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Tierarten, die bald aus den deustchen Zoos verschwinden werd



Martin Dassbach:   Ich denke es ist nicht sinnvoll in die Zeiten der Menagerien zur├╝ckzufallen.
Ich will meine Ansicht erstmal an Hand der S├Ąugetiere verdeutlichen.
Eine meines Erachtens nach recht einfache Rechnung:
Es gibt ca. 300 EAZA-Zoos diese halten im Schnitt bestenfalls 100 Arten (inklusive Unterarten).
Dies ergibt h├Âchstens 30.000 "Haltungen", was erstmal viel aussieht.
F├╝r eine sich selbst erhaltende Zoopopulation sind pro Art/Unterart aber im Schnitt mindestens 50 Haltungen erforderlich.
(M.E. ist k├╝nftig nur die Haltung solcher Arten/Unterarten vertretbar.)
Ber├╝cksichtigt man nun noch das ca. 10 Arten von fast jedem Zoo gehalten werden wollen (- 3.000 Haltungen) und
ca. 40 Arten von mindestens jedem zweiten Zoo gehalten werden wollen (- 6.000 Haltungen);
ergibt sich eine realistische Kapazit├Ąt f├╝r maximal 470 Arten/Unterarten.

Daraus sind m.E. folgende Ma├čnahmen erforderlich:
Masterplan der EAZA WAZA-Zoos welche Arten/Unterarten k├╝nftig gehalten werden sollen.
Hierbei sollte zumindest folgendes bedacht werden:
Einbeziehung der bestehenden Zuchtb├╝cher, wobei diese gleichzeitig zu ├╝berpr├╝fen sind.
Es sollten m├Âglichst viele Familien und Gattungen gezeigt werden.

Mir ist bewusst, dass dies nur eine sehr knappe und nicht ausgereifte Darstellung ist, ich m├Âchte aber eine Diskussion anregen.

Ferner gestehe ich, dass ich es sehr genossen habe die Fanalokas in Neunkirchen wunderbar bestaunen zu k├Ânnen.
Ja und Port Lympne habe ich insbesondere auch wegen der Sumatra-Nash├Ârner besucht.
Den Frankfurter Zoo habe ich in den 70ern und 80ern fast w├Âchentlich besucht....
(20.11.2023, 03:35)
W. Dreier:   Dito Riesenelen: kurzzeitig im TP und in Prag, vorher in Planckendael. Ca 4 Jungtiere. Schwierigkeiten brachte immer die Winterern├Ąhrung, fra├čen sie doch kein Heu - lieber frische Bl├Ątter
(16.11.2023, 18:09)
W. Dreier:   Mein Lieblingszoo der Siebziger - auch wenn nicht immer alles zu sehen war - wie etwa die Gerenuks - Dvur Kralove.
Hier die Brillenantilopen - besser Hirolas - heute auf einen sehr schwachen Ast stehend. Auch in Dvur hielten sie nur ca 8 Jahre durch.
(16.11.2023, 18:06)
W. Dreier:   In den Siebzigern gab es f├Ârmlich eine Importschwemme von Bergtapiren aus S├╝damerika: Frankfurt. Paris, Stuttgart und Leipzig - hier abgebildet. Die Stuttgarter habe ich noch nach dem Mauerfall erlebt. Und weitere in den USA (in LA , damalsim Sept 2000 mit Nachwuchs und in Cincinnati)
(15.11.2023, 09:54)
W. Dreier:   Der letzte Dschiggetai - irrt├╝mlich vom Zoo Berlin als Kulan aus der Sowjetunion importiert, letztlich dann im Tierpark bis zu seinem Tode
(15.11.2023, 09:46)
W. Dreier:   Noch ein pardon zum Orte des Sumatranashornes - das war Port Lympne. Zum " Ersatz" - nun wirklich aus ehemals Howletts - ein Roter Sumatra-Langur
(14.11.2023, 14:29)
W. Dreier:   Und weil vor Jahren schon die Abnahme der Hirscharten beklagt wurde - hier auch nach gro├čer Hoffnung nach ersten Geburten im Zoo Berlin - hier 1994 ein Sumpfhirsch. Leider war seine Spermienqualit├Ąt miserabel. Das letzte Weibchen lebte noch bis 2009.
(13.11.2023, 18:53)
W. Dreier:   Und gleich hinter her aus gleicher Hoffnung in GB und den USA sowie S├╝dostasien: Sumatranashorn. Die Fangaktionen in den Achtzigern brachten ja an die 3o Tiere: der Erfolg: einzig Cincinnati.
In GB gab es 1,2. Das erste Weibchen starb in Howletts eine Woche nach Import, das 2. (Meranti) sp├Ąter nach einer Uterusoperation. Der Bulle Torgamba kam vertragsgem├Ą├č 1998 zur├╝ck nach Way Kambas (S├╝dsumatra) - dort ohne Weitergabe seiner Gene.
(13.11.2023, 18:44)
W. Dreier:   Wie ich sehe, ist diese Thema seit 7 Jahren nicht mehr beackert worden. Aber nehmen wir doch nur die B├Ąren ! Scon von Beginn an spielten B├Ąren eine Rolle unter dieser Thematik - seien es die Grizzlys - aber auch Malaienb├Ąren, Kragenb├Ąren etc. Kurz nach dem Mauerfall ah ich meine ersten Syrer. Damals dachte ich - alles in Ordnung. Ich sah sie in Heidelberg, N├╝rnberg, Wien. Und nun mu├čte ich bis nach Stralsund - und hat man Tite erwischt - alles eingeschlechtlich! Ich wei├č - die G├╝ltigkeit als Art wird ja angezweifelt.
Eigentlich wollte ich hier zun├Ąchst Bilder einstellen, die nachwachsende Fans noch nicht gesehen haben: Jentink-Ducker, Riesenelen, Dschiggetai, Pronghorn, Buntbock, Sumatranahorn, Hirola - auch das n├Ârdliche Breitmaul.
Wo beginnen - wie gew├╝nscht??
N├Ârdliches Breitmaulnashorn: gro├če Hoffnung in Dvur Kralove. Gerade hatte ich meinen ersten Besuch get├Ątigt - 2 Jahre sp├Ąter - 1974 - dieses Bild. Und gro├če Hoffnung - aber nur das alpha-Weibchen z├╝chtete - auch im Austausch mit San Diego. Und nun noch gro├če Hoffnung auf die Embryonen - und eine Leihmutterschaft

(13.11.2023, 18:37)
Tim Meschke:   Das h├Ârt sich doch gut an. Ein neuer Sepien-Halter ist ├╝brigens der Zoo Duisburg. Im Haus der 1.000 Fische gibt es nun auch welche.
(22.09.2016, 14:31)
Michael Mettler:   Walsrode hat Kagu-Nachzuchten auch an Privathalter abgegeben. Eventuelle dortige Zuchterfolge bekommt man nat├╝rlich nicht unbedingt mit.
(19.09.2016, 10:18)
Tim Meschke:   Wei├č jemand wie es momentan bei Sepia und Kagu aussieht? Die Sepien in Frankfurt habe ich beim letzten Besuch nicht gesehen. Und beim Kagu scheint die Zucht nur in Walsrode zu gelingen...
(17.09.2016, 20:16)
Hannes L├╝ke:   das Haltungsverbot soll ja nur die erneute Ausbreitung verhindern
Sofern wirtschaftlich und tiergerecht durchsetzbar sollen die freilebenden Invasiven Arten in Europa ausgerottet werden.

Die wahre Problematik an der gesamten Sache ist das Rei├čbrettdenkem
Man meint es nur gut und will die EU Staaten rechtlich in Sachen Naturschutz st├Ąrken
Das aber die angedacht n Ma├čnahmen nicht durchf├╝hrbar sind und Konsequenzen daraus ein heilloses Durcheinander mit unklaren Rechten und ungerechter Behandlung von Institutionen und B├╝rgern wird sowie Unternehmen (Nerzfarmen) sein werden ist der EU Politik leider egal


(13.12.2015, 16:24)
Oliver M├╝ller:   Das steht unseren Politikern ja wieder gut. Die invasiven Arten wie Nandus und Waschb├Ąren sind ja schon ausgeb├╝xt, ein Haltungsverbot macht also gar keinen Sinn mehr. Oder will man gleich alle Arten verbieten, die potenziell Invasion sein k├Ânnten? Herr, wirf Hirn vom Himmel!
(13.12.2015, 13:59)
Hannes L├╝ke:   Es soll jegliche Form der Haltung von potentiell Invasiven Arten verboten werden auch wenn es absurd klingt. Ob ein deutscher Zoo nun keine Nasenb├Ąren mehr halten darf ist noch offen und w├Ąre absolut absurd. Im mediterranen Klima macht es vielleicht durchaus Sinn.

Man muss wohl warten was entschieden wird, in wie fern sich die Verb├Ąnde von Tierhaltern einmischen k├Ânnen und in wie fern man die Regelung in Deutschland durchsetzen will.

Das Gefahrentiergesetz in NRW ist nicht wegen seiner Unsinnigkeit gekippt sondern wegen der Tatsache, dass sich umfangreiche Haltungsverbote nicht wirtschaftlich durchsetzen lassen. Ein Hoch auf leere Staatskassen
(11.12.2015, 12:23)
Oliver M├╝ller:   Soll denn wirklich Zoologischen Einrichtungen die Haltung von Nandus und Nasenb├Ąren verboten werden? Das w├Ąre doch v├Âllig absurd!
(11.12.2015, 11:13)
Hannes L├╝ke:   Eine britische Skunkhalterin hat bereits R├╝ckmeldung von der EU bekommen in der ihr geschildert wurde das jedes Land selbst entscheiden kann gegen welche Arten der Liste sie vorgehen m├Âchte und bei welchen es unwirtschaftlich oder gar unm├Âglich ist. Genaues dazu leider noch nicht

Sacha, das wurde von einer mallorquinischen Exotenhalterin berichtet. Leider habe ich keinen Beleg. Lustigerweise erz├Ąhlt sie das Lampropeltis (welche ja tats├Ąchlich zum Problem wurden) teilweise wieder gehalten werden d├╝rfen
(09.12.2015, 20:24)
WolfDrei:   Jetzt erinnere ich mich an einen Bericht aus dem letzten "International Zoo News" eines Tierparkchefs einer privaten Anlage in GB, der meinte, dass er seinen Park bei Durchsetzung des Verbotes der Haltung invasiver Arten schlie├čen k├Ânne.
(09.12.2015, 16:42)
Sacha:   Ich halte ein generelles Haltungs- und/oder Zuchtverbot potenziell invasiver Arten f├╝r falsch. Erstens k├Ąme da eine ziemlich grosse Menge an Tieren und Pflanzen zusammen, wenn es denn EU-weit gelten soll. Zweitens liesse sich das nur schwer kontrollieren und noch schwerer durchzusetzen (Stichworte internationaler Reiseverkehr und Handel). Und drittens w├╝rden in erster Linie ├Âffentliche Haltungen bestraft, die mit wenigen Ausnahmen (z.B. Sittiche in K├Âln, wenn ich mich recht erinnere) NICHT f├╝r die Verbreitung der heutigen Invasoren verantwortlich sind. Viertens scheint mir die Auswahl potenzieller Invasoren - wie hier schon von Hannes L├╝ke erw├Ąhnt - ziemlich willk├╝rlich.

@Hannes L├╝ke: Bislang war mir unbekannt, dass Spanien Probleme mit freilaufenden Nasenb├Ąren hat. Kannst Du mir vielleicht den Link angeben, wo man dies nachlesen kann?

├ťbrigens. Ich sollte zwar mal wieder zum Augenarzt, aber f├╝r mich sieht das abgebildete Tier auf Seite 6 in der angegebenen Brosch├╝re verd├Ąchtig nach Waschb├Ąr und nicht nach Marderhund aus.
(09.12.2015, 16:31)
Hannes L├╝ke:   Da sind die Meinungen sehr umstritten.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Haltung ohne Warmhaus mit isolierten Boxen im M├╝nsterland machbar ist. Das selbe gilt jedoch auch f├╝r Erdm├Ąnnchen und Zebramangusten die nie erw├Ąhnt werden.
Ich mutma├če mal, dass sich die Tiere sicherlich ├╝ber Jahre halten k├Ânnen aber die Witterung es nicht zul├Ąsst, dass sie sich tats├Ąchlich ausbreiten. Fr├╝her oder sp├Ąter ist ein Winter zu lang, zu nass bei zu wenig Nahrung.

Ein sch├Ânes Beispiel ist f├╝r mich immer wieder das Streifenh├Ârnchen. Keine Population konnte sich in Deutschland langfristig halten mit Ausnahme der gesch├╝tzten Population in Wuppertal (wobei diese Tiere zus├Ątzlich Chipmunks und nicht die verbreiteten Burunduks oder chinsesichen Baumstreifenh├Ârnchen sind)

Ich denke, dass sehr viele Arten potentielle Neozoen sind aber nur sehr wenige dabei Invasiv.
(09.12.2015, 12:29)
Michael Mettler:   @Hannes: K├Ąmen "frei lebende" Nasenb├Ąren eigentlich mit (bisher) normalen mitteleurop├Ąischen Wintern zurecht? F├╝r viele fremdl├Ąndische Tiere ist doch eher feucht-kaltes Wetter ein Problem, weniger trocken-kaltes. In S├╝ddeutschland, wo die Luft weniger feucht ist als im Norden, schaffen es immerhin sogar Amazonen, die aus ├Ąhnlichen Verh├Ąltnissen stammen wie der Gew├Âhnliche Nasenb├Ąr (der zudem opportunistischer in der Nahrungsbeschaffung sein d├╝rfte als ein Papagei).
(09.12.2015, 10:50)
Hannes L├╝ke:   F├╝r die Interessierten:
http://ec.europa.eu/environment/nature/invasivealien/

Hier sind die detalierten Pl├Ąne zu lesen. Einzig und allein welche Arten nun wirklich in den Fokus r├╝cken ist nicht klar.
Es gibt sogar eine EU-Weite Datenbank alle best├Ątigten Neozoen und deren Risikobewertung (hier w├Ąre Nasua Nasau "low")

(09.12.2015, 10:26)
Hannes L├╝ke:   Apfelschnecken sollen wohl sehr sch├Ądlich f├╝r S├╝deurop├Ąischen Reisfelder sein. Mit Nasenb├Ąren haben die Spanier zu k├Ąmpfen

Die Intention war eine Liste welche Arten die Grenz├╝bergreifend f├╝r die ganze EU sch├Ądlich sind zu bek├Ąmpfen und die rechtliche Grundlage f├╝r regionale Probleme zu st├Ąrken. Von daher wundert es mich das man davon spricht auf die allgemein g├╝ltige Liste Nasenb├Ąren zu setzen statt hier nur ein regionales verbot (in zB Spanien) zu erlassen

Fraglich wie man es tats├Ąchlich durchsetzen wird und in wie fern einzelne Mitgliedsstaaten hier vorgehen. Es w├Ąre f├╝r Deutschland mangels Gefahr absolut unwirtschaftlich gegen Nasenb├Ąren vorzugehen
(09.12.2015, 10:16)
Michael Mettler:   Wenn es eine EU-Sache ist, betrifft es ja auch die w├Ąrmeren s├╝dlichen Mitgliedsl├Ąnder. Dort k├Ânnten sich entlaufene oder ausgesetzte Nasenb├Ąren doch vermutlich genauso etablieren wie bei uns die Waschb├Ąren. ├ťber Heilige Ibisse in Italien hatte ich schon mal gelesen, spontane Nachsuche ergab sogar noch mehr Brutbest├Ąnde in der EU:
http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=2752:heiliger-ibis-threskiornis-aethiopicus

Irgendwann hatte ich auch mal die Info aufgeschnappt, dass bereits ein Haltungs-, Handels- und Zuchtverbot f├╝r Apfelschnecken bestehe, die ja beliebte Aquarienbewohner sind/waren. Daf├╝r lagen offenbar vergleichbare Gr├╝nde vor:
http://www.bna-ev.de/inhalt/nachrichten/apfelschnecke/apfelschnecke.html
(09.12.2015, 08:22)
Hannes L├╝ke:   Im EU Parlament wird aktuell eine Regelung bezgl Inavsiver Arten diskutierten wobei einige Quellen schon von einem Entschluss sprechen
Das Auslaufen lassen von Haltungen und Zuchtverbot f├╝r Nutria, Mink, Waschb├Ąr ├╝berraschen nicht wirklich daf├╝r um so mehr Arten wie Nasua Nasua, Heiliger Ibis und Zwergmuntjak

Mal sehen was dabei wirklich raus kommt. Es k├Ânnte gravierend sein
(08.12.2015, 20:18)
Tim Meschke:   Am 02.09.15 sah ich in Krefeld auch einen Blauducker im Absperrgehege der Asienanlage. Eine Besucherin, die das Tier ebenfalls entdeckte, hielt es f├╝r ein Kantschil.
(12.09.2015, 11:07)
Holger Wientjes:   Die Berganoas sicherlich. Aber, wie gesagt, w├Ąren Flachlandanoas durchaus m├Âglich und w├╝nschenswert.
(09.09.2015, 08:20)
Tim Sagorski:   Soweit ich wei├č, war es zuletzt nur noch ein Tier im Bestand, allerdings ist eine weitere Haltung oder eine Neuaufnahme (falls es wirklich keine mehr geben sollte) nach dem Umbau nicht nur w├╝nschenswert, sondern auch durchaus realisierbar, da Arnheim ja z├╝chtet und in Asson wohl ca. 11 Tiere im Bestand sind.

Gehe aber eher davon aus, dass die Zwergflu├čpferdhaltung nach dem Tod des letzten Tieres genauso auslaufen wird wie die Haltung der Berganoas (auch, wenn die Hippos wahrscheinlich leichter zu beschaffen w├Ąren).
(09.09.2015, 07:21)
Holger Wientjes:   W├Ąre ja sehr sch├Ân, wenn es so ist. Wie ist denn der aktuelle Bestand in Krefeld ?
(08.09.2015, 20:03)
Martin Mercus:   Das d├╝rften zu 100% die Kongo-Blauducker gewesen sein! Wie Tim Sagorski sicher best├Ątigen kann, wird momentan stark an der Erweiterung der Afrikawiese bzw. der Spitzmaul-Anlage gewerkelt, was auch das alte Gehege der Ducker umfasst, sodass diese erst einmal umgestallt werden mussten. Wo diese dann sp├Ąter zu sehen sein werden, bleibt abzuwarten. Ich hoffe ja auch eine Vergesellschaftung zumindest im Au├čengehege mit dem Zwergflusspferd - siehe Burgers Zoo...
(08.09.2015, 18:22)
Holger Wientjes:   Klingt spannend !
(08.09.2015, 07:23)
Hannes L├╝ke:   Ich habe kleine Antilopen in einem Absperrgehege des neuen Huftierstalles gesehenen (Auf Asienanlagenseite)
Keine Ahnung ob Rot oder Blauducker oder ein Dikdik...war zu weit weg und zu schnell verschwunden
(08.09.2015, 07:05)
Holger Wientjes:   Sehr schade ! War f├╝rmich immer ein Hauptgrund nach Krefeld zu fahren. Hat man sich denn nie um neue Tiere bem├╝ht ?? Arnhem z├╝chtet doch regelm├Ąssig.
Insgesamt hat der Tierbestand in Krefeld in den letzten Jahren leider arg nachgelassen: Barasinghas, Hirscheber, Nyalas, Zebramangusten, Ceylon-Hulmans, Schwarze L├Âwen├Ąffchen, Springb├Âcke, Erdw├Âlfe und nun die Ducker. Bei den Anoas ist es auch nur noch eine Frage der Zeit. Hier hoffe ich auf die Tieflandform als Nachfolger.
(08.09.2015, 06:20)
Tim Sagorski:   Bei meinem Besuch am letzten Sonntag (06.09.) habe ich in Krefeld keine Kongo-Blauducker mehr gesehen (weder Tiere, noch Schilder). Von daher ist die Art auch erst mal aus den deutschen Zoos verschwunden.
(08.09.2015, 06:03)
Hannes L├╝ke:   Das Tier ist ja zur Zucht woanders eingestellt
Wer wei├č was vereinbart ist zwecks R├╝ckkehr
(02.09.2015, 09:21)
Holger Wientjes:   Ob das noch aktuell ist... ? )-:
(02.09.2015, 09:15)
Oliver M├╝ller:   Wuppertal plant doch auch mit Schuhschn├Ąbeln, wenn ich mich richtig erinnereÔÇŽ?
(02.09.2015, 09:10)
Tim Sagorski:   Grade auf dem Vogelsektor wird in n├Ąchster Zeit, grade aufgrund der Haltungsrichtlinien, ein gro├čer Aderlass zu bef├╝rchten sein.

Wenigen neuen Arten (grade in Walsrode, oder die Lear-Aras f├╝r Wuppertal), werden viele Haltungsaufgaben gegen├╝berstehen, vornehmlich bei Wasser- und Stelzv├Âgeln.

Grade die Familie der St├Ârche z├╝chtet ja teilweise noch nicht wirklich zufriedenstellend (Sattelstorch, Schuhschnabel, Nimmersatte), oder ist in den letzten Jahren bereits verschwunden (Riesenstorch, Jabiru)
(01.09.2015, 09:26)
Hannes L├╝ke:   Ich glaube ein Import w├Ąre garnicht das gro├če Problem
Auch wildf├Ąnge sind sicherlich noch immer eine Alternative. Aktuell macht es aber garkeinen Sinn Tier zu holen da ja erst Gruppen zusammen gestellt wurden um den Tieren die Partnerwahl zu erm├Âglichen
Jetzt wieder auf Einzeltier oder Paare zu wechseln macht wenig Sinn
Hoffen wir das die Nachzuchten zunehmen und wir in 5 bis 10 Jahren ein Wachstum erkennen k├Ânnen
(31.08.2015, 20:28)
Holger Wientjes:   W├Ąre denn ein Import (├╝ber Al Wabra ?) denn nicht m├Âglich oder nur sehr aufwendig ? Sind ja wirklich charismatische Tiere, die auch f├╝r ONB interessant sind. Da w├╝rden sich die Anstrengunegn doch doppelt lohnen.
(31.08.2015, 15:58)
Hannes L├╝ke:   Auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist dass es mit Schuhschn├Ąbeln (vorerst) vorbei sein k├Ânnte sind es doch langlebige Tiere. Viele V├Âgel haben bereits bewiesen bis ins hohe Alter fertil zu sein und evtl sind genau diese letzten 3 Halter ein Neustart
In Pairi daiza sitzen mehrere Paare, in Prag 2 und nur Walsrode hat leider nicht die M├Âglichkeit die Tiere entscheiden zu lassen wer der Partner wird
Auch in Al Wabra f├Ąngt es gerade erst an zu laufen...die Chance kst klein aber wer wei├č
(31.08.2015, 15:54)
Jennifer Weilguni:   F├╝r die Schuhschn├Ąbel sehe ich auch schwarz. Grade noch drei Halter in ganz Europa, davon einer in Deutschland (Walsrode mit 1,1 Tieren). Trotz des Zuchterfolges bei den Belgiern darf wohl bezweifelt werden, dass man nun regelm├Ą├čig mit Nachwuchs rechnen kann. Da gehe ich mal davon aus, dass die Schuhschn├Ąbel ├╝ber kurz oder lang verschwinden werden. Sehr schade!
(31.08.2015, 12:28)
Michael Mettler:   Bei langlebigen Arten wie Elefanten, Gro├čb├Ąren und Menschenaffen ist "bald verschwinden" nat├╝rlich relativ. Selbst wenn die eine oder andere Art f├╝r die Zukunft nicht mehr eingeplant sein sollte, wird manches Gehege noch lange damit besetzt sein, weil man Altbestand nicht abgeben kann oder will, Und wenn es dann tats├Ąchlich so weit sein sollte, stehen vermutlich inzwischen schon wieder neue Arten auf dem "Verschwinde-Etat". Z.B. gibt es in Deutschland deutlich weniger Halter von Westlichen Timberw├Âlfen als von Schimpansen, darunter nur zwei Gro├čzoos: Gelsenkirchen und Hannover. Letzterer h├Ąlt allerdings auch nur noch vier gleichaltrige R├╝den, die so langsam in die Jahre kommen.
(07.08.2015, 17:19)
Tim Sagorski:   Au├čer den genannten S├Ąugern fallen mir hier auch noch die Hundsrobben (au├čer dem Seehund) und viele Primaten ein.

Bei den Menschenaffen sehe ich die "normalen" Schimpansen zumindest in den Gro├čzoos auf dem Abstellgleis, bei den kleineren Arten viele S├╝damerikaner (Wollaffe und Co., w├Ąhrend die meisten Sakis, Uakaris etc. ja schon Geschichte sind), Mangaben, Languren (Kleideraffe, Nilgirilangur, Brillenlangur), Makaken und vor allem die Meerkatzen (alle Arten au├čer Roloway-, Diana- und Brazza).
(07.08.2015, 12:59)
Henry Merker:   @Patrick Marburger::
Jepp, auch der Baribal l├Ąsst sich ganzj├Ąhrig in Au├čenhaltung halten; Baribals lassen sich auch in diverse Amerika-Bereichs-Teile integrieren, allerdings w├╝rde ich pers├Ânlich auf den Kragenb├Ąr setzen, da er st├Ąrker bedroht ist und zudem durch sein "Kombinationspotential" mit anderen, teilweise noch selteneren Tierarten pr├Ąsentiert werden kann. Dass bedeutet freilich nicht automatisch, dass die diversen Zooverantwortlichen dies ├Ąhnlich sehen, weshalb "realzoopolitisch" betrachtet sich dennoch der Baribal "durchsetzen" k├Ânnte, wenn man so will, schlicht, weil er den Zooverantwortlichen besser ins Konzept passt - aus welchen Gr├╝nden auch immer.
(07.08.2015, 12:50)
Tim Meschke:   @Oliver M├╝ller: Syrische Braunb├Ąren sollen augebaut werden? Das freut mich zu h├Âren. Ihr Verbreitungsgebiet scheint im Moment ja ziemlich politisch durcheinander zu sein. Die Wilhelma f├╝hrt ihre gar nicht als besondere Unterart, sondern nur als Braunb├Ąr, was ziemlich schade ist, vor allem f├╝r die Didaktik...
(06.08.2015, 18:33)
th.oma.s:   Dresden hat nie wirklich mit Kragenb├Ąren geplant. In einem bestimmten Moment hat man gehofft mit zus├Ątzlichem F├Ârdergeld so etwas in die Reihe zu bekommen. In Dresden fehlen Gro├čb├Ąren als Standartzootiere. Mal sehen.
Mit der tempor├Ąren `Bullenhaltung in DD┬┤ sieht das so aus (nach meiner sehr pers├Ânlichen Einsch├Ątzung der Dinge soweit sie mir bekannt sind). Man baut wohl zwei Bullenboxen in den neuen Stalltrakt und hat mit einer deutlich vergr├Â├čerten Elefantenlauffl├Ąche unter Dach und der konzipierten Au├čenanlage ( 12m verk├╝rzt in Richtung Afrikahaus, erweitert um die gegenw├Ąrtige Interimsstallfl├Ąche also bis zur L├Âwenanlage) auch ausreichend Fl├Ąche, aber eben wohl nicht ganz ausreichend f├╝r einen normgerechten separaten Bullenauslauf. Hat man einen `passenden┬┤ Bullen kann das m. E. auch auf Dauer gut gehen (weil die neue Lauffl├Ąche unter Dach ja praktisch ein Laufstall auf Naturboden wird) oder man holt sich die wohl fehlenden 60m Quadratmeter doch noch extern. Ich glaube im ├ťbrigen ungeachtet der gegenw├Ąrtigen Zuchtsituation nicht, dass eine Art f├╝r die momentan soviel investiert wird demn├Ąchst aus den Zoos verschwindet. Im ├ťbrigen halte ich Steppenafrikaner wegen der latenten ├ťberpopulation in den gesch├╝tzten Gebieten f├╝r beschaffbar, solang die Wilderei die Best├Ąnde nicht grunds├Ątzlich ruiniert.
(06.08.2015, 18:32)
Oliver M├╝ller:   @Henry Merker und Patrick Marburger:
Also in den mir vorliegenden Masterplanungen kommen nur Baribals vor.
Dresden hatte ja wohl mal Kragenb├Ąren geplant, aber sich dann umentschieden.
(06.08.2015, 17:39)
Patrick Marburger:   @ Henry Merker: trifft die ganzj├Ąhrige Au├čenhaltung nicht auch auf die Baribals zu? Aufgrund der anderen genannten Vorteile der Kragenb├Ąren rechne ich ebenfalls mit einer noch weiteren Reduktion der Baribalbest├Ąnde in Deutschland.
(06.08.2015, 17:05)
Henry Merker:   M├╝sste ich mich f├╝r eine der beiden "Schwarzb├Ąrarten" entscheiden, so w├╝rde ich nicht auf Baribal, sondern vielmehr auf Kragenb├Ąr setzen. Erstens selten, zweitens sehr gut in diverse Asienteilbereiche integrierbar (z.B. Himalaya-, Japan -, China-, Amur-, Indien- und/oder S├╝dostasienbereich) und drittens klimatisch sehr anpassungsf├Ąhig, sodass auf beheizte Unterk├╝nfte verzichtet und meines Erachtens die Tiere ganzj├Ąhrig drau├čen gehalten werden k├Ânnen.
(06.08.2015, 09:40)
Oliver M├╝ller:   Habe nachgesehen, L-O plant auch Baribals.
(06.08.2015, 08:27)
Oliver M├╝ller:   @Tim Sagorski:
Syrische Gold- pardon Braunb├Ąren sollen m.W. ausgebaut werden, die anderen von dir genannten B├Ąren werden wohl auf absehbare Zeit verschwinden, wobei ja Berlin Zoo neu f├╝r Kragenb├Ąren gebaut hat und sie sch├Ątzungsweise auch im neuen Masterplan auftauchen werden. Bei den Baribals sehe ich allerdings eine gewisse Kehrtwende, Berlin TP Osnabr├╝ck planen diese zu halten und m.W. auch Magdeburg, sofern dort Nordamerika tats├Ąchlich kommt. Nicht sicher bin ich mir, ob sie auch in Limbach-Oberfrohna geplant sind.
Beinden Leoparden ist das Verschwinden der Inder nach dem Ableben der Geschwister aus Wuppertal quasi besiegelt, Javaner sollen allerdings neu aufgebaut werden ( Berlin TP, Prag, ggf. Beauval), Ceylonesen k├Ânnenn jederzeit zur├╝ck kommen, da diese ja in Europa nicht so ganz selten sind. Ich mache mir da eher etwas Sorgen um den Leoparden als Art, da ja auch die anderen UA immer seltener gehalten werden und man anscheinend bei den gefleckten Gro├čkatzen eher auf Schneeleoparden und Geparden setzt.
Vielleicht sind aber auch "kalte" Leoparden und B├Ąren eine Chance f├╝r kleinere Tier- und Wildparks, die Artenvielfalt und Attraktivit├Ąt zu erh├Âhen.
(06.08.2015, 07:28)
Oliver M├╝ller:   @Lucas Jasper:
Soweit mir bekannt ist, besteht in den USA kein Interesse an einem Export von Bairds Tapiren. Dort herrscht wohl auch nicht gerade eine Tapirschwemme. Insofern d├╝rften die Tage der Art in Europa gez├Ąhlt sein, denn die noch in Deutschland vorhandenen Tiere sind m. W. Mutter, Tochter und zwei S├Âhne.
(06.08.2015, 07:19)
Oliver M├╝ller:   @Michael Mettler:
Dresden plant immer noch f├╝r "tempor├Ąre" Bulenhaltung, was das auch immer hei├čen mag. Dabei ist mir nicht klar, was der Vorteil gegen├╝ber dauerhafter Haltung sein soll.
(06.08.2015, 07:15)
Hannes L├╝ke:   Bei den Pekaris und Wildrindern sind meines Wissens nach geschlossene jedoch unbeheizte St├Ąlle ├╝blich.
Hier sehe ich besonders f├╝r kleinere Tierparks und auch Wildparks spannende Alternativen zu Wildschwein, Wisent, Bison und co.
(05.08.2015, 11:04)
Tim Sagorski:   Ich bef├╝rchte einen Artenschwund in deutschen Zoos, ├╝ber kurz oder lang, neben diversen Gro├čb├Ąren (Kodiak-, Syrischer Braunb├Ąr, Baribal und Kragenb├Ąr) und den tropischen Leoparden (gibt ja eh nur noch die Javaner in Berlin und die Wuppertaler Inder) vor allem auf dem Huftier-Sektor.

Grade bei Wildrindern (Kaffernb├╝ffel, Berganoa) und tropischen Hirschen werden immer mehr Haltungen abgebaut, auch bei den Wildschweinen (Bartschwein, Chaco- und Wei├čbartpekari) finden sich anscheinend keine neuen Halter.
(05.08.2015, 10:20)
Lucas Jasper:   Eine weitere Arte die soweit ich nichts ├╝berlesen habe ebenfalls in absehbarer Zeit verschwunden sein wird ist das
Bairds Tapir.In Wuppertal nur noch 2 K├╝he. 2 M├Ąnnliche Nachkommen dieser (oder nur einer?)Kuh in Berlin und Cottbus. Ist ein Import aus den Vereinigten Staaten vorgesehen?

(04.08.2015, 19:17)
Patrick Marburger:   Als weiteren langfristigen Halter von Afrikanern w├╝rde ich Hodenhagen sehen. Ein solcher Park ohne Elefanten kann ich mir nicht vorstellen und das man dort dauerhaft auf attraktive Jungtiere verzichtet auch nicht. Asiaten in Hodenhagen kann ich mir- warum auch immer- genauso wenig vorstellen. Den Afrikanischen Elefanten halte ich au├čerdem f├╝r attraktiver. Sto├čz├Ąhne und die schirre Gr├Â├če steigern die Attraktivit├Ąt f├╝r ONB. Au├čerdem w├╝rde ich behaupten, dass ONB "Elefant" mit Afrika assoziert. Was au├čerdem f├╝r die Haltung spricht ist das Vergesellschaftungspotential. Ich w├╝rde behaupten das man in wenigen Jahrzehnten Afrikanische Elefanten h├Ąufig in Vergesellschaftung mit Huftieren sehen wird. Klar gibt es f├╝r Asiaten auch Tiere mit denen man vergesellschaften k├Ânnte aber gerade f├╝r Anlagen die Weitl├Ąufigkeit suggerieren sollen halte ich eine gro├če Afrikasavanne f├╝r attraktiver.
(04.08.2015, 18:26)
Henry Merker:   Folgt man den Empfehlungen des Elephas-EEP, so werden die Sumatra-Elefanten aller Voraussicht in den Zoo von Madrid transferiert werden. Freilich kann sich diese Empfehlung noch ├Ąndern, doch denke ich, dass der Transfer ├╝ber die B├╝hne gehen wird, sobald Madrid seine Arbeiten in Richtung Elefantenhaltung abgeschlossen hat. Tendenziell d├╝rfte diese Form demn├Ąchst auch aus Deutschland verschwinden, wobei dies langfristig betrachtet sowieso fraglich war....
(04.08.2015, 18:13)
Michael Mettler:   @th.oma.s: Baut Dresden jetzt f├╝r dauerhafte Bullenhaltung, es stand doch eine nur tempor├Ąre im Raum? Auf jeden Fall bietet das Alter der vorhandenen K├╝he keine allzu optimale Voraussetzung; unter den genannten Beispielen ist diesbez├╝glich nur Kronberg noch schlechter dran. Und wenn K├╝he heute nur noch als Mutterlinien weitergegeben werden sollen, dann sieht die M├Âglichkeit, Zuchttiere zu bekommen, doch noch schlechter aus. Dass Osnabr├╝ck aus der Afrikaner-Haltung ausgestiegen ist, k├Ânnte auch daran liegen.

Von den weiteren genannten Beispielen passen Wien und Basel streng genommen nicht ins Thread-Thema (daf├╝r w├Ąre Duisburg noch zu erg├Ąnzen, ist aber wiederum kein Zuchtstandort), und wie es mit Halle weitergeht, wird sich zeigen. Die Bullenanlage entspricht nicht den aktuellen Haltungsrichtlinien und ist nicht erweiterbar. Zudem m├Âchte der TP Berlin eine gro├če Herde Afrikaner zeigen und da liegt die Vermutung nahe, dass man seine in Halle eingestellten Tiere zur├╝ckholen k├Ânnte. Halle selbst hatte beim Bau der Anlage ge├Ąu├čert, nicht auf eine Elefantenart festgelegt zu sein, sondern sich dem Bedarf der Zuchtprogramme zur Verf├╝gung zu stellen. Falls Berlin tats├Ąchlich seine Afrikaner wiederhaben m├Âchte (und den blutsfremden Bullen bestimmt gern mit ├╝bern├Ąhme), w├Ąre es eigentlich ein Aufwasch, im Gegenzug asiatische Altk├╝he aus dem Berliner Zoo (dorthin werden doch wohl die TP-Sumatraner gehen?) nach Halle zu geben. Und dann w├Ąre es wieder ein Afrikanerhalter weniger.
(04.08.2015, 18:07)
Henry Merker:   PS:
Um etwaige Missverst├Ąndnisse aus dem Weg zu r├Ąumen: Mein Post bezieht sich auf den von @Holger und @th..oma.s sowie auf den ersten, heutigen Post von @Sacha. @Sacha war mit seinem zweiten etwas schneller als ich mit meinem ;-).
(03.08.2015, 20:30)
Henry Merker:   Potentielle oder tats├Ąchliche Halter sind aber nicht das gleiche wie potentielle Z├╝chter, ganz zu schweigen von echten, tats├Ąchlichen Z├╝chtern, wenn es um den Artenerhalt im allgemeinen und dem Erhalt der Art als Zootier in einem Land bzw. Kontinent X geht. Aktuell gibt es meines Wissens innerhalb Europas nur drei Einrichtungen mit Zuchterfolg beim Loxodont: Howletts, Wuppertal und neu S├│st├│. Carbaceno scheint vorerst zu "ruhen", seit der mittlerweile verstorbene Pambo dort nicht mehr ist; Hodenhagen scheint vorerst mit der Zucht zu pausieren. Bei Boras muss man schauen, ob es mit Yoga klappen kann, gleiches gilt f├╝r Beekse Bergen, Valencia und Sigean - nur mit anderen Bullen, wobei in den Niederlanden immerhin mindestens 1,1 zuchterprobte Tiere leben, w├Ąhrend in Frankreich und Spanien lediglich die Bullen bislang am Zuchtgeschehen der Art teilgenommen haben. Ferner haben wir noch Einrichtungen, in denen langfristig eine Zucht m├Âglich erscheint, insofern man richtige Schritte machen wird (Kronberg, Erfurt, Fuerte Ventura).
Stand jetzt gibt es zwar eine Reihe von Einrichtungen, in denen es mit etwas Gl├╝ck in den n├Ąchsten Jahren mit Zuchterfolgen zu rechnen sein k├Ânnte, was Stand jetzt zwar mehr ist, als noch vor ein paar Jahren, aber noch immer zu wenig. Tats├Ąchlich gibt es momentan nur zwei zuverl├Ąssige Halter, die Zucht betreffend, einen, bei dem die weitere Entwicklung abzuwarten ist, zwei bzw. drei, die aus diversen Gr├╝nden pausieren zu scheinen; alles im allen ist dies zu wenig, um langfristig gehsen einen Erhalt der europ├Ąischen Loxodontenbest├Ąnde zu garantieren.
Ansonsten gebe ich Sacha Recht; zumal der Steppenelefant auf Artebene mittlerweile in der Kategorie "vulnerable" gef├╝hrt wird, was meines Wissens noch nicht so lange der Fall ist. Angesichts der massiven Wilderei in Afrika ist eine Verschlechterung dieses Zustandes durchaus als realistisch einzustufen.
(03.08.2015, 18:59)
Sacha:   W├Ąre sch├Ân, wenn Ihr recht habt/h├Ąttet. Wieviele von den genannten Zoos hatten zuletzt Zuchterfolge? Und wie sieht es insgesamt mit zuchtf├Ąhigen Afrik. Elefanten (von Zuchtgruppen ganz zu schweigen) in Europa aus? - Ich nehms vorweg: Nicht gerade rosig.

Wenn kein anderer europ. Zoo seine Zuchtgruppen abgibt (und damit als Halter h├Âchstwahrscheinlich verschwindet), m├╝ssten Magdeburg und N├╝rnberg Tiere aus freier Wildbahn importieren (zumindest wenn man eine Struktur f├╝r potenzielle Zucht will). Das w├Ąre meines Erachtens zwar absolut w├╝nschenswert und unter gewissen Umst├Ąnden durchaus machbar, zugleich aber reichlich Munition f├╝r Tierrechtler. Da brauchst viel ├ťberzeugungsarbeit gegen├╝ber der ├ľffentlichkeit bzw. den Medien.
(03.08.2015, 18:52)
Oliver M├╝ller:   @th.oma.s:
Plus demn├Ąchst Magdeburg und ggf. mittelfristig N├╝rnberg.
(03.08.2015, 17:01)
th.oma.s:   Im deutschsprachigen Raum sehe ich die Afrikaner nicht auf dem R├╝ckmarsch: Tierpark Berlin lt. Masterplan, Wien, Basel, Wuppertal, Opelzoo, Erfurt, Halle, Dresden (baut gerade um auf pc+ Bullenhaltung) sind 8 potenzielle Halter
(03.08.2015, 16:09)
Sacha:   Um den Afrikanischen Elefanten steht es in Europ├Ąischen Zoos in der Tat nicht zum Besten (Viele Haltungsaufgaben, Zusammenbruch der Zucht - z.B. TP Berlin). Andererseits sehe ich einen Hoffnungsschimmer, dass sich insbesondere s├╝deurop├Ąische Zoos in Zukunft vermehrt um die Art k├╝mmern, u.a. auch deshalb, weil das mediterrane Klima den Afrikanern EHER entgegenkommt, als den Asiaten. Die Anforderungen f├╝r die Unterbringung w├Ąren somit kosteng├╝nstiger.
Und NUR auf die Asiaten zu setzen, weil die Afrikaner IM MOMENT weniger bedroht sind, halte ich aus artensch├╝tzerischer Sicht f├╝r fahrl├Ąssig. Vergessen wir nicht, dass sich f├╝r Wilderer die Jagd auf Afrikanische Elefanten (da beide Geschlechter Stossz├Ąhne haben) mehr lohnt als auf Asiatische.
(03.08.2015, 14:32)
Holger Wientjes:   Schon richtig ! Daran habe ich nat├╝rlich auch gedacht. Allerdings kann ich mir bei einigen Arten (und der Afrikanische Elefant geh├Ârt dazu) nicht vorstellen, dass sie insgesamt verschwinden werden. Solch popul├Ąre Formen wird man immer versuchen irgendwie in den Zoos zu behalten (ist immerhin auch das gr├Âsste Landtier der Erde). Da mache ich mir bei Elefanten (auch, wenn es vermutlich mehr Asiaten-Haltungen geben wird), Menschenaffen, L├Âwe, Tiger, Eisb├Ąr und co. keine Gedanken. Die verdr├Ąngen eher andere seltene Arten aus den Zoos...
(03.08.2015, 09:33)
Michael Mettler:   @Holger: Ich k├Ânnte mir das mit dem Afrikanischen Elefanten auch vorstellen. Die beiden Elefantenarten konkurrieren um die selben Haltungsressourcen (mit Ausnahme weniger Zoos nach dem Highlander-Motto "Es kann nur einen geben"), der Asiate genie├čt offenbar das bessere Zuchtmanagement, hat deutlich h├Âhere Reproduktionsraten zu vermelden und ist zudem die deutlich bedrohtere Art. Das k├Ânnte letztlich auf einen Verdr├Ąngungswettbewerb hinauslaufen.
(02.08.2015, 21:04)
Tim Meschke:   @Hannes L├╝ke: In Deutschland jedenfalls nicht und ich glaube auch nicht, dass sich das ├Ąndern wird...
(01.08.2015, 13:00)
Hannes L├╝ke:   Gibt es in Deutschland oder ├╝berhaupt in einem gr├Â├čeren europ├Ąischen Zoo Z├╝chter von Kragenb├Ąren?
(30.07.2015, 12:04)
Holger Wientjes:   Warum ?
(26.07.2015, 11:24)
Jonas Haass:   Ich glaube das langfristig der Afrikanische Elefant verschwinden wird.
(26.07.2015, 08:07)
Michael Mettler:   @Gerrit: ... und bei zwei weiteren Arten f├╝r die Liste aus deinem Beitrag: Walross (├Ąhnliche Situation wie beim Gerenuk) und Kegelrobbe (vier deutsche Halter, aber keiner z├╝chtet).

Das ausreichende Verst├Ąndnis f├╝r die nat├╝rliche Verbreitung von Tieren auf unserem Erdball hat die breite Bev├Âlkerung auch nach ├╝ber 170 Jahren Zoo in Deutschland und trotz Grzimek, Sielmann und Dutzender anderer Tier-Doku-Lieferanten bis heute nicht entwickelt. Ich halte es inzwischen f├╝r unrealistisch, in dieser Hinsicht noch einen Umschwung zu erwarten, so traurig das ist. Mal ganz abgesehen davon, dass Zoos auch ohne jeweilige Neozoen ihre Geobereiche keineswegs stimmig besetzen (Wei├čschwanzstachelschweine in Afrika, S├╝damerika-Gemeinschaftsanlagen mit Tieren aus v├Âllig unterschiedlichen Lebensr├Ąumen usw.). EAZA-Kampagnen setzen gern auf die Wirkung bildlicher Darstellung des Problems einer Tiergruppe (Gorillateile im Kochtopf, gewilderte Nash├Ârner usw.) - warum dann nicht das Problem Australiens mit "lebenden Bildern" darstellen?

Vielleicht sollten wir das diskussionsw├╝rdige Thema in einen anderen Thread verlagern, hier ist es doch etwas off-topic.
(22.07.2015, 19:18)
Gerrit Wehrenberg:   Neben dem ONB-Schauwert und den pers├Ânlichen Pr├Ąferenzen der zoologischen Exekutive sind es vllt. auch kleine allt├Ągliche Gr├╝nde sich auf einige Arten "zu versteifen" und nichts neues zu wagen. Wenn es sich um eine (Unter-)Art mit europ├Ąischem Zuchtbuch handelt, kann man schonmal mit seinem tollem ganz offiziellen Beitrag zur Arterhaltung werben. Wenn es um neue Artanschaffungen, neue Anlagen oder gar neue Themenwelten ;) geht, entscheidet man sich vllt gerade vor dem Zuschussausschuss (was ein Wort) oder dem Sponsor f├╝r eine Art, die man aus dem Nachbar-Zoo ohne Zweifel bekommt und ebenso passt. Eine auf Eigeninitiative begr├╝ndete Neuanschaffung wie N├Ârdliche Seeb├Ąren in Hannover oder Walrosse in Hamburg sind immer in Anschaffung unsicherer und teuer. Das macht sich allerdings in Masterplankonzepten und Bilanzen schlechter als S├╝dafrikanische Seeb├Ąren und einen gro├čz├╝gigen Verzicht auf "real betrachtet total utopische Walrosse" hin zu Kegelrobben oder ├Ąhnlichem. Wobei Walrosse in Hamburg schon ein sehr gro├čen Stein im Brett hatten. Man muss einfach sehen, dass eine Antilopenrarit├Ąt und eine seltene Beuteltierart nur hier und in vergleichbaren Kreisen "angemessen" beachtet oder ├╝berhaupt vermisst werden. Ebenso sind es auch in Zeiten von regulierten Zuchtprogrammen wohl immer noch pers├Ânliche Kontakte, die z├Ąhlen. Meist breitet sich eine neu (zu) etablierende Form auch erst innerhalb eines Landes aus.

Zu den biogeografisch orientierten Anlagen muss ich sagen, dass ich zu, als solche pr├Ąsentierte Neozoen eine eher gespaltene Meinung habe. Eine Gro├čanlage mit Roten Riesenk├Ąngurus, Emus und Dromedaren w├Ąre zwischen vllt weiteren Gehegen mit "echten" Australiern ein wirklich reizvolles Konzept. Wenngleich edukativ darauf eingegangen werden m├╝sste; es d├╝rfte dann nicht bei einfachen Gehegeschildern bleiben. Meine Bedenken zielen darauf ab, den ONBn erst einmal die nat├╝rliche Biogeografie nahe zu bringen. Eine Australienkulisse mit Banteg+Esel+Dromedar+Zebu+Schaf+Wildschweine+Wildkaninchen+Aga-Kr├Âten und als urspr├╝ngliche Vertreter Bennetts, Emus und H├╝hnerg├Ąnse w├╝rde ich als bedenklich ansehen. Bevor das biologische Konzept von Neobioten aufbereitet wird, muss die breite Bev├Âlkerung vorerst ein ausreichendes Verst├Ąndnis der nicht-anthropogenen Taxaverteilungen diese Planeten haben. Dies finde ich auf einer imagin├Ąren Bildungsauftragsliste eines Geo-Zoos viel weiter vorne. Im Rahmen des Natur- und Artenschutzes sollte vllt eher negativ darauf aufmerksam gemacht werden, anstatt eine harmonische Tiervergesellschaftung zu zeigen. Und wenn neben diesem von mir ├╝berzogenen Gehegekomplex noch eine Voliere mit verschiedensten Zuchtformen und -farben australischer Sittiche und Zebrafinken installiert ist, w├╝rde ich mich im insgesamt sehr unwohl f├╝hlen. Es h├Ątte eher was von Kinderzoo als von Australienbereich. Da finde ich die Sumpfwallabies im Outback als sehr viel vertretbarer. Somal diese Art schlie├člich so selten vertreten ist. Wo wir wieder beim Thema w├Ąren ...
(22.07.2015, 18:07)
Michael Mettler:   @Hannes: Na, so furchtbar viele Sumpfwallabys gibt die Zootierliste europaweit nun auch nicht her - gehen die eigentlich alle urspr├╝nglich auf die Zucht in Z├╝rich zur├╝ck?.

Aber in diesem Thread geht es doch um Best├Ąnde in deutschen Zoos. Sonst h├Ątte ich mit der Dromedar-Diskussion gar nicht erst angefangen, denn ich wei├č ja, dass man die im Bedarfsfall dutzendweise von den Kanaren importieren k├Ânnte :-)
(22.07.2015, 17:18)
Hannes L├╝ke:   Wobei geht es dem Sumpfwallaby in den niederlanden und england nicht recht gut? Ich kann mir vorstellen, dass von dort Problemlos Nachschub besorgt werden kann, wenn ich mich auch eher freuen w├╝rde wenn die dt. Zoos es selber machen

Wellen und Nymphensittich zusammen mit Zebrafinken in begehbarer Voliere finde ich pers├Ânlich genial :-D
(22.07.2015, 13:49)
Michael Mettler:   @Hannes: Du hast noch Wellen- und Nymphensittiche vergessen, nat├╝rlich als Zuchtformen :-)

Eine australische W├╝sten-Gemeinschaftsanlage mit Dromedaren, Roten Riesenk├Ąngurus und Emus stelle ich mir auch f├╝r ONB sehr attraktiv besetzt vor. In Hannover z.B. h├Ątten Dromedare auf der gro├čen Outback-Anlage thematisch besser gepasst als die Sumpfwallabys, zumal ja sogar noch eine Kulisse errichtet wurde, die den menschlichen Einfluss auf das Land widerspiegelt.

Apropos Sumpfwallaby: Ist auch eine Art f├╝r unsere Liste. Eine (kleine) Zuchtgruppe in Hannover und drei (bisher) reine Junggesellenhaltungen in Berlin, M├╝nchen und Solingen.
(22.07.2015, 10:13)
Michael Mettler:   @Holger: Und selbst im NRW-grenznahen Osnabr├╝ck sieht's d├╝ster f├╝r die gro├čen Cameliden aus, wenn deren Fl├Ąchen auf "Nordamerika" umger├╝stet werden.

Dromedare w├Ąren ein guter Zweitbesatz f├╝r Giraffenanlagen, immerhin sind sie in Kenia wichtige Nutztiere (auch wenn die Zoo-Dromedare aus anderen Ecken des Verbreitungsgebietes stammen, aber bei denen unterscheidet eh niemand danach). Dann k├Ânnte man auch im Winter ganzt├Ągig eine mit ONB-Tieren besetzte Anlage pr├Ąsentieren, und der (An-)Bau eines Kamelstalls stellt nun wirklich keine gro├če bauliche Investition dar.
(22.07.2015, 09:53)
Hannes L├╝ke:   Bei den Hirschen muss man nat├╝rlich immer bedenken, dass man oft nur gegebene Strukturen hat und dies sind bei Stallungen f├╝r Hirsche meistens ungeheizte Unterst├Ąnde. Selbst wenn man schon ein Haus f├╝r Wildrinder hat ist dies meist ungeheizt. Zwar sind die wenigsten Arten winterhart aber aufgrund der Biomasse sind keine Heizungen in den St├Ąllen verbaut (vor kurzem bei Zoodirektoren.de gelesen)
Dort filigrane Tropenhirsche unterzubringen halte ich f├╝r schwierig, besonders in nasskalten Wintern.

Ich unterstreiche Michaels dr├Ąngen auf australische Neozoen voll und ganz. Banteng, Esel, Zebu, Wildschwein, Dromedar lie├če sich alles in ansprechender australischer Kulisse unterbringen um die australische Fauna in deutschen Zoos zu erweitern. Sind wir doch mal ehrlich, 99 % der "Australienbereiche" in deutschen Zoos bestehen aus Bennettk├Ąnguru und Emu, wenn es mal ganz hoch kommt mit H├╝hnergans....

Die ganzen Gebirgswiederk├Ąuer sind f├╝r mich geborene Kandidaten f├╝r Wildparks die sich nicht auf Mufflons beschr├Ąnken wollen...
(22.07.2015, 09:35)
Henry Merker:   Aufgrund der weiten Verbreitung des Dromedars hat diese Art in meinen Augen ein weitaus gr├Â├čeres Potential, als das Trampeltier. Man kann es, wie du, @Michael, es schon erw├Ąhnt hast in einen Australienkomplex einplanen, aber auch in ein solchen f├╝r Nordafrika (w├╝sten- und sahelbezogen!), in einen kleinen Arabienkomplex - ich denke da an die Arabische Oryx, die scheinbar auch seltener geworden zu sein scheint - oder aber auch in einen Persienkomplex bzw. eine Persienanlage - hier sollte eine Vergesellschaftung mit Onager (sowohl in Freiland als auch in Zoos selten) oder aber auch Kropfgazellen und/oder Mesopotamischen Damhirschen m├Âglich sein. An eine Indienanlage z.B. mit dem Thema Girforest - Hauptart dann Asiatischer L├Âwe - ganz zu schweigen.
(22.07.2015, 09:35)
Holger Wientjes:   Stimmt, die Grosskamele sieht man auch immer weniger, obwohl sie leicht zu halten sind und wirklich popul├Ąr. Hier k├Ânnte man auch wundersch├Âne Vergesellschaftungen schaffen mit anderen Haustieren wie Yaks oder Watussis oder aber auch mit Kropfgazellen und Asiatischen Wildeseln.
Beim direkten Vergleich Trampeltier vs. Dromedar siegt das erstere halt 2:1 nach H├Âckern... Ein Blick in die ZTL zeigt 76:20 Haltungen in Deutschland. Sollen die Dromedare nicht auch in Wuppertal weichen ?? Dann w├Ąre bis auf Nadermann NRW dromedarfrei.
(22.07.2015, 09:22)
Michael Mettler:   @Henry: Aus dem gleichen Grund werde ich auch nicht m├╝de, die thematische Eignung von Kerabaus und Dromedaren f├╝r Australien-Parkteile zu betonen - beides ├╝brigens Vertreter von Tierarten, die zumindest in den mittelgro├čen bis gro├čen Zoos einen ebensolchen R├╝ckgang verzeichnen m├╝ssen wie mancher Hirsch und manches Wildrind. In Zoos, die fr├╝her klassisch beide Gro├čkamelformen zeigten, ist jedenfalls in den meisten F├Ąllen nur das Trampeltier im Bestand geblieben, manche der gr├Â├čeren Zoos sind sogar schon ganz gro├čkamelfrei (Hannover, Augsburg, Halle...) - und das, obwohl Gro├čkamele m.E. durchaus zum ONB-Standardsortiment zu rechnen sind.
(22.07.2015, 08:15)
Holger Wientjes:   Ich denke nicht, dass das zwingend eine Entwicklung der j├╝ngsten Zeit ist. ├ťber die Jahre hat sich so ein regionaler Unterschied aus durchaus unterschiedlichen Gr├╝nden herausgebildet. Ich halte es durchaus f├╝r m├Âglich, dass man im dichtbesiedelten Zooland NRW unter einem h├Âheren Konkurrenzdruck steht, und somit eher auf "uninteressante" Arten verzichtet, als anderswo. In den Zoos der ehemaligen DDR gef├Ąllt mir z.B. die noch weit verbreitete Fauna Eurasiens, deren Zuchtst├Ąmme wohl noch auf damalige Beziehungen zur UdSSR oder asiatischen Bruderl├Ąndern zur├╝ckzuf├╝hren sind. Im Alpenvorland sind sicher aus lokaler Tradition viele Gebirgswiederk├Ąuer vorhanden. In NRW finde ich den Huftierbestand, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eher etwas eint├Ânig.
(22.07.2015, 08:12)
Rainer Becker:   aus "deutschen" - nicht aus deustchen ............. bitte ├Ąndern
Danke
(22.07.2015, 07:46)
Henry Merker:   @Tim Meschke:
Ich habe mich gestern vielleicht etwas schlecht ausgedr├╝ckt: Mein Verweis auf die von dir genannten Arten bezog sich auf eine WG mit Schweinshirschen; also Barasingha + Schweinshirsch, Leierhirsch + Schweinshirsch und/oder Vietnamsika + Schweinshirsch. Hybridisation kann man dann nat├╝rlich auch nicht hundertprozentig ausschlie├čen; allerdings ist mir bislang nur die Entstehung von Hybriden bei der Kombination Axishirsch + Schweinshirsch bekannt, so etwa im Tierpark Berlin.

@Michael Mettler:
Aus dem von dir genannten Grund - Wegrationalisierung von Rindern - habe ich unter anderem auf die Kombinationsm├Âglichkeit mit Bantengs hingewiesen. Zudem habe ich auch an die Vergesellschaftung von Bantengs und Axishirschen in Cottbus gedacht, wobei mir pers├Ânlich Vietnamsika oder Timorhirsch passender w├Ąren, wenngleich sich Banteng und Axishirsch in Bengalen durchaus auch in natura treffen k├Ânnten.
Was den Barasingha betrifft, so glaube ich ebenfalls nicht daran, dass die neue Systematik nach Groves, die noch nicht ├╝berall bzw. in allen Aspekten anerkannt worden ist, hier ma├čgeblich ist. Auch an die Variante mit der unklaren Herkunft glaube ich nicht wirklich. Ich denke vielmehr, dass die Pr├Ąferenzen der jeweiligen Zoodirektionen und/oder entsprechenden Kuratoren eine entscheidendere Rolle gespielt haben d├╝rfte. Welche konkreten Motive zur Haltungsaufgabe existierten, ist meiner Meinung nach sekund├Ąr....Inzucht├╝berlegungen k├Ânnen es nicht immer sein, da z.B. M├╝nchen und Augsburg in die Haltung von Mishmitakinen eingestiegen sind, obwohl da die Ausgangsbasis im Endeffekt schlechter sein d├╝rfte als beim Barasingha.....
Deine Betrachtungen zum Timorhirsch und dessen Einbettung in z.B. einen Australienbereich empfinde ich als sehr ansprechend.
(22.07.2015, 07:34)
Michael Mettler:   @Holger & Hannes, zu den regionalen Besonderheiten: Ist das wirklich eine Entwicklung j├╝ngerer Zeit? Mir fiel z.B. fr├╝her schon auf, dass manche Tierarten fast ausschlie├člich auf Berlin und S├╝ddeutschland beschr├Ąnkt waren, etwa Panzernashorn, Hirscheber und Schabrackentapir. Trotz der dortigen Zoodichte war Dortmund damals der einzige Schabrackentapirhalter in NRW. Umgekehrt sind Flachlandtapir und Spitzmaulnashorn im S├╝den schon lange echte Rarit├Ąten. Letzteres hatte und hat noch immer einen schmalen "Haupt-Verbreitungsg├╝rtel" entlang einer Ost-West-Achse Berlin-Magdeburg-Hannover-Krefeld, an der selbst K├Âln noch nahe dran liegt und Dortmund vor einiger Zeit auch noch dazu geh├Ârte. Lediglich Frankfurt und Leipzig liegen mehr oder weniger weit abseits dieses Regionalph├Ąnomens.

├ťbrigens waren auch Bergwiederk├Ąuer in Dortmund fr├╝her gar nicht so schlecht vertreten (Alpensteinbock, Alpengemse, Mufflon, Himalaya-Tahr), aber die ersteren hatten vielleicht das "Pech", zur einheimischen Fauna zu geh├Âren und einer Exotisierung weichen zu m├╝ssen. Gelsenkirchen, K├Âln und Duisburg hatten mit Gebirgswiederk├Ąuern schon fr├╝her nicht viel zu tun, Wuppertal hat immerhin Takin und Sibirischen Steinbock. Nun ist das aber auch eine Tiergruppe, die a) hohen Pflegeaufwand bedeutet (Gesunderhaltung) und sich b) vor allem bei Zoos mit entsprechender Landschaft aufdr├Ąngt, und beides f├╝hrt dann offenbar zu einem gewissen Traditionseffekt, f├╝r den es anderorts vielleicht nur an der Initialz├╝ndung fehlte. Da denke ich z.B. auch an Hannover: Im Masterplan der 60er Jahre waren Anlagen f├╝r diese Tiergruppe auf dem Schuttberg zwischen Tropenhaus und jetzigem Meyers Hof eingeplant, die dann wegen des Baustopps zu Ende des Jahrzehnts nicht verwirklicht wurden (zumindest nicht f├╝r Bergtiere aus der Schaf-Ziegen-Verwandschaft, denn die Lama-Anlagen stellen gewisserma├čen den einzigen gebauten Teil dieses Komplexes dar). W├Ąre das damals umgesetzt worden, g├Ąbe es vielleicht heute noch einen (dann jetzt asiatisch ausgerichteten) Bergtierbereich hinter dem Dschungelpalast.
(22.07.2015, 07:08)
Michael Mettler:   @Holger: Und in N├╝rnberg. M├╝nchen hatte ja schon viel fr├╝her mit Barasinghas aufgeh├Ârt. F├╝r Hannover w├╝rde ich es mal so vermuten: H├Ątte man die Zuchtgruppe als besonders wertvoll betrachtet, h├Ątte man sie bei der Gehegeverkleinerung auch anderweitig im Zoo unterbringen k├Ânnen. Damals gab es ja z.B. noch das alte Hirschgehege, in dem Jahre sp├Ąter die Karibus untergebracht wurden, bis Yukon Bay bezugsfertig war.
(21.07.2015, 21:21)
Tim Meschke:   Da kann doch wirklich der Eindruck entstehen, dass den deutschen Zoos relativ wenig an der Zucht wirklich bedrohter Tierarten liegt. Die Zoo-Hulmans zum Beispiel haben zum Beispiel keinen Nutzen f├╝r die wildlebenden Hulmans, denn sie k├Ânnen nicht ausgewildert werden, ohne dass die bestehenden Populationen sich mit ihnen vermischen. Ebenso problematisch ist doch auch der Asiatische Elefant: Meiner Meinung nach w├╝rde der auch ohne unsere Zuchtprogramme nicht aussterben, die Asiaten werden sich h├╝ten eine Art wie den Asiatischen Elefanten aussterben zulassen, oder?...

Arten, die kein EEP oder ESB haben, werden in Zoos doch eher stiefm├╝tterlich behandelt, was man relativ deutlich an den Vogel-, Hirsch- und Meerkatzenarten sieht. Da tr├Ągt manch eine Jagdfarm und manch ein privater Kleins├Ąuger- oder Vogelz├╝chter mehr zum Artenschutz bei. Die Zoos k├Ânnten vielleicht wieder solche Projekte starten wie damals mit den PA-Hirschen und den Pustelschweinen.

@ Henry Merker: Die Kombi Barasingha, Leierhirsch und Vietnam-Sika w├╝rde ich eher lassen, denn es sind schon Vermischungen zwischen den Arten vorgekommen. Das w├Ąre vermutlich so, als w├╝rde man Bergzebras mit Grevy-Zebras vergesellschaften.
(21.07.2015, 20:37)
Holger Wientjes:   Zumindest in Hannover d├╝rfte die Abgabe der Barasinghas doch eher mit der Verkleinerung des Geheges zu tun haben, oder ? In Hamm hat man sicherlich in den Neunzigern auch noch nicht daran gedacht, das sich die Art eventuell aufsplittet. Was zur Abgabe in Krefeld und Augsburg f├╝hrte w├╝rde mich auch interessieren.
(21.07.2015, 20:32)
Michael Mettler:   Ob die Zoo-Barasinghas EINE Art sind, steht in den Sternen. M.W. geht die Zuchtlinie teilweise zur├╝ck bis ins 19. Jahrhundert, und die Herkunft der Ursprungstiere ist weitgehend unbekannt (war vor langer Zeit mal Thema im Forum). Selbst in den deutschen Zoos wurden sie unterschiedlich gef├╝hrt, mal als Nominatform, mal als UA branderi. Und wenn der Barasingha seit neuestem in drei Arten gesplittet wird, dann haben wir mit dem Zoo-Barasingha eventuell eine Parallele zum Zoo-Hulman: Als "Modell" brauchbar, aber nach aktueller Anschauung ohne artensch├╝tzerischen Wert. Vielleicht liegt darin auch der Grund, dass sich alle vorherigen Halter in Deutschland au├čerhalb Berlins von ihren Barasinghas getrennt haben.

Mit dem Timorhisch k├Ânnte man in Geozoos auch den Australienbereich abwechslungsreicher gestalten, schlie├člich ist er eine auch in Australien eingeb├╝rgerte Art und taugt somit auch diadaktisch zum Thema Faunenverf├Ąlschung. Und in die (bauliche) N├Ąhe von Komodowaranen w├╝rde er ebenfalls prima passen. Nur sieht es bei ihm in Deutschland wie bei so vielen Huftieren schlecht aus mit der genetischen Basis, auf die heute so viel Wert gelegt wird. Der Zuchtstamm ist jedenfalls um ein Vielfaches st├Ąrker ingez├╝chtet, als es die kritisierten Giraffen im TP Berlin jemals waren...

Ja, nat├╝rlich k├Ânnte man Hirsche gut mit Rindern vergesellschaften. Aber die werden ja auch zunehmend wegrationalisiert! Und da f├Ąllt mir doch gleich noch eine weitere Art f├╝r die "Liste bedrohter deutscher Zootierarten" ein: Der Gaur d├╝rfte mit seiner ebenfalls sehr schmalen genetischen Basis auch keinen Platz auf Ewigkeit sicher haben.
(21.07.2015, 19:44)
Holger Wientjes:   @Hannes L├╝ke: Ich bin zumindest in den letzten Jahren gerne in ostdeutschen Zoos unterwegs, weil ich den Eindruck habe, dort so einiges sehen zu k├Ânnen, das ich in NRW vermisse.

Mit Vergesellschaftungen kann man sicher noch so einiges "retten" und grunds├Ątzlich attraktiver gestalten.
(21.07.2015, 18:40)
Henry Merker:   PS: Vor allem der Schweinshirsch stellt eine Art dar, die man meiner Meinung nach gut mit anderen Arten vergesellschaften k├Ânnte. Um beim Thema Hirsch zu bleiben: Aufgrund des Verbreitungsgebietes der Schweinshirsche k├Ânnte man diese mit den Arten Barasingha, Leier- und auch Vietnamsika vergesellschaften, womit man gleich je zwei gef├Ąhrdete Hirschformen auf einer Anlage h├Ątte, je nachdem, welche Kombi man ausw├Ąhlt.....Abgesehen davon lie├čen sich auch die anderen Hirscharten mit anderen S├Ąugern oder V├Âgeln vergesellschaften; der Timorhirsch b├Âte sich f├╝r eine WG mit dem Banteng an, gleiches gilt f├╝r Vietnamsika, Schweins- und eventuell f├╝r Leierhirsch. Mesopotamische Damhirsche k├Ânnte man mit Persischen Kropfgazellen vergesellschaftet. Anstelle von nicht ganz passenden Zwergmuntjaks k├Ânnte man Schweinshirsche mit Panzernash├Ârnern vergesellschaften. Weitere WGs d├╝rften durchaus machbar sein....
(21.07.2015, 18:20)
Henry Merker:   Zumindest Barasinghas, Schweins-, Leier- und Wei├člippen- und Timorhirsch halte ich neben Buchara-, Prinz-Alfred- und Mesopotamischen Damhirsch sowie eventuell noch Vietnamsika f├╝r solche Arten, die aufgrund ihres Gef├Ąhrdungsstatus auch in deutschen Zoos "gesch├╝tzt werden sollten; hier g├Ąbe es meines Erachtens durchaus das Potential, diese Arten in Deutschland zu verteilen, da ich mir schon im klaren bin, dass die wenigsten Zoos in der Lage sein werde, alle genannten Arten zu halten.....
(21.07.2015, 15:08)
Hannes L├╝ke:   Mir gef├Ąllt die Theorie des Konkurrenzdrucks in NRW sehr gut Holger. Ich habe auch schon des ├Âfteren das Gef├╝hl gehabt, dass hier die Vereinheitlichung der Tierbest├Ąnde st├Ąrker ist als in anderen Bundesl├Ąndern.

Das verschwinden von Arten geht naturgem├Ą├č meist mit einer Artenreduktion einher welche ja in diesem Forum als Mangel nichts neues ist.

Wirklich spannend w├Ąre zu wissen warum einige besucherattraktive und leicht zu haltende Arten verschwinden wie eben die besagten Meerkatzen, Paviane oder Rhesusaffe. Gut bei den Primaten denke ich ist es der Fokus auf gef├Ąhrdete Arten aber warum nehmen sich viele kleinere Parks nicht verst├Ąrkt der Winterharten Arten an?
Ich habe manchmal das Gef├╝hl, dass die Kluft zwischen Tier- resp. Wildpark und "richtigem" Zoo in Deutschland h├Ąufig noch sehr hoch ist. Ob ein Zoo nun einen Wolf oder eine Hy├Ąne h├Ąlt w├Ąre vom Grundsatz der Haltung kein gro├čer Unterschied.

Mit den Sonnenv├Âgeln wird es sein wie mit den Beos, Feuerwieseln, Fuchskusus, Zorillas und Streifeniltis. Alles Arten welche immer regelm├Ą├čig importiert wurden und ├╝ber den handel verf├╝gbar waren. Bricht der Handel weg verschwinden die Arten.


(21.07.2015, 14:25)
Holger Wientjes:   Die Vielfalt hat gerade bei Huftieren (Antilopen, Hirschen,...) oder auch vielen Primaten (Lemuren, Meerkatzen,...) in den letzten Jahren gelitten. Grund hierf├╝r mag der nunmehr deutlich gr├Âssere Platzbedarf von Besucherlieblingen wie Elefanten, L├Âwen, Tigern oder Menschenaffen sein, auf die kein Zoo freiwillig verzichten m├Âchte. Da wird dann lieber Gehgefl├Ąche anderer, nicht so popul├Ąrer Arten geopfert (bestes Beispiel K├Âln).
Mir ist aufgefallen, dass in den vielen NRW-Zoos, im Vergleich zu ost- oder s├╝ddeutschen Parks, kaum Gebirgswiederk├Ąuer gehalten werden. Zufall oder mag das dem, aufgrund der Ballung von Zoos, recht hohen Konkurrenzdruck geschuldet sein, der daf├╝r sorgen k├Ânnte, dass man die begrenzte Fl├Ąche der Parks lieber anderweitig nutzt ??
(21.07.2015, 13:09)
Michael Gradowski:   Bei Arten, die nie wirklich h├Ąufig in deutschen Zoos waren, wie Honigdachs oder Kleideraffe, ist ein schnelleres Verschwinden nat├╝rlich nicht wirklich verwunderlich. Interessant ist, da├č auch einige Arten, die vor noch nicht allzu langer Zeit als Allerweltsarten galten, langsam aber sicher immer weniger werden oder schon verschwunden sind. Noch in den 80ern war der Bengaltiger neben den Sibirern die h├Ąufigste Tigerform in den Zoos, da war an Sumatraner kaum zu denken. Mittlerweile ist er verschwunden. Andere Arten, die man vor nicht allzu langer Zeit selbst in jedem 2.Kleinzoo fand, muss man heute schon fast suchen. Spontan fallen mir da Gr├╝ne Meerkatze, Rhesusaffe oder auch die Sonnenv├Âgel ein. Die Elenantilope war sicher lange Zeit die h├Ąufigste Antilopenart in den Zoos, auch ihre Halter werden immer weniger. Gleiches gilt f├╝r die Nilgaus. Auch die von Michael Mettler erw├Ąhnten B├Ąrenformen sind mittlerweile echte Rarit├Ąten (ich nehme mal den Braunb├Ąr als so genannte Allerweltart ;-))
(21.07.2015, 12:37)
Michael Mettler:   Eine ganze Reihe von Hirschformen, die entweder ausschlie├člich in den Berliner G├Ąrten oder allenfalls in ein, zwei weiteren deutschen Zoos gehalten werden, kommt f├╝r die Liste in Betracht: Barasingha, Leierhirsch, Hinterindischer Sambar, Timorhirsch, Schweinshirsch, Wei├člippenhirsch, Atlashirsch, Manitoba- und Zwergwapiti... Einige davon sind zwar im ZEP des Tierparks Berlin aufgef├╝hrt, aber dann m├╝ssen die Zuchtgruppen mit ihrer schmalen Basis es auch noch bis dahin schaffen. Abgesehen davon, dass mittel-und langfristige Planungen nat├╝rlich auch noch ge├Ąndert werden k├Ânnen.
(21.07.2015, 06:17)
Gerrit Wehrenberg:   @Gudrun: Leider habe ich das neue Eismeer noch nicht besuchen d├╝rfen, aber ich habe das Konzept so verstanden, dass, auch wenn es in letzter Zeit nebenbei als Walross-Mutter-Kind-Anlage mitgenutzt wird, es sich um eine S├╝deismeer-Anlage handelt. Deshalb die S├╝damerikanischen Seeb├Ąren und die sichtbar anders thematisierte Felsenkulisse. Hagenbeck sprach mal von Seeelefanten (womit wohl die S├╝dlichen Seeelefanten gemeint sein d├╝rften) - also wer wei├č was das geplant war. Seeelefanten: Leider sind diese beeindruckenden Kolosse bereits verschwunden.

Bei den Gerenuks kann man hoffen, dass im Moment in Berlin ein europ├Ąisches Fundament gelegt wird. Die EAZA spielt schlie├člich gerne mit. Waldkaribus und N├Ârdliche Seeb├Ąren sind wohl eher Einzelinitiativen und haben daher wohl undurchsichtigere Perspektiven. In Landau gab es den ersten Zuchterfolg bei den D├╝nengazellen, mal sehen was das f├╝r die Zukunft hei├čt (nicht nur f├╝r die Haltung in Deutschland). Auch wenn in Berlin eingeplant und in Leipzig die Zucht weiterhin erfolgreich ist, bange ich etwas um die Zukunft der Sibirischen Moschustiere (sind die ├╝berhaupt UA-rein?). Auch w├╝rde man sich mehr Unterst├╝tzung f├╝r das kinderlose Ohrenschuppentierpaar in Leipzig w├╝nschen. Diese Tiergruppe ist sonst ausgestorben. Bairds Tapire d├╝rften ohne neue Importe genauso wie Pottos auch auslaufen.
Aber wie Michael schon sagte: Gef├Ąhrdete Zoobest├Ąnde gibt es aufgrund des begrenzten Platzes naturgem├Ą├č immer.
(20.07.2015, 23:13)
Gudrun Bardowicks:   Wobei ich mir gut vorstellen k├Ânnte, dass man zumindest f├╝r den N├Ârdlichen Seeb├Ąren Nachschub aus Ru├čland bekommen k├Ânnte, wenn man diese Art in den deutschen Zoos weiterhin halten will. Zumindest der Tierpark Friedrichsfelde scheint ja auch mit N├Ârdlichen Seeb├Ąren zu planen, m├Âglicherweise auch Pairi Daiza. In das Hagenbecker Eismeer w├╝rden N├Ârdliche Seeb├Ąren auch besser als die S├╝damerikanischen Seeb├Ąren passen.
(20.07.2015, 21:53)
Michael Mettler:   Wenn ich Hannes' Artenbeispiele von Tieren mit Zuchtpotenzial, aber geringer Individuenzahl und teilweise schmaler genetischer Basis zum Ma├čstab nehme, geh├Âren auch Waldkaribu und N├Ârdlicher Seeb├Ąr in die Liste, ebenso der Gro├če Bambuslemur und der Kamtschatkab├Ąr. Auf dem Verschwinde-Etat ansonsten Kragen-, Grizzly-, Kodiak- und Syrischer Braunb├Ąr.

Wobei die Individuenzahl allein ja auch nicht alles ist. Siehe Wei├čbartpekari: Der Berliner Zoo als einziger deutscher Halter hat zwar eine florierende gro├če Herde, aber lass da mal eine Krankheit reinkommen....
(20.07.2015, 19:50)
Holger Wientjes:   Mich w├╝rde es schon wundern...

Bei den Gelbr├╝ckenduckern habe ich die Hoffnung nach den Importen, auch wenn bis jetzt immer noch kein Nachwuchs kam, nicht aufgegeben. F├╝r die Gerenuks sieht es meiner Einsch├Ątzung nach in Europa k├╝nftig sogar noch besser aus.
(20.07.2015, 18:47)
Oliver M├╝ller:   W├╝rde mich nicht wundern, wenn es von den Kleideraffen in K├Âln und anderswo demn├Ąchst ein Revival gibt... ;-)
(20.07.2015, 17:43)
Tim Meschke:   @Hannes L├╝cke: Das stimmt nat├╝rlich. Und eben das interessiert mich. Du hast ein paar f├╝r mich ├╝berraschende Arten genannt. Bei vielen Arten ahnt man auch gar nicht, dass sie bald verschwinden k├Ânnten. Deshalb f├Ąnde ich es toll, wenn auch andere hier ihr Wissen kundtun k├Ânnten. Vor allem bei den V├Âgeln kann ich mir gut vorstellen, dass es viele Arten gibt, die bald aus deutschen Zoos verschwinden k├Ânnten...
(20.07.2015, 14:53)
Hannes L├╝ke:   Jetzt muss man nat├╝rlich noch differenzieren warum die Art verschwindet. Arten die nie h├Ąufig waren werden evtl ohne gro├č gewesen zu sein schnell wieder verschwinden. Ich denke da an Honigdachs, Gerenuk, Erdwolf, ├ägyptischer Wolf und viele Arten mehr die nie weit verbreitet waren und sich (noch) nicht stark vermehren.
Es gab mal einen Thread in dem ├Ąhnliches diskutiert wurde (verschwinden von Pumas u.A.) und auch das wiederaufleben von Arten (Hy├Ąnen)

Ich denke aktuell an das verschwinden von Baribals...
(20.07.2015, 07:51)
Tim Meschke:   Ich habe mir ├╝berlegt, dass es vielleicht interessant sein k├Ânnte, hier eine Liste von Tierarten anzulegen, die h├Âchstwahrscheinlich in den n├Ąchsten Jahren aus den deutschen Zoos verschwinden werden, wenn nicht mehr gez├╝chtet wird oder keine neuen Individuen importiert werden. Ich hoffe, es gibt nicht schon bereits einen solchen Thread.
Zu diesen Tierarten geh├Âren:
- Gelbr├╝ckenducker (nur in Frankfurt, N├╝rnberg und Wuppertal, schon seit Jahren keine Zucht)
- Borneo-Bartschwein (nur in London, Berlin und M├╝nchen, schon seit Jahren keine Zucht)
- Abessinischer Klippspringer (nur in Frankfurt und Valencia Bioparc)
- Berganoa (Vollgeschwister in Krefeld und ein M├Ąnnchen in Borkop)
- Amazonas-Flussdelfin (ein Einzeltier in Dusiburg)
- Japan-Serau (nur in Berlin-Zoo und Usti, nur Weibchen)
- S├╝dafrikanisches Spitzmaulnashorn (nur in Frankfurt)
- Rotschenkel-Kleideraffe (ein Einzeltier in K├Âln)
- Nilgiri-Langur (Geschwister in Erfurt-Zoopark
- Schwarzhandgibbon (ein Einzeltier in Duisburg)
- ...
(19.07.2015, 06:33)

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