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Riesenschildkrötenhaltung einst und jetzt



cajun:   Wer h√§tte gedacht, das in einem so etablierten Schutzgebiet wie Galapagos Wilderei und Wildtierhandel pl√∂tzlich zuschlagen. Man fand die √úbereste von 15 geschlachteten Tieren auf Isabela. Dazu kommt der unten zitierte Handel mit Nachzuchtieren .
"...The disturbing news follows on another report this year of 185 small tortoises found on March 29, 2021, in a suitcase at the Baltra Island airport being trafficked to the mainland for sale, as well as earlier reports: in 2018, 123 juvenile tortoises were stolen from the Giant Tortoise Breeding Center on Isabela Island,‚ÄĚ the conservancy said, ‚Äúand in 2017, 29 were taken from the same facility, some of which were later recovered in Piura, Per√ļ.‚ÄúTogether, these events could be evidence that Gal√°pagos is becoming increasingly ensnared in the global wildlife trade, which takes a particularly heavy toll on turtle and tortoise species around the world."
Quelle: https://fox11online.com/news/nation-world/15-giant-galapagos-tortoises-found-slaughtered
(27.10.2021, 17:53)
Gerrit Wehrenberg:   Das bringt uns praktisch aber nicht weiter. Wenn Geochelone nigra abingdoni ein Ergebnis der nat√ľrlichen Hybridisierung war und bestand hatte - kann man sie als Form erhalten wie eine durch Isolation entstandene Form.
Genau das selbe gilt f√ľr die von Michael angesprochenen Neozoen - Wenn ein Tier komplett aus eigener Kraft oder von Naturkr√§ften von seinem "angestammten" Verbreitungsgebiet in das "neue" kommt - ist es ein durchaus "nat√ľrlicher" Vorgang. Wenn allerdings die Art in diesem Moment nur mit gewollter oder ungewollter Hilfe den sprichw√∂rtlichen Sprung schafft ist es eben nicht "nat√ľrlich laut (unserer menschlichen) Definition. Darum bin ich auch der Auffassung, Tiere nur dort WIEDERanzusiedeln wo sie durch Menschen verursachte Gr√ľnde nicht mehr bestehen konnten. Auch Kulturfolger sind in dem Sinne ein nat√ľrlicher Vorgang der immerhin die von Menschen genommenen Fl√§chen belebt und ohne ihn auch nicht Bestand hat. Genau wie alles andere hier sind das menschliche Festlegungen - aber anderes k√∂nnen wir es nun mal nicht. In dem wir versuchen immer mehr die Vogelperspektive auf diese Fragen einzunehmen, wie es Michael √ľber die menschliche Kategorisierung und Begr√ľndungspolitik schon feststellte, versuchen wir uns eben dem zu entziehen. Das muss immer weiter in Wissenschaft und Naturschutz Einzug halten - aber der Menschlichkeit wird man sich nie entziehen k√∂nnen.
Das Idealbild w√§re, dass mit wachsenden Wissen unsere Unternehmungen "richtiger", zielgerichteter, erfolgreicher und unparteiischer bzw. sachlicher werden und dabei schaffen nicht davon abzulassen die Umwelt vor uns selbst zu sch√ľtzen.
(27.11.2012, 23:38)
Michael Mettler:   @Sven: Eigentlich m√ľsste doch die Antwort darauf "Alles" lauten, oder...? Und entspricht die Inanspruchnahme der Entscheidung dar√ľber, welche Lebensformen "wichtig" sind, nicht l√§ngst einem Freibrief - ausgestellt vom Menschen f√ľr sich selbst?

Wir legen ja sogar anhand eines f√ľr den Menschen, weniger f√ľr die Natur bedeutsamen Datums (Kolumbus "entdeckt" Amerika) fest, ab wann eingewanderte oder eingeschleppte Tiere als Neozoen bezeichnet werden, selbst wenn diese nicht das Geringste mit dem ma√üst√§blichen Ereignis zu tun haben. Und mir ist schon klar, dass es einen vor das Dilemma stellt, eine ernsthafte Alternative zum altgewohnten Kategorisierungs-, sprich Schubladendenken finden zu m√ľssen.
(27.11.2012, 20:58)
Sven P. Peter:   Damit k√∂nnte man aber auch einen Freibrief ausstellen. Denn jede Unterart, ja sogar jede Art ist ja nur eine Momentaufnahme der Evolution. Da stellt sich durchaus die Frage was erhaltenswert ist.
(27.11.2012, 17:45)
Michael Mettler:   Ich wollte auf Folgendes hinaus: Es muss auch schon vor der Ankunft des Menschen eine M√∂glichkeit f√ľr die Riesenschildkr√∂ten gegeben haben, absichtlich oder unabsichtlich von Insel zu Insel zu gelangen - schlie√ülich sind sie ja nicht als getrennte Formen vom Himmel gefallen. Ich bin nun weit davon entfernt, mich mit Meeresstr√∂mungen, Gezeiten usw. im Galapagos-Archipel auszukennen, um Besiedlungswege daraus ableiten zu k√∂nnen. Aber es besteht immerhin die theoretische M√∂glichkeit, dass eine bis dato schildkr√∂tenfreie Insel von zwei bereits unterschiedlichen Formen entweder nahezu gleichzeitig oder in aufeinander folgenden Wellen besiedelt wurde und sich diese Formen dort vermischten. M√∂glicherweise war das hybride Resultat daraus den Elternformen √ľberlegen und verdr√§ngte sie. Dann kam der Mensch, gab diesem Tier ungeahnt hybriden Ursprungs einen Artnamen und legte es damit als Ma√üstab f√ľr die Reinheit seiner Form fest.... Der menschliche Einfluss beschr√§nkt sich also keineswegs darauf, selbst Tiere von A nach B geschafft zu haben, sondern willk√ľrlich festzulegen, was zu welchem stammesgeschichtlichen Zeitpunkt als reinbl√ľtig und nach menschlicher Sicht (!) besonders wertvoll zu gelten hat.

Diese menschliche Wertvorstellung schlägt sich in Zuchtprogrammen letztlich darin nieder, dass z.B. eine Tierart, die als einzige ihrer Gattung gilt, im Zweifelsfall höhere Priorität genießen soll als eine, die einer artenreicheren Gattung angehört. Da kann man sich dann schon mal fragen, ob eine artenreiche Gattung nicht eigentlich die in der Natur erfolgreichere und somit zukunftsträchtigere ist...
(27.11.2012, 14:59)
Gerrit Wehrenberg:   Ich bin auch eigentlich von unterartenreiner Vermehrung fest √ľberzeugt - schlie√ülich fasst auch hier der Gedanke der Biodiversit√§t. So freue ich mich als Hannoveraner beispielsweise √ľber den sensationellen (hier benutze ich das Wort schon wieder) Zuchterfolg bei den Asiatischen Elefanten. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass mich die Zoomixzucht hier immer ein wenig st√∂rt. Auch nicht vergessen darf man aber den von Michael angesprochenen Faktor - in wie weit ziehen sich die letztendlich von Menschen gezogenen Formgrenzen zwischen den Individuen oder Populationen? Ob die Schildkr√∂ten "reinbl√ľtig" sind, ist allein wie hier schon beschrieben wird, keine einfach Frage. Wenn die sog. Unreinheit durch Menschen beeinflusst wurde (wie auch immer) ist es laut Definition kein nat√ľrlicher Vorgang. Allerdings wo liegt hier die Grenze bzw. wohin f√ľhrt dieser Gedanke mit dem menschlichen Einfluss auf die Natur + gezielten Zuchten in Zoos aber auch Zuchtstationen wie auf den Gal√°pagos?! Ich wei√ü nicht in wie weit die Austauschgenetik unter den Gal√°pagos-Riesenschildkr√∂ten bereits untersucht wurde - aber bei den Darwinfinkenformen ist schlie√ülich ein √§hnliches Durcheinander bekannt. In wie weit man das auf die Reptilien √ľbertragen kann wei√ü ich nicht. Wenn allerdings nachwei√übar ist, dass die gefundenen Tiere rein durch die urspr√ľngliche Einf√ľhrung durch Seeleute und Verpaarung mit einer ans√§ssigen Unterart oder gar anderen eingef√ľhrten Formen entstanden sind, ist Geochelone nigra abingdoni als solche ausgestorben - da gebe ich Ralf Sommerlad recht.
(27.11.2012, 14:21)
Michael Mettler:   @Ralf Sommerlad: Ist denn sicher, dass abingdoni reinerbig war...?
(27.11.2012, 13:44)
Ralf Sommerlad:   @Michael Mettler: In der Tat - v√∂llig richtig. Den Sinn und Zweck des Absammelns von Hybriden vermag ich nicht zu erkennen.R√ľckz√ľchtungsversuche mit ihnen blieben ohnehin im Ergebnis Hybriden. Auch die Erl√§uterung der m√∂glichen historischen Gr√ľnde ist treffend. Ich kann an dem Auffinden von abingdoni-Hybriden auch nichts Sensationelles finden - die reinerbige Unterart ist dennoch ausgestorben.

(27.11.2012, 13:39)
Michael Mettler:   @Gerrit: ... und der f√ľr mich spannenden Frage - was wird man nun mit den entdeckten Hybriden tun? Alle wegsammeln (wozu man ja jede einzelne Schildkr√∂te des Gebietes erst mal genetisch untersuchen m√ľsste), um die M√∂glichkeit einer Weitervermehrung auszuschlie√üen? Oder der Natur ihren Lauf lassen - vielleicht entsteht ja auf diese Weise sogar nach und nach eine Form, die den Lebensverh√§ltnissen auf der Insel besser angepasst ist als die Ausgangstypen....?

Das jede Galapagos-Insel ihre eigene(n) Schildkr√∂tenform(en) hat(te), ist ja auch nur eine Momentaufnahme der Evolution. Wenn es f√ľr deren Vorfahren weit vor dem Einfluss des Menschen m√∂glich war, von einer Insel auf eine andere zu gelangen und sich dort in andere Richtung zu entwickeln, war es logischerweise auch m√∂glich, dass sp√§ter auf vergleichbare Weise nochmals Tiere mit fremden Genen angesp√ľlt werden konnten. Und wenn Seeleute tats√§chlich √ľberz√§hlig geladene Schildkr√∂ten ins Meer entsorgten und diese dadurch auf andere Inseln gelangten, so muss dies ja nicht nur f√ľr abingdoni gegolten haben. Vielleicht gibt es also unter den Galapagosschildkr√∂ten sehr viel mehr Hybridprodukte als wir das seit Darwin vermuten. Um noch eins weiterzugehen: Vielleicht entstand ja die Formenvielfalt √ľberhaupt erst durch nat√ľrliche Hybridisation PLUS Mutation...
(23.11.2012, 13:18)
Gerrit Wehrenberg:   Das w√§re ja eine kleine Sensation, wenn Geochelone nigra abingdoni doch nicht ausgestorben sein sollte. Eine Trag√∂die mit unerwartetem Happy End?

(23.11.2012, 12:17)
Michael Mettler:   ... und er war vielleicht doch nicht der Letzte:
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article111419415/Lonesome-George-war-gar-nicht-allein.html
(23.11.2012, 08:18)
Henry Merker:   Lonesome George weilt nicht mehr unter den lebenden Schildkr√∂ten.

http://www.huffingtonpost.com/2012/06/24/lonesome-george-dead_n_1622816.html
(01.07.2012, 18:16)
WolfDrei:   In Erg√§nzung zum Beitrag von uru: An sich lebte lonesome George schon seit den Siebzigern mit den Weibchen der genannten Art/ UA zusammen - ohne Erfolg. Dann nahm man an, da√ü er "zu dick" sei. Er mu√üte dann eine langj√§hrige Abmagerungskur machen - m√∂glicherweise jetzt mit Erfolg. Liebe (mit Erfolg) geht nicht immer durch den Magen! Allerdings wurden im Internat. Zoo News andere Bruttemperaturen genannt: M√§nnchen 28¬įC; Weibchen 29,5¬įC.
(21.10.2008, 18:16)
uru:   Nachricht aus Galapagos.In August September wurden 3 Gelegen (insgesmt 16 eier) in das Gehege von "Solitario George gefunden."Einsame George ist der letzte vertreter der Unterart Geochelone nigra abingdoni.Die weibchen gehoeren die Unterert becki an.Die eier werden kuenstlich bebruetet(25GC fuer Maenchen, 25,5GC fuer weibchen).Noch ist nicht bekannt ob die Eier befruechtet sind.
(12.09.2008, 00:46)
IP66:   Das Altterrarium d√ľrfte vom Standard mit dem Zwischenkriegszeitterrarium in Wuppertal vergleichbar gewesen sein. Interessant ist, da√ü es in Z√ľrich gleich zwei Riesenschildkr√∂tenanlagen gibt, eine konventionelle Gew√§chshausfreianlage im Madagaskarhaus und das Geb√§ude Hedigers.
(20.02.2008, 11:37)
Ralf Sommerlad:   Ich kenne das alte Z√ľrcher Terrarium nicht, aber ich halte die neuen Riesenschildkr√∂tenanlagen in Z√ľrich, die mir vor 2 Jahren der damals schon im Ruhestand befindliche Rene Honegger zeigte, f√ľr sehr ordentlich und brauchbar. Ich denke auch, dass die Futterproblematik urs√§chlich ist f√ľr die
leider nicht nachhaltige Zucht von Galapagos -Riesenschildkr√∂ten in Europa.Allerdings glaube ich mich zu erinnern, dass irgendwer in Spanien die gelegentlich z√ľchtet, zumindest fand dies auf der EAZA-Tagung in Kolmarden / Schweden Erw√§hnung...
(19.02.2008, 19:53)
IP66:   Ich habe den Eindruck, da√ü Herr Hediger mit dem Schildkr√∂ten- und dem Flu√üpferdhaus ganz bewu√üt f√ľr Tierarten gebaut hat, die normalerweise keine eigenen H√§user erhielten. Er empfand seine alten Bauhausbauten wohl nicht mehr als modern und funktional, w√ľnschte eine organischere Architektur mit integrierten nat√ľrlichen ELementen und von den herk√∂mmlichen Proprotionen abweischenden Strukturen, und da boten sich fremdartig proportionierte Gesch√∂pfe als Bewohner wohl an. Immerhin besa√ü das alte z√ľrcher Terrarium eine Krokodilbank, die zeitweise auch zur Haltung eines Zwegflu√üpferdes genutzt wurde, und irgendwie h√§tte man dort wohl auch eine Riesenschildkr√∂te einsperren k√∂nnen.
Karstens Hinweis auf die Hartn√§ckigkeit, mit der das Schildkr√∂tenterrarium Generationen von Zoodirektoren und zwei Weltkriege nebst einer Geb√§udezerst√∂rung √ľberlebt hat, l√§√üt andererseits erkennen, da√ü man in Berlin systematisch dachte, w√§hrend anderenorts in der Tat Schildkr√∂ten eher als Wiesentiere fungierten und eher wie tropische Wassergefl√ľgel behandelt wurden. Auff√§llig ist aber auch, da√ü beide z√ľrcher Bauten keine echte Nachfolge gefunden haben, und da√ü die Haltungs√§nderungen bei den Riesenschildkr√∂ten eher zum Verschwinden der Art als zu neuen Bauten gef√ľhrt haben.
(19.02.2008, 11:05)
Michael Mettler:   Scheint so, als seien Riesenschildkr√∂ten in Zeiten unbegrenzten Tierhandels wie Wiesen- und Teichgefl√ľgel haupts√§chlich als "lebende Dekoration" eingesetzt worden. Teilweise durften die Wiese ja sogar begangen werden, so dass die Tiere als lebende Kletterfelsen f√ľr Kinder herhalten mussten. Vor der hannoverschen Anlage h√∂rte ich mal einen Besucher zu seinem Kind sagen: "Auf so eine hat mich mein Papa mal draufgesetzt, als ich selber noch klein und mit ihm hier im Zoo war."

Die letzte hannoversche Gruppe Aldabraschildkr√∂ten habe ich √ľbrigens zuf√§lligerweise schon Anfang der 80er kennen gelernt, als sie noch bei ihren Vorbesitzern in Privathand lebte - da war noch gar nicht daran zu denken, dass sie mal im Zoo landen w√ľrden. Wenn auch nur ein schlichter Zweckbau, so musste sich ihr damaliges Warmhaus in Gr√∂√üe und M√∂glichkeiten nicht hinter dem sp√§teren hannoverschen verstecken, und die als Au√üenfl√§che eingez√§unte Wiese war gesch√§tzt mindestens dreimal so gro√ü wie die hannoversche - da h√§tte man Ponys drauf halten k√∂nnen.
(18.02.2008, 22:59)
Karsten Vick:   War das Z√ľricher Haus denn nun das erste Riesenschildkr√∂tenhaus in Europa?
Nachfolger gibts ja einige. Fr√ľher waren die Tierchen ja meist etwas lieblos untergebracht, im Sommer auf eine Wiese gesetzt und im Winter irgendwo frostfrei eingesperrt, wo gerade Platz war.
Im Berliner Zoo-Aquarium lebten die Riesenschildkr√∂ten schon 1914 genau in dem Terrarium, aus dem sie 1991 durch die Br√ľckenechsen verdr√§ngt wurden. Danach pendelten sie eine Weile zwischen der Wiese links neben dem Aquarium, wo heute Muntjaks und Kleine Pandas leben, und dem alten Flusspferdhaus, bis sie nachher ganz verschwanden.
In Friedrichsfelde stand ein kleines H√§uschen rechts neben der Schlangenfarm, da wo heute der Schildkr√∂tenteich ist. Davor eine kleine Gr√ľnfl√§che, auf der alle Jubeljahre mal eine zu sehen war. Um 1987 gabs wom√∂glich gar keine mehr, da sie sonst wohl ins Krokodil- und Schildkr√∂tenhaus eingezogen w√§ren.

Eine echte Rarität unter ihnen ist in Dresden zu sehen, wo sich eins der beiden seit Jahrzehnten gehaltenen Männchen als Arnolds Riesenschildkröte Dipsochelys arnoldi entpuppte.
(18.02.2008, 22:29)
Michael Mettler:   Interessant finde ich, dass zwar die Haltung von Riesenschildkr√∂ten in unseren Breiten wenig Probleme aufwirft, die Zucht aber nach wie vor in den Kinderschuhen steckt. Selbst in Anlagen wie dem nunmehr der Vergangenheit angeh√∂renden Schildkr√∂tenhaus in Hannover, dessen Chefpfleger zudem Reptilienliebhaber ist, ist es meines Wissens zu keinerlei Eiablage gekommen - zumindest wurde nichts dergleichen ver√∂ffentlicht. Vielleicht geben sich die Tiere nicht damit zufrieden, dass man ihnen eine bestimmte Eiablagestelle vorgibt, w√§hrend die restliche Bodenfl√§che aus festem Bodenbelag besteht oder - wie auf den Au√üenanlagen - in unserem Klima einfach nicht bzw. je nach Sonnenstand nur kurzzeitig warm genug wird?
(18.02.2008, 15:41)
uru:   Sehr gute angaben ueber Haltung,Zucht,Ernaehrung,usw. in www.tortoise.org/archives/galopgee.html
(18.02.2008, 11:45)
IP66:   Das Problem der Zucht von Unterartenhybriden scheint √ľberall da aufzutauchen, wo man ein wenig genauer hinschaut. Auf der anderen Seite sind Riesenschildkr√∂ten neben Krokodilen die vielleicht popul√§rsten Reptilienarten, und der Haltungsaufwand scheint nicht gewaltig zu sein, Erhaltungszucht dagegen erw√ľnscht. Die Schwierigkeiten ergeben sich eher darauf, da√ü man in den √ľberlieferten Terrarienh√§user nicht gen√ľgend Raum findet, die Arten zu halten, allerdings zeigen Zoos wie M√ľnchen oder Friedrichsfelde, da√ü es auf sehr unterschiedliche Weise und in sehr unterschiedlichem Mapstab m√∂glich ist, f√ľr die Tiere zu bauen.
(18.02.2008, 10:49)
Ralf Sommerlad:   Reinerbige nigritas z√ľchtet zum Beispiel ein mir bekannter Privathalter in Florida, auch in enger Kooperation mit US-Zoos. Die Pflege von Galapagos-Riesenschildkr√∂ten ist nicht sonderlich schwierig,besonders nat√ľrlich dann, wenn man die M√∂glichkeit der ganzj√§hrigen Freilandhaltung ( allerdings auch in Florda mit jederzeit begehbarem Warmhaus)hat.
Grunds√§tzlich stellt sich ja die Frage, ob die Zucht von Unterarthybriden zum Zwecke der ARTerhaltung sinnvoll ist, des √Ėfteren. Wir stehen vor dieser Frage bei Tomistoma andauernd, wobei hier die Probleme der Unterartbestimmung ungleich gr√∂sser sind, weil es nahezu unm√∂glich ist, an genetisches Material aus Wildpopulationen zu kommen: Und die Zoos wissen selbst nicht, woher ihre Tiere denn nun wirklich stammen. In den Records findet man allenthalben den Namen irgendeines H√§ndlers aus Singapore..Unsere Zoos z√ľchten ja auch asiatische Elefanten, ohne darauf zu achten, ob es sich um reinerbige Unterartzuchten handelt. Ich f√ľhle mich nicht berufen, das zu kritisieren, aber es mag schon sein, dass die Arterhaltungszucht Vorrang haben muss vor der reinen Unterartenzucht.
(17.02.2008, 11:44)
uru:   ich lebe in Uruguay.Vor etwa 15 jahre kaufte ein freund eine galapago schildkroete auf ganz normale import wege Ich habe die preisliste gesehen.3500.- US dollars diebabys damals.Das tier starb nach 5 jahre.Heute waere das nicht mehr so einfach.Nicht weil keine mehr zu haben waeren,sondern weil die uruguaische behoerde der import nicht mehr erlauben.
(17.02.2008, 11:00)
IP66:   Immerhin ist fast die H√§lfte der Importtiere recht fr√ľh eingegangen - so ganz einfach scheint die Riesenschildkr√∂tenhaltung denn doch nicht zu sein. Noch nicht ganz verstanden habe ich, ob der z√ľrcher Import eine ganz gro√üe Ausnahme oder eher die Regel war, und nur andere Zoos mit der Haltung ihrer neuen Kostbarkeiten weniger Erfolg hatten als die Eidgenossen.
(17.02.2008, 10:29)
Sacha:   @IP66: Wenn ich bei meinem Gespr√§ch mit Herrn Honegger richtig aufgepasst habe, dann sind zwei der 5 Erstimporte in den folgenden Jahren gestorben. Die drei √ľbrigen leb(t)en lange in Z√ľrich, wobei zwei in den 90ern(?) an eine franz√∂sische Haltung abgegeben wurden und dort entweder vor kurzen gestorben sind oder heute noch leben (kann mich leider diesbez√ľglich nicht mehr genau an Herrn Honeggers Aussage erinnern - verdammtes Alzheimer).
Die Lebensz√§higkeit wurde von Dir also keineswegs √ľbersch√§tzt....:)
(15.02.2008, 12:02)
IP66:   Leben denn die anderen nach Z√ľrich importierten Exemplare auch noch und bilden den Restbestand der Gruppe? Ich stelle mir - vielleicht ein wenig blau√§ugig - vor, da√ü Riesenschildkr√∂ten relativ leicht zu halten sind, deshalb gut √ľberleben und da√ü es, vor allem in so friedensgesegneten L√§ndern wie der Schweiz, noch uralte Importexemplare geben mu√ü. Aber vielleicht √ľbersch√§tze ich die Lebensz√§higkeit der Tiere oder auch die Importfreude in der Zwischenkriegszeit.
(14.02.2008, 18:37)
Sacha:   Neee, so was gibts bei uns nicht (Obwohl ich pers√∂nlich das manchmal bef√ľrworten w√ľrde). Im Ernst: Ren√© Honegger war 1962 zusammen mit mehreren US-Zoologen und -Zoomitarbeitern auf den Galapagos. Ihr Ziel war es, Tiere f√ľr einen Gefangenschafts-"Pool" amerikanischer Zoos zu Sammeln. 5 Exemplare aus diesem Pool gingen wenige Wochen sp√§ter dann nach Z√ľrich. Darunter auch das heute noch in Z√ľrich lebende Zucht-M√§nnchen Jumbo.
(14.02.2008, 13:27)
IP66:   Immerhin hat Z√ľrich noch Galapagosschildkr√∂ten importieren k√∂nnen - oder wurde das von Herrn Honegger gefangene Exemplar auf inoffiziellem Weg in die Schweiz verbracht?
(14.02.2008, 13:03)
Sacha:   Kleiner Nachtrag und Korrektur: Im meinem Beitrag vom 13. 2. m√ľsste es nat√ľrlich "ehemaligen Kurator Ren√© Honegger" heissen, da Herr Honegger zum Zeitpunkt des Schildkr√∂tenfangs NOCH NICHT Kurator in Z√ľrich war. Bitte um Entschuldigung.
(14.02.2008, 10:38)
Sacha:   @MM und Matthias: Da habt ihr beide recht. Pers√∂nlich (und darum wohl auch der Seitenhieb von MM) st√∂ren mich UA-Mischlingszuchten normalerweise sehr. Und es stimmt auch, dass eine Mischlingszucht beim Asiat. Elefanten (wie E. m. maximus und E. m. indicus/bengalensis in Z√ľrich) wohl bei mehr Zoofans sauer aufst√∂sst als im Fall der Galapagos-Riesenschildkr√∂ten.
Andererseits ist es - wie von MM erwähnt - immer noch besser als gar keine Zucht und dient nicht nur edukativen Zwecken sondern wohl auch der Bestandserhaltung als ART in den Zoos der Welt. Das Problem sind eben, wie Matthias geschrieben hat, die fehlenden Alternativen.
(14.02.2008, 10:33)
Matthias:   Bei anderen Tierarten st√§nde sowas auch nur in der Kritik, wenn es Alternativen g√§be, und man trotzdem Unterarthybride z√ľchten w√ľrde.
Da es bei der Galapagosschildkr√∂te seit Jahren ein in-situ-Schutzprogram inklusive Zucht gibt, sind die Tiere in westlichen Zoos eh 'nur'f√ľr edukative Zwecke. Eine Unterarthybridzucht ist dann zwar auch nicht anzustreben, aber unter den gegebenen Umst√§nden √ľberhaupt nicht schlimm.
(13.02.2008, 23:02)
Michael Mettler:   @Sacha: Falls nicht in letzter Zeit ein Tieraustausch vorgenommen wurde, produziert diese einzige z√ľchtende Galapagos-Gruppe in Z√ľrich allerdings weiterhin munter Mischlinge becki x nigrita, denn von beiden Formen ist m.W. noch immer nur ein Geschlecht vorhanden. Sch√∂n zum Sammeln von Erfahrungen und besser als GAR keine Zucht, aber bei anderen Tierarten st√ľnde sowas l√§ngst in der Kritik...
(13.02.2008, 18:38)
Sacha:   Was man in Z√ľrich schon lange erkannt hat und darum (lange etwa vor dem TP Berlin) ein eigenes Riesenschildkr√∂tenhaus gebaut hat. Besonders gross ist es vielleicht nicht, aber qualitativ auf einem sehr guten Stand. Immerhin gibt es hier m. W. die gegenw√§rtig einzige ZUECHTENDE Galapagos-Riesenschildkr√∂tengruppe Europas. Der Erfolg ist u. A. auf die Umstellung auf kargeres Futter, spezielle W√§rmelampen und grosse Sandmulden in der Anlage zur√ľckzuf√ľhren.
Die UA ist gem√§ss ISIS zwar nicht angegeben. Ich meine aber in Erinnerung zu haben, dass mindestens ein Exemplar zu Geochelone nigra nigrita geh√∂rt. Das Zuchtm√§nnchen Jumbo wurde √ľbrigens vom damaligen Kurator Ren√© Honegger eigenh√§ndig auf Galapagos gefangen und gelangte sp√§ter √ľber die USA nach Z√ľrich.
Vor dem Bau der Masoalahalle waren auch die vermeintlichen Seychellen-Riesenschildkröten, die heute als Aldabra-Riesenschildkröten bezeichnet werden, im Schildkrötenhaus untergebracht. Inzwischen leben sie allerdings - obwohl geografisch nicht ganz korrekt - auf einer Inselanlage in der Masoalahalle.
(13.02.2008, 17:19)
IP66:   Ich finde das Ph√§nomen Riesenschildkr√∂te insofern interessant, als die Tiere nicht in herk√∂mmliche Terrarien passen, also neue L√∂sungen erfordern, aber aufgrund ihrer Langlebigkeit oft vorhanden sind und von Besuchern auch besonders gesch√§tzt werden.
(13.02.2008, 11:49)
Michael Mettler:   @Sven: Vor zwei oder drei Wochen hie√ü es in Hannover, dass die Schildkr√∂ten "in der kommenden Woche" Richtung Hamburg abgegeben w√ľrden. Andererseits steht ja das Tapirhaus noch, wenn es auch nicht mehr begehbar ist, also k√∂nnten sie dort auch noch "unsichtbar" sitzen.
(12.02.2008, 20:36)
Ralf Sommerlad:   @IP66: Ja, da wurde wohl allerhand zusammengeworfen, ich glaube auch, dass es sich um verschiedene Formen handelt. Bei ( relativ h√§ufig sogar in Privathand gepflegten ) Arten wie den Seychellen-Riesenschildkr√∂ten scheinen es de Zooleute nicht gar so genau zu nehmen.
(12.02.2008, 18:16)
IP66:   Da kommen ja einige Informationen zusammen! An die k√∂lner Tiere kann ich mirch noch erinnern - vor der Er√∂ffnung lebten sie in dem Abteil des Giraffenhauses, das am weitesten vom Eingang entfernt war und zogen mit Er√∂ffnung des Terrariums in das Abteil um, das heute die buntere Variante der K√∂hlerschildkr√∂ten bewohnt, den Sommer verbrachten sie in einem kleinen Gehege neben der Flamingobaracke am vorderen Weiher. Wo waren die Riesenschildkr√∂ten denn im alten Heinroth-Aquarium in Berlin untergebracht?
(12.02.2008, 17:41)
Sven P. Peter:   Und f√ľr alle die nun verzweifelt in Publikationen nach Schildkr√∂te Karlchen in Haburg suchen. Auf dem Papier hei√üt das in Pressemitteilungen exponentiell alternde Tier Leopold. ;)
Die 1,2 Hamburger Tiere sind aktuell im Ziegenhaus untergebracht, wobei ich mir wegen der größe des Stalles nicht vorstellen kann, dass dort auch die Hannoveraner schon bei sind. Sind diese definitiv schon in Hamburg?
(12.02.2008, 17:21)
Bj√∂rnN:   Die letzte Leipziger Riesenschildkr√∂te ist meines Wissens nach auch nach Prag gegangen, ich galube in den 90er Jahren. Das Exemplar geh√∂rte auch den Galapagosschildkr√∂ten an....
(12.02.2008, 14:06)
Michael Mettler:   Im Berliner Aquarium wurde das eigentlich f√ľr Riesenschildkr√∂ten errichtete Gro√üterrarium f√ľr die Br√ľckenechsen umgebaut, und die Sommeranlage am Aquarium wurde f√ľr Kleine Pandas umger√ľstet. Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass die Schildkr√∂ten einem Unfall zum Opfer fielen (Heizungsrohrbruch oder √§hnlich), m√ľsste dazu aber die BONGO-Ausgaben w√§lzen.

K√∂ln hatte noch mindestens bis Mitte der 80er zwei Galapagosschildkr√∂ten unterschiedlicher Unterarten (habe ich danach auch nicht sonderlich verfolgt), und k√ľrzlich las ich irgendwo, dass eine davon inzwischen in Prag leben soll. Da spielte also wohl eher das Haltungskonzept eine Rolle bei der Abgabe.
(12.02.2008, 12:34)
Wulfgard:   Also ob das Hagebecksche M√§nnchen Name Karlchen aus Hannover kommt weiss ich nicht aber das es schon seit sehr vielen Jahren im alten Troparium war weiss ich ganz genau die beiden Weibchen sind noch nicht so lange hier.
Die Schildkr√∂ten inkl. der 3 Hamburger kommen sowie der Neubau fertig ist zur√ľck im √úbrigen hat Hamburg z.B. bei Umbauten oder so schon √∂fter mal seine Schildkr√∂ten nach Hannover ausgelagert.
(12.02.2008, 12:20)
Michael Mettler:   Die hannoversche Haltung von Aldabra-Riesenschildkr√∂ten (also der "gew√∂hnlichen" Seychellen-Riesenschildkr√∂te, jetzt Dipsochelys dussumieri) der Nach-Ruhe-√Ąra begann mit einer Gruppe ausgewachsener Tiere, die Anfang der 90er Jahre aus Privathand √ľbernommen wurde und von den Vorbesitzern aus allen Himmelsrichtungen zusammengetragen worden war. Individuenwechsel habe ich nicht n√§her verfolgt, aber meiner Erinnerung nach waren auch zus√§tzlich Tiere aus dem Vivarium Darmstadt eingestellt (dort sah ich im letzten Jahr eine im Umbau befindliche Anlage), und das seit bereits einiger Zeit bei Hagenbeck lebende M√§nnchen war wiederum eine Einstellung aus Hannover. Ihm folgten ja nun auch die anderen hannoverschen Schildkr√∂ten, da die Anlage im Zuge des Yukon-Bay-Baus abgerissen werden musste. Allerdings wei√ü ich nicht, ob wirklich alle sechs Exemplare (dem Aussehen nach 2,4) nach Hamburg gingen oder ob es noch einen zweiten Empf√§nger gab. Die Hagenbeck-Zeitschrift "Tier International" k√ľndigte jedenfalls alle Sechs an. Zumindest den Winter 2006/2007 hatten die Hamburger Schildkr√∂ten √ľbrigens in Hannover verbracht.
(12.02.2008, 12:03)
Wulfgard:   Ich habe gerade in einem Artikel gelesen das Hannover die Haltung von Riesenschildkt√∂ten ganz aufgibt und sie Ihre 6 Seychellen an Hagenbeck abgeben die bis jetzt 3 Tiere haben.
Das neue Gehege f√ľr die Schildk√∂ten ist ja schon im Bau wenn die Tiere aus Hannover allerdings solche Riesen sind wie das Hamb. M√§nnchen ist der Neubau finde ich ein bi√üchen Klein geraten.
Zu welcher Unterart die Hamburger geh√∂ren weiss ich so nicht aber das kann Mann ja rausfinden auf jeden Fall ist das M√§nnchen schon sehr lange hier nur die Beiden Weibchen die allerdings erheblich kleiner und auch j√ľnger sind wurden vor einmigen Jahren zugeholt.
Über die Hannoveraner kann sicher Michael Mettler näheres sagen.
(12.02.2008, 11:59)
IP66:   Mittlerweile habe ich gelernt, da√ü es sich auf bei den Arten, die in unseren Zoos als Seychellen-Riesenschildkr√∂ten handelt, um verschiedenen Formen handeln kann. Ich habe zudem den Eindruck, da√ü die Riesenschildkr√∂ten in vielen Zoos nur aus einigen wenigen Restexemplaren bestehen, obgleich sie in den meisten Reptiliensammlungen zu den Standararten z√§hlten. Mich w√ľrde interessieren, wie diese Best√§nde zusatndegekommen sind, da ich mir vorstellen kann, da√ü es schon im 19. Jahrhundert zahlreiche Importe gab, und ob das Verschwinden der Haltungen auf Abgaben oder auf Todesf√§lle bei den recht langlebigen Tieren zur√ľckzuf√ľhren ist.
(12.02.2008, 11:08)

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