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Zoos im Baltikum



cajun:   Eine Meldung aus Litauen. Der Zoo Kaunas ist quasi wegen Renovierung geschlossen. Also nicht hinfahren, man sieht nix :-) Bezugnehmend auf das Posting von Olver Jahn am Anfang dieses Threads aus dem Jahr 2013, kann man sich ggf. vorstellen wie umfassend der Sanierungsstau war.

"Umbau des Zoos von Kaunas ist im Gange. Er wird der modernste in der Region sein
Bereits im Juli wurde der Zoo in Kaunas wegen Umbau geschlossen. Der seit 1938 bestehende Zoo wurde noch nicht grundlegend renoviert. "Solange die vorbereitenden Arbeiten und die begleitenden temporĂ€ren Arbeiten laufen, ist der Zoo vorerst geöffnet. Wir werden voraussichtlich bis Mitte Juli Besucher empfangen", sagt Lauras Stacevičius, stellvertretender Direktor des Litauischen Zoologischen Gartens in Kaunas im Interview mit dem "Vilniuser Kurier".
Nach der Renovierung werden einige Tiere den Zoo verlassen
Im Zusammenhang mit dem Umbau werden einige Tiere den Zoo Kaunas fĂŒr immer verlassen, andere werden vorĂŒbergehend im neu errichteten VeterinĂ€rzentrum auf dem GelĂ€nde der Einrichtung beherbergt. Einige Tiere werden in temporĂ€ren Volieren untergebracht. Derzeit gibt es ĂŒber 2.000 Individuen, die fast 250 Arten reprĂ€sentieren. Die Gnus werden in einem Zoo in Polen leben, die Schneeleoparden gehen nach Ungarn. Die Tiere werden in Autos mit speziellen KĂ€figen transportiert. Die lĂ€ngste und beschwerlichste Reise erwartet das weibliche Zwergflusspferd. Das Tier wird per Flugzeug in die Republik SĂŒdafrika transportiert. ZunĂ€chst wird es mit dem Auto nach Warschau gefahren, von dort aus auf einen anderen Kontinent geflogen. Die Transportkosten werden von den Zentren ĂŒbernommen, in die die Tiere gehen. "Da lange Reisen nicht die beste Wirkung auf die körperliche und geistige Verfassung der Tiere haben, haben wir entschieden, dass sie nach dem Umbau nicht nach Kaunas zurĂŒckgebracht werden mĂŒssen. Sie werden also in den LĂ€ndern bleiben, in die sie reisen, und in Zukunft werden wir versuchen, neue Bewohner in unseren Zoo zu holen", sagt Lauras Stacevičius. Er fĂŒgt hinzu, er sei ĂŒberzeugt, dass sich die Tiere unter den neuen Bedingungen viel wohler fĂŒhlen werden. Der einzige Zoo Litauens erfĂŒlle die Anforderungen fĂŒr in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere schon lange nicht mehr. "Wir haben dafĂŒr gesorgt, dass in den Zoos, in die sie transportiert werden, Bedingungen bereitgestellt werden, die den spezifischen Anforderungen fĂŒr diese Arten entsprechen. Leider hat es hier seit der Eröffnung unserer Einrichtung noch nie eine grĂ¶ĂŸere Renovierung gegeben. Wir haben viel erlebt und viele Jahre lang nach verschiedenen Lösungen gesucht, um mit dem Umbau zu beginnen. Wir planen, dass die Hauptarbeiten im Jahr 2023 abgeschlossen sein werden. Als nĂ€chster Schritt des Umbaus werden die BegrĂŒnung des GelĂ€ndes und weitere Arbeiten zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Infrastruktur durchgefĂŒhrt. Danach wird ein Termin fĂŒr die Anpassung der Tiere festgelegt. Erst nach Abschluss aller Etappen soll der renovierte Zoo den Besuchern zur VerfĂŒgung gestellt werden", erklĂ€rt der GesprĂ€chspartner.
Bessere Bedingungen
Er verweist darauf, dass die Mitarbeiter des Zoos zwar mit großem Bedauern von ihren SchĂŒtzlingen Abschied nehmen, sich aber sehr darĂŒber freuen, dass die Tiere viel bessere Bedingungen haben werden. So werde zum Beispiel ein Liebling aller Besucher, insbesondere der Kinder, die Robbe Kajus im Zoo in Kaliningrad leben. Damit es ihm nicht zu heiß werde, fĂ€hrt er in einem speziellen AnhĂ€nger mit Klimaanlage. Am neuen Standort wird er ein sechsmal grĂ¶ĂŸeres Becken haben als das, in dem er 21 Jahre lang bei uns war. Außerdem wartet dort auch eine Überraschung auf ihn - ein Weibchen. Er werde sich sicher sehr freuen, denn er verbringe seine Zeit schon lange allein – ergĂ€nzt der stellvertretende Direktor des Zoos von Kaunas.
GrĂŒnder: Tadas Ivanauskas
Der Litauische Zoologische Garten in Kaunas wurde am 1. Juli 1938 auf Initiative des Zoologen und Botanikers, Professor der Vytautas-Magnus-UniversitĂ€t, Tadas Ivanauskas, als erste Einrichtung dieser Art im Land eröffnet. Im ersten Betriebsjahr konnten die Besucher 40 Tierarten bewundern, darunter: Kamele, Esel, Dingos, Zebras, Kapuziner, Wisente, Fasane und Papageien. FĂŒr damalige europĂ€ische VerhĂ€ltnisse war es eine sehr reiche Sammlung. Weder der Zweite Weltkrieg noch die Eingliederung Litauens in die UdSSR verhinderten den Ausbau des Zoos. 1960 hatte er bereits 400 Vertreter von 100 Arten. Der Zoologische Garten befindet sich auf einer FlĂ€che von 15,9 ha. Aufgrund der schlechten Tierhaltungsbedingungen wurde der Zoo in Kaunas 2013 von der Mitgliederliste des EuropĂ€ischen Verbandes der Zoos und Aquarien gestrichen. Die jetzige Leitung bemĂŒhte sich, nach und nach die Lebensbedingungen der dort beherbergten Tiere zu verbessern. Im Laufe der Jahre war es endlich möglich, Mittel aus den EU-Strukturfonds fĂŒr einen grĂŒndlichen Umbau der Anlage zu erhalten. Der Wert der geplanten Arbeiten wird auf 18,3 Mio. EUR geschĂ€tzt. Experten zufolge könnte der Zoo in Kaunas nach der Modernisierung zu einem der modernsten Zoos im Ostseeraum werden"
Quelle:https://kurierwilenski.lt/2021/07/05/rusza-rekonstrukcja-kowienskiego-zoo-stanie-sie-najnowoczesniejszym-w-regionie/
Übersetzung: Zoopresseschau
(19.08.2021, 10:26)
cajun:   Ich persönlich war noch nicht da, aber hier geht ein StĂŒck Zoohistorie.

Leb wohl, 110 Jahre altes Affenhaus: Der Rigaer Zoo wird es abreißen
Der Rigaer Zoo wird bald eines seiner Ă€ltesten GebĂ€ude verlieren - das Affenhaus. Es ist bereits 110 Jahre alt und hat es wĂ€hrend seiner Existenz geschafft, sogar Elefanten zu beherbergen. Das GebĂ€ude ist lange leer, so dass Tieren nicht die Laune verdorben wird. Anstelle des verlassenen GebĂ€udes wird eine ganz neue Zooschule entstehen. Laut dem russischen Rundfunk LTV7 wird es Platz auch fĂŒr Affen geben. Das Jahr 1911. Mit Spenden wird im Rigaer Zoo ein Affenhaus gebaut. Mit einem Heizsystem, das damals eine Innovation war. "Hier lebten verschiedene Affen - Paviane, Kapuziner, verschiedene andere Affen, aber nicht nur Affen. Hier lebte auch einige Zeit ein Elefant", sagte die Vertreterin des Rigaer Zoos, Māris Lielkalns. Aber nur zwei Jahre spĂ€ter brannte das Haus nieder; es gelang ihnen, die Tiere zu retten. Sechs Monate spĂ€ter wurde es teilweise restauriert. Es wurde kleiner, so dass die Elefanten dort nicht mehr hineinpassten. Aber die Affen, fĂŒr die das Haus gebaut wurde, ziehen ein und fĂŒr lange Zeit. Bis 2004. Die Tiere lebten im Sommer in FreiluftkĂ€figen, wenn man nach draußen gehen kann, aber im Winter mussten sie in kleinen KĂ€figen sitzen. Ganze Familien - auf eisernen Regalen oder Leitern. Vor 100 Jahren galt dieses GebĂ€ude als sehr modern. Heute ist es völlig veraltet. Und es ist seit 17 Jahren leer. Deshalb werde es dem Zoo nicht sehr leidtun, sagt Māris Lielkalns. In zwei Jahren wird sich das Erscheinungsbild des Hauses grundlegend Ă€ndern. Und den Steuerzahlern werden diese VerĂ€nderungen 2 Millionen 100.000 Euro kosten. (Autor der Quelle: Jewgenija Kopylowa)
Quelle und Übersetzung: Zooopresseschau
(06.05.2021, 14:14)
WolfDrei:   Zu Tallinn: der Zoo liegt zwar diagonal entgegengesetzt zum Hafen, doch dĂŒrfte das mit der Taxe dennoch in 15 min zu schaffen sein. Neben den Schilderungen unter Tallin hier und von Herrn Mattschei im "Tiergarten" 2011 gibt es dort auch den Zooplan. GrĂ¶ĂŸe an 30 ha, die Schwerpunkte (Gebirgstiere) liegen vom Eingang gesehen am Entferntesten.
(28.04.2015, 12:31)
Tom Schröder:   Werde demnĂ€chst per Baltikum-Kreuzfahrt in folgenden StĂ€dten Zeit verbringen: Stockholm, Helsinki, Tallin, Riga und Klaipedia. Gibt es Jemanden hier, der/die sich mit den etwaigen Zoos und insbesondere mit der Lage zu den Kreuzfahrtanlegestellen bzw den Stadtzentren auskennt? Kann ich mir Zoos auf der Reise komplett abschminken oder ist da mit jeweils nur fĂŒnf bis acht Stunden je Stadt etwas zu machen? St. Petersburg und Danzig besuche ich auch, dort habe ich aber die Komplett-Bespaßung gebucht ;-)
(28.04.2015, 11:22)
Oliver Jahn:   @WolfDrei, die Stallungen und Gehege waren ja noch da. Nur leider eben leer. Es wĂ€re ja schön, wenn man wenigstens einige Exemplare im Zoo zeigen wĂŒrde.
Die anderen, von dir genannten Gruppen, werden ja alle recht gut prÀsentiert, alle auch mit reichlich Nachwuchs.
(23.05.2014, 14:33)
WolfDrei:   @Oliver: BezĂŒglich der Kiangs las ich "Außenanlage" - offensichtlich auch außerhalb der Stadt, habe irgendetwas von ca. 130 ha im Hinterkopf.
(22.05.2014, 20:41)
Oliver Jahn:   Leider wurden weder Tapir noch Kiang im Zoo gezeigt.
(22.05.2014, 20:15)
WolfDrei:   Riga: einige Tierbestandszahlen fĂŒr Dez. 2012:
Acrobates pygmaeus: 9,9 (30 juv.); 5,5 Waldrentiere; 3,11 Markhore; 1,22 (!!) Kiangs (auf einer Außenanlage); 4,6 Weißlippenhirsche; 2,6 Mishmis; 4,4 Bucharawildschafe.
Geburten: 2 Zwergplumploris; 3 Weißbauch-Cebuellas; 11 Kap-Schliefer; 1 Tapir; 2 Mishmis; 2 Waldrentiere; 2 Weißlippenh.; 3 Mohrenmakis
(21.05.2014, 14:29)
Oliver Jahn:   Zoo Tallinn

Der Zoo Tallinn verfĂŒgt ja ĂŒber einen eigenen Thread, in dem ich selber von meinem ersten Besuch 2006 berichtet habe, spĂ€ter, im September 2011 hat WolfDrei dann mit seinen EindrĂŒcken noch einmal den Stand der Dinge aktualisiert.
Von daher will ich mich lediglich auf die Änderungen beziehen, die leider nicht wirklich viel sind.
Der erste und der letzte Quergang (im ersten sind die MiniaturkĂ€fige fĂŒr die Bockgruppen der GebirgswiederkĂ€uer, im letzten die kleineren Raubtiere) sind gesperrt und mit großen Holztoren verschlossen, so dass von beiden Seiten nicht einmal mehr Einsicht herrscht.
Dennoch befindet sich gerade im ersten Gang noch immer eine der ganz großen RaritĂ€ten, nĂ€mlich der Amurgoral. 4 Tiere stehen hier, alle leider einzeln, die Geschlechter waren nicht auszumachen, alle Tiere waren adult.
Alle weiteren GebirgswiederkĂ€uer, hier und im Alpinarium, werden weiterhin in Gruppen gezeigt, die meisten davon sind riesig und kaum vorstellbar. Lediglich die noch etwas neueren Dallschafe bilden erst eine kleinere Herde und etwas mager sah es auch im Bestand der Bezoarziegen aus, hier sah ich nur einen Bock und eine Geiß. Alle sonstigen Herden von Urialen und Steinböcken, bis hin zu den Blau- und MĂ€hnenschafen bilden Herden von bis zu 40 Tieren und mehr. Das ist ein gigantischer Anblick.
Das DickhĂ€uterhaus war bei meinem Besuch geöffnet, so dass ich es nun auch mal von innen anschauen konnte. Es beherbergt nach wie vor die Afrikanischen Elefanten, zwei Zwergflusspferde und nun auch wieder ein Paar Spitzmaulnashörner, was mich besonders gefreut hat. Etliche Terrarien fĂŒr Reptilien und Kleinnager stehen im Besucherraum.
Die Greifvogelkollektion ist noch immer faszinierend, wir zÀhlten allein 10 Riesenseeadler in allen Altersgruppen.
Neben den Wild- und Warzenschweinen waren die Pinselohrschweine neu fĂŒr mich.
Der letzte Persische Leopard lebt in einem kleinen KĂ€fig neben den Makaken, die Fischkatzen haben eine sehr schöne neue Anlage erhalten, mit viel GrĂŒn und Wasserlauf.
Die alten KĂ€fige der BĂ€ren stehen noch immer völlig unverĂ€ndert! Die Artenvielfalt ist hier allerdings krĂ€ftig ausgedĂŒnnt, so dass EisbĂ€ren und SchwarzbĂ€ren jetzt wenigstens mehrere dieser Buchten bewohnen, eine ist noch immer mit einem einzelnen Puma besetzt und zwei der KĂ€fige sind noch fĂŒr die StreifenhyĂ€nen. Letztere hatten ja aber bereits bei meinem ersten Besuch schon eine weitere, sehr schöne und großzĂŒgige Freianlage an andere Stelle.
Die neue Anlage der Schneeleoparden im Alpinarium hat mir sehr gut gefallen.
Die Gauer-Anlage wurde deutlich erweitert, in den kleinen StĂ€llen, in denen bei meinem ersten Besuch noch KaffernbĂŒffel und Banteng standen, sind jetzt Hausziegenrassen untergebracht.
Viel ist noch zu tun im Zoo, viel aber auch bereits erreicht.
Ein Besuch lohnt sich dennoch immer, denn der Zoo Tallinn ist eben schon auf Grund seines Tierbestandes einfach einzigartig.

(11.12.2013, 12:54)
Oliver MĂŒller:   Super, danke Oliver Jahn. Ich freue mich schon auf den hoffentlich bald folgenden Bericht aus Talinn.
(10.12.2013, 16:25)
Oliver Jahn:   Zoo Riga

Dieser Zoo ist bereits ĂŒber 100 Jahre alt und er steht zu seinem Alter, ohne veraltet zu wirken. Auch hier, Ă€hnlich wie in Kaunas, muss man notgedrungen den Weg der kleinen Schritte gehen, aber der Zoo erweckt in mehreren Bereichen schon den Eindruck, dass er um etliche Schritte weiter ist, als sein Nachbar in Litauen.
An einigen Stellen sind GebĂ€ude aus der GrĂŒnderzeit bereits liebevoll restauriert und vermitteln dem Zoo somit eine ganz besondere AtmosphĂ€re.
An all den Stellen, an denen noch historische Bauten stehen (und das sind nicht wenige), befinden sich Karten des Zoos aus dem GrĂŒnderjahr, die zeigen, wo dieser Bau bei Eröffnung zu finden war und wie er damals aussah, teilweise sind sogar VorgĂ€ngerbauten und GrundrissplĂ€ne dabei abgebildet.
FĂŒr mich, als Liebhaber von historischen Zoos, war dieses eine echte Fundgrube, und die Kamera lief beinahe heiß.
SelbstverstĂ€ndlich findet der Besucher aber auch unsanierte Bauten, wie das DickhĂ€uterhaus, welches zum Teil als Museum genutzt wird, aber auch noch aktuell der Nilpferdhaltung dient. Auf der anderen Seite aber sind auch einige Neubauten zu finden, die sehr passend und „sanft“ in den Zoo integriert wurden, so dass sie keinesfalls als Störfaktor wirken. Beispiele hierfĂŒr sind der Neubaukomplex SĂŒdamerika, fĂŒr Pudus und Tapire, ein wunderschöner Schaubauernhof mit landestypischen Haustierrassen und die Anlage fĂŒr die KĂ€ngurus, auf der Rote RiesenkĂ€ngurus zusammen mit Sumpfwallabys gehalten werden.
Lediglich der „BĂ€renklotz“ in dem sich auch die Tropenhalle befindet, wirkt ein wenig sehr wuchtig und betonlastig, was vor allem deutlich im Kontrast zu den Außenanlagen der Kodiak- und EisbĂ€ren steht, die fĂŒr diese Riesen eher mager ausfallen.
Der Tierbestand zeigt neben den â€žĂŒblichen VerdĂ€chtigen“, wie Zebras, Tigern und Giraffen aber auch einige Arten, die nicht, oder nicht mehr sehr hĂ€ufig sind. Dazu zĂ€hle ich insbesondere die Nilpferde, die Angola-Löwen, Arabische Sandkatzen, Waldrentiere, Weißlippenhirsche, Buchara-Uriale, Rothunde, Markhore, eine große Gruppe von Mishmitakinen und eine sehr große Rotte Halsbandpekaris.
Die Kiangs, fĂŒr die Riga einmal berĂŒhmt war, waren bei meinem Besuch leider nicht mehr im Zoo. Da der Bereich, in dem sie einmal standen, aber zurzeit im Umbau ist, ist ja nicht ausgeschlossen, dass diese Art wieder zurĂŒck in den Zoo kommt.

Das historische Affenhaus ist geschlossen und an seinen WĂ€nden fĂ€nden sich Planskizzen fĂŒr ein CafĂ©, welches leider die historischen Formen des Hauses nicht mehr erkennen lĂ€sst. Ganz anders ist es beim Bau der Zooschule und beim Hauptrestaurant mit integriertem Aquarium. Hier sieht man kaum einen Unterschied zwischen dem heute dort gezeigten Bau und den historischen Fotos.
Ein ganz neuer Bau existiert fĂŒr die Giraffen, ebenso verfĂŒgen die Amurtiger ĂŒber einen neue Anlage. Die alten KĂ€fige fĂŒr Tiger und Leoparden stehen noch original in einem wundervoll geschwungenen Menageriestil, in ihnen leben heute die Andenkondore.
Der Zoo in Riga ist unbedingt zu empfehlen und auch die Stadt, welche Kulturhauptstadt Europas in 2014 ist, ist eine Reise wert.
Ich war auf jeden Fall nicht das letzte Mal dort.

(10.12.2013, 12:28)
Oliver Jahn:   @WolfDrei, die Irbiszucht scheint ja auch weiterhin ein Schwerpunkt zu bleiben, die Frage bleibt eben leider nur, wie lange?
(05.11.2013, 11:04)
WolfDrei:   Danke,Oliver, fĂŒr den informativen Bericht. Kaunas war mir nach der Wende aus den Augen gekommen, wu0ßte ich doch aus meiner "Moskauer Zeit" von 6 Monaten, wie es etwa dort aussehen wĂŒrde (nebenbei kannte ich auch noch, Kiew, Charkow, Leningrad und Tbilissi sowie die Aisstellung auf der WDNCH in Moskau). Immerhin hatte wohl Kaunas eine der ersten Irbiszuchten.
(05.11.2013, 08:37)
Oliver Jahn:   Zoo Kaunas

Der Zoo in Kaunas ist der einzige Großzoo (was immer man darunter auch verstehen mag) in Litauen.
Er wurde in diesem Jahr 75 Jahre alt und er vermittelt dieses in einigen Bereichen auch sehr deutlich. Gerade deshalb war der Besuch dort fĂŒr mich etwas ganz Besonderes, denn die Zoohistorie ist hier noch sichtbar, wie in wenigen anderen Zoos.
Bei einem GesprĂ€ch mit dem Direktor, der erst seit diesem Jahr im Amt ist, war zu erfahren, dass der Zoo aus dem Status EAZA-Mitglied wohl wieder zurĂŒckgestuft wurde, in Kandidat. Damit verbunden gibt es echte Probleme, zum einen mussten Tiere, wie die GroßbĂ€ren abgegeben werden, zum anderen erhĂ€lt man fĂŒr Einzeltiere keine Partner mehr.
Nun aber zur Beschreibung des Zoos.
Betritt man den Zoo durch den alten Eingang, der heute zur Direktion fĂŒhrt, folgt man erst einmal dem Rundweg nach rechts vorbei an TortenstĂŒckgehegen, welche an einem Berghang gebaut sind und sicher noch aus der GrĂŒnderzeit stammen. Es existieren noch immer 8 solcher TortenstĂŒcke, welche aber durch Öffnung der VerbindungstĂŒren heute nur noch 3 Arten beherbergen, den Sibirischen Steinbock, den MĂ€hnenspringer und die Schneeziege. Alle drei Arten hatten Nachwuchs. So in etwa muss die Anlage der Westkaukasen in Halle einmal ausgesehen haben, als sie noch aus mehreren Einzelgehegen bestand.
Vorbei an einigen Fasanenvolieren, in denen unter anderem auch der Wallichfasan gezeigt wird, erreicht der Besucher dann einen sehr langgestreckten Bau fĂŒr Huftiere, vor dem sich ebenfalls etliche AuslĂ€ufe in eher schmaler Form finden. Der Bau aus gelbem Klinker scheint ein Nachkriegsbau zu sein, er endet in einem höheren Baukörper, in dem wohl mal die Giraffen waren. FĂŒr die wurde ein neues Haus im Anschluss gebaut, welches aber nicht wirklich grĂ¶ĂŸer ist, als das alte.
Entlang dieser Reihe sieht man dann Blaues Gnu, Kulan, Böhmzebra, Flachlandtapir, BennettkÀnguru, Zwergflusspferd und Ugandagiraffe.
Im Anschluss daran folgen mehrere Teichanlagen mit sehr dĂŒnnem Besatz und einige Volieren fĂŒr Greifvögel.
Nun fĂŒhrt eine steile Treppe auf eine andere Höhenebene des Zoos, und man wird empfangen von der historischen BĂ€rengrube, in der vor gar nicht langer Zeit noch Schwarz- und EisbĂ€r gehalten wurden. Sie ist so etwas wie das Wahrzeichen des Zoos und bei meinem Besuch wurde sie gerade restauriert, um zukĂŒnftig hier RotfĂŒchse der skandinavischen Unterart zu zeigen, die derzeit noch an verschiedenen Stellen des Zoos untergebracht sind. .
Umrundet man die BĂ€rengrube fĂŒhrt ein Weg vorbei an der alten BraunbĂ€renanlage, die heute mit Fischottern besetzt ist.
Daneben kommt ein recht kleines Becken mit einer einzelnen Kegelrobbe.
GegenĂŒber befindet sich eine KĂ€figreihe fĂŒr Fennek, NasenbĂ€r und Zebramanguste.
Nach einem kleinen Bauernhof mit einigen Haustierrassen kommt eine lange niedrige KĂ€figreihe, in der Frettchen, Manul, Korsak und Rotfuchs gehalten werden. Auf der anderen Seite steht ein wundervolles kleines Hirschhaus aus der GrĂŒnderzeit, in der Anlage dazu werden Muntjaks gehalten. Nun folgen ein kleines Affenhaus und eine Anlage fĂŒr Europ. Wölfe. Im Affenhaus mit korrespondierenden AußenkĂ€figen werden Mantel- und Anubispavian, GrĂŒne Meerkatze und Haubenkapuziner (hier auch ein weißes Tier) gehalten. GegenĂŒber befindet sich eine neue Anlage fĂŒr KrallenĂ€ffchen.
Dem Weg wieder ein StĂŒck zurĂŒck folgend kommen die Anlagen der StreifenhyĂ€ne, und der KĂ€figkomplex fĂŒr Löwe, Luchs und Timberwolf. Zur linken Seite sieht man nun die Anlagen fĂŒr MĂ€hnenwolf, Waldhund und eine wunderschönes historisches Rondell fĂŒr Fuchs, Dachs, Wildkatze und Steinmarder.
Zur rechten Seite hin liegt das Raubtierhaus. Leider ist dieser sicher einmal sehr attraktive grĂŒnderzeitliche (oder doch eher Jugendstil?) Bau mittlerweile fĂŒr Besucher geschlossen und in einem sehr desolaten Zustand. Dennoch lassen seine Eingangsportale und die Fensterfronten noch einen gewissen Charme erkennen. Die AußenkĂ€fige sind sehr hoch, teilweise auch schon recht natĂŒrlich ausgestaltet und hier werden ausschließlich Schneeleoparden gehalten. Ich zĂ€hlte 3 Tiere, konnte allerdings eben leider nicht feststellen, ob noch Tiere im Haus waren.
Umrundet man jetzt wieder die Hinterseite der BĂ€rengrube kommt man zu einem kleinen Holzhaus, welches in drei Bereichen Fische, Lurche und Reptilien zeigt.
Daneben befindet sich die neue Anlage fĂŒr die Amurtiger, die aber so in die Ecke verfrachtet wurde, dass der Einblick nicht sehr ĂŒppig ist und die Anlage somit eher beengt wirkt.
Am nun folgend Weg sind in einigen historischen Stallungen noch Lama, Trampeltier, Mara, Halsbandpekari, Guanako und Wisent zu sehen.
Etliches in diesem Zoo erinnert an Bilder aus Zoos, nach dem Krieg oder zum Ende der DDR. Etliches ist nach heutigen MaßstĂ€ben veraltet und wĂŒrde sicher einige Kritiker auf den Plan rufen.
In Litauen aber empfindet man die kleinen Neuerungen bereits als Aufbruch und irgendwann wird auch dieser Zoo hoffentlich seinen Weg in eine moderne Zukunft gehen. Ich wĂŒnsche dem neuen Direktor dafĂŒr viel Kraft und hoffe sehr, dass er mit der historischen Substanz nicht zu brutal umgeht. FĂŒr mich war es schon ein ganz besonderer Zoobesuch, verbunden mit dem GefĂŒhl, dass es mehr als interessant war, diesen Zoo noch genau SO zu sehen.

(04.11.2013, 16:58)
Oliver Jahn:   Ich habe den Feiertag, verbunden mit dem BrĂŒckentag genutzt, um mir die baltischen Zoos anzuschauen.
Drei LĂ€nder, drei Zoos.
Mit Tallinn habe ich einen "Bekannten" mal wieder besucht, neu habe ich die Zoos in Riga und Kaunas kennengelernt.
Im Baltikum stĂ¶ĂŸt man noch auf eine ganz andere Zoowelt, welche sich zwar auch entwickelt, gerade in Litauen und zum Teil auch in Lettland aber noch um viele Jahre (Jahrzehnte?) zurĂŒck ist. Ich werde nach Abschluss des Polen-Reiseberichts die Zoos hier vorstellen. Und ich kann jetzt schon sagen, alle drei Zoos waren die Reise wert.
(07.10.2013, 10:53)

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