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Seek├╝he in europ├Ąischen Zoos



cajun:   Eine junge Manatikuh zog nach Paris:
"Der Pariser Zoologische Park begr├╝├čt einen neuen Bewohner, ein zwei Jahre altes Manatiweibchen
Unaï, geboren 2022 im ZooParc de Beauval, kommt im Rahmen eines Artenschutz- und Wiederansiedlungsprogramms für diese Unterart der Seekühe nach Paris.
Unaï ist eine kleine zwei Jahre alte weibliche Seekuh, die diese Woche im Pariser Zoologischen Park angekommen ist.
Ein Transport vom ZooParc Beauval in Loir-et-Cher, wo dieser junge Karibik-Manati am 23. Januar 2022 geboren wurde. Der Neuzugang aus dem Nationalmuseum f├╝r Naturgeschichte kam per LKW in einer gro├čen Kiste an, die mit dicken, feuchten Matratzen ausgekleidet und mit Wasser gef├╝llt war. Alles auf 25┬░C gehalten, um guten Komfort zu gew├Ąhrleisten.
Im Rahmen eines Schutz- und Wiederansiedlungsprogramms f├╝r diese Unterart der Seekuh (Trichechus manatus manatus) findet die Umsiedlung von Una├» nach Paris statt. Tats├Ąchlich gilt der Karibik-Manati mit nur 5.000 bis 7.000 Exemplaren in freier Wildbahn laut IUCN als ÔÇ×gef├ĄhrdetÔÇť.
Er ist daher Gegenstand eines Artenschutz- und Erhaltungsprogramms in europ├Ąischen und nordamerikanischen Zoos, das letztlich auf die Wiederansiedlung von Seek├╝hen in ihrer nat├╝rlichen Umgebung, also in den Gew├Ąssern der Karibik, abzielt.
Beim Warten darauf, dass Una├» ihre neuen Gef├Ąhrten trifft, ist es bereits m├Âglich, sie zu beobachten."
Quelle:https://www.20minutes.fr/paris/4083985-20240329-parc-zoologique-paris-accueille-nouvelle-recrue-femelle-lamantin-deux-
├ťbersetzung: Zoopresseschau
(03.04.2024, 10:43)
cajun:   Eine Meldung aus Arnheim:
"Unsere Seekuh ist wieder tr├Ąchtig! Wenn alles gut geht, erwarten wir irgendwann im Dezember oder Januar ein Junges. Einen errechneten Geburtstermin gibt es nicht, weil wir keinen Ultraschall gemacht haben. Au├čerdem kann das Jungtier ÔÇô genau wie bei den Menschen ÔÇô fr├╝her oder sp├Ąter als zum errechneten Zeitpunkt geboren werden. Die Durchf├╝hrung eines Ultraschalls bei einem Tier, das st├Ąndig im Wasser lebt, ist sehr schwierig. Zudem wollen wir das tr├Ąchtige Weibchen m├Âglichst wenig st├Âren, wenn es keinen Grund daf├╝r gibt.
Livestream der tr├Ąchtigen Seekuh
Die Seek├╝he schwimmen in einem Becken, das mit gut einer Million Liter Wasser gef├╝llt ist. Es ist daher unm├Âglich, das gesamte Becken mit nur einer Kamera zu ├╝berwachen. Wir m├Âchten jedoch die M├Âglichkeit bieten, die Seek├╝he von oben zu beobachten. Vielleicht haben wir ja Gl├╝ck und sehen, wie das Jungtier live vor der Kamera zur Welt kommt. Ansonsten ist es so oder so interessant, die Tiere in der n├Ąchsten Zeit zu beobachten! Hier k├Ânnen Sie unsere tr├Ąchtige Seekuh live beobachten!
Tragzeit einer Karibischen Seekuh
Die Tragzeit bei Karibischen Seek├╝hen betr├Ągt etwa zw├Âlf Monate. Seek├╝he sind S├Ąugetiere, die Jungtiere trinken also Milch bei ihrer Mutter. Die beiden Brustwarzen befinden sich an den Seiten ihres K├Ârpers direkt unter den Brustflossen. Seek├╝he geb├Ąren in der Regel ein Jungtier, Zwillingsgeburten k├Ânnen jedoch auch vorkommen. Kurz nach der Geburt sehen wir oft, wie die Mutter ihrem Jungen hilft, an die Wasseroberfl├Ąche zu kommen und zu atmen. Schon bald kann das Jungtier gut schwimmen. In der ersten Zeit bleibt es meist in der N├Ąhe der Mutter. Je ├Ąlter das Jungtier wird, desto neugieriger erkundet es seine Umgebung.
Quelle: https://www.burgerszoo.de/nieuws/2021/11/beobachten-sie-die-trachtige-seekuh-uber-den-livestream
(30.11.2021, 13:57)
Bryan Egli:   Laut SeaLife Sydney gibt es nur 5 Dugongs in Menschlicher Obhut, 2 davon werden in Sydney gehalten. In Brasilien gibt es Rettungsstationen f├╝r Manatis, diese haben grossteils Nagelmanatis, k├Ânnte mir allerdings auch vorstellen das da manchmal auch Flussmanatis landen. Die Afrikanischen Manatis kann man in ein paar asiatischen Zoos sehen, verteilt ├╝ber Japan, China, S├╝dkorea und Taiwan.
(04.02.2015, 18:50)
WolfDrei:   @C. Lissner: genau: hier die Abbildung des Dugong von Sentoza, April 2007.
Ansonsten bem├╝ht sich nach Bericht in der "Rodentia" der Direktor des Wroclawer Zoos auch um afrikanische Seek├╝he entsprechend der Ausrichtung der neuen "Wasserwelten".
(04.02.2015, 16:15)
C. Lissner:   Als ich 2007 auf Sentosa in Singapur war, gab es dort in einem Aquarium einen Dugong.
Evtl. gibt es in Japan noch Dugonghaltungen.
(04.02.2015, 15:22)
J├Ârn Hegner:   halten irgendwelche zoos in afrika diese lamantins oder afrikanischen manatis . wo schon in asien werden dugongs gehalten . sonst in s├╝damerika fluss-manatis .
(03.02.2015, 18:06)
IP66:   Ich k├Ânnte mir vorstellen, da├č in London und Antwerpen das um die St├Ądte winters wie sommers geerntete Seekuhfutter auch sehr stark mit Industrier├╝ckst├Ąnden belastet war. Hingegen d├╝rfte der Schienenverkehr ohne Elektrizit├Ąt und Oberleitungen weniger anf├Ąllig gewesen sein als der heutige. Es ist schwer zu sagen, was letztlich den Verzicht auf Seekuhimporte um 1900 verursacht hat, der sich in dem fraglichen Artikel abzeichnet. Andere Tiere, bei denen kaum bessere Haltugnserfolge zu erzielen waren, wurden durchaus in gr├Â├čerer Zahl importiert. Vielleicht lag es auch daran, da├č die Zooleitungen oder die Tierh├Ąndler das Interesse an der Art verloren, da├č andere Meeress├Ąuger sich leichter ausstellen oder billiger importieren lie├čen. Ich w├╝rde allerdings nach allem, was ich jetzt ├╝bersehe, als ein verbindendes Element feststellen w├╝rde, da├č die Zahl der importierten Exemplare nie hoch war, da├č selbst gro├če und artenreiche Zoos ├╝ber lange Jahrzehnte ohne Seek├╝he auskamen, da├č es aber immer wieder vereinzelt und mit zunehmendem Erfolg versucht wurde, die Tiere zu halten.
(23.12.2008, 11:02)
Michael Mettler:   Es muss auch schon gl├╝cklicher verlaufende Besiedlungsversuche gegeben haben. Schlie├člich hat sich irgendwann in grauer Vorzeit aus der in tropischen Breiten entstandenen Seekuhverwandtschaft auch eine Stellers Seekuh entwickeln k├Ânnen :-)

Selbst wenn man z.B. im England des sp├Ąten 19. Jh. im Winter ausreichende Mengen seekuhgeeigneten Futters h├Ątte bieten k├Ânnen, w├Ąre noch die Frage, ob dieses z.B. in schneereichen Wintern auch jeweils rechtzeitig in den Zoos und Aquarien angekommen w├Ąre. Zwar neige ich vermutlich dazu, die damaligen Gegebenheiten f├╝r altert├╝mlicher zu halten als sie waren, aber selbst in unserer ach so modernen Zeit bricht bei Schnee gern mal der Verkehr zusammen...
(23.12.2008, 09:20)
cajun:   Zum Thema Manatis im kalten Wasser: Eine hat es ja im Oktober aus eigenem Antrieb noch bis Cap Cod geschafft.... und ist, mein ich zumindest, dort verstorben.Man vermutete zu kaltes Wasser.

http://www.cryptomundo.com/cryptozoo-news/sesuit2/

Nette Bilder auf dem link.Mit dem Algenbewuchs erkl├Ąrt sich vielleicht auch die "Seejungfrauenlegende"... :-)


(22.12.2008, 21:30)
IP66:   Auch wenn die Menge von Gew├Ąchsh├Ąusern, auch zur Heranzucht vom Gem├╝se, um die Jahrhundertwende stetig anwuchs, d├╝rfte die Beschaffung der Nahrung zumindest kostspielig gewesen sein. ├ähnlich wie bei der Heizung d├╝rften die sich die Haltungsvoraussetzungen auch diesbez├╝glich von Jahr zu Jahr dennoch eher verbessert haben. Es kommt jedoch auch darauf an, was man den Seek├╝hen so vorsetzt und was sie verdauen k├Ânnen. Brombeerlaub und schnellw├╝chsige Gr├╝npflanzen d├╝rfte man gerade im K├╝stenklima S├╝denglands jederzeit ernten k├Ânnen, bei Kopfsalaten war das im sp├Ąten 19. Jahrhundert sicher schwieriger, und ob man mit der Einlagerung von im Sommer geernteten Bl├Ąttern in Eisgruben schon experimentiert hat, wei├č ich nicht.
(22.12.2008, 10:34)
Ralf Sommerlad:   Die Manatis ├â┬╝berwintern in Florida bei Durchschnittstemperaturen von 23 - 25 Grad, ich habe in Blue Springs und im Crystal River nachgemessen. Mir scheint ebenfalls die Futterbeschaffung in den ben├â┬Âtigten, ja sehr erheblichen Mengen ein wesentlicheres Problem darzustellen. Vielleicht ahnten die Zoos damals nicht, wieviel Futter so ein Manati wirklich vertilgt, ├â┬Ąhnlich war es z.B. ja auch mit den ersten Schnabeltieren in Zoos, die schlichtweg verhungerten.
(22.12.2008, 09:49)
Michael Mettler:   Ein weiteres Problem k├Ânnte die ausreichende Zufuhr geeigneten Gr├╝nfutters im Winter gewesen sein. Oder waren zum Blattsalate zu diesen Zeiten schon wie heute jederzeit in beliebiger Menge verf├╝gbar?
(21.12.2008, 16:44)
IP66:   Mir scheint, da├č die Temperierung des Wassers enes der gr├Â├čten Haltungshindernisse bei Seek├╝hen bedeutete. Anscheinend gelang es, die temperaturtoleranteren Flu├čpferde ├╝ber den Winter zu bringen, nicht aber die w├Ąrmebed├╝rftigen Sirenen. Ich frage mich, ob dergleichen Schwierigkeiten auch bei der Haltung von tropischen Fischen auftraten bzw. wie gro├če Wasserbecken man im sp├Ąten 19. Jahrhundert zu heizen vermochte. Insofern wundert mich auch der Importeinbruch um die Jahrhundertwende, da in dieser Zeit im Zentral- und Warmluftheizungswesen erhebliche Fortschritte zu verzeichnen waren.
(21.12.2008, 15:36)
Michael Mettler:   In alten Jahrg├Ąngen des "Zoologischen Garten" fand ich zwei Artikel ├╝ber Manatis. Demnach war der erste europ├Ąische Halter der Zoo London, der am 6. August 1875 einen "Manatus americanus" (wahrscheinlich Nagelmanati; ich behalte nachfolgend die damaligen wissenschaftlichen Namen bei) erhielt. Die Seekuh starb aber bereits am 7. September; sie war in einem ungeheizten Robbenbecken gehalten worden. Vor dieser Haltung gab es bereits mehrere Haltungsversuche von Manatis in Lateinamerika (z.T. in Privatbesitz), und 1866 starb ein Tier auf dem Transport von Surinam nach London.

Im Juni 1878 erhielt das Westminster-Aquarium in London eine erwachsene Kuh von Manatus americanus oder latirostris aus Britisch-Guayana (also wiederum einen Nagelmanati). Dieses Tier konnte neun Monate lang gehalten werden und starb m├Âglicherweise an den Folgen eines Temperatursturzes.

1879 gelangte ein junger weiblicher Manatus americanus von Trinidad ins Brighton-Aquarium, lebte aber nur wenige Wochen (akute Darmentz├╝ndung). Kurz danach, im September 1879, traf im Aquarium ein junges Paar gleichen Ursprungs ein. Die Kuh lebte sieben Monate, der Bulle rund 17 Monate im Aquarium, und auch beim Tod des letzteren spielte wohl zu kaltes Wasser eine Rolle (es war Januar).

Im Dezember 1886 bekam Hagenbeck einen etwa 2 m langen M. latirostris aus Kuba und war somit der erste deutsche Seekuh-Halter. Das Tier war "vielfach verletzt", vor allem mit vielen Hautwunden versehen, und hatte auf dem dreiw├Âchigen Transport keinerlei Nahrung zu sich genommen. Unter diesen Umst├Ąnden ist es beinahe ein Wunder, dass es bei Hagenbeck noch weitere zehn Wochen lebte - ebenfalls ohne Futteraufnahme! - bis es schlie├člich an Entkr├Ąftung starb.

Im Sommer 1887 traf bei Hagenbeck ein Paar M. senegalensis (also afrikanische Lamantins) ein, was demnach eine Ersthaltung f├╝r Europa, vielleicht sogar weltweit f├╝r diese Art bedeutet. Die Tiere waren ca. 1,40 m lang; wie sich bei abgelassenem Beckenwasser zeigte, waren sie in der Lage, sich auf festem Boden vorw├Ąrts zu bewegen, wobei sie die Arme ├Ąhnlich wie ein robbender Mensch abwechselnd einsetzten. Der Verbleib dieser Tiere ist unklar, sie sind aber wahrscheinlich identisch mit dem Seekuh-Paar, das ein Leipziger Tierh├Ąndler namens Bode im August 1887 als "Manatus americanus" zur Schau stellte (und ├╝ber dessen weiteren Verbleib ebenfalls nichts erw├Ąhnt wird).

Danach gelangten noch mehrmals Manatis nach London: 1889 (Einzelheiten nicht genannt), 1893 eine Kuh mit einem m├Ąnnlichen Kalb (beide starben nach wenigen Tagen), 1896 ein Manatus inunguis (also der m├Âglicherweise erste Amazonas-Flussmanati) vom Rio Purus, der noch im Ankunftsjahr an einer schweren Lungenentz├╝ndung einging.

Da der neuer der beiden Artikel von M├Ąrz 1907 datiert, scheinen also in den folgenden zehn Jahren keine weiteren Seek├╝he importiert worden zu sein.
(20.12.2008, 13:51)
IP66:   Mich ├╝berrascht immer wieder die Z├Ąhlebigkeit einzelner Seek├╝he, die dazu gef├╝hrt hat, da├č die Tiere, wenn auch als Rarit├Ąt, im 19. Jahrhundert gezeigt werden konnten. Das steht in einem gewissen Kontrast zu den Schwierigkeiten, die die Eablierung der Art seinerzeit in Duisburg, aber auch noch in N├╝rnberg bereitet hat.
(22.01.2008, 12:16)
Oliver Jahn:   Siehe meine Beitr├Ąge vom 08. und 09.06.2006.
(10.01.2008, 20:31)
Michael Amend:   Und ich bin k├╝rzlich zuf├Ąllig auf den Rufnamen des Manatis in Breslau gestossen:"Muschi". Wie passend. War wohl ein Weibchen, der dazugeh├Ârige Bulle w├Ąre sicher "Hasso"oder"Bello"getauft worden.
(10.01.2008, 19:18)
Michael Mettler:   Habe gerade antiquarisch ein sehr interessantes Buch aufgetan: "Erlebnisse mit Tieren" von Alexander Sokolowsky, enth├Ąlt Erinnerungen des Autoren an seine T├Ątigkeit in Hagenbecks Tierpark und im Zoologischen Garten Hamburg. Leider ist das Buch undatiert, aber da Ruhes Orang-Gro├čimporte erw├Ąhnt werden, d├╝rfte es folglich fr├╝hestens 1928 erschienen sein.

Ein eigenes, wenn auch kurzes Kapitel darin ist den beiden Seek├╝hen des Hamburger Zoos gewidmet. 1912 schickte ein Kapit├Ąn aus Brasilien ein Telegramm an den Zoo, dass er einen "gro├čen lebenden Ochsenfisch" mitbringe, f├╝r den man doch bitte schon mal eine Unterkunft vorbereiten solle. Die Zoologen konnten damals nur vermuten, dass vielleicht eine Seekuh gemeint sei, und richteten ein Bassin in der Reptiliengalerie des Raubtierhauses her. Obwohl der im Juni ankommende Amazonas-Manati lediglich nicht ganz einen Meter lang war, erwies sich das Provisorium als zu klein, so dass mit Hilfe eines M├Ązens ein gr├Â├čeres, beheiztes Bassin mit Unterwassereinblick errichtet wurde (leider steht nicht drin, ob ebenfalls im Raubtierhaus oder anderswo). Ebenso unerwartet wie die erste Seekuh kam schon im September die zweite an.
(10.01.2008, 18:50)
IP66:   Es mag sein, da├č man urspr├╝nglich gedacht hatte, die Tapire in den Elefantenhausabteilen zu halten und das alte Flu├čpferdbecken f├╝r Seek├╝he zu nutzen. Herr Sch├╝rer hat aber immer wieder betont, da├č er den Kunstfels hinter an der r├╝ckw├Ąrtigen Schmalseite des Hauses wie auch die dahinterliegende Bepflanzung erhalten wollte, und vor diesem Hintergrund h├Ątte man das Becken nur auf eine nennenswerte Gr├Â├če erweitern k├Ânnen, wenn man die Grundstruktur des Besucherraumes stark beintr├Ąchtigen wollte. Immerhin steht den Tapiren jetzt ein gr├Â├čeres Becken zur Verf├╝gung, allerdings nur eines, w├Ąhrend im Haus f├╝r halbaquatische Tiere in N├╝rnberg zumindest jede der Boxen am Besucherraum auch ein Wasserbecken besitzt.
(10.12.2007, 11:10)
Michael Amend:   @Dugong. Gern geschehen. Quelle ist der Wzuppertaler JB 1994. Demzufolge war urspr├╝nglich eine dauerhafte Manatihaltung in Wuppertal geplant, warum man diesen Plan dann doch nicht umgesetzt hat,wei├č ich nicht, denn der erste Bairds-Tapir kam ja erst 1998 zur Welt. Im nNchhinein betrachtet, eine weise Entscheidung, sehr positiv f├╝r die Bairds-Tapire. Mit dem zuk├╝nftigen Manatihalter Duisburg wird es ja dann zumindestens drei Seekuh-Halter in Deutschland geben. Was tut sich denn bei den Berliner Manatis in Bezug auf weitere Geburten ? Laut JB war die letzte Manatigeburt, und erste Lebendgeburt in Berlin ├╝berhaupt, die Zwillingsgeburt 2001, davon wurde ein Kalb tot aufgefunden,das zweite mu├čte ein paar Tage sp├Ąter euthanisiert werden.
(09.12.2007, 16:43)
Dugong:   Recht herzlichen Dank f├╝r diese raschen Antworten! Dann waren sie doch fr├╝her dort als ich gedacht hatte. Getippt hatte ich auf '96.
(09.12.2007, 14:46)
Michael Amend:   @Dugong. Die beiden m├Ąnnlichen Manatis aus N├╝rnberg lebten vom 19.04.94 bis 28.09.94 in Wuppertal.
(09.12.2007, 14:03)
IP66:   Wenn ich mich recht erinnere, handelte es sich um zwei Tiere, die von N├╝rnberg nach Berlin gingen und in Wuppertal geparkt werden mu├čten, weil die Anlage im friedrichsfelder Dickh├Ąuterhaus noch nicht fertiggestellt war. Da kurz zuvor das letzte Flu├čpferd in dem bergischen Zoo eingegangen und der Umbau zum Tapirhaus noch nicht begonnen worden war, bot sich das freie Becken f├╝r die kurzfristige Haltung an.
(09.12.2007, 13:56)
Dugong:   Ich meine mich erinnern zu k├Ânnen, irgendwann Mitte der 90er in Wuppertal Rundschwanzseek├╝he gesehen zu haben. Diese waren wohl nur ├╝bergangsweise und f├╝r kurze Zeit dort untergebracht, wie hier im Thread bereits erw├Ąhnt im Flusspferdbecken. Leider sind meine Unterlagen zum Wuppertaler Zoo etwas sp├Ąrlich, daher kann ich leider nicht mehr das genaue Jahr rekonstruieren.
Hat evtl jemand genauere Informationen und kann mir diesbez├╝glich etwas auf die Spr├╝nge helfen?
(09.12.2007, 13:26)
Shensi-Takin:   Bzgl. Zwergseekuh:
http://marcvanroosmalen.org/dwarfmanatee.htm
(09.12.2007, 11:42)
Carsten Horn:   Gute Frage, ob das alte Delphinarium schon vorher projektiert war, im Juli 1965 wurde die erste Delphinschau (im ehemaligen Walbecken) er├Âffnet, Dr. Gewalt hat im April 1966 seinen Dienst angetreten und zu seinem ersten Dienstjubil├Ąum wurde mit den Arbeiten zum ersten Delphinarium begonnen, keine Ahnung, ob die Planungen dann schon quasi ein Jahr vorher fertig waren?

Jetzt aber wie gewünscht zurück zur Seekuh, die letzte Duisburger Seekuh, die noch im Springbrunnen im Äquatorium gelebt hat, ist 1975 verstorben, da hab ich noch dunkle Erinnerungen dran, an die zwei Bullen kann ich mich nicht mehr erinnern, aber die sind ja auch ein paar Jahre früher gestorben...
(13.09.2007, 20:41)
Uakari:   Nun sollten wir aber hier so langsam wieder ├╝ber mal ├╝ber Seek├╝he sprechen
...
(13.09.2007, 19:45)
IP66:   Das ist ein interessanter ├ťberblick, wobei der Delphinariumsbau doch noch unter seinem Vorg├Ąnger projektiert worden sein soll? Die restlichen Bauten w├╝rde ich aber als Best├Ątigung meiner ├ťberlegungen verstehen, wenn ich das Restaurant ausnehme: Die Nebelparderanlagen sind eine Volierenreihe recht einfachen Zuschnitts, die Riesenotteranlage wie der gl├Ąserne K├Ąfig f├╝r die Gorillas wirken ein wenig wie Westentaschenformate von Gro├čanlagen in M├╝nster, M├╝nchen oder Frankfurt. Irgendwie mag ich diese Bauten sogar, weil ich in ihnen manche Art zum ersten Mal gesehen habe und Duisburg nah bei K├Âln liegt, so da├č der Zoo, gerade in eher mageren Zeiten in K├Âln, immer eine Art Ausweichfunktion hatte, aber die Baubilanz scheint mir doch f├╝r sich zu sprechen.
(13.09.2007, 19:41)
Carsten Horn:   W├Ąhrend der Amtszeit von Dr. Gewalt entstanden an Bauten auch das Delphinarium (alt, heute Aufzuchtzuchtstation), an den ersten Planungen f├╝r das neue Delphinarium k├Ânnte er auch noch beteiligt gewesen sein, die Zoo- Terassen, die Nebelparderzuchtstation und der Chinesische Garten. An Um- oder Anbauten f├Ąllt mir die Riesenotteranlage und das Au├čengehege der Gorillas (heute Orang) ein.
(13.09.2007, 13:39)
Uakari:   Das die Duisburger B├Ąrenanlage NACH denen in Friedrichsfelde und K├Âln entstanden ist, kann wohl nur zeitlich gemeint sein, architektonisch gibt es da keinen Zusammenhang.
Das es im Duisburger Zoo an Anlagen
mangelte bzw. mangelt, kann nun niemand ernsthaft behaupten.
Die Tiergehege/H├Ąuser sind sogar relativ dicht nebeneinander. Das der Zoo quasi mitten im Wald liegt, ist
auch ein Grund nicht die gesamte Fl├Ąche mit Grossbauten zuzupflastern.
F├╝r mich waren und sind in Duisburg -analog zu meiner Analyse zu den DDR-Zoos- ausreichend Grossbauten vorhanden. Wieviel solche Bauten ein Direktor schafft ist eine Seite, welche Arten er anschafft eine ganz andere.
Das Gewalt den Zoo nicht gegr├╝ndet hat, sondern auf Vorhandenem aufbauen konnte, ist mir schon bewusst. Er hat jedoch aufgebaut und nicht abgebaut,
so wie man das heute gelegentlich erlebt.
(13.09.2007, 12:41)
IP66:   Nun ja ... das duisburger Raubtierhaus ist NACH den Bauten in Wuppertal oder Stuttgart entstanden, die B├Ąrenanlage NACH jenen in Friedrichsfelde und K├Âln. Herr Gewalt war sicher eine Gr├╝ndergestalt, aber die Gro├čbauten seines Zoos, ├äquatorium, Delphinarium, altes Affenhaus und selbst die Wei├čwalanlage hat er alle von seinem Vorg├Ąnger ├╝bernommen. Wenn ich nichts ├╝bersehen habe, k├Ânnte man neben dem Raubtierhaus nur das Afrikanum nennen, das ich zwar landschaftsarchitektonisch ziemlich gelungen finde und das mitnichten klein genannt werden kann, dem ich aber nur bedingt zukunftsweisende Potenz unterstellen w├╝rde.
(13.09.2007, 10:47)
Uakari:   Ob man ├╝ber Lebende oder Tote schlecht redet ist letztlich gleichg├╝ltig.
Wie der Direktor zu seiner Belegschaft
ist, spielt f├╝r die tierg├Ąrtnerische
Betrachtung keine Rolle. Umstritten zu sein ist keine Schande. Im Zweifels-fall ist mir ein schneidiger Mensch mit Elan als Direktor lieber als ein gem├╝tlicher Wolle.
Zur Klarstellung: Der Duisburger Zoo
hat sich seit Jahrzehnten pr├Ąchtig entwickelt. Die Architektur war und ist seiner Zeit entsprechend.
Ich kann beim besten Willen auch
keinen riesigen Unterschied in der Architekur erkennen im Vgl. zu anderen Zoos dieser Zeit. Gehege waren damals h├Ąufig eng und kahl, ist das schon wieder vergessen? Wie sah/sieht denn Hannover, Gelsenkirchen, Augsburg,
Kronberg, Karlsruhe, Magdeburg aus etc. ? Etwa weniger eigenwillig?
Ich habe ja auch die jetzige architektonische Entwicklung nicht kritisiert und die vorherige nicht gelobt. Nur die Abschaffung von Yogi und Ferdinand war unklug. Wenn ich mir die ganze Walhaltung in Erinnerung rufe, dann muss ich sagen, das ich
von Flussdelphinen, Jacobtias und Belugas doch noch etwas begeisterter bin als von begehbaren Kattaanlagen (wenn nur wenigstens Makis mit darauf leben w├╝rden). Das die Gehege zu eng waren ist unbestreitbar. Wer dem Fang und der Haltung von Walartigen nichts abgewinnen kann, dem wird das freilich weniger gefallen haben.
Ich wage dennoch die Behauptung gerade wegen Gewalt und seiner Wale w├Ąre der Duisburger Zoo nie zu dieser Geltung gelangt und k├Ânnte sich folglich auch heute nicht so positiv weiter entwickeln. Wobei die Direktoren Winkler und Frese ihre Sache ganz offensichtlich auch mit grossem Elan machen bzw. machten, man kann auch ├╝ber Lebende mal gut reden.
Ich meine in diesem Forum wurde irgendwo die Erweiterung des Dortmunder Amazonashauses angesprochen,
und das "die" dann unter Umst├Ąnden Seek├╝he bekommen. Oder ging es um Krokodile. Falls nicht ist es ein Irrtum oder Wunschtraum von mir bzw. dann ist Dortmund selber Schuld, wenn "die" das nicht machen.
Ein Wort noch zu Grzimek: Da sind tats├Ąchlich tolle Bauten entstanden und bitte was ist heutzutage schlecht am Vogelhaus oder Nachttierhaus?
Aber auch Grzimek hatte bekanntlich
"dunkle tierg├Ąrtnerische Seiten"
und wird von mir dennoch bewundert.
(12.09.2007, 17:04)
IP66:   Zumindest war Herr Gewalt kein gro├čer Bauherr - im Gegensatz zu Grzimek. Seine ├ära profitierte zwar davon, da├č durch die Vorkriegsbauten, das ├äquatorium und das Delphinairum schon eines stand, aber f├╝r seine architektonischen Vorlieben stehen dann eher Anlagen wie die f├╝r B├Ąren oder der Raubtierhausneubau, die auch im zeitbezogenen Vergleich klein und recht eigenwillig wirken. Insofern liegt die Seekuhhaltung in einem vorhandenen Becken durchaus auf der Linie - wobei ja eine ganze Reihe sch├Âner Zucht- und Haltungserfolge zu verzeichnen waren, wenn auch nicht bei Seek├╝hen. Gute Architektur, sch├Âne Parks und Haltungserfolge begr├╝nden einander halt nicht immer.
(12.09.2007, 11:44)
Tim Sagorski:   @ Uakari :

Nette Idee, dass "wir" Seek├╝he nach Dortmund kriegen, aber wo sollten sie denn dann hin ?
(11.09.2007, 19:53)
Ulli:   @Uakari
Ich habe leider zu Gewalts Amtszeit einige Duisburger(damals um die 20 Jahre alt)kennengelernt und die sagten zum Duisburger Zoodirektor "Sein Name ist Programm...". Ich wei├č ├╝ber Tote soll man nie etwas Negatives sagen. Dennoch war der Zoodirektor sehr umstritten, und wenn ich mir die ganzen Walangelegenheiten in Erinnerung rufe, aus sehr gutem Grund ... Gl├╝cksf├Ąlle sehen f├╝r mich anders aus.

P.S. Zur Klarstellung: Der Duisburger Zoo hat sich in den letzten Jahren pr├Ąchtig entwickelt ... ich sage nur Kattas und Rio Negro. Selbst das fr├╝here Affengef├Ąngnis "├äquatorium" (ich wei├č, dies geht noch auf die Kappe von Gewalts Vorg├Ąngers) wird sukzessive im Rahmen der M├Âglichkeiten erfreulich renoviert und hat in Teilen schon Vorbildliches zu bieten. Das einzige echte Manko ist der Krach durch die Verkehrswege, und daf├╝r kann der Zoo nichts.
(11.09.2007, 14:10)
Michael Mettler:   Der Hamburger Zoo hat ab 1910 kontinuierlich bis 1930 Flusspferde gehalten und ab 1914 relativ regelm├Ą├čig gez├╝chtet - da d├╝rfte bei den damals in der Zoowelt ├╝blichen Gehegema├čen wenig Platz gewesen sein, einen Teil des Beckens f├╝r Seek├╝he abzuteilen.
(11.09.2007, 13:41)
Uakari:   Aha auch andere formulieren hier scharf, krass und ├╝berspitzt, nicht nur der Uakari.
Da muss ich den ehemaligen Duisburger Zoodirektor aber verteidigen. Gewalt war ein richtiger und mutiger Tierg├Ąrtner, der was wollte und auf die Beine stellte, zudem noch ein Meister der Feder war. Aber eben ein Tierg├Ąrtner seiner Zeit, als viele Gehege bescheiden gross und n├╝chtern waren. Das war nunmal so und ist es hin und wieder noch heute.
F├╝r Duisburg war er genauso ein Gl├╝cksfall wie Grzimek f├╝r Frankfurt (der Zoo ist bei weitem nicht so schlecht wie derzeit rumposaunt wird von Wichtigtuern)oder Bartmann f├╝r Dortmund. Auch an diese Vergangenheit sollte man erinnern.
Und wenn Seek├╝he nach Dortmund kommen ist auch die Zukunft fein.
(11.09.2007, 12:29)
Carsten Horn:   Die Idee mit dem Flu├čpferdbecken ist gar nicht so abwegig, Wuppertal hat auch mal sein Becken f├╝r Seek├╝he "zweckentfremdet"...
(11.09.2007, 12:15)
IP66:   Ob das Becken im K├Ąnguruhhaus ausgereicht hat? Ich denke eher an ein Flu├čpferdbecken, das nicht besetzt war oder geteilt wurde. Wenn man allerdings bedenkt, wie Herr Gewalt seine Seek├╝he unterbrachte, d├╝rfte noch manch' andere M├Âglichkeit in Betracht gezogen werden m├╝ssen: der Sektk├╝hler im Gesellschaftshaus, diverse Springbrunnen, Ententeiche usf. Die hamburger Haltung zeigt auf jeden Fall, da├č mancher Fortschritt sich nur dann als solcher verstehen l├Ą├čt, wenn man die Vergangenheit nicht wahrnimmt, was mich wieder an gewisse frankfurter Pressemeldungen erinnert ...
(11.09.2007, 12:03)
Michael Mettler:   @Ulli: Vergangenheit ist in meinen Augen nur dann unwichtig, wenn niemand etwas von ihr wei├č. Auch kurzzeitige Haltungen (ich bin fast geneigt zu sagen, Aufenthalte) hinterlie├čen aber irgendwelche Erfahrungen, gute wie schlechte, die vielleicht beim n├Ąchsten Artgenossen und in einem anderen Zoo genutzt wurden. Schon unter den "historischen" Seek├╝hen waren Tiere, die lange in Menschenhand lebten und dadurch wom├Âglich erst die kontinuierliche Haltung heutiger Tage m├Âglich machten, weil die damals gewonnenen Erfahrungen als Grundstein genutzt werden konnten - man muss ja das Rad nicht immer wieder neu erfinden.

Die eigene Entdeckerfreude am "huhu, ich wei├č da was" will ich gar nicht verhehlen. Andererseits sehe ich solche Infos, egal woher sie kommen, als Mosaiksteinchen eines Gesamtbildes, das uns auch lehrt, eine vergangene Zoo-├ära besser zu verstehen, statt sie zu ignorieren. Denn auch diese Zeit (und jede andere) war schon mal der Meinung, die fortschrittlichste zu sein. Dieser Gedanke relativiert ein wenig unser heutiges Wissen und die tr├╝gerische Einstellung, ganz kurz vor der L├Âsung aller Geheimnisse zu sein.

Wie man sieht, ist und war Vergangenheit leider f├╝r manche Zoos nicht relevant genug. Zuchtbucharbeit etwa ist allerdings gr├Â├čtenteils Arbeit in der Vergangenheit, denn dabei muss man schlie├člich erst einmal herausfinden, ob eine Haltung vor 70 Jahren WIRKLICH "nicht relevant" war oder wom├Âglich doch irgendwo im heutigen Bestand genetische Spuren hinterlassen hat. Denn es ist ja leider nicht so, dass alle Zoos seit ihrer Gr├╝ndung gewissenhaft Buch ├╝ber jedes Einzeltier gef├╝hrt h├Ątten. Wenn z.B. nicht aufgezogene Jungtiere keinen Eingang in die Kartei fanden oder beim ├ťbertragen der schriftlichen Kartei in die elektronische einfach unter den Tisch fielen, ist eine Nachzuchtstatistik verf├Ąlscht und liefert damit auch eine falsche Basis f├╝r Forschungen an der Optimierung von Haltungsbedingungen usw. Glaubt man manchen Karteien, d├╝rfte es diverse Tiere ├╝berhaupt nicht gegeben haben, f├╝r deren Existenz es aber anderweitige Belege gibt. "Huhu, ich wei├č da was" kann in solchen F├Ąllen f├╝r die rekonstruktion durchaus hilfreich sein....
(11.09.2007, 09:14)
Ulli:   @Michael Mettler
Ironie passt nicht ganz. Wozu werden Tiere in Zoos gehalten...zur Erhaltung, vielleicht zur Erbauung der Besucher ... und zur Wiederansiedlung. Ohne Wiederansiedlungsbem├╝hung bleibt vieles an Aktivit├Ąten der Zoos sinnlos und deren Berechtigung damit zu einem Gutteil ├╝berfl├╝ssig...irgendwie nicht sch├Ân am eigenen Ast zu s├Ągen...plumps

Vergangenheit finde ich nicht unwichtig - wir beide haben uns neulich erst beim Zoohistoriker-Treffen in Hamburg getroffen.

Manchmal ist es aber ein schmaler Grad, den jeder f├╝r sich selbst zweifellos selbst definiert (!), zwischen relevanten Informationen (Ersthaltung, Erfolge in der Haltungsdauer, Neukonzeptionen in der Haltung, Erstzucht, Zucht ├╝ber mehrere Generationen, Zuchtgruppen, EEP, Wiederansiedlungsprojekte, Architektur der Geb├Ąude, V├Âlkerschauen, Fangexpeditionen (speziell Hagenbeck)) und "... huhu, ich wei├č da was".

Vielleicht ist hier auch der Grund zu suchen, warum manche Zooleitungen Archivmaterialien (manchmal voreilig) abgeben. Sch├Ân finde ich, da├č Hagenbeck einen eigenen Zoohistoriker besch├Ąftigt (angestellt ?) oder zumindest die M├Âglichkeit der Besch├Ąftigung bietet.

Die meisten Seekuh-Haltungsbedingungen finde ich in Zoos bislang ausgesprochen bescheiden. Deshalb w├╝rde ich mich auch sehr freuen, wenn in "Rio Negro" in Duisburg demn├Ąchst Seek├╝he einziehen w├╝rden - w├Ąre ein Quantensprung in den Haltungsbedingungen.
(11.09.2007, 08:45)
Michael Mettler:   Wenn die Vergangenheit so unwichtig sein soll, w├╝rden eigentlich auch Wiederansiedlungsprojekte ├╝berfl├╝ssig. Denn wen interessiert es dann noch, dass es in der Mongolei mal Wildpferde gab oder in Nordafrika S├Ąbelantilopen? Schauen wir doch einfach nur auf den relevanten aktuellen (Zoo-)Bestand... (Ironie)
(10.09.2007, 19:50)
Sacha:   @Ulli: Ich finde es schade, wenn solche Informationen oder eben Anekdoten bel├Ąchelt werden. Irgendjemand in diesem Forum (siehe Sven P. Peter) hat eben meist doch n├Ąhere Informationen. Und im Gesamtkontext zum Thema Zoo kann man davon nur profitieren.
Trotzdem muss ich zugeben: Den Scherz mit der Pl├╝schseekuh fand ich nicht schlecht....:)
(10.09.2007, 17:24)
Sven P. Peter:   Sollte nicht 1900, sondern 1907 hei├čen!
(10.09.2007, 16:43)
Sven P. Peter:   Nach kleinerer Recherche in meinem F├╝hrer aus dem Hamburger Zoo von 1900 kommen nur zwei Geb├Ąude f├╝r die Seekuhunterbringung in Frage. Das K├Ąnguruhaus und das Elefantenhaus. Grade im K├Ąnguruhaus war ein kleiner Pool in der Mitte (siehe Bild). Erw├Ąhnt wurden die Tiere aber im F├╝hrer nicht.
(10.09.2007, 16:32)
Ulli:   Relevant ist doch nur der momentane Bestand an Seek├╝hen in europ├Ąischen Zoos. Nett, da├č es sie einmal in Hamburg gegeben hat - keiner wei├č wo,keiner wei├č wie lange die Haltung erfolgreich gedauert hat - also eher etwas f├╝r den Anekdotenschatz.
Noch etwas f├╝r die Bestandserfassung:
Wir haben zu Hause eine knapp einen Meter lange Pl├╝schsseekuh von Steiff, Geschlecht bislang leider unbekannt.
(10.09.2007, 16:29)
Michael Mettler:   Ha, ich kenne DOCH etwas aus dem Hamburger Zoo: Die Greifvogelvoliere. Die wurde n├Ąmlich in den 30er Jahren beim "R├Ąumungsverkauf" von Hannover erworben, hier wieder aufgebaut und bis in die 80er Jahre genutzt. Aber das hilft uns nat├╝rlich nicht bei den Seek├╝hen :-)
(10.09.2007, 16:13)
Sven P. Peter:   Ich kann mal einen F├╝hrer Scannen, vieleicht findet sich im Text auch was ├╝ber die Tiere.
Interessant ├╝brigens: Das Pinguingehege und das Ponygest├╝t des Hamburger Zoos standen noch bis Anfang der 80er und wurden zur Tierhaltung genutzt.
(10.09.2007, 14:38)
Michael Mettler:   @IP66: Die Antwort ist kurz - ich kenne den Baubestand des alten Hamburger Zoos GAR NICHT....
(10.09.2007, 11:45)
IP66:   Kennen Sie den Baubestand des alten hamburger Zoos gut genug, um vermuten zu k├Ânnen, wo diese Seek├╝he untergebracht wurden?
Ich denke, da├č eine systematische Durcharbeitung der verschiedenen Brehm-Ausgaben sehr viel ├╝ber historische Tierbest├Ąnde ergeben k├Ânnte, handelt es sich doch um Werke, die fast ausschlie├člich von Zoobesch├Ąftigten verfa├čt wurden. Bei der Kurzlebigkeit mancher Art w├Ąre ich mir auch nicht so sicher, da├č sie grunds├Ątzlich im "zoologischen Garten" gemeldet w├╝rden.
(10.09.2007, 11:18)
Michael Mettler:   In einem Buchkapitel ├╝ber den eng mit dem Tiergarten Wien-Sch├Ânbrunn verbundenen Tiersammler Alfred Weidholz fand ich folgenden Absatz ├╝ber seinen Besuch im alten Hamburger Zoo 1918:

"In Hamburg beeindruckte Weidholz vor allem das Paar s├╝damerikanischer Seek├╝he (Trichechus inunguis), die im Juli und September 1912 aus Manaos am Amazonas angekommen waren. Ihnen hat Max Hilzheimer im dritten Band der S├Ąugetiere der vierten Auflage von Brehms Tierleben einen ausf├╝hrlichen Beitrag gewidmet. Sie sind auch auf einem Foto Julius Vosselers, des Direktors des Hamburger Zoologischen Gartens, auf der den Sirenen oder Seek├╝hen gewidmeten Fototafel in diesem Band festgehalten. Weidholz bemerkte dazu in seinem Brief, dass diese Tiere in keinem zweiten zoologischen Garten anzutreffen seien, ein ger├Ąumiges, auf 30 Grad Celsius erw├Ąrmtes Becken bewohnen und nie an Land gehen w├╝rden."

Anscheinend w├╝rde es sich also doch lohnen, mal nach den alten Brehm-Ausgaben Ausschau zu halten...
(09.09.2007, 10:55)
Mulan:   @Sascha Beuth. Der Vorfall mit dem Obst war mir nicht bekannt. Und ich stimme Ihnen voll zu, was die unsauberen Methoden einiger unseri├Âser Tiersch├╝tzer angeht. Die Elefanten im Camp von Ghiazza wurden nicht nur mit Futterentzug bestraft, sondern durch eigens ins Land geholte, "erfahrene"Mahouts" gebrochen, mit den einschl├Ągigen, bekannten Methoden. Ich bezeichne das als Tierqu├Ąlerei ersten Ranges,und vertrete die Meinung, das die drei importierenden Zoos, denen diese Methoden auch bekannt waren, diese Elefanten nicht h├Ątten importieren d├╝rfen. Auf der anderen Seite mu├č man zu Bedenken geben,was mit den Elefanten sonst passiert w├Ąre, eventuell w├Ąren sie an Zirkusse verkauft worden. Dann ist es mir allemal lieber, das die Tiere an diese drei Zoos gegangen sind, auch wenn es nat├╝rlich Zoos mit weitaus besseren Elefantenanlagen gibt.( schlechtere nat├╝rlich auch! )
(30.10.2006, 18:01)
Sacha Beuth:   Tulli ist ein privates Wildreservat im s├╝dlichen Afrika. Von dort stammen wie Mulan erw├Ąhnte, ein Teil der Afrik. Elefanten in den genannten Zoos. Die Tiere wurden vor dem Culling (= Abschlachten ganzer Elefantenherden, meist wegen Platzproblemen im jeweiligen Nationalpark) gerettet. Viele Methoden, die der s├╝dafrik. Tierh├Ąndler Ghiazza bei der Eingew├Âhnung dieser Jungtiere anwendete (etwa das Brechen des Willens der Tiere mit Futterentzug), um sie den Zoos verkaufen zu k├Ânnen, sind m. E. abzulehnen. Ebenso unw├╝rdig war das politische und beh├Ârdliche Hickhack, das mit dem Fall einherging. Da teile ich absolut die Emp├Ârung von Mulan. Auf der anderen Seite haben auch die millitanten Tiersch├╝tzer unsaubere Methoden - und diese auf Kosten der Tiere - zum Erreichen ihrer Ziele angewendet (siehe mein Beitrag unten). Der ganze Ablauf der Aktion ist wirklich nicht nachahmenswert. Wenigstens konnten die Tiere so am Leben bleiben.
(30.10.2006, 17:48)
Hannes:   Was ist ein Tulli-Elefant
(30.10.2006, 17:11)
Sacha Beuth:   @Mulan: Ohne Herrn Ghiazza zu sehr in Schutz nehmen zu wollen: Sogenannte Tiersch├╝tzer haben damals die Tulli-Elefanten heimlich mit behandeltem Obst gef├╝ttert, um den Presseleuten dann an Durchfall erkrankte Tiere vorf├╝hren zu k├Ânnen. (Womit ich wohlgemerkt keinesfalls ausschliessen will, dass die Pflege bei R. Ghiazza sehr zu w├╝nschen ├╝brig liess - um es mal vornehm auszudr├╝cken.).
(30.10.2006, 10:19)
Michael Mettler:   Och, eigentlich sogar besser, schlie├člich muss man nicht so viele bewegliche Teile unter Kontrolle bringen :-)
(29.10.2006, 18:48)
Mulan:   Das liegt wohl daran, das man sie nicht so gut fesseln kann.
(29.10.2006, 18:35)
Michael Mettler:   Zumindest werden Seek├╝he nicht "eingebrochen"...
(29.10.2006, 13:36)
Mulan:   Warum sollen Zoos Prbleme damit haben, bei der River Zoo Farm Tiere zu ordern ? Basel,Erfurt und Dresden hatten auch keine Skrupel, die Tulli-Elefanten des rechtskr├Ąftig verurteilten Drogen,-und Tierh├Ąndlers Ricardo Ghiazza zu ├╝bernehmen, obwohl die Tiere dort nachweislich geq├╝├Ąlt und misshandelt wurden. Schlimmer als dort k├Ânnen es die Tiere in dieser Tierhandelsfarm nicht haben.
(29.10.2006, 12:45)
Saya:   Die 5 neuen K├Âlner Elefantenk├╝he laufen offiziell als "captive born" und dann ist die Einfuhr relativ einfach. Ob das mit dem captive born tats├Ąchlich stimmt ist eine ganz andere Sache, da sind die Beh├Ârden und der K├Âlner Zoo meiner Meinung nach sehr blau├Ąugig. Mit dem Reptilienhandel kenne ich mich nicht aus.
(29.10.2006, 12:08)
Michael Mettler:   @Saya: Na ja... Auch wenn die neu nach K├Âln importierten Elefantenk├╝he schon ein paar Jahre als Arbeitselefanten in Thailand gehalten wurden, wage ich anzuzweifeln, dass sie schon als solche geboren oder damals als Not-Tiere aufgenommen wurden.... Au├čerdem beweist z.B. der Reptilienhandel, dass es anscheinend kein gro├čes Problem sein kann, Wildfangtiere aus WA II kommerziell zu importieren. Solange sie keine Nutztierkrankheit einschleppen k├Ânnen, das ist den Beh├Ârden mit Sicherheit wichtiger als der Artenschutz....
(29.10.2006, 11:38)
Saya:   Das Toba Aquarium in Japan hat vor ein paar Jahren 2 Seek├╝he von dieser Farm bekommen. Ob die noch leben - keinen Ahnung. Ich glaube allerdings nicht, dass es in der Europ├Ąischen Union so leicht Einfuhrgenehmigungen f├╝r aus kommerziellen Gr├╝nden wildgefangene, artgesch├╝tzten Tierarten g├Ąbe - gl├╝cklicherweise!
(29.10.2006, 10:41)
Helga:   Diese River Zoo Farm scheint aber auch ausgesprochen umstritten zu sein - was auch auf der Homepage steht. Kann mir kaum vorstellen, dass ein anerkannter Zoo dort Tiere ordert. Und meines Wissen gibt es nirgends Afrikanische Seek├╝he in Zoos.
(29.10.2006, 08:33)
Michael Mettler:   War eben auf der von Shensi-Takin genannten Homepage aus Guinea-Bissau. Dort wird behauptet, dass von ihnen an Zoos gelieferte Afrikanische Seek├╝he bereits z├╝chten! Ansonsten kann man ├╝ber diese Farm auch Pinselohrschweine, Blaur├╝ckenducker sowie Meerestiere wie verschiedene Haie und Gro├če T├╝mmler erwerben....
(28.10.2006, 23:00)
Frank-Walter B├╝schner:   Hab ich eben gefunden, find es zu lustig, um es euch vorzuentahlten.

http://www.myvideo.de/watch/213138
(28.10.2006, 17:18)
Shensi-Takin:   Hier noch etwas zum Thema Afrikanische Seekuh: die Betreiber bieten den organistierten und legalen Fang von Exemplaren f├╝r Zoos an:
http://www.riverzoofarm.com/
(28.10.2006, 16:42)
Shensi-Takin:   Ich habe mit dem Tierarzt vom Cincinnati Zoo mal ├╝ber die Angelegenheit gesprochen: die in den USA gehaltenen Manatis sind ausnahmslos Tiere der U-Art Trichechus manatus latirostris-also die Florida-Unterart(obwohl der Status der Unterarten bei T. manatus zzt. nach neueren Erkenntnissen genauerer Untersuchungen bedarf). Diese Unterart ist in den USA u.a. durch den U.S. Endangered Species Act of 1973 und dem U.S. Marine Mammal Act of 1972 gesch├╝tzt. Die in den US-Zoos gezeigten Exemplare sind nahezu alle wegen mehr oder weniger gravierender Verletzungen /Krankheiten der Natur entnommen wurden, um sie schlu├čendlich nach Genesung wieder auszusetzen(was aber nicht hei├čt, dass nicht manch ein Exemplar bis zum Lebensende unter menschlicher Obhut verbleibt); sie sind sozusagen eine "Leihgabe" der US-Naturschutzbeh├Ârde an den Zoo. Dies ist auch der Grund, warum die US-Zoos gleichgeschlechtliche Gruppen h├Ąlt-man will so erst recht nicht in die Gelegenheit kommen, eventuell eine Zoopopulation zu etablieren-so idiotisch das auch klingen mag. Warum f├╝r solche Findlinge gro├če Anlagen im Inland der USA gebaut werden, ergibt sich aus der gro├čen Popularit├Ąt, die die Manatis in den USA unter den Besuchern haben-Zoos und Aquarien/Meeretierparks wie SeaWorld wissen um die "Zugkraft" dieser Tiere.

Was andere nordamerikanische Tiere angeht, so sieht die Situation bei der jeweiligen Art unterschiedlich aus; meist sind die Auflagen der US-Beh├Ârden so streng und die Papierberge an Formularen so gro├č, dass amerikanische Zoos eher auf die jeweiligen Arten verzichten, als diese M├╝hen auf sich zu nehmen-was erkl├Ąrt, dass manche bei uns h├Ąufig gezeigte Arten(z.B. Vikunjas) so gut wie nie in amerikanischen Zoos zu finden sind-und vice versa.
(26.10.2006, 14:05)
Michael Mettler:   @Zoosammler: "Tausende Meilen entfernt" ist anscheinend egal. Meines Wissens sind die Rotterdamer Seeotter ebenfalls Notfalltiere, f├╝r die es in Nordamerika zu dieser Zeit keine Unterbringungsm├Âglichkeit gab. Und das ist ja nun NOCH weiter entfernt. Abgesehen davon, dass z.B. Notfall-Walrosse aus Alaska ebenfalls in weit entfernte Ozeanarien gebracht werden.
(26.10.2006, 13:39)
Zoosammler:   Laut http://www.hans-rothauscher.de/dugong/zoo_d.htm kommen die Manatis in Odense aus N├╝rnberg und Georgetown (Guayana) - also nix Florida (ich finde den betreffenden Eintrag auch nicht).
(26.10.2006, 13:11)
Zoosammler:   @Sacha Beuth: Da das Geschenk von Robert Kennedy ├╝berreicht wurde, muss es schon eine ganze Weile her sein. ;)
(26.10.2006, 13:07)
Andreas Hartung:   Hmm... Ganz weit unten in diesem Thread schrieb Axel Schelling, dass die Manatis in Odense auf einen Direktimport aus Florida zur├╝ckgehen.
(26.10.2006, 12:21)
Sacha Beuth:   Ich habe mal bei ISIS nachgeschaut. Demnach gibt es wie Zoosammler schon schrieb, nur in den US-Zoos Florida-Nagelmanatis (T. m. latirostris). Die Tiere aus dem TP Berlin werden dort als Nominatform oder Karibik-Nagelmanati gef├╝hrt. Bei Arnheim, Beauval, Odense und Randers werden keine UA-Angaben gemacht, doch d├╝rfte es sich, wenn man die Herkunft der Tiere anschaut, um die Nominatform handeln. N├╝rnberg fehlt in der Liste und Amsterdam hat ja anscheinend keine Seek├╝he mehr.
Ich frage mich auch, ob die Ausfuhr von Florida-Nagelmanatis in europ. Zoos nicht m├Âglich ist (ob sie sinnvoll w├Ąre, ist wieder eine andere Frage). Gelangen oder gelangten nicht auch andere in den USA heimische und gesch├╝tzte Tiere in europ. Zoos? Ich erinnere mich da an einen Weisskopfseeadler f├╝r den Berliner Zoo. Weiss allerdings nicht mehr, wann dieses Staatsgeschenk ├╝berreicht wurde.
(26.10.2006, 12:08)
Zoosammler:   Ich denke Guayana ist richtig, wenn ich mich nicht t├Ąusche wurden mal aus dem Zoo Georgetown welche in einen europ├Ąischen Zoo geholt, genau das meinte ich mit "anderen L├Ąndern Amerikas" - ich denke nicht, dass man Tiere aus den USA bekommt.

Ich frage mich aber dennoch, weshalb Cincinnati (ich habe mich sicher wieder verschrieben) eine so bombastische Manati-Anlage baut - etwa als Auffangstation? Das ist tausende Meilen von Florida entfernt. Der Alpenzoo Innsbruck baut ja auch keine Heulerstation.
(26.10.2006, 11:47)
Michael Mettler:   Ich stie├č gestern in der Leipziger Chronik auf die beiden Seek├╝he von 1887, die Oliver Jahn in seinem Beitrag vom 8.7. erw├Ąhnte. Allerdings bleibt dort die Frage offen, ob die Tiere wirklich in den Zoo Leipzig kamen, denn das betreffende Kapitel befasst sich mit dem Tierhandel des damaligen Zoobetreibers Pinkert, und es wird auch erw├Ąhnt, dass z.B. von sechs ausgewachsenen Orangs nur vier nach Leipzig kamen, w├Ąhrend die anderen direkt vom Hafen aus nach Br├╝ssel und Paris gingen. K├Ânnte also auch ein, dass die Seek├╝he nie Leipzig erreichten. Gibt es dar├╝ber noch andere Literatur?

Was m├Âgliche Seekuh-Importe aus Amerika betrifft: Wie schon erw├Ąhnt fand ich bisher nur die Info, dass T. manatus zwei Unterarten bildet, aber nicht, wie diese verbreitet sind. K├Ânnte also sein, dass die in US-Zoos gehaltenen Florida-Manatis einer anderen Unterart angeh├Âren als die in Europa gehaltenen - f├╝r die habe ich eine Herkunft aus S├╝damerika (Guayana?) im Hinterst├╝bchen...?

@Zoosammler: Ich vermute, dass in den USA keine Zucht angestrebt wird, weil die Zoos die Haltungsressourcen auf Auffangstationen f├╝r Unfall-Manatis brauchen. War doch auch schon mal anderweitig im Forum zu lesen, dass US-Zoos aus diesem Grund auch keine Kodiak-, Grizzly- und Schwarzb├Ąren z├╝chten. Und ist das nicht sogar mit Seeottern genauso? Ist doch hierzulande mit manchen heimischen Tieren nicht anders, wenn auch bei kleineren Tierarten: Welcher Zoo bei uns z├╝chtet z.B. Igel, M├Ąusebussarde oder Waldohreulen?
(26.10.2006, 09:03)
Zoosammler:   @Sacha Beuth: Tats├Ąchlich - in Beauval werden Manatis gezeigt, da habe ich mich geirrt. Laut Forum werden Lamantins mit Sicherheit nur in Toba in Japan gezeigt, in Antwerpen und einem Ruhe-Zoo (u.a.?) ist die Haltung l├Ąngst beendet - oder wei├č noch jemand von anderen Haltungen?
Es existiert eine Internet-Seite ├╝ber europ├Ąische Manatihaltungen, leider ist sie auf dem Stand von 2003.
Einerseits denke ich, es m├╝sste m├Âglich sein, Tiere aus Amerika zu importieren, ist ja auch schon mehrfach geschehen, andererseits kann es nat├╝rlich sein, dass die strengen Ein-/Ausfuhrbestimmungen der USA auch in anderen L├Ąndern Amerikas gelten.
Meine Frage bez. der US-Manatiregelung ist ├╝brigens weiterhin im Raum.
(26.10.2006, 00:23)
Thomas W.:   vielleicht wird das Wasser schwarz, wenn Seek├╝he dort gehalten werden... ich kann mir vorstellen, dass diese plumpen Pflanzenfresser die Wasserqualit├Ąt ganz sch├Ân verschlechtern...
(24.10.2006, 13:54)
Michael Mettler:   @Sacha Beuth: Wahrscheinlich wollte man die Anlage nicht "Orinoko" nennen, weil die in der N├Ąhe flie├čende Ruhr wegen ihrer schlechten Wasserqualit├Ąt zeitweise den Spitznamen "Urinoko" gehabt haben soll - das h├Ątte bl├Âde Fehlassoziationen gegeben....
(24.10.2006, 10:31)
Sacha Beuth:   @Zoosammler: Um die Aussage von Stefan noch etwas zu pr├Ązisieren: Der Zoo de Beauval in St. Aignan sur Cher (ca. 50 km ├Âstlich von Tours) h├Ąlt auch Nagelmanatis und KEINE afrikanischen Lamantins (obwohl sie im Gorillahaus untergebracht sind). Uebrigens gab es dort vor ein paar Jahren eine Zwillingsgeburt. Ich war zuletzt 2005 in Beauval. Falls noch alle Nagelmanatis leben, stammen sie aus N├╝rnberg ("Orlando", m.), Arnheim ("Missouri", m.) und Amsterdam ("Daphn├ęe, w.) oder wurden in Beauval geboren ("Sylvestre", m.).
@Michael Mettler: Rio Negro in Duisburg ist als Name wirklich schlecht gew├Ąhlt. Das Wasser ist ja nicht mal schwarz... :-)
(24.10.2006, 10:18)
Zoosammler:   @Stefan: Genau den Zoo meinte ich, Danke! Wo kommen denn die Lamantins her und wo gehen die Nachzuchten hin?
Z├╝chten Randers und Odense (deren Tiere angebl. keine N├╝rnberger Vorfahren haben)?
(24.10.2006, 08:09)
Zoosammler:   Ich w├╝rde den "Flussdelfin"-Thread zum Thema Seek├╝he in Duisburg lieber hier fortsetzten.
@Mulan: Wieso ist es eine gute Sache, dass in Amerika nicht gez├╝chtet wird - und wieso bauen auch Zoos die soweit von Florida entfernt sind wie etwa Cincinnati dann Manati-Anlagen?
(24.10.2006, 08:05)
Karsten Vick:   Im MILU Bd. 11 Heft 3 (2004) gibt es einen Aufsatz von H. Strehlow ├╝ber S├Ąugetiere im Berliner Aquarium zur Zeit A. E. Brehms. Die Seekuh steht da nicht drin, da sie erst nach Brehm kam, sie wird aber in Kl├Âs' Festrede zur Er├Âffnung der Friedrichsfelder Manati-Anlage (TP JB 1994) erw├Ąhnt.
(10.07.2006, 23:26)
Hannes:   Unter den Linden wurde einmal eine Seekuh,M┬┤Pungu der erste(?) europ├Ąische Gorilla sowie Kegelrobben,Seehunde und 2 mal Walrosse ausgestellt.
http://www.luise-berlin.de/Bms/bmstext/9805prob.htm
(10.07.2006, 20:23)
IP66:   Gibt es nicht zum Linden-Aquarium einen historischen Aufsatz? Leider habe ich ihn nicht bibliographiert
(10.07.2006, 20:00)
Michael Mettler:   Einspruch, habe k├╝rzlich gerade was von einem jungen Walross "unter den Linden" gelesen!
(09.07.2006, 13:46)
Dortmunder:   Also, unter den Linden gab es wohl definitiv keine Seek├╝he ! Da gab es wohl mal einen Gorilla und andere Menschenaffen, aber, au├čer vielleicht Seehunden, keine marinen S├Ąugetiere
(09.07.2006, 12:09)
IP66:   Gibt es eigentlich hier keinen Aquarienspezialisten? Ich f├╝rchte, dann w├╝rden wir wohl noch einige Seek├╝he des 19. Jahrhunderts mehr entdecken, im Aquarium unter den Linden, in Frankfurt, Amsterdam oder Antwerpen. Die Haltung war ja so schwierig nicht, die Ern├Ąhrung einfacher als bei Robben, das Bewegungsbed├╝rfnis geringer, S├╝├čwasser war leichter zu beschaffen als Seewasser.
(08.07.2006, 19:58)
Oliver Jahn:   Der Zoo Leipzig besa├č bereits 1887 zwei Seek├╝he. Bin ich zuf├Ąllig bei den Nashornrecherchen drauf gesto├čen!
(08.07.2006, 09:05)
Dortmunder:   Wahrscheinlich mit einem Kinderteller "Manati", bestehend aus Pacu-Fischst├Ąbchen, gegrillt ├╝ber echtem Tropenholz... *grusel*
(26.06.2006, 00:00)
IP66:   zum n├╝rnberger Seekuhhaus: Da├č der Bau "leerl├Ąuft", ist schade, aber charakteristisch: Zum einen ist der Ansatz morphologischer Vergleichbarkeit von Arten derzeit aus der Mode, zum anderen liebt man fraktale Betonbauten dieser Art, wo man Anlage, Bepflanzung und Architektur unterscheiden kann, derzeit auch nicht sehr innig, und zum dritten w├Ąrmt man gerade den Volkszoo wieder auf, und da pa├čt ein Bauwerk, da├č errichtet wurde, um eben da ein neues Zeichen zu setzen, nun ganz und gar nicht. In 25 Jahren wird das Geb├Ąude dann nostalgisch, und wenn man es abgerissen hat, baut man ein Zoo-Restaurant "zur Seekuh", indem man den Altbau in einem modernen Material ziemlich schlampig rekonstruiert.
(26.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Es gab schon 1875 einen Lamantin in London! Lebte aber nur 4 Wochen.
(26.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Vielleicht h├Ątte man die Seek├╝he aus dem Becken nehmen sollen, damit die Pakus endlich mal z├╝chten.... :-)
(25.06.2006, 00:00)
Karsten Vick:   @Michael Amend: Die Berliner Seek├╝he sind sich schon n├Ąhergekommen in ihrem Becken, denn es gab 4 Geburten, leider alles Tot- und Fr├╝hgeburten. Die zweite, vielleicht auch die erste Totgeburt wurde wahrscheinlich verursacht durch die Vergesellschaftung (!!) mit Pakus. Da hat Dr. Blaskiewitz wohl doch recht: eine von 5 Vergesellschaftungen in Friedrichsfelde und schon geht was schief. (Das war jetzt Ironie; ich kann Dr. B. ganz gut nachsehen, dass er nicht ├╝berall Kunstfelsen, Wasserf├Ąlle und Tunnel hinbaut, aber warum er ein derma├čen harter Gegner von Gemeinschaftshaltung ist, werd ich wohl nie kapieren.) Wie auch immer, bei der 2. Geburt wurde beobachtet, dass die Fische gleich als es losging, anfingen, an dem Jungtier rumzufressen und damit die Mutter so zu beunruhigen, dass das Kalb als Folge der Verz├Âgerung nur noch tot zur Welt kam. Die dachten wohl, jetzt gibts lecker Seekuh-Kacke. Zur Strafe wurden sie aus dem Becken verbannt. Danach gabs eine Fr├╝hgeburt und danach Zwillinge, von denen nur einer ein paar Tage lebte. Seitdem nix mehr. Die Mutter all dieser W├╝rfe, Lisa, d├╝rfte mittlerweile auch aus dem zuchtf├Ąhigen Alter sein (?), aber ich hab keine Ahnung, warum die Jungkuh Mia noch keinen Nachwuchs hatte.

Es soll in Europa Seek├╝he geben, die NICHT auf die N├╝rnberger Zucht zur├╝ckgehen (Randers oder Odense???). Wei├č jemand mehr dar├╝ber?
(25.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Also, die Arnheimer Manatis haben ne ganz gute Reproduktionsrate... Wei├č sicher von mindestens drei K├Ąlbern, wovon ich zwei auch selbst gesehen habe
(25.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Wenn eine zu kriegen ist, warum nicht...?

Hat denn nicht irgendein anderer Zoo noch einen Springbrunnen f├╝r Seek├╝he frei?

Zur├╝ck zum Ernsthaften: Die beiden schon erw├Ąhnten Seek├╝he im alten Hamburger Zoo waren Lamantins - Info gefunden im "Zoologischen Garten".
(25.06.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Keine Chance, das alte Fischotterbecken in Schwerin ist schon verplant. Die Fl├Ąche wird einer in deutschen Zoos deutlich unterrepr├Ąsentierten Vogelart zugeschlagen, n├Ąmlich den Humboldtpinguinen. Au├čerdem h├Ątte die Seekuh dort bestimmt gefroren und die Schlupfr├Âhren der Otter ins Haus w├Ąren etwas eng. Vielleicht schaffen sie sich statt dessen eine wei├če Giraffe an.
(25.06.2006, 00:00)
Zoosammler:   In Schwerin m├╝sste jetzt ja eigentlich neurdings die alte Fischotteranlage leer stehen...
W├Ąr bestimmt ein Auftrieb f├╝r den etwas abseits liegenden Zoo, wenn er die "interessantesten S├Ąugetiere ├╝berhaupt" zeigen k├Ânnte, vielleicht kann man sich ja von Dr. Gewalt beraten lassen, auf das Know-How der ├Ąlteren Generation sollte man nicht verzichten.
(25.06.2006, 00:00)
Dennis:   in N├╝rnberg ist der alte Zuchtbulle ja vor ne wele gestorben..
Jetzt hat man glaub noch ein junges m├Ąnnchen und drei oder vier halbw├╝chsige bis erwachsene Weibchen
Ich pers├Ânlich finde, das Seek├╝he zu den intressantesten s├Ąugetieren ├╝berhaupt geh├Âren
(25.06.2006, 00:00)
Michael Amend:   Oder liegt's am Becken ? Das ist viel zu gro├âŸ, die k├â┬Ânnen sich aus dem Wege schwimmen, die Amsterdamer Badewanne war da besser, die konnten ja nur ├â┬╝bereinander liegen...Scherz besieite. Was tut sich denn bei den N├â┬╝rnberger manatis ? Wieviele sind dort noch im Bestand ? Und hat Arnheim eigentlich schon mal gez├â┬╝chtet ?
(25.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Michael Amend: Ist doch klar, warum es in Friedrichsfelde mit der Seekuh-Zucht nicht klappt - ganz klar Inzuchtdepression (Ironie).
(25.06.2006, 00:00)
Michael Amend:   Lieber Friedrichsfelde, dann kann man die Zwergseek├â┬╝he als Baby-seek├â┬╝he vermarkten, mit der Zucht klappt's dort ja wohl nicht...Es ist sehr praktisch, das es Zwergseek├â┬╝he gibt, denn das erm├â┬Âglicht auch kleienern Zoos , den Besuchern Seek├â┬╝he zu zeigen....Au├âŸerdem k├â┬Ânnen die Friedrichsfelder Zoobesucher dann ZWEI Seekuharten miteinander vergleichen, etwas, das heutzutage doch sehr vernachl├â┬Ąssigt wird in den deutschen Zoos.....
(25.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Warum Friedrichsfelde? Da gibts doch schon Seek├╝he, dann lieber im Berliner Aquarium zusammen mit den Arapaimas.... :-)
(25.06.2006, 00:00)
Michael Amend:   Wer wei├âŸ....W├â┬Ąre die Zwergseekuh aus Brasillien nicht was f├â┬╝r Freidrichsfelde ?
Mit 1,30 m ist die ja geradezu niedlich klein, die Nashornbadebecken ist doch f├â┬╝r 1,3 davon gro├⟠genug , und den Landteil k├â┬Ânnte man mit Capybaras besetzen.
(25.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Nochmal zur├╝ck zum Lamantin: Laut Wikipedia werden auch die afrikanischen Seek├╝he 3 bis 4 Meter lang. Warum blieben dann die Antwerpener Tiere so klein, obwohl sie jahrelang gehalten wurden? Sollte es auch in Afrika eine "Zwergseekuh" geben...?
(24.06.2006, 00:00)
Michael Amend:   Derzeit sieht es aber nicht allzugut mit Pinselohrschweinen in Deutschland aus. Zwar werden diese in derzeit 11 Zoos gehalten ( Berlin , Magdeburg ,Hamburg , Duisburg ,Krefeld , M├â┬╝nster , Wuppertal , Landau , N├â┬╝rnberg , M├â┬╝nchen und in einem Haustierpark am Bodensee ), aber gez├â┬╝chtet werden sie nur in Duisburg,sporadisch in Wuppertal, zwei W├â┬╝rfe jetzt in M├â┬╝nster und einige Male in M├â┬╝nchen , die einst bl├â┬╝hende Zucht in Landau ist durch den Tod der Zuchtsau zum erliegen gekommen),wenige Jungtiere werden aufgezogen, dagegen stehen viele , krankheitsbedingte Verluste. Hoffnungstr├â┬Ąger sind zwei Eber , die auf Wildf├â┬Ąnge zur├â┬╝ckgehen, in Wuppertal und Rotterdam, die frisches Blut in die europ├â┬Ąische Population bringen sollen.
(24.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   @ Stefan :

Daf├╝r scheinen die Pinselohr-Schweine mittlerweile eine recht gro├če Lobby zu haben... Daf├╝r das ich die fr├╝her nur aus dem Afrikanum in Duisburg kenne, "├╝berschwemmen" sie jetzt schon jeden, noch so kleinen, Zoo !
(24.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Na ja, zumindest kann Duisburg (zumindest theoretisch) keine Lamantins im Rio Negro unterbringen, wenn mal keine Flu├čdelphine mehr sind... Obwohl, geographische Gesichtspunkte sind ja oft nicht so wichtig...
(24.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Dortmunder: Mir war bisher auch gar nicht bekannt, dass die afrikanische Seekuh soviel kleiner ist als ihre amerikanischen Vettern. Immerhin sind die Tiere auf den Antwerpener Fotos trotz jahrelanger Haltung gerade mal mannsgro├č. F├╝r Zooverh├Ąltnisse doch eigentlich viel praktischer, und wenn die schon damals ├╝ber so lange Zeit haltbar waren, sollte man es vielleicht mal wieder versuchen? Vielleicht hat Duisburg ja noch irgendwo 'nen ungenutzten Springbrunnen....
(23.06.2006, 00:00)
Stefan:   @Dortmunder: Die Zwergflusspferde sind in der Tat aus dem Schl├╝sselbau verschwunden. Mal wieder typisch f├╝r den Trend in der Zoolandschaft (Zwergflusspferde haben leider irgendwie keine Lobby). Ihre Anlage wurde den Flachlandtapiren zugeschlagen. Fr├╝her gab es im Tropenhaus auch noch Hirscheber. Auf ihrer Anlage leben seit geraumer Zeit die Pinselohrschweine.
(23.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Okay, schon gefunden... Daf├╝r das sehr selten Lamantins in Zoos gehalten werden, wie es scheint und trotz der kleinen Badewanne, in der "Huka" gelebt hat, muss man ja mal sagen, dass das Tier sich sehr lange gehalten hat...
(23.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Der Schl├╝sselbau scheint aber langsam "leerzulaufen", immerhin sind die Manatis nicht mehr allzuviele und ziehen wohl bald irgendwo in die N├Ąhe der Delphine und Seel├Âwen und zumindest die Zwergflu├čpferde sind ja aus N├╝rnberg verschwunden, oder ?

Verstehe die Zeitrechnung beim Antwerpener Lamantin nicht wirklich ! Wenn er denn 1954 ankam und der letzte Bildnachweis von 1960 stammt, wieso wird dann von einer Haltung bis 1970/71 gesprochen ? Oder war ich wieder unaufmerksam beim lesen ?
(23.06.2006, 00:00)
IP66:   Mir wurde in N├╝rnberg vor Jahren erz├Ąhlt, da├č es vor den beiden Stammeltern im N├╝rnberger Seekuhhaus noch ein Einzeltier gegeben, das aber nur sehr kurz gelebt hat. Es soll zur Er├Âffnung dieses damals "Haus f├╝r halbaquatische Tiere" genannten Geb├Ąudes angeschafft worden sein, das ├╝brigends f├╝r seine Zeit einen Schl├╝sselbau vorstellt.
(23.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Die "beeldbank" auf der Antwerpen-HP ist eine wahre Fundgrube:

Am 20.9.1948 erhielt der Zoo einen weiblichen Lamantin namens Zooke, ├╝ber dessen Lebensdauer allerdings nichts zu finden ist.

Am 26.8.1953 folgte diesem eine zweite Seekuh namens Goliath (also wohl ein Bulle), ziemlich sicher wieder ein Lamantin. Goliath starb am 5.3.1954; in der Bildbank sind Fotos des Bullen auf dem Seziertisch und Details seiner inneren Organe enthalten...

Am 29.10.1954 kam erneut ein Lamantin nach Antwerpen. Es ist anzunehmen, dass es sich bei den Namensangaben Hukunga, Huicunga und Huka um das selbe Individuum handelt. Das letzte Fotodatum dieses Tiere war der 20.10.1960. Sollte es wirklich immer das selbe Tier gewesen sein, h├Ątte Hukunga also von 1954 bis 1970 in Antwerpen gelebt! Vielleicht sogar bis 1971, denn der "Census" im IZYB wurde immer im Laufe eines Jahres durchgef├╝hrt, nicht per Jahreswechsel.
(23.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Im International Zoo Yearbook gibt es ab Band 3 den "Census of rare Animals" (erstmals f├╝r 1961), da habe ich mal nach europ├Ąischen Seekuh-Haltern nachgesehen.

Trichechus senegalensis, Lamantin oder Afrikanischer Manati: 1,0 ist von 1961 bis 1970 durchg├Ąngig f├╝r Antwerpen angef├╝hrt. Das hei├čt zwar nicht zwingend, dass es immer das selbe Individuum gewesen sein muss, d├╝rfte aber sehr wahrscheinlich sein. Vermutlich ist dies das Tier, was in der "beeldbank" auf der HP im Krokodilbecken bzw. auf dessen Landteil zu sehen ist.

Trichechus inunguis, Amazonas-Manati: 0,1 von 1973 bis 1977 ebenfalls in Antwerpen

Trichechus manatus, Karibischer oder Nagelmanati: 0,1 1961 in London, taucht danach nicht mehr auf. 1967 begann Amsterdam mit 2,0, 1968 Bestand dito, 1969-72 nur noch 1,0, ab 1973 1,1 (und in sp├Ąterer Folge dann Nachzuchten, die ich nicht nachgeschlagen habe). Duisburg (Start ebenfalls 1967) haben wir ja schon abgehandelt. K├Ąme als N├Ąchstes Antwerpen ab 1978 (0,1); ab 1982 1,1 vorhanden, davon 1,0 zoogeboren (was nicht in Antwerpen geboren bedeuten muss, vielleicht ein Nachzuchttier aus Amsterdam?), dieser Bestand bis 1984, ab 1985 keine Seekuhhaltung mehr in Antwerpen. Ich sah 1984 nur (noch) ein Exemplar, und schon f├╝r das fand ich das Becken viel zu klein.... 1980 begann dann N├╝rnberg mit der Haltung (1,1). Da meine IZYB nur bis in die 80er reichen, kann ich ├╝ber die sp├Ąteren Halter (Arnheim, Berlin usw. - selbst Wuppertal hielt ja zeitweise die sp├Ąteren Berliner) spontan nichts hinzuf├╝gen.

Was an Antwerpen interessant ist: Entweder wurde dieselbe weibliche Seekuh zwischen 1977 und 1978 von inunguis auf manatus "umgetauft", oder Antwerpen hat tats├Ąchlich schon alle drei Manati-Arten gehalten! Was f├╝r die erstere M├Âglichkeit spr├Ąche ist, dass Duisburg seine Seek├╝he damals als "Amazonas-Seekuh, Trichechus manatus" bezeichnete, w├Ąhrend sich das englische "Amazonas manatee" im IZYB auf T. inunguis bezieht und T. manatus als "American" bzw. "Caribbean manatee" gef├╝hrt wird. Missverst├Ąndnisse sind also nicht ausgeschlossen, gab es im IZYB auch schon bei anderen Arten (mir ist sowas f├╝r Pferde-/Rappenantilope und Pferdeantilope/Pferdehirsch bekannt). Mein einziges Foto der Antwerpener Seekuh l├Ąsst leider keine Bestimmung zu, denn das entscheidende Merkmal ("Fingern├Ągel" oder nicht) ist darauf nicht zu sehen.

Dugongs sind im entsprechenden Zeitraum f├╝r keinen europ├Ąischen Zoo aufgelistet.
(22.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Obwohl die nat├╝rlich auch schon zu den Delphinen oder auch ins Aquarium gekonnt h├Ątten...
(16.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Na, ich sag' doch: Die Duisburger haben halt immer erst die Tiere geholt und DANN ├╝ber die Anlagen nachgedacht. Eigentlich ein Wunder, dass die Belugas damals nicht "vor├╝bergehend" in der Robbenanlage einquartiert wurden.
(16.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   @ Michael :

Hoffe ja nicht, dass damals mit Tropenhalle schon der Rio Negro gemeint war, dann w├Ąre die Haltungsprognose doch sehr optimistisch gewesen... *g*

Aber in alten Duisburger Zoof├╝hrern finden sich eh immer Andeutungen f├╝r interessante Anlagen wie Walro├č-Bassin, Schneeleoparden-Anlage oder deutscher Wald, die wohl nie wirklich realisiert wurden... Und die heutige Vielfra├č-Anlage war wohl auch schon Anfang der 80er geplant...

Vielleicht kriegt Duisburg ja doch noch irgendwann eine "vern├╝nftige" Manati-Haltung auf die Kette... Obwohl daf├╝r ja dann wohl die letzten Inia┬┤s in Deutschland verschwinden w├╝rden...
(16.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Wieder was gefunden! In einem Artikel ├╝ber die erste Nachkriegs-Seekuh in Duisburg in der K├Âlner Zoo-Zeitschrift schrieb Gewalt, dass der alte Hamburger Zoo schon 1912 ein Paar Seek├╝he erhalten habe, die 1924 noch am Leben waren. Da habe ich gleich mal in "Grzimeks Tierleben" nachgeschlagen, und da werden die beiden ebenfalls erw├Ąhnt, mit einer Gesamthaltungsdauer von 13 Jahren!

├ťbrigens bezeichnete Duisburg seine Seekuh als "Amazonas-Manati, Trichechus manatus". Und sie wurde kurzerhand in einem Springbrunnenbecken einquartiert, weil ihr eigentliches Domizil noch nicht fertig war, das hatte ich schon irgendwo erw├Ąhnt. Aber: Hier hei├čt es nun, dass die "Tropenhalle noch nicht fertig" gewesen sei. Da frage ich mich: Welche Tropenhalle? Und so hege ich den Verdacht, dass die langj├Ąhrige Unterkunft in dem flachen Becken hinten im ├äquatorium IDENTISCH mit dem Springbrunnen war bzw. auf einfachste Weise f├╝r die Seekuh umger├╝stet wurde und die Duisburger Seek├╝he somit ihr Provisorium nie verlassen haben....
(16.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Ich habe mir gestern noch mal die Wirtschaftsberichte f├╝r den Zoo Halle angesehen. Der Etat-Zuschu├č der Stadt war 1933 etwas h├Âher als die Jahre zuvor, ging allerdings 1934 deutlich zur├╝ck von gut 140.000 RM auf gut 90.000 RM. Auf diesem Stand blieb er dann mit geringen Schwankungen bis 1938. Also kann es nicht an der gezielten F├Ârderung gelegen haben. Was allerdings festzustellen war, dass der Reichsarbeitsdienst etliches im Zoo gebaut hat. Vielleicht wurden somit die Gelder, die man sonst verbaute, f├╝r mehr Tierank├Ąufe frei, und es wurde unter Dr. Schmidt-Hoensdorf einiges gebaut in der Zeit! Au├čerdem legte die Reichsmark an Wert deutlich zu. Auf jeden fall sind die Tierk├Ąufe zwischen 1933 und 1938 beachtlich, allerdings waren sie f├╝r Halle gesehen selbst in der Zeit der gro├čen Wirtschaftskrise bis 1932 gar nicht so schlecht.
(13.06.2006, 00:00)
IP66:   Das Bild ist wohl deutlich komplexer, als man gedacht hat. Die ├ťberwindung der Wirtschaftskrise d├╝rfte eine Rolle gespielt haben, ich frage mich aber auch, ob Zoos als Masseninstitutionen nicht auch in der NS-Zeit gezielt gef├Ârdert wurden. Wie sieht es denn un mit den "deutschen Zoos" aus. Der einzige konkrete Ausbau f├╝r Heimattiere, den ich gut kenne, ist der in Berlin. Hat man in M├╝nchen entsprechend reagiert?
(12.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   In unterschiedlichen Chroniken ist zu lesen, dass ab 1933 einfach die finanziellen M├Âglichkeiten der Zoos besser wurden, auf Grund des allegemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs, und die Zoos sich somit einfach den Kauf teurerer Tiere leisten konnten. Das liest man f├╝r Frankfurt, Halle, Breslau u.a.
Tierarten, die auf Grund des hohen Preises bisher fast ausschlie├člich an Zoos in den USA gingen, wurden jetzt durch bessere Mittelsituation auch von Deutschen Zoos erworben.
@ Karsten Vick, es gab in der NS Zeit eine sehr starke Bewegung, die die deutschen Kolonien zur├╝ckforderte und immer wieder betonte, wie wichtig sie f├╝r Deutschland w├Ąren. Leute wie General Paul von Lettow-Vorbeck, der letzte Kommandeur der Schutztruppe in DOA stand dem Naziregime recht nahe. Und somit wurden rein politisch gef├Ąrbt f├╝r die afrikanischen Staaten, die ja noch nicht unabh├Ąngig waren, sondern lediglich den Kolonialherren gewechselt hatten (auch wenn sie offiziell teilw. unter V├Âlkerbundsmandat standen) weiterhin die Bezeichnung der fr├╝heren Deutschen Kolonie gew├Ąhlt. Einen h├Âheren Deutschen Anteil an der Bev├Âlkerung gab (gibt) es tats├Ąchlich nur noch in Namibia. In Tansania, Kamerun und Togo wurden die eh recht wenigen Deutschen fast ausnahmslos des Landes verwiesen. Die paar S├╝dsee-Inseln und das winzige Fleckchen China (Kiautschu und Tsingtau)spielten eh kaum eine Rolle.
(12.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Vielleicht sind dort auch nur ein paar Tiersammler aus Kolonialzeiten "h├Ąngengeblieben", so dass es in diesen L├Ąndern schlichtweg bessere Bezugsquellen gab? ├ťbrigens kommen afrikanische Gro├čtiere - WENN denn mal welche importiert werden - auch in heutigen Zeiten noch ├╝berwiegend aus "Deutsch-S├╝dwest" alias Namibia, genauer gesagt Okahandja....
(11.06.2006, 00:00)
Karsten Vick:   @Dennis: Das bezieht sich auf N├╝rnberg, oder?

@IP66: Beim Bl├Ąttern im Berliner Zoof├╝hrer von 1941 ist mir aufgefallen, dass immer noch viele Tiere aus Kamerun, Deutsch-Ost und Deutsch-S├╝dwest importiert wurden, obwohl die deutsche Herrschaft dort schon 15-20 Jahre vorbei war. Aber vielleicht wurden solche Herk├╝nfte auch nur aus Nostalgiegr├╝nden besonders betont.
(11.06.2006, 00:00)
Dennis:   soweit ich wei├č, soll neben der Delphinlagune ein Orinokohaus mit gro├čer Anlage f├╝r die Manatis entstehen.
(11.06.2006, 00:00)
IP66:   Vor Kriegsbeginn war NS-Deutschland handelspolitisch ja nicht isoliert. Au├čerdem sa├čen zwei wichtige Importeure hier - Ruhe und Hagenbeck - als Nicht-Mehr-Kolonialmacht hatte man zudem einen ├Ąhnlich guten Ruf in der "dritten Welt" wie in der Adenauer-Zeit. Ich w├╝rde selbst den "deutschen Zoo" in Berlin eher als Erg├Ąnzuung sehen, die Artenzahl war nach wie vor hoch. Als NS-Musterzoo w├╝rde ich eher N├╝rnberg betrachten, einmal wegen der spezifischen politischen Umst├Ąnde dort (Parteitage, die durch die Errichtung des Zeppelinfeldes notwendig gewordene Verlegung, auf die Welt und Bev├Âlkerung schauten). Leider endet M├╝hlings Buch ja vor dessen Besetzung, sie scheint mir aber doch eher durch viele Gro├čtierarten gepr├Ągt gewesen zu sein als durch einheimische Tiere. Immerhin gab es ein Menschenaffenhaus, da├č nat├╝rlich den franfurter Typ im Sinne einer heimatstiligen Halle uminterpretierte, Elefanten- und Flu├čpferdh├Ąuser, gro├če Huftieranlagen, das ebenfalls f├╝r Exoten errichtete Raubtierhaus (als eine Art Mithras-Tempel). Hingegen ist mir nichts von Vogelhaus oder Fasanerie bekannt, es gab auch kein Kleins├Ąugerhaus, und anstelle des Hauses f├╝r niedere Affen entstanden zwei oder drei Freianlagen f├╝r gr├Â├čere Gruppen.
(11.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Also, wenn ich mir die Zoochroniken anschaue, dann finde ich keineswegs, dass zu dieser Zeit ungew├Âhnlich viele Rarit├Ąten ins Land kamen; das war auch schon vorher so und sp├Ąter in den 60ern wieder. Hatte das vielleicht eher damit zu tun, dass zu bestimmten Zeiten bessere Transportm├Âglichkeiten bestanden (bzw. in Krisenzeiten eben nicht, wodurch der "Nachschub" fehlte)? Nach dem NS-Gedankengut stand doch offensichtlich der "deutsche Zoo" im Vordergrund, wie er ja besonders in Berlin, aber auch ansatzweise in Duisburg oder M├╝nchen zu finden war: Die gr├Â├čten und imposantesten Anlagen waren mit Tierarten des Deutschen Reichs besetzt (und den R├╝ckz├╝chtungen von Ur und Tarpan). Die L├Âwenanlage in Berlin passt zwar nicht ins Einheimische, aber ├╝ber die Symbolik des L├Âwen brauchen wir wohl nicht zu diskutieren....
(10.06.2006, 00:00)
Zoosammler:   Ich finde es immer wieder verwunderlich, was f├╝r interessante Tierarten gerade in der NS-Zeit nach Deutschland gelangten. Eigentlich m├╝sste man doch eher das Gegenteil vermuten, dass n├Ąmlich internationale Handelswege f├╝r Deutschland verschlossen waren und die Zoos anderer L├Ąnder mit Deutschland nicht mehr kooperierten.
(10.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Ich will ja nicht unken, aber hatte das irgendwie mit der politischen F├╝hrung zu tun, das grade in dieser Zeit so viele kostbare Tiere den Weg nach "Deutschland" gefunden haben ? Nur, um dann in den Wirren des Krieges verheizt zu werden...
(10.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Jetzt noch ein Zitat aus dem 125-Jahre-Jubil├Ąumsband des Frankfurter Zoos: "Im Aquarium lebte seit 1934 ein Fluss-Manati. Diese Seekuh starb erst in der Bombennacht 1944."

Zusammen mit der Breslauer Seekuh, die offensichtlich einen fast identischen Lebenslauf hatte und den zwischenzeitlichen Kurz-Haltungen in Hannover und Duisburg gab es also zwischen 1934 und 1944 in Deutschland vier Seek├╝he!
(10.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   So, jetzt habe ich bald meine ganze Bibliothek durch... Im Jubil├Ąumsband "125 Jahre Zoo Hannover" fand ich den kurzen Hinweis "Eine Seekuh konnte im Herbst 1935 wohl nicht lange gehalten werden." Das d├╝rfte dann wohl das zu meinem Gehegeschild passende Tier gewesen sein, somit wurde der Schildertyp also auch schon in der Vorkriegszeit verwendet.
(09.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Tja, da muss ich mit einer Erkl├Ąrung passen, habe meine Infos auch nur aus den Duisburger Ver├Âffentlichungen. Aber auch das Hannoveraner/Gelsenkirchener Gehegeschild w├╝rde ja dem Baedeker widersprechen, denn dieser Typ Gehegeschild war weit vor den 60ern in Verwendung.
(09.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Noch zur Erg├Ąnzung, Dr. Martin Schlott ├╝bernahm nach Honigmanns Ausscheiden im Januar 1934 den Breslauer Zoo und "Muschi" gilt als sein erstes "Werk" f├╝r den Zoo, nur knapp 6 Monate nach Amtsantritt.
(09.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   @ Michael, da kann etwas nicht stimmen. Im Fr├╝hjahr 1934 wurde im Dickh├Ąuterhaus in Breslau ein gro├čes, heizbares Spezialglasbecken mit gro├čem Wasser- und schmalem Landteil gebaut und bereits im Juli des gleichen Jahres zog Muschi hier ein. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt einen L├Ąnge von 1,18 m und wog 22,5 kg. Es war die einzige Seekuh die je in Breslau gehalten wurde und die Versuche, ein M├Ąnnchen f├╝r sie zu erhalten, waren alle samt erfolglos.
Diese Seekuh war eine solche Rarit├Ąt, dass sie sogar in Karl Baedekers Reisehandbuch f├╝r Schlesien als Sehensw├╝rdigkeit verzeichnet war und da hei├čt es, dass neben Breslau nur noch die Zoos in Frankfurt, Amsterdam und Antwerpen bis zum Jahr 1965!!! je eine Seekuh in ihren G├Ąrten zeigen konnten.
Tragisch daran ist, dass auch die frankfurter Seekuh dem Krieg unmittelbar zum Opfer viel, wie auch die Breslauer, und zwar durch Fliegerbombe, im Gegensatz zur Artilleriegranate.
(09.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Die beengten Unterbringungen f├╝r Seek├╝he scheinen ja sowas wie Standard gewesen zu sein, und sind es meiner Meinung nach immer noch... Aber das Mata-Mata-Becken im Aquarium (auch das kenne ich noch von fr├╝her) ist ja an Gr├Â├če kaum noch zu unterbieten... Das mit dem Springbrunnen stelle ich mir spontan recht lustig vor, obwohl es f├╝r das Tier wohl eher eine Katastrophe war...
(09.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Auch hier noch Erg├Ąnzungen (allm├Ąhlich habe ich dann aber s├Ąmtliche Druckwerke aus Duisburg durch...): Die erste der vier ├äquatorium-Seek├╝he traf zu einem Zeitpunkt ein, als ihr Becken noch nicht fertig war (sowas scheint eine Duisburger Spezialit├Ąt gewesen zu sein) und wurde kurzzeitig in einem Springbrunnen einquartiert.... (Entnommen dem Buch "Tiere f├╝r dich und f├╝r mich" von Gewalt).

Und sie war nicht die erste Seekuh in Duisburg, sondern nur die erste nach dem Krieg: Bereits 1938 wurde kurzzeitig eine Seekuh gezeigt, ein nur 1,30 m langes Jungtier, und zwar im sp├Ąteren Mata-Mata-Becken des Aquariums! Ich kenne die aktuellen Verh├Ąltnisse (Rio Negro usw.) dort noch nicht, aber das genannte Becken befand sich fr├╝her in der Aquariumhalle zwischen den beiden Zug├Ąngen zur Krokodilhalle. Diese Seekuh ging danach nach Breslau und d├╝rfte mit dem von Oliver Jahn unten genannten Tier identisch sein.
(09.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Dortmunder: Bei den Kodiaks war ich auch verbl├╝fft, vielleicht suche ich diese Geschichte auch noch mal zusammen - die Jahresberichte sind eh noch nicht ins Regal zur├╝cksortiert....

Das diesj├Ąhrige Sammlertreffen findet in M├╝nchen statt, gibt hier im Forum einen Thread dazu - die Anmeldung l├Ąuft n├Ąmlich praktischerweise ├╝ber Sch├╝ling!

@Oliver: Keine Ahnung, aber ich kenne mich auch mit der Bausubstanz der Vor-Beton-├ära in Hannover kaum aus - mir waren die Tierarten immer wichtiger als ihre Unterk├╝nfte... Aber immerhin gab es im alten Elefantenhaus ein Flusspferdbecken, was ja bedingt durch Ruhes Handelst├Ątigkeit nicht zwangsl├Ąufig durchgehend mit Flusspferden besetzt gewesen sein muss. Im Sommer h├Ątte man das Tier sogar vor├╝bergehend in ein Robbenbecken setzen k├Ânnen, wurde schlie├člich mit Alligatoren auch so gemacht! Oder vielleicht stand ein Mini-Pool im alten Antilopenhaus? Aber wie gesagt: Sie k├Ânnte auch im Ruhrzoo gewesen sein, da gab es z.B. die ├╝ber l├Ąngere Zeit bestehende "Tropenschau".
(08.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Nun, hier auf der HP einfach mal unter News schauen!!!!!!
(08.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   @ Michael :

Bei Goliathfr├Âschen und Jacobitas war mir das ja irgendwie schon klar, dass da ein reger Durchlauf war, aber bei den Kodiaks h├Ątte ich das nie gedacht...

Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich diese Seite ja erst seit ca. zwei Wochen kenne und daher auch noch nicht wirklich viel ├╝bers Zoosammlertreffen wei├č, obwohl ich zootechnisch schon ganz gut rumgekommen bin (zumindest, was Deutschland betrifft) und ja auch immerhin schon ein Praktikum im Dortmunder Zoo bestritten habe :o)

Aber Moment : Hab auch schon vom Zoosammlertreffen auf www.zoo-ag.de gelesen, kann, bzw. konnte nur nicht viel damit anfangen... Aber klingt mir ja schon durchaus verlockend
(08.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Um so bedauerlicher, dass viele Zoos ihre jahresberichte ganz eingestellt habe. Mich ├Ąrgert das ganz besonders bei Halle, meinem bevorzugten Sammlergebiet! Aber zur├╝ck zum Thema, Michael, wo theoretisch k├Ânnte denn in Hannover eine Seekuh untergebracht gewesen sein?????
(08.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   H├Ątte sich nicht die Gelegenheit ergeben, durch meine damalige Mitgliedschaft im F├Ârderverein auf die aussortierten hannoverschen Schilder Zugriff zu bekommen (und daf├╝r einiges Geld abzudr├╝cken...), h├Ątte auch ich sowas nicht in der Sammlung. Und was Drucksachen betrifft: Zoof├╝hrer sind sch├Ân und gut (und die sammele ich auch), aber inhaltlich interessanter sind eigentlich Jahresberichte und Zeitschriften, weil man in ihnen wesentlich besser recherchieren kann. Wer wirklich Interesse an der Entwicklung von Tierbest├Ąnden hat, kommt um solche Druckwerke nicht herum. Irgendwo hei├čt es doch z.B. in den Duisburger Zoof├╝hrern, das ├äquatorium habe "auch schon die legend├Ąre Seekuh beherbergt". Dass es sich um insgesamt vier Individuen handelte, geht daraus eben nicht hervor. Und der "Schimpansenverbrauch" - siehe ├äquatorium-Thread auch nicht, ganz zu schweigen von den vielen Rarit├Ąten, die den letzten Zoof├╝hrer NOCH NICHT und den n├Ąchsten NICHT MEHR erlebt haben und somit NUR in Jahresberichten auftauchen. Und wenn im Zoof├╝hrer Goliathfr├Âsche, Jacobitas und Kodiakb├Ąren erw├Ąhnt werden, ist daraus auch nicht ersichtlich, dass f├╝r alle drei Arten aufgrund gro├čer Verluste mehrere Anl├Ąufe gebraucht wurden, um sie im Zoo zu etablieren (jawohl, selbst bei den Kodiaks der heutigen Anlage!).

Aber by the way, Dortmunder: Du bist keineswegs allein mit deiner Sammel-Leidenschaft - schon mal vom j├Ąhrlichen Zoosammlertreffen geh├Ârt?
(08.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Und ich dachte immer, ich w├Ąre mit meiner Zoo-Sammel-Leidenschaft ziemlich alleine, wobei sich meine Sammlung nur auf Zoof├╝hrer beschr├Ąnkt... Gehegeschilder finde ich ja schon sehr ausgefallen... Da musst du ja schon sehr gute Kontakte haben, Michael
(08.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   In meiner Sammlung historischer Gehegeschilder aus der Ruhe-├ära habe ich eins mit der Beschriftung "Seekuh oder Lamantin, Trichechus manatus". Stammt zwar aus dem aufgel├Âsten hannoverschen Schilderbestand, k├Ânnte aber auch in Gelsenkirchen eingesetzt worden sein. (Alfeld - Ruhes Stammsitz - ist mangels Publikums eher unwahrscheinlich; es sei denn, man fertigte solche Schilder auch wegen der "Fachbesucher" an?) Da auf einem Schild gleicher Machart ein Elefant mit Geburtsdatum 1949 ausgeschildert ist, d├╝rfte auch das Seekuh-Schild aus der Nachkriegszeit stammen und w├╝rde die Aussage Duisburgs, die erste "deutsche" Nachkriegs-Seekuh gezeigt zu haben, relativieren.
(08.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Dugongs w├Ąren, meines Erachtens, in flachen Becken oder auch den heutigen Manati-Pools noch schlechter aufgehoben, da sie ja auch Meerstiere sind...
(08.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Wie weiter unten ja schon zu lesen ist, gab es Nagelschwanz- und Amazonasmanatis. Dugons hingegen wurden meines Wissens zumindestens in deutschen Zoos nie gehalten.
(08.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   @ Oliver :

War einfach nur verwundert, dass in so vielen Zoos, Seek├╝he gehalten wurden... Scheinen aber fast immer nur "normale" Manatis gewesen zu sein, oder ?
(08.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Nun ja, was hei├čt "nicht so selten"? es war damals weit ├╝ber Breslau hinaus schon eine absolute Rarit├Ąt, die weithin "vermarktet" wurde. Wer f├╝r den Namen verantwortlich zeichnet, l├Ą├čt sich bei der wenigen Litaratur, die es generell ├╝ber ehemals deutsche Zoos gibt, allerdings nicht mehr ergr├╝nden!
(08.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   So selten, wie ich immer dachte, scheinen Seek├╝he ja dann wohl doch nicht in die europ├Ąischen Zoos gelangt zu sein... Und nochmal zum Breslauer Tier... Wer hat sich denn bitte diesen Namen einfallen lassen ? Ganz ohne Hintergedanken, aber sowas passt doch nicht zu so einem Tier...
(08.06.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Breslau hatte ein eigenes Becken f├╝r seine Amazonas-Seekuh "Muschi" im Dickh├Ąuterhaus errichtet und wenn ich mich recht erinnere, ist das Tier bei bester Gesundheit gewesen, als es dann durch Bombensplitter get├Âtet wurde, beim Artillerieangriff auf Breslau, der auch den Zoo stark in Mitleidenschaft gezogen hatte.
(08.06.2006, 00:00)
IP66:   Das letzte oder vorletzte duisburger Tier habe ich noch kennengelernt, es schwamm damals im Becken in der Mitte des letzten ├äquatoriumsquadranten, wo sich heute das Faultiergehege befindet. Das Becken diente noch lange als ├ťberwinterungsquartier f├╝r Riesenschildkr├Âten. Es war wohl etwas gr├Â├čer als das antwerpener, aber immer noch recht klein. 1969 - 1975 halte ich aber f├╝r einen gar nicht so schlechten Haltungserfolg. Gab es eigentlich in den Gro├čaquarien des 19. Jhd.s Seek├╝he? Eigentlich pa├čten sie ja ganz gut in das Schema. Gro├čbecken gab es ja auch in Berlin (u. d. L.) genug, Wasser- und ern├Ąhrungstechnisch waren die Probleme nicht so gro├č. Allerdings gab es in den klassischen Tierexportregionen wohl keine Seek├╝he.
(08.06.2006, 00:00)
Dortmunder:   Duisburg scheint also damals echt mal fast alles falsch gemacht zu haben, was man, nach heutigem Wissensstandard falsch machen kann, nur um m├Âglichst viele Rarit├Ąten auffahren zu k├Ânnen... ├ťbrigens waren die Seek├╝he in meinem ersten Duisburger Zoo-F├╝hrer (Unterwasserbild Walarium) noch im Zooplan im ├äquatorium aufgef├╝hrt...
(08.06.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Alter Thread neu belebt: Da ich gerade aus anderen Gr├╝nden die Duisburger Jahresberichte durchforstet habe, kann ich nun auch die dortige Seekuh-Geschichte rekonstruieren - es hat n├Ąmlich nicht weniger als VIER Seek├╝he in Duisburg gegeben.

Die erste - ein Bulle - traf 1967 aus S├╝damerika ein und wurde als erste Seekuh in Deutschland nach dem Krieg bezeichnet. 1969 erhielt der Zoo statt der bestellten Kuh ein Paar hinzu. Der ├╝berz├Ąhlige Bulle sollte wohl an einen anderen Zoo weitergegeben, musste aber erstmal in Duisburg eingestellt werden. Der Versuch, alle drei Tiere zusammen unterzubringen, scheiterte: Einer der Bullen ertr├Ąnkte den anderen und starb selbst kurz darauf, wom├Âglich als Folge des Stresses. Die ├╝berlebende, frisch importierte Kuh blieb bis 1975 allein, dann gesellte man ihr einen jungen Bullen hinzu, wobei man wegen der Erfahrungen aus dem damaligen Zwischenfall ein deutlich kleineres Tier w├Ąhlte. N├╝tzte aber nichts: Diesmal starb die Kuh vor Aufregung (?) den Herztod, und noch im selben Jahr ging der junge Bulle an einer verschluckten Plastikt├╝te zugrunde. Nach 1975 gab es also keine Seek├╝he mehr in Duisburg.
(08.06.2006, 00:00)
Susanne:   Deutsche Welle
Tina Gerh├Ąusser hat den Tierpark in Bamako besucht. Den Zoo in Bamako gibt es seit der malischen Unabh├Ąngigkeit 1960. Zoow├Ąrter Tour├ę erz├Ąhlt, in den 1970er Jahren seien die Gehege in dem weitl├Ąufigen Gel├Ąnde voll mit Tieren gewesen: Giraffen, Zebras, eine Seekuh und das Nilpferd, das vor zwei Monaten gestorben ist. Der Zoodirektor habe viele neue Tiere f├╝r das Jahr 2006 versprochen. Drei junge Seek├╝he sollen aus dem Nigerdelta bei Mopti geholt werden. In Bamako wartet ein hellblaues, ungef├Ąhr 40 qm gro├čes, ├╝berdachtes Schwimmbecken auf sie.
(10.11.2005, 00:00)
Oldzooboy:   Die Seehunde im Exotarium waren nie in der Pinguin-Anlage untergebracht, sondern hatten ein eigenes Becken,n├Ąmlich das rechte Becken auf der Stirnseite,dort lebten jahrelang die L├Âffelst├Âre(die Seekuh lebte im letzten Becken auf der rechten Seite der Haupthalle),diese Infomation findet sich auch in den allersten Exo-F├╝hrern,in der Ausgabe von 1958 ist auch ein Foto von den Seehunden in diesem Becken.Im Opelzoo Kronberg wurden fr├╝her Seehunde und Pinguine im heutigen Gibbonhaus gehalten,deswegen die vielen Felsen darin,und auch das ehemalige Wasserbecken ist noch gut zu erkennen!
(09.11.2005, 00:00)
Dirk L:   Ich bin sicher, ein Bild von Seehunden im Pinguinbecken gesehen zu haben; in den alten Exo-F├╝hrern ist aber keines (Seehunde werde da gar nicht erw├Ąhnt). Im "Scherpner" wird nur erw├Ąhnt, da├č 1979 die See-Elefanten durch Seehunde ersetzt wurern, die "zuvor in einem Aquarium lebten". Auch kein Foto...
(09.11.2005, 00:00)
IP66:   Ich wei├č nicht, ob jetzt noch mehr Wirrsal entsteht, aber ich meine mich erinnern zu k├Ânne, Seehunde eben nicht in der Nachkriegs-Pinguinanlage, sondern in den Aquarien der dem Eingang gegen├╝berliegenden Schmalseite gesehen zu haben. Ich war damals noch sehr klein und habe viel erwachsene Zurechtweisung erfahren m├╝ssen, weil ich mokierte, da├č man meistenteils nur die untere H├Ąlfte der Tiere sah. F├╝r die Pinguinanlage kann ich mich zwar an Zwerg- und Kaiserpinguine erinnern, aber nicht an Seehunde.
(09.11.2005, 00:00)
Dirk L:   Bitte nicht verwechseln: Nach dem Krieg wurden die Seehunde mit in der noch heute existierenden Pinguin-Klimakammer gehalten. Das ist aber ein Nachkriegs-Anbau und hat nichts mit dem von Oldzooboy erw├Ąhnten Vorkriegs-Seehundbecken zu tun.
(08.11.2005, 00:00)
IP66:   Wenn ich mich recht erinnere, stand im Baubericht f├╝r das berliner Nachkriegsflu├čpferdhaus (das 2. von dreien) auch etwas von einem Becken f├╝r eine "Sirene" - anscheinend hat man sie trotz Arteninteresse aber nie angeschafft. An die Seehunde in Frankfurt kann ich mich noch gut erinnern, sie haben unter diesen Bedingungen sogar gez├╝chtet. Es sah ein wenig aus wie in Stichen des 19. Jahrhunderts: Eine gro├če, dunkle Aquarienhalle mit entsprechenden Becken, und darinnen allerlei ebenfalls gro├čes Wassergetier - noch heute entwickelt die Aquarienabteilung des frankfurter Exotariums noch viel von diesem Eindruck - allerdings ohne allzu gro├če Tiere in allzu engen Becken.
(08.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   In meiner Sammlung (siehe unter "Historische Seltenheiten in Hannover" im Forum) befindet sich ein Gehegeschild "Seekuh oder Lamantin, Trichechus manatus", das dem Archiv des hannoverschen Zoos entstammt. Da Ruhe seine Tiere und mit ihnen auch Karteikarten usw. zwischen seinen Zoos hin und her schob, mag diese Seekuh eventuell (auch) im Ruhrzoo gewesen sein und nicht (nur) in Hannover.

Die eben von mir erw├Ąhnte Antwerpener Seekuh war ├╝brigens nicht wie die heute verbreiteten Zoo-Seek├╝he ein Karibischer Nagel- oder K├╝stenmanati (Trichechus manatus manatus), sondern ein Amazonas-Manati (Trichechus inunguis). Zu welcher Art geh├Ârten die Duisburger Tiere eigentlich?
(08.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   @Oldzooboy: Ist zwar nicht Deutschland, aber ich durfte die letzte Antwerpener Seekuh noch erleben, die dort in einer Art Badewanne in einem verglasten Pavillon gehalten wurde. Nach ihrem Tod wurden dort Kongopfauen untergebracht....
(07.11.2005, 00:00)
Axel Schelling:   Ich habe mich im Internet auf der d├Ąnischen Website nochmal schlau gemacht und mu├čte (so mein d├Ąnisch gut genug ist)f├╝r den Odense Zoo leider lesen, da├č dieses Wochende eine tr├Ąchtige Seekuh verendet ist. Nachtragen kann ich zur Seekuhanlage noch, da├č das "Ozeanium", der Komplex f├╝r Sichler, Seek├╝he, Pinguine, Tapire und weitere Arten 2001 er├Âffnet wurde und das es bereits am 13.September 2003 dort Nachwuchs gegeben hat, so das bei meinem Besuch im Mai 2004 bereits dieses Jungtier vorhanden war und damals nur 3 Tiere importiert worden sind.
(07.11.2005, 00:00)
Olzooboy:   Die Duisburge Seekuhhaltung kann Frankfurt(fast)noch toppen.Dort wurde im Exotarium von 1934 bis 1945 ein Amazonas-Manati gehalten,und zwar in dem Becken, in dem fr├╝her die L├Âffelst├Âre lebten,und im Becken neben an,in dem jetzt die Lungenfische leben, schwammen Seehunde rum....,
(07.11.2005, 00:00)
Axel Schelling:   Die zur Zeit beste Anlage f├╝r Seek├╝he scheint mir jene aus dem Odense Zoo zu sein. Eine gro├čz├╝gige, auch f├╝r die Tiere ger├Ąumige Dschungellandschaft mit Inseln f├╝r Krallenaffen und Rotschulterenten, weiteren Kleinv├Âgeln, Fischen, Wasserschildkr├Âten und 4 Seek├╝hen (Stand: Mai 2004), die sowohl von oben, als auch von unten beobachtet werden konnten. Die Flusslandschaft kann bei Bedarf in mindestens 3 Abteilungen (jede deutlich gr├Â├čer als in N├╝rnberg!) unterteilt werden. Bei den vorhandenen Salmlern sind gl├╝cklicherweise keine Pakus zu sehen gewesen, da es im Tierpark Berlin bei einer Geburt Probleme gab, und diese daraufhin entfernt werden mu├čten. Nach- zuchten hat es bis Mai 2004 leider noch nicht gegeben, jedoch l├Ąsst diese Anlage baldige Nachzucht erhoffen. Die hier gehaltenen Manatis gehen auf einen Direktimport aus Florida zur├╝ck.
(07.11.2005, 00:00)
Michael Mettler:   In dem besagten Duisburger Becken lebten f├╝r ganz kurze Zeit sogar drei (!!) Seek├╝he: Statt dem f├╝r das Einzeltier bestellten Partner wurde n├Ąmlich ein Paar geliefert, und das f├╝hrte zu soviel Stress f├╝r die Tiere (bei der Unterbringung kein Wunder), dass zwei davon sehr schnell starben....
(07.11.2005, 00:00)
IP66:   Duisburg besa├č in den 1970ern schon einmal eine Seekuh, in einem Becken, da├č sich an der Stelle des heutigen Faultier/Schildkr├Âtengeheges in der Niederaffenabteilung des ├äquatoriums befand. So viel ich wei├č, wurde sie aus finanziellen Gr├╝nden abgeben.
(07.11.2005, 00:00)
Oldzooboy:   Schwer zu sagen,wie die beiden ollen Delphine auf die Seek├╝he reagieren w├╝rden,m├╝├čte man mal die Pfleger in Duisburg dazu befragen.Ich k├Ânnte mir duchaus vorstellen,das bei Arten friedlich zusammenleben k├Ânnten,die Frage ist nur,ob die temperamentvollen Delphine nicht zuviel w├Ąren f├╝r die ehe gem├Ąchlichen Manatis,die zudem auch nicht ganz so schnell reagieren wie die Toninas ? Aber ich bin der Meinung,das man den beiden "Rentner"Toninas eine Vergesellschaftung mit Manatis auf ihre alten Tage noch zumuten mu├č,obwohl das vielleicht auch durchaus positive Auswirkungen auf die Delphine h├Ątte,├Ąhnlich wie die jungen Lolitas auf alte M├Ąnner verj├╝ngende Auswirkungen haben,Ha,Ha,Ha.
(06.11.2005, 00:00)
Sven P. Peter:   Oh ha... hoffen wir das die Scheibe noch ein bisschen h├Ąlt!
Was meint ihr denn wie die Inias auf Seek├╝he reagieren w├╝rden, agressiv?
(05.11.2005, 00:00)
Sitara:   Wie ich das verstanden habe, k├Ânnte bei einem heftigen Aufprall von au├čen (z. B. tobende Kinder ...)durch die Spannung in der gebogenen Scheibe und dem Druck des Wassers von innen evtl. ein Bruch entstehen. Bin kein Physiker, aber leuchtet irgendwie ein...Im Moment befindet sich Einiges im Rio Negro-Haus noch in der "Testphase", z. B. auch die Bepflanzung... Ob ein h├Âherer Wasserdruck entsteht durch die Haltung von Seek├╝hen entzieht sich meiner Kenntnis, aber von der Hand zu weisen ist es wohl auch nicht...

(05.11.2005, 00:00)
Sven P. Peter:   Warum, h├Ąlt die Scheibe keine Seek├╝he aus?
(05.11.2005, 00:00)
Sitara:   Vor zwei Wochen erhielt ich von einem Pfleger im Rio Negro-Haus die Auskunft, dass erst NACH dem Tod der beiden Toninas an die Haltung von Seek├╝hen in dem Becken gedacht wird. Dazu mu├č evtl. noch die vordere gebogene Scheibe verst├Ąrkt oder ver├Ąndert werden. Diese Aussage w├╝rde sich mit der von Oldzooboy decken.
(05.11.2005, 00:00)
Sven P. Peter:   Eine Vergesellschaftung von Inias und Seek├╝hen? Na ob das ma gut geht...
(05.11.2005, 00:00)
Sitara:   Z├Ąhlen kann man schon (mit ein bi├čchen Verweilen und etwas Geduld!), Susanne, und der "R├╝cken" reicht auch (!), denn ich wei├č wie ein Manati ausieht. Daf├╝r ist die Umgebung im bush adequat gestaltet, man taucht ein in eine Welt es "Tropendschungels", wo man in der Realit├Ąt Seek├╝he auch nicht in "Unterwasserperspektive" (es sei denn mit Tauchger├Ąt) zu sehen bekommt... Vor dem Becken haben sich zahlreich Leute versammelt und ich hatte den Eindruck, dass es gerade interessant und spannend war, nach den Tieren zu "suchen" und sie nicht unbedingt auf dem "Tablett serviert zu bekommen"!
(05.11.2005, 00:00)
Stefan Wolf:   Besten Dank, Dirk. Dann vermute ich mal, wird das Tropenhaus langfristig wohl einzig den Tapiren geh├Âren. Es ist schade, dass sich europ├Ąische Zoos nicht so recht f├╝r Seek├╝he zu interessieren scheinen. Bei der F├╝lle der Regenwaldh├Ąuser, die in den letzten Jahren in Zoos gebaut wurden, vermisse ich ein wenig die Entscheidung f├╝r diese Tierart. Sind denn die Nachzuchtraten nicht zufriedenstellend? Oder ist gar die Haltung zu aufwendig? Ich hatte jedenfalls bei meinen Besuchen in N├╝rnberg und Berlin-Friedrichsfelde den Eindruck, dass das Interesse der Besucher sehr stark war.
(05.11.2005, 00:00)
Susanne:   ... gesichtet? Mehr als eine Nase oder R├╝cken bekommt man da ja leider nicht zussehen, gschweige denn, da├č man z├Ąhln kann.
Odense hat auch Seek├╝he. Ob ein Zoo Seek├╝he h├Ąlt hat auch was mit Verf├╝gbarkeit zu tun. Im Prinzip h├Ąngt alles davon ab, wie viele Seek├╝he nachgez├╝chtet werden - N├╝rnberg hat ja fast alle neuen Haltungen der letzten Jahre "best├╝ckt". Soweit ich wei├č, sollen auch in Leeuwarden im Aquazoo Friesland Seek├╝he kommen, in einer Surinam-Anlage.
(05.11.2005, 00:00)
Sitara:   Habe drei Manatis vor kurzem in Burgers Bush/Arnheim gesichtet.
(05.11.2005, 00:00)
Oldzooboy:   Seek├╝he sind durchaus Tiere, die gro├čen Anklang beim Publikum finden.Da ich Seek├╝he ebenfalls faszierniend finde und ich sie sehr gerne sehe,w├╝rde ich es begr├╝├čen,wenn es mehr Zoos in Deutschland geben w├╝rde,die sie halten.Ich denke aber,das Seekuhanlagen sehr teuer sind,nicht nur die Baukosten an sich,sondern auch die laufenden Betriebskosten,schlie├člich mu├č das Wasser geheizt und gefiltert werden,schlie├člich m├Âchten die Besucher ja auch die Tiere Unterwasser sehen,nicht so wie in Arnheim,wo die Besucher die Manatis nur von oben bestaunen k├Ânnen,und auch nur die M├Ąuler,wenn die Tiere zum Luftschnappen an die Oberfl├Ąche kommen.Ich glaube,das auch die Futterkosten sehr hoch sind,da die Tiere einen gesunden Appetit haben....Die Zucht d├╝rfte nicht sehr schwierig sein,wenn die Haltung vern├╝nftig ist und man mehrere Tiere h├Ąlt.In N├╝rnberg sind ja schon mehr als 15 Manatis geboren worden,der Tierpark Berlin hatte zwar schon Geburten, aber noch keine Aufzucht.F├╝r eine Anlage,die gerade Mal 10 Jahre alt ist,ist diese nicht sehr gut geworden,sehr klein und eint├Ânig f├╝r die Tiere.Im Zoopark Beauval in Frankreich werden auch Manatis gz├╝chtet,und auch in Amsterdam gab es mehrere Jungtiere,allerdings werden dort,dem Himmel sei Dank,die Anlage dort war noch kleiner als in N├╝rnberg,keine Manatis mehr gehalten.Was Duisburg betrifft,dachte ich eigentlich,das Seek├╝he erst nach dem Tod der beiden Toninas in Rio Negro einziehen sollen ?
(05.11.2005, 00:00)
Aguti:   Soweit ich informiert bin, soll n├Ąchstes Jahr in der RioNegro-Anlage in Duisburg eine Vergesellschaftung Inia/Seekuh starten. Bin gespannt, da es eine sehr interessante Vergesellschaftung sein wird.
(05.11.2005, 00:00)
Dirk K:   Es ist, so schliesse ich es aus Pl├Ąnen f├╝r die Lagunge, in N├╝rnberg ein wohl gr├Â├čeres Becken wie in Duisburg neben der zuk├╝nftigen Delphinanlage vorgesehen.
(05.11.2005, 00:00)
Stefan Wolf:   Hallo. Bei meinem letztj├Ąhrigen Zoobesuch in N├╝rnberg habe ich nur noch eine Seekuh im leider viel zu kleinen Becken des Tropenhauses vorfinden k├Ânnen. Wei├č jemand, welche Pl├Ąne der Tierpark in den n├Ąchsten Jahren mit diesen faszinieren Tieren hat? Sollen neue Tiere folgen und ist die Sanierung/Vergr├Â├čerung der Haltung geplant? Duisburg plant wohl l├Ąngerfristig eine neue Haltung im Tropenhaus Rio Negro. Wei├č jemand, ob ggf. eine Gemeinschaftshaltung mit den Inias geplant ist?
(05.11.2005, 00:00)

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