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Anoas



cajun:   Ein Umzug innerhalb des Zoos:
"Anoa Idris ist umgezogen und genießt den Herbst des Lebens.
Unser 25-Jahre alter Berg-Anoabulle Idris ist bereits am 4. September in seiner neuen Heimat auf der ehemaligen Muntjak-Anlage eingezogen und f√ľhlt sich sichtlich wohl. Lediglich der Baul√§rm macht dem alten Anoa ab und an etwas zu schaffen. Im Gegegenzug sind unsere beiden Muntjaks zum Nilgaumann Balu gezogen und haben sich hier bereits sehr gut eingelebt.
Die ehemalige Känguru-Anlage, in der Idris zuletzt gelebt hat, wird aktuell gemeinsam mit der alten Anlage der Pelikane / dem Teich der Riesenschildkröten abgerissen, hier entsteht im kommenden Jahr die erste Außenanlage des neuen Schimpansenhauses. Der Bauabschnitt 1 des neuen Artenschutzzentrums feierte vergangenen Montag seine Grundsteinlegung.
Anoa Idris, das circa 70 cm gro√üe Tier, kann bis zu 30 Jahre alt werden und ist auf den indonesischen Inseln Sulawesi und Buton beheimatet. Jedoch ist dort von seinem urspr√ľnglichem Lebensraum, dem Regenwald, kaum etwas √ľbrig geblieben, weshalb dieses Exemplar wahrscheinlich das letzte seiner Art in einem europ√§ischen Zoo ist. √úber die Individuenzahl im Ursprungsland gibt es nur wenige Informationen."
Quelle:https://www.facebook.com/zookrefeld/?locale=de_DE
(20.11.2023, 16:51)
Tim Sagorski:   Das "Idris" der letzte Berganoa der Welt ist, ist eine urbane Legende, die sich leider hartn√§ckig h√§lt...
(21.08.2023, 08:32)
Martin Dassbach:   Dies gilt zum Gl√ľck nur f√ľr europ√§ische Zoos.
Näheres siehe bitte:
https://www.zootier-lexikon.org/index.php?option=com_k2&view=item&id=671:berganoa
(19.08.2023, 15:16)
J√∂rn Hegner:   Sorry , ich meine Berganoa . Hatte mich vertippt .
(19.08.2023, 10:39)
J√∂rn Hegner:   Der eine m√§nnliche Bergamotte im zoo krefeld ist doch der allerletzte auf der Welt?
(19.08.2023, 10:37)
cajun:   @Simon: Danke f√ľr's Nachschlagen :-). Meine √úberlegung war √§hnlich, nur wohin mit den alten Tieren, die eher einzelg√§ngerisch unterwegs sind? Da k√∂nnte das schon die L√∂sung sein, alte Zuchttiere als reine Schauobjekte "zu parken". Chemnitz hat doch auch einen alten Bullen aus Berlin bekommen, wenn ich mich richtig erinnere. Das weibliche Tier aus Chester k√∂nnte eigentlich noch fruchtbar sein ? Mich hat vor allem das Alter des Bullen irritiert.
(31.07.2023, 08:31)
Simon Kirchberger:   @cajun: im Handbook of the Mammals wird eine Lebenserwartung von 20-30 Jahren angegeben, der √§lteste Bulle wurde in San Diego 36 Jahre alt‚Ķ Mit Gl√ľck reicht es also in Berlin noch f√ľr Nachwuchs^^
Ich kann mir bei Anoas nicht vorstellen, dass Paare gebildet werden, die dann nicht z√ľchten sollen, so wenig Erfolge wie es in den letzten Jahren gab‚Ķ
(29.07.2023, 08:32)
cajun:   Der Zoo Berlin hat zu den neuen Anoas aus Chester eine kurze Mitteilung ver√∂ffentlicht.
Zitat: "Das M√§nnchen hei√üt Teal‚Äôc und wird in wenigen Tagen 22 Jahre alt, das Weibchen tr√§gt den Namen Oana und ist zehn Jahre j√ľnger ‚Äď und kleiner. "
Mal ne Frage: Weshalb holt man Tiere in relativ hohem Alter? Doch sicher nicht zu Zuchtzwecken.... oder?
(28.07.2023, 14:26)
cajun:   @Hystrix: Danke f√ľr die erneuten Ausf√ľhrungen. Ich habe eben nochmals die Beitr√§ge zu den Anoas im Thread "Zoo Berlin" von 08/2019 bis 09/2019 gelesen, die sich ja um das Theman Herkunft- Genetik, Perspektive und Zuchtgeschichte drehen und m√∂chte an dieser Stelle Interessierte darauf verweisen, denn sie fehlen sehr in diesem eigentlichen Thread. Fast ein Kryptozoologie Thema! Schade das man das hier nicht chronologisch einf√ľgen kann. Beantwortet soviele Fragen, der damalige Dialog zwischen @W.Dreier und @Hystrix.
(29.11.2022, 12:13)
Hystrix:   Das Anoa-Programm ist vieschichtig, der Artkomplex immer noch genetisch-taxonomisch nicht verstehbar. Ein deutscher Ansatz seit 1985 erbrachte viele Daten, und warf eine ganz neue Dimension des taxonomisch-genetischen Problems auf. Es wurde aber konkludiert, dass man ohne so erhebliche Investitionen im Freiland, die kaum leistbar erschienen, nicht weiter kommt. Der deutsch Ansatz wurde dann zur Ruhe gelegt, als von ujns nicht leistbar. Darauf √ľbernahm ein schottischer Ansatz die Regie, eigentlich gute und unerh√∂rt sympathische Leute zusammen mit einigen Spezis, die gemeinsam als IUCN firmierten und als solche dann bei Laien viel Geh√∂r fanden, denn das was dann beio den obrigkeitsh√∂rigen Zoos als "die IUCN" galt. Dieser Ansatz f√ľhrte nach meiner Einsicht auf der wissenschaftlichen Ebene zu gar nichts. Nicht einmal eine harte Publikation in vielen Jahren. Wir wissen eigentlich wenig mehr als 1995.Aber man leistete trotzdem was, siehe unten.

Seit kurzem belebt sich die Szene. Ein italienisch-franz√∂sisch(-deutsches) Programm, beraten von einem Kopf aus der Pal√§ontologie (!) zeigt immer mehr, dass die fr√ľhere Einsicht von den1980ern , dass die Anoaformen quantitativ-ph√§nogenetisch eher unterartlich als artlich getrennt sind, aber eben nur mit empiristisch-ph√§netisch verstandener DNA-Taxonomie, also einer speziellen Schule der Systematik, die in den 19080 ern Jahren aus USA kam und bis heute noch von √§lteren Forschern betrieben wird, wenn auch lange nicht mehr von allen und von anderen nie.

F√ľr mehrere Arten statt Unterarten sprechen aber Morphologie und Chromosomen. Das Ganze ist extrem schwierig. Es wird indestens 4 Anoas geben, vielleicht mehr.. Nachdem es bei Koboldmakis und anderen Sulawesi-S√§ugern inzwischen sehr viele Arten gibt, bis zu einem Dutzend oder mehr, ist das bei Anoas nicht auszuschlie√üen aber unbekannt.

Immer mehr arbeiten zuletzt Indonesier dran, mal sehen was die machen, was wol vor allem davon abhängt, welchen edukativen Hintergrund sie haben. Das weiss ich nicht.. Schade, dass die Holländer so raus sind aus Indoensien, die hätten junge indonesischer Zoologen unter sich ausbilden können und ihr Land erhalten helfen. Man muss jetzt abwarten, was zoologische Autodidakten in einem Entwicklungsland aus den Anoas machen.

Die EEP-Anoas sind weitgehend aber nicht ganz reinbl√ľtig.

Um die Anoas zu verstehen, m√ľssen erfahrene Zoologen (ich meine immer noch Zoologen, also solche Altpal√§olithiker, die noch mit ganzen Tieren arbeiten statt mit Apparaten) √ľber viele Jahre ran, speziell in Sulawesi mit ortsdatierten Herk√ľnften und vielen parallelen Methoden. Inzwischen d√ľrften dort in Stationen genug Anoas bekannter Herkunft stehen um Kl√§rung zu bringen. Das mag ein Erfolg der Schotten sein, immerhin, das haben diese ungemein mutigen Briten geleistet, die sich nicht scheuiten, im Urwald zurecht zu kommen alle Achtung. Mut reicht aber nicht, auch Kopf w√§re nh√∂tig. Das europ√§ische Museumsmaterial dieses vielschichtigen Artkomplexes taugt nicht all zu viel.

Man muss warten, was kommt. Wenn sich der derzeitige Vogelclan mit Flie√übandforschung im Akkordtakt durchsetzt (Auswurf von vielen Dutzend "papers" pro Jahr zu dies und das) sehe ich schwarz f√ľr die Anoas, weil deren Systematik daf√ľr viel zu schwierig ist. V√∂geln muss bei Anoas schief gehen, und wenn man dann ein k√ľnstliches System wegen einem gen von 30.000 errichtet und Anoa-Linien vermischt bei denen ein Chromsoom Nein sagt, verlieren wir die Tiere, weil zusammengebracht wird was nicht passt.

Aber das sind die Zeitl√§ufte, √§hnlich wie dbei der Fu√üball-WM, starke fighter geben an den Unis den Ton an, √ľberlegtes und daher zwangsl√§ufig zeitkostendes Handeln muss unterliegen. Was ist schon zoologische Gr√ľndlichkeit angesichts des science citation index.

Wir haben halt kaum wirkliche Zoologie mehr außerhablb der Museen und der private society. Siehe Fußball, dort kicken ja bald auch nur noch Kaltblutpferde in internationalen Turnieren..

(25.11.2022, 16:35)
cajun:   Nach @Liz Posting im Frankreich Thread: Gibt es weitere Neuentwicklungen oder Transfers im Anoa Zuchtprogramm?
(25.11.2022, 13:52)
W. Dreier:   Ja, sechziger Jahre in Manila. Es war ein Tier auch in Richtung USA - aber keine Einreisegenehmigung, das Tier wurde daraufhin get√∂tet.
(15.02.2021, 22:54)
Alexander Wilhelm:   Soweit ich das verstanden habe ist der Mindorb√ľffel n√§her mit den Anoas verwandt . Weis jemand ob dieses Tier je in einer Zoologischen Einrichtung gepflegt wurde .
(15.02.2021, 20:14)
cajun:   Der Zoo √öst√≠ hat ein neues Paar Tiefland-Anoas. Sch√∂n zu wissen, dass die Zucht wieder aufgenommen werden soll.
"Der Zoo in √öst√≠ nad Labem ist seit ein paar Tagen Heimat f√ľr ein neues Zuchtpaar Tiefland-Anoas. "M√§nnchen Ravi, das vor sechs Jahren im ARTIS Zoo in Amsterdam geboren wurde, kam Mitte Juli in unseren Zoo. Seitdem hat es sich an die neue Umgebung gew√∂hnt. Ende November wurde das junge Weibchen Bulinka aus dem ungarischen Zoo in Gy?r gebracht, wo es vor drei Jahren geboren wurde. "Der Zoo √öst√≠ h√§lt diese exotischen Huftiere seit 1995, und in der Geschichte der Zucht wurden bereits zehn Junge geboren", f√ľgt Mat?j Kyn?t, Sprecher des Zoos, hinzu"
Quelle:https://ustecky.denik.cz/zpravy_region/anoa-nizinny-zoo-usti-20201215.html
√úbersetzt aus der Zoopresseschau
(24.01.2021, 14:35)
W. Dreier:   Das Krefelder Tier 2016, April - auch etwas heller
(09.09.2019, 22:13)
W. Dreier:   Noch ein ps: es waren 2 Tiere in Decin, beide heller als das jetzige Krefelder Tier. 2012 lebten sie offensichtlich nicht mehr, zumal sie 2009 gleich im Eingangsbereich standen.
(09.09.2019, 22:09)
W. Dreier:   @cajun: hier eine Berganoa im Sommerfell: Decin , Juli 2009
(09.09.2019, 22:05)
cajun:   Und nochmal ein Flachlandanoa aus dem Zoo Berlin ca 2014. Die unten erw√§hnte Hornform ist schon unterschiedlich.
(09.09.2019, 20:51)
cajun:   Ich habe, angefixt durch die Diskussion im Thread "Zoo Berlin" mal in meinen Fotos der letzten Jahre gekramt. Anbei Berganoa, Zoo Krefeld, aufgenommen im Februar 2011. Wieviel Tiere es damals in Krefeld noch gab, wei√ü ich nicht mehr. Man beachte die "Wolligkeit"im Winterhalbjahr. Hat jemand ein Sommerbild?
Interessant auch das Posting aus 2009 hier von Michael Anemd bez√ľglich der Best√§nde in den USA...
(09.09.2019, 20:44)
Michael Amend:   @Henry Merker. Heute habe in Florida eine sehr interssante, private Huftierhaltung in Florida besucht.In einem Gelaende von ca. 3000 ha !, werden ca. 15 Huftierarten gehalten, darunter 52 Flachalndanoas, die teilweise in grosseren Gruppen problemlos zusammen gehalten werden. Die Zucht verlaueft sehr erfolgreich.
(02.07.2009, 04:34)
Henry Merker:   @Oliver Jahn:
OH. Vielen Dank f√ľr Ihre Information.
(28.06.2009, 19:29)
Oliver Jahn:   @Henty Merker, zu fast allen Ihren Fragen aus den ganzen letzten Threads hier mal ein brandhei√üer Tip:
http://www.zootierliste.de/?org=7&haltungen=1
Eine aktuellere und vor allem auch was die historischen Haltungen angeht eine umfangreichere Datenbank werden Sie im Netz nicht finden.
(28.06.2009, 16:46)
Henry Merker:   Wie sieht es eigentlich derzeitig mit den Anoas aus? Wer h√§lt sie gerade und werden neue Halter gesucht?
(28.06.2009, 16:34)
Niedersachse:   Daf√ľr brauch ich nicht nachschaun. Es gibt keine die nicht verwandt sind. Bissen Leipziger Blut ist in jedem drinne. Alle Tiere haben irgendwie Leipziger Ursprung auch wenn es die Eltern oder Gro√üeltern sind.
(27.11.2007, 18:10)
Shensi-Takin:   @Michael Amend: Trotzdem danke f√ľrs Nachschauen.
(27.11.2007, 18:07)
Bj√∂rnN:   Kann mir mal jemand einen Gefallen tun, der das Leipziger Anoazuchtbuch von Gerd N√∂tzold aus dem Jahr 1999 besitzt und mal nachschauen, welche Zoos in Europa noch zuchtf√§hige Tiere besitzen, die mit den leipziger Tieren nicht verwandt sind und somit f√ľr den Aufbau einer zweiten Zuchtgruppe in Leipzig herangezogen werden k√∂nnten.

Vielen Dank
Björn
(27.11.2007, 18:02)
Michael Amend:   @Shensi-Takin.Bedauerlicherweise habe ich die Anoa/Hirscheber-Anlage in L.A nicht fotografisch festgehalten, vermutlich, weil dort alle Huftieranlagen fast gleich aussehen und ein Foto einer Anlage ausreicht...
(25.11.2007, 13:39)
IP66:   Ich kenne ich in diesem Bereich nicht aus, aber k√∂nnte es auch sein, da√ü die Huftierentdeckungen in Vietnam zu dieser Frage etwas beitragen k√∂nnten. Wenn man von einer Anoa-Bev√∂lkerung S√ľdostasiens ausgeht, von der nur die Tiere dort und auf Celebes √ľbriggeblieben sind, w√ľrde das ja nicht wirklich √ľberraschen. Ausgangspunkt meiner Idee war ein Zoologe, der mir erz√§hlte, da√ü das Anoa jenen Zootieren geh√∂rt, die im 19. Jahrhundert zumindest in den gr√∂√üeren Zoos zu den h√§ufig gehaltenen Arten z√§hlten, w√§hrend man sie heute schon suchen mu√ü.
(23.11.2007, 17:30)
Michael Mettler:   Wenn Letzteres zutr√§fe, m√ľssten zumindest s√§mtliche europ√§ischen Zoo-Anoas zu EINER Art geh√∂ren, wenn nach den Ausf√ľhrungen unten verschiedene "Typen" vermischt wurden. Wer garantiert √ľbrigens, dass sich die Baumk√§ngurus nicht mischen...?

Das ist bei der ganzen Geschichte der Knackpunkt: Das Kunstprodukt klassische Systematik sieht nun mal keine Grenzf√§lle vor, sprich Arten, die sich noch im Aufspaltungsprozess befinden oder - und auch das ist ja durchaus m√∂glich - in einem Wiederverschmelzungsprozess, weil z.B. geografische Barrieren entfallen sind oder sich vormals getrennte Populationen aus anderen Gr√ľnden begegnen. Ich erinnere an die Wiederbesiedlung Kanadas durch W√∂lfe weit voneinander getrennter und lange isolierter Populationen nach der Eiszeit, die ich andernorts schon erw√§hnt hatte und die eine Vermischung geradezu provozierte. √Ąhnliches d√ľrfte in Afrika im Laufe von Jahrmillionen mehrfach passiert sein, wenn als Folge trockenen Klimas (w√§hrend der Eiszeiten) der Regenwaldg√ľrtel schrumpfte und sich vorher getrennte Savannenpopulationen wieder begegneten - oder, bei Wiederausdehnung der W√§lder als Folge feuchteren Klimas in den Zwischeneiszeiten, isolierte Waldinseln mit ihren Bewohnern wieder einen zusammenh√§ngenden Lebensraum bildeten. Wer wei√ü, ob sich nicht die Anoas in einem √§hnlichen "Schwebezustand" befinden und deshalb nicht in die systematischen Schubladen passen.
(23.11.2007, 12:09)
IP66:   Es scheint also irgendwo ein gro√ües Problem zu lauern: K√∂nnte es sein, da√ü die Art unglaublich variabel gef√§rbt und gestaltet ist. Dann m√ľ√üten aber auch bei Zoozuchten K√§lber fallen, die anders aussehen. Oder gibt es, wie bei den Baumk√§nguhs, eins gro√üe Anzahl von Arten, die sich nicht miteinander mischen?
(23.11.2007, 11:44)
Michael Mettler:   Ich habe bei Haltenorth nachgeschlagen, der in seiner 1962 verfassten "Systematik der Artiodactyla" noch unbeeinflusst von Genetik und mit weitgehendem Zugriff auf Museumsmaterial den Anoa in zwei Unterarten gliederte. Die ph√§notypische Beschreibung deckt sich weitgehend mit der aktuellen. Interessant dabei, dass der Berganoa damals noch fergusoni hie√ü und der heute verwendete Name quarlesi nur als Synonym aufgef√ľhrt ist; w√ľrden n√§mlich beide wirklich die selbe Tierform betreffen, w√§re fergusoni der √§ltere Name und m√ľsste demnach nach den Regeln der Nomenklatur der g√ľltige sein. Schon das "riecht" ein wenig danach, dass man sp√§ter nicht so recht wusste, wo und wie man fergusoni zuordnen soll - etwa als Synonym zu depressicornis? Gem√§√ü den deutschen Bezeichnungen siedelte Haltenorth den Flachlandanoa in den tieferen Lagen und den Berganoa in den h√∂heren an, schrieb aber auch, dass die Verbreitungsgrenzen des Letzteren nicht genau bekannt seien.
(22.11.2007, 18:55)
IP66:   Ich habe den Eindruck, da√ü derzeit Genetik und Taxonomie noch nicht erfolgreich zusammengefunden haben. Ich erhoffe mir von einer Durchsicht der Pr√§parate einen Blick auf den Ph√§notyp, der vielleicht mit geographischen Herkunftsorten vernetzt werden kann. In der Heimat des Kasuars haben sich immerhin auch recht gut unterscheidbare Arten Baumk√§nguruhs auffinden lassen.
(22.11.2007, 17:26)
Michael Mettler:   Wenn ich mir die Verbreitungskarte der beiden Anoa-Arten auf www.ultimateungulate.com anschaue, regen sich bei mir Zweifel, ob man sie wirklich als separate Arten oder auch nur Unterarten f√ľhren darf. Denn es scheint mir - allerdings ohne Kenntnis der Topografie auf Sulawesi - doch ein wenig unwahrscheinlich, dass es bei sich derart √§hnlichen Verbreitungsgebieten nicht zu Vermischung kommt (oder wenigstens KAM, bis die Best√§nde st√§rker bejagt und m√∂glicherweise Populationen isoliert wurden). Zumal auch noch erw√§hnt wird, dass der Berganoa entgegen seinem Namen keineswegs auf h√∂here Lagen beschr√§nkt ist, sondern auch schon auf "sea level" festgestellt wurde.

Wer wei√ü, ob nicht in fr√ľheren Zeiten das eine oder andere Anoa-Kalb von Inselbewohnern freiwillig oder unfreiwillig in anderen Teilen Sulawesis angesiedelt wurde. Ja, ich wei√ü, Anoas sind gef√§hrliche Tiere und deswegen nicht domestiziert worden, aber das gilt f√ľr Kasuare auch, und von denen sind einige Populationen angeblich trotzdem auf menschliche Ansiedlung zur√ľckzuf√ľhren. Vielleicht auch gar nicht als entlaufene "Haustiere", sondern als gezielt angesiedeltes Jagdwild.
(22.11.2007, 17:14)
Michael Mettler:   Schon vor etlichen Jahren ist ein Wissenschaftler kreuz und quer durch Europa gereist, um Zoo-Anoas zwecks Kl√§rung der Verh√§ltnisse Blutproben zu entnehmen. Das wurde mir etwa zu der Zeit erz√§hlt, als Magdeburg kurzzeitig Anoas hielt. Scheint aber so, als habe diese Arbeit auch nicht so viel zur Kl√§rung beigetragen?
(22.11.2007, 13:13)
IP66:   Ich meine, schon einmal darauf hingewiesen zu haben: Bei einer so h√§ufig und fr√ľh importierten Art wie dem Anoa m√ľ√üte es doch B√§lge und Pr√§parate in F√ľlle geben, und vielleicht findet sich ein mutiger Doktorand, sich seinen Titel dadurch zu verdienen, da√ü er dort Ordnung schafft oder die Unordnung wissenschaftlich nachweist.
(22.11.2007, 11:23)
Michael Mettler:   Ich habe vorhin kurz mein Bildmaterial von Anoas aus Deutschland, Holland, Belgien und Tschechien √ľberflogen: Da gibt es wirklich ALLE Kombinationen aus F√§rbung und Fellstruktur, teilweise in der selben Gruppe: schwarz & glatt, braun & glatt, braun & wollig, schwarz & wollig. Eines der wolligeren Tiere war dabei ausgerechnet ein Flachlandanoa aus Rotterdam (Anfang 80er). In Usti sah ich im September eine Gruppe aus drei glatthaarigen Anoas, einer schwarz, einer dunkelbraun, einer heller braun. Und auch aus Leipzig habe ich ein Foto aus den 80ern, das ein schwarzes und ein braunes Tier nebeneinander zeigt. Relativ einheitlich scheint √ľber all die Jahre hinweg wirklich nur die Berliner Linie (also auch Krefeld und Decin) zu sein - aber falls Anoas auch in der Natur so stark variieren, k√∂nnte die Einheitlichkeit der Berliner Linie auch lediglich ein Zufallsprodukt, also quasi eine unbewusst farb-/fellstrukturselektierte Zuchtlinie darstellen.
(21.11.2007, 23:05)
Shensi-Takin:   @Michael Amend: Keine Sorge, das eilt nicht. Danke! Was Da' Bronx angeht-die Email ist verschickt. Das Feuer in LA ist soweit wieder gel√∂scht.
(21.11.2007, 22:16)
Michael Amend:   @Shensi-Takin. Mache ich gerne, aber bitte haben Sie noch bis zum Wochenende Geduld, denn nach Stunden Im-Freien-Arbeiten habe ich wirklich nicht mehr die Mu√üe, tonnenweise Fotos zu durchforsten, die sind n√§mlich alle noch nicht sortiert...Brennt's denn immer noch in Kalifornien ? Verfolge momentan die Nachrichten nicht.
(21.11.2007, 21:10)
Shensi-Takin:   Jepp, das mit Fell, Horn & Decin war mir schon gel√§ufig; ich h√§tte auf Grundlage der mir bekannten Exemplare das Berganoafell eher als etwas lockiger und das Tier insgesamt als einen Tick kleiner beschrieben.
@Michael Amend: Falls Sie ein Foto hätten-Danke im voraus. Solange die ihre Feuer nicht unter Kontrolle haben gehe ich nicht wieder nach LA...
(21.11.2007, 19:57)
Michael Amend:   @Aus der Erinnerung raus, wei√ü ich nicht, ob ich die Anlage fotografiert habe, m√ľ√üte ich nachsehen. Zumindestens einen der Hirscheber habe ich fotografiert, weil ich bei ihm in der Anlage war. Die Anlage ist nicht sehr gro√ü, und verf√ľgt au√üer den Vorgehegen √ľber keine weiteren R√ľckzugsm√∂glichkeiten f√ľr die Hirscheber.
(21.11.2007, 19:32)
Ronny:   Das Fell der Tieflandanoas ist glatter und borstiger (in Leipzig kann man es ganz gut sehen). Das Fell bei den Berganoas ist etwas dichter ud etwas mehr braun. Berganoas gibt es in Decin.
(21.11.2007, 19:31)
Niedersachse:   Neben dem Fell soll die Hornform ein Unterscheidungsmerkmal sein. Nach dem ist dies ein Flachlandanoa, aber ja auch nach dem Fell.
√úber die Art/Unterart-Unterscheidung wird wohl auch noch immer gestritten.
(21.11.2007, 19:07)
Shensi-Takin:   Unterart? Ich dachte immer, das w√§ren zwei Arten-mit einer dritten noch unklaren Gruppe-obwohl ich da auch schon √ľber andere Unterteilungen geh√∂rt habe (z.B. Bubalus quarlesi innerhalb B. depressicornis usw.) . Egal, die taxonomische Artabgrenzung ist auch nicht mehr das, was er einmal war-s. die "Sauerei" im Kopenhagener Zoo;).
Das auf dem Foto "soll" ein Flachlandanoa sein...
(21.11.2007, 18:38)
Niedersachse:   es gibt auch keine reinbl√ľtigen Flachlandanoas. Zumindest ist die Chance sehr gering, da anf√§nglich nicht auf die Unterart geachtet wurde.
(21.11.2007, 18:30)
Shensi-Takin:   Abgeleitet vom Leipzig-Thread:
@Michael Amend: Wie war das Anoa-Babirusa-Gemeinschaftsgehege in LA gestaltet? Haben Sie zufälligerweise Fotos davon?

Allgemein: wenn ich das mal richtig verstanden habe: im Grunde gibt es keine rein"bl√ľtigen" Berganoas in D, inklusive der in Krefeld?
(21.11.2007, 18:27)

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