir das Bild auf der Gr├╝nen Woche gleich bekannt vorkam.
Ich bin auch gleich der Berganoa-Spur nachgegangen. 1998 erhielt der Berliner Zoo 1,1 aus Krefeld, 1999 gingen diese in seinen Besitz ├╝ber, danach war nie wieder die Rede von ihnen.
Zu den Dextern: Ich kann mich nur an schwarze erinnern, aber wenn in Hamburg braune waren,dann wirds wohl so sein. Vielleicht gibt es auch schwarz-wei├če, aber auf keinen Fall sind sie gro├č und bullig. Die K├╝he sind doch grad mal h├╝fthoch. Die von Zoosammler erw├Ąhnten k├Ânnten eher Englische Parkrinder (Park White Cattle) oder Belted Galloway sein, obwohl letztere auch nicht doll gro├č sind.
(17.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   In der Leipziger Anoa-Zuchtgruppe gab es auch schon r├Âtlichbraune und fast schwarze Tiere nebeneinander. Angesichts der schon erw├Ąhnten Beobachtungen im Freiland und der offensichtlich fruchtlosen Blutuntersuchungen erhebt sich dann die Frage, ob es sich nicht letztlich um eine monotypische, wenn auch recht variable Art handelt...

Immerhin t├Ąuscht unsere wissenschaftliche Einteilung in Arten und Unterarten dar├╝ber hinweg, dass der Artbildungsprozess in st├Ąndigem Fortgang ist und in manchen F├Ąllen schlichtweg damit beginnt, dass manche Individuen noch innerhalb der Ausgangspopulation z.B. eine andere Fellfarbe, Gr├Â├če, Hornform o.├ä. "entwickeln", die erst durch Fortschreiten des Prozesses zum Unterart- bzw. Artmerkmal (und so weiter) wird.
(17.01.2006, 00:00)
IP66:   Im Zoo in Krefeld war bei meinem letzten Besuch nur noch ein Anoa im Gehege, laut einer Jahresberichtsauskunft, die allerdings auch nicht mehr ganz neu ist, gibt es noch ein Paar im Hausenhof. Da die Nachzuchten, Zuk├Ąufe und Abgaben recht zuverl├Ąssig auf der Internet-Seite des Zoos angezeigt werden und dort von Anoas noch nie die Rede war, d├╝rften es aber auch hinter den Kulissen nicht mehr Tiere geworden sein. Schade eigentlich - ich habe meine ersten Anoas in Krefeld gesehen, und was seltene Arten angeht, hat der Zoo ja auch einen Ruf zu verlieren. Andereseits scheint die Unterarten und Artenfrage ja recht kompliziert zu sein, und die krefelder Tiere sehen ganz anders aus als jene im Zoo Berlin.
(17.01.2006, 00:00)
Sven P. Peter:   Ein Paar hat Hagenbeck ja behalten. Und in Gelsenkirchen ham sie die doch grad "neu"!
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Hilfe, rettet die Ovambo-Ziege!
Mal im Ernst, ich finde diese Rasse ├Ąu├čerst attraktiv. Vielleicht k├Ânnte sich ja der Tierpark Berlin begeistern...
(16.01.2006, 00:00)
Sven P. Peter:   Also alle anderen Europ├Ąischen Haustiere sind noch da. Und von der Owambo Ziege geht man nu auch weg. Statt dessen gibt es nun Zwergziegen.
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Wie, ist Hagenbeck vom Thema "europ├Ąische Haustiere" in der Papageienallee schon wieder weg? Dann h├Ątten sie damals auch gleich die Watussis behalten k├Ânnen.
(Oder wandelt sich Hagenbeck doch noch zum reinen Asien-Park, wie ich ja an anderer Stelle schon mal angesto├čen hatte?)
(16.01.2006, 00:00)
Sven P. Peter:   In Hagenbeck sind inzwischen keine Dexter mehr, sondern Zwergzebus.
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Stefan: Dexter habe ich bisher auch nur bei Hagenbeck gesehen.

@Karsten Vick: ... und meines Wissens gibt es auch braune Dexter - ich meine, bei Hagenbeck BEIDE Farben gesehen zu haben.

@th.oma.s: Ist Santa Gertrudis nicht eine durch Kreuzung von Zebu
(16.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   @th.oma.s: Nein die warens nicht, aber ich kriegs noch raus.
@Zoosammler: Nach der Beschreibung sind das garantiert keine Dexter, denn Dexter ist die kleinste europ├Ąische Rinderrasse, die Bullen sind bestenfalls 1,30m hoch und au├čerdem sind sie schwarz.
(16.01.2006, 00:00)
th.oma.s:   @karsten vick: amerikanische gro├čzebus vielleicht santa gertrudis?
(16.01.2006, 00:00)
Zoosammler:   Laut seiner Internetseite h├Ąlt Lauenbr├╝ck auch Yaks und "Auerochen".
(16.01.2006, 00:00)
Zoosammler:   Im Wildpark Lauenbr├╝ck habe ich gro├če, schwarz-wei├če, bullige, sehr ausgefallen aussehende Rinder gesehen, ich meine, sie waren mit "Dexter" beschildert. K├Ânnte das hinkommen?
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Vom Augenschein her w├╝rde ich die Hodenhagener Tiere ebenfalls als "Normalbisons" einstufen. Andererseits habe ich mal geh├Ârt, dass Waldbisons bei "zu guter" Ern├Ąhrung im Ph├Ąnotyp dem Pr├Ąriebison ├Ąhnlich werden - daher h├Ątte ich keine Wette angenommen.
(16.01.2006, 00:00)
Konstantin Ruske:   Ich denke nicht, das die hodenhagener Tiere wirklich Waldbisons sind, da das noch nie von den noch verbliebenen Haltern erw├Ąhnt wurde. Leipzig hatte die letzten Jahre nicht mehr sehr viel nachzucht, haben Mitte / Ende 90er erst wieder ein Paar Tiere extra dazugeholt, um dann die ganze Gruppe 2003 in den neuen Posener Zoo abzugeben( also auch diese Tiere gingen nicht nach Hodenhagen).
(16.01.2006, 00:00)
Dirk K:   Wie viele Anoas werden eigentlich noch in Krefeld gehalten (bei meinem letzten Besuch sah ich zwei), gibt es vielleicht noch mehr hinter den Kulissen oder im Hausenhof?
Und wird dort eigentlich immer noch gez├╝chtet?
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Hatte ich wohl schon mal gefragt: Wei├č jemand, welche Bison-Unterart Hodenhagen h├Ąlt? Bin eigentlich immer von "normalen" Pr├Ąriebisons ausgegangen. Aber in einem Parkf├╝hrer stand unter dem Sonderthema "Wald" pl├Âtzlich was von Waldbisons (und irgendwohin mussten ja die Nachzuchten aus M├╝nchen, Leipzig und Friedrichsfelde auch gegangen sein). Wer kann helfen?
(16.01.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Also gerade bei Wisent und Bison da gibt es doch wohl sicher unz├Ąhlige Halter auch in kleineren Einrichtungen. Auch Heck-Rinder fallen mir da noch ein im Wildpark Rheing├Ânnheimer W├Ąldchen bei Ludwigshafen. Dann Wild-und Vogelpark Vienrheim bei Mannheim mit Wisent und Bison. Eberwalde mit Wisenten.
(16.01.2006, 00:00)
Konstantin Ruske:   Die Kampfrinder aus Heidelberg sind mitlerweile im Pilsener Zoo.
(16.01.2006, 00:00)
Stefan:   H├Ąlt irgendwer Dexter-Rinder?
Vor einigen Jahren sah ich diese irisch Rinderrasse bei Hagenbeck.
Wie sieht es Camargue-Rindern aus?
Wurden die nicht mal in Heidelberg gehalten?
(16.01.2006, 00:00)
Konstantin Ruske:   da aber zumindest jetzt noch Gras auf den Kamelwiesen w├Ąchst, kommen dort keine Tiere mit drauf, die den Rasen zu sehr zertreten ( denn das ist auch das nicht ganz gl├╝ckliche an der jetztigen Unterbringung: der Boden ist so weich, das die Yaks bei feuchtem Wetter schnell im Matsch stehen, und davon waren wir ja eigentlich schon mal weg...
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   H├Ątte mich auch gewundert... Obwohl Yaks doch sehr publikumsattraktiv sind und die alte Kreishornschaf-Anlage abseits der Besucherstr├Âme liegt.
Ich kenne ja die weitgehende Friedrichsfelder Abneigung gegen Vergesellschaftungen, aber h├Ątte man die Yaks nicht zu den Trampeltieren stellen k├Ânnen? Bei hornlosen Yaks sind ja Verletzungen durch Hornst├Â├če unm├Âglich...

Was die Anoas betrifft, so habe ich mal geh├Ârt/gelesen, dass die Unterart- (oder sogar Art-)zuordnung auf Sulawesi/Celebes auch nicht so eindeutig m├Âglich sein soll; jedenfalls wurden schon ph├Ąnotypische Flachlandanoas in den Bergen gesichtet und umgekehrt!
(16.01.2006, 00:00)
Konstantin Ruske:   Warum sollte der Tierpark berlin den eine Tierart abgeben- da sollte man ihn doch besser kennen. Die Yaks bleiben, auch wenn die Unterbringung noch nicht perfekt ist ( man aber jetzt sch├Ân nah ran kommt).
Dahome- Zwergrinder noch in Cottbus( dort auch Wisente und wirklich Bantengs).
Der Kurator des Leipziger Zoos war wegen der Anoaunterarten unterwegs, bericht in einer Panthera ( Mitte 90er), ist aber wirklich nicht viel bei rausgekommen.
(16.01.2006, 00:00)
Steffen Kohler:   Die Yaks im Tierpark gibt es noch, sie sind in der ehemaligen Kreishornschaf- Anlage in der N├Ąhe des Krokodilhauses.
(16.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   So prima l├Ąuft also das Erg├Ąnzungsprogramm der beiden Berliner Zoos. Jetzt hat keiner von beiden mehr Yaks, daf├╝r aber beide noch eine komplette Kameliden-Sammlung....
(16.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Anoa: Lt. BONGO sind vor wenigen Jahren Berganoas wieder nach Berlin gekommen.
Tierpark-Yaks: Von der Kiang-Anlage sind sie runter. Ich habe sie im Sommer in einem der ehem. Bergtiergehege an der Mauer gesehen, aber da ist jetzt der Schopfhirsch und 2x Kraniche. Die Yaks sind weg.
(15.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Soweit ich wei├č, sind die einzigen Berganoas des alten Berliner Zuchtstammes in Krefeld ├╝brig geblieben und Berlin hat wie alle anderen auch die "unterartlosen" Anoas. An sich h├Ątte da l├Ąngst eine Kl├Ąrung erfolgen sollen, ich erinnere mich jedenfalls, dass mal ein Wissenschaftler kreuz und quer durch die Zoos gereist sein soll, um den Anoas Blut zu entnehmen und damit deren Unterartzugeh├Ârigkeit festzulegen. Nie was von Ergebnissen geh├Ârt....
Gute Frage mit den Tierpark-Yaks. Im letzten September sah ich auf der Anlage nur noch einen Bullen.
(15.01.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Na dann gleich noch einige neue Daten:
Rostock: Wisent, Watussi, Yak
Stralsund: Wisent, Pr├Ąriebison, Ur, Yak, Hausb├╝ffel, Kaukasuszebu, Ung. Steppenrind, Schott. Hochlandrind, Watussi
Noch zwei Insiderfragen: Hat der Berliner Zoo noch beide Anoa-Formen? und Wo sind die Berliner TP-Yaks abgeblieben?
Dazu das neueste aus der landwirtschaftlichen Zwergzebuzucht frisch von der Gr├╝nen Woche. Wie ich schon mal sagte, sind die landw. gehaltenen Zwergzebus aus Ceylon und Kaukasus zusammengekreuzt. Neuerdings ist per k├╝nstlicher Besamung aus Amerika noch eine dritte Rasse eingeflossen, wobei ein Bulle rauskam, der ├ähnlichkeit mit einer bestimmten Gro├čzeburasse hat, deren Namen ich allerdings noch rauskriegen muss.
(15.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Klaus Sch├╝ling: F├╝r die letztgenannte Variante k├Ânnte ich mich noch begeistern...

Vorschlag: Um bei einigen Arten bzw. Rassen ewig lange Aufz├Ąhlungen zu vermeiden, w├Ąre es vielleicht ├╝bersichtlicher, eine Tabelle nach den Zoos zu erstellen und innerhal
(15.01.2006, 00:00)
Ollo:   "Auerochsen" gibt es ├╝brigens auch freilebend im s├╝dnieders├Ąchsischen Solling.
F├╝r Wisente wird gerade im Emsland ein Gro├čgehege errichtet (├Ąhnlich wie auf dem Damerower Werder in Mecklenburg-Vorpommern).
(15.01.2006, 00:00)
Klaus Sch├╝ling:   Michael, wie meinst du das?
Sollen wir mal diese Eintr├Ąge zusammenfassen oder ist das ein Angebot Dienerseits.
Oder wir machen das zusammen:
Ich fasse das hier genannte zusammen und Du redigierst?
(15.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Limpurger Rinder in der Wilhelma.
(Langsam lohnt es sich, ein Verzeichnis f├╝r den TG-Rundbrief zu erstellen...)
(15.01.2006, 00:00)
Ollo:   Zwergzebus und Glanrinder in Worms;
Wisente, Schottische Hochlandrinder, Zwergzebus und demn├Ąchst Hausyaks in Pforzheim;
Gaure meine ich auch in Z├╝rich.
(14.01.2006, 00:00)
Stefan Waldheim:   Bisons in Erfurt auf der noch recht neuen Anlage
(14.01.2006, 00:00)
Dirk K:   Wisente werden auch noch im Wildpark Neandertal gehalten.
(14.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Habe inzwischen mal Listen gew├Ąlzt:
Im September 2000 sah ich bei meinem bisher einzigen Besuch in Kleve au├čer Vogesenrindern noch Pinzgauer, Lakenvelder und Ungarische Steppenrinder.

Die Liste meines letzten Warder-Besuches (2005) finde ich gerade nicht; beim vorletzten (September 2002, also noch vor dem Eigent├╝merwechsel) sah ich an Rindern: Europ├Ąische Hausb├╝ffel, Hausyaks (!), Ceylon-Zwergzebus, Altdeutsche Schwarzbunte, Ungarische Steppenrinder, Schottische Hochlandrinder, Fj├Ąllrinder, Telemarkrinder, Hinterw├Ąlder und Englische Parkrinder. Die Vielfalt war allerdings schon mal gr├Â├čer.

In Straubing gab es noch 2003 Pustertaler Schecken.

Sababurg hat Wisente und Heck-Rinder, Neum├╝nster mindestens Wisente (fr├╝her auch Heck-Rinder, bin mir nicht sicher, ob immer noch). Wisente und Schottische Hochlandrinder au├čerdem im Wildpark L├╝neburger Heide. (Hochlandrinder aufzuf├╝hren f├Ąllt mir ein wenig schwer, da sie genau wie Galloways in der Region Hannover nicht selten auf Weiden zu sehen sind und f├╝r mich deshalb die Aura des Ungew├Âhnlichen verloren haben).

Bantengs werden noch in Str├Âhen gehalten, allerdings wei├č ich nicht, ob reine Javaner. Antwerpen und Planckendael haben immerhin in den 80ern noch Mischblut aus Java-Banteng und Balirind in den Zuchten gehabt - wei├č nicht, ob davon noch Nachfahren kursieren, daher die vorsichtige Angabe.
(14.01.2006, 00:00)
th.oma.s:   @stefan
erg├Ąnze: banteng: Dresden (seit anfang der 80 iger aus Hellabrunn) , Cottbus (?)

anoa: chemnitz
(14.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   So, jetzt mehr: Kaffernb├╝ffel im Zoo Berlin sind ebenfalls Geschichte, das Gehege wurde dem Gaur-Gehege eingemeindet.
Ceylon-Zwergzebus gibt es auch in Hannover, wenn auch ausschlie├člich K├╝he (0,3), da in begehbarem Streichelgehege gehalten. Str├Âhen hat ebenfalls Zwergzebus, vermutlich Ceylonesen.
Beim Wisent fehlt nat├╝rlich die wichtige Haltung in Springe!
Ungarische Steppenrinder m├╝sste es noch in Erfurt geben, Vogesenrinder sah ich vor einigen Jahren in Kleve (neben weiteren Rinderrassen).
Was Hausrinder betrifft, ist Warder auch nach dem Eigent├╝merwechsel noch gut sortiert, z.B. mit Steppenrind, Hochlandrind, Pustertaler, Telemarkrind, Zwergzebu, Altdeutscher Schwarzbunter und Rotbunter, Angler, Shorthorn - und das sind nur die Rassen, die mir spontan einfallen, m├╝sste mal in meine Aufzeichnungen schauen. Hauswasserb├╝ffel (Milchb├╝ffel) gibts dort ebenfalls.
Wei├č nicht, ob noch aktuell: Galloways in M├╝nster und Hellabrunn.
(14.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Stefan: Habe die beeindruckende Auflistung noch nicht studiert, aber eins vorab: Rotb├╝ffel gibt es (leider) schon seit Jahren nicht mehr in Hannover, sie wurden zu Gunsten der Watussirinder (!), deren Gehege einer Bauma├čnahme zum Opfer fiel, abgegeben...
(14.01.2006, 00:00)
Hannes:   Waldbison: Nordhorn
Pr├Ąriebisons sind doch Mittlerweile auch recht verbreitete Haustiere so wie Lamas und Trampeltiere
(14.01.2006, 00:00)
Stefan:   Danke, f├╝r den Hinweis!
Hat Hannover noch die Rotb├╝ffel? War l├Ąnger nicht mehr dort.
Noch ein Nachtrag:
Wisent: Zoo Berlin, Friedrichsfelde, Goldau;
Pr├Ąriebison: Bodansr├╝ck (von dort stammen die K├╝he des Mundenhof);
Ungarisches Steppenrind: Mundenhof;
Schottisches Hochlandrind: Basel, Circus Knie (Schweiz);
Montafoner Braunvieh: Sch├Ânbrunn;
(14.01.2006, 00:00)
Dirk K:   Pr├Ąriebisons gibs noch in Hannver, ebenso Kaffernb├╝ffel und Anoas sind noch in Krefeld zu finden.
(14.01.2006, 00:00)
Stefan:   Gaur: Zoo Berlin, M├╝nster, Hellabrunn; Hausyak: Hellabrunn, Halle, Mundenhof (Freiburg), Friedrichsfelde (hornlos); Java-Banteng: Hellabrunn, Zoo Berlin, Karlsruhe, Z├╝rich; Gayal: Friedrichsfelde, Heidelberg; Dahome-Zwergrinde: Hellabrunn, Straubing; Watussirind: Mundenhof (Freiburg), Augsburg, Gelsenkirchen, Duisburg, Karlsruhe, Hannover, Zoo Berlin, Friedrichsfelde, Wuppertal, Dresden, Kinderzoo Rapperswil; Nellore-Zebu: Friedrichsfelde; Ceylon-Zwergzebu: Basel, Kinderzoo Rapperswil, Wuppertal, Friedrichsfelde, Circus Knie (Schweiz); Kaffernb├╝ffel: Zoo Berlin, Friedrichsfelde, N├╝rnberg; Rotb├╝ffel: Dresden, Friedrichsfelde, Zoo Berlin; Hauswasserb├╝ffel: Friedrichsfelde, Augsburg, Zoo Berlin, Mundenhof (Freiburg); Anoa: Zoo Berlin, Leipzig, Wilhelma; Waldbison: Hellabrunn, Friedrichsfelde; Pr├Ąriebison: Basel, Z├╝rich, Augsburg, Neuwied, N├╝rnberg, Wilhelma, Mulhouse, K├Âln, Arnheim, Hagenbeck, Friedrichsfelde, Zoo Berlin, Mundenhof (Freiburg), Sch├Ânbrunn; Wisent: Hellabrunn, N├╝rnberg, Wilhelma, M├╝nster, Duisburg, Innsbruck, Bern; Heck-Rind: Hellabrunn, bei Weilheim (privatbesitz); Watussi-Steppenrind Mischlinge: Neuwied; Ungarisches Steppenrind: Friedrichsfelde; Schottisches Hochlandrind: N├╝rnberg, Friedrichsfelde, Mundenhof (Freiburg); Fj├Ąllrind: Friedrichsfelde; Schwarzbunte (alter Zuchtschlag): Hannover; Vogesenrind: Mundenhof (Freiburg); Hinterw├Ąlder: Wilhelma, Karlsruhe, Mundenhof (Freiburg), Hellabrunn, Zoo Berlin, Circus Medrano (Schweiz, Direktion: Urs Strasser); Pinzgauer: Sch├Ânbrunn, Straubing, Innsbruck (?), Circus Louis Knie junior (├ľsterreich); Tuxer: Sch├Ânbrunn, Innsbruck;
(14.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Wasserb├╝ffel sind im Kommen - allerdings weniger in den Zoos: Laut heutiger Meldung der neuen Presse werden in Deutschland rund 1.500 Wasserb├╝ffel - Tendenz steigend - in landwirtschaftlichen Betrieben gehalten. D├╝rfte sich s├Ąmtlich um Milchb├╝ffel handeln, da die Vermarktung von B├╝ffelmilch im Text erw├Ąhnt wird und der Sumpfb├╝ffeltyp (Kerabau) f├╝r unser Klima ohnehin weniger geeignet ist.

Beim Lesen fiel mir wieder ein, dass seit letztem oder vorletztem Jahr Wasserb├╝ffel zur extensiven Beweidung von Feuchtwiesen am Steinhuder Meer (Niedersachsen) eingesetzt werden.
(14.01.2006, 00:00)
Andreas Hartung:   Yaks m├╝├čte es noch im Zoo Kaiserslautern geben! Fr├╝her auch in Chemnitz.
(13.01.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Oldzooboy: Das Ost-West-Gef├Ąlle bei den Yakhaltern d├╝rfte sich dadurch erkl├Ąren, dass in den "neuen" Bundesl├Ąndern (eigentlich nach f├╝nfzehn Jahren ein ├╝berholter Begriff, oder?) die Tierbest├Ąnde nicht so sehr "mit dem Rasenm├Ąher" gestrafft wurden bzw. werden wie in den "West"-Zoos - denn auch da ist es noch gar nicht so lange her, dass der Yak ein Standardtier war. Siehe die diversen Beitr├Ąge unten! Er ist halt "nur" ein Haustier....

Und ehe ich es vergesse: Eine gro├če Yakherde wird in Hodenhagen gehalten. Dort habe ich in den 80ern sogar einen Bastard aus Yak und Watussirind gesehen (in Asien werden Yaks ebenfalls hin und wieder mit Hausrindern gekreuzt).

Und da wir gerade bei Mischlingen sind: Neuwied hatte (hat noch?) eine hochinteressante Zuchtgruppe Rinder, die auf die Verkreuzung Watussi x Ungarisches Steppenrind zur├╝ckgeht. Herrliche, Ur-├Ąhnliche Tiere! Aus gutem Grund hat der Zoo K├Âln f├╝r sein "Auerochsen"-Zuchtprojekt in Ungarn u.a. auch auf diese Tiere zur├╝ckgegriffen.

Wei├č jemand mehr ├╝ber die Freiburger Zebus, die Oldzooboy erw├Ąhnt hat? Soweit ich wei├č, ist man auch im Tierpark Berlin der Meinung, die letzte Zuchtgruppe gro├čw├╝chsiger Zebus zu halten. Sollten die Freiburger Tiere der selben Rasse angeh├Âren (Nellore, auch Ongole oder "Riesenzebu" genannt), w├Ąre wenigstens noch eine breitere Zuchtbasis vorhanden! ├ťbrigens waren auch die letzten Frankfurter, Cottbuser und Hagenbecker Zebus Nellores, w├Ąhrend der Zoo Berlin bis in die 80er Gudjarat-Zebus hielt.
(01.12.2005, 00:00)
G├╝nther:   In Jaderberg gibt es auch noch Yaks !
(01.12.2005, 00:00)
Oldzooboy:   Ich dachte, Darmstadt h├Ątte die Yaks abgegeben.Vieleicht habe ich das aber auch mit den Gnus verwechselt,in der Darmst├Ądter Yak-Anlage lebten fr├╝her n├Ąmlich Streifengnus! Eine Zeitlang wurden sogar in einer anderen Anlage zur gleichen Zeit Wei├čschwanzgnus gehalten.
Woran liegt das, das es in den neuen Bundesl├Ąnden wesentlich mehr Yaks gehalten werden als im Westen ? Und wo werden in Saarbr├╝cken die Yaks gehalten ? Kann mich gar nicht an sie erinnern.
(01.12.2005, 00:00)
Karsten Vick:   Auch Rostock und Stralsund halten Yaks.
(30.11.2005, 00:00)
Michael g├Ârick:   Cottbus hat noch Yaks .
(30.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Cottbus m├╝sste auch Yaks haben. Anscheinend gibt es bei dieser Tierart in Deutschland ein deutliches Ost-West-Gef├Ąlle!
(30.11.2005, 00:00)
frank 61:   auch in magdeburg gibt es yaks
30.11.2005
(30.11.2005, 00:00)
Klaus Sch├╝ling:   Bitte vielmals um Entschuldigung; aber ich kann mir diesen Werbe-Einschub einfach nicht verkneifen:

Nutztiere der Tropen und Subtropen Band 1-3
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(30.11.2005, 00:00)
Oliver Jahn:   Yaks gibts auch noch in Halle und in Erfurt.
(30.11.2005, 00:00)
Aguti:   @oldzooboy...
Yaks werden noch im Vivarium Darmstadt und im Zoo Saarbr├╝cken, sowie in G├Ârlitz gehalten.
(29.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Laut "Nutztiere der Tropen und Subtropen" von Legel differenziert man bei Hausb├╝ffeln neben undefinierten Typen und Hybriden folgende Typen:

1. Sumpfb├╝ffel oder Kerabau; sieht der wilden Stammform am ├Ąhnlichsten und wird vorwiegend als Arbeitstier gehalten, daneben auch zur Fleischproduktion. Keine Rassen, aber viele lokale Schl├Ąge, die in Gr├Â├če, Farbe und Zeichnung differieren. Verbreitung: S├╝dostasien einschlie├člich Sri Lankas.

2. Milch- oder Flussb├╝ffel; viele verschiedene Rassen, die sich noch in lokale Variet├Ąten gliedern. Einige Rassen sind ausgesprochene Milchrassen, andere werden haupts├Ąchlich des Fleisches wegen gez├╝chtet. Verbreitung: Indien, Pakistan, ├ägypten, verschiedene europ├Ąische L├Ąnder.

Zu Mastzwecken werden zudem Sumpf- und Milchb├╝ffel gekreuzt. Au├čerdem wurden Hausb├╝ffel auch auf andere Kontinente eingef├╝hrt, z.B. nach S├╝damerika und Australien; m├Âglich, dass sich dort eigene Rassen entwickeln, wie es mit den Zebus ja auch der Fall war.

Zum Kerabau-Typ z├Ąhlen die Tiere im Tierpark Berlin, fr├╝her hatten auch M├╝nchen und der Zoo Berlin Sumpfb├╝ffel. In letzterem lebte in der Gruppe zum Vergleich auch ein Milchb├╝ffel.
Alle ├╝brigen Hausb├╝ffel, die ich bisher in deutschen Zoos gesehen habe, z├Ąhlen eindeutig zum Milchb├╝ffeltyp.
(29.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @Oldzooboy: Wieviele Wasserb├╝ffelrassen es genau gibt, wei├č ich leider auch nicht; aber einige gibt es sogar schon in unseren Zoos (siehe mein erster Beitrag vom 24.11.). Da sich die wenigsten Zoo-Interessierten aber f├╝r Haustiere begeistern, wird die Art vermutlich h├Ąufig nur als "DER Wasserb├╝ffel" gedanklich abgehakt. Streng genommen ist das so, als w├╝rde man beim Anblick eines Zebus nur "Hausrind" vermerken.
Schon allein am Exterieur kann man aber verschiedene Typen unterscheiden: lang- und kurzhaarige, lang- und kurzh├Ârnige, solche mit gro├čen halbmondf├Ârmigen oder kleinen einw├Ąrts H├Ârnern, pechschwarze und solche mit "Nilgau-Abzeichen". Dazu kommen Schecken (genetisch betrachtet ist schon eine wei├če Schwanzspitze eine Minimalscheckung, habe ich z.B. bei den italienischen Hausb├╝ffeln im Zoo Berlin gesehen) und sogar Albinos (kenne ich aber aus keinem Zoo). Es gibt sogar ausgesprochene Milchrassen, z.B. die gerade erw├Ąhnten Italiener, welche die Grundlage f├╝r den Mozzarella liefern.

Ja, Hannover hatte fr├╝her auch Yaks. Aber mal ehrlich: Wer nicht....?
Hat Osnabr├╝ck eigentlich noch welche? Sie mussten ja dem Ausbau der Elefantenanlage weichen und landeten in einem d├╝steren Waldgehege neben den W├Âlfen und F├╝chsen.
(29.11.2005, 00:00)
Zoosammler:   yaks in Leipzig und L├Âffingen? War aber lange nicht mehr dort.
(29.11.2005, 00:00)
Oldzooboy:   ...und wo werden heute noch in Deutschland Yaks gehalten ? Viele Zoos, die sie fr├╝her hatten,pflegen Sie heute nicht mehr(Berlin Zoo, Hagenbeck,Duisburg,Frankfurt,Kronberg,Darmstadt,Landau,K├Âln,N├╝rnberg,es sind sicher mehr,aber mehr fallen mir jetzt nicht ein...)Hatte Hannover fr├╝her nicht auch Yaks ?
(29.11.2005, 00:00)
Oldzooboy:   @Michael Mettler
Mein Besuch in Freiburg liegt schon einige Zeit zur├╝ck und ich mu├č gestehen,nicht das Gehegeschild bei den Wasserb├╝ffeln gelesen zu haben, da ich ja wu├čte,das es Wasserb├╝ffel sind.....Das Gleiche bei den Zebus,es waren jedenfalls gro├če Zebus,keine Zwergzebus!Wie viele Wasserb├╝ffel-Rassen gibt es denn ├╝berhaupt ?
(29.11.2005, 00:00)
Konstantin Ruske:   Dahome- zwergrinder m├╝├čten auch noch in Cottbus sein.
(29.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Nach Lekt├╝re des "Auerochsen"-Zuchtbuches hat sich die Geschichte um die "rum├Ąnischen" Rinder in Leipzig als Ente erwiesen. Die Tiere stehen n├Ąmlich im Zuchtbuch, stammten auch nicht aus Rum├Ąnien, sondern aus Ungarn, und gingen sehr wohl auf den "Auerochsen"-Zuchtstamm zur├╝ck. Eigentlich schade...

@Oldzooboy: Gibt Freiburg irgendeinen Hinweis auf Herkunft oder Rassezugeh├Ârigkeit seiner Wasserb├╝ffel? Und welche Zebus werden gehalten?
(29.11.2005, 00:00)
IP66:   Das Verst├Ąndnis von Tarpanen und Auerochsen als Modell-Haustierrassen gef├Ąllt mir sehr gut. Ich m├Âchte diese eigentlich dem Reich der Rinder gewidmete Diskussion nich auf Abwege lenken, deshalb zum Heimatzoo im Faschismus nur so viel: Nat├╝rlich spiegelt jeder Zoo die Zeit, in der er gestaltet wurde, so auch der "deutsche" Teil in M├╝nchen, so weit er noch erhalten ist, oder, noch etwas auff├Ąlliger, die Zooerweiterung in Berlin und der Neubau in N├╝rnberg den Zoo im Nationalsozialismus. Auch die derzeitigen Neubauten in Hannover und Gelsenkirchen sind ja einer Mischung aus Zielen der Gestalter und Publikumsw├╝nschen geschuldet, die letztlich als sozialgeschichtlich bedingt und zweifelsohne auch politisch beeinflu├čt verstanden werden k├Ânnen. Zu den Rindern: In sagengrauer Vorzeit gab es Dahome-Zwergrinder auch in K├Âln, und ich M├╝nchen habe ich sie diesen Sommer noch gesehen.
(29.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @IP66: Nach der Lekt├╝re der beiden Zuchtbuchausgaben f├╝r "Auerochsen" l├Ąsst sich die Aussage, die Hecks h├Ątten mit dem Tierpark Berlin nicht viel zu tun gehabt, auf interessante Weise widerlegen: In der 1980 erschienenen ersten Ausgabe l├Ąsst Dathe n├Ąmlich keinen Geringeren die Grund├╝berlegungen f├╝r die "R├╝ckz├╝chtung" schildern als Heinz Heck, einen der "V├Ąter" dieser Rasse! Auch Dathe w├╝rdigt die z├╝chterische Arbeit der Hecks - h├Ątte diese zu einer anderen Zeit stattgefunden, h├Ątte man das Projekt bestimmt nicht mit irgendwelchen politischen Zwecken in Verbindung gebracht.

├ähnlich sehe ich die Anmerkung mit dem "faschistischen Heimatzooteil" (der sich wahrscheinlich auf M├╝nchen bezieht, ein entsprechender Hinweis fehlt leider). W├╝rde man einen heute neu entstehenden "Parkteil Europa" in irgendeinem deutschen Zoo auch der derzeitigen politischen Str├Âmung zuordnen....?
(28.11.2005, 00:00)
Oldzooboy:   Wasserb├╝ffel werden auch noch in Augsburg und im Tierfreigehege"Mundenhof"in Freiburg gehalten,das ├╝brigens sehr sehenswert ist.Vorwiegend werden dort Haustiere gehalten,nur wenige Exoten.Sehr beeinruckend ist eine Herde von ca. 20 Trampeltieren.Rinder werden hier sehr viele gehalten,alle in gro├čen Herden,so findet man neben Wasserb├╝ffeln Watussis,( braune und gescheckte)Schottische Hochlandrinder,Bisons,Yaks,Ungarische Steppenrinder und Zebus gehalten.Alle in riesigen Landschaftsgehegen.Die fr├╝her gehaltenen Wisente wurden gegen Bisons ausgetauscht.
(28.11.2005, 00:00)
Aguti:   @IP66
Dahome-Zwergrinder gibt es noch im Tierpark Aue (www.tiergarten-aue.de).
(28.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Der Begriff "R├╝ckz├╝chtung" hat f├╝r "Auerochse" und "Tarpan" eh ausgedient. Beide stellen mittlerweile anerkannte Haustierrassen dar, die f├╝r ihre ausgerotteten Vorfahren lediglich Modellcharakter haben. So gesehen haben beide Rassen ihre Lebensberechtigung, denn sie gelten zoologisch betrachtet nicht mehr als R├╝ck-, sondern als (etablierte) Neuz├╝chtung. Das "Herauskitzeln" ph├Ąnotypischer Besonderheiten der Stammformen l├Ąsst sich allerdings nicht wegdiskutieren und stellt auch bei unpolitischer Betrachtung eine durchaus beachtliche z├╝chterische Leistung der Hecks dar.

In welchen Zoos gibt es eigentlich noch Dahome-Zwergrinder? Mir sind sie vor allem aus M├╝nchen in Erinnerung, die Gelsenkirchener sind ja l├Ąngst nicht mehr.
(28.11.2005, 00:00)
IP66:   Die Heckrinder/"Auerochsen" stehen mit "Tarpanen"/Heckpferden? auf der historischen Anlage am faschistischen Heimatzooteil. In Berlin w├╝rde sich wohl die Haltung von ein paar Tieren in der Rinderallee empfehlen - mit dem Tierpark hatten die Hecks ja nur wenig zu tun. Ich bin mit R├╝ckz├╝chtungen aber immer nur eingeschr├Ąnkt gl├╝cklich, weil sich letztlich der Eindruck nie ganz vermeiden l├Ą├čt, es w├Ąre m├Âglich, vermittels Z├╝chtung (NS-Zeit) oder Gen-Technik (heute) ausgerottete Arten wiederzubeleben - woraus sich schnell der Gedanke erweckt, man k├Ânne ruhig ausrotten, denn man kann ja r├╝ckz├╝chten, wenn man etwas brauchen sollte.
(28.11.2005, 00:00)
Karsten Vick:   Damerower Werder hat sich ja schon gekl├Ąrt; das ist eine Halbinsel im K├Âlpinsee bei Waren/M├╝ritz.
Mit den J├Ąmtlandziegen bin ich jetzt auch wieder im Bilde. Das war die M├Âweninsel im Beetzsee bei Brandenburg. Da gabs mal in einer DDR-Illustrierten einen Bericht vom herbstlichen einfangen mit einem herrlichen action-Bild: Mann mit Gummistiefeln hat den Bock bei den H├Ârnern gepackt und balgt sich mit ihm rum. Inzwischen sind sie aus Berlin weg, aber in Stralsund noch zu sehen.
(28.11.2005, 00:00)
Konstantin Ruske:   Cottbus und Halle definitiv keine Wasserb├╝ffel mehr, bei Stralsund schaue ich noch mal nach. Wenn wahrscheinlich auch nicht mit den wasserb├╝ffeln, so plant Wien doch die Vergesellschaftung von Axis und Nilgaus mit Panzernash├Ârnern ( ab 2006).
Der K├Âlner Zoo k├╝mmert sich um das erreichen von Zuchtzielen beim " Auerochsen" in Ungarischer Steppe ( Hotobagy).
Damerower werder hat nichts mit Ziegen zu tun, ist aber hier trotzdem richtig positioniert, da es ein recht gro├čes Wisentgatter ist ( wurde fr├╝her auch vom Tierpark mitbetreut).
(28.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: Da habe ich wohl in der Erinnerung die Fj├Ąll- mit den Heck-Rindern verwechselt. Ohne mich in der Gegend auszukennen, aber f├╝r die J├Ąmtlandziegen schwirrt mir der Begriff "Damerower Werder" (richtig geschrieben?) durch den Hinterkopf.

Gibt es das Zuchtbuch f├╝r die Heck-Rinder noch? Zu meinem eigenen Erstaunen habe ich zwei Ausgaben davon in meiner Sammlung gefunden (Nr. 1 von 1980 und Nr. 2-6 von 1985) - muss ich mal in Ruhe durchbl├Ąttern.
(28.11.2005, 00:00)
Karsten Vick:   Was ich genau wei├č, ist, dass eine Fj├Ąllrindherde des Tierparks zur Landschaftspflege im NSG Ostufer der M├╝ritz dauerhaft eingesetzt war und immer noch ist.
Mit den Ziegen bin ich mir nicht ganz sicher, kann mich aber dunkel an Sommerbeweidung auf einer Vogelschutzinsel erinnern. Die wurden im Herbst wieder eingefangen und aufs Festland zur├╝ckgebracht. So was hat der Rostocker Zoo auch mit Shetlandponys gemacht.
@ Klaus Sch├╝ling: K├Ânnte das der Wildpark Schorfheide sein? Kleine Korrektur: Es wird nicht das Wollschwein r├╝ckgez├╝chtet (das gibts ja in Ungarn), sondern das Deutsche Weideschwein. Diese alte Form war zur Zeit der Industrialisierung und damit einhergehender Intensivierung der Schweinezucht aus der Mode gekommen und in den 1960ern ausgestorben. Die R├╝ckz├╝chtung erfolgt ├╝ber Kreuzung urspr├╝nglicher Hausschweine mit Wildschweinen, was der Wahrheit nahe kommt, denn auf der Waldweide wurde auch manche Haussau vom Wildkeiler gedeckt.
(27.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @Klaus Sch├╝ling: Soweit ich mich erinnere, hat der Tierpark Berlin zu DDR-Zeiten eine extensive Haltung von Heck-Rindern (und J├Ąmtlandziegen) zur Landschaftspflege irgendwo im heutigen Meck-Pom betreut. Und auch andernorts wurden Heck-Rinder zu diesem Zweck eingesetzt - bis die Galloways in Mode kamen...

Im Zoo Leipzig sah ich ├╝brigens Ende der 80er ein Paar auerochsen├Ąhnlicher Hausrinder, die laut Bruno Schneider nichts mit dem Heck-Zuchtstamm zu tun hatten, sondern aus Rum├Ąnien stammten. Sind aber leider nur noch Geschichte...
(27.11.2005, 00:00)
karsti:   ger├╝chteweise gibt es in Dortmund Ambitionen Kaffernb├╝ffel zu halten. Und zwar an der Stelle der asiatischen Axis Hirsche und Thare. Die sollen zoointern umziehen.. bisher nur ein Ger├╝cht...
(27.11.2005, 00:00)
Klaus Sch├╝ling:   ... gibt es da nicht in der N├Ąhe von Berlin eine Einrichtung, in der das fr├╝he Mittelalter incl. der dazugeh├Ârigen Tiere dargestellt wird?
Ich habe da so einen Bericht ├╝ber die R├╝ckzuchtung des Wollschweins im Hinterkopf...
Wie auch immer:
So ein lebendiges Freilichtmuseum k├Ânnte der ideale Ort f├╝r Ur, Tarpan, Wollschwein etc. sein.
(s. Neandertal)
├ťbrigens stehen in den Rieselfeldern und Emsauen in der N├Ąhe von M├╝nster Heckrinder rum, um extensiv die Auen freizuhalten.
Noch was: Auf dem Aufmarschfl├Ąchen der Kernkraftgegner vor dem Zwischenlage in Gronau wurden zumindest vor einigen Jahren noch Prewalskis (und waren es Wisente oder Heckrinder?) gehalten. Das sah nett aus, und man latscht halt ├╝ber solche Wiesen nicht einfach so dr├╝ber ...
(27.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Stimmt schon mit den "Auerochsen", zumal sie inzwischen auch "Heck-Rinder" genannt werden. Der Tierpark Berlin hat fr├╝her sogar ein Zuchtbuch ├╝ber die Rasse gef├╝hrt, wenn ich mich recht erinnere - und trotzdem haben anscheinend beide Berliner Zoos keine aktuellen Ambitionen, die Rasse zu halten (gilt genauso f├╝r den "Tarpan"). Eigentlich w├Ąren auch diese beiden Tierrassen ein St├╝ck erhaltenswerte Zoogeschichte. Immerhin ist es sehr ungew├Âhnlich, dass eine Haustierrasse in einem Zoo entsteht!
(27.11.2005, 00:00)
Karsten Vick:   Also ich m├Âchts nicht beschw├Âren, aber ich glaube, dass das Stralsunder Rinderhaus noch immer seine alte Belegung mit Steppenrind, Kaukasuszebu, Yak und Hausb├╝ffel hat.
Ich habe jetzt in einem alten Berliner TP-Wegweiser ein Bild von buntgescheckten Ceylon-Zwergzebus gefunden; es war also nicht immer eine einfarbige Herde.
Eine Rinderrasse, die traditionell auch nach Berlin geh├Âren w├╝rde, sind die r├╝ckgez├╝chteten Auerochsen. Schlie├člich sind sie dort mal entstanden. Irgendwo versuchen sie jetzt, diese Tiere auf Gr├Â├če zu selektieren, um auch in dieser Beziehung dem Ur nahe zu kommen. Auf das Ergebnis kann man auch gespannt sein.
(27.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @Konstantin Ruske: So schlecht sieht es mit den Hausb├╝ffeln aus? Da ich Haustiere nicht auf meinen Besuchs-Artenlisten f├╝hre, muss ich hier auf meine Erinnerung zur├╝ckgreifen, und ich habe auf jeden Fall welche in Halle und Cottbus gesehen (Erfurt?). In Stralsund war ich noch nie, auch dort trotz des Spezialgebietes Haustiere keine?
Zum Banteng fallen mir noch Cottbus, Dresden und Str├Âhen ein - letzteres ein weiteres Beispiel daf├╝r, dass viele interessante Zootiere aus den "gro├čen" Zoos in die "kleinen" umsiedeln. N├╝rnberg geh├Ârt noch zu den Ex-Haltern.

Was die Vielfalt betrifft, stimme ich Konstantin Ruske zu. Die "Breite" ist nach wie vor vorhanden, nur die "Tiefe" wird flacher....

Hodenhagen bezeichnet in einem Parkf├╝hrer seine Bisons als "Waldbisons" (nicht im Artenteil, sondern unter dem Sonderthema "Tiere des Waldes"). Wei├č jemand, ob das stimmt?

├ťbrigens: Wasserb├╝ffel w├Ąren bei ausreichender Gehegegr├Â├če mal einen Vergesellschaftungsversuch mit Panzernash├Ârnern wert. Pr├Ądestiniert w├Ąre der Tierpark Berlin: Beide Arten vorhanden, gro├če Nashorn-Freianlagen, die Haltung des Breitmaulnashorns vor dem Auslaufen - wenn da nur nicht diese weit reichende Abneigung gegen Gemeinschaftshaltungen w├Ąre....
(25.11.2005, 00:00)
Oldzooboy:   Bantengs werden noch In Karlsruhe gehalten.Ich denke, wenn Tamaraus nicht einmal in einem Zoo ihrer Heimat gehalten werden,so ist es sehr unrealistisch, das ein ausl├Ąndischer Zoo sie bekommen wird.Soweit ich wei├č, wurde bisher nur ein Mindorob├╝ffel in einem Zoo gehalten,und zwar in Manila.Da dieses Zwergrind kurz vor der Ausrottung steht,werden wohl kaum Tiere gefangen werden,um sie in einem ausl├Ąndischen Zoo zu verschicken,also handelt es sich auch hier um eine Art,deren Schutz vor Ort geschehen mu├č.
(25.11.2005, 00:00)
Konstantin Ruske:   Alaska- Moschusochsen im Tierpark Berlin und M├╝nchen, Gr├Ânlandmoschusochsen in Krefeld, K├Âln, Wildpark L├╝neburger Heide- was vergessen?
(25.11.2005, 00:00)
Hannes:   Was ist mit Moschusochsen?
Gibt es daf├╝r Halter?
(25.11.2005, 00:00)
IP66:   F├╝r die Zwergzebus kann ich noch eine Haltung in Aachen anf├╝hren, im Gegensatz zu Wuppertal auch mit frischem Nachwuchs. Die magdeburger Rotb├╝ffel habe ich in diesem Sommer noch gesehen. Gayale gibt es auch in Heidelberg. Dagegen sieht es mit den Bantengs sehr schlecht aus: Die Haltungen in Duisburg, Gelsenkirchen und K├Âln gibt es nicht mehr, und mir fallen als Banteng-Halter nur noch die Zoos in M├╝nchen und Berlin ein.
(25.11.2005, 00:00)
Konstantin Ruske:   Ich kenne f├╝r " Ostdeutschland" keine weiteren Wasserb├╝ffelhaltungen als die beiden Berliner, glaube also nicht, da├č irgendwo noch osteurop├Ąische Wasserb├╝ffel in Ostdeutschland stehen.

Obwohl uns die Rinderhaltung in Deutschland schon immer spr├Ąlicher vorkommt, d├╝rften wir dort noch von der Vielfalt und auch " Breite" in der europ├Ąischen Zoolandschaft recht f├╝hrend sein, selbst in Tschechien ( bei ja oft sehr guten Antilopenbest├Ąnden) gibt es keine besonderen Rinderbest├Ąnde.
(25.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Guter Vorschlag. Aber wenn nicht mal die Chinesen Wildyaks halten (im Gegensatz zu Wildkamelen!), w├Ąre erst mal eine Fangexpedition n├Âtig. Als potenziellen Halter w├╝rde ich auch M├╝nchen sehen. Auch die haben Erfahrung mit Kraftbolzen wie Gaur & Co. und zudem eine sch├Âne gro├če Freianlage, die jetzt mit Hausyaks besetzt ist.
F├╝r die Farbe(n) der Zwergzebus gilt ziemlich sicher das Selbe wie f├╝r andere exotische Haustiere: In Zeiten, wo Haustiere in den Zoos eher verp├Ânt waren, achtete man darauf, das sie wenigstens "wildtier├Ąhnlich" aussehen und z├╝chtete bevorzugt eine einheitliche Farbe: rote Watussirinder, schwarze Yaks und Zwergziegen, wei├če Lamas, wildfarbige Rentiere usw. Watussis z.B. gibt es in Ruanda in allen g├Ąngigen Rinderfarben, also auch bunt gescheckt. Bei den Yaks ist man in den Zoos schon zu einer gewissen F├Ąrbungsvielfalt zur├╝ckgekehrt (schwarz, wei├č, schwarz mit Bl├Ąsse, Plattenschecke), und ich finde es auch erfreulich, dass der Tierpark Berlin sein "Phantom der Oper", den Gayal mit der halbseitigen wei├čen Gesichtsmaske, nicht geschlachtet hat - auch Gayale sollen in ihrer Heimat n├Ąmlich keineswegs nur in Gaurfarbe herumlaufen.
Laut "Nutztiere der Tropen und Subtropen" variiert das Ceylon-Zwergzebu (Sinhala) "vorwiegend zwischen rot und schwarz". Aufgef├╝hrt ist auch eine schwarz-wei├če Zwergzebu-Rasse (Kirko) aus Nepal - nicht auszuschlie├čen, dass auch diese nach Europa gelangte und in einen Zwergzebu-Schmelztiegel einfloss. Auf Rassereinheit bei exotischen Haustieren achten selbst detailverliebte Zoos nicht immer; in Berlin werden z.B. die vor einigen Jahren als Geschenk erhaltenen arabischen Renndromedare in die vorhandenen Zuchtgruppen eingekreuzt, und speziell bei der Herde im Tierpark vermute ich doch sehr, dass es sich urspr├╝nglich um Dromedare aus dem Gebiet der ehemaligen SU handelt.
(25.11.2005, 00:00)
Karsten Vick:   Zu den hier genannten, nicht in Zoos gehaltenen Wildrindern meine ich, dass nur das Vu-Quang-Rind Nahrungsspezialist zu sein scheint, woran die Haltung bisher scheiterte. Beim Kouprey ist es ein Problem der Beschaffung, da man schon seit Jahren nicht mehr viel von ihm gesehen hat. Beim Tamarau vielleicht veterin├Ąrpolizeiliche Vorschriften, aber wenn sie Schweine von den Philippinen importieren k├Ânnen, sollte das bei Rindern auch m├Âglich sein.
Die Wildrindart, wo auf jeden Fall der Aufbau einer Zoopopulation betrieben werden sollte, ist der Wildyak (das wollte ich eigentlich schon beim Thema 3 Fragezeichen schreiben; mit der gleichen G├╝ltigkeit f├╝rs Wildkamel). Der Wildyak ist Stammform einer leicht zu haltenden Haustierform, vom Aussterben bedroht, ein beeindruckendes Tier, einfach zu ern├Ąhren, winterhart und und und... Eigentlich ein ideales Zootier. Na gut, wehrhaft und nicht einfach im Umgang, aber das sind Gaure und Kaffernb├╝ffel auch. Ich finde,es ist an der Zeit, dass San Diego oder Berlin oder wer auch immer mit den Chinesen statt Pandas ein Zuchtprogramm f├╝r Wildyaks und Wildkamele in Angriff nimmt.
(24.11.2005, 00:00)
Karsten Vick:   Also erstmal sind die Kaukasier gr├Â├čer, wenn sie auch nicht die Gr├Â├če normaler Hausrinder erreichen. Als Vergleichsrasse fallen mir die Heidelberger Camarguerinder ein. Auch die Hornform ist so ├Ąhnlich, also erst seitlich und dann spitz nach vorne. Sie sind nat├╝rlich tonniger und nicht so drahtig wie diese Kampfrinder. Die Wamme ist kleiner als beim Nellorezebu, aber durchaus vorhanden, der Buckel ist ausgepr├Ągt wie sichs f├╝r ein Buckelrind geh├Ârt. Er tr├Ągt aber zumindest bei einigen Tieren lange zottige Haare. Farblich scheint einiges m├Âglich zu sein. Die Stralsunder sind fast schwarz, ich kann mich aber auch irgendwie an gescheckte erinnern, ich glaube, das war in Erfurt.
Zum Ceylonzwergzebu bekennen sich wie gesagt Berlin und Wuppertal. Das scheint auch ne Farbzucht zu sein (hellbraun), aber ich wei├č nicht, ob wirklich alle Ceylonzebus so aussehen, d. h. ob andere Farben immer auf zweifelhafte Herkunft hindeuten.
(24.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: Ich hatte schon ├Âfter das Gef├╝hl, dass manche Zwergzebus irgendwie "anders" aussahen. Z.B. gab es eine Gruppe in Str├Âhen, die mir "zu wenig zwergig" wirkte. Da ich noch nie ein Kaukasuszebu gesehen habe: Wie unterscheiden sie sich von den Ceylonesen? Ich vermute mal, weniger Wammenbildung und l├Ąngere H├Ârner?
(24.11.2005, 00:00)
Karsten Vick:   Kaukasuszebus gibt es zumindest noch in Stralsund. Die neuerdings als landwirtschaftliche Nutztiere angepriesenen Zwergzebus sind durch Kreuzung der Ceylon- und Kaukasuszebus entstanden. Und bei einigen Zootieren hab ich auch das Gef├╝hl. Reine Ceylon-Zwergzebus, die auch auf Importe aus den 30ern zur├╝ckgehen (alle?) gibt es in Wuppertal und Berlin TP.
(24.11.2005, 00:00)
Hannes:   Kanaren ist auch Zoo Technisch ne reise wert
Loro Parque auf Tenerriffa oder Palmitos oder cocodrilos parque auf gran canaria sind der wahnsinn(f├╝r den kleinen platz)
es wimmelt da von kleinen zoos mit interessanten tieren
(24.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @Hannes: Die italienischen, bulgarischen und ungarischen Hausb├╝ffel sind in diesem Sinne "S├╝deurop├Ąer" und aufgrund ihres dichten, langen Haarkleides mit Sicherheit winterh├Ąrter als die s├╝dostasiatischen Rassen.

Zebus auf den Kanaren? Finde ich interessant, ich war noch nie dort. Dann d├╝rfte ein Import noch weniger problematisch sein - schlie├člich werden auch immer mehr Dromedare von den Kanaren importiert, z.B. stammen Tiere in Osnabr├╝ck, Str├Âhen und Delbr├╝ck von dort. Ich unterstelle den Zoos einfach mal mangelndes Interesse an (gro├čen) Zebus.
(24.11.2005, 00:00)
Hannes:   Gibt es den in Deutschland den keine privathalter von Zebus also keine Zwergzebus.
In S├╝deuropa gibt es doch gro├če best├Ąnde.
auf Gran Canria hat es von denen gewimmelt.
Und was ist mit S├╝deurop├Ąischen B├╝ffeln?
Wieso h├Ąlt die keiner.
Hab gelesen die sind sogar recht Winterhart
(24.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Rotb├╝ffel sind in Hannover leider Geschichte. Bei der Vergr├Â├čerung der winzigen Rindergehege und dem Wegfall zweier Gehege beim Bau des Dschungelpalastes reduzierte sich die Vielfalt deutlich, und den Rotb├╝ffeln wurden die Watussirinder vorgezogen.... Sehr schade drum. Auch die Gayale und Yaks gingen damals weg, w├Ąhrend die Wisente aufgrund der N├Ąhe zu Springe kein wirklicher Verlust waren.

Habe ├╝brigens einen Rotb├╝ffelhalter vergessen, falls noch aktuell: Hodenhagen - z├╝chten aber meines Wissens nicht.

Zu Kouprey und Vu-Quang-Rind: Dann wird es h├Âchste Zeit, sie zu erforschen! Und da Laos anscheinend noch immer ein Krisengebiet ist, d├╝rfte die Erforschung in-situ sehr riskant f├╝r Zoologen sein. Ein Kouprey wurde ├╝brigens mal in Paris-Vincennes gehalten, meines Wissens der einzige in Europa.
(24.11.2005, 00:00)
Zoosammler:   Aber insbesondere Kouprey und Vu-Quang-Rind sind weder erforscht noch leicht zu finden. Und es hat beispielsweise noch nie ein gefangenes Vu-Quang-Rind l├Ąnger als ein paar Tage ├╝berlebt.

Ich finde drei Zoos, die Gaure halten, recht viel. Immerhin ist auch der Gaur eine sehr seltene und schwer zu haltende Art. Fr├╝her gab es sie ja wie gesagt auch noch in Hamburg und im Ausland findet man sie auch in so einigen Parks.

Bis vor einigen Jahren m├╝sste es Rotb├╝ffel doch auch eigentlich noch in Hannover gegeben haben?
(24.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   Noch vergessen: Yaks waren auch schon mal h├Ąufiger, z.B. sind sie seit noch nicht allzu langer Zeit weg aus Hannover, Frankfurt oder Hagenbecks Tierpark.
(24.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @Konstantin Ruske: Takine sind keiner Rinder i.e.S.! Klar sind sie Boviden, also Rinderverwandte, aber das sind Mhorrgazellen, Steinb├Âcke oder Mufflons auch. Zoologisch betrachtet steht z.B. selbst die Sitatunga den "eigentlichen" Rindern verwandtschaftlich n├Ąher als der Takin (oder der Moschusochse).
Aber die Rinderkollektion des Tierparks bedarf gar nicht der Eingemeindung der Takine, sie ist auch so imposant genug! Schade, dass der Zuchtstamm der Balirinder vor l├Ąngerer Zeit schon erloschen ist.

@Zoosammler: Bis vor wenigen Jahren waren auch Prinz-Alfred-Hirsche und Pustelschweine unrealistisch, man wird also sehen..... Und warum "kann man es nicht verlangen"?? Alle drei d├╝rften hochgradig bedroht sein (falls der Kouprey inzwischen nicht ausgerottet ist), also w├Ąre eine sichere Zoopopulation h├Âchst w├╝nschenswert!

"Findet man des ├ľfteren..."... Zum Gaur fallen mir in Deutschland nur Berlin (Zoo), M├╝nchen und M├╝nster ein - Hagenbeck hat l├Ąngst wieder damit aufgeh├Ârt. Drei Zoos empfinde ich als nicht gerade viel, zudem gab es lange kein Fremdblut f├╝r die Zucht. (Andererseits gilt das auch f├╝r die Watussirinder, die m├Âglicherweise ALLE auf einen einzigen Import von 1930 zur├╝ckgehen - und trotzdem einen vitalen Zuchtstamm bilden!)
Sehr viel h├Ąufiger sind Anoas auch nicht, zudem verteilt sich deren deutscher Zoobestand noch auf zwei Formen.
Und auch Bantengs scheinen mir "schleichend r├╝ckl├Ąufig" zu sein: K├Âln, Gelsenkirchen und Hodenhagen haben z.B. keine mehr, "Neustarter" f├╝r alle drei Rinderarten w├╝sste ich im Moment nicht.

@Hannes: Kaffernb├╝ffel gibt es nur noch in drei deutschen Zoos, au├čer im Tierpark Berlin noch in N├╝rnberg und in Hannover. Rotb├╝ffel in beiden Berliner Zoos, in Dresden und in Magdeburg (noch aktuell?).
Zwergzebus sind durchaus h├Ąufig und werden sogar schon landwirtschaftlich gez├╝chtet, wenn auch in kleinem Umfang, die gro├čen Zebus sind hingegen bis auf die Berliner Tiere offensichtlich "weg vom Fenster". Irgendwo stand mal zu lesen, dass man aufgrund der seuchenrechtlichen Bestimmungen keine mehr aus Asien importieren k├Ânne, aber bei genauem Hinsehen ist das ein Scheinargument bzw. ein Beleg f├╝r eine eingeschr├Ąnkte Sichtweise, denn in den s├╝dlichen USA und in weiten Teilen Mittel- und S├╝damerikas werden Zebus verschiedener Rassen als Nutzvieh gez├╝chtet, man m├╝sste also durchaus nicht aus Indien usw. importieren. ├ťbrigens: Gibt es eigentlich noch irgendwo in Deutschland Kaukasische Zebus?
Beim Hauswasserb├╝ffel besteht das Problem darin, dass er nur von wenigen Zoos gehalten wird, sich der Bestand aber auch noch auf mehrere Rassen verteilt! Der Tierpark Berlin h├Ąlt z.B. eine Form des indischen Hauswasserb├╝ffels oder Kerabau (von dem es in seiner Heimat mehrere Zuchtrichtungen gibt), der Zoo Berlin italienische Milchb├╝ffel (die Mozzarella-Lieferanten), daneben d├╝rften in ostdeutschen Zoos noch bulgarische Milchb├╝ffel existieren. Die Wiener Tiere (ich wei├č, ist nicht Deutschland) wiederum sind Westungarische Milchb├╝ffel. Leider wei├č ich nichts ├╝ber die Herkunft der Augsburger Wasserb├╝ffel, von denen einige interessanterweise blaue Augen (bei normaler Fellpigmentierung) haben; in einem ├Ąlteren Zoof├╝hrer stand was von "Philippinen".
Und was sonstige Hausrinder betrifft, empfehle ich Besuche in Warder (auch wenn dort die Vielfalt seit dem Besitzerwechsel geschrumpft ist) und in Kleve.

Laut Auskunft des hannoverschen Zoos sind ├╝brigens zoogez├╝chtete Kaffernb├╝ffel in S├╝dafrika sehr begehrt, da man aus ihnen seuchenfreie Best├Ąnde f├╝r Wiederansiedlungen aufbauen kann. Also, liebe Zoos: Ran an die Zucht, das bringt Geld!
(24.11.2005, 00:00)
Konstantin Ruske:   Gerade bei rindern ist der Tierpark Berlin zu empfehlen: Zuchtgruppe (!) Nellorezebus, Zwergzebus, Watussirinder, Gayale, Kerabaus, Hornlose Yaks, Mishmitakine, Sichuantakine, Bisons, Waldbisons, Wisente, Kaffernb├╝ffel, Rotb├╝ffel, Hochlandrinder, Fj├Ąllrinder, Ungarische Steppenrinder. das nenne ich eine Rindersammlung!( Deutlich mehr " Formen" als der Zoo Berlin)
(24.11.2005, 00:00)
Zoosammler:   Also, in Hamburg gibt es Zwergzebus. Und Kuopreys, Tamaraus oder auch Vu-Quangs sind meines Erachtens f├╝r die n├Ąchsten Jahrzehnte unrealistisch und man kann nicht verlangen, dass es Zoos gibt, die sie halten.
Ansonsten finde ich den Rinderbestand eigentlich sehr gut, Bantengs und Gaure findet man des ├ľfteren, Anoas auch.
(24.11.2005, 00:00)
Hannes:   Ich wei├č nicht ob es nur ein Gef├╝hl ist aber mir kommt es so vor als wenn Rinder in Zoos vernachl├Ąssigt werden.
Ich glaube ich habe au├čer in Berlin das einzelne zebu noch keins in einem Deutschen Zoo gesehen.
Bisons Wisente und Watussirinder gibt es wie sand am meer aber was ist mit den anderen Rinder arten?
kaffernb├╝ffel;Arnis oder auch die haustierformen?
H├Ąlt ein Zoo Koupreys oder Tamarau?

(24.11.2005, 00:00)

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