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Wölfe und Goldschakale in Europa



cajun:   In Th√ľringen gibt es mehr Nachwuchs als gedacht dieses Jahr:
"Die beiden W√∂lfe im Raum Ilfeld im Kreis Nordhausen haben mehr Nachwuchs als bisher bekannt. Insgesamt sind in vier Th√ľringer Regionen bisher W√∂lfe bekannt.
Der Wolfsnachwuchs in Th√ľringen ist gr√∂√üer als bisher angenommen. Im Wolfsterritorium Ilfeld im S√ľdharz seien bei aktuellen Beobachtungen vier Welpen gesichtet worden, teilte das Umweltministerium mit.
Zuvor war das Ministerium zun√§chst auf der Basis von Foto-Auswertungen von "mindestens zwei kleinen W√∂lfen" ausgegangen. Bei Ilfeld im Landkreis Nordhausen waren die Elterntiere im Jahr 2021 erstmals genetisch nachgewiesen worden. Ihr Territorium erstreckt sich nach Angaben des Ministeriums √ľber Teile Nordth√ľringens und Sachsen-Anhalts.
Junge Wölfe auch bei Ohrdruf unterwegs
Bei Ohrdruf im Landkreis Gotha waren zudem vor einigen Wochen f√ľnf Wolfswelpen gesehen worden. Damit wurden in diesem Sommer und Herbst in Th√ľringen neun Welpen der streng gesch√ľtzten Art gesichtet.
Wolfsjunge, die ihre ersten Wochen in der Wurfhöhle verbringen, werden im Alter von etwa drei Monaten von ihren Eltern, aber auch von anderen Tieren des Rudels mit ihrer Umgebung vertraut gemacht. Die Jungtiere bleiben bis zur Geschlechtsreife im Alter von ein bis zwei Jahren im Rudel.
W√∂lfe in diesen Th√ľringer Regionen bisher bekannt
Der Wolf ist seit 2014 wieder in Th√ľringen heimisch. Laut Umweltministerium gab es bis zu den Welpensichtungen sieben standorttreue W√∂lfe im waldreichen Th√ľringen - drei davon in der Region Ohrdruf. Ein junger R√ľde werde sich aber wahrscheinlich in n√§chster Zeit ein eigenes Territorium suchen. Zwei standorttreue W√∂lfe seien in der Region Ilfeld unterwegs, einer in der Region Zella-Rh√∂n und ein Grenzg√§nger zwischen Niedersachsen und Th√ľringen bei Braunlage im Harz."
Quelle:https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/nord-thueringen/nordhausen/wolf-woelfe-nachwuchs-ohrdruf-ilfeld-gotha-100.html
(05.10.2022, 22:43)
Liz Thieme:   Ich bin ja immer begeistert von weiteren Wolfen und Schakalen in Deutschland und insbesondere in meiner Region. Ich war auch schon mehrfach auf ihren Spuren unterwegs, aber bislang ohne Erfolg.
Nun gäbe es eine weitere Möglichkeit:

Im Landkreis Uelzen gab es Schakalnachwuchs!

https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/news/erste-goldschakalreproduktion-in-niedersachsen-nachgewiesen


Bislang gab es in Niedersachsen folgende Meldungen lt. Monitoringkarte:
05/2015 - Cuxhaven, LK Cuxhaven - Losung
11/2027 - Osnabr√ľck, LK Osnabr√ľck - Totfund
06/2020 - Isernhagen, LK Hannover - Totfund
11/2020 - Dorum, LK Cuxhaven - Fotofalle
02/2021 - Winsen (Aller), LK Celle - Fotofalle
03/2021 - Winsen (Aller), LK Celle - Fotofalle
04/2021 - Winsen (Aller), LK Celle - Fotofalle
08/2021 - Uelzen, LK Uelzen - Fotofalle
09/2022 - Uelzen, LK Uelzen - Fotofalle

Wobei die Karte auf der Seite nicht mit den Textmeldungen √ľbereinpassen.

(27.09.2022, 09:13)
cajun:   √Ąhnlich wird es in Deutschland sein. Ob es noch f√ľnf Jahre dauert?
"2021 gab es √ľber 250 Wolfsrudel im Alpenraum. Mit dem weiteren Zuwachs dieses Jahr ist bald die H√§lfte des Lebensraumes besiedelt. Die vollst√§ndige Besiedlung wird bereits in wenigen Jahren erreicht sein. Eine verst√§rkte Regulierung des Wolfes, ob pr√§ventiv oder reaktiv, wird an dieser Realit√§t nichts mehr ver√§ndern k√∂nnen. Konsequenter, fl√§chendeckender Herdenschutz wird in jedem Fall eine Notwendigkeit sein.

Die Gruppe Wolf Schweiz hat untersucht, wie es mit der Wolfspopulation im Alpenraum weitergehen wird. Der gesamte Alpenbogen umfasst eine Fl√§che von rund 200‚Äô000 km2. Davon weisen wissenschaftliche Studien zwar nur die H√§lfte als geeigneten Wolfslebensraum aus, die Anpassungsf√§higkeit des Wolfes wurde jedoch schon oft untersch√§tzt. Seine aktuelle Verbreitung in den Westalpen zeigt, dass fast alle Gebiete der Alpen besiedelt werden k√∂nnen. Wolfsrudel sind territorial, ihre Territorien sind in den Alpen rund 200 bis 400 km2 gross. √úberlappungen sind in den Randbereichen m√∂glich. Bei einer durchschnittlichen Territoriumsgr√∂sse von 250 km2 ist demnach Lebensraum f√ľr etwa 800 Wolfsrudel.
Die Ausbreitung des Wolfes ist fast zur Hälfte abgeschlossen

Seit der ersten Rudelbildung in den franz√∂sisch-italienischen S√ľdwestalpen im Jahr 1993 ist der Wolfsbestand stetig gewachsen. Nach einem anf√§nglich z√∂gerlichen Wachstum, entwickelt sich die Population momentan exponentiell mit einem j√§hrlichen Zuwachs von 25 bis 30%. Die Auswertung aller Monitoringdaten aus den Alpenl√§ndern zeigt, dass 2021 rund 250 Wolfsrudel in den Alpen lebten. Dieses Jahr ist aufgrund der Zuwachsrate bereits mit √ľber 300 Rudeln zu rechnen, womit bald die H√§lfte des Lebensraumes besiedelt sein wird. Das darf jedoch nicht dar√ľber hinweg t√§uschen, dass dieses Wachstum zeitlich limitiert ist, n√§mlich bis der Lebensraum ges√§ttigt ist. Dies ist bei einem anhaltenden Wachstum in rund f√ľnf Jahren der Fall. Der Wolfbestand reguliert sich dann selber und w√§chst nicht mehr weiter an.

Konsequenter Herdenschutz ohne Alternative
Aufgrund des guten Lebensraumes und der alpenweit sehr hohen Wildbest√§nde werden auch verst√§rkte Regulierungseingriffe das Wachstum des Bestandes kaum bremsen. Eine weiterhin rasche, fl√§chendeckende Ausbreitung des Wolfes ist das wahrscheinlichste Szenario und kaum mehr aufzuhalten. Wolfsfreie Gebiete wird es aufgrund der Mobilit√§t der Tierart nicht geben k√∂nnen. Ein fl√§chendeckender und konsequenter Herdenschutz f√ľr gef√§hrdete Nutztiere ist eine bedingungslose Notwendigkeit und wird auch durch schnellere Absch√ľsse nicht ersetzt werden k√∂nnen. Verzicht auf Herdenschutz f√ľhrt die Nutztierhaltung lediglich in eine Sackgasse."
Quelle:https://naturschutz.ch/news/natur/ueber-250-wolfsrudel-in-den-alpen-populationswachstum-wird-bald-stoppen/168386
(21.09.2022, 20:47)
cajun:   Ein Schweizer Beitrag zeigt auf dass es nicht nur "b√∂se" W√∂lfe gibt, und wie wichtig der Schutz von Nutztieren ist.
"Die politische Diskussion um den Wolf ist v√∂llig verzerrt und konzentriert sich nur auf die Sch√§den. Eine Bilanz der Gruppe Wolf Schweiz zeigt n√§mlich, dass nur ein kleiner Teil der B√ľndner Wolfsrudel Sch√§den verursachen.

Im Kanton Graub√ľnden leben neun Wolfsrudel, zwei weitere leben grenz√ľberschreitend mit anderen Kantonen (Tessin und St. Gallen). Zweidrittel aller Wolfsrudel im Kanton Graub√ľnden verhalten sich v√∂llig unproblematisch. Drei der elf Rudel haben im laufenden Jahr gar keine Nutztiere gerissen und blieben unauff√§llig (Rudel Vorab, Val Gronda und Calderas). Vier weitere haben nur minimale Konflikte verursacht und dabei h√∂chstens f√ľnf Nutztiere gerissen (Rudel Muchetta, Glattwang, Calanda und Morobbia). Zwei Rudel verursachten zwar gr√∂ssere Sch√§den, jedoch fehlte dabei entweder der Herdenschutz (Rudel Moesola) oder es handelte sich um ein einmaliges, ungew√∂hnliches Ereignis, bei dem der Einfluss des Wolfes unklar bleibt (Absturz von Schafen im Rudelgebiet Stagias). Lediglich zwei Rudel der elf erwiesen sich als derart problematisch, dass eine Regulierung notwendig wurde (Rudel Beverin und Wannaspitz). Dabei ist festzuhalten, dass in allen Rudelgebieten Nutztiere ges√∂mmert werden.

Graub√ľnden zeigt, dass ein Zusammenleben mit dem Wolf m√∂glich ist und auch in einer alpinen Kulturlandschaft der Herdenschutz die Risse an Nutztieren auf ein tragbares Mass begrenzen kann. Nur eine Minderheit der W√∂lfe respektiert den Herdenschutz nicht und zeigt damit ein unerw√ľnschtes Verhalten.
Angebliche Risse trotz Herdenschutz: Nur ein Teil der Tiere tats√§chlich gesch√ľtzt

Dass der Herdenschutz meist funktioniert, wenn er konsequent umgesetzt wird, zeigen auch Fallbeispiele. So hat der Kanton Graub√ľnden f√ľr das neue Wolfsrudel in der Val Lumnezia (Wannaspitz) eine Regulierung verf√ľgt. Das Rudel hat diesen Sommer √ľber 50 Schafe get√∂tet. Nach jedem Angriff vermeldete der Kanton in seinem Wolf-Meldesystem ‚ÄúSchutzmassnahmen vorhanden‚Äú und suggerierte damit, dass die W√∂lfe den Herdenschutz √ľberwunden h√§tten. In der vom Kanton publizierten Regulierungsverf√ľgung werden jedoch nur 20 der 50 get√∂teten Schafe angef√ľhrt. Die Analyse dieser 20 get√∂teten Schafe zeigt, dass sich lediglich zehn davon innerhalb von anerkannten Herdenschutzz√§unen oder im Einflussbereich von Herdenschutzhunden befanden. Bei den √ľbrigen Rissen waren die geforderten Massnahmen nicht erf√ľllt, da die Herden zu weit verstreut waren. Die Schadenschwelle f√ľr die Regulierung wird damit nur knapp erreicht. Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass Herdenschutzmassnahmen insgesamt gut wirken und die Massnahmen meist nur dann versagen, wenn die Herdenf√ľhrung nicht ausreichen konsequent ist"
Quelle:https://naturschutz.ch/news/politik/zwei-drittel-der-buendner-wolfsrudel-sind-unproblematisch/169137
(21.09.2022, 20:37)
cajun:   Ein wenig dramatisch formuliert, aber es entspricht den Tatsachen. Surplus Killing s√ľdamerikanisch....
Mich wunderte es damals schon als Alpakas als Herdenschhutz f√ľr Schafe empfohlen wurden. H√§tte sich nie bew√§hrt....
"Wölfe löschen eine Alpaka-Herde aus
In Weißkeißel wurden etwa zehn Tiere getötet. Die Vermutung, dass Wölfe verantwortlich sind, hat sich bestätigt.
Als ein Hobbyz√ľchter im Ortsteil Haide am Dienstagmorgen seine eingez√§unte Alpakaherde aufsuchte, fand er ein Blutbad vor. Alle Tiere waren gerissen und tot. Die Nachricht √ľber seinen Schock und das Ereignis breitete sich wie ein Lauffeuer im Ort aus. ‚ÄěWir haben jetzt Angst, dass die W√∂lfe unsere zwei Alpakas oder andere Tiere ebenfalls rei√üen. Und es muss es ja ein Wolfsrudel gewesen sein‚Äú, erz√§hlt eine TAGEBLATT-Leserin und Einwohnerin des Ortes aufgeregt am Redaktionstelefon. Auch im Nachbarort Krauschwitz sind Alpaka-Besitzer nun besorgt. Es ist das erste Mal, dass in der Region ein Wolfsangriff auf diese Tiere bekannt wurde.
Dass W√∂lfe f√ľr das Massaker verantwortlich sind, best√§tigt Falk Hofer, Sprecher des s√§chsischen Umweltministeriums, auf Redaktionsanfrage. Der Riss sei der Fachstelle Wolf gemeldet worden, die noch am selben Tag einen Rissgutachter vor Ort beurteilen und dokumentieren lie√ü. ‚ÄěAnhand der vorgefundenen Rissmerkmale wie gezielten Kehlbissen konnte der Wolf mit hinreichender Sicherheit best√§tigt werden‚Äú, so Hofer. Zudem deute die gefressene Fleischmenge darauf hin, dass mehrere Tiere am √úbergriff beteiligt waren. Wie viele, k√∂nne nicht gesagt werden. ‚ÄěDa ein einzelner Wolf bis zu zehn Kilo verschlingen kann, ist eine genauere Aussage zur Anzahl der beteiligten W√∂lfe anhand der gefressenen Fleischmenge unm√∂glich.‚Äú
Schon mehrere Angriffe auf Alpakas
Laut Hofer sei es in Sachsen nicht der erste bekannte √úbergriff auf Alpakas. Bereits 2019 habe die Fachstelle Wolf zwei √úbergriffe (ein totes und ein verletztes Tier) dokumentiert; ebenso 2020 (zwei get√∂tete Tiere) sowie 2021 und auch schon 2022 mit je einem get√∂teten Tier. Warum W√∂lfe auf Alpakas losgehen, dazu sagt Hofer: ‚ÄěAuch wenn sie keine heimischen Tiere sind, √§hneln sie hinsichtlich Gr√∂√üe und Verhalten einheimischen Tieren, die zum Beutespektrum von W√∂lfen geh√∂ren.‚Äú
Dass die Herde in Wei√ükei√üel trotz Einz√§unung gerissen wurde, begr√ľndet der Experte damit, dass sie nur durch Wildzaun ohne Strom gesch√ľtzt waren, den die W√∂lfe untergruben. Haltern von Alpakas werde daher f√ľr Festz√§une die Installation eines mechanischen Untergrabschutzes oder einer bodennahen Stromlitze empfohlen. ‚ÄěDie Z√§une sollten zudem regelm√§√üig auf L√∂cher oder Grabstellen und einen festen Bodenabschluss kontrolliert werden‚Äú, so Hofer weiter. Ebenso w√ľrden Tore und Toreinfahrten Schwachstellen darstellen, wenn durch Fahrspuren gro√üe Abst√§nde zwischen Tor und Boden seien. ‚ÄěAuch eine n√§chtliche Einstallung ist eine wirksame Ma√ünahme gegen √úbergriffe.‚Äú
F√ľr den Alpaka-Z√ľchter aus Wei√ükei√üel gibt es zumindest einen Hoffnungsschimmer. Da f√ľr Alpakas keine Mindestschutzkriterien vorgeschrieben sind und der Wolf f√ľr die T√∂tung der Herde best√§tigt wurde, besteht die M√∂glichkeit eines Schadensausgleichs ‚Äď wenn er einen Antrag stellt."
Quelle:https://www.saechsische.de/weisswasser/lokales/woelfe-loeschen-eine-alpaka-herde-https://www.saechsische.de/weisswasser/lokales/woelfe-loeschen-eine-alpaka-herde-aus-5758574.html-5758574.html
(21.09.2022, 09:55)
Liz Thieme:   Im Grunde m√ľsste man hier eingreifen und Fallen aufstellen, um die W√∂lfe zu besendern. Dann h√∂ren vlt die "kryptischen Tode" auf. Oksb√łl ist eine interessante Gegend, da von hier das Milit√§rgebiet Richtung K√ľste mit den beliebten Ferienorten Bl√•vand, Vejers, Henne beginnt. Sofern aber kein Man√∂ver gefahren wird, sind die Stra√üen durch das Gebiet ge√∂ffnet.
(13.09.2022, 07:18)
cajun:   Eine √§hnliche Geschichte wie in √Ėsterreich:
"Seltener Nachwuchs bei Wolfspaar in S√ľdj√ľtland
Nach Angaben der d√§nischen Umweltbeh√∂rde sind in den vergangenen zehn Jahren mehrere W√∂lfe in D√§nemark spurlos verschwunden (ArcIn D√§nemark ist es selten, dass W√∂lfe Welpen bekommen. Doch nun ist es passiert ‚Äď zum vierten Mal in zehn Jahren. Ein Wolfspaar in der Klelund Plantage hat mindestens ein neues Jungtier bekommen.
Wölfe sind wahrscheinlich die umstrittenste Wildtierart in Dänemark. Und nun hat der Wolfsbestand mindestens ein neues Mitglied.
Ein Wolfspaar in der Klelund Plantage bei Hovborg, s√ľdlich von Billund, hat zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen, berichtet die d√§nische Umweltbeh√∂rde.
Wildtierkameras haben den Familienzuwachs festgehalten. Das Filmmaterial zeigt einen neuen Wolfswelpen
, der schätzungsweise zwei Monate alt ist. Ob es noch weitere Welpen in dem Wurf gibt, bleibt abzuwarten.
Neue Wolfswelpen sind in D√§nemark selten. Seit der R√ľckkehr des Wolfs in der d√§nischen Natur im Jahr 2012 haben sich die ans√§ssigen Wolfspaare nur viermal erfolgreich gepaart.
Die Erkl√§rung f√ľr die niedrige Fortpflanzungsquote liegt in einer relativ hohen Zahl von sogenannten ‚Äěkryptischen Todesf√§llen‚Äú, erkl√§rt Kent Olsen, wissenschaftlicher Direktor des Naturhistorischen Museums Aarhus.
Spurloses Verschwinden
Wenn W√∂lfe spurlos verschwinden und es keine Hinweise darauf gibt, dass sie von einem Auto √ľberfahren wurden oder an einer Krankheit gestorben sind, spricht man von einem kryptischen Tod.
Die naheliegendste Erkl√§rung f√ľr das Verschwinden ist, dass die W√∂lfe get√∂tet wurden. Dies wurde jedoch nur einmal dokumentiert, sodass Kent Olsen und seine Kolleginnen und Kollegen, die die W√∂lfe √ľberwachen, nur feststellen k√∂nnen, dass sie verschwunden sind.
Neben dem Paar in Klelund Plantage gibt es noch zwei weitere Paare. Eines befindet sich in Oksb√łl in S√ľdwestj√ľtland. Das andere Paar ist in der N√§he von Skjern in Westj√ľtland ans√§ssig.
Wolfspopulation in Dänemark
Nach einer Abwesenheit von fast 200 Jahren kehrte der Wolf 2012 nach D√§nemark zur√ľck. Der Wolf kam aus Deutschland ins Land.
Der Wolf ist in D√§nemark und im Rest der EU gesch√ľtzt, da die Population vom Aussterben bedroht ist.
Seit 2012 sind in D√§nemark 16 W√∂lfe spurlos verschwunden. Au√üerdem wurde ein Wolf erlegt, einer starb an einer Krankheit, und f√ľnf sind weiter nach Deutschland gezogen.
Derzeit gibt es schätzungsweise 16 ausgewachsene wilde Wölfe im Land.
Unter ihnen befinden sich drei Wolfspaare.
Die drei Paare und vier weitere W√∂lfe haben feste Reviere an verschiedenen Orten in J√ľtland.
Drei Wölfe sind allein und streifen umher.
Vergangenes Jahr wurden vier weibliche Welpen geboren. Einer von ihnen ist mittlerweile Teil eines Wolfspaares. Ein anderer ist bei ihren Eltern in Hovborg geblieben. Die anderen beiden befinden sich wahrscheinlich anderswo in Dänemark.
Quellen: Ulveatlas.dk, Naturhistorisk Museum Aarhus, Milj√łstyrelsen
Der d√§nische Naturschutzbund, Danmarks Naturfredningsforening, freut sich √ľber den neuen Welpen. Die Tatsache, dass sich die W√∂lfe vermehren, ist ein Zeichen daf√ľr, dass die Natur versucht, sich zu regenerieren, betont Fachberater Bo H√•kansson.
W√∂lfe f√ľr die Natur wichtig
‚ÄěDie W√∂lfe spielen in unserer Natur eine Schl√ľsselrolle, denn sie ern√§hren sich von Kronenhirschen, Rehen und Wildschweinen, wobei sie die schw√§chsten und kr√§nksten Tiere erbeuten. Auf diese Weise tragen sie zur Gesunderhaltung des Wildbestandes bei‚Äú, sagt er.
Aus dem gleichen Grund bedauert er, dass einige W√∂lfe verschwinden. So sind beispielsweise drei Wolfspaare aus der Str√•s√ł Plantage bei Ringk√łbing nicht mehr gesichtet worden.
Die Geschichte des Wolfs in Dänemark
Der Wolf starb im 18. und 19. Jahrhundert in fast ganz Westeuropa aus.
Ausgehend von wenigen isolierten Populationen in Osteuropa, Italien und der Iberischen Halbinsel, hat sich der Wolf wieder in vielen europ√§ischen L√§ndern verbreitet und ist 2012 auch nach D√§nemark zur√ľckgekehrt.
Seit der ersten best√§tigten Sichtung von W√∂lfen im Nationalpark Thy im Oktober 2012 gab es viele Nachweise f√ľr die Tiere auf d√§nischem Boden. Zu diesen z√§hlen zum Beispiel DNA-Tests von get√∂teten Haustieren, Exkremente, erlegtes Wild oder Bildaufnahmen.
Die d√§nischen W√∂lfe sind alle aus L√§ndern s√ľdlich der Grenze ‚Äď haupts√§chlich aus Deutschland ‚Äď eingewandert. Ihre DNA gleicht der mitteleurop√§ischen Wolfspopulation.
Nach Angaben der Universit√§t Aarhus ist die Sterblichkeit der W√∂lfe in D√§nemark h√∂her, als es bei einer gesch√ľtzten Tierart der Fall sein sollte. Das Nahrungsangebot gilt als reichhaltig, und die Konkurrenz durch Artgenossen ist noch gering. Daher ist es wahrscheinlich, dass im Laufe der Jahre mehrere Tiere illegal get√∂tet wurden.
Seit der R√ľckkehr der W√∂lfe nach D√§nemark ist die Debatte √ľber ihre Anwesenheit immer wieder aufgeflammt. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die glauben, dass W√∂lfe in der d√§nischen Landschaft von Natur aus zu Hause sind.
Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die glauben, dass W√∂lfe eine Gefahr f√ľr Mensch und Vieh darstellen und dass D√§nemark zu dicht besiedelt ist, als dass W√∂lfe frei leben k√∂nnten.
Keine Gefahr f√ľr den Menschen
In der Vergangenheit haben in Europa nur Wölfe, die mit Tollwut infiziert waren, oder stark ausgehungerte Wölfe Menschen angegriffen.
In den europ√§ischen Wolfspopulationen gibt es heute keine Tollwut, und in D√§nemark ist f√ľr W√∂lfe reichlich Nahrung in Form von Wild vorhanden, erkl√§rt Bo H√•kansson.
Die Gefahr f√ľr Nutztiere besteht jedoch. Hier sind wolfssichere Z√§une unerl√§sslich, um zum Beispiel Schafe zu sch√ľtzen, so der Fachberater."
Quelle:https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig-daenemark/seltener-nachwuchs-bei-wolfspaar-suedjuetland
(12.09.2022, 16:01)
Liz Thieme:   Die Karte f√ľr NDS f√ľr die Saison 01.05.2021 bis 30.04.2022

(31.08.2022, 09:06)
Liz Thieme:   Also in Buchholz / Seevetal wurde ein einzelner Wolf letztes Jahr gesichtet. Dieses Jahr stand er glaube ich noch nicht in der Presse (bei mir verschwimmt aber auch alles). Bleckede ist ein interessantes Gebiet, da gibt es kaum Schutz f√ľr ihn, sehr offene Landschaften wegen der Elbe. Aber hier k√∂nnte eine eine Abwanderung Richtung L√ľneburg / Neetze kommen, da sollte es f√ľr sie passender sein. Ich muss mir unsere Karte mal angucken, wo wir nun √ľberall welche haben.
(31.08.2022, 08:55)
cajun:   NDS meldet im laufenden Monitoringjahr einiges an neuen Wolfsrudeln. Neu sind die Territorien (mit Welpennachweis) Bleckede, Friedeburg, Fintel, Uelzen, Vollersode, Wedemark. Ein Beobachtungsgebiet ist Buchholz, vor den Toren Hamburgs. Da werden unsere nieders√§chsischen Foristen inklusive der Hannoveraner bald ggf mal Besuch in den G√§rten haben :-)
Niedersachsen ist das Bundesland mit dem größten Wachstum der Wolfspopulation zur Zeit. Es gibt 44 Rudel- und vier Einzelterritorien. In Sachsen pendelt sich der Wolfsbestand langsam ein. Das Wachstum stagniert nach ca. 20 Jahren der Wiederbesiedlung.
(30.08.2022, 16:40)
cajun:   Hesssennews: Die urspr√ľnglich residente W√∂lfin gilt als verschollen:
"Wölfin im Vogelsberg nachgewiesen
Individuum ist bisher unbekannt
Durch die genetische Analyse einer Kotprobe aus dem Gebiet um Schotten konnte eine neue W√∂lfin in Hessen nachgewiesen werden. Die W√∂lfin mit dem Labork√ľrzel GW2812f ist ein bisher unbekanntes Individuum. Die Kotprobe stammt aus dem Bereich des derzeit erloschenen Territoriums der ‚ÄěUlrichsteiner‚Äú W√∂lfin GW1166f.
Zus√§tzlich wurde ein weiterer Wolfsnachweis bei Spangenberg im Schwalm-Eder-Kreis erbracht. Dort wurde Wolfs-DNA an einem toten Kalb nachgewiesen. Die Genotypisierung der DNA-Probe steht derzeit noch aus. Sollte diese erfolgreich sein, lie√üen sich dar√ľber R√ľckschl√ľsse auf das Individuum ziehen. Es handelt sich um den zweiten durch einen Wolf verursachten, amtlich best√§tigten Nutztierschaden in Hessen in diesem Jahr."
Quelle:https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/woelfin-im-vogelsberg-nachgewiesen
(30.08.2022, 16:19)
cajun:   Auch in RLP ist ein neuer Wolf, n√§mlich in der Pfalz, unterwegs. Auch dieses Individuum stammt aus der Alpenpopulation.
(30.08.2022, 16:17)
cajun:   In NDS sind mittlerweile zwei R√ľden aus der Alpenpopulation (Quelle hierf√ľr waren die italienischen W√∂lfe) im Rudel in Rheden und in der G√∂hrde nachgewiesen. In BaW√ľ und Bayern gibt es territoriale Einzelttiere mit der gelichen Herkunft. Streng genommen vermischen sich hier zwei "Unterarten/ Subpopulationen", wie bereits im Rudel Srni im Bayrischen Wald. Gerade der kleinen deutschen Gr√ľnderpop√ľlation mit polnischem Ursprung, tuen diese frischen Gene sicherlich gut. Interessante Entwicklung die Puristen sicher die Nase r√ľmpfen l√§sst. *schalke :0) Bin gespannt wann der erste Wolf der mitteleurop√§ischen Flachlandpopulation oder der Alpenpopulation nach Spanien einwandert....
Die dänischen Wölfe sind m.W, nach sämtlich sächsischen Ursprungs :-)
(30.08.2022, 14:56)
cajun:   Updates aus NRW:
In Schermbeck scheint Raum f√ľr mehr als ein Rudel zu sein.
"Wolfsgebiet Schermbeck: Zwei neue Individuen im Kreis Wesel nachgewiesen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt neue Wolfsnachweise in Schermbeck (Kreis Wesel).
Mittels genetischer Analysen von Kotproben im Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen konnten zwei neue Wolfsindividuen im Wolfsgebiet Schermbeck, au√üerhalb des Streifgebietes des bekannten Rudels, identifiziert werden. Die in einem Waldgebiet im Raum Schermbeck gefundenen Losungen vom 04. und 12. Juli 2022 konnten dem bislang unbekannten R√ľden mit der Kennung GW2889m zugeordnet werden. Eine am 09. Juli 2022 gefundene Losung stammt von dem ebenfalls bislang unbekannten Weibchen mit der Kennung GW2890f. In beiden F√§llen ist das Herkunftsrudel nicht bekannt, genetisch z√§hlen diese W√∂lfe aber unzweifelhaft zur Mitteleurop√§ischen Flachlandpopulation. Anhand der DNA-Ergebnisse ist belegt, dass die zwei neuen Wolfsindividuen nicht aus der seit 2019 bestehenden Verpaarung des Rudels ‚ÄěSchermbeck‚Äú entstammen, welches sein Territorium haupts√§chlich im Raum H√ľnxe begr√ľndet hat. Ob sich die beiden neuen W√∂lfe in Schermbeck ansiedeln oder bereits eine Paarbildung stattgefunden hat, kann zum gegenw√§rtigen Zeitpunkt nicht abschlie√üend gekl√§rt werden."
Und:
"Wolfsnachweis im Kreis Paderborn: Wolfsr√ľde GW2252m aus dem Rudel ‚ÄěGl√ľcksburger Heide‚Äú (Sachsen-Anhalt) in Lichtenau nachgewiesen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt einen Wolfsnachweis im Kreis Paderborn.
Am 07. Juni 2022 wurde in einem Waldgebiet bei Lichtenau ein Wolf beim Absetzen von Kot beobachtet. Diese Losung konnte sichergestellt werden und mithilfe der genetischen Analyse des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen wurde ein m√§nnlicher Wolf mit der Kennung GW2252m identifiziert. Es handelt sich dabei um einen Nachkommen aus dem Rudel ‚ÄěGl√ľcksburger Heide‚Äú in Sachsen-Anhalt. Dieses Individuum wurde erstmalig im Dezember 2020 in seinem Herkunftsterritorium √ľber Losung nachgewiesen. √úber den Verbleib des Wolfes ist nichts bekannt.
Das Territorium ‚ÄěGl√ľcksburger Heide‚Äú besteht bereits seit 2012 und im Jahr 2014 kam es zur ersten Reproduktion. W√§hrend das territoriale Muttertier GW342f gleich blieb, kam es in der Vergangenheit zu mehreren R√ľdenwechseln. Der Vater des in Lichtenau nachgewiesenen Individuums tr√§gt die Kennung GW1503m und ist seit mindestens 2018 der territoriale R√ľde im Rudel ‚ÄěGl√ľcksburger Heide‚Äú.
Quelle:https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-08-29
(30.08.2022, 14:40)
cajun:   Im Merfelder Bruch bei D√ľlmen wird die dort ans√§ssige "Wildpferdherde" nun durch einen wolfsicheren Zaun gesch√ľtzt, Man entschied sich zu der Ma√ünahme, nachdem mehrmals Damwild auf dem Gel√§nde von W√∂lfen gerissen wurde. Schade das man den Pr√§datorendruck hier rausnimmt und nicht darauf setzt, dass Gro√ütierpopulationen, die sich evolution√§r mit gro√üen Beutegreifern entwickelt paralell entwickelt haben, hier wieder ein nat√ľrliches Verhalten abrufen k√∂nnen. Sind halt doch keine Wildpferde.... :-)
(19.08.2022, 10:22)
cajun:   In der Schweiz ist im ehemaligen Gebiet des Calanda Rudels Reproduktion best√§tigt worden. Die erste seit 2019. Ein erwachsener Wolf mit vier Welpen wurde gesichtet. Woher die Tiere kommen ist unklar. DNA Proben sollen Aufschluss bringen.
Desweiteren sind zwei diesj√§hrige m√§nnliche Welpen des Beverin Rudels nach Genehmigung letal entnommen worden. Das Rudel hatte zwei Mutterk√ľhe gerissen respk. t√∂dlich verletzt. Die Schweizer schie√üen zumindest die "richtigen W√∂lfe", nicht wie in Niedersachsen wo sich nach den Absch√ľssen immer wieder herausstellte das es nicht das "genehmigte Tier" war.
(19.08.2022, 10:17)
cajun:   Es gibt einen ersten Nachweis f√ľr Deutschland, das ein Goldschakal L√§mmer gerissen hat. Bei Grasleiten in Bayern wurde an den toten Tieren Goldschakal DNA best√§tigt. Was mich etwas wundert: es gibt in diesem Fall keine Kompensation vom Staat, da Goldschakale nicht unter die Regularien f√ľr "gro√üe Beutegreifer" fallen. Zwecks Akzeptanz der zugewanderten Art sollte man das in meinen Augen schleunigst √§ndern.
(19.08.2022, 10:11)
cajun:   Und wieder Mischlinge in Th√ľringen. Diesmal aber nicht in Ohrdruf:
"W√∂lfin in der Rh√∂n Wolf-Hund-Mischlinge m√ľssen get√∂tet werden

Seit zweieinhalb Jahren ist eine W√∂lfin sesshaft in der Region um den Dermbacher Ortsteil Zella im Wartburgkreis. Lange war von ihr wenig zu sp√ľren. Doch seit Juli hat sie immer wieder Nutztiere angegriffen und gro√üe Verunsicherung ausgel√∂st. Inzwischen ist der Grund klar: Die W√∂lfin hat Nachwuchs. Weil es sich um Wolf-Hund-Mischlinge handelt, m√ľssen sie demn√§chst get√∂tet werden. Anschlie√üend k√∂nnte sich die Lage wieder entspannen, hofft man im Umweltministerium.

Auf einem Foto von der Nacht auf Montag sind vier Welpen zu erkennen - in verschiedenen Grau- und Schwarzt√∂nen. Schwarz aber sind W√∂lfe eigentlich nicht, sagt Umweltstaatssekret√§r Burkhard Vogel. Zwei Fachstellen haben dem Ministerium in dieser Woche best√§tigt, dass es sich bei den insgesamt f√ľnf Jungtieren um Hybride handelt, eine Mischung aus Wolf und Haushund. Aus Mangel an Partnern der eigenen Art hat sich die W√∂lfin offensichtlich mit einem freilaufenden Hund gepaart.
Wolf-Hund-Mischlinge sollen geschossen werden

F√ľr den Nachwuchs bedeutet das: Er muss laut Gesetz "entnommen" werden, damit er sich nicht fortpflanzt und die Wolfspopulation genetisch gef√§hrdet. Weil die Tiere mit zw√∂lf Wochen aber schon zu alt sind, um in einem Gehege in Gefangenschaft zu leben, sollen sie get√∂tet werden.

Wer sie erschie√üen wird, stimmt das Ministerium derzeit gemeinsam mit Th√ľringen-Forst und dem Landesamt f√ľr Umwelt ab. Beim streng gesch√ľtzten Wolf darf das nicht jeder J√§ger tun, sondern nur, wer damit beauftragt wird.

Auffällig viele Nutztier-Risse
Anzeichen f√ľr Nachwuchs gab es schon seit Mitte Mai. Da tauchte ein Foto auf, ebenfalls von einer Wildkamera, auf dem sich die W√∂lfin auf dem R√ľcken in der Sonne w√§lzt. Deutlich sichtbar waren die Zitzen und das geschwollene Ges√§uge. Es gebe keine Hinweise auf Nachwuchs, hie√ü es dazu vom Umweltministerium, es k√∂nne auch Scheintr√§chtigkeit sein.

Keine Hinweise, das wurde auch noch Anfang August wiederholt, nachdem sich innerhalb kurzer Zeit die Zahl der Nutztier-Risse auff√§llig erh√∂ht hatte - ein weiteres Indiz f√ľr Nachwuchs, wie Staatssekret√§r Vogel am Freitag einr√§umte. "Wenn die W√∂lfin allein ohne ein Rudel ihre Jungen aufziehen muss, dann verliert sie die nat√ľrliche Scheu vor siedlungsnahen Bereichen und vor Menschen und geht dort auf Weidetiere"
Quelle:https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/west-thueringen/wartburgkreis/wolf-nachwuchs-welpen-hund-hybrid-100.html
(15.08.2022, 18:37)
cajun:  
In Hessen sucht man nach Eltern. Mal sehen was dabei rauskommt. Die ehemalige "Stölzinger Wölfin" kann es wohl nicht gewesen sein...:
"Nachwuchs im St√∂lzinger Gebirge Hier tapsen f√ľnf Wolfswelpen vor eine Kamera. Wolfsnachwuchs im St√∂lzinger Gebirge gefilmt

F√ľnf kleine Wolfswelpen stromern derzeit durch ein Gebirge im Werra-Mei√üner-Kreis. Eine Kamerafalle filmte die etwa drei Monaten alten Geschwister. Die Identit√§t ihrer Eltern gibt noch R√§tsel auf.
F√ľnf Wolfswelpen sind im St√∂lzinger Gebirge nachgewiesen worden. Eine Wildkamera in der N√§he von Waldkappel (Werra-Mei√üner) habe die Tiere im Juli in einem Video aufgenommen, teilte das Hessische Landesamt f√ľr Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Montag in Wiesbaden mit.
Den Angaben zufolge war zun√§chst unklar, wer die Eltern der f√ľnf Welpen sind. Die Anwesenheit einer ans√§ssigen W√∂lfin mit dem Labork√ľrzel GW1409f wurde zuletzt im Oktober 2021 best√§tigt, ein weiteres Weibchen (GW1873f) wurde im M√§rz nachgewiesen. Dieses k√∂nne sich aber auch nur vor√ľbergehend in dem Gebiet aufgehalten haben.
Wolfszentrum will Herkunft der Eltern herausfinden
Genetische Proben eines M√§nnchens gibt es laut HLNUG bislang nicht, allerdings zeigen Aufnahmen einer Fotofalle ein m√§nnliches Tier. Das Wolfszentrum Hessen k√ľmmere sich nun um die Frage, wer die Eltern der f√ľnf Welpen sind.
Wolfswelpen kommen normalerweise Anfang Mai zur Welt, das HLNUG sch√§tzt deshalb das Alter der Tiere zum Zeitpunkt des Videos auf ungef√§hr drei Monate. Zuvor gab es an der hessisch-bayerischen Grenze Wolfsnachwuchs: Eine Fotofalle am Truppen√ľbungsplatz Wildflecken nahm im Juli eine W√∂lfin mit Nachwuchs auf.
Immer mehr Wolfssichtungen in Hessen
Die Wolfspopulation in Hessen wächst dabei langsam, aber stetig. Im Mai 2022 waren dem Wolfszentrum insgesamt zehn erwachsene, sesshafte Tiere in Hessen bekannt"
Quelle:https://www.hessenschau.de/panorama/hier-tapsen-fuenf-wolfswelpen-vor-eine-kamera,woelfe-welpen-100.html
(10.08.2022, 22:03)
cajun:   In Der Schweiz ensteht eine Art Pr√§zedenzfall. Trotz vergangener Regulierungs- und Vergr√§mungsabsch√ľsse hat ein Wolfsrudel aktuell zwei Mutterk√ľhe gerissen.
Besonders: Auch die Naturschutzverb√§nde sind f√ľr ein geregeltes Vorgehen zur Entnahme.
Die Story:
" Beverin-Rudel - B√ľndner Regierung gibt zwei Jungw√∂lfe zum Abschuss frei

Der erneute Angriff auf eine Mutterkuh hat das Fass zum √úberlaufen gebracht: Die Kantonsregierung hat zwei Jungw√∂lfe aus dem B√ľndner Problemrudel zum Abschuss freigegeben.
Das Rudel hat innerhalb einer Woche zwei Mutterk√ľhe am Schamserberg gerissen.
Der Abschuss wurde vom Bundesamt f√ľr Umwelt genehmigt.

Ziel bleibe die Entfernung des gesamten Rudels und der Abschuss des besonders auff√§lligen Vatertiers M92, wie die B√ľndner Regierung in einer Mitteilung schreibt. Am Mittwochabend hatte das Rudel zum zweiten Mal innert wenigen Tagen eine ausgewachsene Kuh angegriffen. Das Tier wurde dabei so schwer verletzt, dass es eingeschl√§fert werden musste, so die Kantonsregierung. Vergangene Woche wurde eine Mutterkuh get√∂tet.

Laut Mitteilung gibt es Hinweise darauf, dass das Beverin-Wolfsrudel Nachwuchs erhalten hat. Der Abschuss der zwei Jungtiere sei eine dringliche Sofortmassnahme zur Vergrämung der Wölfe und gegen Schäden zulasten von Landwirtschaft, Tourismus und der Bevölkerung, schreibt die Regierung.
Naturschutzorganisationen bef√ľrworten Abschuss

Auch Naturschutzorganisationen hatten die Dezimierung des Problemrudels gefordert. Das Beverin-Rudel trete als besonders schadenstiftend in Erscheinung, schrieben die Naturschutzorganisationen WWF, Pro Natura und die Gruppe Wolf Schweiz in einer gemeinsamen Mitteilung am Freitag. Es greife regelm√§ssig gesch√ľtzte Schafherden an, riss 2020 einen Esel und jetzt zwei Mutterk√ľhe. Es handle sich somit um eine Ausnahmesituation, die besondere Massnahmen erfordere.

Deshalb w√ľrden die Organisationen ¬ęrasches und zielgerichtetes Handeln durch Absch√ľsse von Jungw√∂lfen unterst√ľtzen¬Ľ, hiess es weiter. Auch ein Abschuss des Leitwolfes des Beverin-Rudels werde bef√ľrwortet. Es sei offensichtlich, dass sich sein Verhalten nicht mehr √§ndern lasse. Hingegen sprechen sich die Organisationen gegen die T√∂tung des ganzen Rudels aus. Dies sei rechtlich nicht zul√§ssig."
Quelle:https://www.srf.ch/news/beverin-rudel-buendner-regierung-gibt-zwei-jungwoelfe-zum-abschuss-frei


(19.07.2022, 11:47)
cajun:   Es gibt zum zweiten Mal Goldschakalnachwuchs in BaW√ľ:

"Erneut Nachwuchs beim Goldschakal-Pärchen im Schwarzwald-Baar-Kreis: Laut Fotofallenbilder hat das Goldschakalpaar mindestens vier Welpen. Das ist nun bereits der zweite bestätigte Wurf. Im vergangenen Jahr war erstmals nachgewiesen worden, dass Goldschakale sich im Landkreis niedergelassen und Junge bekommen haben.

Nach ersten Aufnahmen der Goldschakalfähe durch Wildtierkameras des FVA-Wildtierinstitutes, die auf einen Nachwuchs hindeuten, folgten am 20. und 21. Juni nun Fotos, die jungen Goldschakale direkt bestätigen.

In Deutschland wurde der erste Goldschakal-Nachweis 1997 in Brandenburg dokumentiert. Das bekannte Verbreitungsgebiet des fuchs√§hnlichen Goldschakals erstreckt sich vor allem √ľber den s√ľdostasiatischen Raum bis in den Westen nach S√ľdosteuropa. Seit einigen Jahren werden jedoch auch in weiter n√∂rdlich und westlich liegenden L√§ndern Europas Goldschakal-Nachweise registriert.

Goldschakale leben in Familiengruppen, die in der Regel aus dem Elternpaar und dessen Nachkommen bestehen. Goldschakale sind etwas gr√∂√üer als F√ľchse, k√∂nnen jedoch auf Grund ihrer F√§rbung auch mit einem kleinen Wolf verwechselt werden. Auch ihre Reviergr√∂√üe und ihre Ern√§hrung sind mit denen eines Fuchses vergleichbar.

Als Hauptbeute des Goldschakals kommen kleinere Tiere wie Kleins√§uger oder Insekten in Frage. Auch Beeren und andere Fr√ľchte werden vom Goldschakal gefressen, selten werden gr√∂√üere Tiere wie Rehe erbeutet. Die Tiere nutzen als R√ľckzugsr√§ume h√§ufig dicht bewachsene Gebiete und sind vor allem in der D√§mmerung und der Nacht aktiv. Hierdurch werden sie vom Menschen nur selten wahrgenommen.
Quelle: https://www.dbb-wolf.de/mehr/pressemitteilungen/details/baden-wuertemberg-erneut-goldschakalnachwuchs
(16.07.2022, 16:48)
cajun:   Im M√§rz war soviel "Verkehr" in NRW, dass man die Sichtungen summarisch erfasst hat. Besonders der Dortmunder Wolf hat viel Aufmerksamkeit erregt.

"Wandernde Wölfe in NRW unterwegs: Wolfsnachweise in Preußisch Oldendorf, Werne, Dortmund, Meinerzhagen, Drolshagen und Telgte

Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt Wolfsnachweise in den Kreisen Minden-L√ľbbecke und Unna, in der Stadt Dortmund, im M√§rkischen Kreis sowie in den Kreisen Olpe und Warendorf.
Am 03. M√§rz 2022 um 8:35 Uhr wurde ein einzelner Wolf in Preu√üisch Oldendorf (Kreis Minden-L√ľbbecke) von einem Auto aus fotografiert und gefilmt, wie er √ľber einen Acker lief.

Am 08. M√§rz 2022 gegen 7:30 Uhr wurde ein einzelner Wolf auf einem Acker in Werne (Kreis Unna) ebenfalls von einem Auto aus fotografiert. Ein weiteres Video einer Anwohnerin zeigt den Wolf, wie er entlang einer Stra√üe nach Norden lief. Der Wolf wurde an diesem Vormittag von weiteren Beobachtern beobachtet. Alle Beobachtungsorte liegen n√∂rdlich des Ortsteils Stockum und maximal einen Kilometer √∂stlich der Autobahn A1; m√∂glicherweise war der Wolf auf der Suche nach einer Querungsm√∂glichkeit f√ľr die Autobahn A1.

Am 10. M√§rz 2022 wird ein Wolf kurz vor Mitternacht in Stadtrandbereich von Dortmund aus einem Auto heraus gefilmt, wie er die Derner Stra√üe n√∂rdlich des Naturschutzgebietes Kirchderner Wald √ľberquert. Dass W√∂lfe in innerst√§dtischen Bereichen auftauchen, geschieht eher selten, ist aber nicht g√§nzlich auszuschlie√üen. W√∂lfe verlassen bis sp√§testens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Dabei bewegen sie sich in f√ľr sie unbekanntem Gel√§nde. Wissenschaftliche Studien mit besenderten W√∂lfen belegen, dass abwandernde Jungw√∂lfe, die z. B. √ľber Gr√ľng√ľrtel in dicht besiedelte innerst√§dtische Gebiete geraten, diese schnell wieder zu verlassen suchen.

Am 12. M√§rz 2022 um 6:45 Uhr wurde ein Wolf in Meinerzhagen (M√§rkischer Kreis) an einem Wanderparkplatz auf der Nordhelle im Ebbegebirge beobachtet. Die beiden Beobachterinnen konnten den Wolf fotografieren, der √ľber eine Kalamit√§tsfl√§che wechselte. An diesem Vormittag wurden weitere Wolfsbeobachtungen gemeldet und zwar aus dem angrenzenden Drolshagen (Kreis Olpe). Zun√§chst war um 8:45 Uhr ein wolfs√§hnliches Tier s√ľdlich der Talbr√ľcke Germinghausen der Autobahn A 45 fotografiert worden; hier reichte die Qualit√§t des Fotos f√ľr eine eindeutige Artbestimmung allerdings nicht aus. Um 8:53 Uhr querte ein eindeutig als Wolf erkennbares Tier unmittelbar an der Anschlussstelle Drolshagen zur Autobahn A 45 die L708 und wurde dabei von einem Auto aus gefilmt. Um 9:45 Uhr wurde dann ein wolfs√§hnliches Tier auf einem Feldweg zwischen Sendschotten und H√ľtzemert fotografiert. Wahrscheinlich handelte es sich bei den genannten Beobachtungen vom 12. M√§rz 2022 immer um dasselbe Wolfsindividuum, welches die Wegstrecke von ungef√§hr 15 km in drei Stunden zur√ľckgelegt hatte.

Am 22. M√§rz 2022 um 8:42 Uhr filmte ein Anwohner in Telgte (Kreis Warendorf) einen Wolf in den Ems-Auen. Der Wolf kam von S√ľden aus einem Waldgebiet √ľber das Feld und lief dann zun√§chst an der Ems entlang Richtung Telgte, drehte dann aber um und folgte dem Ems-Ufer weiter Richtung Warendorf.

Alle Beobachtungsorte wurden von den regional zust√§ndigen Wolfsberaterinnen und Wolfsberater √ľberpr√ľft. Das Bildmaterial wurde vom LANUV und von der DBBW √ľberpr√ľft. Geschlecht, Identit√§t und Verbleib der nachgewiesenen W√∂lfe sind nicht bekannt. √úbergriffe auf Nutztiere oder aktive Ann√§herungen an Menschen sind in keinem Fall mit den aufgef√ľhrten Beobachtungen in Verbindung zu bringen.

Gem√§√ü den bundeseinheitlichen Kriterien f√ľr das Monitoring von W√∂lfen in Deutschland werden Beobachtungen ohne Bildbeleg oder mit unvollst√§ndigen Angaben zu Ort und Zeitpunkt als unbest√§tigte Hinweise erfasst. Das zugrundeliegende Bildmaterial muss in der Qualit√§t so gut sein (Sch√§rfe, Beleuchtung, Aufl√∂sung, Perspektive usw.) sein, damit eine Unterscheidung zwischen W√∂lfen und wolfs√§hnlichen Hunden zuverl√§ssig m√∂glich ist. "
Quelle:https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-03-31
(01.04.2022, 15:14)
cajun:   Eine Meldung aus Holland zum Goldschakal:
"Goldschakal ist auf dem Vormarsch, jetzt auch in Friesland gesichtet
Am 12. Februar wurde in der Gemeinde Friese Meren ein Goldschakal gesichtet. Es ist das siebte Mal, dass ein Goldschakal in den Niederlanden gesehen wurde. Dies war zuvor in Gelderland, Drenthe, Groningen und Utrecht der Fall. Der Goldschakal ist ein gesch√ľtzter Hundeartiger, der haupts√§chlich M√§use jagt. In den Niederlanden wurde noch keine Politik bez√ľglich des Goldschakals entwickelt. Die Beobachtung wurde von dem friesischen S√§ugetierexperten Harrie Bosma gemacht. Um sicher zu sein, um welches S√§ugetier es sich handelte, wurde die Wolfsmeldestelle des S√§ugetierverbands um Best√§tigung gebeten. Soweit wir wissen, ist dies die erste Sichtung eines Goldschakals in Friesland. "
Quelle:https://www.naturetoday.com/nl/nl/nature-reports/message/?msg=28854
√úbersetzung Zoopresseschau
(08.03.2022, 14:22)
cajun:   In der Schweiz gab es einen "Fehlabschuss". Merke: auch wenn es nicht nach Wolf aussieht, kann trotzdem Wolf drin sein. Das im Artikel gezeigte Bild sieht wirklich ungew√∂hnlich aus:

"Wolf wegen Verdacht auf Hybridisierung erlegt
Wildh√ľter des Kantons Wallis haben Ende Januar einen Wolf mit auffallend dunkler Fellf√§rbung erlegt. Der Kanton, das Bundesamt f√ľr Umwelt (BAFU) und die Fachstelle f√ľr das Monitoring der Grossraubtiere (KORA) vermuteten, dass es sich um einen Wolf-Hund-Mischling handelte. Die genetischen Analysen der Universit√§t Lausanne wie auch diejenigen des Zentrums f√ľr Wildtiergenetik in Gelnhausen zeigen nun, dass es kein Hybrid war.
Seit dem Herbst 2021 hatte die Dienstelle f√ľr Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis (DJFW) aufgrund von Fotos und Videos von Wildkameras Kenntnis von einem Wolf mit auffallend dunkler Fellf√§rbung. Basierend auf der Fellf√§rbung und der Gr√∂sse des Tieres, vermuteten die Fachleute des Kantons, des Bundesamtes f√ľr Umwelt (BAFU), der Fachstelle f√ľr das Monitoring der Grossraubtiere (KORA) wie auch europ√§ische Experten, dass es sich bei diesem Tier um einen Mischling aus einer Wolf-Hund-Paarung handeln k√∂nnte. Wenn solche Tiere die Vielfalt der einheimischen Arten bedrohen, m√ľssen die Kantone laut der eidgen√∂ssischen Jagdverordnung diese nach M√∂glichkeit aus der Wildbahn entfernen, um ihre Vermehrung zu verhindern. Deshalb wurde in Absprache mit dem BAFU und nach R√ľcksprache mit der KORA dieser Wolf Ende Januar erlegt.
Das Tier wurde anschliessend am Tierspital Bern (FIWI) untersucht. Zudem analysierte das Labor f√ľr Populationsgenetik der Universit√§t Lausanne sowie das Zentrum f√ľr Wildtiergenetik in Gelnhausen (D) den Wolf genetisch.
Diese Analysen zeigen, dass das Tier ein genetisch reiner Wolf war, dessen Genom in den letzten vier Generationen keine Einkreuzung von einem Hund aufweist, also kein Hybrid war. Er stammt aus der italienisch-französischen Population. Dieses Ergebnis zeigt, dass die äusseren Merkmale in Wolfspopulationen italienischer Herkunft in größerem Ausmass variieren können als bisher angenommen.

Die Beh√∂rden und Fachleute gehen davon aus, dass in der Schweiz im Gegensatz zu einigen Nachbarl√§ndern bisher noch keine Wolf-Hund-Paarungen erfolgt sind. Deshalb ist es wichtig, das bei begr√ľndetem Verdacht auf Wolf-Hund-Mischlinge diese auch in der Schweiz erlegt werden."
Quelle: https://kora.ch/aktuell/wolf-wegen-verdacht-auf-hybridisierung-erlegt/
(07.03.2022, 12:58)
cajun:   Ich finde NRW k√∂nnte mal damit beginnen einen j√§hrlichen Monitoringbericht nach Vorbild von Sachsen zu publizieren. Die Meldungen h√§ufen sich!

"Wolfsgebiet Oberbergisches Land: Im Rhein-Sieg-Kreis bei Verkehrsunfällen getötete Jungwölfe stammen aus dem Rudel Leuscheid
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt Wolfsnachweise im Rhein-Sieg-Kreis.
Am 21. Januar 2022 wurden in Hennef (Sieg) tote Schafe aufgefunden. Genetische Untersuchungen des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen haben best√§tigt, dass diese Schafe von W√∂lfen get√∂tet und befressen wurden. Eindeutig identifiziert werden konnte der Wolfsr√ľde GW1896m, der sp√§testens im M√§rz 2021 zugewandert war und den Vaterr√ľden GW1159m des Leuscheider Rudels ersetzt hat. GW1159m wurde zuletzt im Dezember 2020 genetisch nachgewiesen und ist verschollen.
Im Januar 2022 wurden im Rhein-Sieg-Kreis zwei W√∂lfe bei Verkehrsunf√§llen get√∂tet. Die genetische Untersuchung von Gewebeproben der get√∂teten Tiere hat ihre Herkunft aufgekl√§rt. Es handelte sich in beiden F√§llen um m√§nnliche Nachkommen der W√∂lfin GW 1415f und des R√ľden GW1896m; sie geh√∂ren somit zum Wolfsrudel Leuscheid. Der erste Wolfsr√ľde mit der Kennung GW2486m war am 15. Januar 2022 auf der Landstra√üe L86 in Eitorf verunfallt. Der zweite Wolfsr√ľde mit der Kennung GW2481m wurde am 20. Januar 2022 auf der Landstra√üe bei Hennef (Sieg) bei einem Verkehrsunfall get√∂tet. Beide W√∂lfe werden zurzeit im Leibnitz-Institut f√ľr Zoo- und Wildtierforschung in Berlin auf Verletzungen, Krankheiten, Parasiten etc. untersucht. Am 20. Januar 2022 wurde im Landkreis Altenkirchen, kurz hinter der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die ebenfalls 2021 geborene W√∂lfin GW2480f aus dem Leuscheider Rudel durch einen Verkehrsunfall verletzt.
Im September 2021 waren f√ľr das Leuscheider Rudel sieben Welpen fotografisch nachgewiesen worden. Mittlerweile sind sechs Welpen auch genetisch bekannt. Neben den genannten Individuen wurden √ľber Kotproben im rheinland-pf√§lzischen Teil des Territoriums noch die beiden m√§nnlichen Nachkommen GW2439m und GW2478m sowie ein weibliches Jungtier GW2479f erfasst.
Von den im Jahr 2020 geborenen und genetisch nachgewiesenen sieben Welpen wurden in den letzten Monaten nur noch zwei Jährlingsfähen GW1999f und GW1955f nachgewiesen. Jungwölfe verlassen zu individuell unterschiedlichen Zeitpunkten und in der Regel spätestens im Alter von zwei Jahren das elterliche Territorium, wenn sie geschlechtsreif werden. Jährlinge beiderlei Geschlechts beteiligen sich bis zu diesem Zeitpunkt an der Versorgung der Welpen.
Im Territorium Leuscheid bewegen sich die Mitglieder des Rudels nach aktueller Kenntnis auf nordrhein-westfälischer Seite im Bereich der Stadt Hennef (Sieg) und der Gemeinden Eitorf und Windeck im Rhein-Sieg-Kreis; auf rheinland-pfälzer Seite reicht das Territorium bis in die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld im Landkreis Altenkirchen und in die Verbandsgemeinde Asbach im Landkreis Neuwied. Wolfsterritorien habe in Deutschland eine Größe von durchschnittlich ungefähr 200 km2; das Leuscheider Rudel durchstreift derzeit ein deutlich größeres Gebiet von etwa 300 km2.
In den vergangenen Monaten sind den W√∂lfen im Territorium Leuscheid zahlreiche Nutztiere (vorwiegend Schafe) zum Opfer gefallen. Eine detaillierte √úbersicht findet sich im Wolfsportal https://wolf.nrw/wolf/de/management/nutztierrisse. Eine wolfsabweisende Z√§unung minimiert nachweislich das Risiko eines Wolfs√ľbergriffs. Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Oberbergisches Land und in der umgebenden Pufferzone wird dringend empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Z√§unen wolfsabweisend zu sichern. "
Quelle: https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-02-23

"Wolfsgebiet Eifel - Hohes Venn: Wolfsr√ľde GW1924m aus Flandern im Nationalpark Eifel nachgewiesen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt einen Wolfsnachweis in Schleiden (Kreis Euskirchen).
Am 20. Januar 2022 war im Nationalpark Eifel im Bereich der Dreiborner Hochfl√§che ein von einem Wolf get√∂tetes Rotwildkalb gefunden worden. Anhand genetischer Proben konnte das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen den Wolfsr√ľden GW1924m identifizieren, der bereits am 15. Januar 2022 in Aachen nachgewiesen worden war.
Die mit dem genetischen Wolfsmonitoring befassten wissenschaftlichen Einrichtungen und Beh√∂rden in Deutschland und Belgien arbeiten eng zusammen, um W√∂lfe zu erfassen, die internationale Grenzen √ľberschreiten. Der Wolfsr√ľde mit der Kennung GW1924m wurde 2020 im Rudel Hechtel-Eksel im belgischen Flandern geboren. Zwischen dem Auftauchen in Aachen und dem Nachweis im Nationalpark Eifel wurde der Wolf zweimal in der belgischen Provinz L√ľttich nachgewiesen. Nach dem 20. Januar 2021 hat er erneut die Grenze nach Belgien √ľberquert. Er scheint sich dabei im Randbereich des Wolfsrudels bewegt zu haben, welches im belgischen Teil des Hohen Venns zwischen Eupen und Monschau lebt. Mittlerweile ist bekannt, dass der Wolf das Gebiet wieder verlassen hat. Er wurde am 05. Februar 2022 in Gerolstein in der Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz) nachgewiesen.
Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel. Im Februar erreicht die Paarungszeit ihren Höhepunkt. Zu dieser Jahreszeit sind abwandernde Jährlinge bereits geschlechtsreif, haben oft aber noch kein eigenes Territorium. Auf der Suche nach einem Geschlechtspartner und einem freien Territorium wandern sie dann z.T. mehrere hundert Kilometer weit."

Karte der Wolfsterritorien in den Benelux-Staaten und Deutschland: https://www.vlaanderen.be/inbo/persberichten/wolven-in-de-benelux-en-duitsland-in-kaart-gebracht/
Quelle: https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-02-25
(25.02.2022, 14:32)
cajun:   Nach den ganzen Schafsmeldungen heute, hier wieder eine zum Wolf... .0)

"Wolfsgebiet Eifel ‚Äď Hohes Venn: Erneute Nachweise des Alpenwolfs GW2391m im Kreis Euskirchen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt weitere Wolfsnachweise in Dahlem und Schleiden (Kreis Euskirchen).
Am 29. September 2021 wurde im Wald bei Dahlem ein Rotwildkalb gefunden, das von einem Wolfsr√ľden mit der Kennung GW2391m get√∂tet und befressen worden war. Auch ein √úbergriff auf Schafe in der Gemeinde Schleiden am 22. Dezember 2021 konnte durch genetische Untersuchungen des Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen dem Wolf GW2391m zugeordnet werden.
Der Wolfsr√ľde GW2391m war am 5. Juli 2021 erstmals im Raum B√ľllingen-B√ľtgenbach in Belgien und am 10. September 2021 im Nationalpark Eifel im Raum Schleiden genetisch erfasst worden. Er tr√§gt als genetisches Merkmal den Haplotyp HW22, der f√ľr die Alpenpopulation (Italien, Frankreich, Schweiz) kennzeichnend ist. Aktuell bleibt abzuwarten, ob der Wolf weiterhin im Gebiet bleiben wird oder weiterzieht. Nach den bundeseinheitlichen Monitoringstandards gilt ein Wolf als territorial, wenn er in Zeitraum von mindestens sechs Monaten in einem Gebiet individuell nachgewiesen wird. Wolfsterritorien haben in Deutschland eine Gr√∂√üe von durchschnittlich ungef√§hr 200 km2. W√∂lfe verlassen bis sp√§testens Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Dass W√∂lfe aus der Alpenpopulation Nordwest-Deutschland erreichen, ist daher nicht ungew√∂hnlich.... "
Quelle: https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-02-22
(22.02.2022, 16:09)
cajun:   Eine neue These √ľber die Zuwanderung der Goldschakale nach u.A. Deutschland:

"Kommt der Goldschakal aus dem Baltikum zu uns?ÔĽŅ
Neben dem Wolf ist der Goldschakel ein weiterer Beutegreifer dessen Ankunft und Ansiedelung in Deutschland zu erwarten ist. Erste Exemplare werden regelm√§√üig gesichtet. Im Gegensatz zum Wolf war der Goldschakal in der Vergangenheit in Deutschland nicht heimisch. Wie eine solche Ansiedlung von statten gehen k√∂nnte, wie er dem Wolf aus dem Weg gehen k√∂nnte und welche Regionen f√ľr eine Ansiedlung geeignet sind, zeigt eine Studie von Peep M√§nnil und Nathan Ranc in Estland.

In Estland gibt es seit 2013 eine reproduzierende Goldschakalpopulation, die trotz kontinuierlicher Bejagung stetig angestiegen ist. Als die ersten Goldschakale in Estland beobachtet wurden, wurden sie als nicht-heimische Art betrachtet und von 2013 bis 2015 unkontrolliert bejagt. In dieser Zeit wurden 12 Tiere erlegt und weitere 4 wurden bei Autounf√§llen get√∂tet. Trotz der anf√§nglich unkontrollierten Bejagung konnte sich bis 2020 eine stabile Population aus 27 Familiengruppen etablieren. Heute ist der Goldschakal in Estland ein jagdbares Wild und die Jagdzeit ist vom 1. September bis 28. Februar. Der Goldschakal hat sich haupts√§chlich in K√ľstenregionen angesiedelt und vermeidet dadurch den Wolf, der seine Hauptverbreitung im Inland hat. Durch die Etablierung einer stabilen und wachsenden Population in der K√ľstenregion Estlands ist mittel- bis langfristig eine Ausbreitung des Goldschakals auch nach Mitteleuropa zu erwarten. Wo der Goldschakal in Mitteleuropa seine √∂kologische Nische finden wird bleibt abzuwarten, da die K√ľstenregionen relativ stark besiedelt sind. Trotzdem hat der Goldschakal seine Anpassungsf√§higkeit an den Menschen gezeigt, indem er sich in den Randgebieten der estnischen Hauptstadt Tallinn angesiedelt hat. Interessant ist auch wie sich Goldschakale auf die bodenbr√ľtenden V√∂gel der K√ľstenregionen auswirken. Hier vermuten die Autoren zwar einen negativen Effekt, der aber durch einen negativen Effekt auf die Fuchs- und Marderhundpopulation kompensiert werden k√∂nnte. Eine Abnahme der Marderhundpopulation wurde in neu von Goldschakalen besiedelten Gebieten beobachtet.

Quelle: Männil, P., Ranc, N. Golden jackal (Canis aureus) in Estonia: development of a thriving population in the boreal ecoregion. Mamm Res (2022).
Link zur Studie: (Abstract): https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs13364-021-00615-1
Quelle Artikel:https://www.freundeskreiswoelfe.de/kommt-der-goldschakal-aus-dem-baltikum-zu-uns
(17.02.2022, 11:53)
cajun:   Was heutzutage durch Kooperation alles so m√∂glich ist.... beeindruckend!
"Internationale Zusammenarbeit klärt Schicksal eines Wanderwolfes
Das CEWolf Consortium ist spezialisiert auf die l√§nder√ľbergreifende Zusammenarbeit bei der Analyse von genetischen Wolfsproben. So l√§sst sich durch die enge Zusammenarbeit der Labore in vielen F√§llen die Identit√§t von W√∂lfen nachvollziehen, die grenz√ľbergreifend durch Deutschland und seine Nachbarl√§nder wandern. Zuletzt gelang dies bei Wolf GW2425m, der in Deutschland viel Aufmerksamkeit auf sich zog.
Zun√§chst war der aus der Alpenpopulation stammende R√ľde von Ende November bis Mitte Dezember 2021 in Tirol durch die Veterin√§rmedizinische Universit√§t Wien als 141MATK best√§tigt worden. Er hinterlie√ü seine DNA an get√∂teten Beutetieren in Umhausen (25.11.) und Oberhofen (28.11.), an einer Losung (Kot) am 01.12. bei Oberperfuss und einem weiteren Riss bei Erl (13.12.). Am selben Tag wurde der R√ľde zum ersten Mal in Bayern nachgewiesen, an einem Wildtierriss bei Aschau. Es folgten Nachweise an einem weiteren Wildtierriss am 14.12. bei Aschau (S√ľd), und Nutztierrisse am 16.12. (Bergen), 17. 12. (Inzell), 18. 12. (Unterw√∂ssen) und am 19.12. bei Marktschellenberg. Danach blieb der R√ľde verschwunden, bis der Abgleich der genetischen Daten zwischen dem Senckenberg Zentrum f√ľr Wildtiergenetik Gelnhausen und der Karls-Universit√§t in Prag ergab, dass Wolf GW2425m unter der Bezeichnung CW22_1m am 17.01.2022 bei Prostńõjov(Moravia) bei einem Autounfall get√∂tet worden war."
Quelle:https://www.dbb-wolf.de/mehr/pressemitteilungen/details/internationale-zusammenarbeit-klaert-schicksal-eines-wanderwolfes
(17.02.2022, 10:24)
cajun:   Bayern r√ľckt ja seltener Infos raus. Deswegen ganz interessant, das es bereits 10 Territorien im Freistaat gibt. Haupttodesursache deutschlandweit ist und bleibt der Stra√üenverkehr:

"Bayern - Vierter toter Wolf durch Verkehrsunfall im laufenden Monitoringjahr
Am 30.01.2022 meldete die Verkehrspolizeiinspektion Amberg den Fund eines toten wolfs√§hnlichen Tieres auf der A6 bei Leuchtenberg im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Nach den Ergebnissen der genetischen Analyse handelt es sich um einen weiblichen Jungwolf aus dem Veldensteiner Forst. Das verunfallte Tier wird im Leibnitz-Institut f√ľr Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht. Dieses gilt als bundesweite Referenzstelle f√ľr die Untersuchung toter W√∂lfe. Die standardisierten Untersuchungen beinhalten eine Computertomographie und Sektion des Tierk√∂rpers sowie Auswertungen zur Histologie, Parasitologie, Virologie und Bakteriologie.

Im Monitoringjahr 2021/2022 (Mai bis April) sind in Bayern bislang vier W√∂lfe durch einen Verkehrsunfall zu Tode gekommen. Am 01.12.2021 wurde im Landkreis Neustadt an der Waldnaab ein m√§nnlicher Wolf √ľberfahren, am 05.12.2021 im Landkreis N√ľrnberger Land ein weiblicher Jungwolf an Bahngleisen tot aufgefunden. Bei dem Jungwolf im Landkreis Neustadt an der Waldnaab handelt es sich um einen Nachkommen aus dem Manteler Forst, bei der W√∂lfin im N√ľrnberger Land um ein Jungtier aus dem Veldensteiner Forst. Am 13.12.2021 kam im Landkreis Neustadt an der Waldnaab ein weiterer m√§nnlicher Wolf bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Hierbei handelte es sich um das m√§nnliche Elterntier aus dem Rudel im Manteler Forst und somit um den Vater des am 01.12.2021 verunfallten Jungwolfs.

W√∂lfe k√∂nnen ebenso wie andere Wildtiere in Verkehrsunf√§lle verwickelt werden. Wie bei jedem Wildunfall ist die Polizei zu verst√§ndigen. Auch der Wolfsr√ľde GW2425m, auf den im Dezember 2021 im Regierungsbezirk Oberbayern mehrere Nutztier√ľbergriffe zur√ľckgef√ľhrt werden konnten, wurde durch einen Verkehrsunfall am 17.01.2022 in Tschechien get√∂tet.

Deutschlandweit starben im Monitoringjahr 2020/21 von 138 tot aufgefundenen Tieren 99 auf der Straße bzw. Schiene (dbb-wolf.de).

In Bayern gibt es derzeit zehn Wolfsterritorien, mit vier Rudeln und sechs standortreuen Einzeltieren. Weiter können jederzeit einzelne Wölfe zu- oder durchwandern, sowohl aus dem Nordosten Deutschlands als auch aus dem Alpenbogen. Jungtiere wandern bei Geschlechtsreife weite Strecken auf der Suche nach einem eigenen Territorium."
Quelle:https://www.dbb-wolf.de/mehr/pressemitteilungen/details/bayern-vierter-toter-wolf-durch-verkehrsunfall-im-laufenden-monitoringjahr

(17.02.2022, 09:25)
cajun:   Neuigkeiten aus NRW. Das alle W√∂lfe in dem Alter (sp√§testnes nach zwei Jahren) das Herkunftsrudel verlassen, stimmt so ganz nicht. Wenn die Paarungsposition frei wird, ersetzen erwachsene Jungtiere stellenweise die Elterntiere oder bleiben in Gebieten mit hoher Populationsdichte durchaus im elterlichen Revier um dem Rudel eine gewisse St√§rke "nach Au√üen" zu garantieren.
"Wolfsgebiet Eifel-Hohes Venn: Wolfsr√ľde GW1924m aus Flandern in Aachen nachgewiesen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt einen Wolfsnachweis in Aachen an der Grenze zu den Niederlanden und Belgien.
In der Nacht zum 15. Januar 2022 waren am Stadtrand von Aachen Schafe von einem Wolf angegriffen worden. Ein Lamm wurde get√∂tet und weitgehend aufgefressen, das Mutterschaf so schwer verletzt, dass es vom Tierarzt eingeschl√§fert werden musste. Anhand genetischer Proben konnte das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen einen Wolf als Verursacher ermitteln. Der Wolfsr√ľde mit der Kennung GW1924m stammt aus dem Rudel Hechtel-Eksel im belgischen Flandern, wo er bereits am 28. Oktober 2020 erstmals genetisch erfasst worden war. Dieses Rudel mit den Elterntieren GW1479f (‚ÄěNoella‚Äú) und GW979m (‚ÄěAugust‚Äú) hatte im Jahr 2020 erstmals vier Welpen, von denen zwei im Oktober 2020 in Belgien bei Verkehrsunf√§llen get√∂tet wurden.
Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern auf der Suche nach einem Geschlechtspartner und einem eigenen Territorium z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei allen Beobachtungen am 15. Januar 2022 um dasselbe Individuum. Der aktuelle Verbleib des Wolfs ist nicht bekannt....."
Quelle:https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-02-15
(16.02.2022, 11:00)
cajun:   NRW meldet den gesicherten Nachweis von mindestens drei Welpen Jahrgang 2021, im Rudel um das Geschwisterpaar aus Schneverdingen in Schermbeck.
Dazu eine Meldung von einer Wolf- Hund Verwechselung und eine daraus resultierende Nahbegegnung- vermutlich!

"Wolfsgebiet Schermbeck: Wolfspaar mit drei Welpen in H√ľnxe nachgewiesen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt weitere Wolfsnachweise im Wolfsgebiet Schermbeck.
Am 18. Dezember 2021 gegen Mitternacht wurden in H√ľnxe f√ľnf W√∂lfe von einer Fotofalle erfasst. Nach Einsch√§tzung des LANUV handelte es sich um das territoriale Wolfspaar und drei herangewachsene Welpen aus dem Jahr 2021. Der Standort der Kamera konnte durch das LANUV best√§tigt werden. Somit hatte das Rudel im Jahr 2021 mindestens drei Welpen. Weitere Fotofallenbilder und ‚Äďvideos belegen, dass die W√∂lfe regelm√§√üig in ihrem Streifgebiet unterwegs sind und sich vorwiegend im Wald und auf waldnahen Acker- und Gr√ľnlandfl√§chen bewegen. Dabei nutzen sie auch Wege und wenig befahrene Stra√üen."

"Am Abend des 13. Januar 2022 gegen 19:30 Uhr hatte eine Anwohnerin in der N√§he der Wilhelmstra√üe in H√ľnxe eine Begegnung mit einem wolfs√§hnlichen Tier, welches pl√∂tzlich im Carport hinter ihrem Auto stand, als sie den Wagen verlassen wollte. Die Anwohnerin hupte und das Tier verschwand, sodass kein Foto m√∂glich war. Allerdings war am 27. Dezember 2021 um 03:42 Uhr im angrenzenden Wald ein Wolf an einer Kirrung f√ľr Schwarzwild von einer Fotofalle erfasst worden. Am Abend des 14. Januar 2022 um 19:10 Uhr wurden zwei W√∂lfe auf einer Weide von einer Fotofalle erfasst, knapp 400 m entfernt von der Begegnung mit dem unbekannten Tier am Carport vom Vorabend.
Da es sich bei dem Vorfall am Carport m√∂glicherweise um eine Nahbegegnung mit einem Wolf gehandelt hatte, wurde die Beobachterin vor Ort von einer LANUV-Mitarbeiterin zu den Umst√§nden befragt und beraten. Nahbegegnungen werden protokolliert, um ein unerw√ľnschtes Verhalten einzelner W√∂lfe fr√ľhzeitig erkennen zu k√∂nnen. Dabei orientiert sich das LANUV an den Empfehlungen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zum Umgang mit W√∂lfen, die sich Menschen gegen√ľber auff√§llig verhalten."
https://www.bfn.de/sites/default/files/BfN/service/Dokumente/skripten/skript502.

"In der betreffenden Nacht wurden dem LANUV noch weitere Beobachtungen gemeldet. Am Abend des 13. Januar 2022 wurde in nur 700 m Entfernung zu der oben geschilderten Beobachtung ein r√∂tlich gef√§rbter Husky gefilmt, der allein am Stra√üenrand entlanglief. Der Beobachtungsort konnte durch das LANUV best√§tigt werden. Am fr√ľhen Morgen des 14. Januar um 05:20 Uhr hatte eine Anwohnerin an der Berger Stra√üe in Dinslaken-Oberlohberg auf dem Weg zu ihrem Fahrzeug ebenfalls eine Begegnung mit einem wolfs√§hnlichen Tier. In diesem Fall wurde dem LANUV ein Foto √ľbermittelt. Auch hier handelte es sich um einen r√∂tlich gef√§rbten Husky. Die Polizei Dinslaken konnte dann um 6:14 Uhr einen r√∂tlich gef√§rbten Husky auf der Max-Eyth-Stra√üe in der Innenstadt von Dinslaken einfangen. Nach Polizeiangaben wurde die Husky-H√ľndin ihrem Besitzer √ľbergeben. Sie war am Vortag in Bottrop-Kirchhellen entlaufen und √ľber Nacht mehr als 10 km quer durch das Wolfsterritorium nach Dinslaken gelaufen.
Abschlie√üend l√§sst sich weder ausschlie√üen noch beweisen, ob es sich bei der in Frage stehenden Nahbegegnung in H√ľnxe um einen Hund oder einen Wolf gehandelt hatte. Verwechslungen von W√∂lfen mit wolfs√§hnlichen Hunden kommen h√§ufig vor; daher werden Beobachtungen ohne Foto- oder Videobeleg gem√§√ü den bundeseinheitlichen Monitoringstandards als unbest√§tigte Hinweise bewertet.
Weitere neue Wolfsnachweise aus dem Wolfsgebiet Schermbeck, darunter genetisch bestätigte Kot- oder Urinspuren, bestätigte Fotofallenaufnahmen und Sichtbeobachtungen mit Foto oder Video, sind im Wolfsportal des LANUV NRW einsehbar https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise/."
https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-02-08
(09.02.2022, 13:20)
cajun:   In NDS wurde ein zweiter Wolf aus dem Rudel Amt Neuhaus abgeschossen.

Abschuss eines zweiten Wolfes aus dem Rudel Amt Neuhaus
Am gestrigen Dienstag wurde das Nieders√§chsische Umweltministerium √ľber einen Vollzug im Rahmen der aktuell geltenden "Ausnahmegenehmigung f√ľr W√∂lfe des Rudels Amt Neuhaus informiert. In der Nacht zum 1. Februar 2022 wurde innerhalb des Territoriums des Rudels im Geltungsbereich der Genehmigung ein m√§nnlicher Wolf get√∂tet. Es handelt sich damit nach dem Abschuss eines weiblichen Tieres am 8. Januar um die zweite Entnahme im Territorium des Rudels Amt Neuhaus. Trotz des Abschusses kam es zu wiederholten Rissen ‚Äď zuletzt am 26. sowie am 30. Januar, sodass die Ausnahmegenehmigung im Territorium des Rudels Amt Neuhaus aktiv blieb.

Dem Standardprozedere folgend wurde der Kadaver routinem√§√üig vom Nieders√§chsischen Landesbetrieb f√ľr Wasserwirtschaft, K√ľsten- und Naturschutz (NLWKN) geborgen. Eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Wolfs mittels Gewebeprobe ist eingeleitet. Das Ergebnis √ľber dessen Herkunft wird aller Voraussicht innerhalb der n√§chsten zwei Wochen feststehen. Die Obduktion des Kadavers erfolgt im Rahmen des regul√§ren bundesweiten Totfundmonitorings beim Leibniz Institut f√ľr Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin.

Die Genehmigung ist beschr√§nkt auf fest definierte Teile des Kernterritoriums des Rudels Amt Neuhaus im Landkreis L√ľneburg/Gemeinde Amt Neuhaus. Zur Entnahme freigegeben ist die F√§he GW 872f und der R√ľde GW 1532m. Die Ausnahmegenehmigung ist zeitlich befristet bis zum 31.03.2022. Es war sicherzustellen, dass keine Welpen und keine laktierende F√§he entnommen werden.

Hintergrund und rechtliche Grundlage f√ľr die T√∂tung:

Seit 2017 war es im Territorium des Rudels Amt Neuhaus vermehrt zu √úbergriffen von W√∂lfen auf Nutztiere gekommen, bei denen auch immer wieder der zumutbare Herdenschutz √ľberwunden wurde. Dabei haben W√∂lfe vornehmlich Schafe erbeutet, wobei der zumutbare Herdenschutz mehrfach √ľberwunden wurde. Im Gebiet des Rudels Amt Neuhaus werden mehrere unterschiedliche Herdenschutzma√ünahmen (Herdenschutztiere, olfaktorische Vergr√§mung etc.) eingesetzt, die zu keiner nachhaltigen Verbesserung der Lage f√ľhrten.

Am 29.11.2021 wurde daher durch den NLWKN eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der beiden W√∂lfe erteilt. Mit dieser Ausnahmegenehmigung wurde insbesondere die Gefahr der Fortf√ľhrung und Weitergabe von in der Kulturlandschaft untypischen Jagdtechniken von W√∂lfen in Bezug auf ausreichend gesch√ľtzte Nutztiere gew√ľrdigt.

Aus den DNA-Analysen und den vorgefundenen Rissbildern geht hervor, dass unter anderem die beiden Elterntiere des Rudels, der R√ľde GW1532m und die F√§he GW872f an den Rissereignissen beteiligt waren.

Der Gesamtschaden, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auf GW872f und GW1532m zur√ľckgeht, belief sich im Jahr 2020 auf ca. 2.785,00 Euro. Hinzu kommen weitere Sch√§den in H√∂he von mindestens 3.000,00 Euro durch eine Reihe weiterer Rissvorf√§lle im Territorium des Rudels Amt Neuhaus, deren abschlie√üende finanzielle Bearbeitung derzeit noch erfolgt.

Da eine sichere Identifizierung der W√∂lfe bei Vollzug im Gel√§nde nicht zweifelsfrei m√∂glich ist, kann diese nur √ľber den r√§umlich-zeitlichen Zusammenhang in Ankn√ľpfung an die Schadensereignisse erfolgen. Hieraus folgt: Die heute gemeldete T√∂tung des Wolfs ist von der geltenden Rechtslage nach dem Bundesnaturschutzgesetz (¬ß 45a) vollumf√§nglich gedeckt."
Quelle:https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/wolfsabschuss-amtneuhaus-208208.html
(03.02.2022, 22:56)
cajun:   Auch aus NRW gibt es zwei offzielle Wolfsnachweise. Unter anderem wurde neben dem im Sommer beprobten weiblichen Nachwuchs in Schermbeck, nun eine Bruder genetisch identifiziert und das an einem Ponyriss. Und am 15.01.22 wurde bei einem Verkehrsunfall ein junger Wolfsr√ľde im 2. NRW Territorium Leuscheid get√∂tet, der noch genetisch identifiziert werden muss. K√∂nnte jetzt zur Ranzzeit auch ein Durchwanderer sein.

"Wolfsgebiet Schermbeck: Männlicher Welpe GW2428m genetisch erfasst und ein weiteres Shetlandpony von Wölfen getötet.
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt weitere Wolfsnachweise im Wolfsgebiet Schermbeck. Alle genetischen Ergebnisse beruhen auf den Untersuchungen des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen.

Am 04. Dezember 2021 wurden in Schermbeck drei W√∂lfe aus einem Fahrzeug heraus gefilmt und am 09. Dezember wurden im H√ľnxer Wald mindestens drei W√∂lfe von einer Fotofalle erfasst. Nach Einsch√§tzung des LANUV handelte es sich in beiden F√§llen um das territoriale Wolfspaar und einen Welpen.

Am 14. Dezember 2021 wurde in Bottrop-Kirchhellen eine 35 Jahre alte Shetlandponystute von den territorialen W√∂lfen im Wolfsgebiet Schermbeck get√∂tet. Eine individuelle Zuordnung, welcher Wolf das Pony mit Kehlbiss get√∂tet hatte, war nicht m√∂glich, da sich die Speichelreste von mehreren Individuen vermischt hatten. An Fra√üresten konnte aber erstmals ein m√§nnlicher Welpe des Wolfspaares mit der Kennung GW2428m festgestellt werden. Somit sind jetzt zwei Welpen aus dem Geburtsjahr 2021 genetisch bekannt: Neben GW2428m wurde bereits am Juni 2021 ein weiblicher Welpe mit der Kennung GW2307f nachgewiesen. Somit hat das Rudel im laufenden Monitoringjahr mindestens zwei Welpen. Es gibt dar√ľber hinaus lediglich unbest√§tigte Hinweise auf mindestens vier Welpen."

"Wolfsgebiet Oberbergisches Land: Junger Wolfsr√ľde bei Verkehrsunfall im Rhein-Sieg-Kreis get√∂tet
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt einen Wolfsnachweis im Rhein-Sieg-Kreis.
Am Morgen des 15. Januar 2022 kam es auf der Landstra√üe L86 bei Eitorf zu einem Verkehrsunfall mit Wildtierbeteiligung. Das angefahrene Tier verendete sofort nach der Kollision am Unfallort. Nach R√ľcksprache mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) kann best√§tigt werden, dass es sich um einen jungen m√§nnlichen Wolf handelt.

Der Tierk√∂rper wurde von der zust√§ndigen Naturschutzbeh√∂rde des Rhein-Sieg-Kreises sichergestellt und wird im Leibniz-Institut f√ľr Zoo- und Wildtierforschung (IZW) einer Sektion unterzogen, um Aussagen zu Alter, Gesundheitszustand etc. des Tieres treffen zu k√∂nnen. Ob es sich um einen Nachkommen aus dem territorialen Rudel ‚ÄěLeuscheid‚Äú handelt, werden genetische Untersuchungen im Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen zeigen. "

Quelle: https://www.wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-01-18
Quelle: https://www.wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-01-19
(19.01.2022, 16:29)
cajun:   Eine Meldung, die die Entwicklung des Monitoringsberichts aus Sachsen- Anhalt WJ 2020/21 knapp zusammenfassst:

"Wie sich der Bestand an Wölfen im Kreis Wittenberg und Umgebung entwickelt - und wo sie heimisch sind

Bei dem Rudel in der Annaburger Heide bleibt der Nachwuchs aus. Was Experten und Ehrenamtler außerdem aus Revieren des Kreises Wittenberg festhielten. Ein Blick ins Monitoring

Jessen/MZ - Sieben Wolfsrudel mit St√§rken zwischen vier und zw√∂lf Tieren sowie drei Paarterritorien (insgesamt 61 Tiere) waren im Wolfsmonitoring des Landes Sachsen-Anhalt vom 1. Mai 2020 bis 30. April 2021 erfasst worden. 35 Welpen wurden gez√§hlt. Allerdings √ľberlebten nicht alle. F√ľnf W√∂lfe, die den Rudeln zugeordnet werden konnten, stehen auf der Verlustseite. √úber die Entwicklung der Rudel in der D√ľbener Heide und Oranienbaumer Heide, die mit zw√∂lf beziehungsweise elf Mitgliedern die st√§rksten waren, hat die MZ bereits berichtet. Aus den anderen Territorien gibt es ebenfalls spannende Neuigkeiten.

Linda wird im Monitoringbericht des Landes Sachsen-Anhalt 2020/21 als neues Paarterritorium gef√ľhrt. Allerdings nimmt die Geschichte einen tragischen Ausgang, bevor sie √ľberhaupt richtig begonnen hat. Seit Herbst 2020 hatte es Hinweise aus der Bev√∂lkerung und von J√§gern gegeben, dass sich im Umfeld von Linda ein Wolfspaar aufh√§lt.

Im M√§rz wurde an der Bahnstrecke bei Kleinkorga eine tote F√§he gefunden, die Opfer eines Unfalls geworden war. Das Tier, das nachweislich dem Rudel in der Gl√ľcksburger Heide entstammte, war tragend mit vier Embryonen - also muss es einen Partner gegeben haben. In der Folgezeit sei in der Gegend gelegentlich noch ein einzelner Wolf zu beobachten gewesen.

Aus diesem Grund hat der Bereich den Status eines Paarterritoriums ‚Äěauch wenn sich das Territorium unter Umst√§nden auch gleich wieder aufl√∂sen k√∂nnte‚Äú, wie es im Bericht hei√üt.

Die Annaburger Heide ist ebenfalls nur noch als Paarterritorium eingestuft. Das Vorhandensein eines unbekannter dritten Wolfes sei nicht auszuschlie√üen, es k√∂nnte laut Einsch√§tzung der Experten auch ein Durchzieher sein, der von der Fotofalle erfasst wurde. Weil er nicht identifiziert ist, z√§hlt er f√ľr dieses Territorium nicht mit. Zum ersten Mal seit 2013/14 wurden keine Welpen nachgewiesen.

Die Lausiger Mark gilt als drittes neues Paarterritorium. R√ľde Felix, in diesem Monitoringjahr besendert, und seine Partnerin haben sich s√ľdlich der Stadt Bad Schmiedeberg niedergelassen. Woher Felix stammt, sei noch nicht zweifelsfrei gekl√§rt. Die W√∂lfin entstamme dem Rudel im Nachbarterritorium der D√ľbener Heide. Das Monitoring wird von der Hochschule f√ľr Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNNE) sowie vom Landesforst und Landratsamt Nordsachsen unterst√ľtzt.
Dritte Vaterschaft registriert

In der Gl√ľcksburger Heide ruht das Rudel ‚Äěstabil in sich‚Äú, hei√üt es im Bericht. F√ľnf Welpen waren 2020/21 die Nachkommen einer 2014 aus Polen zugewanderten F√§he. F√ľr den R√ľden unbekannter Herkunft sei es die nunmehr dritte Vaterschaft. Bei der Aufzucht der Jungen unterst√ľtze Elsa. Die gro√üe Schwester aus dem Vorjahreswurf war im Herbst 2021 vom Forscherteam der Hochschule f√ľr Nachhaltige Entwicklung Eberswalde besendert worden. Neun W√∂lfe geh√∂rten zum Rudel.

Am Golmer Berg, zwischen Bad Schmiedeberg und Wartenburg, hat sich 2019/20 ein Wolfspaar niedergelassen. F√ľnf Welpen gab es im Berichtszeitraum. Anfang April 2021 war in diesem Territorium eine illegal abgeschossene erwachsene F√§he gefunden worden. Die Experten haben herausgefunden, dass diese nicht zum siebenk√∂pfigen Rudel geh√∂rte, sondern eine Wanderin aus der Gl√ľcksburger Heide war.

Im Hohen Fl√§ming, n√∂rdlich von Coswig, seien die W√∂lfe allein durch Fotonachweise schwer zuzuordnen, da ihr Territorium dicht am grenz√ľbergreifenden Wolfsgebiet G√∂ritz-Klepzig liege. Um so wichtiger sei die Auswertung genetischer Spuren wie etwa Kot. Der R√ľde des vierk√∂pfigen Rudels war w√§hrend der Ranzzeit √ľberfahren worden, so dass bisher nicht gekl√§rt werden konnte, ob er noch der Vater der Welpen war, die allerdings erst sp√§t einzeln festgestellt wurden. Weil nicht zweifelsfrei feststehe, ob die Welpen √ľberhaupt zum Rudel geh√∂ren, steht in der Statistik bei der Welpenzahl eine Null.

Das Coswiger Rudel (sechs Tiere) ist von W√∂lfen umzingelt. In allen Himmelsrichtungen grenzen die Territorien der Artgenossen an das Revier, das seinen Schwerpunkt mehr in den Osten von Ro√ülau verlagert hat. Es ist laut Experten die nunmehr dritte Verpaarung in dem Territorium. Die Mutter stammt aus der Oranienbaumer Heide. Drei Welpen wurden von Fotofallen erfasst, von denen einer im September 2020 bei Klieken √ľberfahren wurde, der zweite im Fr√ľhjahr 2021 auf seiner Wanderschaft in Niedersachsen.

In Wittenberg Nord ist der R√ľde des Rudels durch eine alte Verletzung gekennzeichnet. Weil es f√ľr Experten leicht ist, ihn auf Fotos zu identifizieren; k√∂nne das √∂stlich von G√∂ritz-Klepzig, westlich der Gl√ľcksburger Heide und s√ľdlich von Treuenbrietzen gelegene Wolfsrevier gut abgegrenzt werden. 2019 war hier das erste Rudel nachgewiesen worden. Nicht aufgekl√§rt sei das Verwandtschaftsverh√§ltnis von sechs der insgesamt neun W√∂lfe im Rudel, die genetisch auf jeden Fall zusammen geh√∂rten. ‚ÄěM√∂glich sind eine Mutter-Nachkommen-Kombination oder eine reine Geschwistergruppe‚Äú, hei√üt es im Bericht. Die detaillierte Entschl√ľsselung der genetischen Verpaarung anhand von Proben wird daher als Aufgabe f√ľr das weitere Monitoring genannt. Nachgewiesen wurden in dem Territorium zudem Durchwanderer aus Babben-Wanichen in Brandenburg und aus der Gl√ľcksburger Heide.

Die W√∂lfe des in das Brandenburgische hineinreichenden Territoriums G√∂ritz-Klepzig werden vom Land Brandenburg gez√§hlt. F√ľr das Monitoring arbeiten aber haupt- und ehrenamtliche Experten beider L√§nder zusammen. Das seit 2012/13 bestehende Rudel werde bereits von der dritten Generation angef√ľhrt, der letzte Wechsel sei nach dem illegalen Abschuss des R√ľden im April 2020 vorzeitig erfolgt. Das Rudel besteht aus f√ľnf Tieren, davon drei Welpen. Das Treuenbrietzener Rudel - zwei Alttiere, drei Welpen - tangiert ebenfalls Sachsen-Anhalt, so dass mitunter nord√∂stlich von Zahna W√∂lfe zu beobachten waren, sichtbare genetisch auswertbare Spuren h√§tten sie aber im Berichtszeitraum nicht hinterlassen.

Weniger Risse

Als bemerkenswert wird im Monitoringbericht die positive Entwicklung bei den Zahlen der Nutztierrisse durch W√∂lfe gemeldet. Das sei ein Zeichen, dass Aufkl√§rung und F√∂rderung des Herdenschutzes fruchten. Aus dem Kreis Wittenberg sind demnach 2020/21 vier Vorf√§lle gemeldet worden. ‚ÄěIch finde es schade, dass die Berichterstattung √ľber W√∂lfe auf die Nutztierrisse reduziert wird‚Äú, sagt Nils Schumann.

Als Revierf√∂rster in G√∂ritz unterst√ľtzt er das Monitoring im Gro√üraum Raum Coswig. ‚ÄěNutztierrisse sind nicht sch√∂n‚Äú, so der Forstmann. ‚ÄěAber f√ľr die Waldbewirtschaftung sind die W√∂lfe ein absoluter Gewinn. Sie regulieren die Wildbest√§nde und wir haben deutlich weniger Sch√§den durch Wildverbiss, und damit auch weniger Kosten‚Äú, erkl√§rt Revierf√∂rster Schumann."
Quelle: https://www.mz.de/lokal/jessen/wie-sich-der-bestand-an-wolfen-im-kreis-wittenberg-und-umgebung-entwickelt-und-wo-sie-heimisch-sind-3322203
(19.01.2022, 16:22)
cajun:   In NDS wurde zum wiederholten Male ein Fehlabschuss gemeldet. Erneut betrifft es ein junges, weibliches Tier:

"Die Gr√ľnen im Landtag haben die vom nieders√§chsischen Umweltministerium angeordnete T√∂tung eines Wolfes im Landkreis L√ľneburg scharf kritisiert.

"Die tote W√∂lfin in Amt Neuhaus ist der f√ľnfte Fehlabschuss in Folge", sagte der naturschutzpolitische Sprecher Christian Meyer am Dienstag. "Wir fordern ein sofortiges Moratorium f√ľr die irrlichternde Wolfsjagd von Umweltminister Lies." Erneut sei keiner der beiden gesuchten Problemw√∂lfe get√∂tet worden, sondern eine Jungw√∂lfin, die nicht an Nutztierrissen beteiligt gewesen sei. Er hoffe, dass die Abschusspraxis von W√∂lfen in Niedersachsen von der EU √ľberpr√ľft wird.
Vermutlich ein weibliches Tier

Bei dem get√∂teten Wolf handele es sich vermutlich um ein weibliches Tier im Alter von ein bis zwei Jahren, teilte das Umweltministerium mit. Der Wolf wird nun genetisch untersucht, ein Ergebnis wird f√ľr Ende des Monats erwartet. Die Ausnahmegenehmigung f√ľr den Abschuss der beiden W√∂lfe gilt f√ľr ein m√§nnliches Tier sowie eine mindestens sieben Jahre alte F√§he.

Ausnahmegenehmigungen f√ľr Wolfsabsch√ľsse in Niedersachsen sind umstritten. Der Naturschutzbund Niedersachsen klagt aktuell gegen die Wolfsverordnung des Landes.

Das Umweltministerium räumte ein, dass eine sichere Identifizierung von Wölfen nicht zweifelsfrei möglich sei. Dass nun wahrscheinlich ein anderer als der zum Abschuss freigegebene Wolf getötet wurde, sei aber gesetzlich abgedeckt.

Vermehrt √úbergriffe seit 2017

Seit 2017 war es laut Umweltministerium im Territorium des Rudels Amt Neuhaus vermehrt zu Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere gekommen. Herdenschutztiere, Vergrämung und weitere Mittel hätten nicht geholfen - aus diesem Grund hatte das zuständige Landesamt die Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der beiden Wölfe erteilt, hieß es. Dadurch solle verhindert werden, dass die Tiere untypische Jagdtechniken weitergeben.
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Gruene-kritisieren-Wolfsabschuss-bei-Amt-Neuhaus-scharf,woelfe684.html
(19.01.2022, 16:18)
cajun:   Interessante Ergebnisse einer Populationsstudie aus Norwegen:
"Die W√∂lfe, die heute in Norwegen und Schweden leben, sind eigentlich Finnen, wie umfangreiche Studien √ľber ihr Erbgut ergeben haben.
J√§ger haben die urspr√ľngliche norwegische Wolfspopulation in freier Wildbahn um 1970 ausgerottet.
‚ÄěDie urspr√ľnglichen norwegisch-schwedischen W√∂lfe hatten wahrscheinlich keine genetischen Gemeinsamkeiten mit den heutigen W√∂lfen in Norwegen und Schweden‚Äě, sagt Hans Sten√łien, Direktor des Universit√§tsmuseums der Norwegischen Universit√§t f√ľr Wissenschaft und Technologie (NTNU).
Sten√łien ist der Erstautor eines neuen Berichts, der sich mit der genetischen Zusammensetzung der norwegisch-schwedischen Wolfspopulation viel detaillierter befasst, als es bisher der Fall war.
‚ÄěWir haben die gr√∂sste genetische Studie √ľber W√∂lfe in der Welt durchgef√ľhrt‚Äě, sagt Sten√łien.
Dies ist Teil eines umfangreichen Berichts √ľber den Wolf in Norwegen, den das norwegische Parlament (Storting) 2016 in Auftrag gegeben hatte. Doch zu diesem Zeitpunkt waren die echten norwegisch-schwedischen W√∂lfe schon seit vielen Jahren verschwunden.
‚ÄěZugegeben, einige der urspr√ľnglichen norwegisch-schwedischen W√∂lfe sind noch in Zoos ausserhalb Norwegens zu finden. Aber unsere heutigen W√∂lfe sind nicht eng mit ihnen verwandt‚Äě, sagt Sten√łien."
Quelle: https://wildbeimwild.com/naturschutz/der-norwegische-wolf-ist-ausgestorben/55357/2021/12/06/
(14.12.2021, 11:20)
cajun:   News aus NRW. Die Alpenw√∂lfe zieht es ins Flachland. Da sich hier zwei "Unterarten" treffen kommt es zum Genaustausch zwischen den bisher (durch menschlichen Einflusss) getrennten Populationen.

"Wolfsgebiet Eifel ‚Äď Hohes Venn: Erneute Nachweise der territorialen W√∂lfin im Hohen Venn bei Monschau und Nachweis eines Alpenwolfs im Nationalpark Eifel

Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt weitere Wolfsnachweise in der St√§dteregion Aachen und in den Kreisen Euskirchen und D√ľren.
Am 29. September 2021 und am 18. Oktober 2021 wurden im Hohen Venn bei Monschau (St√§dteregion Aachen) erneut Schafe von einem Wolf get√∂tet. Genetische Untersuchungen der Abstrichproben durch das Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen haben nachgewiesen, dass es sich um die W√∂lfin mit der Kennung GW1943f handelte, die sich seit Dezember 2020 vorwiegend im belgischen Teil des Hohen Venns bewegt und dort zusammen mit dem Wolfsr√ľden GW926m ein Rudel gegr√ľndet hat; am 25. Juni 2021 wurden in Belgien drei Wolfswelpen fotografiert, die diesem Paar zuzuordnen sind.
Am 10. September 2021 wurde im Nationalpark Eifel (Gemeinde Schleiden, Kreis Euskirchen) ein Rotwildkalb gefunden, das von einem Wolfsr√ľden mit der Kennung GW2391m get√∂tet und befressen worden war. Im Fr√ľhsommer 2021 war dieses Individuum bereits im Raum B√ľllingen-B√ľtgenbach in Belgien genetisch erfasst worden. Der Wolf tr√§gt als genetisches Merkmal den Haplotyp HW22, der f√ľr die Alpenpopulation (Italien, Frankreich, Schweiz) kennzeichnend ist. Aktuell bleibt abzuwarten, ob der Wolf im Gebiet bleiben wird oder weiterzieht. Nach den bundeseinheitlichen Monitoringstandards gilt ein Wolf als territorial, wenn er in Zeitraum von mindestens sechs Monaten in einem Gebiet individuell nachgewiesen wird. Wolfsterritorien haben in Deutschland eine Gr√∂√üe von durchschnittlich ungef√§hr 200 km2.
Am 10. Oktober 2021 wurde an einem gerissenen Reh im Kreis D√ľren (Gemeinde H√ľrtgenwald) ebenfalls ein Wolf mit dem Haplotyp HW22 erfasst. In dem Fall war eine Individualisierung nicht m√∂glich; daher bleibt ungekl√§rt, um welchen Wolf es sich gehandelt hatte. W√∂lfe verlassen bis sp√§testens Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Dass W√∂lfe aus der Alpenpopulation Nordwest-Deutschland erreichen, ist daher nicht ungew√∂hnlich. Zuvor konnten bereits vier weitere Wolfsr√ľden aus der Alpenpopulation nachgewiesen werden, die sich vor√ľbergehend in Nordrhein-Westfalen aufgehalten hatten: GW1559m (Februar 2020 im Rheinisch-Bergischen-Kreis), GW1920m (November 2020 im Kreis Viersen), GW2119m (Mai 2021 in K√∂ln) und GW2402m (November 2021 im Kreis Kleve); ihr Verbleib ist aktuell nicht bekannt.
Quelle: https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-12-14
(14.12.2021, 10:43)
cajun:   Als erstes Bundesland ver√∂ffentlicht Sachsen-Anhalt den kompletten Monitoringbericht f√ľr das abgeschlossene Monitoringjahr 20/21. Ermittelt wurden 22 Rudel und 3 Paare im Bundesland.
Insgesamt gab es 69 Welpen, 24 Jährlinge und 9 Tiere, bei denen das Alter nicht festgestellt werden konnte.

Den ganzen Bericht könnt ihr hier nachlesen:
https://lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/Naturschutz/WZI/Dateien/Monitoringbericht_2020-21.pdf

Die Ausgabe aus S.-A. ist, genau wie die S√§chsische, immer sehr informativ und umfangreich was die Entwicklungen der einzelnen Rudel angeht. Auch 2020/21 gab es viele √ľberraschende Entdeckungen.
(06.12.2021, 13:20)
cajun:   Eine erste Meldung aus NDS bez√ľglich der Bewertung der Ergebnisse des Monitorings bis zum Stichtag 2021 durch die Landesj√§gerschaft:
"F√ľr Niedersachsen wurden zum Stichtag 30.04.2021 mindestens 35 Rudel, 5 Paare und 3 territoriale W√∂lfe - insgesamt 43 Territorien - nachgewiesen. Die Anzahl nachgewiesener Territorien steigt weiter an, bundesweit war es ein Zuwachs von 17,3 %, in Niedersachsen waren es 19,4 %. Der durchschnittliche j√§hrliche Anstieg nachgewiesener Wolfsterritorien liegt bundesweit bei 32,18 % (2000/2001 bis 2020/2021) und in Niedersachsen bei 53,51 % (2011/2012 bis 2020/2021). Neben der Territorienzahl konnte auch eine Mindestanzahl adulter W√∂lfe von 403 Tieren bundesweit ermittelt werden. In Niedersachsen wurden 273 Einzeltiere sicher nachgewiesen, dieser Mindestbestand beinhaltet 92 adulte und 154 juvenile W√∂lfe, bei 27 Individuen war eine exakte Zuordnung der Altersklasse nicht m√∂glich."
Quelle:https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/news/mehr-als-200-territorien-in-deutschland-nachgewiesen
(06.12.2021, 13:06)
cajun:   NRW meldet einen Zuwanderer aus dem S√ľden:

Wolf aus Alpenpopulation im Kreis Kleve nachgewiesen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt einen Wolfsnachweis in Goch in der Pufferzone zum Wolfsgebiet Schermbeck an der Grenze zu den Niederlanden.

Am 02. November 2021 wurde dem LANUV bei Goch (Kreis Kleve) ein totes Wildtier gemeldet und noch am gleichen Tag von einem Wolfsberater vor Ort dokumentiert. Anhand der an dem toten Reh genommenen genetischen Proben konnte durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen ein bisher unbekannter Wolfsr√ľde mit der Kennung GW2402m nachgewiesen werden. Der Wolf tr√§gt als genetisches Merkmal den Haplotyp HW22, der f√ľr die Alpenpopulation (Italien, Frankreich, Schweiz) kennzeichnend ist. Herkunftsrudel und Verbleib dieses Wolfes sind aktuell nicht bekannt.

W√∂lfe verlassen bis sp√§testens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Dass W√∂lfe aus der Alpenpopulation Nordwest-Deutschland erreichen, ist daher nicht ungew√∂hnlich. Zuvor konnten bereits drei weitere Wolfsr√ľden aus den Alpen in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen werden: GW1559m durchquerte 2020 den Rheinisch-Bergischen-Kreis und wurde sp√§ter in Niedersachsen im Bereich der Elbe nachgewiesen, GW1920m durchquerte Ende 2020 den Kreis Viersen und erreichte von dort aus die niederl√§ndische Provinz Brabant. Auch der Wolf GW2119m, der im Mai 2021 in K√∂ln nachgewiesen konnte, ist der Alpenpopulation zuzuordnen; sein Verbleib ist aktuell nicht bekannt.
Quelle:https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-12-01
(04.12.2021, 16:21)
cajun:   Die erste Zusammenfassung des Monitoringjahres 2020/21 ist nun in der Presse. Ich freue mich schon auf die Statusberichte.
"Wölfe breiten sich in Deutschland aus - 157 Rudel nachgewiesen

In Deutschland sind derzeit 157 Wolfsrudel erfasst. Das geht aus den Erhebungen der Bundesl√§nder f√ľr das Monitoring-Jahr 2020/21 (30. April) hervor, die das Bundesamt f√ľr Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) am Donnerstag in Bonn ver√∂ffentlichten. Die meisten Rudel leben demnach in Brandenburg (49), gefolgt von Niedersachsen (35) und Sachsen (29).

Neben den Rudeln wurden 27 Wolfspaare und 19 sesshafte Einzelw√∂lfe best√§tigt. Von allen nachgewiesenen W√∂lfen waren mindestens 403 ausgewachsen. F√ľr das Wolfsmonitoring haben die Bundesl√§nder mehr als 27.000 Hinweise ausgewertet. Im vorhergehenden Monitoring-Jahr 2019/20 waren 131 Rudel, 45 Paare und neun Einzelw√∂lfe nachgewiesen worden.
Meiste Wölfe sterben bei Verkehrsunfällen

138 Wölfe wurden im letzten Monitoringzeitraum tot gefunden. Die meisten davon (107) starben bei Verkehrsunfällen.

Nach Ansicht der Naturschutzorganisation WWF zeigen die aktuellen Zahlen zum Wolfsbestand, dass in Deutschland flächendeckend ein wolfsabweisender Herdenschutz nötig ist.

"Weidetierhalter brauchen daf√ľr geeignete Z√§une, gut trainierte Herdenschutzhunde, ausreichende Schulungs- und Beratungsangebote sowie finanzielle Unterst√ľtzung." Daf√ľr sollten die Bundesl√§nder EU-F√∂rdermittel in Anspruch nehmen.

Im Jahr 2020 wurden der DBBW 942 (2019: 887) Wolfs√ľbergriffe mit 3.959 (2.894) get√∂teten, verletzten oder vermissten Nutztieren gemeldet. Die Bundesl√§nder mit Wolfsvorkommen gaben demnach insgesamt rund 9,5 Millionen Euro f√ľr Herdenschutz- und Schadenausgleichzahlungen aus. (ff/dpa)
Quelle:https://www.gmx.net/magazine/wissen/natur-umwelt/woelfe-breiten-deutschland-157-rudel-nachgewiesen-36399030
(02.12.2021, 17:22)
cajun:   In der S√ľddeutschen gab es einen sehr unaufgeregten Artikel zum ersten Goldschakal Nachwuchs in Deutschland

"Auf sehr leisen Pfoten"
"Viele halten ihn f√ľr einen kleinen Wolf, andere f√ľr einen gro√ü geratenen Fuchs. Der Goldschakal √§hnelt auf den ersten Blick beiden Tierarten frappierend. F√§rbung und Gestalt gleichen denen von W√∂lfen. Seine Gr√∂√üe mit einer Schulterh√∂he von meist unter 50 Zentimetern liegt viel n√§her beim Fuchs, genauso wie sein Gewicht von etwa 15 Kilogramm. Biologisch geh√∂rt der Goldschakal aber wie der Wolf zur Familie der Hunde (Canidae). Diese Wahrscheinlichkeit zur Verwechslung d√ľrfte neben seiner √§u√üerst diskreten Lebensweise ma√ügeblich dazu beigetragen haben, dass der Goldschakal Deutschland seit einigen Jahren still, leise und so gut wie unbemerkt neu besiedelt. Nun aber konnten Biologen in Baden-W√ľrttemberg zum ersten Mal sicher eine Fortpflanzung des Goldschakals hierzulande nachweisen. Und sie glauben, dass in wenigen Monaten weiterer Nachwuchs ansteht.

Ende Oktober tappten im Schwarzwald-Baar-Kreis zwei Goldschakale in eine Fotofalle, die Biologen dort im Rahmen des Luchs- und Wolfsmonitorings aufgestellt hatten. Dann f√ľgte sich das Puzzle rasch zusammen: Bei einer gezielten Suchaktion in der Umgebung fanden Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg mehrere Kothaufen, aus denen sie molekulargenetisch verwertbare Proben entnehmen konnten. Die Analyse ergab, dass die beiden Tiere zu einer Familiengruppe geh√∂ren.

Ebenfalls per Genprobe aus einem Kothaufen konnte am Frankfurter Senckenberg-Institut ein drittes Tier nachgewiesen werden: ein R√ľde, der als Vater eines oder mehrerer der anderen Schakale in Frage kommt. Schlie√ülich gelang auch noch das Foto eines Goldschakal-Welpen, der im Fr√ľhjahr dieses Jahres geboren worden sein muss: Knapp ein Vierteljahrhundert nach dem ersten Nachweis eines Goldschakals in Deutschland ist damit die Fortpflanzung des Beutegreifers auch hierzulande bewiesen.

Goldschakale leben wie W√∂lfe in Familiengruppen, die in der Regel aus dem Elternpaar und dessen Nachkommen bestehen. "Es ist deshalb davon auszugehen, dass das im Schwarzwald-Baar-Kreis nachgewiesene Paar im Fr√ľhjahr selbst Nachwuchs erwartet", teilte das baden-w√ľrttembergische Umweltministerium mit.
Bis D√§nemark haben es die Tiere von S√ľdosteuropa aus schon geschafft

Die Besiedelung Deutschlands durch die Schakale unterscheidet sich von der anderer Tierarten: Der Wolf war seit jeher hierzulande heimisch und vollzieht gerade nach seiner Ausrottung eine nat√ľrliche Wiederbesiedlung. Andere Arten wie Marderhund, Nandu oder Waschb√§r dagegen sind sogenannte "gebietsfremde neue Arten", die durch den Menschen eingeschleppt wurden und sich danach in der Freiheit ausgebreitet haben. Goldschakale dagegen waren zwar bisher hierzulande auch nicht heimisch, ihre Ausbreitung findet aber ohne menschliche Unterst√ľtzung statt - als Neubesiedlung.

F√ľr Experten wie J√∂rg Tillmann kommt die Nachricht von der Neubesiedlung Deutschlands durch Goldschakale nicht √ľberraschend. "Nach den Entwicklungen in den vergangenen Jahren zeichnete sich ab, dass es fr√ľher oder sp√§ter zu einem Reproduktionsnachweis kommen w√ľrde", sagt der Wildtier√∂kologe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der sich eingehend mit dem Vormarsch des Goldschakals besch√§ftigt hat.

Wenn eine Beziehung festgefahren ist, kann es eine Chance sein, eine Zeit lang auf Abstand zu gehen. Im Interview verrät die Mediatorin Ann Raffalt, welche Regeln es dabei zu beachten gilt - und was viele Paare falsch machen.

In den vergangenen Jahrzehnten unternahm der Goldschakal n√§mlich immer wieder Ausbreitungsversuche nach Norden und Westen aus seinem urspr√ľnglichen Verbreitungsgebiet. Das reicht von S√ľdostasien √ľber den Nahen Osten bis nach S√ľdosteuropa. Die Deutschland am n√§chsten traditionellen Vorkommen finden sich in Ungarn. In den vergangenen Jahren wurden Schakale auch in der Schweiz, D√§nemark und den Niederlanden nachgewiesen.
"Undercover" sind wohl schon viel mehr Schakale da

F√ľr Deutschland hat Tillmann alle bisherigen sicheren Nachweise zusammengetragen. Daraus ergibt sich ein klares Muster einer Besiedlung mit zunehmender Geschwindigkeit: Im Juli 1997 schoss ein J√§ger in einem ehemaligen Tagebaugebiet in Brandenburg einen vermeintlichen Hund, der sich als erster deutscher Goldschakal erwies. Es dauerte ein Jahrzehnt, bis 2007 ein weiteres Tier in Deutschland in eine Fotofalle lief, ebenfalls in Brandenburg. Danach verk√ľrzte sich der Abstand der Nachweise rasch, und seit 2014 werden allj√§hrlich durch Fotos oder genetische Nachweise abgesicherte Beobachtungen registriert.
Goldschakal

Mittlerweile vermeldeten schon zehn Bundesl√§nder Schakalnachweise. 2019 waren es gleich f√ľnf innerhalb weniger Monate. Weil Goldschakale √§u√üerst scheu sind und meist nur nachtaktiv, d√ľrften die gesicherten Nachweise nur einen sehr kleinen Einblick in die tats√§chliche Anwesenheit der Tiere geben. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie undercover in einem weit gr√∂√üeren Umfang schon hier vertreten sind, als wir glauben", sagt Tillmann.

Die jetzt belegte Fortpflanzung in Baden-W√ľrttemberg k√∂nnte seiner Einsch√§tzung nach den Auftakt zu einer weiteren Ausbreitung auch in anderen Teilen Deutschlands bilden. Die √∂kologischen Voraussetzungen daf√ľr seien gut: Die moderne Agrarlandschaft mit vielen dicht bewachsenen Feldern biete ebenso wie die vielen W√§lder ausreichend Versteckm√∂glichkeiten f√ľr die scheuen nachtaktiven J√§ger. Und die milden Winter f√∂rderten die √úberlebensrate der w√§rmeliebenden Tierart.

Auch Nahrung ist f√ľr den wenig anspruchsvollen Allesfresser reichlich vorhanden. Menschliche Verfolgung d√ľrfte ebenfalls kein Hindernis f√ľr eine Besiedlung Deutschlands sein. Die europ√§ische FFH-Richtlinie f√ľhrt Goldschakale als sch√ľtzenswerte Art, f√ľr die ein "g√ľnstiger Erhaltungszustand" sichergestellt werden m√ľsse. In Deutschland sind Goldschakale auch in keinem der Jagdgesetze als jagdbare Arten eingestuft.

Welchen Einfluss der Neub√ľrger auf die √Ėkosysteme hierzulande hat, ist allerdings noch unklar. "Bislang ist der Einfluss verschwindend gering, aber mit einer m√∂glichen Ausbreitung sollte das genau analysiert werden", sagt Tillmann. Die weitere Ausbreitung k√∂nne √ľber die bestehenden Programme zum Monitoring von Wolf, Luchs und Wildkatze gut dokumentiert werden, Besenderungen von Einzeltieren k√∂nnten Aufschl√ľsse √ľber die Raumnutzung liefern. Den genauen Aufenthaltsort einzelner Tiere zu kennen, k√∂nnte auch helfen, Nahrungsreste zu finden und so die Auswirkungen des Neub√ľrgers auf seine Umwelt zu analysieren.

Zur bekannten Hauptbeute geh√∂ren Tiere wie Kleins√§uger, V√∂gel und deren Gelege oder Insekten. Als Allesfresser verzehrt er aber auch gerne Beeren und andere Fr√ľchte. Gr√∂√üere Tiere wie junge Rehe stehen eher selten auf dem Speisezettel, Nutztiere wie Schafe nur in Ausnahmef√§llen. Auch deshalb rechnet Tillmann im Zuge der weiteren Ausbreitung der Schakale hierzulande nicht mit einer √§hnlich emotional gef√ľhrten Debatte wie beim Wolf. "Dazu ist er zu harmlos."
Quelle:https://www.sueddeutsche.de/wissen/goldschakal-breitet-sich-in-deutschland-aus-tierart-1.5473222?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
(02.12.2021, 08:52)
cajun:   Das ist eine sensationelle Nachricht, die erste nachgewiesene Reproduktion in Deutschland:
"Weiterer Goldschakal-Nachweis in Baden W√ľrttemberg
Damit ist erstmals eine Reproduktion beim Goldschakal in Deutschland belegt
Weitere genetische Untersuchungen haben nun den Nachweis erbracht, dass das Ende Oktober im Schwarzwald-Baar-Kreis nachgewiesene Goldschakal-Paar (PM vom 12. November) zu einer Familiengruppe von Goldschakalen gehört. Das teilte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg heute mit.
Das Resultat einer weiteren genetischen Probe am Senckenberg-Institut wies einen R√ľden als drittes Individuum nach. Er tr√§gt den wissenschaftlichen Namen GG016m und passt als Vater zu den bereits identifizierten Tieren. Zudem zeigt ein Foto einer von der FVA aufgestellten Wildtierkamera einen Welpen, der im Fr√ľhjahr dieses Jahres geboren worden sein muss.
Damit ist erstmals in Deutschland der Nachweis einer Reproduktion von Goldschakalen belegt. Goldschakale geb√§ren im April/Mai etwa vier bis f√ľnf Welpen. Es ist also davon auszugehen, dass es neben dem Elternpaar entsprechend weitere Welpen geben muss.
Goldschakale k√∂nnen mit F√ľchsen und W√∂lfen verwechselt werden
Goldschakale sind etwas gr√∂√üer als F√ľchse, k√∂nnen jedoch auf Grund ihrer F√§rbung auch mit einem kleinen Wolf verwechselt werden. Auch ihre Reviergr√∂√üe und ihre Ern√§hrung sind mit denen eines Fuchses vergleichbar.
Als Hauptbeute des Goldschakals kommen kleinere Tiere wie Kleins√§uger oder Insekten in Frage. Auch Beeren und andere Fr√ľchte werden vom Goldschakal gefressen, selten werden gr√∂√üere Tiere wie Rehe erbeutet. Die Tiere nutzen als R√ľckzugsr√§ume h√§ufig dicht bewachsene Gebiete und sind vor allem in der D√§mmerung und der Nacht aktiv. Hierdurch werden sie vom Menschen nur selten wahrgenommen.
Hinweise zum Goldschakal können weiterhin der FVA unter +49 (0) 761 4018-274 oder info@wildtiermonitoring.de gemeldet werden."
Quelle: https://um.baden-wuerttemberg.de/nc/de/service/presse/pressemitteilung/pid/weiterer-goldschakal-nachweis-in-baden-wuerttemberg/
(21.11.2021, 21:30)
cajun:   Das Rudel Leuscheid in NRW hat wieder reproduziert, aber es gab einen Wechsel des Elternr√ľden. Der "Alte" hatte mit einer verschollenen F√§he das Rudel Feldkirchner Wald in RLP gegr√ľndet.
Manche Naturschutzverb√§nde sagen, das (Landes-) Grenzgebiet seit Jahren zuwandernde W√∂lfe verschwinden. So sollen die geh√§uften Nutztierrisse vor allem auf eine ung√ľnstigere Lage des derzeitigen Territioriums zur√ľck zu f√ľhren sein.
"Wolfsgebiet Oberbergisches Land: Wolfsrudel im Territorium Leuscheid hat 2021 erneut sieben Welpen.
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt neue Wolfsnachweise in Hennef (Sieg), Eitorf und Windeck im Rhein-Sieg-Kreis.
Am 4. September 2021 wurde das Leuscheider Rudel mit insgesamt zehn Individuen von einer Fotofalle erfasst. Nach R√ľcksprache mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) wurden auf den Bildern zwei Altw√∂lfe, ein J√§hrling und sieben Welpen im Alter von ca. vier Monaten erfasst. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei der Mutter der Welpen um die Wolfsf√§he mit der Kennung GW1415f, die bereits im Vorjahr zusammen mit dem R√ľden GW1159m Welpen aufgezogen hatte. Dieser R√ľde war letztmalig am 07.12.2020 im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden und ist seither verschollen. Sp√§testens seit M√§rz 2021 wird die F√§he von einem neu zugewanderten Wolfsr√ľden GW1896m begleitet. Sie wurden seitdem wiederholt gemeinsam an gerissenen Beutetieren identifiziert. Von den im Vorjahr geborenen sieben Wolfswelpen wurden in den vergangenen Monaten noch zwei J√§hrlingsf√§hen im Territorium Leuscheid nachgewiesen. Die J√§hrlingsf√§he GW1999f wurde zuletzt am 12. August 2021 in der Verbandsgemeinde Altenkirchen/Flammersfeld an Wolfskot identifiziert, die J√§hrlingsf√§he1955f zuletzt am 30. September 2021 in der Gemeinde Eitorf ebenfalls an Wolfskot. Jungw√∂lfe verlassen zu individuell unterschiedlichen Zeitpunkten und in der Regel sp√§testens im Alter von zwei Jahren das elterliche Territorium, wenn sie geschlechtsreif werden. J√§hrlinge beiderlei Geschlechts beteiligen sich bis zu diesem Zeitpunkt an der Versorgung der Welpen.
Im Territorium Leuscheid bewegen sich die Mitglieder des Rudels nach aktueller Kenntnis auf nordrhein-westfälischer Seite im Bereich der Stadt Hennef (Sieg) und der Gemeinden Eitorf und Windeck; auf rheinland-pfälzer Seite reicht das Territorium bis in die Verbandsgemeinden Altenkirchen-Flammersfeld und Asbach. Wolfsterritorien habe in Deutschland eine Größe von durchschnittlich ungefähr 200 km2.
In den vergangenen Monaten sind den W√∂lfen im Territorium Leuscheid zahlreiche Nutztiere (vorwiegend Schafe) zum Opfer gefallen. Eine detaillierte √úbersicht findet sich im Wolfsportal https://wolf.nrw/wolf/de/management/nutztierrisse. Eine wolfsabweisende Z√§unung minimiert nachweislich das Risiko eines Wolfs√ľbergriffs. Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Oberbergisches Land und in der umgebenden Pufferzone wird dringend empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Z√§unen wolfsabweisend zu sichern.

Ab sofort k√∂nnen Weidetierhalter aus NRW, die sich wegen der aktuellen Wolfsrisse Sorgen um ihre Tiere machen, Fragen zum Herdenschutz an eine zentrale Servicehotline Herdenschutz bei der Landwirtschaftskammer NRW richten. Damit wird die Kontaktaufnahme zu den Experten der Kammer vereinfacht. Besorgte und betroffene Tierhalter sind eingeladen, sich √ľber die Hotline telefonisch √ľber Herdenschutzma√ünahmen, aktuelle F√∂rderm√∂glichkeiten und das Antragsverfahren zu informieren. Bei Bedarf k√∂nnen nach telefonischem Erstkontakt Vor-Ort-Beratungstermine vereinbart werden.
Die Durchwahl der Servicehotline Herdenschutz ist 0 29 45 / 98 98 98.
Die Hotline ist von montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 13 Uhr besetzt. Dar√ľber hinaus k√∂nnen rund um die Uhr Beratungstermine √ľber den Anrufbeantworter der Hotline oder √ľber die Mailadresse herdenschutz@lwk.nrw.de angefragt werden.

Bei Haus- und Nutztiersch√§den mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme f√ľr die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden get√∂teter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Au√üerhalb der Gesch√§ftszeiten und am Wochenende ist dies √ľber die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV m√∂glich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verf√ľgung: Tel.: 02361-305-0

In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Pr√§ventionsma√ünahmen wie beispielsweise die Anschaffung wolfsabweisender Elektroz√§une zu 100 Prozent gef√∂rdert. Im Oberbergisches Land k√∂nnen gem√§√ü F√∂rderrichtlinien Wolf vom 03. Februar 2017, zuletzt ge√§ndert am 17. M√§rz 2020 nur dann Entsch√§digungsleistungen f√ľr nachweislich von einem Wolf get√∂teten Schafe, Ziegen oder Gehegewild gew√§hrt werden, wenn ein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden ist. Erl√§uterungen zu ‚ÄěVorgaben zu wolfsabweisenden Pr√§ventionsma√ünahmen f√ľr Weidetiere und Gehegewild (Grundschutz i.S. der F√∂rderrichtlinien Wolf)‚Äú sowie Informationen zu Entsch√§digungsleistungen und F√∂rderm√∂glichkeiten von Herdenschutzma√ünahmen bietet die Bezirksregierung K√∂ln https://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung05/51/foerderung/wolf/index.html.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich die fachliche Antragspr√ľfung sehr aufw√§ndig gestaltet, da h√§ufig Nachfragen zu den eingereichten Antr√§gen erforderlich sind. Den Antragstellerinnen und Antragstellern wird daher dringend empfohlen, bereits im Vorfeld eines F√∂rderantrags das kostenlose Beratungsangebot der Herdenschutzberatung der Landwirtschaftskammer zu nutzen. Mit dieser fr√ľhzeitigen Beratung l√§sst sich die Antragstellung und -pr√ľfung erleichtern und somit das Bewilligungsverfahren insgesamt beschleunigen und d√ľrfte somit auch im Interesse der antragstellenden Weidetierhaltungen liegen. https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Oberbergisches Land und zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.
Informationen zu Wolfsnachweisen in Rheinland-Pfalz sind auf der Seite der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz zu finden unter https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/
Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/
Informationen zu Vorkommen von Wölfen in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de/
Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums f√ľr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616
Quelle: https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-11-17
(17.11.2021, 16:14)
cajun:   Nachdem im Fr√ľhjahr die erste nachgewiesene Goldschakal- F√§he Deutschlands in NDS √ľberfahren wurde, nun die Meldung einer Paarbildung aus BaW√ľ.

"Erstes Goldschakal-Paar in Deutschland lebt im Schwarzwald-Baar-Kreis
Immer wieder ziehen einzelne Goldschakale durch den S√ľdwesten, nun hat man erstmals in Deutschland ein Goldschakal-Paar im Schwarzwald-Baar-Kreis nachweisen k√∂nnen.
Goldschakale sind ein bisschen gr√∂√üer als F√ľchse, vor allem nachts aktiv und in Deutschland bisher noch recht selten. Normalerweise erstreckt sich das Gebiet, in dem Goldschakale leben, von S√ľdostasien √ľber den Westen bis nach S√ľdeuropa. Inzwischen leben einzelne Exemplare auch in Deutschland.
Goldschakale in Baden-W√ľrttemberg
Auch in Baden-W√ľrrtemberg scheint es den Goldschakalen ganz gut zu gefallen. Bisher habe man anhand von Kotproben bereits vier Goldschakale nachweisen k√∂nnen. Sie alle waren allerdings Singles. Einer von ihnen lebe seit 2020 konstant im Wurzacher Ried im Landkreis Ravensburg, so Bettina Jehne, Pressesprecherin des Ministeriums f√ľr Umwelt, Klima und Energierwirtschaft in Baden-W√ľrttemberg.
Anfang Oktober waren dann gleich zwei Goldschakale im Schwarzwald-Baar-Kreis in eine Fotofalle gelaufen und zwar im selben Gebiet. Durch Kotproben konnte man feststellen, dass es sich um ein Männchen und ein Weibchen handelt, die beide im selben Revier unterwegs sind.
Ein Goldschakal steckt sich hinter einem Baumstamm (Foto: Pressestelle, FVA)
Familiengl√ľck bei den Goldschakalen?
Da Goldschakale f√ľr gew√∂hnlich in Familien leben, die aus einem Elternpaar und dem Nachwuchs bestehen, sei man sich quasi sicher, dass es sich um ein Paar handle. Das zumindest erkl√§rt Ministeriumspressesprecherin Bettina Jehne. Dar√ľber hinaus freue man sich schon jetzt auf den mutma√ülichen Nachwuchs, der dann mit hoher Wahrscheinlichkeit im Fr√ľhjahr auf die Welt kommen wird.
Schwarzwald-Baar-Kreis: Neue Heimat f√ľr die Schakale
Damit h√§tte sich dann nicht nur das erste Goldschakal-Paar Deutschlands f√ľr den sch√∂nen Schwarzwald-Baar-Kreis als neue Heimat entschieden, sondern dann auch die erste Familie - sofern keinem der beiden Goldschakale bis dahin etwas passiert.
Anders als Waschb√§ren oder Marderhunde sei der Goldschakal nicht durch Menschen nach Deutschland gebracht worden, sondern habe sich hier auf nat√ľrlichem Wege angesiedelt, so das Ministerium. Hier lebe er vor allem in dicht bewachsenen Waldgebieten, wo er sich von Kleins√§ugern und Insekten, seltener mal von gr√∂√üeren Tieren wie Rehen ern√§hrt."
Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/goldschakal-paar-im-schwarzwald-baar-kreis-nachgewiesen-100.html
(15.11.2021, 12:55)
cajun:   Das "Schermbecker- Rudel" scheint Appetit auf Pferdefleisch zu entwickeln. Nicht ungew√∂hnlich f√ľr W√∂lfe, hatten wir in den letzten zwei Jahren doch auch in NDS √úbergriffe auf Isl√§nder und Hannoveraner- J√§hrlinge durch das Rudel Rodewald. Aber auch in NRW wurde schon mindestens ein Shetty gefressen.
Die Westfalen mögen's wohl eine Nummer kleiner. :-)
Fazit: Ungesch√ľtzte Pferde sind nicht sicher und es wird h√∂chste Zeit auch hier pr√§ventive Schutzma√ünahmen zu etablieren.

"Das Ministerium f√ľr Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:
Am 11., 20. und am 22. Oktober 2021 wurde im Wolfsgebiet Schermbeck jeweils ein Kleinpferd (Pony) gerissen, ein weiteres wurde am 21. Oktober am Hinterlauf verletzt. Durch Genetikproben konnten in allen vier F√§llen W√∂lfe als Verursacher nachgewiesen werden. Wie das f√ľr das Wolfsmonitoring zust√§ndige Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz nach Analysen des Senckenberg Forschungsinstitutes Frankfurt, Standort Gelnhausen mitteilte, konnte f√ľr die √úbergriffe am 20. und 21. Oktober erstmals der m√§nnliche Wolf GW1587m als Verursacher nachgewiesen werden. F√ľr die Riss-Vorf√§lle am 11. und 22. Oktober konnte kein bestimmtes Wolfsindividuum nachgewiesen werden, sicher ist allerdings, dass es sich um Wolfsrisse handelt. Die genetischen Analysen weiterer Rissproben vom 29. Oktober und 3. November sind noch in der Bearbeitung.
Die aktuelle r√§umliche und zeitliche H√§ufung der √úbergriffe auf Kleinpferde hat das Umweltministerium veranlasst, die derzeitige Lage im Wolfsgebiet Schermbeck erneut genau zu pr√ľfen, auch zur Frage der Verhaltensauff√§lligkeit und damit verbundenen Fragen einer Entnahme. Das dazu kurzfristig in Auftrag gegebene Rechtsgutachten liegt nunmehr vor und kommt zu dem Ergebnis, dass ".davon ausgegangen werden (kann), dass zumutbare Alternativen zur T√∂tung der W√∂lfin bzw. des Rudels vorhanden sind, sodass auch diese Voraussetzung f√ľr die Erteilung einer Ausnahme gem√§√ü ¬ß 45 Abs. 7 S. 1 Nr. 1 BNatSchG nicht erf√ľllt ist".
Damit w√§re eine Entnahme von W√∂lfen im Wolfsgebiet Schermbeck auch aktuell weiterhin nicht rechtssicher m√∂glich. Das Gutachten best√§tigt somit den Tenor des Urteils des D√ľsseldorfer Verwaltungsgerichts vom 6. Mai 2021. Zumutbare Alternativen sind Herdenschutzma√ünahmen wie der Bau oder die Nachr√ľstung einer wolfsabweisenden Z√§unung, n√§chtliches Aufstallen oder der Einsatz von Herdenschutzhunden.
Um dies zu √§ndern wird die Landesregierung k√ľnftig auch die Halter von Kleinpferden finanziell unterst√ľtzen, ihre Tiere besser vor Wolfs√ľbergriffen zu sch√ľtzen. So wird das Landwirtschaftsministerium die F√∂rderrichtlinien Wolf auch f√ľr Kleinpferde-, Fohlen- und Jungpferde-Haltungen √∂ffnen, mit dem Ziel, ab 1. Dezember 2021 Schutzma√ünahmen auch f√ľr diese Weidetiere zu f√∂rdern - √§hnlich, wie es f√ľr Gehegewild, Schaf- und Ziegenhaltung heute schon der Fall ist. Die Details werden derzeit ausgearbeitet. Zus√§tzlich wurde bei der Landwirtschaftskammer eine neue Hotline f√ľr die Herdenschutzberatung eingerichtet, die u.a. auch zu wolfsabweisenden Z√§unen ber√§t. Die Durchwahl der Servicehotline Herdenschutz lautet: 0 29 45 / 98 98 98.
Landwirtschafts- und Naturschutzministerin Ursula Heinen-Esser: "Die √úbergriffe seit Oktober dieses Jahres auf Kleinpferde erf√ľllen uns mit Sorge. F√ľr die betroffenen Tierhalter stellen die Verluste eine schwere emotionale Belastung dar. Wir nehmen die daraus resultierenden √Ąngste der Betroffenen vor Ort sehr ernst, beobachten die Lage und Entwicklung sehr genau und passen wo erforderlich und m√∂glich unser Wolfsmanagement an. Eine Entnahme von W√∂lfen in Schermbeck ist nach aktueller rechtlicher Bewertung nicht m√∂glich. Umso wichtiger ist es, die Weiden mit potenziell gef√§hrdeten Haus- und Nutztieren wolfsabweisend zu z√§unen und in den dunklen Tag- und Nachtstunden nach M√∂glichkeit in einen Stall zu verbringen."
Damit die in den Wolfsgebieten betroffenen Weidetierhaltungen die zus√§tzlichen Lasten nicht alleine tragen m√ľssen, unterst√ľtzt die Landesregierung die Halter auf vielf√§ltige Weise. Neben den erweiterten F√∂rder- und Beratungsangeboten pr√ľft das Ministerium derzeit, wie die Organisationsstruktur auf der Landesebene verst√§rkt und das Wolfsmanagement optimiert werden kann. Ministerin Heinen-Esser: "√úbergeordnetes Ziel ist und bleibt es, nach der R√ľckkehr des Wolfs in seine urspr√ľnglichen Verbreitungsgebiete, die Erfordernisse des Naturschutzes und des Herdenschutzes in Einklang zu bringen und das Leben mit dem Wolf so angst- und konfliktfrei wie m√∂glich zu gestalten."
Quelle: https://www.wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-11-09
(10.11.2021, 15:09)
cajun:   Sachsen hat als eines der ersten Bundesl√§nder seine Zusammenfassung des abgelaufenen Monitoringjahres 20/21 ver√∂ffentlicht. In Deutschlands etablierstetem Wollfsgebiet stagniert die Wachstumskurve der Population. Geeignete Territorien sind g√§nzlich besetzt und die W√∂lfe sind einem hohen innerartlichen Konkurrenzdruck ausgesetzt. Die Anzahl der Doppelreproduktionen steigt zwar, aber die durchschnittliche Welpenzahl bleibt hinter den Vorjahren zur√ľck. Rudel k√∂nnen sich kaum neu etablieren, alteingesessene Rudel verschwinden. In meinen Augen erreicht hier die Wolspopulation eine √∂kologische Grenze nach 20 Jahren Ausbreitung und Etablierung. Bedenklich finde ich die Einschr√§nkung der Wanderungen durch die "ASP Z√§une"- nicht nur nicht gut f√ľr die W√∂lfe, sondern auch f√ľr andere Tierarten.

"Hohe Dynamik in Lausitzer Wolfsterritorien"
In Sachsen ist die Anzahl der best√§tigten Wolfsterritorien auf 34 angestiegen. Das geht aus den Daten des abgeschlossenen nWolfsmonitoringjahres 2020/2021 hervor, die das S√§chsische Landesamt f√ľr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute ver√∂ffentlicht hat.
Bei den 34 in Sachsen nachgewiesenen Wolfsterritorien handelt es sich um 29 Rudel, drei Paare und zwei territoriale Einzeltiere. Im Monitoringjahr 2019/2020 waren es 27 Rudel und vier Paare. Die Wolfsterritorien konzentrieren sich auf die bisher bekannten Gebiete. Während das Geschehen in Nordsachsen zu stagnieren scheint, lassen die Daten in Ostsachsen eine hohe Dynamik erkennen. Alle neuen sächsischen Territorien liegen östlich der Elbe. Hier sind im Laufe des letzten Jahres sowohl neue Territorien entstanden als auch bestehende wieder verschwunden, was auf einen hohen Konkurrenzdruck unter den Wölfen hinweist.
Hinzugekommen sind die Rudel Halbendorf und Weißwasser. Auch in der Gohrischheide konnte ein Rudel nachgewiesen werden, nachdem der Status im Monitoringjahr 2019/2020 unklar war. Zudem konnte das Wolfspaar Hammerstadt sowie jeweils ein Einzeltier in den Territorien Niesky II und Sagar nachgewiesen werden. Es wird vermutet, dass es sich bei den Einzeltieren in den Territorien Niesky II und Sagar um Rudel handeln könnte. Die Datenlage reichte jedoch bisher nur aus, um Einzeltiere zu bestätigen.
Die neuen Territorien liegen teilweise in Gebieten, die zuvor von anderen Wölfen besetzt waren. So konnten die beiden Rudel Neusorge und Biehain/Niesky im Monitoringjahr 2020/2021 nicht mehr nachgewiesen werden. Auch das Vorkommen Elstra und das vor Kurzem neu nachgewiesene Rudel Weißwasser waren zum Ende des Monitoringjahres 2020/2021 bereits erloschen. Dieser rasche Wechsel verdeutlicht, dass die Territorien in der Lausitz unter den Wölfen hart umkämpft sind. In den Rudeln Nochten, Neustadt/Spremberg, Knappenrode/Seenland und Dauban wurden Doppelreproduktionen nachgewiesen, die ebenfalls als Folge des Konkurrenzdrucks gedeutet werden können. Bei einer Doppelreproduktion sind zwei Wolfsfähen des Rudels gleichzeitig trächtig, sodass sich die Zahl des Nachwuchses im Rudel zusätzlich erhöht.
Eine andere Entwicklung ist westlich der Elbe zu beobachten. In Nordsachsen sind keine neuen Rudel nachgewiesen worden. Die drei bereits bekannten Rudel Delitzsch, Authausener Wald und Dahlener Heide konnten erneut bestätigt werden. Im nördlich von Leipzig gelegenen Delitzscher Rudel hat sich die Wolfsfähe mit ihrem Sohn gepaart, was auf das Fehlen eines geeigneten Partners hindeutet und damit auf die fehlende Zuwanderung neuer Tiere.
Auf dem Erzgebirgskamm gibt es drei grenz√ľbergreifende Wolfsterritorien, die ihren Schwerpunkt auf tschechischer Seite bei Prebuz, V√Ĺsluni und Fl√°je haben. Das im Monitoringjahr 2019/2020 s√ľdlich von Marienberg mit dem Status ¬Ľunklar¬ę beschriebene Gebiet wird im Monitoringjahr 2020/2021 f√ľr Sachsen nicht mehr aufgef√ľhrt, da Wolfshinweise aus diesem Gebiet dem tschechischen Rudel V√Ĺsluni zuzuordnen sind. In der B√∂hmischen Schweiz sowie dem Lausitzer Gebirge befinden sich ebenfalls zwei grenz√ľberschreitende Rudel, bei Luzick√© hory v√Ĺchod und Luzick√© hory zapad, die ihren Schwerpunkt auf tschechischer Seite haben.
Auch im Raum Moritzburg und im Nationalpark Sächsische Schweiz wurden Wölfe nachgewiesen. Es konnte jedoch nicht abschließend geklärt werden, ob es sich dabei um eigenständige Vorkommen handelt oder ob diese Gebiete von benachbarten Rudeln mitgenutzt werden. Der Status blieb in diesen Gebieten daher unklar.
Insgesamt konnten im Monitoringjahr 2020/2021 87 Welpen in Sachsen nachgewiesen werden, davon sechs westlich und 81 √∂stlich der Elbe. In den grenz√ľbergreifenden Rudeln wurden die Welpen alle auf tschechischer Seite nachgewiesen und werden dort mitgez√§hlt.
Tot aufgefunden wurden in Sachsen 23 W√∂lfe: 14 W√∂lfe sind bei Verkehrsunf√§llen ums Leben gekommen, bei sieben F√§llen handelte es sich um nat√ľrliche Todesursachen, bei einem Fall um eine illegale T√∂tung, bei einem weiteren Fall bleibt die Todesursache unklar. Der Schwerpunkt der Totfunde liegt in den Gebieten mit hohen Wolfsvorkommen in Ostsachsen.
Hintergrund:
In Sachsen findet seit 2001 ein fortlaufendes Wolfsmonitoring statt, um die Gr√∂√üe und die Entwicklung des Wolfsvorkommens zu √ľberwachen. Zudem liefert es Informationen zur Biologie und zur Lebensweise der W√∂lfe. Das Monitoring wird im Auftrag des LfULG vom Senckenberg Museum f√ľr Naturkunde in G√∂rlitz und dem LUPUS Institut f√ľr Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgef√ľhrt.
Das Wolfsmonitoringjahr lehnt sich nicht an das Kalenderjahr an, sondern an das biologische ¬ĽWolfsjahr¬ę: von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Das Monitoringjahr 2020/2021 umfasst den Zeitraum vom 1. Mai 2020 bis zum 30. April 2021. Die ausf√ľhrliche Datenauswertung der j√§hrlichen Erhebung kann immer erst im Herbst abgeschlossen werden, wenn die Untersuchungsergebnisse der im Fr√ľhjahr gesammelten Genetikproben vorliegen.
Der schneereiche Winter 2020/2021 hatte insbesondere in der Oberlausitz f√ľr gute Monitoringbedingungen gesorgt: Spuren im Schnee sowie gefrorener Urin und gefrorene Losungen konnten f√ľr genetische Analysen genutzt werden und erm√∂glichten eine Zuordnung der sehr dichten Territorien.
Die Daten der drei in der Oberlausitz besenderten W√∂lfe helfen ebenfalls dabei, die Raumnutzung der Rudel besser nachvollziehen zu k√∂nnen. Anhand der Telemetriedaten wird auch deutlich, dass die zur Bek√§mpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gezogenen Z√§une die Raumnutzung der W√∂lfe stark beeinflussen. So hat die im M√§rz besenderte zweij√§hrige W√∂lfin ¬ĽRona¬ę (FT14) den vollst√§ndig umz√§unten Ostteil des Truppen√ľbungsplatzes Oberlausitz bisher nicht verlassen. In den zuvor durch das Rudel Daubitz II genutzten Fl√§chen n√∂rdlich des Truppen√ľbungsplatzes wurde im letzten Winter das neue Territorium Sagar nachgewiesen.
Im aktuell laufenden Monitoringjahr 2021/2022 konnten in Sachsen bisher in 15 Rudeln insgesamt 54 Welpen nachgewiesen werden"
Quelle: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1030476
(07.11.2021, 14:29)
cajun:   In der Schweiz konnte ein n√§chlicher Angriff auf eine Mutterkuhherde gefilmt werden. Auch in Deutschland lernen die auf Huftiere spezialisierten W√∂lfe, immer wieder, K√§lber aus "ungesch√ľtzten" Herden zu rei√üen.
Was hei√üt ungesch√ľtzt in diesem Falle? Na, die Mutterk√ľhe ziegen den W√∂lfen schon "wo es langgeht" und haben demnach den Standard "Mindestschutz erf√ľllt". Deswegen bin ich auch ein Fan von behornten K√ľhen- die brauchen ihren Kopfschmuck!
In verschiedenen Regionen Europas werden Kangals f√ľr als Schutzhunde f√ľr Vieherden eingesetzt.
In offenen Beweidungen, wie z.B. im Alpenraum ist das schwieriger, da Wanderer und Biker auch als potentielle Bedrohung "verjagt" werden.
Das auch K√ľhe mit Hunden (von Wanderern) nicht zimperlich umgehen, kommt h√§ufig vor. https://www.tierwelt.ch/news/nutztiere/mutterkuehe-und-herdenschutzhunde-graubuenden-mit-sendern-ausgeruestet
https://www.tierwelt.ch/news/nutztiere/damit-sich-mutterkuehe-und-wanderer-nicht-die-quere-kommen

Die K√ľhe beweisen aber, dass sie trotz Domestikation ihre Instinkte zum Schutz der K√§lber nicht verlernt haben.
Das Video im Link ist auf franz√∂sich sprachig, aber die Aufnahmen sprechen f√ľr sich..
Ob mit der B√ľchse reguliert werden muss, bleibt fraglich.

Wolfsrudel greift Kuhherde im Kanton Waadt an

Es sind Aufnahmen von h√∂chster Seltenheit, die der Biologe Jean Marc Landry im Gebiet Marchairuz machen konnte. Er filmte ein Wolfsrudel, das eine Herde K√ľhe angreift.
¬ęEs ist das erste Mal, dass solche Bilder aufgenommen wurden¬Ľ, sagt der Wolfsexperte Jean Marc Landry im Interview mit dem Westschweizer Fernsehsender ¬ęRTS¬Ľ. Auf dem Video, das mit einer Nachtsichtkamera und einer Fotofalle aufgenommen wurde, ist eine ruhende Mutterkuhherde zu sehen, in die pl√∂tzlich Bewegung kommt.
Ein Rudel aus vier W√∂lfen n√§hert sich der Herde und greift zwei K√§lber an. F√ľr Landry sind diese Aufnahmen sehr wichtig. ¬ęWir sehen hier zum ersten Mal, dass die W√∂lfe auch grosse K√§lber, mit mehr als 200 Kilogramm, attackieren. Das konnten wir bis anhin nicht beobachten.¬Ľ
Ausserdem sei es interessant zu sehen, dass die Mutterk√ľhe die K√§lber besch√ľtzen und die W√∂lfe tats√§chlich zur√ľckdr√§ngen, so Landry weiter. Er erkl√§rt auch, warum das Marchairuz-Rudel mittlerweile auch die gr√∂sseren Tiere jagt. ¬ęIm vergangenen Jahr haben sich zwei weitere erwachsene W√∂lfe dem Rudel angeschlossen. Darum hatten wir in diesem Jahr mehr Angriffe. Im Ganzen vierzig auf K√ľhe und Schafe.¬Ľ
Im Waadtl√§nder Jura leben Kuhherden und Wolfsrudel im selben Gebiet, darum kommt es dort auch vermehrt dazu, dass die Nutztiere gerissen werden, erkl√§rt Landry. Dieser Angriff ging f√ľr die K√§lber glimpflich aus. Die vier W√∂lfe ziehen ab, ohne eines erlegt zu haben. F√ľr die Landwirte im Kanton Waadt sind diese Aufnahmen aber √Ėl ins Feuer. Der Bund gab auf Dr√§ngen des Kantons im Sommer zwei der Tiere des Marchairuz-Rudels zum Abschuss frei."
Quelle:https://www.tierwelt.ch/news/wildtiere/seltenes-video-wolfsrudel-greift-kuehe-im-kanton-waadt

Zur Historie der Schweizer Mutterkuhhaltung ganz lesenwert.
https://www.tierwelt.ch/news/nutztiere/das-bewaehrte-konzept-mutterkuh
(20.10.2021, 13:07)
cajun:   Tja, da haben es die W√∂lfe ja fast bis in die Hauptstadt geschafft....

Nur 30 Kilometer vom Alex
Wolfsrudel innerhalb des Berliner Rings entdeckt!

Ein Wolfsrudel hat sich innerhalb des Berliner Rings niedergelassen. Die zwei Elterntiere und vier Welpen seien in der Döberitzer Heide in Brandenburg westlich von Berlin gesichtet worden, teilte die Heinz Sielmann Stiftung am Dienstag mit.
Das Gebiet ist nur rund 30 Kilometer vom Alexanderplatz in der Mitte Berlins entfernt. Am Dienstag bestätigte auch das Landesumweltamt (LfU) der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei den Tieren um Wölfe handelt. Innerhalb des Berliner Rings hatten sich andere Wolfsrudel nach der Karte der Wolfsnachweise des LfU noch nicht niedergelassen.
Das Rudel war vor rund zwei Wochen einem Fotografen, der in dem rund 4500 Hektar gro√üen Naturschutzgebiet an den Toren Berlins und Potsdams f√ľr die Stiftung unterwegs war, vor die Linse gelaufen.
Areal eigentlich zu klein f√ľr ein Rudel
Die sechs Tiere h√§tten sich laut Stiftung insbesondere in einem eingez√§unten Gebiet von etwa 1800 Hektar etwa in der Mitte des Areals niedergelassen ‚Äď dort seien sie vom Menschen weitestgehend ungest√∂rt. Die Z√§une, in denen sich Wildklappen befinden, sollen dort lebende Wisente und Wildpferde davor sch√ľtzen, auf die umliegenden Bundesstra√üen 2 und 5 und die A10 im Westen zu laufen.
Eigentlich sei das Gebiet zu klein f√ľr ein Rudel, sagte Stiftungs-Sprecherin Nora K√ľnkler. Aber die Tiere h√§tten dort aufgrund hohen Wildbestandes viel Nahrung.
Rehe und Wildschweine reichten den Tieren dennoch nicht aus: Im August und September seien bereits Risse von dort weidenden Ziegen und Schafen gemeldet worden. ‚ÄěDie Sch√§fer respektieren den Schutz des Wolfes und versuchen sich auf die neue Situation einzustellen‚Äú, sagte K√ľnkler. Als erste Ma√ünahme seien Z√§une auf Schlupfl√∂cher √ľberpr√ľft und mehr Strom draufgegeben worden.
Kein höheres Interesse an Menschen
Wolfs-Expertin Marie Neuwald von der Naturschutzorganisation NABU erkl√§rt dazu: ‚ÄěMeiner Ansicht nach ist die D√∂beritzer Heide gut f√ľr W√∂lfe geeignet, es gibt genug Wildtiere wie Rehe und Wildschweine, und R√ľckzugsorte. W√∂lfe brauchen keine ‚ÄėWildnis‚Äė wie in Alaska oder Sibirien, sondern kommen in unserer Kulturlandschaft gut zurecht, solange sie genug wilde Beutetiere vorfinden.‚Äú
Ob das Rudel dort bleibt, wird sich zeigen.
Wolfs-Expertin Neuwald: ‚ÄěBisher gibt es keine Hinweise, dass diese W√∂lfe ein h√∂heres Interesse an Menschen haben, als es die √ľbrigen W√∂lfe in Brandenburg tun. Es ist gut, dass die Weidetierhalter in der Region ihren Herdenschutz √ľberpr√ľfen.‚Äú
Heinz Sielmann Stiftung sieht die R√ľckkehr der W√∂lfe als Erfolg f√ľr den Artenschutz. ‚ÄěDer Wolf geh√∂rt in Deutschland als Baustein zum √∂kologischen Gesamtsystem. Unter anderem sorgt er f√ľr einen gesunden Wildbestand‚Äú, hie√ü es von der Stiftung.

Quelle:https://www.bz-berlin.de/berlin/wolfsrudel-innerhalb-des-berliner-rings-entdeckt
(06.10.2021, 22:40)
cajun:   Auch in Hessen geht es aufw√§rts mit dem Wolfsbestand.
"Zweites Wolfspaar in Hessen bestätigt
Video zeigt zwei Wölfe im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
In Hessen lebt neben einer Wolfsfamilie im Rheingau-Taunus-Kreis nun auch ein Wolfspaar im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Eine Videoaufnahme zeigt, wie zwei Tiere unmittelbar nacheinander mit Urin markieren. Nach bundesweit einheitlichen Standards f√ľr das Wolfsmonitoring gilt dies als Nachweis f√ľr eine Paarbildung. Ob es sich bei den Tieren um die F√§he mit dem K√ľrzel GW1142f, die in der Region als sesshaft gilt, sowie den mehrfach in der Umgebung nachgewiesenen R√ľden GW1939m handelt, kann anhand des Videos nicht gekl√§rt werden.
Unabhängig von dem Nachweis eines Wolfspaares wurde bei Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis ein einzelner Wolf von einer Wildtierkamera fotografiert. In diesem Landkreis kam in den Jahren 2015 und 2019 je ein weibliches Tier im Straßenverkehr ums Leben. Weitere Wolfsnachweise gab es dort bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht, jedoch ist in ganz Hessen mit durchziehenden Wölfen zu rechnen.
Das Wolfszentrum Hessen (WZH) des Hessischen Landesamtes f√ľr Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) f√ľhrt ein Wolfsmonitoring durch, um die Situation der W√∂lfe in Hessen zu dokumentieren. Hierzu geh√∂rt unter anderem der Einsatz von Wildkameras sowie die Aufnahme und Bewertung von Wolfshinweisen aus der Bev√∂lkerung."
Quelle:https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/zweites-wolfspaar-in-hessen-bestaetigt
(29.08.2021, 16:46)
cajun:   Die Population in NDS w√§chst weiter. Wie unauff√§llig W√∂lfe sein k√∂nnen, zeigt die neueste Meldung.

"Neues Wolfsrudel im Landkreis Cuxhaven
Bilder einer Wildtierkamera belegen, dass es wieder ein Wolfsrudel im Cuxland gibt. Bei Sellstedt wurden die Tiere abgelichtet.
Vermutlich sind es sechs Tiere.
Wolfsberater Hermann K√ľck best√§tigt nach Sichtung der Bilder und R√ľcksprache mit weiteren Experten, dass es sich dabei um ein Rudel mit Eltern- und Jungtieren handelt. Auf den Bildern aus dem Raum Polder Bramel und Polder Glies sind vermutlich Vater, Mutter und Tochter zu sehen. Das Rudel soll neben den Eltern insgesamt vier Jungtiere umfassen. "
Quelle:https://www.nord24.de/landkreis-cuxhaven/neues-wolfsrudel-im-landkreis-cuxhaven-65479.html

Bemerkung hierzu: Das "alte Rudel" im Cuxland existiert nur noch in Form einer daraus stammenden W√∂lfin mit einem R√ľden aus Garlstedt. Bisher gab es aber keinen Nachwuchs mehr. Die Reproduktion stoppte nach illegalem Abschu√ü des Muttertieres vor 3 Jahren.
(29.08.2021, 16:43)
cajun:   K√∂nnte die Keimzelle eines neuen Rudels benachbart zum Territorium Schermbeck sein....
Eine Meldung aus NRW von heute:
"Wolfsgebiet Schermbeck: Junger männlicher Wolf GW2347m in Haltern am See nachgewiesen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt neue Wolfsnachweise in den Kreisen Recklinghausen und Borken.
Im Gebiet zwischen Reken (Kreis Borken) und Haltern am See (Kreis Recklinghausen) wurde in den letzten Monaten wiederholt ein einzelner Wolf fotografisch nachgewiesen: Zun√§chst war am 20. Mai 2021 ein Wolf in den Abendstunden von einem J√§ger beobachtet und gefilmt worden. Am 11. Juni 2021 gelangen einem Fotografen Bilder eines Wolfs im Bereich der Heubachwiesen. Mit Wildkameras wurden am 03., 08. und 15. Juni 2021 weitere Nachweise erbracht. Alle Bildnachweise wurden von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) gepr√ľft. Durch eine am 05. Juni 2021 gefundene Losung konnte jetzt die Identit√§t des Wolfs aufgekl√§rt werden.

Die genetische Untersuchung der Kotprobe durch das Senckenberg Forschungsinstitut Gelnhausen hat einen Wolfsr√ľden mit der Kennung GW2347m nachgewiesen. Er stammt aus dem Rudel Werlte in Niedersachsen und wurde wahrscheinlich im Jahr 2020 geboren. Aktuell ist nicht bekannt, ob sich dieser Wolf weiterhin im Gebiet aufh√§lt oder weitergezogen ist. Im Zeitraum von Mai bis Juli 2020 hatte sich hier auch eine W√∂lfin mit der Kennung GW1800f aufgehalten; die W√∂lfin wurde seitdem nicht mehr nachgewiesen. Informationen √ľber die Wolfsrudel in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen."
Quelle:https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-08-12
(12.08.2021, 14:44)
cajun:   @Michael: Ja, die Welpensterblichkeit ist hoch. Wenn man dazu noch die Verkehrsopfer nimmt, sollte man meinen, dass eine Bejagung aufgrund zu hoher Reproduktionszahlen nicht in Frage kommen d√ľrfte.
(12.08.2021, 14:41)
Michael Mettler:   Laut vorhin im TV gesehener NDR-Meldung sind von den 15 Welpen des G√∂hrde-Rudels zwischenzeitlich schon 4 bis 5 gestorben.
(10.08.2021, 18:55)
cajun:   Neuigkeiten aus NDS. Man bemerke 15 (!) Welpen in der G√∂hrde und der damit erste Nachweis einer Doppelreproduktion in Niedeersachsen.
Ende April/Anfang Mai sind die diesj√§hrigen Welpen geboren worden. In 21 von 38 Rudeln konnte der Territorienstatus bereits best√§tigt werden ‚Äď Reproduktion wurde in 19 Rudeln nachgewiesen.
F√ľr das Monitoringjahr 2021/2022 k√∂nnen bereits mehr als die H√§lfte der letztj√§hrig nachgewiesenen Territorien best√§tigt werden. Durch sichere C1-Nachweise wurden bislang 57 Welpen erfasst ‚Äď eine Mindestzahl, die nicht die Realit√§t darstellt: oftmals ist es nicht m√∂glich die Gesamtheit der Welpen auf einem Foto/in einem Film aufzunehmen. Die Welpen wachsen schnell, parallel nimmt ihr Aktionsradius zu, so dass die Nachweiswahrscheinlichkeit ansteigt. Die Anzahl an nachgewiesenen Welpen wird also noch ansteigen, gleiches gilt f√ľr die best√§tigten Territorien. Weiterhin konnten bislang zwei Besonderheiten festgestellt werden:
Im Territorium Wendisch Evern wurden im vergangenen Monitoringjahr 3 territoriale W√∂lfe festgestellt, so dass der Territorienstatus nachtr√§glich von ‚ÄěWolfspaar‚Äú auf ‚ÄěWolfsrudel‚Äú hochgestuft wurde. Der Totfund einer tr√§chtigen F√§he Ende April, gilt als Reproduktionsnachweis f√ľr das aktuelle Monitoringjahr. Da diese Reproduktion allerdings durch den Tod der F√§he erloschen ist, bleibt nun zu pr√ľfen, ob es andere Hin- und Nachweise f√ľr den Fortbestand eines Rudels gibt.
Im Territorium G√∂hrde wurde eine Doppelreproduktion nachgewiesen. Dies bedeutet, dass zwei F√§hen aus dem gleichen Rudel sich mit einem R√ľden verpaart haben und anschlie√üend gemeinsam mit den restlichen Rudelmitgliedern die Welpen gro√üziehen. 15 Welpen wurden bislang best√§tigt.
Quelle: https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/news/reproduktionsnachweise
(10.08.2021, 17:06)
cajun:   Die Pressestelle in NRW hat wohl ein Sommerloch und schie√üt gleich die n√§chste Info raus.
Der nachgewiesene R√ľde ist aus der einmaligen Verpaarung in RLP.
Sein Vater gr√ľndete im letzten Monitoringjahr das Rudel Leuscheid in NRW.

Wolfsgebiet Oberbergisches Land: Nachweise eines männlichen Wolfs GW1804m im Königsforst

Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt vier Wolfsnachweise in der Pufferzone zum Wolfsgebiet Oberbergisches Land im Waldgebiet K√∂nigsforst; der K√∂nigsforst erstreckt sich √ľber Fl√§chen der St√§dte K√∂ln, Bergisch Gladbach und R√∂srath.
Genetische Untersuchungen von vier Kotfunden durch das Senckenberg Forschungsinstitut Gelnhausen haben einen m√§nnlichen Wolf mit der Kennung GW1804m nachgewiesen. Dieser Wolfsr√ľde wurde bereits am 08. M√§rz 2021 bei Engelskirchen im Oberbergischen Kreis genetisch erfasst. Er stammt aus dem Wolfsrudel Feldkircher Wald-Neuwied in Rheinland-Pfalz und wurde im Jahr 2019 geboren. Alle Funde erfolgten im Bereich des Waldgebietes K√∂nigsforst. Es handelte sich im Einzelnen um folgende Funde: zwei Kotfunde am 28. Mai 2021 bzw. 02. Juni 2021 bei Bergisch Gladbach, sowie jeweils ein Kotfund am 15. Juni 2021 bei K√∂ln und am 01.07.2021 bei R√∂srath.
Es handelt sich somit eindeutig nicht um den Wolfsr√ľden GW2119m, der am 19. und 20. Mai 2021 im linksrheinischen Stadtgebiet von K√∂ln f√ľr Schlagzeilen gesorgt hatte und urspr√ľnglich aus der Alpenpopulation stammte. Wie die genetischen Untersuchungen an gerissenen Schafen vom 14. und 15. Mai 2021 im Kreis Bitburg-Pr√ľm in Rheinland-Pfalz ergeben haben, war dieser Wolfsr√ľde √ľber die Eifel zugewandert. Sein aktueller Verbleib ist nicht bekannt....."
Quelle:https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-07-28
(29.07.2021, 11:57)
cajun:   Dazu ein Update aus NRW vom Rudel in Schermbeck. Letztes Jahr wurde in Sachsen auch ein weiblicher Welpe von Spazierg√§ngern gefunden, der aber nicht mehr zur√ľck gef√ľhrt werden konnte und nun im Wildpark L√ľneburger Heide lebt.

Wolfsgebiet Schermbeck: Neue Informationen zum Wolfsrudel ‚ÄěSchermbeck‚Äú
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt neue Wolfsnachweise aus dem Kreis Wesel.

Am 27. Juni 2021 wurde im Territorium des Wolfsrudels ‚ÄěSchermbeck‚Äú ein Welpe von Spazierg√§ngern aufgegriffen, der irrt√ľmlich f√ľr einen Hundewelpen gehalten worden war. Der Fund wurde der zust√§ndigen unteren Naturschutzbeh√∂rde des Kreises Wesel gemeldet. Mit Hilfe von Fotos wurde der Welpe vom LANUV als Wolf angesprochen; diese Einsch√§tzung wurde von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) best√§tigt. Da der Welpe im Territorium Schermbeck gefunden wurde, in dem die W√∂lfin GW954f und der R√ľde GW1587m als Paar best√§tigt sind, war davon auszugehen, dass es sich um einen Welpen aus dieser Verpaarung handelt. Die W√∂lfin GW954f war zuletzt am 04. Juni 2021 durch einen Kotfund im Territorium genetisch nachgewiesen worden, der Wolfsr√ľde GW1587m am 07. Juni 2021 √ľber den Fund eines Wildtierkadavers.

Der weibliche Wolfswelpe wurde von einem Tierarzt untersucht; es wurde nur eine unbedeutende Wundstelle am Ohr festgestellt. Wenige Stunden nach dem Aufgreifen wurde der Welpe durch die zust√§ndige Beh√∂rde am Auffindeort ausgewildert. Im Rahmen der veterin√§rmedizinischen Untersuchung wurde der Welpe genetisch beprobt. Das Ergebnis der genetischen Untersuchung durch das Senckenberg Forschungsinstitut liegt jetzt vor. Es handelte sich zweifelsfrei um einen Welpen des territorialen Wolfspaares mit der Kennung GW2307f. Da Wolfswelpen einen ausgepr√§gten Eigengeruch und die Elterntiere √ľber einen hervorragenden Geruchssinn verf√ľgen, besteht nach Einsch√§tzung von LANUV und DBBW die Aussicht, dass der Welpe von den Eltern gefunden und versorgt wurde.

Im Vorjahr 2020 hatte das territoriale Wolfspaar im Territorium ‚ÄěSchermbeck‚Äú erstmals Nachwuchs. Auf Fotos war immer maximal ein Welpe abgebildet; durch einen Kotfund vom 14. M√§rz 2021 im Bereich der Gemeinde H√ľnxe konnte schlie√ülich ein m√§nnlicher Welpe mit der Kennung GW2089m identifiziert werden. Es blieb der einzige genetische Nachweis dieses Welpen im Wolfsgebiet Schermbeck. Offensichtlich war der junge Wolfsr√ľde wenig sp√§ter Richtung Westen abgewandert. Er wurde n√§mlich zwischen dem 03. und 19. April 2021 mehrfach im belgischen Flandern nord√∂stlich von Antwerpen und dann am 24. April 2021 im niederl√§ndischen Nord-Brabant s√ľdlich von Rotterdam genetisch erfasst. W√∂lfe verlassen bis sp√§testens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Durch die enge Zusammenarbeit von Beh√∂rden und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, die Proben von W√∂lfen nach einheitlichen Standards gewinnen und untersuchen, werden Daten zur Populationsentwicklung und zum Wanderverhalten einzelner Wolfsindividuen nicht nur in den verschiedenen Bundesl√§ndern sondern auch √ľber Staatsgrenzen hinweg erhoben und ausgetauscht (siehe auch https://www.senckenberg.de/de/institute/senckenberg-gesellschaft-fuer-naturforschung-frankfurt-main/abt-fliessgewaesseroekologie-und-naturschutzforschung/das-cewolf-konsortium/).
Quelle: https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-07-27
(28.07.2021, 12:00)
cajun:   Nach der Meldung √ľber die Paarbildung kam schnell der Nachweis von Welpen im Rudel R√ľdesheim.

Erster Nachwuchs bei hessischen Wölfen

Wolfspaar im Rheingau-Taunus-Kreis hat Welpen

Wiesbaden, 26.07.2021 ‚Äď In Hessen gibt es erstmals Wolfsnachwuchs: Eine automatische Wildkamera hat k√ľrzlich zwei Wolfswelpen im s√ľdlichen Rheingau-Taunus-Kreis aufgenommen. Das Video ist der erste Nachweis von Welpen in Hessen, seitdem W√∂lfe wieder hierher zur√ľckkehren. Elterntiere sind die im Juni 2021 als Paar best√§tigten Individuen GW1798f und GW1958m (PM vom 22. Juni 2021). In Hessen leben damit derzeit vier sesshafte Einzeltiere und ein Rudel, also eine Wolfsfamilie. Mit weiteren, durchziehenden W√∂lfen ist jederzeit zu rechnen.

Wolfswelpen werden in der Regel Ende April / Anfang Mai geboren, zum Zeitpunkt der Aufnahme waren sie also schon knapp drei Monate alt. Ob mehr als die zwei aufgenommenen Welpen in dem Rheingauer Rudel leben, lässt sich anhand des einen Nachweises noch nicht sagen.

Hintergrund

Die Paarungszeit von Wölfen ist Ende Februar / Anfang März. Nach rund neun Wochen Tragzeit werden im Schnitt vier bis sechs Welpen geboren. Die Jungwölfe verlassen meist mit 10 bis 22 Monaten das elterliche Territorium, um in einem eigenen Gebiet sesshaft zu werden und eine Paarungspartnerin bzw. einen -partner zu finden.

Monitoring des Wolfszentrums Hessen (WZH)

Das Wolfszentrum (WZH) des Hessischen Landesamtes f√ľr Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) f√ľhrt ein Wolfsmonitoring durch, um die Situation der W√∂lfe in Hessen zu dokumentieren. Hierzu geh√∂rt u.a. der Einsatz von Wildkameras sowie die Aufnahme und Bewertung von Wolfshinweisen aus der Bev√∂lkerung.

Weitere Informationen zum Wolf in Hessen auf der Homepage des HLNUG:

https://www.hlnug.de/wolf
Quelle: https://www.hlnug.de/news/im-blickpunkt-erster-wolfsnachwuchs-in-hessen
(28.07.2021, 11:56)
cajun:   Eine Meldung aus NRW. Die Elterntiere sind Geschwister aus dem Rudel Schneverdingen (NDS)
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt eine erneute Reproduktion im Rudel ‚ÄěSchermbeck‚Äú.
Am 27. Juni und 04. Juli 2021 konnte auf dem Gebiet der Gemeinde H√ľnxe (Kreis Wesel) jeweils ein wenige Wochen alter Welpe nachgewiesen werden. Im Jahr 2020 hatte sich das Rudel ‚ÄěSchermbeck‚Äú erstmals erfolgreich reproduziert (mindestens ein Welpe).
Quelle: https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-07-12
(13.07.2021, 07:57)
cajun:   Die aktuelle Lage in Mecklenburg- Vorpommern:

Weitere Wölfe haben sich in MV angesiedelt

In Mecklenburg-Vorpommern haben sich weitere W√∂lfe fest angesiedelt. Das geht aus einer Langzeitdokumentation hervor. Demnach verteilen sich die f√ľnf neu registrierten Einzelw√∂lfe auf insgesamt vier feste Wolfsterritorien.
Die neu dazu gekommenen Raubtiere haben sich nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums auf dem Dar√ü, auf Usedom, im Landgrabental s√ľdlich von Anklam (Kreis Vorpommern-Greifswald) sowie in der Region Rothem√ľhl s√ľdlich von Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) angesiedelt. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern damit nach vorl√§ufigen Zahlen 14 Wolfsrudel - eines weniger als im vergangenen Jahr.

Status von einigen Rudeln unklar

Allerdings konnten die bekannten Rudel in Kalli√ü, Laasch und Kaarzer Holz (Kreis Ludwigslust-Parchim) zuletzt nicht mehr nachgewiesen werden. Daf√ľr gibt es in der Region Sternberg jetzt ein neues Rudel. Zudem ist noch ein neues Rudel in Jasnitz s√ľdlich von Schwerin registriert worden. Dieses wurde bislang als Paar gef√ľhrt.
Zudem gebe es weiterhin mehrere Regionen, in denen W√∂lfe gesichtet wurden, hie√ü es aus dem Umweltministerium. Ob es sich in diesen F√§llen um Wanderw√∂lfe, territoriale Einzelw√∂lfe, Wolfspaare oder gar Rudel handelt, m√ľsse aber noch gekl√§rt werden.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) wies darauf hin, dass im Herbst endg√ľltige Zahlen vorl√§gen, in die auch Welpen einflie√üen. Da W√∂lfe immer wieder Schafe, K√§lber und andere Nutztiere rei√üen, haben Weidetierhalter mehrfach ein sch√§rferes Vorgehen gegen die Raubtiere verlangt. Damit die W√∂lfe nicht die Scheu vor Nutztieren und Menschen verlieren, sollten auch Absch√ľsse m√∂glich sein."
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Weitere-Woelfe-haben-sich-in-MV-angesiedelt,wolfspopulation104.html
(12.07.2021, 13:23)
cajun:   Ansonsten, was machen die deutschen W√∂lfe?
Hessen meldet das erste Wolfspaar (zwischen Loreley und R√ľdesheim), ansonsten warten noch drei weibliche und ein m√§nnlicher Wolf auf Partner, In Niedersachsen gibt Nachwuchs in einigen Rudeln, dazu die erste dokumentierte Doppelreproduktion. Eine weitere Welpenf√§he wurde abgeschossen. In RLP tauchen die Welpen von 2020 aus NRW auf, weiterhin in NRW eine neue sesshafte F√§he in der Senne und in der Region Eifel/ Ardennen grenz√ľbergreifend das erste Wolfspaar. In Schleswig Holstein "verschwinden " die d√§nischen W√∂lfe", es gibt keine dauerhafte Ansiedlung, So mal als Kurzupdate.
(09.07.2021, 16:39)
cajun:   Beim nieders√§chsischen Wolfsmonitoring gibt es jetzt die M√∂glichkeit auch Godschakal Sichtungen zu melden.
"Seit mehreren Jahren breitet sich der urspr√ľnglich aus S√ľdosteuropa und Asien stammende Goldschakal (Canis aureus) nach Norden aus. Im Jahr 2015 hat es den ersten Nachweis dieses Neuank√∂mmlings in Niedersachsen gegeben.

Im Jahr 2020 konnte bei Hannover das erste webliche Exemplar dieser Art in Deutschland nachgewiesen werden - inzwischen liegen mehr als 10 Nachweise f√ľr Niedersachsen vor. Der Mesopredator, welcher sich gr√∂√üentechnisch zwischen Fuchs und Wolf einordnet, ist mittlerweile in vielen Regionen au√üerhalb seinen urspr√ľnglichen Verbeitungsgebiets heimich. Das Auftreten und Vorkommen von Goldschakalen bleibt oftmals unerkannt, einerseits werden sie gerne mit F√ľchsen oder W√∂lfen verwechselt und andererseits fehlt vielerorts noch die √∂ffentliche Wahrnehmung, dass zu jeder Zeit an jedem Ort mit dem Auftreten des Zuwanderers zu rechnen ist. Um das √∂ffentliche Bewusstsein zu diesem Thema zu steigern, haben wir die Unterseite "Goldschakal" erstellt, hier kann die aktuelle Verteilung der bislang erfolgten Nachweise eingesehen werden."
Quelle: https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/news/goldschakal-gesehen-bitte-melden
(09.07.2021, 16:31)
cajun:   Eine Pressemitteilung der Senckenberg Gesellschaft √ľber eine Studie zur schnellen Ausbreitung der deutschen Wolfspopulation.
Die Studie ist als PDF unten verlinkt. Gute Lekt√ľre.

Auf den Spuren des Wolfes
DNA-Analysen erlauben präzise Rekonstruktion der Ausbreitung des Wolfs in Deutschland

Frankfurt, 14.04.2021. Forscher*innen am Zentrum f√ľr Wildtiergenetik der Senckenberg Gesellschaft f√ľr Naturforschung haben zusammen mit weiteren Kolleg*innen herausgefunden, dass W√∂lfe sich in Mitteleuropa auf die gleiche Weise ausbreiten, wie in d√ľnn besiedelten Gegenden Skandinaviens oder Nordamerikas. Dies zeigt eine gerade erschienene Studie auf Basis von 1341 genetischen Proben aus dem bundesweiten genetischen Wolfsmonitoring, welche die fr√ľhe Besiedlungsphase des gro√üen Beutegreifers in Deutschland rekonstruiert. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift ‚ÄěHeredity‚Äú.

Der Wolf wurde in Mitteleuropa vor mehr als 150 Jahren durch intensive Jagd ausgerottet. Durch den strengen Schutz der Art konnten sich seit dem Jahr 2000 schließlich die ersten Wolfsrudel in Nord- und Ostdeutschland ausbreiten. Aktuell sind 166 Rudel und Paare in Deutschland bekannt.

Wissenschaftler*innen am Zentrum f√ľr Wildtiergenetik der Senckenberg Gesellschaft f√ľr Naturforschung haben nun beschrieben, wie sich diese Ausbreitung und Wiederansiedlung im Einzelnen vollzogen hat. Zusammen mit Kolleg*innen des LUPUS-Instituts f√ľr Wolfsforschung haben sie √ľber DNA-Analysen pr√§zise rekonstruiert, auf welchen Wegen der Wolf zur√ľck nach Deutschland gekommen ist. ‚ÄěAusgehend von der Lausitz in der s√§chsisch-polnischen Grenzregion haben sich W√∂lfe nach einer zun√§chst eher z√∂gerlichen, lokalen Vermehrung sprunghaft √ľber lange Distanzen ausgebreitet und so innerhalb weniger Jahre neue Gebiete, wie die L√ľneburger Heide besiedelt‚Äú, berichtet Anne Jarausch, die Hauptautorin der Studie, die gerade in der renommierten internationalen Fachzeitschrift Heredity erschienen ist. Diese spezielle Ausbreitungsart, das sogenannte ‚Äěstratified dispersal‚Äú, erm√∂glicht den Rudeln eine schnelle Erschlie√üung neuer, auch weit entfernter Gebiete. Anders als erwartet, ist die Ausbreitung des Wolfes in unserer mitteleurop√§ischen Kulturlandschaft nicht von Besiedlungsprozessen aus naturnahen, d√ľnn besiedelten Gebieten Osteuropas, Skandinaviens oder Nordamerikas zu unterscheiden.

Die im Rahmen des beh√∂rdlichen Wolfmonitorings der Bundesl√§nder beauftragten DNA-Analysen zeigen ferner, dass in der noch kleinen Wolfspopulation anfangs eine Reduzierung der genetischen Vielfalt zu beobachten war. Dies l√§sst sich auf einen sogenannten ‚ÄěFlaschenhalseffekt‚Äú zur√ľckf√ľhren. Die urspr√ľngliche Besiedlung ging von wenigen Gr√ľndertieren aus Ostpolen aus. Dabei konnte nur ein Teil der genetischen Vielfalt aus der Ursprungspopulation erhalten werden. Durch die Ausbreitung und gelegentliche Zuwanderung von zumeist m√§nnlichen W√∂lfen aus Polen nimmt die genetische Vielfalt aber langsam zu. Trotz dieser verringerten genetischen Vielfalt wird Inzucht zwischen eng verwandten Tieren weitgehend vermieden. Nur in wenigen F√§llen war Inzucht zwischen Geschwistern oder Eltern und Nachkommen nachweisbar. Auch Hybridisierungen kamen nur selten vor: Eine Verpaarung mit Haushunden wurde im Zeitraum bis zur letzten Erfassungssaison 2015/16 nur ein einziges Mal genetisch nachgewiesen.

Wann der in der Studie dargestellte fortlaufende Anstieg der Wolfspopulation endet, l√§sst sich nicht pr√§zise vorhersagen. ‚ÄěEs k√∂nnte durchaus sein, dass W√∂lfe weite Teile Deutschlands besiedeln werden, da die Lebensr√§ume f√ľr sie in vielerorts g√ľnstig sind‚Äú, meint Nachwuchswissenschaftlerin Jarausch. ‚ÄěDennoch werden W√∂lfe immer seltene Wildtiere in unserer Landschaft bleiben‚Äú. Ihre streng territoriale Lebensweise l√§sst selbst in besonders gut geeigneten Lebensr√§umen keine hohen Besiedlungsdichten zu. In der Lausitz etwa nimmt der Bestand seit Jahren nicht mehr zu, obwohl er nicht durch den Menschen reguliert wird. ‚ÄěEin Rudel ist eine Familie von meist f√ľnf bis zehn Tieren auf einer Fl√§che des Stadtgebiets von Frankfurt oder Hannover ‚Äď viel mehr ist bei W√∂lfen nicht m√∂glich. Auch wenn es irgendwann hunderte von Wolfsrudeln in Deutschland geben sollte, die allermeisten Menschen werden das Tier in freier Wildbahn nie zu Gesicht bekommen‚Äú, res√ľmiert Dr. Carsten Nowak, Leiter des Senckenberg Zentrums f√ľr Wildtiergenetik.

Auch zuk√ľnftig werden DNA-Analysen Auskunft √ľber die Verbreitungsmuster der W√∂lfe geben. Als nationales Referenzzentrum f√ľr genetische Wolfsanalysen werden am Senckenberg-Standort im hessischen Gelnhausen j√§hrlich bis zu 2000 genetische Wolfsnachweise anhand von Kot, Haaren, Urinspuren oder Speichelabstrichen an get√∂teten Beutetieren erbracht, die im Auftrag der Umweltbeh√∂rden der Bundesl√§nder an das Senckenberg-Labor im hessischen Gelnhausen geschickt werden.

Studie: Jarausch A, Harms V, Kluth G, Reinhardt I, Nowak C: How the west was won: genetic reconstruction of rapid wolf recolonization into Germany’s anthropogenic landscapes. Heredity (2021). https://doi.org/10.1038/s41437-021-00429-6.

Die Studie ist frei verf√ľgbar unter:
https://doi.org/10.1038/s41437-021-00429-6 (online)
https://www.nature.com/articles/s41437-021-00429-6.pdf (PDF-Dokument).

Quelle: https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/auf-den-spuren-des-wolfes/
(16.04.2021, 16:26)
cajun:   In NDS sind mit beh√∂rdlicher Genehmigung bis jetzt drei Wolfsf√§hen (eingestuft als Welpen JG 2020) letal entnommen worden. Die vom zust√§ndigen Landesministerium erteilte Abschusserlaubnis in drei Territorien (Ebstorf, Herzlake und Rodewald) galt eigentlich f√ľr die genetisch identifizierten Rissverursacher (adulte R√ľden des jeweiligen Rudels), ist aber laut Pressemitteilung vom Erlass gedeckt.
Die Empörung von Seiten der Naturschutzverbände ist groß. Man sieht hier in erster Linie das Versagen der angemessenen Herdenschutzmaßnahmen als Hauptursache.
Ab Mitte April wird die Genehmigung ausgesetzt, da sonst Gefahr best√ľnde hochtr√§chtige F√§hen zu schie√üen.
PI 044/2021

Am Vormittag des (heutigen) Mittwoch wurde das Nieders√§chsische Umweltministerium √ľber einen Vollzug im Rahmen der aktuell geltenden Ausnahmegenehmigung f√ľr einen Wolf des Rodewalder Rudels informiert. In der Nacht zum 07. April 2021 wurde innerhalb des Territoriums des Rudels im Geltungsbereich der Genehmigung ein nach erster in Augenscheinnahme ein- bis zweij√§hriger, weiblicher Wolf get√∂tet.

Dem Standardprozedere folgend wird der Kadaver aktuell routinem√§√üig vom NLWKN geborgen. Eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Wolfs mittels Gewebeprobe wird eingeleitet. Das Ergebnis √ľber dessen Herkunft wird aller Voraussicht nach Ende der kommenden Woche feststehen. Die Obduktion des Kadavers erfolgt im Rahmen des regul√§ren bundesweiten Totfundmonitorings beim Leibniz Institut f√ľr Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin.

Um die mit dem konkreten Vollzug befassten Personen vor √úbergriffen zu sch√ľtzen, wird deren Identit√§t nicht bekannt gegeben. Dabei ist sichergestellt - und auch gesetzliche Voraussetzung nach ¬ß 45a Abs. 4 Bundesnaturschutzgesetz - dass nur geeignete Personen den Vollzug vornehmen.

Die Genehmigung ist beschr√§nkt auf fest definierte Teile des Kernterritoriums des Rodewalder Rudels in Gemeinden des Landkreises Nienburg/Weser sowie des Heidekreises. Aus Gr√ľnden des Tierschutzes ist die Ausnahmegenehmigung zeitlich befristet bis zum 15. April 2021. Der Vollzug wird aufgrund der erfolgten Entnahme zun√§chst ausgesetzt.

Hintergrund und rechtliche Grundlage f√ľr die T√∂tung:

Seit dem Fr√ľhjahr 2018 war es im Territorium des Rodewalder Rudels vermehrt zu √úbergriffen von W√∂lfen auf Nutztiere gekommen. Dabei hatten W√∂lfe nicht nur kleinere Nutztiere wie Schafe erbeutet, sondern wiederholt Rinderherden angegriffen. Aus den DNA-Analysen und den vorgefundenen Rissbildern ging hervor, dass der Leitwolf des Rudels, der R√ľde GW717m, an den Rissereignissen √ľberwiegend beteiligt war.

Am 23. Januar 2019 wurde daher erstmalig durch den NLWKN eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme des Leitr√ľden GW717m erteilt. Mit dieser Ausnahmegenehmigung wurde insbesondere die Gefahr der Fortf√ľhrung und Weitergabe von in der Kulturlandschaft untypischen und inakzeptablen Jagdtechniken von W√∂lfen in Bezug auf ausreichend gesch√ľtzte gro√üe Huftiere gew√ľrdigt. Aufgrund ausbleibender weiterer Herdenschutz√ľberwindungen und einer damit g√ľnstigeren Schadensprognose wurde die Genehmigung nach dem 31. M√§rz 2020 zun√§chst nicht verl√§ngert.

Entgegen dieser Prognose im M√§rz 2020 sind in der Folge jedoch weitere Rissvorf√§lle im Territorium des Rodewalder Rudels aufgetreten, denen neben Rindern auch Pferde zum Opfer fielen. Die Verursacherschaft durch W√∂lfe des Rodewalder Rudels wurde per DNA-Analyse best√§tigt. Auch Nachkommen von GW717m haben ‚Äď die urspr√ľngliche Einsch√§tzung best√§tigend - an der gemeinsamen Jagd auf Rinder und Pferde mitgewirkt.

Auf Grund dieser Schadensereignisse wurde vom NLWKN am 17. Juli 2020 erneut eine Ausnahmegenehmigung zur T√∂tung eines Wolfs des Rudels erlassen, konkret wiederum auf den Leitr√ľden GW717m. Die Genehmigung wurde am 11. Dezember 2020 verl√§ngert und aus Tierschutzgr√ľnden bis zum 15. April 2021 befristet.

Seit 2017 bis zum Zeitpunkt der Genehmigungserteilung waren im Territorium insgesamt 82 Schafe, 2 Ziegen, 1 Alpaka, 3 Ponys, 2 Pferde, 17 Kälber und 5 Rinder zu Schaden gekommen.

Die durch das Rodewalder Rudel verursachten Kosten (direkte Sch√§den und spezifische Pr√§ventionsleistungen) belaufen sich auf derzeit √ľberschl√§gig auf 1,25 Millionen Euro. Die letzten Nutztiersch√§den wurden im M√§rz 2021 aus dem Heidekreis gemeldet. Auch hier wurde neben GW717m ein Nachkomme des R√ľden genetisch nachgewiesen.
Quelle:https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/abschuss-eines-wolfes-aus-dem-rodewalder-rudel-bei-nienburg-weser-199241.html

NABU-Kreisverbände erstatten Strafanzeige
NABU Nienburg und Heidekreis kritisieren Wolfspolitik des Landes

Mit Fassungslosigkeit reagieren die Kreisverb√§nde Heidekreis und Nienburg in einer Pressemitteilung des Naturschutzbundes auf die T√∂tung einer Welpenf√§he aus dem Rodewalder Rudel reagiert, die in der Nacht vom 6. zum 7. April abgeschossen wurde, obwohl die Abschussgenehmigung des Ministeriums f√ľr den Leitwolf ausgestellt war. Dies sei nach den beiden Absch√ľssen in den Territorien des Herzlaker und des Ebstorfer Rudels im Februar die dritte Welpenf√§he, die unter fragw√ľrdigen Umst√§nden erschossen wurde.

‚ÄěDer willk√ľrliche Abschuss streng gesch√ľtzter Tiere, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind, steht in eklatantem Widerspruch zu den Anforderungen, die das EU-Recht an artenschutzrechtliche Aus-nahmen stellt‚Äú, sagt der Vorsitzende des NABU Heidekreis, Klaus Todtenhausen. ‚ÄěDer Europ√§ische Gerichtshof hat in seinem Urteil vom 10. Oktober 2019 unmissverst√§ndlich klargestellt, dass nur einzelne, konkret identifizierte Individuen auf der Basis der in der FFH-Richtlinie Artikel dargestellten Ausnahmetatbest√§nde get√∂tet werden d√ľrfen,‚Äú erg√§nzt Jens R√∂sler, der Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes Nienburg.

Da der R√ľde sich anhand k√∂rperlicher Merkmale identifizieren lie√üe, sei ein Abschuss von Rudelmitgliedern √ľber den r√§umlichen und zeitlichen Zusammenhang nicht m√∂glich. Die NABU-Kreisverb√§nde h√§tten daher Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Versto√ües gegen das Bundes-Naturschutzgesetz bei der Polizei beziehungsweise bei der Staatsanwaltschaft Verden gestellt.

‚ÄěDie Absch√ľsse der drei Welpenf√§hen sind der unr√ľhmliche H√∂hepunkt einer v√∂llig verfehlten Wolfspolitik, die mit der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes vor rund einem Jahr ihren Anfang nahm‚Äú, res√ľmiert Pressesprecherin des NABU Heidekreis, Dr. Antje Oldenburg. Damals hatten Bundestag und Bundesrat mit den Stimmen der Gro√üen Koalition den √Ąnderungen zum Umgang mit dem Wolf zugestimmt, obwohl namhafte Juristen in der vorherigen Anh√∂rung zu dem Ergebnis gekommen seien, dass die Regelungen in weiten Teilen dem europ√§i-schen Natur- und Artenschutzrecht widersprechen¬īw√ľrden.

Obwohl wenig sp√§ter eine EU-Beschwerde zu der Gesetzesnovelle vorlag, habe Minister Lies die fragw√ľrdigen √Ąnderungen z√ľgig in der Nieders√§chsischen Wolfsverordnung umgesetzt, ohne den Bedenken der Verb√§nde, insbesondere im Hinblick auf die Sonderregelung f√ľr zumutbaren Herdenschutz an Deichen und bei der Prognose k√ľnftiger wirtschaftlicher Sch√§den, Rechnung zu tragen. Der NABU Landesverband habe sich daher gezwungen gesehen, der zunehmenden Aufweichung des Schutzstatus der W√∂lfe mit einer EU-Beschwerde zu begegnen.

Weitere ‚ÄěMeilensteine auf dem Weg vom Wolfsschutz zum Wolfabschuss‚Äú unter der √Ągide von Olaf Lies seien die Verweigerung von Umweltinformationen und die Aushebelung der Verbandsklage durch die Geheimhaltung von Abschussgenehmigungen, die serienm√§√üigen Absagen der Zusammenk√ľnfte des ‚ÄěArbeitskreises Wolf‚Äú ‚Äď einem Zusammenschluss verschiedener Institutionen, Verb√§nde und Interessengruppen ‚Äď die Aufnahme des Wolfes in das nieders√§chsische Jagdrecht und die Entlassung zweier Wolfsberater, die dem Minister offenbar aufgrund ihrer kritischen Stellungnahmen im Rahmen ihrer Vorstandst√§tigkeit im ‚ÄěFreundeskreis freilebender W√∂lfe‚Äú ein Dorn im Auge gewesen seien.
Quelle: https://www.dieharke.de/Nachrichten/NABU-Kreisverbaende-erstatten-Strafanzeige-121577.html
(15.04.2021, 18:15)
cajun:   Auch in Th√ľringen tut sich Einiges. Ebenso wie in Hessen sind hier die W√∂lfinnen gekommen um zu bleiben.

Th√ľringen - Drittes Wolfsvorkommen in Th√ľringen ‚Äď weitere Wolfsf√§he im Wartburgkreis standorttreu

Nachdem das Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs (KWBL) am Th√ľringer Umweltministerium am 27.01.2021 √ľber ein zweites Wolfsvorkommen im Wartburgkreis informierte, steht nun mit einem weiteren Genetikergebnis fest, dass noch eine weitere Wolfsf√§he mit der Bezeichnung ‚ÄěGW1241f‚Äú als territorial eingestuft werden kann. Ein Wolf gilt dann als standorttreu, wenn er sich √ľber einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten in einem bestimmten Gebiet aufh√§lt ‚Äď GW1241f wurde vor etwa 10 Monaten zum ersten Mal bei Bad Salzungen-H√§mbach nachgewiesen.

Das Tier stammt ebenfalls aus Brandenburg, ‚ÄěGW1241f‚Äú h√§lt sich jedoch weiter n√∂rdlich im Wartburgkreis auf als ‚ÄěGW1422f‚Äú. Das neue und damit dritte Territorium in Th√ľringen erh√§lt die Bezeichnung ‚ÄěTiefenort‚Äú (‚ÄěTO‚Äú). Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter in der Region k√∂nnen, wenn noch nicht geschehen, einen Antrag auf F√∂rderung des optimalen Herdenschutzes bei der zust√§ndigen Beh√∂rde ‚Äď dem Th√ľringer Landesamt f√ľr Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) einreichen. Als optimaler Herdenschutz gelten u.a. elektrifizierte Z√§une mit einer H√∂he von mindestens 1,20 m sowie der Einsatz von Herdenschutzhunden. Th√ľringen f√∂rdert die Herdenschutzma√ünahmen zum Schutz von Weidetieren vor dem Wolf zu 100%.

Weitere Informationen sowie zuständige AnsprechpartnerInnen sind auf der Internetseite des Umweltministeriums zu finden: https://umwelt.thueringen.de/themen/natur-artenschutz/kompetenzzentrum
Quelle Pressemitteilung
(15.04.2021, 18:02)
cajun:   Aus RLP wir zus√§tzlich die Geschichte eines Weitwanderers gemeldet. Tragischerweise aus dem gleichen Rudel, wier eine der j√ľngst abgeschossenen F√§hen in NDS.

Wolf ‚ÄěBilly‚Äú ist tot
Das in den S√ľdvogesen get√∂tete Tier ist identisch mit GW1554m.

Der unter dem Namen ‚ÄěBilly‚Äú bekannt gewordenen Wolf mit der Identit√§tsbezeichnung GW1554m ist tot. Das haben der Austausch von Genproben mit den franz√∂sischen Stellen und die genetische Analyse durch das belgische Institut INBO ergeben. Ende September war das 2019 geborene Tier bei Le Val-d‚ÄôAjol in den S√ľdvogesen mit amtlicher Ausnahmegenehmigung erschossen worden.

Der Wolf stammte aus dem Herzlake-Rudel in Niedersachsen und war durch zahlreichen Nutztierrisse aufgefallen. Nach seiner Wanderung durch die Niederlande und Belgien nach S√ľden wurde ‚ÄěBilly‚Äú am 16. Juli 2020 das erste Mal in Rheinland-Pfalz an einem Schafsriss nachgewiesen. Bei insgesamt vier Rissereignissen zwischen 16. und 26. Juli t√∂tete das Tier in den Verbandsgemeinden Arzfeld und S√ľdeifel 14 Schafe und zwei junge K√§lber. Vier weitere Schafe √ľberlebten die Verletzungen. Danach gab es von diesem Wolf keine gesicherten Nachweise mehr.

Als Mitte August ein Wolf in den franz√∂sischen D√©partements Vosges und Haute-Sa√īne auftauchte, kam die Vermutung auf, dass es sich um ‚ÄěBilly‚Äú handeln k√∂nnte. Diese Vermutung lie√ü sich jedoch zun√§chst nicht best√§tigen, da keine Genproben zur Verf√ľgung standen. Da der Wolf in den Vogesen nachweislich ein Kalb in einem offenen Stall get√∂tet hatte und dar√ľber hinaus weitere Angriffe auf Schafe und K√§lber ver√ľbte, wurde in Frankreich eine beh√∂rdliche Erlaubnis zu seiner T√∂tung erlassen, die dann zu der Entnahme im September 2020 f√ľhrte. Erst der Austausch von Genproben des get√∂teten Wolfes mit den franz√∂sischen Stellen und die genetische Analyse durch das belgische Institut INBO brachten Klarheit: Es handelte sich um ‚ÄěBilly‚Äú (GW1554m).

Die genetische Nachverfolgung und die Rekonstruktion des weiten Wanderweges von GW1554m √ľber viele L√§ndergrenzen hinweg (√ľber 1.000 km Luftlinie innerhalb von vier Monaten) ist ein Gemeinschaftswerk der beteiligten Forschungsinstitute in Belgien (INBO & GeCoLAB ULi√®ge), Deutschland (Forschungsinstitut Senckenberg), Niederlande (WENR), die im ‚ÄěCEwolf Consortium‚Äú zusammengeschlossen sind, sowie in Frankreich (Antag√®ne) unter Mitwirkung von regionalen und nationalen Beh√∂rden, darunter das Umweltministerium Rheinland-Pfalz.

Hintergrund
Bereits 2012 hat das Ministerium vorausschauend gehandelt und noch vor den ersten Wolfsnachweisen einen Wolfsmanagementplan erstellt. Nutztierrisse werden zu 100 Prozent entsch√§digt, wenn sie nachweislich von einem Wolf verursacht wurden. Dar√ľber hinaus k√∂nnen bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) sogenannte ‚ÄěNotfallz√§une‚Äú kostenlos ausgeliehen werden, wenn Weidetiere im Bereich eines Wolfsrisses nur unzureichend gesch√ľtzt sind. Ziel ist immer, dass sich W√∂lfe nicht an das Rei√üen von Weidetieren gew√∂hnen. Dies ist am besten durch geeignete Z√§une zu erreichen. Informationen zur Zauntechnik und zu den F√∂rderm√∂glichkeiten gibt es auf der Internetseite unter: snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/woelfe-und-nutztierhaltung/
Bei Verdacht auf einen Wolfsriss k√∂nnen sich die betroffenen Tierhalterinnen und -halter √ľber die Wolfshotline 06306 ‚Äď 911199 oder via Mail an wolf((at)snu.rlp.de an die SNU wenden, die auch die Antr√§ge auf Entsch√§digung entgegennimmt.

Sobald Wölfe genetisch oder anhand einer Foto- oder Videoaufnahme bestätigt wurden, werden die Nachweise online veröffentlicht unter: https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/
(15.04.2021, 17:58)
cajun:   In NRW wurden, neben weiteren Nachweisen von Einzelw√∂lfen (z.B. Fotofalle in Werne a.d. Lippe. LK Unna) , die Nachwuchstiere des Leuscheider Rudels von 2020 genetisch identifiziert. Da das Territorium mit RLP grenz√ľbergreifend gez√§hlt wird (ehemaliges Rudel Feldkirchner Wald, gleiches Vatertier), sind hier die Meldungen zusammengefasst. Aus Schermbeck, dem zweiten Rudelterritorium, gibt es gerade keine offiziellen News.

Wolfsgebiet Oberbergisches Land: Wolfsrudel im Territorium Leuscheid hatte 2020 mindestens f√ľnf Welpen


Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt den genetischen Nachweis von insgesamt f√ľnf Wolfswelpen aus dem Wurf 2020 im Territorium Leuscheid.

Seit Juni 2020 ist bekannt, dass sich im Bereich des Waldgebietes Leuscheid an der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ein Wolfsrudel angesiedelt hat. Die Wolfsf√§he GW1415f und der R√ľde GW1159m wurden als Elterntiere von Wolfswelpen genetisch identifiziert. Aus dem Wurf des Jahres 2020 sind mittlerweile insgesamt f√ľnf Welpen bekannt. Der m√§nnliche Welpe GW1851m starb bereits am 21. Oktober 2020 bei einem Verkehrsunfall in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld in Rheinland-Pfalz. Durch Kotproben im Rhein-Sieg-Kreis vom 31. Oktober 2020 (Gemeinde Eitorf) und 16. November 2020 (Gemeinde Windeck) konnte das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen die beiden m√§nnlichen Jungw√∂lfe GW1934m und GW1935m nachweisen. Zwei weibliche Jungw√∂lfe, GW1955f und GW1956f, konnten im Januar 2021 ebenfalls durch Kotproben im rheinland-pf√§lzischen Teil des Territoriums nachgewiesen werden. Durch den genetischen Abgleich steht fest, dass alle diese Welpen aus der Verpaarung der bekannten Elterntiere im Territorium Leuscheid stammen.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Oberbergisches Land und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

Die Landwirtschaftskammer NRW bietet eine ausf√ľhrliche Beratung zu den m√∂glichen Herdenschutzma√ünahmen gem. F√∂rderrichtlinien Wolf f√ľr alle Weidetierhalterinnen und -halter an: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/weidetierschutz.htm

Nachweise von Wölfen in Rheinland-Pfalz (Homepage der Stiftung Natur und Umwelt RLP): https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/

Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Oberbergisches Land, zur Förderrichtlinie Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

(15.04.2021, 17:53)
cajun:   Die Entwicklung geht stetig weiter. In Hessen haben die "Damen" die Nase vorn!
Hessen meldete im März gesamt vier Territorien mit weiblichen Einzelwölfen.

Zwei neue Wolfsterritorien in Hessen

22.03.2021

Sesshafte Wölfe im Kreis Hersfeld-Rotenburg und im Rheingau-Taunus-Kreis

Wiesbaden, 22.03.2021 ‚Äď In Hessen sind zwei weitere W√∂lfe sesshaft: Neben den bereits vor einem Jahr als territorial registrierten Tieren im Vogelsberg und in Nordhessen, hat sich auch je ein Tier im Kreis Hersfeld-Rotenburg sowie im Rheingau-Taunus-Kreis niedergelassen ‚Äď beides weibliche Tiere, in Hessen leben nun also insgesamt vier sesshafte W√∂lfinnen. Mit weiteren durchziehenden Tieren muss jederzeit gerechnet werden.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg konnte nun eine Ende Januar dieses Jahres gesammelte Kotprobe einer W√∂lfin zugeordnet werden, die bereits Ende M√§rz 2019 bei Alheim nachgewiesen worden war. Das Tier stammt aus einem s√§chsischen Rudel und tr√§gt das Labork√ľrzel GW1142f. Durch den engen r√§umlichen Zusammenhang der beiden Nachweise sowie durch die Nachweisdauer von mehr als sechs Monaten gilt die W√∂lfin als territorial in dem betreffenden Gebiet. Ob sie eines der beiden Tiere ist, die im Februar 2021 von einer Kamerafalle bei Ludwigsau fotografiert wurden (PM vom 1. M√§rz 2021), l√§sst sich nur anhand des Fotos nicht verifizieren.

Auch im Rheingau-Taunus-Kreis f√ľhrt ein neuer DNA-Nachweis zur Ausweisung eines neuen Territoriums: Die W√∂lfin GW1798f wurde Anfang M√§rz 2021 an einem Rotwildriss bei R√ľdesheim nachgewiesen. Ein erster Nachweis erfolgte zuvor im Mai 2020 in der nahegelegenen rheinland-pf√§lzischen Verbandsgemeinde Loreley. Auch diese W√∂lfin gilt damit als territorial, weil sie vor mehr als sechs Monaten erstmals in diesem Gebiet nachgewiesen wurde. Ihr Herkunftsrudel ist unbekannt, sie entstammt aber, wie auch die anderen sesshaften W√∂lfinnen in Hessen, der mitteurop√§ischen Flachlandpopulation. Auch hier ist aus demselben Grund wie oben unklar, ob GW1798f einer der beiden W√∂lfe ist, die eine Kamerafalle bei Schlangenbad Mitte Februar aufgenommen hat (PM vom 11. M√§rz 2021): F√ľr den Nachweis eines Individuums ist fast immer eine DNA-Analyse n√∂tig.

Hintergrund

Mit den nun ausgewiesenen Territorien gibt es derzeit vier sesshafte W√∂lfinnen in Hessen. Die W√∂lfin GW1409f im Bereich des nordhessischen St√∂lzinger Gebirges wurde zuletzt im Oktober 2020 genetisch nachgewiesen. F√ľr GW1166f mit r√§umlichem Schwerpunkt im Vogelsberg gelang der letzte genetische Nachweis im August 2020.

Das HLNUG bittet darum, dem hessischen Wolfsmonitoring Wolfshinweise zeitnah zu melden, damit diese nach bundesweit einheitlichen Kriterien ausgewertet und dokumentiert werden können.

Weitere Informationen zum Wolf in Hessen auf der Homepage des HLNUG:

https://www.hlnug.de/wolf
(15.04.2021, 17:46)
cajun:   Hier noch ein Artikel √ľber die Arbeit des Kompetenzzentrums "Wolf" in Sachsen Anhalt.
Bemerkenswert ist, dass auf dem Speiseplan der Wölfe neben Bibern auch Nutrias stehen. Und zwar nicht häuig, aber regelmäßig.
Mal sehen was der derzeitige K√§iteeinbruch und der nat√ľrliche Pr√§dator mit der invasiven Art so macht, in dem n√§chsten Monaten und Jahren.

Kleinarbeit beim Wolfsmonitoring Auf Spurensuche nach dem Wolf
Die Zahl der Wölfe in Sachsen-Anhalt steigt. Mindestens 154 Tiere leben hier. Mit akribischer Spurensuche und tausenden Fotos und Videos versuchen die Experten des Wolfskompetenzzentrums in Iden im Landkreis Stendal, ein möglichst exaktes Bild von der Situation zu bekommen. Sie werden auch dann gerufen, wenn der Wolf wieder irgendwo Nutztiere gerissen hat.
Julia Kamp hat sich riesig gefreut √ľber den Schnee der vergangenen Tage. F√ľr die Wolfsexpertin ist es die ideale Voraussetzung, um auf Spurensuche zu gehen. Mit kleinen D√∂schen ist sie ausger√ľstet und h√§lt Ausschau nach Urin und Kot der Tiere. Und im Schnee wird sie am besten f√ľndig.
"Unter diesen Bedingungen kann man nicht nur die Spuren besser finden, sondern auch die Zahl der Tiere erfassen." Der Wolf ist f√ľr sie ganz klar am sogenannten geschn√ľrten Trab zu erkennen. Das hei√üt, das Tier tritt mit der Hinterpfote exakt in die Spuren der Vorderpfote. Die Biologin des Wolfskompetenzzentrums in Iden im Landkreis Stendal war zuletzt in der Altm√§rkischen H√∂he unterwegs. Die liegt ganz im Norden von Sachsen-Anhalt und grenzt an Niedersachsen.
"Wir konnten hier erstmals ein Rudel belegen", sagt Julia Kamp. Mit dem aktuellen Monitoringbericht, der f√ľr die Zeit Mai 2019 bis April 2020 gilt, wird ein Wolfspaar mit mindestens einem Welpen belegt. "Wir sprechen von einem Rudel, wenn es ein Paar gibt, das Nachkommen hat", sagt die Expertin, die in den Niederlanden Wald- und Naturschutz studiert hat. In ihrem B√ľro in Iden hat sie gerade eine Menge Proben stehen, die sie im Schnee eingesammelt hat. Diese in Ethanol eingelegten Urin- und Kotproben m√ľssen noch im Labor untersucht werden. Dort wird eine DNA-Analyse vorgenommen. Hier kann dann best√§tigt werden, dass es Wolfsexkremente sind. Es k√∂nnen das Geschlecht und die Individuen belegt werden.
Insgesamt gibt es in Sachsen-Anhalt mittlerweile 21 Territorien. Diese befinden sich alle im Norden und Osten des Bundeslandes. Die meisten befinden sich entlang der Elbe. "Dass sie sich entlang von Gew√§ssern ansiedeln, ist normales Migrationsverhalten", sagt Julia Kamp. Insgesamt gehen die Wolfsexperten aus Iden von mindestens 154 Tieren aus. Teilweise kommen sie auch von Niedersachen und Brandenburg her√ľber. Es gibt vier grenz√ľbergreifende Territorien.
Bestand stabil, aber nicht gesichert
"Wir k√∂nnen eine steigende Zahl an Rudeln feststellen. Allerdings geht die Zahl der Welpen zur√ľck", sagt Andreas Berbig, der Leiter des Wolfskompetenzzentrums. Der Bestand der streng gesch√ľtzten Tierart sei stabil. "Gesichert ist er allerdings noch nicht", erkl√§rt der Experte. Dazu k√∂nne man ohnehin nicht nur auf die Zahl der Tiere blicken. Es gehe auch um das Umfeld und die k√ľnftigen Lebensgrundlagen. Beispielsweise h√§tten die zur√ľckliegenden trockenen Jahre auch dem Wolf zu schaffen gemacht.
Um den Bestand der W√∂lfe m√∂glichst genau erfassen zu k√∂nnen, werden nicht nur Spuren gesammelt. Das Kompetenzzentrum hat insgesamt 150 Kameras im Einsatz. Dazu kommen weitere private Kameras von J√§gern und F√∂rstern, die ebenfalls Bilder liefern. Gelegentlich schicken auch Privatpersonen ihr Bildmaterial. Insgesamt 2.638 Filme und Videos konnte im Monitoringjahr ausgewertet werden. "Das ist manchmal sehr spannend?, sagt Julia Kamp. So hatte 2018 eine Autofahrerin bei Havelberg gefilmt, wie Wolfswelpen die Stra√üe passierten. "Das war f√ľr den Havelberger Bereich der erste Beleg f√ľr ein Rudel", sagt Kamp.
Wolfsvideos in Sozialen Netzwerken sind nicht hilfreich
Kontraproduktiv und arbeitsaufwendig sei es allerdings, wenn Fotos und Filme in Sozialen Medien kursieren w√ľrden. "Es ist f√ľr uns sehr aufw√§ndig zu kl√§ren, ob die Aufnahmen tats√§chlich dort entstanden sind, wie es behauptet wird", sagt Andreas Berbig. Oftmals bek√§men sie ein und dieselbe Aufnahme mit v√∂llig unterschiedlichen Ortsangaben. Oft sei auch durch gr√∂√üere Recherche der Urheber der Fotos oder Filme nicht zu ermitteln.
Neben dem sogenannten Monitoring geh√∂rt auch die sogenannte Rissberatung zur Arbeit der Wolfsexperten aus der Altmark. "Wir wollen bei den gemeldeten F√§llen die Ursache ermitteln, nicht immer ist es wirklich der Wolf", sagt Andreas Berbig. 2019/2020 wurden 123 √úbergriffe mit Wolfsbeteiligung sowie 435 get√∂teten Nutztieren begutachtet. In 64 F√§llen war es tats√§chlich der Wolf, in weiteren 28 F√§llen war der Wolf nicht auszuschlie√üen. In f√ľnf F√§llen waren Hunde beteiligt und in 13 F√§llen gab es andere Ursachen. In zehn F√§llen konnte die Ursache nicht ermittelt werden. Ganz sicher wurden 354 Schafe und Ziegen sowie 18 Rinderk√§lber und zw√∂lf St√ľck Gehegewild get√∂tet.
Erst Ende Januar gab es in Grieben bei Tangerh√ľtte den letzten Vorfall. Dort wurden bei Landwirt Christoph Pl√∂tze acht Tiere im Damwildgatter gerissen. "Die waren teilweise bis auf die Knochen abgefressen, es sah schrecklich aus", sagt Pl√∂tze. Eine endg√ľltige Best√§tigung, dass es der Wolf war, steht indes noch aus. DNA-Proben sind im Labor. Das rund f√ľnf Hektar gro√üe Gatter ist umz√§unt. Ein tiefes Eingraben des Zauns sei auf der Gesamtl√§nge unm√∂glich. Er f√ľhle sich mit dem Problem allein gelassen, sagt der Landwirt. Auch J√§ger h√§tten kaum noch Dam- und Schwarzwild.
Tausende Euro f√ľr Herdenschutz
Auch eine Herdenschutzberatung geh√∂rt zur Aufgabe der Idener Experten. Und diese wird auch wahrgenommen. Das Land unterst√ľtzt Landwirte ? auch Hobbytierhalter ? bei dem richtigen Wolfsschutz. Laut Umweltministerium wurden 2020 insgesamt 152.800 Euro f√ľr Herdenschutz (unter anderem Hunde) genehmigt. Dar√ľber hinaus wurde in 27 F√§llen ein Schadensausgleich in H√∂he von zusammen 27.000 Euro gew√§hrt. "Die Schutzma√ünahmen wirken auch", sagt Berbig. Allerdings seien es oft kleinere Betriebe, bei denen der Schutz nicht vorhanden sei und die W√∂lfe leichtes Spiel h√§tten. Im √úbrigen zeigen Nahrungsanalysen aus Wolfslosungen (Kot), dass der Biomasseanteil von Nutztieren gerade einmal bei 1,7 Prozent liege. Vor allem Wildschwein und Reh geh√∂rt zur Hauptspeise, aber auch Nutria.
Ein √úbergriff auf Nutztiere werde nie ganz auszuschlie√üen sein, erkl√§rt Experte Berbig. Die Wolfsexperten stellen sich nicht kategorisch gegen einen m√∂glichen Abschuss des klar definierten Problemwolfs. "Die Jagd ist kein Herdenschutz und nicht die Probleml√∂sung f√ľr die Herdenhalter", sagt Berbig. Es k√∂nne im Einzelfall eine kurzfristige L√∂sung bringen. Aber: "Der Wolf kann seine negative Erfahrung nicht weitergeben, es wird weiter √úbergriffe durch andere Tiere geben." Im Gegensatz zu anderen Bundesl√§ndern gab es in Sachsen-Anhalt noch keinen Abschuss eines Wolfs.
Wolf nie ganz verschwunden aus Deutschland
Der Wolfsexperte weist darauf hin, dass es in Deutschland noch nie einen √úbergriff auf Menschen gegeben hat. "Man kann in Ruhe im Wald spazieren gehen. Man braucht keine Angst zu haben", sagt Berbig. Gleichwohl m√ľsse der Respekt da sein. "Es ist ein Raubtier." Im √úbrigen sei der Wolf auch nie ganz aus Deutschland verschwunden gewesen, wie immer behauptet werde. "Zu DDR-Zeiten gab es rund 35 bekanntgewordene F√§lle mit W√∂lfen", so Berbig. Das Tier habe im Jagdrecht gestanden und sei entsprechend abgeschossen worden, so dass es sich nicht weiter ausbreiten konnte. Einzelne Tiere kamen immer wieder von Polen r√ľber. Erst mit dem Beitritt von Polen in die EU im Jahre 2004 verbreitete der Wolf sich in gr√∂√üerer Zahl. "Da galt auch f√ľr Polen das europ√§ische Jagdrecht und damit das Verbot zur Jagd auf den Wolf", so Berbig.
Quelle: https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/stendal/stendal/wolfskompetenz-zentrum-iden-monitoring-bestand-rudel100.html
(11.02.2021, 14:22)
cajun:   Das letzte Update zu Th√ľringen war am 28.01.21 und schon wieder gibt es Neuigkeiten. Nachdem sich jahrelang bis auf das Territorium Ohrdruf, wenig getan hatte, kommt die Meldung einer neuen Ansiedlung.
Die beiden residenten Wölfinnen stammen aus den Rudeln "Göritz- Klepzig" und "Vorspreewald " in Brandenburg, das mit 47 Rudeln im letzten Monotoringjahr das wolfsreichste Bundesland ist.

Zweite Wölfin im Wartburgkreis sesshaft

Neben der Wölfin im Gebiet Zella/Rhön haben Fachleute jetzt die Existenz eines zweiten Tieres bei Hämbach nachgewiesen. Beide Wölfinnen sind nun im Wartburgkreis standorttreu und aus Brandenburg eingewandert.
Im Wartburgkreis hat eine weitere W√∂lfin ein Revier gefunden. Damit sind es bereits zwei. Fachleute konnten √ľber einen l√§ngeren Zeitraum das Vorkommen des Tieres √ľber Genanalysen nachweisen. Das teilte das Umweltministerium am Freitag mit. Erstmals sei das Weibchen im April 2020 nahe nahe des Bad Salzunger Ortsteils H√§mbach nachgewiesen worden. Sein Territorium erh√§lt die Bezeichnung "Tiefenort".
Erst Ende Januar Woche hatte das Ministerium dar√ľber informiert, dass im Wartburgkreis eine weitere W√∂lfin im Gebiet Zella/Rh√∂n sesshaft geworden sei. Sie befindet sich seit einem Jahr in Th√ľringen, streift aber durch ein etwas s√ľdlicher gelegenes Gebiet als ihre Artgenossin. Bei beiden soll es sich um eingewanderte Tiere aus Brandenburg handeln.
Quelle:https://www.mdr.de/thueringen/west-thueringen/wartburgkreis/zweiter-wolf-tiefenort-100.html


(11.02.2021, 14:08)
cajun:   Gehen wir heute mal in NRW spazieren. Das bev√∂lkerungsreichste Bundesland hat durchaus Fl√§chen, die von W√∂lfen besiedelt werden. Die bisher noch kurze Rudelchronik im Territorium Schermbeck beginnt im Jahre 2018 mit dem Nachweis einer W√∂lfin aus dem Rudel Schneverdingen (NDS, F√§he Rudel Gartow X R√ľde Herkunft unbekannt, die Nachkommen des Gartower Rudels tragen den seltenen Haplotyp HW02) Das Streifgebiet der eingewanderten W√∂lfin ist ungew√∂hnlich, da es auch Teile der gro√üen Ruhrgebietsst√§dte Oberhausen, Bottrop und rheinw√§rts Teile von Wesel, Dinslaken umfasst. Kerngebiet sind gro√üe Wald- und Nutzfl√§chen mit extensiver-/ hobbym√§√üiger Tierhaltung. Bald als ?Gloria von Wesel? geadelt, tauchte diese F√§he h√§ufiger in Kamerafallen auf, wurde durch Spazierg√§nger beobachtet und immer wieder bei Nutztierrissen nachgewiesen. Artensch√ľtzer appellierten heftig, im ausgewiesenen Wolfsgebiet zumindest den staatlich gef√∂rderten Grundschutz bei der Weidetierhaltung zu installieren. Man sprach bereits davon, die F√§he ?w√ľrde durch die leicht zu erbeutenden Nutztiere angef√ľttert?. Fest steht ?Gloria? hat Haustiere, neben Rehen, Rot- und Damwild relativ h√§ufig auf der Speisekarte. Es gab durchaus auch ?Surplus- Killings?. Unzureichend gesch√ľtzte Tiere, gerade von Hobbyhalten (z.B. Kamerunschafe), waren stets eine leicht verf√ľgbare Beute. ?Glorias? Abschuss wurde hei√ü diskutiert und quer durch alle Fraktionen bef√ľrwortet. Die letale Entnahme wurde allerdings vom zust√§ndigen Ministerium gestoppt. Im sp√§ten Jahr 2019 wurden zwei W√∂lfe von einem Grundst√ľck aus gefilmt, die auf dem angrenzenden Feld einen Rothirsch ?in die Zange nahmen?. Nun stellte sich die Frage, waren es ?Gloria? mit einem Partner oder zwei gebietsfremde Tiere. Ein intensiveres Monitoring erbrachte den genetischen Nachweis eines Wolfsr√ľden aus- jetzt kommt es- dem Rudel Schneverdingen (NDS). Ein Bruder (Jahrgang unklar) von ?Gloria? war zugewandert. Das Wolfsmonitoring √§nderte den Status des Territoriums nach angemessener Zeit von ?Residenter Einzelwolf? auf ?Wolfspaar?. Verpaarung mit nahen Verwandten ist bei W√∂lfen (s. Rudel Bergen) nichts Ungew√∂hnliches. Im Jahr 2020 lie√üen sich vorerst aber keine Welpen nachweisen.
Dann kam die offizielle Meldung: ?Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt, dass am Vormittag des 24.11.2020 in einem Waldgebiet in H√ľnxe drei W√∂lfe von einer Fotofalle fotografiert und gefilmt wurden. Betreut wird diese Fotofalle von zwei ehrenamtlich f√ľr das LANUV agierenden Wolfsberatern, die diesen Standort aufgrund ihrer sehr guten Kenntnisse vor Ort und des Fachwissens √ľber das Verhalten von W√∂lfen ausgew√§hlt haben. Mit diesen Aufnahmen wurden im Wolfsgebiet Schermbeck erstmals drei W√∂lfe gemeinsam nachgewiesen. Das Alter und Geschlecht der W√∂lfe lie√ü sich auf diesen Aufnahmen nicht erkennen. Am 05.12.2020 wurden in H√ľnxe zwei W√∂lfe beobachtet und gefilmt. Die Aufnahmen wurden von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) gepr√ľft. In diesem Fall stellte sich heraus, dass es sich bei dem zweiten Wolf um einen etwa 6 Monate alten Welpen handelt. Es ist daher mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich um einen Welpen der im Territorium vorkommenden W√∂lfe GW954f und GW1587m handelt. Es liegen dem LANUV allerdings keine Bildaufnahmen aus den Sommermonaten vor, auf denen ein Wolf als diesj√§hriger Welpe identifiziert werden konnte.?
Quelle: https://www.dbb-wolf.de/mehr/pressemitteilungen/details/nordrhein-westfalen-wolfsgebiet-schermbeck-bildnachweis-eines-welpen-rudel-im-wolfsgebiet-schermbeck
Damit hat NRW das zweite bestätigte Wolfsrudel 2020. Wie die Chronik weitergeht, wird das laufende Wolfsjahr zeigen. Auf das Konto des Rudels gehen aktuell zwei Risse von Shetlandponys. Die ?Opfer? sind nun ?namentlich bekannt?. Hoffen wir mal, das der Herdenschutz im Wolfsgebiet flächendeckend ritualisiert wird.

(29.01.2021, 18:17)
cajun:   Und auch NRW hat eine meldung. Um diese Jahreszeit wandern subadulte W√∂lfe, auf der Suche nach einem eigenen Territorium ab. Deswegen h√§ufen sich auch Meldungen aus Gebieten, die (noch) kein etabliertes Wolfsrudel haben.
Die unten identifizierte F√§he entstammt dem "ber√ľchtigten" Rodewalder Rudel (NDS). Dessen Vaterr√ľde zeichnet sich durch Geschick bei der Jagd auf gro√üe Huftiere aus. Leider unterscheidet er nicht zwischen Haus- und Wildtier. Gro√üen Wirbel verursachten Risse von Islandonys, Alapaka, F√§rsen/ Jungbullen und zuletzt 2020 von Hannoveraner J√§hrlingen auf der Weide. Er war laut Ministerium f√ľr eine gewisse Zeit zum Abschuss frei gegeben. Erlegt werden konnte er nicht. Mittlerweile ist der "Schie√übefehl" zur√ľck genommen worden. NRW hatte bereits eine residente F√§he in Schermbeck, dort etablierte sich 2020 ein Rudel. Mehr dazu demn√§chst in einer weiteren Rudelchronik.
"Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt einen Wolfsnachweis im M√§rkischen Kreis.
Am 28. November 2020 wurden auf einer Weide bei Balve vier Schafe von einem Wolf get√∂tet sowie ein Schaf verletzt. Anhand der DNA-Analyse durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen konnte das weibliche Wolfsindividuum GW1943f erstmalig nachgewiesen werden; es stammt aus dem Rudel Rodewald in Niedersachsen. Ob sich die W√∂lfin dauerhaft im Raum Balve ansiedeln wird oder weiterzieht, ist offen. Der Halter wurde √ľber das Ergebnis informiert; er kann bei der Bezirksregierung Arnsberg eine Entsch√§digung beantragen."
https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-01-26
(28.01.2021, 16:18)
cajun:   Auch hier werden die Sichtungen h√§ufiger. Erneuter Nachweis eines Goldschakals in der Schweiz:
"Goldschakal erstmals im Jura nachgewiesen
Dienstag, 26. Januar 2021 16:00
,Ein Goldschakal ist in der Nähe des Col du Marchairuz VD fotografiert worden. Damit ist das hundeartige Raubtier nach Angaben der Stiftung Kora und des Kantons Waadt zum ersten Mal im Jura nachgewiesen worden.
Das Tier tappte in der Nacht vom 4. auf den 5. Januar in eine Fotofalle, die f√ľr das von der Stiftung Kora und dem Kanton Waadt durchgef√ľhrte Luchsmonitoring aufgestellt wurde. ¬ęDas Vorkommen des Goldschakals ist ein Novum im Juramassiv¬Ľ, best√§tigte Laurence Jobin, Sprecherin des Waadtl√§nder Umweltdepartements, am Montag eine Meldung der Tageszeitung ¬ę24 Heures¬Ľ.
In der Waadt war der Goldschakal bislang im vergangenen Juni in der Region Morcles gesichtet worden. ¬ęDies ist eine nat√ľrliche und allm√§hliche Ausbreitung der Art aus Osteuropa¬Ľ, sagte Fr√©d√©ric Hoffmann, Leiter der Abteilung Jagd, Fischerei und Wildhut.
Der Goldschakal ist nicht die einzige Tierart, die sich am selben Ort im Waadtl√§nder Jura hat portr√§tieren lassen: Neben Bildern von Luchsen gab es zahlreiche Schnappsch√ľsse der heimischen Tierwelt. Der Fuchs war auf der √ľberwiegenden Mehrheit der Bilder zu finden. Auch der Wolf wird seit der Etablierung des ersten Rudels in der Region 2019 immer √∂fter fotografiert.
In der Schweiz wurde der Goldschakal erstmals 2011 gesichtet. Die Art besitzt ein riesiges Verbreitungsgebiet von S√ľdost- √ľber Zentralasien und die Arabische Halbinsel bis S√ľd- und Osteuropa. Von dort breitet sich der Goldschakal nach Norden und Westen aus."
Quelle: https://www.tierwelt.ch/news/wildtiere/goldschakal-erstmals-im-jura-nachgewiesen
(28.01.2021, 15:56)
cajun:   Und auch Niedersachesn hat wieder seinen "auff√§lligen Wolf". Ein Welpe *2020 war anscheinend auf Erkundungstour.
"Bei dem Tier, das am 22.12.2020 mehrfach in Nordhorn gesichtet wurde, handelt es sich nach den nun vorliegenden Ergebnissen der genetischen Untersuchung durch das Senckenberg-Institut um einen Jungwolf aus dem im Jahr 2020 neu etablierten Rudel Nordhorns. Es ist der f√ľnfte genetisch bekannte Welpe aus dem letzten Jahr, dem ersten Wurf des Rudels.
Der Wolf hatte auch deswegen f√ľr Aufsehen gesorgt, weil er sich in einem umz√§unten Garten aufgehalten hatte, der direkt neben einem Wohnhaus liegt. Als das Tier Schwierigkeiten hatte, wieder herauszufinden, geriet es in Panik, verletzte sich bei der √úberwindung des Zaunes und zog sich in dann den in den Wald zur√ľck."
Quelle: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/in-nordhorn-gesichteter-wolf-genetisch-nachgewiesen-196457.html

(28.01.2021, 15:47)
cajun:   Bei einer so dynamischen Entwicklung, wie bei den deutschen W√∂lfen, wird ein zuvor abgebenes Posting schnell √ľberholt. Neuigkeiten aus Th√ľringen!
"In Th√ľringen ist eine weitere W√∂lfin sesshaft geworden. Experten haben Spuren des Tiers √ľber einen Zeitraum von etwa einem Jahr im Wartburgkreis nachweisen k√∂nnen, wie das Umweltministerium mitteilte. Daher stufe das beim Ministerium angesiedelte Kompetenzzentrum Wolf/Biber/Luchs die W√∂lfin, die sich im Gebiet um Zella/Rh√∂n aufhalte, nun als standorttreu ein.
Die Fähe stamme aus dem Wolfsrudel "Göritz/Klepzig" in Brandenburg und sei bereits im Februar 2020 bei Weilar im Wartburgkreis nachgewiesen worden. Die Spuren waren an einem gerissenen Tier gefunden worden, wie es hieß. Über einen weiteren Rissabstrich an einem Wildtierkadaver in diesem Jahr sei nun der zweite genetische Nachweis bei Kaltensundheim (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) erbracht worden. "
Quelle: https://www.otz.de/leben/natur-umwelt/weiterer-wolf-in-thueringen-heimisch-geworden-id231416957.html?utm_source=Facebook&utm_medium=Social&utm_campaign=share
Man beachte, dass W√∂lfe, selbst in unserer sehr dicht besiedelten Landschaft fast unbemerkt ansiedeln/ ausbreiten, wenn sie nicht durch Haustierrisse auffallen. Damit gibt es nun zwei best√§tigte Territorien in Th√ľringen.
(28.01.2021, 15:42)
cajun:   Also weiter im Text mit den Familiengeschichten der deutschen Woflsrudel. Schauen wir dazu mal nach Th√ľringen.
Dieses Bundesland hat derzeit erst ein Wolfsrudel. Dessen Chronik beginnt im Jahre 2014. Eine W√∂lfin aus dem ehemaligen Rudel Spremberg (Brandenburg), wanderte auf den Truppen√ľbungsplatz Ohrdruf (Landkreis Gotha) und etablierte dort ein Territorium. Ein Wolfsr√ľde blieb aus. Die W√∂lfin vergriff sich h√§ufiger an ungesch√ľtzten Nutztieren, da der T√úP und dessen Umgebung von gro√üen Schaf- und Ziegenherden aus Naturschutzgr√ľnden beweidet wird. Auch in der sog. ?Th√ľringeti? fielen ihr mutma√ülich Fohlen oder K√§lber zum Opfer. Vermutlich mangels eines Paarungspartners, kam es 2017 zu einem Techtelmechtel mit einem Haushund (ein Labrador scheint wahrscheinlich). Offensichtlich wurde das Ganze, als auf Fotofallenaufnahmen sechs schwarze Jungtiere im Gefolge der W√∂lfin entdeckt wurden. Die DBWW empfahl die Entnahme der Jungtiere zum Schutz der deutschen Wolfspopulation vor Hybridisierung. Zu Beginn wurde versucht die Jungtiere mit Lebendfallen einzufangen. Der B√§renpark Worbis hatte sich bereit erkl√§rt, den Wurf aufzunehmen. Erfahrungen aus dem Jahre 2004 in Sachsen zeigten allerdings, dass die damals in Neust√§dter Revier geborenen Hybride nicht ?gehegetauglich? waren. Mit Skepsis wurde die Aktion verfolgt, die auch keinen Erfolg hatte. Im Winter 2018 begann man die Hybridw√∂lfe legal abzuschie√üen, um eine Abwanderung zu verhindern. Man erwischte alle, bis auf einen, der sich 2019 mit der Ohrdrufer F√§he, seiner Mutter, verpaarte. Kurz darauf wurde auch er abgeschossen. Im Jahre 2019 gab es daher einen neuen Hybridwurf von f√ľnf Jungtieren. Im gleichen Jahr wurde erstmals ein Wolfsr√ľde auf dem T√úP nachgewiesen. Die Wolf- /Hund- Mischlinge sollten erst wieder lebend gefangen werden. Aber die Geschichte wiederholte sich. Stand 2021 sind alle bis auf einen wildfarbenen Nachkommen geschossen worden. Im Jahre 2020 warf die W√∂lfin erstmals reinen Wolfsnachwuchs. Identifiziert wurden gesamt vier Welpen, davon zwei Weibchen. Der zugewanderte Wolfsr√ľde hatte sich mit der F√§he verpaart und wird seither best√§ndig nachgewiesen. Auch wenn die Ohrdrufer F√§he langsam in die Jahre kommt, kann sie ggf. noch ein oder zwei W√ľrfe aufziehen. Sie ist ein bemerkenswertes Individuum und ein erfolgreiches Muttertier.
(24.01.2021, 13:42)
cajun:   Es gibt einen neuen Artikel zur Ausbreitung des Goldschakals in Deutschland. Anscheinend wird angestrebt "irgendwann mal" das Monitoring dieser- √§hnlich wie bei den W√∂lfen- von selbst einwandernden Art, an das bestehende Wolfsmonitoring zu koppeln. Allerdings sind die W√∂lfe R√ľckkehrer, die Schakale gelten als "Neub√ľrger". Genetisch ist man allerdings erst bei der Aufschl√ľsselung des Geschlechtes der Tiere, von denen die Proben stammen. Herkunft, Abstammung, Wanderverhalten, all das ist genetisch noch nicht verfolgbar.
Aber lest selbst:
?Im Wurzacher Ried im Kreis Ravensburg f√ľhlt sich der Goldschakal offenbar schon heimisch. Im Mai 2020 gelang es einem Ornithologen erstmals, das Tier zu fotografieren. Seitdem l√§uft der Schakal bei seinen Streifz√ľgen durch das Moorgebiet immer wieder vor die eigens f√ľr ihn aufgestellten Fotofallen. Auch im Nationalpark Hainich in Th√ľringen und im Landkreis Vogelsberg in Hessen wurden einzelne Goldschakale √ľber l√§ngere Zeitr√§ume hinweg immer wieder gesichtet. Dabei ist Canis aureus eigentlich in w√§rmeren Gefilden beheimatet: auf dem Balkan, im Nahen Osten, in Indien und S√ľdasien. Nun breitet sich das scheue Raubtier jedoch immer weiter nach Norden aus. √úber die genauen Gr√ľnde k√∂nnen √Ėkologen bisher nur Vermutungen aufstellen.
?Deutschland ist eines der L√§nder, die aktuell an der Front des Ausbreitungsgeschehens zu stehen scheinen?, sagt J√∂rg Tillmann vom DBU Naturerbe, einer gemeinn√ľtzigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Seit 1997 habe es drei√üig eindeutige Nachweise von Goldschakalen in Deutschland gegeben, neun davon allein im vergangenen Jahr. Wie viele der Wildhunde aktuell in Deutschland leben oder auf der Durchreise sind, l√§sst sich nicht genau sagen. Die Zahl der Goldschakale in Europa insgesamt wird auf 70.000 bis 117.000 Tiere gesch√§tzt.F√ľr Laien ist der Goldschakal auf den ersten Blick nicht leicht als solcher zu erkennen. Mit einer Schulterh√∂he von 44 bis 50 Zentimetern wird er etwas gr√∂√üer als ein Fuchs. Seine Rute ist im Vergleich zum K√∂rper jedoch deutlich k√ľrzer. Charakteristisch f√ľr den Goldschakal ist au√üerdem das namengebende gelblich-graue Fell. Damit erinnert er mitunter sogar an einen Wolf, auch wenn er l√§ngst nicht an dessen K√∂rperma√üe heranreicht.
In den 1960er Jahren wurden auf dem Balkan sowohl der Goldschakal als auch der Wolf gezielt verfolgt und mit Giftk√∂dern get√∂tet. Au√üerdem verlor er in S√ľd- und Osteuropa weite Teile seines Lebensraums, unter anderem infolge der immer intensiveren Landnutzung durch den Menschen. In gro√üen Gebieten war er daraufhin ganz ausgestorben. Erst durch Schutzma√ünahmen und ein Verbot von Giftk√∂dern erholte sich die Population wieder. ?Mittlerweile geht es dem Goldschakal in den Balkan-Staaten wieder sehr gut?, sagt Tillmann. ?Diese Populationserholung ist wahrscheinlich ein Hauptgrund daf√ľr, dass sich der Goldschakal weiter ausbreiten kann.?Auch der zeitweilige R√ľckgang des Wolfs k√∂nnte dazu beigetragen haben, dass der Goldschakal in neue Gebiete vordringen konnte. ?Dadurch, dass der Wolf in manchen Gebieten ausgerottet war, ist Platz f√ľr kleinere Beutegreifer entstanden?, sagt die Wildtier√∂kologin Jennifer Hatlauf, die an der Universit√§t f√ľr Bodenkultur Wien ein Forschungsprojekt zu Goldschakalen leitet. Jetzt, da sich beide Arten vermehrt ausbreiten, sei es interessant zu beobachten, wie sich Wolf und Goldschakal in Zukunft ihren Lebensraum teilen werden. ?In Kerngebieten von Wolfsrudeln werden sich kaum Goldschakale ansiedeln?, sagt Hatlauf. ?In Randgebieten kann aber durchaus eine gemeinsame Nutzung des Lebensraums vorkommen.?
Viele √Ėkologen sehen auch in der Klimaerw√§rmung einen Faktor f√ľr die Ausbreitung der Tierart. Der Wildhund meidet normalerweise Regionen, die im Winter mit einer hohen Schneedecke bedeckt sind. ?Der Goldschakal bevorzugt schneearme Winter und warme Sommer?, sagt J√∂rg Tillmann. Insofern profitiere er durchaus vom Klimawandel. In den letzten Jahren h√§tten au√üerdem zeitweilige √úberflutungen und D√ľrren auf dem Balkan Wanderbewegungen ausgel√∂st. Andere Forscher sehen das skeptisch. ?Der Goldschakal wurde auch schon in Skandinavien nachgewiesen. Das zeigt, dass er genauso gut unter extremen Bedingungen existieren kann?, sagt Felix B√∂cker von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W√ľrttemberg. Eher vorstellbar sei, dass grunds√§tzliche Ver√§nderungen in der Nutzung der Kulturlandschaft zu einer Ausbreitung des Goldschakals beitragen.Die aktuelle Ausbreitungsdynamik spreche jedenfalls daf√ľr, dass der Goldschakal sich in einigen Regionen Deutschlands inzwischen heimisch f√ľhle, sagt J√∂rg Tillmann: ?Dementsprechend ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Reproduktionsnachweis f√ľr Deutschland erbracht wird.? Sobald nachgewiesen werde, dass Goldschakale in Deutschland ihre Jungen gro√üziehen, empfehle sich ein gezieltes Monitoring der Population. Es sei zum Beispiel sinnvoll, erste sesshafte Tiere direkt mit Sendern zu versehen, um zu untersuchen, in welchem Gebiet sie sich bewegen.
?Wir wissen bisher nur wenig √ľber den Goldschakal?, sagt B√∂cker. Die Forscher k√∂nnen deshalb auch nur Vermutungen anstellen, welche Folgen ein Anstieg der Goldschakal-Dichte in Deutschland mit sich bringen k√∂nnte. Untersuchungen in Bulgarien haben gezeigt, dass in Gebieten mit Goldschakalen die Zahl der F√ľchse leicht abnimmt. ?Ein einzelner Goldschakal wird darauf keinen Einfluss haben?, sagt B√∂cker. Im Moment k√∂nne man nur spekulieren, wie gro√ü der tats√§chliche Einfluss dieser Tierart auf das √Ėkosystem in Zukunft sein werde.
Anders als beim Wolf gebe es f√ľr den Goldschakal in Deutschland noch keinen genetischen Stammbaum, sagt B√∂cker. ?Wir wissen zum Beispiel nicht, wo der Schakal in Ravensburg herkam.? Anhand einer Kotprobe konnte B√∂cker immerhin das Geschlecht des Tiers herausfinden. Mit dem blo√üen Auge sei der Kot von Goldschakalen und F√ľchsen kaum zu unterscheiden, sagt B√∂cker. Deshalb war er mit einer speziell ausgebildeten H√ľndin unterwegs, die darauf trainiert ist, die Losung von W√∂lfen, Goldschakalen und Luchsen zu erkennen. Eine genetische Untersuchung der Kotprobe zeigte, dass es sich bei dem Goldschakal in Ravensburg um einen R√ľden handelte.
Die Arbeit mit Sp√ľrhunden ist noch eine eher neue Methode, um mehr √ľber Goldschakale zu lernen. Wichtig sind f√ľr die Forscher dar√ľber hinaus vor allem Fotofallenbilder und Hinweise aus der Bev√∂lkerung. ?J√§ger und J√§gerinnen zum Beispiel, die viel drau√üen sind und dabei auf Hinweise sto√üen, k√∂nnen sich bei uns melden?, sagt B√∂cker. Auch Tillmann hofft darauf, den Goldschakal in Deutschland noch bekannter zu machen, damit er von Menschen, die viel in der Natur unterwegs sind, erkannt wird. Sp√§ter k√∂nne der Goldschakal dann beispielsweise im Rahmen des Wolfs-Monitorings mit√ľberwacht werden.
Es sei sehr spannend, die Diskussionen zu verfolgen, ob der Goldschakal Platz in unserer Kulturlandschaft habe, sagt Jennifer Hatlauf. Dass seine Ausbreitung in der √Ėffentlichkeit √§hnlich kritisch aufgenommen werden k√∂nnte wie bei seinem gro√üen Verwandten, sieht die Schakal-Forscherin bisher nicht ? unter anderem, weil der Goldschakal nur etwa ein Drittel so gro√ü wie der Wolf sei. Und auch wenn im Sommer ein Goldschakal in Nordrhein-Westfalen durch Schafsrisse f√ľr Schlagzeilen sorgte, gr√∂√üere √úbergriffe wie beim Wolf seien nicht zu bef√ľrchten, versichert J√∂rg Tillmann. Auch an gr√∂√üere Nutztiere traue sich der Goldschakal mit seinen maximal f√ľnfzehn Kilogramm K√∂rpergewicht nicht heran.
√Ėkologen wird die Art trotzdem noch eine Weile besch√§ftigen: ?Beim Goldschakal ist es gerade eine der wenigen Situationen, in denen der Mensch mitbekommt, wie eine Tierart sich weiter ausbreitet und an Ver√§nderungen anpasst?, sagt Felix B√∂cker. Auch wenn Goldschakale bisher noch nicht in Deutschland vorgekommen seien, mit einer durch den Menschen eingef√ľhrten Art wie dem Waschb√§ren d√ľrfe er nicht verwechselt werden. Der Goldschakal breitet sich auf nat√ľrlichem Wege aus. Umso interessanter die Frage, wo er sich hierzulande dauerhaft niederlassen wird.?
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/goldschakale-in-deutschland-gesichtet-17147295.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2


(21.01.2021, 11:05)
cajun:   @Manuel Hoefs: War ja eher scherzhaft gemeint. :)

Ich bin immer fasziniert, wie gut die R√ľckkehr der W√∂lfe durch ein umfassendes Monitoring begleitet wird. Der neue, deutsche Wolfsbestand gilt als eine der am gr√ľndlichsten erforschten Wildtierpopulationen. Gerade das Gebiet um die L√ľneburger Heide ist mittlerweile dicht besiedelt.
Seit 2012 hat die Landesj√§gerschaft das Wolfsmonitoring in NDS √ľbernommen. Aufgrund von Beobachtungen, Fotofallennachweisen und genetischen Beprobungen, erz√§hlen die j√§hrlichen Berichte und Publikationen spannende Geschichten rund um die Ausbreitung W√∂lfe.
Eine der interessantesten Wolfsgeschichten in Niedersachsen, ergibt sich aus der Chronik des heutigen Rudels Eschede/ Rheinmetall. Sie zeigt nicht nur, wie dynamisch sich die schnell anwachsende Wolfspopulation in NDS entwickelt hat, sondern auch wie Wolfsrudel entstehen und sich Territorien verschieben.
Im Jahre 2013 etablierten sich zwei Wolfspaare im Raum Unterl√ľ√ü. Einmal ein Geschwisterpaar aus Brandenburg (Rudel Lehnin) bei Eschede und auf dem Schie√üplatz Rheinmetall ein R√ľde (Rudel Gl√ľcksburger Heide), sowie eine F√§he (Rudel Altengrabow), beide aus Sachsen- Anhalt zugewandert.
Beide Paare reproduzierten im Jahre 2014 erstmalig. Das Rudel Rheinmetall allerdings nur dieses eine Mal. Ab 2015 war dieses Rudel nicht mehr pr√§sent. Einzig ein weiblicher Nachkomme der Verpaarung war genetisch nachweisbar. Diese F√§he wanderte 2016 ab und etablierte zusammen mit einem R√ľden, ein Nachkomme des Rudels Cuxhaven,NDS, das Territorium Ebstorf, und reproduziert dort von 2017 bis heute, mittlerweile mit dem 3. R√ľden. Die Welpen Zahl seither betr√§gt mindestens 15.
Von 2015 bis 2017 reproduzierte die F√§he des Rudels Eschede j√§hrlich, allerdings auch mit zwei unterschiedlichen R√ľden. Der alte Lehniner R√ľde wurde nicht mehr nachgewiesen. Der zweite R√ľde konnte genetisch nicht identifiziert werden, der Dritte war aus Brandenburg (Rudel Babben) zugewandert. Bei dieser Verpaarung ist es bis heute geblieben. In dieser Kontellation verschob sich das Rudelterritorium 2017 auf den Schie√üplatz Rheinmetall. Seit 2014 hat die F√§he mindestens 34 Welpen geboren.

(16.01.2021, 16:33)
Manuel Hoefs:   @cajun:
danke f√ľr dein Text √ľber die W√∂lfe in meiner Region. "Kurti" hat hier nat√ľrlich gro√üe Wellen geschlagen, als er die Frau mit Kinderwagen verfolgt hat etc. Seit dem ist es hier bez√ľglich Wolfssichtungen auch tats√§chlich viel ruhiger geworden. Nur noch vereinzelte Sichtungen an Randgebieten sind zu verzeichnen. Und dadurch, dass ich auch kein Soldat bin, habe ich leider keinerlei M√∂glichkeiten, auf dem gesperrten Teil des Platzes Sichtungen zu t√§tigen.
(16.01.2021, 16:14)
cajun:   @Manuel Hoefs: Das ist der Thread auf den Liz anspielte. Da du Munster als Wohnort angegeben hast, befindest du dich in der N√§he des Territoriums auf dem gleichnamigen Truppen√ľbungsplatz.
Zur Historie des dort ansässigen Wolfsvorkommens, soweit bekannt:
Das Munster Rudel war die erste Ansiedlung einer Wolfsfamilie in Niedersachsen seit Ausrottung des Wolfes dort. Eine F√§he aus Sachsen (Rudel Nochten) wanderte 2012 ein und etablierte ein Territorium. Nach Zuwanderung eines Wolfsr√ľden, ebenfalls aus Sachsen (Rudel Neustadt) reproduzierte das Paar j√§hrlich.
Innerhalb des Rudels gab es 2014 einen Wechsel des Muttertieres. Eine Tochter des Paares verpaarte sich mit ihrem Vater. Die Nochtener F√§he war nicht mehr nachweisbar. Der erste Wurf der Beiden fiel sehr √∂ffentlichkeitswirksam durch Nahkontakte zu Menschen auf, Besonders zwei R√ľden folgten immer wieder Spazierg√§ngern, bettelten Autos an und zeigten wenig scheu. Das Verhalten war nicht erkl√§rbar. Hypothese ist hier, dass Soldaten auf dem TP√ú die Wolswelpen angef√ľttert haben. Das lie√ü sich, auf ins Netz gestellten Videos nachvollziehen. Beide R√ľden wanderten im Hebst des Jahres ab. Dabei sorgten sie in den Niederlanden und Norddeutschland f√ľr spektakul√§re Bilder, da sie- ohne gro√üe Scheu- tags√ľber durch Ortschaften liefen etc. Einer der beiden wurde Opfer des Stra√üenverkehrs. der andere, sp√§ter "Kurti" genannt, kehrte in elterliche Territoruium zur√ľck, wo er sich an der Welpenaufzucht des neuen Jahrgangs beteiligte. Aus dem Rudel wurden daraufhin zwei Tiere (er selbst und eine Wurfschwester) besendert. Er zeigte in der Zeit danach ganz normales Wolsverhalten. Im Herbst des Jahres aber folgte er u.A. einer Frau mit Kinderwagen und einem angeleinten Hund, ohne sich vertreiben zu lassen. Weiterhin griff er einen anderen Hund, der an der Leine von Spazierg√§ngern ausgef√ľhrt wurde, an. Das zust√§ndige Ministerium erteilte daraufhin einen Erlass zur "letalen Entnahme". Die besenderte Schwester blieb un√§uff√§llig und wurde bei innerartlichen Revierk√§mpfen get√∂tet. Dieser Fund lenkte den Blick auf einen Rudelwechsel auf dem T√úP. Ein neues Paar hatte sich gefunden und etablierte sein Territorium (genannt Bispingen) nebem dem Munster Rudel. Ein R√ľde aus Sachsen Anhalt (Rudel Gl√ľcksburger Heide) und eine F√§he unbekannter Herkunft reproduzierten hier 2017 das erste Mal (6 Welpen) . Die F√§he wurde, noch laktierend, Opfer eines Verkehrsunfalls. Das alte Munster Rudel hatte 2016 das letzte mal Nachwuchs. Seither sind die Elterntiere verschollen. Nach 2018 ist die Lage unklar. Eine F√§he wurde zwar genetisch identifiziert, aber es gelangen keine Individualisierung und keine Nachweise einer Reproduktion. Nachwievor gibt es es W√∂lfe im Territorium. F√ľr das laufende Wolfsjahr besteht der Nachweis einer laktierenden F√§he und von 4 Welpen.
Vielleicht kannst du ja Licht ins Dunkel bringen :-)
(15.01.2021, 17:16)
Sacha:   Dann zielen unsere Gedanken und Absichten in die gleiche Richtung. Natur- und Artenschutz funktioniert auf Dauer nur, wenn man die lokale Bev√∂lkerung bzw. die Betroffenen miteinbezieht/ernst nimmt und diese wenn nicht profitiert, so wenigstens nicht verliert/drauflegt. Da muss man eben auch √úberzeugungsarbeit leisten und nicht einfach hochn√§sig √ľber die K√∂pfe der kleinen Leute entscheiden. Erkannte u. a. auch schon lange Bernhard Grzimek und hat man z.B. auch bei einigen (geplanten) Naturschutzprojekten in der Schweiz erkannt (Stichwort direkte Demokratie √ľber Abstimmungen). Aber das hatten wir ja schon in einem anderen Thread...
(12.01.2021, 20:58)
cajun:   @Sasha: Genau das war meine Intention. Es ist m√∂glich, mit Ma√ünahmen, die darauf abgestimmt werden. Habe ich verstanden und da sind wir gleicher Ansicht. Allerdings betriftt es nicht nur die "Holl√§nder", sondern eben auch alle anderen europ√§ischen Gebiete. Vor allem die, die durch den Wolf neu besiedelt werden. Darauf zielte mein Posting. HWC durch gro√üe Beutegreifer ist pl√∂tzlich wieder
aktuell. Und die Menschen stehen hier einem Tier gegen√ľber, das anders als Biber oder Reh, an einer anderen Stelle der Nahrungskette eingeordnet ist.
Es hat sich gezeigt, dass es sehr wichtig ist, hier von Beginn an die, trotz allem bestehenden √Ąngste und Vorurteile, der betroffenen Landwirte, Sch√§fer, J√§ger etc. ernst zu nehmen.
In weiten Teilen der Bev√∂lkerung wird die R√ľckkehr des Wolfes zwar begr√ľ√üt. Die jenigen, die direkt mit den nat√ľrlichen Auswirkungen (z.B. Haustierisse, Nahbegegnungen, √Ąnderung der Wilddichte) der Wiederbesiedlung zu tun bekommen, sind da skeptischer. Genau die gilt es "wissenschaftlich ins Boot zuholen". Und da ist noch eine Menge Arbeit zu leisten, wie man sieht.
Kleiner Einschub dazu. Rissvorf√§lle in etablierten Wolfsgebeiten betreffen zunehmend nicht mehr die profesionellen, sondern eher die Hobbyhalter. Die sch√ľtzen ihre Tiere, trotz F√∂rderangeboten, eher nicht.
Nachdem in NRW nun das zweite Mal ein Shetlandpony auf der Weide (ohne jegliche Schutzmaßnahmen!) gerissen wurde, bin ich gespannt, wie die Bevölkerung reagiert. Es gibt nun nämlich "Opfer mit Namen"... ;-) erste polemische Reaktionen gingen bereits von Lokalpolitikern aus...
(12.01.2021, 12:52)
Sacha:   @cajun: Ich glaube, ich habe hier Deine Einleitung bzw. Deine Reaktion auf meine ironische-humoristische Bemerkung nicht ganz kapiert. Nat√ľrlich bringt die R√ľckkehr des Wolfes Probleme mit sich. Aber dass deswegen die Weidehaltung von K√ľhen per se nicht mehr m√∂glich sein soll, ist Quatsch (und das best√§tigen ja auch Teile aus Deinem letzten Post).
(11.01.2021, 20:49)
cajun:   @Sasha: Das wir uns bei dieser Wiederbesiedlung von (Kultur-) Landschaften durch den Wolf alle an die eigene Nase fassen m√ľssen, zeigt nicht nur die aktuelle Todfundstatistik 2020 f√ľr Deutschland:

https://www.dbb-wolf.de/totfunde/karte

Immerhin neun illegale Absch√ľsse 2020.
Neben den verheerenden Verlusten im Straßenverkehr fast die zweithäufigsdte Todesursache.

Auch die Eidgenossen haben so ihr Thema mit der R√ľckkehr der Gro√üraubtiere , wie man immer wieder liest

Bilanz 2020: Neun Wolfrudel in der Schweiz
News vom 30.12.2020
Im biologischen Jahr 2019/20 (1. Mai 2019 bis 30. April 2020) gab es in der Schweiz mindestens sechs reproduzierende Wolfsrudel, bei drei weiteren war der Status unklar. Im laufenden biologischen Jahr 2020/21 (1. Mai 2020 bis 30. April 2021) k√∂nnen aktuell mindestens neun Rudel best√§tigt werden, zus√§tzlich ist in einem weiteren Gebiet der Status unklar (Val d'Entremont und angrenzende Gebiete). Drei ehemalige Rudel d√ľrften mittlerweile definitiv nicht mehr existieren, obwohl noch einzelne W√∂lfe im Gebiet sind (Augstbord/VS, Calanda/GR/SG und Valle Morobbia/TI). Somit leben in der Schweiz nach aktuellem Wissensstand mindestens neun Wolfsrudel, die sich fortgepflanzt haben. F√ľnf reproduzierende Rudel gibt es in Graub√ľnden, zwei im Kanton Wallis und je eines im Kanton Waadt und Glarus. Als Rudel gelten grunds√§tzlich territoriale Wolfsvorkommen mit drei oder mehr vergesellschafteten Tieren und mit beiden Geschlechtern. Daher k√∂nnte auch die Wolfspr√§senz im Val d'Entremont als Rudel definiert werden, da diese Definition dort erf√ľllt ist, auch wenn es keinen Nachweis f√ľr eine Reproduktion gibt.
Quelle: https://www.gruppe-wolf.ch/Wolfsnews/Bilanz-2020%253A-Neun-Wolfrudel-in-der-Schweiz.htm
Gantrisch-Wölfin: Herdenschutz ist die beste Vergrämung
News vom 25.12.2020
Fakten zur Wolfspräsenz:
Seit Anfang Oktober 2020 h√§lt sich ein weiblicher Wolf im Gebiet n√∂rdlich der Gantrischkette im Kanton Bern zwischen G√ľrbe- und Sensetal auf. Das Tier wurde genetisch bestimmt und wird als F78 bezeichnet. Diese W√∂lfin wurde zuvor noch nie in der Schweiz nachgewiesen. Sie d√ľrfte somit von Frankreich oder Italien zugewandert sein und nicht aus einem Schweizer Rudel stammen. Hinweise auf einen zweiten Wolf im Gebiet gibt es nicht. Es handelt sich folglich um eine einzelg√§ngerische, j√ľngere Einzelw√∂lfin, die mindestens 1,5 Jahre alt ist. Wandert in den n√§chsten Wochen ein R√ľde ins Gebiet ein, ist eine Paar- und Rudelbildung 2021 nicht g√§nzlich ausgeschlossen. Dass die W√∂lfin weiter zieht, ist aber ebenfalls denkbar. Viele verschiedene Erfahrungen mit Einzelw√∂lfen in der Schweiz zeigen, dass diese rasch weiter ziehen k√∂nnen, sobald ungesch√ľtztes Kleinvieh als leichteste Beute fehlt, selbst wenn sie sich zuvor √ľber mehrere Wochen bis Monate station√§r in einem Gebiet aufgehalten haben. Ob sich die W√∂lfin F78 dauerhaft im Gebiet etabliert, kann damit als offen gelten.
Fakten zum Verhalten und den Rissen der Wölfin:
In dem die W√∂lfin ungesch√ľtzte, leicht zu erbeutende Nutztiere reisst, zeigt sie artgerechtes Verhalten. Denn Paarhufer, zu denen auch die meisten Nutztiere geh√∂ren, stellen grunds√§tzlich die nat√ľrliche Beute von W√∂lfen dar. Stand heute, erfolgten seit Anfang Oktober 23 Angriffe auf Schafherden, wobei √ľber 30 Tiere gerissen wurden. Dies entspricht einer Frequenz von ca. zwei Angriffen pro Woche, was einer nat√ľrlichen Jagdh√§ufigkeit entspricht - so oft pro Woche machen W√∂lfen normalerweise Beute. Die Risse traten in einem Gebiet von rund 200 km2 auf, was einer durchschnittlichen Gr√∂sse eines Wolfsterritoriums entspricht. Die W√∂lfin scheut offenbar die N√§he zu Siedlungen nicht. Die Tatsache, dass es nur eine Handvoll Sichtungen gibt und die Vergr√§mung trotz regelm√§ssiger Versuche nicht gelingt, belegt aber, dass sie Begegnungen mit Menschen meidet. Auch wenn die Angriffe auf Nutztiere nat√ľrlich nicht dem entsprechen, was wir Menschen uns von W√∂lfen w√ľnschen, so zeigt die W√∂lfin F78 dennoch ein v√∂llig normales und artgerechtes Verhalten eines gesunden Wolfes.
Fakten zur Rechtslage:
W√∂lfe k√∂nnen nach dem g√ľltigen, vom Volk am 27. September 2020 best√§tigten eidgen√∂ssischen Jagdgesetz abgeschossen werden, wenn sie grosse Sch√§den anrichten. Auch die Berner Bev√∂lkerung best√§tigte in dieser Abstimmung das heutige Jagdgesetz. Die Kriterien f√ľr Absch√ľsse sind in Art. 4 und 9 der eidgen√∂ssischen Jagdverordnung geregelt, wobei bei Einzelw√∂lfen der Art. 9 zur Anwendung kommt. Es gilt zusammengefasst folgendes:
Einzelw√∂lfe k√∂nnen abgeschossen werden, wenn sie 25 Nutztiere in einem oder 35 Nutztiere in vier Monaten t√∂ten. Wenn in einem Gebiet bereits in fr√ľheren Jahren Sch√§den auftraten, reduziert sich die Zahl der Risse auf 15, wobei in diesem Fall aber nur noch get√∂tete Tiere gez√§hlt werden d√ľrfen, die trotz zumutbarem Herdenschutz gem√§ss Jagdverordnung gerissen wurden.
Welches die Gebiete sind, in denen schon in fr√ľheren Jahren Sch√§den aufgetreten sind, ist im eidgen√∂ssischen Wolfskonzept im Anhang 3 definiert. Der Fall der W√∂lfin F78 ist insofern komplex, als dass ihr Streifgebiet sowohl Gebiete umfasst, die bereits als Gebiete mit fr√ľherer Wolfspr√§senz ausgeschieden sind, als auch solche ausserhalb dieser Zone. Somit kommen bei der Anrechenbarkeit der Risse verschiedene Kriterien zur Anwendung: Der n√∂rdlichen Teil ihres Streifgebietes gilt noch nicht als Gebiet mit fr√ľherer Wolfspr√§senz, womit dort alle Risse anrechenbar f√ľr eine Abschussbewilligung anrechenbar sind. Bei den Rissen im s√ľdlichen Teil sind hingegen nur solche in zumutbar gesch√ľtzten Situationen anrechenbar. Fast alle Nutztiere wurden in ungesch√ľtzten Situationen gerissen.
Von den bisher 23 Angriffen durch die W√∂lfin fanden nach Einsch√§tzung der GWS insgesamt zehn in Gebieten mit bereits fr√ľherer Wolfspr√§senz gem√§ss Anhang 3 des Wolfskonzeptes statt. Aufgrund des wahrscheinlich fehlenden Herdenschutzes resultieren daraus kaum anrechenbare Risse, allenfalls gar keine. Im n√∂rdlichen Teil sind hingegen dieses Jahr noch alle Risse anrechenbar, wobei die dort geltende Schwelle von 25 Rissen in einem Monat oder 35 in vier jedoch deutlich nicht erreicht wird. Damit kann keine Abschussbewilligung erteilt werden. Es muss zudem darauf hingewiesen werden, dass die Liste der Wolfspr√§senzgebiete j√§hrlich angepasst wird und bei der n√§chsten √úberarbeitung 2021 die n√∂rdlichen Teile des Streifgebietes von F78 ebenfalls dem Pr√§senzgebiet zugeschlagen wird. Damit k√∂nnen Risse an ungesch√ľtzten Nutztieren dort ab kommendem Jahr ebenfalls nicht mehr angerechnet werden. Ohne Folgen bleibt dies f√ľr die Entsch√§digungen. Diese werden gem√§ss g√ľltigem Jagdgesetz unabh√§ngig vom Herdenschutz immer ausbezahlt.
Wir verweisen ferner auf die Ausf√ľhrungen der Mitteilung vom 7. November 2020, die unver√§ndert immer noch G√ľltigkeit haben:
Gantrisch-Wolf: Vergrämung ja, aber besserer Herdenschutz ist gefordert
Quelle.: https://www.gruppe-wolf.ch/Wolfsnews/Gantrisch-Wolfin%253A-Herdenschutz-ist-die-beste-Vergramung.htm

News vom 08.05.2020
In der Schweiz und international ist es l√§ngst √ľblich, dass Wolfsrudel in unmittelbarer N√§he von oder sogar auf Kuhalpen leben ? ohne dass die K√ľhe ihr Verhalten gegen√ľber Menschen ver√§ndert h√§tten. Ein statistischer Zusammenhang, der aufzeigt, dass in Wolfsgebieten mehr Konflikte zwischen Menschen und Mutterk√ľhen vorkommen als ausserhalb, existiert nicht. Es gibt auch im Ausland keine Nachweise daf√ľr, dass W√∂lfe K√ľhe irgendwie gef√§hrlicher f√ľr Menschen machen. Dies obwohl in vielen Regionen S√ľd- und Osteuropas, in denen W√∂lfe nie ausgestorben sind, bis heute eine freie Weidehaltung von Mutterk√ľhen vorkommt, oft sogar ganzj√§hrig. Auch in diesen Gebieten gibt es verschiedene Formen von Tourismus, ohne dass es dabei zu Konflikten kommt.
Die bisher 25-j√§hrige Erfahrung mit dem Wolf in der Schweiz zeigt, dass Angriffe auf Grossvieh eine Ausnahme darstellen. J√§hrlich gibt es in der Schweiz lediglich eine tiefe einstellige Zahl an von W√∂lfen gerissenen K√§lbern. Sie sind nur dann gef√§hrdet, wenn sie ohne ihre M√ľtter sind oder die M√ľtter an der Verteidigung gehindert werden. W√∂lfe stellen objektiv kein messbares Risiko f√ľr die Mutterkuh- und Milchviehhaltung dar. Sie gef√§hrden die Existenz der Weide- und Alphaltung dieser Tiere daher nicht. In den wenigen F√§llen, in denen es trotzdem zu Angriffen kommt, werden die gerissenen Tiere einerseits entsch√§digt. Andererseits k√∂nnen die Kantone die Sch√§den f√ľr Abschuss- und Regulationsbewilligungen geltend machen. Damit kann eine Spezialisierung der W√∂lfe auf K√§lber verhindert werden. Die beste Pr√§vention zur Verhinderung von K√§lberrissen ist die Vermeidung von Abkalbungen auf Weiden und Alpen.
https://www.gruppe-wolf.ch/Wolfsnews/Wolfe-und-Mutterkuhe-nuchtern-betrachtet.htm

Die R√ľckkkehr des Wolfes nach √Ėsterreich scheint aus dem eigenen Land kommentiert, eher schwierig.
Dazu eine sehr deutlicher Artikel:
Warum in √Ėsterreich die W√∂lfe wieder verschwinden
2018 lebten noch drei Wolfsrudel in √Ėsterreich - 2019 nur noch eines. Die Tiere scheinen spurlos zu verschwinden. Wolfsexperte Kurt Kotrschal zieht Bilanz.
In den letzten 20 Jahren stieg die Zahl der Wölfe in Italien auf etwa (Wölfe zählen ist nicht einfach) 2.000 Tiere, in Frankreich auf 500 und in Deutschland auf 1.000.
Experten meinen, √Ėsterreich w√§re ein sehr guter Lebensraum f√ľr W√∂lfe, mit Platz f√ľr 100-200 Rudel, je nachdem, wen man fragt. Trotzdem kam es erst 2016 zur ersten Rudelgr√ľndung am gesch√ľtzten nieder√∂sterreichischen Truppen√ľbungsplatz in Allentsteig.
Seitdem passt das Bundesheer gut auf ?ihre" W√∂lfe auf, j√§hrlich gibt es Nachwuchs. Man konnte erwarten, dass es nun auch in √Ėsterreich, wie in Italien, Deutschland oder anderswo in Europa, j√§hrlich mehr Rudel geben w√ľrde. Gegr√ľndet durch Zuwanderer, w√§hrend der Nachwuchs aus Allentsteig weit weg versuchen w√ľrde, Partner zu finden, wie es eben Wolfsart ist.
Daher war es keine Überraschung, als 2018 zwei weitere Rudel im nördlichen Niederösterreich auftauchten, eines davon nahe Karlstift, ein weiteres nicht allzu weit weg, direkt an der Grenze zu Tschechien. F
√ľr 2019 war mit weiteren Rudeln zu rechnen, aber es kam anders. Bereits im Fr√ľhsommer verschwand der R√ľde des Kalstifter Rudels, bis Jahresende der Rest. Bleibt im Moment blo√ü das einsame Rudel in Allentsteig.
Aber Wolfsrudel verschwinden nicht von selber. Es wird offenbar illegal getötet, was das Zeug hält.
Den Beleg daf√ľr lieferte heuer im Herbst jener Sch√ľtze, der im Tiroler Sellrain einen Wolf erschoss, den Kopf abschnitt und den K√∂rper liegen lie√ü. Au√üerdem existieren wissenschaftliche Modellrechnungen, die klar die Wilderei als Hauptgrund f√ľr die langsame R√ľckkehr der gro√üen Beutegreifer, Luchs, Wolf und B√§r verantwortlich machen.
Besonders schlimm ist es in √Ėsterreich. Hier werden Luchse im Nationalpark abgeschossen, mit anschlie√üenden ?Siegesfeiern" in lokalen Wirtsh√§usern. Hier wurden um die Jahrtausendwende die Braunb√§ren wieder ausgerottet. Wie schon 150 Jahre zuvor.
In √Ėsterreich werden die W√∂lfe weniger, nicht mehr. Ohne Bundesheer w√§ren auch sie bereits wieder ausgerottet.
Und das zu Zeiten von Klimawandel und Artensterben. Ist den Wilderern eigentlich klar, dass sie sich mit dem Töten von Wölfen, Bären, Luchsen und Greifvögeln gegen jeden gesellschaftlichen Konsens ins eigenen Knie schießen? Und uns allen gleich mit.

Es ist vern√ľnftig, das Klima und die Arten zu sch√ľtzen. Polizei und Gerichte scheinen diese Affen? pardon, Wolfsschande nicht sonderlich ernst zu nehmen. Die Politik auch nicht, selbst die Gr√ľnen schweigen dazu. Man kann aber nicht das Klima und die Arten sch√ľtzen und gleichzeitig W√∂lfe, Luchse und Greifv√∂gel abknallen.
Es ist Zeit, dass endlich etwas geschieht. Und dass die immer ach-so-gesetzestreuen Jagdverbände Ordnung im eigenen Saustall schaffen.
Wenig tr√∂stlich √ľbrigens, dass √Ėsterreich als wildbiologischer Schandfleck in Europa nicht alleine dasteht. Eben wurde in Schweden wieder die Jagd auf das gef√§hrdete Vielfra√ü und auf mehrere hundert Luchse pro Jahr freigegeben ? ein Gutteil der Population! Jagdliche Unvernunft h√§lt Europa in Geiselhaft. Es wird Zeit, daran etwas zu √§ndern.
Quelle: https://tierisch.heute.at/a/40688338/warum-in-%C3%B6sterreich-die-w%C3%B6lfe-wieder-verschwinden
(11.01.2021, 17:11)
Gerrit Wehrenberg:   Sch√∂n auch, dass Landwirte jetzt Experten in Populationsbiologie der W√∂lfe sind und zuk√ľnftige Bestandsabsch√§tzungen vornehmen k√∂nnen. Leider wird hier vergessen, dass keine biologische Population ein ewig (wenn √ľberhaupt) exponentielles Wachstum aufweisen kann. Und selbstverst√§ndlich wird der Wolf Nutzvieh rei√üen - auch mal Hausrinder. Doch die Verluste sind von unserer Gesellschaft vergleichsweise m√ľhelos zu trage, wenn es um finanzielle Entsch√§digungen der Landwirte geht. So ist es auch vielerorts Praxis. Mir fehlt hier die Einordnung. Ich will mal wissen, wie viel Prozent aller Rindstode in Deutschland auf den Wolf zur√ľckzuf√ľhren sind... nicht nur die Schlachtung wird dem gro√üen b√∂sen Isegrim hier wohl deutlich den Rang ablaufen. Das m√ľsste auch jeder Rinderhalter eigentlich selbst sehr genau wissen.
(11.01.2021, 17:04)
Sacha:   Interessant. Und dabei habe ich letztes Jahr noch sehr viele K√ľhe in NRW, direkt an der Grenze zu Holland, auf Weiden gesehen... Muss wohl eine ganz besondere Hausrind-Form gewesen sein - Bos taurus lupusresistensis vielleicht?;)
(11.01.2021, 16:14)
cajun:   Interessanterweise f√ľhren unsere Nachbarn an, dass in Deutschland die Weidehaltung von Rindern chancenlos ist, aufgrund der hohen Wolfspopulation:
"trouw.nl ? 7. Jan. 2021
Friese boeren willen een hek rond de provincie tegen de wolf
Friesische Bauern wollen einen Zaun um die Provinz gegen den Wolf
Eine Gruppe friesischer Viehhalter m√∂chte einen Zaun um die Provinz legen, um W√∂lfe fernzuhalten. Die in der Wolvenhek Frysl√Ęn-Stiftung vereinigten Bauern bef√ľrchten, dass K√ľhe und Schafe innerhalb von zehn Jahren aufgrund der "raschen und unbegrenzten Expansion des Wolfes" von der Weide verschwinden werden. Die Tierhalter gehen davon aus, dass es in f√ľnf Jahren in den Niederlanden 50 bis 150 W√∂lfe geben wird. Diese Woche erschien zum ersten Mal ein Wolf in Friesland. Eine Wildkamera der Naturorganisation It Fryske Gea im Nationalpark De Alde Feanen machte Fotos davon. Experten vom Wolf Reporting Point der Mammal Society kamen am Donnerstag zu dem Schluss, dass es sich um einen Wolf handelt. Letztes Jahr lie√ü sich ein Wolf im benachbarten Drenthe nieder. "Wir sind keine Narren mit einem verr√ľckten Plan, sondern Landwirte, die ernsthaft um die Sicherheit ihrer Tiere besorgt sind. In Deutschland ist die Zahl der Wolfsrudel in den letzten zehn Jahren so schnell gewachsen, dass Rinder auf der Weide dort keine Chance haben. In den Niederlanden sollten wir nicht in die gleiche Richtung gehen", sagt Schafz√ľchter Jehan Bouma, Vorsitzender der Stiftung."
Quelle und √úbersetzung: Zoopresseschau
(11.01.2021, 14:07)
cajun:   Und auch vom Goldschakal gibt es wieder einen Nachweis:
Gen-Untersuchung steht noch aus Goldschakal bei Bruchsal entdeckt?
Das Wildtier, das vor knapp einer Woche nach einem Verkehrsunfall in Bruchsal verendete, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Goldschakal - in Deutschland sehr selten.
Die Tiere leben normalerweise in S√ľdosteuropa und wurden bisher nur vereinzelt in Deutschland gesichtet. Untersucht wurde das Tier zun√§chst im Chemischen Veterin√§r-Untersuchungsamt in Karlsruhe. Dort vermutete man, dass es sich um die seltene Art handeln k√∂nnte.
Das Ergebnis einer Gen-Untersuchung steht allerdings noch aus. Der Goldschakal sieht aus wie eine Mischung aus Hund, Wolf und Fuchs. In Baden-W√ľrttemberg soll es in diesem Jahr drei Sichtungen gegeben haben.
Der Goldschakal lebt vorwiegend von Kleintieren wie Kaninchen, rei√üt aber auch schon mal geschw√§chtes Wild. Eine Gefahr f√ľr den Menschen soll nicht bestehen. Der Goldschakal gilt als sehr scheu und in unseren Gefilden als extrem selten.
Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/goldschakal-bei-bruchsal-entdeckt-100.html
(28.12.2020, 16:42)
cajun:   Sachsen- Anhalt ist nicht nur beim Impfen am schnellsten. Wie jedes Jahr ist auch der Monitoringbericht 2019/20 √ľber die Entwicklung der Wolfspopulation im Bundesland als erster ver√∂ffentlicht.
https://lau.sachsen-anhalt.de/naturschutz/das-wolfskompetenzzentrum-wzi/monitoring/
Passend hierzu ist auf Seiten der DBBW der Statusbericht f√ľr ganz Deutschland f√ľr das Wolfsjahr 2019/ 20 hochgeladen.
Auf Niedersachsen (zwischendurch gute regelm√§√üige √úbersicht durch Quartalsberichte) und Sachsen ( in meinen Augen der Detailierteste!) ist meist noch zu warten. Brandenburg, immerhin das BL mit den meisten Territorien, publiziert nicht ausf√ľhrlich. Hier w√§re ich dankbar falls jemand mal einen Bericht analog der s√§chsischenKompetenzen, die das einmal mit √ľbernommen hatten, entdeckt.
(28.12.2020, 16:35)
cajun:   Dieser Thread ben√∂tigt ein Update: Allein 2020 ist so viel passiert.

1. Meldung: Toter Goldschakal bei Hannover war erste nachgewiesene Fähe in Deutschland

24.09.2020

Die Herkunft, wie auch die Wanderbewegungen des Tiers bleiben unklar - das Individuum GG011f wurde vorher noch nie nachgewiesen.

Bei der am 2. Juni 2020 tot afgefundenen Goldschakal-F√§he handelt es sich um das erste nachgewiesene weibliche Tier in Deutschland. Anhand aller ausgewerteten Goldschakalnachweise konnten bislang ausschlie√ülich R√ľden, bzw. kein klar erkennbares Geschlecht identifiziert werden. Demnach ist es nur noch ein Frage der Zeit, wann mit der ersten nachgewiesenen Reproduktion dieses anpassungsf√§higen Zuwanderers zu rechnen ist.

2. Meldung: Goldschakal tappt in Fotofalle

02.12.2020

Es ist bereits der zweite Nachweis eines Goldschakals im Jahr 2020 in Niedersachsen.

Nachdem im Juni 2020 das in Deutschland erste nachgewiesene Weibchen auf der A7 bei Hannover tot aufgefunden wurde , konnte Mitte November 2020 ein weiterer Goldschakal durch eine Fotofallenaufnahme best√§tigt werden. Die Bilder entstanden im Landkreis Cuxhaven und stellen den 4. Nachweis dieser einwandernden Art in Niedersachsen dar. Der erste Nachweis erfolgte im Jahr 2015 - ebenfalls im Landkreis Cuxhaven - durch die genetische Untersuchung einer vermeintlichen Wolfslosung und der Zweite im Jahr 2017 am Stadtrand von Osnabr√ľck, dabei handelte es sich um einen Totfund.
Quelle: https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/goldschakal_tappt_in_fotofalle/

3. Meldung: Die Wiederbesiedelung der östlichen Pyrenäen durch italienische Wölfe?

Seitdem sich die italienische Wolfpopulation √ľber die Apenninen in die italienischen, franz√∂sischen und Schweizer Alpen ausgebreitet haben, werden von dort neue Lebensr√§ume besiedelt. √úberraschend war die Ausbreitung nach Spanien wo seit dem Jahr 2000 die ersten W√∂lfe in den √∂stlichen Pyren√§en beobachtet wurden. Diese stammen urspr√ľnglich aus der italienischen Population und nicht aus der zahlenm√§√üig gr√∂√üeren spanischen, die haupts√§chlich im Nordwesten Spaniens verbreitet ist. Die aus der italienischen Population eingewanderten W√∂lfe k√∂nnten sich in den kommenden Jahren entlang der Pyren√§en bis in die nord-westlichen Regionen Spaniens ausbreiten und sich dort mit den spanischen W√∂lfen vermischen. Die wichtigste Voraussetzung daf√ľr ist die Bildung von reproduzierenden Wolfsrudeln in den √∂stlichen Pyren√§en. Diese wurden bisher noch nicht beobachtet.
Aus diesem Grund haben Carla Garcia-Lozano und Kollegen eine Habitatuntersuchung durchgef√ľhrt, um diejenigen Gebiete zu identifizieren bei denen es sich um geeignete Wolfshabitate handeln k√∂nnte. Die Untersuchung umfasste Katalonien, den angrenzenden Teil der franz√∂sischen Pyren√§en, sowie Andorra. Basierend auf bereits etablierten Kriterien f√ľr geeignete Wolfshabitate sowie einer Territoriengr√∂√üe von mindestens 200 km2 f√ľr jedes Wolfsrudel identifizierten sie zw√∂lf Territorien, die haupts√§chlich in den h√∂heren Lagen der Pyren√§en liegen. Ein wichtiger Punkt der Studie war die Konnektivit√§t der Gebiete. Dabei wurde die m√∂gliche Distanz wandernder W√∂lfe als Grundlage genommen um festzustellen ob die identifizierten Territorien ausreichend miteinander verbunden sind. Auch wenn die Einwanderung neuer W√∂lfe in die √∂stlichen Pyren√§en aufgrund der Bejagung in Frankreich und des fehlenden Schutzes in Katalonien nicht ungehindert ist, wird in Zukunft mit der Etablierung erster Wolfsrudel in den √∂stlichen Pyren√§en gerechnet..
Quelle: Garcia-Lozano, C.; Varga, D.; Pintó, J.; Roig-Munar, F.X. Landscape Connectivity and Suitable Habitat Analysis for Wolves (Canis lupus L.) in the Eastern Pyrenees. Sustainability 2020, 12, 5762. https://doi.org/10.3390/su12145762
Link (Volltext):
https://www.mdpi.com/2071-1050/12/14/5762/htm
Zusammenfassung: Reinhard Hehl
Quelle: https://www.freundeskreiswoelfe.de/die-wiederbesiedelung-der-%C3%B6stlichen-pyren%C3%A4en-durch-italienische-w%C3%B6lfe

Die Wölfe der Alpen unterscheiden sich (da italienische Quellpopulation) durch eine Haplotyp (HW22) von den europäischen Flachlandwölfen (Haplotyp HW01 oder seltener HW02).

Hierzu 3. Meldung : Erneuter Nachweis eines Alpenwolfs in Nordrhein-Westfalen
Das Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) best√§tigt einen Wolfsnachweis im Kreis Viersen.
Am 12. November 2020 wurde auf einer Weide in Viersen ein Schaf tot aufgefunden. Anhand der DNA-Analyse durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen konnte das männliche Wolfsindividuum GW1920m erstmalig nachgewiesen werden. Zwar ist das genaue Herkunftsrudel dieses Tieres unbekannt, ein genetisches Merkmal, der in Deutschland seltene Haplotyp HW22, ordnet es aber eindeutig der Alpenpopulation zu.
Der Haplotyp HW22 ist kennzeichnend f√ľr W√∂lfe aus der Alpenpopulation und der italienischen Population im Apennin. W√∂lfe aus diesen Populationen k√∂nnen eindeutig von W√∂lfen aus der mitteleurop√§ischen Flachlandpopulation unterschieden werden, welche entweder den Haplotyp HW01 oder HW02 tragen. In den letzten Jahren wurden auch immer wieder einzelne aus der Alpenpopulation stammende Tiere in Deutschland genetisch best√§tigt. F√ľr NRW ist dies erst der zweite Nachweis eines Wolfes mit dieser Herkunft. Der erste Nachweis eines Alpenwolfes in NRW gelang am 17. Februar 2020 in der Gemeinde Odenthal (Rheinisch-Bergischer Kreis). Hier konnte mithilfe einer genetischen Untersuchung das ebenfalls m√§nnliche Wolfsindividuum GW1559m an einem Wildtierkadaver nachgewiesen werden. Ein erneuter Nachweis dieses Wolfes erfolgte am 15. Oktober 2020 nahe Hitzacker (Niedersachsen).

Angaben zur Herkunft der deutschen Wölfe: https://www.dbb-wolf.de/mehr/faq/woher-kommen-die-woelfe-in-deutschland

Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/
Quelle: https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2020-12-10

(14.12.2020, 13:40)
Michael Mettler:   Da sich die W√∂lfe Italiens genetisch deutlich von den restlichen "Europ√§ern" unterscheiden sollen, w√§re das sogar eine Kreuzung ohne Anf√ľhrungszeichen, denn nach dieser Sichtweise st√ľnde Canis lupus italicus als eigene Unterart der in Rest-Europa (inklusive der Iberer und bis nach Asien hinein) verbreiteten Nominatform gegen√ľber.
(15.04.2014, 22:02)
WolfDrei:   Aus "Zeitschrift f√ľr S√§ugetierkunde" 79 (2014): Im italienischen Alpenraum wird es demn√§chst zu einer "Kreuzung" von Abruzzenwolf und Balkanwolf kommen: das Aostatal des westlichen italien. Alpenraumes wurde bereits vom Abruzzenwolf besiedelt, der √∂stliche italien. Alpenraum demn√§chst vom nach Norden strebenden Balkanwolf aus Kroatien, der bereits Slowenien "durchschritten" hat.
(15.04.2014, 20:39)
WolfDrei:   aus "S√§ugetierkundliche Informationen" Band 8, H,45 (2012): Fotofalle : Goldschakal am 26.4.2012 im Bayrischen Wald (mu√üte das Bild sehr beschneiden)
(15.04.2014, 20:34)

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