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Löwen (allgemein)



Liz Thieme:   Die Ă€ltere Schwester der Zwillinge (nun ja beide MĂŒtter) hat ihren Zyklus nicht wieder bekommen.

Warum sollte Shapur keine erfolgreiche Paarung hinbekommen? Er musste damals nach der Ankunft nur abnehmen und lernen, wie man mit Weibchen umgeht.
(28.11.2023, 21:02)
cajun:   @Liz: Was ist mit der dritten Löwin des Rudels? Hat es da bisher noch nicht geklappt? Alle drei Weibchen waren ja bereits recht alt fĂŒr eine Erstgeburt, so ich mich richtig erinnere...?!?
Wobei dieses Jahr auch in Aalborg drei Asiatische Löwenwelpen geboren wurden. Dem Kater dort hÀtte ich, nach Ansicht letztes Jahr, auch keine erfolgreiche Paarung mehr zugetraut.
(17.11.2023, 17:12)
Liz Thieme:   Der Nachwuchs in Schwerin ist da. Es sind zwei Jungtiere, die am Dienstag geboren wurden.
(16.11.2023, 18:04)
cajun:   In der Meldung findet sich ein Update zum Ex- situ Bestand der Angola- Löwen:
"Neue Bewohner des Schlesischen Zoos
Vier im September geborene Löwenwelpen wurden im Schlesischen Zoo in Chorzów vorgestellt.
An der Veranstaltung nahmen Marschall Jakub CheƂstowski und Marek Mitrenga, Direktor des Schlesischen Zoos in Chorzów, teil.
Bisher gab es im Schlesischen Zoo drei Angola-Löwen. Das Löwenrudel bestand aus einem MĂ€nnchen und zwei Weibchen. Am 2. September 2023 wurden vier Löwenwelpen geboren – zwei MĂ€nnchen und zwei Weibchen. SchĂ€tzungen zufolge ist die Löwenpopulation um etwa 43 % zurĂŒckgegangen in den letzten 21 Jahren. Derzeit gibt es in allen Zoos der Welt nur 77 Vertreter dieser Subpopulation, davon 73 in Europa.
WĂ€hrend der Veranstaltung wurde die aktuelle Investition in den Schlesischen Zoo erwĂ€hnt. Dabei handelt es sich um ein neues GebĂ€ude fĂŒr Löwen, mit Außengehege, dessen Bau fast 3,2 Mio. PLN gekostet hat. Der Bau eines neuen Löwenhauses ermöglicht die aktive Teilnahme am Zuchtprogramm fĂŒr Löwen – der Schlesische Zoo wird damit zum dritten Zuchtzentrum fĂŒr Angola- Löwen weltweit."
Quelle:https://www.slaskie.pl/content/nowi-mieszkancy-slaskiego-zoo
Übersetzung: Zoopresseschau
(15.11.2023, 09:33)
cajun:   Das Rudel in Schwerin wĂ€chst voraussichtlichweiter:
" Zoo erwartet erneut Löwen-Nachwuchs
Der Schweriner Zoo freut sich bereits zum dritten Mal in diesem Jahr ĂŒber außergewönlichen Nachwuchs. Die Löwin Indi ist tragend und soll in den kommenden zehn Tagen fĂŒr neuen Trubel im Löwengehege sorgen. Erst Anfang Juli hatte Löwin Heide zwei gesunde Jungtiere zur Welt gebracht. Sie wurden auf die Namen "Kirana" und "Ravi" getauft. Im August legte Nashorn-Dame Clara nach und brachte ein gesundes Kalb zur Welt. "Kiah" ist das erste Breitmaulnashornbaby, das in Mecklenburg-Vorpommern das Licht der Welt erblickt hat. Die Hoffnungen des Schweriner Zoos sind groß, dass es bei Löwin Indi auch so gut lĂ€uft. Sie hatte im FrĂŒhjahr zwei Jungtiere zur Welt gebracht, die ihre erste Nacht nicht ĂŒberlebt haben."
Quelle:https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Schwerin-Zoo-erwartet-erneut-Loewen-Nachwuchs,kurzmeldungmv13032.html
(09.11.2023, 20:09)
cajun:   Ich wĂŒrde gerne mal die Studie lesen. Bin dazu aber noch nicht gekommen:
"Artenschutz: Afrika sterben die Löwen weg
Zum VerhĂ€ngnis wird den Großkatzen die zunehmende EinschrĂ€nkung ihrer Lebensgebiete. Dazu kommen der RĂŒckgang ihrer Beutetiere und nicht zuletzt die Begegnungen mit Menschen.
Die Zahl der wilden Löwen Afrikas hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren fast halbiert: Das majestĂ€tische Raubtier könnte bis Ende dieses Jahrhunderts ganz ausgestorben sein. In einer von der britischen Oxford-UniversitĂ€t und der sĂŒdafrikanischen Endangered Wildlife Trust (EWT) in Auftrag gegebenen Studie fanden NaturschĂŒtzer heraus, dass es in Afrika heute nur noch rund 23 000 Löwen gibt, verteilt auf 25 LĂ€nder.
Zum VerhĂ€ngnis droht den Großkatzen die zunehmende EinschrĂ€nkung ihrer Lebensgebiete zu werden. Dazu kommen der allmĂ€hliche RĂŒckgang ihrer Beutetiere und nicht zuletzt die Begegnungen mit Menschen, die in der Regel fĂŒr die wilden Löwen und nicht fĂŒr die Menschen tödlich enden. In den vergangenen drei Raubtier-Generationen – insgesamt 21 Jahre – sei die Lebensgrundlage des Königs der Tiere in der FlĂ€che um mehr als ein Drittel geschrumpft, teilte EWT-Forscherin Samantha Nicholson in Johannesburg mit: „Das ist die grĂ¶ĂŸte EinschrĂ€nkung, mit der eine Tierart bisher fertig werden musste.“
Am schlimmsten geht es den Löwen in Westafrika
In ihrer Studie seien erstmals sowohl ökologische wie soziopolitische Faktoren berĂŒcksichtigten worden, fĂŒgte Nicholson hinzu: Auch der Einfluss von Korruption, Armut und politisch motivierter Gewalt sei berĂŒcksichtigt worden. Über ganz Afrika verteilt wurden noch 62 Löwen-Populationen gefunden, fast die HĂ€lfte von ihnen zĂ€hlt weniger als 50 Tiere. Nur in drei großen Territorien leben noch mehr als tausend der Raubkatzen.
Ihre Lage ist ĂŒber den Kontinent verteilt Ă€ußerst unterschiedlich. Am schlimmsten geht es ihnen in Westafrika: Dort leben nur noch 250 Exemplare der Unterart Panthera leo leo, die akut vom Aussterben bedroht sind. Die meisten von ihnen halten sich im 32 000 Quadratkilometer großen Schutzgebiet W-Arly-Pendjar auf. Das liegt zwischen Burkina Faso, dem Niger und Benin, wohin sich auch islamistische Extremisten zurĂŒckzuziehen pflegen. Deren PrĂ€senz mache den Naturschutz noch gefĂ€hrlicher und komplizierter, meint die Expertin Nicholson.
Zuversichtlich stimmt die Situation im sĂŒdlichen Afrika
Dass das Aufeinandertreffen von Mensch und Löwe nicht immer tödlich verlaufen muss, zeigt indessen das Beispiel Tansania, wo insgesamt mehr als 8000 Raubkatzen leben – mehr als in jedem anderen afrikanischen Land. Der ostafrikanische Staat weist auch die grĂ¶ĂŸte Zahl von Menschen auf, die in einem von Löwen bevölkerten Gebiet leben. „Mit richtiger Vorbereitung und Begleitung können Konflikte zwischen Menschen und Löwen verhindert werden“, erklĂ€rt Nicholson dazu.
Zuversichtlich stimmt die Situation im sĂŒdlichen Afrika, wo die Wildparks im Gegensatz zum Rest des Kontinents eingezĂ€unt sind. Vor allem in SĂŒdafrika ist die Zahl der Raubtiere stabil oder sogar steigend: Hier streunen mehr als 3000 Exemplare durch die Reservate. Zunehmend kommt es am Kap der Guten Hoffnung allerdings auch zur Wilderei: Die Löwen werden fĂŒr ihre Knochen, ihre Klauen und ZĂ€hne und ihr Fell erlegt. Noch schlimmer wirkt sich die TrophĂ€enjagd aus, die im sĂŒdlichen Afrika erlaubt ist. Die Einnahmen aus dem umstrittenen „Sport“ seien fĂŒr die Kompensation der Kosten zum Schutz der Tiere nötig, so lautet die BegrĂŒndung.
Löwenschutz braucht bis zu drei Milliarden Dollar
Rechnerisch seien fĂŒr den Schutz der Raubtiere in ganz Afrika bis zu drei Milliarden Dollar nötig, heißt es in der Studie. FĂŒr einen Quadratkilometer umzĂ€untes Parkgebiet fallen jĂ€hrlich 500, in nicht umzĂ€unten Reservaten 200 Dollar an. Ohne Einnahmen aus der TrophĂ€enjagd reichen die zur VerfĂŒgung stehenden Mittel selbst im sĂŒdlichen Afrika bei Weitem nicht aus.
Die Nichtregierungsorganisation World Animal Protection schlĂ€gt deshalb vor, eine Abgabe fĂŒr alle Besucher der Region zu erheben. Bei einer Umfrage hĂ€tten sich 85 Prozent von fast tausend Befragten bereit erklĂ€rt, eine Abgabe von tĂ€glich rund fĂŒnf Dollar zu entrichten. In diesem Fall wĂ€re die Region nicht mehr so sehr auf die TrophĂ€enjagd als Einnahmequelle angewiesen.
Sterilisiert und bis zum natĂŒrlichen Tod durchgefĂŒttert?
Außer den rund 3000 wilden Löwen gibt es in SĂŒdafrika noch schĂ€tzungsweise 7500 Raubkatzen, die auf mehr als 500 Farmen gezĂŒchtet und in kleinen Gehegen gehalten werden. Auch sie wurden bisher fĂŒr die TrophĂ€enjagd herangezogen. Ihre Knochen werden pulverisiert und nach SĂŒdostasien verkauft. Dort brĂŒht man das Pulver als Tee auf und trinkt ihn als Medizin und Potenzmittel. Im vergangenen Jahr beschloss SĂŒdafrikas Regierung, diese sogenannte Dosen-Jagd zu verbieten.
Noch immer ist allerdings unklar, was mit der großen Zahl der in Gefangenschaft geborenen Raubkatzen geschehen soll. Ausgewildert können sie nicht werden, weil ihnen die zum Überleben nötigen FĂ€higkeiten fehlen. Auch eine Masseneuthanasie kommt kaum infrage. Am wahrscheinlichsten ist, dass sie sterilisiert bis zu ihrem natĂŒrlichen Tod auf Staatskosten durchgefĂŒttert werden. Auch das ist kein angemessenes Ende fĂŒr die Könige der Tiere.
Trauriges Beispiel in Äthiopien
Maze National Park
Die heikelste Lage fanden die Forscherinnen und Forscher im sĂŒdwestlich der Ă€thiopischen Hauptstadt Addis Abba gelegenen Maze National Park vor. Dort leben auf 200 Quadratkilometer verteilt gerade noch neun Löwen.
Viehhirten
Diese Raubkatzen geraten stĂ€ndig mit Viehhirten in Konflikt, die dort illegal ihre Rinder weiden. Der Park verfĂŒgt lediglich ĂŒber einen WildhĂŒter und zehn Scouts, die sich ein Motorrad teilen mĂŒssen."
Quelle:https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.artenschutz-afrika-sterben-die-loewen-weg.cd9dac99-a4e6-4636-9820-c1e62e8b70eb.html
(17.10.2023, 14:14)
cajun:   Ein zukĂŒnftiges ZuchtmĂ€nnchen fĂŒr Rotterdam:
"Willkommen, Wishu! Gestern haben ihn unsere Tierpfleger aus Planckendael abgeholt. Dieser Löwenmann ist noch jung und fast geschlechtsreif. Laut Zuchtmanagementprogramm passen er und Lalana genetisch zusammen. Asiatische Löwen sind vom Aussterben bedroht und nur noch wenige leben in freier Wildbahn. Die Dringlichkeit, die Art zu erhalten, ist daher hoch. Wishu wird die nÀchsten vier Wochen hinter den Kulissen in QuarantÀne bleiben."
Quelle:https://www.diergaardeblijdorp.nl/leeuw-wishu-aangekomen/
(04.10.2023, 13:56)
Carsten Horn:   Traurig, letzten Donnerstag hab ich sie noch gesehen. War natĂŒrlich irgendwann zu erwarten bei dem stolzen Alter...

Uma gehörte noch zum Grundbesatz von Gamgoas...
(26.09.2023, 17:06)
cajun:   UMA in Basel ist nun vestorben:
"Tod der Àltesten Zolli-Löwin Uma
Der Zolli nimmt Abschied von der temperamentvollen und willensstarken Afrikanischen Löwin Uma (21). Die Àlteste Zolli-Löwin musste aufgrund der Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes am Montagmorgen, 25. September 2023, eingeschlÀfert werden. Sichtlich vom Alter gezeichnet, hat sie seit einigen Tagen nicht mehr gefressen und sich von der Gruppe entfernt.

Am Montagmorgen, 25. September 2023, musste die Afrikanische Löwin Uma (21) eingeschlĂ€fert werden. Uma war mit 21 Jahren ein sehr altes Tier und durfte ein langes Leben im Zolli fĂŒhren. Sie war Mutter von drei Löwen in zwei WĂŒrfen. Alle drei Nachkommen sind in andere Zoos in Europa weitergezogen.

Im Freiland geboren

Das Weibchen stammte, wie die zwei gleichaltrigen und bereits verstorbenen Löwen Mbali (im Januar 2022 verstorben) und Okoa (im MĂ€rz 2021 verstorben), aus den Nationalparks Pilanesberg und Madikwe im Nordwesten SĂŒdafrikas. Uma ist schĂ€tzungsweise im SpĂ€tsommer 2002 im Freiland geboren. Die drei Löwen waren Teil eines Ex-situ Artenschutzprogramms, das zum Ziel hatte, die stark gefĂ€hrdete namibische Löwenpopulation zu retten. Im Zoo Basel wurde gezielt mit ihnen gezĂŒchtet, um eine nachhaltige Reservepopulation aufzubauen.

Schleichende Verschlechterung des Gesundheitszustandes

Bereits im FrĂŒhling 2020 war den Tierpflegenden sowie dem TierĂ€rzte-Team aufgefallen, dass die damals 18-jĂ€hrige Löwin Uma an Kondition und an Energie verloren hatte. Von diesem Tief, wie auch von den nachfolgenden, erholte sie sich jeweils gut und war bis vor einigen Tagen in einem guten Allgemeinzustand. Vor einer Woche fing Uma an, sich von den zwei jĂŒngeren Tieren abzusondern und im Stall zu bleiben. Sie schlief viel und war nicht mehr an Futter interessiert. Aufgrund der stetigen Verschlechterung und ihres fortgeschrittenen Alters entschied das TierĂ€rzte-Team sie am Montagmorgen einzuschlĂ€fern. Der Körper der Löwin wird – wie bei allen Tieren, die im Zolli sterben oder getötet werden mĂŒssen – in die Tierpathologie der UniversitĂ€t Bern ĂŒberfĂŒhrt und dort untersucht.

Starke Persönlichkeit

Uma war eine temperamentvolle und willensstarke Löwin. Zusammen mit der 2021 verstorbenen Okoa hatte sie das Rudel gefĂŒhrt. Tierpfleger Philipp Spindler erinnert sich an ein besonderes Ereignis: Uma habe sich direkt am Gitter vor ihn hingelegt und ihre Jungtiere gesĂ€ugt. Dies zeugt von einem starken VertrauensverhĂ€ltnis der sonst eher distanzierten unabhĂ€ngigen Löwin.

ZukĂŒnftiges Löwenrudel

ZurĂŒck bleiben die beiden Weibchen Nyoma (6) und Nikisha (6). Die Suche nach einem LöwenmĂ€nnchen hat bereits seit lĂ€ngerem begonnen. Nach dem Tod von Uma kann nun konkret mit dem EAZA Ex-situ-Programm (EEP) nach einem erfahrenen Löwen Ausschau gehalten werden."
Quelle:https://www.zoobasel.ch/de/aktuelles/news/1438/tod-der-aeltesten-zolli-loewin-uma/
(26.09.2023, 12:27)
cajun:   Nun hat MĂŒnster einen neuen Kater, wieder aus Givskud:
"Löwenstarkes Trio im Allwetterzoo
Willkommen Hannibal!
Seit dieser Woche komplettiert Kater Hannibal unser Löwenrudel im Allwetterzoo.
Bislang lebten die beiden Löwenschwestern Juma und Jasira zu zweit in ihrem Gehege. Die beiden Schwestern kamen im Dezember des letzten Jahres aus Leipzig zu uns. Zu dieser Zeit lebte noch Kater Sulla in MĂŒnster, der leider nur wenige Wochen spĂ€ter plötzlich und unerwartet an den Folgen einer eitrigen GehirnentzĂŒndung starb.
Doch die Zeit der Schwestern-WG ist nun vorĂŒber, denn mit Hannibal zieht ein neuer junger Löwe ein. Wie schon seine zwei VorgĂ€nger Jarah und Sulla auch, stammt er aus dem dĂ€nischen Tierpark Givskud – Zootopia. Hannibal ist Sullas kleiner Bruder und wurde am 02. Januar letzten Jahres geboren. Sein noch junges Alter sieht man dem König der Tiere auch an: die Krone fehlt noch, bzw. die MĂ€hne. Diese beginnt mit etwa einem Jahr zu wachsen, ist allerdings erst mit vier bis fĂŒnf Jahren komplett entwickelt.
Auch Juma und Jasira sind noch jung. Beide wurden am 07. MĂ€rz 2021 in Leipzig geboren. Die beiden Löwinnen sieht man in der Regel zusammen durch ihr Gehege streifen. Es bleibt zu hoffen und abzuwarten, dass sich Hannibal gut in die Struktur einfĂŒgen kann. Erste Blicke konnten schon durch ein Kontaktgitter ausgetauscht werden.
Theoretisch ist mit der neuen Löwengruppe auch eine Zucht möglich, damit können sich unsere Raubkatzen aber noch Zeit lassen - wichtiger ist, dass sich die Tiere in den nÀchsten Tagen und Wochen als Rudel organisieren und sich aneinander gewöhnen"
Quelle:https://www.allwetterzoo.de/de/ueber-den-zoo/News/24082023-willkommen-hannibal/
(25.08.2023, 15:11)
Carsten Horn:   Wenn die in Basel gehaltenen Löwen nicht mehr als eigene Unterart anerkannt wird, ist das natĂŒrlich einfacher mit der Katersuche erfreulicherweise...

Da war ich dann nicht "uptodate" bei dem ganzen Artendurcheinander in letzter Zeit...

Letzten Donnerstag lebte Uma noch, alle drei gesehen...
(05.08.2023, 10:21)
Jan Jakobi:   Carsten, in MĂŒnster leben 2 Töchter des Etosha-Löwen Majo (geb. Mai 2015 in Basel) und der Transvaal-Löwin Kigali (geb. Mai 2014 in Frankreich).

Ihr zukĂŒnftiger leider 5 Wochen nach der Ankunft verstorbener Partner Sulla stammte aus Givskud.
Welche Unterart in Givskud gehalten und gezĂŒchtet wird weiß ich nicht.

Es scheint so zu sein, dass die Unterart Etosha-Löwe nicht mehr anerkannt und nun zu den Transvaal-Löwen gezÀhlt wird.
(02.08.2023, 15:01)
Adrian Langer:   @Carsten: Das ist vielleicht ein bisschen verwirrend. Den WĂŒstenlöwen, die in Basel gehalten und gezĂŒchtet werden gibt es so nicht mehr sondern wurden bereits den Transvalen zugeschlagen. ZusĂ€tzlich soll es ja nur noch drei Löwenarten (Nord-, SĂŒdwest-, und SĂŒdlöwe) geben. Damit sind WĂŒstenlöwe und Transval noch mehr eins. Ich glaube dann ist das nicht mehr schlimm schwer einen Kater zu finden.
(02.08.2023, 14:51)
cajun:   @Carsten: Sind die beiden weißen Kater in Neunkirchen nicht auch sĂŒdafrikanischer Abstammung? Sind doch Nachzuchten aus Magdeburg.
Die Frage nach einem Löwenkater stellte sich ja auch fĂŒr die Leipziger Nachzuchtweibchen in MĂŒnster.
Die hatten nur kurzzeitig einen Kater aus DĂ€nemark (Nachzucht der Basler 3,0?) dabei, der aber schnell verstarb. Der Berliner Nachzuchtkater aus Leipzig soll sterilisiert sein laut ZTL. Soviel zur Zucht....

(02.08.2023, 14:34)
Carsten Horn:   Das natĂŒrliche Ableben von Uma wird erwartet im Alter von 21 Jahren, generell nichts schlimmes. Bis dahin soll kein neuer Kater kommen, aber man kann ja schon mal suchen, und nicht erst dann wenn es so weit ist, vorausschauendes planen...

Aber wenn die "richtige" Zeitung etwas fĂŒrs Sommerloch wittert, siehe Artikel unten...

Ich frag mich nur, wo der neue Kater herkommen soll, wenn nur noch vier weitere Zoos in Europa die Unterart halten und drei davon Tiere aus Basel erhalten haben? Nur Hodenhagen hat mW nicht verwandte Tiere aus einer Privathaltung in der Slowakei. Aber nur einen Kater und den werden sie wohl nicht abgeben...

Wenn man bei der Unterart bleiben will, braucht es keinen Koordinator, sondern Kontakt nach SĂŒdafrika, genau wie bei Mbali, Okoa und Uma...

Wenn ich in Basel bin, schaue ich immer, ob noch alle drei Löwen da sind, das tat ich aber bereits vor dem Artikel! Mußte ja bereits miterleben, wie Okoa und Mbali gegangen sind und da ist das bei der gleich alten Uma auch irgendwann zu erwarten... Die drei waren der Grundbesatz vom Gamgoas und kamen zur Eröffnung
(02.08.2023, 13:54)
Liz Thieme:   Sacha, das weiß ich, trotzdem ist es furchtbar solch eine "Aufmachung" zu lesen. Der Inhalt ist in Ordnung.
(01.08.2023, 07:08)
Jan Jakobi:   Sacha, in Kopenhagen wurde vor einigen Jahren ein altes/Ă€lteres Löwen-Paar eingeschlĂ€fert.
Dachtest du daran, cajun?
(31.07.2023, 23:05)
Sacha:   Nun, dass "20Minuten" sprachlich kein Vorzeigeobjekt ist, ist bekannt. Was genau irritiert Euch am Inhalt des Artikels bzw. warum strĂ€uben sich bei Euch die Haare?
(31.07.2023, 22:01)
Liz Thieme:   Was fĂŒr ein Artikel! Da strĂ€uben sich einem ja die Haare...es hört sich aber danach an, als ob sie eher bei Elitepartner suchen sollten statt Tinder :D
(31.07.2023, 17:29)
cajun:   Ein etwas irritiernder Titel:
"Zoo sucht neuen RudelfĂŒhrer, aber zuerst muss eine Löwin sterben
Ganz ohne die Hilfe von Datingportalen wie Tinder und Co. ist der Zoo Basel europaweit auf der Suche nach einem Match. FĂŒr seine beiden jungen Löwinnen sucht er einen zeugungsfĂ€higen Löwen.
Mbali, der König der Basler Zolli-Löwen, ist vor eineinhalb Jahren knapp 20-jÀhrig verstorben. Seither leben die Löwinnen ohne MÀnnchen.
Die Anforderungen sind hoch: Er muss erfahren sein, ein Alpha-Tier sĂŒdafrikanischer Abstammung und gleich zwei Weibchen glĂŒcklich machen können. Der Zoo Basel ist auf der Suche nach einem passenden LöwenmĂ€nnchen fĂŒr die beiden Löwinnen Nikisha und Nyoma. DafĂŒr hat er einen tierischen Matchmaker eingeschaltet. «Es gibt einen zentralen Koordinator, der die Population in allen europĂ€ischen Zoos verwaltet. Er hat den Überblick, welcher Löwe wo ist, welche Zoos Löwen brauchen und welche Löwen sie abgeben können», erklĂ€rt Kurator Fabian Schmidt gegenĂŒber Telebasel.
Tod von Löwin Uma bald erwartet
Vor eineinhalb Jahren ist der «König der Löwen» Mbali im Alter von 20 Jahren gestorben. Seine 21-jĂ€hrige Herzdame Uma ist seither mit den beiden jĂŒngeren Löwinnen allein. Solange sie noch lebt, wolle der Zoo Basel keinen neuen Löwen ins Gehege lassen. «Es besteht die Gefahr, dass er die Älteste unter den Löwinnen tötet», so Schmidt. Lange mĂŒssen Nikisha und Nyoma wohl aber nicht auf ihren neuen RudelfĂŒhrer warten. Mit 21 Jahren gehört Uma zu den Ă€lteren Löwinnen und ihr Ableben wird in den nĂ€chsten Monaten erwartet.
Zoo Basel wĂŒnscht sich Löwenjunge
Die Suche nach einem LöwenmĂ€nnchen lĂ€uft also bereits auf Hochtouren. Wichtig sei, dass der Löwe bereits ein Rudel gefĂŒhrt hat, da die beiden jungen Löwinnen schon eine Zeit im Gehege leben. Der neue Löwe dĂŒrfe sich also nicht «die Butter vom Brot nehmen lassen», wie Fabian Schmidt erklĂ€rt. Er mĂŒsse zeugungsfĂ€hig, nicht zu nah verwandt, aber aus derselben Linie, also aus SĂŒdafrika sein. Das Ziel sei ganz klar: Der Zoo Basel will bald wieder Löwenjunge im Gehege rumtapsen sehen."
Quelle:https://www.20min.ch/story/tierischer-matchmaker-so-kommt-der-zoo-zu-einem-neuen-alpha-loewen-294532574499
(31.07.2023, 15:46)
W. Dreier:   Dann auch ihm ein Bild des Gedenkens - Mitte Mai 2022
(02.05.2023, 15:13)
cajun:   Der Leipziger Zuchtkater verstarb unerwartet:
"Freud und Leid nah beieinander: Löwe Majo gestorben
Bei aller Freude im Elefantentempel muss der Zoo Leipzig den heutigen Tod seines Löwen Majo bekanntgeben. Der acht Jahre alte Kater war zuletzt inappetent und hatte ein schlechtes Allgemeinbefinden, so dass er unter veterinĂ€rmedizinischer Kontrolle stand. Bei der heutigen Untersuchung unter Narkose versagte sein Kreislauf und das Tier starb. Eine genaue Ursache fĂŒr seinen Zustand war nicht festzustellen... "
Quelle:https://www.zoo-leipzig.de/artikel/freud-und-leid-nah-beieinander-loewe-majo-gestorben-1424/
(02.05.2023, 09:56)
cajun:   Also es scheint doch mehr herkunftsbekannte Löwen in Europa zu geben, als offiziell gelĂ€ufig. Hier ist das unten diskutierte Programm wieder Thema:
"Zwei Löwinnen verlassen den Antwerpener Zoo fĂŒr ein Zuchtprogramm in England
Die beiden Löwinnen der Àltesten Drillinge des Löwenpaares Nestor und Tasa verlassen den Antwerpener Zoo und ziehen in einen Zoo in England. Die Schwestern sind 2 Jahre alt und fast geschlechtsreif. In England werden sie zur Fortpflanzung mit einem MÀnnchen verpaart, um ihre vom Aussterben bedrohte Löwen[unter]art, den west- und zentralafrikanischen Löwen [Senegal-Löwe], zu retten.
Wenn alles gut geht, werden die zwei Löwinnen den Antwerpener Zoo am 2. Mai verlassen. „Die Schwestern Waka und Winta nehmen dann das Schiff nach England“, sagt Löwenkoordinator Patrick Immens, dem der Abschied schwer fĂ€llt. "Mit 8 Löwen hatten wir noch nie eine so große Gruppe."
Quelle:https://www.vrt.be/vrtnws/nl/2023/04/14/leeuwinnen-zoo-antwerpen/
Übersetzung: Zoopresseschau
(18.04.2023, 08:52)
Sacha:   @Martin Dassbach: Ich kann Deine Meinung nachvollziehen, sehe es aber trotzdem mehrheitlich anders. EINES der wichtigsten Ziele der Zoos ist doch die Arterhaltung (inkl. UA-Erhaltung). Auch wenn es enorm schwierig (oder sagen wir: zeitlich und finanziell aufwĂ€ndig) ist, Grosskatzen wieder auszuwildern, sollte doch in Gefangenschaft ein möglichst "naturgetreuer" Bestand als "Versicherung" aufgebaut werden.
Einig bin ich aber in der Aussage, dass wir nicht alle Löwen-UAs sichern können. Bei 2-3 ist das aber möglich. Das sollten dann die bedrohtesten UAs sein und keinesfalls Hybriden. Kandidaten hierfĂŒr wĂ€ren sicher einmal die Indischen Löwen, dann die Transvaal-Löwen und die Angola-Löwen.
Mein Vorschlag wÀre darum:
-Hybriden-Haltung sowie Haltungen von UAs mit weniger als 20,30 Individuen auslaufen lassen (Nachzucht ermöglichen, aber Jungtiere spĂ€testens nach erreichen der GR einschlĂ€fern) - Was natĂŒrlich den Tierschutz auf die Palme bringen wird, schon klar. Aber Artenschutz geht bei mir UND IN DER NATUR(!) vor Tier(individuen)schutz.
-PlÀtze der Hybriden nach und nach mit UA-reinen Tieren besetzen.
-Zur Vergrösserung des Genpools (und sofern vom natĂŒrlichen Bestand möglich) Individuen aus der freien Wildbahn oder via Spermienentnahme/AI den Zoobestand GELEGENTLICH ergĂ€nzen.
-Aufbau von Auswilderungsstationen durch finanzielle UnterstĂŒtzung der Zoos.
(04.02.2023, 14:08)
Martin Dassbach:   Upps.....doppelt
(04.02.2023, 01:28)
Martin Dassbach:   Bei allen Zuchtprogrammen sind m.E. zumindest folgende Fragen zu klĂ€ren:
Ist auf Unterarten zu achten ?
Falls ja auf welche und ist dies sinnvoll und möglich ?
Was geschieht mit Hybriden ?
Bei einer geringen Anzahl an Ausgangstieren (bzw. vielen vorhandenen Hybriden) ist es m.E. sinnvoller einen stabilen Hybrid-Zoobestand zu haben, als krampfhaft mit labilen Unterart BestÀnden zu arbeiten.
Siehe ggf. auch meinen Eintrag unter "Geparden-Unterarten".
(04.02.2023, 01:27)
Martin Dassbach:   Bei allen Zuchtprogrammen sind m.E. zumindest folgende Fragen zu klĂ€ren:
Ist auf Unterarten zu achten ?
Falls ja auf welche und ist dies sinnvoll und möglich ?
Was geschieht mit Hybriden ?
Bei einer geringen Anzahl an Ausgangstieren (bzw. vielen vorhandenen Hybriden) ist es m.E. sinnvoller einen stabilen Hybrid-Zoobestand zu haben, als krampfhaft mit labilen Unterart BestÀnden zu arbeiten.
Siehe ggf. auch meinen Eintrag unter "Geparden-Unterarten".
(04.02.2023, 01:26)
Sacha:   Jungtiere sind wegen der Verhaltensanreicherung grundsĂ€tzlich zu begrĂŒssen. FĂŒr ein Zuchtprogramm haben sie allerdings nur dann einen "Wert", wenn auch die Löwin der westafrikanischen Unterart angehört. Ansonsten ist das mit "Ein toller Erfolg im Zuchtprogramm dieser vom Aussterben bedrohten ART" Quatsch.
(02.02.2023, 16:04)
cajun:   Zum Thema westafrikanische Löwen in Antwerpen hier ein Zitat aus der Jahresbilanz 2022 des Zoos. In der ZTL ist zumindest der Kater als Tier dieser Unterart gelistet:
".........Das Löwenrudel im ZOO hat sich 2022 stark vergrĂ¶ĂŸert. Löwe Nestor und Löwin Tasa hatten wieder drei Junge: Xesar, Xira und Xabi. „Die Jungtiere Whisker, Waka und Winta vervollstĂ€ndigen die Familie, deren Gene fĂŒr das Überleben des west- und zentralafrikanischen Löwen [Senegal-Löwe] wichtig sind. Ein toller Erfolg im Zuchtprogramm dieser vom Aussterben bedrohten Art“, sagt Segers......"
Quelle:https://www.pzc.nl/antwerpen/zoo-antwerpen-en-planckendael-ontvingen-vorig-jaar-1-775-000-bezoekers-2022-was-het-jaar-van-herstel-br
Übersetzung aus der Zoopresseschau
(02.02.2023, 12:23)
Emilia Grafe:   Amersfoort waren 2 Weibchen und sind im Juli nach Veszprem gezogen.
(12.01.2023, 19:19)
Liz Thieme:   Mir fallen ein:
- ganz aktuelle Geburt in den USA (Lincoln Park) ein.
- In Skopje sind es auch weiße Löwen.

Sind die Jung-Löwen aus dem Burger's Zoo noch da? (Wurf 11/2020)

In den sozialen Medien geistert gerade ein Video rum (3 Tage alt) das angeblich aus Amersfoort ist. Hier wird eine Familie mit Youngsters gezeigt. Auf Basis der ZTL wĂŒrde ich aber eher auf ein altes Video tippen. Hier waren wohl Kitten im Herbst 2020 geboren.

(12.01.2023, 19:14)
Simon Kirchberger:   Ich habe außer den weißen Löwen niemanden in Erinnerung, der vor kurzem gezĂŒchtet hat. Außer Beauval vielleicht, da kommt aber die Katze in Leipzig her, wĂ€re also auch blöd

(12.01.2023, 18:33)
cajun:   Wer hat denn gezĂŒchtet und hĂ€tte einen passenden Kater abzugeben?
Oder wĂ€ren die in Neunkirchen eingestellten Magdeburger Nachzuchtkater nicht auch potentielle Kandidaten? Ok, wĂ€re eine "weiße" Zuchtlinie.....will man ja eigentlich nicht mehr....
(12.01.2023, 10:22)
Simon Kirchberger:   Ein Schelm, wer dabei Böses denkt;) Nein im Ernst, der Gedanke kam mir auch schon, aus dieser sehr unglĂŒcklichen Sache das bestmögliche rauszuholen. Dann wĂ€ren unsere Gedanken und BefĂŒrchtungen von vor ein paar Wochen umsonst
:)
(11.01.2023, 21:54)
Gudrun Bardowicks:   Dann hoffe ich mal, dass man sich jetzt um einen unterartreinen sĂŒdafrikanischen Löwen fĂŒr die Leipziger Nachzuchtweibchen bemĂŒht.
(11.01.2023, 21:37)
Simon Kirchberger:   Das ging schnell: der Allwetterzoo hat gepostet, dass der mĂ€nnliche Junglöwe an einer akuten GehirnhautentzĂŒndung verstorben ist. Der Erreger wird aktuell untersucht, um eine GefĂ€hrdung der Leipziger Weibchen auszuschließen.
(11.01.2023, 21:00)
cajun:   Die Pressemitteilung zum Neustart im Allwetterzoo:
"Neues Löwenrudel im Allwetterzoo MĂŒnster
Ein Kater und zwei Katzen, der Allwetterzoo MĂŒnster freut sich wieder ein Löwenrudel haben zu dĂŒrfen. „Alle Tiere sind noch recht jung und haben das dritte Lebensjahr noch nicht erreicht. Insbesondere bei unserem Kater Sulla ist das deutlich zu sehen, seine MĂ€hne wir sich in den nĂ€chsten Monaten noch deutlich entwickeln.“, freut sich Senior Kurator Marcel Alaze ĂŒber die neuen. „Wir haben also einen regelrechten Neustart mit Löwen hier bei uns.“ So ist die zuletzt alleinlebende Katze Tahama mittlerweile gut in ihrem neuen Domizil in Skopje, Nordmazedonien, angekommen und lebt dort gemeinsam mit einem ebenfalls schon Ă€lteren Kater zusammen.

Rund 5 Jahre ist es her, dass der damalige Löwenkater Jarah verstorben war. „Wir freuen uns sehr, endlich wieder einen Kater zu haben. Mit seiner MĂ€hne ist er nochmal imposanter als die MĂ€dels“, ist Tierpfleger Alexander Dietrich schon gespannt auf die zukĂŒnftige Arbeit mit den Großkatzen. „Es scheint sich aber um einen eher gutmĂŒtigen Kater zu handeln. Zumindest wirkt er in den ersten Tagen sehr ruhig und entspannt.“ Sulla, benannt nach dem römischen Politiker Lucius Cornelius Sulla Felix, geboren um 138 v. Chr., kam, wie damals schon Jarah, aus dem dĂ€nischen Tierpark Givskud Zoo – Zootopia, wo er am 12. Mai 2020 geboren wurde.

Die beiden Katzen Juma und Jasira, geboren am 7. MĂ€rz 2021, stammen aus dem Zoo Leipzig. „Es handelt sich hier um ein Geschwisterpaar. Was uns dabei besonders freut: Theoretisch haben wir mit den Tieren eine genetische Basis, die uns das ZĂŒchten erlaubt“, blickt der Kurator Alaze optimistisch in die Zukunft. „Bis es so weit sein könnte, wird es aber noch dauern. Da die Tiere aber noch recht jung sind, haben wir hier keine Eile. Wichtiger ist es sowieso, dass sich die Tiere in den kommenden Wochen und Monaten als Rudel organisieren und aneinander gewöhnen.“

Artenschutz
Das derzeit vom Löwen besiedelte Gebiet macht etwa acht Prozent seines historischen Verbreitungsgebiets aus. Die IUCN schĂ€tzte die Anzahl geschlechtsreifer Löwen fĂŒr 2014 auf 23.000 bis 39.000 Individuen. Die Großkatze wird von der IUCN in die GefĂ€hrdungskategorie Vulnerable (gefĂ€hrdet) eingestuft. Es gibt jedoch Meinungen, dass die Tiere als Endangered (stark gefĂ€hrdet) gelten mĂŒssten. Das hat den Hintergrund, dass es teils starke regionale Unterschiede in den BestĂ€nden gibt. So gilt die Löwenpopulation in Westafrika, die 2011 als genetisch von sĂŒdostafrikanischen Löwen abweichend beschrieben wurde, als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered). Der Asiatische Löwe, dessen aus einigen hundert Tieren bestehender Bestand auf den Gir-Nationalpark und angrenzende Gebiete in Indien beschrĂ€nkt ist, gilt trotz wachsender Individuenzahlen als stark gefĂ€hrdet. In einigen großen Schutzgebieten Ost- und SĂŒdafrikas scheint die Zukunft der großen Katze jedoch bislang gesichert.

Nach EinschĂ€tzung der IUCN ist der weltweite Löwenbestand von 1993 bis 2014 um 43 Prozent zurĂŒckgegangen. In stichprobenartig ausgewĂ€hlten Subpopulationen nahmen die BestĂ€nde in vier sĂŒdafrikanischen LĂ€ndern (Botswana, Namibia, SĂŒdafrika, Zimbabwe) sowie in Indien in dieser Zeit sogar zu, in den weitaus meisten LĂ€ndern des derzeitigen Verbreitungsgebiets, und zwar in solchen mit hoher Bevölkerungsdichte, jedoch um 60 Prozent ab; in zwölf afrikanischen LĂ€ndern ist der Löwe in neuerer Zeit (recently) ausgestorben, in sieben weiteren, vorwiegend westafrikanischen LĂ€ndern möglicherweise ausgestorben.

Hauptursachen fĂŒr den RĂŒckgang sind neben Lebensraumzerstörungen direkte Verfolgung, insbesondere durch Viehhalter, die giftkontaminierte Kadaver auslegen, sowie der Verlust der Nahrungsbasis aufgrund von Wilderei fĂŒr den zunehmend kommerzialisierten Handel mit „Buschfleisch“. Eine weitere wachsende Bedrohung fĂŒr Löwen ist die Gewinnung von Körperteilen fĂŒr die traditionelle Medizin in Afrika und Asien. Hinzu kommt eine teilweise unzureichend reglementierte TrophĂ€enjagd. Ein weiteres Problem sind Krankheiten wie Staupe, die in extremen Klimaperioden aufgrund von Co-Infektionen mit einzelligen Babesien fĂŒr erhebliche Teile eines Löwenbestands tödlich verlaufen kann, sowie Rinder-Tuberkulose, fĂŒr die insbesondere kleine, isolierte und deshalb zur Inzucht neigende Löwenpopulationen anfĂ€llig sind."
Quelle: https://www.allwetterzoo.de/de/Ueber-den-Zoo/News/news_221209-neues-loewenrudel/
(12.12.2022, 09:05)
Tim Sagorski:   ...mal abgesehen vom bunten Durchmischen der Unterarten mit dem "gemeinen Zoo- und Zirkuslöwen" hat man in MĂŒnster, aus meiner Sicht, auch verpasst, die Außenanlage im Leerstand umzubauen und zu erweitern.

Die Innenanlagen finde ich, nach deren Erweiterung, ja sehr gelungen, die Freianlage ist aber noch immer ein Schwachpunkt des Zoos (genau wie die der Giraffen)
(08.12.2022, 08:54)
Simon Kirchberger:   Das kann man nur hoffen. Ich finde es eben schon seltsam, wenn man jahrelang kein Zuchtbuch einfĂŒhrt, mit der BegrĂŒndung es gebe zu wenig
Unterartreine Tiere fĂŒr eine Zucht. Und wenn man sie jetzt hat (und ja auch das Zuchtbuch) dann schmeißt man die Unterarten wieder wild durcheinander?
Das mit den westafrikanern bleibt spannend, hoffentlich finden sich da noch mehrere, die UA ist ja akut vom verschwinden bedroht...
(07.12.2022, 22:30)
cajun:   @Simon: ich habe schon vor Jahren immer gehört, das die Givskuder Löwen als Zuchtiere empfohlen werden, stelle mir aber die gleichen Fragen wie du. Vielleicht ist es mittlerweile opportun alle Löwen mit ost- und sĂŒdafrikanischen Wurzeln zu mixen aufgrund der letzten Studien... wer weiß?! In französischen Zoos und in Belgien soll es ja durchaus Westafrikanische geben, wenn man die letzten Meldungen so liest.
(07.12.2022, 22:10)
Simon Kirchberger:   Heute wurde das RĂ€tsel um die beiden weiblichen Nachzuchten aus Leipzig vom letzten Jahr gelöst: Sie sind nach MĂŒnster umgezogen. Damit ist auch klar, mit wem der neue Kater aus Givskud zĂŒchten soll... Allerdings verwundert mich das schon etwas, weil ich der Meinung war, dass im neuen Löwen-Zuchtbuch nur Unterartreine Löwen gezĂŒchtet werden sollen. Und der Kater aus DĂ€nemark ist das wohl nicht, außer es gibt neue Informationen von denen nur das Zuchtbuch, passenderweise in Givskud, was weiß? Wo man doch die Herkunft der Leipziger Löwen so hervorhebt, da die Eltern beide relativ direkt von WildfĂ€ngen abstammen...

Hier nochmal der kurze Text: https://www.zoo-leipzig.de/artikel/loewenpaar-kigali-und-majo-wieder-unter-sich-nachwuchs-ist-fluegge-geworden-1363/
(07.12.2022, 19:32)
cajun:   Die jungen Löwinnen aus GE konnten vermittelt werden:
"Löwennachwuchs zieht nach Ungarn
Die drei jungen Löwinnen Jamila, Kumani und Malaika, die vor gut einem Jahr in der ZOOM Erlebniswelt geboren wurden, sind in den ungarischen Zoo Veszprem gezogen. Sie werden dort gemeinsam mit anderen jungen Löwinnen in einem neu gegrĂŒndeten Rudel leben. Die Drei wurden im Rahmen des EuropĂ€ischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) vermittelt. Das EEP koordiniert den Austausch von Tieren fĂŒr den Erhalt der genetischen Vielfalt in europĂ€ischen Zoos. Um sie auf die Reise vorzubereiten, wurde schon einige Tage zuvor eine Transportkiste ins Gehege gestellt, die von den jungen Löwinnen neugierig erkundet wurde. Der Umzug verlief problemlos, Jamila, Kumani und Malaika sind wohlbehalten in Ungarn angekommen.

„Die unerwartete Geburt im Oktober 2021 war fĂŒr uns alle eine große Freude. Umso schwerer fĂ€llt der Abschied“, sagt Heiko Janatzek, Kurator der ZOOM Erlebniswelt. Da der Zoo Gelsenkirchen dauerhaft keinen Platz fĂŒr sechs Löwen hat, war die Abgabe unumgĂ€nglich. „Wir freuen uns aber, dass der Zoo Veszprem alle drei Junglöwen aufnimmt und sie so zusammenbleiben können“, so Janatzek.

Mutter der drei Löwinnen ist die 5-jÀhrige Fiona, Vater der 10 Jahre alte Löwe Bantu. Seit ihrer Geburt am 8. Oktober 2021 haben sich Jamila, Malaika und Kumani gut entwickelt. Wie die Tierpflegerinnen und Tierpfleger berichten, ist Kumani sehr neugierig und erkundet die Welt. Malaika ist eine sehr entspannte Löwin, die sich gerne bei ihrem Vater Bantu aufhielt. Und Jamila ist von allen dreien die vorsichtigste Löwin.

Die Namen der Jungtiere stammen aus dem Afrikanischen. Jamila bedeutet „Die Schöne“. Sie hatte nach der Geburt auffĂ€llig weißes Fell, das nach und nach dunkler wurde. Malaika heißt „Engel“ oder „Guter Geist“, da die Löwin sich bei den Tierpflegerinnen und Tierpflegern sehr entspannt und ruhig verhĂ€lt. Mit Kumani („Das Schicksal“) schließlich wollte das Tierpflegerteam ausdrĂŒcken, wie sehr es sich ĂŒber die Geburt der Jungtiere freute."
Quelle: https://www.zoom-erlebniswelt.de/presse-2022/loewennachwuchs-zieht-nach-ungarn/
(04.12.2022, 15:14)
cajun:   Nebeninfo aus dem Artikel: MĂŒnster hat einen neuen Löwenkater erhalten und hat theoretisch wieder eine Zuchtperspektive.

"MÀnnliche Löwen haben den Park verlassen
Die beiden jungen mĂ€nnlichen Löwen, die GIVSKUD ZOO – ZOOTOPIA seit einiger Zeit vom Rudel des Parks getrennt hat, sind nicht mehr im Park. Einer wurde in einen anderen Zoo geschickt, wĂ€hrend der andere eingeschlĂ€fert wurde.
Das Zusammenstellen von Löwenrudeln in Zoos ist ein grĂ¶ĂŸeres RĂ€tsel. Löwen sind große Raubtiere, man kann sie also nicht beliebig zusammenbringen. Dann riskieren sie einen Kampf und töten sich einfach gegenseitig.
Zugleich sind Afrikanische Löwen eine gefĂ€hrdete Art, mit der gezielt gezĂŒchtet werden muss, um eine gesunde Population zu erhalten. Aus diesem Grund verbringt der Biologin und Kurator von GIVSKUD ZOO – ZOOTOPIA, Kim Skalborg Simonsen, viel Zeit mit den Raubtieren. Er ist der Zuchtkoordinator fĂŒr die Art in der internationalen Zuchtkooperation der Zoos und arbeitet hart daran, die Löwen so zu platzieren, dass sie in Bezug auf Wohlbefinden, Zucht und Genetik am besten platziert sind.
"Wir hatten diese zwei mĂ€nnlichen Löwen, die wir hier im Park nicht halten konnten. Sie wurden von ihrer eigenen Mutter aus dem Rudel geworfen, was fĂŒr Löwen ein völlig natĂŒrliches Verhalten ist. FĂŒr den einen hat der Park einen Platz in einem anderen Zoo gefunden, den anderen kann er nicht wegschicken. Deshalb mĂŒssen wir ihn einschlĂ€fern", sagt der Kurator.
Verantwortung fĂŒr das Wohl der Tiere
Der eine Löwe wurde in den Zoo MĂŒnster in Deutschland geschickt, wo er Teil des Rudels sein und fĂŒr die Zucht verwendet wird.
Der andere wurde eingeschlĂ€fert, da es nicht möglich war, einen Platz fĂŒr ihn zu finden.
- Löwen sind sozial und wir denken, dass es fĂŒr einen mĂ€nnlichen Löwen schlecht ist, alleine zu bleiben. Deshalb haben wir uns entschieden, ihn einzuschlĂ€fern, wenn sein Bruder abreist", sagt der Kurator und fĂŒgt hinzu:
"In Europa gibt es einen Überschuss an mĂ€nnlichen Löwen. Wir können nicht kontrollieren, welches Geschlecht geboren wird oder wie viele Löwen von Jahr zu Jahr Platz haben und brauchen. Aber wir entscheiden uns dafĂŒr, unsere Löwen zĂŒchten zu lassen, obwohl wir wissen, dass das Risiko besteht, dass wir keinen Platz fĂŒr die ĂŒberschĂŒssigen MĂ€nnchen finden. Es werden ungefĂ€hr gleich viele MĂ€nnchen und Weibchen geboren, aber es gibt fast immer mehrere Weibchen in einem Rudel. Deshalb gibt es zu viele MĂ€nnchen. Aber wir glauben, dass es fĂŒr das Rudel wichtig ist, Jungtiere zu erleben, weil es ihr natĂŒrliches Verhalten stimuliert. Und wenn wir nicht zĂŒchten, riskieren wir, dass es mit der Zeit zu wenige Löwen gibt.
PlĂ€ne fĂŒr die Löwen des Parks
Im Rudel im Safarigebiet des GIVSKUD ZOO – ZOOTOPIA gibt es sowohl Weibchen als auch drei junge MĂ€nnchen. Diese jungen MĂ€nnchen können nicht mit einem neuen MĂ€nnchen zusammengebracht werden, das könnten nur junge Weibchen. Und sie mĂŒssen kurz vor der Geschlechtsreife sein, bevor das getan werden kann.
"Wir wollen nicht riskieren, neue große MĂ€nnchen zu holen, die die großen Jungen töten können. Wir mĂŒssen uns also ein wenig Geduld haben. Es ist eine große und komplizierte Aufgabe, ein gutes Löwenrudel zusammenzustellen, aber wir arbeiten weiter und hoffen, dass die Arbeit in naher Zukunft FrĂŒchte tragen wird", sagt der Kurator."
Quelle:https://www.givskudzoo.dk/da/nyheder/hanloever-vaek-fra-parken/
Übersetzung: Zoopresseschau
(29.11.2022, 13:32)
Simon Kirchberger:   @cajun: das stimmt natĂŒrlich, nach allem was ich ĂŒber das neue Löwen-Zuchtbuch gehört habe, soll das ja nur Unterartreine Löwen umfassen. Und dann wĂ€re das schon nicht verkehrt, nicht mehr mit Hybriden zu zĂŒchten. Aber, da geb ich dir Recht, kann man natĂŒrlich auch erstmal verhĂŒten und dann trotzdem zusammenfĂŒhren...
(08.10.2022, 12:41)
cajun:   In Emmen verlief die EinfĂŒhrung des neuen Katers nicht ganz ruckelfrei. Nachdem erst die vier erwachsenen Katzen den "Neuen" relativ rauh empfingen, ist nun eine Löwin bei den Auseinandersetzungen getötet worden.
(07.10.2022, 22:24)
cajun:   @Simon: es zĂŒchten doch einige Zoos mit afrikanischen Löwen ohne Unterartstatus. Und selbst wenn nicht, ist das doch kein Hindernis weibliche und mĂ€nnliche Löwen zu vergesellschaften. VerhĂŒtung gehört ja leider ĂŒberall dazu. Weshalb also die große neue Anlage nicht dichter besetzen.. ?!
(07.10.2022, 22:20)
Simon Kirchberger:   Die beiden BrĂŒder in MĂŒnchen sind Hybrid-Löwen aus der Hagenbeck-Zucht und ich meine mich zu erinnern, dass bei einer Zucht auch auf Unterarten geachtet werden soll... Und Julian hat in der Aussage Recht, dass vom Tierpark immer geplant war, erst nach dem Tod der beiden ein neues Rudel aufzubauen. Die sind ja auch "schon" 11 Jahre alt. Die PlĂ€ne können sich aber natĂŒrlich Ă€ndern...
(30.09.2022, 08:38)
cajun:   @Julian: Weshalb mĂŒssten die LöwenbrĂŒder getrennt werden, wenn zwei Löwinnen hinzu kommen?
(29.09.2022, 22:29)
Julian Mayzlin:   Ich glaube nicht dass sie nach MĂŒnchen gehen, da dort die zwei BrĂŒder leben welche auch nicht getrennt werden sollen laut Tierpark Direktor.
(29.09.2022, 21:48)
cajun:   Man könnte jetzt mal spekulieren wohin die Katzen gehen. Wuppertal hat Leerstand und nur noch zwei alternde Kater, dazu, wie unten beschrieben, OsnabrĂŒck. Macht MĂŒnster ĂŒberhaupt weiter mit der alten Anlage? Hat nicht ggf auch MĂŒnchen Interesse mit der neuen Anlage? Wer hĂ€tte gedacht das soviel Löwenplanstellen mal wieder zu besetzen sind....
(29.09.2022, 17:54)
cajun:   Die Jungtiere des letzten Wurfes verlassen nun wie angekĂŒndigt Leipzig:
"Bye, bye, Kossi - Löwenkater lebt jetzt in Schweden
Der 1,5 Jahre alte Löwenkater Kossi hat den Zoo Leipzig in Richtung Boras in Schweden verlassen und ist gut in seiner neuen Heimat angekommen. Er soll dort Teil eines neuen Zuchtrudels werden. Auch seine Schwestern Yuma und Jasira werden den Zoo Leipzig noch im Herbst in Richtung eines anderen deutschen Zoos verlassen.
In der Löwensavanne Makasi Simba verbleiben dann die adulten Löwen Kigali und Majo.
Quelle: https://www.zoo-leipzig.de/artikel/bye-bye-kossi-loewenkater-jetzt-in-schweden-1334/
(29.09.2022, 17:49)
cajun:   Ich bin gespannt @ W.Dreier. Neulich kam doch mal die Frage nach dem Zuchtbuch fĂŒr afrikanische Löwen auf. Ich konnte mich nicht mehr erinnern... weiter unten im Thread die Antwort. Givskud koordiniert @Sacha.
(11.09.2022, 22:31)
W. Dreier:   @cahun: bin (fast) auf dem Wege dorthin - mal schauen.
(11.09.2022, 15:53)
cajun:   @W.Dreier: Bezugnehmend auf deine Postings zu den indischen Löwen in Prag, was sind denn da die Widrigkeiten mit der Zucht der importierten Tiere?
(11.09.2022, 10:31)
cajun:   In OsnabrĂŒck muss man sich langsam- Ă€hnlich wie in MĂŒnster- Gedanken machen, wie es mit der Löwenhaltung weiter geht. Villeicht ĂŒbernimmt man ja die drei Nachwuchskatzen aus Gelsenkirchen?
"Löwe Amani verstorben
Ende Juli mussten die TierĂ€rzte im Zoo OsnabrĂŒck eine schwere Entscheidung treffen: Der Gesundheitszustand des Löwenkaters Amani hatte sich derart verschlechtert, dass sie ihn erlösen mussten. Bereits in den vergangenen Monaten war der 14-jĂ€hrige Kater wegen seiner schlechten Nierenwerte und VerĂ€nderungen an seinen Augen in tierĂ€rztlicher Behandlung. Nachdem ein deutlicher Verlust an Muskelmasse sowie Erbrechen hinzukamen, entschloss sich das Team zu einer Narkose in Zusammenarbeit mit Experten fĂŒr Nierenerkrankungen bei Großkatzen von der Vetmeduni Wien fĂŒr eine genauere Untersuchung. Bedauerlicherweise wurden im Blut eindeutige Hinweise auf ein unumkehrbares Nierenversagen festgestellt. Die Entscheidung ein Tier einzuschlĂ€fern fĂ€llt den VeterinĂ€ren nie leicht, jedoch stehen sie in der Verantwortung ihrer SchĂŒtzlinge und entscheiden immer zum Wohle des Tieres. Den verbliebenen Artgenossen wurde die Möglichkeit gegeben, sich von Amani zu verabschieden. Der Körper des stattlichen LöwenmĂ€nnchens wurde pathologisch untersucht, um Aufschluss ĂŒber das Krankheitsbild zu erlangen.

In der Wildbahn ĂŒberleben 95 Prozent der Löwen das erste Lebensjahr nicht, das Höchstalter von Löwenkatern liegt in der Natur bei 16 Jahren. Im Zoo OsnabrĂŒck leben nun noch Löwenkatze Shaba (fast 22 Jahre) und die beiden Kater Mahiri und Kipangi. Amani, Kipangi und Mahiri wurden 2008 geboren und als Geschwister im Rudel aufgezogen."
Quelle:https://www.zoo-osnabrueck.de/aktuelles/news/artikel/news-title/loewe-amani-verstorben-514/
(24.08.2022, 15:34)
cajun:   Von der "ganzen Menge", nun einer weiniger...:
"MÀnnlicher Löwe wurde euthanasiert
GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA hat bei den Löwen kein ZuchtmĂ€nnchen mehr. Unangemessenes Verhalten gegenĂŒber den anderen Löwen fĂŒhrte dazu, dass der Park gezwungen war, es zu töten.
Normalerweise können die GĂ€ste einen großen Löwenkater erleben, wenn sie durch die große Löwenanlage von GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA fahren. Aber zurzeit gibt es keinen Löwenkater in dem Bereich.
"Leider mussten wir unseren Löwenkater töten. Wir hĂ€tten es gerne vermieden, da er relativ jung war und starke Gene hatte, daher hĂ€tten wir gerne ein großes Rudel mit ihm aufgebaut und wir hatten damit gerechnet, dass er fĂŒr die nĂ€chsten Jahre hier im Park der AnfĂŒhrer des Rudels sein könnte. Aber durch sein unangemessenes Verhalten fĂŒhlten wir uns gezwungen, ihn aus dem Rudel zu nehmen, sagt Kim Skalborg Simonsen, Biologe und Kurator im GIVSKUD ZOO – ZOOTOPIA.
Angriff auf seinen eigenen Nachwuchs
Als der Löwenkater vor einigen Jahren im Park zum ZuchtmÀnnchen wurde, konnte er problemlos mit den Löwinnen in der Anlage umgehen.
Doch das Ă€ndert sich laut dem Biologen, und der mĂ€nnliche Löwe hat mehrmals seine eigenen Jungen angegriffen, obwohl sie nicht sehr groß waren. Gleichzeitig war er mehrmals mit den Weibchen aneinandergeraten, da diese ihre Jungen beschĂŒtzen.
"Dies sind große Raubtiere, die sich gegenseitig töten können, wenn sie zu Feinden werden. Und da das MĂ€nnchen deutlich grĂ¶ĂŸer ist als die anderen, stellt es ein Risiko fĂŒr das gesamte Rudel dar, wenn es aggressiv wird", sagt Kim Skalborg Simonsen und ergĂ€nzt:
"Gleichzeitig stellt sich die Frage nach dem Wohlergehen des mĂ€nnlichen Löwen, die wir berĂŒcksichtigen mĂŒssen. Als er anfing, die anderen Löwen anzugreifen, mussten wir ihn vom Rudel trennen. Aber Löwen sind soziale Herdentiere, daher ist die Isolation fĂŒr sie nicht optimal. Auch nicht fĂŒr unseren mĂ€nnlichen Löwen, und wir wollen ihm kein Leben isoliert von den anderen Tieren bieten.
Keine Möglichkeit, ihn weiterzuschicken
Kim Skalborg Simonsen ist nicht nur Biologe und Kurator im GIVSKUD ZOO – ZOOTOPIA, sondern auch der ZuchtbuchfĂŒhrer fĂŒr die Afrikanischen Löwen in der europĂ€ischen Zuchtkooperation, sodass er einen breiten Überblick darĂŒber hat, welche Löwen sich in welchen Zoologischen GĂ€rten und Tierparks befinden – und woher sie abstammen.
Also prĂŒfte der Biologe die Möglichkeiten, den mĂ€nnlichen Löwen an einen anderen Ort zu schicken, da dieser nicht in Givskud bleiben konnte.
"Wir boten anderen Zoos die Möglichkeit, ihn zu ĂŒbernehmen, aber aufgrund des unglĂŒcklichen Verhaltens bestand kein Interesse daran. Und das kann man an sich schon nachvollziehen, denn es birgt ein Risiko fĂŒr den Rest des Rudels. Daher blieb als Lösung Euthanasie, sowohl um der Sicherheit unseres eigenen Rudels als auch um des Wohlergehens des mĂ€nnlichen Löwen willen.
Mit der Tötung wird Kim Skalborg Simonsen nun die Möglichkeit prĂŒfen, einen neuen mĂ€nnlichen Löwen in den Park zu bringen, damit die Arbeit am Aufbau einea großen starken Rudels fortgesetzt werden kann, damit die Zuchtarbeit mit den gefĂ€hrdeten Löwen im GIVSKUD ZOO – ZOOTOPIA fortgesetzt werden kann."
Quelle:https://www.givskudzoo.dk/dk/nyheder/loevehan-blev-aflivet/
Übersetzung: Zoopresseschau
(03.02.2022, 16:54)
cajun:   ' Ne ganze Menge Löwen in DĂ€nemark....:
"Zwei WĂŒrfe Löwenjunge geboren im GIVSKUD ZOO – ZOOTOPIA
In diesem Winter wurden im GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA sieben Löwenjunge in zwei WĂŒrfen geboren - einer mit Zwillingen und einer mit FĂŒnflingen.
Der Winter hat zwei Geburten im Löwenstall von GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA beschert.
Vor Weihnachten kamen Löwenzwillinge in dem Stall zur Welt, der sich neben der Anlage befindet, die die GĂ€ste zu Fuß besichtigen können. Hier war es ein kleiner Wurf mit nur zwei Welpen, einem MĂ€nnchen und einem Weibchen.
Und nach Neujahr wurden in dem Stall, der zur großen Anlagen gehört, in denen GĂ€ste mit dem Auto herumfahren, fĂŒnf Junge geboren. Diesmal waren drei MĂ€nnchen und zwei Weibchen im Wurf.
[
] Beide MĂŒtter sind erfahren und hatten bereits Welpen, daher können sie sich gut um die Kleinen kĂŒmmern, sagt die TierĂ€rztin im GIVSKUD ZOO – ZOOTOPIA, Ditte-Mari Sandgreen.
Junge allein mit Mutter
In freier Wildbahn versuchen trĂ€chtige Löwinnen, sich vom Rudel zu entfernen, wenn der Zeitpunkt der Geburt nĂ€her rĂŒckt.
Im GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA wird diese Praxis kopiert, indem trÀchtige Löwinnen vor der Geburt aus dem Rudel genommen werden, damit sie in Ruhe gebÀren können und damit die neugeborenen Jungtiere eine ruhige Zeit mit ihrer Mutter verbringen können.
"Wir haben im Stall einen Sichtschutz aufgestellt, hinter dem Mutter und Nachwuchs ihre Ruhe haben können, fast wie eine kleine Höhle. Klar, dass die Mutter sich darĂŒber freut, weil sie dadurch die Kontrolle darĂŒber hat, wo sich die Jungen aufhalten, wĂ€hrend sie die Umgebung im Auge behalten kann, sagt die TierĂ€rztin.
Erst wenn die Jungen grĂ¶ĂŸer werden, sollen sie sich mit den anderen Löwen im Park treffen.
Will großes Löwenrudel aufbauen
Die Geburt der Jungen ist ein freudiges Ereignis. In der Vergangenheit hatte GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA ein sehr großes Löwenrudel, aber aufgrund eines Generationswechsels gibt es derzeit nicht so viele Löwen.
Stattdessen ist der Park dabei, ein neues starkes Rudel aufzubauen.
Wir haben die ZuchtbĂŒcher fĂŒr die Afrikanischen Löwen in der europĂ€ischen Zuchtkooperation und wollen die Zucht mit der bedrohten Art unbedingt verstĂ€rken. Daher ist es großartig, mehr Welpen zu haben, die in die zĂŒchterische Arbeit einbezogen werden können, und so können wir unser Rudel langfristig erweitern, erklĂ€rt die TierĂ€rztin und fĂŒgt hinzu:
"Obwohl Löwen soziale Rudeltiere sind, können Sie nicht einfach zufÀllige Tiere zusammenbringen. Um ein Löwenrudel aufzubauen, kann dies nur mit Hilfe von Geburten neuer Löwen geschehen. Deshalb sind diese neuen Triebe am Stamm wichtig.
Insgesamt hat GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA 17 Löwen in zwei StÀllen und Anlagen.
In den Winterferien in Woche 7 [14.-20. Febr. 2022] können GÀste die neuen Löwenwelpen kennenlernen und einen Blick hinter die Kulissen des Parks werfen."
Quelle:https://www.givskudzoo.dk/dk/nyheder/to-kuld-loeveunger-foedt-i-givskud-zoo-zootopia/
Übersetzung: Zoopresseschau
(03.02.2022, 16:50)
cajun:   Da kann man nur sagen: Gute,WEITE Reise :-)
(wobei Dortmunder Löwennachzuchten auch auf den Phillipinen gelandet sind, Avilon Zoo, ich glaube da kamen die Bengalkatzen des TPs Berlin auch her?!?)
"Zwei mÀnnliche Kopenhagener Löwen ziehen auf die andere Seite des Erdballs
Bereits im MĂ€rz 2021 begannen die Vorbereitungen fĂŒr die große Reise der beiden jungen LöwenmĂ€nnchen am Dienstagmorgen. Es kommt selten vor, dass so große Tiere in Gebiete außerhalb Europas verschickt werden - aber in Neuseeland brauchten sie einen Schuss guter, frischer Gene fĂŒr ihre Zoopopulation, und die können wir liefern! SpĂ€ter am Morgen reisten auch ihre beiden Schwestern nach Barcelona."
Quelle: https://www.zoo.dk/s/nyheder/koebenhavnske-hanloever-flytter?language=da
Übersetzung: Zoopresseschau

Ich wĂ€re weiterhin dankbar fĂŒr eine Beantwortung meiner Frage vom 12.10.21. Hat jemand eine Idee dazu?
(21.12.2021, 15:47)
cajun:   Nach der Meldung der Nachzucht in GE (Dortmunder Kater, Katze aus Kolmarden, "Zoolöwen"), bin ich auf diese Info gestoßen. Da es nun ein Zuchtbuch fĂŒr afrikanische Löwen gibt, kann man ja eigentlich nicht mehr "zĂŒchten, wie man will". Trotzdem ist es mir neu, dass in Givskud "so wichtige Gene" vertreten sind. Laut ZTL sind mĂ€nnliche Nachzuchten aus Basel nach DK gegangen, aber ĂŒber passende Löwinnen finde ich nichts. So ganz erschließt sich mir die Strategie des EEP nicht....vielleicht kann mich da jemand aufklĂ€ren?

"Wichtige Löwenpaarung gelungen
Die Arbeit zur StĂ€rkung des Löwenrudels im GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA geht weiter. Zuletzt gab es eine weitere Paarung, die hoffentlich Ergebnisse bringen wird, damit wichtige Gene weitergegeben werden können. Der Herbst bot eine große Umstellung des Löwenrudels im GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA. Die Gruppen in der großen Anlage, in der die Besucher herumfahren, und der kleineren Anlage, in der die Besucher die Löwen durch eine große Glasscheibe erleben, wurden getauscht. "Unsere Löwin, die mit ihrem großen SprĂ¶ĂŸling von 2017 zusammen war, und unser Ă€ltester Wurf Junge von 2020 in der Anlage mit der Glasscheibe, sind auf die große mit dem Auto befahrbare Anlage des Parks gekommen. Hierhin geht auch unser Löwenkater. Das Weibchen ist wieder lĂ€ufig und wir hoffen, dass sie und unser MĂ€nnchen einen weiteren Wurf zusammen bekommen können. Er ist auch der Vater der drei WĂŒrfe, die wir letztes Jahr bekommen haben, und da seine Gene im Zuchtbuch der Löwen wichtig sind, hoffen wir auf einen weiteren Wurf von seiner Seite", sagt der Biologe und Kurator im GIVSKUD ZOO - ZOOTOPIA, Kim Skalborg Simonsen. Kim Skalborg Simonsen ist außerdem ZuchtbuchfĂŒhrer und EEP-Koordinator fĂŒr Afrikanische Löwen in europĂ€ischen Tierparks und Zoologischen GĂ€rten, die der EAZA angehören.
Quelle:https://www.givskudzoo.dk/dk/nyheder/vigtig-loeveparring-lykkedes/
Übersetzung: Zoopresseschau
(12.10.2021, 11:04)
cajun:   Ich habe mich auch gefragt, ob die Zuchtpartner der "Weißen" in Pretoria und Johannesburg Tiere aus dem Bestand waren oder beim "Einzug" mitgebracht wurden. Ersteres wĂ€re viel einfacher, da es eingewöhnte Exemplare gewesen wĂ€ren.
(10.05.2021, 13:00)
W. Dreier:   @MM: dann geht das mit der (hohen) Zahl in Ordnung - habe eine Null unterschlagen , schaute nochmals nach, die Zeitung wurde schon ``entsorgt``. Im Netz fand ich in einer Zeitung (?) ``FUTURA`` Werte von 8 000 - 12 000 fĂŒr 350 Farmen.
(06.05.2021, 23:13)
Michael Mettler:   @W. Dreier: Ich habe jetzt extra noch mal nachgeschlagen, ob ich mich fĂŒr meinen Beitrag von heute Morgen verlesen habe - nein, in der NEUEN PRESSE hat die Zahl tatsĂ€chlich eine Null mehr: 11.000 Löwen. Erscheint mir bei 250-260 Zuchtfarmen auch realistischer, denn bei 1.100 Löwen wĂ€ren es ja im Schnitt pro Farm nur knapp ĂŒber vier Tiere.

Ist es eigentlich sicher, dass die in SĂŒdafrika auf Farmen und in Zoos gehaltenen Löwen durchweg einheimischen Ursprungs sind bzw. zur "alten" Unterart krugeri gehören? (Die in dortigen Tierschutz-Auffangstationen sind es m.W. nicht unbedingt, aber mit denen wird ja wohl auch nicht gezĂŒchtet und an Zoos weitergegeben.) Gibt es in SA keine Zoo- und Circuslöwen unklarer Abstammung? Und wenn doch, könnten solche in die Zucht "weißer" Löwen (siehe Parallelthread) eingeflossen sein?
(06.05.2021, 22:14)
W. Dreier:   Dazu eine Zahl , gerade in einem Kurzbericht in der ``Berliner Zeitung`` erschienen : ca 1 100 Löwen befinden sich in derartigen ``lion shows`` - und auch als ``Jagdbeute``.!
(06.05.2021, 20:34)
cajun:   Ach, jetzt macht es Sinn, weshalb das Thema in der Presse wieder hoch ploppt. Es gibt eine aktuelle Entscheidung die kommerzielle Haltung von Löwen in SA zu verbieten.

South African Government announces their support to end the captive lion breeding industry in South AfricaMinister Barbara Creecyand the South African Department of Forestry, Fisheries and the Environment (DFFE) have courageously taken the crucial and long-awaited step towards changing the status quo of the commercial captive lion breeding industry in South Africa.Minister Creecyannounced on Sunday, 3 May 2021, that South Africawould no longer breed captive lions, keep lions in captivity, or use captive lions or their derivatives commercially. She has instructed her Department to put processes in placeto halt:‱The sale of captive lion derivatives, including the appropriate disposal of existing lion bone stockpiles and lion bone from euthanised lions.‱The hunting of captive bred lions.‱Tourist interactions with captive lions, including, so-called voluntourism, cub petting, etc. “The [High-Level] Panel identified that the captive lion breeding industry poses risks to the sustainability of wild lion conservation resulting from the negative impact on ecotourism, which funds lion conservation and conservation more broadly, the negative impact on the authentic wild hunting industry, and the risk that trade in lion parts poses to stimulating poaching and illegal trade”, said Minister Creecy in her announcement.“In terms of captive lion and captive rhino breeding, where there were majority and minority recommendations, and having applied my mind, we will be adopting the majority recommendations on these issues”, the Minister said, which were supported by 62.5% of the High-Level Panel (HLP). The Department will be initiating processes to implement these majority recommendations(see Appendix 1).In implementing the majority recommendations, the HLP proposes (full text in Appendix 1 below):‱Development of minimum standards for the welfare and well-being of captive lions.‱Development of minimum standards for health and safety in the workplace for workers at captive lion, including mitigating the risks of zoonotic disease transmission.‱A policy decision to prohibit trade in lion bones and derivatives.‱An immediate moratoriumon issuing of permits for hunting of captive bred lions.‱Immediate amendment of permit conditions to exclude activities, such as tourist interactions. ‱Immediate amendment of permit conditions to prohibit breeding and require the sterilisation of lions toprevent further breeding.‱No issuing of new captivity permits.‱Enhancement ofmechanisms to prevent and avoid stimulating illegal trade in lion derivatives from captive facilities.‱Establishment of an independent committee to formulate a process for theethical and humane euthanasia of captive lions and disposal of their carcasses.
https://bloodlions.org/wp-content/uploads/2021/05/Blood-Lions-Statement-May-2021.pdf
(06.05.2021, 15:27)
cajun:   Ich frage mich wieviel die tĂ€glich fressen... 11.000 Tiere.... uups. Gab es nicht die Initiative das zu verbieten.. wie hieß die Doku doch gleich.. Blood Lions..?!? https://bloodlions.org/

(06.05.2021, 15:09)
Michael Mettler:   Laut einer heutigen Tageszeitungsmeldung (NEUE PRESSE) gibt es in SĂŒdafrika etwa 260 kommerziell betriebene Löwenfarmen mit einem Gesamtbestand von geschĂ€tzt 11.000 (!) Tieren, die zu touristischen und jagdlichen Zwecken gehalten und gezĂŒchtet werden (u.a. fĂŒr Erinnerungsfotos mit Löwenbabys).
(06.05.2021, 08:19)
cajun:   @Michael Mettler: Wusste ich. Wir haben, ich glaube getrieben von Diskussionen ĂŒber MĂ€henngrĂ¶ĂŸe- FĂ€rbung,- Ausdehnung verschiedener Löwenpopulationen, es grĂŒndlich durchgekaut. Aber so deutlich habe ich es selten gesehen. Bauchfalten sind ja auch im sĂŒdlichen Afrika ab und an zu beobachten. Das Tier auf dem Bild erinnert mich gleichzeitig an ein "Patterson" - Exemplar. :-) .
(28.01.2021, 21:06)
Michael Mettler:   @cajun: Der Westafrikanische bzw. Senegallöwe wird doch eher dem "Nordlöwen-Komplex" zugerechnet, also den Asiaten und dem Berberlöwen nahe gestellt, da trĂ€gt man ĂŒberall gern (aber offenbar nicht konsequent) Bauchfalte. Nur dass sie beim Berber von der BauchmĂ€hne verdeckt werden (worden sein) soll.
(28.01.2021, 20:00)
cajun:   Mensch, der Michael Mettler hat immer tolle (Foto-) Quellen: Schaut euch mal den Löwen (Benin, Westafrika) an. Fast wie ein Inder. Mit Bauchfalte und kurzer MĂ€hne.
https://www.africahunting.com/media/lion-benin-wildlife.48173/
(28.01.2021, 17:30)
Oliver Muller:   Weiß jemand, ob es PlĂ€ne gibt, ein EEP fĂŒr Afrikanische Löwen einzurichten?
(13.10.2019, 11:49)
Michael Mettler:   Ich habe mir kĂŒrzlich die SĂ€ugetierbĂ€nde jener Ausgabe von "Brehms Tierleben" zugelegt, die zwischen 1911 und 1918 von Ludwig Heck maßgeblich ĂŒberarbeitet wurde danach noch mehrfach nachgedruckt wurde. Kann ich ĂŒbrigens aus zoohistorischer Sicht sehr empfehlen, da viele Fotos aus dem Berliner und dem Londoner Zoo stammten und eine ganze Menge RaritĂ€ten abgebildet sind.

Heck war in Berlin eine Art Löwensammler und wollte dem Publikum einen Überblick ĂŒber die verschiedenen Formen des Löwen bieten, von denen ja zu seiner Zeit noch etliche WildfĂ€nge verfĂŒgbar waren. Insofern kannte er aus eigener Anschauung noch Löwen verschiedenster Populationen in Afrika und Asien, und es ist wirklich interessant, was er ĂŒber deren Merkmale schreibt. U.a. unterschied man damals noch zwischen dem Indischen Löwen (goojratensis) und dem Persischen Löwen (persica). Letzteren bezeichnet er als den damals am besten bekannten asiatischen Löwen, als kleinste aller Löwenrassen und mit einer mĂ€chtigen MĂ€hne ausgestattet, die wie beim Berberlöwen den ganzen Bauch bedeckte. Über die Indischen Löwen heißt es dagegen, dass sie von stattlicher GrĂ¶ĂŸe seien (ein genannter Kater war deutlich grĂ¶ĂŸer als ein Berberlöwe) und von ihnen voll und schwach bemĂ€hnte Kater ebenso wie mĂ€hnenlose in den selben Gebieten vorkĂ€men; die Form goojratensis soll auf Grundlage mĂ€hnenloser Kater beschrieben worden sein. Bei den Afrikanern beschreibt Heck den Senegallöwen als kleiner als den Berberlöwen und den schwach bemĂ€hnten Somalilöwen als kleinste afrikanische Form. Kap- und Abessinischer Löwe sollten hingegen durch besondere GrĂ¶ĂŸe und die jeweils ausgeprĂ€gte BauchmĂ€hne auffallen, der Massailöwe durch hochbeinigen, leichten Körperbau.

Vergleicht man diese Beschreibungen damit, welche Populationen heute zu welchen Unterarten zusammengefasst werden, dann fĂ€llt auf, was fĂŒr unterschiedliche PhĂ€notypen innerhalb bestimmter Unterarten nach aktueller Sichtweise vorkamen.

Ist zwar off-topic, aber auch beim Tiger findet sich Ă€hnlich Bemerkenswertes. So berichtet Heck ĂŒber den Pelzhandel, dass das Fell des "nördlichen" Tigers (gemeint sind nach damaliger Sichtweise offenbar Amur- und/oder Mandschutiger ) die höchsten Preise erzielte, wĂ€hrend das Fell des koreanischen Tigers "sehr schön, aber klein" und viel weniger wert sei. Nach heutiger Sicht gelten Amur- und Koreatiger immerhin trotz solchen GrĂ¶ĂŸenunterschiedes als gleiche Unterart.
(12.07.2016, 12:39)
Nikolas Groeneveld:   Es werden halt einfach zu viele Löwen auf diesem begrentzen Raum, die dann keine Ausweichmöglichkeiten haben außer das Schutzgebiet zu verlassen.
(17.06.2016, 12:36)
Nikolas Groeneveld:   Die Indischen Löwen brĂ€uchten wirklich ein weiters Schutzgebiet.
In einer Dokumentation habe ich mal gehört das man schon befĂŒrchtet dass die Löwen sich auf KĂŒhe als Nahrung umgestellt haben, und in Zukunft nur noch KĂŒhe reißen.
(17.06.2016, 12:28)
Nikolas Groeneveld:   http://www.welt.de/vermischtes/article156274736/Menschenfressende-Loewen-kommen-in-Zoo.html
(17.06.2016, 12:24)
Michael Mettler:   @th.oma.s: Zu "meist" wĂŒrde mich eine Statistik interessieren... Der Einfachheit halber habe ich einen frĂŒheren Beitrag kopiert:

"Auf ARTE lief dieser Tage eine Doku ĂŒber Indische Löwen in Gir, da habe ich doch gleich mal mit Argusaugen auf die berĂŒhmte Bauchfalte geachtet. Mein Eindruck: Das variiert von Tier zu Tier. Ein Altersmerkmal kann es nicht sein, denn man sah sowohl einen jungen, noch fast mĂ€hnenlosen Kater mit Falte als auch einen adulten ohne. Erwachsene, Junge fĂŒhrende Katzen mal mit, mal ohne Falte. Und die Form einer vorhandenen "Bauchwamme" ist auch noch unterschiedlich: Mal hĂ€ngt das hintere StĂŒck am weitesten herunter, mal das mittlere, mal ist sie stark ausgeprĂ€gt, mal kaum. OK, fĂŒr die 75-Prozent-Regel mag das als typisches Merkmal durchgehen, aber wenn ich mir die geringe genetische Vielfalt der Unterart vor Augen halte, wĂŒrde ich eigentlich ein einheitlicheres Aussehen vermuten."
(Eintrag vom 22.07.2008 zum Thema "Echte Berberlöwen in Zoos?")
(22.05.2016, 17:56)
th.oma.s:   Die "Nordlöwen" kann man meist an ihrer Bauchfalte erkennen.
(22.05.2016, 12:19)
Tim Meschke:   Gibt es bei den Löwenunterarten denn eigentlich irgendwelche sicheren Ă€ußeren Unterscheidungsmerkmale?

In der Rote Liste steht bei dem Asiatischen Löwen: Asiatic lions are genetically distinct from the lions of sub-Saharan Africa, although the difference is not large, being smaller than the genetic distance between human racial groups (Nowell and Jackson 1996). (http://www.iucnredlist.org/details/15952/0).
(21.05.2016, 09:24)
Hannes Lueke:   Arten- und Unterartenreine Zucht...ich liebe dieses Thema
Auf die Taxonomie wĂŒrde ich mich, sofern mir die "reine" Zuchht wichtig ist nie verlassen.
Ich denke da immer an die Pfeligiftfrösche Dendrobates Tinctorius. Diese sind in Ihren Lokalformen was GrĂ¶ĂŸe und FĂ€rbung angeht so unfassbar variabel das einige farbformen zeitweise Artstatus hatten.
Wenn mir der erhalt der Gene in reinform wichtig ist, dann darf ich mich doch nicht auf die Taxonomie verlassen weil diese sagt es sind vom Grundprinzip alle Tinctorius gleich. Dann muss ich auch ohne Unterart nach Herkunftsgebieten gehen.
Das auf die Löwenzucht umzumĂŒnzen ist natĂŒrlich schwierig aber ich glaube meine Grundintention kann ich klar machen :-D
(20.05.2016, 10:03)
Sacha:   Davon habe ich eben auch erst vor etwa drei Wochen erfahren, als ich mich im Chaffee Zoo Fresno, Kalifornien, mit einem Tierpfleger unterhielt (und dachte erst, der hat keine Ahnung). Toll, da haben die (US-)Taxonomen ja grandios geforscht. Bis dann in einem Jahr oder zwei ein Kollege herausfindet, das im Genstrang ein Gen doch weiter nach links abdriftet und deswegen die Einteilung der Löwen-UAs erneut ĂŒberarbeitet und bestimmt werden muss. Bis dahin haben aber etliche Zoos ihre "Nordlöwen" bzw. "SĂŒdlöwen" fleissig gekreuzt? (Ironie Ende)
(20.05.2016, 07:56)
th.oma.s:   Der US Fish&Wildlife Servie unterscheidet aktuell zwei existente Löwenunterarten P. leo leo (Asiaten, berber + Westafrikaner + Nordzentralafrika und P. leo melanochaita (SĂŒdafrika, Namibia bis Somaliland) https://www.fws.gov/endangered/what-we-do/lion/Lion_Final-.jpg siehe auch: https://openaccess.leidenuniv.nl/handle/1887/32419
(20.05.2016, 00:21)
WolfDrei:   Na ja, "genetische Breite" : bei offensichtlich weniger als 30 Übriggebliebenen vor 100 Jahren ist das ja nicht so gewaltig - da ging es sogar dem Amurtiger genetisch etwas besser.
(10.01.2016, 14:24)
Michael Mettler:   Laut neuer Ausgabe der ZOOQUARIA hat Prag im vergangenen November 1,2 Asiatische Löwen aus Indien (Sakkarbaugh Zoo) importiert, um in den europĂ€ischen Bestand mehr genetische Breite einzubringen. FĂŒr das EEP werden dringend zusĂ€tzliche Halter gesucht. Die frĂŒhere Regelung, dass Asiaten nur an Halter vermittelt werden, die nicht gleichzeitig afrikanische Löwen im Bestand haben, wurde zwischenzeitlich aufgehoben.
(10.01.2016, 11:22)
Stefanie Fischer:   Hallo, hat jemand zufĂ€llig das Zuchtbuch/EEP fĂŒr asiatische Löwen? WĂŒrde gerne die NĂŒrnberger Löwen Keera und Thar zurĂŒckverfolgen.
(17.07.2013, 11:52)
Stefanie Fischer:   Ok, wir haben in der Schule immer Tundra und Hochgebirge getrennt betrachtet, schließlich kann man die "alpine" Flora und Fauna des Kilimandscharos schlecht mit Lappland vergleichen.
(12.08.2012, 22:26)
Michael Mettler:   Die Gebirgsregionen oberhalb der Baumgrenze sind in gewissem Sinne RĂŒckzugsgebiete eiszeitlicher Tundraflora und -fauna (siehe z.B. in Europa die Verbreitung von Schneehasen und SchneehĂŒhnern in "eigentlicher" Tundra und in den Alpen). So weit ich weiß, dringen Leoparden auch im ostafrikanischen Hochland in alpine Regionen (also quasi "Gebirgstundren")vor und leben dort u.a. von Klippschliefern.
(12.08.2012, 15:45)
Liz Thieme:   Die Vegetationsgruppe auf Karten nennt sich "Tundra und Gebirgsvegetation". Der Leopard geht in diese Zone in den Gebirgen Zentralasiens.
(12.08.2012, 15:28)
Holger Wientjes:   Und in den alten Tarzan-Filmen kamen Löwen schliesslich auch im Regenwald vor... ! ;-)
(12.08.2012, 15:14)
Stefanie Fischer:   @Liz Thieme: Wo kommt der Leopard in der Tundra vor?
(12.08.2012, 14:21)
Oliver Jahn:   In der alten deutschen Kolonialliteratur werden Löwen als "auch im Wald vorkommend" sowohl fĂŒr Togo, als auch fĂŒr Kamerun beschrieben. Allerdings auch hier nicht als gewöhnlich, sondern als eher Ausnahme, trotzdem durchaus nicht als völlig untypisch. Nachtigal weist auf sie hin, von Pawel beschreibt sie, von Döring und von Puttkamer ebenfalls, alles Menschen, die sich lĂ€ngere Zeit dort aufgehalten haben. In diesem Zusammenhang wird die HyĂ€ne sogar als "hĂ€ufiger dort zu treffen" beschrieben.
(12.08.2012, 12:00)
Liz Thieme:   Da wir hier von LÖWEN reden und nicht von Unterarten, verallgemeiner ich mal die anderen großen Katzen auch weiterhin. Und denk den Faden von Michael mal weiter...

wir kennen Tiger im: subtropischen Trocken- und Nadelwald, Regenwald, MischwÀldern und LaubwÀldern. Im subtropischen Trockenwald kommt es auch mal zu GrasflÀchen ohne BÀume und er steigt auf bis Bhutan, wo die Vegetation teils recht spÀrlich ist

wir kennen Leoparden im: tropischen Grasland, subtropischen Trocken- und Nadelwal, HalbwĂŒsten-Buschland, Regenwald, LaubwĂ€ldern, teils auch WĂŒste, Busch- und Strauchland, mittlere Breite Grasland, Gebirgsvegetation und Tundra

wir kennen Jaguare im: Regenwald, tropischen Grasland, subtropischer Trocken- und Nadelwald und HalbwĂŒsten-Buschland

wir kennen Pumas im: Regenwald, tropischen Grasland, HalbwĂŒsten-Buschland, subtropischer Trocken- und Nadelwald, Tundra und Gebirgsvegetation, Nadelwald, mittlere Breite Grasland und teils WĂŒste

Alle zeigen Wald in ihrem Bereich. Warum sollten das Löwen nicht auch tun?

.... achja es gibt auch Fotos aus dem Kongo mit Löwen im Wald.....
(12.08.2012, 10:14)
Michael Mettler:   Hm, noch mal von einer anderen Seite aus betrachtet: Wenn wir unter "Wald" nicht bloß eine Ansammlung von BĂ€umen und Mangel an Sonne am Boden verstehen, sondern eher das Grundprinzip (dichte Vegetation, welche die betreffende Tierart weit ĂŒberragt und die Sicht behindert), dann gibt es "Waldlöwen" durchaus auch in Landschaften, die wir als offene Savannen definieren.

Ein Bekannter vor mir war vor Jahren im Grasland Nordkameruns. Er erzĂ€hlte, dass das Gras dort saisonal so hoch steht, dass man nur vom Dach eines Ranger-Busses aus Ausschau halten konnte. Trotzdem lebten dort Löwen (Senegallöwen), die er auch selbst beobachten konnte. Also können Löwen unter solchen Bedingungen durchaus ihr Auskommen finden. Vielleicht jagen sie dann schlichtweg an GewĂ€sserrĂ€ndern und auf "Lichtungen" - diese Möglichkeit haben sie aber in "richtigen" Waldgebieten ebenfalls. Indische Löwen leben ĂŒbrigens auch in WĂ€ldern (wenn auch nicht in Regenwald), und zumindest Bengaltiger nutzen auch (Hoch-)Grasland als Lebensraum.

Unsere Kenntnisse ĂŒber frei lebende Löwen sind immerhin viel stĂ€rker durch die Populationen Ost- und SĂŒdafrikas beeinflusst als durch Beobachtungen von "Nordlöwen" - und das vermutlich auch deshalb, weil WIR Löwen in einer offeneren Landschaft nun mal viel einfacher beobachten können. Ob die dort gewonnenen Erkenntnisse (die ja auch schon nicht ganz einheitlich sind) aber wirklich auf alle Löwen ĂŒbertragen werden können...?
(12.08.2012, 09:20)
Michael Mettler:   Hab mal bei Jonathan Kingdon als ausgewiesenem Kenner der afrikanischen SĂ€ugetierfauna nachgeschlagen, der als gebĂŒrtiger Afrikaner vielleicht weniger von den europĂ€ischen Lehrbuchmeinungen beeinflusst ist. In seinem "East African Mammals" erwĂ€hnt er, dass Löwen in ganz Afrika alle Vegetationstypen bewohnen "except most extensive forests" - mit Ausnahme der meisten (also nicht aller!) ausgedehnten WĂ€lder. Genauere Angaben, wo es "Waldlöwen" gibt, macht er allerdings leider nicht.
(11.08.2012, 22:17)
Sven P. Peter:   Ich bleibe dabei, keine Art ist fest in einer Nische. Die Evolution hat nicht genau auf den heutigen Zustand hingearbeitet um diesen dann zu erhalten.

Irgendwann wird es auch mal eine Zwischenstufe zwischen Braun- und EisbĂ€r gegeben haben, welcher auch zu der Zeit eine bestimmte Nische besetzt haben wird. WĂŒrde diese Art heute leben, wĂŒrden wir nie denken, dass aus diesen Tieren mal Packeisbewohner werden die duzende Kilometer am StĂŒck schwimmen können.
(11.08.2012, 20:27)
Michael Mettler:   @Werner Schindler: Vielleicht weichen Löwen schlichtweg in jĂŒngerer Entwicklungsgeschichte in Waldgebiete aus, weil es dort weniger Konflikte mit Ackerbauern und ViehzĂŒchtern gibt als in der offenen Landschaft. Dieses Problem gab es in Zeiten, wo Löwen noch in (relativ) unberĂŒhrter Savanne aus vollem Wildreichtum schöpfen konnten, eben nicht. Auch andere Tierarten nehmen ja fĂŒr sie ursprĂŒngliche fremde, teilweise sogar suboptimale LebensrĂ€ume in Kauf, um Verfolgung und Konkurrenz durch Menschen ausweichen zu können (z.B. Rotwild in GebirgswĂ€ldern oder Przewalskipferde in der HalbwĂŒste).

Als die Vorfahren des Löwen Afrika erreichten, lebte dort m.W. bereits eine ganze Reihe anderer großer Katzenarten (z.B. SĂ€belzahnkatzen), so dass vielleicht nur noch die ökologische Nische in der Savanne frei war. Wie schnell eine Art dann "merkt", dass ein benachbarter Lebensraum durch Aussterben einer anderen Art frei wird, wĂ€re eine spannende Frage. Zumal es durchaus sein könnte, dass der Wagemut, neues Terrain zu sondieren, individuell sehr unterschiedlich ausgeprĂ€gt sein könnte und es somit eine Frage des Zufalls wĂ€re, wann erstmals ein Löwe beschloss, Waldgebiete zu erkunden.
(11.08.2012, 20:13)
Werner Schindler:   Dass biologische BestĂ€nde nichts BestĂ€ndiges sind, sondern dynamische GefĂŒge, sehen in unserem Kreis sicherlich alle so. Stetem Wandel unterworfen, mag es Evolution (ĂŒber lange ZeitrĂ€ume) oder auch einfach zunehmende Lebensraumzerstörung sein.
Trotzdem sind viele Arten in bestimmte LebensrÀume besonders eingenischt - was dort ihren Erfolg ausmacht - und kommen in anderen nicht gut oder gar nicht zurecht.
@Michael Mettler und Sven Peter: Die Beispiele stimmen alle, sind auch mir bekannt. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass die Verbreitung des Löwen Regenwaldgebiete weitestgehend ausspart. Es muss dafĂŒr maßgebliche GrĂŒnde und Unterschiede z.B. zum Tiger geben, auch wenn sie nicht so auf der Hand liegen. Wenn es anders wĂ€re, lĂ€ge die Frage nahe, warum sie nicht schon lĂ€nger und in fĂŒr sie besseren Zeiten den Regenwald besiedelt haben. Dass Löwen auch einmal in den Regenwald oder Randbereiche vordringen können, möchte ich keinesfalls in Zweifel ziehen. Dass sie sich zunehmend den Lebensraum Regenwald erschließen, wĂ€re eine spannende, noch zu beweisende Entwicklung.
@Liz Thieme: Es ist meine persönliche Meinung, dass ich bezĂŒglich stationĂ€rem Löwenleben im Regenwald skeptisch bin. Da wollte und habe ich niemand anderes was in den Mund legen wollen. Wir scheinen auch einer Meinung zu sein, dass die NABU-Meldung bisher nur den Schluss zulĂ€sst, dass Löwen sich auch (mal) im Regenwald aufhalten. Was laut M. Mettler auch schon frĂŒher mitgeteilt wurde. Und wir sehen es beide so, dass der Lebensraum relativ wenig beschrieben ist (Dichte der Vegetation, was bedeutet "Trockenzeit", usw.).

Es ist sehr verdienstvoll vom NABU, den ich nun wirklich bestens kenne, sich um den Naturschutz im biologischen Hotspot Äthiopien zu kĂŒmmern. Aber das muss in unseren Breiten auch verkauft werden, denn hier werden - oft mĂŒhsam - die nötigen Gelder eingeworben. Mit zwei Webervogelunterarten, einem neuen TausendfĂŒĂŸler oder dem einzigen Loch der zwergĂ€ugigen WĂŒhlmaus ist beim anzusprechenden Publikum kein Blumentopf zu gewinnen. Mit neuen Löwenvorkommen schon. Das schmĂ€lert die Verdienste und guten Absichten keinesfalls, aber es ist unumgĂ€nglicher Teil des Verfahrens und Pressetexte sind auch aus diesem Blickwinkel zu sehen. Uns besonders Interessierten obliegt es, die Fakten herauszufiltern.

(11.08.2012, 19:23)
Michael Mettler:   P.S. Nicht mal das Fehlen eines Fellmusters, das beim Löwen gern als Anpassung an das Jagen in offener Landschaft hingestellt wird, dĂŒrfte ein Problem sein. Mit dem Puma beweist ein anderer GroßtierjĂ€ger, dass "Einfarbigkeit" und Leben in dichtem Wald kein Widerspruch sein mĂŒssen.

Da ich es eh schon beim Namen genannt hatte: Auch Okapis (oder zumindest ihre Vorfahren) waren Savannenbewohner, bevor sie den Schritt in den Wald schafften.
(11.08.2012, 13:38)
Michael Mettler:   @Werner Schindler: Es ist bereits nachgewiesen, dass sich das MĂ€hnenwachstum mĂ€nnlicher Löwen den klimatischen Bedingungen anpassen kann, meiner Erinnerung nach sogar beim selben Individuum, wenn es einen entsprechenden Standortwechsel durchmacht. Abgesehen davon wird die MĂ€hne beim Streifen durch Unterholz stĂ€rker beansprucht und dadurch geringer gehalten. Die in Ă€lterer Literatur zu findende Angabe, dass Zoos und Circusse nur ungern Wildfang-MĂ€hnenlöwen ankauften, weil deren MĂ€hnen weniger prĂ€chtig waren als die der ZoostĂ€mme, weist ja ebenfalls darauf hin.

Ansonsten wĂŒsste ich nicht, weshalb ein Löwe bei nahezu identischem Körperbau und Nahrungsspektrum im Wald schlechter zurechtkommen sollte als ein Tiger, bei dem das doch sehr gut funktioniert.

Insgesamt haben es Fleischfresser zumindest ernĂ€hrungsphysiologisch leichter als viele Pflanzenfresser, von der Savanne in den Wald vorzudringen. Ob der Löwe eine Giraffe oder ein Okapi verdauuen muss, dĂŒrfte fĂŒr seinen Organismus wenig Unterschied machen; ein auf GrĂ€sernahrung spezialisiertes Huftier findet hingegen im Regenwald kein Auskommen. Das Vordringen von TĂŒpfelhyĂ€nen in den Wald könnte ĂŒbrigens sogar ein Anreiz fĂŒr Löwen sein, ihnen zu folgen. Immerhin reagieren Löwen auf HyĂ€nenlaute (hat schon Grzimek nachgewiesen, in dem er frei lebende Löwen mit entsprechenden Tonbandaufnahmen an bestimmte Punkte lockte) und folgen ihnen, um die Möglichkeit des Beutediebstahls zu testen.
(11.08.2012, 13:19)
Liz Thieme:   Weder Sacha, noch Michael und ich haben ein Wort benutzt, dass ein stationĂ€res Lebenn im Regenwald der Löwen betrifft.

Es geht erstmal nicht um dauerhaft stationÀre Löwengruppen, sondern einfach die Tatsache, dass sich Löwen auch (mal) im Regenwald aufhalten und dies nun fotografisch festgehalten wurde.
Alles weiter muss nun geklÀrt werden. Nur kann man ja nichts klÀren, was nicht einen Anfang hat. Der Anfang waren die Dorf-ErzÀhlungen, Schritt 2 die Fotos und nun geht man den NÀchsten.

Fressen mĂŒssen sie trotzdem in dem Gebiet....

Und außerdem hört die Evolution nicht auf.
(11.08.2012, 11:37)
Sven P. Peter:   Irgendwann mĂŒssen Tiere doch neue LebensrĂ€ume erobern. Und zu Anfang war wohl jede Tierart schlecht an den neuen Lebenraum angepasst und musste erst ein bisschen Entwicklung hinter sich bringen.
Die Natur befindet sich nicht in einem IST-Zustand, sondern in stÀndigem Wandel.
(11.08.2012, 11:30)
Werner Schindler:   @Michael Mettler: Die alte, immer wieder spannende und oft ĂŒberraschende Ergebnisse bringende Frage, inwieweit bzw mit welchen wechselnden Strategien Wildtiere sich verschiedene Umgebungen erschließen. Aber andererseits setzt "die Natur" auch wirksame Grenzen.
Man wird vom Verhalten der Art A (HyĂ€nen) nicht auf das Verhalten der Art B (Löwen) schließen können.

Es gibt innerhalb von Arten sicherlich auch immer wieder Ausreißer, Pioniere oder Verjagte. Und so viele Chancen/Risiken (genetische kleine VerĂ€nderungen, die sich durchsetzen, Krankheiten, Aufzucht-, Balz- und Sozialbedingungen, Änderungen im Lebensraum, nachlassende oder steigende Verfolgung, gewollte und ungewollte Verschleppung, Witterungsunbilden, Populationsdruck der eigenen Art oder von Nahrungskonkurrenten, individuelle Eigenarten mit Erlernen neuer Strategien usw usw.

Aber insgesamt gesehen scheint mir die Art "Löwe" fĂŒr dauerhaftes Leben im dichten Regenwald wenig angepasst, wĂ€re dort bei regelmĂ€ĂŸigem Vorkommen auch schon nĂ€her belegt. Als Ă€ußeres, sekundĂ€res Merkmal fĂ€llt mir beispielsweise die dicke LöwenmĂ€hne ein, fĂŒr Regenwaldtiere wohl nicht gerade typisch. Wobei ich selbst einschrĂ€nken muss, dass regional auch mĂ€hnenlose Löwen gelĂ€ufig sind (z.B. im Tsavo, wobei in dem bekannten Spielfilm mit V.Kilmer ĂŒber die beiden historischen Menschenfresser-Löwen diese unzutreffenderweise mit MĂ€hne dargestellt worden).
(11.08.2012, 09:37)
Michael Mettler:   Dass Löwen (und TĂŒpfelhyĂ€nen) auch den zentralafrikanischen Regenwald "besuchen", ist schon im vor ĂŒber zehn Jahren erschienenen Begleitbuch zur BBC-Doku "Wildes Afrika" zu lesen gewesen. Fotografisch dokumentiert (durch Kamerafallen) waren damals allerdings laut Buch offenbar nur die HyĂ€nen, diese aber immerhin "tief im Herzen des kongolesischen Urwalds". Wenn HyĂ€nen so weit vordringen, warum dann nicht auch Löwen...?
(10.08.2012, 23:40)
Werner Schindler:   Das Gebiet kenne ich nicht. Den NABU und seinen Einsatz fĂŒr das Gebiet in allen Ehren, aber irgendwie werte ich die Pressemitteilung ein wenig defensiver. Es ist zwar die Rede von "Löwen" und "die Tiere", aber belegt wurde laut Mitteilung doch nur ein Weibchen, oder? Es ist auch nicht erkennbar, ob es sich um eine dauerhafte Ansiedlung handelt (in welcher GrĂ¶ĂŸe?) oder "nur" ein Streifgebiet wandernder Löwen. Dass Löwen der lokalen Bevölkerung bekannt sind, ist in beiden FĂ€llen erklĂ€rlich. Weiter unten in der Pressemeldung ist auch von einem Migrationsgebiet "in der Trockenzeit"(?) die Rede. Wandernde Tiere nehmen bekanntermaßen Habitate an, die wenig dem eigentlichen Lebensraum entsprechen. Ich glaube (bisher) nicht, dass Löwen in grĂ¶ĂŸerer Zahl im Regenwald dauerhaft ansĂ€ssig sind. In der Überschrift ist auch nur von einer Regenwaldregion die Rede, das lĂ€sst Spielraum.
Wir sehen ja z.B. auch Maisfelder oder Feldhecken nicht als Habitat unserer Luchse an, obwohl sie auf ihren weitrÀumigen Wanderungen dort nicht selten durchlaufen oder auch rasten.

(10.08.2012, 23:28)
Michael Mettler:   Mit dem Tiger beweist immerhin eine vergleichbar große Katze, wie gut ein großer PirschjĂ€ger in WĂ€ldern zurechtkommt...
(10.08.2012, 23:15)
Liz Thieme:   Die Bewohner der Region kennen die Löwen ja. Es ist nur jetzt der erste wissenschaftliche Fotobeweis.
Und mich wundert das eigentlich nicht so, dass sie in WĂ€ldern unterwegs sind. Die Frage ist auch wie dicht der Bodenbewuchs dort ist. Trotzdem sieht es irgendwie schon deplaziert aus.
GeÀndert werden muss halt die Jagdstrategie, aber wie du schon sagst, sind andere Rudel mit "besonderen" Techniken bekannt, je nach Umwelt eben.
(10.08.2012, 21:39)
Michael Mettler:   Sehr interessant, aber so neu sind Nachrichten ĂŒber Löwen im Regenwald gar nicht. So soll der RĂŒckgang der Ostafrikanischen Bongos und der Abbottducker in den BergwĂ€ldern Kenias auf dort angesiedelte Löwen zurĂŒckzufĂŒhren sein.

Mal anders gefragt: Warum auch sollten Löwen NICHT in Waldgebieten leben können? Schließlich sind und waren sie auch andernorts in der Lage, einzeln (WĂŒstenlöwen in der Kalahari) oder als Paar (ĂŒberliefert fĂŒr Berberlöwen und Kaplöwen) statt im Rudel jagen zu können, der Wald liefert gute Deckung zum Anpirschen, und ĂŒbermĂ€chtige Konkurrenz gibt es auch nicht.

Hm, das erinnert jetzt an die Diskussionen um Waldservale und Waldmanule ;-)
(10.08.2012, 17:53)
Sacha:   Vielen Dank Liz fĂŒr diese interessante Info.

Bei mir ist da gleich die Frage aufgetaucht, warum in Äthiopien die Löwen (auch) im Regenwald leben. AbdrĂ€ngung durch menschliche Besiedlung? Manko an Beutetieren in der Savanne? Und was jagen diese Löwen nun im Regenwald? Oder sind sie jetzt sogar auf den Geschmack von Kaffee gekommen? (kleiner Scherz).
Ich bin jedenfalls gespannt, wieviel davon die Forscher rausfinden werden.

Das BiosphĂ€ren-Reservat Kafa ist ĂŒbrigens gar nicht mal so klein. Mit 7601 qkm ist es (wenn "hectars" nicht mit "acres" verwechselt wurden) etwa halb so gross wie der Serengeti Nationalpark in Tansania.
(10.08.2012, 17:04)
Liz Thieme:   PM vom NABU:
>NABU dokumentiert erstmals Löwen in afrikanischer Regenwaldregion - Tennhardt: Löwenfonds fĂŒr ein friedliches Miteinander zwischen Mensch und Tier geplant

Addis Abeba/Berlin (ots) - Dem NABU ist es gelungen, erstmals Löwen in RegenwĂ€ldern zu dokumentieren. Im Rahmen seiner Projektarbeit in Äthiopien konnte der NABU ein Löwen-Weibchen im UNESCO-BiosphĂ€renreservat Kafa, einem Regen- und Bergnebelwaldgebiet, beobachten und fotografieren. Bisher konnte der laut Roter Liste der IUCN als gefĂ€hrdet eingestufte Afrikanische Löwe nur außerhalb von RegenwĂ€ldern dokumentiert werden. "Wir freuen uns ĂŒber den erstmaligen Nachweis und möchten nun das Verhalten der Tiere in dem ungewöhnlichen Lebensraum untersuchen", erklĂ€rte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt. Der NABU plant zudem, einen Fonds zum Schutz der in Kafa lebenden Löwen einzurichten, der die lokale Bevölkerung im Fall von Übergriffen auf Haustiere unterstĂŒtzt und entschĂ€digt.

Der bevorzugte Lebensraum des Löwen ist die Savanne. Nach bisher vorherrschenden Kenntnissen halten sich Löwen nicht in feuchten WĂ€ldern auf. Das konnte der NABU jetzt widerlegen. Das Vorkommen von Löwen im SĂŒdwesten Äthiopiens im Kafa-BiosphĂ€renreservat konnte immer wieder von der dort lebenden Bevölkerung beobachtet werden. Um der Frage nachzugehen, ob es wirklich Löwen im Kafa-BiosphĂ€renreservat gibt, fĂŒhrte der Wildtier-Fotojournalist Bruno D'Amicis im Auftrag des NABU Anfang 2012 eine Foto-Expedition durch. Nach Kenntnissen des NABU gelang es ihm damit erstmals, die Tiere in einem Regenwaldgebiet zu dokumentieren.

Das Kafa-BiosphĂ€renreservat zeichnet sich durch seine afromontanen Regen- und BergnebelwĂ€lder aus, die als Ursprungsregion fĂŒr Arabica-Kaffee gelten und neben dem wilden Kaffee Heimat fĂŒr zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten sind. Da der SĂŒden Äthiopiens als wichtige Migrationsroute fĂŒr Löwen zwischen Ost- und Zentralafrika gilt, wird angenommen, dass die Tiere die Region in der Trockenzeit durchziehen.

In ganz Afrika gibt es nach Experten-SchĂ€tzungen nur etwa 23.000 bis 39.000 Löwen, in Äthiopien nur noch 1.000 bis knapp 1.500 Tiere. Ihre Verbreitung und ihr Bestand sind in den vergangenen Jahrzehnten stark zurĂŒckgegangen. GrĂŒnde sind der Verlust und die Verkleinerung ihres Lebensraums durch die zunehmende Bevölkerung und die Abnahme wilder Beutetiere. Aufbauend auf die Schutzstrategie fĂŒr den Löwen fĂŒr das östliche und sĂŒdliche Afrika wurde Anfang diesen Jahres von der zustĂ€ndigen Behörde, der Ethiopia Wildlife Conservation Authority, ein nationaler Aktionsplan verabschiedet, um die Lebensbedingungen fĂŒr den gefĂ€hrdeten Löwen in Äthiopien zu verbessern.

Der NABU setzt sich seit 2006 fĂŒr den Erhalt der WildkaffeewĂ€lder in Kafa ein und hat die Regierung bei der Einrichtung des Kafa-BiosphĂ€renreservats federfĂŒhrend unterstĂŒtzt. Seit 2009 fĂŒhrt der Verband in der Region ein Großprojekt zu Wald- und Klimaschutz im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative des Umweltministeriums durch und unterstĂŒtzt zudem das Schutzgebiet bei der Öffentlichkeitsarbeit und dem Aufbau von Managementstrukturen.<
(10.08.2012, 16:44)
Michael Mettler:   Und hier eine der Bildtafeln aus Schneiders Artikel. Die am kontrastreichsten gefleckten Junglöwen auf den Fotos stammten nahezu alle aus den WĂŒrfen einer Löwein namens Daua. Ob dieser Name auf ihre Herkunft schließen lĂ€sst (ein Tierfanglager von Fa. Ruhe befand sich in Dire Daua im heutigen Äthiopien), bleibe mal dahingestellt. Manche Jungtiere zeigten eine stĂ€rkere, andere eine geringere Tendenz der Anordnung der Flecken zu streifenartigen Strukturen. Daua brachte aber daneben auch sehr hell gezeichnete Nachzucht.

Interessant sind auch die Farbfotos eines Löwenfötus' im Alter von 83 Tagen im selben Artikel. Kopf, Flanken und Schenkel zeigen Fleckung, Nacken und Körperoberseite hingegen eine schwarze Streifung, die (noch) nicht zu Einzelflecken aufgelöst ist und eher an die simple Streifung eines Zebras oder einer StreifenhyĂ€ne erinnert als an die eines Tigers, der ja am Rumpf eher Doppelstreifen bzw. breite Streifen mit hellen EinschlĂŒssen zeigt.
(21.07.2012, 08:58)
Michael Mettler:   Hier der Londoner Löwe Victor (Panthera leo senegalensis). Kam als Geschenk des Sultans von Sokoto (Ă€ußerster NW Nigerias) nach England. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich auch beim gesuchten Löwen Simba um einen senegalensis handelte, ist ja zumindest hoch.
(21.07.2012, 08:48)
Michael Mettler:   @Sven: Ich denke, da mĂŒssen wir nicht die Marozi-Legende bemĂŒhen. In Ă€lterer Literatur finden sich nicht wenige Fotos junger und jugendlicher Löwen mit starker Fleckung, wobei in manchen FĂ€llen vielleicht auch ein zu kontrastreiches Schwarzweiß-Foto dazu beigetragen haben mag, dass das Tier auf dem Bild stĂ€rker gefleckt wirkte als in natura (nur ein Verdacht).

Ich habe eben nur mal drei Werke aus dem BĂŒcherschrank gezogen, die mir dazu spontan einfielen: In "London Zoo from old Photographs 1852-1914" ist ein jugendlicher Westafrikanischer Löwe abgebildet, den der Zoo 1890 erhielt. Leider sind Teile seines Körpers verdeckt bzw. abgeschattet, aber der Rest lĂ€sst an Flanke, Schenkeln und Schwanz eine sehr ausgeprĂ€gte, dunkle Musterung erkennen. In Joy Adamsons "Frei geboren" zeigen die Fotos der Löwin Elsa und ihrer Geschwister, die aus dem Norden Kenias stammten, ebenfalls ein starkes Fellmuster, das bei Elsa offenbar lange erhalten blieb. Und im "Zoologischen Garten", Bd. 20, veröffentlichte Karl Max Schneider den Artikel "Von der Fleckung junger Löwen", der auf der reichlichen Nachzucht der Leipziger "Löwenfabrik" aus fast 25 Jahren und rund 100 Vergleichsfellen beruhte und in dem u.a. Löwenwelpen abgebildet sind (auch farbig), die man mit ihrer dunklen Zeichnung glatt fĂŒr junge Leoparden halten könnte. Schneider erwĂ€hnt zwar eine große Bandbreite der ZeichnungsintensitĂ€t bei Junglöwen (ockerfarben, grau, braun oder schwarz), aber im Überfliegen fand ich keinen Hinweis, dass er Letzteres fĂŒr ungewöhnlich hielt - also war es wohl zu seiner Zeit bei Zoolöwen relativ normal. Da es ja individuell etwas verschieden ist, wie lange Löwen ihre Jugendfleckung bzw. Reste davon behalten (Schneider nennt als Extrembeispiel eine zehnjĂ€hrige Leipziger Löwin, die noch immer schattenhafte Querlinien auf dem RĂŒcken trug), dĂŒrfte somit auch der Anblick gemusterter HalbwĂŒchsiger auch in dieser Zeit nicht unbedingt ungewöhnlich gewesen sein.

Zu dem eventuellen Berliner Löwen kann ich allerdings nichts beitragen, ZoofĂŒhrer aus dieser Zeit besitze ich nicht (die wĂ€ren vielleicht am ergiebigsten).
(20.07.2012, 23:42)
Henry Merker:   An einen Marozi hatte ich auch zuerst gedacht, bevor ich das Bild gesehen habe. Allerdings sollen diese ja eher gepunktet, denn gestreift sein, wie man hier sehen kann: http://www.allmystery.de/dateien/mt60363,1265676107,marozi02.jpg Darum glaube ich nicht so recht, dass wir es hier mit einem Marozi zu tun haben.

Da das Tier sehr wahrscheinlich aus dem Tschad kommt, ist fraglich, ob der Marozi auch von daher passen wĂŒrde, da diese ja eher BergwĂ€lder bewohnen sollen. Zwar dĂŒrfte es auch dort durchaus auch WĂ€lder gegeben haben - vielleicht auch jetzt noch? -, doch ist es trotzdem fraglich, ob dieses Gebiet Marozi-Gebiet ist....
(20.07.2012, 23:26)
Henry Merker:   Aufgrund Grundlage des Erscheinungsjahres und dem Areal, in dem sich die im Buch beschriebene Reiseroute befunden hat, könnte mit "Sultan Mohammed" Mohammed al-Senussi gemeint sein, welcher der Neffe und Vasall von Rabih as-Zubayr war. Besagter Mann herrschte bis 1900 im Gebiet des Tschadsee - wo ja auch die Expedition lang fĂŒhrte - und setzte im nördlichen Bereich seines Herrschaftsgebietes, das so viel ich weiß sowohl vom Osmanischen Reich als auch vom khedivischen Ägypten unabhĂ€ngig war, den schon oben genannten Mohammed al-Senussi (Dieser hat tatsĂ€chlich auch etwas mit dem GrĂŒnder der Senussiya, die in Lybien eine wichtige Rolle gespielt und seit dem Sturz von Gaddafi wieder hat, zu tun.) ein, der immerhin bis 1911 in diesem Gebiet lebte und auch herrschte. Besagtes Gebiet ist auf dieser Karte recht gut zu erkennen: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Egypt_and_neighbors_1880_map_de.png&filetimestamp=20111102215949. Da Rabih neben dem als "Herrschaft Rabihs" auf der Karte eingezeichneten Areal gut zu erkennen ist und Rabih zudem die ebenfalls zu sehenden Reiche Wadai, Baguirmi und (Karnem-)Bornu erobert hat, kĂ€men je nach Systematik fĂŒr dieses Tier folgende Unterarten in Frage: nubica, senegalensis, azandica oder leo. Im Artikel ĂŒber die Haltung von Großkatzen im Zoo Berlin im Bongo wird fĂŒr diesen Zeitraum auf jeden Fall die Haltung von nubica- und auch roosvelti-Löwen genannt, was dann auch passen wĂŒrde.....
Wobei das jetzt wohl weniger zur AufklĂ€rung der Fragestellung beigetragen haben dĂŒrfte....
(20.07.2012, 23:18)
Sven P. Peter:   Ich wĂŒrde sagen beides. In Hinsicht auf den Marozi wĂ€re es auf jeden Fall interessant.
(20.07.2012, 22:43)
Michael Mettler:   @Sven: Eigentlich ist doch weniger die streifenartige Anordnung des jugendlichen Fleckenmusters ungewöhnlich als die starke Pigmentierung der Zeichnung, oder?
(20.07.2012, 22:38)
Sven P. Peter:   Ein Freund hat mich vor kurzem angeschrieben mit einer Frage zu einem Löwen aus Berlin. In der Hoffnung, dass hier (und auch im Nachbarforum) jemand mehr dazu weiß:

"Hallo Sven,

ich hÀtte da mal eine Frage, da du dich ja mit Zoos auskennst. Ich habe vorhin in dem alten Buch "Vom Kongo zum Niger und Nil" ein sehr interessantes altes Photo entdeckt, das einen halbzahmen subadulten Löwen mit scheinbar recht starker streifenartiger Zeichnung zeigt:

http://www.archive.org/stream/vomkongozumniger01adol#page/n346/mode/1up

Es scheint dass eben jener Löwe "Simba" irgendwann in den Zoo nach Berlin gekommen ist. Weißt du wo man da mehr darĂŒber erfahren könnte?

Ich habe selbst mal im ganzen Buch geschaut, da steht nix.

Zumindest nichts ĂŒber das anscheinend ungewöhnliche Muster, nur dass die Löwin ein Geschenk von einem Sultan namens Mohammed war."
(20.07.2012, 20:20)
Michael Mettler:   In einer der Studien zu Löwen-Unterarten wurde doch gemutmaßt, dass auch der Berberlöwe jene Bauchfalte haben könnte, die fĂŒr den Asiatischen Löwen als typisch betrachtet wird, nur dass sie beim Berber durch die BauchmĂ€hne verborgen sei.

Nun hat der hannoversche Berber-Kater Chalid noch keine volle BauchmĂ€hne, also habe ich mal einen Blick auf seinen Bauch geworfen - schwer zu beurteilen, ob man das als Falte bezeichnen kann (siehe Foto). Andererseits ist der Kater natĂŒrlich derzeit im Winterfell, und die Unterwolle macht Konturen weicher. Die Katze Naima zeigt nichts dergleichen; Binta war wegen Nachwuchses hinter den Kulissen, so dass ich sie nicht begutachten konnte.
(05.03.2011, 21:39)
Henry Merker:   Das kann durchaus auch ein Grund fĂŒr den Namen des Staates sein...
(02.02.2011, 16:46)
Michael Mettler:   Laut Wikipedia gehört der Norden Sierra Leones zur Guineasavanne und damit zum Lebensraum des Senegallöwen. Mit dem "Löwengebirge" (= sierra leone) war vielleicht ursprĂŒnglich die Gebirgslandschaft im Osten des Landes gemeint? Vielleicht sieht die aber in ihrer Silhouette auch nur wie ein Löwengebiss aus...
(02.02.2011, 14:19)
Henry Merker:   Meines Wissens gehört(e) auch Sierra Leone zum Regenwaldgebiet; und irgend wie muss ja dieser Bereich zu seinem Namen gekommen sein...es sei denn, man hat Leoparden oder andere Tiere mit Löwen verwechselt....

Möglicherweise hat sich Burroughs bei der Beschreibung der Menschenaffen, bei denen Tarzan aufgewachsen sein soll, auf Berichte ĂŒber die Bili-Affen berufen, da diese Tiere laut ihm - meiner Erinnerung nach - genauso groß gewesen sein sollen wie Gorillas und einiges der Beschreibung des Verhaltens der Tiere auf besagte Bili-Affen zutrifft, aber ich weiche vom Thema ab....
(02.02.2011, 13:20)
Michael Mettler:   So, die Quelle habe ich wiedergefunden, aber in Bezug auf die Löwen ist sie weniger deutlich als auf die HyĂ€nen: Es handelt sich um das Begleitbuch zur BBC-Doku "Wildes Afrika". Da heißt es ĂŒber den afrikanischen Urwald: "Auch Löwen und HyĂ€nen sollen gelegntlich in den Wald kommen, sind aber nur sehr selten zu entdecken." Und eine Seite weiter: "HyĂ€nen, von denen man annahm, sie seien ausschließlich auf die Savanne beschrĂ€nkt, wurden vor kurzem von 'Kamerafallen' tief im Herzen des kongolesischen Urwalds fotografiert." Leider ohne weiterfĂŒhrende Quellenangaben oder gar Bild... Die englische Originalversion des Buches erschien 2001, "vor kurzem" wĂ€re also wohl gleichbedeutend mit "um die Jahrtausendwende".
(02.02.2011, 12:47)
Michael Mettler:   ... und zwar mit EINZELN lebenden Löwen, das spricht fĂŒr ihre Anpassung an die Jagd in waldigem Lebensraum (und in einem Fall auch in der WĂŒste) :-D
(02.02.2011, 12:28)
Henry Merker:   An die Variante mit dem Galeriewald hatte ich schon gedacht....genauso wie an das Beispiel mit dem "Aberdare-Löwen".....

Der einzige mir bekannte Nachweis scheint mir doch Edgar Rice Burroughs in seinem Buch "Tarzan bei den Affen" zu liefern, wo sich Tarzan regelmĂ€ĂŸig mit Löwen auseinandersetzt ;)
(02.02.2011, 10:27)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Das könnte auch aus irgendeinem Galeriewald in der Savanne stammen... "Waldlöwen" gibt es ja auch in den Aberdares in Kenia, und in die HochlandwĂ€lder vordringende Löwen sollen ja den Restbestand des Ostafrikanischen Bongos stark gefĂ€hrden. Aber der Fotofallen-Hinweis, den ich im Kleinkatzen-Thread erwĂ€hnt habe, bezog sich auf den Regenwald Zentralafrikas. Muss mal nach der originalen Formulierung suchen.
(02.02.2011, 00:35)
Henry Merker:   Kleinkatzenthread: Löwen im Regenwald:

Könnte man dieses Bild als Beweismaterial ansehen?

http://www.arkive.org/lion/panthera-leo/image-G16404.html

Allerdings weiß ich nicht, wo das Bild aufgenommen worden ist...
(02.02.2011, 00:21)
th.oma.s:   schönes foto von den abessinsichen löwen:
http://www.google.de/imgres?imgurl=http://farm1.static.flickr.com/68/206681639_06985820ae.jpg&imgrefurl=http://www.flickr.com/photos/juliedermansky/206681639/&usg=__qxBoTriwPKWX1Qg-V-GTJftNLTI=&h=382&w=500&sz=108&hl=de&start=74&zoom=1&itbs=1&tbnid=mF2or4Yfxo5xYM:&tbnh=99&tbnw=130&prev=/images%3Fq%3Daddis%2Bababa%2Bzoo%26start%3D63%26hl%3Dde%26sa%3DN%26ndsp%3D21%26tbs%3Disch:1%26prmd%3Divnsm&ei=yjlHTbPsBcvwsgbUk4nxAg
(31.01.2011, 23:40)
Michael Mettler:   Angesichts des unten von th.oma.s erwĂ€hnten Wanderverhaltens mĂ€nnlicher Löwen und der Tatsache, dass das heutige Gesamtverbreitungsgebiet der Art vor allem durch menschlichen Einfluss zerstĂŒckelt wurde, erhebt sich ohnehin die Frage, ob das Unterartenmodell beim Löwen ĂŒberhaupt funktioniert oder es nicht vor "Erfindung" der Unterarten einen relativ regelmĂ€ĂŸigen Genaustausch zwischen heute weit voneinander entfernten, weil stark geschrumpften Populationen gab und z.B. die "missing links" zwischen Berber- und subsaharischen Löwen schlichtweg ausgerottet wurden, bevor man sie klassifizieren konnte.
(31.01.2011, 20:49)
Henry Merker:   Dann gibt es folgende Varianten:
a) Man sollte doch nicht allzu sehr auf die Beschriebung von Unterarten aus diversen Quellen achten- insbesondere, wenn es um die Beschreibung der "BemÀhnung" geht; man könnte dann schnell falsch liegen. Aber das hatten wir ja schon - siehe die Tafel, die Liz eingestellt hat. Und, es sei darauf hingewiesen, dass im Zoo Berlin ein Kater aus dem Sudan im Bestand war, der wiederum nur spÀrlich bemÀhnt war...
b) Die Form roosvelti ist nicht nur in dem angegebenen Bereich vor.
c) Die Bezeichnung roosvelti ist ein Synonym zu nubica; nubica damit unter UmstÀnden ein Synonym zu leo (?)...

Wie dem auch sei: Auffallend ist doch schon, dass man immer wieder versucht ist, die Unterartzugehörigkeit bei Löwen an der MÀhne auszumachen...wider besseren Wissens :( ...

(31.01.2011, 20:40)
Michael Mettler:   Ich habe eben in die beiden BĂŒcher von Berggren geschaut: Simba stammte aus der Gegend von Juba im sĂŒdlichen Sudan. Und er hatte schon als jugendlicher Kater eine sehr ausgeprĂ€gte BauchmĂ€hne - wie ĂŒbrigens auch vier der acht Kater im Zoo von Addis Abeba zu Zeiten der Studie.
(31.01.2011, 19:53)
Henry Merker:   Dann sollten es tatsĂ€chlich nubica-Löwen sein bzw. (teilweise) von solchen abstammen...
(31.01.2011, 19:04)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Laut Artikel wurden die ersten Löwen (2,5 Tiere) nach der ZoogrĂŒndung 1948 im sĂŒdwestlichen Teil Äthiopiens gefangen. Dabei wird auf eine Karte verwiesen, die das Ursprungsgebiet zeigen soll - allerdings ist dort der NORDwestliche Teil Äthiopiens schraffiert, also wiederum eine MerkwĂŒrdigkeit. So oder so lĂ€ge das Ursprungsgebiet aber nicht in den Bale-Bergen, sondern auf der anderen Seite des Afrikanischen Grabenbruches.

Damit wĂ€re eine Unterartgleichheit mit den Löwen des Sudans nicht auszuschließen (FALLS ĂŒberhaupt eine Reinzucht erfolgte). Von dort stammte z.B. der Kater Simba, den Sigvard Berggren als Jungtier erwarb und der eines der GrĂŒndertiere des Zoos von Boras war - leider zusammen mit (höchstwahrscheinlich) nicht-sudanesischen Löwinnen. Ein frĂŒheres Löwenpaar des hannoverschen Zoos entstammte ĂŒbrigens dieser Zucht.
(31.01.2011, 18:11)
Henry Merker:   Wow, doch so erkenntnisreich.....

Unter der Voraussetzung, dass die Tiere reinrassig sind, dĂŒrften sie der Form roosvelti angehören, da sie ja laut des von dir zusammengefassten Artikels dem Berber- und Kaplöwentypus entsprechen sollen. Und dies trifft, folgt man dem hier schon erwĂ€hnten Artikel ĂŒber die Großkatzenhaltung (vor 1945) des Zoo Berlins (erschienen im aktuellem Bongo), eben nur auf diese Form zu...
Vom Typus her entspricht der Löwe, der in der Zootierliste als roosvelti abgebildet ist, der Form nubica! [Immer mit dem Vorbehalt, dass man diese Formen als eigenstÀndige UA anerkennt.]
Da die roosvelti-Löwen in den Balebergen (in Höhen bis zu 4000 m) und im Babille-Schutzgebiet sĂŒdlich von Harrar (in Höhen von 1000 bis 1780 m) vorkommen [bzw. vorkamen?], können sie nur dann zu den Berberlöwen gerechnet werden, wenn man gleichzeitig auch die Form nubica als Synonym des Berberlöwen ansieht...
(31.01.2011, 17:38)
Michael Mettler:   @Maik Schilde: Die Bergmannsche Regel ist artĂŒbergreifend konzipiert (s.u.), mĂŒsste also auch dann gelten, wenn der nordafrikanische Elefant zu cyclotis gehört(e).

@Henry Merker: Der besagte Artikel von Tefera enthĂ€lt so fundamentale Erkenntnisse wie die, dass sich der Löwenkater von der Katze durch eine MĂ€hne unterscheidet und die Jungtiere anfangs gefleckt sind.... Laut Artikel passen die 20 Löwen des Addis Ababa Zoo zu den Beschreibungen des Berber- und des Kaplöwen, gehen aber auf WildfĂ€nge aus Äthiopien zurĂŒck und könnten somit auch massaicus, nubica oder roosevelti sein, aber auch eine ganz andere Unterart oder gar Hybriden, obwohl sie auch zusammen mit den marokkanischen Palastlöwen die letzten ĂŒberlebenden Berberlöwen darstellen könnten und wie dieser im Freiland ausgestorben sind. Alles klar....? ;-)

Der Artikel ist von 2001, kann also nicht als Ergebnis der viel spÀteren Leipziger "Expedition" gelten.
(31.01.2011, 16:07)
Maik Schilde:   Hallo MM: Nun die Bergmannsche Regel trifft im Allgemeinen schon zu auch auf die von Ihnen auggefĂŒhrten Art. Sie besagt, dass die KörperoberflĂ€che eines grĂ¶ĂŸeren Tieres propotional kleiner ist zur Körpermasse des Tieres als bei einem kleinen Exemplar. Mit anderen Worten, kleine Tiere verlieren mehr Energie durch ihre grĂ¶ĂŸere KörperoberflĂ€che als große Tiere.
Das natĂŒrlich auf Insel zum Teil andere Faktoren noch eine Rolle spielen dĂŒrfte ja bekannt sein. Und der Hinweis zu den nordafrikanischen Elefanten: Ich weiß nicht, wie viele Fossilien von diesen gefunden worden um eine Aussage ĂŒber die GrĂ¶ĂŸe zu treffen. Höchstwahrscheinlich gehörten sie aber nicht zu L. africana sondern eher zu den L. cyclotis.
(31.01.2011, 14:56)
Henry Merker:   Ja, es gibt schon Ergebnisse, die in dem Artikel "Phenotypic and reproductive characteristics of lions (Panthera leo) at Addis Ababa Zoo" von Melaku Tefera veröffentlicht worden sind. Leider ist dieser nicht zugĂ€nglich bzw. abrufbar...
(29.01.2011, 10:35)
th.oma.s:   gibt es denn eigentlich informationen zu den ergebnissen der untersuchungen zu der leipziger "Ă€thiopien - expedition" ?
(29.01.2011, 09:57)
cajun:   zum Kaplöwen, zwar nicht aktuell, aber "wissenschaftlich" und "museal":

http://www.nws-wiesbaden.de/coll010.html

(28.01.2011, 23:46)
Michael Mettler:   Ich wollte eben mal nachschauen, von wann die Bergmannsche Regel eigentlich ist (1847), denn der Witz ist ja, dass in der alten Systematik vor "EinfĂŒhrung" der Unterart z.B. alle Löwenformen als getrennte Arten betrachtet wurden, so dass es oft gar keine "Möglichkeit" gab, Angehörige der selben Art in verschiedenen Klimazonen vorzufinden... Aber die Regel soll auch art- und sogar gattungsĂŒbergreifend gelten.

Damit wird sie m.E. allerdings als Konstante noch fragwĂŒrdiger, man betrachte nur mal das in Wikipedia aufgefĂŒhrte Beispiel der Pinguine:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kogeographische_Regel
Hier wird elegant unter den Teppich gekehrt, dass der kleinste Pinguin NICHT der Galapagos-, sondern der weit sĂŒdlicher lebende Zwergpinguin ist und zu den sĂŒdlichsten Pinguinen nicht nur die beiden Riesenformen, sondern eben auch kleine Arten wie Adelie- und ZĂŒgelpinguin gehören. Vielleicht lassen sich genauso viele Beispiele finden, die gegen die Bergmannsche Regel sprechen, wie solche, die sie bestĂ€tigen.

Und es ist in der B.R. auch nicht nur von Breitengraden die Rede, sondern von kĂŒhleren Regionen, womit durchaus auch Höhenmeter gemeint sein können. Da auch der BraunbĂ€r ein beliebtes Beweistier fĂŒr die B.R. ist: Der AlpenbraunbĂ€r mĂŒsste demnach eigentlich eher grĂ¶ĂŸer als sein Tieflandverwandter sein, bekannt ist er aber als kleinste Form.

FĂŒr den Löwen als beliebtes Prestige-Jagdobjekt wĂŒrde sich noch die Frage anbieten, ob seinerzeit ĂŒberhaupt reprĂ€sentative Maße fĂŒr eine ganze Population im Atlas und am Kap aufgenommen und ĂŒberliefert wurden. GroßwildjĂ€ger dĂŒrften vor allem die grĂ¶ĂŸten Exemplare geschossen und vermessen haben, und Bauern, die ihr Vieh schĂŒtzen wollten, hatten bei der weniger selektiven Jagd vermutlich nicht unbedingt ein Bandmaß dabei. Mag also sein, dass Ausnahmeexemplare die Literaturangaben bestimmt haben, ohne dass es eine Statistik gab, wie hoch der Anteil solcher PrachtstĂŒcke an der Gesamtpopulation war.
(28.01.2011, 17:55)
Sacha:   @MM: Danke, alles klar.
(28.01.2011, 17:04)
th.oma.s:   zur bergmannschen regelbeim löwen: wobei ja der berberlöwe letztendlich auch in historischer zeit nicht unbedint die nördlichste form gewesen ist...
@Henry Merker: ja unter diesem doch sehr theoretischen aspekt haben Sie recht.
(28.01.2011, 16:34)
Michael Mettler:   @Sacha: Nee, siehe Link im Beitrag vom 20.1.11.
(28.01.2011, 16:08)
Sacha:   @MM: Also "Raubkatzen" von Briggs & Briggs?
(28.01.2011, 15:41)
Michael Mettler:   @Sacha: Das musst du die Forscher fragen... Ich habe die Info doch auch nur aus der besagten Studie.

@Maik Schilde: Die Bergmannsche Regel trifft aber auch nicht immer zu, schließlich gibt es noch weitere einwirkende Faktoren wie Nahrungsangebot usw. So finden sich z.B. in ÄquatornĂ€he sowohl die kleinsten als auch die grĂ¶ĂŸten Elefanten Afrikas, und die ausgestorbenen Elefanten Nordafrikas waren kleiner als die z.B. des Sudans. Das Kap-Bergzebra soll kleiner sein als das dem Äquator nĂ€here Hartmann-Bergzebra, der Polarwolf der kanadischen Inselwelt ist kleiner als der sĂŒdlicher lebende Timberwolf, nordeuropĂ€ische Rothirsche sind kleiner aus sĂŒdosteuropĂ€ische. Waldkaribus sind grĂ¶ĂŸer (oder zumindest voluminöser) als europĂ€ische Waldrentiere, obwohl sie auf vergleichbarer geografischer Breite leben.

GrĂ¶ĂŸe und GrĂ¶ĂŸe sind zudem manchmal sehr relativ. Das Spitzbergen-Ren ist klein, weil es sehr kurze Beine hat. Ludwig Heck schreibt ĂŒber den Kaplöwen, dass dieser im Vergleich zum Atlaslöwen "grĂ¶ĂŸer und höher gestellt" war, also lĂ€ngere Beine hatte. Das passt nun wieder weniger zu einer kĂ€lteadaptierten Form, weil durch lange Beine die WĂ€rme abstrahlende KörperoberflĂ€che in Relation zur Masse vergrĂ¶ĂŸert wird. Wenn ich die Bergmannsche Regel richtig verstanden habe, wĂ€re aber beim Kaplöwen eher ein kompakter Körperbau zu erwarten gewesen.

Nun passt sich eine Lebensform nicht von heute auf morgen an ein neu von ihr besiedeltes Gebiet oder verÀnderte Lebensbedingungen im alten Areal an. Wir sind zwar alle mit Schulweisheiten aufgewachsen, dass dieses und jenes Körpermerkmal eine Anpassung an Lebensraum und -lebensweise sei, wurden aber dabei nicht darauf hingewiesen, dass dieser Anpassungsprozess wahrscheinlich in vielen FÀllen noch gar nicht abgeschlossen ist, weil die Lebensbedingungen auf der Erde in der Stammesgeschichte nun mal alles andere als stabil waren und sind und manche Art vielleicht noch lange auf "unpraktischen" Körpermerkmalen "sitzen bleibt", weil schlichtweg bisher die Zeit und die "erlösende Mutation" fehlten.
(28.01.2011, 14:49)
WolfDrei:   @MM: werde am Dienstag in der TP-Biblio nachschauen, ab wann das "moderne" Bengalzuchtbuch lĂ€uft. Möglicherweise wĂ€re es aber auch möglich, daß indische Zoos ĂŒber den Handel eher "Indien-fremde Bengalen" bekommen als aus der Wildnis.
(28.01.2011, 12:24)
Sacha:   @MM: Wie sicher ist das eigentlich mit dem "genetischen Flaschenhals des modernen Löwen". Ich frage deshalb, weil Forscher gerade festgestellt haben, dass beim Geparden die genetische VariabilitĂ€t viel grösser ist, als bisher angenommen. Und dem Geparden wurde auch vielfach nachgesagt, dass er durch diesen Flaschenhals musste.
(28.01.2011, 11:35)
Maik Schilde:   Nochmals zu den GrĂ¶ĂŸenangaben bei Kap- und Berberlöwen: Man nennt dies auch Bergmannsche Regel, welche besagt, dass Exemplare einer Art im grĂ¶ĂŸer werden je höher die Breitengrade werden. Also je weiter vom Äquator entfernt, umso grĂ¶ĂŸer werden die Angehörigen einer Art. Das hat nur mit Physik und dem Energieerhalt zu tun. Deshalb sind logischer Weise auch die nördlichsten und sĂŒdlichsten Löwen am grĂ¶ĂŸten. Somit sind auch die europĂ€ischen und nordamerikanischen Unterarten am grĂ¶ĂŸten gewesen.
(28.01.2011, 11:03)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Wurden denn bei Erstellung des Zuchtbuches auch Tiger aus Zoos aus dem Verbreitungsgebiet des Bengaltigers berĂŒcksichtigt? Da die von Henry Merker erwĂ€hnte Studie aus Indien stammt, nehme ich doch an, dass dortige Zootiger gemeint sind.

@Henry Merker: Wie groß der genetische Unterschied sein muss, weiß ich zwar auch nicht, aber ich bin beim Lesen solcher Artikel schon mehrfach auf Äußerungen gestoßen wie "zwischen Unterart x und y grĂ¶ĂŸer als bei anderen Tieren, die man als getrennte
Arten betrachtet". Da frage ich mich dann allerdings auch, ob die Vergleichstiere ebenfalls nur auf Vergleich beruhen usw., denn auch bei dieser Methode wird ja einfach nur irgendwo willkĂŒrlich eine Messlatte gelegt. Ebenso scheint mir die als Kontinuum verwendete Mutationsrate fragwĂŒrdig. Wenn die bei allen Lebewesen gleich oder zumindest ziemlich Ă€hnlich sein soll, warum haben sich dann manche Lebensformen seit Millionen von Jahren kaum verĂ€ndert, wĂ€hrend andere in stĂ€ndigem Wechsel begriffen sind?

Was den Großen Graben betrifft, so kann man sich die Verbreitung des Löwen östlich und sĂŒdlich des Kongobeckens schlichtweg als großes U vorstellen. Wo auch immer die Flaschenhals-Ausgangspopulation des modernen Löwen ĂŒberlebt hatte, von dort aus breiteten sich jedenfalls ihre Nachkommen aus. Waren z.B. die Löwen östlich des Großen Grabens die GrĂŒndertiere, so könnten sie nach ihrer Ausbreitung nach SĂŒden und SĂŒdwesten durchaus auch eine Kehrtwende eingelegt haben und an der anderen Grabenseite gewissermaßen auf die Gegenfahrbahn eingeschwenkt sein, um Ostafrika westlich des Grabenbruches zu besiedeln. Das wĂŒrde die Differenz beiderseits des Grabens erklĂ€ren, ebenso die nĂ€here Verwandtschaft des SĂŒdafrikaners mit dem Ost-Ostafrikaner wie auch die des Katanga- alias Angolalöwen mit dem West-Ostafrikaner. Ähnliches finden wir laut Studien bei der Massaigiraffe, die sich ja ebenfalls in zwei Formen westlich und östlich des Großen Grabens gliedern soll. Vielleicht ist hier die Thornicroft-Giraffe aus Sambia das "missing link" zwischen den beiden; ihr Verbreitungsgebiet um Luangwa gilt jedenfalls m.W. als eines der vermuteten eiszeitlichen Refugien afrikanischer Savannenbewohner, so dass die beiden Massaigiraffenformen sich vielleicht parallel aus beiderseits des Grabens nordwĂ€rts wandernden sambischen Giraffen entwickelt haben könnten.

Aber nochmal zurĂŒck zum Löwen, unserem eigentlichen Thema hier: Wir kennen doch ein Ă€hnliches Prinzip schon lange vom Formenkreis der Herings- und Silbermöwe, die subarktisch einen fast geschlossenen Ring um die Erde besiedeln, an dessen Enden nur noch entfernt verwandt sind, aber von dort aus gesehen alle fließenden ÜbergĂ€nge zur entgegengesetzten Extremform zeigen. Ich möchte das mal etwas launig mit einem Wurstring vergleichen: Ost- und West-Massailöwe wĂ€ren demnach die Wurstenden - sie sind sich zwar rĂ€umlich nahe, aber nur in Gegenrichtung miteinander verbunden, und können nicht miteinander verschmelzen, um den Ring zu schließen ;-)
(28.01.2011, 10:10)
WolfDrei:   @Henry Merker: BezĂŒglich der "Reinrassikeit " der Bengalen-Zootiger dĂŒrfte aber als Gegenargument gebracht werden, daß bei Erstellung des Zuchtbuches fĂŒr "Bengaltiger" kein einziger Zootiger den "Zuschlag" bekam, aufgenommen zu werden. Offensichtlich konnte kein Zoo exakt die AbstammungsverhĂ€ltnisse nachweisen. Insofern ist es erklĂ€rlich, daß genetische "Abweichungen" der Zoobengalen zu den heutigen Wildbengalen bestehen (siehe auch die "indischen Löwen" seinerzeit im TP, die sich dann nur als "Löwen aus Indien" - aber nicht als indische Löwen erwiesen.
(28.01.2011, 08:46)
Henry Merker:   Mir fĂ€llt gerade ein, dass in einer genetischen Studie aus Indien, die ich aktuell nicht vorliegen habe - und dessen Titel und Autoren mir leider entfallen sind :( - nachgewiesen worden sein soll, dass sich die Bengaltiger der Zoologischen GĂ€rten von denen der "Freien Wildbahn" deutlich unterscheiden wĂŒrden - also genetisch. Da es sich bei den untersuchten Tieren jedoch um reinrassige Bengaltiger gehandelt haben soll, wurde dieser Umstand darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass die Gene, ĂŒber die die "Zoobengalen" noch verfĂŒgen, eben in den WildbestĂ€nden mittlerweile verschwunden seien. Darum plane Indien, regelmĂ€ĂŸig Transferaktionen durchzufĂŒhren - also von Zoo in die Wildnis und umgekehrt -, um die genetische VariabilitĂ€t der Tiger Indiens noch möglichst lange "breit gefĂ€chert" zu halten. (Ich bin mir sicher, dass man die Arbeit garantiert auch nach wie vor im Internet finden kann.)

Angesichts dessen stellt sich mir die Frage, wie groß der genetische Unterschied sein muss, um die Kategorie "(eigene) Unterart" zu erreichen?
Und es stellt sich noch die weitere Frage, ob die genetischen Unterschiede der einzelnen Löwenpopulationen gemĂ€ĂŸ der Nord-, West- und SĂŒd-Ost-Löwen-Variante groß genug sind, um zumindest diese drei Formen zu unterscheiden.
(27.01.2011, 22:10)
Henry Merker:   Wenn ich mir diesen Ansatz ansehe, so wird mir immerhin klar, wo man die Angolalöwen einordnen könnte... Allerdings bleibt die Frage, ob dies sich auch erhĂ€rten wĂŒrde, da in einer Studie hingewiesen wurde, dass sich die Löwen der Abedere-Berge genetisch deutlich von denen des östlichen Kenias unterscheiden wĂŒrden...hier mĂŒsste man dann noch mal schauen...

Sollte sich jedoch durch Untersuchungen, die man nur bei den Weibchen (mit klassischen Mitteln) vornehmen sollte, dieser Ansatz bestĂ€tigen, so könnte man die als Angola-, Etoscha- und Transvaallöwen aufgefĂŒhrten Tiere der Zoos Europas als GrĂŒndertiere fĂŒr ein melanochaitus-EEP nutzen...

Die Variante, dass man bei den GrĂ¶ĂŸenangaben der elegten Löwen frĂŒher gemogelt haben dĂŒrfte, kann ich mir lebhaft vorstellen!
(27.01.2011, 22:00)
Michael Mettler:   Theoretisch gĂ€be es noch eine Variante, nĂ€mlich wenn man fĂŒr den Löwen tatsĂ€chlich die gleiche Theorie benutzen wĂŒrde wie fĂŒr einige seiner Beutetiere (Giraffe, Pferdeantilope, Leierantilope usw.), bei denen heute zwischen einem nordwestlichen und einem sĂŒdöstlichen Formenkreis gesprochen wird. Die Grenze zwischen diesen beiden verliefe dann in etwa an einer gedachten Linie zwischen dem Kongobecken und dem Ă€thiopischen Hochland. Dann wĂŒrden die subsaharischen Löwen zerfallen in P.l.senegalensis und P.l.melanochaitus, wobei letzterer alle bisherigen Unterarten vom Somali- bis zum Kap- und Angolalöwen im östlichen und sĂŒdlichen Afrika umfassen und der Name aus den genannten GrĂŒnden PrioritĂ€t genießen wĂŒrde.

Auf einen neuen Gedanken zu den ĂŒberlieferten GrĂ¶ĂŸenangaben von Berberlöwen wurde ich durch etwas gestoßen, was sich eigentlich auf Bengaltiger bezog (Quelle: "Raubkatzen" von Briggs & Briggs): Es war wohl frĂŒher in Indien "ĂŒblich", dass VIPs besonders stattliche Tiger erlegten. Anders ausgedrĂŒckt: Beim Vermessen der Beute wurde krĂ€ftig nachgeholfen, um dem edlen JĂ€ger eine besonders kapitale TrophĂ€e zu verschaffen. Angeblich wurde an den getöteten Tigern noch krĂ€ftig herumgezerrt, um sie etwas zu strecken, und man folgte mit dem Bandmaß der Körperkontur statt in gerader Linie zu messen. Es soll sogar ein spezielles Bandmaß fĂŒr den Hochadel gegeben haben, auf dem die Einteilung nicht der Norm entsprach...

HĂ€lt man sich nun vor Augen, dass auch die GroßwildjĂ€ger Nord- und SĂŒdafrikas Interesse an möglichst kapitaler Beute hatten und sich außerdem abgezogene TierhĂ€ute in gewissem Maß dehnen lassen, ist es durchaus möglich, dass Kap- und Berberlöwe nur kĂŒnstlich zu Riesen gepusht wurden, um den Ruhm ihrer Erbeuter zu mehren (ĂŒbrigens hatten natĂŒrlich auch damalige Menagerien durchaus Interesse daran, besondere GrĂ¶ĂŸe ihrer SchaustĂŒcke zu suggerieren - das ist ja selbst noch in heutigen Circussen bei Elefanten hie und da der Fall). Ich meine in Zusammenhang mit einer anderen Tierart mal gelesen zu haben, dass Schulterhöhen frĂŒher manchmal an ausgestopften (!) Tieren gemessen wurden, deren Abmessungen ja in den HĂ€nden des jeweiligen PrĂ€parators lagen... Vielleicht werden bei vielen Tieren solche Maße seit jeher immer wieder getreulich in der Literatur abgeschrieben, ohne auf einer wirklich reellen Basis zu fußen.

Laut dem selben Buch soll ĂŒbrigens der nachweislich (!) schwerste je erlegte Löwe 272 kg gewogen haben. Der wurde aber nicht im Atlas oder Kapland geschossen, sondern in Kenia.

Eine weitere interessante Zahl, da wir die berĂŒhmten Tsavo-Maneater auch schon hatten: Auch in jĂŒngerer Zeit spielt der Löwe noch eine erstaunlich große Rolle als Gefahr fĂŒr den Menschen (wie auch immer der Einzelfall gelagert ist). Zwischen 1990 und 2005 sollen in Tansania nicht weniger als 563 Menschen von Löwen getötet und mindestens 308 durch sie verletzt worden sein!
(27.01.2011, 16:31)
Henry Merker:   Wie ich schon angemerkt habe, hĂ€ngt dies vom systematischem Standpunkt ab.
Folgende stehen zur VerfĂŒgung [, die hier auch nachgelesen werden können ;)]:

1. Man folgt der Systematik, die noch den Massailöwen als eigenstÀndig ansieht: also massaicus.
2. Man folgt der, die massaicus als Synonym von nubica ansieht: also nubica.
3. Man folgt der Studie, demzufolge alle Subsaharalöwen monotypisch sind. Hier muss man schauen, welche Bezeichnung die Àlteste ist...und...es folgt: senegalensis.
4. Man folgt der Studie derzufolge sich alle Löwen östlich des Großen Grabenbruchs von denen westlich desselben genetisch unterscheiden. Nach dieser wĂŒrden sich Löwen aus Kenia kein bißchen von Löwen aus Transvaal unterscheiden. Konsequenz: krugeri
5. Neuerdings gibt es Wissenschaftler, die der Auffassung sind, dass die Kaplöwen lediglich die sĂŒdlichste Population des Transvaallöwen (krugeri) darstellen. Aufgrund der Regelungen der Nomenklatur hĂ€tte der Ă€ltere Name Vorrang. Konsequenz: melanochaitus (nicht melanochaita).

Und weil es so schön ist, kann noch ein weiterer Standpunkt aufgefĂŒhrt werden:

6. Der Löwe ist monotypisch.


So th.oma.s, ich hoffe, dass ich dir weiter helfen konnte. Wie gesagt, dass meiste steht schon in diesem Thread :)
(26.01.2011, 22:24)
th.oma.s:   wieso können löwen aus mosambik den unterarten senegalensis oder melanochaitus zugeordnet werden ?
(26.01.2011, 19:53)
Henry Merker:   Und nun folgt noch das MĂ€nnchen, dass nach dem BĂŒchlein eine Schulterhöhe von 100 cm gehabt haben soll.

Je nach systematischem Standpunkt könnte man diese Tiere den Formen senegalensis, nubica, massaicus, krugeri oder melanochaitus zuordnen...

Beide Aufnahmen entstammen dem BĂŒchlein "StreifzĂŒge durch den Zoologischen Garten Berlin mit der Zeiss Ikon-Camera".
(26.01.2011, 11:19)
Henry Merker:   So, jetzt kann ich den Nachweis fĂŒr die Löwen aus Mosambik erbringen, die der Zoo Berlin mindestens im Jahr 1927 im Bestand hatte. Konkret handelte es sich um mindestens 1,1 Tiere.

ZunĂ€chst das Weibchen. Unter dem Bild wird darauf hingewiesen, dass sich der Zoo Berlin bemĂŒht möglichst reinrassige Vertreter der geografischen Abarten einer Art - zumindestest bei den Großkatzen - auszustellen.
(26.01.2011, 11:13)
Michael Mettler:   Um die Anregung von th.oma.s in Sachen Wanderverhalten der Löwenkater aufzugreifen: Streng genommen mĂŒsste man dann sogar GERADE die Löwinnen fĂŒr die Unterartgliederung heranziehen, wenn sie doch die ortsgebundeneren "Einheiten" darstellen...

@Liz: Kann zwar gerade aus ZeitgrĂŒnden nicht deine genannten Quellen durchstöbern, hole das aber bestimmt bald nach ;-) Der besagte Menagerielöwe Nero taucht ĂŒbrigens auch im Dittrich-Buch mehrfach auf und muss zusammen mit seinem Dompteur Henri Martin eine BerĂŒhmtheit gewesen sein. (Er hatte spĂ€ter einen Nachfolger gleichen Namens.) Dieses "Gespann" brachte mich beim Querlesen des Buches ĂŒbrigens auf den Gedanken mit dem "frisierten" Schaulöwen.
(22.01.2011, 01:08)
Henry Merker:   @cajun:
Auf jeden Fall kann folgendes gesagt werden: Gibt es keine zufrieden stellenden Unterscheidungsmerkmale, so wĂ€re der Löwe eindeutig monotypisch; mit zufrieden stellenden Merkmalen meine ich Befunde, die ĂŒber den Genotyp hinausgehen. Warum?

@thomas:
Ich muss gestehen, dass ich zunĂ€chst nur den vorletzten Abschnitt gelesen und den Rest der Studie ĂŒberflogen habe. Ich werde dies demnĂ€chst nachholen; vielleicht unterscheiden sie ja doch die beiden Formen....

Was das Nildelta betrifft, so stimmt es, dass dieses schon recht frĂŒh stark besiedelt war. So schĂ€tzt man, dass die Bevölkerung Ägyptens zur Zeit der Pharaonen zwischen 4 und 12 Millionen umfasste. In dieser GrĂ¶ĂŸenordnung muss sich auch die Bevölkerung zur Zeit der SpĂ€tantike bewegt haben, da die Islamische Eroberung und Etablierung des Kalifats in Ägpyten (um 640 und Folgezeit) laut eines ehemaligen Al-Azhar-Professors einen Aderlass von 8 Millionen Menschen forderte. Von diesem sollte es lange dauern bis sich Ägypten wieder davon erholte. 1700 lebten etwa 2,3 Millionen; 1800 etwa 3,8 Millionen; 1900 etwa 10 Millionen; 2000 etwa 68 Millionen und aktuell etwa 83 Millionen Einwohner (davon sollen etwa 33% unter 15 Jahren sein!).
Da Ägypten und auch der Nordsudan zur Zeit der Pharaonen noch deutlich fruchtbarer gewesen sein muss - darauf weisen die Ă€gyptischen GemĂ€lde, die die damalige Tierwelt zeigen; aber auch das Vorkommen von Elefanten in dieser Region bis ins 20. Jahrhundert hinein, hin -, dĂŒrfte zwar eine Konzentration der Bevölkerung entlang des Nils nicht ganz von der Hand zu weisen sein, doch nehme ich an, dass die Dichte nicht so eng gewesen sein kann, dass Löwen nicht doch regelmĂ€ĂŸig zwischen West und Ost - und umgekehrt - wandern konnten. Zumindest dĂŒrfte dies auf jeden Fall fĂŒr den Zeitraum von 700 bis 1800 sowie teilweise fĂŒr die Zeit vor (oder auch nach der Zeit des Hellenismus) gegolten haben. Freilich ist das Ganze nicht frei von Spekulationen.
Andererseits mĂŒsste dies dann auch fĂŒr Nord und SĂŒd in dieser Region gelten. Es stellt sich dann abermahls die Frage, wo man die Trennlinie zwischen Nord- und SĂŒdlöwen ziehen soll und kann.
Zumal die Anregung von Cajun, nicht nur LöwenmÀnnchen zur Unterartunterscheidung zu Rate zu ziehen, noch hinzu kommt.
(22.01.2011, 00:02)
Ronny:   Zu den Ostafrikansichen Löwen im Zoo Berlin habe ich im ZF 1906 folgendes gelesen:
Löwe, F. leo, wild eingefangene Originallöwen. 1: Deutsch-Ostafrikanischer Löwe aus dem Wakekegebiet, Geschenk von Major von Witzmann, und diesem vom HÀupling Madjemba dargebracht. 2: ein junges Geschwisterpaar aus der Massai-Steppe Geschenk des Herzog Friedrich-Adolf von Mecklenburg nach Erlegung der Alten durch Graf Pfeil-Kreisewitz, Rittmeister von Jena und Leutnant von Wiese-Kaiserschwaldau 3: eine junge Löwin geschenkt, und mitgebracht aus der Masssai-Steppe von Leutnant Fischer.

Es werden keine weiteren Löwen genannt.
(21.01.2011, 22:38)
Liz Thieme:   @Cajun, das ist mal eine interessante Frage. Aber jetzt so auf die Schnelle habe ich dazu nichts gefunden, dass es Merkmale bei den Weibchen fĂŒr die jeweiligen Unterarten gibt.

Allerdings sind mir bei der Recherche danach, noch andere Fachartikel (hier leider nur deren Abstracts) in die Finger gefallen.
1)Phenotypic and reproductive characteristics of lions (Panthera leo) at Addis Ababa Zoo von Melaku Tefera
https://springerlink3.metapress.com/content/x53721n2756421p2/resource-secured/?target=fulltext.pdf&sid=imtm3m3jze1sva45o0lnafnz&sh=www.springerlink.com

2)Sexual Selection, Temperature, and the Lion's Mane von Peyton M. West und Craig Packer
http://www.sciencemag.org/content/297/5585/1339.abstract (da sind noch mehr Artikel (vlt auch in Vollversion) die besonders dich Michael interssieren dĂŒrften)

3)Evidence for African origins of founders of the asiatic lion species survival plan von S. J. O'Brien
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/zoo.1430060202/abstract
(21.01.2011, 22:17)
cajun:   Mal ne Frage zwischendurch: Wie unterscheidet man bei den jeweiligen Unterarten eigentlich die Löwinnen? GrĂ¶ĂŸe? FĂ€rbung? Flecken? SchĂ€delmaße?
(21.01.2011, 19:06)
Liz Thieme:   @MM Bild 2 & 3 kommen ja von Löwen aus Wandermenagerien. Ich bin bei meiner Suche nach solchen Löwen auch abgeschweift zu den anderen.

Die Studie von Barnett wurde, wenn ich es richtig sah, 2006 veröffentlicht. Ich habe hier noch mal eine Àhnlich gelagerte von 2007/2008.
http://www.plosgenetics.org/article/fetchObjectAttachment.action?uri=info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pgen.1000251&representation=PDF

Dann noch ein Barnett von 2009
http://www.uni-mainz.de/FB/Biologie/Anthropologie/MolA/Download/Barnett%20et%20al.%2020http://tiergarten.com/forum.php?go=view&BeitragsID=1925&thema=&subthema=&subsub=09.pdf
(21.01.2011, 19:01)
th.oma.s:   ja sein könnte... die von Ihnen verlinkte studie unterscheidet jedoch zwischen berber und asiaten? meines erachtens kommt hinzu, dass die differenzierung der löwen hier wohl eine sehr junge nacheiszeitliche ist (berber/westafrika, berber/asiatischer löwe). eine bestimmte Rolle dĂŒrfte unter diesem aspekt die sehr frĂŒhe dichte besiedlung von niltal und - delta sein, die sich zeitgleich (oder schneller ?) mit der austrocknung der sahara entwickelt haben dĂŒrfte. möglicherweise war hier dann auch die trennung der löwenvorkommen eher und strikter als etwa im bereich der sahara (westafrika/berber). zur diskussion ĂŒber asiatische unterarten feht m.e. ausreichend untersuchungsmaterial. m.e liegt zudem nahe dass die mĂ€hnenfĂŒlle und farbe eben eher gerade kein unterscheidungsmerkmal ist. völlig vernachlĂ€ssigt in der diskussion ist meines erachtens auch die mögliche abwanderung von mĂ€nnlichen tieren ĂŒber
mehrere hundert kilometern (vgl. wolf).
(21.01.2011, 18:06)
Henry Merker:   PS:
Zur Sicherheit kann ja noch einmal eine Revision mit klassischen (genug Museumsexemplare dĂŒrfte es ja auch geben) und genetischen Mitteln dies noch einmal untersuchen...sagen wir bis nĂ€chstes Jahr. Sollte dies sich dann erhĂ€rten, dann sollte man meines Erachtens im Asiaten-EEP die definitiv reinrassigen Berberlöwen mit aufnehmen. Wenn es sich nicht erhĂ€rten sollte, dann eben nicht.
(21.01.2011, 17:59)
Henry Merker:   Die Arbeit, die du eingestellt hast, legt dies ja ebenfalls nahe...dass die Formen leo, persica, goojratensis identisch sein sollen.
(21.01.2011, 17:55)
Michael Mettler:   Wenn ich jetzt mal spaßeshalber alles zusammenfasse, was wir hier schon diskutiert haben (eventuelle Unterartgleichheit Berber/Inder, nacheiszeitliche Besiedelung Asiens eventuell ausgehend von einem Refugium in Nordafrika, Reliktpopulation in Indien nach Abschuss der fĂŒr JĂ€ger prĂ€chtigsten Exemplare), dann kĂ€me man zu dem Ergebnis, dass der durchschnittliche heutige indische Löwe nichts weiter als eine "verkĂŒmmerte Restausgabe" des Berberlöwen sein könnte...
(21.01.2011, 17:15)
Henry Merker:   Na ja, da sich zu bestĂ€tigen scheint, dass Berberlöwe, Persischer und Indischer Löwe genetisch betrachtet lediglich eine Unterart - und nicht zwei (drei) Unterarten - darstellen, ist es nicht verwunderlich, dass auch die Asiaten teilweise genauso aussahen wie die Berberlöwen - zumal die Bilder, die du weiter unten eingestellt hast, eben dies sogar eher untermauern; denn sonderlich groß ist der Unterschied zwischen dem Berber und dem Inder nicht, wie ich meine. Und ausnahmsweise kann dann die Darstellung, die du erwĂ€hnst, doch korrekt ausfallen, zumal der unten zu sehende Babylonier ebenfalls eine BauchmĂ€hne zu tragen scheint...
(21.01.2011, 15:19)
Michael Mettler:   Ganz vergessen, hier der Link zur erwĂ€hnten Löwenstudie:
http://www.adelaide.edu.au/acad/publications/papers/Barnett%20PRS%20lions.pdf
(20.01.2011, 23:03)
Michael Mettler:   Meine Gedanken ĂŒber "historische" vollmĂ€hnige Löwen bezogen sich auf WANDERmenagerien, weniger auf stationĂ€re. Wo exotische Tiere dauerhaft am gleichen Ort verweilten, steckte man sie im Winter fĂŒr gewöhnlich in - nach heutigen MaßstĂ€ben - völlig ĂŒberheizte InnenrĂ€ume, wĂ€hrend die Tiere in Wandermenagerien erheblich stĂ€rker den KlimaeinflĂŒssen ausgesetzt waren, allein schon wĂ€hrend der Transporte.

Hinzu kommt, dass in solchen Wandermenagerien oft sehr zahme Tiere mitgefĂŒhrt wurden; es gibt mindestens eine zeitgenössische Darstellung, auf der ein Löwenkater ohne trennendes Gitter dem Publikum vorgefĂŒhrt wird. Menageristen und Dompteure gingen zudem zu einigen ihrer Großraubtiere in die KĂ€fige. HĂ€lt man sich dann vor Augen, dass der Schauwert der Menagerietiere das Kapital der Aussteller war, liegt die Vermutung nahe, dass solche zahmen Tiere auch besonderer Fellpflege unterzogen wurden, um noch prĂ€chtiger auszusehen. Zahme und womöglich noch ohne optische Barriere sichtbare Löwen wiederum dĂŒrften fĂŒr KĂŒnstler besonders begehrte Vorbilder gewesen sein. Stammt also unser "Rassebild" des Berberlöwen womöglich von "frisierten" Exemplaren...?

Ich habe das Buch "Unterwegs mit wilden Tieren" von Lothar Dittrich eben zwar nur oberflĂ€chlich durchgeblĂ€ttert, um nach Löwen-Infos zu suchen, aber eine stach mir dann doch ins Auge, stammend von einem Anschlagzettel der Menagerie Jacques Tourniaire um 1817. Da ist zu lesen: "Ein majestĂ€tischer mĂ€nnlicher Löwe aus Persien, nach England gebracht. Er ist wesentlich an GrĂ¶ĂŸe und Farbe von allen verschieden, die bisher hier gezeigt wurden, indem er weit grĂ¶ĂŸer und sein Haar heller ist." Die Abbildung auf dem Anschlagzettel zeigt einen Löwenkater mit durchaus ansehnlicher MĂ€hne, auch BauchmĂ€hne (!). Muss allerdings nicht sein, dass das der ausgestellte Kater (der zu diesem Zeitpunkt einzige Löwe der Wandermenagerie) sein sollte, und sonderlich genau waren ja viele der damaligen Tierdarstellungen ohnehin nicht. Da zu dieser Zeit vor allem Berber- und Kaplöwen in Europa zu sehen gewesen sein sollen, die heute als die grĂ¶ĂŸten Formen gelten, finde ich den Hinweis auf die außergewöhnliche GrĂ¶ĂŸe des persischen Löwen besonders interessant - vielleicht ist das, was wir heute noch an asiatischen Löwen kennen, tatsĂ€chlich ein im wahrsten Sinne des Wortes "kĂŒmmerlicher Rest".
(20.01.2011, 22:59)
Henry Merker:   Danke.
(20.01.2011, 22:49)
Liz Thieme:   Ab Bild 8 gehört alles zum Tower.
(20.01.2011, 22:32)
Henry Merker:   @Liz:
Kann ich den letzten Teil deines Beitrages so verstehen, dass genetisch betrachtet folgende Formen unterschieden werden können: leo, senegalensis, melanochaita? Oder habe ich da was, falsch verstanden? Und ist der beschriebene Sachverhalt, den du schilderst, in der gleichen Arbeit beschrieben, in der die Unterartzugehörigkeit der Tower-Löwen analysiert wird?
(20.01.2011, 22:26)
Liz Thieme:   Mal paar Menagerie-Bilder, aufgrund eurer KlimaĂŒberlegung. Allerdings wissen wir ja auch, dass an solchen Bildern gerne mal bisschen verschönt wird.

Bild 1: Menagerie-Löwen des Exeter Exchange. Gemalt 1808 von Jacques-Laurent Agasse. Die Menagerie bestand dort von 1773-1829 in London.
Bild 2: Schreier'sche Menagerie. Das Bild stammt aus dem Buch "Die Gartenlaube" (1863) Darin beschreibt der Autr einen Löwen namens "Nero" der in der Aken'schen Menagerie lebte. Der Autor ist der Meinung, dass nachdem die Aken'sche Menagerie geschlossen hatte, es eine lĂ€ngere Zeit dauerte bis wieder grĂ¶ĂŸere Löwen auftauchten. Er beschreibt seine Beobachtungen mit den Worten: "nd es war fast, als wenn auch die Löwen kleiner gerathen wĂ€ren.". Mars (siehe Bild) beschreibt er daraufhin wie folgt: "Er gehörte zu der Race, bei welcher die Schultern und der Bauch nicht mit langen Haaren bewachsen sind, und welche sich wieder in eine lebhaft gefĂ€rbte und eine mehr graugelbe Race zu theilen scheint."
Bild 3: gleiches Buch; sĂŒdafrikanisches Löwenpaar aus der Kreuzberg'schen Menagerie. Der Kater wurde wie folgt beschrieben: "Eine fast ganz schwarze nur an den Backen hellere MĂ€hne bedeckte nicht blos Hals, sondern auch Schultern des MĂ€nnchens, sich dann noch breit am Bauch desselben hinziehend; es ist dies die Tracht der sĂŒdafrikanischen Race."
Bild 4 & 5: "Zoo"-Berberlöwe
Bild 6: Kap-Löwe von Rembrandt Harmeszoon van Rijn (17. Jh)
Bild 7: Kap-Löwen (1948)
Bild 8: Löwe und Tiger im Tower of London 1830. Der Ă€lteste SchĂ€del von den dortigen Löwen wurde auf 1280 bis 1385 datiert mit einem Alter von drei bis vier Jahren. Der erste Löwe ist 1240 in Schriften beglaubigt und damit fĂŒnf Jahre nachdem Henry III drei Leoparden als Hochzeitsgeschenk bekam. Messungen haben ergeben, dass die Löwen damals 2x3 Meter zur VerfĂŒgung hatten.
Studien sollen ergeben haben, dass die Beziehung zwischen Höhlenlöwen, Berberlöwen, und den Löwen des Xerxes und Alexander verwoben waren. Ihre physikalischen und genetischen Merkmalen waren einander nĂ€her, als zu den Sub-Sahara-Löwen, mit Ausnahme der genetisch unterschiedlichen Kap-Löwen. Die Tower-Löwen sollen laut genetischen Analysen Berber gewesen sein. Laut Nobuyuki Yamaguchi (Analyst der Tower-LöwenschĂ€del) Berberlöwen waren wahrscheinlich die grĂ¶ĂŸte aller Unterarten des Löwen. Sie hatten eine sehr lange, schwarze, struppige MĂ€hne und waren sehr imposant.
(20.01.2011, 21:02)
Michael Mettler:   Zudem soll es die so genannte 75%-Regel geben: Die "typischen" Merkmale fĂŒr eine Unterart mĂŒssen von mindestens 25% ihrer Angehörigen gezeigt werden. Andersrum gerechnet: Bis zu einem Viertel der Population "darf" abweichend aussehen. Beim Löwen wĂŒrde das auch die Farbe der MĂ€hne und ihre Ausdehnung betreffen - ich meine also nicht ihr Volumen, sondern z.B., ob der Schulterbereich oder die Bauchlinie bemĂ€hnt ist oder nicht.

@Jennifer: Ich habe eine Studie gefunden, die tatsĂ€chlich Parallelen zum Menschen zieht und die Theorie aufstellt, dass der "moderne" Löwe wie auch der "moderne" Homo sapiens in einer zweiten Auswanderungswelle aus Afrika ihre jeweiligen archaischen VorgĂ€nger ersetzt oder gar verdrĂ€ngt haben könnten. Außerdem gibt sie auch das Szenario wieder, dass der Löwe auf dem Höhepunkt der Eiszeit wegen der weitgehenden Austrocknung Afrikas tatsĂ€chlich nur noch in Refugien im sĂŒdlichen Afrika und eventuell im Atlasgebirge ĂŒberlebt hatte und dabei sogar einen genetischen Flaschenhals durchlief, aus dem heraus bei Ausklingen der Eiszeit eine rasche Wiederbesiedlung Afrikas und Eurasiens erfolgte.
(20.01.2011, 18:17)
Maik Schilde:   Zum Thema TĂŒpfelhyĂ€nen: In der Veröffentlichung wurde bewiesen, dass die europĂ€ische HöhlenhyĂ€ne zur selben Art gehört wie die TĂŒpfelhyĂ€ne, wobei sogar ein Unterartstatus fraglich ist. Es wurde nachgewiesen, dass sowohl aus ost- als auch aus den westafrikanischen HyĂ€nenpopulationen zu verschiedenen Zeit Tiere nach Europa und Asien eingewandert sind. Also ist es mĂŒssig die Tiere weiterhin als HöhlenhyĂ€nen besonders herauszustellen.
Zu den Löwen: Die MĂ€hnenbildung hĂ€ngt mit dem Klima, in welchem die Tiere leben, eindeutig zusammen. Ich konnte sowohl in Kenia als auch in Tansania niemals so extrem bemĂ€hnte Exemplare sehen, wie man sie aus den Zoos kennt. Die Tsavo-Löwen waren sehr dĂŒnn bemĂ€hnt, aber im gleichen Gebiet leben auch Böhmzebras ohne MĂ€hne mit Exemplaren zusammen, welche eine normale MĂ€hne besitzen. Sicherlich eine Anpassung an den besonders heißen Lebensraum.
Der gleiche Fall betrifft die asiat. Exemplare. Sicherlich spielt auch eine gute, reichhaltige und vor allem gleichmĂ€ĂŸige ErnĂ€hrung in Gefangenschaft eine gewisse Rolle. Die MĂ€hnenfĂ€rbung ist vermutlich hingegen genetisch fixiert, hat aber wahrscheinlich mit den Unterarten nichts zu tun, sondern ist eher individuell ausgeprĂ€gt. Man darf bei einer Artbeschreibung auch nie vergessen, dass diese immer anhand eines Holotypus vorgenommen wird und wenn dieser z. B. im Falle der Angolalöwen eine silberne MĂ€hne hat, wird dieses Merkmal in die Artbeschreibung aufgenommen und trifft dann doch nicht fĂŒr alle Exemplare zu. Noch dazu sind diese Beschreibungen hĂ€ufig 100 und mehr Jahre alt. Diese wurden damals noch keinem wissentschaftl. Review zugefĂŒhrt und wĂŒrden heute mit Sicherheit nicht mehr so akzeptiert werden.
(20.01.2011, 15:55)
Jennifer Weilguni:   Irgendwie muss Homo Sapiens es ja auch mal in den kalten Norden geschafft haben :-)
(20.01.2011, 15:20)
Henry Merker:   Hm, warum eigentlich nicht? Das aufgefĂŒhrte Szenario in Sachen Löwen klingt durchaus einleuchtend.

Was die TĂŒpfelhyĂ€nen Westafrikas betrifft, so kann ich mir sehr gut vorstellen, woran es liegen mag, dass sie genetische Merkmale der HöhlentĂŒpfelhyĂ€ne teilt: Die Sahara ist erdgeschichtlich noch recht jung.
Dass der Magrebraum zur Zeit des Römischen Imperiums noch als "Kornkammer" fungierte, ist gesichert und belegt, dass diese Region einst sehr fruchtbar gewesen sein muss. Auch die Existenz von Giraffen, Elefanten etc. in jener Zeit in dieser Region belegen dies. Und selbst noch bis in die 1960ziger war diese Region zumindest in einigen Gebieten recht fruchtbar... Demnach ist es naheliegend, dass fĂŒr SĂ€ugetiere, wie etwa den HyĂ€nen, die Möglichkeit, vom Sahel-, der ja auch noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig fruchtbar ist - je nachdem, wo man sich befindet -, sowie ĂŒber Senegambien in den Magrebraum zu wandern - und umgekehrt. Und da man heute weiß, dass die Iberische Halbinsel vor relativ kurzer Zeit noch mit Afrika verbunden war sowie die Region, wo sich heute das Mittelmeer befindet, weitestgehend trocken war, wie Bohrungen sowohl von Sowjetwissenschaftlern, als auch der NASA bestĂ€tigen, - so bestand eine weitere LandbrĂŒcke zwischen Afrika und Italien (siehe Bild) - sodass Tiere nördlich und sĂŒdlich des Mittelmeeres regelmĂ€ĂŸig von Nord nach SĂŒd und von SĂŒd nach Nord wandern konnten. Darum gab es beispielsweise auch Nilpferde in Europa.
Und schwups: Nun wissen wir, warum die TĂŒpfelhyĂ€nen Westafrikas Erbgut der HöhlenhyĂ€ne besitzen; zumal die HöhlenhyĂ€ne anscheinend der gleichen Art wie unsere TĂŒpfelhyĂ€ne angehört...
(20.01.2011, 08:54)
Michael Mettler:   P.S. Es gibt noch einen anderen großen afrikanischen Carnivoren mit interessanter "Nord-SĂŒd-Genetik": Laut einer Studie teilen die TĂŒpfelhyĂ€nen Westafrikas meiner Erinnerung nach genetische Merkmale mit der ausgestorbenen HöhlenhyĂ€ne Europas, welche bei ihren Artgenossen im sĂŒdlichen Afrika nicht vorhanden sind. Anders als beim Berberlöwen wĂ€re hier die Sahara nicht mal als "Trennlinie" tauglich.
(20.01.2011, 00:13)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Es waren insgesamt 2,1 Junglöwen - Geschwister - die 1896 durch Wissmann in den Berliner Zoo gelangten. Ein Kater davon wurde spĂ€ter abgegeben, die 1,1 ĂŒbrigen wurden "per Partnertausch" mit 1,1 Somalilöwen vergesellschaftet. Da das besagte Buch schon 1899 erschien, ist ĂŒber das mögliche Ergebnis dieser Mischpaare noch nichts zu lesen.

Die spannende Frage ist, ob Löwen aus dem SĂŒden Tansanias nach klassischer Systematik ĂŒberhaupt noch als Massailöwen betrachtet wurden oder nicht schon als nördliche Population der sĂŒdlich anschließenden Form, denn tiergeografisch zieht sich ja in einigen FĂ€llen eine Art Unterartenscheide durch das Land. Vielleicht war sich die Wissenschaft da beim Löwen auch gar nicht richtig sicher. Im Buch "Wild Cat Species of the World", in dem zu jeder der aufgelisteten (wenn auch nicht einzeln beschriebenen) Unterarten das Verbreitungsgebiet aufgefĂŒhrt ist, fehlt Tansania völlig! Nun lassen sich die Löwen z.B. in der Serengeti nicht wegdiskutieren, und die LĂ€ndergrenze Kenia/Tansania wurde ja - wie in ihrem Verlauf unschwer erkennbar - von den frĂŒheren KolonialmĂ€chten am Reißbrett, nicht etwa nach natĂŒrlichen Barrieren gezogen. Viele Quellen geben aber als Verbreitungsgebiete immer nur LĂ€ndernamen an, als wĂŒrde sich die Evolution nach politischen Grenzen richten... Stammt vermutlich noch aus der Zeit, als jede Kolonialmacht bestrebt war, "eigene" Arten zu haben.

Die Frage nach der Abgrenzung zwischen den Löwenpopulationen beiderseits des Großen Grabens ließe sich recht einfach klĂ€ren, wenn die Theorie der Refugien wĂ€hrend der Eiszeit angewendet wird. So wird z.B. heute angenommen, dass das Streifengnu zu dieser Zeit in Ostafrika ausstarb, aber in einem Refugium im sĂŒdlichen Afrika ĂŒberlebte und nach der Eiszeit von dort aus innerhalb relativ kurzer Zeit Ostafrika rekolonialisierte. Auch die beiden heute dort lebenden Unterarten von Weißbartgnus sind bezeichnenderweise durch den Großen Graben getrennt, so dass sie vielleicht auf verschiedene Einwanderungswellen ĂŒber getrennte Routen von SĂŒden her zurĂŒckzufĂŒhren sind. Sowas wĂ€re natĂŒrlich auch im Fall des Löwen denkbar - zumal das Gnu ein wichtiges Beutetier fĂŒr ihn und er womöglich damals seiner Beute hinterher gewandert ist. Übrigens sollen sich ja auch die Massaigiraffen beiderseits des Großen Grabens deutlich genetisch unterscheiden.

Weitere Refugien könnte es im Westen Afrikas gegeben haben, und vielleicht hat auch der "Nordlöwe" in dieser Zeit irgendwo im nordafrikanisch-vorderasiatischen Raum ĂŒberdauert. Mit gĂŒnstigeren Lebensbedingungen konnten dann die lange isolierten Populationen ihre Areale wieder ausdehnen, wobei es teilweise zu Begegnungen und Vermischungen gekommen sein könnte - und zwar vor allem im nördlichen Ostafrika. Das kĂ€me jedenfalls dabei heraus, wenn man das heute angenommene Szenario anderer Savannengroßtiere Afrikas (z.B. Giraffe, Kuhantilopen, Leierantilopen, Pferdeantilope, Warzenschwein usw.) auf den Löwen ĂŒbertragen wĂŒrde.

Wir lesen zwar heute immer, dass die Verbreitungsgebiete vieler Tiere vor dem Eingreifen des Menschen grĂ¶ĂŸer und zusammenhĂ€ngender waren, aber es sieht ja ganz danach aus, als sei auch dieses ZusammenhĂ€ngende nicht immer ein Dauerzustand gewesen. Eine Isolation in klimabedingten Refugien und ein Wieder-Aufeinandertreffen vorher isolierter Populationen wĂ€re jedenfalls als starker Motor fĂŒr evolutionĂ€re VerĂ€nderungen eine sehr plausible ErklĂ€rung.
(20.01.2011, 00:07)
Henry Merker:   @Michael Mettler:
So Ă€hnlich habe ich mir das schon auch gedacht; was die Unterarten betrifft so man der "Nord- und SĂŒdlöwen (Panthera leo leo et P. l. sengalensis)"-These folgt.
Eine entscheidende Frage stellt sich dann jedoch schon: Was geschieht mit den Löwen, die von Ägypten sĂŒdwĂ€rts bis nach Äthiopien und Nordostkenia vorkamen. Einerseits weiß man heute (Folgt man dem tiergeografischen Wissen, so weiß man es ja schon lĂ€nger.), dass die Sahara noch nicht so lange existiert (zumindest in ihrer derzeitigen Ausdehnung). Zudem existiert von Ägypten bis nach Nordostkenia durchaus ein grĂŒner GĂŒrtel, der einen Genaustausch zw. "Nord-" und "SĂŒdlöwen" zuließ. Besagter grĂŒner GĂŒrtel ist im ĂŒbrigen grĂ¶ĂŸer und vor allem fruchtbarer als man allgemein annehmen möchte. Um es kurz zu machen: Die Frage ist, wo die Trennlinie zwischen diesen genetischen Großpopulationen zu ziehen ist. Aktuell dĂŒrfte es ja verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig leicht sein; so viel ich weiß gibt es wohl keine Löwen mehr im Sudan bzw. nur wenige.
Dann wĂ€re da noch die Frage, was mit den Löwen westlich und östlich des Großen Grabensbruches ist - die sollen sich ja scheinbar auch genetisch voneinander unterscheiden. Auch hier wĂŒrde sich die Frage stellen, wo man die Trennlinie ziehen soll. Rein theoretisch - und wohl auch praktisch, wenn meine Erinnerung mich nicht tĂ€uscht - können so auch die Transvaal- und somit möglicherweise auch die Kaplöwen, die teilweise als sĂŒdlichste Population des Panthera leo krugeri angesehen werden, als Angehörige dieser Ostafrikaner gezĂ€hlt werden. Interessanter wird es dann in Sachen Angola-, Kongo-, Nubischen und Senegallöwen, da sich dann - folgt man dieser Studie, die ebenfalls auf genetischen Befunden fußt - die Frage stellt, ob sie als eigenstĂ€ndige Formen noch anzusehen sind oder ob sie den "Westlöwen" zuzurechnen sind...
Viele neue Erkenntnisse, viele neue Fragen, kann man da nur sagen.

Der erwĂ€hnte Deutsch-Ostafrikaner scheint wohl nicht im Bongo erwĂ€hnt zu werden...oder ich habe ihn "ĂŒberlesen". Dann kamen Massailöwen also schon frĂŒher nach Europa bzw. Berlin.


(19.01.2011, 22:19)
Liz Thieme:   Eben lief auf SWR eine Doku ĂŒber den Global White Lion Protection Trust. Die StammvĂ€ter dieser Population stammen aus der Timbavati Region im KrĂŒger National Park. Das Ziel ist, das "weiß"-Gen zu finden und die Löwen dann auszuwildern. Die adulten Löwen haben hier eine gute MĂ€hne.
(19.01.2011, 22:09)
Oliver Jahn:   Der Gedanke von Michael bzgl. der Wandermenagerietiere als Vorbild hat etwas. Schaut man sich dort einmal die zeitgenössischen Darstellungen an, so zeigen sie durchweg nur sehr stark bemĂ€hnte Tiere. Wirft man von dort aus dann einen Blick in die Literatur dieser Zeit, so findet man genau diese Darstellungen auch dort. Uns selbst meine Ă€ltesten ZoofĂŒhrer haben noch Zeichnungen und keine Fotos. Und da greift der Mensch nun mal gern auf das zurĂŒck, was Eindruck macht und genau so prĂ€gen sich Bilder, die dann ebenfalls gern als allgemeingĂŒltig erklĂ€rt werden.
Wenn ich da an meine frĂŒhe Kindheit denke, da war ich stark "Daktari" geprĂ€gt. Von daher schielten fĂŒr mich Löwen und sie waren die perfekten Reittiere. So schnell kann sich also ein Bild prĂ€gen.
:-)
(19.01.2011, 21:50)
Henry Merker:   Die Internetseite www.hunting.lu bestĂ€tigt die geringe BemĂ€hnung der Westafrikaner "Der westafrikanische Löwe unterscheidet sich von seinen sĂŒdlicheren Verwandten durch das fast föllige Fehlen der MĂ€hne." Und hier kann man ein MĂ€nnchen sehen, dass im Pendjari-Nationalpark in Benin aufgenommen worden ist:

www.camp-numi.de/afrika-fotos/pendjari-nationalpark/loewen-paar-pendjari-nationalpark.jpg

Und hier noch zwei Tiere aus Burkina Faso:

www.sanktpius.de/Archiv/Projekt_Burkina/Berichte_Burkina_Faso/Burkina_Faso_2001/loewen.jpg

Last but not least noch ein weiteres Tier aus dem oben genannten Park in Benin:

http://farm2.static.flickr.com/1232/542580017_f35e307985.jpg
(19.01.2011, 21:47)
Michael Mettler:   "Berlin" war das Stichwort fĂŒr mich, auch den Bildband "Lebende Bilder aus dem Reiche der Tiere" von Ludwig Heck (1899) in Sachen Löwen zu durchstöbern. Im Text erwĂ€hnt Heck zu den einzelnen "geographischen Abarten" (unser heutiger Unterartbegriff war ja noch nicht geboren):

- Atlaslöwe mit dicker, schwarzer BauchmÀhne und dunkler, gescheitelter, nach beiden Seiten schlicht herabfallender HalsmÀhne
- Kaplöwe Ă€hnlich bauchmĂ€hnig, aber grĂ¶ĂŸer und höher gestellt
- Senegallöwe rot gefÀrbt mit schwacher, lichter MÀhne ("am wenigsten imponierende Rasse")
- Zambesilöwe gross, schlank, kurzschwÀnzig, mit unbemÀhnter Schulter
- Somalilöwe klein, leicht gebaut und sehr langschwÀnzig, mehr grau als gelb und stark schwarz bemÀhnt
- Nubischer Löwe mit MÀhne nur am Hals, die wie bei einem Spitz nach allen Seiten absteht
- Persischer Löwe sehr groß und stark, ganz hell bemĂ€hnt
- Gudscheratlöwe mÀhnenlos
Die beiden asiatischen Formen kannte Heck allerdings nicht in lebendem Zustand.

Der abgebildete Deutsch-Ostafrikanische Löwe war erst 1896 als Jungtier aus dem SĂŒden des heutigen Tansania nach Berlin gekommen und ließ somit noch keine endgĂŒltige EinschĂ€tzung zu. Ebenfalls abgebildet ist ein Transvaallöwe, den Heck als "nicht allzu stark bemĂ€hnt" beschreibt, obwohl er unserem "Bild" eines Löwenkaters ganz gut entspricht - offenbar war Heck stĂ€rker bemĂ€hnte Löwen durchaus gewohnt.
(19.01.2011, 21:08)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Das habe ich mich bezĂŒglich Kingdon auch schon gefragt (ĂŒbrigens auch beim Geparden, den er genauso "behandelt"), ob er sein "monotypic" nur auf die afrikanischen Vertreter bezieht. Aber wenn neuere Studien den Berberlöwen als eigene Unterart bestĂ€tigt haben (und dabei nach ganz anderen Kriterien als der MĂ€hnenbildung gingen), dann mĂŒsste es eingedenk der verwandtschaftlichen NĂ€he zwischen Berber und Inder zumindest zwei Unterarten geben: Berber und Asiate (inkl. des ausgerotteten SĂŒdosteuropĂ€ers) als Nominatform Panthera leo leo (quasi ein "Nordlöwe") sowie alle subsaharischen Afrikaner als zweite Unterart, die dann P.l.senegalensis heißen mĂŒsste, weil das offenbar der Ă€lteste Name unter den "SĂŒdlöwen" ist.
(19.01.2011, 19:49)
Henry Merker:   Ausgehend von der Zeichnung, die Liz mit ihrem ersten Beitrag eingestellt hat, sowie den heute angeschnittenen Aspekt, können wir auf jedenfall schon einmal festhalten, dass die MĂ€hne auf keinen Fall als Unterartmerkmal dienen kann.
Vermutlich hat Kingdon recht, wenn er zu dem Schluss kommt, dass der Löwe monotypisch ist (oder unterscheidet er zwei Unterarten?).
(19.01.2011, 19:23)
Michael Mettler:   Jepp, siehe mein Beitrag vom 7.1.11 unter "Seltene Vogelarten", wo ja auch schon mal das Thema Löwen andiskutiert wurde. Vielleicht ist/war so manche Reliktpopulation im Tierreich nicht (mehr) reprĂ€sentativ fĂŒr die natĂŒrliche Variationsbreite ihrer Art.
(19.01.2011, 18:18)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das Verschwinden gut bemĂ€hnter Löwen in Indien mit der Großwildjagd der diversen GroßmĂ€chte, die in Indien einst herrschten - es waren ja nicht nur die Briten oder etwa Moghuln - zusammenhĂ€ngen dĂŒrfte. Interessanterweise soll der Bestand im Girforest meines Wissens dem Umstand zu verdanken sein, dass der dortige FĂŒrst seine schĂŒtzende Hand ĂŒber die Tiere gehalten hatte, damit auch er weiterhin seine eigenen Löwen jagen konnte...
(19.01.2011, 16:39)
WolfDrei:   Die "SchwachmĂ€hnigkeit" der Inder kann natĂŒrlich auch genetische Ursachen haben: bei nur noch 20 "Übriggebliebenen" werden vorher die Nabobs und englischen JĂ€ger die "besten" MĂ€hnentrĂ€ger lĂ€ngst abgeschossen haben. Siehe auch die sĂŒdlichen Elefanten aus dem Addobusch mit ihren mickerlichen StoßzĂ€hnen.
(19.01.2011, 12:47)
Henry Merker:   Und das zweite Bild. Dieses Tier könnnte auch locker als Inder durchgehen...

Auch in Sachen Löwinnen kann ich dir nur zustimmen.
(19.01.2011, 11:18)
Henry Merker:   @Jennifer:
Dem kann ich nur zustimmen; die beiden Löwenkater waren deutlich schwachmÀhniger. Hier noch mal zwei Fotos von ihnen.
(19.01.2011, 11:15)
Jennifer Weilguni:   Auch ich habe nur zwei Löwenkater im Tsavo gesehen, diese aber beide sehr schwach bemĂ€hnt.
Die Löwen im Film "Der Geist und die Dunkelheit" sind zwar schöne Tiere, haben aber mit den Originalen wenig gemein. Ich kenne die ausgestopften Meneater zwar auch nur von Fotos, aber bei denen ist ja fast gar keine MÀhne vorhanden. Da kenne ich sogar Löwinnen, die mehr MÀhne haben. (Und nein ich meine nicht das Tier aus Stukenbrock :-).)
(19.01.2011, 10:37)
Henry Merker:   Ich habe den aktuellen Bongo gefunden und kann nun folgende Korrekturen meines Beitrages angeben.
- der Zoo Berlin importierte Anfang des 20. Jahrhunderts insgesamt 3,3 Äthiopische Löwen (so man sie als eigenstĂ€ndige Unterart ansieht) und zĂŒchtete sie auch regelmĂ€ĂŸig. Dabei konnten 2,0 1907 bezogen werden, von denen der Kater "Menelik" bis 1922 im Zoo lebte. Die anderen 1,3 wurden 1926 ĂŒber eine Tierhandelsfirma (siehe unten) bezogen.
-> Bei den Tieren handelte es sich teilweise um WildfÀnge aus der Provinz Kaffa (heute: Kefe); wobei einer der Tiere, der Kater "Menelik" in der 4. Auflage von Brehms Tierleben abgebildet ist.
=> Diese roosvelti-Löwen kommen noch heute in Äthiopien vor. Und zwar in den Balebergen (in Höhen bis zu 4000 m) und im Babille-Schutzgebiet sĂŒdlich von Harrar (in Höhen von 1000 bis 1780 m). Aufgrund dessen dĂŒrften diese Löwen dann BauchmĂ€hnen und einen generellen starken MĂ€hnenbewuchs herausgebildet haben.

Die Spekulation in Sachen Herkunft der Manegerielöwen des Äthiopischen Kaisers zielten nicht auf dem Magreb, sondern auf Europa - auf jeden Fall bleibt es dabei, dass man auf die eigenen WildbestĂ€nde zurĂŒckgreifen konnte.

Und richtig ist auf jeden Fall, dass der Äthiopische Löwe oftmals als Staatsgeschenke das Land verließen sowie an Tierhandelsfirmen verkauft wurden, wenn die Manegerie ĂŒberfĂŒllt war. Demnach dĂŒrfte diese Form des Löwen mindestens zwischen den beiden Weltkriegen - möglicherweise auch schon kurz vor dem 1. - verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hĂ€ufig in den ZoobestĂ€nden vertreten gewesen sein.

In Sachen "Ostafrikaner" wĂ€re zu sagen, dass neben den roosvelti-Löwen der Zoo Berlin ab Ende dem 19. Jahrhundert der Zoo Berlin mindestens 1,2 Panthera leo nubica im Bestand hatte. Ein Weibchen stammte definitiv aus Ogaden (Äthiopien), ein Kater aus dem Sudan. FĂŒr die dritte Katze wird kein konkreter Herkunftsort genannt. Inwiefern man den Sudan allerdings zu Ostafrika gehörig ansehen kann, ist schwer zu sagen. Folgt man der aktuellen Auffassung, demnach nubica mit dem Massailöwen identisch ist, so waren demnach die ersten Ostafrikaner in Berlin schon in den 1880zigern im Bestand. Nach dem ersten Weltkrieg sollten zudem noch Löwen aus Mosambik bezogen worden sein. Dazu muss ich aber noch die Quelle heraussuchen, was einige Zeit beanspruchen dĂŒrfte. Klammert man den Sudan aus, so scheinen ostafrikansiche Löwen erst nach dem Ersten Weltkrieg nach Europa gelangt zu sein.
(19.01.2011, 09:51)
Michael Mettler:   Angesichts dessen, dass die Lebens- und damit auch Haltungsbedingungen von Löwen Einfluss auf die MĂ€hnenfĂŒlle haben sollen, ist mir noch etwas eingefallen, was wir beim Anblick von Fotos aus dem 19. Jh. berĂŒcksichtigen mĂŒssten: Wie wurden denn damals Löwen in Zoos gehalten? Erst Hagenbeck "verbreitete" ja in der Zoowelt den Grundgedanken, dass auch tropische Tiere mitteleuropĂ€ische Winterluft vertragen. Nach dem, was ich ĂŒber die GrĂŒnderzeit der Zoos gelesen habe, hielt man aber Großkatzen weitgehend nur ĂŒber den Sommer in AußenkĂ€figen, im Winter wurden sie auf geheizte InnenkĂ€fige beschrĂ€nkt. Damit war der "Anreiz", eine voluminöse MĂ€hne zu entwickeln, eigentlich gleich Null. Man mĂŒsste also anhand von Fotos testen, ob nicht erst die VerĂ€nderung der Löwenhaltung um die Jahrhundertwende nach und nach zu prĂ€chtigeren Zooexemplaren gefĂŒhrt hat....

FALLS es so ist, waren möglicherweise die Löwen der Wandermenagerien, die viel wechselhafteren Klimabedingungen ausgesetzt waren, zu dieser Zeit prĂ€chtiger als die der Zoos. Es ist ja nicht auszuschließen, dass viele zeitgenössische Schilderungen und zeichnerische Darstellungen nach dem Vorbild von Menagerie- statt von Zoo- oder gar freilebenden Löwen entstanden und dadurch unser Bild von der MĂ€hnenfĂŒlle beeinflusst wurde.
(19.01.2011, 09:24)
WolfDrei:   Habe mal bei "Delacroix-Löwenjagd" gegoogelt. Inclusive kĂŒnstlerischer Freiheit haben die Kater eine "normale" MĂ€hne. Es gibt mehrere Versionen; die, die mir im Kopf herumging aus der Eremitage S. Petersburg,fand ich leider nicht. Delacroix hatte ja um 1860 nach Eroberung Algeriens dort gearbeitet.
(18.01.2011, 07:58)
Michael Mettler:   ... und "Babylonischer Löwe" (also Vorderasiate im eigentlichen Sinne von P.l.persica), ca. 1870. Neben einem noch jugendlichen und daher in Sache MĂ€hne nicht aussagekrĂ€ftigen Westafrikaner ĂŒbrigens die einzigen in diesem Buch dokumentierten Unterarten - hatte der Londoner Zoo womöglich bis 1914 keinen fotowĂŒrdigen Ostafrikaner...?
(17.01.2011, 22:36)
Michael Mettler:   Zum Vergleich aus dem selben Buch: Indischer Löwe von ca. 1895....
(17.01.2011, 22:32)
Michael Mettler:   Ein paar interessante zeitgenössische Bilddokumente bietet das Buch "London Zoo from old Photographs 1852-1914. U.a. auch den auf den Wikipedia-Seiten als echten Berberlöwen aufgefĂŒhrten Kater "Sultan", der mit einem Foto von 1896 vertreten ist - und von der MĂ€hne her kein bisschen eindrucksvoll wirkt.
(17.01.2011, 22:31)
Michael Mettler:   @Oliver: Eine "besonders starke und dunkle MĂ€hne" ist relativ, denn das kommt darauf an, womit man sie vergleicht. Da Ostafrika erst ganz am Ende des 19. Jh. "zoologisch erschlossen" wurde, kannte man vorher nur die Löwen West-, SĂŒd- und Nordafrikas sowie Asiens, und wenn sowohl die Asiaten als auch die Westafrikaner nicht gerade fĂŒr ĂŒbermĂ€ĂŸigen MĂ€hnenwuchs bekannt waren, dann hatte vielleicht sogar ein Berberlöwe eine stĂ€rkere MĂ€hne zu bieten, der von einem der damals noch unbekannten Ostafrikaner locker ĂŒbertrumpft worden wĂ€re... Nun wurden ja schon immer und nicht nur in der Zoologie gern Angaben aus frĂŒheren BĂŒchern ĂŒbernommen, die zu Legenden fĂŒhrten, die bei genauerem Hinsehen widerlegbar waren. Gerade bei inzwischen ausgerotteten Tieren fehlte es zwangslĂ€ufig an neueren Erkenntnissen. Vielleicht stammen also selbst heutige Angaben ĂŒber die außergewöhnliche MĂ€hnenbildung von Berberlöwen noch immer aus der Zeit, als man noch keine Ostafrikaner kannte...?

Auf dem Foto eines algerischen Berberlöwen aus dem 19. Jh. aus der englischen Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Barbary_lion) ist die MĂ€hne jedenfalls weder besonders dunkel noch besonders stark. Allerdings ist sie "stark ausgedehnt", bedeckt also viel FlĂ€che, und sie wirkt auch wolliger und dichter als z.B. die eher schĂŒtteren MĂ€hne des "klassischen" Indischen Löwen. (Übrigens findet sich sowohl auf der deutschen als auch auf der englischen Wikipedia-Seite zum Berberlöwen der Hinweis, dass LöwenmĂ€hnen in kĂŒhlerem Klima dichter und dunkler werden - von dort hatte ich das also vermutlich in Erinnerung, was ich im TP-Berlin-Thread geschrieben hatte).

Unser heutiges Bild des Berberlöwen fußt bestimmt auch ein StĂŒck weit auf dem werblichen Image, das in Zoos und vor allem Circussen aufgebaut wurde: Als Berberlöwen wurden gern besonders große und prĂ€chtige Löwen aller möglicher Herkunft bezeichnet, quasi als Pendant zum Königstiger, denn dieser Begriff wurde (und wird noch heute!) auch nicht immer treu-zoologisch nur fĂŒr Bengalen benutzt. Ich kenne selbst aus neuerer Zeit noch Circuswerbung, die von "sibirischen Königstigern" sprach!
(17.01.2011, 22:09)
Henry Merker:   Die Diskrepanz zwischen den von Liz eingestellten Skizzen - insbesondere was den Berberlöwen betrifft - könnte auch eine andere Ursache haben. Im aktuellen Bongo wird ĂŒber die Großkatzenhaltung im Zoo Berlin vor 1945 berichtet. Dort wird beschrieben, dass der Zoo damals auch den Äthiopischen Gebirgslöwen (roosvelti; wenn man ihn als eigenstĂ€ndige Form ansieht), der durch eine sehr beidruckende BemĂ€hnung auffiel und wohl auch sehr großwĂŒchsig gewesen sein soll. Aus der Erinnerung heraus ist mir so, dass man oftmals diese Äthiopier fĂŒr Berberlöwen gehalten haben soll; ja man ging teilweise davon aus, dass der Äthiopische Kaiser Berberlöwen aus dem Magreb fĂŒr seine Manegerie bezogen haben soll, die fĂŒr ihre wahrlich beeindruckenden Löwen berĂŒhmt war. Heute weiß man, dass er dies nicht nötig hatte, hatte er doch genĂŒgend Löwen zur Auswahl (welch' Wunder). Übrigens kamen die meisten Äthiopischen Löwen des Zoos Berlin von dort - nur ein Weibchen war hundertprozentig ein Wildfang. Bei den anderen - ich glaube 1,2 oder 1,3 - Tieren bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es sich um WildfĂ€nge oder um von WildfĂ€ngen abstammende Tiere handelte. Jedenfalls wird dort erwĂ€hnt, dass es sich bei vielen sogenannten Berberlöwen in Wahrheit um Äthiopier gehandelt haben soll. Ich werde mal den Bongo heraussuchen, um zu ĂŒberprĂŒfen, dass mir mein GedĂ€chtnis da kein Streich spielt.
(17.01.2011, 22:06)
Oliver Jahn:   So, wie auf der zweiten Tafel, so kenne ich die Beschreibung der Inder. Was mich allerdings verwundert, dass ist die Skizze des Berbers, denn bei denen wurde doch immer von einer besonders starken und dunklen MĂ€hne geschrieben. Allerdings erstaunt mich immer wieder, was ich fĂŒr Gewichts- und GrĂ¶ĂŸenangaben da lese,...bis zu 295 kg...das kommt schon dicht an den Amurtiger ran.
Von wann sind denn diese Skizzen? Sie gefallen mir richtig gut und so etwas finde ich heute in der Literatur leider immer seltener.
(17.01.2011, 21:38)
Henry Merker:   Interessante Links, Liz.

Sieht man sich die Bilder an, so könnte man "Thar" auch locker als SĂŒdafrikaner einstufen...
(17.01.2011, 19:09)
Liz Thieme:   SĂŒdafrikanische Löwen
Studie ĂŒber die SchwĂ€rze der MĂ€hne

Quelle: Paleocraft
(17.01.2011, 18:49)
Liz Thieme:   MĂ€hne von Gefangenschafts-Löwen:
Indisch
Berber
SĂŒdafrikanisch

Quelle: Paleocraft
(17.01.2011, 18:47)
Liz Thieme:   Eventuell kennt ihr die Seiten ja schon.

Über Asiatische Löwen
http://www.asiaticlion.org/index.htm
http://cat.org.in/files/reports/Report_-_Lion_Translocation_Project.pdf
http://www.carnivoreconservation.org/files/thesis/meena_2008_phd.pdf

ĂŒber MĂ€hnen bei Löwen:
http://www.earthwatch.org/europe/newsroom/science/news-3-lionmane.html
http://bigcatnews.blogspot.com/2006/09/study-of-lions-manes-revealing-many.html
http://almandine.geol.wwu.edu/~dave/courses/2005/spring/204/other/Lion%27sMane.pdf
http://www.nysm.nysed.gov/staffpubs/docs/14363.pdf
http://www.nysm.nysed.gov/staffpubs/docs/14538.pdf
http://www.earthwatch.org/europe/downloads/Get_Involved/Lions_casestudy.pdf
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2006-09/fm-gsb092506.php (Bild zugehörig [MÀhnenvariation in Kenya])
(17.01.2011, 18:45)
Michael Mettler:   Die ErklĂ€rung mit den Hormonen kenne ich auch, meiner Erinnerung nach (TV-Doku vor einigen Jahren) war von einem ungewöhnlich hohen Testosteron-Spiegel die Rede, der gleichzeitig dazu fĂŒhren soll, dass die Kater potenziell aggressiver und risikobereiter sind. Als Untermauerung der Theorie wurde damals eine Filmsequenz gezeigt, in welcher die Löwen dabei waren, ein KaffernbĂŒffelkalb zu reißen, und die Mutterkuh ihrerseits die Löwen anging. Ein Kater stellte sich der angreifenden BĂŒffelkuh und sprang sie sogar an, was Löwen in anderen Teilen Afrikas angeblich nie tĂ€ten.
(17.01.2011, 18:29)
Henry Merker:   PS:
So viel ich weiß, sehen viele Löwen im östlichen Afrika in etwa so aus, wie dieser reinrassige(?) nubica-Löwe aus dem Zoo Singapur aus.

http://www.leszoosdanslemonde.com/photos/main.php?g2_itemId=39370

Ob man dies jedoch als schwachmÀhnig ansehen kann, oder schwachmÀhnige Löwen phÀnotypisch eher so aussehen, wie die Tiere, die im Tierpark-Berlin-Thread eingestellt worden sind, vermag ich nicht zu urteilen.
(17.01.2011, 18:22)
Henry Merker:   Ich meine mich daran erinnern zu können, dass die sogenannten Tsavo-Löwen, so auch die beiden Maneater, die im Film "Der Geist und die Dunkelheit" verewigt worden sind, schon immer schwach bemĂ€hnt gewesen sein sollen. Dies soll wohl hormonell bedingt sein. Tsavolöwen sollen wohl bevorzugt paarweise jagen, Ă€hneln in dieser Hinsicht dem Berberlöwen. Gerne erjagen sie dabei auch Elefanten und KaffernbĂŒffel.
(17.01.2011, 18:16)
Sacha:   Ohne Frage. Interessant wĂ€re jetzt, warum das so ist (also viele Tsavo-Löwenkater schwachmĂ€hnig sind). War das schon so, bevor die weissen Entdecker und Eroberer dieses Gebiet betraten? Und sind die Löwen in den umliegenden NPs Kenias und Tansanias ebenfalls eher schwachmĂ€hnig (Ich selbst habe zu wenig MĂ€nnchen gesehen, als das ich hier auch nur ungefĂ€hr eine Vermutung abgeben könnte)?
(17.01.2011, 17:51)
Michael Mettler:   Bisher hatten wir nur spezifische Löwen-Threads, aber die aktuellen Diskussionen in diversen anderen Threads (u.a. "TP Berlin") legen es nahe, mal einen ganz allgemein gehaltenen zu grĂŒnden.

In Sachen MĂ€hnen der importierten Inder: Dazu wĂ€re auch mal interessant zu wissen, aus welchen Ecken des einst viel grĂ¶ĂŸeren Verbreitungsgebietes die Importe seit ZoogrĂŒnderzeit kamen. Ich habe nachgeschaut: Der Gir Forest als heutiges Relikt-Verbreitungsgebiet umfasst rund 1.400 qkm FlĂ€che. Zum Vergleich: Die Nationalparks Tsavo West und Ost weisen zusammen rund 20.000 qkm auf, also das 14-fache, und sind bekannt fĂŒr ihre schwachmĂ€hnigen bis fast mĂ€hnenlosen Löwenkater - trotzdem stellen sie nur ein kleines Teilgebiet der verbreitung afrikanischer Löwen dar, so wie Gir eben nur ein Teilgebiet ist und war. HĂ€tte man durch Zufall afrikanische Löwen frĂŒher immer nur aus Tsavo importiert, sĂ€he unser Bild von einem "normalen" Löwenkater heute vermutlich etwas anders aus...
(17.01.2011, 16:07)

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